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Leben & Gesundheit® Ausgabe Ernährung | Januar/Februar 2016

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Gesundheit, Glück und Wohlbefinden hängen nicht einfach vom Zufall oder von den Genen ab. Sie gründen auf dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren und Prinzipien. Die meisten davon können wir aktiv und maßgeblich beeinflussen. NewstartPlus, ein modernes, international bekanntes, wissenschaftlich bewährtes und ganzheitlich angelegtes Gesundheitskonzept, fasst sie anschaulich zusammen. Jeder ein-

Mässigkeit

Temperance

Sonne Sunshine

Luft Air

zelne Buchstabe von NewstartPlus steht für ein Prinzip, das einen entscheidenden Einfluss auf Gesundheit, Glück und Lebensqualität hat. NewstartPlus entfaltet seine volle Kraft im Zusammenwirken aller zwölf Prinzipien. In jeder Ausgabe beleuchtet «Leben und Gesundheit» eines davon. NewstartPlus lädt Sie ein, neu zu starten und das Plus für Ihr Leben zu entdecken.

Ruhe Rest Vertrauen Trust

Bewegung Exercise Wasser Water

Ernährung

Nutrition

Essen Sie sich gesund!

Ernährung Nutrition

Prioritäten

Priorities

Optimismus Living optimistically

Integrität Up with integrity

Beziehungen Social support

Essen gehört zu den schönsten Dingen des Lebens. Viele sind sich dabei bewusst, dass eine gute und ausgewogene Ernährung die Grundlage für ein gesundes Leben ist. Nicht umsonst heißt es, dass der Mensch ist, was er isst. Wir alle benötigen regelmäßig ausreichend Energie, Aufbaustoffe, Nährstoffe, Vitamine, Spurenelemente, wichtige Ballast- und sekundäre Pflanzenstoffe. Dabei gibt es allerdings auch ein «Zuviel», sogar von dem, was wir als «gut» ansehen wie z. B. Vi-

tamine oder Eiweiß. Heute wissen wir, dass Menschen, die viel Gemüse und Obst essen, Vollkornprodukte bevorzugen und regelmässig Nüsse zu sich nehmen, gesünder leben. Sie erkranken seltener an Krebs, Herz-Kreislauf- und Stoffwechselkrankheiten. Weitere Vorteile sind ein besseres mentales Wohlbefinden, ein geringeres Risiko, an Depressionen zu erkranken, und generell mehr Vitalität und Lebensqualität zu erfahren.

©
Texte:
Dr. med. Ruedi Brodbeck; © Grafik: Advent-Verlag Zürich, designed by querfeld1.ch

Auch schon an die falsche «Raupe» gewöhnt?

In unserer letzten Ausgabe von «Leben und Gesundheit» sprachen wir mit Prof. Allan Guggenbühl unter anderem über die Identitätskrise der Männer. Das Problem liege daran, dass männliche Eigenschaften wie z. B. Risikofreude, Grandiosität, Eigenständigkeit heute abgewertet würden. «Männer gehen eben gerne ihren eigenen Weg – verstehen sich als Unternehmer für die eigene Sache», postulierte Guggenbühl.

Von diesen aus meiner Sicht treffenden Worten ermutigt, ging ich in den darauf folgenden Tagen zu meinem Nachbarn und fragte ihn, ob er mir seinen uralten 3,5 Tonnen-Bagger leihen würde. Einen eingefallenen Teil unserer Scheune wollte ich damit abreißen und zwei Fundamente für ein neues Gebäude legen. Wir vereinbarten einen Stundensatz. Heinz riet eindringlich: «Bitte, fahre nur vor- und rückwärts. Vermeide es, wenn immer möglich, nach rechts und links abzubiegen, damit die Raupe nicht von der Führung rutscht». «Komisch», dachte ich, «ist das bei jedem Bagger so?» Ergriffen von der Aussicht, jetzt BALD etwas Großes vollbringen zu können, machte ich mich sogleich an die Arbeit.

Sie ahnen es schon ... genau! Kaum begonnen, immer wieder leicht nach rechts gewendet, rutschte die eine Raupe von der Führung. Und damit nicht genug: Bis ich es bemerkte, war das alte, brüchige Ding mit einem lauten Knall in zwei Teile gerissen. Glauben Sie mir: In diesem Moment war ich mir bei diesem «Männerding» nicht mehr so sicher!

Wie auch immer, eine neue Raupe musste her. Um die Sache abzukürzen: Anhand der neuen Raupe stellte sich heraus, dass der Bagger all die Jahre zuvor mit falschen Raupen bestückt war. Heinz hatte sich, seit er die Maschine vor Jahren gekauft hatte, daran

gewöhnt, nur vorwärts und rückwärts zu fahren und das Ungetüm nur auf ganz ebener Fläche zu wenden. Mit der neuen Raupe sollte er künftig, mindestens auf der einen Seite, ein ganz neues «Baggererlebnis» genießen!

Wenn es in dieser Ausgabe unter dem NewstartPlus© Schwerpunkt um «Ernährung» geht, wird mir mit Unbehagen bewusst, dass sich so mancher an «unpassende Raupen» gewöhnt hat. Unser «Wirkungskreis» wird eingeschränkt, aber wir gewöhnen uns daran. Wie wäre es, wenn wir uns stattdessen dazu entscheiden würden, «die passende Raupe» aufzuziehen?

Die Ernährung ist und bleibt der «Treibstoff» unseres Körpers und übt damit einen hohen Einfluss auf unser Wohlbefinden und auf unseren «Wirkungskreis» aus! Und ja, Gesundheit kann man tatsächlich essen! Lesen Sie dazu den Artikel von Esther Neumann auf den Seiten 16–18 und erfahren Sie mehr über Tryptophan und die Kostbarkeit von Chia-Samen.

Ab Seite 32 begeistern die «Liebmingers» durch ihre Erfahrung mit der veganen Küche. Und ab Seite 35 erfahren Sie durch unseren Cartoonisten Dr. Michael Schinagl in einem ersten Teil Spannendes über «den intelligenten Darm und seine Billionen Freunde». Etliche Artikel weisen uns darauf hin, dass neben der Ernährung auch noch andere «Raupen» zur Verfügung stehen wie z. B. das Interview mit Peter Regli, DEM Experten schlechthin für «Leistung und Energie»!

Wie immer wird mir diese Seite zu kurz, um auf alle «Highlights» dieser Ausgabe hinzuweisen. Darum ermutige ich Sie, einfach alles in Ruhe durchzulesen. Es lohnt sich bestimmt!

Und wenn Sie merken, dass «eine Raupe» drückt, klemmt und Ihren «Wirkungskreis» einschränkt, wechseln Sie sie doch aus!

Herzliche Grüße Herzliche

Fitness

Jedem das Seine – Rumpfübungen für Fortgeschrittene

Fokus Krankheit

pAVK

Lebensweisheiten

Ein paar Tropfen Lebensweisheit

Praxisfenster

Endometriose – «Wenn der Regelschmerz zur Regel wird»

Unsere Heilpflanzen

Cranberry

Rezepte

Winterliche Salatparty

Denksport

Preisrätsel

Kinderseite

Schnee, Schnee, Schnee

Körperwunder

Blutzucker in Balance

Gesichtspflege, Masken in allen Farben –aber nicht für die «Fasnacht»!

Rezepte

Winterliche Salatparty

Kursangebote – Vorträge

Kolumne «Wunder über Wunder»

Vorschau

DIE Tipps: Topfit durchs ganze Jahr

Gesund sein! Gesund werden! Gesund bleiben! Im Folgenden einige TOP TIPPS:

• Regelmäßig schlafen gehen: Zwischen 21:00 und 22:00 Uhr.

• Wechselduschen: Auf zwei Minuten mit warmem bis heißem Wasser (bis man sich so richtig wohlig durchwärmt fühlt) folgen zehn Sekunden mit kaltem Wasser (unten an den Füßen beginnen bis zum Po, dann die Arme an den Händen beginnen, dann den ganzen Körper und den Kopf). Das Ganze wird dreimal hintereinander durchgeführt.

• Ingwertee: Jeden Abend eine Tasse Ingwertee (etwas geraffelten, frischen Ingwer mit heißem Wasser übergießen. Gut ziehen lassen).

• Bewegung: Täglich einen zügigen Spaziergang von ca. 30 min. machen (kann mit Walkingstöcken durchgeführt werden). Auch Gartenarbeit ist eine gute Sache. Erfreuen Sie sich an der frischen Luft – auch bei Regen und Schnee.

• Fasten: Pro Woche ein Tag ohne feste Speise würde dem Körper guttun. Erfreuen Sie sich an gesunden Fruchtsäften, einer heißen Gemüsebrühe oder an verschiedenen Kräuterund Früchtetees.

• Zwischenmenschliche Beziehungen: Gehen Sie auf unbekannte Leute zu und suchen Sie kurze Gespräche. Tun Sie anderen Menschen etwas Gutes.

• Wasser: Trinken Sie täglich 5–6 Glas (mind. 1,5 l) Wasser.

• Pausen: Gönnen Sie sich regelmäßige Pausen. Scheint die Sonne, setzen Sie sich für ein paar Minuten in den wärmenden Sonnenschein und schalten Sie ab.

• Nahrungsmittel: Essen Sie reichlich Früchte, Gemüse, Salat, Nüsse, Vollkornprodukte. Alles in möglichst natürlichem Zustand (ungekocht). Freuen Sie sich über eine so gesunde Ernährung!

• Mahlzeiten: Zwei bis drei Mahlzeiten am Tag sind im Normalfall ausreichend. In der Regel essen wir zu viel. Auf die Naschereien zwischendurch sollte gänzlich verzichtet werden.

• Verzicht: Auf Alkohol, jegliche Aufputschmittel (Cola, Energiedrinks, Kaffee), Nikotin und jegliche Art von Drogen sollte verzichtet werden.

Übergewicht

Der schwerste Berner Kürbis – von Martina Elsa und Daniel Duff aus Schüpfen. Er wiegt stolze 466.1 Kilogramm.

«Während die Aufzucht Geduld und Behutsamkeit abverlangte, war der Transport zum Wettbewerb ein Krampf. Wir freuen uns riesig, dass wir gewonnen haben», strahlt das Siegerpaar aus Schüpfen. Es setzte sich beim großen Wettbewerb um den schwersten Berner Kürbis, den das Einkaufszentrum Heimberg Shopping ausgeschrieben hatte, gegen fünf weitere Mitstreiter durch.

red/sf

Mosaik

Die Rubrik «Mosaik» in «Leben und Gesundheit» ist eine Plattform für kurze interessante Texte, Bilder und Informationen. Auch Sie als Leserin oder Leser können zu Wort kommen bzw. Bilder einsenden. Nutzen Sie die Kontaktadresse: «Leben und Gesundheit», Mosaik, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen oder die E-Mail-Adresse: redaktion@lug-mag.com

Weltmeere –Fischbestände in Gefahr

Die Bestände der für die Ernährung der Menschheit wichtigen Fische haben weltweit dramatisch abgenommen. Einige Arten stehen bereits kurz vor dem Kollaps. Das zeigt der vom WWF publizierte «Living Blue Planet Report», der in Zusammenarbeit mit der Zoologischen Gesellschaft London entstand. In den letzten vier Jahrzehnten hat es der Mensch geschafft, den Reichtum der Ozeane zu plündern. Zwischen 1970 und 2012 sind die Fischbestände um die Hälfte eingebrochen, die Artengruppe der Makrelen, Thunfische und Bonito hat insgesamt gar um 74 Prozent abgenommen. Über 25 Prozent aller Meerestiere leben in Korallenriffen, doch die Hälfte der Riffe wurde bereits zerstört. Das hat wirtschaftliche Folgen, denn der ganz überwiegende Teil des weltweiten Tourismus findet in Meeresnähe statt. Geschützt sind heute aber gerade einmal 3,4 Prozent der Meeresflächen. Es ist noch nicht zu spät, die Probleme anzugehen und das Leben im Meer für zukünftige Generationen sicherzustellen. «Es braucht aber dringend umfassende Veränderungen», sagt Eymard Duvernay. «Dazu zählen die Aufnahme des Meeresschutzes in die Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen sowie das Ergreifen globaler Maßnahmen gegen den Klimawandel und die Verpflichtung zu einem verstärkten Schutz von Küsten- und Meeresgebieten.»

wwf

ICH präsentiere MICH

Nach dem Motto: «Erfolgreich ist, wer sich gut präsentiert» leben wir zunehmend im Zeitalter der Selbstinszenierung. Nicht mehr das, was man kann, oder das, was man vertritt, zählt, sondern das «Schauspiel», hinter dem sich oft nichts verbirgt und das kaum noch auf Wahrheit gegründet ist. Die Jugendforschung vergleicht diesen Trend mit eitlem Narzissmus –der hemmungslosen Selbstliebe.

Worum geht es bei dem ganzen «Selfie–Wahn» eigentlich? Wer nicht umfänglich preisgibt, was er hat, tut und ist (oder sein möchte), erhält keine Aufmerksamkeit und damit auch keine Anerkennung. Vielen Menschen geht es eigentlich gar nicht mehr um das Erlebte selbst, sondern darum, wie dies und auch sie selbst durch die Freunde und «Nachfolger» mit «Likes» bewertet werden. Der Stellenwert von sozialen Medien wächst damit bei vielen so extrem, dass in zunehmendem Maß das gesamte Selbstwertgefühl davon abhängt. Letztlich

Humor

geht es um die Suche nach der eigenen Identität.

«Noch nie war der Mensch so angepasst wie heute. Das hängt damit zusammen, dass heute Unterordnung belohnt und Aufmüpfigkeit bestraft wird. Die Menschen handeln heute nicht mehr, sie verhalten sich wie Tiere, die dadurch überleben, dass sie sich an ihre natürliche Umgebung anpassen», sagt Jugendforscher Bernhard Heinzelmann gegenüber «Weekend Magazin».

Niklaus Zemp regt in «The Huffington Post» mit einem 12 Punkte-Programm dazu an, «authentisch leben zu lernen». «Es lohnt sich, ein Nachholbedürfnis nach Identität, nach Selbstbewusstsein und Selbstvertrauen ernst zu nehmen. Ein 12 Punkte-Programm kann wirkungsvoll weiterhelfen, indem es für wesentliche Aspekte der Lebensführung sensibilisiert. Diese Anregungen sind vielfach erprobt und im Alltag umsetzbar», schreibt Zemp. red/sf

Aufgeschnappt:

«Frau zu sein ist schwer. Man muss denken wie ein Mann, sich benehmen wie eine Dame, aussehen wie ein Mädchen und schuften wie ein Pferd.» unbekannt

Kläuschen kommt ganz aufgeregt ins Zoogeschäft, um den Gutschein einzulösen, den er von seiner Omi zum Geburtstag bekommen hat. «Ich möchte gerne einen Hamster haben.» –«Klar, mein Junge. Was soll’s denn sein, ein Männchen? Oder möchtest du lieber ein Weibchen?» – «Ach, das ist mir eigentlich egal. Die Hauptsache ist, er kriegt auch Junge!»

DES CUMMINGS JR., PHD

Vize-Präsident «Florida Hospital» Florida, USA

Gute Nahrung für Körper und Geist

Bei dieser Überschrift werden die meisten Leser Tipps rund ums Thema Ernährung erwarten. Aber ich möchte Ihnen auch zeigen, dass zu einer gesunden Ernährung nicht nur die Nahrung für den Körper gehört, sondern auch die für Seele und Geist. Brian ist ein hervorragendes Beispiel dafür.

Das volle Programm

Regelmäßige Kopfschmerzen waren das erste Warnsignal. Als dann auch noch Kurzatmigkeit und ein stechender Schmerz in der Brust dazukamen, läuteten bei Brian schließlich alle Alarmglocken. Er musste schnellstmöglich etwas unternehmen. Seine Familiengeschich-

te verhieß nichts Gutes: Er hatte eine genetische Veranlagung für Herzkrankheiten. Sein Vater hatte schon mit Anfang fünfzig einen Vierfach-Bypass bekommen. Brian war sicher, sich irgendwann einmal selbst mit einem Herzleiden auseinandersetzen zu müssen, aber doch nicht im zarten Alter von

neununddreißig. Das war eindeutig zu früh, und er war fest entschlossen, sich den bestmöglichen ärztlichen Rat zu holen.

Brians Kardiologe bestätigte seine Befürchtungen: Um seine Herzgesundheit war es nicht gut bestellt. Die Laborergebnisse zeigten, dass eine seltene und genetisch bedingte Blutkrankheit die drohende Verstopfung wichtiger Blutgefäße im Herzen zusätzlich beschleunigt hatte. Eines der Herzkranzgefäße musste sofort mit einem Stent (Gefäßstütze zum Offenhalten von Gefäßen) wieder durchlässig gemacht werden. Aber damit war es nicht getan. Schon nach drei Monaten bekam Brian einen weiteren Stent. Ein Dreivierteljahr später den nächsten, diesmal in der linken Herzkranzarterie – auch bekannt als «Witwenmacher».

Brian und seine Frau Tina hatten erst vor kurzem mit dem fünften Kind ihre Familienplanung abgeschlossen. Dies soll-

te eigentlich die produktivste Zeit ihres Lebens sein – die goldenen Jahre sozusagen. Zusammen fassten sie den Plan, wieder richtig gesund zu werden. Sie nannten ihn «Das Projekt: Rundum fit», weil sie davon überzeugt waren, dass es die beste Strategie sei, Körper, Seele und Geist zu erneuern. Eine Ernährungsumstellung im Sinne der Herzgesundheit war natürlich das Nächstliegende, aber Brian und Tina war das nicht genug. Sie nahmen sich eine ganzheitliche Veränderung vor. Und darin steckt die wahre Kraft von Brians Geschichte. Er änderte nicht nur seine Essgewohnheiten, sondern seinen ganzen Lebensstil. Lassen Sie sich von Brians Geschichte anstecken!

Ich will leben!

Zusammen fassten sie den Plan, wieder richtig gesund zu werden. Sie nannten ihn «Das Projekt: Rundum fit».

Ich war regelrecht verblüfft, wie einfach es war, die richtige Rangordnung aufzustellen, weil das übergeordnete Ziel klar definiert war. Damals wurde mir bewusst, dass Ernährung über Nahrungsmittel hinausgeht. Das, was ich mit dem Geist aufnahm und womit ich mich beschäftigte, gehörte genauso dazu.

«Entweder tue ich alles, um meine Gesundheit zu verbessern, oder mein Herz sagt, wann Schluss ist! Wenn sich nichts ändert, werde ich nicht miterleben, wie meine Kinder erwachsen werden, sich verlieben, heiraten und ihre eigenen Familien gründen.» Die Erweiterung der verstopften Blutgefäße lag in den Händen der Ärzte, aber meine Gesundheit musste ich schon selbst in die Hand nehmen. Konnte ich die Verengung der Blutgefäße verlangsamen oder gar zurückdrängen?

Nach den Stent-Operationen wusste ich, dass ich nicht einfach meiner genetischen Veranlagung das Feld überlassen konnte. Also knöpfte ich mir meinen Lebensstil vor. Wohlgemerkt Lebensstil! Denn ich setzte nicht bei der Ernährung oder Bewegung an, sondern bei meinen Prioritäten. Um diese neu zu ordnen, musste ich mein Lebensziel neu definieren. Also kramte ich meine Liste mit persönlichen Zielsetzungen hervor, die ich drei Jahre zuvor aufgeschrieben hatte. Sie wurde zum Kern meiner neuen Lebensweise.

Ich machte mir einen Vierteljahresplan und informierte meine Familie und auch meine Kollegen, damit sie mich unterstützen und darauf festnageln konnten. Unterstützen hieß für mich vor allem, Verständnis dafür zu haben, wenn ich einmal Nein sage. Und genauso brauchte ich die Rechenschaftspflicht, um zu meinen Prioritäten zu stehen und an meinen Zielen festzuhalten. Im ersten Jahr stellten mein Assistent und ich extra eine Tabelle auf, damit meine täglichen Termine nicht mit meinen neuen Grundsätzen kollidierten. Ich wollte mein Leben konsequent umstellen.

Mit der Familie essen bringt Liebe und Lachen auf den Speiseplan! Als Nächstes wollte ich meine Grundeinstellung ändern. Eine positive Haltung ist der Schlüssel zu einem guten Leben, und der Weg dorthin führte über antrainierten Optimismus. Dieser ist für den analytischen Verstand eines Finanzchefs nicht gerade das Natürlichste. Aber ich wurde zunehmend für Dinge dankbar, die ich sonst immer für selbstverständlich gehalten hatte. Der Höhepunkt des Tages bestand für mich darin, beim Abendessen mit meiner Frau und den Kindern den Tag Revue passieren zu lassen. Ich hörte besser zu und merkte endlich, was sie so beschäftigte. Die Neuorientierung brachte mir inneren Frieden und Kraft, und ich sah das Leben mit anderen Augen. Ich nenne das «geistige Nahrung». Normaler-

weise zählen wir nur zur Nahrung, was wir in den Mund stecken, aber mittlerweile bin ich der Meinung, dass wir noch stärker von dem beeinflusst werden, was aus unserem Mund herauskommt, und von den Gedanken, die wir in unseren Köpfen kreisen lassen. Wenn Sie also Ihren Ernährungsplan auf den Prüfstand stellen, sollten Sie auch überlegen, womit Sie Ihre Seele und Ihren Geist füttern.

