Juni/Juli 2021
MAGAZIN #10
Dog-Life-Balance
Gleichgewicht durch Hundesport
In der Ruhe liegt die Kraft
Das überstrapazierte Konzept der Impulskontrolle
Nur wer sein Ziel kennt, findet den Weg Konditionierung mit Targets
Treibball
Die „Ballschafe“ müssen zum „Schäfer“
mit Gewinnspiel & Rabattcoupons ∙ ∙ ∙ Hundesport-Themen ∙ kynolog. Fachbeiträge ∙ Interviews ∙ Produktvorstellungen ∙ ∙ ∙
Alles fest im Griff!
T
or
pi
ro
nn y Foto: Heike Johannsen
S
T
FI
sporthund.de 2
EDITORIAL
„Wahre Ruhe ist nicht Mangel an Bewegung, sie ist Gleichgewicht der Bewegungen.“ Ernst von Feuchtersleben (österreichischer Arzt + Lyriker, 1806-1849)
Für manche Dinge gibt es Impfungen. Zum Glück! Und so wird unser Leben bald wieder normal sein. Aber, was ist denn „normal“? Normalität ist nirgends festgeschrieben, dafür gibt es keine Regeln, auch wenn das manche nur schwer akzeptieren können.
Autoren dieser Ausgabe FRANSI ROTTMAIER ist seit 1997 im Schlitten-
hundesport aktiv. Die gelernte „Fachkraft für Schutz und Sicherheit“ stieg 2005 als Zeitsoldatin auf die Arbeit mit Dienstgebrauchshunden um. Als Referentin und Beraterin über Aggressionsverhalten, Selbstschutz und Mikromuster-orientierter Verhaltensanalyse machte sie sich europaweit einen Namen.
Jeder findet seine Balance anders. Und für viele ist die Work-Life-Balance eben nur mit Hund und Hundesport erreichbar. Beides ist zeitintensiv und muss sich möglichst stressfrei in den Alltag integrieren lassen. Und Eines ist dabei klar: Es wird auch zukünftig keine Impfung gegen den HundesportVirus geben. Es gibt also nur eine Lösung für Infizierte Balance zu finden: Ausbildung/Erziehung.
KAROLINA KRÜGER züchtet seit 2010 Langhaar-
Collies im Deutschen Collie Club. Als Welpenbetreuerin der ersten Stunde begleitet sie Mensch und Hund auf dem Weg zum Team. Die Dipl.-Betriebswirtin schreibt als freies Redaktionsmitglied einer Lokal-Zeitschrift. Die Liebe zur Fotografie und die zeitgemäße faire Ausbildung von Hunden sind für sie Herzensangelegenheiten.
KATHRIN OVERRÖDDER arbeitet hauptberuflich in der Marketingleitung einer GmbH. Sie ist seit über zehn Jahren Ausbilderin im DVG und findet immer einen Trainingsansatz für jedes Problem. Sie selbst führt im Rally Obedience eine Aussie-Hündin, mit der sie 2015 die Beginnerklasse der DVG BSP gewann, und führt ihren Malinois im Obedience.
Und weil auch wir Zweibeiner oft unsere eigene Impulsivität unterdrücken oder so steuern müssen, dass wir unsere Gefühle bewusst unter Kontrolle haben, ist die Impulskontrolle auch für das Vermeiden von hundlichen Affekthandlungen sinnvoll. Für die Balance. Trotzdem: der Hund lebt im Hier und Jetzt – seine Ziele sind sehr viel unmittelbarer. Irgendwie ist das ja auch beneidenswert. Jeder Augenblick ist wertvoll – das sollte jedermanns Normalität sein!
NINA DANY-HIRSCH war aktiv in Agility und Obe-
dience, bildete auch an Schafen aus. Heute beschäftigt sie ihre zwei Border ohne aktiven Sport, mit Obedience, Tricks, Longieren oder Dummytraining. Sie besuchte zahlreiche Fortbildungen in der Verhaltenstherapie, ist Hundetrainerin mit eigener Hundeschule, schreibt Fachartikel und bloggt kritisch rund um das Thema Hund.
Nun aber wieder viel Spaß beim Lesen, Stöbern und Rätseln! Bleibt weiterhin alle gesund!
Unser Titelbild „Coverwahl“ Dieses Bild wurde von unseren Social-Media-Followern gewählt und passt gut zum Heftinhalt: Fährtenarbeit in der Natur entschleunigt. Auf geht's. Chefredakteurin SPORTHUNDMAGAZIN
Foto: Heike Johannsen
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
3
DOG-LIFE-
BALANCE TEXT: FRANSI ROTTMEIER
Foto: hundestars.de
Monja Sasse genießt mit Skoll die gemeinsame Zeit.
4
Dog-Life-Balance HUNDESPORT
Für das Leben der Hundesportler gibt es solche Studien noch nicht, obwohl „Dog-Life-Balance“ als Ableitung des populären Modebegriffs zunehmend in den Fokus der Hundlerwelt gerät. Blogartikel, Kurse und Workshops zur „Harmonie im Mensch-Hund-Team“ lassen sich gut vermarkten. Entschleunigung, Achtsamkeit, qualitative Beschäftigungsmodelle – es besteht eindeutig Bedarf! Jetzt gehören unsere vierbeinigen Sportkameraden äußerst selten zum Bereich Broterwerb; viel
mehr konkurrieren die Bedürfnisse des Hundes mit denen unserer meist ohnehin unausgewogenen Freizeitgestaltung. Denn auch ein Hund benötigt Verbindlichkeiten, manche sogar ziemlich ausufernd! Bestenfalls zählt der Hund als adoptiertes Familienmitglied und partizipiert von unserem organisatorischen Talent, „Job und Familie“ unter einen Hut zu bekommen.
allerdings Familien, die gemeinsam ihrem Hobby frönen und dabei sehr zufrieden wirken – trotz Arbeit, Haushalt und Freundeskreis. Selbstbetrug – oder schlichtweg gutes Gefühl für Lebensgleichgewicht? Wir haben ein paar erfolgreiche Hundesportler aus ganz unterschiedlichen Disziplinen befragt und sind auf interessante Parallelen gestoßen!
Auch in unseren Hundesportvereinen stößt man recht schnell auf einen Chorus von „zu viel Hundesport“; „das Familienleben leidet unter der Prüfungsvorbereitungszeit“; „mein/e Lebensgefährte/ in beklagt, ich investiere zu viel Zeit“; und so weiter. Wer kennt diese Konflikte nicht? So ganz zuträglich für eine gute Balance scheint der Faktor Hundesport also auch nicht zu sein. Dem entgehen stehen
Begriff & ENTSTEHUNG „Work-Life-Balance“ ist zwar seit den 1990er-Jahren präsentes Diskussionsthema, eine eindeutige Definition aus wissenschaftlicher Sicht existiert jedoch bis heute nicht. In der Wirtschaft wird dabei übereinstimmend die Vereinbarkeit von Beruf und Familie formuliert. Gleichzeitig steht dieser Dualismus als oberflächliche Betrachtung in der Kritik, da es sich nicht zwangsläufig um konkurrierende Faktoren der Lebensgestaltung handeln muss. Cooper ist
Balance in allen Lebenssituationen hat jeder gern, auch unsere Hunde
sieben Tage alt und noch im(Quelle: Collatz & Gudat: mer blind wie Work-Life-Balance, 2011) . ein Maulwurf. sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
5
Foto: Constanze Rähse
H
ierzulande steht es um unsere vielgerühmte „Work-Life-Balance“ reichlich unrühmlich, schenkt man wissenschaftlichen Studien Glauben. Im Schnitt denkt die überzeugende Mehrheit aller Studienteilnehmer, mehr arbeiten zu müssen als sie wollen oder dauerhaft bewältigen zu können. Keine gute Basis für die notwendige Erholung. Leben im „Hamsterrad“ – und dann noch einen Hund im Sport führen?
MANDY GLÄSER
Foto: Stefanie Gebke
seit 2010 im IGP-Sport Hund: BICO (Hollandse Herder) aktiv in Wettkämpfen Vize-Weltmeister WDSF
6
Wie organisierst du das Wettkampftraining mit deinem Berufsleben?
Ich habe das Glück, dass mein Heimat-Hundeplatz nur circa drei Minuten von meinem Arbeitsplatz entfernt ist. So bin ich quasi jede Mittagspause dort zum Gassi gehen und meistens wird da dann auch ein kleines Training integriert. In der Wettkampfvorbereitung entsprechend intensiver. Unterordnung und auch kleine Schutzdienst-Technikeinheiten kann ich da immer ganz gut machen. Training und auch Wettkampftraining bekomme ich gut um mein Berufsleben herum organisiert. Hier ein paar Überstunden und dafür da dann früher zum Training weg – mein Chef unterstützt mich hier seit Jahren sehr und ich habe generell flexible Arbeitszeiten. Für die Wettkämpfe nehme ich dann natürlich entsprechend meinen Urlaub.
Hast du das Gefühl, dein Privatleben leidet unter diesem Hobby – warum?
Nein, das „Hobby“ ist letztlich ein großer Teil meines Privatlebens und diesen möchte ich nicht missen. Das war tatsächlich die eine Sache, die ich zu Beginn meiner Beziehung auch direkt als Grundlage festgelegt habe – in meinem Sport möchte ich mich nicht einschränken.
Wo müsst ihr untereinander Kompromisse eingehen?
Nun, ich habe den besten Lebenspartner, den man sich so wünschen kann – nie gab es ein großes Thema, wenn ich wieder mal das Wochenende weg bin. Rico unterstützt mich hier sehr und dafür bin ich unwahrscheinlich dankbar. Urlaub? Einen Urlaub, der rein gar nichts mit Hundesport zu tun hat – einmal gab es das. Ansonsten werden die Urlaube um Veranstaltungen drumrum geplant, begleiten mag er uns aber nicht mehr. So haben wir 2018 vor und nach der Weltmeisterschaft eine richtig schöne Zeit in Holland verbracht. Ich störe mich im Gegenzug auch nicht daran, dass Rico sich seinem Hobby widmet.
Was tut ihr, um euch von Arbeitsalltag und Sportgeschehen zu erholen?
Zum einen ist es tatsächlich „Gassi“ gehen. Wir wandern auch mit den Hunden oder genießen eben einfach die Ruhe. Abends frönen wir auch gern unserer Serienleidenschaft, am besten dann mit einem guten Scotch. Oh – und natürlich essen – wir essen beide unheimlich gerne.
Dog-Life-Balance HUNDESPORT
MONJA SASSE
WERA HAHN
seit 2016 im Canicross Hund: SKOLL (Siberian Husky) aktiv in Wettkämpfen
seit 2005 im Obedience Hund: FIRE + VIC (Border Collies) mehrmalig Weltmeisterschaft viele Podestplätze im swhv, DHV und VDH
Meine Trainingszeiten hängen stark von meinem Schichtplan ab. Ich habe Früh-, Mittel- und Spätschicht. Die meiste Zeit trainiere ich, wenn ich Früh- und Mittelschicht habe. In der Spätschicht wird fünf Tage lang nicht trainiert. Da fehlt mir die Zeit, um zu meinen Eltern zu fahren, wo der Hund lebt, mit dem ich trainiere.
Ich bin in der glücklichen Lage, nur halbtags berufstätig zu sein, sodass ich genügend Zeit für mein Wettkampftraining finde.
Mein Privatleben leidet nicht durch mein Hobby. Ich habe sogar durch mein Hobby meine Geschwister motivieren können, mit mir zu sporteln. Mein Freund begleitet mich auch öfter im Training. Und viele andere Freunde machen selbst Zughundesport.
Nun, „leiden“ würde ich es jetzt nicht nennen, aber ja mein Privatleben richtet sich nach meinen Prüfungsterminen / Seminaren.. Urlaub usw. wird darum herum gebaut.. ist nicht immer ganz einfach, aber funktioniert.
