Dezember 2021/Januar 2022
MAGAZIN #13 Wege zum perfekten Apport Vergleich von Ausbildungswegen
Traumerfüllung
Ein Familientrio und der Bundessieg
Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser! Deklaration von Hundefutter
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Foto: Heike Johannsen
Bälle
Foto: Constanze Rähse
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EDITORIAL
„Erfolg hat der, der warten kann.“
Harry Schaelicke (Hundesportler, mehrfach DDR-Meisterschaft)
Im Herbst gibt es Meisterschaften wie Sand am Meer. Jede Hundesportart zelebriert ihre eigenen und egal, ob Kreis-, Verbands-, Deutsche oder Weltmeisterschaft: am Ende gibt es immer Sieger und Träume gehen in Erfüllung, weil sich jahrelanges Training ausgezahlt hat. Aber auch Enttäuschungen und das eine oder andere Tränchen schwingen immer mit. „Erfolg hat der, der warten kann.“ Also nicht aufgeben!
Autoren dieser Ausgabe KATHRIN OVERRÖDDER arbeitet hauptberuflich in der Marketingleitung einer GmbH. Sie ist seit über zehn Jahren Ausbilderin im DVG und findet immer einen Trainingsansatz für jedes Problem. Sie selbst führt ihren 10-jährigen Malinois Rüden im Obedience und im Mantrailing. Ihre Nachwuchshündin, ebenfalls ein Malinois, soll in seine Fußstapfen im Obedience treten. INKA STONJEK lebt in Schweden und arbeitet von dort als freie Fachjournalistin, PR-Beraterin und Konzeptionerin. Inhaltlich geht es bei der Ernährungswissenschaftlerin meist um das große Themenspektrum Essen und Trinken. Mit ihrem 7-jährigen Australian Shepherd ist sie im schwedischen Brukshundklubben u.a. im Agility aktiv.
Für Dienst- und Arbeitshunde, die nicht fürs Treppchen trainieren, ist jeder Einsatz ein Wettkampf: sie müssen unter manchmal harten, gar unfairen Bedingungen Höchstleistungen vollbringen. Geehrt werden sie viel zu selten.
FRANSI ROTTMAIER ist seit 1997 im Schlitten-
Aber egal ob Sport- oder Diensthund: jeder Hundeführer möchte für seinen Teampartner nur das Beste! Doch was ist das Beste? Werbeanzeigen, Futterverpackungen, tolle Bilder – aber ist auch drin, was drauf steht?
hundesport aktiv. Die gelernte „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ stieg 2005 als Zeitsoldatin auf die Arbeit mit Dienstgebrauchshunden um. Als Referentin und Beraterin über Aggressionsverhalten, Selbstschutz und Mikromuster-orientierter Verhaltensanalyse machte sie sich europaweit einen Namen.
Nun aber wieder viel Spaß beim Lesen, Stöbern und Rätseln! Das Team von Sporthund wünscht allen eine besinnliche Weihnachtszeit. Bleibt gesund und nehmt Rücksicht aufeinander!
Unser Titelbild „Apportieren“ zeigt den Malinois Mika vom Brunsbecker Land, ein sportliches Multitalent mit Ausbildung im IGP, THS, Cani-X. Zweimal Deutscher Meister im THS VK3 und FMBB Weltmeister im Bikejöring. Und Apportieren kann er natürlich auch. Chefredakteurin SPORTHUNDMAGAZIN
Foto: Constanze Rähse
sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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TRAUMERFÜLLUNG INTERVIEW: CONSTANZE RÄHSE
Aber Hundesport ist Teamsport und wie besonders ist es, wenn dieses aus Familie besteht. Ihr Verlobter Fabian Uebbing, der 2019 als Schutzdiensthelfer der Veranstaltung im Einsatz war, hat auch Mama Agnes Albers auf die Teilnahme der in Meppen bestens vorbereitet. Sporthund hat mit den dreien gesprochen: 4
Foto: Constanze Rähse
Foto: Claas Posser – C-Pics
Der Sieg bei einer Meisterschaft ist nichts Neues für Kira Albers, die schon auf der Deutschen Jugend- und Juniorenmeisterschaft ganz oben auf dem Treppchen stand. Aber die Bundessiegerprüfung? Im SV? Nur von der Teilnahme träumen viele. Für die meisten geht der Traum nicht in Erfüllung. Kira Albers hat es geschafft. Sie ist die neue Bundessiegerin, vertritt Deutschland anschließend bei der WUSV Weltmeisterschaft. Noch ein Traum, der sich erfüllt.
Traumerfüllung HUNDESPORT
Foto: Claas Posser – C-Pics
habe damit ganz sicher nicht gerechnet. Das Gefühl ist aber natürlich unbeschreiblich. Zunächst konnte ich es gar nicht glauben und auch jetzt fühlt es sich immer noch wie ein Traum an.
Die Sieger der SV BSP IGP 2021 v.l.: Titelverteidiger Christian Mieck mit Daro (286 V)- Kira Albers mit Ultra (291 V) - Oliver Ulbrich mit Berta (286 V)
Agnes, auch dir meine Glückwünsche zu deinem Erfolg. Du hast dich als Vizesieger der LG qualifiziert, deine Tochter hat dich auf der LGA „geschlagen“. Überwiegt da der Ehrgeiz, es ihr nächstes Mal „heimzuzahlen“ oder die Freude und der Stolz, dass ihr beide auf dem Treppchen standet und zusammen nach Meppen fahrt?
Kira, herzliche Gratulation zum Titelgewinn in Meppen. Du hattest dich als Sieger deiner LG für die BSP qualifiziert. Wie überraschend kam der dann doch relativ klare Sieg trotzdem für dich? Fünf Punkte Vorsprung, rechnet man mit sowas? Wie fühlt sich das an?
Agnes: Ich bin stolz und freue mich für Kira. Wir trainieren immer zusammen und es freut mich, dass Ultra sich so toll präsentiert hat. Gemeinsam auf dem Treppchen zu stehen war ein großartiges Gefühl, egal wer „oben“ steht. Auf die BSP in Meppen haben wir uns beide sehr gefreut.
Kira: Der Sieg der SV Bundessiegerprüfung kam für mich sehr überraschend. Auch, wenn wir die Landesausscheidung gewinnen konnten, das Niveau auf der BSP ist doch noch ein ganz anderes. Ich glaube aber, mit so einem Sieg rechnet niemand. Und auch wenn mich einige vorher schon als einen „Favoriten“ betitelt haben, ich
Hundesport scheint ein Familienthema bei euch zu sein. Erzählt doch mal kurz eure Familienhundesportgeschichte. Agnes: Als 1988 ein Hovawart einzog, sollte dieser in einer Hundeschule die Grundkommandos erlernen und etwas ausgelastet werden. Hierdurch wurde ich Mitglied im
DVG Emsdetten-Sinningen. Schnell gefiel mir der gesamte Sport und ich bildete den Hovawart bis zur (damaligen) SchH3 aus. Als Nächstes kam dann eine Deutsche Schäferhündin ins Haus. 2003, als die Hündin bereits älter war, hat Kira im Alter von acht Jahren mit ihr ihre erste Begleithundprüfung absolviert. Seit dieser Zeit trainieren wir gemeinsam. 2006 bekam Kira ihre erste eigene Schäferhündin, die leider nicht für den Sport geeignet war. 2011 zog dann Fame vom dunklen Zwinger, die Mutter von Tawa und Ultra, ein. Mit ihr konnte Kira die ersten überregionalen Erfahrungen sammeln. Ich selbst führte bereits in früheren Jahren eine Kreisauslese im DVG und mit dem Rüden X vom dunklen Zwinger, der 2008 einzog, konnte ich auch im SV an überregionalen Veranstaltungen teilnehmen. Wie viele Hunde leben bei euch und wie seht ihr das Leben nach der Karriere? Agnes: Bei uns leben insgesamt sechs Hunde. Die Hunde sind für uns Familienmitglieder und bleiben bis zu ihrem Tod bei uns. Bislang haben wir erst einen Hund in jungen Jahren verkauft, da er nicht für den Sport geeignet war. sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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Foto: Claas Posser – C-Pics
Foto: Denise Altenkämper Foto: Denise Altenkämper
Fabian mit Rottweiler Ivory
Fabian als Helfer LG FCI 2019 mit Tawa
Zur Familie gehört inzwischen auch Fabian Uebbing, der mit Kira verlobt ist und 2017 Deutscher Meister im ADRK geworden ist. Profitiert ihr von seinen Erfahrungen mit einer anderen Rasse? Kira: Das ist eine gute Frage. Natürlich ist jeder Hund anders und rassetypische Unterschiede sind nun mal existent. Wir profitieren auf jeden Fall davon, dass er ein sehr 6
guter Schutzdiensthelfer ist und mit viel Erfahrung unsere Hunde sehr gut arbeitet. Er ist aber auch selbst ein erfolgreicher Hundeführer und weiß, wie man sich am anderen Ende der Leine „fühlt“. Nach welcher Philosophie arbeitet ihr und seid ihr euch immer einig über den Weg? Kira: Eine Ausbildungsphilosophie ist schwierig zu definieren. Uns ist es sehr wichtig, dass wir den Spaß am Sport behalten. Wir wollen modern ausbilden und auch sehen, dass die Hunde Spaß an der Arbeit haben. In den meisten Fällen sind wir uns einig. Natürlich diskutieren wir auch mal und probieren verschiedene Möglichkeiten aus. Mit nach Hause nehmen wir diese Diskussionen jedoch nicht.
Fabian als Helfer Teil 1 BSP 2019 mit Tawa
Fabian, du warst auch als Helfer der SV BSP 2019 im Einsatz. Ist es leichter Helfer zu sein oder Betreuer? Fabian: Es ist leichter, die SV BSP zu hetzen. Bei den ersten Hunden ist man noch nervös, danach kommt man in den Ablauf. Als Betreuer steht man bis zum Ende unter Strom. Besteht für dich die Möglichkeit, weitere Großveranstaltungen zu hetzen? Du bist doch auch Lehrhelfer deiner LG? Fabian: Ja, die Möglichkeit besteht. Dieses Jahr war es mir aufgrund der Regelung, dass man die BSP nicht zwei Jahre hintereinander hetzen darf, nicht möglich zur Sichtung zu fahren. Das Hetzen von Veranstaltungen
Traumerfüllung HUNDESPORT Du bist inzwischen als Hundeführer auch auf den Deutschen Schäferhund umgestiegen. Warum?
Fabian: Ja, natürlich muss man umdenken. Aber ich denke, auch Hunde derselben Rasse können ganz unterschiedlich sein. Man merkt schon, dass der Deutsche Schäferhund im Allgemeinen eine deutlich bessere Griffqualität mitbringt als der Rottweiler.
Fabian: Umgestiegen ist vielleicht falsch formuliert. Ich habe sowohl einen Deutschen Schäferhund als auch einen Rottweiler. Da sowohl Fame als auch Ultra mir sehr gut gefallen haben, habe ich mich dafür entschieden, einen Welpen aus unserem AWurf zu behalten. Fame ist die Mutter dieses Wurfes und Vater Henrik vom Wolfsheim ist, wie Ultras Vater Bosco vom Wolfsbankring, ein Kinski vom Heidhof Sohn.
