JUNI/JULI 2020
EVP: 1,90 EUR
MAGAZIN #4 Sozialpartner, Teampartner, Sportgerät Der Stellenwert unseres Hundes im Hundesport
Die Größe macht‘s?
Hundesport mit kleinen Sportkameraden
Mondioring
Der Sport für kreative Kynologen
Nicht nur Liebe geht durch den Magen Ernährung beeinflusst auch Verhalten
im ABO ∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙
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Die neue Hundefßhrerweste Fashion 2.0 mit und ohne Kapuze und in vier Farben erhältlich
sporthund.de 2
EDITORIAL
„Der Charakter ruht auf der Persönlichkeit, nicht auf den Talenten.“ Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832) Die Zeiten sind gerade schwierig. Aber mal ehrlich: waren sie das nicht schon immer? Klar, wann gab es schon mal eine, in der die Welt stillstand und selbst das geliebte Hobby auf öffentlichem Eis lag? Das ist zwar neu, bedeutet letztlich aber auch wieder Weiterentwicklung. Stillstand gibt es nicht, hat es nie gegeben.
Autoren dieser Ausgabe FRANSI ROTTMAIER ist seit 1997 im Schlitten-
hundesport aktiv. Die gelernte „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ stieg 2005 als Zeitsoldat auf die Arbeit mit Dienstgebrauchshunden um. Als Referentin und Beraterin über Aggressionsverhalten, Selbstschutz und Mikromuster-orientierter Verhaltensanalyse machte sie sich europaweit einen Namen.
Auch die Geschichte des Hundesports ist durchaus spannend. Ich denke, den meisten von uns dürfte nicht bewusst sein, wie „verdorben“ und tabuisiert deren Start war. Aber der Siegeszug der Moderne bleibt nie stehen und so ist unser ehemaliges „Nutztier“ heute ein gefeierter Star mit Familienanschluss und eigenen Wirtschaftszweigen, die Gesundheit, Ernährung und Komfort sichern.
Catharina Pichler lebt in Österreich und beschäftigt sich zeitlebens mit der Kynologie. Die Wienerin ist zertifizierte Ernährungsberaterin und erstellt markenunabhängige Ernährungspläne für Hunde. Als ausgebildete Tiertrainerin und Verhaltensberaterin hält sie auch regelmäßig Fachvorträge und gibt Seminare für Bewegungstraining.
Gesprengt ist auch das Korsett aus Größe und „Nutzen”. Heute beweisen auch die Kleinen sich „ganz groß” als vollwertiger Teampartner und Sportkamerad. Sie strafen damit die althergebrachten Vorurteile Lüge, ein kleiner Hund sei nur ein Spielzeug. Endstation Schoßhund?
MICHAELA FRANK hat nach ihrem Anglistik- und
Politikwissenschaftsstudium einige Jahre in den USA gelebt und dort eine Ausbildung zur Assistenztrainerin für Problemhunde absolviert. Ihr heute mittlerweile 12-jähriger Deutsch Kurzhaar begleitet sie auf Schritt und Tritt im Alltag. Sie arbeitet im Sales Team bei SPORTHUND und schreibt Beiträge für das Magazin und Social Media.
Kein Stillstand – wir alle haben gelernt, weiterzugehen. Mit Lebensfreude und Pfiff! Bleibt alle gesund!
Unser Titelbild „Kleiner Sportler“ zeigt in der Hundesportart Agility einen Sheltie im Slalom Chefredakteurin SPORTHUNDMAGAZIN
Foto: Constanze Rähse
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Freude, Spannung, das Gefühl harmonischen Miteinanders – Hundesport ist wertvolle „Quality Time“ mit unserem tierischen Gefährten. Das war nicht immer so.
Hebt der Hundesport den Stellenwert unseres Hundes? TEXT: FRANSI ROTTMAIER
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Foto: Jan Redder
Hund: SOZIALPARTNER TEAMPARTNER SPORTGERÄT
Sozial- und Teampartner, Sportgerät HUNDESPORT
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ir schreiben das Jahr 1572, als Thomas Howard aus dem Tower von London zu seiner öffentlichen Hinrichtung gebracht wird. Es ist der 2. Juni, an dem hunderte Schaulustige auf das Spektakel warten: die Enthauptung eines Adeligen. Der Henker schwingt das Richtbeil empor. Die Schneide blitzt auf, bevor sie wuchtig auf den Verurteilten niedersaust. Zack! Kopf ab. Königin Elisabeth I. hatte den 4. Duke von Norfolk wegen Hochverrats zum Tode verurteilt. An diesem Tag starb der erste Funktionär des Hundesports. Eigentlich hatte der Adelige zeitlebens ein gutes Verhältnis zu der englischen Monarchin – er verfasste sogar in ihrem Auftrag das erste überlieferte Regelwerk für Hunderennen: die Urfassung des „Coursings“. Elisabeth die I. war also irgendwie die „Queen Mum“ des Hundesports! Mehr hatten die vierbeinigen Akteure allerdings nicht mit der Ungnade des vorher einflussreichen Herzogs zu tun. Windhunde besaßen im 15. Jahrhundert einen besonderen Stellenwert beim „gemeinen Volk“ – sie repräsentierten den Adel und damit auch Ungerechtigkeit und Zwei-KlassenGesellschaft, welche an diesem Tag vor den Scharfrichter geführt wurde. Ein pitoresker Zufall.
Seit dem Erlass des „Waldgesetzes“ aus dem Jahre 1014 galten Windhunde als fest mit dem Adelsgeschlecht verhaftet, denn nur deren Angehörige durften diese edlen Hunde halten und mit ihnen in den Wäldern jagen – was dem gemeinen Volk als „Wilddieberei“ geahndet werden würde. Dem Adel war auch das Beiwohnen von Hunderennen vorbehalten – zwei Windhunde, die seit dem von Herzog Howard ausgearbeiteten Reglement auf fest vorgeschriebener Strecke und Zeitmessung einen Hasen erbeuten sollten. Darauf wurde gewettet. Favoriten waren heiß begehrt und die Hunde waren wertvoller als ein „gemeines“ Menschenleben. Interessant sind die historischen Bezüge zum „besten Freund des Menschen“ nicht nur beim Windhund, der bereits mehrere tausend Jahre vor Christus im arabischen Raum Erwähnung fand und für sein athletisches Erscheinungsbild und seine Leistungsfähigkeit bei der Jagd so verehrt wurde, dass er als einziger Hund Zelt und Kamelrücken teilen durfte.
Auch in anderen Hochkulturen finden sich Bezüge zu Hunden mit „exklusiver“ Stellung – sei es im südamerikanischen Raum, in asiatischen Gefilden oder bei unseren europäischen Urvätern: Hunde traten als Statussymbol in Erscheinung und dienten unter anderem dazu, sich zu messen und im Wettkampf vom Alltag zu zerstreuen. Dort findet sich auch eine besondere Verbindung, die sich heutzutage kaum ein „Hundesportler“ vor Augen führt: Die Historie des Hundesports ist hauptsächlich eine Geschichte aus der Glücksspielindustrie und konnte sich als „Sport“ erst in der Neuzeit von Tabuisierung und Vorbehalten der „Verderbtheit“ befreien. Der Begriff „Sport“ wurde hierzulande 1887 das erste Mal im Duden erwähnt, fünf Jahre nachdem auch das gewerbliche Wetten auf Pferderennen verboten wurde. Genau zwölf Jahre später gründete sich der „Verein für Deutsche Schäferhunde“! Der Startschuss für eine neue Ära hündischen Athletentums? sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Foto: iStockphoto / magdaloubser
Tatsächlich musste zwischen dieser Zeit der frühen Industrialisierung und einem heutigen Hundesportevent eine Menge Wasser den Rhein runterfließen: Der „Deutsche Olympische Sportbund“ schloss beispielsweise die „Dressur von Tieren“ explizit vom Sportverständnis aus. Das bedeutete, in den Kinderschuhen des „modernen Sports“ der Nachkriegszeit war die Dressur von Polizei- und Diensthunden mehr Zweck als „Spiel“. Frühere Prüfungsordnungen rechtfertigen sich mit der Selektion von Zuchttieren und der Leistungsüberprüfung von Gebrauchshunden. Damit distanzierten sie sich von kommerzialisierten Sportwettbewerben, bei denen es sich um – in Deutschland im Sinne des Tierschutzgesetzes verbotene – Geldwetten drehte und welche, vergleichbar mit Pferderennen, in vielen Nationen die Grundlagen kommerzieller Hundehaltung darstellten. Da hohe Geldbeträge und „hartes Geschäft“ immer auch eine nahezu magische Anziehungskraft auf unlautere Wettbewerbsmethoden darstellen, schob das Tierschutzgesetz diesen Ent-
Kommerzielle Hunderennen sind in Deutschland verboten. Dafür führen Vereine oft sogannte „Jeder-Hund-Rennen“ durch, in denen jeder Hund mitmachen darf und einzeln seine Strecke läuft.
wicklungen einen konsequenten Riegel vor. Betrachtet man manche schockierenden Auswüchse im kommerziellen Rennhundebetrieb und kriminelle Blüten illegaler Hundekämpfe, war das eine äußerst sinnvolle Reglementierung. Im Übrigen waren Hundekämpfe zu Zeiten vor diesen Verboten auch ein äußerst beliebter Zeitvertreib für Arbeiterschichten, denen der Zugang zu „gehobenem Sport“ verwehrt blieb. Heutzutage richten Wind-
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hundverbände „Amateurrennen“ aus, bei denen keine Existenzen auf dem Spiel stehen oder Hunde für den Profit ausgebeutet werden müssen. Trotzdem kann der Aufregung und dem Mitfiebern eines solchen Rennens beigewohnt werden – ein echter Sport? Da scheiden sich die Geister, aber die Hunde können sich hier völlig legal und unter kontrollierten Bedingungen ausleben. Und das hat durchaus Daseinsberechtigung.