Ich brachte mich auf den neuesten Stand der Ernährungsforschung und hatte so jede Menge Informationen zur Hand, um die bestmögliche Lösung für mich herauszuarbeiten. Von meinem Sohn bekam ich das Buch «China Study: Die wissenschaftliche Begründung für eine vegane Ernährungsweise» von T. Colin Campbell und fand darin überzeugende Argumente für eine vegane Ernährung. Ab sofort wollte ich mich so ernähren. Das war die erste Umstellung. Der nächste große Schritt war eine strategische Ernährung: Ich fing an, meine Energieversorgung zu steuern. Das lernte ich vor allem aus Jim Loehrs «The Corporate Athlete Advantage» (frei übersetzt: Management ist Hochleistungssport), einem Rundumprogramm für mehr Leistungsfähigkeit im Beruf.

Energiebewusst zu essen hieß, den Blutzucker durch gesunde Imbisse zum richtigen Zeitpunkt zu beeinflussen. Meine Herzkrankheit war ein enormer Energiefresser, und mit einer bewusst gesteuerten Ernährung konnte ich Abhilfe schaffen. Ich konnte mich während der Arbeit länger konzentrieren und hatte weniger Durchhänger. Zu wissen, wie ich den Blutzucker auf einem idealen Pegel halten konnte, war ein kleiner Durchbruch. Meine Gedanken schweiften in Gesprächen nicht mehr ständig ab, weil ich aus den Kaffeepausen Energiequellen machte. «Weniger Koffein und mehr Protein» wurde meine neue Grundregel. Auch meiner Familie fiel die Veränderung auf. Ich kam nicht mehr völlig erschlagen zu

Hause an und ließ mich nicht auf das Sofa plumpsen, sondern hatte genügend Kraft, um mit den Kindern zu spielen und das Familienleben zu genießen.

Anders über Ernährung denken

Unsere Gesellschaft ist von der Ernährung geradezu besessen – sowohl davon, was wir essen, als auch davon, was wir nicht verspeisen. Ganze Fernsehsendungen und unzählige Bücher drehen sich nur um dieses eine Thema, und manchmal kommt es einem so vor, als gäbe es jedes Jahr eine neue Diät, die unser Leben umkrempeln soll.

Dass es in unserer Gesellschaft andauernd ums Essen geht, ist genau das Problem. Dabei ist keine Ernährungsregel für den Gesundheitszustand und die Lebenserwartung besser als diese: «Weniger essen!» Dr. Robert Goods Forschungen bei Mensch und Tier zeigen, dass eine reduzierte Kalorienzufuhr fast alle Komponenten des Immunsystems verbessert. Krankheiten, die auf ein aus dem Gleichgewicht geratenes Immunsystem zurückgehen, lassen sich besser eindämmen. Warum das so ist, darüber streiten die Experten, aber eine mögliche Erklärung ist ein verminderter Kontakt mit freien Radikalen (Toxine, die verheerende Auswirkungen auf Zellen haben und womöglich Krebs und andere Krankheiten hervorrufen).

Wenn Sie beim Essen den Punkt erreicht haben, an dem Sie einen Nachschlag möchten,

schieben Sie den Teller einmal von sich und warten Sie zehn bis fünfzehn Minuten, anstatt sich automatisch die zweite oder dritte Portion zu nehmen. Wenn Sie Ihrem Körper nämlich Zeit zum Verdauen geben, lässt das Hungergefühl für gewöhnlich nach. Außerdem hören Sie genau an der Stelle auf, an der Ihr Energievorrat optimal aufgefüllt ist.

«Eure Nahrungsmittel sollen eure Heilmittel, eure Heilmittel sollen eure Nahrungsmittel sein.»

Hippokrates

Frisch vom Feld auf den Teller

Das einflussreiche Buch «The China Study» von Dr. T. Colin Campell beleuchtet eine umfassende Ernährungsanalyse, welche 1983 startete und von der New York Times als «der Grand Prix der Epidemiologie» bezeichnet wurde. Es handelt sich bei der Studie um ein gemeinschaftliches Forschungsprojekt der Cornell University, der Oxford University und der Chinese Academy of Preventive Medicine, das sich über einen Zeitraum von mehr als zwanzig Jahren erstreckte. Die Autoren der Studie kamen zum Ergebnis, dass Menschen, deren Ernährung auf frischen, nicht weiterverarbeiteten Lebensmitteln beruht und die tierische Proteine und Fette wie in Rindfleisch, Geflügel, Eiern, Fisch und Milch meiden, chronische Erkrankungen gar nicht erst entwickeln oder diese dadurch überwinden

können. Die Forscher empfahlen darüber hinaus eine ausreichende Zufuhr von Sonnenlicht für die Bildung von Vitamin D und Nahrungsergänzung durch Vitamin B12 für alle, die vollständig auf tierische Erzeugnisse verzichten.

Die positiven Effekte einer vegetarischen Ernährung gehen über ein geringeres Risiko für chronische Erkrankungen hinaus. Vielen Experten zufolge kann man dadurch erfolgreich abnehmen und trotzdem satt werden. In ihrem Buch «The Full Plate Diet», auf Deutsch etwa: «Diät trotz vollem Teller», weisen die Verfasser Stuart Seale, Teresa Sherard und Diana Fleming darauf hin, dass der Großteil einer vegetarischen Vollwerternährung sehr ballaststoffreich ist. Warum ist das von Bedeutung? Ballaststoffe erzeugen ein Sättigungsgefühl. Nehmen Sie mehr Ballaststoffe zu sich, verringern Sie damit die Kalorienzufuhr. Sobald Sie weniger Kalorien zu sich nehmen, als Sie im Lauf eines Tages verbrennen, nehmen Sie automatisch ab. Weil Obst, Gemüse, Körner, Bohnen und Nüsse ballaststoffreich und zugleich überall verfügbar sind, ist dauerhaftes Abnehmen eigentlich nur eine Frage des Einkaufs, der Qualität der Produkte, des Speiseplans und der Disziplin, nur dann zu essen, wenn man Hunger hat.

«Wir werden stärker von dem beeinflusst, was aus dem Mund herauskommt und welche Gedanken wir in unseren Köpfen kreisen lassen, als von dem, was wir in den Mund stecken».

Es gibt heutzutage unzählige, widersprüchliche Meinungen über Diäten. Dabei ist es eigentlich ganz einfach: Machen Sie keine Wissenschaft daraus! Halten Sie sich an Vollwert-Lebensmittel, die möglichst gar nicht verarbeitet worden sind!

«Kommt es vom Feld, essen Sie es. Kommt es vom Fließband, lassen Sie es.»

Michael Pollan

Schritte zum Erfolg

Jeden Tag werden wir mit einer Flut von Informationen und Ratschlägen für richtige Ernährung überschwemmt. Machen Sie sich die Sache leichter: Halten Sie sich einfach an den ursprünglichen Plan für Gesundheit und Ausgewogenheit für Körper, Seele und Geist. Folgende Punkte sollen Ihnen dabei behilflich sein:

Ganzheitliche Ernährung: Brians Geschichte hat gezeigt, wie wichtig es ist, sich Ziele zu setzen, um ein erfülltes und außergewöhnliches Leben zu führen. Welche Ziele haben Sie im Leben? Folgen Sie einer Berufung? Spornt es Sie an, ein «Leben in Fülle» zu haben, körperlich, seelisch und geistig?

Frisch auf den Tisch: Gönnen Sie sich zu den Mahlzeiten eine breite Auswahl an Obst und Gemüse. Versuchen Sie es mit rohem Gemüse als Knabberei anstelle von Chips und Keksen. Essen Sie immer einen kleinen Salat zu den Hauptmahlzeiten. Halten Sie sich beim Einkaufen von Obst und Gemüse an die Grundregel: «Je mehr Farbe, desto besser». Farbintensive Früchte, Kräuter, Obst und Hülsenfrüchte stecken voller krankheitsabwehrender Nährstoffe und Mineralien. Kaufen Sie, wenn möglich, «Bio» und informieren Sie sich über die Vorteile der Mehrkosten für Erzeuger und Natur, die von Produkt zu Produkt variieren können.

Nüsse und Körner: Essen Sie mindestens dreimal am Tag Vollkorn. Es gibt eine riesige Auswahl an Produkten. Vollkornlebensmittel haben einen hohen Anteil an Ballaststoffen, Vitamin B und komplexen Kohlenhydraten. Denken Sie auch an moderate Mengen von Nüssen und Samen, die voller gesunder Fettsäuren wie Omega-3 und Omega-6 sowie Vitamin E stecken. Nüsse sind hervorra-

gende Eiweißquellen ohne Cholesterin und gesättigte Fettsäuren, die in tierischen Produkten stecken. Versuchen Sie einmal Reisdrink oder Sojamilch zu Ihrem Müsli und, wenn Sie mutig sind, einen Soja-Burger beim nächsten Grillfest!

Ballaststoffe: Grundsätzlich gilt: Je mehr Ballaststoffe Sie essen, desto mehr werden Sie abnehmen. Wenn Sie den Anteil an Vollkorn erhöhen, bleibt für Kalorienbomben weniger Platz im Magen.

Weniger essen: Weniger zu essen ist die Entscheidung mit der größten Auswirkung auf Ihre Lebenserwartung überhaupt. Wie können Sie diesen Entschluss für sich und Ihre Lieben einfallsreich umsetzen?

• Vielleicht mit kleineren Tellern?

• Indem Sie sich im Restaurant immer einen Rest einpacken lassen?

• Indem Sie zwischendurch weniger oder auch einmal gar nichts essen?

• Indem Sie öfter einmal auf die Kalorienbombe verzichten?

Kochen statt Warmmachen: Es ist fast immer gesünder, selbst zu kochen, als auf fertige oder halbfertige Gerichte zurückzugreifen, die Ihnen eine Zeitersparnis bringen sollen. In Fertiggerichten wird fast immer an den natürlichen Zutaten gespart, um sie – versteckt – durch künstliche Lebensmittelzusätze und Konservierungsstoffe zu ersetzen. Wenn Nahrungsmittel laut Etikett «angereichert» sind, heißt das normalerweise, dass sie durch die Verarbeitung nur noch einen sehr geringen Nährwert aufweisen. Naturreis beispielsweise enthält dreimal so viele Ballaststoffe wie angereicherter weißer Reis, und anders als das angereicherte Weißmehl enthalten Weizenkeime und

Kleie Bestandteile aus dem vollen Korn.

Fangen Sie langsam an: Wenn Sie regelmäßig Fleisch essen oder stark fetthaltige Milchprodukte zu sich nehmen, sollten Sie die Umstellung auf eine gesündere Ernährung schrittweise angehen. Ersetzen Sie anfangs ein oder zwei Lebensmittel mit dem Ziel, rotes Fleisch entweder ganz vom Ernährungsplan zu streichen oder es wie der amerikanische Präsident Thomas Jefferson eher als Beilage oder «Gewürz für das Gemüse» zu verstehen. Sie sollten die Veränderung vor allem dann behutsam angehen, wenn es um die Ernährung Ihrer Familie geht. Sprechen Sie miteinander darüber. Es bringt auf Dauer nichts, Ihren Lieben etwas aufzuzwingen, was ihnen vielleicht nicht schmeckt, nur weil Sie davon überzeugt sind, dass es gesünder ist. Das Ziel muss sein, die Lust am gesunden Essen zu wecken – und zwar aus den richtigen Beweggründen. Nur wenn die Begeisterung von innen kommt, werden Sie und Ihre Familie dem nächsten Fast-Food widerstehen können.

Essen sollte Spaß machen: Gesundes Essen kann genauso gut aussehen und schmecken, auch wenn die Zubereitung mitunter eine gewisse Umstellung bedeutet. In Ihrer Stadtbibliothek gibt es Regale voller Kochbücher, aus denen Sie schmackhafte vegetarische Rezepte wählen können. Im Internet finden Sie Millionen von Anregungen für fleischlose Gerichte. Auch im Bioladen um die Ecke können Sie sich beraten lassen und sich mit allem Nötigen versorgen. Oder Sie machen einen Familienausflug zu einem Bauernmarkt, um die Vorräte aufzufüllen. Die Atmosphäre dort ist anregend, die Nahrungsmittel sind frisch und saisonal, und die guten Preise lohnen meist den Aufwand.

GERLINDE ALSCHER

Gesundheitsmanagerin B. A., Bildungsreferentin Gunzenhausen, D

Neben falscher Ernährung und zu wenig Bewegung zählen auch genetische Veranlagung, Stress, Schlafmangel und bestimmte Medikamente zu den Ursachen von Übergewicht und Fettleibigkeit.

Übergewichtige Kinder – wie weiter?

Wir werden immer dicker!

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind übergewichtig.

In Deutschland werden die Menschen immer dicker – nicht nur die Erwachsenen, sondern auch Kinder und Jugendliche weisen immer mehr Pfunde auf.

15 % der Kinder und Jugendlichen im Alter von 3 –17 Jahren sind übergewichtig. 6,3 % leiden an Adipositas (Fettleibigkeit, in der Umgangssprache auch Fettsucht genannt. Eine Ernährungs- und Stoffwechselkrankheit mit starkem Übergewicht). Damit haben wir fast 2 Millionen übergewichtige Kinder in Deutschland, von denen 800 000 adipös sind. Ähn-

lich präsentieren sich die Zahlen in der Schweiz und in Österreich. Der Anteil steigt mit zunehmendem Alter. Dabei gibt es keine klaren Unterschiede zwischen Jungen und Mädchen oder zwischen den alten und neuen Bundesländern. Ein höheres Risiko für Übergewicht besteht bei Kindern aus sozial benachteiligten Schichten, bei Kindern mit Migrationshintergrund und bei solchen, deren Eltern ebenfalls übergewichtig sind.

Wie entsteht Übergewicht bei Kindern?

Die Neigung zu Übergewicht ist zu einem gewissen Teil genetisch bedingt. Untersu-

chungen zeigen, dass Übergewicht in Familien, in denen Eltern und Großeltern damit zu kämpfen haben, weitaus häufiger vorkommt als bei Kindern, deren Eltern/Großeltern normalgewichtig sind. Kinder, die bereits ein hohes Geburtsgewicht haben, weisen ebenfalls häufiger Übergewicht auf als Kinder mit einem normalen oder niedrigen Geburtsgewicht. Ein Großteil des Risikos für Übergewicht scheint zum Teil schon sehr früh im Leben festgelegt zu werden. Daher ist es wichtig, so bald wie möglich vorzubeugen bzw. einzuschreiten.

Aber auch Schlaf und Stress spielen im Stoffwechsel

Übergewicht bei Jungen und Mädchen in den verschiedenen Altersgruppen. Adipöse sind in den Übergewichtigen enthalten.

des Kindes eine wichtige Rolle. Wer zu wenig schläft, erhöht das Risiko, dick zu werden. Mangelnde Bewegung, unzureichende körperliche Betätigung und ungesunde Ernährung gehören zu den Hauptursachen für die Ent-

stehung von Übergewicht. Zum großen Teil reguliert sich das Gewicht aus der Bilanz zwischen zugeführten und verbrauchten Kalorien. Der Lebensstil in den vergangenen Jahrzehnten hat sich grundlegend verändert. Kinder sitzen immer häufiger und immer länger. In der Schule, zu Hause, bei Freunden, vor dem Computer, der Spiel(e)konsole und dem Fernsehgerät, häufig kombiniert mit Süßigkeiten, Chips und Fastfood. Aber auch Medikamentenkonsum und Essstörungen können zu ungewolltem Übergewicht führen.

Gesundheitliche Folgen Neben den Allgemeinbeschwerden wie verstärktem Schwitzen, schlechter körperlicher Leistungsfähigkeit und

Mangel an Fitness fühlen sich übergewichtige Kinder insgesamt mehr belastet als Normalgewichtige. Zu den gesundheitlichen Folgen zählen erhöhter Blutdruck mit negativen Auswirkungen auf den Blutzuckerspiegel und die Blutfettwerte. Im schlimmsten Fall kann Übergewicht auch zu Herzkreislaufkrankheiten und Diabetes führen. Da die Gelenke ein Vielfaches an Gewicht ertragen müssen, werden sie ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Die Folge sind Haltungsschäden und Verschleißerscheinungen. Übergewicht hat nicht nur körperliche, sondern auch seelische Folgen für die Betroffenen. Übergewichtige Kinder leiden häufig unter Hänseleien

Den Dicken nehmen wir nicht!

Bereits zum dritten Mal schüttelt Mutter Paul wach. Energisch sagt sie: «Nun steh doch endlich auf! Es ist schon kurz nach sieben. Wenn du dich jetzt nicht beeilst, kommst du zu spät zur Schule!» Schläfrig reibt sich Paul die Augen, gähnt und reckt sich. Dann tappt er mürrisch ins Badezimmer. Als er wieder herauskommt, ist es bereits zwanzig vor acht. Wieder einmal reicht es nicht mehr zum Frühstücken. Er muss los. Auf dem Weg zur Schule kommt er an der Bäckerei vorbei und kauft sich – wie so oft – zwei Zuckerschnecken und eine Dose Limonade. Eine Schnecke verzehrt er sofort, die andere ist für die Pause.

Klasse lacht.

«Den Dicken nehmen wir nicht. Wenn der in unserer Riege ist, haben wir gleich verloren»

Die Schule ist aus. Hungrig geht Paul zum Schnellimbiss, bestellt sich einen Burger mit Pommes und Mayonnaise und verschlingt alles in Windeseile. Dann noch ein Becher Cola. Das war wieder ein prima Mittagessen. Als Paul zu Hause ist, schaltet er sofort den Fernseher ein. Nach einiger Zeit steht er auf, reißt eine Tüte Kartoffelchips auf und langt beim Fernsehen eifrig zu. Schon bald ist alles leer. Seinen Durst löscht er mit zwei Gläsern Limonade.

Fernseher. Nebenbei isst er noch zwei Schokoriegel, bevor er dann müde ins Bett fällt. Aber richtig schlafen kann er nicht –morgen ist wieder Schule und Sportunterricht. Am liebsten würde er sich drücken. Hoffentlich steht nicht wieder Stangenklettern auf dem Programm wie beim letzten Mal. Da ist er nämlich als Einziger nicht hochgekommen, und alle haben gelacht.

Endlich die letzte Stunde! Träumend schaut Paul aus dem Fenster. Da erschreckt ihn die Stimme der Lehrerin. Was will sie von ihm? «Wiederhole bitte meine Frage, Paul», fordert sie ihn mit Nachdruck auf. Er schaut sich hilflos um und schweigt. Die

Schließlich kommt Pauls Mutter von der Arbeit nach Hause und bringt für beide eine Pizza mit. Zum Nachtisch gibt es Schokoladenpudding. Nach dem Essen greift Paul zu einem Glas Limonade und landet wieder vor dem Fernseher. Die Frage nach den Hausaufgaben überhört er. Aber die Mutter besteht darauf. Lustlos macht er sich an die Arbeit.

Den Rest des Abends sitzt Paul mit seiner Mutter vor dem

Mit gemischten Gefühlen geht Paul am nächsten Tag zum Turnen. Es werden zwei Riegen für Wettspiele gewählt. Ihn will keiner, und er bleibt bis zuletzt übrig. «Den Dicken nehmen wir nicht. Wenn der in unserer Riege ist, haben wir gleich verloren», protestiert Thomas, als Paul zum Schluss seiner Riege zugeordnet wird. Tatsächlich: Als Paul an der Reihe ist, springt ihm der Ball weg und rollt weit fort. Bevor er ihn schließlich zurückgeholt hat, ist seine Riege in uneinholbaren Rückstand geraten und verliert. Was muss er sich für Vorwürfe anhören! Beim nächsten Spiel täuscht Paul Schmerzen im Fußgelenk vor und darf aussetzen.

und Minderwertigkeitskomplexen. Sie werden aus Gruppen ausgeschlossen und im Sportunterricht veräppelt. Bereits sechsjährige Kinder assoziieren mit der Silhouette eines dickleibigen Kindes Eigenschaftswörter wie «faul, dreckig, dumm und unansehnlich». Deshalb kann Übergewicht bei Kindern zu Depressionen und Essstörungen führen.

Empfehlungen zur Vorbeugung

Mit gesunder Ernährung und Bewegung kann man bereits

Die Grundlage für ein gesundes Essverhalten wird zu Hause gelegt. Kinder orientieren sich am Vorbild der Eltern. Sobald wie möglich gilt es die Kinder für Obst, Gemüse und Sport zu begeistern.

Langfristige Folgen von Übergewicht:

• Herz-Kreislauf-Krankheiten wie Herzinfarkt oder Schlaganfall, Zuckerkrankheit Diabetes mellitus, verschiedene Krebsarten.

• Skeletterkrankungen, das Schlaf-Apnoe-Syndrom, Erkrankungen des Magen-Darm-Traktes, hormonelle Störungen sowie ein erhöhtes Operations- und Narkoserisiko.

• Psychosoziale Konsequenzen (Depression und Ängstlichkeit, soziale Diskriminierung, Selbstwertminderung).

früh im Leben das Schicksal der Kinder verändern. Dies bedeutet Achtsamkeit bereits im Babyalter, aber eben auch in Kindergarten und Schule.

Ernährung

Vollkornprodukte, Obst und Gemüse stellen die Grundlage für ein optimales Ernährungsprogramm dar.

