

Leben Gesundheit ® &
Das Magazin für ganzheitliche Gesundheit






Die Macht 16 der Werbung Welcher 36 Entscheidungstyp sind Sie? Ausweg aus 30 der Depression

Gesundheit, Glück und Wohlbefinden hängen nicht einfach vom Zufall oder von den Genen ab. Sie gründen auf dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren und Prinzipien. Die meisten davon können wir aktiv und maßgeblich beeinflussen. NewstartPlus, ein modernes, international bekanntes, wissenschaftlich bewährtes und ganzheitlich angelegtes Gesundheitskonzept, fasst sie anschaulich zusammen. Jeder ein-
Beziehungen Social support
zelne Buchstabe von NewstartPlus steht für ein Prinzip, das einen entscheidenden Einfluss auf Gesundheit, Glück und Lebensqualität hat. NewstartPlus entfaltet seine volle Kraft im Zusammenwirken aller zwölf Prinzipien. In jeder Ausgabe beleuchtet «Leben und Gesundheit» eines davon. NewstartPlus lädt Sie ein, neu zu starten und das Plus für Ihr Leben zu entdecken.

Prioritäten
Priorities
Leben bedeutet, sich zu entscheiden –immer wieder, immer neu.
Wir entscheiden was wir essen, wie viel wir arbeiten, wie und mit wem wir unsere Freizeit verbringen, ob wir regelmässig körperlich aktiv sind, ob wir rauchen oder Alkohol trinken, was wir über die Medien konsumieren, was wir tun, um geistig fit zu bleiben. Worauf gründen wir unsere Entscheidungen? Spiegeln sie wider, was uns wirklich wichtig ist? Was ist Ihnen überhaupt wichtig? Welche Werte bestimmen Ihr Leben?
Wie setzen Sie Ihre Prioritäten? Jede getroffene oder auch aufgeschobene Entscheidung hat Auswirkungen auf unser Leben, auf unsere Gesundheit. Die Summe aller Entscheidungen aber bestimmt den eigenen Lebenswert, beeinflusst Glück und Wohlbefinden. Deshalb sollten wir unsere Entscheidungen, seien sie gross oder klein, aufgeklärt und bewusst treffen.
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Texte:
Dr. med. Ruedi Brodbeck; © Grafik: Advent-Verlag Zürich, designed by mapro.ch

Der Esel, der Vater und der Sohn

Stephan Freiburghaus, Chefredaktor «Leben & Gesundheit»
«Ein Vater zog mit seinem Sohn und einem Esel in der Mittagshitze durch die staubigen Gassen. Der Sohn führte, und der Vater saß auf dem Esel. Der arme kleine Junge, sagte ein vorbeigehender Mann. Seine kurzen Beine versuchen, mit dem Tempo des Esels Schritt zu halten. Wie kann man nur so faul auf dem Esel sitzen, wenn man sieht, dass das Kind sich müde läuft?
Der Vater nahm sich dies zu Herzen, stieg hinter der nächsten Ecke ab und ließ den Jungen aufsitzen. Es dauerte nicht lange, da erhob schon wieder ein Vorübergehender seine Stimme: So eine Unverschämtheit! Sitzt doch der kleine Bengel wie ein König auf dem Esel, während sein armer, alter Vater nebenher läuft.
Dies tat nun dem Jungen leid und er bat seinen Vater, sich mit ihm auf den Esel zu setzen. Ja, gibt es so etwas?, sagte eine alte Frau. So eine Tierquälerei! Dem armen Esel hängt der Rücken durch, und der junge und der alte Nichtsnutz ruhen sich auf ihm aus. Der arme Esel!
Vater und Sohn sahen sich an, stiegen beide vom Esel herunter und gingen neben dem Esel her. Dann begegnete ihnen ein Mann, der sich über sie lustig machte: Wie kann man bloß so dumm sein? Wofür hat man einen Esel, wenn er einen nicht tragen kann?
Der Vater gab dem Esel zu trinken und legte dann die Hand auf die Schulter seines Sohnes. Egal, was wir machen, sagte er, es gibt immer jemanden, der damit nicht einverstanden ist. Ab jetzt tun wir das, was wir selber für richtig halten! Der Sohn nickte zustimmend.»1
Prioritäten richtig setzen und Entscheidungen treffen – das ist gar nicht so einfach! Ist es nicht oft so, dass es, wie man es auch macht, falsch ist? Es heißt nicht vergeblich: «Allen Leuten recht getan, ist eine Kunst, die niemand kann.» Deshalb ist es wohltuend, immer mehr lernen zu dürfen, dass man sein Leben nicht nach den Vorstellungen und Erwartungen anderer Menschen, sondern nach eigener Erkenntnis und den selbst gesteckten Zielen ausrichten kann. Letztlich sollen wir uns von den wechselhaften Meinungen ande-
rer nicht abhängig machen. Wir Menschen sind fähig, unsere Entscheidungen auf der Grundlage von höheren Prinzipien und Werten zu fällen. Dieses Wissen macht uns von jeglichem Ansehen der Person frei, lässt uns in der Wirrnis dieser Zeit Prioritäten bewusster setzen und hilft uns, Entscheidungen mit größerer Sicherheit zu treffen. Es ist nicht zu unterschätzen, welchen weitreichenden Einfluss gute Entscheidungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden ausüben.
Ob es nun darum geht, gute Werte hochzuhalten, ein frohes Leben zu genießen oder sich selbst, mit einem Schmunzeln, im einen oder anderen von Regula Zellweger beschriebenen Entscheidungstyp wieder zu erkennen – in dieser Ausgabe mit dem Newstart Plus© Schwerpunkt «Prioritäten» finden Sie sehr lesenswerte und ermutigende Beiträge zum Thema «Entscheidungen»!
Mögen diese dazu beitragen, dass wir mit Rücksicht auf unsere Mitmenschen und mit einem Blick auf das Wohl unserer Erde das tun, was wir selbst für richtig halten!
Mit herzlichen Grüßen


Inhaltsverzeichnis
Editorial
Schwerpunkt: Prioritäten
Das NewstartPlus-Konzept Ganzheitliche
Was sind unsere Werte wert?
Entscheidungen fürs Leben
Die Macht der Werbung –Wie wir verführt werden und wie wir uns schützen können
Herausforderung Erziehung – Verhalten steuern oder Werte vermitteln?
Entscheidungstyp sind Sie?
Mosaik
und aktuell informiert
Nebenbei erzählt
Brandlöcher
ADRA
Syrien-Krise: In Jordanien in die Schule gehen
Alltagstipps
Teenager-Alarm! Akne, Pickel, «Bibeli», Mitesser
Interview
Zweifaches Schädel-Hirn-Trauma (SHT) ... wie weiter?

Staunen und entdecken
Eine eindrucksvolle Welt entdecken!





























S. 28
S. 26
– lässig und lecker

Verhebe-Trauma: Das Leid mit dem Kreuz
Rezepte
«Haystack» – lässig und lecker
Fokus Krankheit
Ausweg aus der Depression
Praxisfenster
Eine Vision macht den Unterschied
Unsere Heilpflanzen
Rosenwurz – ein sicheres Tonikum, das antidepressiv wirkt
Denksport
Rosenwurz – ein sicheres Tonikum, das antidepressiv wirkt


Preisrätsel
Kinderseite
Prioritäten
Körperwunder
Nutzlose Organe?
Fitness
Verhebe-Trauma: Das Leid mit dem Kreuz
Kursangebote – Vorträge





Impressum
Kolumne
Träume – oder Schäume?
Vorschau


DER Tipp – Die Kraft der «Tannenwipfel»
Fichten und Tannen sprießen im Mai heftig aus und treiben überall an den Ästen hellgrüne Wipfel. Diese jungen Triebe enthalten wertvolle ätherische Öle, Harze, Tannine und viel Vitamin C. Für die Gesundheit eingesetzt, hemmen diese Inhaltsstoffe die Entwicklung von krankmachenden Bakterien und fördern den Abtransport von Schleim aus den Atemwegen.
Tannenwipfelsirup:
Sammeln Sie die hellgrünen Triebe, doch möglichst nicht alle an derselben Stelle, damit der Baum nicht geschädigt wird. 500 g der Wipfel kommen auf ca. 1000 g Vollrohrzucker. Füllen Sie abwechselnd eine doppelte Schicht Tannenwipfel und eine Schicht Vollrohrzucker in ein Einmachglas, bis es voll ist. Wichtig: Die oberste Schicht Tannenwipfel muss unbedingt sehr dicht mit Zucker bedeckt sein. Verschließen Sie das Glas. Innerhalb von ca. zwei Wochen verfärben sich die Nadeln bräunlich und geben einen Sirup ab. Nun können Sie den Sirup durch ein Sieb abseihen und, wenn möglich, in braune Flaschen oder Gläser abfüllen. Der Sirup sollte mehrere Monate lang haltbar bleiben. Im Kühlschrank bleibt er noch weit länger haltbar. Den Sirup löffelweise einnehmen.
Tannenwipfeltee:
Trocknet man die frischen Triebe schonend, können diese später mit kochendem Wasser übergossen werden (1 El. getrocknete Tannenwipfel zu einem viertel Liter Wasser). Ca. zehn Minuten lang zugedeckt ziehen lassen, abseihen und langsam und in kleinen Schlucken trinken. Der Tee kann nach Belieben mit Tannenwipfelsirup oder Honig gesüßt werden.
Alkohol und Krebs – ein weitgehend unbekannter Zusammenhang
In der Tat gehen fast 30 % der alkoholbedingten Todesfälle auf das Konto verschiedener Krebsarten. Die Verbindung zwischen Alkohol und Krebs ist in weiten Kreisen der Bevölkerung unbekannt.
Gemäß Krebsliga Schweiz sind schätzungsweise 4 bis 8 % aller Krebserkrankungen alkoholbedingt. Das heißt: Bei rund 37'000 Krebserkrankungen pro Jahr in der Schweiz sind etwa 1'500 bis 3'000 Erkrankungen auf Alkoholkonsum zurückzuführen.
Das Krebsrisiko steigt mit zunehmenden Konsummengen an und zwar schon ab einem Glas Alkohol pro Tag. Entgegen der landläufigen Meinung sind mehr alkoholbedingte Sterbefälle auf Krebs als auf Leberzirrhose zurückzuführen. In welcher Form man den Alkohol zu sich nimmt, ob Bier, Wein oder Spirituosen, scheint dabei keine Rolle zu spielen. Entscheidend ist die konsumierte Menge an reinem Alkohol. Die Kombination von Alkohol und Tabak erhöht das Krebsrisiko zusätzlich. suchtschweiz.ch

Die Zutaten für einen gesunden Tannenwipfelsirup.

Die Rubrik «Mosaik» in «Leben und Gesundheit» ist eine Plattform für kurze interessante Texte, Bilder und Informationen. Auch Sie als Leserin oder Leser können zu Wort kommen bzw. Bilder einsenden. Nutzen Sie die Kontaktadresse: «Leben und Gesundheit», Mosaik, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen oder die E-Mail-Adresse: redaktion@lug-mag.com
Mosaik

Zucker – ein Suchtmittel?
Ja, Zucker macht süchtig!
Dabei wissen die meisten Abhängigen nicht einmal um ihre Sucht, die sich aus Antriebslosigkeit, Dauermüdigkeit, einem geschwächten Immunsystem, Karies, Diabetes, Übergewicht und vielem mehr ergeben kann. Probieren Sie selbst eine Woche lang jeglichen Zucker zu meiden. Sie werden sehen: Das ist gar nicht so einfach, weil er sich überall hineinschummelt.
Zucker-Alternativen könnten sein:
• Süße von Früchten, z. B. als Smoothie. Oder Bananen als Süßungsmittel für Kuchen und Muffi ns einsetzen.
• Oder probieren Sie es mit Trockenfrüchten wie Datteln, Rosinen, Aprikosen statt eines Schokoriegels nach dem Essen.
• Dicksaft aus Früchten, z. B. Birnen- oder Apfeldicksaft.
• Zuckerrübensirup und Zuckerrohrmelasse.
• Stevia.
• Agaven-, Ahorn- oder Reissirup.
Ein Tipp zum Schluss: Vollrohrzucker ist der unraffinierte Zuckerrohrsaft, der nur getrocknet, evtl. geklärt und gemahlen wird. Er enthält viele Mineralund Nährstoffe, die seinen raffinierten weißen Verwandten erblassen lassen.
Rapsöl: Hoher Gesundheitswert
Die mediterrane Ernährungsweise gilt in der Fachwelt durch die reichliche Verwendung von Olivenöl als besonders blutgefäßschützend. Doch offensichtlich brauchen wir bei der Wahl des Öls gar nicht zwingend auf südländische Importe zurückzugreifen. Wie Wissenschaftler des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DIfE) in Potsdam nun mitteilen, scheint das einheimische Rapsöl in puncto Gefäßschutz auch einiges zu bieten – möglicherweise sogar mehr als Olivenöl. In einer ersten Pilotstudie an übergewichtigen Männern zeichnete sich ab, dass Rapsöl den Cholesterinspiegel sowie die Leberwerte senkt und die Bildung von Entzündungsmarkern einschränkt.
Da sich beide Öle hinsichtlich des Vitamin E- und Polyphenolgehaltes kaum unterscheiden, könnten vor allem die im Rapsöl enthaltenen Omega-3Fettsäuren für die beobachteten Effekte verantwortlich sein. Gewiss liefern die Ergebnisse nur erste Hinweise. Doch schon jetzt ist Rapsöl ein optimales Öl zum Kochen, Braten oder Backen.

Von Herzen lachen
Wer viel von Herzen lacht, tut seiner Gesundheit etwas sehr Gutes. Lachen und Frohsinn sind eine gute Medizin. Wer ausgiebig lacht, kann sich besser konzentrieren und ist deshalb wieder leistungsfähiger. Ausgiebiges Lachen könnte mit einer körperlichen Ertüchtigung wie z. B. einem Dauerlauf verglichen werden. Viele Muskeln werden durch Lachen beansprucht. Durch das heftige Atmen werden der Blutkreislauf und die Sauerstoffzufuhr angeregt, was natürlich den Kalorienverbrauch entsprechend erhöht. So ist es nicht verwunderlich, dass man auf dem Sofa sitzend durch Lachen an Gewicht verlieren kann! Menschen, die viel lachen, leben entspannter, was sich positiv auf die Funktion des gesamten Stoffwechsels auswirkt. Lachen kostet nichts und verursacht keine Nebenwirkungen. Es ist eines der schönsten Geschenke an uns Menschen. Lachen wirkt ansteckend und ist daher eine hervorragende Methode, um Stress abzubauen. Lachen erhöht die Freude und die Lebenskraft. Es

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• wirkt ansteckend
• setzt positive Hormone frei
• entschärft Konfl ikte
• signalisiert Souveränität und Zuversicht
• fördert den Optimismus
• baut Stress ab
• schaff t Nähe zum Nächsten
• schaff t Distanz zum Problem
• baut soziale Spannungen ab
• stärkt das Selbstvertrauen und führt zur Handlungsfreude
• ist einfach und ansteckend
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Religionspädagoge
Was sind unsere Werte wert?
Die Freiheitsstatue vor New York wurde am 10. Oktober 1886 eingeweiht. Nun rückte der 100. Jahrestag dieses Ereignisses heran – es wurde Zeit für eine gründliche Untersuchung des Bauwerkes. Die Ingenieure stellten fest, dass die äußere Kupferhülle der Statue noch einigermaßen in Ordnung war, aber Korrosion die inneren Träger zersetzt hatte. Das wusste man eigentlich schon seit 1936. Dicke Farbschichten hatten das Problem weitgehend überdeckt. Ohne die Reparatur wäre die Statue eines Tages umgekippt. Bei der Renovierung wurden die brüchig gewordenen Träger durch rostfreien Stahl ersetzt.
Nun kann die Statue auch starken Winden widerstehen. Werte sind wie eine innere Rahmenkonstruktion, die das Leben trägt. Sie spielen in allen Lebensbereichen eine große Rolle und halten eine Gesellschaft zusammen.
Werte – Wunder der Entwicklung
Jeder Mensch hat mindestens einen Wertekodex, auch wenn er ihn nicht immer einhält oder für verschiedene Lebensbereiche jeweils einen anderen Wertekatalog hat. Woher?
Die moralische Entwicklung des Menschen ist ein Wunder. Sie beginnt bald nach der
Geburt. Eine wichtige Rolle spielt dabei die angeborene Fähigkeit zum Mitgefühl. Schon 18 Monate alte Babys zeigen Empathie: Sie öffneten im Test einem unbekannten Erwachsenen die Schranktür, als sie merkten, dass er es nicht schaffte, weil er beide Hände voll hatte. Wer hätte nicht schon erlebt, wie bald alle Babys im Raum weinen, weil eines damit angefangen hat. Einem traurigen Erwachsenen bieten kleine Kinder zum Trost ihr Lieblingsspielzeug an.
Einem 12 Monate alten Jungen führten Forscher ein einfaches Puppenstück vor. Darin spielte eine Puppe einer anderen einen Ball zu. Die rollte ihn
MATTHIAS MÜLLER
(M.A.), TV-Redakteur, Fotojournalist und Autor, Marne, D
wieder zurück. Als die erste Puppe einer dritten den Ball zuspielte, nahm diese ihn an sich und rannte davon. Ende des Stücks. –Danach legten die Forscher dem Kind alle drei Puppen vor und fügten jeder ein paar Süßigkeiten hinzu. Nun sollte das Kind einer Puppe etwas von ihren Süßigkeiten wegnehmen. Der Junge entschied sich sofort für die dritte Puppe und schlug ihr auch noch auf den Kopf – eine eindeutige Botschaft. Das Kind hatte bereits im Alter von 12 Monaten ein klares Werteraster.
Der Mensch besitzt offenbar schon von Anfang an die Fähigkeit, nach gewissen Grundwerten zu leben. Neuere Forschungen belegen eindrucksvoll, dass Kinder glücklicher sind, wenn sie in ihrer Familie mit bestimmten Werten aufwachsen. Sie haben mehr Herzlichkeit erlebt, sind bei Problemen und Misserfolgen belastbarer und legen häufig auch eine optimistischere Haltung an den Tag.
Hand, wie die nachfolgende leben wird. Was Eltern ihren Kindern in Sachen Werte vorleben, wird diese nachhaltig beeinflussen.
Neuere Forschungen belegen eindrucksvoll, dass Kinder glücklicher sind, wenn sie in ihrer Familie mit bestimmten Werten aufwachsen.
Wayne Dosick, Religionswissenschaftler, Psychologe und Autor des Buches «Kinder brauchen Werte. 10 Lebensregeln, die Kindern Halt und Orientierung geben», hat eine Liste an Werten erstellt, die Eltern ihren Kindern mitgeben sollten: Respekt, Wahrhaftigkeit, Fairness, Verantwortungsbewusstsein, Mitgefühl, Dankbarkeit, Freundschaft, Friedfertigkeit, Streben nach persönlicher Reife und Glauben. Laut Rabbi Dosick, der in San Diego (USA) mit der «Synagoge ohne Mauern» eine neuartige jüdische Gemeinde gegründet hat, sind das zeitlose Werte, die das Leben der Kinder und den Umgang der Menschen miteinander erleichtern können. Eltern tragen eine immense Verantwortung, denn jede Generation hat es weitgehend in der
Werte auf der Waage Allerdings geraten Werte und egoistische Wünsche gelegentlich miteinander in Konflikt. Wir wägen ab, wofür wir uns entscheiden. Während Kinder noch sehr darauf bauen, dass alles in der Welt gerecht zugeht, und sie sich daher ebenfalls gerecht verhalten (wollen), haben Jugendliche schon erlebt, dass die Dinge anders liegen. Oft gewinnt der Skrupellose, obwohl es einem anderen zusteht. Die Jugendlichen wollen nicht «der Dumme» sein und umgehen manchmal geschickt ihre Wertmaßstäbe, um auf der vermeintlichen Siegerseite zu stehen. In entsprechenden Tests, wo Probanden Geld mit anderen teilen sollten, waren Kinder eher als junge Erwachsene willens, die Hälfte abzugeben. Die Jugendlichen hielten bereits innere Ar-
gumente bereit, um ihren Geiz zu rechtfertigen, indem sie behaupteten, dass die anderen es sicher ebenso machen oder das Geld sowieso nur verschwenden würden. Die ungewöhnlichste Rechtfertigung eines Probanden für seine mangelnde Bereitschaft zum Teilen lautete: «Immerhin müssen wir uns jetzt mit unserem schlechten Gewissen herumschlagen».1
Sind wir Erwachsenen anders? Jemand, für den Ehrlichkeit grundsätzlich ein hoher Wert ist, erzählte mir, dass er neulich in seinem Einkaufskorb nach Verlassen des Ladens eine Kleinigkeit entdeckte, die er versehentlich nicht auf das Förderband an der Kasse gelegt hatte. Zurückgehen? Noch einmal anstellen? Wegen der Kleinigkeit? An dem Tag war er zu müde dazu …
Die Bahn hatte mir eine Bonuskarte geschickt, mit der ich als Upgrade einmal 1. Klasse fahren durfte. Der Schaffner kam, und ich ertappte mich für eine Sekunde beim Gedanken, dass das 1.-Klasse-Fahren doch eine schöne Sache sei. Ob der Schaffner vielleicht die Upgrade-Karte zu entwerten vergisst? Würde ich sie ein zweites Mal

