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Leben & Gesundheit® Ausgabe Ruhe | Januar/Februar 2015

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Leben Gesundheit ® &

Gesundheit, Glück und Wohlbefinden hängen nicht einfach vom Zufall oder von den Genen ab. Sie gründen auf dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren und Prinzipien. Die meisten davon können wir aktiv und maßgeblich beeinflussen. NewstartPlus, ein modernes, international bekanntes, wissenschaftlich bewährtes und ganzheitlich angelegtes Gesundheitskonzept, fasst sie anschaulich zusammen. Jeder ein-

Integrität Up with integrity

zelne Buchstabe von NewstartPlus steht für ein Prinzip, das einen entscheidenden Einfluss auf Gesundheit, Glück und Lebensqualität hat. NewstartPlus entfaltet seine volle Kraft im Zusammenwirken aller zwölf Prinzipien. In jeder Ausgabe beleuchtet «Leben und Gesundheit» eines davon. NewstartPlus lädt Sie ein, neu zu starten und das Plus für Ihr Leben zu entdecken.

Ernährung Nutrition Bewegung Exercise

Prioritäten

Vertrauen Trust

Beziehungen Social support Luft Air

Sonne Sunshine

Mässigkeit

Ruhe

Rest

Den gesunden Rhythmus

finden

Unser Leben wird immer hektischer. Erwartungen und Ansprüche steigen. In immer kürzerer Zeit wird immer mehr verlangt. Der schädliche Stresspegel steigt. Gesundheit verlangt nach einem Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung. Das Herz benötigt zur Regeneration nach jedem Schlag eine kurze Pause. Die Verdauungsorgane, Hormondrüsen und bestimmte Vorgänge folgen inneren Rhythmen. Genauso sind auch äußere Rhythmen wichtig. Nach jedem Tag folgt eine Nacht, und lange bevor Hirn-

forscher die innere Uhr entdeckten, schenkte der Schöpfer dem Menschen als Taktgeber den wöchentlichen Ruhetag. Wer innerlich zur Ruhe kommen will, muss sich periodisch auch äußerlich Ruhe verschaffen: Tägliche Arbeitspausen einlegen, bewusst entspannen, nachts genügend schlafen, den wöchentlichen Ruhetag nützen, mindestens einmal im Jahr erholsame Ferien machen. Im richtigen Rhythmus gelingt das Leben einfach besser.

Texte:
Dr. med. Ruedi Brodbeck; © Grafik: Advent-Verlag Zürich, designed by mapro.ch

Jeder Tag eine neue Gelegenheit!

Hannes, ein alter, weiser Mann, saß mit seinen Freunden auf einer Bank im Park. Die Sonne warf wärmende Strahlen auf ihre Gesichter, und nun begann Hannes aus seinem Leben zu erzählen.

«Als junger Mann war ich sehr temperamentvoll. Es drängte mich, die ganze Welt zu verändern. Täglich bat ich Gott, dass er mir außergewöhnliche Kräfte geben möge, um die Menschen zu belehren und die Welt zu einem besseren Ort zu machen.» Hannes fuhr nach einer nachdenklichen Pause fort: «Doch in meinen mittleren Lebensjahren wachte ich plötzlich auf und erkannte, dass die Hälfte meines Lebens bereits vorbei war, ohne dass ich die Welt großartig verändert hatte. Von nun an bat ich Gott, mir Kraft zu schenken, um all die Menschen zu erreichen, die mir nahe standen und meinen Zuspruch am nötigsten hatten.» Wieder schwieg Hannes eine Weile. «Jetzt, da ich ein alter Mann bin und meine Tage gezählt sind, ist meine Bitte an Gott ganz bescheiden geworden. Mein einziges Gebet lautet nun: Gott, sei mir gnädig! Ich möchte mich von dir verändern lassen. Wäre das nur von Anfang an meine Bitte gewesen, ich hätte mehr erreicht!»

Liebe Leserin, lieber Leser, wie wahr doch diese Geschichte ist! Leider gelangen wir, wie «der weise Hannes», auch meist «zu spät» zur richtigen Erkenntnis. Ein Grund dafür liegt meines Erachtens darin, dass wir uns zunehmend von der Hektik unserer Zeit treiben lassen, in welcher kaum mehr Raum für Ruhe und Stille bleibt. Wo aber diese abhandengekommen ist, gibt es auch keine Zeit, um Dinge wirklich zu erkennen und längst fällige «Kurskorrekturen» vorzunehmen.

Ich wünsche Ihnen, und auch mir persönlich, dass wir nicht erst «als alte Männer und Frauen» die Ruhe finden, um auf einer sonnigen Bank im Park über unser Leben nachzudenken. Ich wünsche uns allen heute schon die richtige Erkenntnis! Jeder Tag soll und darf «ein bisschen Urlaub» sein. Wir müssen feste Zeiten für Ruhe und Stille einplanen und diese Momente dann auch genießen! Und bereits heute, in meinen «mittleren Lebensjahren», bitte ich wie Hannes: «Gott, sei mir gnädig, ich möchte mich von dir verändern lassen!».

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen viel Freude und Muße beim Lesen dieser neuen Ausgabe zum NewstartPlus Thema «Ruhe».

Inhaltsverzeichnis

Editorial

Jeder Tag eine neue Gelegenheit! 3

Schwerpunkt: Ruhe Das NewstartPlus-Konzept

Lebenskunst Ruhe –den gesunden Rhythmus finden

Von Schlaf und regelmäßiger Erholung

Genuss – ein Muss! Ich darf genießen.

Lebenskunst Ruhe –den gesunden Rhythmus finden

Mosaik

Kurz und aktuell informiert

Lebensweisheiten

Ein paar Tropfen Lebensweisheit

HOPE Channel

Am Leben interessiert

Burnout-Syndrom, Teil 1

Das Burnout-Syndrom

Nebenbei erzählt

So ist Erholung perfekt!

Rezepte

Arabische und amerikanische Köstlichkeiten

Alltagstipps

Ein Fußbad – mehr als nasse Füße

Von der Kunst, sich zu erholen
Das Burnout-Syndrom, Teil 1
S. 12
S. 44
Von Schlaf und Erholung
Schlaflos durch die Nacht

Staunen und entdecken

Winterblumen

Praxisfenster

Gib auf dich Acht!

Unsere Heilpflanzen

Schlafbeere – ein Hilfsmittel aus Indien gegen Stress

Denksport

Preisrätsel und Sudoku

Kinderseite

Massagegeschichte vom Schlittenfahren

Körperwunder

Schlaflos durch die Nacht

Fitness

Thera-Band

Kursangebote – Vorträge

Impressum

Kolumne

«(K)eine Frage des Glücks»

Vorschau

Lebensweisheit

DER Tipp

Die Zwiebel

Nicht nur im Salat und in allen möglichen Speisen tut die Zwiebel köstliche Dienste, nein, auch als natürliches «Heilmittel» eignet sie sich hervorragend.

Bei Insektenstichen:

Zwiebel halbieren (nicht wie gewohnt vom Stiel zur Wurzel, sondern quer). Den Saft einige Sekunden auf den «frischen» Insektenstich reiben. Anwendung kann beliebig wiederholt werden. Hilft ausgezeichnet bei allen Insektenstichen.

Wickel:

Zwiebeln in Würfel schneiden und in eine Kompresse oder in ein Geschirrtuch wickeln. Zum Wärmen den Zwiebelwickel auf einen umgekehrten Pfannendeckel über kochendem Wasser legen und anschließend in möglichst warmem Zustand auf der Brust platzieren. Das schwefelhaltige ätherische Öl der Zwiebel löst den Schleim und hilft bei Husten. Der warme Zwiebelwickel kann auch bei Ohrenschmerzen eingesetzt werden.

Hustensirup:

Eine Zwiebel in Würfel schneiden. In ein Glas mit Schraubverschluss einfüllen und drei große Esslöffel Honig darüber geben. 12 Stunden lang ziehen lassen. Die Zwiebel abseihen. Zwiebelsirup löffelweise einnehmen. Ca. 2 Tage im Kühlschrank haltbar.

Zwiebel roh aufgestellt:

Zwiebel halbieren und auf einem Tellerchen im gewünschten Raum platzieren.

• Hilft bei Schnupfen (verstopfter Nase), über Nacht ans Bett gelegt.

• Zieht Bakterien an (in der Wohnung, im Kühlschrank etc.).

Danach nicht mehr zum Verzehr geeignet.

Das Immunsystem der Seele:

Eines der bedeutsamsten Urteile, zu denen wir im Leben kommen, ist das Urteil über uns selbst. Es bestimmt unseren Selbstwert. Es ist der Ruf, den wir bei uns selbst erwerben. Je besser der Selbstwert, desto gesünder verläuft die seelische Entwicklung. Es wirkt wie ein innerer Schutzschild ... das Immunsystem der Seele. Es versorgt uns mit Kraft, Stärke und der Fähigkeit zur schnellen Regeneration.

Leserrückmeldung

«Mit Interesse habe ich Ihre neueste Ausgabe (Nov./Dez. 2014) gelesen. Dabei bin ich auf den aktuellen Artikel – Digitale Medien: «zu Risiken und Nebenwirkungen» – gestoßen. Eigentlich ist der Inhalt schon fast alarmierend. Ich bin dankbar, dass Sie solche Themen aufgreifen.»

H. Seiler

Die Rubrik «Mosaik» in «Leben und Gesundheit» ist eine Plattform für kurze interessante Texte, Bilder und Informationen. Auch Sie als Leserin oder Leser können zu Wort kommen bzw. Bilder einsenden. Nutzen Sie die Kontaktadresse: «Leben und Gesundheit», Mosaik, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen oder die E-Mail-Adresse: redaktion@lug-mag.com

Mosaik

Gesundheit

ist wichtiger als Tabakgeschäft

Die Vertragsparteien der Rahmenkonvention der Weltgesundheitsorganisation über die Tabakkontrolle verabschiedeten in Moskau die Richtlinien zur Tabaksteuer. Hohe Tabaksteuern sind eine wirksame und kostengünstige Maßnahme, um den Tabakkonsum zu senken.

Die Vertragsparteien betonten dabei erneut ihren Willen, die Maßnahmen zum Schutz der Gesundheit stärker zu gewichten als die Wirtschaftsinteressen der Tabakindustrie. Denn wegen der hohen Gesundheitsrisiken unterscheiden sich die Tabakwaren von allen anderen legalen Konsumgütern. Jährlich verlieren allein in der Schweiz mehr als 9000 Menschen ihr Leben infolge des Tabakkonsums. Die Tabakkonzerne hingegen stellen ihre Geschäftsinteressen über die öffentliche Gesundheit und nützen alle Möglichkeiten aus, um die Umsetzung der WHO-Rahmenkonvention zu verhindern.

Fettleber

Bereits 75 % der Übergewichtigen leiden unbewusst an einer Fettleber und setzen sich so ungeahnt einem erhöhten Risiko für Diabetes und Fettstoffwechselstörungen aus. Da die Leber quasi im Stillen leidet, ist ein leichtes Druckgefühl im rechten Oberbauch oft das einzige spürbare Zeichen. Das Problem dahinter: Die krankhafte Verfettung des Lebergewebes setzt Prozesse in Gang, die den Fett- und Zuckerstoffwechsel stören und Entzündungen begünstigen. Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes mellitus und Fettstoffwechselstörungen, aber auch Herzinfarkte und schwerwiegendere Lebererkrankungen können die Folge sein. Um Fettansammlungen in der Leber zu reduzieren, ist eine eingeschränkte Zuckerzufuhr sinnvoll. Besonders mit Fruchtzucker und Fruktose-GlukoseSirup gesüßte Lebensmittel wie Erfrischungsgetränke, Eiscreme und Süßspeisen haben sich als leberverfettend entpuppt. Empfehlenswert sind vor allem nährstoffreiche, aber energiearme Nahrungsmittel wie Gemüse, Obst und Fisch.

FET e.v.

Buchtipp

Humor

Immer wenn ich meine, es ist Gras darüber gewachsen, kommt ein Kamel und frisst es weg ...

DenDennis war schon immer ein kreativer Kopf. Häkeln lernte er allerdings erst 2012 mithilfe von Youtube und seiner Mutter. In diesem Buch wird die Fantasiewelt von DenDennis lebendig. Er erschafft seine total verrückten Häkelfreunde, die spannende Abenteuer erzählen. Da gibt es das Suppenhuhn, das in einer Suppenschüssel geboren wurde und nun hineingewachsen ist, oder Schlafmütz‘, der mit seiner Müdigkeit alle ansteckt. Mit einem ausführlichen Basiswissen-Teil kommen auch Häkelanfänger ganz leicht ans Ziel. «Überhäkeln» Sie die kalten Tage und erleben Sie mit DenDennis und seinen Häkelfreunden viel Freude!

DenDennis‘ total verrückte Häkelfreunde

Die süßesten Antihelden aller Zeiten

80 Seiten, 24 x 17 cm, Hardcover

ISBN 978-3-7724-6373-0

Lebenskunst Ruhe –den gesunden Rhythmus finden

Schneller, schneller, immer mehr ...

Unser Leben wird immer hektischer. Sowohl während der Arbeit als auch in der Freizeit steigen Erwartungen und Ansprüche. Es wird immer mehr in immer kürzerer Zeit verlangt. Der Stresspegel steigt, und viele spüren, dass ihnen Stress schadet. Stressbedingte Erkrankungen sind an der Tagesordnung. Zu den häufigsten gehören Herzprobleme und Bluthochdruck, Schmerzen, besonders Rücken- und Kopfschmerzen, Nackenverspannung, Magenund Darmerkrankungen, Tinnitus und Depressionen. Auch Burnout – die typische Stressfolgeerkrankung – wird immer häufiger. Ein großer Teil der Burnout-Betroffenen leidet an einer depressiven Symptomatik. Auch bei Depressionen ist die Zunahme alarmierend. Die neuesten Zahlen des Gesundheitsrapports von 2013 belegen, dass im letzten Jahr jeder 10. Einwohner der Schweiz davon betroffen war, insgesamt also rund 800.000 Personen.

Auch Ärzte

sind betroffen

Als Arzt bin ich in einem Beruf tätig, dessen Angehörige hochgradig stressbelastet und damit von Burnout bedroht sind. Bereits während der Assistentenzeit war die berufliche Belastung sehr hoch. Wir haben damals für die Einführung der 60 Std/Woche gekämpft. Heute beschränkt in der Schweiz das Gesetz die Arbeitszeit der meisten angestellten Ärzte auf 50 Std/ Woche, aber immer noch sehr viele arbeiten länger. Eine kürzlich erfolgte Umfrage eines unabhängigen Instituts zeigte, dass bei erschreckenden knapp 70 Prozent die Vorschriften des Arbeitsgesetzes nicht eingehalten werden. Gemäß einer anderen Umfrage sind auch sehr viele der selbstständigen Ärzte deutlich Burnout-gefährdet.

Ein persönliches Wort

Weil ich nicht Opfer eines Burnout werden will, habe ich mich schon wiederholt mit meinem Stress bzw. meinem Umgang mit Stress beschäftigt. Ich weiß, dass ich dazu neige, oft etwas zu viel in meine Agenda zu packen, zu viele Herausforderungen anzunehmen. Ich befinde mich quasi auf einer permanenten Gratwanderung mit einer schönen Aussicht, aber auch der Gefahr abzustürzen. Ich bin dankbar, dass ich schon in meiner Kindheit das Gesetz kennenlernen durfte, dass auf jede Anspannung eine Entspannung folgen muss. Jeder braucht einmal Ferien. Jede Woche hat ihren Ruhetag. Auf jeden Tag folgt eine Nacht. Es lohnt sich, während der Arbeit Pausen zu machen. Arbeit und Ruhe müssen in einem ausgewogenen Verhältnis zueinander sein. Einseitige Belastungen ohne die nötigen Erholungspausen machen krank!