In Vollkornprodukten wie Hafer, Reis, Gerste, Hirse, Vollwertbrötchen und Vollkornnudeln finden sich wertvolle Kohlenhydrate – kombiniert mit einer Vielzahl an B-Vitaminen. Sie liefern die Kraftstoffe für gute Nerven und hohe Leistungsfähigkeit. Auch in Kartoffeln finden sich komplexe Kohlenhydrate für die gesunde Basis unserer Ernährung. Dass sie dick machen, ist ein Mythos. Nur bei extremem Kalorienüberschuss wandelt sie der Körper in Fett um. Kohlenhydrate sind der beste Brennstoff für den Körper, sie brauchen weniger Sauerstoff bei der Verbrennung als Fett – das macht leistungsfähiger. Kohlenhydrate enthalten keinen Stickstoff wie Eiweiß und verursachen deshalb weniger Abfallprodukte – das macht effizienter. Vollkorn und Kartoffeln sind fettarm und cholesterinfrei, also ideal für die gesunde Ernährung. Vitamine, Mineralstoffe, Ballaststoffe und sekundäre Pflanzenstoffe finden wir in großen Mengen besonders im Gemüse, das oft im Gegensatz zu Obst vernachlässigt wird. Täglich 5 Portionen Obst und Gemüse (1 Portion = eine Handvoll) decken den notwendigen Bedarf an Vitalstoffen und beugen vielen Krankheiten vor. Obst und Gemüse ist fett- und cholesterinarm und trägt damit zu einer gesunden Regulierung des Körpergewichts bei.

Ergänzt werden sie durch Hülsenfrüchte, Nüsse, Samen und Fleischalternativen. Milchprodukte – Joghurt und Quark (auf Fettgehalt achten!), alternativ Soja- oder Mandelmilch –runden den Speiseplan ab. Bei Fetten, Ölen, Naschwerk und

Salz gilt es Zurückhaltung zu üben. Achten Sie insgesamt bei der Nahrungsmittelauswahl auf viel Abwechslung. Bei der einzelnen Mahlzeit sollte die Auswahl jedoch begrenzt sein. Und noch eines: Essen Sie in Gemeinschaft mit Freude und Dankbarkeit.

Mehr Bewegung

Neben einer gesunden Ernährung spielt die Bewegung eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung und Verminderung von Übergewicht. Eltern sollten versuchen, ihre Kinder spielerisch zu mehr Bewegung anzuspornen. Alles, was Spaß macht, ist hier angesagt. Ausflüge, Wanderungen, Bewegungsspiele, Gemeinschaftsaktionen, das alles trägt dazu bei, überflüssige Pfunde erst gar nicht entstehen bzw. wieder purzeln zu lassen. Aber auch das Ausprobieren von verschiedenen Sportarten im Verein kann helfen, die Lieblings-Sport- oder Bewegungsart zu finden. Des Weiteren gilt es eine Vorbildfunktion im Alltäglichen zu übernehmen. Kinder lernen am Modell der Eltern. Treppensteigen statt Aufzug, Fahrradfahren statt Auto. Evtl. lässt sich der Weg zu Kindergarten und Schule zu Fuß oder mit dem Rad zurücklegen. Damit würde sich ganz automatisch ein tägliches und regelmäßiges Bewegungsprogramm einstellen.

Selbstwertgefühl stärken Fehlende Zuwendung, Stress und Leistungsdruck sind oftmals Auslöser für Übergewicht bei Kindern. Deshalb sollten Eltern darauf achten, ihren Kindern bewusst Aufmerksamkeit und Zeiten der Entspannung zu schenken. Da das Übergewicht auch häufig Auslöser für Minderwertigkeitskomplexe ist, sollten Eltern versuchen, das Selbstwertgefühl zu stärken. Anerkennung, Lob und das Bewusstmachen von Stärken unterstützen Kinder im Kampf gegen die überflüssigen Pfunde.

Schriftstellerin

Alsbach, D

Zu viel und weg damit?

«Iss deinen Teller leer!»

Dieser Satz klingt mir noch heute in den Ohren. Meine Mutter hatte als Kind nie genug Essen bekommen. Auch in den Kriegsjahren und danach musste sie oft hungern. Für sie war es eine Sünde, Essbares einfach wegzuwerfen. Sie hasste die Verschwendung.

Als meine Eltern 1946 in einem zerbombten Haus Unterschlupf fanden, sammelten sich versprengte Familienangehörige in dieser Zuflucht. Monatelang musste meine Mutter 20 Personen durchfüttern, doch wovon? Die Tagesarbeit bestand meist darin, Essen zu «organisieren», was immer dies damals hieß. Samstags stieß dann meist ein amerikanischer Soldat zur Familie. Bill gehörte auch zu unserer Kirchengemeinde. Er besuchte gern die improvisierten Gottesdienste in der dachlosen Ruine und genoss das anschlie-

ßende gemeinsame Mittagessen.

herausgeschnitten. Brot ist trocken und hart geworden? Das landet in der Brotsuppe. Bananen sind braun und überreif? Ab in die Bananenmilch!»

Monatelang musste meine Mutter 20 Personen durchfüttern, doch wovon?

Eines Tages brachte er ein ganzes Kilo Butter mit. «Ich habe so oft mit euch gegessen, heute möchte ich euch auch einmal etwas Gutes tun», sagte er. Meine Mutter jubilierte und überlegte schon, wie viele Kartoffeln, Kohlköpfe und Kohlen sie für diese Kostbarkeit eintauschen könnte. Bill verschwand mit der Kostbarkeit in der Küche und werkelte dort eine Weile herum. Dann kam er mit strahlenden Augen heraus und präsentierte einen Riesentopf – Popcorn! Er konnte nicht verstehen, weshalb meine Mutter in Tränen ausbrach, auch wenn von der Butter noch ein großes Stück übrig geblieben war.

Kein Wunder, dass sie uns einen gesunden Respekt vor Nahrung eingepflanzt hatte: «Der Apfel hat eine braune Stelle? Messer her, die Stelle wird

Heute noch fällt es mir schwer, die Sitten anderer Völker zu tolerieren, bei denen es als unfein gilt, den Teller ratzeputz leer zu essen. Ich kann auch nicht begreifen, warum unsere Nachbarn Obst, Gemüse und Brot in den Müll werfen. In den größeren Städten durchwühlen hungernde Menschen die Container und sind dankbar für ein paar Happen, mit denen sie das ärgste Magenknurren besänftigen können. Deshalb beeindrucken mich die Initiativen «Tafel», «Foodsharing» und andere, die sich über Facebook oder soziale Netzwerke austauschen. Die Helfer holen abends das unverkaufte Brot, Obst und Gemüse von Supermärkten ab und verteilen die Nahrung an Menschen, die es nötig haben.

Unser Schöpfer geht verschwenderisch mit seinen Gaben um. Dafür dürfen wir dankbar sein. Das zeigt sich auch in einer gut durchdachten Haushaltung. Mit etwas Planung und Fantasie können wir vermeiden, dass Essbares im Müll landet. Reste von einer früheren Mahlzeit kann man lecker aufpeppen. Es muss nicht immer die «Rumfort-Suppe» sein (alles, was rumsteht und fort muss). Mit Käse überbacken kann man fast alles zum Schmecken bringen. Und ein Auflauf bietet so manchem übrig gebliebenen Gemüse Asyl. Garniert mit Kirschtomaten und Kräutern liefert er uns eine Augenweide und duftet –vielleicht nach Basilikum?

MAG. ESTHER NEUMANN

Ernährungswissenschaftlerin Wien, A

Kann man Gesundheit essen?

Das Baby ist gesund zur Welt gekommen. Die Mutter hat sich in der Schwangerschaft bestens auf dieses Ereignis vorbereitet und stillt das kleine Wesen liebevoll.

Was ist denn an der Muttermilch so toll?

Sie hat genau die richtige Zusammensetzung, damit Körper, Gehirn und Seele dieses winzigen Menschleins bestens versorgt werden. Nicht so viel Eiweiß wie in der Kuhmilch, aber viel Cholesterin und Omega-3-Fettsäuren für das Wachstum des Gehirns und der Nerven, die richtige Menge an Zuckerarten und Enzymen zur Verdauung. Man höre und staune: Opiate zur Beruhigung. Das Baby wird im wahrsten Sinne des Wortes «gestillt». Es schläft

nach dem Trinken tief und fest, damit sich die Mutter von der Geburt erholen kann. Man könnte seitenweise über die Vorzüge der Muttermilch schreiben. Es ist der beste Start von Anfang an. Wir wollen hier innehalten und uns einige Gedanken über die Ernährung der größeren Kinder und der Erwachsenen machen.

Warum essen wir überhaupt?

• Essen macht satt und beruhigt – das erfahren wir vor allem bei unseren Kleinsten.

• Es macht Spaß, nicht nur den

Kindern, auch uns Erwachsenen.

• Wir essen aus Langeweile und Esserlebnis – vor dem Fernseher wird (zu) viel genascht.

• Wir essen aus Tradition und Gemeinschaft, etwa Truthahn zu «Thanksgiving».

• Oft essen wir aus Frust, wegen Liebeskummer, als Trost, wegen Verlusten und Trennungen, vor Prüfungen.

• Und wir essen natürlich, um unserem Körper alle notwendigen Nährstoffe zuzuführen.

Selten essen wir, weil wir Hunger haben. Dann würden wir wahllos alles essen. Wir essen meistens, weil wir Lust auf etwas verspüren oder es ganz einfach Zeit zum Essen ist.

Nährstoffe: Kohlenhydrate, Fette, Eiweiße

Ein Großteil unserer Ernährung besteht im Regelfall aus Kohlenhydraten. Das sind also Kartoffeln, Brot, Reis, Nudeln, Müsli. Sie stecken auch in Süßigkeiten und Kuchen. Die Kohlenhydrate, die uns die Pflanzen liefern, sind für sie Reservestoffe. Und die wiederum sind aus lauter Glukosemolekülen zusammengesetzt. Unser Gehirn und unsere roten Blutkörperchen sind von Glukose abhängig. Auch unsere Stimmung ist es. Eine Diät ohne Kohlenhydrate halten wir nicht lange aus. Wir werden depressiv. Italiener essen viel «Pasta». Sie sind fröhliche, impulsive Menschen. Bei ihnen gibt es die niedrigste Selbstmordrate in der EU, und das nicht nur wegen der vielen Sonnentage. Auch Fette sind sehr wichtig. Sie sind immer Mischungen aus Fettsäuren (FS), die verschiedene Eigenschaften aufweisen. Wir kennen die gesättigten FS, die keine sogenannten Doppelbindungen enthalten. Der Körper könnte sie auch aus Kohlenhydraten herstellen. Die ungesättigten FS mit ihren Doppelbindungen sind teilweise essentiell. Das heißt, der Körper kann sie nicht selber herstellen. Sie müssen mit der Nahrung aufgenommen werden. Die gesättigten FS liefern uns vor allem Energie. Die ungesättigten zwar auch, aber wir brauchen sie für viel wichtigere Aufgaben. In unserer Gehirnsubstanz sind neben Cholesterin viele ungesättigte FS eingebaut. Unsere Nerven werden mit ungesättigten FS isoliert. Und in unserer Netzhaut im Auge sind ebenfalls viele davon eingebaut. Ungesättigte FS erhalten wir aus Pflan-

zenölen, Sämereien, Nüssen, Avocado, Chiasaat etc. Der dritte große Nährstoffblock, den wir brauchen, sind die Eiweiße oder Proteine. Die kleinsten Bausteinchen dafür sind die Aminosäuren. Proteine brauchen wir vor allem zum Aufbau der vielen Millionen Zellen, für Hormone und Enzyme und Bestandteile der Immunabwehr. Ein Eiweißüberschuss, den wir leicht durch einen zu hohen Verzehr an Fleisch und Milchprodukten erreichen, führt zur Leber- und Nierenbelastung. Es werden vermehrt tumorfördernde Substanzen erzeugt. Auch das Bindegewebe wird überlastet. Da es keinen eigentlichen Eiweißspeicher gibt, wird der Überschuss unter anderem dort abgelagert.

Gehirnnahrung

Unsere Gehirnfunktionen werden durch Neuronen, das sind Gehirn- und Nervenzellen, gesteuert. Damit diese funktionieren, stellt das Gehirn selber Neurotransmitter, das sind Botenstoffe, her. Wir kennen etwa 200 von ihnen. Stimmungen und Gefühle werden von ihnen beeinflusst. Steht dem Gehirn z. B. viel vom Botenstoff Serotonin zur Verfügung, können sich Körper und Seele entspannen. Damit das Gehirn aber Serotonin herstellen kann, braucht es alle «Baustoffe». Diese erhält es aus der Nahrung. Der wichtigste «Baustoff» ist Tryptophan. Diese Aminosäure ist ein Eiweißbaustein, der in unserer täglichen Ernährung vorkommt. Das Tryptophan gelangt umso besser ins Gehirn, je kohlenhydratreicher unsere Nahrung ist. Damit ist aber nicht der raffinierte Zucker gemeint, der ja auch ein Kohlenhydrat darstellt, sondern es sind die komplexen Kohlenhydrate wie eben in Teigwaren, Reis und Kartoffeln. Die Kohlenhydrate lassen den Blutzuckerspiegel und damit den Insulinpegel im Blut ansteigen. Das Insulin transpor-

tiert aber auch Aminosäuren. Es bindet bevorzugt zuerst die anderen Aminosäuren. Tryptophan bleibt übrig und kann ungehindert ins Gehirn gelangen. Je mehr Tryptophan ins Gehirn gelangt, desto mehr stimmungsaufhellendes Serotonin kann es herstellen, desto besser können wir uns entspannen. Jetzt wissen wir auch, warum Diäten ohne Kohlenhydrate zu Depressionen führen können.

Chia-Samen enthalten 10 Mal mehr Omega-3 als Lachs, 9 Mal mehr Antioxidantien als Orangen, 4 Mal mehr Eisen als Spinat, 5 Mal mehr Calcium als Vollmilch, 15 Mal mehr Magnesium als Brokkoli und 4 Mal mehr Ballaststoffe als Leinsaat. Weiterhin sind in den Chia-Samen Vitamin A und B, Kalium, Bor, Zink, Folsäure sowie lebenswichtige Aminosäuren enthalten.

SMS für eine optimale Ernährung

• Viel rohes Obst und Salate liefern Vitamine und Mineralstoffe für unsere Enzyme.

• Reichlich Kohlenhydrate und Tryptophan sorgen für eine gute Stimmung. Tryptophan finden wir in Tofu, Kürbiskernen, Sesam, Mandeln, Hülsenfrüchten.

• Omega-3-Fettsäuren (Linolensäure) erhalten wir von Nüssen, Lein-, Hanfund Rapsöl. Sie sorgen für gute Nerven und für das Gedächtnis.

• Zurückhaltung bei Milchprodukten und Fleisch, um den Stoffwechsel zu entlasten.

• Dankbarkeit und eine gute Stimmung beim Essen fördern die Verdauung.

Lebensmittel mit viel Tryptophan

Die höchsten TryptophanQuellen finden wir in der grünen Mungbohne, in Sojabohnen und in der Augenbohne. Tofu enthält auch viel Tryptophan. Alle Nüsse gehören dazu, vor allem die Cashewnuss. Sonnenblumenund Kürbiskerne versorgen uns damit.

Wie wäre es mit einem Aufstrich aus Tofu und gemahlenen Kürbiskernen, gut gewürzt mit Zwiebeln, Knoblauch und Kräutern?

Eine abwechslungsreiche, gesunde Vollwerternährung, mit wenig bis gar keinem Fleisch, ist die beste Voraussetzung für eine ausgeglichene Gemütslage, für beste Hirnfunktionen und «gesunde» Nerven.

Vitamine und Mineralstoffe

Probleme mit tierischem Eiweiß

100 g Tofu

Tryptophan finden wir aber auch in Getreide, Hirse, Haferflocken, Quinoa und Bananen. Ein Müsli mit Getreide, Nüssen, Bananen und Sojamilch versorgt uns daher reichlich mit Tryptophan.

Tofu-Kräuteraufstrich

100 g geröstete Kürbiskerne, gemahlen

1 kleine Zwiebel, gehackt

1 Handvoll Kräuter, gehackt

2 EL Rahm Salz

Tofu mit einer Gabel fein zerdrücken und alle übrigen Zutaten gut daruntermischen.

Nervenwürze

30 g Walnüsse

30 g Chiasaat

30 g Sesam

30 g Leinsamen

30 g Sonnenblumenkerne

Alle Zutaten mahlen, gut mischen, fertig ist die Nervennahrung. Kann ins Joghurt, ins Müsli, in Salate und Suppen gemischt oder einfach übers Butterbrot gestreut werden. und

Damit das Tryptophan aber auch richtig verarbeitet werden kann, braucht es Mineralstoffe und Vitamine aus der B-Gruppe, besonders B6. Das kommt vor allem in den Getreidearten – im Vollkorngetreide – vor. Folsäure brauchen wir ebenfalls, damit unsere Spannkraft und Vitalität erhalten bleibt. Wir finden sie im Blattgemüse, auch in Früchten wie Kirschen, Mangos und Orangen. Die Folsäure wirkt mit dem Vitamin B12 zusammen. Dieses kommt fast nur in Milchprodukten und Fleisch vor. Darum müssen Menschen, die solche Produkte ablehnen, ganz besonders auf ihren Vitamin B12 Status achten. Ein B12 Mangel kann zu Depressionen führen. Vitamin C ist auch im Zusammenhang mit der «Nervennahrung» sehr bedeutend. Es kommt im Sanddorn, in Hagebutten und rohem Obst und Gemüse vor. Der Sanddorn ist übrigens eines der wenigen pflanzlichen Erzeugnisse, die auch Vitamin B12 enthalten. Wenn wir eine Sanddornbeere genauer betrachten, finden wir kleine, braune Punkte darauf. Das sind Mikroorganismen, die in Symbiose mit dem Sanddorn leben und für ihren Stoffwechsel selber Vitamin B12 produzieren.

Es gibt auch Lebensmittel, die Serotonin enthalten, wie Tomaten, Bananen, Kiwis und vieles mehr. Aber dieses Serotonin kann die Blut-Hirn-Schranke nicht passieren. Daher muss es das Gehirn für das Zentralnervensystem selber herstellen. Serotonin ist auch zuständig für die Motorik des Magen-Darm-Kanals, für den Augeninnendruck, die Blutgerinnung und etliche andere Funktionen.

Tierisches Eiweiß hemmt den Transport von Tryptophan ins Gehirn. Es liefert sehr viele Aminosäuren, die den Transportweg ins Gehirn für Tryptophan verstopfen. Leider entstehen durch den Konsum von Fleisch auch andere Probleme. Deshalb wird immer häufiger empfohlen, viel Fisch zu essen. Doch findet sich mittlerweile in beinahe allen Fischen Quecksilber und oft auch Blei aus Industrieanlagen. Auch Fischbestände aus Orten weit weg von der Industrie sind durch die Wasserverschmutzung und Seefracht belastet. Das Problem der Schadstoffanreicherung im Fleisch ist sehr groß. Das soll am Beispiel von DDT (Dichlordiphenyltrichlorethan – ein Insektizid) gezeigt werden. Im Wasser sind etwa 0,02 ppm enthalten. Die Wasserpflanzen reichern es durch ihren Stoffwechsel an und kommen auf etwa 5 ppm. Pflanzenfressende Fische verzehren die Wasserpflanzen. In ihren Fettzellen wird DDT angereichert und kaum mehr ausgeschieden. Es kommt zu einer Anreicherung von etwa 40 – 300 ppm. Werden die Fische von Fleischfressern gefressen, steigert sich die Anreicherung je nach Lebensdauer der Fische bis auf 2500 ppm. Geht die Nahrungskette weiter und wird Fischmehl an Hühner oder Kühe verfüttert, nimmt die Anreicherung weiter zu, bis im Menschen, der Fleisch verzehrt, die höchste Anreicherung zu finden ist. Muttermilch stellt dann die Spitze dar.

Eine abwechslungsreiche, gesunde Vollwerternährung mit wenig bis gar keinem Fleisch verbürgt eine ausgeglichene Gemütslage, beste Hirnfunktionen und eine gute Gesundheit. Man kann Gesundheit tatsächlich essen! Das Gegenteil trifft aber leider auch zu. Natürlich ist die Ernährung nur ein Baustein für eine gute Gesundheit.

ROLF NUSSBAUMER

Drogist, Pflegefachmann Psychiatrie HF, Leitung der Schule für christliche Gesundheitsund Lebensberatung www.cghschweiz.ch

Herisau, CH

Phytotherapie

Die Phytotherapie ist eine Wissenschaft, die sich mit der Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten durch Pflanzen, Pflanzenteile und deren Zubereitungen befasst. Phytotherapeutika sind pflanzliche Heilmittel, die aus genau definierten Pflanzenteilen oder aus deren Zubereitungen bestehen.

Im 19. Jahrhundert ...

... gelang es durch die Chemie, pflanzliche Wirkstoffe teilweise zu isolieren und die in der Volksmedizin gemachten Erfahrungen vereinzelt auch zu bestätigen. Aus diesen Erfahrungen heraus entwickelte sich die pharmazeutische Industrie. Es gelang nun, für die Mediziner immer mehr pflanzliche Stoffe verfügbar zu machen. Beispiel: Die Entdeckung des Wirkstoffes aus der Weidenrinde führte zum «Bestseller» Aspirin©. Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass viele pflanzliche Mittel in den Hintergrund gedrängt wurden. Dennoch gilt es zu bedenken, dass bei einem beachtlichen Teil der heute angewendeten Medikamente pflanzliche Stoffe immer noch die Grundlage bilden. Viele von ihnen können heute jedoch synthetisch hergestellt werden.

Zu Beginn des 20. Jahrhunderts ...

... entwickelte sich die heutige Phytotherapie. Der eigentliche Begründer des Begriffes war ein französischer Arzt namens Henry Leclerc (1870–1955). In jener Zeit wuchs nämlich auch die Einsicht, dass die Wirkung der ganzen Pflanze mehr sein musste als nur die Summe ihrer Einzelteile.

Phytotherapie

Von Phytotherapie im eigentlichen Sinn wird dann ge-

sprochen, wenn die ganze Pflanze oder einzelne Bestandteile (beispielsweise Blüten, Blätter, Wurzel, Samen) angewendet werden.

