Skip to main content

Sporthund-Magazin Ausgabe 14

Page 1

Februar/März 2022

MAGAZIN #14 Einfach kann doch jeder

Vom sportlichen Erfolg mit verhaltenskreativen Hunden

Wenn Blinde von Farben sprechen Nasenarbeit mit dem Augentier Mensch

Quo vadis, Ellenbogendysplasie?

Ein komplexes Krankheitsbild unter der Lupe

Justitias Tücken

Rechtliches rund um den Hund

mit Gewinnspiel & Rabattcoupons ∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙


Füh re

n re

Bestät ig

Apporti e

Ausbildungsequipment für dein Training

Foto: Constanze Rähse

sporthund.de 2

n

en Foto: Heike Johannsen

Hunde würden SPORTHUND kaufen!


EDITORIAL

„Wenn der Plan nicht funktioniert, dann ändere den Plan. Aber niemals das Ziel.“ Twitter @thewildflower72 Jedes neue Jahr beginnt mit Wünschen und Zie­ len, wir stellen Pläne auf, wie wir diese erreichen können und merken dann oft schnell, dass Theorie und Umsetzung zwei Paar Stiefel sind.

Autoren dieser Ausgabe FRANSI ROTTMAIER ist seit 1997 im Schlitten-

hundesport aktiv. Die gelernte „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ stieg 2005 als Zeitsoldatin auf die Arbeit mit Dienstgebrauchshunden um. Als Referentin und Beraterin über Aggressionsverhalten, Selbstschutz und Mikromuster-orientierter Verhaltensanalyse machte sie sich europaweit einen Namen.

Ihr kennt das? Ein Welpe zieht ein und diesmal soll es der Champion werden, der Wunschhund, der die großen Träume erfüllt. Endlich. Diesmal will man alles anders machen, besser und über­ legter. Hier schlägt jedoch das Leben zu: jeder Hund ist anders und was mit dem alten super funktioniert hat, muss bei dem neuen noch lange nicht passen. Es wird wieder Fehler geben. Vielleicht ist unser Neuer ein ganz anderer Typ. Sehr wahrscheinlich sogar.

ANTJE BECKER ist unter Terriern aufgewachsen und

mit dem ersten eigenen Hund beim Airedale hängengeblieben. Die studierte Sprachwissenschaftlerin (Anglistik und Germanistik) arbeitet auch als Dolmetscherin. Wenn sie nicht schreibt, übersetzt oder kreativ ist, geht sie unter anderem Mantrailen und leidenschaftlich mit Hund Bergsteigen, Trekken und Wandern.

INKA STONJEK lebt in Schweden und arbeitet von

Wer trotzdem nicht den Mut verliert und Freude an dem hat, was er tut, wird mit jedem Hund seinen individuellen Traum finden. Wir Menschen sind für unsere Hunde auch nicht einfach – so als Augentier mit dem Nasenspezialis­ ten. Kynologisches Fachwissen und eine gute Portion Selbstreflexion helfen immens bei der Zusammenarbeit. Positive Beispiele dafür gibt es genug. Bärbel Biernath ist nur eines davon.

dort als freie Fachjournalistin, PR-Beraterin und Konzeptionerin. Inhaltlich geht es bei der Ernährungswissenschaftlerin meist um das große Themenspektrum Essen und Trinken. Mit ihrem 7-jährigen Australian Shepherd ist sie im schwedischen Brukshundklubben u.a. im Agility aktiv.

Nun aber wieder viel Spaß beim Lesen, Stöbern und Rätseln! Bleibt gesund und nehmt Rücksicht aufeinander!

Chefredakteurin SPORTHUNDMAGAZIN

Unser Titelbild „Winterpause“ zeigt den Malinois Ice Girl of Fallen Leaves, die auch ihre Trainingseinheiten im Winter liebt. Hundesport ist Outdoorsport, warum also Winterpause? Kleine Einheiten im Schnee machen ja auch Spaß. Foto: Manfred Zanker

sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

3


EINFACH KANN DOCH JEDER

Foto: Jan Redder

Vom sportlichen Erfolg mit verhaltenskreativen Hunden

TEXT: FRANSI ROTTMAIER

4


Einfach kann doch jeder! HUNDESPORT

sprach Thomas Edison, der Erfin­ der der Glühbirne. Ähnlich fühlt sich der Versuch an, einem Hund mit sogenannten „special effects“ den Sinn einer Prüfungsordnung näherbringen zu wollen. Und wer ernsthaft weiterkommen will, sollte lernen, diesen Komplikati­ onen zumindest eine ungewöhn­ liche Erweiterung der persönlichen Problemlösungskompetenzen abzugewinnen. Frei nach dem Motto: Think positive! Doch was bedeutet „Verhaltenskreativität“? Was macht einen Hund „schwierig“? Gibt es eine Richtlinie, an der wir uns orientieren können? Eins dürfte zumindest klar sein: den „perfekten“ Sporthund gibt es ohnehin nur in unseren Träumen. Und selbst wenn es ihn gäbe – er ist kein Garant, eine gradlinige Karriere hin zum Weltmeistertitel einzuschlagen.

„Das wollen wir doch auch gar nicht“, so die reflexartige Antwort. Mal ehrlich: So ein Streben wirkt ja auch unrealistisch und größen­ wahnsinnig. Unangemessen. Verwerflich.

tionsvermögen einer Eintagsfliege aufwartet. Oder begegnet der verhaltenskreative Hund eher einem schwierigen Menschen? Der nicht begreifen will, warum ihn der Hundeplatz irgendwann frustriert?

„Schwierig“ ist immer auch eine Sache der Perspektive.

Glaubt man dem Harvard-Refe­ renten Shawn Achor(1), haben wir jedoch genau diesen inneren Drang nach „mehr“ tief in uns verankert. Es existiere ein gesellschaftlicher Konsens darüber, dass die Mess­ latte immer höher gehängt werden sollte. Höher, schneller, weiter – wer ein Erfolgserlebnis verbucht, darf sich nicht darauf ausruhen. Glück und Selbstwertgefühl wer­ den bereits im Kindesalter an „es geht noch besser“ geknüpft. Und diese unterbewusste Programmie­ rung begleitet uns selbstverständ­ lich mit auf den Hundeplatz. Auch wenn wir uns zwingen, mit einer bestandenen Ortsgruppenprüfung zufrieden zu sein. Hier begegnen wir dann dem „schwierigen“ Hund, der einfach nicht die simpelste Übung verin­ nerlicht und mit dem Konzentra-

Foto: Jan Redder

„Ich habe nicht versagt. Ich habe 10.000 Wege gefunden, wie etwas nicht funktioniert“,

Oder sogar die ganze Sportart? Hundesport ist Teamsport. Und gleichzeitig ein Dreiklang aus Hund, Mensch und einer Prüfungs­ ordnung im Takte von Trainings­ möglichkeiten, methodischem Wissen, Verbandsstrukturen, Möglichkeiten und Hindernissen.

Lieber falsch gebracht als gar nicht! Verhaltenskreative Hunde lassen uns erkennen, dass wir eine andere Einstellung zu sportlichen Leistungen besitzen als der Vierbeiner.

sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

5


Die Realität frustriert da eher.

Foto: Constanze Rähse

Es ist kein Geheimnis, dass die „großen Meister“ ihrer jeweiligen Sportart ihre Erfolgssuppe auch nur mit Wasser kochen. Aber sie haben einen feinen Geschmack für die wichtigste Zutat: Welcher Hund passt zu mir und meinen Trainings­ möglichkeiten? Letztendlich geht es um „Gewinnchancenmaximie­ rung“ und der Rest ist immer auch Glück, im sportlichen Wettkampf die besseren Karten zu besitzen.

Der Weg zur erfolgreichen Karriere beginnt bei den einfachen Dingen. Und die können durchaus sehr her­ ausfordernd werden, wenn der Hund darin Schwierigkei­ ten sieht.

6

Wir lieben Erfolgsgeschichten, bei denen jemand aus unseren Reihen des „Durchschnitts“ mit Fleiß und ein bisschen Glück völlig unerwar­ tet durchstartet – und so mal eben Weltmeister wird. Der „richtige“ Hund. Die „richtige“ Methode. Viel harte Arbeit. Wir können uns mit so einer „durchschnittlichen“ Per­ sönlichkeit identifizieren, weil es auch wir hätten sein können. Das motiviert. Es gibt kleinen Erfolgen einen größeren Sinn. Und es bietet Raum für Träume.

Die sportliche Partnerschaft wird an fixe Rahmenbedingungen geknüpft. Und ebenso schnell kann sie gekündigt werden, um die Chancen zu erhöhen. Kurz und schmerzlos. Hier verzettelt sich der Hobbysportler gerne – und das ist auch gut so. Wir mögen unsere Hunde schließlich, leben mit ihren Macken und ihrer Unvollkommenheit. Sportgeräte sind verpönt und mit dieser Mentalität möchten wir uns aus gutem Grund nicht identifi­ zieren.

Die Beziehung zu unserem Hund sollte zuverlässig, empathisch und verbindlich sein. Genau hier beginnen wir Hunde als „schwierig“ zu empfinden. Obwohl unsere Beziehung zu ihnen mehr Tiefgang und emotionalen Wert besitzt als Ruhm und Ehren des sportlichen Erfolgs? Die klinische Therapeutin PD Dr. Gitta Jacob(2) erklärt diese scheinbare Unvereinbarkeit mit professioneller Trockenheit: In Beziehungen entwickle man durch die emotionale Nähe auch mehr Verletzbarkeit. Und hier begren­ zen die Bedürfnisse des Gegen­ übers mitunter unsere eigenen: ein Konflikt entsteht, weil beide Beziehungspartner Raum für ihre Bedürfnisse beanspruchen. Das wichtigste Bedürfnis indes sei, unseren Selbstwert zu erhalten. Die „Macken“ unserer Hunde stehen also unserem Streben nach Selbstwert im Weg, wenn wir die­ sen an die möglichst konkurrenzfä­


Einfach kann doch jeder! HUNDESPORT

Was macht eine Persönlichkeit „schwierig“? Unter einer Persönlichkeit (beim Hund oft altmodisch „Wesen“ genannt) wird die Gesamtheit aller angeborenen und erworbenen Persönlichkeitsmerkmale verstan­ den, die eine Regelmäßigkeit des Verhaltens und des Erlebens bilden sowie die individuellen Reaktionen auf Umweltreize bedingen. Eine soziale Gruppe bildet eine Erwartungshaltung bezüglich der Reaktionsweisen, die als „ange­ messen“ empfunden wird. Dabei spricht man von sozialem Norm­ verhalten. Soziale Lebewesen verfügen über die Fähigkeit der

langfristigen Anpassung (Ad­ aption) an soziale Normen und die sozialadäquate Lösung von Konflikten, die zwischen persön­ licher Bedürfniserfüllung und sozialer Vorgaben entstehen. Dazu bedarf es einem bestimmten Maß an Selbststeuerungskompetenz. Bei Tieren wurde diese kognitive Fähigkeit lange verneint (Triebbzw. Instinkttheorie), inzwischen konnte die Wissenschaft diese Annahme revidieren. Jedes Individuum besitzt zudem eine sich wiederholende Tendenz affektiver Erstreaktionen und kognitiver Verarbeitungsschemata für Reizwahrnehmungen, Problem­ stellungen und Widerstände. Dabei handelt es sich um Persönlichkeits­ stile.

„schwierige“ Charakterzüge. Es braucht dafür immer eine Rahmen­ bedingung, die für die exekutiven Funktionen eines individuellen Per­ sönlichkeitsstils nur mit intensiver Anstrengung zu erfüllen ist. Kommt zusätzliche Belastung hinzu (was beispielsweise eine Prüfungssitua­ tion auslöst), reichen die Ressour­ cen nicht mehr aus: der Fokus bewegt sich auf die Lösung mit der größtmöglichen Entlastung, auch wenn dies dem langfristigen Ziel schadet.(3)(4)

Prüfungsstress kann ganz schön graue Haare machen! Nicht nur wir sind in einem Wettkampf angespannt und nervös: unser Hund nimmt auch ein Vielfaches mehr an Reizen wahr. Überträgt sich dazu unsere Stimmung, knallen schon mal die Ner­ ven durch. Gerade bei „spe­ cial effects“ braucht es mehr Wettkampfvorbereitung für Hund und Mensch als reine Perfektion der Technik. Und manchmal hilft auch die Vorstellung, die Prüfung nur als ein erweitertes Training zu sehen.