Zum Nachdenken / zur Diskussion
1. Der Vorstandschef einer ehrenwerten britischen Bank entschuldigte sich mit ganzseitigen Zeitungsanzeigen: «Ich möchte versichern, dass unsere Schweizer Geschäfte komplett überarbeitet worden sind.» Zehntausende HSBC-Kunden aus rund 150 Ländern hatten die Finanzbehörden ihrer Staaten betrogen und mit Hilfe der Bank Geld in die Schweiz geschafft. Welchen Wertekodex hatten die Kunden, und welchen die Banker? Und warum bedurfte es erst der Indiskretion eines Insiders, bevor das System «überarbeitet» wurde?
2. IS-Kämpfer im Irak zertrümmern die alten assyrischen Denkmäler Ninives und die Museumsschätze Mossuls als «Götzenbilder», verkaufen sie aber auch gerne gegen Geld. Was sagt das über ihr Wertesystem?
3. Frage an Christen: Tun die IS-Kämpfer nicht einfach das, was Gott dem alten Israel einst aufgetragen hat, nämlich die heidnischen Götzenbilder zu zerstören? Wieso schmerzt dann der Verlust der alten assyrischen Statuen? Was hat sich an den Werten geändert?
benutzen, wenn es ginge? Warnend meldete sich mein Wertesystem, d. h. mein Gewissen. – Der Schaffner beendete meine innere Diskussion mit einem herzhaften Zangenklick. Wer wirft den sprichwörtlichen «ersten Stein»?
Werte als Wegweiser
Vom Wertesystem eines Menschen hängt viel ab. Wenn jemand vor anderen Menschen gut dastehen will, wird das Leben eine andere Richtung nehmen, als wenn für ihn Priorität ist, die gottgegebenen Talente einzusetzen, um Positives in der Welt zu bewirken. Werte haben Einfluss darauf, für welche Risiken sich ein Mensch entscheidet.

Selbsttest: Was ist mir wichtig?
• Stellen Sie eine Liste mit zehn Werten auf, die Ihnen wichtig sind.
• Versuchen Sie, diese Liste nach Priorität zu sortieren.
• Gilt diese Liste immer und überall oder unterscheiden Sie zwischen privat und beruflich?
• Schließen sich Werte in Ihrer Liste gegenseitig aus oder behindern sie sich, z. B. «beruflicher Erfolg» und «familiärer Zusammenhalt»? Welcher der konkurrierenden Werte bekommt den Vorzug? (Wenn es Ihnen schwerfällt, sich für einen der beiden Werte zu entscheiden, versuchen Sie, die Werte mit konkretem Verhalten zu illustrieren. Für «Gelassenheit» könnte das heißen: «Ich sitze entspannt auf einer Bank und schaue auf das Meer.» Für den Wert «Karriere»: «Ich nutze meine Freizeit für berufliche Aufgaben.»)
Steve Jobs, Apple-Erfinder und Perfektionist mit nahezu religiöser Gefolgschaft, hielt jenseits seiner Produktpräsentationen kaum öffentliche Reden. 2005 jedoch sprach er bei der Eröffnung des akademischen Jahres an der Stanford University. Vielleicht stand er noch unter dem Eindruck seines 50. Geburtstages und der ein Jahr zuvor überstandenen Krebs-Operation, als er sagte: «Der Gedanke, dass ich bald tot sein werde, ist die wichtigste Entscheidungshilfe für die großen Fragen des Lebens. Weil fast alles – alle äußeren Erwartungen, aller Stolz, alle Versagensangst – im Angesicht des Todes bedeutungslos wird, bleibt nur das wirklich Bedeutsame übrig.»2
Leben wir nach unseren Werten, haben wir das Gefühl, unser Leben zu kontrollieren und nicht ein Spielball der verschiedenen Lebenslagen zu sein.
Setzen wir doch die Prioritäten unseres Lebens so, dass wir redlich leben! Wenn jemand von Zuhause weggeht –zur Schule, ins Internat, in den Urlaub – und lebt ganz anders als zu Hause, hat er sich dort nur angepasst und seine Werte nicht verinnerlicht. Er ist lediglich dem sozialen Druck gefolgt. Damit wird niemand auf Dauer glücklich. Wir wollen authentisch leben. Das schließt ein, dass sich Werte wandeln können und wir dazulernen. «Wer sich nicht bewegt, kann auch nichts bewegen.»3
Welche Werte
wichtig sind
Nun muss uns nicht erst der heranrückende Tod helfen, unser Wertesystem zu ordnen. Es gibt noch andere Gründe. Wir fühlen uns gut, sicher und wertvoll, wenn wir eine feste Orientierung besitzen. Wenn immer alles relativ ist und es keinerlei Grenzen gibt, werden wir unsicher. Sich ständig neu definieren zu müssen, strengt an. Darum helfen Werte, unsere Identität zu formen und eine eigenständige Persönlichkeit zu werden.
Leben wir nach unseren Werten, haben wir das Gefühl, unser Leben zu kontrollieren und nicht ein Spielball der verschiedenen Lebenslagen zu sein. Das gibt uns das Empfinden innerer Stärke und macht uns frei, anderen zu helfen.
Seit 1953 gibt die Firma Shell Jugendstudien heraus. Sie beauftragt unabhängige Forschungsinstitute, um Sichtweisen, Stimmungen und Erwartungen von Jugendlichen in Deutschland zu dokumentieren. Sie sind bereits zum 16. Mal erschienen und vermitteln neben dem Blick auf das Leben der Jugendlichen auch gesellschaftspolitische Denkanstöße. Aus einer solchen Studie ergibt sich eine interessante Werteliste der 15- bis 29-Jährigen (siehe Infokasten Shell-Studie 2010).
Dieser Wertekatalog lässt für die Zukunft hoffen. Interessanterweise kommt auch der Glaube an Gott vor, wenngleich nicht weit oben.
Werte im Wandel Werte wandeln sich mit der Veränderung einer Kultur. Bei-
2 Isaacson, Walter, Steve Jobs, C. Bertelsmann Verlag München 2011, S. 538
3 Opaschowski, Horst W., Wohlstand neu denken: Wie die nächste Generation leben wird, Gütersloher Verlagshaus, 2009, S. 18
4 Wer sich noch einmal erinnern will: https://www.youtube.com/watch?v=Z-rvb5qoalY
5 Opaschowski, ebd. S. 20
6 Opaschowski, ebd. S. 21
7 Siehe Opaschowski, ebd. S. 22f.
spiel Schönheitsideal: Zu Zeiten von Peter Paul Rubens galt eine Frau mit üppiger Körperfülle als schön. Heute kämpfen wir per Gesetz (z. B. in Frankreich) gegen die Magersucht von jugendlichen Models. War in den letzten Jahrzehnten der Wohlstand das Ziel vieler Menschen – «mein Haus, mein Auto, mein Boot»4 –, wird nun das Wohlbefinden erstrebenswert.
Die jüngsten Krisen haben gelehrt, dass es nicht immer so weitergehen kann. Die Menschen orientieren sich um. Lebensqualität, Lebenszufriedenheit und das Miteinander der Generationen werden wieder wichtig. «Für die nächste Generation wird die Familie kein Auslaufmodell und Konsum oder Kind keine wirkliche Alternative mehr sein.»5 Die Menschen sagen sich: Lieber glücklich als reich. Lieber gute Freunde als viel Geld. Was nützt einem die schönste Eigentumswohnung, wenn man darin vereinsamt?
Der Hamburger Professor und Zukunftsforscher Horst Opaschowski spricht von «Wertebotschaften statt Werbebotschaften».
Als ich im Norden Deutschlands ein soziales Projekt für alleinerziehende Eltern besichtigte und eine 15-jährige Helferin für eine TV-Sendung interviewte, antwortete sie mir auf die Frage nach ihrer Motivation: «Ich mache es, weil ich es für wichtig halte, dass man der Gesellschaft etwas zurückgibt. Und wenn ich selbst in der Situation wäre, würde ich mir auch wünschen, dass andere so etwas für mich machen. Ich finde das einfach gut.» Das deckt sich mit der Beobachtung Professor Opaschowskis: «Die Gesellschaft der Ichlinge befindet sich auf dem Rückzug.»6
Auch ein anderer Wert wird neu geschätzt – das Vertrauen. Die sich ausbreitende Gier und die mangelnde Verantwortung der letzten Jahre brachten ein
wichtiges Element des gesellschaftlichen Zusammenhaltes in Gefahr: das Vertrauen. Aber nun wächst es wieder. Wie auch die Hilfsbereitschaft. Offenbar lässt die Krise die Menschen wieder mehr zusammenrücken. Man spürt, dass man aufeinander angewiesen ist. Vertrauen, Verantwortung und Verlässlichkeit (drei Mal «V») sind wichtige Elemente, die unsere Gesellschaft braucht, wenn sie eine Zukunft haben will. Darum fängt
man schon an, von der «Generation V» zu sprechen.7
Die sächsische Band «Silbermond», vor Jahren hervorgegangen aus einem Förderprogramm des CVJM und in allen drei deutschsprachigen Ländern lange Zeit auf Platz 1 der Charts, brachte diesen Gedanken zum Ausdruck: «Gib mir'n kleines bisschen Sicherheit, in einer Welt, in der nichts sicher scheint. Gib mir in dieser schnellen Zeit irgendwas, das bleibt.»

Shell-Studie 2010 – Wertorientierungen (Jugendliche zwischen 12 und 25 Jahren, Angaben in %)
Wertorientierungen: Pragmatisch, aber nicht angepasst Jugendliche im Alter von 12 bis 25 Jahren (Angaben in %)
Gute Freunde haben
Gute Freunde haben
Gutes Familienleben führen
Gutes Familienleben führen
Eigenverantwortlich leben und handeln
Eigenverantwortlich leben und handeln
Phantasie und Kreativität entwickeln
Phantasie und Kreativität entwickeln
Fleißig und ehrgeizig sein
Fleißig und ehrgeizig sein
Das Leben in vollen Zügen genießen
Das Leben in vollen Zügen genießen
Hohen Lebensstandard haben
Hohen Lebensstandard haben
Eigene Bedürfnisse durchsetzen
Eigene Bedürfnisse durchsetzen
Sozial Benachteiligten helfen
Sozial Benachteiligten helfen
An Gott glauben
An Gott glauben
Das tun, was die anderen auch tun
Das tun, was die anderen auch tun
Quelle: 16. Shell Jugendstudie, Stand: 2010




KLAUS GSTIRNER
Arzt und Psychotherapeut, Ärztlicher Leiter der Krankenanstalt des Justizministeriums Graz-Karlau, Vorsitzender der Europäischen Akademie für Logotherapie und Psychologie www.ealp.at, Graz, A
Entscheidungen fürs Leben
Die Freiheit des Willens ist das höchste menschliche Gut. Wir sind immer frei zu entscheiden. ABER eine Freiheit haben wir nicht: die Freiheit von Entscheidungen! Im Folgenden wollen wir betrachten, wie es zu Entscheidungen kommt, warum ein Mensch handelt und warum er keine Entscheidung triff t. Was lenkt ihn bei der Entscheidungsfi ndung?
Was veranlasst den Menschen zum Handeln?
Schon in der Antike fragten sich die Philosophen, was Menschen zum Handeln veranlasst. Der Mensch braucht zuallererst einen Grund dazu. Er braucht ein Motiv. «Ich werde morgen aus dem Bett nur aufstehen, wenn ich weiß, warum ich überhaupt aufstehen soll.»
Man fand schon bald heraus, dass vor der Handlung das Motiv, aber vor dem Motiv die Entscheidung steht. (Abb. 1)
Das bedeutet: Der Mensch muss sich zuerst für ein Motiv entscheiden, danach folgt die Handlung. Ich muss also entscheiden, ob ich morgen aufstehe oder liegen bleibe. Wenn ich mich z. B. mit meinem geliebten
Partner treffe, werde ich begeistert aus dem Bett springen, um diesen voller Freude zu treffen. Habe ich aber gerade eine Trennung hinter mir und treffe niemanden an diesem Tag, werde ich viel schwieriger aus dem Bett kommen. So muss ich entscheiden, ob ich liegen bleibe oder doch aufstehe, um den Alltag zu bewältigen. Das heißt, ohne Mo-
tiv gibt es keine Entscheidung –aber ohne Entscheidung gibt es keine Handlung.
Sinnuniversalien
Was aber können Motive sein, für die ich mich entscheide? Da gibt es zum Beispiel die Liebe. Sie ist einer der stärksten Beweggründe, um zu handeln. Dann gibt es die Hoffnung. «Ich hoffe durch diese Handlung, endlich einen Arbeitsplatz zu finden.» Aber auch das Schöne führt zur Handlung. Was machen Menschen nicht alles, um «schön zu sein» oder «schön zu werden»! Dann gibt es noch das Gute als Beweggrund. «Ich setze mich für das Gute ein». Und zuletzt stellt noch das Wahre einen Grund zum Handeln dar. Wie viel Mühe nehmen Menschen auf sich, um die wahre Lösung zu finden! Wir nennen das alles auch Grundmotive oder Sinnuniversalien: Die Liebe. Die Hoffnung. Das Schöne. Das Gute. Das Wahre. Sie bewegen mich zum Handeln. Wir treffen also Entscheidungen für die Liebe, die Hoffnung, das Schöne, das Gute (was uns oder dem anderen guttut) und die Wahrheit (die uns zur Lösung führt). (Abb. 2)
Lebenssinn als Motiv zur Handlung
Tatsächlich geht es dem Menschen in seinem Leben um die Verwirklichung von Sinn. Nicht die Lust ist die Triebkraft zum Handeln, sondern der Sinn im Leben, welcher sich aus diesen Sinnuniversalien zusammensetzt. Lassen Sie mich dies erklären: Angenommen, Sie sind ein Hollywood-Star und können sich alles leisten, ja Sie können «jede Lust befriedigen». – Dann müssten Sie eigentlich überglücklich sein. Und doch gibt es gerade bei diesen «erfolgreichen» Menschen die höchste Scheidungsrate und die größte Suchtabhängigkeit (Drogen, Alkohol etc.). Wie kann das sein, wenn ich mir doch jede Lust erfüllen kann? Ganz offensichtlich
ist es nicht das Bestreben des Menschen, bloß die Lust zu befriedigen (Abb. 3). Er benötigt einen Grund, um glücklich zu sein. Nicht das Glück oder die unmittelbare Lust streben wir an, sondern den Sinn im Leben, dessen Folge das Glücksgefühl ist. Wenn wir Sinn im Leben verwirklichen, stellen sich die Zufriedenheit und das Glücksgefühl ganz von selber ein. (Abb. 4)
Das heißt, wir entscheiden uns in jeder Lebenslage immer für die sinnvollste Handlung. Es ist der Wille zum Sinn, der uns handeln lässt. Kein Mensch entscheidet sich für das Sinnlose, sondern sucht immer das für ihn am Sinnvollste in der jeweiligen Situation. Jede Entscheidung wird durch den Willen zum Sinn getragen. Jede Entscheidung orientiert sich daher am Sinn im Leben. Ganz konkret kommt also eine Handlung zustande, wenn ich mich für das jeweils Sinnvollste entscheide.
Wie erkenne ich das Sinnvollste?
Wer oder was sagt mir, was das Sinnvollste überhaupt ist?
Es ist das Gewissen! Das Gewissen stellt das Mittel dar, mit dem ich Sinn im Leben aufspüre und für den ich mich dann entscheiden kann. In eben diesem Gewissen sind die Sinnuniversalien gespeichert. Es geht also in der konkreten Situation darum, das Gute, das Wahre, das Schöne, die Hoffnung oder die Liebe herauszufinden und sich dann in der ganz konkreten Lebenslage dafür zu entscheiden. Daraus folgt die Handlung.
Der Begriff des Gewissens ist uns aus der Theologie bekannt. Heißt es doch in der Heiligen Schrift, dass Gottes Geist meinen Geist, mein Gewissen, beeinflusst. Jeder Mensch verfügt über ein Gewissen, das ihn verurteilt oder bestätigt. Somit steht hinter jeder Entscheidung letztlich mein Gewissen. «Ich treffe die Entscheidung nach bestem Wissen und Gewissen», sagt man. Aus theologischer

Abb.2
Sinnuniversalien
Die Liebe
Das Wahre Die Hoffnung Das Gute
Das Schöne
Abb.3
Ich
Abb.4
Sinn im Leben
Ich Wille zur Lust
Lust/Zufriedenheit
Wille zum Sinn Wille zur Lust
Abb.1
Entscheidung für Motiv Handlung
Sicht könnte man sagen, dass hinter meinen Entscheidungen das Gewissen steht, hinter dem Gewissen aber mein Glaube und hinter meinem Glauben Gott. So wird beim gläubigen Menschen jene Entscheidung die beste sein, die er mit Gott trifft.