Ebenso sind viele Rottweiler meist sehr sensibel. Rottweiler benötigen häufig mehr Zeit, um Übungen zu verstehen, führen diese dann aber zuverlässiger aus als die meisten Deutschen Schäferhunde. Agnes, der Hundesport ist die letzten Jahre sehr viel moderner geworden. Wie hast du persönlich denn diese Wandlung erlebt?
LG FCI 2018: Agnes & Tawa: Platz 3
Foto: Denise Altenkämper
Foto: Denise Altenkämper
Ist es eine Herausforderung, zwei Hunde mit so unterschiedlichen rassetypischen Eigenschaften auszubilden?
Die nächste Generation: Agnes, Tawa & Fame-Sohn Carat
Foto: Denise Altenkämper
macht Spaß, ist aber auch sehr anstrengend. Als Helfer bekommt man von der eigentlichen Veranstaltung nicht viel mit. Eine WM zu hetzen wäre natürlich ein tolles Erlebnis. Wir warten mal ab.
DJJM 2014: Kira & Fame: Platz 12 IPO3 (Junioren) sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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Wie habt ihr gelost, ward ihr zufrieden mit dem Los? Konntet ihr euch in Meppen gegenseitig unterstützen? Agnes: Leider hatten wir in dieser Hinsicht, wie schon auf der LGA, „Lospech“. Als ich in der Unterordnung startete, musste Kira in die Fährte. Und als Kira ihre Unterordnung führte, war ich im Stadion mit dem Schutzdienst dran. Demnach war die gegenseitige 8
LGA 2021: Kira & Ultra sind Landessieger Foto: Claas Posser – C-Pics
Agnes: Ich habe dies als sehr positiv erlebt. Die ganze Ausbildung ist viel überlegter geworden, da auch die Ausstrahlung des Hundes deutlich mehr zählt. Dadurch bringt man den Hunden die Übungen positiv bei. Damals war das noch ganz anders. Diese Wandlung finde ich sehr gut.
Foto: Denise Altenkämper
Foto: Denise Altenkämper
LGA 2021: Kira & Ultra sind Landessieger
Unterstützung leider nur in zwei der sechs Abteilungen möglich. Kira wurde von Fabian unterstützt und mir stand unser guter Freund Ortwin Kroll zur Seite. Danke euch! Kira, in der Unterordnung gab es viermal das höchste „SG“. Wie sehr ärgert dich das Zusatzhörzeichen beim Apportieren, das dein mögliches „Vorzüglich“ verhindert hat? Und wie erklärst du die Situation? Kira: Im Nachhinein „ärgert“ es einen natürlich. Aber diese Situation zeigt, dass es ein Teamsport von Mensch und Hund ist. Das Holz war sehr rutschig und da das Werfen nicht zu meinen Stärken zählt, ist es sehr ungünstig direkt zwischen die Hürde und die Kletterwand gerollt und sehr nah
BSP 2021: Ultra vom bösen Bruderblick: Sieger
liegengeblieben. Dies sah ich und war kurz am überlegen, ob ich das Werfen wiederholen sollte. Ultra war recht hoch im Trieb und wollte vor dem Kommando starten. Ich schob ihr das Kommando „Hopp“ hinterher, aber leider irritierte sie das und sie stoppte daraufhin. Demnach blieb mir nichts anderes übrig, als ihr ein Doppelkommando zu geben und zu hoffen, dass sie den Rücksprung zeigt. Glück gehabt!
Traumerfüllung HUNDESPORT Hündin. Wie viel ist euch das wert? Kira: Das ist natürlich ein toller Bonus zum Bundessieg. Besonders freut uns diese Punktzahl, da Ultra unser erster Hund ist, den wir gemeinsam von Welpen an aufgebaut und ausgebildet haben.
Kira: Ja, wir haben vor jeder Abteilung ein Ritual, um zu vermeiden, dass der Hund plötzlich im „Schutzdienstmodus“ ist. Das Ritual nutze ich als aufwärmen und um meinen Hund in Stimmung zu bringen. Ich bereite Ultra mit unterschiedlichen Übungen vor: drehen, durch die Beine laufen, rückwärts laufen, Sitz/Platz/Steh vor mir etc. Diese Übungen variieren in ihrer Reihenfolge und Häufigkeit.
Und Fabian: sehr gute Arbeit! Beschreibe doch kurz deine Emotionen zu diesem Erfolg.
Fabian: Natürlich muss man dazu sagen, dass Tawa nach zweimal LG-FCI, zweimal Bundes-FCI, dreimal LGA, dreimal BSP und zahlreichen Ortgruppenprüfungen bereits sehr viele Prüfungen absolviert hat und somit vielleicht weiß, wann man sich so etwas erlauben kann. Wie wir daran nun arbeiten, haben wir noch nicht besprochen. Tawa hat seit der BSP noch keinen Schutzdienst gemacht.
Foto: Denise Altenkämper
Foto: Claas Posser – C-Pics
Fabian: Mich freut die Punktzahl im Schutzdienst natürlich auch sehr, vor allem weil Sid 2017 und Tawa 2019 mit 95 Punkten knapp an einem „Vorzüglich“ vorbeigeschrappt sind. Ich bin stolz, dass Ultra ihren Leistungsstand und ihr Potenzial abrufen konnte.
In Abteilung C gab es zweimal 97 Punkte als Höchstmarke. Ultra ist also bester Hund in dieser Sparte – und das als
LGA 2017: Sid vom bösen Bruderblick: Vizesieger
Das könnt ihr auch sein. Aber auch Tawa hat sich aus meiner Sicht sehr überzeugend präsentiert. Leider brauchte sie aber zwei Zusatzhörzeichen, war insgesamt etwas lästiger am Helfer als auf der LGA. Wie arbeitet ihr an diesem „Problemchen“?
BSP 2021: Ultra vom bösen Bruderblick: Sieger
Foto: Denise Altenkämper
Wie bereitest du Ultra direkt vor der Unterordnung im Stadion vor? Gibt’s ein Ritual?
LGA 2018: Tawa vom bösen Bruderblick: Platz 8 sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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Kira, welche ist aus deiner Sicht die komplexeste Übung im IGP-Sport und warum? Kira: Das ist vermutlich immer vom Hund abhängig. Lernt ein Hund eine Übung schnell, wenn ich ihm sie auf einem bestimmten Weg zeige, empfinde ich auch die Übung als „leicht“/ wenig komplex. Wenn ich jetzt eine Antwort finden müsste, würde ich sagen, die Vorausübung. Der Hund soll drangvoll und zielstrebig (demnach triebvoll) nach oben laufen, gleichzeitig soll er aufmerksam und korrekt in der Entwicklung folgen (obwohl er ja hoch im Trieb ist, damit er drangvoll laufen wird). In diesem drangvollen Hochlaufen soll er spontan auf das Kommando stoppen und sich legen. Ich finde diese Kombination doch recht an-
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Kira: Morgens habe ich meine Mutter und eine Vereinskollegin noch im Fährtengelände unterstützt. Als wir wieder im Stadion waren, haben wir uns die Vorführungen in der Unterordnung und im Schutzdienst angeschaut.
Ja, gute Antwort und das habt ihr ja mit euren Hündinnen sehr gut hinbekommen! Du musstest noch recht lange warten, bis dein Sieg feststand. Wie viele Nerven kostet das?
Dreamteam 2015: Kira & Fame
Foto: Denise Altenkämper
Foto: Denise Altenkämper
Kira: Viele!! Im Vorfeld würde man den zweiten Platz natürlich sofort „unterschreiben“. Wenn man aber so knapp vor dem Bundessieg steht, möchte man die Veranstaltung dann aber natürlich auch gern gewinnen. Ich meine: Wann kommt man nochmal in diese gute Ausgangslage?
Foto: Denise Altenkämper
Dreamteam 2021: Kira & Ultra
Ja, das stimmt und ist nachvollziehbar. Was habt ihr in der Wartezeit gemacht?
spruchsvoll. Vor allem das richtige Maß an Drang/Trieb und Gehorsam (abhängig vom Hund) zu finden.
Fabian und Tawas Sohn Ambassador
Traumerfüllung HUNDESPORT Mit einer Fährte in der Woche könnt ihr solche Fährtenergebnisse abrufen? Nach welcher Ausbildungsmethode arbeitet ihr?
Foto: Denise Altenkämper
Fabian: Natürlich gehen die Hunde im Aufbau und in der Prüfungsvorbereitung häufiger als einmal die Woche ins Gelände. Wir arbeiten immer abhängig vom Hund, haben vieles von Sascha Angelmaier gelernt und übernommen (z. B. das Vergraben von Hühnerhälsen).
Die Mutter von Ultra und Tawa vom bösen Bruderblick: Fame vom dunklen Zwinger DJJM 2015: Platz 4 (IPO3 Junioren) mit Kira Albers
Wie oft trainiert ihr die einzelnen Sparten? Fabian: Das ist immer abhängig vom Hund, vom Trainingsstand und von unserer Zeit. Vor Veranstaltungen trainieren wir natürlich mehr. In den Phasen dazwischen sind wir meist drei Tage auf dem Hundeplatz und gehen einmal in der Woche fährten.
Eure Hunde stammen von derselben Mutter ab, die du Kira auch auf Bundesebene geführt hast. Beschreibt doch mal das Wesen und die Eigenschaften von Fame. Kira: Fame war im Alltag ein sehr freundlicher und umgänglicher Hund. Sowohl mit Menschen als auch mit anderen Hunden hatte sie keine Probleme. In der Unterordnung war sie sehr arbeitsfreudig. Im Schutzdienst war Fame eine derbe Hündin, die durch ihre vollen und festen Griffe bestach und immer die Konfrontation mit dem Helfer suchte. In der Fährte war sie leider von meiner Seite nicht optimal ausgebildet, was wir aber später recht gut herausarbeiten konnten. Wie muttertypisch sind die beiden Töchter Ultra und Tawa? Gibt’s da Parallelen?
Fabian: Tawa und Ultra haben wie ihre Mutter ein tolles Griffverhalten. Tawa besticht durch ihre ruhigen Griffe (muttertypisch) und ist im Schutzdienst etwas sachlicher, was nicht so muttertypisch ist. Ultra zeigt sehr energische Bewachungsphasen und hat den Hang zum Wahnsinn. Das ist sehr muttertypisch, auch dass im Schutzdienst manchmal die Führigkeit leidet und sie sich beispielsweise nicht abstellen lässt. Auch sie hat immer volle und feste Griffe. Wir sind mit den beiden sehr zufrieden. Warum ist der IGP-Sport wichtig für euch und was wünscht ihr euch für dessen Zukunft? Alle: Uns macht es Spaß, unsere Hunde zu beschäftigen. Vor allem aber ist es interessant, Lösungswege für einzelne Probleme gemeinsam auszuprobieren und weiterzuentwickeln. Jeder Hund ist anders und es werden immer neue Ideen gebraucht – so wird es nie langweilig. Wir wünschen uns, dass die Außenwirkung unseres Sportes besser wird und wir ihn noch lange betreiben können. Vielen Dank für das Interview. Ich wünsche dir, Kira, alles Gute für die WUSV! sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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#Erfolgsgesichter
Die Erfolgsgeschichte von Pia und Mika begann schon 2015, als beide Bayerischer Landesmeister im THS VK2 wurden. Seit 2016 ist Mika nun auf dieser Ebene im VK3 ungeschlagen. Auch im Bikejöring Weltmeister der FMBB, scheinen die Erfolge beider nicht nur vielseitig, sondern auch endlos. Zu dieser Erfolgsgeschichte gehören zwei, zwischen denen eine besondere Verbindung besteht. Da ist der Hund, den Pia als ihren Seelenhund beschreibt, der einfach immer liefert und auf den sie sich in allen Lebenslagen verlassen kann. Mika, 12
zu dem sie eher zufällig gekommen ist, ist ein heute 8-jähriger Malinois, der der Hundeführerin ihre Leidenschaft am Hundesport zurückgegeben hat, nachdem ihre alte Hündin verstorben war und sie eigentlich aufhören wollte.