Je größer das Spannungsfeld zwi­ schen Persönlichkeitsstil, sozialer Normgebung und umweltbe­ dingtem Anpassungsdruck gerät, desto „schwieriger“ erscheint ein Individuum aus der Perspektive der „Norm“. Dabei gibt es keine allgemeingültige Definition für

Foto: Constanze Rähse

hige Umsetzung der Prüfungsord­ nung gebunden haben. Besäßen wir eine distanziertere Beziehung, würde uns das Ausbleiben des Erfolgs weniger belasten. Ob diese distanzierte Beziehung nun zum Sport oder zum jeweiligen Hund besteht, entscheidet letztendlich über unsere Lösungsstrategien.

sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

7


Foto: Constanze Rähse

Wer sensibler mit Reizen umgeht, braucht gerade anfangs mehr Geduld. Eine sorg­ fältige Gewöhnung an das Fahrrad wird später mit Feuereifer belohnt.

Jedem sein Lieblingsball!

10%

auf alle Produkte der Shopkategorie Bälle www.sporthund.de CODE:

BAELLE10 8

Aus dieser komplizierten Verklau­ sulierung lässt sich für den mehr oder weniger verzweifelten Hun­ deführer ableiten, dass sportliche Vorgaben auch eine Art soziale Norm darstellen. Fällt der Persön­ lichkeitsstil unseres Hundes zu­ fällig mit dieser Norm zusammen, werden wir wenig „Schwierigkeiten“ bekommen. Auch dann nicht, wenn der Vierbeiner im Alltag als hochkompliziert und anstrengend auftritt. Es handelt sich um unterschiedliche Rahmenbedingungen – aber leider haben wir keinen Anspruch auf günstige Zufälle. Wie „schwierig“ ist unser Hund überhaupt, wenn wir ihn mit „sportspezifischen“ Aufgaben konfrontieren? Hinweis: Einfach den Gutscheincode am Ende deiner Bestellung in das Gutscheinfeld eingeben und automatisch 10% Rabatt auf Bälle der Shopkategorie Bälle erhalten. Nur ein Rabattcoupon pro Person einlösbar. Nicht mit anderen Rabatten kombinierbar. Der Coupon ist gültig bis 31.03.2022.

Hochsensibel: Die vierbeinige Mimose Manche Hunde zeigen sich extrem reizempfindlich: einzelne Sinneswahrnehmungen bis hin zu generalisierter Hypersensibilität lösen Unbehagen aus; in extremen Fällen sogar starkes Meideverhal­ ten oder phobische Angstzustän­ de. „Stell dich nicht so an!“ oder „Der muss da durch“ wirken eher kontraproduktiv. Eine bekannte Ausprägung ist noch vor Berührungssensibilität die Geräuschempfindlichkeit. Border Collies und Australian Shepherds wiesen diese bei einem Drittel der untersuchten Hunde auf (Dr. S. Meermann). Im Hundesport benötigen die Vier­ beiner eine ausreichende Toleranz gegenüber Lärm – sei es bei der „Geschossknallgleichgültigkeitsüberprüfung“, die Geräuschkulisse von Zuschauern, Hundegebell oder Fahrzeuglärm im Straßen­ teil der Begleithundeprüfung. Das kann zur Herausforderung


Einfach kann doch jeder! HUNDESPORT

Dieses Persönlichkeitsmerkmal ist keine Verhaltensstörung. Es schränkt jedoch die Belastbarkeit ein. Der Hund braucht vor allem Unter­ stützung im Bereich Stressabbau und einen verantwortungsbe­ wussten Hundeführer, der die Grenzen seines Vierbeiners realis­ tisch einschätzen kann. Verbleibt er dauerhaft im Status der Überreiztheit, resultieren dar­ aus problematische Verhaltensre­ aktionen sowie ernstzunehmende Folgeerkrankungen. Habituations­ training mit Fingerspitzengefühl kann die Situation verbessern, der Hund profitiert zudem von Erfolgserlebnissen.

Aggressiv: „linkslastig“ oder doch emotionsflexibel? Vorneweg: Linkslastigkeit ist ein leicht angestaubter Begriff aus dem DDR-Wertmessziffernsystem und sagt etwas über die Reaktivi­ tät, ergo „Stimulierbarkeit“ einer Persönlichkeit aus. Tatsächlich führt diese Reaktivität häufig zu aggressiven Verhaltensweisen, vor allem, wenn der Hund dadurch seine Umwelt beeinflussen lernt.

Die meisten gehören zum natürli­ chen Verhaltensrepertoire unserer Hunde – auch solche, die wir aus moralischen Gründen ablehnen. Sportliche Herausforderungen, be­ sonders kompetitive Szenarien, trai­ nieren die Fähigkeit, Impulse und affektive Reaktionen zu regulieren. Eine gute Sozialisation zielt ebenso auf genau diese Kompetenzen ab. Unsere Gebrauchshunde tendieren aufgrund ihrer Zuchtauswahl zu eher aggressiven, selbstbehaup­ tenden Persönlichkeitsmerkmalen

Wer schnell verärgert reagiert, bekommt auch schnell sportliche Dynamik oder Druck in den „falschen Hals“: Voraussicht und klare Kommunikation verhindern hier unnötige Differenzen.

Bei solchen Persönlichkeitsmerk­ malen sollte doppelt und dreifach Wert auf die vermittelten Inhalte gelegt werden. Ein „spritziger“ und energisch agierender Sporthund ist toll. Er sollte dabei jedoch keine Lernerfahrungen machen müssen, die feindselige oder misstrauische Entscheidungen forcieren. Es bedarf einiges an Einfüh­ lungsvermögen, als zweibeiniger Sportskamerad für eine konse­ quent prosoziale Lernumgebung zu sorgen!

Foto: AdobeStock / Mrsutin

werden. Genetische Dispositionen scheinen eine Rolle zu spielen, eine unzureichende Sozialisierung im Welpenalter fördert diese Nei­ gung ebenfalls. Die betroffenen Hunde besitzen nur eingeschränkt die Fähigkeit, Informationen aus Sinnesreizen zu filtern. Sie werden dadurch leicht überfrachtet.

Aggression besitzt viele Facetten. sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

9


– jedoch im Rahmen von Koopera­ tionsfähigkeit und Lenkbarkeit. Darunter finden sich aber auch Individuen, die emotional instabil und nervlich wenig belastbar sind. Diese Eigenschaften machen Ag­ gressionspotential überhaupt erst problematisch.

Foto: Constanze Rähse

Auch der Zweibeiner benötigt Nervenstärke und Gelassenheit für 100.000 VoltHunde!

Vierbeinige Ferraris wollen auch wie Ferraris behandelt werden: mit Feingefühl und Verantwortungsbewusstsein, damit sie ihre Schnelligkeit und Energie punktgenau dort entladen, wo es notwendig und sicher für ihren Körper und Geist ist.

10

Im Hundesport gilt hier ein lückenloses Sicherheitsmanage­ ment zu beachten: die Teilnahme eines solchen Kandidaten darf nicht andere Teams gefährden. Riskant sind zudem Stresssitua­

tionen, neue Lerninhalte und zu hohe Anforderungen. Auch die Selbstsicherheit des Hundeführers als Orientierungspunkt darf nicht beeinträchtigt werden. Behält man diese Parameter im Blick, profitie­ ren gerade diese Hunde vom Sport. Hyperaktiv: 100.000 Volt zu verschenken! Lebhaftigkeit ist nicht gleich Hyperaktivität. Und wenn auch häufig begleitend, muss Hyperak­ tivität nicht von einem Aufmerk­ samkeitsdefizit begleitet werden. Viele Hüte- und Treibhundetypen scheinen dieses Wesensmerkmal regelrecht im Rassestandard mit­ zubringen: sie lösen Anspannung vorzugsweise über Bewegung, favorisieren körperlich fordernde, reaktionsschnelle Tätigkeiten, bel­ len viel, verfügen über eine „kurze Lunte“ und setzen dopaminerge Befriedigung über Ruhebedürfnis­ se und soziale Interaktion. Innerhalb dieses Typs ist daran nichts Außergewöhnliches. Meist ist der Mensch zu langsam oder gar zu „grob“, was den Hund frustriert

und überfordert. Und in so einem Zustand lässt die kognitive Fähig­ keit zur Problemlösung nach. Das wirkt schnell wie ein generalisier­ tes Aufmerksamkeitsdefizit. Pathologisch wird das Aktivitäts­ level, wenn der Hund nur über massive körperliche Erschöpfung zur Ruhe kommt und stereotype Stresskompensation beginnt. Häufig findet sich hierbei eine behandlungsbedürftige Dysbalan­ ce im Neurotransmittersystem: der Hund baut Stress nicht mehr aus­ reichend ab. Leider kann anhalten­ de Überforderung und Überregung in den ersten Lebensmonaten zu Entwicklungsschäden führen, die sich ähnlich wie Hypersensibilität auswirken. Zudem ist ein Augen­ merk auf Selbstbeherrschung (Impulskontrolle und emotionale Regulation) immens wichtig und auch darauf, dass Erschöpfung die Fähigkeit dazu herabsetzt. So verführerisch die Energie und Aktionsbereitschaft auch sein mag: weniger ist mehr. Dafür bitte qualitativ hochwertig!


Einfach kann doch jeder! HUNDESPORT

Besonders frustrierend für den Hundehalter sind Vierbeiner, die generell nicht viel von den Wün­ schen ihrer Sozialpartner halten: die ewig Unkooperativen. Ihnen ist Selbstbestimmtheit und Entschei­ dungsfreiheit ein weit höheres Gut als die Zusammenarbeit mit dem Menschen. Druck oder formelle Vorgaben führen zu Widerstand oder gar Meideverhalten. Hier braucht es ganz klare Argumente in Sachen Motivation: Wenn du mit mir kooperierst, erfährst du einen Vorteil, den du alleine nicht erreichst. Das ist pure Herausforderung für den Menschen und manchmal nicht mit Prüfungsvorgaben ver­ einbar. Unmotivierte Charaktere toppen das noch. Die vorher überlegen, ob eine Bewegung Sinn macht und wenn ja, ob sie nochmal Sinn machen würde. Immerhin verfügen

diese Hunde über hervorragende Selbstschutzmechanismen. Hier darf man sich als leidenschaftlicher Hundesportler durchaus fragen, ob der Plan des „gemeinsamen Hobbys“ wirklich zielführend ist. Besitzt man die Geduld und auch die Akzeptanz, eine Tätigkeit im Rahmen der hundlichen Interes­ sensgebiete auszuüben, können sich einige Überraschungen in Sa­ chen kreativer Strategien einstel­ len. Letztendlich sind diese Hunde genetisch weniger auf dopaminer­ ge Erwartungshaltung fixiert, besitzen aber oft ganz andere Kompetenzen. Die Strukturen und Abläufe unseres Hundesports erfordern aber genau solche Merkmale und das kann sehr frustrierend für alle Beteiligten werden.

Wenn beide Beteiligten sich einig sind, macht Sport als Team wirklich Spaß!