Ausgleich schaffen ...

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, nach anstrengender, belastender Tätigkeit den notwendigen inneren Ausgleich zu schaffen und sich zu erholen. Bei mir trägt neben genügend Schlaf und körperlicher Aktivität die Musik mit dazu bei. Manchmal höre ich Musik, oft setze ich mich ans Klavier oder nehme die Gitarre in die Hand, singe und spiele einige Lieder. Begonnen hat meine Liebe zur Musik schon

früh. Ich kann mich erinnern, dass ich als Kind bei fieberhaften Infekten auf der Couch im Wohnzimmer lag und dabei die alten 78-Touren Schallplatten meines Vaters abspielen durfte. Früh hat mich meine Mutter etwas Blockflöte spielen gelehrt, später folgte Geigenunterricht. Ich habe in einigen Schulorchestern gespielt und auch in der Familie, mit Freunden und in verschiedenen Ad-hoc-Ensembles viele schöne Stunden erlebt.

Das Symphonieorchester

Zu den prägendsten Erlebnissen gehört die Zeit in den oberen Klassen des Gymnasiums, wo ich im ambitionierten Laienorchester meiner Heimatstadt mitspielte. Unmittelbar vor Probenbeginn geht es da meist recht laut zu. Jeder stimmt sein Instrument, spielt sich ein, übt schnell noch einen schwierigen Lauf. Damit aus diesem wilden Durcheinander ein schönes Klangerlebnis wird, ist es nötig, die verschiedenen Musiker zu «synchronisieren». Dies beginnt mit dem Konzertmeister, der registerweise, also bei Holzbläsern (z. B. Oboen, Klarinetten, Querflöten, Fagott) Blechbläsern (z. B. Trompeten, Posaunen, Hörner, Tuba) und Streichern (1. und 2. Violine, Bratschen, Celli) das Stimmen übernimmt. Wenn der Dirigent selber an das Pult tritt und den Taktstock hebt, spielen alle Musiker zuerst gemeinsam eine Pause, quasi eine Generalpause. Erst auf seinen Einsatz

hin folgen dann die ersten Töne. Allerdings spielen nicht immer alle Instrumente miteinander. Es kann sein, dass das Stück mit einem Tutti (= alle) beginnt, möglicherweise beginnt es auch ganz sanft mit einem Solo, oder es spielt bloß eine kleine Gruppe.

Richtige Töne und korrekte Pausen

Damit das Konzert gelingt, müssen nicht nur im richtigen Moment die richtigen Töne gespielt werden, sondern auch die Pausen. Bei einigen Instrumenten überwiegen in bestimmten Stücken gar die Pausen oder sie fallen in einzelnen Sätzen gar ganz aus. Trotzdem sind diese Stimmen für das Gesamterlebnis wichtig. Die Verantwortung dafür, dass das Orchester im richtigen Takt, im guten Rhythmus spielt, obliegt dem Dirigenten. Allerdings steht er hier nicht ganz alleine da. Jede Stimme hat auch ihren Stimmführer. Jeder Geiger hat nicht nur die Aufgabe, den Takt des Dirigenten abzunehmen, sondern hat dies im Einklang mit seinem Stimmführer zu tun. Auf diese Weise ist die Präzision noch höher.

Der suprachiasmatische Kern (SCN) ist der wichtigste zirkadiane Taktgeber. Er liegt im Hypothalamus und wird seinerseits durch über das Auge eindringende Lichtsignale justiert. Er beeinflusst viele verschiedene physiologische Vorgänge und unser Verhalten.

So auch der Körper

Ähnlich wie bei einem Orchester ist es auch mit dem menschlichen Körper. Auch dieser ist aus verschiedenen Registern (Organen) zusammengesetzt. Diese Organe «klingen» anders, haben eine andere Aufgabe, sind nicht immer alle gleich aktiv – und doch sind sie alle für das Wohlergehen des Gesamten wichtig. Wie bei allen lebenden Organismen sind auch im Körper der Rhythmus und die zeitliche Organisation der verschiedenen Abläufe wichtig. Manche körperlichen Vorgänge stehen nämlich in einer wechselseitigen Abhängigkeit. Viele sind nur wirkungsvoll, wenn zuvor andere Vorgänge stattgefunden haben, einige sind nur bei gemeinsamem Auftreten effektiv, andere stören sich, schließen sich gegenseitig aus oder heben sich gar gegenseitig auf.

Der Zirkadiane Rhythmus

Wie in der Musik gibt es dabei unterschiedliche Rhythmen, schnelle und langsame. Einer der wichtigsten ist der Zirkadiane Rhythmus, der seinen Namen daher hat, dass seine Pha-

se circa der Dauer eines Tages entspricht. Andere Rhythmen haben längere Phasen, wie der Menstruationszyklus der Frau, oder zeigen Veränderungen, die von Jahreszeiten abhängig sind. Das Herz macht nach jedem Schlag eine Pause. Im Bereich der Signalübertragungen zwischen den Nervenzellen existieren Phasenlängen von bloß wenigen Millisekunden. Die Bedeutung dieser Rhythmen ist noch längst nicht umfassend bekannt. Die intensive Erforschung des Zirkadianen Rhythmus während der letzten Jahre hat dabei erstaunliche Erkenntnisse hervorgebracht.

Der oberste Taktgeber oder «Dirigent» des Zirkadianen Rhythmus sitzt in einem Hirnkerngebiet oberhalb der Kreuzung der Sehbahn, im sogenannten suprachiasmatischen Kern (SCN). Dieses Gebiet ist Teil des Hypothalamus, welcher das vegetative Nervensystem steuert und die Ausschüttung vieler Hormone beeinflusst. Er ist ganz wesentlich an der Aufrechterhaltung des inneren Milieus und der Anpassung an Belastungssituationen beteiligt.

Zum suprachiasmatischen Kern ziehen Nervenfasern aus verschiedenen Hirnregionen und auch aus peripheren Organen. Verschiedene Botenstoffe und Rezeptoren sind an der hochkomplexen Informationsübertragung von und zu diesem Kern beteiligt. Ähnlich wie bei einem Orchester, wo der Dirigent ständig wahrnimmt, wie seine Musiker spielen, mit ihnen interagiert und nicht einfach starr und steif das Tempo vorgibt, steht dieser Kern in dauernder Verbindung mit anderen Taktgebern (Unterdirigenten oder Stimmführern) und den verschiedensten Geweben. Tatsächlich finden sich praktisch in allen lebenden Zellen Rezeptoren für den Zirkadianen Rhythmus. Wichtigstes Hormon ist das Melatonin. Es wird hauptsächlich in der Zirbeldrüse gebildet und entfaltet eine ganze Reihe von wichtigen Wirkungen:

• Es reguliert verschiedene chronobiologische Effekte und fördert den Schlaf

• Es beeinflusst das Herz-Kreislauf-System

• Es stärkt das Immunsystem und schützt vor Krebs

• Es beeinflusst die Hormonausschüttung und den Stoffwechsel, wirkt auf den Blutzucker- und den Knochenstoffwechsel

• Es wirkt entzündungshemmend, schmerzmodulierend und schmerzstillend

• Es wirkt als Radikalfänger und schützt vor Erkrankungen, verursacht durch oxidativen Stress (z. B. vor Alzheimerdemenz oder der Parkinsonkrankheit).

• Es spielt eine Rolle bei neurodegenerativen Erkrankungen und wirkt neuroprotektiv (schützt die Nervenzellen)

Zeitgeber

Der Rhythmus, den der suprachiasmatische Kern (SCN) vorgibt, entspricht nicht exakt der Länge eines Tages, und er bedarf einer ständigen Korrektur. Diese geschieht hauptsächlich über Rezeptoren der Netzhaut des Auges, welche Licht aufnehmen und die entsprechenden Reize an den SCN weiterleiten. Es existieren allerdings auch noch andere Zeitgeber – z. B. die Nahrungsaufnahme oder die körperliche Aktivität. Menschen, die das Frühstück auslassen und dafür vor allem spät abends essen, entwickeln eher Übergewicht. Wer sich vor dem Schlafengehen noch ausgiebig körperlich betätigt, kann schlechter schlafen. Falls die regelmäßige Lichtzufuhr als Zeitgeber ausfällt oder andere Zeitgeber gegenläufige Signale erzeugen, kann dies dazu führen, dass der SCN und andere Taktgeber nicht mehr im gleichen Rhythmus sind. Es kann sogar zu einer Desynchronisation des SCN, zu einer Störung des Zirkadianen Rhythmus und zu einem Mangel an Melatonin kommen. Dies kann ausgelöst werden

• durch Schichtarbeit, speziell rotierende Schichten inkl. Nachtschichten,

• durch Reisen über mehrere Zeitzonen (Jetlag),

• durch eine ungenügende Exposition gegenüber Tageslicht

• sowie durch die erfolgten gesellschaftlichen Veränderungen mit einer Zunahme von spätabendlichen Aktivitäten.

Weitere «beteiligte» Effekte

Die nächtliche Exposition von künstlichem Licht führt zu einer Unterdrückung der natürlichen Melatonin-Ausschüttung. Speziell ungünstig kann sich hier LED-Licht im blauen Bereich (um 480 nm) auswirken. Eine hemmende Wirkung auf die nächtliche Melatonin-Ausschüttung haben ebenfalls der Konsum von Alkohol, Koffein, Tabak und die Einnahme von Medikamenten (z. B. Entzündungshemmer, Betablocker, Ca-Antagonisten, gewisse Antidepressiva, Angstlöser, hochdosiertes Vitamin B12). Auch Stress wirkt sich hier negativ aus.

An den Effekten des Zirkadianen Rhythmus sind auch epigenetische Phänomene beteiligt. Man geht heute davon aus, dass 5 % – 20 % unserer Gene in ihrer Steuerung davon betroffen sind.

Eine Störung des Zirkadianen Rhythmus kann nicht nur einen vorübergehenden Jetlag verursachen, also zu akuten Symptomen wie Schlaflosigkeit, Appetitmangel, Verdauungsstörungen, Tagesmüdigkeit, Leistungsabfall oder Stimmungsschwankungen führen, sondern auch eine Beeinträchtigung des Stoffwechsels sowie des Immun-, Nerven- und Herz-Kreislaufsystems verursachen. Schwerwiegende chronische Erkrankungen können dadurch ausgelöst werden (siehe Box).

Besonders problematisch ist die Tatsache, dass viele der erwähnten Erkrankungen ih -

Stoffwechsel: metabolisches Syndrom mit Übergewicht, Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörung und Zuckerkrankheit.

Herz-Kreislaufsystem: Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen, Gehirnschlag und transiente ischämische Attacke (TIA)

Neurologisch-psychiatrische Erkrankungen: Gedächtnisstörungen, Demenz, Depressionen, Angststörungen, chronisches Fatigue-Syndrom (chronische Müdigkeit)

Verdauungssystem:

Stoffwechselveränderungen, Reizdarmsyndrom, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Krebs

Fortpflanzungsorgane: Brustkrebs, Prostatakrebs, hormonelle Störungen, Unfruchtbarkeit, höheres Risiko für Frühgeburten und niedrigeres Geburtsgewicht.

rerseits wieder zu einer Störung des Zirkadianen Rhythmus führen und sich somit ein Teufelskreis entwickelt. Oft treten Schlafstörungen auf, die dann wiederum mit Medikamenten bekämpft werden, die ihrerseits zu zusätzlichen Schädigungen führen können.

Wie es besser gelingt

Wenn ein Konzert wirklich gelingen soll, muss das ganze Orchester seinem Dirigenten folgen. Der Dirigent seinerseits muss die Intentionen des Komponisten berücksichtigen. Weil ich dies und die oben beschriebenen Zusammenhänge kenne, versuche ich, wann immer es möglich ist, mein Leben so zu gestalten, dass meine inneren Rhythmen gestärkt werden. Mit regelmäßigen Schlaf- und Essenszeiten, genügend Tageslicht und möglichst wenig Lichtexposition nachts sowie genügend Pausen gelingt mein Leben besser.

Von Schlaf und regelmäßiger Erholung

Schlaf- und Ruhemangel

Von der Schlafforschung wissen wir, dass einem erschöpften Verstand mit größerer Wahrscheinlichkeit schwere Fehler unterlaufen. In den meisten Gesellschaften auf der Erde ist ein erheblicher Teil der Bevölkerung heute von Schlafmangel betroffen. Sowohl in den USA als auch in Europa gehört Müdigkeit zu den 10 häufigsten Gründen für einen Arztbesuch.

Das Bedürfnis, sich auszuruhen und zu entspannen, scheint am größten zu sein,

wenn offenbar keine Zeit dafür da ist. Ohne Ruhe und Entspannung leiden jedoch alle Menschen unter kognitiven Einschränkungen. Wer müde ist, wird ineffektiv, langsamer, weniger sicher und macht mehr Fehler. Um dauerhaft «ganz oben mitspielen» zu können, brauchen wir jede Nacht ausreichend Schlaf. Es hat viele Versuche gegeben, durch die Verlängerung der Arbeitswoche und des Arbeitstags die Produktivität zu steigern. Sie alle sind gescheitert, weil jeder von uns aus phy-

siologischen Gründen seine tägliche Ruhe, einen freien Tag pro Woche und einen erholsamen Jahresurlaub braucht. Für geistige Bestleistungen und reichlich Energie müssen wir das erfrischende Geschenk des Schlafs genießen.

Wenn unser Gehirn müde genug ist, fallen wir unfreiwillig in den Schlaf. Diese kurzen Erholungsphasen werden Sekundenschlaf genannt; sie dauern Bruchteile von Sekunden bis zu einer oder zwei Sekunden, nicht länger. Sitzen wir untätig auf ei-

nem Stuhl, ist dies normalerweise unproblematisch. Falls wir aber gerade eine komplexe Maschine bedienen, Auto fahren oder versuchen, eine facettenreiche Aufgabe sorgfältig zu lösen, können diese kurzen Aussetzer zur Katastrophe führen.

Folgen von Schlafentzug

Viele Faktoren unserer zunehmend chaotischen, rund um die Uhr geschäftigen Gesellschaft mit ihren verführerischen und anstrengenden Aktivitäten tragen dazu bei, dass sich das Problem des Schlafmangels verschärft. Immer mehr Möglichkeiten wie Computerspiele oder abendliches Fernsehen verzögern das Zu-Bett-Gehen. Das Leben ist komplexer geworden. Das vorhandene Beweismaterial zeigt immer deutlicher, dass Schlafentzug unsere geistigen Leistungen einschränkt, was wiederum die Qualität unserer Entscheidungen, unsere emotionale Kontrolle und unsere Leistungsfähigkeit, Produktivität und Sicherheit beeinflusst. Wir alle benötigen genügend Erholung, um die Belastungen des Alltags aufzufangen.