STECKBRIEF MIKA vom Brundbecker Land WT: 11.08.2013 63 cm / 27 kg DMC 13/0208 AKZ: BH, VK3 Zucht: Größte Erfolge: FMBB Weltmeister Bike 2. Platz dhv DM VK3 2016 Sieger VDH DM VK3 2016 3. Platz dhv DM VK3 2017 2. Platz VDH DM VK3 2017 2. Platz VDH DM VK3 2018 4. Platz VDH DM VK3 2019 Sieger VDH DM VK3 2021
„Ich wünsche mir für den Hundesport, dass der gegenseitige Neid wieder abnimmt und es wieder mehr ein Miteinander, statt ein Gegeneinander wird.“
Fotos: Constanze Rähse
Pia schmalzbauer & Malinois Mika vom brunsbecker Land vdh Deutsche Meisterin THS VK3
#Erfolgsgesichter HUNDESPORT
Fotos: Constanze Rähse
Heute leben im Hause Schmalzbauer acht Hunde. Als klassische Mehrhundehalter folgen Pia und ihr Mann aber keinem Trend, sondern ihrer Lebenseinstellung. Gerade im Zughundesport ist es üblich, dass die sogenannten Musher mehrere Hunde führen. Damit sind die Schmalzbauers kein Einzelfall. Na ja, und wenn dann diese Hunde auch „nebenbei“ noch Turnierhundesport machen und erfolgreich sind, warum nicht?
Und dann ist da ein Mensch, der für den Sport lebt, schon immer sportlich war und nun Hundesportarten macht, die von beiden aktive Teamarbeit voraussetzen.
Pias Tagesablauf ist auf den Hund ausgerichtet. Bis zu acht Stunden täglich dauert das Training ihrer Hunde. Jeder wird einzeln in der Unterordnung trainiert oder zweimal die Woche an der Jöringleine. Pia geht auch im Gelände fährten, macht mit ihrem jungen Malinois Phoenix auch Gebrauchshundesport.
„Am liebsten aber mag ich THS“, sagt Pia und fügt hinzu „weil es so vielseitig ist und man es mit jedem Hund machen kann“. Und so startet die Fränkin auch oft mit zwei Hunden auf Turnieren und Meisterschaften. Neben Mika war sie auch mit ihrem Deutschen Schäferhund Axl auf der VDH DM 2021 im Vierkampf 3 dabei und erreichte unter 20 Startern den sechsten Platz. Na, und dann ist da ja auch immer noch der Teamwettbewerb CSC, der aus drei Hundeführern mit ihren Hunden eine Art Staffellauf mit den Gerätedisziplinen des Vierkampfes darstellt. Pia mit Mika, ihr Mann Patrick mit Crazy und Kumpel Renzo Capello mit Gringo waren 2021 als drittbestes Team ebenfalls auf dem Podest der VDH DM. ■
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#Erfolgsgesichter
nd primär also begeistert für die Arbeit mit ihren Hunden, ist die 38-Jährige nicht festgelegt und macht deshalb seit vielen Jahren Gebrauchshundesport und Agility. „Mein Herz schlägt für beides!“ In der Vergangenheit hat sie alles immer parallel trainiert, derzeit konzentriert sie sich nur auf Agility. Beruf und Kinder führen zu Zeitmangel, in beiden Sportarten trainieren, das geht leider nicht. Und da es ihrem Champion für höhere Ziele im IGP-Sport leider etwas an Stärke und Dominanz am Helfer fehlt, hat sie sich aktuell für Agility entschieden. Der Erfolg gibt ihr Recht.
Michaela Englbrecht mit ihrer Deutschen Schäferhündin Nudel von der Donnerbrücke SV Bundessieger Agility
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eue SV Bundessiegerin im Agility kommt aus Bayern. Zu ihrem Titelgewinn sagt sie: „Ich war sehr überrascht. Man hofft ja insgeheim immer auf einen der vorderen Plätze, aber ich hätte nicht geglaubt, dass wir siegen können.“ Michaela ist seit ihrer Jugend im Hundesport dabei. Und das durchaus mit Erfolgen, denn vor dem Titel im Agility war sie als geborene Balogh mit ihrer selbstgezüchteten Baronesse von den Regensburger Donauauen schon Teilnehmer der SV BSP IGP und auch WUSV Universal-Vize-Weltmeister. Nudel ist ihr dritter Deutscher Schäferhund auf der SV BSP im Agility. 14
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er Deutsche Schäferhund ist ihr Traumhund seit sie 14 Jahre alt ist. Sie schätzt die Rasse als gelehrigen Alleskönner. Ihr sind Triebstärke und Selbstsicherheit genauso wichtig, wie die nervliche Entspanntheit in den Ruhephasen. Nudel, so sagt Michaela, „ist ein ausgeglichener und sozialer Familienhund mit starker Triebanlage, leicht zu führen und zu beeinflussen. Sie hat tolles Sozialverhalten anderen Hunden gegenüber und, auch wenn sie manchmal etwas stürmisch ist, ein sehr gutes Verhalten mit Kindern und Welpen. Von klein an hat sie auch ein hervorragendes Suchverhalten.“
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inmal wöchentlich Training in der OG Alteglofsheim und zweimal in der OG Teublitz bei Birgit Pretzl, die auch schon Bundessiegerin im SV war, so sah im Sommer 2021 ihre Vorbereitung auf das Jahreshighlight aus. Und die war augenscheinlich ja perfekt.
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ockdown ausgeschlossen sind ihre Ziele für 2022 auch bereits gesteckt: Wenn Nudel weiterhin fit und gesund ist, dann möchte sie mit der OG Teublitz viele Punkte in der SV Bundesliga holen und natürlich auch noch einmal erfolgreich auf der BSP starten.
#Erfolgsgesichter
„Wenn ich mit meinem Hund trainiere und ihn ausbilde, vergesse ich den Stress des Alltags und lebe voll und ganz im Moment und in der Leidenschaft des Hundesports.“
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WUSV Universalsieger Belgien 2013: Michaela mit ihrer Baronesse Fotos: Jan Redder
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GloveTec ist ein Familienunternehmen, dessen Kernkompetenz Arbeitsschutzbekleidung ist. Die WACHTER WORKWEAR GmbH führt Werners Sohn, dessen ca. 20 Mitarbeiter wirken im Verkauf unterstüt16
zend mit. Vor zwölf Jahren wurde ein Geschäftsgebäude erworben, in dem beide Firmen untergebracht sind. Auf den 600 qm Ladenfläche wird auch das gesamte DOGGERSortiment präsentiert. „Die Nachfrage an DOGGER-Produkten wirkt motivierend“, sagt mir der Firmenchef. Und seine Begeisterung für „Hundesportklamotten“ wird durch das ganze DOGGER-Team mitgetragen. Es sind dies die Schnitttechnikerin und Modedesignerin und der Geschäftsführer. Sehr gute Kontakte und ein professioneller Austausch mit Polizei, Militär und der Eisenbahn-Security lassen Ideen entstehen, die die Profidesignerin zu Prototypen umsetzt. Sie ist es, die Funktionalität, Design und Qualität auf ein hohes Niveau bringt. Erst nach ausgiebigem Praxistest geht ein neues Produkt in die Herstellung. Werners Grundsatz: DOGGER steht für absolut hochwertige und speziell für Hundesport einsatzgerechte Bekleidung.
Foto: dogger.ch
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ogger – ist die Marke der Schweizer Firma GloveTec GmbH, deren Gründer Werner Wachter schon immer einen Faible für funktionale „Klamotten“ hatte. Als Kabinenchef in der Fliegerei handelte er anfangs nebenbei mit Handschuhen. Ein paar Jahre später kam Werner bei einer Hundebegegnung im Wald mit einer Frau ins Gespräch, die ein ziemlich großes Bedürfnis nach funktionalen Jacken hatte. Da Werner bereits damals im textilen Arbeitsschutz über reichlich Erfahrung verfügte, produzierte er eine eigene „Hündelerjacke“. Die DOGGER Jacke Profi wird, bis heute unverändert, von den Hundesportlern sehr geschätzt. 2005 geboren ist DOGGER heute marktführend in der Schweiz und wird von namhaften Geschäften vertrieben.
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Wenn also Style auf Funktion trifft, dann entstehen schicke Produkte, die Outdoorsportler zu schätzen wissen. Wer hat nicht schon frierend auf dem Hundeplatz gestanden? Ein perfektes Beispielprodukt für die beginnende ungemütliche Zeit sind die Winterhoodies, die mit flauschig warmem Innenfutter bis in die Ärmel für einen sehr angenehmen Tragekomfort sorgen. Ein typisches Feature der Doggerbekleidung ist die aufgesetzte Rückentasche, die viel Stauraum bietet für Leine, Beißwurst und Co. Und dass Funktionalität durchaus auch was für Modebewusste ist, beweist der grüne Damen-Parka, der für das Training und den
Stadtbummel gleichermaßen geeignet ist. Das Außenmaterial aus robustem 30D Nylon ist mit atmungsaktiver, wind- und wasserdichter Membrane ausgestattet, das Innenfutter ist samtweich und warm. Eine verstellbare Kapuze, zahlreiche praktische Außen- und Innentaschen, sogar mit integriertem Hundekotbeutelspender und teilweise mit Reißverschluss verschließbar – Dogger hat an alles gedacht. Ein Kordelzug im Hüftbereich verwandelt den Parka von der bequemen „Trainingsjacke“ in einen trendigen Mantel. SPORTHUND bietet drei DOGGER Produkte exklusiv für den deutschen Markt an.
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Foto links: Werner Wachter in seiner DOGGER-Ladenecke
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DER PERFEKTE APPORT
Foto: Constanze Rähse
MIT GUTEM FAHRPLAN RUNTER VOM HOLZWEG TEXT: KATHRIN OVERRÖDDER
>>> Höchst konzentriert sitzt Schäferhündin Nudel in der Grundstellung. Auf Kommando sprintet sie zum ausgeworfenen Apportierholz. Ohne ihre Geschwindigkeit zu reduzieren, macht sie kurz vor diesem eine elegante 180° Drehung, greift dabei zielsicher nach dem Holz und schließt ihren Fang ruhig und fest. Mit dem gleichen, rasanten Tempo fliegt Nudel dann über den Rasen zurück zu ihrer 18
Teampartnerin und Hundeführerin. Sie setzt sich kerzengerade und schnell vor ihren Menschen und präsentiert geduldig, sicher und mit festem, ruhigem Griff bis mit dem Kommando „Aus“ zur Abgabe aufgerufen wird. Dann wartet sie gespannt auf das nächste Hörzeichen und wechselt schnell und gerade in die Endgrundstellung. Nudel hat uns damit den perfekten Apport gezeigt. <<<
Der perfekte Apport – mit gutem Fahrplan runter vom Holzweg HUNDESPORT Klingt doch gar nicht so schwer?