Foto: Constanze Rähse

Unkooperativ: Der Alles-Alleine-Könner

Quellen: (1) MA Shawn Achor, (2010). „The happiness advantage“ (2) PD Dr. Gitta Jacob „Psychologie Heute Compact 67: Schwierige Beziehungen“ (3) Wittchen, H.U. & Hoyer, J. (Hrsg.) (2006). „Klinische Psychologie & Psychotherapie“ (4) Dr. rer. nat. S. Cordero (2005) „Persönlichkeitsstile und psychische Erkrankung“ (5) Dr. Marie Nitschner (2017) Hundeprofil: „Aggressivität – Eine Frage der Rasse?“ (6) U. Ehlert, R. v. Känel (2011) „Psychoendokrinologie und Psychoimmunologie“ (7) Gülay Üncücü (2019) „Der gelassene Hund: Selbstbeherrschung, Impulskontrolle, Frustrationstoleranz“

Nicht nur Husky & Co. warten mit notorischen Alleingängen auf: wenn der stattliche Schäferhund in seinem vorherigen Leben ein freiheitsliebender Individualist war, werden Beuteteilen, Kooperation oder gar Gehorsam mitun­ ter schwierig. Wohl dem Hundeführer, der sich gut in seinen Vierbeiner hinein­ versetzen kann und dessen Sorgen versteht: auch ein Alleskönner lässt sich über­ zeugen, gemeinsam noch mehr zu wuppen. Nur eben nicht so einfach. sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

11


WENN BLINDE VON FARBEN SPRECHEN

Foto: Constanze Rähse

Nasenarbeit mit dem Augentier Mensch

TEXT: FRANSI ROTTMAIER

12


Wenn Blinde von Farben sprechen HUNDESPORT So ein klein wenig Mitleid verdienen unsere Sporthunde schon: Wir Zweibeiner kommen auf die ulkigsten Ideen, uns mit anderen Hundesportteams zu messen. Eine dieser „ulkigen“ Disziplinen ist die Fährtenarbeit. Na nu? Mitleid mit dem Hund? Der hat ja einen angewachsenen Hochleistungsriech­ kolben und bemitleidenswert ist eher der Mensch, der bei jedem unsäglichen Wetter in unbequemen Gummistiefeln durch den Acker oder die triefnasse Wiese hinterher gezerrt wird! Ja, es gibt genügend Hundesportler, die jedwede Ambition zu Fährten­ training am liebsten auf den Mond schießen würden. Schließlich ist das ja „nur“ nervige Fleißarbeit und der Hund macht letztend­ lich eh, was er will. Meistens alles, außer PO-konform zu fährten. Trotzdem sind wir beim Mitleid mit dem Sporthund angelangt. Tatsächlich wäre Fährtenarbeit für einen halbwegs motivierten, gesunden Hund kein Problem, würde er seine Aufgabe verstehen. Könnte man den informativen Inhalt des Heftchens mit der Prüfungsordnung pulveri­ sieren und unter das Futter mischen, hätten wir sicherlich kein „Fährtenleid“ mehr zu ertragen. Viele Vorgaben der modernen

Sportfährte sind nämlich auf dem „Mist“ olfaktorisch eher minderbemittelter Augen­ tiere (fachlicher: Mikrosmatiker) gewachsen und widersprechen sämtlichen Strategien, die ein Hund sich im Laufe seines Lebens angeeignet hat!

Was bedeutet das?

Der Hintergrund dieser sicherlich wenig schmeichelhaften Aussage ist natürlich anatomischer Natur:

Das menschliche sogenannte „Riechhirn“ (Rhinencephalon) macht dagegen kaum mehr ein Prozent des Gehirnvolumens aus und ist vergleichsweise unterentwickelt. Wir werden zwar auch von Gerüchen mehr oder weniger bewusst beeinflusst, jedoch hat sich unser Gehirn auf visuelle Reize spe­ zialisiert. Deswegen spricht man bei dem olfaktorischen Bereich auch vom „Paläo­ cortex“, einer sehr alten Gehirnstruktur. Die ist bei den meisten Nicht-Primaten deutlich voluminöser und zeigt entsprechend mehr Aktivität.

Im Vergleich zum Hund mit seinen circa 150 Quadratzentimetern Riechschleimhaut im Riechepithel des Nasendachs besitzt der Mensch etwa so viel wie eine Briefmarke. Hunde können auch bis zu 60 mal mehr olfaktorische Rezeptoren im Riechkolben (der zentralnervösen Verbindungsstelle zum Gehirn) einsetzen – nämlich rasseunterschiedlich über 250 Millionen. Auch das Hundegehirn reserviert für diese Reizverarbeitung respektable zehnmal so viel Volumen als unseres. Hunde sind Makrosmatiker. (griechisch: Großriecher)

Sie können mit Geruchsinformationen planvoll umgehen, Sinn und Unsinn von Verhalten bewerten und Gerüche zudem in ihren Bestandteilen analysieren.

Auch das für emotionale Verarbeitung verantwortliche limbische System weist strukturelle Verknüpfungen zu diesem Hirnbereich auf. Anatomisch gesehen kann ein Makrosmati­ ker also gar nicht anders, als zu „Riechden­ ken“. Ungefähr so, wie wir unsere Umwelt und unsere Wahrnehmungen gewohnheits­ mäßig visualisieren. sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

13


Doch dem immer noch nicht genug:

Zusätzlich vermögen Hunde einen Geruch zu „schmecken“ – das beim Menschen zur Funktionslosigkeit verkümmerte Jacobson-Organ dient bei den meisten Wirbeltieren zur innerartlichen Kommunikation. Und die hat es an Informationsgehalt wirklich in sich. Jetzt stehen wir aber immer noch auf der Fährte und fluchen herzhaft über das unkooperative Verhalten unseres vierbeinigen Sportkameraden! 14

Genau da liegt auch das Problem: Unsere Prüfungsordnung verlangt ein Verhaltens­ ansatz, der für das „Riechdenken“ unseres Hundes wirklich nicht gerade sinnvoll erscheint. Unsere Idee von Fährtenarbeit besagt, dem Hund den Geruch von Bodenverletzungen beizubringen – also zertretene Mikroor­ ganismen, beschädigter Erdboden und verletzte Pflanzen. Das ist selbstverständlich leistbar. Aber warum unzählige Übungsstunden mit einer mühsamen, wenig effizienten Methode verbringen? Unsere Hunde machen es, weil wir sie dafür belohnen. Aber die Erwartungs­ haltung für eine mögliche Belohnung ersetzt

Foto: Jan Redder

Zudem können Hunde beide Nasenöffnungen unabhängig voneinander benutzen und die charakteristische Form der Nasenlöcher verhindert ein frühzeitiges Ausstoßen von Geruchspartikeln: das Ausatmen erfolgt über die seitlichen Schlitze.

Illustration: Rottmaier

Eine Hundenase behält die Luft selbst bei hochfrequenten Atemzügen länger als eine menschliche Nase. Dadurch finden mehr Geruchspartikel ihren Weg zur Riechschleimhaut.

nicht das Verständnis für die Aufgabe und da tun wir den Schnüffelkünstlern häufig unrecht. Sie haben eine hervorragende Nase – keine telepathischen Fähigkeiten! So gesehen hängt der Erfolg eines solchen Trainings mehr an unserer Fähigkeit, dem Vierbeiner unseren konkreten Wunsch ver­ ständlich zu machen. Da lohnt sich die Frage: Ist mein Weg überhaupt geeignet? Fehl­ bestätigungen, unangemessener Druck oder zu große Schritte tragen nicht unbedingt zur Verständigung bei. Im Zweifelsfall können wir gar nicht sicher beurteilen, was wir dem Hund „zeigen“: der Individualgeruch des Fährtenlegers wird immer Anhaftungen auf der mechanischen Spur hinterlassen. Wir se­ hen von außen zwar das gewollte Verhalten


Wenn Blinde von Farben sprechen HUNDESPORT

Ein „Riechdenker“ unterscheidet sehr diffizil. Hunde können sogar das Alter von Geruchspartikeln im Sekundenbereich erkennen und Millionen von Einzelgerüchen abspeichern – wie kommen wir also auf die kühne Idee, einen Hund im „Suchen“ unterrichten zu wollen und könnten aus unserer „riechbehinderten“ Perspektive gar strafen und rügen? Damit machen wir uns eher unglaubwürdig. Fährtenarbeit ist eine standardisierte Vorstellung aus menschlicher Wettkampf­ perspektive. Unsere Aufgabe als Trainer und Sportkamerad ist also, dem Hund das Reglement respektvoll und auf der Basis von Fairness beizubringen. Wenn der Hund uns zeigt, dass er diese Herangehensweise als unsinnig empfindet, hat er aus seiner Perspektive völlig Recht. Es liegt dann an uns, ihm einen Sinn darin zu vermitteln.

Foto: Constanze Rähse

(ruhiges, konzentriertes Suchen mit tiefer Nase in den Bodenverletzungen), aber wir haben keine Möglichkeit, die olfaktorischen Informationen nachzuvollziehen. Das erschwert ein klares Feedback an den Hund, ob dies wirklich sein konkreter Auftrag ist. Wir sollten uns daran erinnern, wenn der Hund das nächste Mal von der mechani­ schen Spur abweicht oder unerwünscht die Nase hebt.

Quellen: Ausbildungsunterlagen Artenspürhunde, Dr. L. Slotta-Bachmeyr „Wie das Riechsystem Informationen verarbeitet“ (2008, Prof. Dr. Stephan Frings, Universität Heidelberg) www.dasgehirn.info/wahrnehmen/riechen­schmecken/die­ anatomie-des-duftes „Nasenarbeit“ - Ausbildung und Einsatz von Spezial-und Suchhunden (Bodo Hause/Alfons Fieseler, Ulmer Verlag)

10% auf alle Produkte der Shop-Kategorie Nasenarbeit/Fährte auf www.sporthund.de

Fährtenausbildung soll glücklich machen: Beide!

Und dafür lohnt es sich, unsere farbenfrohe Perspektive zu verlassen und ein wenig mehr in die Welt der Supernasen hinein zu „schnuppern“. Schließlich können wir visualisieren, was sie uns zeigen.

CODE:

FAEHRTE10 Hinweis: Einfach den Gutscheincode am Ende deiner Bestellung in das Gutscheinfeld eingeben und automatisch 10% Rabatt auf alles,aus der Shopkategorie Nasenarbeit/Fährte, erhalten. Nur ein Rabattcoupon pro Person einlösbar. Nicht mit anderen Rabatten kombinierbar. Der Coupon ist gültig bis 31.3.2022.

sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

15


Foto: Karola Schäfer

#Erfolgsgesichter

jura vom schelmenturm SV IGP-FH Bundessieger 2021 16

Foto: Susanne Otlinghaus

bärbel biernath mit

Die Erfolgsgeschichte von Bärbel beginnt 1975 als Jugendliche mit ihrem ersten Hund Gina, mit dem sie es immerhin gleich bis zur SchH3 schaffte. Heute ist die 61­jäh­ rige Monheimerin ein Paradebei­ spiel dafür, dass man mit jedem Hund erfolgreich sein kann. Nur sieben Hunde waren in den letzten 46 Jahren ihr Eigen,

alle haben es bis auf die SV­Bundesebene geschafft. Alle sind alt bei ihr geworden. Ihre Hunde sind Familienmitglieder, keine Sportgeräte. 1985 begann sie die Zucht von Deutschen Schäferhunden, hat in 36 Jahren aber nur zehn Würfe gezogen. Ihre eigene Vorgabe war immer gesund & leistungsorientiert. Klasse statt Masse! Natürlich ist ihre Stammhündin Quelle selbst ausgebildet.


Foto: Kurt Buffel

Foto: Jan Redder

#Erfolgsgesichter HUNDESPORT Mit ihr war Bärbel 1987 auf ihrer ersten BSP. In den folgenden 24 Jahren war sie weiter elfmal auf dieser sehr hochwertigen Veran­ staltung, die für viele Hundesportler im SV ein Traum bleibt. Besonders erwäh­ nenswert ist auch die Tatsache, dass alle fünf Hunde selbstge­ züchtet sind und sogar aus einer Generations­ folge stammen, die mit Quelle beginnt.

Foto: Karola Schäfer

Quelle → Cora → Feivel → Esta → Heavy.

Oben: Esta – BSP 2006 Mitte: Heavy – BSP 2011 Unten: Jura – Bundes­FH 2021

Bärbel hat es geschafft, von jedem ihrer Hunde einen Nachkommen wieder erfolgreich zu machen. Wer aber glaubt, dass Heavy das Ende war, irrt. Aus ihrem letzten

Wurf stammt Jura. Ein Einzelkind und auch noch Langstockhaar. Das Ende ihrer Zucht schien gekommen. Die anfängliche Enttäu­ schung darüber wan­ delte sich aber schnell in Ehrgeiz, auch aus diesem Hund etwas zu machen. Und das hat Bärbel geschafft. Im Oktober 2021 landete sie den vielleicht größten Er­ folg ihrer Hundesport­ karriere und wurde SV Bundessieger in der FH. Aller guten Dinge sind wohl doch drei: Jura war 2021 das dritte Mal dabei, verbes­ serte sich stetig von Platz 8 auf Platz 5, um schließlich ganz oben auf dem Treppchen den Siegerpokal ent­ gegenzunehmen.