Abb.5
Die U-Kurve bei Abwägungsprozessen
Krisengefahr
Krisensicher Abwägen
Versagen
Auch in der sinnzentrierten Psychotherapie nach Viktor Frankl steht hinter der Entscheidung das Gewissen. Somit kommen sich in diesem Punkt die Theologie und die Psychotherapie von Viktor Frankl sehr nahe. Vor allem, wenn man bedenkt, dass man für alle Eigenschaften der Sinnuniversalien auch schlichtweg die Eigenschaften Gottes einsetzen könnte. Denn Gott ist die Liebe, das Gute, die Hoffnung, das Wahre und das Schöne!
«Schwebezustand» ...
Wir haben nachgewiesen, wie es zu Handlungen kommt und was der Handlung vorausgeht. Was aber tun, wenn ich zwischen zwei Motiven wählen soll? Wenn ich mich für das eine oder das andere Schöne entscheiden muss? Wenn mir beides gut erscheint? Wie kann ich dann zu einer Entscheidung gelangen? Hier entdecken wir ein bekanntes Phänomen. Wir nennen es den «Schwebezustand» der Entscheidung oder die «Wertekollision», sich zwischen zwei Werten nicht entscheiden zu können. Dadurch kommt es zu einem Zustand, der emotional sehr belastend sein kann.
auch eine Entscheidung – nämlich den Zustand aufrechtzuerhalten, in dem ich mich befinde.
Keine Freiheit von der Entscheidung
NICHT entscheiden ist auch eine Entscheidung – nämlich den Zustand aufrechtzuerhalten, in dem ich mich befinde.
Damit kommen wir auch schon zum Ausgang dieses Artikels zurück. Wir haben die Freiheit zu entscheiden, aber entscheiden müssen wir immer. Wir haben nicht die Freiheit von der Entscheidung. Selbst wenn wir uns nicht entscheiden, haben wir eine Entscheidung getroffen. Ob wir wollen oder nicht, wir müssen immer entscheiden. In dem Moment, wo wir aber entscheiden, haben wir auch die Verantwortung dafür zu tragen. Doch wenn wir uns entschieden haben, uns nicht zu entscheiden, laden wir uns ebenfalls die Verantwortung dafür auf. So ist der Mensch zwar frei zu entscheiden, aber niemals frei von der Verantwortung. Verantwortung heißt aber auch antworten. Wem antworte ich aber? Dem Gewissen oder Gott? Denn letztlich muss ich meine Entscheidungen Gott oder meinem Gewissen gegenüber verantworten. Was also tun, wenn ich zwischen zwei Entscheidungen zu wählen habe?
Krisensicher Angst
Parallele zwischen Angst und Abwägungsprozessen
Angenommen, ich hätte die Möglichkeit, Abteilungsleiter zu werden. Ich verdiene mehr Geld für die Familie und genieße in der Firma höheres Ansehen. Auf der anderen Seite bin ich weniger zu Hause, sehe Frau und Kinder weniger oft und habe weniger Freizeit. Wie soll ich mich entscheiden? Es prallen zwei Werte aufeinander. Viele Menschen treffen keine Entscheidung, weil sie unbewusst Angst vor der Verantwortung haben. Schließlich müssen wir ja die Folgen unserer Entscheidungen tragen. Hierzu muss jedoch eines festgehalten werden. NICHT entscheiden ist
Angst und Abwägungsprozess
Dabei ist interessant, dass es eine Parallele zwischen der Angst und zwischen Abwägungsprozessen gibt. Wenn ich zu viel Angst verspüre, werde ich versagen, ebenso wenn ich zu wenig Angst habe. Dasselbe erlebe ich aber auch, wenn ich zu viel oder zu wenig abwäge. Bei beiden Fällen ist das Risiko hoch, in eine Krise zu geraten. (Abb. 5)
Letztlich ist es die Angst vor der Verantwortung, die mich nicht entscheiden lässt. Oft entscheide ich mich nicht, weil ich nicht genügend Kenntnisse hin-
sichtlich der Folgen habe. Das kann gefährlich sein. Aber ebenso entscheide ich nicht, wenn ich alle Folgen, die irgendwie eintreten könnten, abzuwägen versuche. So ist dies ebenfalls krisenträchtig, wodurch es nie zur Entscheidung kommt.
Was bringt’s dem anderen?
Vielleicht kann es nützlich sein, die Frage der Entscheidung nicht nur vom eigenen Standpunkt aus zu sehen, sondern sich zu fragen, was es dem anderen bringt. Wir müssen lernen, den Wert in der Sache selbst zu sehen; lernen, in die Entscheidung den Sinn der Sache mit hineinzunehmen. Wir sollten uns öfter die Frage stellen: Was ist das Gute, die Liebe und das Wahre in dieser Situation auch für den anderen? Die Sache selbst muss es wert
sein, muss den Sinn in sich tragen. So kann ich nach bestem Wissen und Gewissen entscheiden. Auch damit gelangen wir wieder zum Anfang zurück: Die Entscheidung wird von der Frage nach dem Sinn geleitet. Eine letzte Frage bleibt noch offen:
Woher nehme ich die Kraft zur Entscheidung?
Diese Kraft entsteht durch den Willen zum Sinn, der in uns Menschen verankert ist. Tief in uns verborgen ist dieser Wunsch nach dem Lebenssinn. Dieser Wille stellt auch die Kraft für die Entscheidung dar. Doch der wird nur wachgerufen, wenn ich auch Sinn erkennen kann. Erst durch den Willen zum Sinn und durch das Erkennen von Sinn kommt es zu einer Entscheidung und letztlich zur Handlung. Dabei leitet mich mein Gewissen.

Lebensweisheiten

Ein paar Tropfen Lebensweisheit
«Jedem Menschen gegenüber müssen wir uns vor drei N hüten: vor Negation, der Nachahmung und dem Neid.»
Corrie ten Boom
«Wer im Leben kein Ziel hat, verläuft sich.»
Abraham Lincoln
«Wir sind alle nur Werkzeuge. Das, was durch uns durchgeht, ist das Wichtige, nicht wir selbst.»
Carl Hilty

«Es gibt erfülltes Leben trotz vieler unerfüllter Wünsche.»
Dietrich Bonhoeffer




Die Macht der Werbung –
Wie wir verführt werden und wie wir uns schützen können
Auf den ersten Trick der Werbung sind Sie unter Umständen gerade hereingefallen: Ein plakativer Titel mit einem klaren Bösewicht und einem Rezept, wie wir uns davor schützen können. Eine klassische Geschichte, an die unser Gehirn dankbar anknüpft und uns somit mehr zum Lesen reizt.
Auf Wünsche und Bedürfnisse eingehen
Doch gleich zu Anfang die große Enttäuschung für alle, die über die Werbung heute schimpfen: Wir bekommen die Werbung, die wir verdienen! Ich gebe zu, dass auch das eher zy-
Wie uns die Werbung erreicht
Unser Gehirn ist eine sehr wirkungsvolle Schranke für die Werbung. Bei 3'000 bis 6'000
nisch formuliert ist, aber im Kern stimmt die Aussage. Die Werbung findet nicht ständig neue Wege, um uns zu manipulieren, nein, sie versucht nur, immer besser auf unsere Wünsche und Bedürfnisse einzugehen. Sie reagiert also auf den Menschen und seine Neigungen und Eigenschaften.
MANFRED SENN
Werber und Gestalter Winterthur, CH
Werbebotschaften, die uns täglich erreichen, ist es ein Wunder, dass wir überhaupt noch etwas Geld in der Tasche haben. Unser Gehirn filtert den größten Teil aller Impulse, die uns durch unsere Sinne erreichen. Nur ein Bruchteil erreicht auch unser Bewusstsein. Mit diesem Wissen setzen Werber an und versuchen mit unterschiedlichen Methoden, diese Schranke zu überwinden. Dabei gibt es grundsätzlich zwei Wege, um unsere Aufmerksamkeit zu erregen:
Der erste Weg ist der Bottom-Up-Prozess. Dabei versucht die Werbung durch einen starken Reiz, zum Beispiel durch einen Blickfang, unsere Aufmerksamkeit zu wecken. Das klassische Beispiel aus der TV-Werbung ist der Spot einer Elektronik-Handelskette mit dem Slogan: «Geiz ist geil!» Dabei wird der Wahlspruch sogar von einer Frau geschrien und nicht nur gesagt! Der Nachteil dieser Methode ist offensichtlich: Irgendwann kann man nicht mehr lauter schreien oder grellere Farben verwenden. Irgendwann sind wir abgestumpft.
Der zweite Weg ist der Top-Down-Prozess. Hierbei versucht die Werbung, an unsere bestehenden Bedürfnisse, Wünsche und Erfahrungen anzuknüpfen. Auf diese Weise ist unsere Aufmerksamkeit von selber größer, und wir nehmen Werbung, die auf ein wirkliches Bedürfnis eingeht, eher wahr. Diesen Weg geht zum Beispiel die Werbung im Internet, indem unsere Suchanfragen und unsere Bewegungen laufend ausgewertet werden. Mit komplizierten Algorithmen wird berechnet, welche Werbung für uns eingeblendet werden soll.
Unter der Lupe
Der Konsument wird laufend untersucht: Er wird in die Röhre des Kernspintomografen geschoben, um die Gehirnströme zu messen, während er verschiedene Produkte vergleicht.
Er wird mit Spezialbrillen ausgestattet, die die Pupillenbewegungen messen, während er vor Ladenregalen hin- und hergeht. Manchmal wird seine Mimik von speziellen Computer-Programmen analysiert, die eigentlich Autisten helfen sollen, ihr Gegenüber besser zu verstehen. Die moderne Gehirnforschung hat in den letzten Jahren große Fortschritte erzielt. Die Ergebnisse werden natürlich sofort von den Werbeprofis aufgegriffen und in die Praxis umzusetzen versucht. «Neuromarketing» nennt sich das.
(Buchtipp: Wie Werbung wirkt, Dr. Christian Schreier und Dirk Held, Haufe, 2010)
Ständig auf «Autopilot»?
Eine Entdeckung dieser Forschung ist, dass alle Entscheidungen des Menschen emotional getroffen werden. Es gibt die beliebte Teilung zwischen den beiden Gehirnhälften, der linken rationalen und der rechten emotionalen, nicht. Eine weitere Entdeckung ist, dass nur ein verschwindend kleiner Teil der Entscheidungen von uns bewusst getroffen wird. Dr. Schreier und Dirk Held beschreiben in ihrem viel beachteten Buch, dass fast 100 % der Daten, die das Gehirn aufnimmt, unbewusst verarbeitet werden.
Um der Effizienz willen arbeitet gemäß Schreier und Held unser Gehirn auf «Autopilot».
Der «Pilot», unser Bewusstsein, wird nur eingeschaltet, wenn wir uns aktiv auf etwas konzentrieren. Der Autopilot arbeitet ständig nach automatisierten Programmen, die durch bestimmte Auslöser aktiviert werden und unser Verhalten weitestgehend steuern.
der direkte Vergleich von Werbeaktion und Anstieg der Verkaufszahlen keine verlässliche Auskunft über die genaue Wirkung der Werbung gibt. Selbst die Gehirnforscher tasten sich erst an all die Abläufe und Zusammenhänge im menschlichen Gehirn heran. Die Werbung versucht, teils mit mehr, teils mit weniger Erfolg, an die neuesten Erkenntnisse anzuknüpfen.
Der wichtigste Faktor, den sich die Unternehmen auf der ganzen Welt für ihre Werbung zunutze machen, ist das soziale Gefüge, in dem wir leben und an dem wir uns immer wieder messen. «Der Vergleich mit anderen ist ein ganz grundlegendes Muster, das die meisten Entscheidungen von Konsumenten erklärt», sagt Bernd Weber, Direktor des Bonner «Center for Economics and Neuroscience» (ZEIT Wissen Nr. 3/2012).
Das Ergebnis einer Umfrage von Forschern der Universität Klagenfurt zeigt: Je geringer das Selbstwertgefühl, das durch die beiden Faktoren Körpergewicht und Körperwahrnehmung beeinflusst wird, desto eher glaubten Kinder im Alter von sieben bis zehn Jahren den TV-Spots, die für ungesunde Nahrungsmittel werben.
Nach dem Lesen dieses Buches hat man fast das Gefühl, die Werbung könne Menschen nach Belieben steuern.
Nach dem Lesen dieses Buches hat man fast das Gefühl, die Werbung könne Menschen nach Belieben steuern. Doch ist es immer noch so, dass selbst
Somit möchte ich sagen, dass der beste Schutz vor unerwünschter Beeinflussung immer noch ein gutes Selbstwertgefühl und eine gute Einbettung im sozialen Umfeld sind – also Freunde und Menschen um uns, die uns nicht wegen all unserer gekauften Statussymbole schätzen und lieben, sondern um unserer selbst willen. Wenn Sie sich selbst kennen, Ihre Bedürfnisse bewusster wahrnehmen und entsprechend Prioritäten setzen, können Sie auch Ihrem Autopiloten vertrauen. Und selbstverständlich sollten Sie nie hungrig einkaufen gehen!


SYLVIA RENZ Schriftstellerin, Alsbach, D

Neulich hat mir unser 1-jähriger Enkel beim Küchendienst «geholfen». Er schaltete ein Kochfeld ein und war stolz darauf, dass er es trotz Herdschutzknopf geschaff t hatte. Leider hatte ich das nicht bemerkt, denn ein dunkel getöntes Schneidbrett lag über dem Kochfeld, zum Schutz der Ceranplatte.
Nach einer Weile knallte es heftig, und es regnete Glassplitter: Die angeblich hitzefeste Glasplatte war geplatzt. Zuerst war ich starr vor Schreck, dann rotierten die Gedanken: Was mache ich jetzt zuerst? Was ist am wichtigsten? Der Kleine war zum Glück aus der Küche gekrabbelt, aber er wollte sofort wieder zu mir und nachschauen, was es da Spannendes zu sehen gab.
Also erst einmal den Herd ausschalten und dann mit einem Satz die Küchentür schließen. Durchatmen. Fenster aufreißen. Dankbar feststellen, dass die Entscheidung richtig gewesen war, die Warnung unseres Sohnes ernst zu nehmen: «Bloß kein PVC-Boden in die Küche! Wenn da einmal etwas brennt, vergiftet ihr euch!»
Unser Bambusteppich war an einigen Stellen stark ver-
Brandlöcher
sengt, hatte aber kein Feuer gefangen und auch keine schädlichen Gase von sich gegeben – mit Natur-Material ist man eben auf der sicheren Seite. Dann versuchte ich den Kleinen abzulenken. Er meuterte hinter der Küchentür und wollte natürlich wieder an den Tatort zurückkehren.
Zum Glück ließen sich die Folgen der Glasexplosion schnell beseitigen, nur die Brandlöcher im Bambusteppich erinnerten an dieses Missgeschick und den Schutzengel, der mich vor Schaden bewahrt hatte. Denn einige der Splitter waren wie gefährliche Geschosse knapp an mir vorbeigesaust.
Einige Tage später rückte ich den Brandlöchern zu Leibe. Bleichmittel und Scheuersand halfen nicht weiter. Ich kratzte mit einem scharfen und spitzen Messer die verbrannten Bambusfasern heraus. Denn solche schwarzbraunen Flecken auf dem Küchenboden will wohl keine Hausfrau haben! Die Kratz-Aktion war mühsam, aber sie gelang, nachdem ich die Brandstellen mit viel Wasser eingeweicht hatte.
Ich musste daran denken, dass so manches Unglück auch in unserer Seele Löcher hinterlässt. Sie lassen sich nur beseitigen, wenn wir uns innerlich durch das «Wasser der Vergebung» einweichen lassen, indem wir aufhören, Gott und
die Welt deswegen anzuklagen. Stattdessen hilft die Dankbarkeit für das, was trotzdem noch gut gegangen ist und was uns bleibt.
Allerdings lassen sich nicht alle «Brandlöcher» restlos entfernen. Narben bleiben, so wie das eine Loch, das bis auf den Fliesenboden reichte. Es soll mich stets daran erinnern, dass trotz aller menschlichen Sicherheiten vieles schiefgehen kann. Und doch ist jemand da, der seine gute Hand über mir hält und Schlimmeres verhindert. Er hilft auch, mit Narben und Brandlöchern weiterzuleben und trotzdem froh und zufrieden zu sein.

Ich musste daran denken, dass so manches Unglück auch in unserer Seele Löcher hinterlässt.



SIBYLLE SCHUPPLI
ADRA Schweiz, Zürich, CH
Syrien-Krise: In Jordanien in die Schule gehen
Unicef schätzt, dass 693.000 syrische Kinder Ende 2014 die Schule verpassen.
ADRA baut einen Kindergarten in Klassenzimmer um und ermöglicht auf diese
Weise syrischen und jordanischen Kindern den Schulbesuch.
Der Krieg in Syrien dauert schon seit Frühling 2011 an. Über ein Drittel der Bevölkerung ist vier Jahre später auf der Flucht. Kinder leiden besonders unter diesem Konflikt. Wenn die Familie um das Überleben kämpft, sind Schule und Ausbildung zweitrangig. Einmal in Sicherheit, muss sich die Familie um grundsätzliche Dinge wie Unterkunft und Essen kümmern.
Eine Schulbildung gibt den Kindern in turbulenten Zeiten einen Anker – etwas Normalität im Chaos. In der Gemeinde Bourshrieh östlich der Hauptstadt Beirut sind die Zukunftsaussichten der Kinder gemäß einer Bewertung der UNO besonders schlecht. Ahmed wohnt mit seiner Mutter in dieser Gegend und steht beispielhaft für diese Aussage: Er ist neun Jahre


Die Welt verändern, ein Leben nach dem anderen.
alt und besuchte nur ein Jahr die Schule. Mit seiner Mutter flüchtete er vor zwei Jahren vor dem Krieg. Sein Vater ist verschollen.
In einem Projekt finanziert ADRA Schweiz den Umbau eines bestehenden Kindergartens in Klassenzimmer. Die ADRA-Mitarbeiter besuchen viele Familien, um diejenigen Kinder auszuwählen, die wirklich auf Hilfe angewiesen sind. Seit Anfang Dezember 2014 hört man in den Räumen wieder Kinderlachen: 110 syrische und 10 libanesische Kinder haben einen der begehrten Schulplätze ergattert. Die syrischen Kinder erhalten dazu Nachhilfeunterricht, um Versäumtes nachzuholen. Psychologische Unterstützung hilft ihnen, ihre schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Dank-
Verändern Sie Leben und unterstützen Sie Menschen auf der Flucht. Vielen Dank.
“Syrien Krise”
bar für den Platz träumt Ahmed auch schon von seiner Zukunft: Er will nach der Schule Arbeit suchen, um seine Familie zu ernähren.
ADRA organisiert als Teil des Projekts Veranstaltungen in der Gemeinde, um Syrer und Libanesen einander näher zu bringen. In einem ungezwungenen Rahmen können so Spannungen abgebaut werden. Für diese gemischten Aktivitäten erhalten die Veranstalter ab und zu die Unterstützung lokaler Betriebe.
ADRA Schweiz setzt sich dafür ein, dass Kinder und Erwachsene dank Bildung von einer besseren Zukunft träumen können. Ganz nach dem Motto: «Die Welt verändern, ein Leben nach dem anderen».



ADRA Schweiz Gubelstrasse 23 8050 Zürich
+41 44 515 03 10



www.adra.ch info@adra.ch PC 80-26526-3






HANNA KLENK Fachfrau Gesundheit, Gesundheitsberaterin, Krattigen, CH
Teenager-Alarm! Akne,
Pickel, «Bibeli», Mitesser
Eine Begleiterscheinung des Erwachsenwerdens sind Hautunreinheiten. Gerade dann, wenn Jugendliche besonders verletzbar sind und ihr Selbstwert schwankt, beeinträchtigen «Bibeli» das ganze Sein.

Holunderblüten
Kompressen oder Waschungen mit dem Aufguss der Blüten wirken schweißtreibend und blutreinigend.

Akne?
Mit dem medizinischen Begriff Akne werden Pusteln und sogenannte Mitesser bezeichnet, die sich an den Fettdrüsen des Hautgewebes bilden. Wird in den Talgdrüsen übermäßig viel Fett produziert, das allerdings für den Schutz der Haut wichtig ist, verstopfen die Drüsen, Talg sammelt sich im Inneren an, eine Entzündung entsteht. In der Regel sind Pickel mit anaeroben Bakterien infiziert, das heißt, diese kommen ohne Sauerstoff aus.
Akne ist auf hormonelle und genetische Faktoren sowie auf falsche Ernährung zurückzuführen. In der Pubertät verändert sich die Hormonprodukti-
on im Körper der Jugendlichen drastisch. Dass es die einen härter trifft als andere, liegt an ihrem genetischen Erbe. Allerdings können Hautunreinheiten auch in anderen Lebensaltern auftreten. Das Krankheitsbild wird durch eine ungesunde Lebensweise verschlimmert. Stark fetthaltige Nahrung und chronische Verstopfung führen zu einer Selbstvergiftung.
Eine Behandlung mit Heilpfl anzen ...
... kann die Pusteln austrocknen und das Erscheinungsbild der Haut wesentlich verbessern.

Aloe
Bricht man ein Aloeblatt entzwei, tritt ein geleeartiger Saft aus. Dieser kann auf die Haut aufgetragen werden. AloeSaft – auch innerlich angewendet – wirkt wundheilend, erweichend und stärkt die Abwehrkräfte.

Karotten
Frisch gepresster Karottensaft oder ein Breiumschlag mit gekochten und zerstampften Karotten wird auf die Haut aufgetragen und macht diese weich, verschönert sie und liefert Karotin. Um das Auftragen zu erleichtern, kann der Saft mit Quark vermischt werden. Natürlich darf man den Saft auch trinken.
Zwiebel

Wer den Geruch nicht scheut, nutzt die Heilkraft der Zwiebel. Der frische Saft kann direkt auf die Haut gebracht werden, oder es werden damit Kompressen getränkt. Für Breiumschläge dienen gekochte Zwiebeln. Die Haut wird dadurch weich und gereinigt.