Sozial- und Teampartner, Sportgerät HUNDESPORT
Eine Weiterentwicklung bot die fortschreitende Industrialisierung und auch der Wirtschaftsaufschwung nach dem Zweiten Weltkrieg, als Hunde – die lange als „Pferd des armen Mannes“ vielfältige Aufgaben zu bewältigen hatten – mehr und mehr durch Maschinen und technischen Fortschritt ersetzt wurden. Die Liebe zum Hund und der Wunsch nach gemeinsamer Beschäftigung blieben. In England hat sich daraus die Sparte „Obedience“ entwickelt, welche 1949 erstmalig als offizielle Prüfung für jedermann veranstaltet wurde. Daraus lässt sich die enge nationale Verbundenheit zu Hütehunden ableiten – wohingegen in unseren Breiten der am Polizeihundegeschehen
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Die klare Differenzierung vom Schutzhundesport zur Glücksspielindustrie mag auch davon angetrieben worden sein, dass bereits im Mittelalter die „Zerstreuung des gemeinen Volkes“ durch Preisboxen, Lastenzieh- und Tierkampfwettbewerbe als „verachtungswürdig“ und „unchristlich“ gebrandmarkt wurde, wohingegen die Nutzung eines Tieres zu höheren Zwecken nicht in diese Kategorie fiel. Die „sportliche Zerstreuung“ als klare Abgrenzung von den Unbillen des Alltags vermochte sich aber lange nur in besser betuchten Kreisen halten: ein Symbol für Luxus.
orientierte Schutzhundesport dominierte. 1903 fand der erste „Polizeihundewettbewerb“ im belgischen Mechelen statt, aus welchem sich die belgischen, französischen und niederländischen Ringsportarten sowie der traditionell deutsche „Schutzhundesport“ entwickelten. Unschwer lässt sich dort die spannende Transformation vom eher wenig wertgeschätzten „Nutzvieh“ zu dem Stellenwert beobachten, den vor tausenden Jahren arabische Fürsten ihren erfolgreichen Windhunden gewährten: gehegte und gepflegte Sportkameraden, für deren Wohlbefinden im Freizeitbereich kaum Kosten und Mühen gescheut werden. Der namhafte Hundesportler Knut Fuchs erzählte vor einigen Jahren in einem Interview, wie er einen für den Sport ausgesuchten Welpen die ersten Wochen mit ins Bett nimmt. Die Trennung von Muttertier und Wurfgeschwistern erfordere Geborgenheit und enger Kontakt zu seiner neuen Bezugsperson ist wichtig für die spätere Ausbildung und die
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In anderen Ländern ist und bleibt das Windhunderennen ein fester Bestandteil sogenannter „Sportwetten“ und dient für manche Wettbewerber und Zuchtstätten als Lebensgrundlage. Und das hat seine Schattenseiten.
... fehlt es unseren Sportkameraden meist an nichts: Zughunde mit perfekt passenden, individuell angefertigten Zuggeschirren, Capes und Booties.
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trabten, ihre Ausbildungseinheiten mit oftmals mehr „müssen“ als „wollen“ absolvierten und den Nachhauseweg dann bei Wind und Wetter auf eigenen Pfoten antraten – nicht ins weiche Bett, sondern in ihren Zwinger, in dem sie mit etwas Glück eine Wetterschutzhütte und trockenes Stroh vorfanden. Das Fressen bestand oftmals lediglich aus gebrühtem Haferschrot, Küchenabfällen und Resten der Dorfmetzgereien.
Kein Vergleich auch zu den einstmaligen Gebrauchshunden in den Niederlanden oder in Deutschland, die am Fahrrad zum Hundeplatz
Ja, manche „Hundeabrichter“ brüsteten sich sogar damit, ihre Hunde nur für die Ausbildung aus dem Zwinger zu holen oder gar nur im
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Anforderungen im Spitzensport. Der Hund brauche die Sicherheit einer verlässlichen Bindung, um Höchstleistungen erbringen zu können. Wo vor tausenden Jahren der Seidenteppich auf dem Kamel Komfort gegenüber der sengenden Wüstensonne bot, reist der moderne Sporthund im klimatisierten, vollgefederten Hundeanhänger mit Schallschutzdämmung und vorgeschriebener Mindestgröße.
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Rahmen dessen zu füttern, der die „Motivation“ steigert, abhärtet und den Hund leistungsbereiter macht. Wie kam dieser Umschwung von oftmals eher rustikalen und auch ungerecht brutalen Umgangsformen in den siebziger und achziger Jahren, an die sich viele sicherlich noch mit Schaudern erinnern können? Ein wenig ist die „Wende zum Breitensport“ auch dem zunehmenden Aufkommen von Amateursport im Alltag, welcher dem reinen Selbstzweck diente, geschuldet. Die heutige Selbstverständlichkeit, ohne professionelle oder wettkampforientierte Ambitionen selbst sportliche Zerstreuung auszuüben, kam erst Ende der siebziger Jahre auf. Zu dieser Zeit immigrierte der Schlittenhundesport nach nordamerikanischem Vorbild nach Deutschland – eine Hundesportart, welche ähnlich der Windhunderennbahn fern von „Dressur“ auf das außergewöhnlichen Laufvermögen der Vierbeiner basierte. Obwohl auch in Mitteleuropa der Einsatz von Hunden eine lange Tradition als Karrenhunde besaß, belebten erst skandinavische Einflüsse die Entstehung von „Zughundesport“ zum Selbstzweck. Die großen Gespanne findet man heute seltener – geblieben sind die breitensporttauglichen Kleingespanne mit zwei, manchmal drei Hunden an Rad und Tretroller und das sogenannte „Canicross“, welches ursprünglich militärischen Hindernislauf mit der Funktion des Ziehens verband. Gleichzeitig entwickelten sich abgrenzend zum Schutzhundesport mit seiner Unterordnung und der Fährtenarbeit viele andere Sportarten, die die Welt des Hundesports auch für Nicht-Schutzhunderassen möglich machten.
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Sozial- und Teampartner, Sportgerät HUNDESPORT
Foto: Markus Platz becker
... hieß es, nur ein echter Nordischer sei für die harte Arbeit am Schlitten geeignet.
... ziehen alle mögliche Rassen in den diversen Klassen des Zughundesports.
Allen voran Turnierhundesport, Agility, DogFrisbee, Dogdance, Obedience und Rettungshundesport ... heutzutage bietet die Hundesportszene unzählige Möglichkeiten, sich nicht nur sportlich mit seinem Hund – egal welcher Rasse und Herkunft – zu betätigen: es werden auch offizielle Prüfungen und Wettkämpfe abgehalten.
Der ursprüngliche Gedanke der Zuchtselektion wich dem gemeinsamen Sport mit seinem vierbeinigen Familienmitglied. Sicherte dieses Umdenken den Siegeszug des modernen Hundesports? Fakt ist: heutzutage ist die Degradierung des Hundes als „Nutztier“ ohne Zugang zu Komfort und Familienanschluss verpönt. In einem erfolgreichen „Sporthund“ stecken eine Menge Nerven, Zeit und oftmals viel Geld. Das wird in optimale Förderung und Gesundheit investiert – manchmal mehr als in die eigene. Vom Zwinger ins Bett – oder zumindest auf die eigens für ihn angeschaffte orthopädische Matratze, manchmal auch eine eigene Couch – ist ein steiler Aufstieg. Wir wollen heutzutage einen freudigmotivierten Hund, der möglichst wenig mit Unterdrückung und Kadavergehorsam gemein hat.
Diese Haltung wird mit Erfolg und positiver Lebensführung assoziiert.
Neu erfunden haben wir modernen Hundesportler diesen komfortablen Kuschelkurs allerdings nicht: Bei den Athabasken Indianern gibt es den Ausdruck „Drei-HundeNacht“ für besonders kalte Winternächte und bei den Ureinwohnern jenseits des Polarkreises genießt besonders der Nachwuchs ihrer Jagd- und Schlittenhunde die Wärme im menschlichen Schlaflager. Während der Jagd und den Reisen in Schnee und Eis ist der zuverlässige Einsatz der Hunde die Lebensversicherung. Diese wildromantische Verbindung inspiriert viele Zivilisationsmenschen, einen ähnlichen Umgang mit ihren Vierbeinern zu etablieren: das wird von den meisten Hunden hocherfreut angenommen! Kinofilme wie „Balto“ und „Togo“ honorieren historisch bedeutsame Leistungen, wie den Transport des Diphtherieserums in die durch Schneestürme von der Außenwelt abgeschnittene Goldgräberstadt Nome. Ohne die Schlittenhunde der 20 Gespanne, die bei Temperaturen bis zu -31° in einem einzigartigen sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Auch das ist eine wichtige Funktion von Sportwettkämpfen: Zum Gedenken an dieses Ereignis wird seit 1973 jedes Jahr das längste Schlittenhunderennen der Welt ausgetragen: Das Iditarod Trail Sleddograce. Die Teilnehmer werden in diesen Wettkampftagen zu in den gesamten USA gefeierten Helden. Durch internationale Beachtung in den Medien hat dieses Heldentum mit den tapferen Hunden auch das
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Staffellauf in nur fünfeinhalb Tagen die Charge aus dem 1085 Kilometer entfernten Nenana transportierten, wären viele Ureinwohner an der ihnen unbekannten Krankheit verstorben. Die damaligen Flugzeuge konnten bei diesen Wetterbedingungen nicht starten. Weniger bekannt ist der Umstand, dass annähernd die selben Gespanne einige Wochen später auch die zweite Hauptlieferung des Serums über dieselbe Strecke transportierten.
Interesse in Deutschland am „Hundesport“ beeinflusst, der sich plötzlich gesellschaftstauglich zeigte. 10
Immer professioneller ist er geworden, der Hundesport. Und sehr viel internationaler. Für jede Sportart gibt es mittlerweile Weltmeisterschaften. So treffen sich jedes Jahr an die 140 besten IGP-Gebrauchshunde aus ca. 40 Nationen, um ihren Besten zu ermitteln. Auf gleicher Ebene im Agility waren es 2018 sogar 419 Hunde aus 41 Nationen. In den sogenannten Fun-Sportarten fahren die Ambitionierten in der Saison fast jedes Wochenende zu Turnieren in ganz Europa. Es bilden sich internationale Freundschaften, sogar Ehen wurden schon geschlossen und so trägt der Hundesport ein kleines Stück zur Völkerverständigung bei. Auch wenn es wenig Sportler gibt, die ihren Lebensunterhalt damit bestreiten können, man orientiert sich viel am humanen Spitzensport. Dem hochdotierten Erfolgsträger ihrer Disziplinen (man kennt das auch von Turnierpferden aus der Sprung- und Dressurszene) möchte der Hundeführer möglichst viel Gutes tun, um natürlich lange vom Erfolg zu profitieren. Den tatsächlichen Profit macht dabei der Markt rund um Ausrüstung, Spezialfutter und Bekleidung – und das ist tatsächlich eine ganz neue Qualität, die nicht mehr an Umsatz durch Wetten erinnert. Der heutige Sporthund mit Aussicht auf Erfolg hat Trainingspläne, sein Hundeführer nimmt Mentalcoaching in Anspruch, bezahlt spezialisierte Physiotherapeuten, schafft sich ein Laufband an oder baut sogar sein eigenes Trainingsareal. Der vierbeinige Spitzenathlet bekommt Futterzusätze und macht Ausgleichssport. Man möchte schließlich das Verletzungsrisiko minimieren und dem Vorwurf, seinen Hund nur bis zu seinem altersbedingten Leistungszenit auszunutzen, bestmöglich entgegentreten.