Faszinierende Untersuchungen haben ergeben, dass die «Führungsaufgaben» unseres Verstandes leiden, wenn wir müde sind. Wir werden dann ineffektiver im Erkennen von verfügbaren Wahlmöglichkeiten und sind schlechter in der Lage zu entscheiden, welches die beste Wahl ist. Selbst wenn wir die Möglichkeiten deutlich sehen, können wir vielleicht nicht so handeln, wie wir es sollten. Unsere Kreativität ist eingeschränkt, ebenso unsere Leistungsfähigkeit.

Wer müde ist, wird ineffektiv, langsamer, weniger sicher und macht mehr Fehler.

neue Informationen zu verarbeiten, ein und beeinträchtigt unser Langzeitgedächtnis sowie das Erlernen von Neuem. Weil der Erfolg fast aller Unternehmungen im Leben von der Qualität unserer Entscheidungen abhängt, ist es ungeheuer wichtig, sich die nötige Erholung zu verschaffen.

In den Frontallappen unseres Gehirns gleichen wir aktuelle Informationen, die von unseren Sinnesorganen empfangen werden, mit vorher verarbeiteten Informationen und Lebenserfahrungen ab, um Entscheidungen zu treffen. Dieser Teil des Gehirns ist am stärksten von Schlafentzug und mangelnder Ruhe betroffen. Müdigkeit hemmt unsere geistige Leistungsfähigkeit, vermindert die Wahrnehmung unserer Umgebung, schränkt die Fähigkeit,

Leider drängen heute sehr oft persönliche, soziale und kulturelle Aktivitäten in jene Zeit ein, die traditionell dem Schlaf vorbehalten war. Folglich nimmt der Aufmerksamkeitsumfang ab, und unser Urteilsvermögen sowie die Fähigkeit, komplexe geistige Vorgänge auszuführen, wird beeinträchtigt.

Schlafschuld und Schlafentzug

Wenn uns Schlaf fehlt, häufen wir eine sogenannte «Schlafschuld» an. Nimmt sie zu, werden wir immer unproduktiver. Es sind Untersuchungen mit vier Personengruppen durchgeführt worden, die erwiesenermaßen alle über die

Erholung genießen: Fragen zum Nachdenken

Nehmen Sie sich Zeit, über diese Fragen nachzudenken und im Alltag das umzusetzen, was Sie daraus lernen.

1. Wie oft bin ich in den letzten drei Tagen unfreiwillig eingeschlafen? Wie viele Stunden Nachtschlaf habe ich in demselben Zeitraum gehabt? Sollte ich meine Schlafgewohnheiten überdenken? Bleibe ich abends zu lange auf? Was verzögert meine Vorbereitungen für das Zu-Bett-Gehen? Sollte ich mich mehr oder vielleicht früher am Tag bewegen? Habe ich am Abend zu viel oder zu spät gegessen? Mache ich mir Sorgen um etwas, was mich im Bett wach hält? Sehe ich zu viel fern oder spiele ich zu viele Spiele? Sollte ich wegen einer Schlafstörung wie z. B. Schlafapnoe meinen Hausarzt aufsuchen?

2. Wie viele der folgenden Symptome habe ich in der letzten Zeit bei mir festgestellt: niedrigere Leistungsfähigkeit; geringer Aufmerksamkeitsumfang; schlechtes Urteilsvermögen; die Unfähigkeit, komplexe Aufgaben zu lösen, klar zu denken oder mich schnell zu erinnern?

3. Wie zeige ich, dass ich meinen Schlaf wertschätze? Wie muss ich mich verhalten, um ausreichenden und erholsamen Schlaf zu bekommen? Sollte ich mich dafür entscheiden, am Wochenende zur gleichen Zeit aufzustehen wie unter der Woche, damit ich mir gute Gewohnheiten aneigne? Was muss ich im Schlafzimmer ändern, um besser zu schlafen?

gleichen Fähigkeiten verfügten und 21 Tage lang identische Tätigkeiten ausführen sollten. Die Grafik macht deutlich, wie die Produktivität bei zunehmender Verkürzung des Schlafs signifikant abnahm. Nach den gesamten 21 Untersuchungstagen war die Produktivität derjenigen, die 7 Stunden Schlaf pro Nacht bekommen hatten, um 8 % gefallen. Die Gruppe, die 6 Stunden geschlafen hatte, sah ihre Produktivität jedoch um 55 % gemindert, während diejenigen mit 5 und 4 Stunden Schlaf nur noch über 35 % bzw. 20 % der Leistungsfähigkeit der Probanden mit 7 Stunden Nachtschlaf verfügten.

Schlaf ist in der Vergangenheit hinsichtlich seiner Auswirkungen auf die Hirnfunktion und die Emotionen betrachtet worden. Neuere Forschungen mit gesunden Freiwilligen zeigen jedoch, dass selbst eine geringe Schlafschuld den Stoffwechsel so sehr verändert, dass er dem Zuckerstoffwechsel von Diabetikern ähnelt. Nach sechs Nächten mit vier Stunden Schlaf reduzierte sich die Fähigkeit des Körpers, Kohlenhydrate abzubauen, bei gesunden jungen Männern um 30 %. Der Spiegel des Stresshormons Kortisol war bei ihnen signifikant erhöht, gleichzeitig nahm die Empfindlichkeit gegenüber Insulin ab. Diese und andere Untersuchungen weisen darauf hin, dass zwischen der zunehmenden Epidemie des Schlafentzugs und der des Übergewichts eine Verbindung bestehen könnte. Es ist interessant, dass Schlafmangel die Leistungsfähigkeit eines Menschen ähnlich einschränkt wie Alkohol. Studien haben gezeigt, dass 16 bis 18 Stunden Wachsein (ein langer Tag) bei gesunden Erwachsenen

zu ähnlichen Beeinträchtigungen führt wie ein Blutalkoholwert von 0,8 ‰, wie er in den USA und vielen anderen Ländern als Grenze für die Verkehrstüchtigkeit gilt.

Wie viel Schlaf brauchen wir?

Das Schlafbedürfnis ist individuell unterschiedlich. Fast alle Schlafexperten sind sich einig, dass sieben Stunden Schlaf pro Nacht ausreichen, um «zurechtzukommen», die meisten Menschen jedoch für optimale geistige Leistungen acht Stunden benötigen. Thomas Edison war der Ansicht, Schlaf sei Zeitverschwendung, und er machte sich daran, die Glühbirne zu erfinden, um den Tag zu verlängern. Es heißt, er habe nur vier bis fünf Stunden pro Nacht geschlafen. Mitarbeiter aus seinem Labor berichteten aber auch, er habe tagsüber häufig Nickerchen gemacht. Ausreichender Nachtschlaf sollte Schläfrigkeit am Tag überwiegend verhindern und dafür sorgen, dass wir uns gelassen und aufmerksam fühlen.

Es ist interessant, dass Schlafmangel die Leistungsfähigkeit eines Menschen ähnlich einschränkt wie Alkohol.

Studenten lernen häufig nachts, wenn sie für eine Prüfung büffeln müssen, und sie leiden oft unter schlechten Noten als Folge ihres Schlafentzugs. Die Art, wie sich Menschen entscheiden, zu leben und ihr Leben zu organisieren, führt zusammen mit hektischen Arbeitsplänen häufig zu größerer Unaufmerksamkeit bei der Arbeit. Schlaf liefert uns das, was wir brauchen. Er bereitet Körper und Geist auf Spitzenleistungen vor.

Schlafphasen

Der Schlaf wird in verschiedene Phasen unterteilt. Sie beruhen auf den typischen Wellenformen der Hirnaktivi-

tät im Schlaf, die im EEG (Elektroenzephalographie) zu sehen sind. Es gibt zwei Hauptformen des Schlafs: REM-Schlaf (Rapid Eye Movement), und NichtREM-Schlaf (Non Rapid Eye Movement).

Der REM-Schlaf zeichnet sich durch eine Wellenform aus, die jener im Zustand des Wachseins ähnelt. Die Augen bewegen sich unter den geschlossenen Lidern schnell hin und her, als schauten sie von einer Seite zur anderen, selbst wenn die Person tief schläft. In dieser Schlafphase ereignen sich unsere Träume. Von den Inhalten behalten wir allerdings meist wenig. Manche Menschen schlafwandeln, machen ins Bett oder knirschen mit den Zähnen in dieser Phase. Der REM-Schlaf ist für die seelische und emotionale Erholung sehr wichtig. Viele faszinierende, bedeutende Vorgänge finden in dieser Phase statt – auch die Gedächtnisordnung und -neuordnung sowie die Aktualisierung der Erinnerungen.

Der Nicht-REM-Schlaf besteht meist aus vier Stadien. Die beiden ersten stehen für den Übergang zwischen Wachen und Schlafen und dauern in der Regel nur einige Minuten. Phasen drei und vier sind allgemein als «Schlaf der langsamen Wellen» bekannt. Während dieser Tiefschlafstadien erneuert sich das Körpergewebe, und die Infektionsabwehr wird gestärkt.

Während eines guten nächtlichen Schlafs treten diese beiden Schlaftypen ungefähr in 90-Minuten-Zyklen auf, die sich vier- bis sechsmal pro Nacht wiederholen. Beide Schlaftypen sind für die vollständige körperliche und geistige Erholung notwendig. Wie erholsam der Schlaf ist, kann an der Form dieser Zyklen abgelesen werden und wird «Schlafarchitektur» genannt. Eine gute Schlafarchitektur sorgt für erholsamen Schlaf und wirkt sich positiv auf Lernfähigkeit

Wege zu einem guten Nachtschlaf

• Lernen Sie, den Schlaf zu schätzen. Wir erreichen nichts, was wir nicht wertschätzen.

• Schaffen Sie sich ein Ritual zum Schlafengehen, damit Körper und Seele wissen, dass es Zeit zum Schlafen ist.

• Bewegen Sie sich jeden Tag ausreichend, am besten nicht später als vier bis fünf Stunden, bevor Sie schlafen gehen.

• Halten Sie regelmäßige Zeiten für das Aufstehen und Zu-Bett-Gehen ein – selbst am Wochenende.

• Benutzen Sie ein bequemes, stabiles Bett in einem ruhigen, kühlen Schlafzimmer, das nicht mit Fernsehern, Computern und Trainingsgeräten vollgestopft ist.

• Nehmen Sie mehrere Stunden vor der Schlafenszeit ein nur leichtes Abendessen zu sich.

• Vermeiden Sie aufregende oder deprimierende Fernsehsendungen oder Filme, stressige Situationen wie einen Streit oder das Treffen wichtiger Entscheidungen kurz vor dem Zu-Bett-Gehen.

• Verzichten Sie auf Schlafmittel, Koffein und Alkohol, weil diese Stoffe die normale Schlafarchitektur stören.

• Suchen Sie Ihren Hausarzt auf, wenn Sie den Verdacht auf eine Schlafstörung oder eine andere Erkrankung haben.

• Vertrauen Sie auf Gott. Übergeben Sie ihm Ihre Probleme und Ängste.

• Denken Sie daran: Der Schlaf in der heutigen Nacht versorgt Sie mit der Energie für morgen! Der Schlaf ist genauso wichtig wie die Ernährung und die Bewegung, nur einfacher!

und Leistungsfähigkeit aus.

Bestimmte Verhaltensmuster – wie unregelmäßiges Zu-Bett-Gehen und Aufstehen, Sorgen und Ängste, bestimmte Medikamente und Alkohol sowie Essen kurz vor dem Schlafengehen – können die Schlafarchitektur verschlechtern.

Leider sind sich die meisten Menschen ihres Schlafdefizits und ihrer eingeschränkten Fähigkeiten gar nicht bewusst, weil sie schon so lange davon betroffen sind, dass sie nicht mehr wissen, wie es sich anfühlt, hellwach zu sein. Ein ausgeruhter Mensch schafft mehr in weniger Zeit und macht dies besser, wirkungsvoller und sicherer!

Wöchentliche und jährliche Erholung

Schlafforscher haben auch erkannt, dass wir sowohl eine wöchentliche als auch eine

jährliche Pause benötigen, um uns vollständig zu erholen und leistungsfähig zu sein. Im Ersten Weltkrieg wurde in Großbritannien eine Produktivitätssteigerung durch ununterbrochenes Arbeiten ohne Pausen angestrebt. Später stellte sich hingegen heraus, dass die Produktivität um 15 % anstieg, indem die Arbeitswoche auf 48 Stunden reduziert und ein Erholungstag eingeführt worden war.

Am 29. Juli 1941 verkündete Winston Churchill vor dem britischen Unterhaus: «Wenn wir diesen Krieg gewinnen wollen, dann nur, indem wir stark bleiben. Aus diesem Grund müssen wir einen Tag pro Woche frei haben und eine Woche pro Jahr Urlaub machen.» Dies wurde gesetzlich verankert!

Als Menschen haben wir alle unsere Einschränkungen. Wir können nicht rund um die

Uhr oder ohne regelmäßige Ruhezeiten arbeiten und gleichzeitig gesund, glücklich und leistungsfähig leben. Die Bibel berichtet, dass Gott ganz am Anfang einen wöchentlichen Ruhetag eingeführt hat, um den Menschen eine wirklich notwendige Pause von der Arbeitsroutine zu verschaffen. Er wusste, dass wir eine ausgewogene tägliche und wöchentliche Erholung benötigen, um optimal arbeiten zu können.

Wir brauchen tägliche Auszeiten genauso wie wöchentliche und jährliche Unterbrechungen für unsere geistige und emotionale Wiederherstellung, die für die Kreativität und für positive Familienbeziehungen unverzichtbar ist. Eine optimale körperliche, seelische, emotionale und geistliche Gesundheit ist nur mit ausreichender Erholung möglich.

Lebensweisheiten

Ein paar Tropfen Lebensweisheit

Vollkommenheit entsteht offensichtlich nicht dann, wenn man nichts mehr hinzuzufügen hat, sondern wenn man nichts mehr wegnehmen kann.

Antoine de Saint-Exupéry

Ich lebe nicht von meiner Leistung und sterbe nicht an meinem Versagen, sondern ich lebe aus Gottes grenzenloser Güte.

Monika Renz

Meine Knie zittern, aber der Grund, auf dem ich stehe, der ist fest!

Missionar in Afrika

Wenn dir alles gelingt, was du versuchst, dann versuchst du nicht genug.

Am Leben interessiert

Ein Spruch sagt: «Drei Dinge bringen einen Menschen um: Hektik, Sorgen und falsche Ernährung.» (Kirpal Singh) Stimmt das? Tatsache ist: Unsere Gesundheit hängt nicht nur von einem Faktor ab. Lebenstempo, Lebenssicht und Lebensführung, all das hat Einfluss auf unser Wohlbefinden.

Der Begriff «Lebensqualität» klingt gut; aber man kann sich wunderbar dahinter verstecken. Als HOPE Channel Radio und Fernsehen haben wir es uns zur Aufgabe gemacht, den Begriff durch unsere Sendungen greifbar zu machen: Wie kann ich lernen, glücklich zu sein? Worauf sollte ich beim Joggen achten? Was hilft konkret im

Kampf gegen Depressionen? Welche Tipps gibt die Bibel zum Thema Beziehungen? Wie sieht eine optimale Ernährung aus?

Gutes Essen, dazu noch gesund, isst jeder gern. «Lust auf lecker» heißt eine vegane Kochsendung für alle, die es lieben, gut zu essen, und auch gern kochen. In der Sendung zeigt Kochexpertin Birgit Kuderer zum Beispiel, wie Salate gelingen und was ihnen den letzten Pfiff verleiht. Dabei experimentiert sie mit verschiedenen Kräutern und Gewürzen und verrät viele Kochund Ernährungstipps. Die Rezepte dazu gibt es auf www.lustauflecker.de.

