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Sporthund-Magazin Ausgabe 12

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Oktober/November 2021

MAGAZIN #12

Die Anatomie des vollendeten Sprunges Biomechanik „fit for flight“

FCI WM Obedience 2021

Ein „weißer“ Muk und ein WM-Debüt

Welt der Wunder Hundenase

Top Dog Germany

Hundesport meets TV-Show

∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙

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Die SPORTHUND Obedience-Geräte

Foto: Constanze Rähse

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EDITORIAL

„Der Körper ist die Begrenzung einer Spekulation.“ Franz Friedrich Kovacs (*1949), deutscher Schriftsteller und Lyriker

Jeder Mensch hat Träume. Auch Hundesportler. Viele träumen von großen Meisterschaften, andere von spektakulären Auftritten im Fernsehen. Dafür interpretieren wir Potential in unsere Hunde und unsere Trainingsmethoden. Ein Mal auf der Weltmeisterschaft eine gute Platzierung! Oder auch nur mal mit einem exotischen „weißen Hund“ vorführen. Die Ziele variieren und manche bleiben eben auch nur Träume. Aber was steckt eigentlich wirklich dahinter?

Autoren dieser Ausgabe KATHRIN OVERRÖDDER arbeitet hauptberuflich in der Marketingleitung einer GmbH. Sie ist seit über zehn Jahren Ausbilderin im DVG und findet immer einen Trainingsansatz für jedes Problem. Sie selbst führt im Rally Obedience eine Aussie-Hündin, mit der sie 2015 die Beginnerklasse der DVG BSP gewann, und führt ihren Malinois im Obedience. FRANSI ROTTMAIER ist seit 1997 im Schlitten-

hundesport aktiv. Die gelernte „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ stieg 2005 als Zeitsoldatin auf die Arbeit mit Dienstgebrauchshunden um. Als Referentin und Beraterin über Aggressionsverhalten, Selbstschutz und Verhaltensanalyse machte sie sich europaweit einen Namen.

Hundesport ist mehr als Fleiß, Entbehrungen, Durchhaltevermögen und Teamarbeit. Hundesport setzt kynologisches Wissen voraus. Wir brauchen schließlich eine Vorstellung von der Welt unseres Hundes, um ihn optimal unterstützen zu können. Wäre jeder Hund ein Nasenwunder, würde unser Training seinen anatomischen Voraussetzungen entsprechen? Welchen biomechanischen Grenzen unterliegt der Hundekörper und welche kann gezieltes Muskeltraining sogar überwinden? Und was ist eigentlich mit unseren sportlichen Ansprüchen? Wie nimmt ein Hund diese überhaupt wahr und kann er sich eine gute Sprungtechnik nach unseren Vorstellungen eigentlich aneignen? Nun aber wieder viel Spaß beim Lesen, Stöbern und Rätseln! Bleibt weiterhin alle gesund!

Unser Titelbild „Sprungtechnik“ zeigt den Border Collie von Dogfrisbee-Trainer Björn Tigges, der u. a. Fortbildungen für Hundephysiotherapeuten veranstaltet. Chefredakteurin SPORTHUNDMAGAZIN

Foto: Nadine Krei

sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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TEXT: FRANSI ROTTMAIER

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Foto: Constanze Rähse

Die Anatomie des vollendeten Sprunges


Die Anatomie des vollendeten Sprunges HUNDESPORT

In der vergangenen Ausgabe des Sporthund-Magazins haben wir uns ausführlich mit der „Attraktivität der Fitness“ und dem Gesundheitsaspekt sportlicher Bewegung beschäftigt. Heute legen wir den Fokus auf das Springen: Was läuft da biomechanisch im Hundekörper ab – und welche Gesundheitsrisiken ergeben sich daraus? Wie können wir durch sinnvolles Training aktiv Verletzungen vorbeugen? Gibt es No-Go’s? Aber der Reihe nach!

Jede Bewegung beginnt schließlich mit der Idee, von A nach B zu kommen und der oft unwillkürlichen Erkenntnis, die geeignete Bewegung zu beherrschen. Fehlt eine dieser Bedingungen, kann weder Hund noch Mensch an den Zielort gelangen.

Die Idee vom perfekten Sprung – gibt es eine Norm oder muss jeder Hund seine persönliche Technik finden?

Bewegung „mit Grips“ Ein gesunder, fitter Hund besitzt zwar alle physiologischen Merkmale für einen hohen und weiten Sprung – aber dieser Sprung gehört definitiv nicht zu automatisierten, gleichmäßigen Bewegungsabläufen wie beispielsweise der zyklische 3-Takt Galoppsprung im schnellen Lauf. Es ist eine koordinative, azyklische Leistung. Da gelangt der Sporthundetrainer manchmal an den Rand der Verzweiflung: Warum ist die gelbe Hürde für den Hund plötzlich nicht mehr „springbar“, wohingegen die exakt in selber Höhe aufgelegten Stangen mühelos überflogen werden?!

Foto: Jan Redder

Kaum eine Bewegung veranschaulicht die Kraft und Eleganz unserer Sporthunde so beeindruckend wie ein freier Sprung – sei es über Hürden, sei es über Gräben, hinter dem Frisbee her oder beim rasanten Einholen des Schutzdiensthelfers. Aber kaum eine Übung stellt auch so komplexe Herausforderungen an den Körper der vierbeinigen Athleten, denen in letzter Konsequenz doch keine Flügel wachsen.

Die Antwort liegt nicht im muskulären Unvermögen, sondern im motorisch-kognitiven Bereich des Gehirns:

Dabei interagiert es eng mit den Rezeptoren der Skelettmuskulatur und wählt ausschließlich im Fundus des Erfahrungsspeichers angesammelte Schätzwerte.

Vor jedem Sprung muss das Gehirn eine komplexe Berechnung anstellen, welche Muskeln exakt wie viel Spannung in welchem Moment aufbauen oder abgeben sollen.

Wir ahnen es schon – irritiert ein Reiz (wie eine Farbe oder eine ungewohnte Beschaffenheit einer Hürde), kommt dieses Auswahlprogramm ins Schleudern. Und hier setzt häufig ein Teufelskreis ein: unkontrollierte Fehlsprünge oder Rügen durch den verständnislosen Hundesporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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Effizientes, gesundheitsförderndes Training bedeutet also, dem Erfahrungsspeicher jede Menge „Füllmaterial“ für kontrollierte, nicht schmerzhafte oder verkrampfte Sprungbewegungen zu verschaffen – und gleichzeitig dafür zu sorgen, dass der Hund sich aktiv mit Umweltreizen auseinandersetzt. Sporthunde müssen „probieren dürfen“ – wir sollten dieses Ausprobieren gezielt in unseren Trainingsablauf integrieren! Steigende Erfahrung mit unterschiedlichen Sportparcours und das Zusammenspiel mit dem ebenso erfahrenen Hundeführer verringern signifikant das 6

Fotos: Jan Redder

führer fügen einen Stressmarker in den Erfahrungsspeicher. Der Hund springt verkrampfter und hält Reserven zurück. Dadurch steigert sich das Verletzungsrisiko und der Sprung über die Hürde als solches wird zu einer Aufgabe, die unlösbar erscheint. Der Kopf springt immer mit: wer gut springen lernen will, muss sich gut orientieren lernen. Den eigenen Körper in die Höhe zu bekommen, erfordert nicht nur Kraft, sondern Körpergefühl und Koordination. Sonst geht es spätestens unter Prüfungsdruck schief.

Verletzungsrisiko, so Prof. Dr. Fischer – zumindest laut Studien im Agility Sport (2). Um eine Sprungbewegung einzuleiten, braucht der Hund also einen klaren Zielort – denn während dem Sprung müssen die motorischen Zentren bereits die Landung berechnen. Ansonsten bringt sich der Hund in Gefahr, die Aufprallenergie nicht ableiten zu können. Bei einer englischen Studie (6) wurde bei Landungsvorgängen nach Hochsprüngen eine Krafteinwirkung vom bis zu 45-fachen des Körpergewichts gemessen. Ist es verwunderlich, dass eher

unerfahrende Hunde bereits stocken, wenn die Hürde eines Tages in eine andere Richtung gedreht wurde? Die gewohnten Orientierungspunkte fehlen. Hier eine gleichbleibend hohe Sprungleistung zu erwarten entspricht nicht dem absoluten Trainingsstand! Ist dieser Zielort vertraut, muss der Hundekörper in eine geeignete Flugbahn gebracht werden – und hier wünscht sich der Mensch oft ein bestimmtes Bild (beispielsweise eine raumgreifende Streckung), die für die individuellen Körpermerkmale des Hundes vielleicht gar nicht optimal ist.

Biomechanisch gesehen besteht ein Hundekörper aus mehreren Hebeln, die durch ihre koordinierten Teilimpulse (also Beuge- oder Streckbewegungen in bestimmten Flugphasen) zusätzliche Kraftimpulse weitergeben. Auch der manchmal wild rudernde Hundeschwanz gehört zu diesem Steuersystem. Ein „schöner“ Sprung sollte physiologisch gesund sein! Wenn Hunde also ungern oder behäbig springen, liegen oft Verspannungen, Dysbalancen oder sogar visuelle Einschränkungen vor.


Die Anatomie des vollendeten Sprunges HUNDESPORT

 Nackenband (Ligamentum nuchae)

Foto: Nadine Pieper/Illustration: Fransi Rottmaier

Die Vorwärtsbewegung des Hundes wird hauptsächlich durch den Einsatz seines „Motors“ eingeleitet: Hinterbeine und Rücken wirken als sogenanntes Wurfhebelwerk, dessen strukturelle Beugung und darauffolgende Streckung Kraftarbeit leistet, um den Körperschwerpunkt horizontal zu verschieben. Dabei muss die Trägheit der Körpermasse überwunden werden. Die Hinterpfoten müssen weit nach vorne greifen können – idealerweise noch vor die Schulterlinie. Der Rücken biegt sich dadurch und nimmt Energie auf. Die Hauptarbeit leistet hier zweifelsohne der Iliopsoas-Muskel im Beckengürtel, der große Hüftbeuger, welcher das Becken mit der Wirbelsäule verankert. Er bringt die Hintergliedmaßen nach vorne. Schulterpartie und Vorderbeine tragen in der horizontalen Vorwärtsbewegung ungefähr 60% des Körpergewichts. Ihre Struktur ist deshalb säulenartiger als die gewinkelten Hinterbeine,

 die jetzt das gesamte Gewicht nach vorne in die sogenannte Stemmphase wuchten. Die Vordergliedmaßen leisten hierbei auch die notwendige Amortisation, denn sie bremsen die vertikale Abwärtsbewegung durch Beugung der Ellbogen und fügen beim Abfußen (gegenläufige Streckung der Ellbogen) eine nicht unerhebliche Anfangskraft hinzu.