Kohl
Von den rohen Blättern werden die dicken Adern entfernt. Die Blätter werden zwischen zwei Lagen Küchenpapier gelegt und mit dem Nudelholz zerquetscht. Der Breiumschlag wirkt wundheilend und hautreinigend.

Sauerampfer
Die gekochten Blätter wirken als Breiumschlag erweichend, wundheilend und hautreinigend.

Große Klette
Kompressen werden mit einem Aufguss der Wurzel getränkt, Breiumschläge aus frischen Blättern wirken antibiotisch. Der Wurzelaufguss kann auch getrunken werden und ist bei Akne und anderen Hautinfekten sehr hilfreich.



























Folgende Nahrungsmittel tragen dazu bei, Akne zu bekämpfen:
• Früchte: Sie unterstützen die Ausscheidung der im Blut zirkulierenden Abfallstoff e durch den Urin. Dazu enthalten Früchte in der Regel viele Vitamine. Besonders Vitamin A in Form von Beta-Karotin sorgt für eine gute Hautbeschaff enheit. Mangos, Aprikosen, Papaya, Orangen und andere Zitrusfrüchte sind empfehlenswert.
• Gemüse: Auch sie begünstigen die Ausscheidung von Abfallstoff en und liefern BetaKarotin. Dies gilt vor allem für Karotten, Mangold und Spinat.
• Vollkorngetreide: Es ist reich an Nahrungsfasern, die für eine gesunde Verdauung sorgen und Verstopfung vorbeugen.
• Soja: Tofu, Sojamilch und andere Produkte enthalten pfl anzliche Hormone (Phytoöstrogene), die zum hormonellen Gleichgewicht beitragen.
• Vitamin E: Auch dieses Vitamin ist für die Hautzellen wichtig. Weizenkeime, Nüsse und Samen, pfl anzliche Öle und Avocados liefern viel davon.
Folgende Nahrungsmittel begünstigen die Entstehung von Akne:
• Weißer Zucker: Süßigkeiten wirken sich ungünstig auf die Verdauung aus und machen sich in Bezug auf die Haut negativ bemerkbar.
• Weißes Mehl: Die Kombination von Zucker, weißem Mehl und Fett, wie sie in Kuchen und Kleingebäck zu fi nden ist, begünstigt Akne. Raffi niertes Mehl in Teigwaren und Brötchen hat denselben Eff ekt, wenn diese in größeren Mengen verzehrt werden.
• Gesättigtes Fett: Es verstärkt die Talgabsonderung in den Hautdrüsen. Wurstwaren, Speck und Milchfette (Butter, Rahm) enthalten viele gesättigte Fette.
• Milch: Akne kann auch durch eine Unverträglichkeit gegenüber Milch verursacht sein.
• Schokolade: Sie ist eine Kombination von gesättigtem Fett und Zucker. Allerdings reagiert die Haut sehr unterschiedlich darauf.
• Kochsalz: Es fördert die Flüssigkeitsansammlung in der Haut. Entzündungen der Talgdrüsen können so verschlimmert werden.

Zweifaches Schädel-Hirn-Trauma (SHT)
wie weiter?
In jungen Jahren hast du nach zwei Unfällen jeweils ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten. Du hast gelernt, mit Einschränkungen zu leben. Wie ist dir das gelungen?

Am Anfang war das sehr schwer, vor allem nach meinem zweiten SHT. Da hat es mir so richtig den Boden unter den Füßen weggezogen. Ich konnte und wollte mit meinen Einschränkungen und Spätfolgen nicht leben. Ich versuchte sie einfach zu ignorieren. Da mir all meine Wünsche und Pläne für die Zukunft an diesem folgenschweren Tag genommen wurden, begann ich meinen eigenen Kampf auszutragen. Hauptsächlich gegen die Zukunftsaussichten der Ärzte. Ich hatte ja gerade meinen Traumberuf Kranken-
schwester erlernt und abgeschlossen. Dann geschah mein Unfall. Ab da konnte ich meinen geliebten Beruf nicht einen Tag mehr ausüben. Ich schlug damit einen sehr, sehr schweren und schmerzhaften Weg ein. Meine Rettung war der eingebaute Schutzmechanismus im Gehirn. Wenn man die Körpersymptome immer wieder übergeht, übernimmt das Gehirn – zum Schutz – die Kontrolle über den Körper. So legte mich dieser immer wieder lahm und fesselte mich buchstäblich ans Bett. Gerade in dieser Zeit
musste ich mich mit sehr vielen inneren Konflikten auseinandersetzen – mit meinen Vorstellungen, eigenen Erwartungen, meinen Wünschen, vor allem aber mit mir selber.
In dieser Zeit der absoluten Kraft- und Hilflosigkeit lernte ich echte, schmerzhafte Selbst- und heilsame Gotteserkenntnis. Ich legte «meine Waffen» nieder und traf die Entscheidung, mit meinen Einschränkungen zu leben und sie anzunehmen. Dadurch begann ein neuer und erfüllender Weg. Für diese einschneidenden Zeiten bin ich bis heute aus tiefstem Herzen dankbar.
Die Kindererziehung ist eine Herausforderung. Du hast mit deiner Behinderung vier Kinder großgezogen. Wie hast du das geschaff t?
Mein Mann und ich wünschten uns immer eine kleine Großfamilie! Nach dem Unfall und meiner damit verbundenen körperlichen Beeinträchtigung sei schon ein einziges Kind eine sehr große Herausforderung, hieß es von allen Seiten. Kinder zu bekommen war für mich ein großes Risiko. Vor allem wegen der Geburten. Medizinisch gesehen war und ist es bis heute selbst für die Ärzte ein Wunder, dass ich die Geburten trotz meiner SHT so gut überstand.
Der Umstand, dass ich oft tagelang im Bett lag und immer zu Hause war, kam meinen Kindern zugute. Ich war immer für sie da, ob ich im Bett lag oder den Haushalt bewältigte. Wir konnten immer reden und Gespräche führen oder spielen. Durch meine Einschränkungen konnte ich allerdings keine großen Aktivitäten mit ihnen unternehmen.
Das Leben mit einem SHT gleicht immer einer Gratwanderung. Am Morgen macht man Pläne für den Tag und hat am Nachmittag bereits keine Kraft mehr. Alles, was ich an Kraft hatte, investierte ich in die Kinder. Die Gemeinschaft mit ihnen ist uns als Familie bis heute sehr wichtig. Voller Dankbarkeit blicke ich zurück auf die Hilfe meines Mannes, meiner Mutter und meiner Schwiegereltern. Ohne ihre Hilfe wäre vieles nicht möglich gewesen. Das Größte und Wertvollste ist und bleibt die Liebe zu jedem einzelnen Kind. Sie war und ist das Fundament, welches allen Herausforderungen standhält.
Das Größte und Wertvollste ist und bleibt die Liebe zu jedem einzelnen Kind. Sie war und ist das Fundament, welches allen Herausforderungen standhält.
und Sicherheit verlieh. Ich ging früh schlafen, stand früh auf und erstellte einen Tagesplan mit einer Liste von Notwendigkeiten. Falls die Kraft nicht ausreichen sollte, sah ich auch immer einen Notfallplan vor. Nach wie vor das Größte und Beste in meinem Leben sind die morgendlichen Andachten, das Bibellesen und das Gebet. Immer wieder gerate ich darüber ins Staunen. Es gibt mir Kraft, und ich komme dadurch mit meiner Zeit viel besser zurecht. Es ist, als ob ich dadurch mehr Zeit zur Verfügung hätte.
Am schwersten war es, Gelassenheit zu lernen, besonders wenn an so manchen Tagen der vorgelegte Plan nicht aufging. Zu lernen, loszulassen oder Hilfe anzunehmen, ist mir heute noch eine Lebensaufgabe.
Du hast die Möglichkeit, den Lesern von «Leben und Gesundheit » drei Tipps zum Thema Prioritäten und Lebensgestaltung zu geben. Wie lauten sie?

Lydia Hierzer ...
... wurde 1962 in Salzburg geboren. Sie ist Mutter von vier erwachsenen Kindern und seit 32 Jahren glücklich verheiratet.
Im Alter von 6 Jahren kletterte sie auf ein Wirtschaftsgebäude und stürzte vom Heuschober (3. Stock) kopfüber auf den Betonboden. Folgen: Schädelbasisfraktur, Gehirnquetschung und Gehirnblutung.
Wenn die Kräfte nicht für alles, was zu erledigen ist, ausreichen, wird es notwendig, Prioritäten zu setzen. Wie bist du vorgegangen?
Wie ich bereits erwähnte, stellte mich jeder Tag vor eine schwierige Gratwanderung. Genügend Schlaf, Regelmäßigkeiten und so wenig Stress wie möglich waren das Wichtigste. Schon bald lernte ich, immer besser auf die Signale meines Körpers zu achten und entsprechend darauf zu reagieren. Ich übte eine tägliche Routine ein, die mir Halt
1. Nimm dich so an, wie du bist, mit all deinen Gaben und Fähigkeiten. Vor allem aber sage «Ja» zu deinen Schwächen und Fehlern!
2. Akzeptiere, was du (momentan) nicht ändern kannst, und ändere mit Geduld, was nicht länger zu ertragen ist.
3. Setze dein Vertrauen auf Gott. Dann wirst du die Unabhängigkeit von den Umständen erfahren und Frieden und Geborgenheit finden.
Das Interview führten Dagmar Dorn und Heidi Albisser.
Mit 20 Jahren erlebte sie einen zweiten tragischen Unfall. Als sie auf dem Zebrastreifen die Straße überquerte, wurde sie frontal von einem Auto erfasst und einige Meter auf die Fahrbahn geschleudert. Zwei Notoperationen erfolgten im Universitätsspital Zürich. Folgen: Massive Gehirnblutungen, Schädelbasisbruch, Gehirnquetschung und Kompressionsfraktur der Halswirbelsäule.
Sie ist gelernte Bürokauffrau und diplomierte Gesundheits- und Krankenschwester.
Seit vielen Jahren begleitet sie sehr gerne Menschen in den verschiedensten Lebenslagen.

Staunen und entdecken

ANNA-DORA SARTORIO
Hobby-Fotografin, Diemtigtal, CH
Eine eindrucksvolle Welt entdecken!
Wenn ich die Einzelheiten genauer sehe, wird das Ganze für mich noch bewundernswerter.
Macht jemand aus einer «Mücke einen Elefanten», dann vergrößert er die Mücke nicht nur, er verwandelt sie auch noch in ein eindrucksvolles Tier. Die Mücke steht hier für etwas Unangenehmes, das übertrieben groß und dazu noch ganz anders dargestellt wird, als es in Wirklichkeit ist.
Mit dem Makroobjektiv kann man kleine, unscheinbare und nur selten oder gar nicht

beachtete Funde aus der Natur größer darstellen, als sie sind. Eine Mücke bleibt aber immer eine Mücke. Wenn ich diese aber ganz aus der Nähe betrachten kann, werde ich mich wider Erwarten oft sogar für eine Mücke begeistern können!
Die Makrofotografie gewährt faszinierende Einblicke in eine Welt, die uns normalerweise entgeht, weil wir sie nicht richtig sehen. Wenn ich Einzel-

heiten, die ich nicht gut sehe, größer darstellen kann, komme ich oft nicht mehr aus dem Staunen heraus.
Im täglichen Leben können wir nicht immer alles vergrößern, um es besser zu sehen. Aber wie oft bleibt uns auch das Sichtbare verborgen, weil wir es nicht beachten! Wir gehen manchmal an Dingen vorbei und gewöhnen uns daran, sie täglich zu sehen. Es braucht dann nicht selten



So
sehr viel Zeit, bis wir dieses Gewöhnliche zum ersten Mal richtig sehen. Bei einem Gang durch die Natur denken wir oft an so vieles, was uns beschäftigt. Leider können wir unsere Sorgen nicht leicht loslassen. Gehen wir aber mit offenen Augen und staunend durchs Leben, werden wir reich beschenkt. Wir finden innere Ruhe und erkennen, was für uns wesentlich ist.




Portrait eines Apollofalters. Wahrscheinlich denkt er:
tief hat mir noch nie jemand in die Augen geschaut!


HARTMUT BEHNKE
Ehe- und Familienberater, M.Div., MA, Lorch, D
Duell oder Duett?
Ein Jahr vor der Heirat erzählt der Mann seiner Zukünftigen etwas, und sie hört gebannt zu. Ein Jahr nach der Heirat spricht die Frau, und der Mann hört nicht richtig zu. Drei Jahre nach der Eheschließung reden beide gleichzeitig sehr laut, und die Nachbarn hören gut zu ...

Früher klärten «richtige» Männer ihre Streitigkeiten in einem Duell. Mit dem Degen in der Faust standen sie sich gegenüber und versuchten, den anderen zu verletzen oder gar zu töten. Oder sie stellten sich Rücken an Rücken, den Finger am Abzug einer geladenen Pistole. Auf ein Kommando gingen sie zehn Schritte auseinander, drehten sich um und schossen auf den Gegner. Wer überlebte oder unverletzt blieb, war Sieger. Wir lächeln heute über ein solches Verhalten. Aber in vielen Partnerschaften und Ehen duellieren sich die Partner auf ähnliche Weise. Sie versuchen sich mit spitzen Bemerkungen zu verletzen, schreien den anderen nieder und schlagen nicht selten aufeinander ein. Dabei gab es einmal eine Zeit, in der man den anderen von ganzem Herzen liebte und sogar mein-

te, ohne ihn nicht mehr leben zu können. Was ist passiert, dass Liebe und Harmonie gestorben sind und aus dem gemeinsamen Duett ein Duell wurde? Könnte es sein, dass sie beide nicht gelernt haben, miteinander zu reden?
Jeder will sich mitteilen
Das Mädchen unserer Nachbarin ist erst zwei Jahre alt. Sie wollte mir sagen, dass ich ihre neue Schaukel bewundern sollte. Aber ihre Mutter musste ihre Worte erst für mich «übersetzen». Den ganzen Tag steht der kleine Mund nicht still. Das ist typisch. Ein Kind möchte anderen mitteilen, was es erlebt und sieht. Das geht im Grunde jedem von uns so. Sogar Menschen, die an Alzheimer erkrankt sind, versuchen, mit anderen zu sprechen.
Wir Menschen suchen ein Gegenüber, um unsere Gedan-
Eine sehr hilfreiche Übung:
Setzen Sie sich als Partner auf gleich hohen Stühlen gegenüber. Die Knie und Hände der Partner berühren sich. Bleiben Sie in dieser Haltung 15 Minuten lang, indem Sie sich in die Augen schauen, aber kein Wort miteinander sprechen. Nach den 15 Minuten sprechen Sie über Ihre Gefühle und über die Gedanken, die Ihnen eben durch den Kopf gegangen sind. Wer danach gemeinsam lacht, kann mit der Übung aufhören. Wer nichts zu lachen hat, kann und soll die Übung regelmäßig wiederholen. ken und Gefühle mitzuteilen. Wir möchten verstanden werden, Anteilnahme finden, Kontakte knüpfen und Beziehungen aufbauen. Deshalb brauchen wir jemanden, der unsere Erlebnisse und Gefühle teilt.
Wenn wir miteinander reden, vertrauen wir uns dem anderen an. Wir geben unsere Schwächen preis und verschweigen auch nicht unsere Narben. Wir sind dankbar, einen Menschen gefunden zu haben, der das Wissen um unsere geheimsten Wünsche und Ängste vertrauensvoll behandelt. Doch wie viel Bitterkeit bleibt zurück, wenn dieses Vertrauen missbraucht, enttäuscht oder sogar lächerlich gemacht wird! Dann werden die Gespräche tatsächlich zum Duell.
Worte, Worte,
Ein Satz ist deshalb in der Partnerschaft von größter Bedeutung: «Du hast Recht!»
wie er fühlt. Wir können dem anderen seine Gefühle auch nicht ausreden. Wir können nur versuchen, ihn darin zu begreifen. So lassen sich auch Verletzungen, die wir unserem Partner zugefügt haben, durch Gespräche aufarbeiten. Dabei ist es wichtig, dass wir auf den anderen eingehen: «Deine Meinung interessiert mich. Habe ich dich richtig verstanden? Du meinst ... Erzähl mir mehr davon ...»
Worte?
Viele Paare haben Angst voreinander, obwohl sie sich lieben. Sie haben Angst, Gefühle zu zeigen oder über diese zu sprechen. Das könnte sie vielleicht schutzlos dem anderen ausliefern oder dessen Achtung sinken lassen. Deshalb verbergen sie ihr Inneres oft hinter Worten. Worte und Gespräch aber sind nicht unbedingt dasselbe.
Man hat einmal geschätzt, dass eine Frau am Tag doppelt so viel redet wie ein Mann. Frauen lösen nämlich die Probleme ihres Lebens weitgehend durch ein Gespräch, während Männer sie eher verdrängen. Viele Männer können jedoch diesen «Wortschwall» ihrer Frauen «nicht ertragen». Schließlich schwingen nicht selten darin auch Vorwürfe mit. Auf der anderen Seite versuchen Männer auch gerne, die verletzten Gefühle der Frau durch Argumente aus der Welt zu schaffen. Ein solches, meist rechthaberisches Gespräch heilt aber nicht die Beziehung.
Ein Satz ist deshalb in der Partnerschaft von größter Bedeutung: «Du hast Recht!» Wer nämlich immer nur seine eigene Meinung gelten lässt, zeigt, dass er den anderen nicht wirklich versteht und auch nicht an dessen Gedanken interessiert ist. Jeder darf außerdem fühlen,
Ein idealer Gesprächspartner
In den meisten Partnerschaften enttäuscht man den anderen hin und wieder. Das kann beispielsweise an falschen Erwartungen liegen oder weil Versprechen nicht eingehalten wurden. Partner, die nicht ständig an sich denken, sondern sich wirklich für die Gedanken und Gefühle des anderen interessieren und sie zu verstehen suchen, bauen an einer lebenslangen harmonischen Beziehung. Dann kann die Partnerschaft tatsächlich zu einem Duett werden.

Tipps für Gespräche:

• Schauen Sie Ihrem Partner in die Augen.
• Sprechen Sie off en – aber ohne den anderen anzuklagen – von Ihren Gedanken und Gefühlen.
• Rechtfertigen Sie sich nicht, wenn Ihr Partner Ihnen etwas vorhält. Versuchen Sie zu verstehen, warum er/sie so denkt und empfi ndet.
• Ermutigen Sie sich gegenseitig, sich zu öff nen, indem Sie dies selbst tun.
• Unterbrechen Sie einander nicht. Hören Sie zu, was der Partner mitteilen möchte. Versuchen Sie dabei, auch mit positiver Haltung «zwischen den Zeilen zu lesen».
• Nehmen Sie sich so viel Zeit für das Gespräch, wie Sie beide brauchen. Die Zeit, die Sie für ein solches Miteinander investieren, gewinnen Sie später mehrfach zurück.





UTE EGGLER
Gesundheitsberaterin, Wünnewil, CH
Haystack (6 Portionen)
«Haystack» (zu Deutsch «Heuhaufen»), auch Burrito Bowl genannt, ist ein amerikanisch-mexikanisches Gericht. Die Zutaten werden separat serviert und nach Belieben in verschiedenen Lagen aufeinandergestapelt. Das hier beschriebene Rezept ist eine cholesterinfreie Variante! Bitte beachten, dass die Bohnen über Nacht eingeweicht werden müssen!
200 g Tortilla Chips
250 g Reis

Für die Bohnen
500 g Borlotti-Bohnen, roh
1 TL Kreuzkümmel
1 TL Knoblauchpulver
1 TL Salz
Cayennepfeff er
Für die Tomaten-Sauce
1 gr. Zwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen
1 EL Olivenöl
3 EL Tomatenmark
3 EL Basilikum, frisch, gehackt

Rezepte




600 g Tomaten, gehackt, geschält
1 EL AgavenNektar
Salz
Cayennepfeff er
Für die Tofu-Sauce
250 g Tofu
1 TL ZwiebelPulver
½ -1TL Knoblauchpulver
½ TL Salz oder etwas mehr
2 EL Zitronensaft
150 ml Wasser
Gemüse nach Belieben
Eisbergsalat, in Streifen geschnitten
Tomaten, gewürfelt
Gurken, gewürfelt
Zwiebel, in Ringe geschnitten
Avocado, gewürfelt
Paprika, in Würfel geschnitten
Oliven, in Streifen geschnitten
Mais aus der Dose

«Haystack» –lässig und lecker













1. Reis: nach Packungsanleitung kochen.
2. Bohnen: Bohnen gut waschen und über Nacht in reichlich Wasser einweichen. Einweichwasser wegschütten, Bohnen nochmals waschen. In Topf geben und so viel Wasser hinzufügen, dass die Bohnen ca. 3 cm bedeckt sind. Bohnen zum Kochen bringen und mindestens 2 Std. köcheln lassen, bis Bohnen fast wie Mus sind. Nun erst Gewürze hinzufügen und mit Salz und Cayennepfeffer abschmecken.