Sozial- und Teampartner, Sportgerät HUNDESPORT
Bei den Rassehundezuchtvereinen scheinen die Mühlen diesbezüglich besonders langsam zu mahlen. Der Zeitgeist des modernen, weltoffenen, gesundheitsbewussten Hundesports läuft ihnen zunehmend davon und sie wären gut beraten, sich mehr an diesem zu orientieren. Schließlich erwartet jeder Hundefreund einen möglichst gesunden vierbeinigen Familienhund. Es bleibt die Frage: Sportgerät oder Teampartner? Leistungssport hat seine Schattenseiten. Das ist im humanen Spitzensport der Fall und natürlich treten diese auch im Hundesport auf. Es sind Tatsachen, dass Hunde mit der Frequenz von Unterwäsche gewechselt werden, weil sie den überzogenen Ansprüchen nicht genügen. Oft liegen die Ursachen dafür aber eher in fehlender Fähigkeit und Einfühlungsvermögen des Sportlers.
Foto: Jan Redder
Gute Pflege zahlt sich aus und es ist erfreulich, dass sich das nicht nur auf den Leistungsbereich begrenzt. Auch „normale“ Hundesportler nutzen diese Möglichkeiten. Das war mal anders. Da wurden „WarmUp“ und „CoolDown“ verlacht und abgetan als Verweichlichung. Wer sich um ein bedarfsgerechtes Futter kümmerte oder gar einen „Ernährungsberater für Hunde“ konsultierte, war eine überemotionale „Hundemutti“.
Foto: Markus Platzbecker
So ist es heute möglich, auch mit älteren Hunden Weltmeisterschaften zu gewinnen, wie Stephanie Ollmann und Yannik Kayser mit Page und Punk vom Further Moor eindrucksvoll bewiesen haben. Beide Malinois waren bereits acht bzw. achteinhalb Jahre alt als sie die WM-Titel der FMBB und FCI gewannen. Früher: undenkbar.
Auch fanden sich schon Hunde am Ende ihrer Karriere in Tierheimen wieder oder wurden regelrecht abgeschoben, weil ein jüngerer Hund sie ersetzt und die volle Aufmerksamkeit erhalten soll. Sogar Hunde, mit denen ihr Mensch gemeinsam große Erfolge hatte, werden hin und wieder verkauft, weil das große Geld winkt. Wir reden da teilweise über sechsstellige Beträge, die ein hochdotierter „Teampartner“ schon eingebracht hat. Ist der Hund also doch eher Sportgerät?
Die meisten Hundesportler würden das verneinen – sie machen Sport mit einer liebgewonnenen, einmaligen und nicht austauschbaren Persönlichkeit zusammen. Ein Hundefreund und Sportkamerad, der fest in die Familie integriert ist und dadurch einen einzigartigen Stellenwert an der Seite des Menschen einnimmt. Letztendlich muss das jeder mit sich und seinem Gewissen ausmachen. Die Zeiten der öffentlichen Hinrichtungen sind ja Gott sei Dank vorbei.■
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MONDIORING Foto: Constanze Rähse
Der Sport für kreative Kynologen
Alles andere als aggressive Mannarbeit ist die neuste, von der FCI anerkannte Hundesportart, in der es um Geschick von Hund und Helfer gleichermaßen geht. TEXT: CONSTANZE RÄHSE
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Mondioring HUNDESPORT
Jeder Zuschauer, der dieses Spektakel mal erlebt hat, wird erstaunt sein, zu was ein Hund eigentlich alles in der Lage ist. Mondioring kitzelt die kognitiven Fähigkeiten unserer Vierbeiner mehr heraus als die meisten anderen Sportarten und ist deshalb nicht zu Unrecht der Sport für kreative Tüftler mit kynologisch wertigem Wissen. Traurig ist eigentlich nur, dass in der Gesellschaft solche sinnvollen, hochkomplexen Beschäftigungen mit dem Hund nicht wertgeschätzt werden. Natürlich geht es im Hundesport auch immer um menschlich-sportlichen Ehrgeiz, aber den Hund seinen Anlagen und seinem Leistungsvermögen entsprechend zu beschäftigen und zu fördern, gehört für viele Experten zur artgerechten Haltung. Hunde, denen das nicht vergönnt ist, können auffällig werden. Die Folge sind Beanstandungen aus der Öffentlichkeit, die dann nicht selten fälschlicherweise auch noch verallgemeinert werden. Alle Hunde sind dann wieder „böse“ und besonders die, die Gebrauchshundesport machen.
Fragt man in der gewöhnlichen „Nachbarschaft“ nach dem Begriff „Gebrauchshundesport“, so hört man leider immer noch fast ausschließlich, dass diese aggressiv machende Arbeit unsere Hunde schärft und für Privatleute verboten gehört. Der Sinn im „Beißen“ des Homme d´Attaque wird nicht erkannt. Auch, weil man sich nicht damit beschäftigen will. Leider! Gebrauchshundesport ist also in der heutigen Gesellschaft völlig überflüssig! Nun ja, das könnte man ja auch auf Boxen und andere Kampfsportarten, die sogar olympisch sind, übertragen. Eigentlich! Und so ist es wie immer im Leben: es gibt Experten und es gibt Experten. Die einen sagen so, die anderen so. Am Ende sind leider viele Ansichten und Meinungen immer auf Unwissenheit begründet, haben sich über Medien und/oder Hörensagen gebildet. Unangepasste Fakten aus langer Vergangenheit und eigenes Halbwissen sitzen tief. Eigene Erfahrungen: Fehlanzeige. Spätestens seit ein Border Collie auf höchster FCI-Ebene mit Schäferhunden konkurrierte, sollte zumindest jedem der Hunde sportszene klar geworden sein, dass Gebrauchshundesport sich verändert hat, moderner geworden ist und auch vielfältiger und rasseoffener.
Foto: Guus Kersemakers
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erta steht neben etwas Undefinierbarem. Sie weiß nicht, was das sein soll. Wertvoll sieht‘s nicht aus. Sie weiß aber, dass Egon von ihr verlangt, dass sie drauf aufpasst. Egon ist weggegangen. Auf dem Boden sind zwei Kreise mit zwei und fünf Meter Radius, in der Mitte steht nun sie und wartet auf den Spielbeginn. Ihr erster Spielgegner ist Max. Berta hat gelernt, dass sie Max erst „beißen“ darf, wenn der den inneren Kreis betritt. Verlässt er diesen wieder, wünscht Herrchen ein selbstständiges Ablassen und eine Rückkehr zum Objekt. Volle Konzentration ist verlangt. Sie muss Max extrem gut beobachten, auch die Linien und das Fantasieding im Auge behalten. Es gilt gute Nerven zu zeigen und Eigeninitiative in der „Entscheidungsfindung“. Max wird versuchen, ihr das Ding abspenstig zu machen, sie so zu provozieren, dass sie schon vor dem Betreten des inneren Radius die Kontrolle verliert und losrumpelt. Das würde Punktabzug bedeuten und Egon wäre enttäuscht.
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Fotos: Constanze Rähse
Foto: Stefanie Gebke
Der absolute Gehorsam wird besonders in den Übungen „abgebrochene“ und „gebissene Flucht“ deutlich. Die Reihenfolge wird ohne Anwesenheit des Hundeführers ausgelost. Der Übungsaufbau ist bei beiden Übungen identisch. Nach dem Senden des Hundes zeigt der Richter eine rote oder grüne Fahne, was „abbrechen“ oder „beißen“ bedeutet und dem Hund während seines Weges vom Hundeführer kommuniziert werden muss.
Für wen ist Mondioring eigentlich was? Sicher nicht für jederMann und jederHund!
Nun, Mondioring ist auch Gebrauchshundesport, wird also in die existierende öffentliche Meinung einbezogen. Wenn die jetzt wüsste, wie komplex und anspruchsvoll die Ausbildung ist, dass die Hunde physisch und mental Hochleistungssport betreiben und aufgrund der Rundum-Auslastung es gar nicht nötig haben, gesellschaftlich auffällig zu werden, dann könnte die gewöhnliche „Nachbarschaft“ vielleicht auch antworten, dass dies ein Hundesport für die Sportler ist, die sich für ihren Hund weder Leine noch Halsband leisten können. Aber das setzt ja Wissen voraus. 14
Das Nicht-für-jederMann bezieht sich eher auf persönliche Vorlieben im Hundesport. Möchte man mehr „physisch“ oder mehr „mental“ mit seinem Vierbeiner „Sport“ machen? Hundeführer, die selbst gern auch aktiv an sportliche Grenzen kommen, laufen lieber mit dem Hund durch den Wald, einen Parcours oder hüpfen gemeinsam mit ihm über Hindernisse. Im Mondioring ist der Hundeführer sportlich eher passiv – das ist nicht jedermanns Sache. Der Mensch konkurriert auch gern mit anderen und misst sich. Es gibt Hundesportarten, in denen man deutlich schneller Wettkampftauglichkeit erreicht und „mitmischen“ kann. Ich denke da an Zughundesport, Agility, THS und Rally Obedience, in denen Beginner-
Mondioring HUNDESPORT klassen und Einzeldisziplinen schon ein Beschnuppern der Konkurrenz zulassen. Die Komplexität einiger Übungen im Mondioring aber macht die Ausbildung aufwendig und langwierig. Ohne fundiertes kynologisches Fachwissen geht nicht viel, der Hundeführer braucht Geduld, Ausdauer und muss auch für intensive Teamarbeit offen sein. Wer schnell Prüfungen oder Turniere laufen will, ist hier verkehrt.