Das Nackenband ist bei Kaniden anders als bei Menschen (bei dem dieses nur sehr schwach ausgeprägt ist) nicht am Hinterhauptbein, sondern erst nach dem 2. Halswirbel als elastischer Nackenstrang aufgehangen. Es stellt die mechanische Stabilität der Halswirbelsäule her und geht nach dem 4. Brustwirbel in das „Ligamentum supraspinale“ über, welches die gesamte Wirbelsäule bis zum Kreuzbein reicht.  Supraspinatus-Muskel Der Oberarmstrecker ist der Hauptstabilisator im Stand und führt zudem das Vorderbein nach vorne. Bei Sprunglandungen erfährt er kurzzeitig die größte Belastung. Verletzungen oder Verdickungen der Supraspinatus-Sehne können Reizungen der Bizepssehne begünstigen.

  Iliopsoas-Muskeln

Beim Absprung kommt es darauf an, die Masse nun auch vertikal in die Höhe zu heben. Hierbei leistet die biomechanische Sprungfeder des aufge-

Ein Verbund aus zwei Muskeln (M. Iliacus und M. Psoas Major), die als große Hüftbeuger fungieren und die Hauptbelastung beim Laufen tragen. Sie wölben den Rücken auf, verankern die Wirbelsäule mit dem Becken, führen die Hüft-Außenrotation durch und zudem das Hinterbein nach vorne. Bei starken Verspannungen können Nervenbahnen gereizt und durch Knieinstabilitäten Kreuzbandrisse begünstigt werden.

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Bodenreaktionskraft und Verletzungsrisiko Der newtonsche Gegenwirkungssatz („actio at reactio“) bedingt, dass genau genommen der Boden den Hund 8

hochschleudert. Und zwar in genau dem Maße, wie das vorher übertragene Körpergewicht. Dabei wird auch die Dringlichkeit von Sicherheitsbewusstsein deutlich: rutscht der Hund in dieser Absprungphase auf nassem oder zu losem Untergrund aus, wirken enorme Kraftspitzen auf seinen Bewegungsapparat ein. Das kann leicht zu Bänder- oder Sehnenrissen führen: Die abgegebene Energie verpufft nicht einfach, sondern absorbiert sich in den mechanischen Strukturen des Körpers. Die sind zwar zu einer gewissen Absorption in der Lage, aber ein kleines Zehengelenk oder das Außenband am Knie oder Karpalgelenk kann nicht die gesamte Bewegungsenergie des Körpers in sogenannte „Deformationsenergie“ umsetzen, ohne dabei Schäden zu erleiden. Wir müssen uns auch von der Vorstellung verab-

Foto: Constanze Rähse

wölbten Rückens Schwerstarbeit – die Vorderbeine geben den vertikalen Kraftimpuls, welcher durch Versetzen des Körperschwerpunktes den Absprungwinkel definiert. Die explosive Streckung des Rückens bis zu den Hinterpfoten setzt dann die notwendige Kraft in Bewegungsenergie um. Dabei handelt es sich um mehrere Teilimpulse, die wie eine Gliederkette addiert werden. Die konkrete Übertragung findet durch die Pfotentraktion im Untergrund statt – hier konzentriert sich für einen kurzen Moment die gesamte Kraftübertragung auf die Zehen der Hinterpfoten, aufgespannt von der stabilsten Weichteilkonstruktion des Hundekörpers: die Achillessehnen.

Die Karpalgelenke, Ellbogen und Schulterpartie erfahren bei Landungen die höchste Belastung, gut entwickelte Muskulatur dient hier als Schutz

schieden, dass Hundegelenke ohne Gegendruck eine optimale Passung aufweisen (2). Wirken hier unerwartete Drehund Scherkräfte ein, kommt es schnell zu Verletzungen am Halteapparat. Ein mechanisches Gelenk leitet Energieimpulse in eine andere Richtung um, Knorpelmasse und Gelenkkapseln sind nicht für intensive

Absorptionsleistung ausgelegt. Reagiert die umgebende Muskulatur unkoordiniert, treten Kraftspitzen auf – es kommt zu Mikroverletzungen und Strukturschwächen. Die motorischen Zentren reagieren durch Abwehrspannung und Ausweichbewegungen: die Bewegungen werden asymmetrisch und verklemmt.


Die Anatomie des vollendeten Sprunges HUNDESPORT

Es handelt sich dabei um das Prinzip des „Drehrückstoßes“. Wir erinnern uns an den rückwärtigen Wedel-Propeller? Hier wird besonders deutlich, weshalb ein guter Sprung eine koordinierte und selbstbewusste Angelegenheit darstellen sollte: Beim Sprung angezogene Hinterbeine, die in einem bestimmten Moment ruckartig nach hinten gestoßen werden, können den Vorderkörper entweder nach unten, oder weiter nach oben bringen – die Energie der abgebremsten Gliedmaßen verpufft nicht, sondern beeinflusst indirekt die Flugbahn. Der Hundekopf mit seiner kräftigen Halsmus-

kulatur wird durch das Nackenband wie ein Ausleger gehalten und zieht durch die Ausgleichsbewegung die Rückenlinie mit. Deswegen erfordert ein guter Sprung auch viel Erfahrung: Der Hund muss im richtigen Moment die richtigen Gliedmaßen bewegen, um die erwünschte Gegenbewegung zu erzielen. Das braucht nicht nur Körpergefühl und Raum-Zeit-Koordination. Es darf vor allem nicht „Augen zu und durch!“ bedeuten. Bei der Landung kommt den Vorderbeinen eine besondere Rolle zu: sie nehmen für einen Moment die gesamte Last auf – dabei beugen sich Karpalgelenke, Ellbogen und Schultergürtel. Um die Last zu verteilen, setzen Hunde meist ihre Vorderpfoten nacheinander auf. Oft sieht man eine vorhergehende Streckbewegung: Auch hier handelt es sich um

Foto: Constanze Rähse

In gewisser Weise können Hunde sogar ihre Flugphasen durch „Teilimpulse“ beeinflussen – ohne den Gegendruck des Erdbodens führen Bewegungen einzelner Körperteile unweigerlich zu Ausgleichsbewegungen.

Besonders belastend sind sogenannte „Kurvensprünge“, da das Körpergewicht nicht nur aufgefangen, sondern gleichzeitig in eine neue Richtung beschleunigt werden muss.

ein biomechanisches Prinzip, welches die Lastaufnahme verbessern soll. Allerdings führt dieses Vorstrecken auch gerne zu einer Überlastung der Supraspinatus-Sehne: ein wichtiger Schulterstrecker, der bei chronischen Verdickungen dann schmerzhaft auf die Bizepssehne drückt. Auch für die im Gegensatz

zur Halswirbelsäule deutlich fragilere Brustwirbelsäule ist dieser Aufprall Stress: Das bis zu dem vierten Brustwirbel reichende Nackenband zieht an den Dornfortsätzen, wenn der Schädel vom Aufprall nach vorne geworfen wird. Dass dort erhöhtes Verletzungs- und Verschleißrisiko besteht, dürfte verständlich werden. sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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Die Schulter des Malinois erfährt hier eine Dehnung unter den Körperschwerpunkt und gleichzeitig dreht der Ellbogen nach außen: hier wirken immense Scherkräfte auf den Bewegungsapparat!

Schulterbelastungen

Foto: Constanze Rähse

Die Tierärztin und Chiropraktikerin Imke Niewöhner geht in ihrem Online-Blog (4) auf die Notwendigkeit einer geeigneten Schulterwinkelung ein: Oberarm und Schulter fungieren als Stoßdämpfer. Hunde besitzen kein starres Schlüsselbein, sondern eine muskuläre Aufhängung des Kugelgelenks und profitieren hier von einer Zurücklagerung und einem längeren Oberarm.

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Im vergangenen Artikel haben wir bereits thematisiert, weshalb körperbetont arbeitende Hunderassen über besonders ausgeprägte Schultermuskulatur verfügen: sie müssen teilweise extreme Scherkräfte und Torsionsbewegungen absorbieren können, ohne Ge-

lenksverletzungen zu erfahren. Hütehunde scheinen hierbei einen größeren Abduktionsspielraum (Abspreizvermögen nach außen) zu besitzen als Rassen, die mehr auf zyklische Laufbewegung selektiert wurden. Kurvensprünge seien besonders verletzungsrelevant, darüber sind sich Physiotherapeuten, Tierärzte und Sportwissenschaftler einig. Hier treffen mehrere Faktoren aufeinander: zum einen werden die Karpalgelenke ungleichmäßiger belastet, wenn der Hund aus dem Abfedern des Sprunges direkt eine Richtungsänderung vollzieht (wir erinnern uns, dass die Vorderbeine den entscheidenden Kraftimpuls zur Richtungsbestimmung geben). Es treten weitaus höhere Scherkräfte auf, die oft untypische Bewegungsmuster darstellen. Die Hunde tauchen deutlich tiefer ein, es wirken also höhere Kraftmomente. Und die seitliche Flexionsfähigkeit des Rückens nimmt Einfluss auf die punktu-


Die Anatomie des vollendeten Sprunges HUNDESPORT

Sind Sprünge denn nun generell schädlich?

kann der Körper die wirkenden Kräfte absorbieren. Gerade Sprünge und ausreichend Traktion ermöglichen berechenbare Kraftmomente. Letztendlich schützt die Beweglichkeit, das Körpergefühl und auch die Fähigkeit der Risikowahrnehmung des Hundes vor Verletzungen – wir sollten diese Ressourcen immer in unseren Trainingsalltag integrieren!

Nein. Je kontrollierter und vor allem koordinierter ein Sprung geleistet wird, desto effizienter

Nicht nur fürs Auge: eine saubere Sprungtechnik ist gleichzeitig die effizienteste Verletzungsprophylaxe

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Quellen: (1) „Grundlagen der Bewegungslehre im Sport“ Dr. Wastl, BUW, Sportwissenschaften (2) „Biomechanische Untersuchung im Hundesport Agility“ / 2018 (Prof. Dr. Fischer / Söhnel) (3) „Erkrankungen des Bewegungsapparates beim Hund“ Reinhardt Seffner (4) Online Fachartikel TÄ Imke Niewöhner (Dog IN Motion): „Schulterverletzungen“ „Hinterhandwinkelung“ „Verletzungen Iliopsoas Muskel“ (5) Körperliche Fitness für Suchhunde / Physiovet Webinar 2021, Dr. S. Mai Fotos: Jan Redder

elle Belastung von Karpal- und Zehengelenken. Ist der Rücken verspannt und unbeweglich, muss der biomechanische Ausgleich von den unteren Gelenken geleistet werden. Diese verschleißen weitaus schneller, da hier weniger Muskelpartien zur Verfügung stehen.