3. Tomaten-Sauce: Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl dünsten. Restliche Zutaten hinzufügen und ca. 15 Min. köcheln.
4. Tofu-Sauce als Dressing: Alle Zutaten in Mixer sehr fein pürieren.
5. Und nun wird gestapelt: Tortilla Chips, Reis, Bohnen, Tomaten-Sauce, Eisbergsalat und Gemüse nach Belieben und zum Schluss die Tofu-Sauce.




Haystack
Erdbeer-Avocado-Creme
Erdbeer-Avocado-Creme (4 Portionen)


70 g Datteln, mindestens 2 Std. in Wasser eingeweicht
1 gr. Avocado
1-2 EL Zitronensaft ca. 50 ml Kokosmilch
300-500 g Erdbeeren, frisch
1. Datteln (ohne Einweichwasser), Avocado, Kokosmilch und Zitronensaft im Mixer fein pürieren.
2. Erdbeeren nach gewünschter Dicke der Creme hinzufügen.


Es können auch gefrorene Erdbeeren verwendet werden. Dazu wird ein starker Mixer benötigt.













DÖRTHE MEISEL Dipl. Psychologin Waren, D
Ausweg aus der Depression
Als ob der Stecker nicht richtig in der Steckdose steckte – der Energiefl uss unterbrochen wäre – die Glühbirne nur ab und an fl ackerte.
Abgeschlagen, müde, erschöpft – so kommt Ulrike jetzt häufiger von der Arbeit nach Hause. Setzt sie sich erst einmal hin, um einen Tee zu trinken, kann sie sich vielleicht nicht mehr aufraffen, um noch etwas im Haushalt zu tun. Sie könnte schon auf dem Sofa einnicken, doch sobald sie im Bett liegt, ist sie wieder hellwach. Alles Mögliche schießt ihr durch den Kopf. Dabei könnte sie die Nachtruhe dringend brauchen, damit sie morgen wieder fit ist. Irgendwann fällt sie in einen unruhigen Schlaf, der in den Morgenstunden jäh vom Klingeln des Weckers unterbrochen wird. Ein neuer Tag – wie soll sie ihn bewältigen? Er erscheint ihr wie ein Berg. Nur mit ganz viel Willenskraft und Anstrengung kommt sie aus dem Bett, macht sich mechanisch fertig und fährt dann zur Arbeit. Ihr Mann ist verwundert. Die Schwiegertochter ist die Erste, die sagt: «Mutter, irgendetwas stimmt mit dir nicht. Du schaffst ja kaum noch etwas.»
Was ist mit mir los?
Diese Erfahrung kennen
Millionen Europäer. Häufig führt erst der Gang zum Arzt zur Diagnose Depression. Betroffene und Familienangehörige sind oft ratlos. «Es wird schon wieder.»
«Du brauchst einfach einmal Urlaub.» «Lass den Kopf nicht hängen!» «Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.» Auf diese Wei-
se versucht das Umfeld zu helfen. Doch dieser Trost kommt nicht an. Als ob der Stecker nicht richtig in der Steckdose steckte – der Energiefluss unterbrochen wäre – die Glühbirne nur ab und an flackerte.
Tatsächlich: Es gibt da ein Problem mit unserer Kommandozentrale im Gehirn und
ihren Verbindungen. Direkt hinter unserer Stirn und den Schläfen befindet sie sich. Es ist der Frontallappen: Sitz unserer Moral, unseres Willens, unserer Spiritualität. Bildgebende Verfahren zeigen, dass bei einer Depression dieser Bereich weniger durchblutet wird und das empfindliche neurochemische

Mögliche Symptome einer Depression

Gefühle der Niedergeschlagenheit oder Leere
wenig Interesse und Freude
Antriebslosigkeit, Energieverlust
Schlafstörungen
Veränderungen im Appetit
Gefühl der Wertlosigkeit
mangelndes Konzentrationsvermögen
körperliche Unruhe oder Verlangsamung
Selbstmordgedanken

Gleichgewicht unseres Gehirns gestört ist. Reize werden nicht störungsfrei weitergeleitet.
Wie konnte es dazu kommen?
War es der Stress? Die Hektik? Die Überforderung? Der Lebensstil? In der Mehrzahl war es beständiger Stress. Irgendwann reagiert dann das schwächste Glied in der Kette – bei Ulrike zu diesem Zeitpunkt die Hirnchemie. Dabei kann die genetische Veranlagung eine Rolle spielen. Aber auch Erfahrungen in den Kinder- und Jugendjahren (z. B. sexueller Missbrauch, Trennung der Eltern), bestehende körperliche Erkrankungen (z. B. Hepatitis C, Herzmuskelinsuffizienz, schlecht eingestellter Diabetes, Lupus [Fehlregulierung des Immunsystems], nicht ausreichend behandelte Erkrankungen der Nebennieren) oder junge Kopfverletzungen können im Spiel sein.
Die Bewegung wird auf das Nötigste vermindert. Darunter leidet unser Gehirn, speziell der Frontallappen.
Was kann ich tun?
Therapie Nummer 1: Medikamente, meist Antidepressiva. Sie greifen in die Hirnchemie ein, um eine antriebssteigernde oder auch beruhigende Wirkung zu erzielen. Insbesondere bei schweren Depressionen können sie hilfreich sein, um überhaupt eine Eigenmotivation und Therapiefähigkeit herzustellen. Zur Behandlung leichter und mittelgradiger Depressionen gibt es zahlreiche andere Möglichkeiten, um eine antidepressive Wirkung ohne unerwünschte Begleiterscheinungen zu erreichen. Dazu zählen vor allem Lebensstilmaßnahmen, die Körper und Geist bei der Überwindung der Depression unterstützen und auf natürliche Weise das neurochemische Gleichgewicht im Gehirn positiv beeinflussen.
Ganz entscheidend ist jedoch eine Ursachenbehandlung:
Was beschäftigt mich?
Was kann uns helfen, alte Denkund Handlungsmuster zu verändern?
Bei der Bewältigung stressreicher Situationen bleibt oftmals die Selbstfürsorge auf der Strecke. Der Tagesrhythmus verschiebt sich, Zeiten der Ruhe und des Schlafes werden seltener, man isst, was gerade da ist, und greift vielleicht zu Alkohol.
Dazu zählt, das festzustellen, was bei mir aktuell negative Gefühle auslöst, auch wenn das Ereignis weit in der Vergangenheit liegt. Worum kreisen meine Gedanken? Ist es der Tod einer geliebten Person? Sind es gesundheitliche Einschränkungen? Sorgen um die Kinder? Finanzielle Engpässe? Immer höhere Arbeitsanforderungen? Unerfüllte Wünsche? Verletzungen und Konflikte? Ist es die Missbilligung meiner Bemühungen? Kritik von anderen? ...
Was brauche ich?
Welche bedeutenden Bedürfnisse kommen immer zu kurz? Was wünsche ich mir in Bezug auf jeweilige Lebensla-
Mögliche Auswirkungen eines beeinträchtigten Frontallappens

mangelnde Selbstbeherrschung
Stimmungsschwankungen
fehlende Willenskraft
mangelnde Voraussicht
Entscheidungsschwierigkeiten
geringeres analytisches Denkvermögen
Verlust des Einfühlungsvermögens

Was sind Stressauslöser?
beliebige Situationen oder Denkweisen, die Enttäuschung, Wut, Angst oder Trauer erzeugen
individuelles Stressempfi nden: mein Stress ≠ dein Stress
Erlernte Denk- und Handlungsmuster
Perfektionismus: Ich mache es allen recht, um Kritik zu vermeiden
Aufopferung: Ich gebe alles, um mich unersetzlich zu machen und nicht verlassen zu werden bzw. wenigstens etwas Beachtung zu erhalten
Kontrolle meiner Umgebung: Überhütung oder Beherrschung anderer – durch Forderungen, Vorwürfe, Drohungen, Gewalt
Vermeidung: Ich meide gewisse Personen oder Aufgaben
Liebesentzug: Ich zeige die kalte Schulter, damit sich der andere um mich bemüht
Durchhalten: Ich mache weiter und hoff e, dass bald alles anders wird
Trennung: Ich beende Verlustbeziehungen
gen oder Personen? Anerkennung, Sicherheit, Liebe, Geborgenheit, Nähe, Gerechtigkeit, Harmonie, Verständnis, Freiheit, Respekt …?
Wie kann ich es erhalten?
Gewisse Denk- und Handlungsmuster sind uns zu eigen geworden, mithilfe derer wir unsere Bedürfnisse zu sichern versuchen. Jeder Mensch hat eine Prägung durch seine Kinderstube erhalten, oft unbewusst und ungewollt. Das Miterleben, wie Bezugspersonen das Leben gemeistert haben, hat uns stärker geprägt als die bloßen Worte. In Krisenzeiten sind diese unbewussten Strategien oft nicht ausreichend oder verschärfen sogar das Problem. Wir benötigen bessere Mittel.
Was kann uns helfen, alte Denk- und Handlungsmuster zu verändern? Manchmal sind es Gespräche mit vertrauenswürdigen Personen, die einen anderen Blickwinkel bieten –Familie, Freunde, Seelsorger, Pastoren, Ärzte, Psychotherapeuten. Manchmal verändern wir unsere Einstellung durch Berichte anderer – Biographien, Weisheitssprüche, Bibelworte, Lieder. Manchmal ist es die eigene Lebenserfahrung im Rückblick.
Grenzen
Trotz allem stoßen wir an Grenzen – Grenzen unserer eigenen Lernfähigkeit, Grenzen des Beraters und seiner Lebensweisheit – verbunden mit der Erkenntnis, dass diese vereinten Bemühungen oft nicht ausreichen, um unsere Bedürfnisse, z. B. nach Sicherheit oder Liebe, völlig zu erfüllen. Wer sich in solchen Momenten einer höheren Weisheit öffnet, nämlich dem Glauben an einen fürsorgenden Gott, und diesem seine Gedanken und Gefühle übergibt, erlebt eine unschätzbare Hilfe auf dem Weg der Gesundung, die klinische und therapeutische Erwartungen bei weitem übertreffen kann.

Lebensstilmaßnahmen

regelmäßige Schlaf- und Essenszeiten
körperliche Bewegung, mindestens 3 x pro Woche 30 min
Wechselduschen (HeißKaltWechsel, mit Kalt enden)
Aufenthalt im Freien bei Tageslicht: mindestens 30 min am Tag oder spezielle Lichtlampe
tiefe Atemübungen
ausreichend Schlaf (6–8 Stunden)
Ernährung reich an Obst, Gemüse, Hülsenfrüchten, Nüssen, Vollkornprodukten
besonders wertvolle Omega-3-Lieferanten: Walnüsse und gemahlener Leinsamen
angemessene Behandlung körperlicher Erkrankungen
Hören oder Spielen harmonischer und melodischer Musik
Fernsehkonsum einschränken
Konsum suchterzeugender Substanzen reduzieren bzw. beenden
Gehirntraining durch Logikrätsel, höhere Mathematik, Interpretieren von Sprüchen
entsprechend dem eigenen Gewissen handeln


«Nur eine Mutter?»

Um ihren Führerschein zu erneuern, suchte eine Frau das zuständige Amt in ihrer Stadt auf. Der Beamte fragte nach ihrem Beruf. Sie zögerte, unsicher, wie sie sich selbst bezeichnen sollte. Der Beamte erklärte: «Ich meine, üben Sie einen Beruf aus oder sind Sie nur ...?» «Natürlich habe ich einen Beruf», gab die Frau zurück, «ich bin Mutter!»
«Ich bin Forschungsassistentin für Kindheitsentwicklung und menschliche Beziehungen.»
«Auf unserer Liste wird Mutter als Beruf nicht geführt», meinte der Beamte mitfühlend, «doch Hausfrau umfasst das auch!»
Wahrscheinlich hätte ich diese Geschichte wieder vergessen, hätte ich mich nicht eines Tages am Führerscheinamt in unserer Stadt in der gleichen Situation wiedergefunden. Die Beamtin wirkte selbstsicher und zielstrebig, mit einem «Ich-stelle-hier-die-Fragen-Gehabe».
«Ihr Beruf …?», begann sie. Ich weiß nicht, was mich zu meiner Antwort bewog. Die Worte sprudelten nur so aus mir heraus:
«Ich bin Forschungsassistentin für Kindheitsentwicklung und menschliche Beziehungen.»
Die Beamtin hielt inne. Ihr Stift verharrte in der Luft, und sie blickte auf, als hätte sie sich verhört. Langsam wiederholte ich den Titel, die wichtigsten Wörter besonders betonend. Ich traute meinen Augen kaum, als alles fein säuberlich in dicken schwarzen Buchstaben ins offizielle Formular eingetragen wurde. «Darf ich fragen», begann die Beamtin mit wachsendem Interesse, «was genau Sie in Ihrem Beruf machen?» Ohne auch nur den Hauch einer Unsicherheit in meiner Stimme hörte ich mich sagen: «Ich habe ein langfristiges Forschungsprogramm (welche Mutter hat das nicht!) sowohl im Labor als auch in Form von Feldstudien (damit meinte ich im Haus und im Freien). Ich arbeite für eine sehr anspruchsvolle Gesellschaft (die ganze anstrengende Familie) und beaufsichtige vier Probanden (lauter Töchter). Mein Beruf ist einer der anstrengendsten der Menschheit (welche Mutter würde hier widersprechen?) und ich habe einen 14 Stunden-Tag (24 Stunden kommen der Wirklichkeit manchmal sogar noch näher).
Diese Arbeit ist herausfordernder als bei einer nullachtfünfzehn Karriere, und der Lohn ist erfüllender als ein bloßes Gehalt.»
Der Ton der Beamtin gewann spürbar an Respekt, als sie das Formular fertig ausgefüllt hatte, von ihrem Sessel aufstand und mich persönlich zur Tür begleitete.
Als ich in die Einfahrt unseres Hauses einbog – noch ganz im Banne meiner glorreichen neuen Berufslaufbahn – begrüßten mich schon meine Laborassistentinnen, dreizehn, sieben und drei Jahre alt. Im ersten Stock konnte ich hören, wie unser jüngster Proband der Kindheitsentwicklung (ein sechsmonatiges Baby) ein neues Sprachmuster ausprobierte. Ich hatte der Bürokratie ein Schnippchen geschlagen. Auf diesem offiziellen Formular war nun die Karriere einer Mutter als bedeutend und unentbehrlich für die Menschheit festgehalten, eine Tatsache, die vielen bei den Begriffen «Hausfrau» und «Mutter» kaum in den Sinn kommt.
Verfasser unbekannt





Erwachsenenbildner und Lebensberater, Aarwangen, CH
Herausforderung Erziehung –Verhalten steuern oder Werte vermitteln?
Ich gebe es off en und ehrlich zu ...
Manchmal ist mir als Vater das wichtigste «erzieherische Ziel», meine Ruhe zu haben – besonders während meines «heiligen» Mittagsschlafs, wenn ich gerade so schön am Dösen bin und der lautstarke Streit meiner Kinder akustisch immer «näher» kommt und zu meinem Bewusstsein durchdringt. In solchen Situationen ist es schon vorgekommen, dass ich wie eine Furie aus dem Schlafzim-
mer stürmte, um den Streit sofort mit all meiner «väterlichen Autorität» zu unterbinden und meine Kinder in ihre Schranken zu weisen. Endlich ist wieder Ruhe eingekehrt. Ah, tut das gut! Zufrieden habe ich meinen zweiten «Siestaversuch» gestartet. Aber irgendwie kam ich innerlich nicht mehr zur Ruhe. Mich beschäftigte die Frage: Was haben meine Kinder soeben von mir gelernt? Der Stärkere gewinnt (in diesem Fall der Papa)? Oder vielleicht: Streiten
ist schlecht, weil es andere stört; lösen kann man Konflikte sowieso nicht? Im besten Fall habe ich mich durchgesetzt und ihr Verhalten verändert. Ist es mir aber gelungen, ihnen etwas von dem mitzugeben, was ihnen auf ihrer zukünftigen Lebenswanderung weiterhilft? Wahrscheinlich nicht.
Das oberste Ziel wahrer Erziehung?
Zukunfts- und wachstumsorientierte Erziehung hat nicht nur das Verhalten unserer Kinder im Auge. Sie will unsere Kinder auch nicht nach dem Motto dressieren: «Hauptsache, sie zeigen in den verschiedensten Lebenslagen das richtige Verhalten.» Erziehung ist mehr, viel mehr. Erziehung ist Hilfe zur Selbsthilfe. Wahre Erziehung will dem Kind helfen, sich mit zunehmendem Alter immer mehr selber zu steuern, sich selbst zu erziehen. Das oberste Ziel wahrer Erziehung ist mehr, als bloß das «richtige Beneh-
CHRISTIAN FREI
men» im Kind hervorzubringen, sondern das Lernen von Fertigkeiten, die für ein glückliches und erfülltes Leben in der Gesellschaft erforderlich sind. Ein chinesisches Sprichwort besagt: «Gib einem Bettler einen Fisch, so isst er einen Tag lang. Bring ihm das Fischen bei, und er isst sein Leben lang.»
Wie sieht dieses «Fischen», das unsere Kinder erlernen sollen, aus? Welche Fertigkeiten wollen wir unseren Kindern mit auf den Lebensweg geben? Sicherlich gehören folgende dazu:
Selbstreflexion und realitätsnahe Selbstwahrnehmung
erfolgreiches Problemlösungsverhalten
Treffen guter Entscheidungen
kritisches und selbstständiges Denken
Aufbau und Pflege tragfähiger Beziehungen
Deswegen dürfen wir Eltern in der Hektik und in den herausfordernden Situationen des Erziehungsalltags den Blick für die übergeordneten und langfristigen Ziele nicht aus den Augen verlieren.
Dabei helfen mir diese zwei Fragen immer wieder:
a) Wie sieht die gegenwärtige Situation, das aktuelle Problem, mit den Augen meines Kindes aus? Diese Frage hilft mir besser zu verstehen, welche Fertigkeiten und Werkzeuge mein Kind jetzt braucht.
b) Welche Lernerfahrung wünsche ich mir für mein Kind? Welche Fähigkeit soll anhand der jetzigen Situation gelernt und gestärkt werden?
Was ist auf dem Weg nötig?
Zu einer erfolgreichen «Lebenswanderung» braucht es aber nicht nur die oben genannten Fertigkeiten, die sich mit gutem Schuhwerk, regenfester Bekleidung und einer guten Kondition vergleichen las-
sen. Damit unsere Kinder auch am Ziel ankommen können, benötigen sie eine Karte und einen Kompass. Sie brauchen Werte, die ihnen vor Entscheidungen und an den Weggabelungen des Lebens Orientierung geben. Was nützen ihnen eine tolle Wanderausrüstung und ein durchtrainierter Körper, wenn sie doch in die falsche Richtung laufen?
Meines Erachtens sprechen wir in der Erziehung viel zu viel über erwünschtes oder unerwünschtes Verhalten und viel zu wenig über Werte. Wer werteorientiert erzieht, sagt seinen Kindern nicht nur, welches Verhalten er sich wünscht und gegebenenfalls erwartet, sondern erklärt auch, warum und wieso! Elterliche Anweisungen werden von Kindern viel weniger als eine Machtdemonstration oder willkürliche Einschränkung empfunden, wenn die Eltern sie begründen und in einem respektvollen und liebevollen Ton mitteilen.
So könnte man es auch machen ...
Eine werteorientierte Erziehungshaltung könnte in der anfänglich beschriebenen Situation (Papa möchte Mittagsschlaf halten und die Kinder streiten sich lautstark) folgendermaßen aussehen:
1. Ich teile meinen Kindern in einem ruhigen Ton mit, wie sehr mich die Lautstärke ihrer Auseinandersetzung während meines Mittagsschlafs stört, und bitte sie, auf mein Bedürfnis nach Ruhe Rücksicht zu nehmen, die Lautstärke zu drosseln und allenfalls die Tür zum Kinderzimmer zu schließen. Der Wert, der so angesprochen wird, ist der Wert der gegenseitigen Achtung und des respektvollen Eingehens auf die Bedürfnisse des anderen.
2. Ich unterbinde nicht sofort den Konflikt, sondern spreche ihn an und helfe meinen Kindern, diesen konstruktiv zu lösen: Worum geht es gerade? Worin seid ihr euch uneinig? Wie könnte eine für beide Seiten faire Lösung aussehen?
Kann ich euch helfen, eine Lösung zu finden? Auf diese Weise lernen meine Kinder, dass nicht der Konflikt an sich problematisch ist, sondern die Art, wie wir damit umgehen. Konflikte sind wichtig und haben ihre Berechtigung, wenn wir konstruktiv damit umgehen. Darüber hinaus bekommen die Kinder die Möglichkeit, Konfliktlösungen zu üben.
Kompass und Karte
Eines Tages werden meine Kinder ausfliegen und das elterliche Nest verlassen. Ich werde ihnen die vielen Entscheidungen, vor die sie gestellt werden, nicht abnehmen können. Mein Wunsch ist, dass ihnen die Werte, die wir ihnen vorgelebt und mit ihnen besprochen haben, «Kompass und Karte» auf ihrer Lebenswanderung sind. «Values are not taught but caught»: Werte kann man nicht dozieren, sie müssen vorgelebt werden. Deswegen fängt die Erziehung unserer Kinder bei uns selbst an. Jemand hat einmal gesagt: «Warum sollen wir unsere Kinder erziehen, sie machen uns ja doch alles nach.»
Ich wünsche Ihnen den nötigen Abstand vom Erziehungsalltag und Momente der Ruhe, um über die Werte nachzudenken, die Sie Ihren Kindern mit auf den Lebensweg geben wollen. Eine Karte und ein Kompass erleichtern ungemein die Reise.
Wichtige Werte für die Kindererziehung:
1. Respekt und Achtung
2. Verantwortungsbewusstsein
3. Selbstbeherrschung und Mäßigkeit
4. Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit
5. Güte und Mitgefühl
6. Zufriedenheit und Dankbarkeit
7. Geduld und Ausdauer
8. Friedfertigkeit und Demut
9. Loyalität und Treue
Aus: Donna J. Habenicht, Wie man Kindern Werte vermittelt, Advent-Verlag