Foto: Constanze Rähse
Das Nicht-für-jederHund bezieht sich auf die sehr hohen Anforderungen. Mondioring ist eine Art „Circle-Training“ auf geschlossenem Spielfeld. Es gibt drei Disziplinen. Die Übungen der Unterordnung kennt man auch aus anderen Sportarten. Futterverweigerung, Apportieren, Freifolgen, Distanzkontrolle, Abliegen unter Ablenkung oder Voraussenden, folglich könnte, separat betrachtet, jeder Hund Mondioring machen. Aber auch Obedience, Rally Obedience und Co., denn die Prüfungsebene kann nur mit diesen Übungen nicht erreicht werden. Die Kombination mit den anderen beiden Disziplinen Sprünge und Schutzdienst macht Mondioring aus. Und die Letztgenannte ist nun mal die Bedeutendste, in der 65% der zu erreichenden Punkte vergeben werden. „Grundsätzlich ist mit jeder mittelgroßen Gebrauchshunderasse Mondioring möglich.“ Das sagte mir der Schweizer Patrik Corpataux, mehrfacher Teilnehmer der WM und Richter der FMBB 2017. Er hat in den Kategorien 1 und 2 auch schon Border Collie, Bouviers und Boxer gesehen. Sogar einen Weimaraner als Exoten. „In der Kategorie 3 selektieren die Sprünge extrem und deshalb sieht man hier meist Schäferhunde: Belgische, Holländische und Deutsche. Aber auch Rottweiler.“ Schon allein körperlich wären Sheltie, Pudel & Co. gar nicht in der Lage, die Disziplin Schutzdienst oder die Sprünge zu absolvieren. Dann kommen in der 3er-Kategorie 18 Übungen zusammen, die auch mal eine Stunde für die Abarbeitung brauchen. Der Hund hat also sehr lange konzentriert zu bleiben. Mental ist dem gar nicht jeder gewachsen. sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Foto: Constanze Rähse
Die Mindestanforderung beim Weitsprung liegt in allen Kategorien bei drei Metern. Dafür gibt es in Kat. 1 schon die Maximalpunktzahl (15P). In den anderen beiden Kategorien gibt mehr Weite auch mehr Punkte. In Kategorie 2 gibt es bei 3,50 m die Maximalpunktzahl (15P), in Kategorie 3 bei vier Metern (20P).
Wie muss ein Mondioringhund sein? Gesund!
Gesundheit setze ich mal für jeden Sporthund, egal in welchem Bereich aktiv, voraus. Für das Mondioring gelten vielleicht aber noch höhere Ansprüche, schon wegen der Sprünge und ihrer Mindest anforderungen. Es gibt drei Sprunggeräte: Hochsprung, Weitsprung und Pallisade (Steilwand). In Kategorie 1 braucht der Hund nur einen Sprung nach Wahl des Hundeführers absolvieren. In der Kategorie 2 ist die Pallisade Pflicht, ein weiterer frei wählbar und in der Königsklasse sind alle drei Geräte im Programm. Ein selbstbewusstes, sicheres Wesen, gute Nerven und eine hohe Belastbarkeit braucht der Vierbeiner ebenfalls in anderen Sportarten. Haben Sheltie und Border Collie diese Eigenschaften nicht, werden sie sehr wahrscheinlich mit dem vielen Trubel rund um ein Agility16
event auch nicht in der Lage sein, ihr möglicherweise heraus stechendes Können konzentriert abzurufen. Im Mondioring braucht es zusätzlich Unerschrockenheit, überdurchschnittliche Triebstärke und eine großzügige Anlage des Beuteverhaltens. In Kombination mit Intelligenz, Reaktionsschnelligkeit, guter Beobachtungsgabe und der Fähigkeit zu selbstständigen Handlungen und eigenen Entscheidungen bei trotzdem absolutem Gehorsam – wird ein Mondioringhund zu etwas Besonderem. Und mal ganz ehrlich: Kann das schlecht sein? Außerdem hat ein Mondioring-Hund nacheinander erst alle Übungen der Unterordnung zu absolvieren, dann alle Sprünge und die Schutzdienstelemente. Pausen, wie in anderen Sportarten gibt es nicht. Wie lang so ein Programm dauern kann, habe ich schon erwähnt. Geistige Fitness und Kondition sind also unverzichtbar.
Varianz und Komplexität
sind unvergleichlich mit anderen Hundesportarten Die Reihenfolge der Teilübungen innerhalb der Disziplinen ist jedes Mal anders, wird jeweils vom Leistungsrichter bestimmt. Außerdem sind die Übungsaufbauten absolut der Kreativität des ausrichtenden Vereins überlassen. Das bedeutet, der Hund wird jedes Mal erneut mit Unbekanntem konfrontiert. Das verlangt Flexibilität. Der Hund
Mondioring HUNDESPORT
Nur 15 Sekunden hat ein Hund in Kategorie 3 Zeit, um den Gegenstand zu apportieren. Da braucht´s einen klaren Kopf für schnelle Ideenfindung. Übermotivation hilft nicht, wie man bei dem linken Hund sieht. Die Gegenstände sind jedes Mal verschieden. (z.B. Bücher, Stiefel). Einzig drei Vorgaben gilt es zu beachten: kein Metall oder Glas und max. 1kg
braucht Ideen, wenn der Gegenstand, den er zu apportieren hat, schlecht greifbar ist oder der Helfer mit komischem Zeugs in der Abwehr steht.
Fotos: Constanze Rähse
Übungen, wie das beschriebene Gegenstandsbewachen oder die Hundeführerverteidigung, in der sogar gleich zwei Helfer gleichzeitig permanent provozieren, zeigen, was der Hund zu leisten hat. In letztgenannter Übung muss er sich neutral verhalten und darf erst beißen, wenn einer der beiden Helfer mit beiden Händen an den Hundeführer geht. Schwierige und stressige Übung, wenn man bedenkt, dass eine Hand am Hundeführer zu nichts führen darf und trotzdem vier Hände zu beobachten sind. Und als wäre das nicht schon komplex genug, dürfen zur Provokation auch noch Drittpersonen vom Helfer „angegriffen“ werden oder untereinander streiten und so für Aufregung sorgen. Nur beim Angriff hat der Hund sofort zu packen und bis zum Aus-Kommando mit dem Homme d´Attaque zu „kämpfen“. Danach muss er fünf Sekunden bewachen und wird dann vom Hundeführer zurückgerufen. Sämtliche Kommandos oder Hilfen sind bis zum Abruf nicht erlaubt. Der Hund ist auf sich gestellt.
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Fotos: Stefanie Gebke
In zwei Übungen versucht der Homme d´Attaque den Hund vom Fassen abzuhalten. Er nutzt dafür diverse Gegenstände bzw. einen Stock und weicht mit schnellen Bewegungen aus. Je länger der Hund braucht, desto schlechter wird die Übung bewertet. Erfahrungen zahlen sich aus.
Die Sache mit dem Homme d´Attaque? Ist ganz anders als es scheint!
Allen kritischen „Nachbarn“ sei nochmal explizit gesagt: Mondioring nutzt ausschließlich das Beuteverhalten! Wehr- oder Selbstverteidigungsverhalten werden nicht gefördert. Der Homme d´Attaque, wie der Helfer hier offiziell heißt, löst diese nie aus. Es gibt keine Schläge oder sonstige existenzbedrohende Aktionen. „Scharfmachen“ und „Zivilbeißen“ ist Quatsch! Eigentlich stellt der „Zweikampf“ ein mehr oder weniger passives Beutespiel dar. Anders als im IGP-Sport wird der Hund nach dem Ablassen immer vom Hundeführer bestätigt. Mit einer Beißwurst zum Beispiel. Im IGP wird dem Hund auch schon mal der Schutzarm als Beute überlassen, d.h. die Bestätigung erfolgt direkt durch den Helfer. Das kann natürlich auch eher mal zu Aggression führen, obwohl auch in diesem Sport dies meist eher eine Beuteaggression ist, die sogar gewünscht wird. Es gibt im Mondioring kein Schema, aber ganz klare Regeln und es geht eigentlich um eine sportliche Auseinandersetzung, ein Spiel, in dem beide Spielpartner versuchen, den anderen zu schlagen. 18
Der Helfer versucht, den Hund auszutricksen und zu provozieren. Der Hund braucht Eigeninitiative und Intelligenz, um das Spiel zu gewinnen. D.h. er muss selbstständig einschätzen lernen, sich beherrschen und darf keinesfalls zu temperamentvoll drauflos stürzen. In Übungen, in denen der Hund vom Helfer am Beißen gehindert werden soll, verwendet dieser einen Stock oder andere Gegenstände. Kommt der Hund nicht gleich zum Anbiss, darf der Helfer alles tun (außer schlagen und treten), um ihn vom Beißen abzuhalten. Je länger das dauert, desto mehr Punkte gehen verloren und das sind je nach Kategorie zwei bis drei pro Sekunde. Die Übungen „Angriff von vorne mit Gegenständen“ und „... mit Stock“ sind die beiden „teuersten“ Übungen in der Disziplin „Schutzdienst“ und machen zusammen ein Viertel aller zu erreichenden Punkte des gesamten Kategorie 3-Programms aus. Im 1er sind es sogar 50%.
Mondioring HUNDESPORT Bei den Transporten zählen die Meter, die der Helfer bei einem Fluchtversuch schafft, bevor der Hund beißt. Das verlangt Schnelligkeit und einen Trick, der das Überraschungsmoment zugunsten des Helfers auslegt. Pro Meter verliert der Hund einen Punkt. Es lohnt sich also aufzupassen!
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Foto: Constanze Rähse
Schaut man auf die Herausforderung der genannten Übungen, dann wird der GegenspielerCharakter und der Wettkampf zwischen Hund und Mensch mehr als deutlich. Und genau darum geht‘s im Mondioring! Berta hat das Ding perfekt bewacht. Max hatte auf „nett“ gemacht, ihr gut zugesprochen und sie „vollgeschleimt“. Na ja, darauf fällt sie schon lange nicht mehr rein. Nach zwei erfolglosen Diebstahlversuchen hat er dann seinen Kumpel Nils geschickt, der doch tatsächlich meinte, mit einer Wasserflasche könne man sie beeindrucken. Lächerlich. Egon hat gesagt, dass er stolz auf sie ist. Fühlt sich gut an. ■
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sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Foto: iStockphoto / Zontica
TEXT: CATHARINA PICHLER
Nicht nur Liebe geht durch den Magen ... 20
Nicht nur Liebe geht durch den Magen ERNÄHRUNG
... auch Verhalten geht durch den (Hunde-)Magen. Verhaltensstörungen haben unterschiedliche Gründe und sind u.a. auch durch Stress, Ernährung, Hormone beeinflusst.
E
in Sprichwort sagt „Liebe geht durch den Magen“. Hunde gesund zu ernähren und auch mal richtig zu verwöhnen ist vielen Hundebesitzern eine Herzensangelegenheit. So könnte man heute auf mancher Futterdose auch die Aufschrift „Entenbraten mit Spreewaldgurke und frischem Löwenzahn“ finden. Natürlich in Lebensmittelqualität.