Da fallen mir spontan keine ein. Ich kann aktuell mein Training so legen, wie es mir zeitlich passt.
Nun, das wir immer wieder schauen müssen, alles unter einen Hut zu bringen und zu organisieren. Mein Mann ist beruflich viel unterwegs und auch mit seinen Hobbies, da stört es dann nicht wenn ich auch viel unterwegs bin ... wenn nicht grad Corona da ist.
CODE: NASENARBEIT15
15% Rabatt auf Produkte der Shop-Rubrik „Nasenarbeit“ www.sporthund.de
Um mich vom Arbeitsalltag zu erholen, gehe ich meist mit den Hunden spazieren, wandern oder trainiere anderweitig mit ihnen. Hin und wieder kommen die Hunde zur Physio und werden fachmännisch durchgeknetet, ansonsten gibt es auch mal einen faulen Tag auf der Couch.
Noch brauche ich keine Erholung ... meine Hunde sind meine Erholung.
Hinweis: Einfach den Gutscheincode am Ende deiner Bestellung in das Gutscheinfeld eingeben und automatisch 15% Rabatt auf unser Fährtensortiment erhalten. Nur ein Rabattcoupon pro Person einlösbar. Nicht mit anderen Rabatten kombinierbar. Der Coupon ist gültig bis 31.07.2021.
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
7
In der aktuellen Krise ist das Vereinsleben und der hochfrequente Prüfungs- und Trainingsbetrieb größtenteils zum Erliegen gekommen. Auch der Stressor „Arbeitsplatz“ lastet dank Home-Office und technischer Übertragungslösungen für viele nicht mehr durch lange Arbeitswege und Abwesenheit auf dem Familienleben. Was für eine Erleichterung, wenn der Hund plötzlich nicht mehr allein gelassen oder in bezahlter Betreuung untergebracht werden muss! Doch ganz so einfach lässt sich diese Problematik nicht lösen: 2020 fand Atlassin bei einer großangelegten Studie heraus, dass sich die Stressoren durch fehlende Grenzen zwischen Beruf und Privatleben einfach verlagern, statt aufzulösen. Und wer zuvor schon Schwierigkeiten mit der Organisation hatte, wirkt jetzt ohne Hundesportverein auch nicht zufriedener. „Work-Life-Balance ist ein Mythos“, behauptet der Diplom8
Volkswirt Jochen Mai, Dozent an der Technischen Hochschule Köln. Für ihn sei der Begriff eine „Mogelpackung“, da es die suggerierten Extrempole „Leben“ und „Arbeiten“ so nicht gäbe: „Wer arbeitet, lebt – da gibt es keinen Gegensatz“, schreibt er auf karrierebibel.de.
wenig zusätzliche Erholung! Viel mehr die Einstellung bestimmt darüber, nicht der „Stundenplan“.
„A FOOL WITH A TOOL IS STILL A FOOL.“ BONMOT
Es gibt keine Patentlösungen mit Zertifikat „100% ausgeglichen nach Zahlungseingang“. Kein Workshop oder Lehrbuch enthebt uns von der Selbstverantwortung, unseren Lebensstil zu reflektieren und eine proaktive Haltung zu Belastungsfaktoren zu entwickeln. Dazu gehört auch der Umgang mit den „Hundebedürfnissen“: Wie bewusst sind wir uns darüber, was wir warum mit unserem Hund tun und ob das überhaupt so sein müsste? Basiert unser Miteinander auf empathischer Wahrnehmung der Reaktionen oder auf „weil man das halt so macht“? Diese Art von Selbstreflexion lohnt sich.
Was für die Ausbildung unserer Vierbeiner gilt, lässt sich problemlos auf das Thema „Dog-LifeBalance“ übertragen – wer im Sport mit seinem Hund persön liche Befriedigung findet, braucht
Auch physikalisch bedeutet Gleichgewicht keinesfalls Stillstand oder Reduktion um jeden Preis. Viel mehr geht es darum, natürlich auftretende Schwankungen auszugleichen.
Wenn Leben und Arbeit „wunderbar symbiotisch miteinander verbunden“ sein können, sollte dies doch auch für Hundesport gelten? Haben die Selbstoptimierungstrainer etwa recht mit ihren To-Do-Listen, Prioritätenaufstellungen und hübsch designten Kalendern? Brauchen unsere Sporthunde ein minutiös optimiertes Programm?
Unser Organismus basiert auf einem komplexen Regulationssystem, das auf Stresszustände mit Bewältigungsstrategien und regenerativen Entspannungsphasen reagiert. Und dieser ausgeglichene Wechsel zwischen Stress und Regenerationsmöglichkeit erlaubt erst einen anpassungsfähigen Kreislauf, ein funktionierendes Immunsystem und die Versorgung unserer Muskulatur. Wir sind rhythmische Wesen, keine statischen Bauteile unserer Umwelt. Das müssen wir unseren Mitlebewesen auch zugestehen!
„Nur wenn wir Arbeit als normalen Teil unseres Lebens begreifen und zusammen mit anderen Bereichen im Blick haben, können wir eine echte, individuell passende Balance erreichen und bewahren“, behauptet Jochen Mai. So bedeutet sportliche Belastung mit Erfolgserlebnissen eine messbare Spannungsreduktion und Abbau von Stresshormonen.
Dog-Life-Balance HUNDESPORT
Genau so verhält es sich auch mit dem Berufsleben: „Broterwerb“ ist nicht immer mit Freude verbunden. Viele Arbeitnehmer, aber auch Arbeitgeber leiden unter Unzufriedenheit, Zukunftsängsten, Überforderung. Nicht immer lassen sich die Gründe dafür beeinflussen. Jedoch ist genau dieser vermeidliche Belastungsfaktor für sehr viele Menschen auch eine Notwendigkeit, um ihr Selbstwertgefühl und persönliche Identifikation aufrecht zu erhalten. Und nicht nur, um den Geldbeu-
tel zu füllen. Auch Hunde suchen sich „Aufgaben“, denen sie oft mit erstaunlicher Vehemenz nachgehen. Wäre es da nicht sinnvoll, in einer geeigneten Sportdisziplin eine gemeinsame Leidenschaft zu finden? Wir können unsere Einstellung ebenso beeinflussen wie unsere Entscheidungen – und wenn Hundesport für uns eine wichtige Ressource zur persönlichen Ausgeglichenheit darstellen kann, dürfen wir unser Leben nicht danach ausrichten? Dürfen wir nicht Hunde halten, deren „Arbeit“ der Sport ist und die davon profitieren, dass uns dieses gemeinsame Werk zufrieden macht? Quellenangaben: Pauly, Silke (2007): Belastung von angekauften Diensthunden durch die Haltung und die Grundausbildung im Schutzdienst. Dissertation, LMU München: Tierärztliche Fakultät; Collatz & Gudat: Praxis der Personalpsychologie, 2011); Work-Life-Balance, karrierebibel.de Jochen Mai; Wirtschaftspsychologie 2007, „Work-LifeBalance“ Bettina S. Wiese; https://aisel.aisnet. org/aiswn2020/4/; https://www.atlassian. com/blog/teamwork/data-analysis-length-ofworkday-covid
„Leben im Gleichgewicht“ Unser Leben besteht immer aus mehreren Bereichen. Wie bewusst sind dir diese Bereiche? Wie liegen deine Prioritäten und was investierst du dafür – was vielleicht in einem anderen Bereich zu Abstrichen führt? Was für Ressourcen besitzt du, um die Herausforderungen deines Lebens zu bewältigen? Was macht dich glücklich? Wie viel Energie und Aufmerksamkeit widmest du diesen Tätigkeiten? Was macht dich unglücklich und was könntest du dagegen tun? Kannst du notwendige Verpflichtungen so erledigen, dass du hinterher zufrieden mit dir bist? Und da es um Dog-Life-Balance geht: Niemand außer deinem Hund kann bestimmen, was deinen Hund zufrieden macht. Aber je unzufriedener du selbst bist, desto weniger kannst du das „Glück“ deines Hundes wahrnehmen und vor allem annehmen. Auch das ist eine wertvolle Übung zur Selbstreflexion.
Foto:Heike Johansen
Selbst angehende Diensthunde der Bundeswehr mit Zwingerhaltung und Fremdbetreuung profitierten in einer Studie von der sicherlich anspruchsvollen Ausbildung zu Schutzhunden: Das Training wirkte ausgleichend, nicht – wie erwartet – als zusätzlicher Stressor (S. Pauly, 2007).
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
9
In der Ruhe liegt die Kraft
Foto: AdobeStock
Das überstrapazierte Konzept der Impulskontrolle bei Hunden 10
TEXT: NINA DANY-HIRSCH
In der Ruhe liegt die Kraft
D
er Morgen fing schon schlecht an. Schlaftrunken wankte ich in die Küche, um mir meinen morgenrettenden Kaffee zu machen, um aber festzustellen, dass ich keine Filtertüten mehr hatte. Auf der morgendlichen Gassirunde kam dann auch noch der Erzfeind meines Hundes um die Ecke – natürlich wild bellend an der Flexi-Leine. Meine Angst, meinen Hund gleich im Maul des Gegenübers wiederzufinden, musste ich unterdrücken – meinem Hund zuliebe, der bereits mit einem „Frauchen, ich mach das schon!“ neben mir in den Startlöchern stand. Zuhause angekommen, schnappte ich mir mit einem Blick auf die Uhr („schon so spät!“) den Autoschlüssel. Vor mir fuhr natürlich wieder eine Schnarchnase, die sehr gemächlich auf die gelbe Ampel zurollte. Genau bei mir sprang sie auf Rot. „Egal!“, dachte ich und drückte auf das Gas. Unter wildem Hupen der anderen Autofahrer fuhr ich über die Ampel und fluchte vor mich hin.
KYNOLOGIE
Impulskontrolle – was ist das Eigentlich? Bei der Impulskontrolle geht es kurz gesagt darum, aufkommende Verhaltensimpulse zu kontrollieren. Jeder, der sich schon einmal während einer Diät immer wieder kontrollieren musste, statt zum Schokoladenkuchen zur Möhre zu greifen, kennt das. Und jeder weiß, dass diese Kontrolle nicht immer funktioniert. Beim Menschen sprechen wir auch von „Selbstkontrolle“, für die es verschiedene Modelle und Theorien gibt. Aber der Mensch ist wohl das einzige Tier, das für sehr weit entfernte Ziele große Belastungen auf sich nimmt und dies grundsätzlich auch erfolgreich schaffen kann. Der Hund würde nicht jahrelang gut auf den Rückruf hören, um nach vier Jahren dann seinen Plan umzusetzen, einem Hasen nachzustellen. Der Hund lebt im Hier und Jetzt – seine Ziele sind sehr viel unmittelbarer.
Da haben wir den Impulskontroll-Salat. Mir passierten direkt mehrere Dinge, die mich frustrierten und die von mir eine Selbstkontrolle erforderten. Spätestens an der Ampel war es dann vorbei mit dieser und ich konnte gar nicht anders – die Impulskontrolle war erschöpft.
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
11
Dementsprechend lassen sich die Modelle der Selbstkontrolle auch nur schwerlich (auch begründet durch noch fehlende Forschung) von Menschen auf Hunde übertragen. Das Modell der begrenzten Selbstkontrolle
Sicher wird auch so manch Hundesportler darüber nachgedacht haben, was es für seinen Alltag bedeutet, wenn der Hund auf dem Hundeplatz seine gesamte Impulskontrolle bereits aufbraucht – denn schon ein simples Kommando wie „Sitz“ erfordert rein theoretisch die Fähigkeit, sich zusammenzureißen, um an das Leckerchen zu kommen und den Ablenkungsreizen zu widerstehen.