(6) „Kinetics of jump landing in agility dogs“ / 2010, Pfau, de Rivarez, Brighton, Weller Hundetraining aus Tiermedizinischer Sicht / team.konkret 4/2014, A. Quandt

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sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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FCI obedience

TEXT: CONSTANZE RÄHSE

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weltmeisterschaft 2021


FCI Weltmeisterschaft Obedience HUNDESPORT

Die Mehrzweckhalle des Sportzentrums Aaretal bot gute Voraussetzungen für einen fairen Wettkampf. Mehrere Vereine trainieren hier Eishockey im Winter. Im Sommer finden hier die unterschiedlichsten Events, wie Ausstellungen, Konzerte und eben auch Hundesport statt. Meist Agility, aber diesmal eben vom 12. bis 15. August die FCI

Weltmeisterschaft im Obedience. Ländlich gelegen, waren ausreichend Parkplätze und ein weitläufiges Auslaufgebiet vorhanden. Perfekt also. Die Qualifikationsrunde für das Finale fand wie jedes Jahr am Freitag und am Samstag statt. Der Freitag lag fest in deutscher Hand. Shauna Wenzel gewann mit vorzüglichen 278,75 Punkten die Tageswertung. Der Tagessieg am Samstag ging mit 269 Punkten an die Russin Galina Federova. Die Hunde beider Tagessieger stammen aus der Zucht „Welshriverdee“ aus der Schweiz, sind sogar Halbgeschwister bei gleicher Mutter. Ein toller Erfolg für den Züchter, der damit zwei Nachkommen im Finale platzieren konnte. Alle anderen deutschen Starterinnen losten für ihren Auftritt den Samstag und als Erste durfte Anette Weidemann mit Fearnog Aylin in den Ring. Es folgten am Vormittag Eva Hampe und Wera Hahn. Als fünfte

FCI Weltmeister Obedience 2021 Maarit Hellman FIN Unlimited Star Gwen 2019 Michelle Holmlund SWE Vallhunde Peak 2018 Valentina Balli ITA Mind the dog Lycan 2017 Valentina Balli ITA Mind the dog Lycan 2016 Oili Huotari FIN Tending Occult 2015 Miriam Sondergard DEN Casey 2014 Sandra Rohrer GER Iʼm Freezer vom Chiemgauer Ländchen Foto: Andreas Trächslin

99 Starter aus 19 Nationen und mittendrin Janina Leick bei ihrer ersten FCI Weltmeisterschaft. Nach ihrem Vizesieg auf der VDH Deutschen Meisterschaft hatte sie direkt das Ticket nach Wichtrach in die Schweiz gelöst. Dabei macht sie erst seit 2015 mit richtigen Ambitionen Obedience. Im Hundesport ist sie schon drei Jahre länger. Ihren Border Collie Ace hat sie von Welpen an mit Rebecca Wiedermann, selbst schon mehrfach erfolgreich auf der WM dabei, aufgebaut. Die zweifache VDH Deutsche Meisterin ist Janinas großes Vorbild.

Shauna Wenzel erwischte einen Traumstart: Perfekte Harmonie und freudige Ausstrahlung führten zum Tagessieg

Deutsche war es dann nach der Mittagspause endlich für Janina Leick an der Zeit, ihren erst dreijährigen Nature mind Come Bye Ace vorzuführen. „Mit der Teilnahme hatte ich eigentlich schon das gesetzte Ziel er-

reicht,“ resümiert Janina. „Die WM ist für uns gut gelaufen. Ich war ein bisschen traurig, dass ich selbst mit meinem schlechten Timing Punkte bei der Box verschenkt habe. Insgesamt hat Ace das ganz fantastisch gemeistert. Die Fußarbeit hat sich, wie schon erwartet, auch auf der WM als Problemübung dargestellt. Daran werden wir für kommendes Jahr fleißig arbeiten.“ sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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Nachgefragt bei Janina Leick  Das war deine erste WM? Beschreibe doch mal die Tage vor Ort, die Erwartung und wie die am Ende erfüllt wurde? Janina Leick: Das war meine erste WM und nach der DM auch erst unsere zweite große Veranstaltung überhaupt. Ich hatte ein bisschen Sorge, dass es im Team sehr viel Konkurrenz geben würde, das war aber absolut nicht der Fall. Wir waren ein hammermäßiges Team. Jeder wurde zu 100 Prozent unterstützt. Wir sind sehr eng zusammengewachsen und hatten eine fantastische Zeit. Die WM war super organisiert und die Atmosphäre total schön.  Was ist dein Ace für ein Hund? Wie kam er mit der Halle klar? Janina Leick: Ace ist ein ganz liebenswerter und verschmuster Border Collie. Im Alltag ist er in jeglichen Situationen tiefenentspannt, wenn es auf den Platz geht, zeigt er von „0 auf 100“ direkt was in ihm steckt. Er lebt für die Arbeiten, ist spritzig, aber niemals kopflos. Und er lernt superschnell. Ace kennt Hallentraining von klein an, deswegen war dies keine Umstellung für uns. Außerdem waren wir vorab mit dem Team ein Wochenende vor Ort.  Was bedeutet denn Obedience für dich?

Foto: jaggypictures.ch

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Janina Leick: Für mich ist der Sport einfach besonders, weil man wirklich so pingelig trainieren muss. Man muss auf jedes kleinste Detail achten und steht eigentlich immer wieder vor irgendwelchen Herausforderungen, an denen man arbeiten muss. Ich finde das total faszinierend, mit meinem Hund ein Team zu sein, das sich wirklich aufeinander einstellt.

Beide erreichten mit 238 Punkten den 22. Platz an diesem Tag, punktgleich übrigens mit Anette Weidemann. 2,5 Punkte mehr und damit zwei Plätze weiter vorn, beendete Christine Hahn als letzte Deutsche am Nachmittag ihre ebenfalls erste Weltmeisterschaft mit Wings of Hope Eternal Hero. Eva Hampe erreichte mit Dumf and Galwy Jubilee 223,75 Punkte, verpasste um nur einen Viertelpunkt die Wertnote „sehr gut“ und wurde 27. an diesem Tag. Zweitbeste Deutsche war Wera Hahn, die schon 2019 in Kladno dabei war und mit Tending Wonderful ihre eigene Leistung von damals um eine Wertnote verbesserte. Als Fünfzehnte verpasste sie um nur sieben Punkte knapp das Finale. Leider, denn da hätten dann zwei Deutsche dabei sein können. So dominierten am Sonntag die Nationen Finnland und Italien mit jeweils vier Finalisten. Auch Russland und Schweden hatten je drei „Eisen im Feuer“.


FCI Weltmeisterschaft Obedience HUNDESPORT

Dies & Das „Rassevielfalt“ 85x Border Collie 5x Malinois 2x Labrador Retriever 1x Tervueren 1x Australian Kelpie 1x Flat Coated Retriever 1x Australian Shepherd 1x Staffordshire Bullterrier 1x Hungarian Shepherd Mudi 1x Yorkshire Terrier #Hündinnen: 54 #Rüden: 45

Von den insgesamt 20 Finalisten qualifizierten sich acht Teams aus der Samstagsrunde, zwölf am Freitag. Alles ging wieder bei „Null“ los. Schade eigentlich, denn nach dem Gesamtergebnis der Vorrunde wäre eine Deutsche Weltmeisterin geworden. Die einzige Deutsche im Finale war auch die Erfahrenste im Team: Shauna Wenzel auf ihrer fünften FCI WM. Schon 2014 stand sie einmal im Finale, wurde damals Achte.

Foto: jaggypictures.ch

Zweitbeste Deutsche war Wera Hahn

unseres Lebens. Es hat sich wie ein Tanz angefühlt. Ein Tanz, bei dem alle Schritte sicher und vertraut sind und bei dem beide wissen, wer wann etwas macht. Dann heißt es einfach: Tanzen! Es war das beste Feeling ever. Miff erstaunt mich immer wieder, er schafft es einfach, noch einen obendrauf zu legen. Er hat so viel Eigenmotivation gut zu sein.“

Foto: Andrea Baumgartner

Foto: Andreas Trächslin

Damit hat die amtierende Deutsche Meisterin des VDH mit fantastischer Performance in der Vorrunde ganz große Namen „geschlagen“, u. a. die bis dato amtierende Weltmeisterin Michelle Holmlund, die

Nur zwei Männer im Finale: bester war Claude Guzzo (FRA)

zweifache Weltmeisterin Valentina Balli, frühere Weltmeisterin Oili Huotari sowie natürlich auch die neue Maarit Hellman. Chapeau! Glücklich mit ihrem ersten Lauf schwärmt Shauna Wenzel: „Wir hatten am Freitag den Lauf

Der französische Meister erreichte als bester Nicht-Border Platz 11

Platz 10 wurde es am Ende für Shauna Wenzel, die resümiert: „Das Finale war nicht leicht. Ich war innerlich nicht so ruhig wie am Freitag und konnte mich

Teamwertung: 1. Russland 799.25 Punkte 2. Schweden 792.50 Punkte 3. Finnland 785.75 Punkte 4. Italien 772.50 Punkte 5. Frankreich 764.50 Punkte 6. Deutschland 763.00 Punkte 7. Österreich 734.00 Punkte 8. Dänemark 700.75 Punkte 9. Niederlande 688.75 Punkte 10. Schweiz 683.25 Punkte

daher nicht zu 100 % auf Miff konzentrieren. Ich habe ihn deshalb im Kreis eine Idee zu spät gestoppt. Das war so schade! Aber er hat die Übung großartig gerettet. Die lange Fußarbeit am Ende einer sehr anstrengenden Woche war für alle Hunde nicht leicht.“ sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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Die Ergebnisse zeigen, dass die Weltspitze sehr dicht ist. Der Titel ging mit nur einem Viertelpunkt Vorsprung nach Finnland. Maarit Hellman, die Vizeweltmeisterin von 2017 war das dritte Mal auf dieser Ebene dabei, ihre Hündin Unlimited Star Gwen das erste Mal. Die erst dreijährige Border Collie Hündin überzeugte in beiden Läufen. Alle guten Dinge sind also doch drei! Herzlichen Glückwunsch! Im Finale standen, wie nicht anders erwartet, nur Border Collies. Also fast, denn ein 16

Die Französin Delamarre Frédérique hatte sich als Zwanzigste der Vorrunde den letzten Finalplatz ergattert. Ihre Tervueren-Hündin Lloyd de la nouvelle demeure erreichte am Sonntag Platz 11 und gewann damit den inoffiziellen Titel „bester Nicht-Border Collie“. Als Richter waren Carina Savander-Ranne aus Finnland, Nadine Hess aus der Schweiz, der

Kleinster Teilnehmer war der Yorkshire Terrier aus dem tschechichen Team

Foto: Andreas Trächslin

Im Finale distanzierte Wenzels Welshriverdee Mischief Managed dann auch seinen anderthalb Jahre älteren Halbbruder und erreichte mit 243,75 Punkte Platz 10. Marvelous Matej wurde mit 231,5 Punkten Dreizehnter.

Tervueren mischte sich unter sie. Rassevielfalt ist ja auf den höheren Ebenen des Obedience eher nicht vorhanden. Nur 14% Andersrassige standen der Übermacht der Border Collies gegenüber. Am buntesten reiste das Team aus Tschechien an, die neben ihren Borders auch einen Malinois, einen American Staffordshire Bullterrier und sogar einen Yorkshire Terrier im „Gepäck“ hatten. Ernsthaft konkurrenzfähig waren die beiden Exoten sicherlich nicht, aber sie waren dabei und das schaffen viele andere Border Collies nicht.

Foto: Andrea Baumgartner

Trotzdem: Top-10 beim Jahreshöhepunkt – was eine großartige Leistung! Und Miff ist ja auch erst fünf Jahre, also mittendrin in der Karriere. Chapeau!