Das Wissen um die Wichtigkeit sich selbst gesund zu ernähren, nährt auch immer mehr den Wunsch, seinen Vierbeiner optimal versorgen zu wollen. Die Entscheidung jedoch, ob Trocken- oder Nassfutter, barfen oder doch lieber von allem etwas, fällt den meisten Hundehaltern nicht leicht. Unumstritten ist, dass sich falsche Ernährung negativ auf Gesundheit und Fitness auswirkt. Die Aussage wird aber oft eher auf körperliche Auswirkungen beschränkt. Dabei geht auch Verhalten durch den Magen und gerade bei auffälligen Hunden lohnt es sich durchaus, das Futter unter die Lupe zu nehmen. Der britische Hundeexperte Dr. Robert Mugford hat schon in den 80er-Jahren erkannt, welchen Einfluss die Ernährung auf das Verhalten von Hunden haben kann:
* frei erfunden
„Wenn wir darüber nachdenken, wie sich ein Hund verhält, sollten wir auch bedenken, was er in seinem Magen hat!“
Wie funktioniert aber nun der Zusammenhang zwischen dem, wie sich unser Hund verhält und dem, was er im Napf vorfindet? DIE WISSENSCHAFT Aminosäuren, die Grundbausteine der Proteine, spielen eine entscheidende Rolle. Lebensnotwendige, also essenzielle Aminosäuren, sind jene, die der Körper nicht selber produzieren kann und die daher über die Nahrung zugeführt werden müssen. Nur so können über 100 verschiedene Neurotransmitter (= Botenstoffe der Nervenzellen) gebildet werden, die für die Steuerung vieler kognitiver und emotionaler Prozesse ausschlaggebend sind. Verhalten wird also von Neurotransmittern und Hormonen gesteuert. Durch deren Zusammenspiel können Emotionen wie Angst, Aggression, Bindung sogar Eifersucht im tierischen Organismus verstärkt oder aber auch gehemmt werden. Ungesunde Ernährung und auch Stress können zu einem Ungleichgewicht des Neurotransmitter-Haushaltes führen und Angst, Impulsivität, Schlafmangel und Hyperaktivität auslösen. Die Schmerzempfindlichkeit steigt, Hunde sind allgemein emotionaler. sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Wir wollen gerne einige dieser Botenstoffe näher unter die Lupe nehmen: ■ Noradrenalin auch als „Kampfhormon“ bekannt, wird bei akuten Stress-Situationen ausgeschüttet und führt zu einer Leistungssteigerung des Herz-Kreislaufsystems. Dadurch sind eine rasche Flucht oder ein rascher Angriff ermöglicht. ■ Endorphine bestehen aus fünf Aminosäuren und sorgen für das Auslösen von Wohlbefinden. Besitzer jagender Hunde haben mit diesem Neurotransmitter unter Umständen weniger gute Erfahrung gemacht, wenn der Hund den „Glücksrausch“ der Jagd wiederholen möchte. ■ Oxytocin das „Kuschelhormon“ spielt eine wichtige Rolle für das Empfinden von Vertrauen. ■ Testosteron unterbindet die Ausschüttung von Cortisol und hat deswegen eine angstreduzierende Wirkung. Es macht einfach selbstbewusster.
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■ Serotonin das „Glückshormon“ – einer der bekanntesten Transmitter, sorgt für positive Gefühle und unterstützt das Lernvermögen. Forschungen haben ergeben, dass dieser „Stimmungsmacher“ sowohl Impulsivität als auch Aggression hemmen kann und ein wichtiger hormoneller Gegenspieler der Stresshormone ist. Des weiteren bildet die Zirbeldrüse aus Serotonin Melatonin und gibt es in den Blutkreislauf ab. Ein Melatoninmangel kann dazu führen, dass ein Hund Distanzen nicht richtig erkennen kann. Ein weit entfernter Reiz wird von ohnehin unsicheren Hunden als viel näher eingeschätzt – weil die Fähigkeit mit Stress umzugehen, beeinträchtigt ist.
Das ist ja praktisch, mag man sich denken. Frisst der Hund serotoninhaltige Lebensmittel, wie sie vermehrt in Kohlehydraten vorkommen, hat man einen stets ausgeglichenen und stressresistenten Alltagshund. So einfach ist es jedoch leider nicht.
Es gibt bei der Fütterung einige Dinge zu beachten, damit der Hund von einem höheren Serotoningehalt und diesem „WohlfühlStoff“ profitiert. Serotonin kann nämlich nicht direkt mit der Nahrung aufgenommen werden. Dazu bedarf es erst eines seiner Grundbausteine: Tryptophan. Zu den tryptophanreichsten Lebensmittelbestandteilen zählt Eiweiß. Füttert man nun vermehrt bis ausschließlich fleischreiche Kost, meldet sich ein Gegenspieler des wichtigen Tryptophan. Das sogenannte Tyrosin kann man somit auch als „Serotonin-Killer“ bezeichnen. Verschiedene Studien haben gezeigt, dass sobald man den Proteingehalt der Nahrung erhöht, automatisch auch andere Amino säuren vermehrt auftauchen und um den Einlass in das Gehirn konkurrieren. Diese Blut-Hirn-Schranke ist wichtig um, das Gehirn vor schädigenden Substanzen zu schützen und filtert heraus, was hinein darf und was nicht. Tryptophan unterliegt aufgrund der Überzahl anderer Aminosäuren meistens, da nur eine bestimmte Anzahl an Transport wegen zum Gehirn zur Verfügung steht.
Nicht nur Liebe geht durch den Magen ERNÄHRUNG
WAS BEDEUTET DAS IN DER PRAXIS? Verschiedene Studien haben gezeigt, dass eine langsame Reduktion des Proteingehaltes über ein bis zwei Wochen bei gleichzeitiger Erhöhung der Kohlehydrate bei Hunden zu weniger territorialer Aggression führt. Auch eine Fütterung von Kohlehydraten ca. zwei
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Was kann der Hundehalter berücksichtigen, damit Tryptophan nicht ganz am Ende der „Warteschlange“ steht? Bei der Verdauung von Kohlehydraten wird Insulin produziert, welches alle Aminosäuren, außer Tryptophan, von der Blut-Hirn-Schranke abzieht. Somit erlangt Tryptophan als Serotoninvorläufer wieder seinen wichtigen „Wettbewerbsvorteil“ beim Einzug ins Gehirn, um dort zu Serotonin synthetisiert zu werden.
Stunden nach der Proteinmahlzeit sorgt dafür, dass Tryptophan an die richtigen Stellen des Gehirns weitergeleitet werden kann. Basische, pflanzliche Lebensmittel eignen sich am besten dafür im Darm verarbeitet und im Gehirn zu Serotonin umgewandelt zu werden. Daher sollten diese „Glücks macher“ im Hundenapf nicht fehlen: Lachs, Thunfisch, Ziegenjoghurt, Schafsmilch, Tofu, Sojabohnen, Bananen, brauner Reis, Tofu, Kartoffeln, Gerste, Quinoa, Amaranth, Hafer, Hirse, Cashewkerne, aber auch Karotten oder rote Paprika.
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Eiweiße sind Bausteine des Lebens!
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Vitamine sind Energielieferanten!
Gibt man zusätzlich zur Banane etwas Honig, wirkt dieser gleichzeitig beruhigend auf eine eventuell gereizte Magenschleimhaut. Auch Vitamin B (Spinat, rote Beeren, Bananen, gekochter Brokkoli), Magnesium und Folsäure gemeinsam mit den Kohlenhydraten gefüttert, begünstigt die Serotoninsynthese. Beste Quellen stellen hier Fischöle zum Beispiel aus Wildlachs dar. So könnte also ein typisches „SerotoninFrühstück“ aussehen: Banane, Ziegenjoghurt oder Schafsmilch, geriebene Walnüsse (sehr hoher Serotoninanteil), rote Beeren (enthalten Antioxidantien) und Honig für den Magen. Füllt man mit dieser Kombination die Körperzellen mit den richtigen Nährstoffen tagsüber auf, kann der Körper später die benötigten Stoffe direkt ins Gehirn abgeben. sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Qualitativ hochwertiges Fischöl mit Omega-3 Fettsäuren für einen gesunden Hund
WELCHE STOFFE SORGEN NOCH FÜR EINE POSITIVE VERHALTENSBEEINFLUSSUNG?
Unbedingt zu vermeiden sind Mais, Soja oder Weizen. Diese Getreidearten haben einen sehr geringen Gehalt an Tryptophan, was bei gestressten Hunden problematisch ist. Sie weisen dazu einen hohen Wert an Tyrosin auf. Auch gerade deshalb ist es bei der Fütterung von Fertigfutter sehr wichtig, auch darauf zu achten, dass der Hauptgehalt an Kohlehydraten nicht aus diesen Getreidesorten besteht.
Hundesport und Alltag können unsere Hunde ordentlich fordern. Magnesium, auch das „Salz der inneren Ruhe“ wirkt sich sowohl als Muskelkraftstoff als auch als Nervennahrung aus. Der Organismus kann das Mineral aber nicht selber herstellen. Ca. 12 mg pro Kilogramm Körpergewicht mit dem täglichen Futter aufgenommen, sorgen für Vitalität und Wohlbefinden. Wenn besonders stressreiche Situationen, wie Tierarzt, Reisen etc. bevorstehen, sollte eine Extraportion Magnesium gefüttert werden. Magnesium ist beispielsweise in Quinoa, Amaranth, Leinsamen, Hirse und Sonnenblumenkernen enthalten.
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Ein Mythos der Hundeernährung ist es, dass der Hund keine Kohlehydrate verdauen kann. Studien zeigen, dass er sehr wohl dazu in der Lage ist, denn während der Evolution vom Wolf zum Hund musste sich der Vierbeiner über Jahrhunderte oftmals vom Müll der Menschen ernähren und hat sein Verdauungssystem entsprechend angepasst.
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Auch hochwertige Öle sind ein wichtiger Bestandteil in der ausgewogenen Hundeernährung, denn sie liefern essentielle Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6 Fettsäuren. Sie finden sich vermehrt in Leinsamen- und Lachsöl und nehmen ebenfalls hemmend Einfluss auf aggressives oder impulsives Verhalten. Besonders ideal sind Walnuss- und Hanföl, da das Verhältnis beider Fettsäuren ausgewogen ist. Viele Hunde lieben Nudeln, warum also nicht öfter auch mal Pasta mit Spreewaldgurke.
Stets hungrige Hunde profitieren von komplexen Kohlehydraten mit einem hohen Faseranteil. Ständiger Hunger zwischen den Mahlzeiten kann für Stereotypien, Aggression und verringerte Ruhephasen verantwortlich sein. Tierische Lebensmittel wie Fleisch, Fisch, Milchprodukte und Eier enthalten keine Nahrungsfasern. Wertvolle Fasern hingegen liefern Gemüse, Kartoffeln und Früchte wie Äpfel sowie Beeren. Bei einigen Tieren tritt bereits nach einigen Tagen eine Verbesserung der Gemütsstimmung ein, bei anderen kann es Wochen dauern.