Dennoch hat es ein Modell geschafft, in der Hundeszene adaptiert zu werden. Das „self-regulatory ressource model“ besagt, dass Selbstkontrolle eine begrenzte Ressource ist, die durch häufigen Gebrauch ermüdet, sich aber wieder erholen kann.
Weiterhin fand man heraus, dass nach dem Verzehr von Glukosehaltiger Nahrung die Selbstkontrolle den Studienteilnehmern in vergleichbaren Versuchen leichter fiel. Diese Adaption aus dem Humanbereich in den Canidenbereich führte zu teils grotesken Auswüchsen. Leute ließen ihre Hunde nicht mehr am Futternapf warten, um die Impulskontrolle zu schonen. Hunde wurden mit Bananenchips gefüttert, um den Speicher der Impulskontrolle wieder aufzufüllen.
12
Foto: AdobeStock
So hat man in einer Studie Teilnehmer in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe wurde dazu angehalten, einen bestimmten Gedanken zu unterdrücken. Die andere Gruppe bekam keine solche Aufgabe. Daraufhin sollten die Teilnehmer beider Gruppen in einer zweiten Aufgabe bei einem Comedy Film nicht lachen. Diejenigen, die vorher den Gedanken unterdrücken mussten, taten sich bei der Bewältigung der zweiten Aufgabe deutlich schwerer, als diejenigen, die vorher so etwas nicht tun mussten. (Muraven et al. 1998))
Es ist schon erstaunlich, was aus solchen Studien gemacht wird. Diese Versuche wurden in verschiedenen Experimenten wiederholt, wo es um zeitlich nahe Aufgaben für die Selbstkontrolle ging – daraus zu machen, dass der Hund morgens nicht mehr am Napf warten darf, um abends seinen Erzfeind nicht verprügeln zu wollen, ist schon sehr kreativ interpretiert.
In der Ruhe liegt die Kraft
KYNOLOGIE
Die Meta-Studie: Ist Selbstkontrolle doch keine begrenzte Ressource? Neben diesen recht gewagten Interpretationen kommt noch ein weiterer Faktor hinzu, der diese Theorie sogar völlig infrage stellt. 2015 wurde eine aufsehenerregende Meta-Studie veröffentlicht über das Phänomen der begrenzten Selbstkontrolle. In einer Meta-Studie werden möglichst viele Studien zusammengefasst. Es gibt nicht die Studie, sondern es wurden an verschiedenen Universitäten, an verschiedenen Instituten, mit verschiedenen Teilnehmern, in verschiedenen Ländern und zu verschiedenen Bedingungen Studien durchgeführt zu dem Thema. Hierbei wird natürlich nicht jede Studie veröffentlicht und nicht jede Studie wird groß diskutiert. Eine Meta-Studie kann also eine sinnvolle Zusammenfassung der Forschungslage sein. Diese Meta-Studie fasste also die Studienlage über das Phänomen der begrenzten Selbstkontrolle zusammen und fand heraus, dass dieser Effekt anscheinend gar nicht vorhanden ist (Carter et al. 2015). Das kann daran liegen, dass vorwiegend positive Studien veröffentlicht wurden und diejenigen, die keinen Effekt nachwiesen, erst gar nicht den Weg in die wissenschaftlichen Fachzeitschriften gefunden haben. Dass es überhaupt positive Studien gegeben hat, kann an bestimmten Bedingungen liegen, unter denen das Experiment stattgefunden hat oder unter denen es ausgewertet wurde. In der Wissenschaft sind solche Prozesse normal. Selbst scheinbar gesicherte Erkenntnisse sind immer auch vorläufige Erkenntnisse. Was bedeutet das nun für die Hundeszene, in der dieses Modell so dankbar adaptiert wurde?
Erstmal können alle aufatmen. Kein Hundesportler verbraucht die Impulskontrolle seines Hundes im Training. Niemand muss Bananenchips herstellen und den Hund damit füttern und man muss nicht damit leben, dass der Hund einem in den Futternapf springt, um die Impulskontrolle zu schonen. Impulskontrolle – was bleibt Der Hund ist ein Lebewesen, das wie jedes andere auch darauf angewiesen ist, Verhaltensweisen auszuwählen, die sein Überleben, seine Fortpflanzung und sein Wohlergehen sichern. Negative Konsequenzen möchte er dabei vermeiden. Er muss flexibel auf veränderte Umweltbedingungen reagieren und seine Handlungen daran anpassen. Dies setzt voraus, dass er seine Handlungsalternativen abwägt und dementsprechend auch kontrolliert. Eine sehr wichtige Aufgabe hat hierfür der Präfrontalcortex, der sich im Frontallappen des Gehirns befindet. Durch sehr komplexe Prozesse ist er im besonderen Maße an kognitiven Kontrollfunktionen beteiligt. So kann er Aktivitäten der Amygdala – die für die Emotionen zuständig ist – hemmen. Im wahrsten Sinne des Wortes kann der Hund Handlungsimpulse kontrollieren, die auf den ersten Blick verführerisch erscheinen.
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
13
Was bedeutet das für die Erziehung?
Fallstrick: Kommandos
Um gezielt an der Impulskontrolle zu arbeiten, macht es wie in jedem Training Sinn, dort anzufangen, wo der Hund noch ansprechbar ist (hier kann man davon ausgehen, dass der Präfrontale Cortex noch die „Oberhand“ hat). Um neue Verhaltensweisen attraktiver zu machen, muss man sie entsprechend einüben und auch attraktiv belohnen.
Viele Hundehalter bedienen sich bei Aufgaben, in denen die Impulskontrolle gefragt ist, konditionierter Kommandos. So wird häufig vor dem Rausgehen ein „Sitz“ verlangt. Das „Sitz“ wird jedoch in den meisten Fällen mit hochwertigen Belohnungen verknüpft, wenn man es beibringt, was dazu führt, dass der Hund bei diesem Hörzeichen keine ruhige Grundhaltung annimmt. „Sitz“ heißt für einen Hund eben „setz dich auf deinen Popo“ und nicht „werd' mal ruhiger, dann kommst du auch an dein Ziel“.
Viele Hundehalter bestätigen oft ein „Fordern“ des Hundes. Je aktiver und fordernder er wird, je mehr Tricks er auspackt, desto mehr wird er beachtet und belohnt. Wer seinen zur Tür drängelnden Hund mit einem „ja, wir gehen ja sofort“ in der Aufregung hält und schließlich auch durch das Rausgehen bestätigt, muss sich nicht wundern, wenn der Hund auch in anderen Situationen mit dieser Strategie versucht, zum Erfolg zu kommen. Wozu sollte er sich auch anstrengen, seine Impulse zu kontrollieren, wenn er auch anders zum Erfolg kommt? Um die Impulskontrolle im Alltag zu verbessern, sollte man stattdessen die Zurückhaltung belohnen – und dies im Idealfall mit dem, was der Hund gerade erreichen möchte. Nicht das Drängeln an der Tür führt dazu, dass es raus geht, sondern das ruhige Abliegen auf der Decke. Wenn er aufgeregt aus der Tür drängeln will, geht diese wieder zu – erst wenn er sich zurücknimmt, kann der Spaziergang starten. Solche Übungen sind in vielen Situa tionen des Alltags gut herzustellen. Nur wer ruhig abwartet und sich zurücknimmt, bekommt das, was er gerne hätte – egal, ob es das Gassi ist, der Freilauf, das Spiel mit den Hundekumpels oder das Begrüßen eines bekannten Menschen. 14
Wenn grundsätzlich die Fähigkeit verbessert werden soll, Impulskontrolle auszuüben und nicht dem ersten emotionalen Impuls à la „mich interessiert etwas, also stürme ich hin“ nachzugeben, macht es wenig Sinn, dies nur mit Kommandos zu verknüpfen. Der Hund lernt so lediglich auf ein entsprechendes Zeichen des Hundehalters zu reagieren - von alleine wird er diese Strategie nicht befolgen.
Wer also einen Hund haben möchte, dem er nicht permanent sagen muss, was er zu tun hat, tut gut daran, weniger Kommandos zu nutzen und stattdessen die Fähigkeit der Impulskontrolle generell zu verbessern. Impulskontrolle im Alltag belohnen Im Alltag gibt es immer wieder Situationen, die sich gut belohnen lassen. Wichtig ist es, einen Blick dafür zu bekommen. An dieser Stelle lässt sich besonders gut mit einem Marker, wie zum Beispiel einem Clicker arbeiten. Nicht immer ist es möglich, den Hund damit
In der Ruhe liegt die Kraft
KYNOLOGIE
Foto: Constanze Rähse
zu belohnen, was er gerade haben möchte, denn dies kann etwas sein, was er eben nicht tun soll. Ein Hund, der beispielsweise gerne zu Artgenossen rennt, sollte dies im Alltag eben nicht tun. Die meisten Hunde zeigen, wenn sie einen Artgenossen sehen noch vor dem Losstürmen mindestens eine Orientierungsreaktion. Der Artgenosse wird gesehen und es wird kurz überlegt, was getan werden soll. Dies lässt sich bereits hervorragend bestätigen. Die Nutzung des Markers hat hier den großen Vorteil, dass er in der Regel eine Rückorientierung zum Menschen bewirkt und der Hund sich prima bei seinem Menschen belohnen lässt. Nicht nur die Verhaltensweise „Stehenbleiben“ wurde belohnt, auch das „Innehalten und Abwägen“. Zudem macht der Hund die Erfahrung, dass sich dies auch schlicht lohnt, weswegen die Wahrscheinlichkeit steigt, dass er dies auch in anderen Situationen zeigen wird. Hand in Hand: Frustrationstoleranz Neben der Fähigkeit seine Impulse zu kontrollieren, ist es auch wichtig, das situativ auszuhalten. Hunde, die sich schlecht beherrschen können, können es erfahrungsgemäß auch schlecht ertragen, wenn sie daran gehindert werden etwas zu bekommen, was sie gerne haben möchten. Neben dem Training der Impulskontrolle ist also auch das Erarbeiten der Frustrationstoleranz wichtig. Auch dies kann im Alltag geschehen. Wer nie frustriert ist, weil er immer alles bekommt, was er will und wer sich nie beherrschen muss, um sein Ziel zu erreichen, der kann schlecht Frust ertragen, wenn es mal nicht nach seiner Nase geht, weil er es einfach nicht anders kennt. Im Alltag kann es dementspre chend helfen, neben den bereits beschriebenen Ansätzen auch
Impulskontrolle ist eines der wichtigsten Werkzeuge in der Ausbildung
gezielt ertragbaren Frust aufkommen zu lassen. Statt der immer gleichbleibenden Fütterungszeit, wird erst später gefüttert – und nicht dann, wenn der Hund quengelt, sondern dann, wenn er sich ruhig und entspannt verhält. Alles positiv, oder was? Beschrieben ist hier ein sehr positives Training. Das heißt aber nicht, dass man an der Impulskontrolle nur positiv arbeiten müsste. Ob ein Individuum eine bestimmte Verhaltensweise nutzt, um an ein Ziel zu kommen, hängt auch davon ab, welche weiteren Konsequenzen diese sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
15
Nachjagen und Erbeuten können sie alle – das Abwarten und das Nicht-Hinterhergehen aber nicht. Dabei sollte letzteres sehr viel mehr geübt werden als ersteres.
hat. Ein Hund, der beim Pöbeln an der Leine die Erfahrung macht, dass diese Verhaltensweise einen für ihn unangenehmen Effekt (Maßregelung durch seinen Menschen) hat, wird diese Erfahrung bei der nächsten Situation mit in die Überlegung fließen lassen, ob er nun nach vorne geht oder nicht. Auch wenn man im Training der Impulskontrolle im ansprechbaren Bereich bleiben sollte, heißt es nicht, dass man dies immer ist. Der Alltag richtet sich nicht strikt nach dem Trainingsplan. Auch bei einem sorgfältigen Trainingsaufbau wägt der Hund im Zweifel die Handlungsalternativen ab – wenn eine von uns unerwünschte Verhaltensweise dabei negative Konsequenzen für ihn hat, wird er diese weniger wahrscheinlich auswählen.