HEilkräftE

Ein Praxishandbuch

und Wurzeln von Pflanzen die Grundstoffe für unzählige Heilmittel Bis heute spielen pflanzliche Wirkstoffe für die Herstellung von Medikamenten und bei vielen Therapien eine zentrale rolle. ieses kompakte und praktische Handbuch stellt anschaulich und leicht verständlich rund 200 Heilpflanzen vor. Es beschreibt nicht nur ihre spezifischen Wirkungen auf rankheiten und leiden, sondern zeigt auch sinnvolle und praktische anwendungen für Prävention und

Die am weitesten verbreitete Anwendungsform ist der wässrige Teeauszug. Mit den Tinkturen, Sirupen und Frischpflanzensäften gibt es weitere Möglichkeiten, pflanzliche Mittel zuzuführen. Aber auch der gezielte Einsatz von Heilpflanzen in Form von Wickeln, Inhalationen, Salben, standardisierten Fertigpräparaten etc. gehört in den Bereich der Phytotherapie.

JOrGE d PaMPlOna-rOGEr ist arzt, Chirurg und Experte in Gesundheitswissenschaften. durch seine berufliche tätigkeit als Chirurg hat er den menschlichen körper sowohl von innen als auch von außen genau kennengelernt. Und mit seiner weitreichenden Erfahrung auf dem Gebiet der Gesundheitspflege versteht er es ausgezeichnet, wissenschaftliche Erkenntnisse darzulegen und zu vermitteln, indem er komplizierte Sachverhalte leicht verständlich erklärt. dr. Pamplona-roger ist ebenfalls autor der Enzyklopädie der Heilpflanzen und der Enzyklopädie der Nahrungsmittel und ihrer Heilkraft die in verschiedene Sprachen übersetzt wurden und zusammen mit weiteren titeln im spanischen Verlag Safeliz erschienen sind.

Ergänzung oder Alternative?

Ich meine, dass viele Phytotherapeutika als Ergänzung oder zur Unterstützung von chemischen Mitteln eingesetzt werden können. Andere lassen sich vereinzelt auch als Alternative zu diesen verabreichen. Mit anderen Worten ausgedrückt: Mit Phytotherapeutika können therapeutische Lücken teilweise geschlossen, aber auch ergänzende Möglichkeiten angeboten werden. Sie eignen sich, je nach Fall, für die Vorbeugung, die Linderung, aber auch für die Behandlung von Krankheiten, und zwar für akute wie chronische. Ich bin überzeugt davon, dass durch den gezielten und kompetenten Einsatz von Phytotherapeutika in gewissen Fällen auf Medikamente verzichtet werden kann.

«Heilkräfte der Pflanzen», dieses kompakte Praxishandbuch stellt anschaulich und leicht verständlich rund 200 Heilpflanzen vor. Es beschreibt nicht nur deren spezifische Wirkungen auf bestimmte Krankheiten und Leiden, sondern zeigt auch sinnvolle und praktische Anwendungen auf – sowohl innerlich als auch äußerlich.

384 Seiten laminierter Kartoneinband Fadenbindung

Format 20,5 x 27 cm durchgehend farbig illustriert CHF 68.– / € 49.–www.advent-verlag.ch / +41 33 654 10 65 www.toplife-center.com / +43 1 2294 000

Auszug aus «Phytotherapeutika», Rolf Nussbaumer. Sie können einen ausführlichen Artikel des Autors als PDF unter redaktion@lug-mag.com kostenlos bestellen.

Dr. J. D. PamPlona-roger

Fachfrau Gesundheit, Gesundheitsberaterin

Krattigen, CH

Gesichtspflege

Masken in allen Farben – aber nicht für die «Fasnacht»!

Das waren noch Zeiten, als man erstmals über eine Drahtverbindung mit einer Person direkt sprechen konnte! Die Stimme ist meist unverkennbar. Der Tonfall und die Art, wie gesprochen wird, verraten einiges über den Gemütszustand des Gegenübers. Heute sind wir dank Skype und anderen technischen Wunderdingen in der Lage, auch das Gesicht des Gesprächspartners zu sehen. Die Kommuni-

kation ist bereichert worden. Glück und Traurigkeit, Heiterkeit und Furcht, Ruhe und Unfrieden, Vergnügen und Schmerz sind in einem Gesicht zu lesen. Auch Gesundheit und Leiden sind sichtbar. Ist die Gesichtshaut intakt, geschmeidig und gepflegt, fühlt sich der Mensch wohl. In diesem Artikel erhalten Sie einige einfache Tipps, wie Sie sich in Ihrer Haut wohl fühlen können.

Das Medikament wird aus einem lähmenden Gift hergestellt und unter die Gesichtshaut gespritzt. In geringen Dosen angewandt, entspannen sich die Muskeln, mit denen die Stirn gerunzelt wird. Gesichtsfalten werden auf diese Weise geglättet. Das Medikament schränkt aber auch die Ausdrucksfähigkeit ein, weil Gesichtsmuskeln gelähmt werden. Falten, die durch Hautalterung entstanden sind, verschwinden mit Botox nicht. Viele Scharlatane preisen ihre Dienste an. Botox sollte nur durch Gesichts-Chirurgen, Hautärzte und Neurologen verabreicht werden. Die Wirkung hält nur 4 bis 6 Monate an. Während Schwangerschaft und Stillzeit und bei gleichzeitiger Einnahme von verschiedenen Medikamenten (Antibiotika, blutdrucksenkend und blutgerinnungshemmend) ist große Vorsicht geboten. Gravierende Nebenwirkungen sind bekannt.

Botox

Das tut gut

Die Reinigung der Haut ist wichtig, um Schmutz zu entfernen, Feuchtigkeit zuzuführen und die Zellen zu nähren und zu erhalten. Die Gesichtshaut wird arg strapaziert, da sie den Umwelteinflüssen ungeschützt ausgesetzt ist.

• Reinigungsmilch oder Spezialseife helfen besonders bei fettiger Haut.

• Feuchtigkeitscremen nach der Reinigung auftragen.

• Gurkenscheiben (enthalten viel Wasser) direkt auf die Gesichtshaut legen.

• Teebaumöl wirkt entzündungshemmend und regeneriert die Haut. Es wird 2–3 Mal täglich mit den Fingerkuppen auf Hautflecken verteilt. Ebenso Zitronensaft.

• Nährende Cremen mit pflanzlichen Extrakten, Eiweiß, Vitaminen und Mineralien kräftigen die Zellen.

• Gesichtsmassage (Cremen und Lotionen werden danach besser aufgenommen).

• Positives Denken.

Das schadet

• Rauchen (Nikotin verengt die Arterien und behindert die Durchblutung).

• Alkohol und Drogen.

• Zu wenig trinken.

• Ungesunde Ernährung.

• Verdauungsstörungen.

• Make-up verstopft die Poren der Haut und behindert die nötige Atmung (unbedingt vor dem Schlafengehen entfernen).

• Zu viel Sonne.

• Bestimmte Medikamente erhöhen die Lichtempfindlichkeit und begünstigen Sonnenbrand und schlussendlich Hautkrebs.

• Negative Gedanken, seelische Anspannung und Stress bewirken, dass sich die Gesichtsmuskeln zusammenziehen. Dies verschlechtert die Durchblutung der Haut und lässt sie früher altern.

Gesichtsmasken in allen Farben

Die unterschiedlichen Zutaten mischen, auftragen und 15–30 Min. einwirken lassen. Danach mit Papiertaschentüchern abheben, das Gesicht mit warmem Wasser waschen und trockentupfen. Bei Rezepten mit Mehl eignet sich Hafermehl am besten. Nach Möglichkeit biologisch angebaute Früchte und Gemüse verwenden.

Grün

Petersilie

Das Küchenkraut feinhacken, mit trockenem Quark und nach Bedarf mit etwas Mehl vermengen.

Avocado-Maske

½ reife Avocado zerdrücken, 1 TL Zitronensaft, 1 Eiweiß.

Orange

Rüebli-Maske

Zwei Karotten feinreiben, weichkochen, pürieren, 1 EL Honig, 1 EL Olivenöl, 1 TL Zitronensaft.

Papaya-Maske

100 g Papaya, ½ Avocado pürieren, 1 TL Olivenöl, 1 TL Honig, 1 Eigelb.

Gelb

Bananen-Maske

1 Banane mit der Gabel zerdrü-

cken, 2 EL Rahm, 1 EL Honig, 1 EL Mehl, 4 Tropfen Rosenwasser.

Kürbis-Maske

4 EL gekochter Kürbis (z. B. Butternut), 1 EL Honig, 1 EL Rahm.

Braun

Kakao-Maske

½ Tasse dunkles, entöltes Kakaopulver, 3 EL flüssiger Honig, 3 EL Rahm, 2 EL Mehl.

Schokolade-Maske

20 g Zartbitterschokolade im Wasserbad schmelzen, 1 TL Mandeloder Sonnenblumenöl.

Weiß

Agar-Maske

1 Messerspitze Agar-Agar-Pulver, 1 Eigelb, 1 TL Honig, evtl. etwas Wasser.

Quark-Maske

3 EL Quark, 2 EL Joghurt natur, 1 Eigelb, 15 Tropfen Olivenöl.

Rot

Erdbeer-Maske

5 frische, mittelgroße Erdbeeren mit der Gabel zerdrücken, 1 TL Rahm oder Joghurt, 2 TL Honig.

Tomaten-Maske

1 Tomate mit 1 TL Honig pürieren, evtl. etwas Mehl beifügen.

STEPHAN FREIBURGHAUS

Chefredaktor «Leben und Gesundheit»

Peter Regli –Experte für Leistung und Energie

Sie sind als Experte für «Leistung & Energie» bekannt. Was muss man sich darunter vorstellen?

Damit beziehe ich mich auf zwei entscheidende Dinge des Lebens: Leistung steht für die Verbesserung der körperlichen Verfassung, also Gesundheit und Fitness. Energie zielt auf ein umfassenderes Gesundheitsmanagement für Menschen und Unternehmen ab. Energie habe ich dann, wenn ich nicht nur körperlich fit bin, sondern auch Arbeit, Familie und das eigene Ich im Gleichgewicht sind.

Das NEWSTARTPlus© Schwerpunktthema dieser Ausgabe von «Leben und Gesundheit» lautet «Ernährung». Gesunde Ernährung – gibt es das

überhaupt? Oder nach dem Haupttitel gefragt: «Kann man Gesundheit essen»?

Gesundheit kann man genauso wenig essen wie Intelligenz oder Kraft. Auch wenn uns durch Trends wie «Superfoods» und Co. das Gegenteil vorgegaukelt wird. Um gesund zu bleiben, muss ich aktiv etwas tun. Die Ernährung spielt dabei eine wichtige, aber nicht die einzige Rolle. Wie eine gesunde Ernährung aussieht, ist außerdem sehr individuell, weil wir alle einen anderen Stoffwechsel oder auch manchmal Unverträglichkeiten haben. Die Bedürfnisse und Vorlieben unterscheiden sich dementsprechend stark. DIE richtige Ernährung für alle gibt es nicht. Gesund ist das Essen dann, wenn ich alle wichtigen Nähr-

stoffe aufnehme, die ich benötige. Und selbstverständlich soll es auch gut schmecken.

Gute Vorsätze – wer hat sie nicht? Wie gelingt es, die guten Vorsätze – z. B. einer gesunden Ernährung – beständig und nachhaltig umzusetzen?

Mit dem Bedürfnis, «etwas zu tun», ändert sich nichts. Keiner wird bei einem bloßen Vorsatz aktiv. Der Mensch braucht konkrete Ziele, die so genau sind wie ein scharfes Farbfoto. Das heißt, Ziele müssen klar, messbar, attraktiv, realistisch und zeitlich begrenzt sein. Daran scheitern leider die meisten Vorsätze.

Stehen Bewegung und Ernährung in einem direkten Zusammenhang?

Aus meiner Sicht besteht da ein sehr großer Zusammenhang. Im Verhältnis zu den rund 800 Metern, die ein Mensch heute durchschnittlich läuft, essen wir zu viel. Daher auch die steigende Problematik beim Übergewicht. Eine schockierende Zahl, diese 800 Meter, die bei manchen sogar noch geringer sein kann. Erst recht, wenn man bedenkt, dass ein Mensch früher 10 bis 20 Kilometer gelaufen ist. Unser Stoffwechsel ist noch immer auf dieses Bewegungspensum eingestellt. Er verändert sich nicht so schnell wie unser Verhalten. Wir müssen es des-

halb schaffen, nur so viel zu essen, wie wir uns bewegen!

BGM = Bitte, gesunde Mitarbeiter! Was raten Sie einem KMU?

Jedes KMU soll das betriebliche Gesundheitsmanagement zur Chefsache erklären. Ein Früchtekorb auf dem Tisch oder das Gratiswasser für die Mitarbeiter – das sind zwar gut gemeinte singuläre Maßnahmen unter dem Begriff Gesundheitsförderung. Aber sie sind weit davon entfernt, um als betriebliches Gesundheitsmanagement (BGM) bezeichnet zu werden. Management ist die Funktion, Organisationen dazu zu befähigen, richtig zu handeln. Ein BGM ist ein echtes Alleinstellungsmerkmal für ein Unternehmen, unter anderem auch im Recruiting – und letztlich ein Erfolgsfaktor, weil das Unternehmen durch geringere Krankenstände und mehr Zufriedenheit der Mitarbeiter besser laufen wird.

Wo sehen Sie in punkto Gesundheit die Hauptproblematik unserer westlichen Zivilisation?

Herzkreislauferkrankungen sind nach wie vor die Todesursache Nummer eins. Grund dafür ist der Bewegungsmangel. Ein moderates Bewegungspro-

gramm und mehr Bewegung im Alltag können hier deutliche Verbesserungen bringen. Ein intelligentes Bewegungsprogramm ist weder aufwändig noch teuer. Häufig bewegen wir uns aber trotzdem nicht. Außerdem essen wir, wie erwähnt, zu viel. Meistens ist auch die Auswahl der Lebensmittel nicht optimal. Das führt sehr häufig zu Diabetes. Das wird uns noch sehr viel Geld kosten, sind doch mittlerweile bereits Schüler davon betroffen. Die Lösung dafür habe ich schon genannt: Vernünftige Ernährung und mehr Bewegung im Alltag.

Herr Regli, ich will vor dem Sommer mindestens 10 kg abnehmen. Was raten Sie? Gutes Bedürfnis, ein Motiv werden Sie auch haben – aber ein Ziel ist es noch nicht. Denn in jedem Jahr kommt ein Sommer. Also bis wann wollen Sie das erreicht haben? Reicht Ihnen das Jahr 2020? Oder soll es schon in diesem Jahr so weit sein? Wenn Sie es terminiert haben, ist es wichtig, das Ziel auch hinsichtlich der Umsetzung näher zu benennen. Um sinnvoll abzunehmen, müssen Sie drei Dinge tun: Legen Sie Muskelmasse zu, verringern Sie gleichzeitig das Körperfett, indem Sie Ihre Ernährungsgewohnheiten ändern – also keine kurzfristigen Diäten, sondern eine dauerhafte Ernährungsumstellung. Und runden Sie das Ganze mit einem moderaten Ausdauertraining an der frischen Luft ab. Ob die genannten 10 Kilogramm sinnvoll beziehungsweise realistisch sind, wäre im Rahmen der konkreten Zielsetzung noch zu klären. :-)

Muskelmasse zulegen – habe ich da richtig gehört?

Das ist sogar einer der wichtigsten Punkte. Denn mehr Muskelmasse erhöht Ihren Grundumsatz auch im Ruhezustand. Im Extremfall nehmen Sie erstmal ein oder zwei Kilo zu – das passt

aber schon. Muskeln sind nämlich schwerer als Fett. In den folgenden Wochen werden Sie den Körperfettanteil reduzieren, was aus gesundheitlicher Sicht genau das Richtige ist. Der Aufwand ist übrigens nicht groß: Zwei Krafttrainings pro Woche à 30 bis 40 Minuten sind ausreichend. Vergessen Sie aber nicht die beiden anderen Punkte, die ich oben erwähnt habe: Ernährungsverhalten und Ausdauer.

Portrait Peter Regli

Peter Regli und Sport sind eine Einheit. Der ehemalige Leichtathlet und Trainer im Spitzensport ist heute Dozent, Referent, Projektleiter für BGM und Autor zu den Themen Gesundheitsmanagement, Leistung und Energie. Peter Regli weiß: «Gesunde Mitarbeiter machen starke Unternehmen.» Seine Erkenntnisse bauen auf Praxis, Erfahrung und einer wissenschaftlichen Basis auf und machen ihn zum Gesundheitsmanager schlechthin. Er fährt mit dem Fahrrad, beispielsweise gerne von Genf nach Nizza oder von Luzern nach Barolo, macht Krafttraining für eine hohe Lebensqualität, joggt regelmäßig und isst gerne und gut. Daneben liest er viel.

Staunen und entdecken

ANNA-DORA SARTORIO

Hobby-Fotografin

Diemtigtal, CH

Gewisse spannende Beobachtungen von Wildtieren im Winter werde ich nie vergessen. Leider fotografierte ich damals noch nicht, aber die Erlebnisse sind in mir lebendig geblieben, sodass ich sie mit Ihnen, liebe Leserin, lieber Leser, teilen kann.

Ich war in den Bergen unterwegs. Die Wiesen waren mit einer tiefen Schneeschicht bedeckt. Es war Abend, und ich versuchte, in einem abgelegenen alten Haus einen Unterschlupf zu finden. Alles war sehr still, und ohne den weißen Schnee hätte ich meinen vorgestampften Pfad nicht mehr sehen können. Da beobachtete ich vor mir einen Schatten, der immer näher kam. Ich stand still und erkannte einen Feldhasen, der meinen kleinen Fußpfad benützte. Erst einige Meter vor mir hielt er inne, sah mich, schaute mich an, zögerte, hüpfte einige Schritte

rückwärts und flitzte dann plötzlich wie ein Pfeil an mir vorbei, so nahe, dass er mich fast aus dem Gleichgewicht gebracht hätte. Ich stand da und schaute ihm erschrocken nach, denn so etwas hatte ich nicht erwartet. Er verschwand mit höchster Geschwindigkeit im Dunkel der Nacht.

Ein anderes Mal trug mich der tiefe Schnee ohne Probleme. Es war noch früh am Morgen, die Sonne war gerade aufgegangen. Da staunte ich nicht minder, als ganz in meiner Nähe aus einem fast unsichtbaren

Loch im Schnee ein kleines weißes Köpfchen herausragte, mich betrachtete und dann schnellstens wieder verschwand. Es war ein Mauswiesel! Kurze Augenblicke später dasselbe Bild, einige Meter weiter weg. Dann kamen immer wieder aus den verschiedensten Richtungen solche Köpfchen zum Vorschein, manchmal schauten mehrere dieser lustigen Tiere gleichzeitig in meine Richtung, um mich gut im Auge zu behalten. Diesem spannenden Spiel folgte ich lange und war erstaunt, wie viele Verbindungen unter dem Schnee immer wieder zu neuen «Fenstern» führten, damit die Tiere alles, was «da oben» vor sich ging, gut beobachten konnten. Unter dem Schnee sind die Wiesel vor Gefahren sicher. Sie finden auch genügend Nahrung, denn sie sind große Mäuseliebhaber. Um ihren Nahrungsvorrat brauchen sie sich also keine Sorgen zu machen.

Wildlebende Tiere im Winter – sie haben es nicht immer leicht! Sie müssen sich vor Feinden schützen, erleben Stürme, Schneegestöber, Lawinen und Kältewellen. Jedes Tier hat seine eigene Strategie, um genügend Nahrung zu finden und an einem passenden Ort die harte Winterzeit zu überstehen. Ist das nicht ein Wunder?

Kohlmeise (Parus major)

Gämsen (Rupicapra rupicapra)

Feldhase (Lepus europaeus)

Steingeiss (Carpe ibex)

Erziehung

ANNIKA LOOSER GRÖNROOS

Psychosoziale Beraterin, Theologin Aarau, CH

Wie man Kindern Werte vermittelt –Teil 3 – Loyalität, Treue und das Einhalten von Verpflichtungen

Vertrauen im Alltagsgewand –Gemeinsam wertvoll leben

Loyalität und Treue. Wie wirken diese Leitwörter auf Sie? Um ganz ehrlich zu sein, ist meine erste Gedankenverbindung nicht besonders positiv. Automatisch denke ich: «Das ist eine Menge Arbeit!» Doch je länger ich über den Inhalt dieser Werte nachsinne, umso attraktiver erscheinen sie mir. Vermutlich hat Marie von Ebner-Eschenbach recht, wenn sie sagt: «Treue üben ist Tugend, Treue erfahren ist Glück».

Verhalten und Haltung

Kann ich als Erzieherin Loyalität oder Treue von meinem Gegenüber überhaupt einfordern? Selbstverständlich, denn als erwachsene Person kann ich meine Machtposition dem Kind gegenüber ausnützen. Doch ein Erziehungsstil, der vorwiegend versucht, das Verhalten zu beeinflussen, ist auf Dauer nicht wirklich zielführend. Zudem benötige ich vermutlich ein paar Helfer, wie Kontrollmechanismen und ein Belohnungs- und Bestrafungssystem, um meine Ziele zu erreichen.

Loyalität und Treue

• zuverlässig

• vertrauenswürdig

• beständig

• hingebungsvoll

• verantwortungsbewusst

Damit diese Werte im Miteinander authentisch gelebt werden können, braucht es mehr – es bedarf eines Klimas, in dem Loyalität und Treue gut gedeihen. Der erfahrene Führungskräftetrainer Roland Buß vertritt diese Meinung: «Wirklich gute Führungskräfte brauchen das Wort Loyalität nicht zu strapazieren, denn sie schaffen Rahmenbedingungen, die es den Mitarbeitern leicht machen, sich treu zu verhalten.»