Neue Weltmeisterin ist Maarit Hellman aus Finnland

Spanier Pedro Marques Rebollo und der Deutsche Uwe Wehner im Einsatz. Insgesamt scheinen die Bewertungen recht ausgeglichen, Janina bestätigt mir das. „Natürlich sieht man von den verschiedenen Positionen auch unterschiedliche Dinge. Ich denke nicht, dass man als Außenstehender davon sprechen sollte, was nachvollziehbar ist und was nicht. Man weiß einfach nicht, was die Richter aus ihrer Perspektive und der viel näheren Position sehen

oder hören. Ich finde, dass meine Bewertungen alle gerechtfertigt waren.“ Der letzte deutsche Titel ist sieben Jahre her. 2014 gewann Sandra Rohrer mit ihrem Iʼm Freezer vom Chiemgauer Ländchen den letzte WM-Titel für Deutschland. Die Leistungen im 2021er Team haben gezeigt, dass junge Hunde mit tollen Anlagen für die nächsten Jahre hoffen lassen, dass sich bald wieder „einer von uns“ WELTMEISTER nennen darf.


FCI Weltmeisterschaft Obedience HUNDESPORT

Monika Gutknecht ist seit 2019 SV Leistungsrichterin Obedience und seit 2021 Mitglied im VDH Ausschuss Obedience. Bisher hat sie vier Deutsche Schäferhunde in dieser Sportart ausgebildet. Ihr größter Erfolg bis dato war mit Gody vom Schloß Eberstein der Titel „Deutscher Obedience Champion VDH“ 2018.  Eine FCI WM ist der Jahres-Höhepunkt einer jeden Hundesportart. Die Sparte Obedience traf sich im August in der Schweiz. Der Wettkampf fand in einer Halle statt. Welche Schwierigkeiten haben sich dadurch ergeben? Ich glaube nicht, dass sich durch die Halle Schwierigkeiten ergeben haben, eher Vorteile. Außerhalb dieser gab es 32 Grad, in der Halle war es eher kühl.  Wie haben die Schweizer die Organisation pandemiebedingt gemeistert? Ich empfand es unter den Umständen gut organisiert und die Stimmung unter den Sportlern war prima. Die Zuschauer fehlten sicherlich, Eröffnung und Siegerehrung hätten dadurch natürlich etwas stimmungsvoller sein können.  Deutschland hat in der Teamwertung Platz 6 belegt und hatte mit Shauna Wenzel einen Starter im Finale am Sonntag. Wie bewertest du diese Leistung und was müssen wir in Deutschland tun, um mehr nach vorn zu kommen? Ich habe die Einzelläufe unserer Starter nicht gesehen, weil ich als Helfer im Vorbereitungsbereich tätig war. Am Sonntag war Shauna leider schon durch, als ich kam. Die Leistungsdichte weltweit ist sehr hoch und eine einzige Null in einer Einzelübung macht schon einige Plätze aus. Ich sehe unsere Profi-Obediencesportler in Deutschland auf sehr hohem Niveau und durchaus ebenbürtig mit den anderen Ländern. Das Quäntchen Glück gehört halt auch immer dazu.

 Du bist selbst Richterin und aktive Obedience-Sportlerin. Wie erklärst du dir die Dominanz aus Skandinavien?

{ I N TE RV I EW }

Da fehlt mir der Einblick in die Szene und der Überblick über mehrere Jahre WM Geschehen. Vielleicht züchtet man dort die noch perfekteren Border Collies? Keine Ahnung. Die Rasseeinfältigkeit spricht mich nicht unbedingt an. Die Veranstaltung ist für mich weder als Ausbilder noch als Richter ein Maßstab. Ich sehe mich, vor allem auch als Leistungsrichterin, im Bereich der Basis unseres Obedience-Sportes. Viele verschiedene Rassen, auch mit ihren unterschiedlichen Eigenheiten, sehen, diese berücksichtigen und beurteilen zu dürfen, hat mich motiviert, Richterin zu werden. Eigentlich perfekte Vorführungen ins kleinste Detail zu analysieren und zu zerlegen und dabei „der Fliege in den Hintern zu gucken“ würde mich nicht erfüllen.  Ja, leider ist die Rassevielfalt auf den höheren Ebenen sehr klein, Border Collies dominieren die Szene. Könnte man das irgendwie verbessern? Der Border Collie bringt mit seinen natürlichen Verhaltensweisen schon enorm viel mit, um die Aufgabenstellungen fast perfekt zu meistern. Es soll zwar rasseberücksichtigend beurteilt werden, aber wenn es zum Vergleich kommt, wird eben auch verglichen... Wer „oben mitlaufen“ will, beginnt nicht, einen Deutschen Schäferhund, einen Hovi, Schauzer oder welchen Hund auch immer auszubilden. Da ist üblicherweise nach der Meisterschaft im eigenen Zuchtverband, spätestens an der VDH DM, Schluss. Gott sei Dank gibt es noch Rassefreunde, die es aus Liebe zu ihrer Rasse trotzdem tun. Aber eben nicht die erfolgsorientierten Hundesportler. Verbesserung? Ich habe mal erwähnt, man sollte eine Borderquote einführen: Jedes Land darf nur zwei Border Collies melden, die anderen Plätze müssen mit anderen Rassen belegt werden. Das würde einschlagen. Das Niveau wäre evtl. niedriger, das Zuschauen aber interessanter und in ein paar Übergangsjahren hätten wir mehr Rassevielfalt auch unter den Profis. Das ist natürlich eine nicht durchsetzbare Vorstellung, aber das waren meine Gedanken dazu.

sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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Foto: Hermann Wenzel

INTERVIEW: CONSTANZE RÄHSE

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Ein Schweizer eröffnet die FCI obedience WM in der Schweiz


Ein Schweizer eröffnet die FCI Obedience WM in der Schweiz HUNDESPORT Tolle Vorführung, viel Applaus und eine Ehrung Man muss nicht Border Collie sein, um auf einer FCI Weltmeisterschaft „Sieger der Herzen“ zu werden. Wie aus einem Running Gag ein emotionaler Lebenshöhepunkt wurde und warum ein Schweizer Berner Sennenhund standesgemäß die Obedience Weltmeisterschaft in der Schweiz eröffnete ... Sporthund hat Hundeführerin Diana Strätling befragt: Was bedeutet der Hundesport für dich? Diana: Andere machen Yoga, ich entspanne am meisten, wenn ich mit Muk trainiere und tolle Trainingspartner habe! Für mich ist es das schönste Hobby der Welt!

„Weißer Hund“ auf einer FCI Weltmeisterschaft – wie kommt man zu dieser Ehre? Diana: Ich habe bei einem Online-Turnier, das von Jelte van Camp organisiert wurde, mitgemacht. Coronabedingt konnte ich nur vier Übungen zeigen. Nadine Hess, die auch eine der Richter auf der VDH DM und der FCI WM in diesem Jahr war, hat das online gerichtet und mir gute Tipps gegeben. Ich hab mich dafür bedankt und aus Spaß geschrieben, dass ich diese Tipps bis zur WM übe! Seit Jahren ist es ein Running Gag, dass Muk und ich bei der WM 2021 in der Schweiz dabei sind. Ein Gag wohlbemerkt! Nadine schrieb dann, wenn es mit der Qualifikation zur WM

nicht klappt, dann könnte ich ja als weißer Hund antreten!!!! Ein Schweizer könne ja die WM in der Schweiz eröffnen! Yeah! Bei der VDH Deutschen Meisterschaft (Qualifikation) in Gemünden war Muk leider krank. Natürlich war ich traurig, aaaaber als „weißer Hund“ zu laufen war ein absoluter Traum.

denke. Carina SavanderRanne nahm auf einmal das Mikrofon und sprach von ihrem Favoriten, plötzlich fiel der Name „Muk“ und ich bekam einen Sonderpreis. Ich kann mich nur noch an Worte wie „Big Impression“ erinnern, denn ich war viel zu aufgeregt, um alles zu verstehen.

Damit hatte ich gar nicht gerechnet und das war ein Moment, den ich nie vergessen werde!

Die Ehrung durch Carina Savander-Ranne, Präsidentin der FCIKommission für Obedience und internationale Richterin. Die Finnin war auch als Richterin bei dieser WM im Einsatz.

Und wie fühlte sich dein Auftritt an? Diana: Der „Auftritt“ war einzigartig für mich, ich wusste, dass ich zeigen kann, was in Muk steckt! So war es dann auch! Du hast sogar eine Ehrung bekommen? Erzähl doch mal. Diana: Ich habe jetzt noch einen roten Kopf, wenn ich an den Moment

Foto: Hermann Wenzel

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Steckbrief MUK Nepomuk von den lustigen Bären WT: 27.04.2017 Größe: 63,5 cm / Gewicht: 41 kg AKZ: BH, OB3 Erfolge: 7. DVG BSP 2019 (OB1) weißer Hund FCI-WM

Foto: Ramona Schratt www.lisha-and-lupit.de

Nun sieht man eigentlich zumeist Border Collies auf einer FCI Obedience WM. Ein paar wenige andersrassige gibt es auch, aber du hast einen Berner Sennenhund – Wahnsinn, denn die sieht man im Hundesport eher selten bis gar nicht. Wie kommt man mit diesem Hund zum Obedience?

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Diana: Ich habe damals mit meinem anderen Berner Calle in einer Hundeschule viel Spaß gehabt und die Begleithundeprüfung abgelegt. Auf einer Züchterseite fand ich dann YoutubeVideos von Berner Sennenhunden im Obedience und das fand ich sehr beeindruckend. Mit Calle habe ich in die Sportart reingeschnup-

pert, aber damals fehlte uns noch die Erfahrung und die richtige Trainingsmethode. Dann kam Muk und mir war klar, diesmal gehe ich es richtig an! Warum sind Border aus deiner Sicht die Nummer 1 im Obedience? Diana: Der Border Collie ist wie ein Ferrari in der Formel 1. Er besitzt beste körperliche Voraussetzungen, ist wahnsinnig schlau, schnell und liebt es, zu trainieren! Aber man muss einen Ferrari auch fahren können und das stellen sich viele zu einfach vor! Ich habe großen Respekt vor deren Ausbildung, man braucht einen guten Trainingsplan, gute Rassekenntnisse und viel Erfahrung!

Wieso hast du einen Berner Sennenhund? Diana: Jeder hat so seine Lieblingsrasse, ich eben auch. Da geht mir einfach das Herz auf, eine andere Begründung habe ich nicht. Es passt einfach! Muk ist mein dritter Berner! Die meisten Leute schaffen sich einen Berner als gemütlichen, leider oft übergewichtigen Familienhund an. Die wenigsten kommen auf die Idee, ihn im Obedience auszubilden. Naja, ich eben schon. Natürlich eignet sich nicht jeder Berner als Obedience-Hund, aber wenn man auf die Berner-Figur achtet, z. B. joggen geht und selbst leidenschaftlich Obedience macht, dann kann aus einem Berner auch ein „Sportberner“ werden.