HOPE Channel Radio und Fernsehen hat das Motto «Am Leben interessiert». Als christlicher Sender sind wir davon überzeugt, dass es auch einen Gott gibt, der an uns interessiert ist. Und der uns ganz praktisch im Leben helfen will. Ein Tipp aus der Bibel lautet zum Beispiel: «Sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn.» (Jakobus 1,19) Wie

anders sähe unsere Welt aus, wenn jeder danach lebte!

Haben Sie Interesse an unserem Programm? Sie empfangen uns über Satellit, Internet und gebietsweise Kabel. Gern schicken wir Ihnen auch unser kostenloses Programmheft zu.

HOPE Channel Hörer- und Zuschauer-Service

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Dr. med. ANdreAS

Das Burnout-Syndrom

Erschöpft, müde, ausgebrannt – habe ich einfach nur zu viel Stress oder schon ein Burnout? Das «Burnout» ist kein finaler Zustand, sondern ein Kontinuum. Je früher erkannt, desto besser lässt sich Schlimmstes verhindern.

Burnout-Syndrom –was ist das?

Der Begriff «Burnout» (engl.: ausbrennen) überträgt das Bild eines abgebrannten Holzes auf den anhaltenden Zustand der völligen Erschöpfung eines Menschen, sowohl emotional als auch körperlich. Ausbrennen kann nur jener, der einmal brannte, also mit Leib und Seele bei der Sache war. Dieses

Gefühl beschrieb der Psychotherapeut Herbert Freudenberger in den 70er-Jahren, nachdem er in New York lange Zeit über seine Kräfte hinaus gearbeitet hatte. Er empfand bei seiner Arbeit zunehmend Frust und beobachtete bei seinen Kollegen zugleich einen gesteigerten Missmut und Zynismus, der zu einem lieblosen Umgang mit Patienten und Mitarbeitern führte.

In seiner Analyse verschiedener Berufsgruppen entdeckte er vor allem im Pflege- und Arztberuf, aber auch bei Lehrern immer wieder dieselben Probleme: Erschöpfung mit einer Abnahme der Leistungsfähigkeit, Zynismus, Konzentrationsschwächen, häufig in Kombination mit körperlichen Symptomen wie Kopfschmerzen oder Verdauungsproblemen. Parallel beschrieb

er im fortgeschrittenen Stadium einen Sinnverlust: Freude und Erfüllung bei Alltagstätigkeiten gehen verloren.

Neben Menschen in Sozialberufen sind auch besonders jene in verantwortungsvollen Führungspositionen betroffen. Prinzipiell kann es aber jeden treffen, von der sorgenden Hausfrau bis hin zu jungen Studenten und sogar Schülern.

Risikofaktor Stress

«Bin ich mehr als die Hälfte meiner Zeit mit Dingen beschäftigt, die ich nicht gerne tue, bei denen ich nicht mehr mit dem Herzen dabei bin und an denen ich keine Freude mehr habe ...?»

Folgende Frage drängt sich auf: Führt Stress zu Burnout? Es stimmt, oft sind es die typischen «Workaholics», die erkranken –jene, die sich der Arbeit hingeben und selbst Nächte und das Wochenende investieren. Doch viele lieben die Herausforderung und profitieren sogar von einem gewissen Stresspegel –man spricht von «Eustress» – einem positiven Stress, der die Leistung steigern kann. Zum Burnout kommt es jedoch dann, wenn die Grenze der Anpassungsfähigkeit an die Herausforderungen permanent überschritten wird und die persönlichen Stressverarbeitungsprogramme eines Menschen chronisch überfordert sind. Es konnte nachgewiesen werden, dass Burnout-Persönlichkeiten oft sehr hohe Ansprüche an sich selbst stellen, alle Dinge perfekt machen wollen, jedoch zugleich ein schwach ausgeprägtes Selbstwertgefühl besitzen. Mit Kränkungen, Enttäuschungen oder Frust können sie nicht gut umgehen. Es fehlt an geeigneten Bewältigungsstrategien, weshalb Misserfolge besonders intensiv erlebt werden. Als Folge leiden Betroffene dann unter dem Gefühl, sich stark zu verausgaben, ohne eine entsprechende Gegenleistung zu erhalten. Sie brennen Stück für Stück ab.

Was könnte ein Zeichen dafür sein, dass akute Gefahr droht? Es gibt dazu zahlreiche Tests im Internet (empfehlenswert ist z. B. der MBI-Test, http:// www.burnouttest.net/ ) – oder aber man stellt sich einmal persönlich die folgende Frage, die, wenn mit «Ja» beantwortet, ein wichtiger Indikator sein kann:

«Bin ich mehr als die Hälfte meiner Zeit mit Dingen beschäftigt, die ich nicht gerne tue, bei denen ich nicht mehr mit dem Herzen dabei bin und an denen ich keine Freude mehr habe ...?»

Beeinträchtigung unterschiedlichster Körperfunktionen

Der ständige Einfluss chronischer Belastung bzw. der Stresshormone auf den Körper beeinflusst fast jedes Organ. Dem entsprechend vielfältig sind die Beschwerden des Burnout-Syndroms.

Chronische Erschöpfung:

Die Betroffenen haben den Eindruck, dass sie ihre täglichen Aufgaben nicht mehr bewältigen können. Sie fühlen sich überfordert und müde. Das Bedürfnis nach Ruhepausen steigt, und die Erholung hält nur noch kurz an. Ein freies Wochenende reicht kaum mehr aus, um wie-

der zu Kräften zu kommen. Burnout-Patienten brauchen viel Zeit, um wieder voll einsatzbereit zu werden. Manche nehmen sogar immer wieder Urlaubstage, um ihre Leistungsfähigkeit irgendwie aufrechtzuerhalten.

Erniedrigte Leistungsfähigkeit:

Die Arbeit ist nicht mehr befriedigend. Fehler häufen sich, wenn die Konzentration nachlässt und die Nervosität zunimmt. Ein Teufelskreis beginnt: Betroffene versuchen, sich mit aller Kraft noch mehr anzustrengen und gegenzusteuern, was ihnen die letzten Kraftreserven raubt und sie zunehmend gereizt werden lässt. Sie fühlen sich emotional auf dem Zahnfleisch.

Innere Leere und Sinnverlust:

Die Freude am Alltag geht zunehmend verloren. Nichts macht mehr Spaß, alles ist anstrengend. Unzufriedenheit und Gleichgültigkeit machen sich breit. An die Stelle der ursprünglichen Begeisterungsfähigkeit tritt Zynismus, schließlich Verzweiflung und Hoffnungslosigkeit.

Weiter geht es in der nächsten Ausgabe mit Teil 2.

Mögliche körperliche Begleiterscheinungen bei Burnout

• Ohrgeräusche

• Verdauungsprobleme

• Schlafstörungen

• Schwindel

• Libido-Verlust und Impotenz

• Herzklopfen oder -rasen

• Bluthochdruck

So ist Erholung perfekt!

Kennen Sie das auch? Sie freuen sich monatelang auf ein Ereignis, fiebern ihm geradezu entgegen, und wenn es dann «da» ist, finden Sie es gar nicht mehr so prickelnd. Genauso erging es mir im letzten Herbst. Die «Jetzt-Freude» blieb ein paar Schritte hinter der Vorfreude zurück, aber weshalb?

Wir hatten monatelang für diesen Badeurlaub gespart. Das Hotel kannten wir schon von früheren Reisen. Wir hatten es gewählt, weil es uns gut gefiel. Die Umgebung: paradiesisch! Zehn Schritte bis zum Strand! Das Essen: lecker und vielseitig. Das Wetter: nicht zu toppen, sonnige 30 Grad und das drei Wochen lang. Das Meer: sauber und warm, mal glasklar, wie frisch gebügelt, mal aufregend wellig. Nette Leute im Hotel, das Zimmer wie gewohnt in Ordnung – und viel Zeit zum Lesen, Ausruhen, Spazierengehen, Schwimmen. Alles war genauso wie in den Jahren davor. Warum also war ich dieses Mal nicht rundherum zufrieden wie sonst immer im Urlaub? Was fehlte noch zu meinem Glück? Ich konnte mich selbst nicht verstehen.

Als wir ins trübnasse Westeuropa-Wetter zurückkehrten, fand ich die Lösung: Ich hatte unseren «neuen» Enkel vermisst! Der Kleine ist mir in den vergangenen Monaten so ans Herz gewachsen, dass ich mich auf jede Stunde freue, die ich mit ihm verbringen kann. Er lacht so gern, und ich spüre, dass er gern mit mir zusammen ist. Und da er im Urlaub nicht dabei sein konnte, war da eine Lücke entstanden, die durch nichts anderes zu füllen war. Ich nannte mich insgeheim eine «verrückte Nudel» und schämte mich beinahe ein bisschen.

«Studien haben gezeigt, dass die glücklichsten Menschen mehr an andere denken als an sich selbst».

wirklich enge Beziehung stillt unseren Hunger nach Liebe und Annahme. «Studien haben gezeigt, dass die glücklichsten Menschen mehr an andere denken als an sich selbst», erklärt Ed Diener, Dozent für Psychologie an der Universität von Illinois (Quelle idea). Zur echten Erholung und Ruhe gehört also nicht nur genügend Zeit, in der wir das tun, worauf wir «Lust» haben. Noch wichtiger ist tatsächlich die Gemeinschaft mit Menschen, die wir lieben und die uns annehmen, so wie wir sind.

Aber dann entdeckte ich die Ergebnisse einer Umfrage über Glück, die von «Readers Digest» in 10 Ländern Europas und in den USA durchgeführt wurde. Von den fast 7000 Befragten gaben 71 % an, dass sie ihr Glück vor allem in der Familie finden. Da war ich also gar nicht allein mit meinen Gefühlen. Das Zusammensein mit guten Freunden macht Spaß, aber nur eine

Dafür ist mein Enkelsohn ein Paradebeispiel! Er strahlt jedes Mal, wenn er mich sieht, und er streckt seine Ärmchen nach mir aus. Da fühle ich mich, als wäre die Sonne aufgegangen, aber nicht nur außen auf meiner Haut. Ich spüre die Wärme tief drinnen, und ich möchte nichts lieber, als diese Liebe weitergeben. Und dieses Wohlgefühl strahlt auf uns selbst zurück. So ist «Erholung» perfekt!

Arabische und amerikanische Köstlichkeiten

Pita-Brot (8 Brote)

700 g Dinkelvollkornmehl oder 350 g Vollkorn- und 350 g Weißmehl

400 ml warmes Wasser

8 g Trockenhefe

1 TL Salz

Falafel (siehe Rezept)

Joghurtsauce (siehe Rezept)

Salatblätter, zerrupft

Tomaten, in Scheiben geschnitten

Gurke, in Scheiben geschnitten

Zwiebel, in Ringe geschnitten Oliven, in Scheiben geschnitten Avocado, in Würfel geschnitten

1. Hefe mit 100 ml Wasser 10 Minuten lang an warmem Ort gehen lassen.

2. Hefe, Mehl, restliches Wasser und Salz in Schüssel geben. Zu einem Teig verarbeiten und gut durchkneten.

3. Teig mit Tuch bedecken und an warmem Ort gehen lassen, bis Volumen verdoppelt.

4. Backofen auf 250°C vorheizen.

5. Teig nochmals kurz durchkneten und in 8 Portionen teilen.

6. Jede Portion zu ca. 15 cm runden Fladen ausrollen.

7. Fladen auf mit Backpapier belegtes Backblech legen.

8. Im vorgeheizten Ofen 5 Minuten backen.

9. Pita-Brot aufschneiden und nach Belieben mit Falafel, Salat, Tomate, Gurke, Zwiebel, Oliven und Avocado füllen. Darüber Joghurtsauce geben.

Pita-Brot mit Falafel und Joghurtsauce

Hummus mit getrockneten Tomaten

Corn Chowder

Hummus mit getrockneten Tomaten

300 g Kichererbsen, gekocht

2 EL Sesammus (Tahin) oder

30 g Sesam, sehr fein gemahlen

3 EL Tomaten, getrocknet, gehackt

1 EL Tomatenmark

2 Knoblauchzehen, gepresst

2 EL Olivenöl

3 EL Zitronensaft

½ TL Salz

½ TL Kreuzkümmel

¼ TL Koriander

1. Alle Zutaten im Mixer fein pürieren. Evtl. etwas Wasser hinzufügen.

Kann z. B. mit Pita-Brot gegessen werden. Dazu Pita-Brot toasten, in Stücke schneiden und Humus als Dip verwenden.

Joghurtsauce

300 g Joghurt, natur Ingwer, gemahlen Koriander, gemahlen Knoblauch, gemahlen Salz

Joghurt nach Belieben mit den Gewürzen mischen.

Falafel

400 g Kichererbsen, gekocht

2-3 EL Sesammus (Tahin) oder 70 g Sesam, sehr fein gemahlen

30 g Mehl

2 Knoblauchzehen, gepresst

1-2 TL Kreuzkümmel, gemahlen

2 EL Petersilie, gehackt

2 EL Olivenöl

1/2 TL Salz

1. Alle Zutaten in Mixer fein mixen. Evtl. etwas Wasser hinzufügen.

2. Aus Mischung kleine Bällchen formen und plattdrücken.

3. In beschichteter Pfanne mit wenig Olivenöl auf beiden Seiten goldbraun braten.

Corn Chowder (dicke Maissuppe)

1 Zwiebel, gewürfelt

2 Knoblauchzehen, gepresst

1 TL Olivenöl

150 g roter Paprika, gewürfelt

400 g Kartoffeln, geschält, gewürfelt

2 EL Mehl

800 ml Sojadrink oder Milch

100 g Brokkoli

300 g Mais, gekocht

1 EL Cashewmus

Gemüsebrühpulver Salz

1. Zwiebel und Knoblauchzehen in Pfanne mit Olivenöl dünsten.

2. Paprika und Kartoffeln dazugeben und abgedeckt 3-5 Minuten mitdünsten.

3. Mehl darüber streuen und verrühren.

4. Milch hinzufügen.

5. Brokkoli und Mais hinzufügen und ca. 20 Minuten köcheln lassen.

6. Cashewmus darunterrühren und mit Salz und Gemüsebrühpulver abschmecken.

Ein Fußbad –mehr als nasse Füße

Das Baden der Füße wirkt nicht nur lokal, sondern auf den ganzen Körper. Es dient der Vorbeugung von Krankheiten, der Behandlung und der Erholung.

Historisches

Vor dem Industriezeitalter und seinen mechanischen Fortbewegungsmitteln wurden vor allem die Füße dazu benutzt, um von einem Ort zum anderen zu gelangen. Die Wege waren staubig oder matschig, Dornen stachen, Steine sorgten für Druckstellen. Einem am Ziel angekommenen Besucher wurde nicht nur aus Höflichkeit und als Zeichen der Gastfreundschaft ein Fußbad angeboten. Diesen Dienst verrichteten meist Sklaven. Auch wenn heute die Notwendigkeit einer Reinigung der Füße nicht mehr in diesem Maß besteht, bedeutet das Fußbad eine besondere Wohltat.

Kalt oder warm?

Das bloße Wasser entfaltet seine Wirkung auch ohne Zusätze.