REGULA ZELLWEGER
Psychologin, Laufbahnberaterin und Publizistin, Obfelden, CH

Welcher Entscheidungstyp sind Sie?
Man kann verschiedene Entscheidungstypen unterscheiden. Die folgenden Typen sind mit einem liebevollen Augenzwinkern beschrieben. Kaum jemand entspricht einem einzigen Typ, meistens fi ndet man Mischformen.

Turbo-Entscheider Sie hassen es, entscheiden zu müssen, und reagieren mit Flucht nach vorne. Sie treffen die Entscheidung, ohne vorher zu analysieren und abzuwägen. Wie aus der Kanone geschossen verkünden sie ihren Entscheid –und staunen oft selbst am meisten darüber.
Yes-butter Auf spontane Entscheide ihrerseits reagieren sie mit «Ja, aber ...». Sie ersticken wertvolle Impulse von sich selbst und von anderen oft im Keim. Sie wollen sich nicht festlegen und bleiben lieber zwischen Himmel und Erde hängen, als etwas zu Boden zu bringen. Die Yes-butter gehen Why-nottern auf die Nerven.
Whynotter Sie sind offen für verschiedene Möglichkeiten und können ihre Meinung auch zum Wohle aller unterordnen. Für sie sind mehrere Lösungen in Ordnung.

Perfektionisten
Sie können sich nur entscheiden, wenn eine Lösung zu 100 % perfekt ist. Deshalb können sie sich oft lange oder gar nicht entscheiden. Mit ihrem Perfektionismus blockieren sie ganze Abläufe.
Zauderer
Zauderer sind das Gegenteil von Zauberern. Während Zauberer das Unmögliche möglich machen, verunmöglichen Zauderer das Mögliche. Sie hinterfragen lieber, als endlich zu entscheiden. Sie haben den Anspruch, das einzig Richtige zu tun. Sie tun lieber nichts, als einen Fehlentscheid zu treffen.
Auf die lange BankSchieber
Für eine etwas schwierigere Entscheidung brauchen sie einige Kilometer Anlaufstrecke. «Manchmal entscheiden sich Dinge von selbst», lautet ihre Devise. Irgendjemand wird die Sache schon entscheiden, wenn es brenzlig wird. Verantwortung sollen andere übernehmen.
Everybodys Darling
Sie wollen es allen recht machen, weil sie geliebt werden möchten. Entscheiden bedeutet aber, dass man nicht die Erwartungen aller erfüllen kann. Deshalb vertun sie ihre Zeit damit, andere zu fragen, was sie denn gerne hätten, anstatt sich einfach zu entscheiden und die Konsequenzen zu tragen.
Windfahnen
Ihre Stimmungen wechseln in einem überraschenden Rhythmus und mit erstaunlichem Tempo. Mit den ständig wechselnden Meinungen verunmöglichen sie Entscheide. Sie haben Angst vor den Folgen. Deshalb finden sie immer wieder neue Ausreden dafür, weshalb im Moment nicht entschieden werden kann.
Gefühlsdusel
Sachargumente wiegen nicht viel, aber dafür die Gefühle. Sie schwelgen darin und halten sie für die Wirklichkeit – und staunen, wenn ihnen andere bei ihren Entscheidungen nicht folgen können. Sie fühlen sich sehr betreten, wenn ihre Entscheidungen kritisch hinterfragt werden.
Analytiker
Sie tragen fleißig überzeugende Argumente zusammen, hinterfragen laufend und antworten mit klugen Fragen darauf. Nur lassen sie bei der ganzen Sache die Menschen aus dem Spiel – und entscheiden an deren Wünschen, Träumen, Ängsten und Gefühlen vorbei. Sie wundern sich dann, wenn sie mit einer absolut logischen Entscheidung allein da stehen.
Bauch-Entscheider
Sie entscheiden sehr schnell und unkompliziert und lassen sich ausschließlich von ihrem Bauch beraten. Wenn sie dann aber etwas begründen sollen, können sie nur sagen: «So ist das eben».
Ewig-Debattierer
Sie lieben Diskussionen und nehmen immer wieder auf andere Weise Stellung. Widerspruch finden sie erfrischend. Es geht ihnen weniger um eine Entscheidung als um einen spannenden Disput.
Selbstausbeuter
Sie übernehmen nicht nur die Verantwortung für ihre Entscheide, sie erledigen auch zu-
verlässig alles eigenhändig. Leistung ist alles. Auf ihre Lebensbalance achten sie nicht.
Sachlich Konstruktive
Sie gehen sachlich und strukturiert vor. Dabei denken sie lösungsorientiert. Sie wissen, dass letztlich der Bauch über intellektuelle Argumente siegt. Deshalb überprüfen sie auch mit Herz und Bauch, bevor sie die Entscheidung endgültig fällen.
Welchen Typen entsprechen Sie am ehesten? Welchem möchten Sie mehr entsprechen?

Entscheidungsstrategien Jeder Mensch hat seine eigene Entscheidungsstrategie. Nicht alle sind effektiv und effizient. Sich mit der eigenen Strategie auseinanderzusetzen und zu beobachten, wie diese abläuft, kann die Grundlage dafür sein, die Strategie zu optimieren. So durchläuft man beispielsweise in seinem Denken und Fühlen einen Weg mit verschiedenen Stationen: Ich erinnere mich, wie es bis jetzt war (Input), ich entwickle ein Bild, wie es in Zukunft sein soll, ich überprüfe mit dem Gefühl, ob es stimmig ist – wenn nicht, kommt noch eine Schlaufe, bis auch Herz und Bauch zustimmen (Output).
Kurze Schlaufe, effizientes Entscheiden: Erinnernd sehen – konstruierend sehen – Gefühl – Output. Wenn man aber beispielsweise innerlich die Frage hört: «Bist du wirklich sicher?», dreht man Schlaufe um Schlaufe und kommt nur schwer zu einer Entscheidung. Endlosschlaufe: Erinnernd sehen – konstruierend sehen – Gefühl – hören – erinnernd sehen ...


DR. MARKO KLEMENZ Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin, Kleines Wiesental, Deutschland
Eine Vision macht den Unterschied
Routinecheck:
Eigentlich war es ein Routinetermin. Der vierteljährliche Zuckercheck bei Typ 2 Diabetes. Begrüßung, Blutdruckmessung, Besprechung der Laborresultate. Dann Schuhe ausziehen, Füße anschauen: Druckstellen? Wunden? Schwielen? Pulse tasten, mit der Stimmgabel die Tiefensensibilität prüfen. Beim Anziehen der Socken und Schuhe noch fragen, wann der Augenarzt das letzte Mal den Augenhintergrund auf Folgeschäden an der Netzhaut untersucht hat. Ein Blick in die elektronische Karteikarte: War dieses Jahr der Urin schon auf Mikroalbumin – kleine Eiweißmoleküle als Hinweis auf eine Nierenschädigung – untersucht worden? Beim Verabschieden noch etwas Konversation. Alles in allem 10 - maximal 12 Minuten, die korrekte Diagnoseverschlüsselung im Computer nach ICD-10, der international anerkannten aktuellen Klassifikation der Krankheiten, inbe-

griffen. Alles eingespielt, hundertfach gemacht.
Zunächst läuft alles nach Plan
Nichts Ungewöhnliches. Ich kenne ihn seit einigen Jahren, er ist etwas älter als ich, Anfang 50, geschieden, keine Kinder. Übergewicht, Typ 2 Diabetes, mit Bewegung und einer Tablette morgens und abends alles immer im grünen Bereich gewesen. Nach längerer Arbeitslosigkeit seit einem Jahr endlich wieder eine geregelte Arbeit. Wir spulen gemeinsam das «Diabetikerprogramm» ab. Ein Klick, das Laborblatt erscheint auf dem Bildschirm, wir gehen gemeinsam die Werte durch. Da wird es plötzlich still. Wir sind bei der rot hinterlegten Zahl stehen geblieben. Der HbA1c, der Langzeitzuckerwert, war plötzlich deutlich angestiegen! Um Zeit zu gewinnen, scrolle ich zurück. Ja, die letzten Monate schwankte er immer um den Zielwert von 6,5 %. Warum jetzt dieser Anstieg? Was war passiert?
Wie reagieren?
Wir sind bei der rot hinterlegten Zahl stehen geblieben. Der HbA1c, der Langzeitzuckerwert, war plötzlich deutlich angestiegen!
doch an Ihre Zukunft! Wollen Sie in 20 Jahren einen Schlaganfall erleben? Oder an die Dialyse, die künstliche Blutwäsche?» Oder soll ich ihn motivieren, sich mehr zu bewegen und anders zu essen? Drohen? «Wenn der Zucker in drei Monaten nicht besser ist, müssen wir Insulin ansetzen!» Aber das bringt bei Diabetikern erfahrungsgemäß nichts. Es gibt die Gewissenhaften, bei denen immer alles in bester Ordnung ist. Die Ehrgeizigen, die nach jeder Mahlzeit 30 Minuten mit dem Heimtrainer fahren. Oder die Chemiegegner, die aus Angst vor Nebenwirkungen auf jegliche pharmazeutische Hilfe verzichten. Noch andere haben immer einen Grund, warum die Werte gerade schlecht sind: Ärger mit dem Mann, die «Traubensaison», Knieschmerzen, derentwegen man sich nicht bewegen konnte, Weihnachten, der «All-Inclusive-Urlaub» etc.
Das sind für einen Arzt immer schwierige Momente. Gerade bei Zuckerpatienten, denn so viel hängt vom Lebensstil ab. Was ist jetzt die beste Strategie? Klar, ich könnte ihm ins Gewissen reden: «Sie wissen doch, dass der hohe Blutzucker Ihre Blutgefäße angreift! Denken Sie
Wir schauen uns schweigend an. Er weicht meinem Blick nicht aus. Ich entscheide mich für einen anderen Ansatz. Warum? Ich weiß es nicht. «Wie geht es bei der Arbeit?» Nichts. Stille. Er senkt den Blick. Eine Träne rinnt langsam die linke Wange hinunter. Der Oberkörper bebt leicht. Ich gebe ihm Zeit. Sage nichts. Reiche ihm ein Taschentuch. Langsam, zögernd, fängt er zu reden an. Von der Firma. Den Umstrukturierungsmaßnahmen. Den Kündigungen. Dem katastrophalen Arbeitsklima, der Angst, die im Betrieb umgeht. Die Ambivalenz. Was ist schlimmer: Gekündigt zu werden oder weiter dort arbeiten zu müssen?
Ein Mann in Not
Der HbA1c ist jetzt plötzlich Nebenschauplatz. Hier ist

ein Mann in Not! «Wäre selber kündigen eine Idee?», frage ich, «und eine neue Arbeit suchen?» «Daran habe ich auch schon gedacht. Aber dann habe ich für 3 Monate keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld.»
Jetzt wird mir die ganze Tragweite bewusst: Da ist ein Mann, der durch finanzielle Umstände und gesetzliche Vorgaben in einer für ihn untragbaren Berufssituation steckt. Natürlich fehlen ihm da die Kraft und der Ansporn für eine gesunde Lebensweise, wenn keine Perspektiven für die Zukunft zu sehen sind! Nur wenige Menschen können bei der heutigen wirtschaftlichen Lage drei Monate lang von den Rücklagen leben. Auswege und Hilfsangebote müssen her! Ich zeige ihm die Möglichkeiten auf. Zum Beispiel eine Krankschreibung wegen psychischer Belastung am Arbeitsplatz. Oder die Beantragung einer Rehabilitationsmaßnahme zu Lasten der Rentenversicherung. Zur Gewichtsreduktion und Verbesserung des Zuckerstoffwechsels in Kombination mit psychologischer Betreuung und mit Stressbewältigungsstrategien. Er hört aufmerksam zu, wägt in Gedanken ab.
Ich erkläre ihm weiter, dass die dreimonatige Arbeitslosengeldsperre nicht zum Tragen kommt, wenn der Arzt vor der Kündigung aus gesundheitlichen Gründen zu einer Kündi-
gung rät und dies entsprechend attestiert.
Mittlerweile schaut er mir wieder in die Augen. Ich sehe, wie Hoffnung aufkeimt. Hoffnung, nicht für immer durch ungünstige Umstände an diesen Betrieb gekettet zu sein. Hoffnung, dass es Alternativen gibt, eine Perspektive, die ihn aus der Untätigkeit und Opferrolle holt. Ja, er kann entscheiden! Krankmeldung, Rehabilitationsmaßnahme oder Kündigung?
Welche Hoffnung trägt mich?
Interessanterweise nimmt er keines der drei Angebote an. Er will vorerst weiterarbeiten und parallel nach einer neuen Arbeit suchen. Die geplanten 12 Minuten sind längst vorbei, im Wartezimmer hat sich ein Stau gebildet. «Die Füße schaue ich das nächste Mal an». Wir verabschieden uns. Ich schließe die Tür, setze mich hin und lasse das Erlebte nachwirken. Ich habe viel gelernt. Wie leicht hätte ich den Patienten mit gutgemeinten, aber für ihn nutzlosen Ratschlägen zur Verbesserung der Blutzuckereinstellung zusätzlich belasten können! Aber vor allem: Was eine Hoffnung, eine Aussicht, eine Vision für einen Unterschied macht! Noch mit der Frage im Kopf, welche Hoffnung mich trägt, rufe ich den nächsten Patienten ins Sprechzimmer ...
Risikofaktoren Diabetes mellitus
Typ 2:
Bewegungsmangel, Übergewicht (BMI (Body Mass Index: Gewicht /Größe in Metern zum Quadrat) Normwert 19–25, zu viel «Disstress» («Dis», lateinische Vorsilbe, steht für «schlecht»), zu wenig und unregelmäßigen Schlaf, Verwandte ersten Grades mit Diabetes, Schwangerschaftsdiabetes in Vorgeschichte.
Diagnose-Erstellung:
Nüchternplasmaglukose
≥ 126 mg/dl / ≥ 7,0 mmol/l; Langzeitzucker HbA1c
≥ 6,5% / ≥ 48 mmol/mol; OGTT (oraler Glukose Toleranztest)
2 Stunden Wert im Plasma:
≥ 200mg/dl / ≥ 11,1 mmol/l; Gelegenheitsplasmaglukose:
≥ 200 mg/dl / ≥ 11,1 mmol/l
Untersuchungen alle 3 Monate:
Langzeitzucker HbA1c (Zielkorridor je nach Patient und Folgeerkrankungen 6,5–7,5 / 48–58 mmol/ml), Blutdruck, Nierenwerte (Kreatinin und GFR (glomeruläre Filtrationsrate)), Fußinspektion (Druckstellen, Schwielen, Wunden, Fußpulse), Prüfung Tiefensensibilität (als Ausdruck einer diabetesbedingten Nervenschädigung)
Untersuchungen jährlich: Augenhintergrund (bei diabetischen Folgeschäden nach Maßgabe des Augenarztes), Mikroalbumin im Urin (kleine Eiweiße im Urin als Hinweis auf beginnende Nierenschädigung).
Einfache Lebensstiländerungen bei Diabetes oder drohender Zuckerkrankheit: Regelmäßige Bewegung (schon 30 Minuten Gehen täglich machen einen Unterschied), ausreichend Schlaf, gutes Stressmanagement, moderate Gewichtsabnahme, Weißmehl- durch Vollkornprodukte ersetzen (langsamerer Blutzuckeranstieg nach dem Essen, da die Kohlenhydrate aus Vollkornerzeugnissen langsamer aufgeschlossen werden), Gemüse- und Obstanteil (Obst mit Maßen) erhöhen, tierische Fette durch pflanzliche Öle ersetzen (Fettsäuren aus tierischen Quellen haben einen negativen Einfluss auf die Insulinrezeptoren der Körperzellen). Spezielle «Diabetikerlebensmittel» sind nicht nötig.