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eint man zunächst, während man diese Zeilen liest. Doch der Schein trügt. Was man in der Theorie mit so wenigen Worten erklären kann, ist in der Praxis aller Hundesportarten eine extrem komplexe Sache: Das Apportieren. Kaum eine andere Übung sorgt für so viele graue Haare unter den Hundesportlern wie das Bringen eines Apportiergegenstandes. In der Ausbildung des Hundes gilt es dabei, so manche Hürden zu bewältigen. Um den Kern des Problems gleich vorwegzunehmen: Die Kunst besteht darin, die richtige Mischung aus Spaß, Motivation und nötiger Korrektheit in der Ausführung zu vermitteln. Zu viel Trieb und Spaß machen den Hund zwar meist sehr schnell, sorgt aber auch oft für lästiges Knautschen. Zu viel Gehorsam, Druck und Fehlerkorrektur machen wiederum oft langsam und gehemmt. Ein Gleichgewicht lässt sich nur mit einem gut durchdachten Trainingskonzept herstellen. Wie findet aber man nun die berühmtberüchtigte goldene Mitte? Es haben sich einige Ausbildungskonzepte von namhaften Hundesportlern über Jahre bewährt. Eigentlich braucht also niemand das Rad neu zu erfinden. Im Folgenden sollen drei erfolgreiche Ausbildungskonzepte einmal gegenübergestellt werden. Hinweis: es werden nur die wichtigsten Punkte knackig zusammengefasst, weil es nur um Darstellung der Ausbildungsidee geht. Wer sich für eine der Methoden interessiert, findet weiterführende Literatur.
Der Apport im IGP Hoch hinaus oder schwer In der IGP wird neben der reinen Apportieraufgabe auch Sportlichkeit abgefragt. Sprünge und Klettern machen die eigentliche Übung noch komplexer. Eine echte Herausforderung in der Ausbildung, weil Konflikte mit dem Springen auch schnell in den Apport übernommen werden. Es gibt drei verschiedene Apportierübungen: Der Apport auf ebener Erde, Apportieren über die Meterhürde und Apportieren über die Schrägwand. Es wird in der höchsten Stufe 3 mit einem besonders schweren Apportierholz gearbeitet. Das 2.000 Gramm schwere Holz muss auf ebener Erde gebracht werden. Welche hohe Wertigkeit das Apportieren im Gebrauchshundesport hat, macht ein Blick in die PO deutlich. Mit 40 von 100 möglichen Punkten in der Unterordnung nimmt ein korrektes Apportieren maßgeblich Einfluss auf den Erfolg einer Prüfung. Das Klettern über eine 1,80m Schrägwand und der Sprung über die Meterhürde bieten zusätzliches Konfliktpotential.
Apport ist nicht gleich Apport Fotos: Jan Redder
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as Apportieren ist Bestandteil einiger Hundesportarten und jede einzelne hat, gemäß der jeweils aktuell gültigen Prüfungsordnung, ihre speziellen Anforderungen. sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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Im Obedience ist genaues Zuhören und ein ruhiges Halten Voraussetzung für eine hohe Punktebewertung der jeweiligen Übung. Rechts, links oder Mitte? Die Besonderheit des Obedience-Apports ist die für den Hund unbekannte Richtung, die bei jeder Prüfung anders sein kann und auf die er nach Hörzeichen entsprechend reagieren muss. Der Ablauf variiert also, im Gegensatz zur IGP, wo er immer gleich ist. Je nach Leistungsklasse gibt es auch wieder verschiedene Apportierübungen. In der höchsten Klasse 3 sind es diese zwei Übungen: O3.7. Holzapport mit Richtungsanweisung Der Hund wird zehn Meter vorausgeschickt, auf Kommando gestoppt und anschließend zu einem der drei hinter ihm befindlichen Apportel geschickt: rechts, links oder nach der neuen PO ab 2022 auch Mitte. O3.8: Richtungsapport über einen Sprung Der Hund wird zwischen zwei Hürden hindurch um eine Pylone herumgeschickt, muss auf dem Rückweg in einer vorgegebenen 20
Position anhalten und eine vorher festgelegte Position (Sitz, Platz oder Steh) einnehmen. Auf ein weiteres Hörzeichen muss das entsprechende Apportel (rechts oder links) über die geschlossene oder die offene Hürde apportiert werden. Im Obedience gibt es im Gegensatz zur IGP keine Gewichtsklassen für die Apportel. Der Hundeführer darf deren Größe für seinen Hund passend frei wählen. Der Apport im Mondioring fragt „Kreativität“ ab Im Mondioring wird der Schwierigkeitsgrad dadurch bestimmt, dass es ganz unterschiedliche Apportiergegenstände gibt. Es muss nicht immer ein Holz sein, wie in den beiden vorgenannten Sportarten. Mondioring lebt u.a. von Fantasie und Abwechslungsreich-
Fotos: Constanze Rähse
Der Apport im Obedience ist richtungsweisend
Im Mondioring muss der Hund „mitdenken“, sonst gibt’s für den Apport keine Punkte.
tum, es sind keine Grenzen gesetzt. Also fast keine, denn ein paar Eckdaten gibt es schon. So muss der Gegenstand vom Hund natürlich gut aufzunehmen sein und darf maximal ein Kilogramm
Der perfekte Apport – mit gutem Fahrplan runter vom Holzweg HUNDESPORT wiegen. Gegenstände aus Glas oder Metall sind verboten. Die Prüfungsordnung gibt als Empfehlung eine Beißwurst, einen Kegel, den Reifen eines Kinderwagens oder eine solide und mit Wasser gefüllte Wasserflasche an. Aber das sind eben nur Empfehlungen. Auf der FMBB Weltmeisterschaft 2017 war der Apportiergegenstand ein hartes Ei, mit einer Größe, die kein Hund ins Maul nehmen konnte. Damit der Gegenstand apportiert werden konnte, musste der Hund wie auf den Fotos links zu sehen, das befestigte Seil zum Tragen wählen. Der Hund hat in der Prüfung dann 15 Sekunden Zeit für den Apport. Keine leichte Aufgabe also. Apportieren im Mondioring erfordert eher „Kreativität“ und Lösungswillen vom Hund. Eine korrekte Ausführung und Knautschen spielen keine Rolle.
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Alles beginnt mit einem guten Plan
N
un ist es aber völlig egal, in welcher Sportart mein Hund später apportieren soll. Einen guten Fahrplan braucht es immer, um sicher ans Ziel zu kommen. Je nach gewählter Ausbildungsmethode kann es durchaus Sinn machen, auch schon im Welpenalter zu beginnen. Wer seinem Vierbeiner gegenüber fair sein möchte, gibt ihm genügend Zeit. Mit der Fußarbeit wird i.d.R. schon im Welpenalter begonnen, dabei ist das Apporieren nicht weniger komplex. Ein langfristiger Aufbau, der in kleinen Schritten von Anfang an das Korrekte im Auge hat, nimmt viel Stress und beugt so dem lästigen Knautschen vor. Der Hund kann über Wochen hinweg ein umfassendes Verständnis für die einzelnen Bestandteile der jeweiligen Apportierübung entwickeln. Der erste Tipp lautet also:
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Die Methode Heuwinkl: Das Sammelprinzip
Grundgedanke des Aufbaus nach diesem Konzept ist das „Sammeln“. Da viele Hunde ihre Beute, also auch das Apportel, nicht gerne abgeben möchten, lernen sie bei Scherk und Knabl gleich zwei Beuteobjekte zu sammeln. Und was soll das bringen? Das natürliche Beuteverhalten ruft bei einem Hund das Bedürfnis Beutesicherung hervor. Wenn wir nun verlangen, das Bringholz wieder abzugeben, löst dies einen Konflikt aus. Und Konflikte sind bekanntlich nie gut. Im Ergebnis stehen zwei mögliche Verhaltensweisen: entweder kommt der Hund nicht schnell zurück oder er beginnt zu knautschen, weil er weiß, dass er seine Beute gleich abgeben muss. Um dieses Problem zu beheben, bringen Scherk und Knabl schon einem Welpen das Sammeln bei. Der Hund lernt, zwei gleiche Spielzeuge ins Maul zu nehmen. Auf diesem Prinzip baut alles auf. Der Hund soll beides begehren und am Ende auch beides bekommen. Und wie man sich nun denken kann, wird aus dem zweiten Spielzeug über die Zeit ein Apportel. 22
„Wenn er [der Hund] später das Apportierholz hat, muss er wissen: Eine Beute ist gut, aber nicht gut genug. Der Himmel öffnet sich erst mit zwei Beutestücken. Dieses Begehren müssen wir erst schaffen, das Bringen nicht viele Hunde von sich aus mit.“ (Auszug „Gemeinsam Erfolgreich“, Seite 243-244)
Sammelt der Hund primärmotiviert, bietet sich die HeuwinklMethode besonders an. Dennoch: die Sammelleidenschaft ist nicht jedem Hund gegeben, muss ggf. mit den meisten erst trainiert werden.
Fotos: Heike Johannsen
Meister sind sie beide schon lang, Weltmeister sogar und in ihrem Buch „Gemeinsam erfolgreich“ beginnen Peter Scherk und Dr. Florian Knabl mit den Worten „Das Apportieren zählt zu den schwierigsten, weil komplexesten Übungen im Hundesport.“ Das Statement sitzt. Deshalb erklären sie auf 35 Seiten ausführlich, detailliert und anschaulich den Aufbau von Grund auf an. Ihre Ausbildungsidee: Aus Zwei mach Eins. Das Apportieren nach Heuwinkl wird in zwei Einzelkomponenten unterteilt. Zum einen schnelle Laufwege, zum anderen ein ruhiges Halten – am Ende werden diese beiden für die Gesamtübung zusammengebaut.
Der Hund lernt im Laufe der Ausbildung, dass ein Apportel zwar toll ist, dass aber erst die zweite Beute – die es langfristig nur beim Hundeführer gibt – der Hauptgewinn ist. So garantiert diese Ausbildungsmethode maximale Motivation und Geschwindigkeit bis zum Schluss.
Die zweite Einzelkomponente wird von Scherk und Knabl losgelöst vom Sammeln trainiert. Der Hund lernt das korrekte Halten des Apportels in einer stress- und störungsfreien Umgebung. Wichtig ist ihnen, dass der Hund ein Verständnis dafür entwickelt, das Apportierholz direkt hinter den Fangzähnen zu halten. Mit den Händen kann man kontrollieren, ob es auch ruhig und fest gehalten wird. Hunde neigen eigentlich dazu Beute hinten, zwischen den Molaren, zu tragen. Dies begünstigt jedoch ein unruhiges Halten und Rollen und das ist ja unerwünschtes Verhalten. Erst wenn beide Teile einzeln perfekt sitzen, werden sie langsam zusammengeführt. Sammeln, Bringen, Halten – der Hund hat dann alles fest im Griff. In ruhiger, störungsfreier Umgebung das korrekte Halten üben, ist in allen drei vorgestellten Methoden fester Bestandteil.