Auszug aus dem FCI-Rassestandard Berner Sennenhund (Dürrbächler) FCI-KLASSIFIKATION: Standard: 45 Gruppe 2: Pinscher, Schnauzer, Molossoïde, Schweizer Sennenhunde Sektion 3: Schweizer Sennenhunde; ohne Arbeitsprüfung Ursprung: Schweiz Größe (Widerrist): ♂ 64-70 cm (ideal: 66-68 cm) ♀ 58-66 cm (ideal: 60-63 cm) Der ursprüngliche Bauernhund mit Wach-, Zug- und Treibaufgaben ist heute „dank seiner attraktiven Dreifarbigkeit und seiner Anpassungsfähigkeit weltweit als Familienhund bekannt und beliebt.“ (FCI) Im Erscheinungsbild kräftig und harmonisch aufgebaut, ist der Berner Sennenhund ein beweglicher Gebrauchshund mit gutmütigem, aufmerksamen Charakter, der mit mittlerem Temperament im Alltag gut führig ist.


Ein Schweizer eröffnet die FCI Obedience WM in der Schweiz HUNDESPORT Ob der nächste Hund auch ein Berner wird, weiß ich aber nicht, keiner wäre wie Muk, er ist ein einfach ein Ausnahmeberner! Beschreibe doch mal Muks Charakter. Diana: Muk ist lustig!!!! Er bringt mich immer zum Lachen! Er trainiert total gern, ist verfressen, hört gut zu, ist unkompliziert und es macht einfach immer Spaß mit ihm. Wenn wir trainieren, ist alles um uns herum eher uninteressant – wir genießen das Training und haben viel Freude. Hat dein Muk Papiere, und gibt es in der Zucht wie bei anderen Rassen unterschiedliche Zuchtlinien auf Leistung oder Schönheit? Falls ja, hast du darauf geachtet?

EINS IST KLAR – WENN ZWEI HUNDE HIER WOHNEN, DANN IST EINER IMMER EIN BERNER! Diana: Muk heißt eigentlich Nepomuk von den lustigen Bären und sein Name ist Programm. Er kommt aus der langjährigen Zucht von Dr. Andrea Herz. Sie züchtet seit über 20 Jahren Berner Sennenhunde, trainiert mit ihren Hunden in der Fährte und im Rettungshundesport, war viele Jahre ehrenamtlich in der Rettungshundestaffel unterwegs. Es gibt bei den Bernern keine Zucht- oder Arbeitslinien, aber Andreas Berner sind immer sportlich und wenn ich einen Berner habe, dann wird er immer nur aus dieser Zucht von ihr stammen!

Warum ist Obedience deine Sportart? Diana: Ich mag es, eine Aufgabe zu haben, die erst einmal völlig schwierig wirkt. Man arbeitet dran und schwups, stellen sich Erfolge ein. Natürlich nur, wenn man pingelig ist, richtig trainiert, seinem Hund ein gutes Gefühl gibt und man „dran“ bleibt. Wie viel Zeit steckst du ins Training und trainierst du kurze Sequenzen, einzelne Übungen oder eher komplex? Diana: Ich trainiere fast täglich Kleinigkeiten, die man zu Hause oder beim Spaziergang trainieren kann.

Foto: Sebastian Droshagen

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Das sind noch die „Nachwehen“ des Onlinekurses und immer nur kurze Sequenzen.

Beschreibe kurz deinen Weg in der Ausbildung? Wo gab es Schwierigkeiten, die auf rassetypische Eigenschaften zurückzuführen sind?

Training reicht aber natürlich nicht. Durch perfektes Training bei Anna Herzog und Eva Hampe habe ich die Trainingstipps und Aufgaben bekommen, die ich brauchte. Beide vermitteln nicht nur die besten Varianten eine Übung zu trainieren, sie achten auch besonders auf die Gemütslage des Hundes und des Teams. Gerade die Gemütslage des Hundes ist entscheidend für das Training!

Diana: Wir haben viele Seminare besucht und alle Online-Kurse von Shauna Wenzel gemacht, in denen man beste Anleitungen mit Videos bekommt. Man muss aber auch kritikfähig und fleißig sein, was ich persönlich super finde. Nur Online-

Schwierigkeiten gibt es bei hohen Temperaturen. Ein Training mit viel Belohnung ist zwar dann noch machbar, bei einem Turnier aber könnte es schwierig sein, dass er die Laufübungen langsamer macht. Ich starte daher nicht bei über 30 Grad.

Zwei- bis dreimal pro Woche trainiere ich auf dem Hundeplatz und habe dabei das Glück, ganz tolle Trainingspartner zu haben!

Foto: Janina Leick Herzenssachefotografie

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Wie bestätigst du Muk? Eher mit Futter oder mit Spielzeug? Diana: Muk ist verfressen und ich bestätige oftmals mit Futter. Dies tue ich aber unterschiedlich, mal ein Leckerchen, dann variabel, wenn etwas super läuft, fliegen Frikadellen. Ich möchte aber gern zusätzlich wieder mehr mit Spielzeug belohnen, einfach, weil es Spaß, macht mit ihm zu spielen. Welches ist eure Lieblingsübung? Diana: Fußarbeit! Distanzkontrolle! Übung 8! Abrufen! Suchen usw. – sorry, ich mag sie alle! Und welche Übung ist eure „Zitterpartie“?


Ein Schweizer eröffnet die FCI Obedience WM in der Schweiz HUNDESPORT Wir gehen auf

DISTANZ

Diana: Hmm, vielleicht nicht unsere Zitterpartie, aber die Gruppenübungen mag ich persönlich nicht so. Dieses Warten außer Sicht des Hundes, in einem Versteck find ich sehr anstrengend. Muk macht es zwar gut, ich fühle mich dabei aber manchmal unwohl. Wie reagieren deine Sportkollegen auf deinen eher untypischen Teampartner? Diana: Ganz knapp: Immer gut!!! Welche Ziele hast du für die Zukunft und welche Wünsche mit deinem Hund? Diana: Haha, na ja, eigentlich hätte ich nie gedacht, dass ich wirklich mal vor allen Spitzensportlern der Welt in

Foto: Ramona Schratt www.lisha-and-lupit.de

diesem Sport zeige, was wir können. Ich wünsche mir aber natürlich noch viele weitere tolle Trainingsjahre mit Muk, Gesundheit und Spaß. Über weitere Sahnehäubchen wie den „weißen Hund“ freue ich mich dann natürlich.

Was wünschst du dir für deinen Sport Obedience? Diana: Ich wünsche mir, dass sich mehr Hundesportler trauen, mit ihren auch andersrassigen Hunden zu starten und

keine Angst davor haben, zu „verlieren“. Einfach machen und stolz auf seinen Hund sein! Außerdem wünsche ich mir, dass mehr Teams gut reagieren, wenn ein Fehler passiert. Sauer auf seinen Hund zu sein, ist nicht die Lösung.

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TEXT: KATHRIN OVERRÖDDER

Foto: Adobe Stock / Nattesha

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Welt der Wunder: Hundenase sind, die unsere Hunde erschnüffeln. Umso spannender ist es, sich die Nase des Hundes einmal genau anzuschauen. Fakt ist nämlich, dass die Hundenase in vielen Hundesportarten gebraucht wird, zum Beispiel bei der Fährte, beim Mantrailing oder im Obedience.

Chapeau! Die Hundenase kann echt was.

Offensichtlich sorgt diese sogenannte Nasenarbeit also für eine sehr artgerechte Auslastung und macht nicht zuletzt den Hunden großen Spaß. Nicht weniger spannend ist es aber auch für den Hundehalter zu sehen, welche Leistung sein Vierbeiner mit seiner Nase zu erreichen imstande ist. Immer wieder ist man selbst erstaunt über die Fähigkeiten seines Hundes.

Aber wieso können Hunde eigentlich so gut riechen? Weil Hunde Makrosmatiker sind. Dieses ausgefallene Wort ist übersetzt leicht verständlich: Es ist griechisch und bedeutet „Vielriecher“. Als Makrosmatiker werden Lebewesen bezeichnet, bei denen der Geruchssinn sehr gut ausgebildet ist. Kein Wunder also, dass sich der Hund am liebsten auf seine Nase verlässt. Wir Menschen können uns nicht mal im Ansatz vorstellen, welche Gerüche ein Hund wirklich wahrnimmt. Denn das entzieht sich leider unserer Vorstellungskraft. Mit unseren rund fünf Millionen Riechzellen liegen wir weit hinter unseren Hunden mit rund 230 Millionen Riechzellen. Wir haben also absolut keine Vorstellung davon, wie vielfältig die Gerüche

* Hochleistungsorgan Nase Für den Hund ist die Nase das wichtigste Sinnesorgan und somit in vielerlei Hinsicht besser als die von uns Menschen. Unser Riechhirn umfasst ca. ein Prozent unserer Gehirnmasse, beim Hund sind es ganze zehn Prozent. Auch die Riechschleimhaut des Hundes umfasst die

zehnfache Fläche der menschlichen Riechschleimhaut. So ist es nicht verwunderlich, dass der Hund 40-mal besser riechen kann als der Mensch.

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Illustration Fransi Rottmaier

<<< Das U.S. National Institute of Standards and Technology hat herausgefunden, dass ein Hund in der Lage ist, ein Molekül unter einer Billion anderer Moleküle zu erkennen. Das ist so, als wenn man ein Stück Würfelzucker in einem olympischen Schwimmbecken auflösen und trotzdem noch schmecken würde. >>>

KYNOLOGIE

Die Anatomie der Hundenase        

Nasenmuschel Jacobsonsches Organ Geruchsepithel Gehirn Riechkolben Geruchsnerven Nasen-Gaumen-Kanal Nasennebenhöhlen

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Faktencheck

Foto: Constanze Rähse

Wunderwerk Hundenase <<<Es ist nachgewiesen, dass der Wolf – Vorfahre unseres Hundes – seine Beute in drei Kilometern Entfernung wittern kann.>>> <<<Hunde können bei natürlichem Boden bis zu drei Meter ins Erdreich und bis zu acht Meter in eine geschlossene Schneedecke hineinriechen.>>> <<<Mit bis zu 230 Millionen Riechzellen (zum Vergleich: Menschen besitzen fünf Millionen Riechzellen) kann der Hund rund eine Million Gerüche unterscheiden.>>> <<<Hunde können in unterschiedliche Richtungen ein- und ausatmen. Deshalb haben die Nasen unserer Hunde einen seitlichen Schlitz, durch den der Hund ausatmet. Dadurch verhindert der Hund, dass er die Geruchspartikel z. B. einer Fährte beim Ausatmen wegpustet.>>>

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* Eine gute Spürnase? Grundsätzlich gilt: Jeder Hund kann riechen und zwar schon von Natur aus. Daher ist auch jede Hunderasse zunächst einmal für die Nasenarbeit geeignet. Um eine besonders gute Spürnase zu werden, kann die Fähigkeit eines Hundes zu Riechen natürlich weiter trainiert werden. Aber was genau wird da trainiert? Entscheidend ist dabei die Fähigkeit, Duftstoffe bewusst voneinander differenzieren zu können. Jede der rund 230 Millionen Riechzellen in der Nase des Hundes hat Rezeptoren, die auf einen bestimmten Duft spezialisiert sind. In dem Moment des Riechens strömen die Duftmoleküle mit der Luft in die Nase des Hundes. An der dort befindlichen Schleimhaut, auch Riechepithel genannt, diffundieren die Geruchsmoleküle. Sie werden also von der Schleimhaut aufgenommen und lösen dabei eine biochemische Reaktion aus. Bei entsprechender Menge wird ein elektrisches Signal ausgelöst, welches wiederum über die Riechnerven zum Riechhirn weitergeleitet wird. Im Gehirn findet dann der Prozess des Erkennens und Auswertens statt. Der Hund verarbeitet die Information über den angekommenen Geruch. Dieser Prozess kann je nach Ausbildungsstand des Hundes bis zu fünf Sekunden dauern. Das Ergebnis: Der Hund nimmt einen bestimmten Geruch wahr.