Die goldene Uhr

sagt, sie habe die Uhr nicht gestohlen, dann stimmt es auch!»

Meine Mutter musste Loyalität und Treue nicht predigen, sie lebte diese Werte.

Als ich klein war, lebten wir als Familie eine Zeitlang bei meinen Großeltern. Eines Tages erhielten sie Besuch von einer älteren Dame. Sie blieb längere Zeit, doch ich kann mich nur noch an eine einzige Begebenheit erinnern. Es war am Morgen, und sie kam entsetzt aus ihrem Zimmer. Ihre goldene Uhr sei gestohlen worden, behauptete sie, und sie verdächtigte mich und meine jüngeren Geschwister. Wir Kinder beteuerten, wir hätten ihre Uhr nicht genommen, doch sie schenkte uns keinen Glauben. Meine Mutter kam hinzu, schaute mich an und sagte zur Dame: «Wenn Annika

Im entscheidenden Augenblick steht meine Mutter zu mir. Sie kennt mich und schenkt mir ihr Vertrauen. Für mich hat sich dieses Erlebnis eingeprägt. Ich werde es nie vergessen. Meine Mutter musste Loyalität und Treue nicht predigen, sie lebte diese Werte. Ach ja, die Uhr der alten Dame fanden wir in der Vitrine in ihrem Zimmer. Sie hatte sie vor dem Zubettgehen abgenommen und versteckt – aus Angst, sie könnte gestohlen werden.

Das Fundament «Treue ist tätiges Vertrauen.»

Hans-Jürgen Sträter

Der Blogger Tim Schlenzig meint, dass die knappste Ressource des 21. Jahrhunderts, zumindest in unseren Breitengraden, weder Wasser, Öl, Geld noch Zeit ist, sondern Vertrauen. Doch um echte Loyalität zu erfahren, braucht es genau dieses Mittel – die Beziehung muss gebaut werden. Liebe bedeutet, Qualitätszeit zu schenken. Das Kind muss erfahren, dass es mir wertvoll ist. Zudem ist meine In-

tegrität, das heißt meine Fähigkeit, absolut vertrauenswürdig zu handeln, gefordert. Mein Vorbild ermöglicht es meinem Gegenüber, sich ebenfalls loyal zu verhalten.

Ein wartender Hund

Praxistipps für die Erziehung

Loyalität und Treue bedeuten in der Tat eine Menge Arbeit!

Hidesaburō Ueno war Professor für Agrarwissenschaften an einer Universität in Tokio. Sein Hund Hachikō verabschiedete seinen Herrn morgens, und nachmittags, so gegen 16.00 Uhr, holte ihn der Hund wieder am Bahnhof ab. Dies war ein fixes, tägliches Ritual, bis der Professor eines Tages während der Vorlesung an einer Gehirnblutung starb und Hachikō vergeblich auf ihn wartete. Die nächsten 10 Jahre wartete der Hund jeden Nachmittag am Bahnhof auf seinen geliebten Herrn. Vermutlich war Hachikō einer der treuesten Hunde der Welt. Wenn ich wahre Geschichten lese, wird mein Herz im Innersten berührt. Im normalen Alltagsstress kommen meine Wünsche und Sehnsüchte viel zu selten zu Wort, doch durch Geschichten wie diese werde ich wieder daran erinnert, was im Leben wertvoll ist. Loyalität und Treue bedeuten in der Tat eine Menge Arbeit! Dennoch bin ich gerne bereit, diese auf mich zu nehmen, denn ich weiß, dass dadurch meine Bedürfnisse nicht im Leeren verhallen. Ich wünsche mir, dass die Menschen um mich verlässlich sind. Auch ich möchte gerne ein treues Gegenüber sein.

Wie setzt man nun diese Überlegungen bezüglich Treue und Loyalität in der Erziehung um? Ehrlich gesagt, sind Sie den ersten Schritt bereits gegangen. Indem wir uns mit unseren Werten auseinandersetzen, entsteht in uns ein Bild von dem, was wir gerne sein möchten. Und wenn diese Vorstellung verinnerlicht wird, findet sie auch Niederschlag in der Beziehung zum Kind.

Hier ein paar Gedankenanstöße für ein Gespräch mit dem Kind über die Werte Treue und Loyalität:

• Fragen Sie das Kind, was es von einem guten Freund erwartet. Vermutlich wird Treue in dieser Beschreibung enthalten sein. Darüber können Sie ins Gespräch kommen. Auch wenn Treue und Loyalität nicht genannt werden, können Sie das Kind fragen, ob denn diese Werte in einer Freundschaft wichtig sind.

• Wie drückt sich Treue aus?

• Was hilft mir, treu zu sein?

• Was löst es in mir aus, wenn sich andere mir gegenüber treu verhalten?

• Wann warst du ein treuer Freund?

• Was ist ein gutes Geheimnis? Wie erkenne ich ein schlechtes Geheimnis (Grenzen der Treue)?

• Fragen Sie das Kind, welchen Verpflichtungen es nicht gerne nachkommt. Reden Sie darüber, was es bedeutet, als Familie ein Team zu sein, in dem jeder seine Aufgaben hat.

• Erzählen Sie aus Ihrer Kindheit. Wie hat man Treue bei Ihnen in der Familie gelebt?

• Seien Sie ein echtes Gegenüber und lassen Sie das Kind auch an Ihren Misserfolgen teilhaben!

• Wann waren Sie untreu?

• Warum bereuen Sie es?

• Was waren die Folgen?

• Was würden Sie heute anders machen?

Zeit zum Nachklingen

• «Treue gibt es nur in Freiheit.»

Carsten K. Rath

• Warum kann man Loyalität nicht vortäuschen?

• Wie würden Sie den folgenden Satz beenden? «Treue ohne Liebe ist schlimmer als ...»

Jedem das Seine – Rumpfübungen für Fortgeschrittene

Acht Stunden sitzende Büroarbeit, zehn anstrengende Stunden als Bauarbeiter, sechs Minuten hoch anspruchsvolle Kunstturnkür. Ob Gärtner oder Zahnarzt, alle haben ihre spezifischen körperlichen Herausforderungen. Die Anforderungen an uns sind so unterschiedlich wie wir alle. Die Gemeinsamkeit besteht darin, dass alle einen gut funktionierenden Rumpf brauchen.

Sich vergleichen hilft nicht

Als Therapeut habe ich schon einige 50-jährige Frauen gesehen, die einen 30-jährigen Mann rein leistungsmäßig «in die Tasche stecken»! Ähnliches ist auch bei operierten Patienten zu sehen – zum Beispiel nach dem Einsetzen eines künstlichen Kniegelenkes. Je aktiver eine Person zuvor war, desto schneller ist sie meist wieder auf den Beinen und selbstständig im Alltag unterwegs. Sich mit anderen zu vergleichen, hilft daher nicht. Die Verantwortung für den eigenen Körper trägt schließlich jeder selbst. Ein wichtiger und oft unterschätzter Faktor für das Wohlbefinden im Beruf und Alltag ist das Trainieren der Rumpfmuskulatur.

Einige Effekte des Rumpftrainings:

Haltungsverbesserung

Durch regelmäßiges Training erhöht sich die Rumpfspannung und damit auch die Haltung.

Erhöhte Leistungsfähigkeit

Ausdauer, Kraft und Koordination erhöhen sich, und Anforderungen im Alltags-, Sport- und Berufsleben können leichter bewältigt werden.

Stärkung des Beckenbodens

Die Beckenbodenmuskulatur ist eng mit der tiefen Rumpfmuskulatur verbunden und lässt sich meist nebenbei zusätzlich stärken.

Prävention von Rückenbeschwerden

Ungenügende Stabilisationsfähigkeit des Rumpfes führt früher oder später zu Beschwerden. Solche Menschen bemerken schnell, wie wichtig die regelmäßige Durchführung von Rumpfübungen ist.

Prävention von Beschwerden der Extremitäten

Der Rumpf stellt ein statisches Zentrum unserer flexiblen Extremitäten (Arme und Beine) dar. Alle Kräfte, die über die Extremitäten auf den Rumpf wirken, müssen aufgefangen werden. Geschieht das nicht,

können Rücken, Gelenke und die Muskeln an Armen und Beinen darunter leiden.

Steigerung des allgemeinen Wohlbefindens

Bessere Haltung, Gefühl von Stärke und Ausdauer sowie Beschwerdefreiheit stellen einen wichtigen Teil der Lebensqualität dar.

Anpassung an die nötigen Bedingungen

Den Rumpf kräftig zu halten, schadet niemandem. Wie und wie häufig dies geschehen soll, hängt von einigen Faktoren ab:

Geschlecht: Stellt nur einen geringen Faktor dar.

Alter: Je früher begonnen wird, desto mehr profitiert man im Alter. Jüngere sollten eher härter trainieren als Ältere. Die Beständigkeit macht schließlich den Unterschied aus, auch wenn man etwas weniger hart trainiert. Für ältere Menschen (>65 Jahre): 1–3 x pro Woche wäre sinnvoll.

Beruf: Körperlich anspruchsvolle Tätigkeiten sollten einen Ausgleich finden. Der Beruf ist kein Training, was häufig falsch verstanden wird. Prävention ist gerade in diesen Berufsgruppen von großer Wichtigkeit. Solche mit sehr wenig Bewegung (z. B. im Büro) müssen eher weniger hart trainieren, jedoch

mit leichter Intensität sehr regelmäßig, um die Muskelgruppen zu stimulieren, die sonst zu kurz kommen.

Hobbies: Ambitionierten

Hobby-Sportlern ist neben dem regulären Training ein Rumpftraining zu empfehlen. Aber auch beim Joggen oder bei längeren Wanderungen empfiehlt es sich, den Rumpf nicht zu vergessen. Für Musiker stellt ein Rumpftraining auch einen Ausgleich zu ihren meist statischen Haltungen dar.

Körperliche Voraussetzungen: Unsere erbliche Veranlagung spielt für unsere maximale Leistungsfähigkeit eine wichtige Rolle. Es bleibt jedoch immer die Frage, wie wir mit unseren genetischen Bedingungen umgehen. Für unser Leben hier und jetzt ist die regelmäßige Betätigung der wichtigere Bestandteil. Bestehen körperliche Einschränkungen aufgrund einer Krankheit, gehört ein angepasstes Training zur Therapie wie der Hustensaft zu einer Erkältung.

Umsetzungsmöglichkeiten gibt es zahlreiche. Im praktischen Teil konzentrieren wir uns dieses Mal auf vier etwas anspruchsvollere Übungen aus meinem Praxisalltag.

Übungen: Planking Basic

Ausgangslage: Auf den Unterarmen aufgestützt und mit gestreckten Beinen auf den Zehen stehend. Das Becken ist auf gleicher Höhe wie die Schultern.

Ausführung: Halten der Position, ohne das Becken absinken zu lassen. Achten Sie darauf, wenn Sie müde werden,

nicht ins Hohlkreuz zu fallen.

Wiederholungen: 3x1 Minute.

Für Anfänger: Beginnen Sie mit ca. 20 Sekunden und steigern Sie sich allmählich.

Anmerkung: Jüngere Patienten, welche die Übung zum ersten Mal ausführen und diese sehr anstrengend finden, ermutige ich mit dem Hinweis, dass auch meine Schwiegereltern zwischen Tagesschau und Wetterbericht eine Minute erreichen.

Planking Rotation

Ausgangslage: wie Planking Basic.

Ausführung: Das Gewicht auf einen Arm verlagern, sodass der andere Arm zur Decke gestreckt wird. Die Füße bleiben dabei auf dem Boden.

Wiederholungen: ca. 2–6 x pro Seite.

Anmerkung: Führen Sie mindestens 1 x zuerst den Planking Basic durch.

Planking Stabilisation

Ausgangslage: wie Planking Basic.

Ausführung: Einen Fuß vom Boden lösen und das Knie seitlich zur Hüfte hochführen, ohne dass eine Bewegung im Rücken stattfindet! Eine Bewegung ins Hohlkreuz muss ver-

mieden werden.

Wiederholungen: ca. 2–6 x pro Seite.

Anmerkungen: Planking Basic und Rotation sollten zuerst gemeistert worden sein. Treten bei der Ausführung Schmerzen oder ein Ziehen im Lendenwirbelbereich auf, sollten die Wiederholungszahlen gesenkt werden. Meistens kann die Lendenwirbelsäule bei Ermüdung nicht mehr stabilisiert werden, und ein leichtes Absinken in Richtung Hohlkreuz findet statt.

Bridging Stabilisation

Ausgangslage: Rückenlage, die Beine sind angewinkelt aufgestellt.

Ausführung: Einbeinig in die Brückenposition bewegen. Dort mit dem Spielbein gestreckt kleine Bewegungen durchführen, auf und ab und seitlich.

Wiederholungen: 10 x auf und ab und 10 x links und rechts, 2–3 x pro Seite.

Anmerkung: Spannen Sie bei der Ausführung Ihre Bauchmuskulatur an, damit Sie nicht voll im Hohlkreuz sind.

Entnehmen Sie jeweils die Übungen, die Ihnen gut liegen, und integrieren Sie diese in Ihr individuelles Programm. Viel Spaß damit!

pAVK

Mit dem Begriff «periphere arterielle Verschlusskrankheit» bezeichnet man ein Krankheitsbild, das durch eine fortschreitende Verengung bzw. den Verschluss der arteriellen Arme oder häufiger der Beingefäße gekennzeichnet ist.

Entstehung der Erkrankung:

Die Hauptursache ist zu über 90 % die Arteriosklerose.

Mit Arteriosklerose bezeichnet man einen meist schleichend verlaufenden Prozess, der zu Veränderungen der Blutgefäße führt. Dabei lagern sich Fett und Kalk in den Gefäßwänden ab, wodurch diese verdicken, ihre Elastizität verlieren und schließlich der Durchmesser abnimmt – bis zum vollständigen Verschluss des Gefäßes.

Die eingeschränkte Durchblutung führt zu einem Mangel an Sauerstoff und Nährstoffen im Versorgungsgebiet einer betroffenen Arterie.

Durch das Vorhandensein einer genetischen Veranlagung besteht ein Basisrisiko, welches unter dem Einfluss von weiteren Risikofaktoren das individuelle Risiko einer Person für atherosklerotische Gefäßerkrankungen bestimmt. Das Auftreten bzw. die Ausprägung der Erkrankung hängt jedoch vor allem vom LeEmpfohlene Lebensstiländerung

• Rauchstopp

• Kontinuierliche Bewegungstherapie

• Ausreichende Wasserzufuhr

• Pflanzenbasierte Vollwertkost

• Gewichtsabnahme

• Alkoholverzicht

• Stressreduktion

bensstil, von der Ernährung und von Risikofaktoren wie Rauchen, Bluthochdruck, hohem Cholesterin und von der Zuckerkrankheit ab.

Die pAVK ist eine chronisch fortschreitende Erkrankung, die häufig mit anderen Krankheiten wie z. B. Durchblutungsstörungen der Herzkranzgefäße oder der hirnversorgenden Gefäße vergesellschaftet ist. Bei der pAVK im fortgeschrittenen Stadium besteht daher ein stark erhöhtes Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall.

Welche Risikofaktoren gibt es?

Rauchen: Rauchen ist der wichtigste Risikofaktor für die Entstehung einer pAVK.

Diabetes: Hohe Blutzuckerund Insulinspiegel fördern die Atherosklerose.

Bluthochdruck: Ein ständig erhöhter Blutdruck bedeutet für die Arterien eine mechanische Belastung, der sie langfristig nicht gewachsen sind. Bluthochdruck ist einer der größten Risikofaktoren für Arteriosklerose und damit für die pAVK.

Erhöhte Cholesterin/Triglyceridwerte: Cholesterin/Triglyceride sind natürliche und wichtige Bestandteile unseres Körpers, ein Zuviel davon ist allerdings schädlich. Dieses Zuviel kommt meist von einer ungünstigen Ernährung in Kombination mit einer entsprechenden Veranlagung.

Übergewicht: Übergewicht für sich genommen ist kein Ri-

sikofaktor. Es besteht aber häufig ein Zusammenhang mit Bluthochdruck, erhöhten Cholesterinwerten und Diabetes.

Stress: kann die Entstehung einer Arteriosklerose begünstigen.

Alkoholkonsum: Übermäßiger Alkoholgenuss ist ebenfalls ein Risikofaktor.

Krankheitshäufigkeit

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit ist eine relativ häufige Erkrankung. Etwa jeder Zehnte leidet ab dem 50. Lebensjahr an einer Verengung der Arterien im Bereich der Becken- und Beinregion. Mit zunehmendem Alter nimmt die Prävalenz der pAVK zu. Bei den über 65-Jährigen sind etwa 20 Prozent betroffen, in der Altersgruppe über 80 ist es mehr als ein Drittel!

Allerdings wird die Erkrankung nur zur Hälfte der Fälle symptomatisch. Männer sind rund viermal häufiger betroffen als Frauen.

Die Einteilung der pAVK

erfolgt nach der «Fontaine»-Klassifikation in Abhängigkeit vom Schweregrad und von den Beschwerden in vier Stadien.

Stadium I: Verengungen der Arterien noch ohne Beschwerden.

Stadium II: Die Symptomatik der pAVK entwickelt sich meist langsam fortschreitend mit Abnahme der schmerzfreien Gehstrecke. Typischerweise treten die Schmerzen nur belastungsabhängig nach einer gewissen Gehstrecke auf. Die Schmerzen bessern sich in Ruhe nach wenigen Minuten rasch, treten aber wieder stereotyp beim Weitergehen nach derselben schmerzfreien Gehstrecke auf. Die Schmerzen sind häufig in der Wade, etwas seltener in Oberschenkel, Gesäß oder Fuß lokalisiert und spiegeln den Sauerstoffmangel der Muskulatur wider.

Risikofaktoren der pAVK

• Rauchen

• Bluthochdruck

• Diabetes

• Hypercholesterinämie

• Hypertriglyceridämie

• Stress

• Alkohol

Stadium III: Die Schmerzen stellen sich auch in Ruhe ein, besonders nachts im Liegen.

Stadium IV: Auch kleinste Verletzungen heilen nur noch schlecht. Infektionen und offene Beine können auftreten und Gewebe kann zugrunde gehen. Wird ein ausreichender Blutfluss nicht wieder hergestellt, muss im schlimmsten Fall eine Amputation vorgenommen werden, da eine Blutvergiftung droht.

Diagnose:

Der Verdacht auf eine pAVK wird zunächst nach einem ausführlichen Gespräch über die Krankengeschichte, das Beschwerdebild und mögliche Risikofaktoren geäußert. Es folgt eine körperliche Untersuchung und eine Dopplerdruckmessung (Knöchel-Arm-Index-Messung). Als weiterführende Diagnostik kommen in erster Linie bildgebende Untersuchungen wie Ultraschall, Computertomographie oder Magnetresonanz-Angiographie zum Einsatz. Des Weiteren sind zur Behandlungskontrolle Belastungsuntersuchungen hilfreich.

Therapie:

Im Zentrum der Behandlung stehen die Therapie der vaskulären Risikofaktoren sowie der Begleiterkrankungen, die Verbesserung der Durchblutung und damit der Gehleistung und Lebensqualität und auch die

Verhinderung eines Fortschreitens der pAVK. Zur gezielten Behandlung der Durchblutungsstörungen stehen verschiedene Optionen zur Verfügung, die häufig auch kombiniert eingesetzt werden. Der langfristige Erfolg hängt davon ab, wie konsequent Risikofaktoren vermieden bzw. verringert werden.

Basistherapie: Diese umfasst das Gehtraining, die Gewichtsabnahme bei Übergewicht, einen Rauchstopp sowie die Behandlung von Bluthochdruck, Hypercholesterinämie (zu hoher Cholesterinspiegel) und Diabetes mellitus.

Eine fettarme, pflanzenbasierte Vollwertkost unter Vermeidung industriell gefertigter Lebensmittel kann hierbei empfohlen werden.

Auf eine tägliche Flüssigkeitszufuhr mittels 2–3 Liter stillen, puren Wassers soll geachtet werden, denn dieses vermag das Blut zu verdünnen.

Bewegungstherapie: Im Frühstadium stehen strukturiertes Gehtraining unter regelmäßiger Anleitung sowie Gefäßtraining im Vordergrund. Das Gefäßtraining soll mindestens dreimal wöchentlich in Übungseinheiten von 30 bis 60 Minuten erfolgen. Dadurch wird die Bildung neuer Blutgefäße gefördert, die einen verstopften Gefäßabschnitt umgehen und die Muskulatur wieder mit Sauerstoff versorgen können. Das Bewegungsprogramm muss mit dem Arzt abgestimmt werden. Bei Ruheschmerzen oder geschädigtem Gewebe kommt ein Bewegungstraining meist nicht mehr infrage.

Besonderer Wert soll auch auf die Pflege der Beine und Füße gelegt werden: Aufgrund der eingeschränkten Durchblutung können selbst kleinste Verletzungen schlechter heilen und hartnäckige Infektionen entstehen.

Was der Arzt machen kann:

Medikamente: Der Einsatz von Gerinnungs- und Funktionshemmern der Blutplättchen soll eine Verschlechterung des Krankheitsbildes verzögern. Durchblutungsfördernde Substanzen werden eingesetzt, um die Gehleistung und damit die Lebensqualität zu verbessern.