Die Methode Knut Fuchs: Klassisch und bewährt Wie komplex die Apportier-Übung ist, zeigt uns Knut Fuchs, mehrfacher Weltmeister im IGP und langjähriger und sehr erfahrener Hundesportler. In seinem Ausbildungsleitfaden erklärt er auf ganzen 74 Seiten alle Schritte, die zum perfekten Apport führen. Wie schon Scherk und Knabl unterteilt auch Fuchs das Apportieren in verschiedene Teilschritte, die erst wenn jeder einzelne sitzt, zusammengeführt werden. In seinem Buch erklärt Fuchs: „Ich habe
Fotos: Constanze Rähse
Der perfekte Apport – mit gutem Fahrplan runter vom Holzweg HUNDESPORT mir sehr viele Gedanken über den Aufbau des Apportierens gemacht und über die Jahre durch die Arbeit mit vielen verschiedenen Hunden einen Weg ausgearbeitet, bei dem ich dem Hund Schritt für Schritt die einzelnen Elemente des Apportierens beibringe.“ Fuchs arbeitet in seiner Ausbildung mit leichten Korrekturen für unerwünschtes Fehlverhalten (z. B. Knautschen). Als Hilfsmittel nutzt er dazu ein Korrektur- oder ein Gliederhalsband. In seinem Buch weist er aber mehrfach Zu viel Trieb macht ja bekanntlich ausführlich darauf hin, dass diese doof. Deswegen generiert Knut Korrekturen nur von geübten Fuchs ein Aufmerksamkeitssignal Ausbildern gemacht werden sollfür die Aufnahme. ten und immer so, dass der Hund weder Schaden noch Schmerzen oder Leid erfährt. Seine Ausbildung beginnt mit der sogenannten Futtertellerübung. Der Hund lernt dabei den Ablauf der Apportierübung, nämlich das Warten, Hinrennen, Umdrehen und das schnelle Zurückkommen – ohne dabei zu apportieren. Das eigentliche Apportieren unterteilt Fuchs dann in fünf Teilschritte. Ganz am Anfang steht dabei das Fixieren und Ausrichten, sowie die Gewöhnung an das Korrekturhalsband. Im nächsten Schritt wird ein Aufmerksamkeitssignal für die Aufnahme des Holzes vermittelt. Dafür lernt der Hund das Bringholz aktiv anzuschauen. Die nachfolsporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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Im Obedience bauen viele Hundesportler das Apportieren über das ruhige Halten auf. So auch Susanne Metzmacher, die 2018 den 4. Platz auf der FCI WM Obedience in den Niederlanden erreichen konnte und seitdem die Obedience-Szene „mitbestimmt“. Ähnlich der Heuwinkl-Methode unterteilt Metzmacher die Übung in „Aufnehmen und Halten“ und „das Rennen zum Holz und Bringen“. Dabei beginnt sie immer mit dem Festhalten des Apportels, damit der Hund beim späteren Bringen bereits eine Idee hat, wie er das Bringholz optimalerweise halten sollte. Bei ihrer Ausbildung arbeitet Metzmacher mit einem Clicker als Verstärker für richtiges Verhalten. Sie fasst das Apportel seitlich an, sodass der Hund den gesamten Steg frei sehen kann. Nun clickert sie jede Bewegung des Hundes in Richtung des Apportels – der Hund wird also auf dem Weg zum Halten geshaped (also frei Ausbildung übers Shapen findet auch immer mehr im IGP Anwendung. geformt) und erarbeitet sich diese Fähigkeit somit selbst. Viele Hundetrainer sind der Meinung, dass ein Hund Dinge, die er sich selbstständig und ohne Hilfe erarbeitet hat, viel besser versteht und verinnerlicht. Mit der Übung fährt man so lange fort, bis der Hund das Apportel zuverlässig ins Maul nimmt. „Das Timing ist sehr wichtig. In diesem Stadium nicht zu lange mit dem Click Foto: Susanne Metzmacher
Knut Fuchs hat für seinen AusbilDas Havatar ist eine clevere Hilfe beim Aufbau des Haltens. dungsweg auch einige Hilfsmittel entwickelt, um dem Hund das Lernen von richtigem Verhalten leichter zu machen. Besonders praktisch ist das sogenannte Havatar. Dabei handelt es sich um ein Apportierholz, bei dem die Seitenteile durch Schrauben abmontiert und verändert werden können. Es kann zum Beispiel so eingestellt werden, dass der Hund es nur mit den vorderen Zähnen aufnehmen und gar nicht bis hinten ins Maul rollen kann. Außerdem besteht beim Havatar die Möglichkeit, ein Seil an beiden Seiten zu befestigen, sodass man das Gewicht verändern kann und der Hund das Apportel wirklich festhalten muss, um es nicht zu verlieren. Auch ein flacher Steg, der es dem Hund erschwert zu knautschen, ist eine weitere Option des Havatars.
Die Methode Metzmacher: Mit Shapen zum Ziel
Foto: Constanze Rähse
genden Schritte sind Aufnehmen, Halten, Abgeben und der richtige Vorsitz. Fuchs arbeitet bei seiner Methode mit der Lerntheorie der negativen Belohnung. In dem Moment, in dem der Hund etwas Richtiges tut, wird der Druck über das Erziehungshalsband reduziert und der Hund wird übermäßig gelobt. So bekommt der Hund ein Verständnis für „richtig“ und „falsch“. Ruhiges Halten ist richtig, knautschen ist falsch.
die erfolgreiche Obedience-Sportlerin ihren Hunden das Tauschen von Spielzeugen bei. Eine ausführliche Beschreibung des Aufbaus des Apports nach Metzmacher können Interessierte im SPORTHUND Kundenmagazin Ausgabe Heft 6 (5/2020) nachlesen. Fazit: Der Weg ist das Ziel
Das Havatar ist eine clevere Hilfe beim Aufbau des Haltens.
Parallel dazu wird Trieb aufgebaut. Metzmacher hält den Hund zurück, während sie das Apportel wegwirft. Frei nach dem Motto „ein wenig Verwehren stärkt das Begehren“ darf der Hund dann hinrennen, es aufnehmen und bringen. In diesem Teil der Übung geht es vor allem um den Spaß an der Sache, was am Ende das Tempo bringt. Diese Teilübung wird deshalb meist per Auflösesignal im Laufen mit einem Spielzeug bestätigt und endet nicht in einer statischen Grundstellung. Das Einnehmen dieser wird erst als letzter Schritt vermittelt. Auch dieser Teil der Übung sollte intensiv geübt werden. Viele Hunde haben Probleme damit, mit einem Apportel im Fang in die Grundstellung zu kommen. Zum Abschluss wird nun auch noch das Ausgeben auf Kommando, also das klassische „Aus“ trainiert. Der Hund soll „den Fang öffnen und den Kopf nach hinten nehmen, sodass das Apportel komplett frei ist und ich es nach oben wegnehmen kann“, so Metzmacher. Für ein entspanntes und frustfreies Ausgeben des Apportels bringt
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gal, welchen Weg man für die Ausbildung zum perfekten Apport wählt: Der Weg ist lang und geht nicht nur steil bergauf. Oft liegen Steine im Weg, manchmal muss man abbiegen oder einen anderen Weg einschlagen. Aber der Weg lohnt sich! Ziel sollte es sein, das Apportieren möglichst stress- und konfliktfrei zu vermitteln, denn dann stehen Das Apportieren hat viel Einfluss auf den Erfolg einer Prüfung. Ein sorgfältiger Aufbau lohnt sich also! die Chancen hoch, einen freudigen und schnellen Apport zu sehen – so wie es uns Nudel gezeigt hat.■ Fotos: Constanze Rähse
warten, sonst klickert man das Wiederloslassen“, erklärt uns Metzmacher, worauf es bei der Übung ankommt. In den nächsten Schritten werden nun weitere Schwierigkeiten erarbeitet: Das Apportel wird anders angefasst, der Hund wird auch mal von etwas weiter zum diesem, noch immer in der Hand befindlichen, geschickt und die Zeit des Haltens wird weiter ausgedehnt.
Foto: Susanne Metzmacher
Der perfekte Apport – mit gutem Fahrplan runter vom Holzweg HUNDESPORT
sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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Vertrauen ist gut.
Foto: Adobe Stock / Nattesha
KONTROLLE IST BESSER!
TEXT: INKA STONJEK
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Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser! KYNOLOGIE
Bilder von saftigen Fleisch brocken, garniert mit vollmundigen Werbeaussagen – bei solchen Verpackungen läuft selbst dem Halter beinahe das Wasser im Mund zusammen. Doch ob das Hundefutter wirklich so gut ist wie es aussieht, verrät nicht das Preisschild, sondern die Kennzeichnung. Wer sicher gehen möchte, ob ein Hundefutter hält, was es verspricht, kommt um einen genauen Blick auf die Verpackung nicht herum. Denn dort müssen die Hersteller zahlreiche Informationen angeben. Doch eine Angabe alleine ist meist nicht aussagekräftig. Erst aus allen zusammen lassen sich Infos zur Qualität und der Verträglichkeit ableiten.
VERWENDUNGSZWECK
INHALTSSTOFFLISTE
Der erste Blick beim Hundefutterkauf sollte dem Verwendungszweck gelten. Ein Alleinfuttermittel muss eine Zusammensetzung aufweisen, die den Hund bei ausschließlicher Verwendung langfristig mit allen nötigen Nährstoffen versorgt. Deswegen besteht es aus Fleisch, einer Kohlenhydratquelle und meist etwas Gemüse und wird in der Regel mit Vitaminen und Mineralien angereichert. Alleinfuttermittel sind als Nass-, Trocken- oder halbfeuchtes Futter erhältlich. Umgekehrt ist ein Einzelfuttermittel nicht als ausschließliches Futter geeignet. Es enthält nur einen Inhaltsstoff (z.B. Lammfleisch) und muss gezielt mit anderen Futtermitteln kombiniert werden. Ergänzungsfuttermittel haben einen höheren Gehalt an bestimmten Vitaminen, Mineralstoffen oder Spurenelementen und dienen dazu, das herkömmliche Futter gezielt anzureichern.
Die Inhaltsstoffliste legt dem Halter offen, aus welchen Inhaltsstoff ein Futter besteht. Die Auflistung der Einzelfuttermittel ist durch die EU-Verordnung (EG) Nr. 767/2009 gesetzlich geregelt: „in absteigender Reihenfolge nach Gewicht“, heißt es in Absatz 23. Am Anfang stehen also die Hauptzutaten des Produktes, am Ende meist Aromen und Zusatzstoffe, die nur in geringer Menge enthalten sind. Gesetzlich vorgegeben ist die geschlossene Deklaration. Bei dieser Form werden die Inhaltsstoffe nicht einzeln aufgeführt, sondern zu 18 festgelegten Kategorien zusammengefasst (siehe nebenstehende Tabelle). Mais, Gerste und Weizen sind dann unter dem Begriff „Getreide“ aufgelistet, egal, ob es sich um ganze Körner, Flocken oder Mehle handelt.