Foto: Constanze Rähse
Persönlichkeiten und Hundetypen Nicht jedem fällt es leicht, Impulskontrolle auszuüben. Wenn ich morgens in Katzenkotze trete und keinen Kaffee bekomme, hält sich meine Motivation, mich zusammenzureißen arg in Grenzen. Anderen Leuten macht das wenig aus, sie gehen ziemlich grundentspannt durch den Alltag. Bei Menschen ist dies bekannt.
Foto: Constanze Rähse
Bei Hunden gerät es gerne in Vergessenheit. Dabei gibt es auch hier grundentspannte Typen, die gar kein großes Problem haben, sich zurückzunehmen. Andere Hunde, insbesondere solche, die einer Rasse angehören, die dafür gezüchtet wurde, schnell und stark im „Trieb“ zu sein, fällt dies schwerer. Das sollte man allerdings nicht als Problem sehen, sondern als Trainingsanforderung für diese bestimmten Hundetypen. Insbesondere Sporthunde werden bereits früh darin bestätigt, schnell und vorwärts-denkend zu sein. 16
In der Ruhe liegt die Kraft Umso wichtiger ist es, im Alltag auf eine entsprechende Bremse Wert zu legen. Je schneller mein Hund reagiert, umso sorgfältiger muss ich die Impulskontrolle von Anfang an trainieren und umso vorsichtiger muss ich darin sein, den Hund in seinen schnellen Reaktionen zu bestätigen. An dieser Stelle sollte man auch das regellose Ballspielen kritisch hinterfragen. Nachjagen und Erbeuten können sie alle – das Abwarten und das Nicht-Hinterhergehen aber nicht. Dabei sollte letzteres sehr viel mehr geübt werden als ersteres.
Ich muss nicht nur das trainieren, was der Hund eh schon gut kann – es ist sehr viel sinnvoller, das zu trainieren, was der Hund eben nicht gut kann.
Ultimativ durchdachte Lösungen für ein professionelles Hundetraining
15%
CODE: PINEWOOD15
z. B.: Pinewood New Dog Sports Weste Damen (anthrazit /schwarz)
www.sporthund.de
Rabatt auf alle Produkte der Marke
KYNOLOGIE
Fazit Die Impulskontrolle spielt in der Hundeerziehung eine große Rolle. Dabei wird das Konzept der Impulskontrolle aber oft fehlerhaft und unzureichend übertragen. Weder ist die Impulskontrolle eine Ressource, die endlich ist, noch wird diese geschult, indem der Hund Kommandos befolgt. Weder muss sie nur positiv erlernt werden, noch lässt sich an dieser nur arbeiten, indem man Leckerchen auf den Hund legt, die dieser nicht fressen darf. Die Impulskontrolle erscheint oft als ein besonders großes Wort – dabei ist es doch nur ein Teil des Hundes, der durch entsprechende Erziehung gelenkt und gefördert werden will. Weder braucht man „spezielle Impulskontroll-Übungen“, noch Bananenchips, um an dieser zu arbeiten. Wer seinen Hund immer wieder darin unterstützt und es fördert, dem ersten Handlungsimpuls nachzugeben, muss sich nicht wundern, wenn der Hund dies auch im Alltag tut. Nur ein Hund, der Erfolg durch Widerstehen eines Reizes erfährt, wird sich auch in Zukunft zurücknehmen. Nur ein Hund, der sich generell zurücknehmen muss, wird dies auch generell tun. Die Impulskontrolle betrifft den gesamten Umgang mit dem Hund und muss entsprechend beachtet werden. Hinweis: Einfach den Gutscheincode am Ende deiner Bestellung in das Gutscheinfeld eingeben und automatisch 15% Rabatt auf alle Produkte der Marke Pinewood erhalten. Nur ein Rabattcoupon pro Person einlösbar. Nicht mit anderen Rabatten kombinierbar. Der Coupon ist gültig bis 31.07.2021.
Quellenangaben: Carter, Evan C.; Kofler, Lilly M.; Forster, Daniel E. & McCullough, Michael E. (2015): A Series of Meta-Analytic Tests of the Depletion Effect: Self-Control Does Not Seem to Rely on a Limited Resource. Journal of Experimental Psychology 144 (4), 796-815. Muraven, M.; Tice, D.M. & Baumeister R.F. (1998): Self-control as limited ressource: Regulatory depletion patterns. Journal of Personality and Social Psychology, 64. 774-789.
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
17
Foto: Jörg Gitzelmann
Nur wer Den Weg kennt, FIndet SEIN Ziel TEXT: KATHRIN OVERRÖDDER
„Das sieht ja aus, als sei der Hund da festgeklebt!“ hört man viele Stimmen, die Natalie Knaack-Enkelmann und Kentucky bei der Fußarbeit zusehen. Der Malinoisrüde weiß genau, was er da tut. Präzise und mit größter Motivation achtet er darauf, dass er die perfekte Fußposition zeigt. Auffällig sind dabei das natürliche Gangbild des Hundes und seine Ausstrahlung. Es ist kein Zufall, dass die beiden in jeder Prüfung im IGP (Internationale Gebrauchshundeprüfung) imOVERROEDDER englischen ObeTEXT: oder KATHRIN FOTOS: DETLEF LEHMANN, dience für ihre Fußarbeit gelobt PHILOUSKA werden und damit meist viele Punkte kassieren. 18
TEXT: KATHRIN OVERRÖDDER
Nur wer den Weg kennt, findet sein Ziel HUNDESPORT
„Durch die Hilfe des Target-Trainings weiß der Hund sehr genau, was er tut. So ist er sicher in der Übung und kann sie mit Freude präsentieren.“, verrät uns die zertifizierte Hundetrainerin und Tierverhaltenstherapeutin ihr Geheimnis. Target – kleines Ziel mit großer Wirkung. Aber was genau ist das denn überhaupt? Aus dem Englischen übersetzt bedeutet Target „Ziel“ – und so handelt es sich also schlicht um ein Objekt, einen Gegenstand. Beim Target-Training lernt der Hund, diesen mit einem bestimmten Körperteil zu berühren, zum Beispiel mit der Nase oder der Pfote. Je nach Trainingsziel kann die Berührung variieren: ein kurzes Anstupsen, ein festes Drücken oder auch ein längeres Verharren – vieles ist möglich. Auch ein dauerhafter Kontakt kann wünschenswert sein. Auch wenn sich das Objekt vom Hund wegbewegt.
Kentucky hat also gelernt, dass er mit seiner Schulter Kontakt zum Bein des Hundeführers halten soll, auch wenn sich dieser in Bewegung setzt. Target-Training ist also eine Methode zur Konditionierung von Verhalten bei Tieren und das Target dient dabei als Hilfsmittel. Was bringt uns das im Training? Mit diesem vielseitigen Hilfsmittel können wir dem Hund relativ einfach und gut verständlich einen bestimmten Bewegungsablauf vermitteln. Der Hund bekommt mit dem Target einen festen und definierten Anlaufpunkt. Ob das Target am Ende auch wieder abgebaut wird, kommt immer auf die Übung und das gewünschte Endverhalten des Hundes an. In dem Fall von Natalie und Kentucky wird das Target – in dem bereits erwähnten Beispiel also das Bein des Hundeführers – offensichtlich nicht abgebaut. Dies hat den großen Vorteil, dass die Übung für den Hund von Anfang an genauso aussieht wie bei einer Prüfung.
Foto: Constanze Rähse
Natalie Knaack-Enkelmann hat ihrem Kentucky die Fußarbeit über verschiedene Targets beigebracht.
Alternativ findet man im Hundesport auch oft die Hand-Target-Methode, die natürlich wieder abgebaut werden muss.
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
19
Bei der Fußarbeit von Kentucky wird von Richtern und Zuschauern oft das Ausdrucksverhalten des Rüden gelobt. Man sieht dem Hund beim Laufen an, dass er sich in der Position sehr wohl fühlt. Durch den Aufbau über die Targets arbeitet Kentucky also mit vollem Einsatz aktiv mit und dieses „Wollen“ kann man ihm bei der Arbeit ansehen. 20
Target wird abgebaut PFOTENTARGET: (meist als Bodentarget)
Grundsätzlich kann jedes Objekt, jeder Gegenstand, sogar ein Geruch oder ein Geräusch als Target verwendet werden. Es haben sich jedoch vier klassische Formen des Targets in der Arbeit mit Hunden gefestigt. Drei sind nach dem Körperteil benannt, mit dem der Hund das Target berühren soll. Das letzte soll nur angeschaut werden.
Beispiele aus dem Sport: „Voraussenden“ in der [IGP]-Unterordnung: Der Hund lernt, sich vom Hundeführer zu entfernen und einen bestimmten Punkt anzulaufen. Target wird abgebaut Running Contacts im [Agility], bei denen der Hund lernt, über eine bestimmte Fläche auf den Geräten zu laufen. Target wird nicht abgebaut. Kontaktzonengeräte sind Bestandteile der Prüfung.
NASENTARGET: Beispiel aus dem Sport: Aufbau der Fußarbeit mit der Hand oder einem Targetstab im [Obedience] oder [Rally Obedience]. Obedience]
Der Vorteil des Pfotentargets ist, dass es überall platziert werden kann, wenn es einmal konditioniert ist. Und theoretisch kann man dafür auch jeden Gegenstand nehmen. Auf dem nebenstehenden Bild wurde einfach eine Frisbeescheibe zweckentfremdet.
Foto: Constanze Rähse
Durch diesen positiven Übungsaufbau erzeugt bereits der Anblick des Targets beim Hund angenehme Emotionen. Der Hund hat dadurch den innerlichen Wunsch, das Target berühren zu wollen. So wird die Übung selbst zur Belohnung für den Hund und ist ein entscheidender Erfolgsfaktor des Target-Trainings.
Formen des Targets
Foto: privat
Beim Aufbau eines Targets wird ausschließlich positiv gearbeitet. Das ist auch das Erfolgsrezept, warum so viele Hunde großen Spaß am Target-Training haben. Das Ziel ist es nämlich nicht nur, dass der Hund das gewünschte Verhalten lernt, sondern auch, dass er dabei in einer sehr glücklichen Stimmung ist. Das sehen die Richter in späteren Prüfungen und bewerten das entsprechend.
KÖRPERTARGET:
LOOKTARGET:
Beispiel aus dem Sport: Helfertransport im [IGP], bei dem der Hund den Helfer ansieht, aber trotzdem Kontakt zum Hundeführer hält. Target wird nicht abgebaut, da der Helfer Bestandteil der Prüfung ist.
Beispiele aus dem Sport: Hilfe bei der Box im [Obedience], damit der Hund die Box auf dem Platz anschaut und weiß, wo sie steht. Target wird nicht abgebaut, da die Box Bestandteil der Übung ist. Auch den Helfer im [IGP]-Schutzdienst könnte man als Look-Taget sehen. Erst wenn der Hund diesen beispielweise in den Transporten gut beobachtet, löst dieser oder der Hundeführer die Bestätigung aus. Target wird nicht abgebaut, weil der Helfer Teil der Prüfung ist.
Fotos: Isabell Eule
In der [Fährtenarbeit] kann der Gegenstand als Target eingesetzt werden. Der Hund hat diesen zu verweisen und zu fixieren, um die Belohnung zu erhalten. Auch dieses Target muss als fester Bestandteil der Prüfung nicht abgebaut werden und kann für den Hund sogar selbstbestätigend sein. In diesem Fall wird der Seitentransport sogar mit einem doppelten Target aufgebaut. Der Kontakt zum Knie der Hundeführerin ist ein Körpertarget, der Blick zum Helfer ein Looktarget.