Welt der Wunder: Hundenase

KYNOLOGIE

* Zur Veranschaulichung ein Vergleich Um die Fähigkeiten des menschlichen Geruchssinns und dem des Hundes zu vergleichen, kann man sich eine Fotodatei vorstellen. Wird ein Foto mit einer niedrigen Qualität aufgenommen, dann sind viele Details nicht erkennbar. Das Bild ist verschwommen und unscharf. Diese Aufnahme steht für die Leistung der menschlichen Nase. Wird ein Foto in sehr hoher Bildqualität aufgenommen, so lassen sich auch noch die kleinsten Details scharf erkennen. Es liegt auf der Hand, dass diese Aufnahme das Riechvermögen unserer Hunde darstellen soll. So detailhaft wie das Foto nimmt auch der Hund unterschiedlichste Gerüche wahr. Auch wenn ein Geruch sehr dominant ist, kann der Hund auch noch alle weiteren Gerüche in der Luft aufnehmen und wahrnehmen.

Foto: Constanze Rähse

Aber die Spürnase eines Hundes hat noch mehr zu bieten. Hunde können Stereo riechen, sie unterscheiden also Gerüche je nach Nasenloch. Diese Fähigkeit ermöglicht es ihnen wahrzunehmen, aus welcher Richtung ein Geruch kommt. So weiß der Hund, der beim Jagen eine Spur aufgenommen hat, in welche Richtung „die Beute“ weitergelaufen ist. So könnte man vielleicht den Unterschied zwischen dem Riechvermögen unserer Hunde mit dem unsrigen vergleichen, aber eigentlich müsste das rechte Bild noch viel pixeliger sein.

* Interessant! Was genau der Hund riecht und wie der Vorgang exakt funktioniert, ist wissenschaftlich jedoch noch nicht abschließend geklärt. Hintergrund des Problems ist es, dass es sich bei den Geruchsrezeptoren um feuchtes Gewebe handelt. Dieses verliert seine Struktur, sobald man es aus dem Gehirn entfernt. Um also wirklich erforschen zu können, was während des Riechens passiert, müssten Wissenschaftler am lebenden Gehirn forschen. Das ist natürlich nicht möglich. Es gibt einige Theorien, die versuchen zu erklären, wie der Hund riecht – jedoch ist keine davon zu hundert Prozent überzeugend. Es bleibt also ein spannendes Forschungsthema, das immer wieder neue Erkenntnisse hervorbringen wird.

* Macht Training also doch keinen Sinn? Bleibt nun die Frage offen, wie man etwas trainieren kann, das man nicht in seiner Gänze versteht? Letztlich geht es – egal bei welcher Sportart – nicht um das Riechen an sich, sondern um die Fähigkeit des Hundes, die erlangten Informationen bestmöglich zu verarbeiten. Zum besseren Verständnis ein Vergleich: Nur weil ein Kind in der Schule die Zahlen von 1 bis 10 zu schreiben gelernt hat, kann es damit noch lange nicht rechnen. Und so ist es beim Hund. Riechen kann er, aber welche bewussten Verhaltensweisen der Geruch auslöst, das können wir trainieren. Zusammengefasst wird bei der Nasenarbeit, unabhängig von der Sportart, ein planvolles und zuverlässiges Vorgehen des Hundes erlernt. sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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■■■ Fährtenarbeit Die Fährtenarbeit hat im Hundesport eine lange Tradition. Früher als Teil der Schutzhundeausbildung bezeichnet, ist die Fährte heutzutage einer von drei Teilen im sogenannten IGP (Internationale Gebrauchshundeprüfungsordnung). Dabei wird durch den Menschen eine Fährte auf einem naturbelassenen Gelände gelegt. „Der Hund muss mit tiefer Nase die Fährte aufnehmen und den Verlauf dann motiviert mit tiefer Nase, hoher Suchintensität, anhaltend und gleich28

■■■ Mantrailing Beim Mantrailing kommt nun der Individualgeruch des Menschen zum Tragen. Jeder Mensch riecht anders, der Geruch ist also ebenso wie ein Fingerabdruck einzigartig. Foto: Constanze Rähse

Denken wir daran zurück, dass es bis zu fünf Sekunden dauern kann, bis das Gehirn des Hundes den Geruch verarbeitet hat. Diese Zeit wird durch regelmäßiges Training zum Beispiel verkürzt, so wie ein Kind mit der Zeit lernt, schneller zu lesen. Ein zweiter Punkt ist die sogenannte Geruchsdifferenzierung, sodass der Hund in der Lage ist, einen vorgegebenen Geruch von anderen Gerüchen zu unterscheiden. Natürlich ist es wichtig, dass auch der Mensch lernt, seinen Hund bei der Arbeit zu lesen und zu verstehen, was in ihm vorgeht. Nur so können die optimalen Trainingsbedingungen für den Hund geschaffen werden und er kann sich auf seine Nase konzentrieren. * Das Angebot im Hundesport ist vielfältig

Innerhalb der IGP-PO gibt es auch die Spezialprüfungen für Fährtenhunde, bei denen deutlich höhere Anforderungen, wie z.B. längere Verläufe und Liegezeiten, Geländewechsel, Wege und Verleitungen eine Rolle spielen.

mäßig folgen.“ (Auszug aus Internationale Gebrauchshundeprüfungsordnung der FCI, Stand 01.01.2019). Auf der Fährte befinden sich je nach Ausbildungsstand ausgelegte Gegenstände, die der Hund verweisen muss. Wichtig ist bei der Fährtenarbeit, dass der Hund spurtreu läuft. Ein Verlassen der Spur ist nur auf Leinenlänge laut Prüfungsordnung erlaubt. Anders als beim Mantrailing, bei dem die Spur auch einige Tage alt sein kann, liegt die gelegte Fährte in den Stufen IGP1-3 in der Regel nur 20 bis 60 Minuten. Der Hund lernt also, die Bodenverletzungen wahrzunehmen, die durch die Verwesung der zertretenen Mikroorganismen entsteht. Hierbei spielt der Individualgeruch des Menschen, der die Spur gelegt hat, keine Rolle.

Der Hund kann also jeden Menschen am Geruch erkennen. Gut trainierte Hunde finden diese Spur auch noch nach Tagen, sogar über Asphalt oder Pflasterstein. Dabei ist die große Kunst nicht nur, den Geruch zu identifizieren, denn der Hund muss ihn auch von der Vielzahl anderer Gerüche unterscheiden. Die Geruchsunterscheidung ist für einen Mantrailerhund also eine unabdingbare Fähigkeit. Man kann sich auch als Mensch mit eingeschränkter Riechfähigkeit gut bildlich vorstellen, dass ein Trail durch die Innenstadt deutlich schwieriger für den Hund ist als in einem verlassenen Wald. Beim Individualgeruch handelt es sich um kleinste Partikel vom Menschen, die langsam auf den Boden sinken, wenn sich dieser bewegt. Der Hund ist dabei in der Lage, das Alter der verschiedenen Geruchspartikel zu unterscheiden, so kann er eine neu gelegte Spur von einer älteren unter-


Welt der Wunder: Hundenase scheiden und lernen, nur der neuen Spur zu folgen. Anders als bei der Fährte ist die Spurtreue beim Mantrailing nicht relevant. Die Geruchspartikel werden durch Wind, Regen und Verwirbelungen in der Luft oft weiter verteilt, sodass sich der Geruch des Menschen nicht mehr dort befindet, wo der Mensch tatsächlich lang gelaufen ist. ■■■ Nasenarbeit zu Hause Scent Detection, ZOS®, SniffleDog® – es gibt viele Möglichkeiten seinen Hund auch zu Hause ohne Hundesportverein mit Nasenarbeit auszulasten. Verschiedene Hundetrainer und Experten haben dabei unterschiedliche Konzepte entwickelt. Beim Scent Detection lernt der Hund zum Beispiel einen bestimmten Geruchsstoff zu erschnüffeln, zum Beispiel den Geruch von Geld, Katzenminze, einem bestimmten Material oder Zimt. Je ausgebildeter und trainierter der Hund, desto kleiner kann der Geruchsstoff sein. Ein gut ausgebildeter Hund kann schon Kleinstpartikel in der Wohnung erschnüffeln.

KYNOLOGIE

Eine besonders praktische Fähigkeit, wenn man einmal seinen Schlüssel verloren hat. Entwickelt wurde die ZOS® von Thomas und Ina Baumann.

junge Hunde bekommen dabei einen guten Finderwillen, da sie die direkte Belohnung schnell selbst erschnüffeln. Je besser sie werden, desto schneller kommen sie an ihr Ziel.

Beim von TEAMCANIN entwickelten SniffleDog® wird der Hund auf einen bestimmten Geruch konditioniert, der sich in einem speziell dafür entwickelten Behältnis befindet. Der Hund lernt im Training dann systematisch, die einzelnen Behälter abzusuchen und das richtige anzuzeigen.

Ja, die Nase des Hundes ist also ein echtes Wunderwerk, dessen Möglichkeiten wir noch nicht voll erforscht haben. Egal auf welche Art der Hund seine Nase einsetzt, um eine vermisste Person zu finden, um Drogen zu erschnüffeln oder einer Fährte zu folgen, was die Hundenase leistet, ist beeindruckend.

Um die reine Nase und den Geruchssinn des Hundes zu schulen, eignen sich auch Schnüffelteppiche sehr gut. Besonders

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Bei der sogenannten Ziel-Objekt-Suche (ZOS®) geht es darum, den Geruch von einem bestimmten Gegenstand wiederzufinden und diesen zuverlässig anzuzeigen. sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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TOP DOG GERMANY Hundesport meets TV-Show TEXT: CONSTANZE RÄHSE

Foto: RTL Deutschland/Markus Hertrich

Sie heißen Müsli, Pünktchen, Hashtag, Hörtnix oder Pippilotta und sie waren die Hauptdarsteller der neuen RTL-Show „Top Dog Germany“, die im August 2021 in ihrer Erstauflage ausgestrahlt wurde. Teilgenommen haben nur 75 Hunde, die über verschiedene Kanäle gecastet wurden. RTL legte bei der Kandidatenzusammenstellung Wert darauf, verschiedene Hundetypen, aus unterschiedlichen Hundesportarten oder Lebensbereichen zu finden. Schöne Geschichten und besondere Leistungen im Hintergrund der Kandidaten – die Show sollte schließlich familienfreundlich sein und ein möglichst breites Publi30

kum begeistern. Und ja, das hat sie. Einen Betrag dazu leistete auch das bekannte Moderatorentrio Frank Buschmann, Jan Köppen und Laura Wontorra, die mit witzigen Kommentaren schon anderen Formaten zu Erfolg verholfen haben. Die Abfragen innerhalb der Show waren vielfältig auf die hundlichen Skills ausgelegt und hatten verschiedene Schwierigkeitsgrade. Teamarbeit und Vertrauen waren die Schlüssel für den Erfolg. Genau wie im Hundesport. Körperkoordination, Konzentration, Apportieren, die feine Nasenveranlagung zur Geruchsidentifiktion, Kraft, Schnelligkeit und die faszi-


Man sagt ja immer die Hundesportwelt ist klein und das stimmt wohl so auch. Innerhalb der eigenen Sportart neigen die meisten schon mal zum Tellerranddenken und das disziplinübergreifende Messen mit anderen Sportlern findet eher nicht statt. Eine spannende Idee also, diese Show! Es gab fünf Vorrundenshows mit jeweils 15 Teams. Jeweils drei qualifizierten sich für die Finalshow. In dieser knisterte die Spannung dann bis zum Schluss, bis endlich feststand, dass Melanie Fydrich und Border Collie Hündin Trouble ihn mit nach Hause nehmen dürfen, den ersten „Top Dog Germany“– Pokal.