Lumeneröff nende (Durchmesser des Blutgefäßes wird geöffnet) Therapieverfahren kommen meist erst in Betracht, wenn der Verlust einer Gliedmaße droht. So besteht die Möglichkeit, eine verengte oder verschlossene Arterie mittels Ballondehnung und Einlage einer Gefäßstütze zu erweitern. Auch mit einem gefäßchirurgischen Eingriff kann eine Engstelle/ein Verschluss mittels einer Umleitung überbrückt werden. Welche Option gewählt wird, hängt unter anderem vom Ausmaß der Erkrankung und vom Sitz der Gefäßverengung ab.

Der langfristige Erfolg hängt davon ab, wie konsequent Risikofaktoren vermieden bzw. verringert werden.

Fett und Kalk lagern sich in den Gefäßwänden ab, wodurch diese verdicken, ihre Elastizität verlieren und schließlich der Durchmesser abnimmt – bis zum vollständigen Verschluss des Gefäßes.

JOACHIM LIEBMINGER

Autor und Vater

Leoben, A

Pflanzliche Ernährung boomt

Hatte man vor wenigen Jahren sogar als Vegetarier – welcher «nur» auf Fleisch verzichtet – Probleme, beim gemeinsamen Essen im Restaurant etwas Ansprechenderes als Salat und Pommes auf der Speisekarte zu finden, so trifft man mittlerweile sogar in regulären Supermärkten auf prall gefüllte Regale mit rein pflanzlichen Produkten.

Eine Entwicklung, die unvorhersehbar war, waren doch jahrelang Fastfood-Ketten mit allerlei Fleischspeisen im Angebot auf dem Vormarsch. Nun ist es McDonald's, der über rückgängige Verkaufszahlen klagt! Wie kommt das? Es mag in erster Linie daran liegen, dass in der Allgemeinheit ein immer größer werdendes Bedürfnis herrscht, sich verantwortungsvoller um seine eigene

Gesundheit zu kümmern. «Wellness», die Kunst des Wohlbefindens, ist längst kein Randgruppenthema mehr. Das Internet bietet eine reiche Fülle an Informationen – somit ist man nicht nur mehr auf das angewiesen, was von «Experten» kommt, die man persönlich oder aus Fernsehen und Zeitung kennt. Noch nie war es einfacher, sich selbst ein Bild von etwas zu machen.

Persönlich Für mich war das Thema «Pflanzliche Ernährung» immer mit Askese verbunden. Zwar ernährte ich mich mehrere Jahre lang vegetarisch, doch der Schritt zum Veganer war mir eine unüberwindbare Hürde. Ich konnte mir nicht vorstellen, dass eine derart einseitig wirkende Ernährungsweise gesund sein könnte! Noch dazu als leidenschaftlicher Sportler, der neben

der Ausübung von unterschiedlichen Kampfkünsten auch gerne Halbmarathons lief und ins Fitnessstudio ging. Es war nicht denkbar, meinen Proteinbedarf auch nur annähernd ohne tierische Produkte zu decken.

Der Schritt zum Veganer war mir eine unüberwindbare Hürde.

Bei meinen Nachforschungen stieß ich jedoch vermehrt auf die Empfehlung einer pflanzlichen Ernährung – vor allem als wirksame und gute Unterstützung des Körpers bei regelmäßigem, sportlichem Training. Das machte mich neugierig und brachte mich dazu, mich auf ein «waghalsiges» Experiment einzulassen: «Ich ernähre mich 1 Monat lang vegan.»

Dieser eine Monat sollte mein weiteres Leben grundlegend verändern. Alte Erkenntnisse über Ernährung wichen neuen. Meine Einkaufsgewohnheiten wurden überdacht. Es änderte sich körperlich einiges in dieser kurzen Zeit!

Zunächst bemerkte ich, dass ich nach den Mahlzeiten nicht abgeschlagen und müde war, sondern voller Energie und Tatendrang. Des Weiteren fühlte ich generell eine zuvor unbekannte Leichtigkeit, welche natürlich auch beim Sport deutliche Verbesserungen mit sich brachte. Das Experimentieren mit für mich neuen Lebensmitteln wie Tofu (eine hervorragende Eiweißquelle, da alle benötigten Aminosäuren enthalten sind) und Hülsenfrüchten in unterschiedlicher Form, dazu Hirse, Quinoa, verschiedene Nüsse und allerlei Gemüse aus dem Garten bescherten mir neue Geschmackserlebnisse und verliehen mir so richtig Power.

Licht ins Dunkel

Des Öfteren dachte ich mir: «Schade, dass du nicht schon eher begonnen hast, dich vegan zu ernähren!» Leider hatten sich zahlreiche Halbwahrheiten über die vegane Ernährung in meinem Kopf angesammelt. Licht ins Dunkel brachte mir unter an-

derem die «China Study» von Dr. Colin Campbell. Als Bauernsohn aufgewachsen, studierte er Medizin und wollte im Laufe seiner Karriere anhand von Versuchen an Ratten beweisen, das Fleisch eine hochwertige und absolut notwendige Proteinquelle ist. Im Zuge seiner Forschungen stellte er allerdings fest, dass viele seiner «Patienten», die er mit viel Fleisch fütterte, eine wesentlich erhöhte Anfälligkeit für Tumorbildung aufwiesen. Dies bewog ihn, den Schwerpunkt seiner Forschungen auf den Zusammenhang zwischen Fleischkonsum und Krebs zu legen. Aus dieser ursprünglich kleinen Forschung wurde eine der umfangreichsten Ernährungsstudien überhaupt. Campbell kam zum Schluss, dass eine rein pflanzliche Ernährung langfristig die gesündeste Ernährungsform für den Körper ist. Schritt für Schritt konnte er alte Erkenntnisse widerlegen, darunter auch die Wichtigkeit von Milchprodukten für die Knochenbildung, vor allem bei Kindern.

Milch und tierisches Eiweiß

Der Mensch ist das einzige Lebewesen auf dieser Welt, das sich von der Milch einer anderen Spezies ernährt. Zwar liefern Milch und Milchprodukte

Kalzium, doch ist es tierischen Ursprungs und wird vom Körper bei weitem nicht so gut aufgenommen wie pflanzliches. Dieses findet sich in vielen grünen Pflanzen, aber auch in Obst wie z. B. Bananen oder Feigen. Wenn wir Milch oder Milchprodukte verzehren, nehmen wir zwar Kalzium auf. Um das aufgenommene tierische Eiweiß jedoch zu verarbeiten, benötigt der Körper bereits im Körper gelagertes Kalzium, was letzten Endes zu einem Kalziummangel führt. Besonders gut ersichtlich wird diese Problematik in Statistiken von Ländern mit erhöhtem Milchkonsum wie z. B. Skandinavien. Dort ist die Osteoporose stark verbreitet.

Auch Hautkrankheiten wie Akne können mit dem Konsum von tierischem Eiweiß in Verbindung gebracht werden – und zwar aufgrund der externen Hormonzufuhr.

Worauf ist zu achten?

Nicht nur zur Vermeidung von Krebs, Diabetes und Herz-, Kreislauferkrankungen ist eine pflanzliche Ernährung besonders vorteilhaft, nein, auch bei bereits bestehenden Gesundheitsbeeinträchtigungen kann die Umstellung der Ernährung sehr hilfreich sein! Allerdings möchte ich erwähnen, dass es

Die kochbegeisterte Familie Liebminger: Joachim, Noah, Hanna und Annegret.

ein Leichtes ist, sich vegan und ungesund zu ernähren, denn auch Chips und Cola sind vegan! Doch beim exzessiven Genuss dieser Produkte werden wir unserem Körper auf längere Sicht viel Schaden zufügen.

Auch bei einer veganen Lebensweise ist darauf zu achten, dass die Lebensmittel möglichst unverarbeitet konsumiert werden. Sollte nicht immer Bio-Obst und Bio-Gemüse verfügbar sein, ist es ratsam, das Obst und Gemüse gut zu reinigen, um mögliche Rückstände zu entfernen.

Die Ernährung ist nur eine Seite der veganen Lebensweise. Streng genommen gehört ebenso dazu, dass man auch auf andere «tierische Erzeugnisse» wie Leder, Pelz und Hörner verzichtet. Heutzutage ist es sehr leicht, in allen Bereichen «vegane Alternativen» zu finden, sogar bei den Kosmetika. Man lege auf Produkte wert, die ohne vorangegangene Tierversuche hergestellt wurden. Diese sind deutlich als «vegan» gekennzeichnet und liegen preislich in der gleichen Kategorie wie die anderen Erzeugnisse.

Ist es notwendig, ab sofort komplett vegan zu werden?

Nein. Aus persönlicher Erfahrung empfehle ich, das Ganze entspannt und Schritt für Schritt anzugehen. Schon eine Mahlzeit tierischen Ursprungs täglich

gegen eine gesündere pflanzliche auszutauschen, macht bereits einen großen Unterschied und kann ein erster Schritt in ein neues, aufregendes und tierleidfreies Leben sein. Auch macht es keinen Sinn, alle bereits gekauften Lederschuhe, Gürtel und Taschen nun wegzuwerfen, sondern diese erst bei Bedarf durch Alternativen zu ersetzen. Es macht nicht nur einen Unterschied für Sie, sondern auch für die Umwelt.

Die Aufzucht von Tieren bringt einen erheblichen Verschleiß – um nicht zu sagen eine Verschwendung von Rohstoffen – mit sich. Um 1 (!) kg Fleisch zu erhalten, müssen bis zu 16 (!) kg Getreide verfüttert werden. Dazu kommt der Verbrauch von ungefähr 1300 Litern Wasser für 1 kg Weizen. Das ergibt ca. 15000 Liter Wasser für 1 kg Fleisch! Fleischessen ist Luxus pur! Ob dieser tragbar und verantwortbar ist, wenn man bedenkt, dass derzeit über 900 Millionen Menschen auf unserer Erde hungern ... das bringt mich sehr zum Nachdenken!

Keine Exoten!

Drogerien und gastronomische Betriebe ziehen mit. Im Internet findet man zahlreiche Informationen zum Thema.

Um 1 (!) kg Fleisch zu erhalten, müssen bis zu 16 (!) kg Getreide verfüttert werden.

Es mag vielleicht schwierig sein, herauszufinden, wo und womit man am besten beginnt. Aus diesem Grund haben meine Ehefrau und ich ein Buch «Vegan für (j)Eden» veröffentlicht, das dem Interessierten behilflich sein soll, wenn er die ersten Schritte wagt. Neben zahlreichen Rezepten, bei denen vor allem darauf geachtet wurde, dass sie leicht, schnell und günstig umgesetzt werden können, enthält dieses Buch auch viele Tipps und wertvolle Infos für den Einstieg.

Risikofaktor B12

Mittlerweile sind Menschen, die vegan leben, keine Sonderlinge und Exoten mehr. Die vegane Lebensweise ist in der Gesellschaft angelangt, und immer mehr Supermarktketten,

Ein Argument, welches häufig gegen eine vegane Ernährung ins Treffen geführt wird, ist der Vitamin B12- Mangel. Dieses Vitamin ist in körperverfügbarer Form nicht in Pflanzen enthalten. Allerdings wird es vielen Produkten wie Sojagetränken und Zahnpasten zugesetzt. Es besteht auch die Möglichkeit, Vitamin B12- Präparate zu erwerben und als Nahrungsergänzung zu verwenden. Ein B12- Mangel ist sehr risikobehaftet und auch bei omnivorer Ernährung (alles essend) nicht ausgeschlossen! Zu

Der intelligente Darm und seine Billionen Freunde – Teil 1

Hatten Sie schon einmal das Gefühl, nicht genug Anerkennung für eine Tat bekommen zu haben? Haben Sie schon einmal die eine oder andere Überstunde in der Arbeit eingelegt, ohne dass es jemand bemerkt, geschweige denn Ihnen dafür gedankt hat?

Es gibt da jemanden, der genau nachvollziehen kann, wie Sie sich in dieser Situation fühlen. Immer wieder leistet er Überstunden und muss oft für ungeplante Nachtschichten einspringen. Ein Dankeswort hört er selten. Obwohl er täglich lebenswichtige Aufgaben verrich-

tet, vergessen wir häufig, dass es ihn überhaupt gibt. Wissen Sie, von wem die Rede ist? Richtig –von unserem Darm. Er ist mehr als ein Rohr, das unseren Mund mit unserem Hinterteil verbindet. Er ist auch der Hauptsitz unseres Immunsystems, hat Einfluss auf unser Denken, Fühlen

und Handeln und versorgt unseren Körper mit lebenswichtiger Energie und mit Nährstoffen.

Das unterschätzte Organ

Die Hauptaufgabe unseres Darms ist die Zerlegung von Nahrung in ihre einzelnen Bestandteile und die Aufnahme von le-

DR. MED. MICHAEL SCHINAGL
Arzt in Ausbildung zum Allgemeinmediziner Graz, Österreich

benswichtigen Nährstoffen. Ein ziemlich verantwortungsvoller Auftrag für ein scheinbar einfaches Organ wie den Darm. Um seiner Aufgabe gerecht werden zu können und eine möglichst große Arbeitsfläche zu besitzen, bildet er sogenannte Zotten aus. Das reicht dem Darm aber noch lange nicht, denn auf diesen Zotten sitzen kleinere Zotten. Sozusagen Zotten zum Quadrat. Somit kommt eine riesige Oberfläche zustande, die insgesamt ca. 100 Mal größer ist als die unserer Haut! Diese Zotten sind auch sehr platzsparend. Würde man ein Bügeleisen einsetzen und unseren Darm quasi faltenfrei bügeln, wäre er ca. 7 Kilometer lang und würde in unserer Bauchhöhle nicht annähernd genug Platz finden. Im Gegensatz zu unserer Haut, die durch eine dicke Hornschicht geschützt ist, besitzt der Darm an seiner Oberflä-

Einige Tipps, wie Sie für einen zufriedenen Darm sorgen können:

• Vermeiden Sie chronischen und unbewussten Stress. Gönnen Sie sich jeden Tag einige Momente, um tief durchzuatmen und zur Ruhe zu kommen. Auf diese Weise wurde schon so manches Verdauungsproblem behoben.

• Verringern Sie schädigende Einflüsse wie industriell verarbeitetes Essen, tierische Fette und tierisches Eiweiß. Versuchen Sie, unnötigen Antibiotikakonsum zu vermeiden.

• Schenken Sie Ihrem Darm etwas Liebe, indem Sie Ihr Essen gründlich kauen, und vermeiden Sie späte Mahlzeiten. Auch Ihr Darm braucht Schlaf – er besitzt einen ähnlichen Schlafrhythmus wie unser Gehirn.

• Achten Sie auf eine frische, natürliche und abwechslungsreiche Ernährung (Obst und Gemüse). Ballaststoffe sind für eine funktionierende Verdauung besonders wichtig und erleichtern dem Darm den Weiter- und Abtransport des Darminhaltes. Dadurch machen Sie Ihren Gang aufs Klo effizient, regelmäßig und pünktlicher als die Schweizer Bahn. Darauf können Sie sich verlassen!

che lediglich eine Lage einzelner Darmepithelzellen, die von einer dünnen Schleimschicht überzogen sind. Dies macht den Darm zwar empfindlich gegenüber Chemikalien und Umwelteinflüssen, bietet ihm aber auch einige entscheidende Vorteile. Die Aufnahme von Nährstoffen wird erleichtert, da die Distanz vom Darminneren zu den Blutgefäßen möglichst klein gehalten wird. Der feinschichtige Aufbau ermöglicht ihm außerdem eine enge und feinfühlige Kommunikation mit seiner Umwelt. Diese Kommunikation erfolgt über ein dicht gespanntes Netz von über 100 Millionen Nervenzellen, die sich in 2 Schichten über die gesamte Länge unseres Verdauungsorgans ausbreiten. Die Anzahl dieser Nervenzellen ist so groß, dass es von Wissenschaftlern auch als zweites Gehirn oder «Darmhirn» bezeichnet wird. Sie, lieber Leser, liebe Leserin, besitzen also nicht nur ein, sondern zwei superintelligente Gehirne. Fühlt man sich bei diesem Gedanken nicht gleich ein bisschen schlauer?

Freunde durch dick und dünn

Unsere beiden Gehirne sind BFF (best friends forever). Sie tauschen sich über alles aus, was sich in ihrem Leben so abspielt. Ihre Kommunikation erfolgt in 2 Richtungen. Die von oben herab bewirkt beispielsweise, dass wir vor einem Vorstellungsgespräch alle 2 Minuten aufs Klo müssen. Sie befähigt uns aber auch, einen Pups zurückzuhalten, wenn wir bei unseren Schwiegereltern am Esstisch sitzen. Noch spannender und auch häufiger ist die Kommunikation in die andere Richtung, also von unserem Darm zum Gehirn. Diese erfolgt ausschließlich unbewusst, dringt aber in Form von körper-

lichen Gefühlen an die Oberfläche unseres Bewusstseins. Auch Sie hatten bestimmt schon einmal «Schmetterlinge im Bauch». Oder ist Ihnen bei schlechten Neuigkeiten auch schon «der Appetit vergangen»? Und verlassen Sie sich bei so mancher schwierigen Entscheidung auf Ihr «Bauchgefühl»? Bewusste und unbewusste Gedanken und Gefühle spiegeln sich in unserem sensiblen Verdauungsorgan wider. Unser Darm ist ein Barometer für unsere geistige und seelische Gesundheit.

Unser Darm ist ein Barometer für unsere geistige und seelische Gesundheit.

Reizdarm und chronisch entzündlichen Darmerkrankungen – leiden auch deutlich häufiger an Depressionen und anderen psychischen Leiden. Die Betroffenen profitieren oft mehr von Verhaltens- und psychotherapeutischen Optionen als von diätologischen Maßnahmen. Andererseits können Umstellungen in der Ernährung zu einer Besserung von psychi-

schen und neurologischen Erkrankungen führen. Ob vorrangig die Psyche Auswirkungen auf unsere Verdauung hat oder Störungen im Magen-Darm-Trakt unser Gehirn beeinflussen, ist noch nicht gänzlich geklärt. Immer mehr Hinweise deuten auf die zweite Möglichkeit.

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe Teil 2 und erfahren Sie weiterhin Spannendes über den «intelligenten Darm und seine Billionen Freunde».

Der Darm und das Gehirn sind Partner. Hat einer von ihnen ein Problem, beispielsweise durch chronischen Stress oder schlechte Ernährungsgewohnheiten, hat es auch Auswirkungen auf sein Gegenüber. Menschen mit funktionellen Darmerkrankungen – wie dem

Lebensweisheiten

Ein paar Tropfen Lebensweisheit

«Besser Herz über Kopf als Hals über Kopf.»

NA

«Niemand außer Christus kann den Charakter erneuern, den die Sünde zugrunde gerichtet hat.»

E. G. White

«Es gibt nur ein Mittel, sich wohl zu fühlen: Man muss lernen, mit dem Gegebenen zufrieden zu sein und nicht immer das zu verlangen, was gerade fehlt.»

Theodor Fontane

«Unser Leben auf Erden ist nur die erste Seite des Buches, nicht die letzte.»
Corrie ten Boom

DR. MED. UNIV. KARL-HEINZ OBERWINKLER

Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Krankenhausarzt Kärnten, A

Endometriose – «Wenn der Regelschmerz zur Regel wird»

Sie ist eine von vielen. Das ist ihr Problem. Und sie ist eine von 10–15 %. Und auch das ist ihr Problem. Martina S. hat Schmerzen während der Menstruation, sogenannte Dysmenorrhoen.

«Ach, das kenne ich auch», werden Sie vielleicht jetzt denken, «aber die sind nicht so schlimm, damit komme ich gut klar». Es stimmt: Viele Frauen haben leichte bis allenfalls mäßige Schmerzen während ihrer «Tage». Und deshalb, und genau darin liegt das erste Problem, wurde Martina S. lange nicht ernstgenommen. «Damit müssen wir Frauen leben!» So hat sie es von ihrer Mutter gehört und auch von Freundinnen, denen sie sich anvertraut hatte. Ihr früherer Gynäkologe habe Ähnliches gesagt und außerdem bei keiner Untersuchung etwas Abnormes gefunden. «Alles in Ordnung …», hieß es immer. Nun sei sie zu einer anderen Ordination

gewechselt. Die Ärztin dort erhob zwar auch einen Normalbefund, hat aber trotzdem einen Verdacht geäußert. Ihrer Meinung nach könnte eine Endometriose vorliegen.

Aus diesem Grund also sitzt Martina S. nun vor mir. Und um es gleich vorwegzunehmen: Die Bauchspiegelung, die wir bei ihr durchführten, hat den Verdacht bestätigt. Sie hat keine «normalen» Regelbeschwerden, sie leidet tatsächlich an Endometriose. Das ist das zweite Problem – ihr Hauptproblem.

Was ist Endometriose?

Die Gebärmutterhöhle ist mit einer Schleimhaut ausgekleidet, dem Endometrium. Diese Schleimhaut verändert sich

zyklisch. Einmal im Monat blutet sie im Laufe von 3–5 Tagen ab, um sich dann im Rest des Monats wieder aufzubauen. Sie ist also quasi die «Quelle» der Menstruation. Befindet sich das Endometrium außerhalb der Gebärmutterhöhle, also an anatomisch unkorrekter Stelle, dann liegt eine Endometriose vor. Die Ursache dafür ist trotz intensiver Grundlagenforschung nach wie vor nicht bekannt. Die «ortsfremden» Schleimhautinseln finden sich am häufigsten am Bauchfell des kleinen Beckens. Ebenfalls oft betroffen sind Organe in der Nachbarschaft der Gebärmutter: Eileiter, Eierstock, Blase und Darm. Auch in der Gebärmuttermuskulatur (und damit außerhalb der Gebärmutterhöhle) können Herde vorkommen. Und schließlich gibt es – wenn auch als Rarität –Organbefall jenseits des kleinen Beckens. Man hat zum Beispiel Endometriose in der Lunge oder im Gehirn nachweisen können. Überwiegend sind diese Herde sehr klein, zumeist stecknadelkopfgroß. Genau deswegen sind sie durch die klassischen Untersuchungsmethoden nicht aufzuspüren. Man sieht sie nicht, weder im Ultraschall noch

Die Endometriose ist zwar eine gutartige Erkrankung, die sich aber zum Teil «bösartig» verhält, indem sie andere Organe infiltriert.