Kategorien von Ausgangserzeugnissen: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse Fisch und Fischnebenerzeugnisse Weich- und Krebstiere Insekten Milch und Molkereierzeugnisse Eier und Eierzeugnisse Getreide Gemüse Früchte Nüsse Saaten Algen pflanzliche Nebenerzeug nisse Öle und Fette Hefen Mineralstoffe Bäckereierzeugnisse Zucker
Quelle: RICHTLINIE DER KOMMISSION vom 23. Juni 1982 über die Kategorien von Ausgangserzeugnissen, die zur Kennzeichnung von Mischfuttermitteln für Heimtiere verwendet werden dürfen. sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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Das Problem hierbei: Die geschlossene Deklaration lässt viel Spielraum für Vermutungen. Das Verhältnis zwischen hochwertigem Muskelfleisch und tierischen Nebenerzeugnissen beispielsweise bleibt offen. Wichtig zu wissen: Tierische Nebenerzeugnisse werten das Futter nicht ab. Herz oder Leber etwa liefern wertvolle Vitamine und sind ernährungsphysiologisch wertvoll für den Hund. Allerdings gehören gemäß deutschem Futtermittelrecht auch Teile zu den Nebenerzeugnissen, die schlecht verwertbar sind und keine ernährungsphysiologische Bedeutung haben. Hörner, Hufe oder Federn sind Beispiele dafür. Ein ganzes Stück transparenter ist da die halboffene Deklaration. Hier sind die Einzelfuttermittel nicht in Kategorien zusammengefasst, sondern einzeln aufgelistet. Doch auch hier gibt es Spielraum für Schlupflöcher, da Prozentangaben oft fehlen. Manche Hersteller heben 28
zum Beispiel gerne auf der Verpackung einen qualitätsbestimmenden Inhaltsstoff besonders hervor. Prangt auf der Vorderseite noch der Störer „mit Huhn“, kann ein Blick auf die Rückseite den Hühneranteil als gering entlarven: „Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4% Ente). Damit steht fest, dass 96% der tierischen Bestandteile nicht vom Huhn stammen, aber welches Tier verarbeitet wurde, bleibt offen. Zudem sagt der Begriff „Huhn“ nichts darüber aus, ob es sich um Muskelfleisch oder Nebenerzeugnisse handelt. Selbst Fleisch an erster Stelle der Inhaltsstoffliste ist noch kein Garant für gutes Hundefutter. Es ist möglich, durch geschicktes Kombinieren verschiedener Kohlenhydratquellen etwa eine Zusammensetzung zu schaffen, bei der die Einzelzutaten weniger wiegen als das Fleisch und sich hinter diesem auf der
Beispiel für eine geschlossene Deklaration: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse, Getreide, Mineralstoffe, pflanzliche Nebenerzeugnisse, Öle und Fette, Fleischbrühe
frei erfunden
Inhaltsstoffliste einreihen. Zusammenaddiert würden sie jedoch das Fleisch vom ersten Platz verdrängen. Wirklich transparent ist die sogenannte offene Deklaration. Sie ist freiwillig – wenn ein Hersteller so tiefen Einblick in alle Inhaltsstoffe und ihre prozentuelle Verteilung gewährt, ist das gewissermaßen bereits ein Qualitätsmerkmal. Das schafft Vertrauen und macht die Zusammensetzung halbwegs nachvollziehbar.
Beispiel für eine halboffene Deklaration: Fleisch und tierische Nebenerzeugnisse (4% Ente), Reis, Geflügelprotein (getrocknet), Fleischhydrolysat, Löwenzahn (getrocknet), Sonnenblumenöl, Bierhefe (getrocknet)
Beispiel für eine offene Deklaration: 62% Ente (aus Herzen, 5% Fleisch, Leber, Lungen), 27,5% Trinkwasser, 7% Reis, 2% Bierhefe, 1% Mineralstoffe, 0,5% Löwenzahn, 0,2% Sonnenblumenöl, 0,2% Fructo-Oligosaccharide, 0,1% Rapsöl
Vertrauen ist gut. Kontrolle ist besser! KYNOLOGIE ANALYTISCHE BESTANDTEILE Eine weitere Pflichtangabe sind die analytischen Bestandteile. Auf Allein- und Ergänzungsfutter müssen die Gehalte an Rohasche, Rohprotein, Rohfett und Rohfaser aufgeführt sein, die die Hersteller im Labor mit der sogenannten Weender Futtermittelanalyse ermitteln. „Roh“ steht in diesem Fall für „Rohstoff“; die Ergebnisse beziehen sich also auf das Futter, wie es aus dem Beutel oder der Dose kommt. Die analytischen Bestandteile sagen allerdings nichts darüber aus, ob das Futter qualitativ wertvoll ist oder vom Hund gut vertragen wird. Beispiel für eine Deklaration der analytischen Bestandteile: 10,1% Rohprotein, 5,4% Rohfett, 2,1% Rohasche, 1,5% Rohfaser, 74% Feuchtigkeit, 0,19% Calcium, 0,15% Phosphor
Der Gehalt an Rohprotein im Futter wird ermittelt, indem zunächst der Stickstoffgehalt gemessen und per Dreisatz umgerechnet wird. Da allerdings auch andere organische Verbindungen Stickstoff enthalten (z. B. Alkaloide, Nitrat- und Nitritverbindungen), ist der Wert nur bedingt aussagekräftig. Außerdem sagt er nichts über die Wertigkeit aus. Die Angabe des Rohproteins ist vor allem für Halter von Hunden mit Nierenerkrankungen relevant. Der Rohfett-Gehalt soll Auskunft darüber geben, wie energiereich ein Futter ist. Allerdings werden bei seiner analytischen Bestimmung alle fettlöslichen Bestandteile erfasst, die sich in Äther lösen lassen. Darunter fallen beispielsweise auch Harze oder Wachs. Deshalb gibt der RohfettGehalt alleine noch keinen Hinweis darauf, ob die im Futter enthaltenen Fette den Hund mit lebensnotwendigen, ungesättigten Fettsäuren versorgen oder nicht. Dafür hilft wieder nur ein
Blick auf die Inhaltsstoffliste, ob beispielsweise hochwertige Öle zugesetzt sind. Der optimale Rohfett-Gehalt eines Futters richtet sich übrigens nach dem Aktivitätslevel des Hundes: Für normalaktive Hunde reicht ein Gehalt von etwa 12% im Trockenfutter und ca. 5% bei Dosenfutter. Arbeits- und Sporthunde brauchen entsprechend mehr. Zur Bestimmung der Rohasche wird eine Futterprobe sechs Stunden lang im sogenannten Muffelofen bei 550°C verascht. Der verbleibende, nicht brenn bare Rückstand wird als Roh asche bezeichnet und besteht aus Mineralstoffen und sonstigen anorganischen Substanzen. Ein sehr niedriger Wert kann mit einer geringen Zugabe an notwendigen Mineralstoffen zusammenhängen, ein sehr hoher Wert hingegen kann auf Verunreinigungen (z. B. Sand, Erde) hinweisen. Rohfaser bezeichnet den Anteil an unverdaulichen Pflanzen fasern im Hundefutter wie Zellu
lose, Hemizellulose und Lignin. Für die Verdauung eines Hundes sind solche Ballaststoffe wichtig, denn sie regen die Darmtätigkeit an und formen den Kot. Ein zu hoher Rohfaser-Gehalt kann Blähungen und Magen-DarmProbleme auslösen. Zudem muss der Hund bei ballaststoffreicher Nahrung ausreichend trinken, da es ein Vielfaches des Eigengewichtes an Wasser binden kann. FÜTTERUNGSEMPFEHLUNG Zuletzt ist die Fütterungsempfehlung wichtig. Sie liefert einen groben Anhaltspunkt, welche Futtermenge einen Hund mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen versorgt. Allerdings handelt es sich dabei nur um einen durchschnittlichen Richtwert, da sich der tatsächliche Bedarf nach Rasse, Alter, Aktivität und weiteren Faktoren richtet. Insofern muss die Menge stets angepasst werden – damit der geliebte Vierbeiner alles bekommt, was er braucht, schlank bleibt und trotzdem satt wird. ■ sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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Wir lieben das Kategorisieren – auch wenn wir es nicht gerne zugeben. Wer lässt sich heutzutage schon widerspruchslos „Schubladendenken“ unterstellen? Hier darf man getrost aufatmen, denn so ganz ohne Vorurteile geht es nicht. Wissenschaft lich gesehen gehört das unliebsame In-Schubladen-sortieren nämlich zu einer wichtigen Überlebenskompetenz: Wir fassen Ereignisse oder Objekte aufgrund ihrer Gemeinsamkeiten zu einer bestimmten Kategorie zusammen und gleichen fortan neuere Erlebnisse mit dieser „Schublade“ ab. „Ohne Kategorien wären wir nicht in der Lage, uns in der Welt zu orientieren und von Erfahrungen zu profitieren“, so Professor Waldmann von der Universität Göttingen (1).
Foto: BRH RHS Ulm
Schwierig wird es, wenn bestimmte Kategorien für uns nicht mehr alltäglich sind: welche „Schublade“ wird einem Hund gerecht, der als Dienstleister sportliche Tätigkeiten ausübt? TEXT: FRANSI ROTTMAIER
DIENSTLEISTER HUND SPORTHUND MIT LOHNZETTEL? 30
Dienstleister Hund: Sporthund mit Lohnzettel?
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rovokant mag diese Frage wirken, denn wir sehen ja den Unterschied zwischen Freizeit und Broterwerb monatlich auf unserem Konto und selten würden wir von unserem Haupterwerb als „Sport“ sprechen – gleichwohl es Profisportler gibt, die genau das tun. Übersetzen wir dieses Denken nun aber in die Welt der Vierbeiner, stellen sich schnell die Nackenhaare auf: das geliebte Tier als Sportgerät? Ausgesondert, sobald es nicht mehr Spitzenleistungen vollbringt? Abscheulich! Der dienstleistende Arbeitshund balanciert also angestrengt zwischen diesen uns vertrauten Kategorien: Familienmitglied. Sportler. Arbeitsmittel. Kollege. Nutztier. Werkzeug? Wir sehen die Ablösung von manchmal harter Notwendigkeit hin zum lustbetonten Freizeitsport mit dem ehemaligen „Gebrauchshund“ sogar als gesellschaftlichen Fortschritt. Heute muss kein Hund mehr um sein Futter bangen, wenn es mit der Aufgabenerfüllung nicht mehr so recht klappt: Der Hund ist ein Luxusgut geworden. Aber ist dieser Fortschritt auch im Sinne des Hundes?