Auch Mutter Heavy und Oma Esta haben auf dieser Bundes­ meisterschaft erfolgreich abgeschnitten, aber Champion ist nur Jura geworden. Bärbel hat sich nun komplett der Fähr­ te verschrieben. Gesundheitliche Einschränkungen, eine Herz­ und eine Augen­ OP haben ruhiger ge­ macht. Zudem ist der IGP­Sport auch schwe­ rer geworden. Die Bundes-FCI 2019 mit Jura war ihr Abschied von der überregiona­ len IGP­Szene. Und auch wenn sich die Zuchtbestimmun­ gen geändert haben und Langstockhaar heute nicht mehr ausgeschlossen wird, züchten möchte Bärbel trotzdem nicht mehr.

STECKBRIEF BÄRBEL Beruf: kfm. Angestellte Hundesport: seit 1975 Zucht: seit 1985 vom Schelmenturm Deutsche Schäferhunde # Würfe: 10 Größte Erfolge (IGP): BSP 1987 Quelle (23.) BSP 1992 Cora (93.) BSP 1995 Cora (58.) BSP 1998 Feivel (6.) BSP 1999 Feivel (106.) BSP 2000 Feivel (44.) BSP 2002 Esta (77.) BSP 2003 Esta (29.) BSP 2004 Esta (8.) BSP 2005 Esta (15.) BSP 2006 Esta (26.) Bundes­FCI 2006 Esta (1.) VDH IGP DM 2006 Esta (15.) BSP 2011 Heavy (12.) Bundes-FCI 2019 Jura (43.) Größte Erfolge (IGP­FH): Bundes­FH 2007 Esta (13.) Bundes-FH 2012 Heavy (6.) Bundes-FH 2018 Jura (8.) Bundes-FH 2020 Jura (5.) Bundes­FH 2021 Jura (1.) VDH IGP-FH DM 2021 Jura (8.)

„Ich konnte mich eigentlich immer auf meine Hunde verlassen.“

sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

17


Jura vom Schlementurm: Wer hätte gedacht, dass aus diesem kleinen Plüschtier mal ein Bundessieger wird?

18

Bärbels Einstellung zum Hundesport be­ eindruckt. Sie trainiert mit ganz normalen Gleichgesinnten, braucht keine großen

Namen, um erfolgreich zu sein. „Ein Team ist wichtig und dass man sich aufeinander ver­ lassen kann. Generell lebt Teamerfolg von gegenseitiger Unter­ stützung. Auch das Hund­Hundeführer­ Team.“

Bärbel unterstützt ihre Hunde immer: „Du bist die Beste, du machst das schon!“

Den Blick in ihre Zukunft lässt sie offen. Einen Hund wird sie wahrscheinlich immer haben. Ob es nochmal für eine Ausbildung reicht, weiß sie noch nicht. Aber noch ist es nicht soweit. Jura ist erst sieben und ihr Weg ist ja auch noch nicht zu Ende. Beweisen muss sie keinem mehr was. Sporthund wünscht beiden noch viele schöne gemeinsame Erfolge! ■

Fotos: Karola Schäfer

Foto: Tanja Brandt

Im Gelände findet Bärbel den Ausgleich zum Berufsalltag. Sie konzentriert sich aufs Wesentliche, arbeitet effektiv. In der Grundausbildung war sie enorm fleißig, im Alter reifen die Hunde, der Erfahrungsschatz wächst mit jedem Training. „Es gibt Hunde, die können immer abrufen, wenn die Basis stimmt“, sagt Bärbel, die seit 2011 auch Leistungsrich­ terin und seit 2017 Wesensbeurteilerin im SV ist. „Im Alter werden meine Hunde immer besser, nur Kondition ist wichtig und die körperliche Fitness.“


Wir sind SPORTHUND RUBRIK

1979

1979 Gründung der „Sportartikel König GmbH“; elterliches Waffengeschäft Mitarbeiter: zwei

2000

2000 Verlagerung Schwerpunkt Sportund Jagdwaffen auf Hundeartikel für Jäger∙ Florian König wird neuer Geschäftsführer

2002

2005

2002 Umfirmierung

2005 Einführung in die Leroi Jagd eines modernen & Sport GmbH ∙ EDV-Systems ∙ Markenanmeldung 1. Onlineshop startet SPORTHUND ∙ Start im Web ∙ Beginn der der Kooperation mit permanenten Präsenz Knut Fuchs ∙ Frank auf Hundesport-Events Grzegorzek startet den zusätzlichen Schwerpunkt Hundesport

2006

2006 Frank Grzegorzek wird Geschäftsführer

2007

2007 Start der Kooperation mit dem Verein für Deutsche Schäferhunde und Aufbau des SV-Shops

2011 bis 2013

2011 Start des

2018/ 2019

2018 Trennung von Webshops Frank Grzegorzek ∙ Ferntrainer24.de ∙ 2019 Olaf König 2012 Start der wird neuer GeschäftsKooperation mit Team führer ∙ der neue Canin/Sniffledog ∙ Sporthund-Shop geht 2013 Start der online ∙ Re-Design Kooperation mit Marco ∙ Startschuss für das Dreyer Kundenmagazin

2020 Erweiterung

der Produktpalette auf noch mehr Sportarten ∙ Aufbau eines Onlineblogs ∙ 2021 Einführung einer neuen Lagerlogistik ∙ Ausbau der Praxisnähe zu Aktiven und Verbänden ∙ bessere Kundenkommunikation auch über WhatsApp und Co.

Foto: Jan Redder

SPORTHUNDGESCHICHTE

2020/ 2021

sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

19


WIRSINDSPORTHUND MARIA

Kundenbetreuung

FLORIAN

Geschäftsführer

OLAF

Geschäftsführer

TATJANA

Mediengestalter

NADINE

Marketing

Sporthund gehört als Marke zur Familie der Leroi GmbH. Der Firmenname ist so einfach wie genial. „Le Roi“ stammt aus dem Französischen und bedeu­ tet „der König“. Gründer und Inhaber sind Florian und Olaf König. Das Ehepaar (verheiratet seit 2006) teilt sich die stra­ tegischen Aufgaben. Olaf (56) hat den Blick auf die Finanzen und die Verwal­ tung. Florian (47) ist der kreative Kopf und sorgt mit seinen

CONSTANZE

Einkauf

20

Sporthund konzentriert sich ganz auf die Sparte Hunde­ sport. So sagt es ja auch der Name schon. Und die Marke gehört nun schon seit 20 Jahren zu den bekanntesten „Gesichtern“ im Gebrauchshundesport. In Kooperation mit Welt­ meistern wie Knut Fuchs (IGP) und Marco Dreyer (FH)

MICHAELA

Marketing

EUGEN

Ideen für neue Impulse im Hundesport. Auch ihr Border Terrier Aura gehört zur Familie König. Heute in Rente, war sie früher aktiv im Agilitysport unterwegs.

Kundenbetreuung

ANGIE

Einkauf

CORINNA Lager

wurde u.a. Ausbildungszube­ hör entwickelt, das ganz nah an der Szene ist. Heute verlassen täglich zwi­ schen 150 und 200 Pakete unser modernes Lager inmitten der Weinberge im Hohenlohekreis. Unser Onlineshop wird stetig funktional verbessert. Das macht das Einkaufen rund um die Uhr einfach und bequem. Hinter dem einprägsamen schwarz­blauen Logo steht ein junges, engagiertes Team im baden­württembergischen Bretzfeld – Geddelsbach.


Wir sind SPORTHUND RUBRIK

„Mit Leidenschaft“ Agility, Sniffledog, Dummy, Ge­ brauchshundesport, Mondioring und Fährte ... auch die Mitar­ beiter sind meist eng mit dem Hundesport verbandelt.

AURA

Bürohund

CHARLY

Bürohund

Zwei Züchter sind bei uns an Bord und eine zertifizierte Hun­ detrainerin. Geballtes Wissen also, wenn es um die Nähe zur Szene geht und sehr gute Vor­ aussetzungen für die Entwick­ lung neuer Ideen. Eigentlich gibt es bei uns fünf Abteilungen: Einkauf, Verkauf, Lager, Marketing und Buchhal­ tung/Controlling. Aber getreu dem Motto „DU GEWINNST NIE ALLEIN“, hilft man sich gegenseitig. Auch abteilungsübergreifend. Und jederzeit!

MANNY

Bürohund

WICKIE

Bei uns herrscht eine familiäre Atmosphäre mit DUTZ-Manier und mit viel Spaß an gemein­ schaftlichen Teambildungsmaßnahmen. Dieses Arbeits­ klima bewerten alle als positiv und so sind einige schon ziem­ lich lange dabei, haben sogar ihre Ausbildung schon bei den Königen gemacht.

Lagerhund

Luftbildaufnahme des Leroi-Firmensitzes (Oktober 2019)

Im Hundesport braucht es Teamgeist. Bei uns gibt es den. Beste Voraussetzungen also.

sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

21


Foto: Constanze Rähse

QUO VADIS, ELLENBOGENDYSPLASIE? EIN KOMPLEXES KRANKHEITSBILD UNTER DIE LUPE GENOMMEN TEXT: ANTJE BECKER

Für so manchen Hundemenschen ist sie ein größeres Schreckgespenst als die im Allgemeinen bekanntere Hüftdysplasie (HD) – die Ellenbogendysplasie (ED). Die beiden Krankheitsbilder sind trotz einiger nicht nur namentlicher Ähnlichkeiten in der Praxis nur bedingt vergleichbar. Wir werfen ein Schlaglicht darauf, warum das so ist, was die Tiermedizin und Zuchtverbände gegen die ED unternehmen und wo die Reise in der Zuchtentwicklung hingeht.

22


Quo vadis, Ellenbogendysplasie? KYNOLOGIE

W

enn der Hund hinkt, sind viele Halterinnen und Halter nicht zwangsläufig besorgt. Aktive Hunde – vor allem, wenn sie jung und damit noch besonders ungestüm sind – haben sich schnell einfach einmal ein Bein vertreten, was genauso schnell auch wieder gut ist. Spätestens anhaltende oder wiederkehrende Lahmheiten geben dann doch durchaus Anlass zur Sorge, können sie auf ein grundlegenderes Gelenkproblem hindeuten.

besteht auch aus drei einzelnen Gelenken, die sich eine gemeinsa­ me Gelenkkapsel teilen: einem Scharniergelenk zwischen Oberarm und Elle, einem Kugelgelenk zwischen Oberarm und Speiche sowie einem Zapfengelenk zwischen Elle und Speiche. In diesen komple­ xen Gelenkaufbau ordnen sich drei primäre ED-Krankheitsbilder ein, die in der starken Wachstumsphase junger Hunde entstehen und in deren Folge sich als bleibende Gelenkschäden Arthrosen entwickeln.

Während die HD seit Langem allgemein geläufig ist und zahlreiche Zuchtverbände offiziell ausgewertete Röntgenbefunde für ange­ hende Zuchttiere vorschreiben, wobei klare Ausschlusskriterien gelten, ist die Sache bei der ED weit weniger einfach greifbar. Die Krankheiten, die unter dieser Bezeichnung subsumiert werden, sind so vielfältig wie die beteiligten Knochen. Erschwerend kommt hinzu, dass ED-Krankheitsbilder auch dann vorliegen können, wenn der Hund (noch) keine Lahmheiten zeigt.

 IPA – isolierter Processus anconaeus Im Ellbogengelenk schließt sich an eine Wachstumsfuge der Zapfenfort­ satz an. Ausgelöst zum Beispiel durch Störungen im Längenwachstum der Elle, schließt sich beim IPA die Wachstumsfuge nicht und der Zapfen­ fortsatz verbleibt lose im Gelenk. In der Folge ist der Ellbogen instabil.