Nicht nur Liebe geht durch den Magen ERNÄHRUNG SCHLUSSBEMERKUNG
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Ernährung hat einen gewichtigen Anteil an der Gesundheit unserer Vierbeiner, aber auch an ihrem Verhalten. Jede ihrer Gemütslagen aber der Nahrung zuschreiben zu wollen, wäre sicherlich zu weit gegriffen. Denn genauso wie man Wohlbefinden mit der Nahrung fördern kann, kann man auch die Ausschüttung von Stresshormonen reduzieren oder sogar vermeiden. Einem Hund im Dauerstress nutzt die beste Ernährung nicht.
* frei erfunden
Konstante Stressauslöser bedingen nicht nur viele Krankheiten, die Reizschwelle sinkt deutlich und unerwünschte Reaktionen treten immer früher auf. Verhaltensstörungen haben unterschiedliche Gründe und ihre Ursache muss nicht in einer Störung des Neurotransmittergleichgewichtes liegen. Auch körperliche Beschwerden, hormoneller Status, Tagesform und traumatische Erfahrungen beeinflussen unsere Vierbeiner. Ein stressfreier Alltag, adäquate Beschäftigungs- und Ruhephasen sollten selbstverständlich sein.
Zeigt ein Hund ein Verhalten, das erheblich von der Mehrzahl seiner Artgenossen abweicht oder ihn selbst, seinen Sozialverband oder seine Artgenossen schädigt, sollte ein Tierarzt mit verhaltensmedizinischen Kenntnissen kontaktiert werden. Auch kann er bei der Beratung zu notwendigen Nahrungsergänzungsmitteln und deren Fütterungsempfehlung behilflich sein. Die Fütterung wird in Zukunft eine steigende Bedeutung in der Welt der Hunde haben und einen nicht unerheblichen Teil in der ganzheitlichen Therapie einnehmen. ■ sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Lina Engelken mit Cookie UFO EM 2017, Duisburg
Foto: Constanze Rähse
Die GröSSe macht‘s ...? Auch die Kleinen können ganz groß sein!
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TEXT: FRANSI ROTTMAIER + CONSTANZE RÄHSE
Die Größe macht‘s...? HUNDESPORT der Collie A Me Go, ein völliger Ball-Junkie, mit dem Lina nun erst trainieren musste, dass er nicht völlig durchdreht, wenn er Scheiben sieht. Heute läuft der Rüde mit ihrem Mann ebenfalls auf EM-Niveau. Und Cookie, „die fand die Frisbees von Anfang an toll, nur ich habe es lange nicht geschafft, die Scheiben so für sie zu platzieren, dass sie eine Chance hat, diese zu fangen“.
Der Weg zum richtigen Teampartner war für die Engelkes etwas länger. Der erste Hund, ein Zwergpinscher, „hatte große Angst vor den Scheiben und obwohl sie spielen geliebt hat, hat sie sich lange nicht getraut, in die fliegenden Scheiben zu beißen“, berichtet Lina und führt fort, dass die folgende Aussie-Hündin „es aufgrund ihres allgemeinen Stresslevels nicht geschafft hat, sich außerhalb des Hauses auf Spiel jeglicher Art einzulassen“. Beides keine guten Voraussetzungen, wenn man Frisbeesport machen möchte. Dann kam Bor-
Natürlich hätte die physika lische Größe durchaus einen Einfluss auf die Ausbildung: „Einen kleinen Hund spielt man in der Regel nicht so weit, wie einen großen. Auch wenn er nicht unbedingt weniger schnell ist. Die Bögen, die ein kleiner Hund läuft, sind eben auch kleiner und d.h. ich habe viel weniger Zeit, mich für die nächste Scheibe oder einen geplanten Vault oder Over vorzubereiten.“ Ihre Discwürfe erfordern deutlich mehr Geschick und Fingerspitzengefühl, denn auch ein kleiner Hund muss die Scheibe schließlich fangen können.
Der Charakter entscheidet Rasse, Größe sind egal. Die Motivation ist vom Typ des Hundes abhängig, nicht von seiner Größe. Die Engelkens haben diese Erfahrungen gemacht und auch Nadine Hartlieb sagt: „Mein Mini-Aussie hat die Leidenschaft Agility bis heute nicht für sich entdeckt und es gibt überra gende Sportler in ihrer Rasse.“ Nadine Hartlieb, amtierende Team-Vize-Weltmeisterin in der Agility-Large-Klasse, hat mit
Chihuahua, Sheltie, Cocker Spaniel und Border Collie schon in allen Größenklassen ihres Sports erfolgreich geführt. Auch für sie bedeutet das, dass sie ihre kleine Spaniel-Hündin viel präziser ausbilden muss, damit sie zuverlässig auf Distanz arbeitet und sie selbst rechtzeitig an den wichtigen Punkten im Parcours helfen kann. Pebbles wendet aufgrund ihrer Körpergröße viel schneller und auch die niedrigeren Sprunghöhen bringen mehr Tempo.
Foto: Chiara Hofmayer
In den heutigen Zeiten sind kleine Hunde keine Seltenheit mehr im Hundesport – wenn sie auch oft nicht ganz ernst genommen werden. Aber auch die Kleinen können international auf Meisterschaften bestehen. Lina Engelken hat mit ihrer Papillionhündin Cookie an so einer teilgenommen: 2017 UFO Europameisterschaft der Frisbeehunde.
working Cocker Spaniel Pebbles auf der B.A.C.K. 2020 im A2
sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Fotos: Constanze Rähse
„Im Obedience wird erfreulicherweise bei der Bewertung und den Anforderungen auch der Hund und seine Größe berücksichtigt. So zum Beispiel bei der Auswahl des Apportierholzes oder der Höhe der Hürde. So haben wir absolut keine Nachteile“, berichtet Sina Baier. Sie führt den 32 Zentimeter großen Terriermischling Fetz aktiv im Obedience. Tibetterrier Viens Ici
Briard Mata Hari
Aber nicht nur beim Frisbee und im Agility finden sich die Minis: „Eine falsche Bewegung und sie macht eine andere Übung“, erklärt Astrid Voss, DVG-Leistungsrichterin im Rally Obedience. Sie führt eine Tibetterrier-Hündin und eine mittlerweile 12-jährige, berentete Briard-Hündin auf Wettkämpfen. Ihre Erfahrungen ähneln denen von Lina. Ihre kleine Viens Ici ist flink, wendig und reaktionsschnell. Da es im Rally Obedience keine extra Parcours für die Kleinen gibt,
nur die Sprünghöhen angepasst werden, haben diese offenbar sogar kleine Vorteile: „Wenn du zum Beispiel schräg in den Vorsitz abrufst, hat der kleine Hund mehr Schritte, um sich gerade auszurichten als der große“, führt Astrid aus. Es sei für ihren größeren Briard etwas schwieriger, mit den Abständen zwischen den Stationen auszukommen. Beide arbeiten gern, aber „die Kleine hat immer die bessere Zeit“. Eine geringere Größe kann also durchaus auch vorteilhaft sein.
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Im Gebrauchshundesport sieht das natürlich anders aus. Ihr Mann, Samuel Baier, ist Schutzdiensthelfer im swhv. Dort trainieren auch Kleinhunde als absolute Exoten in diesem Sport: „Als Helfer muss man ein Maß finden zwischen Ich-arbeite-für-den-Hund und Der-Hund-erfüllt-die-Anforderungen-der-PO. Viele Helfer neigen dazu, kleinen Hunden den Arm entgegen zu strecken. Ich auch. Aber dabei vergessen wir wohl, dass die Kleinen durchaus auch in der Lage sind, den Arm auf normaler Höhe zu erwischen.“
Natürlich seien die Zwerge in der IGP stark benachteiligt, sagt Samuel: „In der Unterordnung stellt die Hürde je nach Körperhöhe durchaus ein Problem dar, vor allem der Rücksprung mit Holz. Auch fällt es einem kleinen Hund sicher schwerer, das 3er Holz zu apportieren. Und im Schutzdienst fallen sie streng genommen sogar ganz raus.
Eine kurze Flucht muss vereitelt werden und selbst ich, als sehr kleiner und zierlicher Helfer, werde nicht von fünf oder zehn kg Hund gestoppt. Da hängt es dann oft stark vom Richter ab, ob es für einen kleinen Hund überhaupt möglich ist, die IGP Prüfungen abzulegen.“ Aufgaben wie Revieren oder kurze Sprinteinheiten absolvieren die kleinen Sportler allerdings oft schneller und gewünscht enger als die großen Kollegen.
Die Größe macht‘s...? HUNDESPORT Schwierigkeiten für den quirligen Jack Russell dar. Anspruchsvoll für den Hundeführer wird allerdings der Aufbau der Unterordnung: „Beim Fußlaufen empfinde ich es leichter, einen großen Hund und seine Position aus dem Augenwinkel zu sehen, im Vergleich zum kleineren Spencer.“
enger gelegt als bei den großen Hunden. Bei der Motivation über Futter muss man beim kleinen Hund allerdings genau überlegen, was man wann, wo und mit wie viel Futter bestätigt.
Ein kleiner Hund ist im Vergleich zum großen leider einfach viel schneller satt“,
Diese Erfahrung hat auch Sina Baier in ihrer Lieblingsdisziplin gemacht:
schmunzelt Sybille. Die Fährtenarbeit stellte keine besonderen
Foto: Privat
Foto: Heike Seideneck
Das bestätigt auch Sybille Borchardt mit ihrem Jack Russell Terrier: „Spencer liebt es zu rennen. Alles was damit zu tun hat, macht er mit sehr hoher Geschwindigkeit. Von seiner Schnelligkeit beim Revieren und dem Voraussenden könnte sich manch‘ großer Hund eine Scheibe abschneiden.“ Spencer wird aber hauptsächlich in Fährte und Unterordnung geführt. „Bei der Fährtenarbeit haben wir den Abstand der Schritte zunächst
Jack Russell Terrier Spencer
„Fußarbeit ist mit einem kleinen Hund deutlich schwieriger. Angefangen beim Futtertreiben, was mit massiven Rückenschmerzen einhergehen kann, bis zum Endbild. Man spürt den Hund nicht und man hat ihn weniger auf dem Schirm, weil er aus dem Sichtfeld fällt.“ Ungewollte Körperhilfen oder auch missverständliche Bilder durch Bewegungen wie das Runterbeugen würden aus der „Zwergenperspektive“ manchmal anders verstanden werden als aus Sicht eines Großen. Das erfordere eine gewisse Umstellung. Allerdings hätten kleine Hunde öfter einen „schönen Fokus nach oben, weil die normale Handhaltung für den kleinen Hund ja schon einen Blick nach oben“ nötig mache. Und die nähme man automatisch schneller ein, wenn der Rücken zu schmerzen beginnt. Könnte man fast als Vorteil sehen.