Ihr erster Pokal war es dennoch nicht, denn beide sind auch schon Europa- und Vizeeuropameister im Dogfrisbee geworden. „Ich hatte keine Bedenken, dass Trouble mit irgendeiner Abfrage ein Problem hat. Die Anforderungen waren ja grundsätzlich nicht schwer und Trouble kennt ja „zieh“, „touch“ und Co. schon aus unserer Therapiearbeit mit Kindern. Die Schwierigkeit für die Hunde war auch eher die Kombination aus Aufregung, Lichtern, Kamera etc. und wie der einzelne das wegsteckt. Und meine persönliche Sorge war, ob ich für sie schnell und klar genug bin. Aber Trouble ist einfach eine coole Socke.“ Von den sechs Finalbesten waren fünf erfolgreiche Hundesportler. Ist also eine hundesportliche Ausbildung der Schüssel zum Erfolg? Melanie sagt mir dazu: „Jemand der nichts tut, der muss schon extrem viel Glück haben, um zu gewinnen.“

Alex & Mojito waren bis zum Schluss heiße Kandidaten auf den Sieg

Fotos: @tvnow .de/Markus He

nierende Geschicklichkeit eines Beutegreifers in Verbindung mit Kommunikation – alles auf der Basis sportlicher Vereinbarungen, aus denen auch unsere Hundesportarten, die einzelnen Disziplinen und Übungen entstanden sind.

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Top Dog Germany – Hundesport meets TV-Show HUNDESPORT

Hundeführer, die mit ihren Vierbeinern schon hundesportliche Wettkämpfe, Prüfungen und Meisterschaften gelaufen sind, waren klar im Vorteil. Alex Nicht zum Beispiel hatte seine Vorrunde auch als Sieger „verlassen“. Der 39-jährige Sozialarbeiter und sein Border Collie Mojito wurde vom dhv Deutscher Hundesportverband rekrutiert. Mojito ist der erste Hund von Alex und der inzwischen neunjährige Rüde hat in ganz verschiedenen Hundesportarten erfolgreich an Meisterschaften teilgenommen. Mojito ist also sehr vielfältig ausgebildet und

das Show-Konzept war auf den ersten Blick perfekt auf die beiden zugeschnitten. Die Teilnahme an der RTL-Sendung war für Alex eine „schöne Erfahrung“. Mojito sei ohnehin für alles zu begeistern. Während des Studiums begleitete er ihn tagsüber in die Hochschule und nachts zur Individualbetreuung von Menschen mit körperlicher Behinderung. „Wenn man 24 Stunden am Tag mit seinem Hund verbringt, bleibt auch viel Zeit für kleine Trainings – und so entwickelte Mojito ganz vielfältige Talente für die unterschiedlichsten Hundesportarten“, sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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erzählt der Deutsche Meister im Turnierhundesport. Was auch immer sie anfingen, egal ob THS, Agility oder Canicross, Mojito war immer gewillt, sein Bestes zu geben. Und das hat er eben auch im TV getan.

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Hertrich Foto: @tvnow.de/Markus

Gregorowius Foto: @tvnow.de/Stefan

Nadine Hartlieb ist über einen Social Media Castingaufruf von Sporthund auf die Show aufmerksam geworden. Die 46-jährige Dannstädterin ist seit 13 Jahren begeisterte Agilitysportlerin und hat schon an Deutschen Meisterschaften, WM-Qualifikationen und sogar an den European Open teilgenommen. Bisher mit Border Collies unterwegs, ist sie nun auf „Sieger der Herzen“ umgestiegen. Ihre working Cocker Hündin beschreibt sie als neugierig, unerschrocken und aufgeschlossen. „Pebbles ist für jedes Abenteuer zu haben. Für sie gibt es kein zu hoch, zu weit oder zu laut. Sie „trampelt“ einfach so durchs Leben. Durch unsere Verbundenheit können wir alles zusammen meistern.“

Für das Agilityteam Nadine und Pebbles war der Parcours zeitweise wie ein Agilityparcours.

Und das haben sie auch: als Dritte ihrer Vorrundensendung gewannen Beiden im Finale den Titel „Last Shorty Standing“. Den mit 5000 EUR dotierten Titel hatte RTL spontan ausgespielt, als sich immer mehr herauskristallisierte, dass die kleinen Hunde es doch etwas schwerer im Parcours hatten.

Nadines 1000 EUR Spende ging an „Border Collies in Not“

Ich denke da persönlich spontan an die Dominosteine. Und natürlich tragen kleine Beine nicht so schnell wie große, weswegen es ja auch in Schnelligkeitssportarten Größenklassen gibt. Wenn man nun aber meint, dass nur die Border Collies begeistert haben, dann sei gleich mal klargestellt, dass das so nicht ganz stimmt. Ich erinnere mich zum Beispiel an Pünktchen und Fly, beide um die 50 kg schwer, die wirklich super gearbeitet haben. Cane Corso-Mix Pünktchen hatte

leider keine Lust auf den Pool. Neufundländer-Hündin Fly kam als untypischer „Sporthund“ natürlich nicht an die Zeiten der „Parcoursflitzer“ heran. Trotzdem beide motiviert und teamfähig. Toll. Auch die „Teufelsbraut“ Juna begeisterte und riss in Folge 5 Frank Buschmann vom Stuhl. Der 8-jährige Münsterländer-Mix sprang beherzt in den Pool, der sich während der Show für einige andere Wasserratten als Knackpunkt entpuppte. Die spätere Siegerin Melanie Fydrich erklärte, dass „Hunde ja eher in Seen baden und die selten so klares blaues Wasser haben. Einen Pool sind unsere Hunde einfach nicht gewöhnt“. Auch Alex Nicht hat mit seinem Mojito extra nochmal einen Schwimmkurs absolviert und ihm mit viel Käse die Aufgabe schmackhaft gemacht. Bis ins Finale kam auch Bergrettungshund Franziska. Die Bayerische Gebirgsschweißhündin, die mit Alexander Seemann im


Top Dog Germany – Hundesport meets TV-Show HUNDESPORT

echten Leben ehrenamtlich Leben rettet, hatte rasse- und ausbildungsbedingt einige Nachteile, die der sympathische Österreicher aber gern in Kauf genommen hat. „Beißen und Zerren liegen nicht in ihrem Wesen. An diesen Stellen hatte ich immer die 30 Sekunden Wartezeit hinzunehmen, bevor ich selbst auslösen durfte und da kann man an die Topzeiten nur schwer ran. Die Rasse ist zudem sehr schreckhaft, weswegen z. B. Schussfestigkeit nicht in der PO für Jagdgebrauchshunde abgefragt wird. Suchen und Anzeigen sind die besonderen Fähigkeiten

der Rasse und die brauche ich im Einsatz.“ Da Apportieren ebenfalls nicht in ihre Ausbildung passt, hat RTL eine Sonderlösung für die Vierjährige gefunden. Sie musste den Ball nur anzeigen, dann durfte Alex diesen selbst holen. „Ich bin sehr zufrieden mit dem, was Franziska gezeigt hat. Ich habe gar nicht damit gerechnet, in das Finale zu kommen. Ich hatte einfach Glück, dass in meiner Vorrunde viele tolle Hunde Probleme mit dem Wasser hatten.“ Naja, Glück gehört ja bekanntlich auch dazu.

Und dann war da natürlich noch Kalle von Jule Prins. Was ein cooler Hund! „Kalle ist zwar nicht der schnellste und geschickteste Hund, aber er ist unheimlich schnell im Kopf und unsere Verbindung ist einmalig“, sagt mir Jule Prins und fügt hinzu, dass Kalle ihr allererster Hund ist. Ihr reinrassiger Magyar Vizsla stammt aus Ungarn, wurde leider von RTL zum Mischling degradiert. „Er war wohl zu exotisch und es gibt Schlimmeres“, lacht die 32-jährige Sportwissenschaftlerin. Beide haben eine der besonderen Verbindungen, die man in dieser

Fotos: @tvnow.de/Markus Hertrich

Foto: @tvnow.de/Stefan

/Markus Her Foto: @tvnow.de

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Mit den Buzzern hatte Bergrettungshund Franziska keine Probleme.

Show des Öfteren bemerken kann. „Wir verstehen uns auch ohne Worte und egal was ich mit ihm mache, ich weiß, er lässt mich nie im Stich.“ Und genau darauf kam es ja auch an. Ihr Kalle war schon als Welpe eine absolut coole Socke. „Das war echt großartig. Er wurde an den Drehtagen von allen sehr beschmust und gefeiert, was er sichtlich genossen hat. Das war schon auf den Canixrennen so“, erzählt mir die mehrfache Welt-, Europa- und Deutsche Meisterin im Canicross und Bikejöring.

Jule & Kalle präsentierten sich als echtes Dreamteam und verpassten den Sieg nur ganz knapp.

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Fotos: @tvnow.de/Markus Hertrich

Jule & Kalle sind zufrieden mit ihrer Leistung.