ED – eine ganze Palette unschöner Möglichkeiten Das „D“ in HD und ED steht für „Dysplasie“, was zunächst ganz einfach „Fehlbildung“ bedeutet. Sie wird definiert als eine angebo­ rene oder auch erworbene Fehlstellung oder Störung im Bereich der Gelenkflächen oder Wachstumszonen der zum Gelenk gehörenden Knochen. Aus dieser chronischen Entwicklungsstörung des Skeletts entstehen Fehlbelastungen an einzelnen Punkten. Im Ellbogen ist die Gesamtsituation erheblich komplexer als bei der Hüfte. Beide Gelenke ermöglichen die Bewegung in mehrere Rich­ tungen, doch im Gegensatz zum reinen Kugelgelenk der Hüfte sind am Ellbogen nicht nur drei Knochen beteiligt statt zwei, sondern es

 FCP – fragmentierter Processus coronoideus medialis Bei ungleichem Längenwachstum von Elle und Speiche – unter Umständen mit Bildung von einer Stufe – passen die Knochen nicht korrekt zueinander, der innenliegende Kronfortsatz der Elle kann sich ablösen. Das Fragment selbst muss nicht unbedingt schmerz­ haft sein, verursacht aber Reibung an anderen Knochen.  OCD – Osteochondrosis dissecans Durch zu schnelles Wachstum entsteht eine Störung der Knorpelschicht am Oberarm-Ellen-Gelenk. Sie bildet sich zu dick aus, der darunterlie­ gende Knochen beginnt abzusterben. Am innenliegenden Rollhöcker des Oberarms können sich später Knorpel- oder Knochenstücke ablö­ sen und frei im Gelenk schwimmen. Diese sogenannten Gelenkmäuse sind Ursache starker Entzündungen und sehr schmerzhaft. Weitere ED-auslösende Ursachen sind beispielsweise Inkongruenzen in den Gelenkspalten und insgesamt Knorpelanomalien. sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

23


Die medizinische Seite Die ED kann ein- oder beidseitig vorkommen und bereits im späten Welpenalter beginnen, auch wenn sich unter Umständen dann noch gar keine Symptome zeigen. Oft wird die Erkrankung entspre­ chend auch spät diagnostiziert und eine Therapie dadurch deutlich erschwert.

* Diagnostik Bei einer Verdachtsdiagnose ist die Röntgendiagnostik das Mittel der Wahl, wenn sie sich beim sehr jungen Hund auch häufig noch nicht absichern lässt. Da sich durch die Komplexität des Gelenks Knochenstrukturen gegenseitig überlagern und damit die Erkenn­ barkeit von Schädigungen verhindern können, sind in einigen Fällen zusätzlich CT- oder MRT-Aufnahmen oder auch eine Spiegelung des Gelenks erforderlich: Der IPA ist auf dem Röntgenbild in der Regel gut erkennbar, die OCD häufig schwierig, der FCP oft gar nicht. So hat sich durch Vergleiche von Röntgenaufnahmen mit OP- und CTBefunden gezeigt, dass bei Erkrankungen des am FCP-Komplex 24

Foto: privat

* Mögliche Symptome Typischerweise treten die ersten Symptome im Junghundalter auf: Der Hund lahmt plötzlich ohne erkennbaren Auslöser, sowohl phasenweise oder dauerhaft. Er läuft unrund, zeigt Bewegungsun­ lust und gegebenenfalls geschwollene und warme Gelenke. Beim Aufstehen ist der Hund vielleicht steif und läuft sich erst nach und nach warm. Berührung und Bewegung des Ellbogens sind schmerz­ haft, der Hund leckt und knabbert möglicherweise am Gelenk. Er dreht die Vorderpfoten nach außen. Durch die Schonung baut sich die Muskulatur an den Vorderbeinen ab, während sich im Rücken Verspannungen aufbauen.

Röntgenaufnahme Ellenbogengelenk Airedale Terrier Luzie Gesundes Ellenbogengelenk bestehend aus Oberarm (A), Speiche (B) und Elle (C).

beteiligten Processus coronoideus medialis bereits Veränderungen, die sich im Röntgenbild als sehr gering darstellen, sicher auf eine mittelgradige ED hinweisen.


Quo vadis, Ellenbogendysplasie? KYNOLOGIE * Therapie ED kennt nicht „die eine“ Therapie. Jede Behandlung ist auf die jeweils zugrundeliegende Erkrankung, ihren Schweregrad und auch das Alter des Hundes abzustimmen. Wird die ED frühzeitig erkannt, empfiehlt sich bei den drei Krankheitskomplexen oft eine Operation. Hierbei werden beschädigte Abschnitte geglättet und abgelöste Fragmente entfernt. Bei der IPA wird gegebenenfalls versucht, das Fragment mit einer Schraube zu fixieren, beim FCP kann auch ein teilweiser Gelenkersatz möglich sein. Das konservative Behandlungsspektrum der ED umfasst – neben den vorbeugenden Maßnahmen im Hinblick auf gesunde Ernäh­ rung und maßvolle Bewegung – vor allem die Gabe von Entzün­ dungshemmern, Schmerzmitteln und Ernährungspräparaten mit einem positiven Einfluss auf die Knorpel- und Gelenkgesundheit und auch die Einbringung von Medikamenten direkt in das Gelenk. Eine gezielte Physiotherapie wird ganz allgemein angeraten. Eine Goldakupunktur scheint bei der ED, im Gegensatz zur HD, wenig erfolgversprechend zu sein. Generell garantiert keine der Therapiemöglichkeiten, dass der Hund nachhaltig nicht mehr lahmt und schmerzfrei bleibt. Die Prognosen sind je nach Grunderkrankung, Schweregrad und Alter des Hundes äußerst unterschiedlich. Auch nach als erfolgreich einzustufenden Therapien muss damit gerechnet werden, dass sich mit der Zeit Arthrosen im betroffenen Ellbogengelenk entwickeln. Das Beste gegen ED ist daher: die Früherkennung und vor allem die Verhütung. Dafür muss man ihre Ursachen kennen, um zu wissen, wie man gegen diese vorgehen kann.

WEIL GESUNDHEIT UND FITNESS DIE WICHTIGSTE GRUNDVORAUSSETZUNG FÜR DEIN TRAINING SIND!

10% auf alle unsere Fitnessprodukte in der Shopkategorie Physiozubehör! www.sporthund.de

CODE:

PHYSIO10

Hinweis: Einfach den Gutscheincode am Ende deiner Bestellung in das Gutscheinfeld eingeben und automatisch 10% Rabatt auf alles in der Shopkategorie Physiozubehör erhalten. Nur ein Rabattcoupon pro Person einlösbar. Nicht mit anderen Rabatten kombinierbar. Der Coupon ist gültig bis 31.3.2022.

sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

25


Ursachen und begünstigende Faktoren ED ist vorwiegend erblich bedingt. Die Genetik ist multifaktoriell, was bedeutet, dass mehr als ein Gen an der Erkrankung beteiligt ist – wobei die Forschung noch nicht alle Gene identifiziert hat. Begünstigt werden das Auftreten und der Verlauf der Krankheit, insbesondere bei genetisch belasteten Hunden, durch körperliche Überbean­ spruchung und falsche Ernährung: Zu energiereiches Futter führt zu einem zu schnellen Wachstum, auch ein zu hoher Gehalt an Kalzium oder Vitamin D wirkt sich gegebenenfalls negativ aus. Am häufigsten tritt die ED bei mittelgroßen bis großen, schnellwüchsigen und/oder schweren Hunderassen auf. Aufgrund ihres schnelleren Wachstums haben die größer werdenden Rüden ein höheres Erkrankungsrisiko als die leichter bleibenden Hündinnen. Wo immer eine Krankheitsursache vorwiegend genetisch bedingt ist – vor allem bei aufwändigen Therapiemöglichkeiten, die zudem nicht zu einer nachhaltigen Heilung führen – und eine Früherken­ nung häufig nicht erfolgt, kann der erste Ansatz nur eine gezielte Auswahl der Zuchttiere sein: Theoretisch fallen aus gesunden Eltern auch nur gesunde Nachkommen. Vollständig ausschließen lässt sich aufgrund der natürlichen Varianz allerdings keine Krankheit. * Maßnahmen der Zuchtverbände Die Zuchtverbände sind entsprechend bestrebt, ellbogengesunde Rüden und Hündinnen von nicht gesunden zu unterscheiden und letz­ tere nicht in die Zucht zu bringen. Bereits 1989 gründete sich in den USA die International Elbow Working Group (IEWG). Sie will die Maß­ nahmen zur Reduzierung dieser Krankheit weltweit koordinieren und hat auch das ED-Klassifikationsschema erstellt, das von den der FCI angeschlossenen Zuchtverbänden zur Beurteilung verwendet wird. 26

ED-Klassifikation der IEWG/FCI (Stand 2013)  ED 0 (normal) Keine Hinweise auf Arthrosen, Zubildungen, Veränderungen von Dichte und Form  ED Grenzfall (Übergangsform) Geringgradige Abweichungen in Struktur und Form ohne klare Ursache  ED I (leichte) Geringgradige Arthrose mit Zubildungen unter 2 mm Größe oder leicht erhöhte Knochendichte an bestimmten Punkten  ED II (mittlere) Mittelgradige Arthrose mit Zubildungen von 2 bis 5 mm Größe oder stark erhöhte Knochendichte an bestimmten Punkten oder indirekter Nachweis bzw. unvollständige Aus­ bildung von IPA, FCP, OCD  ED III (schwere) Hochgradige Arthrose mit Zubildungen von über 5 mm Größe oder direkter Nachweis von IPA, FCP, OCD

In den Zuchtordnungen des VDH und der einzelnen Verbände ist detailliert geregelt, in welcher Position und aus welchem Winkel die Ellbogen zu röntgen sind und welche Qualitätsanforderungen die Aufnahmen erfüllen müssen. Die Aufnahmen werden von einem Gutachter ausgewertet, der Mitglied der Gesellschaft für Röntgendiag-


Quo vadis, Ellenbogendysplasie? KYNOLOGIE nostik genetisch beeinflusster Skeletterkrankungen bei Kleintieren e. V. (GRSK) ist. Erhebt der Halter Einspruch gegen das Ergebnis, wird ein Obergutachter eingeschaltet.

Um die Umsetzung der rechtlichen Vorgaben und der Regelungen des VDH zu betrachten, sind im Folgenden exemplarisch die Vor­ gehensweisen von drei Verbänden für vier Rassen beschrieben, die auf Hundeplätzen oder allgemein in der Gesellschaft populär sind: dem Deutschen Schäferhund, dem Golden Retriever und Labrador Retriever sowie dem Airedale Terrier. Das Mindest-Röntgenalter in allen drei Verbänden liegt bei 12 Monaten.  Deutscher Schäferhund Dem Verein für Deutsche Schäferhunde e. V. (SV) angeschlossene Züchter müssen die Ellbogen ihrer angehenden Zuchttiere seit 2013 verpflichtend röntgen, nachdem dies seit 2002 bereits auf freiwilli­ ger Basis erfolgte. Für die Zuchtbewertung „Vorzügliche Auslese“ ist der Befund ED 0 oder ED Grenzfall erforderlich; eine Zuchtzulassung erfolgt auch noch mit der Einstufung ED I. Mittlere und schwere ED

Foto: pics4dogs

Während die IEWG empfiehlt, nicht mit Hunden zu züchten, die einen Arthrosebefund aufweisen (also ED I-III), differenziert der VDH in seiner Zuchtordnung von 2018 die ED-Klassen: Hunde mit ED III sind prinzipiell von der Zucht ausgeschlossen. Hunde mit ED II ebenfalls, mit einer Ausnahme: Die Verpaarung von ED II-Hunden ist im Rahmen wissenschaftlich anerkannter und vom VDH geneh­ migter Zuchtprogramme und dann auch nur mit ED-freien Hunden gestattet. ED I-Hunde sind nicht von der Zucht ausgeschlossen, der VDH empfiehlt jedoch, sie nur mit ED-freien Hunden anzupaaren. Hunde, die als ED 0 oder ED Grenzfall eingestuft sind, können unein­ geschränkt in der Zucht eingesetzt werden.