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er heutige Lebensstandard unserer Sporthunde hat unbestreitbare Vorteile. Sie dürfen sich völlig „unproduktiv“ mit ihrem Besitzer im Rahmen sportlicher Angebote austoben, ganz wie der Soziologe Heinemann es versucht hat zu definieren. Ihnen gegenüber wirkt der manchmal harte und entbehrungsreiche Alltag eines vierbeinigen Dienstleisters antiquiert, vor allem, wenn es nicht so gut läuft. Mahnende Stimmen warnen vor Ausbeutung, der Zusammenhang „BurnOut beim Einsatz zur Tiergestützten Intervention“(3) oder bedenkliche
KYNOLOGIE
Stresszustände im Dienstalltag bei Polizei, Rettungshunden und dem Führen von Behinderten wird immer populärer in der Hundlerszene. Das zeichnet sich auch in aktuellen Studien ab. Natürlich verständlich, wird schon beim Sporthund vor einer Überlastung durch zu exzessives Training gewarnt – und viele Arbeitshunde kennen schließlich keinen „Feierabend“. Oder etwa doch? Beruhigend zu wissen, dass es allerhand Schutzvorschriften und Leitlinien von tierärztlichen Vereinigungen gibt, wenn es sich um wirtschaftlichen Erwerb mit Tieren handelt. Diese basieren alle auf dem Tierschutzgesetz und touchieren auch wichtige Themen aus dem Arbeitsschutz. Teilweise sind diese Regelungen sogar härter, als die zweibeinigen Arbeitskräfte es sich wünschen würden. Werfen wir einen Blick in die DGUV 23 §12 „Diensthunde“, so wird eine Einsatzzeit auf zwei Stunden begrenzt und sogar eine zweistündige Pause dazwischen angeordnet. Mehr als zehn Stunden darf ein Diensthund nicht arbeiten. Davon träumen viele Sicherheitsmitarbeiter. Dass die meisten Familien- und Freizeitsporthunde einen unbezahlten und ungeregelten Fulltime-Job erfüllen, dürfte ebenso wenig bekannt sein. Die FCI hat dafür sogar eine eigene Zuordnung: FCI-Gruppe 9: Gesellschafts- und Begleithunde „Gesellschaftshunde sind Hunde, die dem Menschen zur Gesellschaft (als Sozialpartner) dienen.“, weiß Wikipedia. Ferner sei es schwer, „zwischen Gebrauchs- und Gesellschaftsfunktion des Hundes zu unterscheiden“, da diese „soziale Funktion“ beinahe obligatorisch neben den jeweiligen Aufgaben des Arbeitshundes läge. Diese Feststellung traf der Verhaltensforscher Dr. Erik Zimen bereits 1992 in seinem Werk „Der Hund – Abstammung, Verhalten, Mensch und Hund“. sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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Und wie aktuellere Forschungsergebnisse belegen, erleiden Hunde beispielsweise in dem als besonders riskant wahrgenommenen therapeutischem Rahmen eher wenig Stress (4). Auch Diensthundeoder Rettungshundeführer, die sich eigenmotiviert um angemessene Pausen und Regenerationsphasen für ihren vierbeinigen Mitarbeiter bemühen, beobachten wenig chronische Überlastungsanzeichen. Wobei gewerbliche Hundetrainer, Verhaltenstherapeuten oder Tierärzte im Haus- und Freizeitbereich ganz andere Szenen schildern: gestresste, überforderte und teilweise erheblich leidende Tiere und auch Menschen gehören dort eher zum normalen Bild. Sporthunde sind dort nicht so häufig vertreten. Ein erschöpfter, gestresster und überlasteter Athlet bringt keine Leistung mehr – wer gut abschneiden will, hegt und pflegt seinen Hund! Die Überschneidungen von Sport und Dienstleistung – körperliche Bewegung, die Erfüllung einer Aufgabe, Belastung und Erholung sowie die Kooperation mit dem Menschen scheinen Hunden gut zu tun. Die zweibeinigen Kollegen leiden hingegen häufiger unter berufsbedingten Überlastungserscheinungen (5), ob nun im Bereich Sozialarbeit oder im Sicherheitsdienst. Stecken wir den „Dienstleister Hund“ etwa in eine Schublade, in der wir uns eher selbst wiederfinden müssten?
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portliche Disziplinen leiten sich meistens von ernsthaftem Brötchenerwerb ab. Mit einem Unterschied: Der Sport leistet sich den Luxus, einzelne Abläufe so zu gestalten und zu normieren, dass ein qualitativer Vergleich überhaupt möglich wird. Und zwar auf Basis fairen Wettkampfs und ungeachtet der Tatsache, ob dieser konkrete Ablauf im Arbeitsalltag noch Sinn machen würde.
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Hier entsteht auch das größte Potential für Missverständnisse. Ein hochdekorierter Sporthund jedweder Disziplin ist zwar ein herausragender Athlet, aber es bedeutet nicht, dass er automatisch auch ein besonders guter „Arbeitshund“ wäre. Wird ein Rettungshund nachts aus dem Körbchen geholt, muss er zuverlässig sein Leistungspensum ausschöpfen – manchmal unter Bedingungen, die keinerlei Erfolg zulassen. Dabei darf er sich weder völlig verausgaben, noch aufgrund ungünstiger Bedingungen zu früh quittieren – es benötigt also ein tiefgehendes Verständnis des Hundeführers, um vielleicht lebensrettenden Erfolg mit der Gesundheit und Einsatzfähigkeit seines Hundes in der Waage zu halten. Das hat wenig zu tun mit sorgfältiger Vorbereitung auf einen genau definierten Wettkampf. Auch wenn in unseren Breitengraden eher selten anzutreffen, sind Zughunde ein gutes Beispiel: Schlittenhunde, die touristische Touren absolvieren und dabei immense Kilometeranzahlen leisten, haben eine weitaus flachere Leistungskurve – aber auch deutlich schnellere Regenerationspannen. Rennsportler würden solche Hunde nicht einsetzen, da sie keine Leistungsspitzen zu den festgelegten Rennterminen abrufen könnten. Der „Arbeitshund“ muss am nächsten Tag wieder im Geschirr stehen können, ohne verletzt oder überanstrengt zu sein. Der sportliche Athlet darf sich eine wohlverdiente Erholungsphase genehmigen, da er seinen Körper bis an seine individuellen Grenzen gebracht hat. Auch die Signalkontrolle weicht gewöhnlich ab: im Sport gibt es klare Vorschriften, wie eine Übung auszusehen hat. Dabei müssen sich Hund und Hundeführer langwierig an diese „Form“ herantasten, um auch entsprechende Haltungsnoten zu erreichen. Im Arbeitsalltag be-
Dienstleister Hund: Sporthund mit Lohnzettel? stimmt die individuelle Persönlichkeit beider die konkrete Durchführung – letztendlich muss nur die Erfüllung der etwaig vorhandenen Dienstvorschrift entsprechen. Der Arbeitsalltag lebt von einfachen, routinierten Handgriffen. Die auch in überraschenden oder extrem stressigen Situationen von beiden Seiten verstanden und umgesetzt werden können. Haltungsnoten gibt es dafür keine – es muss funktionieren, zweckdienlich sein und darf keine kostbaren Ressourcen verschwenden. Hier zeigt sich der Luxus sportlicher Eleganz: Wer Sport um Lust und Freude willen macht, weiß, dass er genau dafür Energie, Zeit und Geld investiert. Wer es schafft, diese Freude mit seinem Hund gemeinsam zu erhalten, hat sich die Pause hinterher redlich verdient. ■
Foto: Constanze Rähse
Quellen: (1) Allgemeine Psychologie (Müsseler / Rieger 2016) „Kategorisierung und Wissenserwerb“ (2) Helmut Digel: www.sport-nachgedacht.de „Sport als Definitionsproblem“ (3) Dr. Krüger: TVT AK10: „Nutzung von Tieren im sozialen Einsatz“ Mb Nr 131.14 „Hunde“ (4) McCullough, Amy et.al., „Physiological and behavioral effects of animal-assisted interventions on therapy dogs in pediatric oncology settings“, Applied Animal Behaviour Science (2017) (5) https://de.statista.com/statistik/daten/ studie/239672/umfrage/berufsgruppenmit-den-meisten-fehltagen-durch-burn-outerkrankungen/
Jagdgebrauchshunde finden auch oft als Spürhunde und/oder Mantrailer Einsatz.
KYNOLOGIE
HUNDE ALS DIENSTLEISTER Grob zusammengefasst lassen sich folgende Aufgabenbereiche mit „vierbeiniger Unterstützung“ ausmachen, bei denen es oftmals Überschneidungen der eingesetzten Hundetypen oder der jeweiligen Aufgabengebiete gibt: Herdengebrauchshunde ■ Herdenschutzhunde ■ Hütehunde: Schäferhunde, Koppelgebrauchshunde, Treibhunde Spürhunde ■ Personensuche: Lawinen-, Trümmer- und Flächensuchhunde, polizeiliche und militärische Personen-/Objektspürhunde, Mantrailer, Fährtenhunde ■ Geruchsidentifikation: technische und organische Gerüche wie Sprengstoff, Rauschmittel, Brandmittel, Leichengeruch, Schädlinge, medizinische Gerüche (Krebszellen, Viren, Bakterieninfektionen etc.), Artidentifikation von Tieren und Pflanzen im Bereich Natur- und Artenschutz
Jagdgebrauchshunde ■ Apportierhunde ■ Lauf- und Schweißhunde ■ Stöber- und Vorstehhunde ■ Erdhunde ■ Sicht- und Hetzhunde Schutzhunde ■ Wach- und Meldehunde auf Streife ■ Sicherungsdiensthunde ■ Kriegs- und Zugriffshunde Wachhunde ■ Objektgebundene Wachund Meldeaufgaben ■ Objektgebundene Sicherungsaufgaben Lastentransporthunde ■ Lastentragen ■ schwerer Zug am Karren ■ Distanzarbeit im Gespann ■ Antriebsenergie im Laufrad Assistenzhunde ■ Blindenführhunde ■ Gehörlosenhunde ■ Medizinische Signalhunde ■ Service- und Botenhunde ■ Unterhaltung / Gesellschafter sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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DR. LEOPOLD SLOTTA-BACHMAYR ist freiberuflicher Biologe, Ornithologie und Wildbiologe. Er hat in Zoos gearbeitet und ein Tierheim geleitet, ist als Rettungshundeführer bei Rotes Kreuz Salzburg, trainiert Therapie- und Spürhunde. Er hat wissenschaftliche Untersuchungen zum Thema Stress von Rettungshunden, der Bedeutung von Lob und Strafe bei der Ausbildung von Polizeidiensthunden durchgeführt und führt seinen Australian Kelpie Sarek als Rettungshund bzw. als Spürhund für Wildkatze, tierische Kadaver und Borkenkäfer.
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Wie bist du in die Position „Dienstleister mit Hund“ gekommen? Hunde haben mich seit der Kindheit fasziniert. Damals war leider kein Hund möglich und erst nach dem Studium kam dieser ins Haus. Ich habe diesen dann als Rettungshund ausgebildet. Als ich mich als Biologe selbständig gemacht habe, stand die Idee im Raum, auch Alltagstraining anzubieten. Ich musste aber erkennen, dass das nicht meines war. Dann habe 1999 meinen alten Border Collie SPOT als Therapiehund ausgebildet und bin schnell in die Ausbildung von Therapiehunden eingestiegen. Dann kam die Wildkatze, eine schwer zu findende und schwer zu bestimmende Art und die Idee war, Beruf und Hobby zu verbinden. Also habe ich meine alten Bücher zur Ausbildung von Sprengstoffspürhunden ausgegraben und im Internet nach Videos gesucht, um mir weitere Ideen zu holen. So wurde SPOT zum Wildkatzenspürhund. Besonders in diesem Bereich liegt großes Potential und so sind dann noch die Borkenkäfer dazugekommen. Und es macht total Spaß. So wurde aus der Ausbildung des eigenen Hundes eine Dienstleistung. Foto: Borkenkäferspürhund Sarek
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Dienstleister Hund: Sporthund mit Lohnzettel?