Foto: Isabell Eule
Nur wer den Weg kennt, findet sein Ziel HUNDESPORT
Auch die Gegenstandsarbeit in der Fährte hat sich mit der „Erfindung“ des Zeigens in den letzten Jahren verändert. Die Nutzung des Looktargets setzt sich immer mehr durch.
Aller Anfang ist gar nicht so schwer. Bereits jetzt ist vermutlich jedem Leser klar, wie vielfältig die Einsatzmöglichkeiten eines Targets für den Hundesport sein können. Ebenso vielfältig ist der Aufbau des Trainings mit Hilfe von Targets. Da dem Hund die Übung sehr kleinschrittig beigebracht wird, ist die Erstellung eines Trainingsplans unumgänglich. Es ist daher ratsam, einen kreativen Trainer an seiner Seite zu haben, der einen detaillierten Trainingsplan erstellen kann. sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
21
So sehr der Aufbau der Übung also variieren kann, so ähnlich ist stets der Anfang des Target-Trainings. Genutzt werden immer die klassische Konditionierung und ausschließlich positive Verstärkung. Denn nur dann erreicht man am Ende die gewünschten Emotionen und einen Hund, der selbstständig in die Position will. Es ist immer hilfreich, das passende Werkzeug dabei zu haben. Grundsätzlich kann man jedem Hund in jedem Alter ein Target beibringen. Zeitgleich ist es ratsam, bereits jungen Hunden das Werkzeug „Target“ beizubringen. Wenn ein Hund das Prinzip des Targets einmal verstanden hat, dann ist es relativ einfach, ihm ein neues Target beizubringen. Man kann das Target-Training also als eine Art Werkzeug sehen, welches man immer mal wieder in unterschiedlichen Formen in sein Training einbauen kann.
Foto: Jörg Gitzelmann
Ein erfolgreiches Team: Natalie und Kentucky
22
Nachgefragt bei NATALIE KNAACK-ENKELMANN ist mehrfache Landesmeisterin und DVG Bundessiegerin im THS, war 2019 holländische Meisterin im englischen Obedience, sowie 2017 Landesmeisterin im IPG. Sie ist „Pro Dog Trainerin“ von absolute Dogs in England, FearFree certified Professionell und zertifizierte Hundetrainerin nach §11 Abs. 1 Nr. 8 Ziffer f des TschG. Warum baust du Fußarbeit mit Targets auf? Mir ist es sehr wichtig, dass mein Hund alle Übungen genau versteht und weiß, was er machen soll. Über die Targets kann ich ihm die sehr komplexe Fußarbeit recht verständlich erklären. Außerdem sehe ich meinen Hund als Teampartner und möchte, dass er aktiv mitdenkt und Spaß hat. Das erreiche ich durch den Aufbau über die Targets auf jeden Fall. Wie viele Targets benutzt du für den Aufbau der Fußarbeit? Meine Hunde lernen verschiedene Targets. Zum einen den sogenannten Handtouch, bei dem der Hund meine Hand dauerhaft berühren soll. So kann ich dem Hund zunächst die gewünschten Bewegungsabläufe der einzelnen Bestandteile der Fußarbeit, zum Beispiel die Winkel, zeigen. Dazu lernen sie mit meinem Oberschenkel Kontakt aufzunehmen. Zur Unterstützung lernen sie auch ein Pfotentarget. Dabei soll der Hund verstehen, dass sich seine Pfote neben meinem linken Fuß befinden soll.
Außerdem nutze ich ein Look-Target, bei dem ich meine Hand links an meinem Körper, in Blickrichtung des Hundes halte. Der Hund schaut dann hoch zu meiner Hand. So läuft der Hund sehr frei und kann für sich selbst die besten Bewegungsabläufe erlernen.
{ I N TE RV I EW }
Baust du die Targets alle wieder ab? Das kommt auf das Target an. Mein Oberschenkel und Schuh bleiben natürlich bestehen. Das Look-Target dient dazu, dass der Hund die richtigen Bewegungsabläufe lernt und die Position besser versteht. Bei meinen Hunden muss ich dieses Target wieder abbauen. Bei einem sehr kleinen Hund muss es nicht unbedingt abgebaut werden, da sie aufgrund der Größe sowieso unter der Hand laufen. Das kommt immer sehr individuell auf den Hund an. Meine Hunde zeigen mit und ohne Target jedoch die gleiche schöne und ausdrucksstarke Fußarbeit. Sie brauchen diese Hilfestellung also nicht. Was muss man bei dem Aufbau der Fußarbeit über Targets beachten? Man braucht einen sehr guten und detaillierten Trainingsplan. Man kann nicht einfach drauf los trainieren, ohne sich zu überlegen, wie die Einzelteile der Übung aussehen. Dabei muss man den Trainingsplan auch immer wieder anpassen. Ich achte dabei sehr darauf, dass ich die Vorlieben des Hundes berücksichtige. Der Hund entscheidet also mit, wie der Trainingsplan aussieht.
Nur wer den Weg kennt, findet sein Ziel HUNDESPORT
Viel mehr als nur für den Sport
Foto: AdobeStock
Und wer jetzt denkt, dass sich das TargetTraining nur für den Sport eignet, der irrt sich. Die Einsatzmöglichkeiten im Alltag sind enorm – womöglich größer als im Sport. Beim Medical Training lernt der Hund zum Beispiel einen entspannten Umgang mit dem Tierarzt. Aber auch Probleme im Alltag wie Leinenaggression lassen sich mit Hilfe von Targets eindämmen. Mit einem Target kann ich meinem Hund auch ein Alternativverhalten in für ihn schwierigen Situationen bieten. Insbesondere für unsichere Hunde kann ein Target helfen, sich auf etwas Positives und Bekanntes zu fokussieren und die Unsicherheiten auszublenden.
Probiere es mal aus! Übung zum Nachmachen Relativ einfach und ohne großes Fachwissen kann man einem Hund das Bodentarget beibringen. Dafür eignet sich ein flacher Gegenstand, den der Hund nicht als Apportiergegenstand oder Spielzeug interpretieren kann: Zum Beispiel ein Stück Teppich oder ein Untersetzer. Du brauchst: Viele besonders kleine Leckerchen, die der Hund schnell schlucken kann. Schritt 1: Lege den Gegenstand in Anwesenheit deines Hundes auf den Boden. Vermutlich wird dein Hund neugierig schauen, was du denn da auf den Boden gelegt hast. Belohne nun jeden Blick deines Hundes in Richtung des Targets. Belohne dabei in der Nähe des Targets, damit dein Hund lernt, dass es etwas damit zu tun hat.
Schritt 3: Mit der Zeit wird dein Hund immer näher Richtung Target kommen und es vielleicht schon berühren. So arbeitest du dich immer weiter vor, bis dein Hund auf dem Target steht. Dort belohnst du sehr großzügig und mehrmals hintereinander. Schritt 4: Wirf ein Leckerchen weg, sodass dein Hund hinterher läuft. Vermutlich wird er sich schnell wieder in Richtung des Targets orientieren, denn dort gab es gerade ja eine große Belohnung. Dies belohnst du erneut, sodass dein Hund versteht, dass er sich auf das Target draufstellen soll.
Schritt 2: Wenn dein Hund Interesse an dem Target zeigt, da er ja für jeden Blick in die richtige Richtung eine Belohnung bekommen hat, wird er vielleicht auch schon einen Schritt auf das Target zumachen. Belohne jede Bewegung in Richtung des Targets. Hinweis: Einfach den Gutscheincode am Ende deiner Bestellung in das Gutscheinfeld eingeben und automatisch 15% Rabatt auf unsere Targets erhalten. Nur ein Rabattcoupon pro Person einlösbar. Nicht mit anderen Rabatten kombinierbar. Der Coupon ist gültig bis 31.07.2021.
Probiere unsere Targets mit
15% Rabatt www.sporthund.de
CODE: TARGET15 sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
23
Foto: Constanze Rähse
TREIBBALL:
die „Ballschafe“ Müssen zum „Schäfer“ 24
Treibball: die „Ballschafe“ müssen zum „Schäfer“ HUNDESPORT
A
us der Sicht einer Drohne siehtʼs wahrscheinlich aus wie ein riesiges Billardfeld. Die Kugeln liegen zum Anstoß bereit. Vera schickt aus der Torzone ihre Kiss los. Sie dirigiert den Border Collie nur mit der Stimme und der Körpersprache. Die Hündin nimmt alle Signale sicher an und postiert sich genau hinter der Kugel 1. Eine Sekunde verharrt sie, dann kommt das Signal „Schieben“ und schon geht’s ab. Quer über den Platz, zielsicher ins Tor. Das mit Banden abgegrenzte Spielfeld ist 15 x 30 Meter groß, das Tor an der Stirnseite drei Meter breit. Für den schnellen Vergleich: ein Fußballfeld ist 68 x 105 Meter, das Tor 7,32 x 2,44 Meter. Also im Verhältnis ist das Tor für den Hund etwas größer, aber das sind die Bälle ja auch. Dass das Spielfeld möglichst eben ist, erklärt sich von
selbst. Ein Gefälle vom Tor weg darf höchstens 3% betragen, sonst könnte das ziemlich frustrierend und demotivierend für den Treiber sein. In unserem Fall ist das Kiss, die in der höchsten Leistungsstufe startet. Die Siebenjährige ist auch im Obedience ausgebildet und geprüft, hat im THS Vierkampf 2 Turniere gelaufen und „betreibt“ auch noch Hoopers. Ganz schön fit also, zudem ein Multitalent, ein Arbeitstier. Border eben. Es macht Spaß, ihrer Begeisterung zuzuschauen. Aber worum geht’s eigentlich? Die meisten Hunde der unterschiedlichsten Rassen werden heute in der Gesellschaft außerhalb ihrer eigentlichen Züchtungsaufgabe gehalten. Der gemeine Familienhund hat schon längst keine echten Wach-, Jagd-, Hüte- oder Schutzaufgaben mehr. Die genetischen Anlagen sind aber trotzdem da, fixiert, nicht einfach löschbar. Jedem Hundehalter sollte das vor der Anschaffung eines Hundes klar sein. Die daraus resultierende ethi-
sche Verpflichtung, seinen Hund zu erziehen und auszulasten, kann durch Hundesport sinnvoll erreicht werden. Treibball ist eine Erfindung, die ursprünglich das Hüteverlangen befriedigen sollte. Jedem Hütehund, dessen Halter die eigene Schafherde im Garten fehlt, wird diese durch Bälle simuliert. Treibball ist also im Grunde ein Hütespiel. „Arbeitslose“ Familienhunde finden in diesem Sport ideale Auslastung und ganz nebenbei wird der natürliche Jagd- und/oder Hütetrieb kontrollierbar gemacht. Das macht die Hundesportart auch für jeden Nicht-Hütehund interessant, denn es geht nicht nur um sinnloses Bälletreiben, sondern vielmehr um Kommunikation und Zusammenarbeit mit seinem Menschen. Tabelle 1 Leistungsklasse
LK3
7,5m
1 3
2 5
6
4 7
8
20m
TEXT: CONSTANZE RÄHSE
TOR LK2
1 2 4
LK1 + Senioren
3 5
6
1 2
3
Beginner
Mini
Medi
Maxi
Beginner
3m
4m
5m
LK 1
5m
7m
10 m
LK 2
7m
12 m
15 m
LK 3
10 m
15 m
20 m
Senior
3m
5m
7m
1
2
3
Grafik 1 Die Startaufstellungen der fünf Leistungsklassen für den Lauf 1 (Abstände zum Tor siehe nebenstehende Tabelle)
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
25
Hundesport im Allgemeinen trägt zur artgerechten Haltung bei.