Deutsche Schäferhun­ de sind im Hundesport beliebt und benötigen für diese Belas­ tung gesunde Ellbogenge­ lenke. Der SV steuert schon lange gegen, die Rasse ist nicht über­ mäßig mit ED belastet.

sind zuchtausschließend. Darüber hinaus ist kein gesonderter Zuchtplan ersichtlich, wie der SV einen zum Beispiel zur Bekämp­ fung der HD oder zur Reduzierung der Größe in der Zuchtordnung festgeschrieben hat. Nach Aussagen des SV werden 9 % der ausgewerteten ED-Röntgen­ aufnahmen mit ED I-III bewertet und entsprächen damit ungefähr dem HD-Niveau beim Deutschen Schäferhund. Der Verband stuft die Zahlen als durchaus repräsentativ ein. Auf zwei ED-Varianten weist er explizit hin: den IPA und den FCP. Nach klinischen Erfahrungen kommt der IPA mit Abstand am häufigsten beim Deutschen Schä­ ferhund vor, bei anderen prädisponierten Rassen wie dem Berner Sennenhund oder Molossoiden tritt er weitaus seltener auf. sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

27


Foto: Alexandra Dusin

Der DRC zieht seit Jahrzehn­ ten gegen ED zu Felde. Die Retrieverras­ sen sind dabei unterschied­ lich stark betroffen.

 Golden Retriever, Labrador Retriever Der Deutsche Retriever Club e. V. (DRC) ist bereits seit langem sehr aktiv, was das Thema ED betrifft: Seit rund 30 Jahren schon besteht die Pflicht, angehende Zuchthunde auf ED zu röntgen. Die häufigste auftretende ED-Form ist der FCP, auch OCD kommt vor; der IPA dagegen ist beim Retriever praktisch unbekannt. Bei beiden Retrieverrassen ist die Zucht mit ED II und III ausgeschlossen. Beim Labrador dürfen Hunde mit ED I nur nach CT-Ausschluss bestimmter ED-Formen züchterisch eingesetzt werden und dann auch nur in Anpaarung mit ED-freien Hunden. Beim Golden sind Hunde mit ED I zur Verpaarung mit ED 0 und ED Grenzfall zur Zucht zugelassen. 28

Eine kleinen Studie, an der 159 fünfjährige und ältere Golden und Labradore teilgenommen haben, die zweijährig mit ED 0 oder ED I bewertet worden waren, hat deutliche Unterschiede zwischen Labradoren und Golden in der Schweiz gefunden. Darin untersuchte die Vetsuisse Fakultät der Universität Zürich die Veränderungen der Ellbogen im Lebensverlauf. Mit einem zeitlichen Abstand von min­ destens drei Jahren sollte geklärt werden, ob die im Alter von zwei Jahren durchgeführte Beurteilung gesunde und nicht gesunde Tiere zuverlässig erkennt. Im Retriever Club Schweiz werden angehende Zuchttiere seit 1995 verpflichtend auf ED geröntgt. In den 2015 veröffentlichten Ergebnissen zeigten sich bereits deutli­ che Unterschiede beim ersten Röntgen, bei dem die Ellbogen von im Durchschnitt 86 % der teilnehmenden Labradore und 60 % der Retriever als „normal“ eingestuft wurden. Die Unterschiede vergrößerten sich im Lebensverlauf: Bei einem knappen Fünftel der Labradore kam es zu einer Bildung von bzw. Zunahme der Arthrosen, die jedoch zumeist sehr ge­ ringgradig waren und häufig auch nicht zu Lahmheiten führten. Bei den Golden zeigte sich bei mehr als zwei Dritteln der Hunde eine Entwicklung von bzw. Verschlechterung von Arthrosen, die teils auch stark ausfielen. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die von ihnen gefun­ denen Unterschiede zwischen Labrador und Golden nicht zufällig, sondern als sicher anzusehen sind, und dass Golden weit häufiger und schwerwiegender von Arthrose betroffen sind als Labradore. Sie sahen jedoch – für sie überraschend – keine statistisch gesicherten Unterschiede, was die Verschlechterungen von ursprünglich als ED 0 geröntgten Hunden und denen mit ED 1 betrifft. Der Schwere­ grad einer späteren Arthrose ließ sich also nicht vorhersagen. Auch erlaubte keine der geprüften radiologischen Kriterien, die Hunde frühzeitig zu erkennen, die später Arthrose entwickelten.


Quo vadis, Ellenbogendysplasie? KYNOLOGIE  Airedale Terrier Im Klub für Terrier 1894 e. V. (KfT) gibt es die Pflichtuntersuchung auf ED vor dem Zuchteinsatz für den Airedale Terrier seit 2011; auf freiwilliger Basis wird als einzige weitere Rasse im Verband der Schwarze Russische Terrier auf ED untersucht. Der KfT gestattet laut Zuchtordnung ausschließlich den Einsatz von ED 0, ED Grenzfall und ED I, wobei Hunde mit ED I nur mit ED 0-Hunden verpaart werden dürfen.

* Ein Vergleich Aus den öffentlich verfügbaren Zahlen sowie denen, die dem Artikel für den Airedale Terrier vorliegen, ergibt sich folgende Übersicht: Rasse

ED 0

Deutscher Schäferhund

ED Grenzfall

ED I

91 %

9%

Labrador Retriever

86 %

14 %

Golden Retriever

60 %

40 %

Airedale Terrier

84 %

10 %

ED II

6%

ED III

Foto: Antje Becker

In Deutschland kann man, um eine runde Zahl zu nennen, von ungefähr 800 Airedale-Welpen pro Jahr ausgehen (in dieser ver­ gleichsweise kleinen Population gibt es von Jahr zu Jahr durchaus deutliche Schwankungen). Nach Aussagen des KfT werden jährlich etwa 150-200 Airedales und damit ein Anteil eines Jahrgangs von ca. 20 % auf ED untersucht (Schwarzer Russischer Terrier: rund 10 %). Unter den untersuchten Airedales werden ungefähr 4 % als ED II oder III eingestuft. Somit haben etwa 96 % der ED-geröntgten Airedales eine so gute Ellbogenqualität, dass sie einem Zuchteinsatz nicht im Wege steht.

Airedale Terrier Luzie war viel in den Bergen un­ terwegs. Das Tragen eines Rucksacks stellt eine Dauerbelas­ tung dar, die nur Hunden mit gesunden Gelenken auf­ erlegt werden sollte.

Die Zahlen stellen nur eine grobe Vergleichbarkeit her. Bei den Airedales spiegeln die Ergebnisse der im KfT gezüchteten und röntgenologisch Quellen: ausgewerteten Hunde lediglich die vergangenen 24 Monate wider, die Allgemein •http://www.grsk.org/informationen-fuer-tierbesitzer-zuechter/was-ist-ed (27.10.2021) Zahlen der Schäferhunde sind eine Angabe des SV. Der verweist darauf, •https://www.kft-online.de/_rubric/detail.php?rubric=Bek%E4mpfung+von+Krankheiten&nr=13617 dass die ED-Häufigkeit beim Deutschen Schäferhund etwa im Bereich (25.11.2021) •https://www.airedale-kft.de/gesundheit/ellbogendysplasieed/edallgemein/ (27.10.2021) der Retriever läge (und etwas niedriger als beim Rottweiler), was •https://www.schaeferhunde.de/meinsv/infothek/derdeutscheschaeferhund/fragenzumdsh/hded/ anhand der vorliegenden Zahlen jedoch nicht überprüfbar ist: In Zürich ursachen?sword_list%5B0%5D=ellbogen&no_cache=1 (30.11.2021) •https://drc.de/gesundheit/ellbogengelenksdysplasie (27.10.2021) wird die Klassifikation „Grenzfall“ nicht verwendet, arthrotische Ver­ •https://www.vdh.de/fileadmin/media/ueber/downloads/satzung/2018/ZuchtOrdnung_mit_al­ änderungen werden auch unterhalb von 2 mm als ED I eingestuft. Die len_DFB.pdf (31.10.2021) •https://www.ofa.org/diseases/breedstatistics (30.11.2021) Zahlen der beiden Retrieverrassen entstammen der Schweizer Studie und sind damit ein Schlaglicht für die dortige Population. sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

29


Geht man also von einer groben Vergleichbarkeit aus, liegen der Labrador Retriever und der Airedale Terrier nah beieinander, und vermutlich bewegt sich der Deutsche Schäferhund in einem ähnlichen Rahmen. Lediglich der Golden Retriever zeigt einen deutlichen Ausschlag in Richtung häufigerer Fälle. Ein Blick über den großen Teich zeichnet ein etwas anderes Bild. In den USA erfasst die Orthopedic Foundation for Animals (OFA) seit über 50 Jahren Gesundheitsergebnisse von inzwischen hunderten Hunderassen und unterstützt Forschungsprojekte. In einer Online­ Datenbank lassen sich für eine Vielzahl an Erkrankungen die Rassen miteinander vergleichen, und hier liegen der Airedale bei gut 90 % gesunder Ellbogen, der Labrador bei knapp 90 %, der Golden bei 88% und der Deutsche Schäferhund bei 81 %. Ob die Bewertungsmaßstäbe dieser US­Werte vergleichbar sind mit den deutschen (und schweizerischen), muss im Rahmen dieses Artikels offen bleiben. Beeindruckend ist jedoch die Zahl der für diese ED-Statistik ausgewerteten Hunde: Zwischen 1974 und 2020 sind hier zwar lediglich 641 Airedales erfasst, aber 54.596 Deutsche Schäferhunde, 58.073 Golden und sagenhafte 111.662 Labradore. * Ein Zuchtwert als Lösung? Die Einführung eines Zuchtwerts ist seit langem in der Diskussion. Einen solchen für die ED zu ermitteln, wie es ihn für die HD schon lange gibt, stellt sich aufgrund der bei den verschiedenen Rassen meist dünnen Datenlage jedoch schwierig dar. Zu wenige Hunde werden hierfür geröntgt, der Airedale Terrier mit seinen knapp 20 % eines Jahrgangs ist da ein gutes Beispiel. Es wird davon ausgegan­ gen, dass für die Erarbeitung eines aussagekräftigen Zuchtwerts mindestens 60 % geröntgt werden müssen. Das ist derzeit nicht erreichbar. 30

Zudem müssten die verschiedenen Erkrankungen jeweils für sich berücksichtigt und, aufgrund unterschiedlicher Vererblichkeit, auch deren Gewichtung unterschiedlich eingestuft werden. Auch stellt sich die Frage, auf welche Weise ein bestimmtes Merkmal gemessen wird. Eine Studie an Deutschen Schäferhunden zum Einsatz von Winkelmessungen am Ellbogengelenk beispielsweise, um einen Zusammenhang mit der Ausprägung von Arthrosen herzustellen, deckte zu große Abweichungen in den Messreihen für Winkel dessel­ ben Gelenks auf. Ein schwer einzuschätzender Faktor, der bei der HD immer wieder angeführt wird, ist die Nicht-Auswertung offensichtlich schlechter Röntgenbilder, das heißt, wenn Röntgenbilder sehr offensichtlich einen Krankheitsbefund zeigen und dann gar nicht erst zur Auswer­ tung eingesendet werden, da die zu erwartende Einstufung eine Zuchtverwendung ohnehin ausschließen würde. Diese Krankheitsbefunde fließen entsprechend auch nicht in die Statistiken ein. Der SV sieht diese Praxis bei der ED allerdings als weniger relevant an, da sich die Diagnostik als sehr schwierig darstellt. Trotz dieser Sachlage schlägt der SV schlägt vor, eine Zuchtwertschätzung zu prüfen, und hat wissenschaftliche Vorstudien für die Umsetzung einer Zuchtwertschätzung unterstützt. Aktuell läuft im DRC eine 2018 gestartete und auf drei Jahre ausgelegte Studie mit dem Ziel, einen genomischen Zuchtwert für die ED zu erarbeiten. Es wird eine große Datenbasis von 2.500 teilnehmenden Hunden anvisiert, um wissenschaftlich fundiert die jeweiligen Röntgenbefunde in Bezug zum Genom und zu den Verwandtschaftsbeziehungen unter den Hunden setzen zu können.