Terriermischling Fetz sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Foto: Privat
Irish Terrier Faolan in der Trümmersuche
Speziell wird es im Rettungshundesport: Michéle Wojtczack führt seit Jahren Irish- und Airdaleterrier in diesem Metier. „Mein Airdale Maddox lässt sich aufgrund von Größe und Gewicht schlechter tragen“, sagt sie. „Und auch, weil der Ire Faolan nur halb so viel wiegt, ‘schwebt‘ er leichter über die Trümmer und kann in die engen Löcher schlüpfen, bei denen die großen Artgenossen vorne nur eine Geruchsprobe 30
nehmen können.“ Ansonsten unterscheide sich die Ausbildung nicht. Größe, Gewicht und Schnelligkeit sind in Sachen Verletzungsrisiko indes ein wichtiges Stichwort: Nadine Hartlieb macht bezüglich der Größe ebenso wenig Unterschiede in der Ausbildung, doch hier merkt sie an: „Wenn ein großer Hund
auf dem Steg ins Straucheln kommt, hat er durch die Breite des Stegs bzw. seine größere Galoppade eine geringere Chance, sich zu fangen“. Aber im Grunde sei es eine Sache vom Körper- und Balancegefühl des Hundes. Auch im Tunnel, der oft kritisch betrachtet wird, sieht Nadine keine erhöhte Gefahr, wenn dieser „korrekt ausgezogen und gut befestigt“ ist. Die Belastung der Pfoten in den Tunneln sei bei einem großen Hund eher gegeben, wenn dieser zu „verrückt“ durchstarte. Sie pauschalisiert: „Aus meiner Sicht ist die Belastung für einen Large-Hund größer als für kleinere Rassen. Was ein Zusammenspiel aus Sprunghöhe und Gewicht ist. Aber jeder Sport, ob für Mensch oder Hund, ist für den Körper in gewisser Form belastend. Deswegen finde ich es sehr wichtig, meine Hunde durch Spaziergänge, schwimmen und Rad fahren fit zu halten.“ Eine gute Grundmuskulatur
schützt schließlich auch sie selbst vor Verletzungen. Bleibt die Frage, ob minia turbedingt eine erhöhte Verletzungsgefahr durch den Hundeführer besteht. Wenn man gemeinsam im Rausch ist, kann ein Kleiner ja schnell mal „getreten“ werden. Darin sehen Nadine und Lina gar kein Problem. Letztere sagt: „In der Regel lernen kleine Hunde schon im Alltag, gut auf sich aufzupassen und einem nicht zwischen die Beine zu rennen. Das schaffen sie im Sport auch.“ Selbstbeherrschung sei da schon eher ein Problem. „Die Impulskontrolle bei kleinen Hunden zu trainieren dauert meiner Erfahrung nach länger. Sie sind viel hibbeliger. Man muss sich oft überlegen, ob man an der Ruhe oder an der sportlichen Übung arbeitet und das Drumherum managt.“ Dies ist sicher mit deren rasse spezifischer Zuchtselektion begründbar, die selten auf
Sporttauglichkeit ausgerichtet ist.In Sachen Kondition überschneiden sich die Erfahrungen: die sei bei einem vernünftigen Bewegungspensum im Vergleich teilweise sogar besser als bei den Großen. Außer vielleicht bei langen Distanzen, da haben die Großen mehr „Hubraum“. Beim Thema Hitzeverträglichkeit scheint das andere Verhältnis zur Körperoberfläche wiederum ein Vorteil zu sein. Lina Engelken berichtet: „Meine kleinen Hunde sind immer weniger hitzeempfindlich, hecheln später, gehen weniger baden als die großen. Aber sie legen sich
eben auch direkt in den Trainingspausen in den Schatten und schonen so ihre Ressourcen.“ Eine Feststellung eint sie jedoch alle:
Der individuelle Charakter des jeweiligen Hundes bestimmt definitiv die Prioritäten des Trainings! „Die Größe macht keinen Unterschied bei der Ausbildung oder beim Führen der Hunde im Parcours. Die Dauer bzw. der Weg, einem Hund etwas beizubrin-
Foto: Markus Platzbecker
Die Größe macht‘s...? HUNDESPORT
In Sportarten ohne eigene Größenklassen sind kleine Hunde sicherlich im Nachteil, aber deren Hundeführern geht es auch eher um Spaß und gemeinsame Beschäftigung.
gen, hängt von dem Charakter, Körpergefühl und Verständnis ab. Die Geschwindigkeit von der Präzision der Ausbildung. Wichtig ist, alles mit viel Spaß und positiver Bestätigung zu betreiben“, so das Fazit von Nadine Hartlieb aus ihrem Erfahrungsschatz mit ihren bunt gemischten Klassen. Damit fasst sie in treffliche Worte, was wir als Konsens von allen befragten Hundesportlern
heraushören konnten: Solange es nicht um ganz spezifische Prüfungsaufgaben aus den jeweiligen Sparten geht, flitzen die Kleinen Nase an Nase mit den Großen! Als würden sie uns schelmisch zwinkernd zuflüstern: „Vielleicht lernt ihr Zweibeiner daraus endlich mal, dass es nicht die Größe macht, sondern wie geschickt man damit umgeht.“ ■ sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Aus der Praxis für die Praxis: Fantastic DuraFoam Ball mit und ohne Wurfseil
Produkte von STARMARK TEXT: MICHAELA FRANK
Foto: Nico Mayer
Sie sind gelb und grün, fühlen sich echt gut an, halten einiges aus und viele Hunde würden fast alles für sie tun: Fantastic DuraFoam und Treat Dispensing Chew Ball von Starmark gehören zu den beliebtesten und meistverkauften Produkten zur Bestätigung im Hundesport. Doch wo kommen diese Drogen für Vierbeiner eigentlich her? Wir haben uns darüber mal mit Starmark, dem amerikanischen Hersteller dieser Bälle sowie vieler anderer Produkte, unterhalten.
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Produktvorstellung RUBRIK mit dem Material hat, war es Starmark außerdem sehr wichtig, dass das Material nicht gesundheitsschädlich ist und Lebensmittelqualität hat.
Foto: Constanze Rähse
Hunde lieben ihn einfach, den Treat Dispensing Chew Ball – mit und ohne Band
D
ie Entwicklung des begehrten grünen Treat Dispensing Chew Ball beispielsweise war gar nicht so einfach. In Zusammenarbeit mit dem weltbekannten MultiTechnologiekonzern 3M wurde ein spezielles Material kreiert, das sich für den Hund einerseits sehr soft beim Draufrumkauen anfühlt und beruhigend auf ihn wirkt. Andererseits
sollte das Material aber auch durchstoßfest sein, sodass ihm die Bearbeitung mit spitzen Hundezähnen auch über längere Zeiträume nichts anhaben kann. Im Vergleich zu vielen anderen Bällen bilden sich bei diesem Ball keine Risse, wenn ihn ein Zahn durchdringt. Damit ist es einer der langlebigsten Bälle, die wir kennen. Weil der Hund direkten Kontakt
Einzigartig an den Starmark Produkten ist auch, dass sie oft eine lange Entwicklungsphase durchlaufen und in dieser ausgiebig von Hunden getestet werden, bevor sie Marktreife erreichen. Kein anderer Hersteller hat so viele vierbeinige Tester und menschliche Experten im Team, die sich mit Hundeverhalten und Lerntheorie auskennen.
A
ngefangen hat für Starmark alles mit einer Hundeschule und -hotel im Jahre 1997 in Austin, Texas in den Vereinigten Staaten.
Wenige Jahre später kam eine Schule für Hundetrainer hinzu. Jeden Tag verbringen die Trainer viel Zeit mit Dutzenden Hunden auf dem Campus und lassen diese praktische Arbeit in die Produkte einfließen. Während man ganz zu Anfang noch das Spielzeug anderer Firmen testete, begannen die Texaner dann bald damit, eigene Produkte zu entwickeln. 2002 brachte Starmark die ersten beiden Produkte auf den Markt: den Clicker und das Pro-Training Collar. Heute verkauft Starmark pro Jahr etwa eine Million Spielzeuge in 40 verschiedene Länder in Nordamerika, Australien, Europa und Asien. sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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Foto: Constanze Rähse
Der Pro-Training Clicker mit Spiralband gehört zu den besten der Szene.
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20% auf alle Starmark-Produkte im SPORTHUND-Shop
Code: Starmark20 Hinweis: Einfach den Gutscheincode am Ende deiner Bestellung in das Gutscheinfeld eingeben und automatisch 10% Rabatt auf die Produkte der Marke Starmark erhalten. Nur ein Rabattcoupon pro Person einlösbar. Nicht mit anderen Rabatten kombinierbar. Der Coupon ist gültig bis 31.07.2020.
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ie Entwicklungsphase eines neuen Artikels beginnt immer mit gemeinsamem Brainstorming, entweder zur Verbesserung eines bereits bestehenden Produktes oder um eines zu kreieren, welches es so noch nicht gibt. Viel Wert wird auf die Entwicklung des perfekten Materials gelegt. Die Lebensdauer des Produktes spielt dabei die größte Rolle. Hat es ein Produkt in die Testphase geschafft, werden verschiedene Prototypen ungefähr ein Jahr von bis zu zwei Dutzend Hunden getestet. Da sich auf dem Starmark Campus bis zu 200 Hunde aufhalten, können die Spielzeuge von vielen verschiedenen Typen getestet werden. Artikel, die besonders widerstandsfähig sein sollen, werden so zum Beispiel den größten vierbeinigen
„Zerstörern“ zur Bearbeitung vorgelegt und auf Herz und Nieren geprüft. Ein einfacher zu entwickelndes Produkt war der Pro-Training Clicker. Das ergonomisch geformte Hilfsmittel liegt er ausgesprochen gut in der Hand und hat über dem orangen Knopf einen schlicht „genialen“ Druckpunkt. Der Clicker gehört auch heute noch zu den beliebtesten Clickern unserer Kunden. Richtiges Kopfzerbrechen bereitete hingegen der Everlasting Treat Ball, der durch sein weiches, langlebiges und widerstandsfähiges Material stundenlang Kauspaß garantiert und dessen einzigartiges Design zusätzlich Spielspaß bietet. Das von selbst herumrollende und -eierne Objekt verhindert hervorragend zerstörerische Langeweile. Viel Bedacht wurde auch in die konsumierbaren Everlasting Treats investiert, mit denen
man die Kauspielzeuge befüllen kann. Sie sollten natürlich einfach nachzufüllen und gut verdaulich sein. Um den Nageinstinkt des Hundes zu befriedigen, sollte es zugleich aber ein solides Material sein, das sich wie ein Knochen anfühlt. Auch hier dauerte es einige Zeit, bis die perfekte Zusammensetzung gefunden war. Eine kleine Revolution ist der Quicker Clicker, der mit seiner Zylinder-Form so ganz anders als alle anderen Clicker aussieht. Damit der Hund nicht auf den Clicker fokussiert, kann man ihn in der Tasche oder dem Futterbeutel verstecken. Er hat einen größeren Knopf, damit man ihn aus allen möglichen Winkeln und auch mit Ellenbogen, Kinn oder Knien betätigen kann, nicht nur mit der Hand. Somit ist er auch für Hundeführer-Hände geeignet, die aufgrund von Arthrose nicht mehr ganz so flexibel sind. Der Clicker löst den Click sehr zuverlässig aus und begünstigt eine schnelle Clickfolge.