Foto: Constanze Rähse
Im Treibball können auch betagte oder körperlich beeinträchtigte Vierbeiner ihrer Kondition und den Möglichkeiten entsprechend, artgerecht ausgelastet werden.
KISS OF FIRE BC AUS DER ALTEN NORIS hat folgende Ausbildungskennzeichen: THS VK2, IBGH3, BH, Treibball LK3, Obedience 2 und die STPr3
Wer hatʼs erfunden? Auf jeden Fall kein Schweizer. Treibball stammt aus der Feder von Jan Nijboer, einem niederländischen Kynologen, dessen Intention die Wissensvermittlung an die Hundehalter ist, wie sie den artspezifischen Bedürfnissen des Hundes gerecht werden können. Er suchte Lösungsansätze, natürliches, angeborenes Instinktverhalten in gesellschaftlich akzeptable Formen zu lenken. Und ein Zusammenleben kann nämlich nur stressfrei sein, wenn wichtige Kernelemente 26
wie Impulskontrolle und Frustrationstoleranz klar definiert sind und vor allem auch die Kommunikation auf Distanz beherrscht wird. Damit wird klar, dass Treibball sich natürlich für Hütehunde besonders anbietet, aber Jan Nijboer auch auf die Eignung für Hunde jeder Rasse und Größe Wert legte. Auch ein Dackelbesitzer soll mit einem TreibballTraining noch andere tolle Trainingseffekte erreichen. Abbruchsignale werden vermittelt und Treibball ist also auch eine Art Anti-Jagdtraining.
Wie funktioniertʼs denn jetzt? Na, ganz einfach: der „Treibballer“ treibt die „Ball-Schafe“ zu seinem Schäfer. Es gibt je nach Prüfungsstufe drei bis acht nummerierte Bälle, die auf Zuruf in aufsteigender Reihenfolge vom Hund in ein Tor befördert werden müssen. Aber ganz so einfach ist es dann doch nicht, denn natürlich gibt es noch Regeln, die mit aufsteigender Leistungsklasse auch natürlich anspruchsvoller werden. Alle Regeln sind momentan noch leicht differenziert in den Prüfungsordnungen des dhv und DVG festgeschrieben. Eine einheitliche VDH-PO ist in Vorbereitung. Ich werde mich hier an die dhv-Variante halten, die seit Oktober 2020 Gültigkeit hat. Dazu habe ich mich mit
Treibball: die „Ballschafe“ müssen zum „Schäfer“ HUNDESPORT
Anschieben der Bälle in falscher Reihenfolge, falscher Ball ins Tor, Anschieben ohne Kommando beim 1. Ball Bandenberührung
Es gibt fünf Leistungsklassen. Ein Aufstieg in die nächsthöhere ist von dem erreichten Prädikat und der Platzierung eines Turniers abhängig. Erreicht das Team ein „Vorzüglich“, darf es aufsteigen. Nach einem „Vorzüglich“ und dreimaliger Podestplatzierung mit dem Prädikat „Vorzüglich“ muss es aufsteigen.
3m
3
5m
2 5 7
4m
2m
4 8
LK
6
TOR
Alter
#
Bälle 3
1
>15 Monate
3
2
>15 Monate
6
3
>15 Monate
8
>8 Jahre
3
Senioren
2m
Grafik 2
Beginner >12 Monate
Einteilung in Leistungsklassen mit Anzahl der Spielbälle GK
Wie man die Prädikate erreicht und alle anderen Regeln kann man in der PO nachlesen.
7,5m
1
5m
Da Treibball im VDH bezüglich Rasse und Größe keine Beschränkungen hat, müssen ein paar Eckdaten her, die zwischen groß und klein unterscheiden. So kann grundsätzlich jeder Hundeführer seine eigene Ballgröße wählen, allerdings darf diese maximal fünf Zentimeter unter der Widerristhöhe des Hundes liegen. In den drei Größenklassen, ähnlich zum Agility, gelten auch zusätzlich unterschiedliche Abstandsregeln für die Positionierung der Bälle untereinander und zum Tor.
20m
Die Hunde arbeiten nur durch Kommunikation mit akustischen und visuellen Kommandos. Andere Hilfe ist nicht erlaubt. Teamarbeit auf großer Distanz erfordert neben dem guten Grundgehorsam, viel Zeit und Ausdauer. Der Hund muss hinter dem Ball 1 mindestens eine Sekunde verharren. Das erfordert Impulskontrolle. Wie er dann auf das Kommando treibt, ist egal. Jeder Hund hat seine eigene Technik. Kiss treibt mit der Schulter wechselseitig mal rechts, mal links neben dem Ball, um diesen entsprechend der Richtungsvorgabe zu lenken. Da Bandenberührungen unerwünscht sind, muss der Hund selbstständig „denken“ und auch auf Signale lenkend oder auch stoppend reagieren.
LK3
15m
Ab der Leistungsklasse 1 wird die Formation der Bälle im Lauf 2 vom Richter festgelegt, wobei diese über das Spielfeld verteilt sein können und in der höchsten Klasse 3, wie die Tabelle 1 zeigt, für die Maxi-Hunde auch bis zu 20 Meter auseinander liegen dürfen. Wie herausfordernd das sein kann, zeigt Grafik 1. Die Position des Hundeführers bleibt während des Spielverlaufs im Tor. Ein Verlassen ist fehlerhaft. Weitere Fehler machen die Komplexität des Spiels deutlich:
Was sagt die Prüfungsordnung?
5m
Und dann geht’s auch noch um Zeit. Sechs Minuten können schneller vorbei sein, als man denkt. Ist die Laufzeit langsamer als die Standardzeit, gibt es Zeitpunkte, die sich ähnlich wie im Agility, negativ auf das Teamkonto auswirken. Nur die Senioren dürfen solange treiben wie sie wollen.
2m
Vera Mayer getroffen, die den Sport schon länger ausübt und auch Wertungsrichterin ist. Die Nürnbergerin erklärt, dass es bei einer Prüfung zwei verschiedene Läufe gibt, die in eine Turnierwertung eingehen. Im Lauf 1 gibt es immer eine festgelegte Anordnung der Bälle. Siehe dazu die Startaufstellungen auf der Vorseite.
Schulterhöhe
Mini
<30cm
Medi
30-45
Maxi
>45
Einteilung in Größenklassen
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
27
Nachgefragt bei
VERA MAYER
Vera ist mit Hunden aufgewachsen. Schon als Kind hat sie die Entstehung und Entwicklung von neuem Leben fasziniert. Mit 18 Jahren begann sie ihre Bobtailzucht im VDH, ihr letzter Wurf ist acht Wochen alt. Auch ihre beiden aktuellen Sporthunde sind selbstgezüchtet. Ihre Border Collie-Zucht „BC aus der Alten Noris“ gibt es seit 2003. Der ersten Kontakt zum Hundesport hatte sie schon 12 Jahre früher, als sie ihren Vater mit seinem Deutschen Schäferhund zum Hundeverein begleitete. Seitdem ist sie dem Hundesport verfallen, ist im Agility in der A3 gelaufen, hat mit einem Bobtail die IGP3 bestanden, ist im THS und Obedience auf der Deutschen Meisterschaft gestartet und hat auch Stöberprüfungen abgelegt. Und da steht noch viel auf ihrem Programm und es gibt noch viele Ziele, die sie erreichen möchte. 28
Foto: Constanze Rähse
Unsere Expertin Vera Mayer
Und zum Schluss sei noch gesagt, dass die Zahl der Interessierten an diesem Sport steigend ist. Auch Vera hat schon ihren zweiten Border in der Ausbildung. Die junge Sky treibt „ihre Schafe“ schon hoch motiviert und zielsicher zu ihrer „Schäferin“.
Vera mit ihren beiden aktuellen Sporthunden: die Border Collies Kiss und Sky
ist Leistungsrichterin im Obedience und THS, zudem Wertungsrichterin im Rally Obedience und Treibball. Sie ist ehrenamtlich im BLV als Obfrau Rally Obedience unterwegs, zertifiziert nach §11 Tierschutzgesetz auch als Ausbilderin und natürlich selbst Hundesport infiziert.
Du hast schon viele Sportarten probiert bzw. machst diese auch parallel. Warum auch Treibball? Was gefällt dir daran? Gibt es Vorteile gegenüber anderen Sportarten? Beim Treibball fasziniert mich das Gefühl, zusammen mit meinem Hund die Aufgabe zu meistern. Nur mit gegenseitigem Verständnis kann man als Team gestellte Schwierigkeiten bewältigen. Beim Treibball kann mein Hund zeigen,
{INTERVIEW } was in ihm steckt. Er kann seine Triebe ausleben. Ich bin an kein festes Laufschema gebunden und darf meinem Hund Anweisungen geben, wo und wie er sie braucht. Man arbeitet beim Treibball aktiver mit dem Hund zusammen. Der Hund muss sich gleichzeitig auf die Lage der Bälle konzentrieren und auf die Signale, die ich ihm gebe, um zum richtigen Ball zu laufen. Der Hund wird hier nicht nur körperlich gefordert, sondern auch mental und ich fühle die Zufriedenheit meines Hundes, wenn alle Bälle bei mir im Tor gelandet sind und wir uns beide über die gemeisterte Aufgabe freuen. Du bist LR im Obedience, im THS und Wertungsrichter im Rally Obedience und im Treibball. Wie sieht dein Jahreskalender aus? Gibt es überhaupt freie Wochenenden? Vor Corona eigentlich nur im Winter! Hunde und der Sport sind einfach mein Leben und ich könnte mir das gar nicht anders vorstellen.
Treibball: die „Ballschafe“ müssen zum „Schäfer“ HUNDESPORT
Wer mit Hunden zusammenlebt, der wird dies sofort verstehen. Ich denke, wenn man uns arbeiten sieht und die Begeisterung, die meine Hunde bei der Arbeit zeigen, dann erklärt sich das von selbst! Heute hat sich der Begriff WworkLife-Balance in der Hundeszene in Dog-Life-Balance gewandelt. Wir würdest du deine persönliche Balance einschätzen? Ist das manchmal Stress, alles unter den Hut zu bekommen und wo musst du Kompromisse eingehen? Sicherlich ist es manchmal stressig, alles unter einen Hut zu bringen. Aber es ist schöner Stress. Durch die vielen Jahre in der Zucht und im Sport hat sich natürlich mein Leben und mein Freundeskreis auch in dieser Richtung angepasst. Ich gehe lieber auf dem Hundeplatz als fein herausgeputzt in die Oper. Meine Kinder haben mich fast immer zum Training begleitet und von klein auf gelernt, Verantwortung für ein Tier zu übernehmen. Meine Tochter hat ihre Borderhündin im THS und Obedience selbst ausgebildet und konnte im Obedience in ihrer Klasse die Deutsche Meister-
schaft gewinnen. Mein Sohn bildet seine Hündin im Treibball aus und unterstützt mich bei der Betreuung der Hunde. Es ist natürlich leichter, alles unter einen Hut zu bringen, wenn die Familie die Leidenschaft für Hunde teilt. Was möchtest du Hundehaltern, die noch keinen Hundesport machen, mit auf den Weg geben?
15%
Im Hundesport lernt man seinen Hund besser kennen und verstehen. Die Grunderziehung, die dafür vonnöten ist, ist auch für das Zusammenleben mit dem Hund im Alltag extrem wichtig. Auch der Austausch mit anderen Hundebesitzern, die man beim Hundesport kennenlernt, ist eine Bereicherung des Alltags.
Fotoreihe: SKYFALL BC AUS DER ALTEN NORIS ist erst 27 Monate und hat kürzlich die BH bestanden. Sie trainiert für die Beginnerklasse.