Quo vadis, Ellenbogendysplasie? KYNOLOGIE * Wie geht es weiter? Ohne einen Zuchtwert, an dem objektiv das Merkmal „ED“ sowohl punktuell als auch im Verlauf der Zeit gemessen werden könnte – wie also sieht es mit der Entwicklung innerhalb der Rassen aus? Die OFA-Statistik weist abnehmende ED-Fallzahlen für alle vier Rassen aus, ohne Gründe dafür anzugeben. Die verstärkten Bemühungen von Zuchtverbänden, ED vor der Zuchtverwendung zu erkennen und sich auf erbgesunde Hunde zu konzentrieren, könnte sich hier zeigen: Der Vererbungslehre folgend, ist bei einem erblichen Merkmal generell da­ von auszugehen, dass die Verpaarung von merkmalsfreien Elterntieren auch zu mehr merkmalsfreien Nachkommen führt, als wenn merkmals­ freie Tiere mit Merkmalsträgern angepaart werden. Die Einschätzungen der Zuchtverbände in Deutschland sind allerdings unterschiedlich. Der SV sieht bei seiner Rasse eine leichte Tendenz zur Abnahme der ED-Häufigkeit, fasst das aber nicht in öffentliche Zahlen. Eine abnehmende Tendenz würde jedoch auch hier dafür sprechen, dass die Zuchtmaßnahmen greifen. Der DRC beschreibt als einen Grund für die laufende Studie einen sehr langsamen, manchmal sogar aber auch keinen Zuchtfortschritt in Bezug auf die Verbesserung der Ellbogengesundheit. Beim Labrador gab es einen Versuch, durch Zuchtwertobergrenzen eine Verbesserung zu erzielen, durch formale Veränderungen wurde dieser jedoch unterbrochen. Der KfT trifft zu diesem Punkt keine Aussage, da man davon ausgeht, dass die QUELLEN Allgemein • http://www.grsk.org/informationen­fuer­tierbesitzer­zuechter/was­ ist­ed (27.10.2021) • https://www.kft-online.de/_rubric/detail.php?rubric=Bek%E4mpfung+ von+Krankheiten&nr=13617 (25.11.2021) • https://www.airedale-kft.de/gesundheit/ellbogendysplasie-ed/edallgemein/ (27.10.2021) • https://www.schaeferhunde.de/mein­sv/infothek/der­deutsche­ schaeferhund/fragen-zum-dsh/hd-ed/ursachen?sword_ list%5B0%5D=ellbogen&no_cache=1 (30.11.2021) • https://drc.de/gesundheit/ellbogengelenksdysplasie (27.10.2021) • https://www.vdh.de/fileadmin/media/ueber/downloads/satzung/2018/ Zucht-Ordnung_mit_allen_DFB.pdf (31.10.2021)

• https://www.ofa.org/diseases/breed­statistics (30.11.2021) • https://dog-native.de/ellenbogendysplasie-beim-hund/ (27.10.2021) • https://doggy-fitness.de/symptome-ellbogendysplasie/ (27.10.2021) • https://vetevo.de/blogs/ratgeber/frueherkennung-hueftdysplasieellenbogendysplasie (27.10.2021) Deutscher Schäferhund • https://www.schaeferhunde.de/index.php?eID=dumpFile&t=f&f=1644& token=ec6c822a15fa43da8a756d51bb958adcd24e4892 (27.10.2021) • https://www.schaeferhunde.de/mein­sv/infothek/der­deutsche­scha­ eferhund/fragen­zum­dsh/hd­ed/rasse­ranking (30.11.2021) • https://www.kleintierklinik­ettlingen.de/diagnostik/therapie/chirurgie/ ipa.html (27.10.2021)

Zahlen möglicherweise nicht repräsentativ für die Population sind; zumindest lassen sie keine Rückschlüsse auf die Wirksamkeit der Zuchtbeschränkungen zu. Unter dem Strich kann man feststellen: Es ist weiterhin die Forschung gefragt, und die ist sehr aktiv. Um züchterisch gezielt gegen einzelne ED-Formen vorgehen zu können, muss teils rassespezifisch klarer werden, welcher Befund eine vererbbare krankhafte Veränderung anzeigt und wie jeweils am besten diagnostiziert werden kann. Hierzu tut sich einiges, ein Beispiel dafür ist die oben angeführte kleine Schweizer Studie mit Labrador und Golden Retrievern. Die Autoren empfehlen beispielsweise, Golden erst später oder später erneut zu röntgen, auch geringste radiologische Veränderungen strenger zu bewerten als bei anderen Rassen und bringen unter anderem ins Spiel, Elterntiere mit beson­ ders vielen erkrankten Nachkommen für die Zucht zu sperren. Diese retrospektiven Ansätze scheinen sich auch an anderer Stelle als mögliche Richtung abzuzeichnen, um das Auftreten von ED nachhaltig zu mindern: Die Autoren der Retriever-Studie beschreiben beim Berner Sennenhund den Einsatz von ED II-Hunden unter strenger Nachzuchtkontrolle – mit ermutigend positiven Ergebnissen. Es scheint, als ob die ED, dieses Bündel unterschiedlicher Erkrankungsbilder, ein noch vielfältigeres Bündel unterschiedlicher Gegenmaß­ nahmen erfordert, um ihr Auftreten nachhaltig zu reduzieren.■ Labrador und Golden Retriever • http://www.grsk.org/informationen­fuer­tierbesitzer­zuechter/informa­ tionen-und-hinweise/item/ellbogendysplasie-bei-retriever-fachartikel (12.11.2021) sowie Informationen des Studienleiters Prof. Dr. med. vet. Mark Flückiger (E­Mail vom 07.12.2021) • https://drc.de/gesundheit/gesundheitsthemen/ellbogenstudie­fuer­ golden­labrador (27.10.2021) • https://drc.de/sites/dev.drc.de/files/documents/zolab-20211spaltig. pdf (30.11.2021) • https://drc.de/sites/dev.drc.de/files/documents/zogolden-20191spaltig.pdf (30.11.2021)

• Monatliche ED-Auswertungsstatistiken von Oktober 2019 bis September 2021, veröffentlicht im KfT-Verbandsmagazin „Der Terrier“ (Ausgaben Dezember 2019 bis November 2021) • Informationen der Klubzuchtwartin des KfT (E-Mail vom 24.11.2021) Andere Rassen (Berner Sennenhund, Rottweiler) • https://www.tg-tierzucht.de/hzucht/publikation/ed_ssv.pdf (31.10.20.21) • https://www.tg-tierzucht.de/hzucht/publikation/gkf_ed.pdf (27.10.2021)

Airedale Terrier • https://www.kft-online.de/_data/1809-1907KfT-Zuchtordnung_nachMV2018.pdf (30.11.2021)

sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

31


 Freiheit ohne Leine: nur an bestimmten Orten

JUSTITIAS TÜCKEN ILLUSTRATION: fotolia.de / Creative Hawk

TEXT: INKA STONJEK

Für den Halter ist ein Hund der beste Freund in allen Lebenslagen, doch rechtlich gilt er mal als Haushaltsgegenstand, mal als Ladung oder mal schlicht als unberechenbar. Jeder Hundehalter hat neben seinen Rechten auch Pflichten, die bei Nichtbeachtung bestraft werden können. Einige davon stellen wir hier vor:

32

Ein gut erzogener Hund genießt viele Freiheiten, denn man kann ihn (fast) überall hin mitnehmen. Und wenn er gelernt hat, auf Kommando zu seinem Herrchen oder Frauchen zurückzukommen, darf er auch gerne mal ohne Leine laufen. Doch das ist nicht überall erlaubt. Für Listenhunde gilt ein bun­ desweiter Leinen­, teilweise sogar Maulkorbzwang. Für alle anderen Hunderassen kann jede Stadt und jedes Bundesland eigene Regeln aufstellen. In gesondert aus­ gewiesenen Schutzzonen wie Kinderspielplätzen, Parkan­ lagen oder Landschafts- und Naturschutzgebieten gilt üblicherweise Leinenpflicht, ebenso an öffentlichen Orten und Verkehrsmitteln. Auch im Wald gehören Hunde meist an die Leine, um Spaziergänger, Wildtiere und das Tier selbst zu schützen – Jäger dürfen wil­ dernde Tiere oft erschießen.


Justitias Tücken

Ein ungesicherter Hund im Auto stellt eine große Gefahr dar. Kann er sich frei bewegen, lenkt er ab, wird er bei einem Aufprall durch den Innen­ raum geschleudert, kann er verletzen. In Crashtests haben Hunde bereits das 30­Fache ihres Gewichts erreicht, wenn das Auto mit einer Geschwin­ digkeit von rund 50 Stundenkilometern auf ein Hindernis prallt. Die Straßenverkehrsordnung (StVO) ordnet Hunde daher als Ladung ein, die entspre­ chend gesichert transportiert werden muss. Das bedeutet, dass sie bei einer Vollbrem­ sung oder einem plötzlichen

Ausweichen nicht umfallen, verrutschen oder hin und her rollen darf. In einer Transportbox, die zusätzlich gesichert ist, ist der Hund tiergerecht und sicher untergebracht. So schützt man nicht nur den Hund, sondern auch sich selbst und andere Mitfahrer und umgeht zusätzlich ein Bußgeld. Der aktuelle Bußgeldkatalog sieht nämlich 30 Euro vor, wenn ein Tier nicht angemessen gesichert ist. 60 Euro, wenn die unangemes­ sene Sicherung zudem eine Gefährdung darstellt und 75 Euro, wenn eine Sachbeschädigung vorliegt. In den letzten beiden Fällen kommt noch ein Punkt in Flensburg hinzu.

Hundesport bedeutet unterwegs sein und die vielen Kilometer auf der Straße möchte auch der vierbeinige Sportkamerad komfortabel verbringen. Eine gesichterte Hundebox ist dafür eine der besten Lösungen. sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

33

Foto: Constanze Rähse

 Hundetransport im Auto: nur sicher verstaut

RECHT


Dauert ein Hundeleben länger als eine Partnerschaft, stellt sich die Frage: wo bleibt der Hund? Wurde er von einem der Ehepartner mit in die Ehe gebracht, ist die Sache juristisch klar: Der Hund bleibt beim Eigentümer, der andere Ehepartner hat keinen An­ spruch auf ein Leben mit ihm. Anders sieht die Sache aus, wenn das Tier im Rahmen der gemeinsamen Lebensplanung zusammen angeschafft wurde. Dann gehört es nämlich beiden Eheleuten und wird bei einem Scheidungsver­ fahren zunächst erstmal wie ein Haushaltsgegenstand behandelt. Das bedeutet Aufteilen: der eine behält die Stereoanlage, der andere den Vierbeiner. Gemeinsam lassen sich sogar weitere Absprachen vereinbaren, wie ein Besuchs­ oder gemeinsames Sorge­ 34

recht. Können sich die Partner jedoch nicht einigen, müssen Gerichte eine entsprechende Entscheidung treffen. Das Tierwohl – also die Frage, bei wem es der Hund in Zukunft besser hat – steht hier nicht unbedingt im Vordergrund, allerdings haben bei Urtei­ len der vergangenen Jahre vermehrt tierschutzrechtliche Aspekte eine Rolle gespielt. Das Oberlandesgericht Stuttgart etwa hat den Hund ent­ scheiden lassen: er wurde im Gerichtssaal frei gelassen, lief zu seinem Frauchen und blieb auf deren Schoß ruhig sitzen – Besitzerfrage geklärt (Az. 18 UF 62/14). Das Oberlandesgericht Nürnberg entschied, dass ein Rudel aus vier Hunden durch die Trennung der Halter und den Tod zweier Artgenossen genug durchgemacht habe und nicht noch einmal auseinan­ dergerissen werden sollte. In diesem Fall blieben die Hunde zusammen bei der Frau.