Bauchhöhle

Gebärmutter

Blase

Neben diesen Organen können auch Dickdarm, Dünndarm, Blinddarm und Nabel betroffen sein.

mit CT oder MRI. Klar also, warum auch bei Martina S. immer «alles normal» war.

Es gibt aber auch größere Herde, zum Beispiel Zysten an den Eierstöcken oder Knoten an der Rückseite der Gebärmutter bzw. in der Blasen- oder Darmwand.

Die Endometriose ist zwar eine gutartige Erkrankung, die sich aber zum Teil «bösartig» verhält, indem sie andere Organe infiltriert. Auch eines der Rätsel, die diese Krankheit umgeben!

Wie äußert sich die Endometriose symptomatisch?

Bei einem Teil der betroffenen Frauen besteht Beschwerdefreiheit. Bei ihnen findet sich die Diagnose als Zufallsbefund. Viele aber haben zum Teil sehr intensive Beschwerden. Diese werden vor allem dann ausgelöst, wenn die Herde lokal eine Entzündungsreaktion hervorrufen. Das allein verursacht schon Schmerzen. Die Entzündung wiederum kann zu Verwachsungen im kleinen Becken führen –eine zusätzliche Schmerzquelle.

Und da diese Herde, ebenso wie ihr Muttergewebe, hormonabhängig sind, zeigen auch die Schmerzen sehr oft zyklischen Charakter. Deshalb ist der ausgeprägte Regelschmerz, die Dysmenorrhoe, das Leitsymptom. Auch Martina S. kommt ohne Schmerztabletten wäh -

Eileiter/ Eierstock

Muttermund

Enddarm

Scheide

rend der ersten zwei Regeltage nicht zurecht. Und selbst dann sind die krampfartigen Unterleibsschmerzen oft so stark, dass sie kaum arbeitsfähig ist.

schwerdefreiheit erzielt werden. Eine weitere Möglichkeit sind Hormontherapien, zum Beispiel gelbkörperhormon-betonte Pillen, die eventuell durchgehend ohne «Pillenpause» genommen werden. Damit werden die Herde nicht entfernt, aber «ruhig gestellt».

Endometriose und Ernährung

Trotzdem kann man

Weitere Erscheinungen sind Schmerzen beim Verkehr (Dyspareunie) sowie auch Darm- oder Blasensymptome bei entsprechendem Organbefall.

Frauen wie Frau Martina S. zu weitgehender Beschwerdefreiheit verhelfen.

Ein weiterer wichtiger Punkt: Die Endometriose schränkt sehr oft auch die Fruchtbarkeit ein.

Was kann man tun?

Da die Ursache der Erkrankung unbekannt ist, gibt es keine kausale Therapie. Man kann die Endometriose nicht heilen. Sie wird deshalb auch als chronische Erkrankung angesehen. Trotzdem kann man Frauen wie Martina S. zu weitgehender Beschwerdefreiheit verhelfen.

Standardtherapie ist die Operation, die in aller Regel minimal-invasiv als Laparoskopie durchgeführt werden kann. Man benötigt dazu nur vier kleine Schnitte («Knopflochchirurgie»). Nach der Diagnosesicherung erfolgt die Therapie. Ziel ist es, alle sichtbaren Herde zu entfernen. Bei sehr ausgedehnten Fällen kann das auch bedeuten, dass man Teile eines Organs (zum Beispiel ein Darmteilstück) entfernen muss. Nur so kann Be-

Eine gesunde Ernährung –und damit sind wir beim Thema dieser Ausgabe von «Leben und Gesundheit» – kann die Endometriose natürlich auch nicht heilen, aber die Symptome sehr günstig beeinflussen. Empfohlen wird eine möglichst vegetabile Ernährung mit hohem Rohkostanteil. Antioxidantien wie Vitamin C, E und A sowie Zink oder Selen hemmen Entzündungen. Verwenden Sie hochwertige Pflanzenöle mit ihren ungesättigten Fettsäuren. Meiden Sie vor allem praemenstruell (vor der Menstruation) Milch und Milchprodukte. Sojaprodukte hingegen beeinflussen die Beschwerden ebenso positiv wie magnesiumreiche Nahrungsmittel (Trockenfrüchte, Vollkorngetreide, Haferflocken), da Magnesium krampflösend wirkt.

Fazit

Erfreulicherweise konnten wir Martina S. helfen. Sie ist heute weitgehend beschwerdefrei. Sie spricht gar von einem «neuen Lebensgefühl» ohne die monatlichen Schmerzen!

Daher, liebe Leserinnen: Nicht jeder Regelschmerz ist einfach «normal» und muss als «Frauenschicksal» hingenommen werden. Es könnte Endometriose sein! Und gegen diese können Sie, können wir, etwas tun!

Herzlichst

Ihr OWI

DR.

Praktizierender Arzt und Autor, Vereinsmitglied der Schweizerischen Medizinischen Gesellschaft für Phytotherapie (www.smgp.ch)

Spanien / Schweiz

Cranberry

Verhindert das Einnisten von Bakterien in der Harnblase, im Mund und auf der Magenschleimhaut.

Generelle Informationen:

Kranbeeren schmecken sauer, herb und eher unangenehm, im Gegensatz zu Blaubeeren (Heidelbeeren), die köstlich und süß sind. Aber die Kranbeeren besitzen ausgezeichnete medizinische Eigenschaften – besonders gegen Harnwegsinfektionen. Mehr als 30 Studien – im Labor und mit Menschen – haben sie als wirksame und sichere Alternative zur Behandlung von verschiedenen chronischen Infektionen anstelle von Antibiotika ausgewiesen.

Hauptinhaltsstoffe:

• Benzoe-, Apfel-, Zitronenund andere organische Säuren.

• Anthocyane, Proanthocyanidine und Polyphenole.

• Glykoside wie Epicatechin und Catechin.

Wirkungen:

• Keimtötend im Urinal-Bereich: Kranbeeren verhindern das Festsetzen von Koliund anderen Bakterien im Gewebe der Harnblase und -röhre, wodurch das Wiederauftreten von Infekten vermieden werden kann.

• Kranbeeren reduzieren den pH-Wert des Urins, was ebenfalls das Bakterienwachstum hindert.

• Die Ausscheidung von Kalzium über den Urin wird verringert, was zur Prävention

von Blasensteinen beiträgt.

• Keimtötend im Mund- und Rachenraum

• Stärkt das Immunsystem

• Zusammenziehend

• Antioxydant

Generelle Hinweise / Vorsichtsmaßnahmen:

Kranbeeren sind ungefährlich und werden gut vertragen. Auch in Schwangerschaft und Stillzeit gilt es keine Einschränkungen zu beachten.

Ungünstige

Nebenwirkungen:

• Bei sehr hoher Dosierung (mehr als 3 bis 4 Liter Saft pro Tag) kann sich ein Unwohlsein im Magen oder auch Durchfall einstellen.

• In seltenen Fällen kann es zu Überempfindlichkeiten kommen.

Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten

• Bei Personen, die Blutverdünnungsmittel (Warfarin oder Sintrom) einnehmen, kann es zu unerwünschten Wirkungen kommen.

Kontraindikationen:

• schweres Nierenversagen.

Gesetzliche Regelungen:

Die Kranbeere ist im US-amerikanischen Arzneimittelverzeichnis aufgeführt.

Wissenschaftlicher Name: Vaccinium macrocarpon Aiton. Andere deutsche Namen: Großfrüchtige Moosbeere, Kranichbeere, Kranbeere Familie: Heidekrautgewächse, Ericaceae. Botanische Beschreibung: Niedriger immergrüner Strauch mit leuchtend roten Beeren.

Geographische Verbreitung: Im Norden der USA und in Kanada sowie in den nördlichen Regionen Europas und Asiens.

Vorkommen: Kalte Bergregionen Verwendete Pflanzenteile: Ausgereifte rohe oder auch getrocknete Früchte (Beeren).

Cranberry

Medizinischer Gebrauch von Kranbeeren

Harnwegsinfektionen

Der Konsum von Cranberry-Saft verzögert das erstmalige oder wiederholte Auftreten von Harnweginfektionen. Dadurch erübrigt sich die häufige Anwendung von Antibiotika mit ihren Nebenwirkungen (Bakterienresistenzen), besonders bei bakteriellen Infekten und Scheidenentzündungen durch Pilze (Kandidose).

Man verwendet Kranbeeren besonders bei wiederholten und chronischen Blasenentzündungen und Infekten der Harnwege. Sie können jedoch bei akuten Infekten die Antibiotika nicht völlig ersetzen. In der Prävention sind sie in gleicher Weise wirksam, jedoch ohne die unerwünschten Nebenwirkungen.

Harnwegprobleme bei Männern

Eine chronische Prostataentzündung, oft kombiniert mit einer Prostatavergrößerung, kann mit Kranbeeren gut behandelt werden.

Infektionen mit Helicobacter pylori

Cranberry-Saft ist in der Lage, das Festsetzen von Bakterien dieser Art an der Magenschleimhaut zu verhindern und so ihre Ausmerzung zu ermöglichen.

Parodontale Erkrankungen

Die Kranbeere verhindert das Wachstum von Bakterien, die im Mund das Gebiss angreifen, und bekämpft Zahnplaque.

Krebsprävention

Dosierung

Innerlich

Kommerziell hergestellter Cranberry-Saft (Zubereitung ②): Man sollte zumindest 2 Gläser (ca. ½ l) täglich trinken. Wenn es um die Vermeidung von Harnwegsinfektionen geht, genügt auch 1 Glas pro Tag (ca. ¼ l). In der Regel ist eine Therapie von 1 – 2 Wochen ausreichend.

Kranbeeren-Extrakt (Zubereitung ③): Man nimmt 300 – 400 mg (eine Kapsel) 2 oder 3 Mal pro Tag während einiger Wochen ein.

Innerlich

Kommerziell hergestellter Cranberry-Saft (Zubereitung ② ): Man sollte zumindest 2 Gläser (ca. ½ l) täglich trinken, während eines Zeitraums von etwa 90 Tagen.

Frische Beeren, kommerziell hergestellter Saft oder ein Extrakt werden zum täglichen Konsum empfohlen.

Die meisten publizierten Studien sind eher auf den präventiven Einsatz von Kranbeeren ausgerichtet als auf die Behandlung von akuten Harnweginfekten. Die vielen Vorteile gegenüber Antibiotika (Erhaltung der natürlichen Bakterienstämme im Körper und die Vermeidung von Bakterienresistenzen) rechtfertigen aber auch einen Einsatz in der Therapie bei nicht allzu schweren Infektionen.

Zubereitungsarten

① Frische Kranbeeren

Man konsumiert 1 bis 3 Handvoll Beeren pro Tag.

② Kommerziell hergestellter Cranberry-Saft

Reiner Saft ohne Zuckerzusatz wäre das Beste, aber er ist kaum genießbar. Süßmittel ohne Kalorien sind besonders empfehlenswert, z. B. Stevia.

③ Kranbeeren-Extrakt

Kranbeeren-Extrakt ist als gute Alternative zum Saft zu empfehlen, weil er nicht gesüßt werden muss. Wer die Kapseln einnimmt, sollte aber auf eine ausreichende Zufuhr von Wasser oder anderen gesunden Getränken achten.

Preisrätsel Nr. 17

k a f f e e v b k a u e n

u v i e l s e i t i g n

s p o r t t u b g

g e f a s t e n s c h l a f e n

g e m ü s e m h a u s a

w t i o u t u h r

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s u c h t g e s c h m a c k u r a l t k r n k a v m a h l z e i t b

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g e t r e i d e p r o d u k t e

t r i n k , w a s k l a r i s t r e d w a s w a h r i s t m a r t i n l u t h e r

Lösungen:

Lösungssatz Preisrätsel Nr. 16: «Fuer die Welt bist du irgendjemand, aber fuer irgendjemand bist du die Welt». Erich Fried Sudoku (von oben nach unten): 9 / 1 / 8

Gewinner:

Rätsel Nr. 15 (September/Oktober 2015): Frau P. Matotta, Edlibach. Herr H. Billeter, Schönenberg.

Haben Sie den Lösungssatz dieses Rätsels erarbeitet? Wir verlosen unter den richtigen Einsendungen zwei Gutscheine im Wert von CHF 50,–, gültig zum BeLösungssatz:

zug von Artikeln aus dem Angebot des Advent-Verlages. Wenn Sie dazu auch das Sudoku lösen und uns die drei farbig hinterlegten Zahlen (von links nach rechts) nennen, erhöht sich Ihr Gewinn auf CHF 65,–. Bitte, senden Sie die Lösungen auf einer Postkarte bis zum 10. Februar (Poststempel) an unsere Adresse:

Leben und Gesundheit Rätsel, Leissigenstr. 17 CH-3704 Krattigen

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Denksport!

Sudoku
Trdina, Rätsel: Redaktion
«Leben & Gesundheit»

Kinderseite

HANNA FREIBURGHAUS

Kleinkind- und Horterzieherin i.A. St. Peter, A

Hallo, ihr Lieben, in diesem Jahr wollen wir uns gemeinsam die Jahreszeiten etwas näher anschauen.

Schnee, Schnee, Schnee

Es ist gerade Januar, und vom Himmel fallen hoffentlich ganz viele Schneeflocken. Gemeinsam wollen wir etwas über den Schnee lernen.

Schnee – Warum ist er weiß?

Der Schnee besteht genauso wie die Regentropfen aus Wasser, und Wasser ist durchsichtig, also farblos. Wenn es aber kalt wird, frieren die Regentropfen zu vielen kleinen Eisplättchen, zu sogenannten Eiskristallen. Jedes einzelne Eiskristall ist so winzig, dass es mit bloßem Auge gar nicht gesehen werden kann, doch zusammen bilden sie eine Schneeflocke. Diese ist nun nicht mehr farblos, sondern weiß.

Schneeflocken – Seid ihr alle gleich?

Nein, denn jede Schneeflocke setzt sich aus verschiedenen Eiskristallen zusammen. Somit bilden sich ständig neue Schneeflocken mit unterschiedlichen Mustern. Auf dem Bild unten kannst du das gut erkennen, doch mit bloßem Auge kann man diese nicht sehen, denn dafür sind die Schneeflocken viel zu klein.

Gemeinsam wollen wir Schneeflocken basteln:

Du brauchst:

• rundes Faltpapier

• Schere

• Bleistift

1. Schritt:

Lege deinen Kreis vor dich auf den Tisch und halbiere diesen drei Mal, sodass er geachtelt ist.

2. Schritt:

So sieht der Kreis zusammengefaltet aus.

3. Schritt:

4. Schritt:

Schneide den Linien entlang.

5. Schritt:

Falte deine Schneeflocke auseinander und hänge sie an euer Fenster. Verschiedenfarbige Schneeflocken sehen bestimmt auch sehr hübsch aus.

Zeichne mit Bleistift Linien auf, denen du nachschneiden kannst.

Blutzucker in Balance

Ich frage mich, ob sich die gesamte natürliche Welt mit allen ihren farbenreichen Facetten, packenden Phänomenen und erstaunlichen Erscheinungen mit einem Wort beschreiben lässt. Welches Wort wäre es? Mein Vorschlag ist: Balance!

Balanceakt des Lebens

Das Leben, wie wir es kennen, ist stets nur innerhalb feiner Grenzbereiche möglich. Vor etlichen Jahren erklärte meine Physiklehrerin, dass lediglich eine winzige Veränderung der Konstante der Gravitationskraft ausreichen würde, um nicht mehr existieren zu können. Planeten und Sterne, ja ganze Sonnensysteme, könnten nicht bestehen. Mein Chemielehrer lehrte mich die Notwendigkeit der verschiedenen Anziehungskräfte zwischen Atomen und subatomaren Teilchen. Sowohl eine zu starke als auch eine zu schwache Form dieser Kräfte würde menschliches und tierisches Leben unmöglich machen. Damals wie heute bin ich von der Zerbrechlichkeit unserer Existenz beeindruckt. Die Natur

Das tut dem Blutzuckerspiegel gut

• Ausdauerbewegung an der frischen Luft.

• Vollwertige Ernährung mit reichlich Obst, Gemüse und Vollkornprodukten.

• Mäßiger Umgang mit Süßspeisen.

bestreitet kontinuierlich einen Balanceakt zwischen Zuviel und Zuwenig. Der menschliche Körper bildet keine Ausnahme. Tagtäglich arbeiten alle Organe eng zusammen, um zahlreiche physiologische Abläufe im Gleichgewicht zu halten.

Ausgewogene Ernährung

Das Wort Ernährung erinnert mich an einen Cartoon, den ich vor einiger Zeit entdeckte. Darauf ist ein schwer übergewichtiger Mann zu sehen. Er sitzt auf der Behandlungsliege der Hausärztin und wartet auf die Diagnose. Die Ärztin meint: «Ihr Problem ist, dass Sie die Ernährungspyramide umgekehrt gelesen haben.» Mit Humor vermittelt dieser Cartoon eine wertvolle Wahrheit. In der Ernährung kommt es auf die richtige Balance der Nährstoffe an.

«Die Menge und Art der Nahrungsmittel sind die entscheidenden Faktoren für die menschliche Gesundheit.»

Dr. Hu Ching-Li, Arzt der WHO, sagte 1998 treffend: «Die Menge und Art der Nahrungsmittel sind die entscheidenden Faktoren für die menschliche Gesundheit.»

Unser Körper muss verarbeiten, was wir ihm durch unsere Nahrungsaufnahme verabreichen. Auf erstaunliche Art und Weise regelt er das Gleichgewicht des komplexen Nährstoffhaushaltes. Eine bedeutende Rolle kommt hierbei der Regulation des Blutzuckers zu.

1x1 des Blutzuckers Als Blutzucker bezeichnet man im Allgemeinen die Konzentration von Traubenzucker (Glukose) im Blut. Die meisten Organe des menschlichen Körpers können Fettsäuren, Aminosäuren und Glukose für die Energiegewinnung verwenden. Nur das Nierenmark und die roten Blutkörperchen sind zur Gänze auf Glukose als Energielieferant angewiesen. Auch das Gehirn nimmt hier einen Sonderstatus ein. Die Blut-Hirnschranke umgibt das zentrale Nervensystem wie eine Schutzmauer. Freie Fettsäuren können diese Schranke nicht überwinden. Die kleinen Zuckermoleküle können aufgrund spezieller Transportsysteme hindurchgelangen und stellen dort die benötigte Energie bereit. Ein Abfall des Blutzuckerspiegels führt rasch zu einer Gefährdung der teilweise lebenswichtigen Gehirnfunktionen. Dies versucht der Körper zu verhindern.

In Balance

Der Blutzuckerwert wird in mg/dl oder in mmol/l angegeben. Eine Messung in der Früh vor der ersten Mahlzeit wird als Nüchternblutzucker bezeichnet und sollte in der Regel zu einem Ergebnis unter 100 mg/dl (5,5 mmol/l) führen. Nach dem Frühstück soll der Wert 140 mg/dl (7,8 mmol/l) nicht übersteigen.

Da der Blutzucker sehr rasch reagiert, ist eine einmalige Messung kein Beweis für eine Krankheit. Nichtsdestotrotz sollte eine ärztliche Kontrolle durchgeführt werden. Denn der Arzt kann einen Glukose-Toleranztest durchführen oder den HbA1c messen. Dieser Wert wird auch als «Langzeitzucker» bezeichnet, weil er Informationen über den Blutzuckerverlauf der letzten drei Monate liefert. Anhand dieses Wertes kann der Fachmann auch beurteilen, ob etwaige Medikamente regelmäßig oder nur unmittelbar vor dem Arztbesuch eingenommen worden sind.

Zu viel

Mediziner sagen zur Zuckerkrankheit «Diabetes Mellitus». Diabetes bedeutet «durchfließen» und Mellitus «honigsüß». Und genau das ist die Zuckerkrankheit – ein «honigsüßer Durchfluss». Denn 1675 diagnostizierte Thomas Willis diese Krankheit anhand einer Geschmacksprobe des Urins. Es kommt zu einer erhöhten Konzentration von Glukose im Blut (Hyperglykämie), die in den Nieren vermehrt ausgeschieden wird. Aufgrund des chemischen Phänomens der Osmose kommt es zu einer Verdünnung des zuckerhaltigen Harns mit Wasser. Dies führt zu gehäuften WC-Besuchen.

Man unterscheidet vier Typen von Diabetes Mellitus:

• Typ 1 ist meist von Kindheit an vorhanden – ca. 10 % der Diabetiker.

• Typ 2 wird meist im Laufe des Lebens erworben –ca. 90 % der Diabetiker.

• Typ 3 entsteht aufgrund einer anderen Erkrankung.

• Typ 4 tritt während der Schwangerschaft auf.

Jede Zuckerkrankheit gehört professionell behandelt. Denn in Folge kann es sowohl zu Gefäß- und Nervenerkrankungen als auch zu Schäden an den Augen und Nieren kommen.

Zu wenig

Bei Glukosewerten unter 40 mg/dl (2,2 mmol/l) kommt es zur sogenannten Unterzuckerung (Hypoglykämie). Der Körper reagiert mit Nervosität, Unruhe, Herzrasen und sogar plötzlicher Bewusstlosigkeit. Daher ist es für den Körper unerlässlich, den Blutzuckerspiegel über den gesamten Tag möglichst konstant zu halten.