Rabatt auf Treibbälle www.sporthund.de
Fotos: Constanze Rähse
Deine Begeisterung für Hund und Hundesport ist unverkennbar. Wie kannst du deine Leidenschaft anderen erklären und näherbringen?
CODE:
TREIBBALL15
Hinweis: Einfach den Gutscheincode am Ende deiner Bestellung in das Gutscheinfeld eingeben und automatisch 15% Rabatt auf unsere Treibbälle erhalten. Nur ein Rabattcoupon pro Person einlösbar. Nicht mit anderen Rabatten kombinierbar. Der Coupon ist gültig bis 31.07.2021.
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
29
PR-Artikel
Bildrechte: AdobeStock
Wir alle wünschen uns Gesundheit für unseren Hund – am besten ein Leben lang. Doch wie sehr haben wir wirklich Einfluss darauf? Fakt ist: Gute Haltungsbedingungen und ein intelligentes Fütterungskonzept können entscheidend dazu beitragen, die Gesundheit zu erhalten und sogar Krankheitsrisiken zu senken. Wenn wir hier die richtigen Impulse setzen, tun wir unserem Hund viel Gutes.
Dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist, wird uns manchmal erst bewusst, wenn sie aus dem Takt gerät.
Ohne sie geht es nicht: Gesundheit ist eins der wichtigsten Fundamente für ein aktives und erfülltes Leben mit unseren Hunden. Ob Training, Turniere oder Freizeitspaß – all das wird überhaupt erst möglich, wenn der Hund fit und vital ist. Doch dass Gesundheit nicht selbstverständlich ist, wird uns manchmal erst bewusst, wenn sie aus dem Takt gerät.
Natürliche Hundegesundheit erhalten & Krankheitsrisiken senken Warum die richtige Fütterung immer auch Hilfe zur Selbsthilfe ist 30
Natürliche Hundegesundheit erhalten & Krankheitsrisiken senken GESUNDHEIT Wenn der Körper in einem Teufelskreis festhängt Wer kennt es nicht: Probleme treten oft gerade dann auf, wenn die körperliche und mentale Fitness des Hundes besonders gefragt ist. Zum Beispiel kurz vor einer Prüfung oder einem Intensivseminar. Doch auch den Alltag können Krankheiten auf den Kopf stellen – manchmal aus heiterem Himmel, manchmal schleichend. Aus einem zunächst harmlos scheinenden Infekt, einer Hautirritation oder einem Verdauungsproblem wird bisweilen eine lange Phase schwacher Gesundheit. Problem folgt auf Problem, eine „Baustelle“ verstärkt die andere. Der Körper hängt in einem Teufelskreis fest. Was ist der beste Schutz vor Krankheiten? Leider haben wir selbst als gewissenhafter Halter nicht auf alles Einfluss, was von außen kommt. Umweltbelastungen, stressige Situationen und besonders der Kontakt mit Keimen
und Krankheitserregern lassen sich im Alltag kaum vermeiden. Aber: Das ist auch gar nicht nötig. Denn der Körper des Hundes ist genial. Er kann viel kompensieren und ist von Natur aus in der Lage, mit kleinen und großen Herausforderungen umzugehen. Die Kunst liegt darin, ihn optimal dabei zu unterstützen. Ihn vital und widerstandsfähig zu erhalten. Damit er sich selbst helfen und äußeren Einflüssen etwas entgegen setzen kann. Am fein ausgeklügelten System der körpereigenen Gesunderhaltung sind verschiedene Akteure beteiligt. Eine Hauptrolle spielt das Immunsystem. Als starker Schutzschild wehrt es rund um die Uhr Krankheitserreger ab und verhindert die allermeisten Infektionen bereits, bevor sie entstehen. Ein intaktes Immunsystem zerstört auch kranke Körperzellen und fördert die Wundheilung und Regeneration. Das Immunsystem hängt eng mit dem Zustand des Darms zusammen. Rund 80% aller Immunzellen sitzen im Darm, und die meisten Abwehrreaktionen
Prävention, Problemlösung, Potenzialentfaltung* Die GladiatorPLUS Milieufütterung Das Konzept der Milieufütterung entstand aus langjährigen Beobachtungen und der wissenschaftlichen Erkenntnis, dass das Körpermilieu Einfluss auf sämtliche Organe und Prozesse eines Organismus hat. Mit Hilfe der richtigen Impulse soll das Körpermilieu in seinem natürlichen Zustand erhalten werden. Für vital arbeitende Organe, einen guten Stoffwechsel, eine problemlose Entgiftung und ein normales Immunsystem. Die Idee der Milieufütterung ist es, im Zusammenspiel mit einer artgerechten Haltung und Fütterung gute Bedingungen in jedem Bereich des Körpers zu wahren, sodass er sich selbst auf ein neues Vitalitätslevel bringen und dieses dauerhaft erhalten kann. * Prävention als aktive und natürliche Gesunderhaltung. Problemlösung als Ausgleich fütterungsbedingter Problematiken. Potenzialentfaltung für einen Körper in seiner natürlichen Kraft. Mehr Gesundheitswissen: www.gladiatorplus.com/hundesport
laufen hier ab. Die Mikroorganismen der Darmflora übernehmen weitere wichtige Aufgaben in der Immunabwehr. „Kippt“ hier das gesunde Gleichgewicht, so dass potenziell krankmachende Bakterien überhand nehmen, schwächt das auch die Immunabwehr. Hunde mit intakten Darmfunktionen und einem ausgeglichenen Darmmilieu sind also in aller Regel besser
gegen Krankheiten geschützt. Neben dem Darm spielt die Leber als zentrales Stoffwechsel- und Entgiftungsorgan eine wichtige Rolle für einen widerstandsfähigen Organismus. Wie effizient diese Mitstreiter der Gesundheit arbeiten, wird wesentlich vom inneren Körpermilieu beeinflusst.
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
31
Ein gesundes Körpermilieu kann man sich wie das positive Arbeitsklima in einer Firma vorstellen. Das Körpermilieu hat großen Einfluss darauf, wie gut jedes Organ bis hin zur kleinsten Zelle seine Aufgaben erfüllt und wie harmonisch die Zusammenarbeit der einzelnen „Abteilungen“ ist. In einem intakten Körpermilieu entsteht ein optimales inneres Zusammenspiel – reibungslos ineinandergreifend wie Zahnräder. Und das ist eine entscheidende Voraussetzung für einen Organismus, der sich immer wieder selbst helfen kann. Hier setzt die Idee der GladiatorPLUS Milieufütterung an. In Verbindung mit guten Haltungsbedingungen und einer hochwertigen Grundfütterung können ihre Inhaltsstoffe einen wertvollen Beitrag zur natürlichen Gesunderhaltung und zur Senkung des generellen Krankheitsrisikos leisten. Durch ihre ernährungsphysiologischen Eigenschaften pflegen diese 32
ausgesuchten Naturstoffe das innere Körpermilieu und die gesundheitswichtigen Organe, stärken das Immunsystem in seinen normalen Funktionen und können den besonderen Stoffwechselbedarf bei bestimmten Krankheiten unterstützen. Mithilfe dieser positiven Fütterungsimpulse soll der Hundeorganismus in dem unterstützt werden, was er von Natur aus am besten kann: Sich selbst kerngesund, vital und zufrieden erhalten.
Gebrauchsanweisung Natürliche Gesundheit fördern & generelles Krankheitsrisiko senken. Was kann ich alles tun, um meinen Hund gesund zu erhalten? Balance zwischen körperlicher + geistiger Auslastung und Regeneration halten Haltungsbedingungen checken und ggfs. optimieren (Stress reduzieren) Harmonische, intakte Mensch-Hund-Beziehung pflegen ausreichend positive Kontakte mit Artgenossen Bedarfsgerechte, funktionale Fütterung GladiatorPLUS Milieufütterung zur Unterstützung der körpereigenen Gesunderhaltung
Bildrechte: GladiatorPLUS
Entscheidend: Das innere Arbeitsklima
„Meine Hunde geben alles für mich. Deshalb ist es mir wichtig, dass ich sie optimal unterstütze.“ Krisztina Beitl-Kabai, mehrfache Agility-Europameisterin
GladiatorPLUS zum Sehen, Hören und Verstehen. Unser Wissen und unsere Erfahrungen an Sie weiterzugeben, ist uns wichtig. In unserer Videokollektion finden Sie interessante Erfahrungsberichte und Meinungen von zahlreichen Agility-Profis. Krisztina Beitl-Kabai, Tobias Wüst, Daniel Schröder, Claudia Zenner, Alexander Beitl, Lizandra Ströhle, Karin Hellriegel, Philipp Müller-Schnick, Sandra Körber. www.gladiatorplus.com/hundesport
Lebensfreude
Die Milieufütterung®
ist der schönste Ausdruck
Das intelligente Fütterungskonzept für dauerhafte Vitalität und Lebensfreude.
von Gesundheit.
Nicht unzählige verschiedene Mittel, sondern:
Eine sinnvolle Lösung.
Die Kraftquelle als Multitalent. Körpermilieu Immunsystem Darm- u. Leberpflege Regeneration Potenzialentfaltung Arbeitsfreude
é
Mythen, Märchen & Legenden: was ist dran an ihnen?
Der menschliche Aspekt
DIESMAL: „SITZEN IST DIE NATÜRLICHSTE HALTUNG DES HUNDES. DESWEGEN SITZT DAS „SITZ” IN DER PRÜFUNG MEIST BESSER, WÄHREND „PLATZ” UND „STEH” ZUR ZITTERPARTIE WERDEN.”
TEXT: KAROLINA KRÜGER
I
m Leben der Mensch-HundBeziehung muss es Regeln, Grenzen und Gesetze des Zusammenlebens geben. Um sie zu kommunizieren braucht es Kommandos, die sicherstellen, dass der Hund tut, was man ihm sagt.
Foto: Constanze Rähse
Der ambitionierte Hundesportler achtet von Anfang an darauf, die verschiedenen, später prüfungsrelevanten Körperhaltungen gleichwertig und parallel aufzubauen. Meist wird dabei das „Platz“, das den Hund quasi auf der Stelle fixiert, als sicherste Position gesehen und soll als absolutes Kommando möglichst immer funktionieren.
Tischarbeit ist eine gute Möglichkeit, dem Welpen auf Augenhöhe zu begegnen.
34
Im familiären Umfeld ist meist das „Sitz“-Kommando der am besten verankerte Befehl. Schon der Welpe verinnerlicht diese Haltung als „Bettelsitz“ und damit einen besonders lohnenden Heilsbringer. Logisch, dass er uns dann diese immer dann, auch unaufgefordert zeigt, wenn er keine andere Idee für eine Aufforderung seitens des Hundeführers hat.
Mythen, Märchen & Legenden HUNDESPORT
é
é
é
é
Der hundliche Aspekt
Die zwischenartliche Sichtweise
hundesportliche Sicht
Fazit
D
er Hund als Canide hat drei natürliche Körperhaltungen: Das Liegen, das Laufen, wozu auch das Anhalten und damit Stehen gehört, sowie das Sitzen.
Im Gegensatz zu den domestizierten Artgenossen sitzen wildlebende Hunde relativ selten. Sitzen könnte man eher als „Hab-AchtStellung“ des Hundes zum Beispiel auf Wachposten bezeichnen. Anatomisch hat der stehende oder laufende Hund die optimale Ausrichtung seines Gebäudes mit dem an der Verlängerung der Wirbelsäule sitzenden, nach vorne gerichteten, Kopf. Und letztendlich ist die Körperhaltung natürlich eine Frage der Kommunikation. Der Hund setzt gerade bei der Jagd vornehmlich Körpersprache und Mimik ein, verständigt sich auf Augenhöhe. Die Verständigung ist bei gleichgroßen Partnern keine Frage der Körperstellung.