Was ist für dich maßgeblich, um ein „Freizeitvergnügen“ von einer „wirtschaftlichen Dienstleistung“ zu unterscheiden? Die Ernsthaftigkeit. Hunde als Dienstleister, die den Menschen in ihrer Arbeit unterstützen und sie da und dort auch vor schweren Verletzungen und mehr schützen, müssen nach den neuesten Erkenntnissen der Trainingslehre ausgebildet werden. Davon hängt deren zuverlässiges Arbeiten ab. Es braucht eine maximale Leistung bei optimalem Aufwand und größtmögliche Zuverlässigkeit. Das erreiche ich nur, wenn ich auch wirklich ernsthaft arbeite, mich immer wieder schlau mache und gut auf meinen Hund achte. Setzt du für einen Arbeitshund andere Maßstäbe als für einen Sporthund oder ist das eine organisatorische / ausbildungstechnische Unterscheidung? Für mich besteht der Unterschied in der Verlässlichkeit der Leistung und in der Präzision. Ein Arbeitshund muss „immer und überall“ seine Leistung bringen. Die Ausführung muss funktionell aufgebaut sein, d. h. am Ende steht ein Produkt und wie wir dazu kommen, ist zweitrangig. Beim Sporthund steht die Art und Weise im Vordergrund. Basis ist eine Prüfungsordnung, die die Art und Weise der Ausführung beschreibt. Je näher ich dieser Beschreibung komme, umso besser ist das Prüfungsergebnis. Deshalb ist es für mich keine organisatorische oder ausbildungstechnische Frage, sondern eine Frage, worauf der Fokus liegt. Denkst du, ein vierbeiniger Dienstleister könnte auch Sporthund sein – und umgekehrt? Wo sind die Grenzen? Ja und nein. Ich denke, mit einem Arbeitshund Sport zu machen, ist kein Fehler. Die intensive Arbeit, die Beschäftigung miteinander geben Hund und Mensch die Möglichkeit, sich miteinander auseinander zu
KYNOLOGIE
setzen, sich besser kennenzulernen und damit auch in allen Bereichen bessere Leistungen zu bringen. Analysen der Prüfungsergebnisse von Polizeidiensthunden aus Österreich haben gezeigt, dass weniger die Erfahrung des Hundeführers, sondern mehr die Qualität und Intensität der Ausbildung von Mensch als auch von Hund zum Heben der Leistung beitragen. Dort wo sich Sport und Arbeit miteinander vermischen, muss man da und dort Abstriche in Kauf nehmen. Gehe ich auf Präzision oder auf konstant gute Leistung und Problemlösung. Sollte es hier zu einem Konflikt kommen, müssen meiner Meinung nach die Anforderungen an den Sporthund hinter den Anforderungen an den Arbeitshund zurückstehen. Rettungshunde versus Schutzhunde. Abgesehen von eventuell ungünstiger Rassezugehörigkeit: Kann ein sorgfältig ausgebildeter Hund beides unterscheiden oder wird er durch die Ausbildung zum Schutzhund automatisch zur Gefahr, wie vielfach behauptet wird? Um gleich die zweite Frage zu beantworten: Meiner Meinung nach stellt ein ausgebildeter Schutzhund keine Gefahr für den Menschen oder für Tiere dar. Grundlage ist immer eine saubere Ausbildung und ich gehe davon aus, dass das im professionellen Bereich weitgehend der Fall ist. Wenn wir von Sport sprechen, sehe ich überhaupt kein Problem, einen Hund als Rettungs- und als Schutzhund auszubilden. Immer unter Voraussetzung einer sauberen, klaren Ausbildung und einer klaren Trennung der beiden Arbeitsbereiche. Das fordert sowohl Trainer als auch Hundeführer. Im professionellen Bereich ist das sicherlich auch möglich, es stellt sich aber die Frage, ob es Sinn macht, da ich auch hier Abstriche machen muss und damit die Leistung in einer der beiden Sparten leiden kann. Im Sinne des Hundes, aber auch im Sinne Anforderung an die Ausbildung würde ich es hier für besser halten, sich auf einen Bereich zu fokussieren. ■ sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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21.-24.4.2022 FCI Weltmeisterschaft Paris (FRA)
FÄHRTE 20.-24.4.2022 FCI Weltmeisterschaft Lublin (POL)
CANI-X 5.-6.3.2022 DVG BSP Quakenbrück (DE)
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AGILITY
19.-20.2.2022 Deutsche Meisterschaft snow Haidmühle (DE)
4.-5.12.2021 VDH DM/DJM Agility Hemsbach (DE)
23.-27.2.2022 IFSS Weltmeisterschaft snow Arsana
19.-20.3.2022 VDH Qualifikation s/m Mending (DE)
28.2.-6.3.2022 Polardistanse snow IFSS/WSA Long Distance WM Värna (SWE)
26.-27.3.2022 VDH Qualifikation l Mending (DE)
9.-12.3.2022 WSA Weltmeisterschaft snow Östersund (SWE)
IGP
2.-3.4.2022 VDH Qualifikation s/m Wülfrath (DE) 9.-10.4.2022 VDH Qualifikation s/m Wülfrath (DE)
5.-6.3.2022 Schwabentrail Opglabbeek (BE)
22.-24.4.2022 DVG BSP Herne (DE)
14.-17.7.2022 Junior European Open Vantaa (FIN)
2.-3.4.2022 VulcaniCross Schotten (DE)
11.-18.9.2022 FCI Weltmeisterschaft Roudnice nad Labem (CZE)
28.-31.7.2022 European Open Opglabbeek (BE)
28.4.-1.5.2022 ICF Weltmeisterschaft Pledran (FRA)
n.n. 2022 WUSV Weltmeisterschaft Lahti (FIN)
10.-11.9.2022 DVG BSP Ibbenbühren (DE)
RALLY OBEDIENCE 1.-2.10.2022 DVG BSP Ering (DE)
OBEDIENCE 2.-3.10.2021 dhv Deutsche Meisterschaft Würzburg (DE)
THS 23.-24.7.2022 DVG BSP Niederzier (DE)
FLYBALL 28.-29.5.2022 FCI Flyball Open WC Lommel (BE)
29.9.-2.10.2022 FCI Weltmeisterschaft Russland Foto: Constanze Rähse
DOGDANCE
Foto: „Better Mushing“-Seminar Oktober 2021, Velden
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SUCHWORT-Rätsel Wer findet die versteckten Wörter in diesem Durcheinander von Buchstaben? Die Lösungswörter untereinander geschrieben, ergeben jeweils mit dem Buchstaben (in der Klammer) das Lösungswort. Hinweis: alle Leserichtungen, auch diagonal und rückwärts sind möglich, ebenso Überschneidungen
Gewinne eine SPORTHUND WINTERJACKE: • warm • wasserabweisend • praktisch wie eine Hundeführerweste • taillierbar • mit abnehmbarer Futtertasche • durchgehende Rückentasche • Reißverschluss beidseitig zippbar • als Damen- und Herrenversion erhältlich
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31. Dezember 2021
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1. Sinnvoller, verletzungsmindernder Trainingsbeginn 2. SPORTHUND Marke für gute Sichtbarkeit 3. Allgemeiner Begriff für das Hundegefährtfahren 4. Analytischer Bestandteil im Hundefutter 5. Deutscher Hersteller für Halsungen, Geschirre und Leinen 6. SV Bundessiegerin IGP 2021 (Nachname) 7. Hundlicher Dienstleister 8. Fremdspur in der Fährtenarbeit 9. Name des Hundes auf dem Cover 10. Allround-Apportierholz von Knut Fuchs
Lösungswort
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Teilnahmebedingungen: Sende das Lösungswort, deinen Namen und deine vollständige Postanschrift per E-Mail an
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Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Unter allen Einsendungen verlosen wir eine Sporthund Winterjacke im Wert von 130 EUR (UVP). Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Es besteht auch kein Anspruch auf Auszahlung oder Ausgabe eines Ersatzgewinns. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die vom Teilnehmer angegebenen Daten werden nach Maßgabe der DSGVO behandelt. Die Datenschutzerklärung findest du unter www.sporthund.de/ datenschutz-erklaerung
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Lösungen: Warmup - Visupart - Mushing - Rohfett - Niggeloh Albers - Assistenzhund -Verleitung - Mika - Havatar
RUBRIK Impressum & Vorschau
Gesamtkonzept & Layout: Constanze Rähse, Neuhaus an der Pegnitz Lektorat: Dipl.-Germanistin (Univ.) Cordula Scheffner, Viersen Erscheinungsweise: 6x jährlich
Einfach kann jeder – oder? Wer auch mit „schwierigen“ Hunden voll durchstarten will, muss mit den kleinen und großen Macken seines vierbeinigen Kollegen umgehen lernen, um im Sport Erfüllung zu finden.
Kynologie
ED: ELLENBOGENDYSPLASIE Foto: Jan Redder
Auflage: 5.000 Stück
Hinweise:
Die Veranlagung zu Ellenbogendysplasie wird größtenteils vererbt, kann aber auch verletzungsbedingt sein. Auch eine körperliche Überlastung während des Wachstums spielt eine große Rolle.
Hundesport Kynologie
WENN BLINDE VON FARBEN SPRECHEN Foto: Constanze Rähse
Kein Teil dieses Magazins darf ohne Genehmigung des Herausgebers vervielfältigt oder verbreitet werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Eine Haftung für Ratschläge unserer Experten kann nicht übernommen werden. Der Herausgeber behält sich das Recht vor, veröffentlichte Artikel, Beiträge und Fotos auch in seinen anderen Publikationen (In- und Ausland, im Web und elektronisch) ohne weitere Vergütung und Nachfrage zu veröffentlichen. Die Nutzungsrechte an eingesandten Leserfotos gehen mit Einsendung automatisch auf die Leroi GmbH über.
Unsere nächste Ausgabe erscheint Anfang Februar 2022
HOCHSENSIBEL, AGGRESSIV, HYPERAKTIV
Druck: Saxoprint GmbH
Fotoquellen: Jan Redder, Claas Posser, Denise Altenkämper, Heike Johannsen, Susanne Metzmacher, BRH RHS Ulm (Amrei Oellermann), Slotta-Bachmayr, dogger.ch, AdobeStock, Constanze Rähse
VORSCHAU #14
Hundesport Kynologie
Foto: Constanze Rähse
Herausgeber: LEROI GmbH Geschäftsführer: Florian König, Olaf König Am Schneckenhof 9 D-74626 Bretzfeld-Geddelsbach Email: magazin@sporthund.de Tel.: +49 (0) 79 45 / 9 41 01 01
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IMPRESSUM
Fährtenarbeit ist eine standardisierte Vorstellung aus menschlicher Wettkampfperspektive. Viele Vorgaben der modernen Sportfährte sind nämlich auf dem „Mist“ olfaktorisch eher minderbemittelter Augentiere gewachsen. Kurzfristige Änderungen vorbehalten. Wir bitten um Verständnis.
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sporthund.de ∙[Heft 6/2021]
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ZUM SAMMELN sporthund.de