Das kalte Fußbad

Eigentlich müsste es Unterschenkelbad genannt werden, denn das Wasser reicht idealerweise bis 10 cm unter die Knie. Es dauert nur 2 bis 30 Sekunden, für abgehärtete Personen bis zu einer Minute. Wirkung: Es erfrischt, stärkt die Muskulatur und beugt Infektionskrankheiten vor. Gegenanzeigen: nicht während der Menstruation, bei Nieren- und Blasenleiden, Ischias und fortgeschrittener arterieller Zirkulationsstörung (z. B. «Raucherbein»).

Das warme Fußbad

Auch diese Anwendung sollte bis zur Mitte der Waden reichen. Es dauert 10 bis 20 Minuten. Während des Bades werden die Füße leicht bewegt. Wirkung: Es ist sehr hilfreich bei chronischen Schlafstörungen, chronischen Infekten im Nasen- und Rachenbereich, Nieren- und Blasenentzündung, chronischer Verstopfung, nervösen Kopfschmerzen oder organischen Störungen des Herzens, natürlich auch und besonders bei kalten Füßen. Durch ein warmes Fußbad wird der ganze Körper erwärmt. Gegenanzeigen: Bei Krampfadern sollte die Temperatur 36°C nicht übersteigen, oder der Wasserspiegel reicht nur bis zu den Knöcheln.

Das temperaturansteigende Fußbad

Das Wasser weist zunächst eine Temperatur von 35°C auf. Innerhalb von 12 bis 15 Minuten wird die Temperatur bis ca. 42°C erhöht. Während des Bades sollte der Oberkörper warm zugedeckt bleiben. Es empfiehlt sich, die Füße für einige Minuten im heißen Wasser zu belassen, evtl. bis zum Schweißausbruch. Danach werden die Füße abgetrocknet, und es wird eine Ruhezeit (vorzugsweise im Bett) von 15 bis 30 Minuten eingehalten. Wirkung: Es durchwärmt verstärkt, hilft bei beginnender Erkältung, chronischen Harnwegs-

infekten, Zirkulationsstörungen, Beinkrämpfen und Menstruationsbeschwerden.

Das absteigende Fußbad

In der Temperatur absteigende Vollbäder werden vor allem zur Fiebersenkung angewandt. Sie erfordern besondere Umsicht und Begleitung, da der Kreislauf der zu behandelnden Person bei solchen Anwendungen sehr gefordert wird. Aus diesem Grund eignet sich besonders für Kinder und ältere Personen an Stelle eines Vollbades, das absteigende Fußbad. Die Körpertemperatur wird gemessen, und das Wasser weist zu Beginn 1 Grad weniger auf. Während ca. 10 Minuten wird langsam kaltes Wasser zugelassen – bis zu einer Temperatur von 32°C. Während des Bades können durch die Hilfsperson Füße und Beine leicht massiert werden.

Das Wechselbad

Der Wechsel von warm zu kalt erzeugt starke Reize. Es wird zweimal im Wechsel durchgeführt. Der Oberkörper bleibt dabei warm bekleidet. Begonnen wird warm 36 bis 38°C und beendet kalt (unter 15°C). Das warme Bad dauert 5 bis 10 Minuten, das kalte 8 bis 15 Sekunden. Danach wird das Wasser abgestreift, dicke Socken werden übergezogen und eine Wiedererwärmung im Bett findet statt, oder

es werden die Gliedmaßen kräftig durchbewegt. Wirkung: Der Kreislauf wird angekurbelt, hilft bei Erschöpfungszuständen, chronischen Krankheiten, Rheuma und Erkältungskrankheiten, bei Kopfschmerzen, Migräne, Schlafstörungen, Kreislauf- und Durchblutungsstörungen und natürlich auch bei kalten Füßen.

Badezusätze

Das Salzbad In eine Schüssel oder einen Eimer mit ca. 37°C warmem Wasser werden zwei Handvoll Meersalz zugegeben. Wirkung: Das Salz wirkt stark durchblutungsfördernd, es hilft vor allem bei müden und geschwollenen Füßen und Beinen. Das Salz kann zuvor auch mit ätherischem Öl vermischt werden. Es sollten aber nicht mehr als 4 Tropfen pro Fußbad verwendet werden.

Das Teebad

Für die Herstellung eines Kräuter-Fußbades wird ein Liter sehr starker Tee zubereitet, der dem Wasser zugegeben wird. Als Faustregel gilt: Die dreibis fünffache Menge an Kräutern eines normalen Genusstees verwenden. Blüten: warm übergießen und 5 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Blätter und Kraut: Heiß übergießen und 5 bis 10 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen. Samen und Früchte: Zuvor im Mörser zerquetschen. Rinde und Wurzeln: Zuvor zerkleinern, kalt ansetzen, langsam erwärmen und 20 bis 40 Minuten lang zugedeckt ziehen lassen.

Das Fußbad mit Tinktur

Wird ein alkoholischer Auszug, eine Tinktur, verwendet, rechnet man mit ca. 30 ml (3 Esslöffeln) Flüssigkeit, die mit ca. 5 Litern Wasser vermischt wird.

Das Fußbad mit ätherischen Ölen

Wird ätherisches Öl direkt ins Wasser gegeben, schwimmt es in Form von Perlen obenauf oder setzt sich am Gefäßrand fest. Als Emulgator sind Salz,

Honig oder fette Milchprodukte geeignet. Dosierung: Maximal 6 Tropfen je nach Intensität des Öls.

Anwendung von ätherischen Ölen im Fußbad

Müde Beine und Füße

• Rosmarin (belebend, kreislaufanregend, durchblutungsfördernd)

• Pfefferminze (kühlend, krampflösend, antibakteriell)

• Kamille (entzündungshemmend)

• Melisse (beruhigend, entspannend)

Fuß- und Gelenkschmerzen z. B. nach langen Wanderungen

• Arnika (entzündungswidrig)

• Heublumen (krampflösend, schmerzlindernd, durchblutungsfördernd)

• Rosmarin (belebend, kreislaufanregend, durchblutungsfördernd)

Erkältungskrankheiten

• Salbei (entzündungshemmend, schweißhemmend, desinfizierend, straffend)

• Thymian (keimtötend, krampflösend, schleimlösend, auswurffördernd)

• Eukalyptus (durch-

blutungsfördernd, krampflösend, desinfizierend)

• Kiefer (belebend, durchblutungsfördernd)

Menstruationsbeschwerden

• Rosmarin (belebend, kreislaufanregend, durchblutungsfördernd)

• Muskatellersalbei (entspannend, beruhigend, tonisierende Wirkung auf die Uterusmuskulatur)

Heiße, schwitzende Füße, Fußgeruch

• Salbei (entzündungshemmend, schweißhemmend, desinfizierend, straffend)

• Pfefferminze (kühlend, krampflösend, antibakteriell)

• Zitronenschale (erfrischend)

• Lavendel (beruhigend, entspannend)

• Schachtelhalm (wundheilend, gewebestärkend, entzündungshemmend)

• Eichenrinde (straffend)

GerLiNde ALScHer

Gesundheitsmanagerin B. A., Bildungsreferentin, Gunzenhausen, D

Genuss – ein Muss! Ich darf genießen.

«Erst die Arbeit – dann das Vergnügen», so lautete das Motto in meiner Ursprungsfamilie. Auf einem großen Landwirtschaftsbetrieb hieß es für uns fünf Kinder täglich fleißig mithelfen. Und erst wenn die Arbeit getan war, gab es eine Belohnung bzw. einen Freiraum zum Spielen und für Freunde. Selbst noch als junge Erwachsene musste der Dienst getan sein, bevor man das Tanzbein schwingen durfte. Wie viel anders war das doch im Leben meines Mannes!

Als ich ihn kennenlernte, spürte ich schnell, dass bei ihm ein anderes Verhältnis zwischen Freizeit und Arbeit, zwischen dem, was das Leben schön macht, und dem, was Anstrengung bedeutet, vorliegt.

Noch deutlicher wurde mir der Unterschied beim Vergleich meiner «beiden Mütter». Während meine Mutter im Alter von 80 Jahren – nach Schlaganfall und Gehirnblutung – noch immer ihren Wert über die Arbeit definierte, hatte meine Schwiegermutter den Dreh längst he-

raus. Für sie stehen erst einmal der Genuss und das Schöne des Lebens im Mittelpunkt. Mit 55 Jahren, als ihr das Arbeitsleben die notwendige Kraft entzog, entschied sie sich, mit «weniger» auszukommen und der Arbeit «Lebewohl» zu sagen. Mit ihrer Mobi-Bahn-Card verbringt sie viele ihrer Tage in ganz Bayern, genießt die Natur, das Gespräch mit anderen Menschen und all das, was die Jahreszeit gerade zu bieten hat. Dabei ist sie wirklich genügsam, aber dennoch rundum «genüss-

lich». So schlendert sie durch schöne Hotels, lässt sich die Zimmer zeigen und probiert in manchen teuren Läden ein Seidenkleid oder den Pelzmantel an. Nein, kaufen will sie die Teile nicht, aber es fühlt sich so schön an, die Sachen einfach einmal anzuhaben.

Und dann kommt sie zufrieden nach Hause. Rundum glücklich in ihrer Wohnung mit der immer gefüllten Obstschale und der extra Portion roter Tomaten. In all den Jahren habe ich sie nie missmutig erlebt, obwohl auch in ihrem Leben so manche Herausforderung zu meistern war. Mit ihren zwischenzeitlich 77 Jahren ist sie fit und gesund.

Wer nicht genießt, wird ungenießbar

Ein altes Sprichwort lautet: «Wer nicht genießt, wird ungenießbar». Gerade bei Menschen, die sich in der Betriebsamkeitsfalle befinden, kann dies schnell passieren. Genuss wird als Zeiträuber erachtet, die Bedeutung des Genusses und seine positive Wirkung auf Körper und Geist werden unterschätzt.

In der Auseinandersetzung mit täglichen Belastungen, ob am Arbeitsplatz, im Haushalt, im Straßenverkehr oder unter an-

deren Bedingungen, entstehen andauernde Reize auf das Nervensystem und den Körper, die zu chronischen Stressreaktionen führen können. Diese werden zwar oft negativ wahrgenommen, gelten aber bedauerlicherweise häufig als «Gütesiegel der eigenen Leistungseinstellung». Wer sich nicht ständig bis an die Grenzen beansprucht fühlt, leistet nicht genug! Dieses ständige Aktivieren des Kampfmusters führt zu Dauerspannungen, und irgendwann erlahmt die Energie. Wird dieses Kampfmuster zu lange fortgesetzt, riskiert man den totalen Kraftverlust, was nicht selten zu Zusammenbruch, Depression bzw. Burnout und damit verbunden – vorübergehend oder auch langfristig – zu Arbeitsunfähigkeit und starker Einschränkung der Lebensqualität führt.

Unter Stress wird der Sympathikus, ein Teil des vegetativen Nervensystems, aktiviert. Der gesamte Organismus stellt sich darauf ein, auf die aktuelle Herausforderung mit Kämpfen oder Flucht zu reagieren. Alle körperlichen Funktionen, die derzeit nicht für Kampf oder Flucht gebraucht werden, werden hingegen vorübergehend gedrosselt.

Körperliche Reaktionen unter Stress:

• Pupillen erweitern sich

• Gehirn wird verstärkt durchblutet

• Speichelfluss wird reduziert (trockener Mund)

Beim Genießen und Entspannen wird der Parasympathikus (Gegenspieler des Sympathikus) aktiviert. Er kehrt die ausgelösten Reaktionen wieder um. Der Körper kommt zur Ruhe.

Der Seele Gutes tun

Bei aller Anspannung und Hektik ist es wichtig, dass wir uns mitten im Alltag immer wieder für das, was der Seele guttut, Zeit nehmen. Für eine bestimmte Zeit oder auch einfach nur für einen kurzen Augenblick gilt es, die Aufmerksamkeit von dem wegzulenken, was uns an Arbeit und Belastungen gefangen nimmt.

Genuss mit allen Sinnen Wahrnehmung geschieht über unsere Sinne. Sie entscheiden maßgeblich, wie es uns geht. Daher gilt es darauf zu achten, womit wir uns umgeben und welche Reize wir in uns aufnehmen.

Das Riechen

Sympathisches  System

• Bronchien werden erweitert, Atmung wird schneller

• Schnellerer Herzschlag und erhöhter Blutdruck

• Tätigkeiten von Verdauungs- und Geschlechtsorganen gehemmt

• Stimuliert Glukoseproduktion und –ausschüttung

• Ausschüttung von Adrenalin und Noradrenalin

• Schmerztoleranz kurzfristig erhöht, ebenso Immunabwehr

Unsere Nase ist ein besonders ausgeprägtes Sinnesorgan. Das Riechen ist direkt mit dem limbischen System verbunden, dem Sitz unserer Gefühle. Mit diesem Sinnesorgan speichern wir am längsten und am Erweiterte  Pupillen Reduzierter  Speichelfluss Stärkere  Durchblutung des  Gehirns Erweiterte  Bronchien, schnellere  Atmung Schnellerer  Herzschlag, erhöhter  Blutdruck Hemmung  der VerdauungstäDgkeit

SDmuliert  ProdukDon  und AusschüGung  von  Glukose

AusschüGung  von  Adrenalin und  Noradrenalin

Hemmung  des  Harndrangs

Libidohemmung

intensivsten Erinnerungen.

Kennen Sie Gerüche, die bei Ihnen mit unangenehmen Emotionen verbunden sind, und solche, die positive Gefühle in Ihnen wachrütteln? Wie steht es beispielsweise mit Orange, Lavendel, Rosmarin, Pfefferminz, Tannenzapfen, Erde, Blättern oder Heu?

Zum Nachdenken: «Das tut mir gut»

Nehmen Sie sich Zeit, über folgende Fragen nachzudenken:

• Welche Dinge/Tätigkeiten/Begegnungen tun Ihnen gut? (Auflisten)

• Wie oft erlauben Sie sich, diese Dinge zu praktizieren?

• Was hält Sie davon ab, sich diesen Dingen/Tätigkeiten/Begegnungen hinzugeben?

Ich erkenne, dass …

Das möchte ich ab heute umsetzen ….

Nehmen Sie Ihren Lieblingsgeruch mit auf Ihren Arbeitsplatz und gönnen Sie sich mitten im Alltag einen kurzen Augenblick des Genießens und der Freude.

Der Spürsinn

Das umfangreichste Sinnesorgan, das engmaschig unseren ganzen Körper durchzieht, ist der Spürsinn/Tastsinn oder das Fühlen.

Streichen Sie doch einfach mit Ihrer Hand über Ihre Kleidung. Was spüren Sie?

Streicheln Sie zärtlich Ihren Handrücken. Ist es ungewohnt für Sie, sich selbst zu spüren? Erforschen Sie, was Ihnen guttut. Und erlauben Sie sich während des Alltags immer wieder einen kleinen Augenblick des Genusses, indem Sie sich oder das, was Ihnen guttut, spüren.

Das Sehen

Vieles in unserem Alltag nehmen wir visuell wahr. Blitzschnell bildet sich aus dem wahrgenommenen Bild eine Emotion. Sorgen Sie daher dafür, dass möglichst viel Angenehmes vor Ihren Augen erscheint.