Praktizierender Arzt und Autor, Spanien / Schweiz
Rosenwurz – ein sicheres Tonikum, das antidepressiv wirkt

Rosenwurz

Wissenschaftlicher Name: Rhodiola rosea L.
Familie: Dickblattgewächse
Englische Namen: arctic rose, golden root, roseroot
Botanische Beschreibung:
Ausdauernde Pflanze, etwa 40 cm hoch mit fleischigen Blättern. Die Blüte ist 4-zählig (4 Kelchblätter und 4 Blütenblätter), gelb oder gelbgrün.
Vorkommen:
Der Rosenwurz gedeiht vor allem in kalten Regionen und in den Bergen von Europa und Asien. Er wird in Russland, Kasachstan, in der Mongolei, in der Ukraine, in Rumänien, Bulgarien, Kanada, Finnland und Deutschland kultiviert.
Verwendete Pflanzenteile: Wurzeln und Wurzelstock.
Allgemeine Informationen:
In Russland und den skandinavischen Ländern wurde der Rosenwurz traditionell genutzt, um die körperliche Leistungskraft zu erhöhen und Symptome zu lindern, die im Zusammenhang mit Stress auftauchen wie Müdigkeit, Erschöpfung und leichte Angstzustände. Man erzählt, dass russische Soldaten an der Front von ihren Eltern oft Päckchen mit Wurzeln von Rosenwurz erhielten als Mittel gegen Stress, Müdigkeit und Schmerzen. Sogar die russischen Astronauten benutzten Rosenwurz vor ihren Flügen ins All. Durch wissenschaftliche Untersuchungen wurden diese traditionellen Wirkungen bestätigt, und man entdeckte noch weitere.
Hauptinhaltsstoff e:
Rosavin, Rosarin und Harz sind die Hauptinhaltsstoffe von Rosenwurz. Weiter findet sich darin das Glykosid Salidrosid und das Monoterpen Rosirdin. In Präparaten aus Rosenwurz sind die Wirkstoffe Rosavin und Salidrosid standardisiert.
Wirkungen:
• Adaptogen: Rosenwurz steigert die Fähigkeit des Körpers, sich umweltbedingten Stressfaktoren anzupassen und Schäden durch solche Einfl üsse zu vermeiden.
• Kräftigend
• Nervenstärkend
• Antidrepressiv: Rosenwurz steigert die Produktion von Neurotransmittern wie Sero
tonin, Dopamin und anderen, welche die Stimmung aufhellen und eine höhere Leistung ermöglichen.
• Krebshemmend: (Diesbezüglich sind noch Forschungen im Gange)
Generelle Hinweise:
Generell wird Rosenwurz als sicher und verträglich eingestuft. Eine eventuelle Giftwirkung der Wurzel wird als sehr gering bewertet.
Vorsichtsmaßnahmen:
• Bis heute gibt es keine Berichte über Folgen einer Überdosierung.
• Man sollte keine anderen Stimulantien gleichzeitig verwenden, z. B. Koff ein.
• Rosenwurz kann unter Umständen den Blutzuckerspiegel senken. Daher sollten Patienten, die Mittel zur Blutzuckersenkung einnehmen, vorsichtig sein. Möglicherweise muss die Dosis von Insulin oder oralen Antidiabetika reduziert werden.
Kontraindikationen:
• In Schwangerschaft und Stillzeit: Ob eine Anwendung in dieser Zeit sicher ist, wurde bisher nicht nachgewiesen. Aus diesem Grund wird von einer Anwendung abgeraten.
• Kinder und Heranwachsende unter 18 Jahren: Aus dem gleichen Grund wie eben erwähnt wird ebenfalls von der Anwendung abgeraten.
DR. MED. J. D. PAMPLONA-ROGER
Ungünstige Auswirkungen:
• Es gibt sporadische Berichte über Unterzuckerung, Schwindel oder trockenem Mund.
• In einigen Fällen verursachte Rosenwurz eine Steigerung der Herzfrequenz.
Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten
• Bei Verwendung von Antidepressiva: Von einer gleichzeitigen Verwendung muss abgeraten werden, da Fälle von Herzrasen aufgetreten sind.
• Bei Verwendung von Blutdrucksenkern
Medizinischer Gebrauch von Rosenwurz
Müdigkeit und geringe Leistung
Rosenwurz steigert sowohl die körperliche als auch die geistige Leistungskraft.
Burnout Syndrom
Angstzustände, Depression
Studien am Menschen haben nachgewiesen, dass Rosenwurz Angstzustände bei leichten Depressionen mildert. Es stellt eine interessante Alternative zu antidepressiv wirkenden Medikamenten dar – mit geringeren Nebenwirkungen und besserer Toleranz. An der Universität von Pennsylvania läuft derzeit ein umfassendes Studienprojekt hinsichtlich der Frage, ob und wie Rosenwurz zur Behandlung von Depressionen eingesetzt werden kann.
Sexuelle Störungen
Rosenwurz verbessert die Funktion der Sexualorgane, wirkt bei Erektionsstörungen und frühzeitigem Samenerguss.
• Bei Verwendung von Stimulanzien des Nervensystems wie Koff ein und Amphetamine
• Bei Verwendung vom Medikamenten, die Substrate von Zytochrome P450 3A4 enthalten
Die gleichzeitige Verwendung von Rosenwurz kann die Nebenwirkungen dieser drei Medikamentengruppen verstärken.
Gesetzliche Regelungen
In Russland und Schweden findet sich Rosenwurz im amtlichen Arzneibuch.
Dosierung
Innerlich Extrakt (Zubereitung ①): Die verabreichte tägliche Dosis beträgt zwischen 200 bis 600 mg. In einigen Fällen wurden auch Dosierungen bis zu 1000 mg pro Tag verabreicht, ohne dass unerwünschte Nebenwirkungen auftraten.
Die Extrakte von Rosenwurz steigern die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit ohne Doping-Eff ekt.


















Zubereitungsarten
① Extrakt
Rosenwurz-Extrakte werden mit einem Anteil von 3,6 % Rosavin standardisiert. Von diesen wird folgende Verabreichung empfohlen: Anwendung während 2 bis 3 Wochen, dann eine Pause von 2 Wochen vor einer eventuellen Weiterführung der Therapie. Die Einnahme sollte am Morgen oder am frühen Nachmittag erfolgen, nicht am Abend, um eventuelle negative Auswirkungen auf den Schlaf zu vermeiden.




Preisrätsel Nr. 13
Lösungssatz:
Lösungen:
Rätsel Nr. 12 (März/April) Sudoku (von links nach rechts): 1 / 2 / 2 / 1 / 5.
Gewinner:
Rätsel Nr. 11 (Jan./Feb.): Frau E. Dätwyler aus Wettingen und Frau L. Leuenberger aus Bubendorf.
Haben Sie den Lösungssatz des Kreuzworträtsels erarbeitet? (Umlaute ä und ü werden verwendet). Wir verlosen unter den richtigen Einsendungen zwei Gutscheine im Wert von CHF 50.–, gültig zum Bezug von Artikeln aus dem Angebot des Advent-Verlages. Wenn Sie
dazu auch das Sudoku lösen und uns die drei farbig hinterlegten Zahlen (von links nach rechts) nennen, erhöht sich Ihr Gewinn auf CHF 65.–. Bitte, senden Sie die Lösungen auf einer Postkarte bis zum 10. Juni (Poststempel) an unsere
Adresse:
Leben und Gesundheit
Rätsel, Leissigenstr. 17 CH-3704 Krattigen
Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Denksport!
Waagrecht:
2 Strategiespiel
6 Sammelbegriff für Lebensmittel
7 religiöse Handlung
8 Ballspiel an einer Wand
11 ein Instrument
12 Vorrang
16 anderer Begriff für Geld (Gaunersprache), ist auch eine Pflanze
19 Bildungsanstalt
22 bedeutend
23 Tier- und Pflanzenwelt
24 beherbergen
25 Priorität
28 Fauteuil
29 Bewegung zur Musik
30 das Zusammenleben in gegenseitiger Verbundenheit
33 Gelehrsamkeit
34 Tonkunst
35 Überzeugung
37 Zeit ohne Arbeit
38 kalorienarme Ernährung
39 Fest zu Beginn des neuen Jahres
40 eine Klebstoffmarke und ein Tier
Senkrecht:
1 Synonym für Diwan
3 produktive Tätigkeit
4 enge Lebensgemeinschaft
5 musikalisches Vorspiel
8 Bestandteil der Erdatmosphäre
9 ein Haustier
10 vierte Dimension
13 ... ist Mord!
14 Meer in dem die Republik Kuba liegt
15 Das Eisenhower-Prinzip wird für das ... verwendet.
17 Rodelfahrzeug
18 Wäldchen
20 Freizeitbeschäftigung
21 Regeneration
26 Ausstellungsgebäude
27 Entlüftungsvorrichtung
31 Fortbewegungsmittel
32 Frauengewänder
33 Bestandteile einer Bibliothek
36 Glaubensbuch


HANNA FREIBURGHAUS
Kleinkind- und Horterzieherin i.A., St. Peter, A



Prioritäten
Habt ihr euch schon den Titel des Heftes angeschaut?
P-R-I-O-R-I-T-Ä-T-E-N. Komisch, was heißt denn das? Wenn ihr ein Lexikon zuhause habt, dann sucht einmal, ob ihr dieses Wort findet. Wenn nicht, dann schaut gemeinsam mit euren Eltern im Internet nach, ob ihr dort eine Erklärung entdecken könnt.
Auch ich habe nachgeschaut und habe verschiedene Erklärungen gefunden:
1. zeitliches Vorgehen; zeitlich früheres Vorhandensein
2. höherer Rang, größere Bedeutung; Vorrang, Vorrangigkeit
Rangfolge; Stellenwert, den etwas innerhalb einer Rangfolge einnimmt
Hmmm, die sind aber total kompliziert!!!! Vielleicht hast ja du eine bessere Erklärung gefunden?!
Ich werde jetzt versuchen, dir diese schwierigen Aussagen zu erklären:
1. Wie wir schon heraushören, hat das Wort «Prioritäten» mit Zeit zu tun. Wenn es heißt, dass es ein «zeitlich früheres Vorhandensein» ist, dann bedeutet das, dass etwas früher als etwas anderes passiert. Also ganz einfach: Wenn du, bevor du schlafen gehst, deine Zähne putzt, dann ist das Zähneputzen ein «zeitlich früheres Vor-
handensein». Es geschieht vor dem Schlafengehen.
2. Wenn etwas einen höheren Rang oder Stellenwert einnimmt oder ein Vorrecht für etwas da ist, so ist es wichtiger als alles andere. Wenn für dich der Sport wichtiger ist als das Essen, dann hat er einen höheren Stellenwert oder Rang, eben Priorität.
Zusammenfassend sind Prioritäten Dinge, die WICHTIG sind und ZEITLICH an erster Stelle stehen.
Prioritäten helfen uns zu erkennen, was im Tagesablauf am wichtigsten ist. Wenn wir das wissen, können wir den Tag gut planen, damit wir am Ende des Tages alles geschafft haben. Planen ist etwas ganz Wichtiges. Deshalb werden wir gemeinsam einen Plan für deinen Tag erstellen:
Diesen Plan kannst du so gestalten, wie es dir am besten gefällt. Meinen Plan siehst du rechts in der gelben Box.
So habe ich mir einen perfekten Plan gemacht, auf dem ich jederzeit nachschauen kann, was noch zu tun ist. Vielleicht hast du eine andere Idee und gestaltest deinen Plan mit Bildern. Oder mit dem, was dir so einfällt. Der Plan muss für dich passen, sodass du deine Aufgaben schaffst. PRIORITÄTEN SIND WICHTIG!



Meinen Plan habe ich so gemacht: Zuerst habe ich mir überlegt, was ich für Aufgaben zu erledigen habe: z. B. Musikschule, Hausaufgaben, Freunde treffen und so weiter. Diese Dinge habe ich mir dann auf verschiedenfarbige Kärtchen geschrieben.

Dann habe ich diese Aufgaben sortiert und zwar nach PRIORITÄTEN. Also: das Wichtigste oben, das Unwichtigere weiter unten. Zusätzlich habe ich dann auch noch bei den Hausübungen sortiert, was als Erstes gemacht werden muss. Bei Terminen wie dem Fußballtraining habe ich die Uhrzeit dazugeschrieben.

Ich habe noch einen zweiten Plan erstellt, einen Wochenplan. Dort sieht man die gesamte Woche in der Übersicht. Auf diesem Plan habe ich mit Post-its zu jedem Tag die verschiedenen Aufgaben geklebt.



MANUEL REINISCH
Studiert Medizin in Graz, A
Nutzlose Organe?
Früher hielt man etliche Organe für ein unbrauchbares Relikt der grauen Vorzeit. Allerdings hat die moderne Forschung so manch ein Missverständnis aufgedeckt.
Was ist Ihr unwichtigster Körperteil?
Nehmen wir an, jemand fordert Sie auf, sich für Ihr unwichtigstes Organ zu entscheiden. Also für etwas, was Sie ohne Probleme entbehren könnten. Welches würden Sie wählen? Nach welchen Kriterien würden Sie die Entscheidung treffen? Möglicherweise versuchen Sie es nach einem Ausschlussverfahren und weisen den Organen unterschiedliche Prioritäten zu. Das Gehirn, das Herz und die Lunge bekommen als lebensnotwendige Körperteile Vorrang. Nach längerem Nachdenken bleiben eventuell übrig: die Haare, die Mandeln, der Wurmfortsatz oder eine der zwei Nieren. Oder Sie entwickeln eine Skala von null bis zehn, mit deren Hilfe Sie die Organe nach persönlicher Wichtigkeit einteilen. Doch lässt sich die Wertigkeit einzelner Körperteile so einfach festlegen? Bevor wir einige scheinbar nutzlose Organe genauer unter die Lupe nehmen, gehen wir der Frage nach dem Wert des menschlichen Körpers nach.
Wie viel ist der menschliche Körper wert?
lediglich ein paar hundert Euro kosten.
Nehmen wir an, jemand fordert Sie auf, sich für Ihr unwichtigstes Organ zu entscheiden.
Welches würden Sie wählen?
Der Wert des Lebens lässt sich selbstverständlich nicht in Zahlen fassen. Das Leben ist an sich wertvoll und kann durch kein Geld aufgewogen werden. Immanuel Kant schreibt von der «Unverzweckbarkeit des Lebens» und meint damit, dass die Menschenwürde verletzt wird, sobald man einen Menschen als Mittel für einen Zweck einsetzt. Nichtsdestotrotz haben Forscher unterschiedliche Ergebnisse hinsichtlich des formalen Werts des menschlichen Körpers errechnet. Die gesunden Organe einer 18- bis 25-jährigen Person haben im Fall von lebensrettenden Organtransplantationen einen Wert von bis zu 40 Millionen Euro. Der berühmte Winzer und Weintester Ilja Gort hat seine Nase für einen Gesamtwert von 5 Millionen Euro versichern lassen. Doch würde man die Elemente Sauerstoff, Kohlenstoff und Wasserstoff, aus denen der Körper zu 94 % besteht, in einem Geschäft für chemische Produkte erwerben, würden sie
Vor allem das Beispiel des Winzers zeigt, dass unterschiedliche Personen unterschiedlichen Wert auf unterschiedliche Körperteile legen. Für die Läuferin sind die Beine wichtiger als ihre Ohren. Hingegen sind für den Profi-Musiker die Ohren wichtiger als die Beine. Offensichtlich lässt sich die Frage nach dem wichtigsten Organ nicht so einfach beantworten.
Wurmfortsatz

Noch bis vor wenigen Jahrzehnten galt der Wurmfortsatz (Appendix vermiformis) als unnötiges «Anhängsel» des Blinddarms, das beim geringsten Verdacht auf Entzündung (Appendizitis) entfernt wurde. Korrekterweise spricht man dann
von einer Wurmfortsatzentzündung und nicht, wie im deutschen Sprachgebrauch üblich, von einer Blinddarmentzündung. Beinahe jede zehnte Person erkrankt im Laufe des Lebens daran. Der Häufigkeitsgipfel liegt im Kindes- und Jugendalter. Da der Wurmfortsatz als funktionslos galt, schenkte man der gründlichen Überlegung einer operativen Entfernung keine große Aufmerksamkeit.
Allerdings konnte die Forschergruppe um William Parker von der Duke Universität (Amerika) nachweisen, dass der Wurmfortsatz während einer Durchfallerkrankung einen Ort des Überlebens für wichtige Darmbakterien darstellt. Von dort aus kann nach abgeklungener Krankheit der restliche Darm von diesen wieder rasch besiedelt werden. Das schützt den Verdauungstrakt vor gefährlichen Keimen. Gleichwohl ist diese nützliche Funktion in einer guten hygienischen Umgebung von untergeordneter Bedeutung.
Mandeln
Die Mandeln (Tonsillae palatinae) befinden sich seitlich im Bereich des Gaumens. Sie bestehen aus Lymphgewebe, das bei Entzündungen anschwellen kann. Dies kann zu einer gefahrvollen Verlegung der Atemwege führen. Lange Zeit dachte man, dass die Mandeln ein nutzloses Organ sind, das am besten rasch entfernt werden sollte. Heute weiß man, dass sie ein gut ausgebildetes Abwehrsystem direkt am Eingang des Atem- und Verdauungstraktes darstellen. Erreger, die sich entlang der Schleimhaut aus-
breiten, können von ihnen wirkungsvoll behindert und beseitigt werden.
Das Steißbein

Das Steißbein (Os coccygis) befindet sich am äußersten Ende der Wirbelsäule. Wer das Snowboardfahren erlernt hat, wird mit den Schmerzen aufgrund der Stürze auf das Steißbein Erfahrungen gemacht haben. Viele halten es für ein Relikt des Schwanzes von Säugetieren. Indes ist es kein Restbestand aus vergangener Zeit, sondern erfüllt wichtige Aufgaben. Es ist ein Ansatzpunkt für Muskeln, Bänder und Sehnen, die für die geregelte Abgabe von Urin und Stuhl sorgen. Zudem ist es Teil einer gewichttragenden Dreieckstruktur, die wir für das stabile Sitzen benötigen.
Thymusdrüse

Die Thymusdrüse besteht aus zwei Lappen und befin-
det sich im oberen Bereich des Brustkorbes. Sie ist besonders bei Kindern und Jugendlichen aktiv. Im weiteren Verlauf des Lebens wandelt sich das Lymphgewebe teilweise in Fettgewebe um. Sie wurde lange Zeit für ein «Überbleibsel» der Evolution gehalten.
Inzwischen ist bekannt, dass die Thymusdrüse ein wichtiger Ort für die Heranreifung von Abwehrzellen des Immunsystems ist. Selbst bei Erwachsenen bleibt eine lebenslange Restfunktion erhalten.
Zusammenfassung
Es steht fest: Das nutzlose Organ gibt es nicht. Denn der menschliche Körper besteht nun mal aus vielen Gliedern und nicht nur aus einem einzigen. Könnte ein Körper, der nur aus Augen bestünde, hören und ein Körper nur aus Ohren riechen? Darum braucht es jedes einzelne Organ. Gemeinsam bilden sie eine intakte Einheit. Der bekannte Schreiber Paulus, aus der Antike, sagt: «Das Auge kann nicht zur Hand sagen: Ich brauche dich nicht! Und der Kopf kann nicht zu den Füßen sagen: Ihr seid überflüssig! Vielmehr sind gerade die Teile des Körpers, die schwach und unbedeutend erschienen, besonders wichtig.»
Hierin erteilt uns der eigene Körper eine wichtige Lektion. Gemeinschaft bedeutet, dass einer für den anderen da ist. Leidet jemand, so leiden alle anderen mit, und freut sich jemand, so freuen sich die anderen auch. Jeder von uns hat eine ganz bestimmte Aufgabe und ist somit wichtig und richtig!


Verhebe-Trauma: Das Leid mit dem Kreuz

Kurz noch eine Kiste ins Auto heben und schon ist es geschehen. Ein Stich im Kreuz. Das Aufrichten des Rückens fällt sehr schwer oder ist sogar unmöglich. Dies beschreibt ein klassisches Verhebe-Trauma, auch Hexenschuss genannt. Richtiges und rasches Handeln lindert die Beschwerden meist deutlich und verkürzt die Heilungsdauer.
Ursachen und Folgen
Am Anfang steht eine Verletzung, die aufgrund einer raschen, unkontrollierten Bewegung entsteht.
Tiefere Ursache
Zu hohe Gewichte heben:
Überschätzen Sie sich nicht! Die SUVA-Richtlinien liegen derzeit bei maximal 25 kg für Männer und 15 kg für Frauen.
Schlechte Hebetechnik:
In gebückter Haltung ist die Gefahr einer Verletzung weit größer, insbesondere bei schlecht ausgeprägter Muskulatur.