W
enn aber zwei Spezies aufeinandertreffen, die eine als Zweibeiner aufrecht und gut einen Meter größer als die andere, auf vier Pfoten gehende, dann geht gerade diese Augenhöhe als Basis der gemeinsamen Kommunikation verloren.
Jedem von uns sind Situationen bekannt, in denen sich ein Gespräch mit einem viel größeren Menschen oder dem Nachbarn am Fester des ersten Stockes durch das ständige Hochschauen mit der Zeit als sehr unangenehm für die Nackenmuskulatur entwickelt. Da weicht jeder unweigerlich ein paar Schritte zurück, um diese zu entlasten. Dass wir Menschen hier nicht in ein automatisches Sitz fallen, liegt daran, dass unser Kopf senkrecht auf und nicht wie beim Hund waagerecht vor der Wirbelsäule liegt. Und tatsächlich sieht auch der Hund die Kommunikationszentrale des Menschen, das Gesicht, im Sitzen am bequemsten. Ganz am Anfang unserer Mensch– Hund–Beziehung sitzen wir mit dem Welpen zum Spielen und Schmusen auf dem Boden. Hier steht oder liegt der Welpe bei uns, krabbelt über uns drüber und
schafft es sehr viel leichter, ohne ein Hinsetzen unsere Schaltzentrale im Blick zu behalten. Später erheben wir uns dann aus dieser Ebene der Augenhöhe und bleiben stehen! Bewusst oder unbewusst verknüpfen wir dieses Aufschauen von Anfang an mit dem Hinsetzen, nutzen die anatomische Notlage des Hundes sogar, um ein Sitzen herbeizuführen, um es mit dem entsprechenden Befehl zu verknüpfen. Wer kennt es nicht, das Leckerchen, das weit über den Hundekopf geführt wird, damit sich der Popo auf den Boden senken muss. So bietet der Welpe schon sehr früh von allein das Sitzen zur besseren Kommunikation an und bekommt dafür oft auch eine Belohnung. Die Nervenautobahn der Sitzbewegung entwickelt sich im Laufe der Zeit zu einem gefestigten St. Gottard Tunnel, aus dem es nur an wenigen Stellen einen Ausgang in ein anderes Verhalten gibt. Oftmals „rettet“ sich der Hund dann auch in Situationen, in denen der Hund durch unklare Signale oder ein verändertes Verhalten seitens des Hundeführers, wie bei Prüfungen oder Stresssituationen im Alltag, in das immer „lohnende“ Sitz.
S
D
Oft wird das Kommando zwar schnell angenommen, aber durch die vorangehende hohe Konzentration in der Freifolge und der damit verbundenen Anspannung, ja fast einer trieblichen Verspannung, ist die korrekte Ausführung für den Hund schwierig. Dies führt auch dazu, dass an dieser Übung am meisten gearbeitet wird, was nicht selten zu noch mehr Konflikten beiträgt.
Es ist ein hausgemachtes Verhalten, das durch fast 100% -ige Bestätigung einen nicht natürlichen Stellenwert bekommt.
tatistisch gesehen ist die Ausführung der Sitzübung gegenüber denen der anderen beiden Positionen der IGP-PO am häufigsten mit Fehlern behaftet, die zu den meisten Abzügen führen.
Auch das „Steh aus der Bewegung“ widerspricht dem natürlichen Nachfolgetrieb eines Rudeltiers und benötigt für eine sichere Ausführung gleichermaßen eine hochfrequente Belohnungsrate. Die Fixierung in der Platzübung unterbricht den meutetrieblichen Folgedrang und ist damit statistisch die sicherste Übung.
ass unsere Hunde das „Sitz“ als Lieblingshaltung bevorzugen, können wir getrost ins Reich der Mythen verbannen.
Mehr auf Augenhöhe mit dem Hund zu gehen und alle Körperhaltungen nebeneinander wertfrei, also in gleicher Frequenz zu bestätigen, führt zu einem gleichwertigen Nebeneinander der natürlichen Körperpositionen der Hunde und erleichtert es dem Hundeführer, die drei Haltungen des Hundes stabil einzufordern.
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
35
FLYBALL
AGILITY
IGP
THS
24.-25.5.2021 WM Qualifikation (S/M/L) HSZ Wülfrath (DE)
26./27.6.2021 DVG BSP Eschweiler-Dürwiß (DE)
24.-25.6.2021 DVG BSP abgesagt Niederzier (DE)
31.7.-1.8.2021 WM Qualifikation (S/ML) ATC Mendig (DE)
18.-20.6.2021 SV Bundes-FCI Immelborn (DE)
9.-10.10.2021 VDH Deutsche Meisterschaft n.n. (DE)
15.-18.7.2021 JOAWC abgesagt Albrantes (POR)
6.-8.8.2021 VDH Deutsche Meisterschaft ? (DE)
10.-13.6.2021 FCI WM abgesagt Týn nad Vltavou (CZ)
22.-25.7.2021 European Open abgesagt Albrantes (POR)
27.-29.8.2021 SV BSP Meppen (DE)
7.-10.10.2021 offene Europameisterschaft St. Petersburg (RUS)
23.-26.9.2021 FCI WM Agility abgesagt Estland
8.-12.9.2021 FCI Weltmeisterschaft Apeldoorn (NED)
21.-22.11.2021 VDH DM + WM Quali Stuttgart (DE)
4.-5.12.2021 VDH DM/DJM Agility Hemsbach (DE)
22.-26.9.2021 WUSV Weltmeisterschaft Lahti (FIN)
6.-8.8.2021 Deutscher Flyball Cup Emtmannsberg (DE)
DOGDANCE
FÄHRTE 29.-31.10.2021 DVG BSP Stockelsdorf (DE)
OBEDIENCE 13.6.2021 VDH DM + Finale Quali Gemünden (DE) 3.-4.7.2021 DVG BSP Weeze (DE) 12.-15.8.2021 FCI Weltmeisterschaft Wichtrach (CH)
36
5.-6.6.2021 UFO Major Bremen (DE)
RETTUNGSHUND 23.-26.6.2021 IRO Weltmeisterschaft Craiova (RUM) 19.-22.8.2021 FCI Team Weltmeisterschaft Craiova (RUM)
ZUGHUNDE 3.-4.7.2021 DVG BSP Weeze (DE)
Wie die Corona-Krise uns 2021 beeinträchtigt, kann man noch nicht RALLY OBEDIENCE absehen. Erste Termine stehen nun wieder fest, 26.-27.6.2021 der Anfang für neue hunDVG BSP Ering (DE) desportliche Highlights ist also gemacht. Bitte 18.-19.9.2021 informiert euch auch bei SV BSP Thale (DE) den Veranstaltern.
Foto: Manfred Zenker
16.-18.7.2021 European Flyball Championship Plasy (CZ) abgesagt
DOGFRISBEE
TOPHUNDESPORTTERMINE
Teilnahmebedingungen: Sende das Lösungswort, deinen Namen und deine vollständige Postanschrift per E-Mail an gewinnspiel@sporthund.de Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt. Unter allen Einsendungen verlosen wir ein Knut Fuchs-Bundle Apport* im Wert von ca. 75 EUR (UVP). Eine Barauszahlung des Gewinns ist nicht möglich. Es besteht auch kein Anspruch auf Auszahlung oder Ausgabe eines Ersatzgewinns. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen. Die vom Teilnehmer angegebenen Daten werden nach Maßgabe der DSGVO behandelt. Die Datenschutzerklärung findest du unter www.sporthund.de/ datenschutzerklaerung
SPORTHUNDGEWINNSPIEL
BILDERRÄTSEL:
Finde anhand der jeweiligen Bilder heraus, um welchen Begriff es sich handelt und nutze die markierten Buchstaben, um das Lösungswort zu finden (siehe Beispiel).
*Das Knut Fuchs-Bundle Apport besteht aus: Havatar IGP-Apportierholz Knut Fuchs Unterordnungsleine de Luxe Knut Fuchs Buch „Apportieren von A bis Z“
L=A A=U
L=B D=R
M=H
-------------
BEISPIEL:
+E A=U M=L TER
R=B I=A
-------------
H=N Ä=E
L=C K=H
---------WO C H E N E ND E
KE
Einsendeschluss:
23. Juli 2021
I=U
I=O D=T
T=R N=L
---------------
Sende dein Lösungswort an: gewinnspiel@sporthund.de und sichere dir die Chance auf ein Knut Fuchs-Bundle Apport* im Wert von ca. 75 EUR.
Lösungswort:
L
P=N F=C L
-------
T
+
+
E
sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
37
RUBRIK Impressum & Vorschau
Gesamtkonzept & Layout: Constanze Rähse, Neuhaus an der Pegnitz Lektorat: Dipl.-Germanistin (Univ.) Cordula Scheffner, Viersen Erscheinungsweise: 6x jährlich
VORSCHAU #11
Unsere nächste Ausgabe erscheint Anfang August 2021
Hundesport Kynologie Foto: AdobeStock / Aleksandr
Herausgeber: LEROI GmbH Geschäftsführer: Florian König, Olaf König Am Schneckenhof 9 D-74626 Bretzfeld-Geddelsbach Email: magazin@sporthund.de Tel.: +49 (0) 79 45 / 9 41 01 01
Scan me!
IMPRESSUM
BIOMECHANIK FÜRS AUGE Warum Hunde aussehen, wie sie aussehen, liegt nicht allein dem menschlichen Geschmack zugrunde. Bestimmte anatomische Merkmale hängen mit Leistungsanforderungen ihrer rassetypischen Einsatzgebiete zusammen.
Hundesport
Auflage: 5.000 Stück
HUNDESPORT UND DOPING
Fotoquellen: Jan Redder, Karolina Krüger, Isabell Eule, GladiatorPLUS, Heike Johannsen, Stefanie Gebke, hundestars.de, Jörg Gitzelmann, Manfred, Zenker, Constanze Rähse, iStockphoto, AdobeStock
Foto: Constanze Rähse
Druck: Saxoprint GmbH
Unsere vierbeinigen Teampartner zeigen teilweise ja echten Hochleistungssport. „Höher, schneller, weiter“ ist auch längst in unserem Hobby angekommen. Welche offiziellen Vorkehrungen gibt es denn gegen unerlaubte Hilfen?
Hinweise:
Hundesport
MULTITOOL NASE Foto: Fotolia / Faba
Kein Teil dieses Magazins darf ohne Genehmigung des Herausgebers vervielfältigt oder verbreitet werden. Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht die Meinung der Redaktion wieder. Eine Haftung für Ratschläge unserer Experten kann nicht übernommen werden. Der Herausgeber behält sich das Recht vor, veröffentlichte Artikel, Beiträge und Fotos auch in seinen anderen Publikationen (In- und Ausland, im Web und elektronisch) ohne weitere Vergütung und Nachfrage zu veröffentlichen. Die Nutzungsrechte an eingesandten Leserfotos gehen mit Einsendung automatisch auf die Leroi GmbH über.
Für uns Menschen oft unvorstellbar, was unser vierbeinige Freund alles mit seiner Nase kann. Wir, die eher visuell unterwegs sind, haben gelernt, dem hundlichen Hochleistungsorgan zu vertrauen und es vielfältig zu nutzen. Kurzfristige Änderungen vorbehalten. Wir bitten um Verständnis.
38
Lasset die Wasserspiele beginnen! Wir haben für jeden sein Lieblingsspielzeug.
Foto: Constanze Rähse
sporthund.de sporthund.de ∙[Heft 3/2021]
39
WANN MUSS MAN ZÄHNE ZEIGEN? * ZUR ZAHNKONTROLLE * BEIM LÄCHELN * WENN DAS LEBEN „HART” IST Leserfoto: Isabell Eule
ZUM SAMMELN sporthund.de