Hängen Sie an Ihrem Arbeitsplatz Bilder auf, die Ihnen Freude bereiten. Achten Sie auf Einzelheiten in Ihrer Umgebung. Wenn Sie Gelegenheit haben, werfen Sie einen Blick aus dem Fenster. Beobachten Sie, wie sich die Wolken immer wieder verändern und der Himmel neue Bilder malt.

Das Hören

Im Alltag sind wir von tausenden von Stimmen, Tönen, Geräuschen und von Lärm umgeben. Wer am lautesten schreit, wird oft zuerst gehört. Genussvolles Hören will ebenfalls gelernt sein. Oft liegt in den leisen Tönen eine wichtige Antwort.

Öffnen Sie doch einfach das Fenster und achten Sie auf Naturgeräusche – den singenden Vogel, das plätschernde Wasser, das Säuseln des Windes.

Das Schmecken

Kommen wir nun zum Schmecken. Wie lange brauchen Sie in der Regel, um einen Schluck Wasser zu trinken oder ein Stückchen Brot zu essen? Bewegen Sie einmal einen Schluck Wasser im Mund. Spüren Sie den Geschmack! Nehmen Sie die Wärme/Kälte des Wassers wahr! Spüren Sie das Wasser in Ihrem ganzen Mundraum! Wenn Sie es ganz geschmeckt haben, dürfen Sie es hinunterschlucken und ganz in sich aufnehmen.

Bewusst genießen

Wenn Sie möchten, dass es Ihnen gut geht, ist Genießen nicht nur eine feine Kunst, sondern ein Muss. Es ist nicht nur ein Recht, sondern eine Pflicht. Die folgenden acht Regeln helfen Ihnen dabei:

1. Ich darf genießen Nicht selten begegne ich Menschen, die Schwierigkeiten haben zu genießen. Oftmals wurde der Grundstein hierfür bereits in der Kindheit gelegt. Genießen wurde verboten. Machen Sie sich bewusst, dass Genuss etwas ist, was Ihrer Seele, Ihrer Gesundheit guttut. Erlauben Sie sich zu genießen. Üben Sie es Stück für Stück ein.

2. Genuss braucht Zeit

Ohne Zeit, und sei es auch nur ein sehr kleines Zeitfenster oder auch nur ein Augenblick, gibt es keinen Genuss. Damit sich ein positiver Zustand in unserem Inneren entwickeln kann, braucht es Zeit. Nicht unbedingt viel Zeit. Aber ein wenig Zeit – damit sich das Gute, Schöne, Wohltuende entfalten kann.

3. Genuss geht nicht nebenbei Wirklich genießen können wir nur, wenn wir uns auf das, was wir genießen, konzentrieren und unsere volle Aufmerksamkeit darauf richten. Legen Sie die Arbeit und das Sorgenpaket zur Seite und konzentrie-

Glück ist gar nicht mal so selten, Glück wird überall beschert, vieles kann als Glück uns gelten, was das Leben uns so lehrt.

Glück ist jeder neue Morgen, Glück ist bunte Blumenpracht, Glück sind Tage ohne Sorgen, Glück ist, wenn man fröhlich lacht.

Glück ist Regen, wenn es heiß ist, Glück ist Sonne nach dem Guss, Glück ist, wenn ein Kind ein Eis isst, Glück ist auch ein lieber Gruß.

Glück ist Wärme, wenn es kalt ist, Glück ist weißer Meeresstrand, Glück ist Ruhe, die im Wald ist, Glück ist eines Freundes Hand.

Glück ist eine stille Stunde, Glück ist auch ein gutes Buch, Glück ist Spaß in froher Runde, Glück ist freundlicher Besuch.

Glück ist niemals ortsgebunden, Glück kennt keine Jahreszeit, Glück hat immer der gefunden, der sich seines Lebens freut.

ren Sie sich mit allen Sinnen auf die duftende Tasse Tee oder den Sonnenstrahl, der Ihr Gesicht bescheint. Ein Genussmoment stellt sich ein.

4. Wissen, was einem guttut –Genießer wählen das Passende aus

Das, was dem einen «wohltut», kann den anderen «verdrießen». Es gilt auszuprobieren, was sich für Sie als Genuss entpuppt. Probieren Sie unterschiedliche Dinge aus, um zu erfahren, was Ihnen am meisten zusagt. Achten Sie darauf, dass Sie Dinge genießen, die Ihnen tatsächlich guttun – auch lang-

fristig. Genuss ist hier nicht zu verwechseln mit «Lust», die hinterher «Frust» mit sich bringt.

5. Weniger ist besser

Es liegt in der Natur der Sache, dass wir von dem, was uns gefällt, immer mehr haben möchten. Grenzenloser oder ausufernder Konsum schließt den Genuss aus. Auf die Qualität kommt es an, nicht auf die Quantität. Eine gewisse Enthaltsamkeit ist daher genusssteigernd.

6. Genuss ist jeden Tag möglich

Es braucht keine besonderen Gelegenheiten, um genie-

ßen zu können. Genuss ist jeden Tag möglich.

7. Genuss ist aktives Handeln

«Es gibt nichts Gutes – außer man tut es!».

8. Glück

Genuss ist ein klein wenig Glück, mit dem Sie sich selbst beschenken. Glück verleiht der Anspannung des Alltags ein Gegengewicht und vermittelt Ihnen Leichtigkeit und das Spüren des Seins.

Das Glück liegt nicht in den großen Dingen, sondern oft im Genuss des Augenblicks, des Alltäglichen, des Einfachen.

Leben mit Multipler Sklerose (MS)

Interview mit Luise Waldecker

Wie lange liegt bei Ihnen der Befund «Multiple Sklerose» zurück?

Ich erhielt den Befund «Encephalomyelitis dissiminata» (MS) 1991 aus der Landesnervenklinik Salzburg, der heutigen Christian Doppler-Klinik.

Wie haben Sie Ihren Befund aufgenommen?

Sehr schlecht, weil ich damals über diese Krankheit lediglich wusste, dass sie in Schüben verläuft, nicht heilbar ist und man meistens im Rollstuhl landet.

Was waren Ihre ersten Symptome?

Empfehlungen bei

Multipler Sklerose:

spezielle Diät oder Saft-Kur.

Schmerzhafte Krämpfe vom Gesicht bis zu den Zehen und gleichzeitig auch der enorme

Kräfteverlust in den Händen, sodass ich kein Besteck mehr halten konnte.

Erst später wurde mir bewusst, dass die Krämpfe nur meine linke Körperhälfte betrafen.

Wie war der Verlauf Ihrer Krankheit?

Während der ersten zwei bis drei Jahre hatte ich regelmäßige Schübe im Abstand von etwa drei Monaten. Dabei verspürte ich ein schmerzhaftes Ziehen im Schulterbereich, ein verschwommenes Sehen bei einem Auge und das ganz typische Nachziehen eines Beines. Nachdem ich einen Arzt und Freund um Rat gefragt hatte, gab er mir sinngemäß folgende Empfehlungen:

a) Eine sechswöchige Diät nach Dr. Gerson. Dieser Dr. Gerson hat eine Krebsdiät entdeckt, die bei MS-Patienten beste Erfolge erzielt. Da es aber kaum MS­Betroffene gibt, die diese Diät ausprobiert haben, ist sie als solche kaum bekannt.

Die Diät besteht darin, dass man sich während dieser sechs Wochen nur von Obst, Gemüse und Getreide ernährt. Verboten sind Zucker, Salz, Fett, Milch und Milchprodukte, Nüsse, Sojawaren und beim Gemüse jenes, das viel Eiweiß enthält. Ziel dieser Diät ist es, während dieser 42 Tage so viele kranke Zellen wie möglich abzubauen.

Deswegen der Verzicht auf Eiweiß. (Eiweiß oder Protein baut die Zellen auf). Es werden zwar im Laufe der sechs Wochen alle kranken Zellen abgebaut, aber natürlich auch gesunde. Darum darf diese Diät nicht länger als sechs Wochen andauern. Eine Saft-Kur wäre mindestens genauso wirkungsvoll, ist aber von den meisten Menschen schwerer durchzuführen, weil man dabei nichts essen darf.

b) Viel Bewegung war der nächste Punkt, der mir geraten wurde. Mein Mann als Sportler startete mit mir sofort das Bewegungstraining nach Dr. Cooper.

c) «Kuhne Sitz-Reibe-Bäder»: Das sind kalte Wasseranwendungen, die Entzündungen lindern.

Obwohl ich mich an diese ausgezeichneten Tipps von Beginn an gehalten hatte, erlitt ich während der ersten Jahre immer wieder Schübe. Allerdings blieben diese fast immer ohne bleibenden Schaden. Während der Zeit eines Schubes hat mir nur Kortison geholfen. Von Beginn der Krankheit bis heute nehme ich keinerlei Medikamente, außer während eines Schubes (Kortison). Womöglich haben mir auch deswegen immer ganz geringe Dosen geholfen. Mittlerweile sind seit der Diagnose 23 Jahre vergangen.

Ich stehe voll im Berufsleben, nehme keinerlei Medikamente, bin seit Kurzem Oma und erfreue mich des Lebens.

Was hat sich in Ihrem Leben verändert?

Bis zum Zeitpunkt meiner Erkrankung bestand meine körperliche Tätigkeit lediglich darin, dass ich hinter unseren beiden Kindern, damals sieben und vier Jahre alt, herlief.

Bald war ich in meiner Umgebung dafür bekannt, dass ich regelmäßig meine Runde von ungefähr fünf Kilometern lief, und dies drei Mal in der Woche. Das praktizierte ich ungefähr zehn Jahre lang. Mittlerweile ziehe ich das Radfahren vor, weil ich beim Laufen nach nur einem Kilometer mein linkes Bein nachziehe.

Auch die «Gerson-Diät» habe ich schon mehrere Male durchgeführt, weil ich mich nachher «wie neu geboren» fühle.

Die Dankbarkeit, die ich gegenüber Gott empfinde, ist sicherlich auch gewachsen. Immer wieder lerne ich MS-Betroffene kennen oder werde mit ihnen bekannt gemacht.

Worauf müssen Sie verzichten?

Ich darf alles essen und auch alles unternehmen. Ich achte wahrscheinlich mehr auf die gesundheitlichen Auswirkungen beim Essen als jemand, der kerngesund ist, aber ich lebe

weder zuckerfrei noch vegan, trinke aber keine Milch und esse nur selten Käse. Ich bin Vegetarierin.

Ich verzichte auf extreme Hitze wie Sauna. Das wurde mir bereits im Krankenhaus empfohlen. Ich weiß nicht, ob mir eine Sauna tatsächlich schaden würde, könnte sie aber nicht genießen, weil ich nicht mit dem Feuer spielen möchte.

Wie stehen Sie zu Selbsthilfegruppen?

Sie können hilfreich sein. Doch die Selbsthilfegruppe in meiner Region hat mir damals nicht nur nicht geholfen, sondern wollte mir auch nicht glauben, dass ich von MS betroffen bin.

Ich habe ihnen angeboten, gesunde Kochkurse mit ihnen zu

machen. Aber die Gruppe wollte auf nichts verzichten, weil die Leute, wie sie meinten, ohnehin schon krank und arm seien. Das tat mir sehr leid, weil ich bereits wusste, dass man durch Lebensstil Großes bewirken kann.

Was raten Sie betroffenen Menschen?

Dass sie zuversichtlich sind und das ausprobieren, was mir geholfen hat. Mein Hausarzt schickte schon öfter MS-Patienten zu mir in meine Kochkurse und zu meinen Gesundheitsvorträgen, weil er davon überzeugt ist, dass jeder durch seine Lebensgewohnheiten entweder einen positiven oder einen negativen Einfluss auf seine Gesundheit ausübt.

Regelmäßige Bewegung ist bei MS Patienten von großer Bedeutung.

v. rechts n. links: Frau Luise Waldecker, Ehemann Felix, Tochter und Schwiegersohn (Marlis und Jonathan) und Enkeltochter Helena.

Von der Kunst, sich zu erholen

Beschleunigung im Umzug

Wir leben heute in einer noch nie dagewesenen Dichte von Reizen. Das Leben wird immer schneller und unüberschaubarer. Bereits der griechische Philosoph Heraklit (535 v. Chr.) schrieb, dass das einzig Beständige die Veränderung sei. Nie war dieses Zitat aktueller als in der heutigen Zeit. Laufend müssen wir uns den sich verändernden Umständen und Gegebenheiten anpassen. Was heute gilt, kann morgen schon hinfällig sein. Die beschleunigten Veränderungsprozesse zeigen sich in allen Sektoren der moder-

nen Gesellschaft, ob öffentlich oder privat. Der moderne Zeitgeist mahnt: Stillstand bedeutet Rückfall. Der Sozialpsychologe Alain Ehrenberg (2008) prägte in seiner Studie über die Befindlichkeit der modernen Gesellschaft den Begriff «Das erschöpfte Selbst». Er führte diese Erschöpfung auf eine zunehmende Individualisierung und Beschleunigung der modernen Gesellschaft zurück. Die renommierten Sozialphilosophen Hartmut Rosa und Charles Taylor schließen sich Ehrenberg an und ergänzen seine Ausführungen, indem sie behaupten, dass der moderne Mensch einerseits un-

ter der Zunahme an Wahlmöglichkeiten (Multioptionsgesellschaft) leide und andererseits mit dem Siegeszug der Säkularisierung das Leben für ihn die letzte Gelegenheit sei, um zu leben, da ihm der Trost einer Hoffnung auf ein Leben nach dem Tod nicht mehr zur Verfügung stehe. Rosa schreibt: «Wir wissen zwar, dass wir sterben müssen, aber wir versuchen, vor dem Sterben noch möglichst viel, unendlich viel unterzubringen.» Das gute und erfüllte Leben der modernen Gesellschaft bestehe darin, möglichst viel von dem, was die Welt zu bieten hat, auszukosten.

Robbie PFANdL
M. SC. Psychologie, Biel, CH

Mehr ist weniger

Durch die vielen technischen Errungenschaften und Neuerungen vergrößern sich automatisch unsere Wahlmöglichkeiten. Die Welt rückt näher, und der Horizont wird größer. Dank moderner Geräte (Smartphone, Tablet oder Laptop) können wir online gehen, chatten, Nachrichten schauen, shoppen oder spielen. Überall und jederzeit. Wir denken: Je mehr Optionen wir haben, desto gelungener und erfüllter ist unser Leben. Es herrscht der Trugschluss, dass ein Mehr an Auswahlmöglichkeiten Glück auslöse und wir so immer mehr Freiheit erlangen könnten. In Wahrheit fühlen wir uns aber immer erschöpfter und ausgelaugter, da unser Gehirn ein Überangebot an Entscheidungsmöglichkeiten im Schnellverfahren nicht verarbeiten kann. Zudem ist es eine schmerzliche Erfahrung für die Seele, wenn wir uns einmal für eine Sache entschieden haben, auf alle anderen Optionen verzichten zu müssen. Der Zeitgeist suggeriert uns ja laufend, nichts verpassen zu dürfen. Verzicht schmerzt mehr, als Gewinn erfreut.