Zurück zur Balance

Der komplexe Steuermechanismus für einen stabilen Blutzuckerwert wird im Wesentlichen von zwei Hormonen der Bauchspeicheldrüse bewirkt. Das Insulin aus den Beta-Zellen senkt den Blutzuckerspiegel. Das Glukagon wird in den Alpha-Zellen produziert und hebt den Blutzuckerspiegel in den Nahrungspausen zwischen

den Mahlzeiten an. Darüber hinaus gibt es noch andere Hormone wie das Adrenalin und das Cortisol, die den Glukosespiegel mitregulieren. Der Körper ist auf Stabilität angewiesen. Er wendet viel Energie auf, um Extreme im Zuviel oder im Zuwenig zu vermeiden. Denn schlussendlich hält ihn die Ausgewogenheit am Leben. Hierin erteilt uns unser Körper eine wichtige Lektion: Lebe im Gleichgewicht!

Mögliche Symptome von Diabetes Mellitus

• Müdigkeit und Leistungsminderung.

• Vermehrtes Durstgefühl und trockener Mund.

• Häufiges Trinken und Wasserlassen.

• Häufige Infektionen oder Juckreiz.

Zuckerfallen

Rauch Eistee Zitrone 2,0 l 167 g 45 Stk.

Haribo Goldbären

g 234 g 63 Stk.

Milchschnitte 28 g 10 g 3 Stk. Nutella

Leitungswasser Krug 0 g 0 Stk.

UTE EGGLER

Gesundheitsberaterin

Wünnewil, CH

Winterliche Salatparty

Chinakohlsalat mit Sauerkraut (mind. 6 Portionen)

1 mittelgroßer Chinakohl, fein geschnitten

200 g rohes Sauerkraut

3 große Karotten, grob geraspelt

1 Zwiebel, gehackt Knoblauchpulver

8-10 Paranüsse

½ Zitrone, Saft

1 TL Vollrohrzucker

2 EL Dill, frisch, gehackt Kräutersalz

1. Knoblauchpulver, Paranüsse, Zitronensaft, Vollrohrzucker und Kräutersalz in kleinen Mixer geben. Mit Wasser bedecken und fein pürieren. Nach Belieben Wasser hinzufügen.

2. Chinakohl, Sauerkraut, Möhren, Zwiebel und Salatsauce in Schüssel geben und verrühren.

3. Vor dem Servieren einige Minuten ziehen lassen.

Sellerie-Karotten-Salat (mind. 6 Portionen)

300 g Sellerie, geraspelt

200 g Karotten, geraspelt kleine Zwiebel, gehackt

100-150 g Soja-Creme

4 EL Zitronensaft

2 EL Tomatenmark

2 TL Vollrohrzucker

½-1 TL Kräutersalz einige getrocknete Cranberries

4 EL Mandeln, geröstet

1. Soja-Creme, Zitronensaft, Tomatenmark, Vollrohrzucker und Kräutersalz verrühren.

2. Sellerie, Karotten, die Zwiebel, Cranberries und Salatsauce in Schüssel geben und verrühren.

3. Mandeln über Salat streuen.

Rotkrautsalat mit Orangen (mind. 6 Portionen)

1 Orange, Saft

1 Knoblauchzehe, gepresst

½ TL Senf

1 EL Olivenöl

1-2 EL Zitronensaft Salz

150 g Brokkoli-Röschen

450 g Rotkraut, fein geschnitten

3 Orangen, geschält, geviertelt und in Scheiben geschnitten

1 Bund Schnittlauch, geschnitten

1 Avocado, in Würfel geschnitten

50 g Baumnüsse, grob gehackt

1. Erste sechs Zutaten zu Salatsauce verrühren.

2. Brokkoli-Röschen im Siebeinsatz bissfest dämpfen. Abkühlen.

3. Alle Zutaten vorsichtig verrühren.

Chinakohlsalat mit Sauerkraut

Sellerie-Karotten-Salat

Rotkrautsalat mit Orangen Grünkohlsalat

Grünkohl (Federkohl)Salat (6 Portionen)

Geröstete Kichererbsen

400 g Kichererbsen, gekocht

½ TL Olivenöl

½ TL Meersalz

½ TL Knoblauchpulver

Salatsauce

50 g Cashewnüsse, möglichst über Nacht eingeweicht

50 g Wasser

1 EL Olivenöl

1 EL Zitronensaft

½ TL Senf

½ TL Knoblauchpulver

1 Knoblauchzehe, gepresst

½ EL Sojasauce

2 TL Kapern

½ TL Meersalz

Streusel

25 g Cashewnüsse

2 EL Sesam

1 EL Edel-Hefeflocken

½ TL Knoblauchpulver Meersalz

Salat

300 g Grünkohl, sehr klein geschnitten

500g Römersalat (Lattich), in feine Streifen geschnitten

1. Kichererbsen (ohne Flüssigkeit) mit Olivenöl, Knoblauchpulver und Meersalz vermischen und bei 180 Grad 20 Min. im Backofen rösten. Kichererbsen wenden und nochmals 10 Minuten rösten.

2. Alle Zutaten für Salatsauce in kleinen Mixer geben, mit Wasser bedecken und sehr fein pürieren. Nach Belieben noch Wasser hinzufügen.

3. Alle Zutaten für Streusel im kleinen Mixer fein mixen.

4. Grünkohl und Römersalat in Schüssel geben und Salatsauce unterrühren.

5. Kichererbsen und Streusel darüber geben.

Anstelle von Grünkohl kann auch Wirsing verwendet werden.

Süßkartoffelsalat

(4 Portionen)

600 g Süßkartoffeln, geschält und in Würfel geschnitten

1 EL Olivenöl

2 kleine Orangen, in kleine Stücke geschnitten plus 1 kleine Orange, davon 4 EL Saft

1 Frühlingszwiebel, in feine Ringe geschnitten oder 1 kleine rote Zwiebel, in feine Streifen geschnitten

½-1 TL Knoblauchpulver

1. Süßkartoffeln in Sieb bissfest dünsten. Abkühlen.

2. Alle Zutaten vorsichtig vermischen. Mit Salz nach Belieben abschmecken.

3. Vor dem Servieren ca. 30 Min. ziehen lassen.

Grünkernsalat

(4 Portionen)

150 g Grünkern

300 ml Wasser

2-3 Tomaten, gewürfelt

150 g geräucherter Tofu, gewürfelt

½ rote Zwiebel, gehackt

1-2 EL Zitronensaft

1 EL Olivenöl Kräutersalz

1. Grünkern mit Wasser bedecken und auf kleiner Stufe eine Stunde köcheln lassen. Abkühlen.

2. Tomaten, Tofu, Zwiebel, Zitronensaft und Olivenöl in Schüssel geben, umrühren und mit Kräutersalz abschmecken.

Impressum Zweimonatliches Magazin für ganzheitliche Gesundheit nach dem NewstartPlus® Konzept 87. Jahrgang Nr. 1, Jan./Feb. 2016 www.lug-mag.com

Herausgeber und Verlag:

Schweiz: Advent-Verlag Zürich, Zweigstelle Krattigen, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen, Tel. +41 33 654 10 65, Fax. +41 33 654 44 31, E-Mail: info@advent-verlag.ch, www.advent-verlag.ch, PC 30-19342-9 und Österreich: Top Life Wegweiser-Verlag, Prager Straße 287, A-1210 Wien, Tel. +43 1 2294 000, E-Mail: info@toplife-center.com

Partnerorganisationen: Schweizerische Liga Leben und Gesundheit, www.llg.ch Deutscher Verein für Gesundheitspflege, www.dvg-online.de Österreichische Liga Leben und Gesundheit, www.llg.at

Redaktion: Chefredaktor Stephan Freiburghaus (SF), redaktion@lug-mag.com

Redaktionsteam: Heidi Albisser, Christian Alt M.A., Dr. med. Ruedi Brodbeck, Dagmar Dorn, Christian Frei M.A., Dominik Maurer, Günther Maurer. Layout: querfeld1 by rohnerspiller.ch | Ilona Würgler

Bezugsbedingungen:

Schweiz: Zweijahresabonnement, 12 Ausgaben: CHF 119.–www.lug-mag.com

Österreich: Zweijahresabonnement, 12 Ausgaben: € 99,–www.lug-mag.com

Deutschland: Zweijahresabonnement, 12 Ausgaben: € 99,–www.lug-mag.com

Alle Preise inklusive Versandkosten Schriftliche Bestellungen aus Deutschland und Österreich an: Advent-Verlag, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen Ausgabe für Sehbehinderte und Blinde in Audio: Blindenhörbücherei der Stimme der Hoffnung, Sandwiesenstr. 35, D-64665 Alsbach-Hähnlein, Tel. +49-6257-50653 35

Druck: Jordi Medienhaus, 3123 Belp, www.jordibelp.ch

Auflage: 11 500 Exemplare

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Kein Teil dieses Heftes darf ohne Einwilligung des Verlages in irgendeiner Form vervielfältigt werden. Die Artikel in Leben & Gesundheit® repräsentieren die Meinung der Autoren und spiegeln möglicherweise nicht in allen Details die Ansichten des Redaktionsteams wider.

Kursangebote – Vorträge

Schweiz

Schweizerische Liga Leben und Gesundheit | www.llg.ch

Das Leben entrümpeln! Befreit durch Entsorgung

Was: Wie gelingt das «Entrümpeln» unseres Innenlebens?

Referent: Günther Maurer, LLGGesundheitsberater und Seelsorger

Wann: Sonntag, 17. Januar 2016, 16.00 Uhr

Wo: General-Sutter-Museum, Hauptstrasse 1, 4450 Sissach

Kosten: Eintritt frei, freiwilliger Unkostenbeitrag

Anmeldung und Infos: Monika Röhlig, +41 (0)61 599 45 65, monika.roehlig@llg.ch, www.llg.ch

Die Heilkraft der Vergebung entdecken

Was: Mit Ärger und Wut konstruktiv umgehen lernen.

Referent: Dr. med. Ruedi Brodbeck

Wann: Dienstag, 26. Januar 2016, 19.00 Uhr

Wo: Personalrestaurant Firma Leica Geosystem (Optik-Hus), Heinrich-Wild-Strasse 2, 9435 Heerbrugg

Kosten: Eintritt frei!

Anmeldung und Infos: Emil Kanev, +41 (0)79 616 85 55, emil.kanev@llg.ch, www.llg.ch

Vergeben lernen – Ihrer Gesundheit zuliebe

Was: 7 Abende zu je 2 Std.

Referent: Emil Kanev, Vergebungstrainer und Gesundheitsberater

Wann: Jeweils am Dienstag, vom 9. Februar bis 29. März 2016, 19.00 – 21.00 Uhr

Wo: Personalrestaurant Firma Leica Geosystem (Optik-Hus), Heinrich-Wild-Strasse 2, 9435 Heerbrugg

Kosten: CHF 120.– pro Person, CHF 180.– pro Paar

Infos: Emil Kanev, +41 (0)79 616 85 55, emil.kanev@llg.ch, www.llg.ch

Endlich frei – vom Rauchen

Was: Raucherentwöhnungskur

Referent: Remo Fischer, Gesundheitsberater

Wann: 07. – 18. Februar 2016

Wo: Sonnmatt, Bergpension & Gesundheitszentrum, Schwand, 9642 Ebnat-Kappel, www.bergpension.ch

Kosten: Ab CHF 2090.–, Paarpreis

1990.– pro Person (inkl. Vollpension)

Anmeldung und Infos: Sonnmatt Bergpension, +41 (0)71 993 34 17, remo.fischer@bergpension.ch

Infarkt der Seele! Leben zwischen Ansporn und Überforderung

Was: Wie gelingt das «Entrümpeln» unseres Innenlebens?

Referent: Günther Maurer, LLGGesundheitsberater und Seelsorger

Wann: Dienstag, 23. Februar 2016, 19.30 Uhr

Wo: Stadthaus, Untere Gasse 2, 3800 Unterseen

Kosten: Eintritt frei!

Anmeldung und Infos: Käthi Jaudas, +41 (0)34 495 56 77, k.jaudas@llg.ch, www.llg.ch

Von Herz zu Herz

Was: Konflikte als Chance erkennen und lösen. Ein Seminar in vier Etappen.

Referent: Emil Kanev, Gesundheitsberater und Seelsorger

Wann: Jeweils am Mittwoch, vom 10. Februar bis 9. März 2016, 19.00 – 21.00 Uhr

Wo: Seminarraum LLG, Rosenbergstrasse 58, 9000 St. Gallen

Kosten: CHF 100.– pro Person, Paarpreis 160.– (für 4 Abende zu 2 Std.)

Anmeldung und Infos: Emil Kanev, +41 (0)79 616 85 55, emil.kanev@llg.ch, www.llg.ch

Wege aus der Depression

Was: Ganzheitliche Anti-Depressions-Kur

Referent: Ernst Zwiker, LLG-Gesundheitsberater und Erwachsenenbildner

Wann: 13. – 24. März 2016

Wo: Sonnmatt, Bergpension & Gesundheitszentrum, Schwand, 9642 Ebnat-Kappel, www.bergpension.ch

Kosten: Ab CHF 2290.– (inkl. Vollpension), Rabatte für Begleitperson

Anmeldung und Infos: Sonnmatt Bergpension, +41 (0)71 993 34 17, remo.fischer@bergpension.ch

Zucker – eine Sünde, eine Falle oder einfach nur süss?

Was: Aus der Serie «Kann man Gesundheit essen?»

Referentin: Edith Maier, LLGGesundheitsberaterin

Wann: Dienstag, 15. März 2016, 19.30 Uhr

Wo: Treffpunkt Falken, Falkenweg 10, 6340 Baar

Kosten: Eintritt frei!

Infos: Bernhard Cavegn, +41 (0)76 405 02 75, baar@llg.ch, www.llg.ch

Österreich

Österreichische Liga Leben und Gesundheit | www.llg.at

LLG-GesundheitsCLUBs an 11 Standorten

Was: Austausch, gemeinsames Lernen, geselliges Beisammensein

Themen: Vegane Küche, NewstartPlus©, Stressmanagement, Wandern, Wirbelsäule etc.

Wo: Braunau, Bödele, Feldkirch, Graz, Linz, Mistelbach, Salzburg, Tulln, Voitsberg, Wien

Weitere Infos: www.llg.at

Newstartprogramme –Gesundheit erleben

Was: Newstart-Gesundheits-Programm mit persönlicher Betreuung, Gesundheitscheck, Workshops, Vorträge u.v.m.

Wo: Country Life Gesundheitszentrum Mattersdorferhof, Mattersdorf 10, A-9560 Feldkirchen/Kärnten Infos und Anmeldung: +43 (0)42 77 23 37, www.countrylife.at, office@countrylife.at

HOPE TV Programm TiPPs

Lust auf lecker –Auberginen-Spinat-Salat Veganes französisches Essen: mediterraner Auberginen-Salat mit Spinat, dazu Kichererbsen-Suppe mit Esskastanien. Alle Rezepte finden Sie unter www.lustauflecker.de. 7.1.2016 | 10:00 Uhr

Fit & gesund – Vegane Ernährung

Vegane Lebensweise ist mit Vorurteilen behaftet – doch zu Unrecht. Worauf man achten sollte und welche Vorteile eine vegane Ernährung mit sich bringt, wird von Dr. Dr. Gerd Ludescher erklärt. 19.1.2016 | 16:30 Uhr

www.hope-channel.de

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Angeboten finden Sie unter www.llg.ch und www.llg.at. Für Deutschland besuchen Sie www.dvg-online.de

«Wunder über Wunder»

Was ist denn Ihre Lieblingsjahreszeit? Freuen Sie sich, wenn der Schnee in dicken Flocken sanft vom Himmel rieselt – oder halten Sie es doch lieber mit dem Frühling und dem Erwachen der Natur? Sind Sie ein «Sommerkind»? Ihnen kann es gar nicht heiß genug sein? Vieleicht aber lieben Sie den Herbst mit seinen bunten Farben!? Grund genug, einmal ein paar Zeilen den Wundern der Natur, die uns umgibt, zu widmen!

Die Sonne

Wussten Sie, dass es viele Milliarden Galaxien im Universum gibt, die ihrerseits wieder aus Milliarden von Sternen bestehen? Unsere Sonne ist einer dieser Sterne in der Galaxie namens Milchstraße; ein eher schwach leuchtender, kleiner Stern, der aber genau in der richtigen Dosierung seine Strahlung aussendet, sodass das Leben, wie wir es kennen, auf unserer Erde möglich ist. Und dieser Stern hat auch genau die richtige Entfernung zur Erde. Es gibt Sterne, die so groß sind, dass sie, wären sie an Stelle der Sonne, den ganzen Himmel ausfüllen würden, und andere, die so klein sind, dass sie nur ein hell leuchtender Punkt wären. In keinem dieser Fälle wäre Leben möglich. Der Abstand und die Ausrichtung der Erdachse zu ihrer Bahn um die Sonne sind haargenau richtig – genial für das Leben, auch für das menschliche. Würde sich dieser Abstand nur um ein paar Meter verringern oder vergrößern,

wäre auf unserem Planeten kein Leben möglich. Eine mehr als erstaunliche Konstruktion, oder was meinen Sie?

Vom Licht zur Finsternis

In der kilometertiefen Dunkelheit des Meeres, wo ein enormer Druck herrscht, das Wasser unangenehm kalt ist und wohin sich kein Lichtstrahl mehr verirrt, können wir sie finden: die Leuchtfische. Durch eine faszinierende Symbiose machen die Tiere der Tiefsee die Nacht zum Tag. Der Tiefseeanglerfisch beispielsweise fängt seine Beute räuberisch. Eine kleine Antenne, die aus seinem Kopf wächst und wie eine kleine Angel Fische anlocken soll, besitzt einen ebenfalls angewachsenen Köder, gefüllt mit Leuchtbakterien. Nähern sich Fische diesem seltsamen Licht, werden sie vom «Tiefseeangler» gefressen. Doch die «Bio-Lumineszenz» in der Tiefsee hat auch eine Schutzfunktion. Tintenfische stoßen hier keine Tinte aus, um sich zu verstecken und zu flüchten, sondern geben ein hell leuchtendes Sekret ab, das die Verfolger ablenkt!

in der Erde möglich wäre. Regenwürmer graben den Boden um und versorgen ihn so mit dem notwendigen Sauerstoff. Sie zersetzen tote Tiere und Pflanzen und machen daraus fruchtbare Erde. Wussten Sie, dass es unzählige verschiedene Arten von Regenwürmern gibt?

Nicht nur rosa farbige, sondern auch schwarze, hellgrüne, solche mit Punkten, ja sogar leuchtend blaue!

Wir Menschen haben einen wundervollen Platz auf dieser Erde – Sie und ich!

Die Regenwürmer des tropischen Urwalds sind hingegen wenig spektakulär gefärbt. Doch dafür erreichen sie eine beachtliche Länge von über einem Meter! Sogar so etwas scheinbar «Langweiliges» wie der Regenwurm wurde in einer erstaunlichen Vielfalt geschaffen!

Noch ein Blick auf die «Landbewohner»:

Jeder kennt sie, die kleinen rosafarbenen Bewohner des Erdbodens, ohne die kein Leben

Dies sind nur einige Beispiele aus der Vielfalt der wundervollen Natur. Da wo sie noch zu genießen ist, sollten wir sie auch bewahren und pflegen. Unsere Kinder werden es uns danken. Offene Augen für die Schönheit der Natur und für all ihre kleinen und großen Wunder, die uns umgeben, machen uns dankbar. Wir Menschen haben einen wundervollen Platz auf dieser Erde – Sie und ich!

Die nächste Ausgabe erscheint Mitte März 2016 Schwerpunkt: Bewegung

Basenfasten:

Wer fastet, enthält sich für einen bestimmten Zeitraum völlig oder teilweise der Speisen, Getränke und Genussmittel. Wer das «Basenfasten» für sich entdeckt, hat einen Schatz gefunden. Denn Basen-Fasten heißt entsäuern und entgiften, Schwung und neue Impulse für zu Hause bekommen. Zusätzlich werden chronische Leiden wie Bluthochdruck, Gefäßleiden, Allergien, Stoffwechselstörungen und Gewichtsprobleme gebessert bzw. wird ihnen vorgebeugt. Und schließlich macht der erlebte Erfolg Mut für eine bewusst basische Ernährung mit den Köstlichkeiten der Natur. Wir freuen uns auf den Beitrag von Dr. med. Gunther Hanke.

Wie bleibt man im Gehirn fit?

Was ist Neuroplastizität? Wie entstehen in unserem Gehirn Synapsen? Es ist keine Laune der Natur, ob wir im Alter fit sind. Wir können aktiv etwas dazu beitragen, dass unser Gehirn fit bleibt!

munterwegs

Fokus Krankheit: Anorexia

Bei jedem dritten Mädchen zwischen 14 und 17 Jahren gibt es Hinweise auf eine Essstörung. Bei den Jungen sind 13,5 % auffällig. Anorexia, auch unter Magersucht bekannt, ist eine seelisch bedingte Essstörung. Welche körperlichen Folgen treten ein? Welche Therapien werden vorgeschlagen? Wie kann man vorbeugen?

Viele weitere tolle Angebote rund um die vegane und vegetarische Ernährung finden Sie im Internet: veganer-shop.ch oder Tel. 079 135 63 27

vegan,vegetarisch, laktosefrei, glutenfrei, natürlich

Audioausgabe für Sehbehinderte und Blinde:

Blindenhörbücherei der Stimme der Hoffnung, Sandwiesenstr. 35, D-64665 Alsbach-Hähnlein, Tel. +49-6257-50653-35

«Nur ein Tropfen auf den heißen Stein –und doch ist jeder Tropfen wertvoll!»

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