 Haftpflicht für den Hund: von Wohnort und Rasse abhängig Rechtlich gesehen sind Hunde unberechenbar, einfach, weil es Tiere sind. Nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch müssen deshalb alle Hundehalter für Schäden haften, die ihre Vierbeiner verursachen – einfach, weil sie die Besitzer des Tieres sind. Dabei ist es zunächst völlig unerheblich, ob der Halter den Schaden mitverursacht hat oder nicht und gilt sogar, wenn Freunde, Verwandte oder

Bekannte den Hund sitten. Anders sieht es aus, wenn der Halter eine andere Person mit der Beaufsichtigung beauftragt hat – eine Hundepension oder einen Gassiservice beispiels­ weise. In diesem Fall haftet der Mitarbeiter. Insbesondere Personen­ oder größere Sach­ schäden können schnell teuer werden. Finanziell gesehen ist eine Tierhalterhaftpflichtversicherung deshalb für jeden Hundehalter ein Muss, recht­ lich verpflichtend ist sie aber nur in Berlin, Hamburg, Nie­ dersachsen, Sachsen­Anhalt, Schleswig­Holstein und Thüringen. In Baden­Württem­ berg, Bayern, Brandenburg, Bremen, Hessen, Nordrhein­ Westfalen, Rhein­ land Pfalz, Saarland und Sachsen müs­ sen nur bestimmte Hunderassen (Listenhunde) versi­ chert werden. Foto: Constanze Rähse

 Scheidung mit Hund: zum Wohl des Tieres


 Hitzefalle Auto: Eigeninitiative erlaubt Obwohl es jeder Halter wissen sollte, passiert es im Sommer immer wieder: der Hund soll kurz im Auto warten. Was nur als Behelfsunterkunft gedacht ist, kann für das Tier schnell zu einer lebensgefährlichen Falle werden, denn der Innen­ raum heizt sich auf. Bei 20 Grad Außentemperatur sind es nach zehn Minuten im Auto schon 27 Grad, bei 36 Grad Außentemperatur schon 43 Grad. Der Halter verstößt in einem solchen Fall gegen die Tierschutz­Hundeverordnung (TierSchHuV), nach der er im Auto für ausreichend Frisch­ luft und angemessene Lufttemperaturen sorgen muss. Die Konsequenzen sind im Tierschutzgesetz (TierSchG) geregelt und werden entweder als Straftat oder als

Ordnungswidrigkeit einge­ ordnet. Entscheidend ist, ob der Hund mit voller Absicht oder aus Unwissenheit beziehungsweise Unterschät­ zung der Sonneneinstrahlung zurückgelassen wurde. Bemerken Passanten bei solchen Temperaturen ein Tier alleine im Auto, ist Handeln angesagt. Doch Vorsicht vor blindem Aktionismus: juristisch gesehen ist das Ein­ schlagen einer Autoscheibe Sachbeschädigung. Deshalb sollten Tierretter einige Dinge beherzigen: abhängig davon, in welchem Zustand sich das Tier befindet, ist man verpflichtet, zuerst in der näheren Umgebung kurz nach dem Fahrer zu suchen. Ist er nicht ausfindig zu machen, sollte man die Polizei oder die Feuerwehr verstän­ digen. Ein apathischer Hund mit glasigem Blick jedoch schwebt in akuter Lebens­ gefahr. Ist zu vermuten,

dass Polizei oder Feuerwehr nicht mehr rechtzeitig eintreffen, darf man die Auto­ scheibe einschla­ gen. Hierbei sollte man andere Pas­ santen als Zeugen hinzuziehen, ggf. Bilder machen und ein Seiten­ fenster wählen, um den Schaden möglichst gering zu halten. Dann ist erste Hilfe angesagt. Das soll aber an anderer Stelle mal ein Thema in unserem Kundenma­ gazin sein.

RECHT

Foto: Constanze Rähse

Justitias Tücken

Wichtig dennoch: Auch wenn der Hund sich nach der ersten Hilfe augenscheinlich wieder erholt hat, muss er schleu­ nigst zum Tierarzt.

Auch wenn das Fenster einen Spalt offen ist, besonders im Sommer sollte der Hund nie länger allein im Auto bleiben.

sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

35


SCHLITTENHUND

AGILITY

21.­24.4.2022 FCI Weltmeisterschaft Paris (FRA)

19.-20.2.2022 Deutsche Meisterschaft snow Haidmühle (DE)

19.-20.3.2022 VDH Qualifikation s/m Mending (DE)

22.­24.4.2022 DVG BSP Herne (DE)

30.9.-1.10.2022 VDH Qualifikation WM 2023 Denkingen (DE)

23.­27.2.2022 IFSS Weltmeisterschaft snow Arsana

26.­27.3.2022 VDH Qualifikation l Mending (DE)

29.4.-1.5.2022 7-Länderwettkampf Veringenstadt (DE)

17.­20.11.2022 FCI EOC Stuttgart (DE)

9.-12.3.2022 WSA Weltmeisterschaft snow Östersund (SWE)

2.­3.4.2022 VDH Qualifikation s/m Wülfrath (DE)

10.-15.5.2022 FMBB Karpensi (GRE)

9.-10.4.2022 VDH Qualifikation s/m Wülfrath (DE)

26.-29.5.2022 DMC Championat Karlsdorf (DE)

9.7.2022 swhv Verbandsmeisterschaft Saarbrücken (DE)

25.-26.6.2022 SV Bundes FCI Langenberg (DE)

14.­17.7.2022 Junior European Open Vantaa (FIN)

27.-28.8.2022 swhv Verbandsmeisterschaft Einöllen (DE)

28.-31.7.2022 European Open Opglabbeek (BE)

9.-11.9.2022 SV BSP Karlsruhe (DE)

10.-11.9.2022 DVG BSP Ibbenbühren (DE)

11.-18.9.2022 FCI Weltmeisterschaft Roudnice nad Labem (CZE)

29.9.-2.10.2022 FCI Weltmeisterschaft Russland

24.-25.9.2022 dhv Deutsche Meisterschaft Mötzingen (DE)

10.10.2022 VDH DM Para Agility Dortmund (DE)

28.9.-2.10.2022 WUSV Weltmeisterschaft Randers (DEN)

CANI-X

FLYBALL

5.-6.3.2022 DVG BSP Quakenbrück (DE)

28.-29.5.2022 FCI Flyball Open WC Lommel (BE)

5.-6.3.2022 Schwabentrail Opglabbeek (BE)

OBEDIENCE

2.­3.4.2022 VulcaniCross Schotten (DE) 28.4.-1.5.2022 ICF Weltmeisterschaft Pledran (FRA)

RALLY OBEDIENCE

10.-15.5.2022 FMBB Karpensi (GRE) 21.5.2022 VDH Qualifikation FCI WM n.n. (DE) 22.5.2022 VDH Deutsche Meisterschaft & Finalqualifikation ? (DE)

20.-21.8.2022 offene SV Meisterschaft Merseburg (DE)

18.-19.6.2022 swhv Verbandsmeisterschaft Schnaitheim (DE)

1.­2.10.2022 DVG BSP Ering (DE)

22.­26.6.2022 FCI Weltmeistershaft Arhaus (DEN)

22.­23.10.2022 dhv Deutsche Meisterschaft n.n. (DE)

1.­2.10.2022 dhv Deutsche Meisterschaft n.n. (DE)

36

Foto: „erste Kontaktaufnahme“ Airedale Terrier Welpe

IGP

Foto: Kira Albers

DOGDANCE

THS

FÄHRTE 20.­24.4.2022 FCI Weltmeisterschaft Lublin (POL)

2.­3.7.2022 swhv Verbandsmeisterschaft Mühlacker (DE)

19.-20.11.2022 VDH Deutsche Meisterschaft n.n. (DE)

23.­24.7.2022 DVG BSP Niederzier (DE)

MONDIORING 6.-9.10.2022 FCI Weltmeisterschaft n.n. (FRA)

TOPHUNDESPORTTERMINE ohne Gewähr auf Richtigkeit und Vollständigkeit


Foto: Kira Albers

SPORTHUNDGEWINNSPIEL Teilnahmebedingungen: Sende das Lösungswort, deinen Namen und deine vollständige Postanschrift per E-Mail an

ASSOZIATIONS-Rätsel Finde die Begriffe zu den dargestellten Bildern und trage diese ein. Die orange markierten Buchstaben ergeben von oben nach unten gelesen unser Lösungswort.

gewinnspiel@sporthund.de

Gewinner werden per E­Mail benachrichtigt. Unter allen Einsendungen verlosen wir eine SPORTHUND Sprunghürde mit Sprunghilfe im Wert von 160 EUR (UVP). Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Es besteht auch kein Anspruch auf Auszahlung oder Ausgabe eines Ersatzgewinns. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die vom Teilnehmer angegebenen Daten werden nach Maßgabe der DSGVO behandelt. Die Datenschutzerklärung findest du unter www.sporthund.de/ datenschutzerklaerung

G Gewinne eine mobile SPORTHUND Sprunghürde (inkl. Sprunghilfe)

Lösungswort

an gewinnspiel@sporthund.de und Chance auf die mobile SPORTHUND Sprunghürde mit Sprunghilfe im Wert von ca. 160 EUR sichern. Einsendeschluss:

28. Februar 2022

L D

Z S I F B Y T J E sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

37


RUBRIK Impressum & Vorschau

Lektorat: Dipl.-Germanistin (Univ.) Cordula Scheffner, Viersen Erscheinungsweise: 6x jährlich Druck: Saxoprint GmbH Auflage: 5.000 Stück Fotoquellen: Jan Redder, Fransi Rottmaier, Kurz Buffel, Kira Albers, Karola Schäfer, SusanneOtlinghaus, Manfred Zanker, Isa­ bell Eule, Alexandra Dusin, AdobeStock, Constanze Rähse

Angemessen Nein-Sagen will gelernt sein – oder doch besser lernen, nicht „Nein“ sagen zu müssen? Das Abbruchsignal aus Perspektive des Hundesports und der modernen Kynologie. Notwendig, überholt – oder einfach oft nicht gut gemacht?

Kynologie

EIN PIEKS MIT AUSSAGEKRAFT Eine regelmäßige Blutuntersuchung macht auch beim Hund Sinn. Sie ist schnell gemacht und gibt einen Eindruck, ob alle Organe ausreichend arbeiten, Hormonstörungen, Entzündungen oder Infektionen vorliegen.

Hundesport Kynologie

Hinweise:

AN DER HERAUSFORDERUNG WACHSEN Foto: Jan Redder

Kein Teil dieses Magazins darf ohne Genehmigung des Herausgebers vervielfältigt oder verbreitet werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Eine Haftung für Ratschläge unserer Experten kann nicht übernommen werden. Der Herausgeber behält sich das Recht vor, veröffentlichte Artikel, Beiträge und Fotos auch in seinen anderen Publikationen (In­ und Ausland, im Web und elektronisch) ohne weitere Vergütung und Nachfrage zu veröffentlichen. Die Nutzungsrechte an eingesandten Leserfotos gehen mit Einsendung automatisch auf die Leroi GmbH über.

Unsere nächste Ausgabe erscheint Anfang April 2022

GESTATTEN, MEIN NAME IST NEIN Foto: Constanze Rähse

Gesamtkonzept & Layout: Constanze Rähse, Neuhaus an der Pegnitz

VORSCHAU #15

Hundesport Kynologie

Foto: AdobeStock / Christoph Hähnel

Herausgeber: LEROI GmbH Geschäftsführer: Florian König, Olaf König Am Schneckenhof 9 D-74626 Bretzfeld-Geddelsbach Email: magazin@sporthund.de Tel.: +49 (0) 79 45 / 9 41 01 01

Scan mich!

IMPRESSUM

In der klassischen Verhaltenstherapie werden Ängste mit Desensibilisierung, Gegenkonditionierung und Umkonditionierung bekämpft. Im Hundesport stehen uns aber auch noch andere Mittel zur Verfügung, um Unsicherheiten zu beeinflussen. Kurzfristige Änderungen vorbehalten. Wir bitten um Verständnis.

38


Heike Johannsen Foto:Foto: Constanze Rähse

Hochwertiges Equipment für maximalen Spaß!

sporthund.de sporthund.de ∙[Heft 1/2022]

39


ANDERE BAUEN SCHNEEMÄNNER. WIR MACHEN HUNDESPORT. Foto: Isabell Eule

ZUM SAMMELN sporthund.de


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Sporthund-Magazin Ausgabe 14 by Sporthund - Issuu