Digitale Erregung

Die digitalen Medien führen dazu, dass unser Gehirn laufend in einen Zustand der Erregung versetzt wird. Dabei werden neuronale Botenstoffe wie Noradrenalin und Adrenalin freigesetzt. Die höher gelegenen Zentren des Gehirns werden beschleunigt. Der Körper wird in eine Art Alarmbereitschaft versetzt. Das Gefühlsleben gerät in Gang. Die Flut der Eindrücke führt zu einem Zustand ständiger Stimulation. Jeder schnelle Bildwechsel im Fernsehen, jedes Klingeln des Handys wirkt leicht elektrisierend. Die Intensität der Reize löst nicht nur eine Stressreaktion aus, sondern auch positive Gefühle. Das Glückshormon Dopamin wird ausgeschüttet. Der Effekt ist mit einer Droge

vergleichbar. Darum fällt es den meisten von uns so schwer, sich vom laufenden Fernseher oder von einem spannenden Computerspiel loszureißen.

Reizüberflutung

Je mehr äußere Reize ins Bewusstsein drängen und ignoriert werden müssen, desto schwerer fällt es uns, die Konzentration auf eine einzige Sache zu richten. Unser Arbeitsgedächtnis wird maximal gefordert. Es bestimmt unsere Willenskraft. Je geringer seine Kapazität ist, umso schwerer fällt es uns, Versuchungen und Impulsen zu widerstehen. Das Arbeitsgedächtnis ist unser geistiger Muskel und die entscheidende Größe für unsere Fähigkeit, Optionen abzuwägen, Entscheidungen zu treffen und die Aufmerksamkeit für eine Sache zu mobilisieren. Seine Kapazität ist begrenzt. Die Reizüberflutung der digitalen Medien führt dazu, dass die Aufmerksamkeit sprunghaft wird und die Konzentration nachlässt. Was sich in unserer Umgebung verändert, weckt die Aufmerksam-

keit, ob wir es wollen oder nicht. Wir werden unfähig, uns länger und eingehender mit einer Angelegenheit zu befassen.

Die Abwärtsspirale

Je häufiger die Erregung, desto schlechter die Konzentration. Das neuronale Netzwerk, das für die Erregung zuständig ist, kann die höheren Funktionen der Aufmerksamkeit hemmen. Mit der Zeit können wir kaum noch zwischen Wichtig und Unwichtig unterscheiden. Wir sind jedem neuen Reiz ausgeliefert. Die Filter der Wahrnehmung werden schwächer und brüchiger. Immer mehr Reize erreichen das Bewusstsein, und die Aufmerksamkeit springt von einem Reiz zum anderen. Eine Abwärtsspirale setzt sich in Gang. Dabei verlieren wir die Fähigkeit, den selbstgewählten Plänen zu folgen.

Folgen der digitalen Zerstreuung

Wir alle kennen das aufregende Gefühl, das entsteht, wenn wir uns etwas Neues gönnen oder uns frisch verlieben.

Mit der Zeit ebbt dieses Gefühl jedoch ab, und wir gewöhnen uns selbst an das größte Glück. Das Gefühl des alltäglichen Gehetztseins speist sich u. a. aus diesem Drang, ständig Neues erleben zu wollen. Diesen Drang machen sich die moderne Konsumgesellschaft und die Werbung mit ihren Angeboten der digitalen Zerstreuung zunutze. Wird das Gehirn laufend digitalen Reizen ausgesetzt wie beim stundenlangen Fernsehen, Internetsurfen oder bei Computerspielen, kann es zu einer Stressreaktion kommen. Sie führt zu einer Erhöhung der Stresshormone (u. a. Cortisol), der Blutdruck oder der Blutzuckerspiegel bleiben dauerhaft erhöht. Dies führt zu Stoffwechselstörungen, Arterienverkalkung, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder chronischen Entzündungsreaktionen. Die Folgen für die Psyche können Antriebslosigkeit, Niederge-

schlagenheit, Schlafstörungen, Burnout und Depressionen sein.

Gelingende Ruhe

Wir müssen zu einer Haltung zurückkehren, bei der wir etwas um seiner selbst willen tun und nicht aus dem Ehrgeiz heraus, irgendwohin zu gelangen oder irgendetwas erreichen zu wollen.

Dichter, Musiker und Denker wie Cicero, Montaigne, Mark Twain, Winston Churchill, Albert Einstein und John Lennon hatten alle etwas gemein. Sie waren überzeugte Verfechter von Zeiten der Ruhe und liebten den Schlaf. Das Credo der Neurowissenschaften ist eindeutig: Ruhepausen, Entspannung, Schlaf, Meditieren und Tagträumen sind keine verlorene Zeit. Sie fördern Wohlbefinden, Kreativität und Leistungskraft. Ohne Zeiten der Erholung geht nichts, weder geistig noch körperlich. Wir müssen zu einer Haltung zurückkehren, bei der wir etwas um seiner selbst willen tun und nicht aus dem Ehrgeiz heraus, irgendwohin zu gelangen oder irgendetwas erreichen zu wollen.

Oasen der Erholung

a) Progressive Muskelrelaxation nach Jacobson

Eines der am schnellsten erlernbaren Entspannungsverfahren ist die Progressive Muskelrelaxation. Sozialwissenschaftler konnten nachweisen, dass, wer regelmäßig die Muskelentspannung übt, sein Wohlbefinden steigert, weniger schmerzempfindlich ist und gelassener in belastenden Situationen reagieren kann. Konkret geht es darum, bestimmte Muskelgruppen (z. B. Hände, Vorderarm und Oberarm) ein bis zwei Minuten lang anzuspannen und im Anschluss drei bis vier Minuten lang maximal zu lockern (entspannen). Schrittweise (progressiv) werden dann weitere Muskelgruppen hinzugenommen, bis alle Muskelpartien im Körper (Gliedmaßen, Rumpf, Kopf) angespannt und entspannt worden sind. Es ist sinnvoll, diese Übung täglich durchzuführen, denn nur so kommen die positiven Effekte zur Geltung. Zeitlich muss man sich ca. eine halbe Stunde dafür reservieren.

b) Bewegung

Regelmäßige Bewegung steigert die geistige Widerstandskraft. Bauen Sie regelmäßige Bewegungsabläufe (Treppensteigen, Spaziergänge, Velofahren, Gartenarbeit) in Ihren Alltag ein! Täglich eine halbe Stunde Bewegung am Stück kann bereits Wunder wirken. Sie reduziert Stress, steigert das Selbstwertgefühl und sorgt für ein besseres Wohlbefinden. Wer Sport treibt, soll Spaß dabei haben. Vermeiden Sie Leistungssport und suchen Sie sich

eine sportliche Aktivität, die Sie mit Freude erfüllt! Bewegung im Grünen und an der frischen Luft ist eine ganz besondere Tankstelle für Körper und Psyche. Wer sich im Freien bei Tageslicht bewegt, schläft auch nachts besser.

c) Pausen

Bauen Sie bewusst Pausen und Auszeiten in Ihren Alltag und in Ihre Arbeitswoche ein! Schalten Sie dabei all Ihre elektronischen Geräte ab und lernen Sie die Stille auszuhalten und zu genießen. Suchen Sie sich ganz bewusst Orte der Stille, z. B. an einem See, im Wald, auf einem Berg, in einer Kirche oder im eigenen Garten. Vermeiden Sie es, sich abzulenken oder sich eine Beschäftigung zu suchen. Versuchen Sie, die Leere zu akzeptieren und sie auszukosten. Dies mag zu Beginn schwierig sein, aber mit der Zeit und mit regelmäßiger Übung werden Sie die Früchte solcher Pausen ernten … wahre Erholung für Körper und Seele. Gönnen Sie sich zwischendurch auch ein Nickerchen und kultivieren Sie eine gesunde Schlafhygiene. Ihr Gehirn wird sich bei Ihnen dafür bedanken.

d) Gelassenheit

Lassen Sie sich Zeit. Sie müssen sich nicht vom allgemeinen Tempo mitreißen lassen. Vermeiden Sie das Multitasking bei der Arbeit. Aufgaben lassen sich schneller und effizienter bearbeiten, wenn sie nacheinander angegangen werden. Setzen Sie Prioritäten, um den Überblick zu bewahren. Vermei-

den Sie bei der Arbeit oder in der Freizeit laufende Ablenkungen durch Emails und Telefonate und schaffen Sie sich eine Ruhezone zum Arbeiten. Sie müssen nicht perfekt sein. Feiern Sie die Fehler. Sagen Sie auch zwischendurch einmal ganz bewusst Nein. Sie müssen es nicht allen recht machen. Seien Sie sich bewusst, dass Sie auch Hilfe annehmen dürfen, denn stark sind diejenigen, die zugeben können, dass sie nicht alles können oder wissen. Lernen Sie loszulassen! Sie müssen nicht alles unter Kontrolle haben. Delegieren Sie Aufgaben – auch im Bewusstsein, dass diese vielleicht nicht perfekt erledigt werden. Erlauben Sie sich, nach dem Leitsatz zu leben: «Das gönne ich mir!» Und nicht: «Das muss ich tun!»

e) Beziehungen

Als Menschen sind wir auf Beziehungen angewiesen. Lassen Sie sich nicht dazu verleiten, vom aktuellen Lebenstempo überrollt zu werden und die menschlichen Beziehungen zu vernachlässigen! Der Sozialphilosoph Rosa schreibt, dass nichts den Menschen so sehr stimuliere wie der Kontakt mit anderen, das Gefühl, für andere wichtig zu sein und gebraucht zu werden. Rosa ergänzt, dass viele Tätigkeiten, die uns Glücksgefühle und echte Erholung verschaffen – Musizieren, Tanzen, Singen, Lieben, Essen – im Austausch mit anderen Menschen stattfinden. Pflegen Sie Ihre Beziehungen! Sie sind echte Quellen der Erholung.

Staunen und entdecken

ANNA-DorA SArTorio Hobby-Fotografin, Diemtigtal, CH

Winterblumen

Bei eisiger Kälte habe ich in Bergbächen und kleinen eingefrorenen Rinnsalen Kunstwerke entdeckt, die ich «Winterblumen» nenne. Die frostigen Temperaturen haben hier prächtige Gemälde mit sonderbaren Formen und Farbkombinationen hervorgezaubert. Eingefrorene Luftblasen in speziell geformter Umgebung sehen sich an wie Augen. Gräser, Blätter, Moose, Steine, zusammen mit vor Kälte erstarrten Wasserbewegungen, ergeben Bilder, die hier kunstvoll entworfen worden sind.

Während vieler Stunden habe ich solche Kunstwerke bei kalten Minustemperaturen fotografiert, bis meine Hände kaum noch auf einen Knopf drücken konnten. Staunend und begeistert durfte ich mich dann später im gemütlichen Wohnzimmer bei einer Tasse Tee wieder aufwärmen.

Mich beeindruckt die Vergänglichkeit dieser Schönheiten, denn so schnell, wie sie entstanden sind, sind sie wieder für immer verschwunden. Niemand hätte sie bewundert. Aber während ihrer kurzen «Lebenszeit» haben sie es geschafft, mein Herz mit Freude zu erfüllen!

Gib auf dich Acht!

Schon einige Male hatte ich Frau M. während ihres Krankenhausaufenthaltes besucht. Unser Verhältnis war ein freundschaftliches geworden. Blass lag sie in ihren Kissen, einen dicken Verband um ihre Brust. Sie war schon mehrfach operiert worden, aber die Wunden wollten sich aus irgendeinem Grund nicht richtig schließen. Ich wusste, dass sie zu Hause eine Wäscherei besaß, die sie zwar mittlerweile ihrem Sohn übertragen hatte, doch mit ganzem Herzen – und mit beiden Händen – war sie noch bei der Sache und unterstützte ihren Sohn bei der Arbeit. So keimte in mir der Verdacht, dass sie vielleicht doch mehr tat, als sie sollte. Und eigentlich sollte sie gar nichts tun und sich einfach nur erholen.

«Aber Sie wissen doch, Frau Stangl, die Kinder brauchen meine Unterstützung! Sie zählen auf mich! Ich habe mein ganzes Leben lang funktioniert, war immer für das Geschäft da. Mein Mann und ich haben das alles mit unserer Hände Arbeit aufgebaut. Mein Sohn braucht mich, auch jetzt.» – «Das kann ich gut verstehen. Doch wie sollen Ihre Wunden heilen, wenn Sie weiterhin die schweren Wäschekörbe schleppen und ständig über Kopf arbeiten? Wann haben Sie eigentlich das letzte Mal Urlaub gemacht …?»

Immer wieder begegnen mir in meiner Arbeit Menschen, die meinen, nur dann ein rechtes Leben zu führen, wenn sie sich für andere hingeben. Das reicht

bis zur völligen Selbstaufgabe. Das «wahre Leben» besteht für sie darin, Tag für Tag für andere da zu sein und möglichst wenig an sich selbst zu denken. Natürlich kann diese Art der Betrachtungsweise – also von sich selbst auch auf andere zu blicken – in einem gewissen Umfang (!) «therapeutisch» wirken. Aber wie in allen Dingen: Die Dosis macht die Medizin!

So war sie sehr verwundert, als ich ihr sagte, dass ich einmal auf einem Kärtchen las, dass «die beste Mutter zuerst für sich selbst sorgt». Auf den ersten Blick mag das im Widerspruch zur Rolle stehen, die man einer guten Mutter zuspricht, aber als ich länger darüber nachdachte, musste ich irgendwann zugeben: Es

stimmt! Wie soll ich etwas Gutes geben, wenn ich selbst nicht mit Gutem erfüllt bin? Ich kann nur dann für andere da sein, wenn ich zuerst einmal dafür sorge, dass es mir selbst gut geht. Ja, wir müssen auf uns selbst achten, an unsere Gesundheit denken, uns lieben und uns selbst schützen und schätzen. Das hat mit Egoismus nichts zu tun. Es ist notwendig, damit wir auch für andere da sein und ihnen gut und maßvoll helfen können.

Wie soll ich etwas Gutes geben, wenn ich selbst nicht mit Gutem erfüllt bin? Ich kann nur dann für andere da sein, wenn ich zuerst einmal dafür sorge, dass es mir selbst gut geht.

«Das habe ich mein ganzes Leben nicht getan. Nun bin ich 69 Jahre alt. Das werde ich wohl nicht mehr lernen», sagte Frau M., und ihr Blick wanderte zur Bettdecke, auf der sie mit den Fingern Muster zu zeichnen schien. «Sie werden es lernen müssen, denn sonst werden Ihre Kinder lernen müssen, ohne Sie zu leben. Und das wäre wohl bei weitem schlimmer.» Mit solch ernsten Worten hatte sie nicht gerechnet, hatte die Gedanken daran bis jetzt verdrängt. Tränen rollten ihre schon recht eingefallenen Wangen hinunter. Sie hob ihren Blick, um mich lange durch tränennasse Augen anzusehen, ob ich vielleicht noch etwas zu dem zuletzt Gesagten hinzufügen würde, was dieser Aussage die Schärfe nehmen könnte. Aber ich sagte nichts, wir sahen uns nur an. Endlich durchbrach ich die Stille zwischen uns, indem ich den Schluss zog: «Sie müssen lernen, auf sich selbst Acht zu geben! Achtsamkeit lernen – ganz ohne Wenn und Aber!»