Foto: Nico Mayer
Produktvorstellung RUBRIK
EMILY BENSON ist Marketing Director bei Starmark Pet Products, Inc. in Hutto, Texas Welche Ausbildung bietet die Starmark Academy an?
Die Easy Glide DuraFoam Disc
Produktfoto
Im Übrigen: Die zwei dienstältesten Spielzeuge von Starmark sind Frisbee-Scheibe Easy Glide DuraFoam Disc und der Everlasting Treat Ball. Wir hoffen auch in Zukunft auf tolle NeuEntwicklungen. ■
Wir bieten Kurse von vier, acht, zwölf und 16 Wochen an. Die Lehrinhalte sind sehr weitreichend und bereiten die Auszubildenden auf die Arbeit als professionelle Hundetrainer vor. Lerntheorie, Unterordnung, Problemverhalten, der korrekte Einsatz von Ausbildungshilfsmitteln, Welpenprägung und Sozialisation, Clicker Training, Nasenarbeit und Hundesport stehen auf dem Stundenplan. Auch die Ausbildung von Rettungshunden, Dienstund Schutzhunden oder Begleit- und Assistenz-
hunden kann erlernt werden. Nicht zuletzt werden den Schülern auch betriebswirtschaftliche Grundsätze, der Umgang mit Kunden, sowie Strategien für die Durchführung von Gruppen- und Einzeltrainingsstunden vermittelt.
privates Training für jedermann an. Die angehenden Trainer dürfen bis zu zwei eigene Hunde mitbringen und bekommen zusätzlich zwei Pflegehunde zugeteilt, mit denen sie während ihrer Ausbildung arbeiten.
Wie viele Schüler hat die Starmark Academy pro Jahr?
Starmark kooperiert mit mehreren texanischen Tierschutzvereinen. Davon profitieren beide Seiten: Die Starmark Schüler können so mit vielen verschiedenen Charaktertypen von Hunden arbeiten und Trainingserfahrung sammeln. Die Hunde wiederum haben durch das kostenlose Training eine größere Chance, ein gutes Zuhause zu finden. Über 2000 Pflegehunde haben so schon eine Ausbildung bei Starmark durchlaufen.
Ein Kurs hat durchschnittlich 30 Teilnehmer. Etwa 100 Schüler pro Jahr lassen sich an der Academy ausbilden. Wie viele Hunde befinden sich auf dem Starmark Campus? Die Gesamtzahl der bei uns logierenden Hunde reicht von sechzig bis 200. Zusätzlich zu der Schule für Hundetrainer betreibt Starmark auch ein Hundehotel und bietet
{ I N T E R VI E W } Wie sieht der Campus der Starmark Academy aus? Der Campus befindet sich auf einer 148 Hektar großen Ranch in der Nähe von Austin, Texas in den Vereinigten Staaten. Eine klimatisierte Indoor/Outdoor-Zwingeranlage bietet Platz für 200 Hunde. Hunde und angehende Trainer dürfen während ihrer Ausbildung eine klimatisierte Trainingshalle, den Pool, einen 3 Kilometer langen Wanderweg sowie einen Hundepark mit Agility Parcours, eingezäunten Außentrainingsplatz, Seminarraum und Hundefriseur-Salon nutzen.
Mehr Infos zur Starmark Academy: www.schoolfordogtrainers.com
sporthund.de ∙[Heft 3/2020]
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FÄHRTE 20.-22.11.2020 VDH Deutsche Meisterschaft n.n. (DE)
DOGDANCE 25.-28.6.2020 u.V. FCI Weltmeisterschaft Seltz (FRA) verschoben 22.-25.10.2020
DOGFRISBEE
OBEDIENCE
4.-5.7.2020 UFO Major Bremen (DE)
4.-5.7.2020 SGSV Meisterschaft n.n. (DE)
15.-16.8.2020 Belg. Meisterschaft n.n. (BEL)
10.-13.6.2021 FCI Weltmeisterschaft Münsingen (DE)
Aufgrund der aktuellen Corona-Krise fallen die meisten Hundesport-Events 2020 aus oder wurden verschoben. Die Lage ist etwas unübersichtlich. Informiert euch deshalb bitte auch unbedingt bei den Veranstaltern.
1.-4.10.2020 offene Europameisterschaft St. Petersburg (RUS) verschoben 7.-10.10.2021
RH 20.-23.8.2020 FCI Team Weltmeisterschaft Craiova (RUM) 24.-27.9.2020 IRO Weltmeisterschaft Craiova (RUM)
IGP
Foto: Jan Redder
18.-20.9.2020 SV Bundessiegerprüfung Meppen (DE) 9.-13.9.2020 FCI Weltmeisterschaft Apeldoorn (NED) verschoben 8.-12.9.2021 7.-11.10.2020 WUSV Weltmeisterschaft Györ (HUN)
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TOPHUNDESPORTTERMINE
Gewinnspiel RUBRIK In diesem Rätsel sind die Buchstaben unserer elf Begriffe alphabetisch sortiert. Kombiniere diese nun so, dass sich die gesuchten Begriffe ergeben.
SPORTHUNDGEWINNSPIEL
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längstes Schlittenhunderennen der Welt Grundübung in vielen Hundesportarten Einzelübung im Mondioring Produkthersteller Made in USA Sammelbegriff für diverse Hundesportarten erster hingerichteter „Hundesportfunktionär“ physiotherapeutische Maßnahme vor dem Sport
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Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Unter allen Einsendungen verlosen wir ein Alunetz im Wert von 149,90 EUR (UVP). Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Es besteht auch kein Anspruch auf Auszahlung oder Ausgabe eines Ersatzgewinns. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die vom Teilnehmer angegebenen Daten werden nach Maßgabe der DSGVO behandelt. Die Datenschutzerklärung findest du unter www.sporthund. de/datenschutzerklaerung
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Bestandteil unserer erfundenen Futtersorte in diesem Heft Fremdspur in der Fährtenarbeit erste Übung im IGP-Sport Sparte C
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gewinnen@sporthund.de
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Glückshormon
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Teilnahmebedingungen: Sende das Lösungswort, deinen Namen und deine vollständige Postanschrift per E-Mail an
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MITMACHEN & GEWINNEN
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Einsendeschluss:
10. Juli 2020
Lösungswort
Der Sommer kommt! Wir verlosen diesmal ein ALUNETZ. 1
Sende dein Lösungswort an: gewinnen@sporthund.de und sichere dir die Chance auf ein Alunetz im Wert von 149,90 EUR (UVP) 2
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RUBRIK Impressum & Vorschau
Herausgeber: LEROI GmbH Geschäftsführer: Florian König, Olaf König Am Schneckenhof 9 D-74626 Bretzfeld-Geddelsbach Email: magazin@sporthund.de Tel +49 (0) 79 45 / 9 41 01 01 Fax +49 (0) 79 45 / 91 15 25
Scan mich!
IMPRESSUM
VOM VEREIN ZU ONLINE Foto: Marc Gaub
Lektorat: Dipl.-Germanistin (Univ.) Cordula Scheffner, Viersen Verkauf: Einzelheft: 1,90 EUR zzgl. Versand im Abo: 11,40 EUR (D) / 22,20 EUR (EU) inkl. Versand
Fotoquellen: Jan Redder, Stefanie Gebke, Nico Mayer, Markus Platzbecker, Heike Seideneck, Alexandra Dusin, Guus Kersemakers, Chiara Hofmayer, Marc Gaub, Constanze Rähse, iStockphoto
SCHNELLER EINSTIEG IN VIELFÄLTIGKEIT
Hinweise:
Der Turnierhundsport zählt zu den ältesten Hundesportarten und ist für viele Ambitionierte der perfekte Einstieg, besonders für aktive Menschen, die auch gern mit dem Hund gemeinsam „aus der Puste“ kommen: empfehlenswert!
Gesundheit
EIN GUTES KÖRPERGEFÜHL Foto: iStockphoto
Kein Teil dieses Magazins darf ohne Genehmigung des Herausgebers vervielfältigt oder verbreitet werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Eine Haftung für Ratschläge unserer Experten kann nicht übernommen werden. Der Herausgeber behält sich das Recht vor, veröffentlichte Artikel, Beiträge und Fotos auch in seinen anderen Publikationen (In- und Ausland, im Web und elektronisch) ohne weitere Vergütung und Nachfrage zu veröffentlichen. Die Nutzungsrechte an eingesandten Leserfotos gehen mit Einsendung automatisch auf die Leroi GmbH über.
Nicht nur die Ausbildung im Hundesport hat sich verändert, sondern auch die Art, wie und wo sie durchgeführt wird. Vereine sterben, private Trainingsgruppen boomen, auch im internationale Austausch.
Hundesport
Foto: Alexandra Dusin
Druck: WIRmachenDRUCK GmbH Auflage: 5.000 Stück
Unsere nächste Ausgabe erscheint Anfang August 2020 Hundesport
Erscheinungsweise: 6x jährlich Gesamtkonzept: Constanze Rähse, Neuhaus an der Pegnitz
VORSCHAU #5
Bewegung hält gesund! Ob zur Prävention oder als RehaMaßnahme, gezieltes Training unter Anleitung eines Hundephysiotherapeuten ist für jeden Sporthund wichtig.
Kurzfristige Änderungen vorbehalten. Wir bitten um Verständnis.
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Hundesport Kann komplex sein! Apportieren gehĂśrt in der Ausbildung zu den aufwendigsten Ăœbungen des IGP-Sports. Das Foto in unserem Leserwettbewerb wurde eingeschickt von Silke Kruska.
ZUM SAMMELN
Foto: Silke Kruska
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