„Ich selbst hatte mehr Probleme mit den Lichtern und den Kameras, weil ich es manchmal schwierig mit der Orientierung fand und keine Kamera umrennen wollte.“ Jule und Kalle haben die erste Finalrunde gewonnen. Im letzten und entscheidenden Lauf ging es dann sehr spannend zu. Die Top Drei kamen innerhalb von 34 Hundertsteln ins Ziel. Jule und Kalle wurden Dritte. „Ja, es war echt knapp. Aber da in den Vorrunden schon klar war, dass ganz viel vom Glück abhängt, haben wir uns nicht geärgert. 34

Alle Teams, die im Finale standen, waren mehr als top und ich denke, dass jeder den Sieg verdient gehabt hätte. Ich war sehr skeptisch im Vorfeld, bin aber letztendlich froh um das schöne Erlebnis mit meinem Hund und den anderen tollen Kandidaten.“ Und dann war ja da noch das Familienduell. Familie Engelke war nämlich gemeinsam am Start, Lina mit Papillon Müsli und Patrick mit Border Collie AMeGo, der doch tatsächlich sogar seine Vorrunde gewonnen

Im Familienduell schlug Border Collie AMeGo die kleine Papillon-Dame Müsli.

hat. „Ich bin super stolz auf die beiden“, sagt mir Lina Engelke, die immer gemeinsam mit ihrem Mann trainiert und die Konkurrenzsituation aus Dogfrisbeeturnieren kennt. Beide gönnen sich gegenseitig alles. Auch ihre beiden hundesportlich aktiven Vierbeiner hatten mit der Studioatmosphäre keine Probleme. „Beide arbeiten ihre Aufgaben ab und haben aufgrund der vertrauensvollen Basis zu uns auch keinen Stress. Na ja, mit dem Wasser vielleicht“, fügt Lina hinzu und gesteht, dass sie dieses etwas

mehr trainiert haben, weil ein Pool eben kein See ist. In der Show wollte Müsli dann leider doch nicht allein schwimmen. „Ich habe sie dann in meinen Arm springen lassen und dann ist das auch ok für sie.“ Eine der guten Ideen von RTL war die Abfrage der getrennten Wege, mit der einige Hunde überfordert waren. Im Prinzip bestätigte diese den Vorteil aus dem Hundesport, wo Distanzarbeit in fast jeder Sportart trainiert wird. Auch Lina sieht den hundesportlichen Vorteil:


Aus meiner persönlichen Zuschauersicht fiel mir auf, dass Fortuna doch etwas mehr die Hand im Spiel hatte. Ich fragte mich, wie das mit der Zipline gewertet wurde, weil man ja die Zeit nicht wirklich laufen sah und jedes Team ja auch immer „unsichtbar“ entschirrt wurde. An dieser Stelle gab es immer einen harten Schnitt. Auch das Apportieren als letzte Aufgabe war leider von dritter Menschenhand beeinflusst. Der Ball schien mal schneller auszulösen und mal weniger

Melanie & Trouble mussten nach ihrem Finallauf den „Hot Seat“ nicht mehr verlassen.

schnell. Da wäre sicherlich vorteilhafter, wenn die Hundeführer ihren Ball selbst frei geben. Dann liegt es auch in eigener Verantwortung, ob der Hund den Ball sieht oder nicht. Na, und wenn das ganze Studio nach Zimt riecht, dann fragt sich der begeisterte Fährtensportler, ob da der zehnte Hund überhaupt noch eine Chance hat. Die Idee ist super und wenn jeder der 15 Hunde im Vorfeld einen eigenen Geruch üben kann, ist das auch eine anspruchsvolle, selektierende Aufgabe.

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Fazit: Am Ende ist es wie immer im Leben: alles muss sich erst entwickeln. Nichts ist von Anfang an perfekt und schon gar keine TVShow, die „außerhalb“ des Mirkokosmos Hundesport produziert wurde. Top Dog Germany ist trotzdem eine wirklich nette und kurzweilige Familiensendung, die Spaß macht und etwas modifiziert auch Wiederholung finden sollte. ■

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Finalergebnis: 1. Melanie Fydrich mit Trouble, Border Collie 1:03:39 2. Domenik Arend mit Ninja, Border Collie 1:03:45 3. Jule Prins mit Kalle, Magyar Viszla 1:04:13 4. Alex Nicht mit Mojito, Border Collie 1:18:88 5. Mona Grefenstein mit Qju, Boder Collie 1:19:92 6. Anthea Giuditta mit Moe, Malinois 1:31.64

Quelle RTL.de (Anganben ohne Gewähr)

„Natürlich sind die Aufgaben der Show nicht so einstudiert, wie beim Dogfrisbee, im Agility etc., aber man weiß, was der Hund kann, ist fokussiert und kennt Prüfungssituationen. Das ist schon nochmal anders, als wenn ein Familienhund gelernt hat, Buzzer zu drücken. Und obwohl unsere Hunde natürlich auch Buzzer drücken können, war es zu dritt nebeneinander in einer engen Nische dann doch etwas schwieriger als gedacht.“

Foto: RTL De utschland/Ma rkus Hertrich

Top Dog Germany – Hundesport meets TV-Show HUNDESPORT

Nach der ersten Runde: 1. Jule Prins mit Kalle, Magyar Viszla 1:17:37 2. Alex Nicht mit Mojito, Border Collie 1:23:63 3. Mona Grefenstein mit Qju, Border Collie 1:31:55 4. Melanie Fydrich mit Trouble, Border Collie 1:35:02 5. Domenik Arend mit Ninja, Border Collie 1:36:71 6. Anthea Giuditta mit Moe, Malinois 1:40.25

sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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CANICROSS

AGILITY

6.-10.10.2021 FCI Weltmeisterschaft Pecica (RO)

13.-14.11.2021 VDSV Deutsche Meisterschaft Leipa (DE)

4.-5.12.2021 VDH DM/DJM Agility Hemsbach (DE)

DOGDANCE

5.-6.3.2022 DVG BSP Quakenbrück (DE)

19.-20.3.2022 VDH Qualifikation s/m Mending (DE)

7.-10.10.2021 offene Europameisterschaft St. Petersburg (RUS)

5.-6.3.2022 Schwabentrail Opglabbeek (BE)

26.-27.3.2022 VDH Qualifikation l Mending (DE)

2.-3.4.2022 VulcaniCross Schotten (DE)

2.-3.4.2022 VDH Qualifikation s/m Wülfrath (DE)

28.4.-1.5.2022 ICF Weltmeisterschaft Pledran (FRA)

9.-10.4.2022 VDH Qualifikation s/m Wülfrath (DE)

FÄHRTE 16.-17.10.2021 SGSV FH Meisterschaft n.n. (DE) 26.-31.10.2021 FCI Weltmeisterschaft Kincsem-Lovapark (HUN)

IGP

29.-31.10.2021 DVG BSP Stockelsdorf (DE)

7.-10.10.2021 SV BSP Meppen (DE)

19.-21-11.2021 VDH Deutsche Meisterschaft Rochlitz (DE)

31.10.-7.11.2021 WUSV Weltmeisterschaft Lerma (ESP)

RETTUNGSHUND 4.-7.11.2021 FCI Team Weltmeisterschaft Craiova (RO)

OBEDIENCE 2.-3.10.2021 dhv Deutsche Meisterschaft Würzburg (DE)

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THS 9.-10.10.2021 VDH Deutsche Meisterschaft Wieze (DE)

FLYBALL 28.-29.5.2022 FCI Flyball Open WC Lommel (BE)

14.-17.7.2022 Junior European Open Vantaa (FIN) 28.-31.7.2022 European Open Opglabbeek (BE) 29.9.-2.10.2022 FCI Weltmeisterschaft Russland

SCHLITTENHUND 19.-20.2.2022 Deutsche Meisterschaft snow Haidmühle (DE)

Foto: Constanze Rähse

MONDIORING

23.-27.2.2022 IFSS Weltmeisterschaft snow Arsana (SWE) 9.-12.3.2022 WSA Weltmeisterschaft snow Östersund (SWE)

TOPHUNDESPORTTERMINE ohne Gewähr


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SPORTHUNDGEWINNSPIEL

 Was wird in der Ausbildung zum Spürhund besonders gefördert?

 Welche Artikelnummer hat

die geschlossene Obediencehürde in unserem Online-Shop?

 Welche Dog Frisbee-Organisation richtete 2021 seine EM in Bremen aus?

 Wie heißt einer der führen-

P Sprungkraft H Griffkraft W Geruchssinn

O 7355087 N 7261560 E 7355085

B USDDN L AWI M UFO

T Niggeloh A Chuckit R Non-stop dogwear

 Wie viele Leistungsklassen

 Wie heißt eine Obedience-

 Welche Klassifizierung haben Border Collies?

 Wie heißt die RTL-Talentshow für Hund und Mensch?

W 4 M 5 U 2

C Pylonenrückruf E Distanzkontrolle S Seitenapport

B Stöberhund I Hütehund M Schutzhund

P SuperDog Germany A NinjaDog Warrior Germany S TopDog Germany

 Wo findet im November die

 Was bietet die Marke Sport-

 Wie hoch ist die IGP-Sprung-

T Lerma T Madrid R Barcelona

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J 1,80 m R 1,00 m A 0,70 m

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Einsendeschluss:

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RUBRIK Impressum & Vorschau

Herausgeber: LEROI GmbH Geschäftsführer: Florian König, Olaf König Am Schneckenhof 9 D-74626 Bretzfeld-Geddelsbach Email: magazin@sporthund.de Tel.: +49 (0) 79 45 / 9 41 01 01

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IMPRESSUM

VIELE WEGE ZUM PERFEKTEN APPORT Foto: Diana Strätling

Erscheinungsweise: 6x jährlich Druck: Saxoprint GmbH

Fotoquellen: Jan Redder, Nadine Krei, Hermann Wenzel, Janina Leick, Ramona Schratt, Sebastian Droshagen, Andrea Baumgartner, Andreas Trächslin, jaggipictures.ch, tvnow.de/Markus Hertrich, tvnow.de/Stefan Gregorowius, Constanze Rähse, Diana Strätling, AdobeStock

WISSEN, WAS DRIN IST Ein blinder Kauf von Hundefutter aufgrund appetitlicher Verpackungsfotos? Wer seinem Vierbeiner Gutes tun will, schaut auf die Rückseite. Aber was sagen Inhaltsstoffe und analytische Bestandteile eigentlich aus?

Hundesport Kynologie Foto: AdobeStock / SasaStock

Hinweise:

Kein Teil dieses Magazins darf ohne Genehmigung des Herausgebers vervielfältigt oder verbreitet werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Eine Haftung für Ratschläge unserer Experten kann nicht übernommen werden. Der Herausgeber behält sich das Recht vor, veröffentlichte Artikel, Beiträge und Fotos auch in seinen anderen Publikationen (In- und Ausland, im Web und elektronisch) ohne weitere Vergütung und Nachfrage zu veröffentlichen. Die Nutzungsrechte an eingesandten Leserfotos gehen mit Einsendung automatisch auf die Leroi GmbH über.

Schnelles Tempo, exaktes Arbeiten und bitte nicht knautschen: Apportieren ist eine komplexe Übung mit vielen Fehlerquellen. Wir vergleichen bewährte, erfolgreiche und beliebte Trainingsansätze.

Kynologie

Foto: AdobeStock / JackF

Auflage: 5.000 Stück

Unsere nächste Ausgabe erscheint Anfang Dezember 2021

Hundesport Kynologie

Gesamtkonzept & Layout: Constanze Rähse, Neuhaus an der Pegnitz Lektorat: Dipl.-Germanistin (Univ.) Cordula Scheffner, Viersen

VORSCHAU #13

DIENSTLEISTER HUND Wenn wir von „Arbeitshunden“ reden, denken wir oft an Sport. Doch was steckt wirklich hinter den „dogs with jobs“, den Hunden, die professionelle Dienstleistungen erbringen? Wo liegt der Unterschied zu unseren Sportdisziplinen? Kurzfristige Änderungen vorbehalten. Wir bitten um Verständnis.

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Denkt dran Jungs, mit VISUPART kann ich euch immer sehen!

© Constanze Rähse

sporthund.de sporthund.de ∙[Heft 5/2021]

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AUCH EIN „WEISSER HUND“ KANN SIEGER DER HERZEN SEIN!

ZUM SAMMELN

DIANA STRÄTLING & MUK Foto: Anna Herzog

sporthund.de


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Sporthund-Magazin Ausgabe 12 by Sporthund - Issuu