Zu wenig Bewegung, zu viel sitzen:
Eine schlechte Allgemeinverfassung erhöht das Risiko für eine Verletzung massiv; in unserer Gesellschaft ist der Hauptfaktor dafür der Bewegungsmangel. Die Muskulatur ist nicht bereit, angemessen auf eine ungewohnte Belastung zu reagieren. Verletzungen von Sehnen, Bändern, Gelenken und Bandscheiben sind möglich.
Schutzspannung
Sobald der Schmerz auftaucht, baut die umliegende Muskulatur eine Schutzspannung auf, um keine weiteren Verletzungen zuzulassen. Diese Spannung kann jedoch ab einer gewissen Dauer zu stark sein, sodass es zur Verkrampfung der Muskulatur kommt und die Schmerzen dadurch erhöht werden.
Schonhaltung
Schonung gehört in den ersten ein bis maximal drei Tagen dazu. Zu starke Schonhaltungen sollten allerdings vermieden werden, da diese zu zusätzlichen Beschwerden führen können.
Vermeiden von Bewegung Aus Angst vor erneuten Schmerzen nimmt oft die Tendenz zur Bewegung ab, was wiederum den gesamten Rücken schwächt. Die Wahrscheinlichkeit für weitere Verletzungen steigt somit, und schon befindet man sich in einer Negativspirale.
Bandscheibenvorfall
Vorsicht bei Gefühlsstörungen, Auftreten von Schwächen in den Beinen und Blasenstörungen. Diese Beschwerden deuten auf eine akute Bandscheibenproblematik hin. Ausstrahlende Schmerzen in das Bein können von der Bandscheibe ausgehen, müssen aber nicht. Im Zweifelsfall ist es besser, den Arzt aufzusuchen und sich unter anderem in die Physiotherapie zu begeben.
Wenn Sie die folgenden Vorgehensweisen beachten, werden Sie in den meisten Fällen besser mit akuten Rückenschmerzen umgehen können.
Lagerung
Beine hoch: Rückenentlastung
Legen Sie sich auf den Rücken und legen Sie Kissen, De-
SIMON BENZ
Physiotherapeut, Rombach, CH
cken oder sonstiges Material unter die Beine, sodass Ihre Oberschenkel beinahe 90° zur Decke gerichtet sind. Die Unterschenkel sind locker abgelegt. In dieser Stellung sollte der Schmerz deutlich abnehmen. Nehmen Sie diese Position, solange Sie Schmerzen haben, in den ersten zwei bis drei Tagen häufig ein.

Seitenlage
Die Seitenlage entlastet ihren Rücken ebenfalls. Achten Sie darauf, dass Sie dabei möglichst flach liegen und keinen Knick im Bett haben. Legen Sie sich ein dickes Kissen zwischen die Beine.

Lagewechsel-Technik
Vom Bett aufstehen oder sich hinlegen kann in der ersten Phase zur Tortur werden. Deshalb ist es wichtig, sich in dieser Zeit immer zuerst auf die Seite zu legen, bevor Sie sich auf den Rücken drehen oder aufstehen.

Anwendung von Wärme
Bei ausgeprägter Schutzspannung der Muskulatur lohnt es sich, diese mit Wärme zu be-
handeln. Legen Sie sich eine warme Bettflasche oder ein Wärmekissen auf den Rücken. Eine wärmende Salbe kann ebenfalls zur Linderung beitragen. Sollte die Wärme für Sie unangenehm sein, versuchen Sie eine milde Kühlung (kein Eis!). Das Gewebe kann in diesem Fall etwas entzündet sein.
Bewegung
Beckenkippung im Liegen und im Sitzen
Um den Heilungsverlauf optimal zu unterstützen, müssen Sie so bald wie möglich mit kleinen Beckenbewegungen beginnen.
Ausgangslage:
Liegend, die Beine sind angestellt. Legen Sie Ihre Hände auf Ihr Becken.
Ausführung:
Rollen Sie mit dem Becken vor und zurück und versuchen Sie, mit Ihren Händen die Bewegung des Beckens zu spüren, sodass sich die Lendenwirbelsäule leicht beugt und streckt.
Becken nach vorne rollen: Bewegen Sie in Richtung Hohlkreuz.

Becken nach hinten rollen:
Rollen Sie das Steißbein ein, sodass sich die Lendenwirbel ins Bett drücken.

Beginnen Sie mit kleinen Bewegungen und betonen Sie vor allem die Richtung, welche nicht schmerzhaft ist. Versu-
chen Sie, mit zunehmender Heilung die Bewegung größer werden zu lassen.
Versuchen Sie, die gleiche Bewegung auch im Sitzen umzusetzen und gerade bei längerer Sitzdauer immer wieder durchzuführen.
Spazieren
Merken Sie sich diesen Spruch: «Besser liegen oder gehen als sitzen oder stehen». Die Belastung im Sitzen und Stehen ist viel größer als im Liegen oder bei wechselnden Bewegungen beim Gehen. Kleine Spaziergänge sollten früh wieder unternommen werden.
Bauchspannung
Aktivierung der tiefen Bauchmuskulatur
Der tiefste Bauchmuskel (M. transversus abdominis) verläuft wie ein Korsett am Rumpf entlang und hilft wesentlich bei der Stabilisierung der Wirbelsäule mit.
Ausgangslage:
Rückenlage mit angestellten Beinen, legen Sie die Hände auf das Becken.
Ausführung:
Versuchen Sie, die beiden Beckenhälften durch reine Muskelanspannung zum Bauchnabel zu ziehen. Die Anspannung der Bauchmuskeln ist unter den Händen spürbar und wird mit Übung immer kräftiger. Versuchen Sie, dabei weiter zu atmen und die Spannung aufrechtzuerhalten.
Wiederholungen:
10–20 x, mehrmals pro Tag
Tipp:
Bauen Sie diese Spannung immer auf, bevor Sie eine schwere Last heben!
Bleiben Sie immer in Bewegung und führen Sie Ihre Morgengymnastik (Ausgabe März/ April 15) aus, um den Rückenschmerzen besser vorbeugen zu können.

Kursangebote – Vorträge

Schweiz


Schweizerische Liga Leben und Gesundheit | www.llg.ch
Wasser – Quelle für die Gesundheit
Was: Erfahren Sie, welch wichtige Rolle Wasser in Ihrem Leben spielen kann.
Referentin: Andrea Grossen, Gesundheitsberaterin in KneippHydrotherapie
Wann: Dienstag, 19. Mai 2015, 19.30 – 21.00 Uhr
Wo: Seehotel Bönigen, Seestrasse 22, 3806 Bönigen bei Interlaken
Kosten: Eintritt frei! Freiwilliger Unkostenbeitrag
Anmeldung und Infos:
Käthi Jaudas, +41 (0)34 495 56 77, k.jaudas@llg.ch
Neu entdeckte Drahtzieher unserer Gesundheit
Was: Wodurch werden unsere Gene und Gesundheit beeinflusst?
Referentin: Dr. Heidi Schulz, Wissenschaftlerin am Institut für Humangenetik an der Universität Regensburg
Wann: Mittwoch, 27. Mai 2015, 19.30 Uhr
Wo: Zentrum Wolfswinkel, Wolfswinkel 36, 8046 Zürich-Affoltern
Kosten: Eintritt frei!
Anmeldung und Infos:
Günther Maurer, +41 (0)76 342 92 00, www.llg.ch
Schmerz lass nach!
Was: Woher kommen Rückenschmerzen? Was kann ich dagegen tun?
Referent: Simon Benz | Physiotherapeut
Wann: Donnerstag, 28. Mai 2015, 19.00 – 20.30 Uhr
Wo: Seminarraum LLG, Rümelinbachweg 60, 4054 Basel
Kosten: Eintritt frei!
Anmeldung und Infos:
Elsbeth Schwyn, +41 (0)61 401 41 65, elsbeth.schwyn@llg.ch.
Referenten: Jenny und Remo Fischer, LLG-Gesundheitsberater
Wann:
Termin 1: 31. Mai – 11. Juni 2015. Termin 2: 06. – 17. Dezember 2015
Wo: Sonnmatt Bergpension & Gesundheitszentrum
Kosten: inkl. Vollpension CHF 1930.(mit Partner CHF 100.– Rabatt. Der Europreis ist vom aktuellen Wechselkurs abhängig).
Anmeldung und Infos: +41 (0)71 993 34 17 oder unter www.bergpension.ch
Wild-Str. 2, 9435 Heerbrugg
Kosten: Eintritt frei!
Anmeldung und Infos: Emil Kanev, +41 (0)79 616 85 55, emil.kanev@llg.ch.
Erst verstehen – dann verstanden werden
Was: Warum reden wir so oft aneinander vorbei?
Referent: Günther Maurer, LLGGesundheitsberater und Seelsorger
Wann: Donnerstag, 11. Juni 2015, 19.00 Uhr
Diabetes-Kur
Was: In 12 Tagen Ihren Blutzucker verbessern!
In mir selbst Zuhause sein!
Was: Zuhause bedeutet nicht nur eine Wohnadresse, sondern beinhaltet im weiteren Sinn auch unsere ganzheitliche Befindlichkeit und Geborgenheit.
Referent: Günther Maurer, LLGGesundheitsberater und Seelsorger
Wann: Montag, 01. Juni 2015, 19.30 Uhr
Wo: LLG-Seminarraum, Lyssachstrasse 12, 3400 Burgdorf
Kosten: Eintritt frei! Freiwilliger Unkostenbeitrag
Anmeldung und Infos: Elsbeth Brodbeck, +41 (0)76 343 75 28, elsbeth.brodbeck@llg.ch
Endlich gut schlafen
Was: Was Sie dazu beitragen können
Referent: Robert Pfandl, Psychologe Wann: Dienstag, 2. Juni 2015, 19.30 Uhr
Wo: Stüdliackerstrasse 18, 8207
Schaffhausen
Kosten: Freiwilliger Unkostenbeitrag
Anmeldung und Infos: Michael Urbatzka, +41 (0)79 278 60 57, www.llg.ch, facebook.com/LLGSchaffhausen
Ehrlich. Echt. Einfach ich.
Was: Wie Integrität unser Leben bereichert
Referent: Günther Maurer, LLGGesundheitsberater und Seelsorger
Wann: Dienstag, 09. Juni 2015, 19.00 – 21.00 Uhr
Wo: Personalrestaurant der FA. Leica Geosystems (Optik-Hus), Heinrich-
Wo: Seminarraum LLG, Rümelinbachweg 60, 4054 Basel
Kosten: Eintritt frei!
Anmeldung und Infos: Elsbeth Schwyn, +41 (0)61 401 41 65, elsbeth.schwyn@llg.ch.
Mutiger entscheiden!
Was: Hilfen für eine gute Entscheidung.
Referent: Günther Maurer, LLG-Gesundheitsberater und Seelsorger
Wann: Donnerstag, 18. Juni 2015, 19.00 – 20.30 Uhr
Wo: Aula der Primarschule Ebenholz, Schimmelgasse 13, 9490 Vaduz
Kosten: Eintritt frei!
Infos: E. Vogt, +41 (0)79 470 53 56, keine Anmeldung nötig
Fit und Gesund-Expo
Was: Anti-Stress-Massage, Lungenfunktionsmessung, Blutzucker- und Blutdrucktest, Cholesterintest, Peak Flow und vieles mehr
Wann:
Termin 1: Sonntag, 05. Juli 2015, 13.00 – 17.00 Uhr.
Termin 2: Montag, 06. Juli 2015, 14.00 – 19.00 Uhr.
Termin 3: Dienstag, 07. Juli 2015, 14.00 – 19.00 Uhr.
Wo: Oberland Shopping, Aegertiweg 33, 3800 Matten bei Interlaken
Kosten: Gratis!
Anmeldung und Infos: Käthi Jaudas, +41 (0)34 495 56 77, k.jaudas@llg.ch
HOPE TV PROGRAMM TIPPS

Lust auf lecker – Dessertvariationen
Diese Leckereien sind garantiert frei von tierischem Eiweiß: frisches Apfel-Tiramisu mit Soja-Joghurt oder feiner Nusskuchen mit Kokossahne. Vegan kochen ganz kreativ! Die vegane Kochsendung. 4.6.2015 | 10:00 Uhr
Im Gespräch – Erling Eichholz »Gott hat mir in meinem Leben immer geholfen. Durch jedes Problem hindurch!« Erling Eichholz erzählt von seinen spannenden Begegnungen mit Gott. 16.6.2015 | 20:15 Uhr
www.hope-channel.de

Österreich


Österreichische Liga Leben und Gesundheit | www.llg.at
NEU: LLG-GesundheitsCLUBs an 11 Standorten!
Was: Gemeinsam lernen und wachsen, soziale Zeit, geselliges Beisammensein und Austausch
Themen: vegane Küche, NEWSTARTPlus, Umgang mit Depression, vergeben lernen, gewaltfreie Kommunikation und vieles mehr
Wo: Wien (2 Standorte), Graz, Linz, Salzburg, Tulln, Mistelbach, Braunau, Voitsberg, Feldkirch, Bödele Weitere Infos: www.llg.at
Newstartprogramm –Gesundheit erleben
Was: Newstart-Gesundheits-Programm mit persönlicher Betreuung, Gesundheitscheck, Workshops, Vorträge u.v.m.
Wo: Country Life Gesundheitszentrum Mattersdorfer Hof, Mattersdorf 10, 9560 Feldkirchen/Kärnten Infos und Anmeldung: +43 (0)4277 2337, www.countrylife.at, office@countrylife.at

Viele weitere tolle Angebote rund um die vegane und vegetarische Ernährung finden Sie im Internet: veganer-shop.ch oder Tel. 079 135 63 27
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Weitere Informationen zu diesen und weiteren Angeboten finden Sie unter www.llg.ch und www.llg.at. Für Deutschland besuchen Sie www.dvg-online.de
NEWSTARTPlus Workshops und Vorträge
Gleisdorf: Du bist wertvoll! 8 Bausteine für ihre Gesundheit, 03.06.2015 Braunau: Kräuterwanderung, 06.05.2015. Wildkräuter-Rezepte, 03.06.2015
Voitsberg: Kinderkochkurs, 10.06.2015. Wildkräuterexkursion, 17.05.2015
Leoben: Holzkohle – Schwarzes Gold, 10.05.2015
Mattersdorferhof: Aromatische Kräuterküche, 10.05.2015
Bad Aussee: Streiten verbindet, 30.05.2015



Impressum
Zweimonatliches Magazin für ganzheitliche Gesundheit nach dem NewstartPlus® Konzept 86. Jahrgang Nr. 3, Mai/Juni 2015 www.lug-mag.com
Herausgeber und Verlag: Schweiz: Advent-Verlag Zürich, Zweigstelle Krattigen, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen, Tel. ++41 (0)33 654 10 65, Fax +41 (0)33 654 44 31, E-Mail: info@advent-verlag.ch, www.advent-verlag.ch, PC 30-19342-9 und Österreich: Top Life Wegweiser-Verlag, Prager Straße 287, A-1210 Wien, Tel. +43 (0)43 1 2294 000, E-Mail: info@toplife-center.com
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Die Artikel in Leben & Gesundheit® repräsentieren die Meinung der Autoren und spiegeln möglicherweise nicht in allen Details die Ansichten des Redaktionsteams wider.


MAG. CLAUDIA FLIEDER freie Redaktorin, Wien, A
Träume – oder Schäume?
Eine Frage vorweg: Haben Sie einen Traum? Ich meine, einen Traum für Ihr LEBEN? Vielleicht haben Sie als Kind davon geträumt, einmal Lokomotivführer zu werden, Prinzessin oder einfach ein Held? Mit anderen Worten: Sie hatten einen Wunsch für die Zukunft.
Träume erreichen ...
Jetzt aber sind wir in der Realität «gelandet» – ausgeträumt, oder? Müssen wir an unseren Träumen scheitern? Oder gibt es ein paar Tricks und Tipps, wie wir sie doch erreichen? Beginnen wir bei Rainer Maria Rilke! Er sagte: «Die schwachen Wünsche brauchen das Erfüllt-Sein. Die wirklich großen Wünsche sind auch ohne Erfüllung etwas Ganzes, Volles.»
Ein kluger Mann, dieser Rilke. Große, wirklich wichtige Wünsche können wir nämlich lange im Herzen hegen. Sie drängen nicht auf sofortige Er-

füllung. Das ist ein «Knackpunkt»: Bleiben wir in unseren Wünschen und Träumen hängen oder können wir daraus konkrete Ziele gewinnen? Wer ein wichtiges Ziel vor Augen hat, ist bereit, auch tausend kleine Schritte dafür zu gehen. Damit sind wir schon beim zweiten Punkt angelangt: den vielen kleinen Schritten. Wer hier ansetzt, hat das Geheimnis des Erfolgs für sich gelüftet. Bedeutet: Beginnen Sie klein und bleiben Sie dran!
Stolpersteine ...
Bleiben wir in unseren Wünschen und Träumen hängen oder können wir daraus konkrete Ziele gewinnen?
Psychologen der Freien Universität Berlin haben Zielsetzungen und deren Umsetzung analysiert und dabei drei «Brocken» an Stolpersteinen ausgegraben.
Erstens: Die meisten Ziele, die man sich setzt, sind zu unscharf. Wenn Sie sich beispielsweise vorgenommen haben: «Ich möchte glücklicher werden», dann werden Sie bei der Umsetzung Schwierigkeiten haben. Denn was meinen Sie eigentlich damit? Wie konkret sieht Ihr Ziel aus? Besser ist es, sich kleine praktische Schritte vorzunehmen wie etwa: «Ich nehme mir jeden Morgen 5 Minuten Zeit für mich, um einen guten Gedanken zu lesen oder zu beten». Ein derartiges Ziel lässt sich gut umsetzen und ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zum «großen Glück».
Zweitens: Unsere Ziele stehen oft miteinander in Konflikt. Wer zum Beispiel erfolgreich Karriere machen will und mehr Zeit für die Familie haben möchte, wird sich entscheiden müssen, was ihm wichtiger ist. Niemand kann auf zwei Hochzeiten gleichzeitig tanzen. Drittens: Fast immer sind unsere Ziele zu hoch gesteckt. Eine spannende Sache – einerseits Ziele zu haben und andererseits auf dem Boden der Tatsachen zu bleiben. Einerseits alles für möglich zu halten und sich andererseits nicht in Illusionen zu verlieren. Das ist eine Kunst. Die Alternative wäre, zu resignieren. Doch dabei geht uns viel verloren, denn Ziele spornen an, sie wecken neue Kräfte, «beflügeln» uns.
Warum sollte der eine oder andere Traum nicht Wirklichkeit werden? Das Wichtigste dabei ist, dass wir uns nicht abhalten lassen, an das Gute zu glauben. Dieser Ansatz birgt gewaltiges Potential in sich.
In diesem Sinne wünsche ich Ihnen, dass Sie Ihre Wünsche und Träume überprüfen und entdecken, was (bzw. wie) Sie wirklich leben möchten. Viel Freude und guten Erfolg bei den kleinen Schritten auf dem Weg zu großen Zielen!



Die nächste Ausgabe erscheint Mitte Juli 2015
Schwerpunkt: Optimismus
Heilpfl anze Guaraná
Guaraná stammt aus Südamerika, dem Amazonas-Gebiet.
Ihr Name bezieht sich auf das Volk der Guaraní. Erfahren Sie, wie Sie diese Heilpflanze für Ihre Gesundheit nutzen können.















Mit Pello «gehts heiter weiter»
Seit mehr als dreißig Jahren arbeitet Pello als Clown, Mime und Maskenkünstler. Mit seinen Soloprogrammen, Zirkusauftritten und Galavorstellungen entführt er seine ZuschauerInnen in erheiternde, poetische Welten. Die komischen Seiten des Alltags und die Frage, wie Menschen zum Lachen gebracht werden, sind Pello vertraut. Darin ist er ein Profi.
Freuen Sie sich auf einen tollen Exklusivbeitrag mit gesundem Humor und «viel Grund zum Lachen»!
Audioausgabe für Sehbehinderte und Blinde:
Blindenhörbücherei der Stimme der Hoffnung, Sandwiesenstr. 35, D-64665 Alsbach-Hähnlein, Tel. +49-6257-50653-35





heiter gehts weiter





Sind Sie resilient?
Der Begriff «Resilienz» entstammt dem Lateinischen resilire (zurückspringen, abprallen) und könnte mit «Widerstandsfähigkeit» übersetzt werden. Diese ist in einer zunehmend hektischen und fordernden Welt eine willkommene Eigenschaft!
Warum verkraftet ein Kind derselben Familie ein schweres Schicksal besser als das andere?
Ist Resilienz erlernbar?
Der Erwachsenenbildner Peter Zaiser wagt einen Blick in die Welt der Resilienz.


Alle sagten: Das geht nicht. Dann kam einer, der wusste das nicht und hats einfach gemacht.
Unbekannt