Achtsamkeit. In meinen Gedanken bildet sich ein Wort, das mit einem gelben Markierstift hervorgehoben zu sein scheint. Achtsamkeit ist eine Haltung dem gegenüber, was man gerade in diesem einen Augenblick tut oder wahrnimmt. Ziel der Acht-

samkeit ist es, sorgsam mit sich selbst umzugehen und Dinge, die uns belasten, loszulassen. Warum nicht für sein eigenes Glück sorgen? Warum sich nicht selbst das zugestehen, was man auch den anderen gewährt, was man braucht und sich wünscht? Einfach nur den Moment genießen! Innehalten und bewusst spüren, dass man lebt. In unserer schnelllebigen Zeit wird man nicht selten schief angesehen, wenn man sich dem Druck von außen, der Arbeit, den allgemeinen Vorstellungen von Familie und Beruf nicht bedingungslos beugt. Auch noch für sich selbst da sein – einfach nur SEIN, damit man danach wieder umso besser in den Alltag einsteigen kann.

Ich muss gestehen, ein bisschen «schlechtes Gewissen» habe ich schon bei der Vorstellung, mich am helllichten Tag in

meinen Großvaterstuhl zu setzen, meine Augen zu schließen und einfach eine halbe Stunde lang meinen Tagträumen nachzuhängen, während vor der Tür das Leben tobt. So konnte ich Frau M. beruhigen, dass auch ich zur Einsicht noch ein bisschen Übung brauche, um das umzusetzen, was mir mein Verstand und meine Erfahrung schon so lange vor Augen führen. Aber Acht zu geben auf sich selbst macht glücklich. Es ist jede «Anstrengung» wert, es zu erlernen. Und es bewahrt uns davor, auszubrennen oder krank zu werden. Unsere Fähigkeit, zu genießen, zu lieben, sich zu freuen, bekommt neue Dimensionen, wenn wir Acht haben auf das, was uns begegnet. Wie viel Schönes und Wunderbares geht uns verloren, wenn wir es nicht tun!

Frau M. versprach mir, sich zu bessern. Die Wunden heilen, die Seele heilt mit, langsam aber sicher. Ein neues Lebensgefühl steigt auf, verbunden mit der Dankbarkeit, dass es auch für sie noch nicht zu spät ist …!

Praktizierender Arzt und Autor, Spanien / Schweiz

Allgemeine Informationen:

Die ayurvedische Medizin Indiens benutzte die Schlafbeere über Jahrtausende mit dem Ziel, dem menschlichen Körper neue Jugend zu verleihen. Die westliche Medizin entdeckte diese Pflanze erst vor einigen Jahrzehnten, und seither wird ihre Wirkungsweise intensiv erforscht. Viele Labor- und klinische Tests aus jüngster Zeit haben fast alle Wirkungen bestätigt, die bei den alten indischen Heilern bekannt waren.

Die Schlafbeere lässt sich in ihrer stressmildernden Wirkung mit Ginseng vergleichen, ist aber noch vorteilhafter. Eine Überdosierung von Ginseng hat nämlich folgende unerwünschte Nebenwirkungen: Erhöhung des Blutdrucks, Wasseransammlungen, Muskelspannungen und Schlafstörungen. Selbst bei hoher Dosierung der Schlafbeere treten solche Nebenwirkungen nicht auf.

Hauptinhaltsstoffe:

Withanolide (sekundäre Pflanzenstoffe): Dies sind die Hauptinhaltsstoffe, die hormonanregend wirken.

Alkaloide: Wie die meisten Pflanzen der Nachtschattengewächse enthält die Schlafbeere Alkaloide. Etwa 12 verschiedene Arten konnten isoliert und untersucht werden.

Wirkungen:

Unterstützt die Anpassung des Körpers (adaptogen): Körperlicher und emotionaler Stress kann besser bewältigt werden.

Anti-Aging: In einer klinischen Doppelblindstudie wurde Männern im Alter zwischen 50–59 Jahren täglich 3 g Schlafbeerenwurzelpulver verabreicht. Das Experiment, das sich über ein Jahr erstreckte, zeigte eine Zunahme der roten Blutzellen, bessere Cholesterinwerte und gesteigerte sexuelle Potenz.

Schlafbeere – ein Hilfsmittel aus Indien gegen Stress

Immunstärkend: Das pulverisierte Wurzelextrakt führt zu einer Vermehrung der weißen Blutzellen, welche Bakterien bekämpfen.

Beruhigend, angstlösend und antidepressiv: Nach einer Untersuchung der Banaras Hindu Universität (Varanasi, Indien) ist ein Extrakt der Schlafbeerenwurzel dem Mittel Lorazepam zur Beseitigung von Angst vergleichbar, und Imipramin als Antidepressivum, ohne die Nebenwirkung der chemischen Arzneimittel.

Herzschützend: Schlafwurzelextrakt senkt einen zu hohen Cholesterin-, Triglycerinund Glukosewert, was positive Auswirkungen auf das Herz hat.

Sicherheitshinweise:

Generell wird die Schlafbeere als sicher und verträglich eingestuft.

Vorsichtsmaßnahmen:

• Die Beeren sollten nicht verzehrt werden. Nur die Wurzeln eignen sich zu therapeutischen Zwecken.

• In Kombination mit Alkohol oder Beruhigungsmitteln kann die Schlafbeere schwere Beeinträchtigungen des Nervensystems (Depressionen) auslösen.

• Eine Überdosierung kann Magenbeschwerden verursachen.

• Einige Studien haben belegt, dass die Schlafbeere bei schwangeren Frauen einen Abortus auslösen kann.

Ungünstige Auswirkungen: Keine bei der erwähnten Dosierung.

Unerwünschte Wechselwirkungen:

Bei Beruhigungsmitteln und Barbituraten stellte man eine verstärkende Wirkung fest.

Bei Blutverdünnungsmitteln (z. B. Warfarin): verstärkende Wirkung und Gefahr von Blutungen.

Das pulverisierte Wurzelextrakt führt zu einer Vermehrung der weißen Blutzellen, welche Bakterien bekämpfen.

Die Schlafbeere

Wissenschaftlicher Name: Withania somnifera (L.) Spreng

Familie: Nachtschattengewächse

Anderer deutscher Name: Winterkirsche

Englische Namen: Indian ginseng, winter cherry

Botanische Beschreibung: Kleiner verholzender Busch, etwa 1,25 m hoch, die Frucht ist eine kugelige, orangenrote Beere. Die eiförmigen behaarten Blätter sind ca. 10 cm lang.

Geographische Verbreitung: Indien, Afrika und Mittlerer Osten. Vorkommen: tropische und subtropische Regionen. Verwendete Pflanzenteile: Wurzel

Medizinischer Gebrauch

Angstzustände

Depressionen, Zwangszustände und andere Verhaltensstörungen

Chronische Müdigkeit

Die Produktion von Blutzellen wird angeregt, und dies steigert die körperliche und geistige Leistung.

Diabetes mellitus (Diabetes 2)

Kürzlich hat eine Studie gezeigt, dass die Wurzel der Schlafbeere den Blutzucker in gleicher Weise senkt, wie es oral eingenommene Mittel gegen Diabetes tun.

Schilddrüsen-Unterfunktion

Bei Laborversuchen mit Tieren zeigte die Schlafbeere eine anregende Wirkung auf die Schilddrüse und eine Steigerung des Schilddrüsenhormons T4. Dies ist besonders nützlich, um die Unterfunkton der Drüse zu verbessern, verursacht durch Mittel gegen Diabetes (z. B. Metformin).

geschwächte Libido

Obwohl man die aphrodisische Wirkung propagiert, handelt es sich nicht um ein die Sexualität anregendes Mittel. Der Vorteil liegt in der stressmildernden Wirkung.

Männliche Unfruchtbarkeit

Durch den antioxidativen Effekt auf die Hoden und die Spermazellen wird die Qualität der Samen erhöht.

Dosierung

innerlich

Pulver aus der Wurzel (Zubereitung ①): 3 – 6 g täglich. In Indien pflegt man das Pulver in warme Milch einzurühren, aber es kann auch mit jeder anderen Flüssigkeit eingenommen werden.

Flüssiges Extrakt (Zubereitung ②): Man nimmt 5 bis 12 ml pro Tag ein.

Tabletten (Zubereitung ③ : Einnahme 2 bis 3 Mal täglich.

Zubereitungsarten

① Pulver aus der trockenen Wurzel ② flüssiges Extrakt

③ standardisierte Tabletten mit je 450 mg Whitanolid, 2–3 Mal pro Tag eingenommen.

Innerlich

Pulver aus der Wurzel (Zubereitung ①): Man nehme einige Wochen lang täglich 6 g vom Pulver. Eine gleichzeitig eingenommene Vitamin-C-Gabe von 1 g pro Tag steigert die Wirkung.

Die Schlafbeere wird seit vielen Jahrhunderten in Indien verwendet, um körperliches und geistiges Wohlbefinden und ein langes Leben zu fördern. Im Gegensatz zu ihrem Namen fördert die Schlafbeere nicht den Schlaf, sondern wirkt leicht beruhigend auf das zentrale Nervensystem. Bild: Blüte und Blätter der Schlafbeere

Preisrätsel Nr. 11

Lösungswort:

Suchen Sie die Lösungen zu den nummerierten Fragen und übertragen Sie diese in die dafür vorgesehenen Felder. Die dunkelblau hinterlegten Felder ergeben die Lösung. In diesem Rätsel werden Umlaute verwendet.

Lösungen:

Rätsel Nr. 10 (Nov./Dez.) «Gut gelaunt ist gut begonnen», Sudoku (von links nach r echts) «1538».

Gewinner:

Rätsel Nr. 9 (Sept/Okt): Frau S. Jaberg, Heimberg und Herr H. Hostettler, Böningen.

Bei jeder Ausgabe verlosen wir unter den richtigen Einsendungen

zwei Gutscheine im Wert von CHF 50.–, gültig zum Bezug von Artikeln aus dem Angebot des Advent-Verlages. Wenn Sie auch das Sudoku lösen und uns die vier farbig hinterlegten Zahlen nennen, erhöht sich Ihr Gewinn auf CHF 65.–. (Angestellte des Verlages und der Druckerei sind ausgenommen.)

Bitte, senden Sie die Lösungen auf einer Postkarte bis zum 10. Februar (Poststempel) an unsere Adresse:

Leben und Gesundheit, Rätsel, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen.

Wir wünschen Ihnen viel Spaß beim Denksport.

Waagrecht:

1 ruhelos

4 Ruhestätte von Karl dem Großen

6 zweiter Vorname des Erfinders der Glühbirne

9 Mensch (gehoben)

10 Meeresbucht

12 Ruhepause in Südländern

13 Ruhebrecher

14 ein Zustand des vollständigen körperlichen, geistigen und sozialen Wohlergehens

17 Mangel an innerer Ruhe

19 Ruhestätte von Graf Neidhardt von Gneisenau

21 Ruhegeld

22 einschränkend

24 Professoren im Ruhestand

26 lat. Milch, zweiter Fall

28 Trainingshalle für japanische Kampfkünste

29 musikalischer Ruhepunkt

30 nächtliches Ruhelager

31 engl. (das) Überleben

32 kindisches Herumtollen

33 Lärm

34 starke seelische Erschütterung

Senkrecht:

2 langweilig

3 ... Brot

5 Einheit des elektrischen Stromes

7 Abk.: Im Ruhestand

8 loderndes Licht

11 soziales Netzwerk

12 Schloss in Wien

15 Licht reflektierend

16 Truthenne

18 In der Ruhe liegt die ...

20 lat. Stille

23 ... und Tod

25 bei Gesundheit

26 ruhen

27 Ruhetag der Juden

35 ungesund

36 deutsche Spielkarte

Sudoku

HANNA FreiburGHAuS

Kleinkind- und Horterzieherin i.A., St. Peter, A

Es ist wichtig, dass man bei allem Spaß und Spiel nicht vergisst, auch mal zur Ruhe zu kommen. Dein Körper braucht genug Schlaf, aber auch ab und zu eine Ruhepause während des Tages.

Endlich schweben die ersten Schneeflocken vom Himmel. Lautlos und sachte gleiten sie zu Boden. Maxi und Lara haben sich schon lange auf den Schnee gefreut.

ganz sanft mit den Fingerspitzen über den Rücken tippen

Draußen liegt schon eine dünne Schicht von frischem Schnee auf Wiesen, Sträuchern und Dächern.

mit beiden Händen von oben nach unten über den Rücken streichen

Das Schneetreiben wird immer dichter.

Man kann zum Beispiel die Wolken beobachten und Figuren in ihnen suchen oder gemütlich ein Buch anschauen. Dieses Mal bringe ich euch eine Massagegeschichte mit, mit der ihr eine entspannende und gemütliche Pause machen könnt. Führt die Massage an euren Eltern durch oder probiert sie mit Geschwistern und Freunden aus.

Massagegeschichte vom Schlittenfahren

beide Hände rutschen rasch den Rücken hinunter

Unter lautem Lachen landen die beiden unten, packen den Schlitten und rennen schnell wieder den Hügel hinauf.

mit den Fingerspitzen etwas fester über den Rücken tippen

Schnell sind Maxi und Lara angezogen und rennen hinaus in den Garten.

zwei Finger laufen beidhändig am Rücken von oben nach unten

mit sanftem Druck mit beiden Händen den Rücken hinaufstreichen

Diesmal fahren die Geschwister in weiten Kurven den Hügel hinunter. mit beiden Händen in Kurven von oben bis unten über den Rücken streichen

Handflächen stapfen über den Rücken

Bevor die Kinder das Haus betreten, streifen sie sich den Schnee von den Kleidern. Das war ein schöner Tag. den Rücken ausstreichen

Lara formt sich, als sie unten angekommen sind, einen dicken Schneeball, den sie schnell auf Maxi wirft. Maxi macht sich ruckzuck auch einen Schneeball und wirft ihn auf Lara. So entsteht eine lustige Schneeballschlacht. leicht mit beiden Handflächen auf den Rücken klopfen

Sie holen aus dem alten Schuppen den schweren Holzschlitten, mit dem sie zum nahe gelegenen Hügel laufen. Gemeinsam ziehen sie den Schlitten den Hügel hinauf. mit sanftem Druck mit beiden Händen den Rücken hinaufstreichen

Oben angekommen sausen die beiden in einem Schuss hinunter.

Als beide von oben bis unten nass im Schnee liegen, kommt «Wuschel», der strubbelige Hund der Geschwister, daher und hüpft übermütig durch den verschneiten Garten. mit den Fingern über den Rücken hüpfen

Da es draußen kühler wird, stapfen die Kinder mit dem Hund zurück zum Haus.

Um eine gemütliche Atmosphäre zu schaffen, kannst du Duftkerzen aufstellen, die einen entspannenden Geruch verbreiten.

Dazu nimmst du einfach eine Kerze und lässt sie ein bisschen brennen. Wenn sich einiges an flüssigem Wachs gebildet hat, bläst du die Kerze aus und gießt ein paar Tropfen Duft-Öl hinein. Anschließend zündest du die Kerze wieder an. Ganz wichtig ist, dass du das mit einer erwachsenen Person machst, damit nichts passiert! Lass zudem die Kerze nicht unbeaufsichtigt stehen!

Schlaflos durch die Nacht

Die Annahme, dass Thomas Edison am 21. Oktober 1879 die Glühlampe erfand, wird von einigen Historikern bestritten. Nichtsdestotrotz hat sich aufgrund des elektrischen Lichts die durchschnittliche Schlafdauer der Mitteleuropäer in der Zeitspanne vom Jahr 1910 bis 2011 von neun auf 6,73 Stunden pro Nacht verringert. Dieser Trend wirft einige interessante Fragen auf. Wie wichtig ist Schlaf?

Warum schlafen wir überhaupt?

Gibt es Möglichkeiten, den Erholungseffekt des Schlafes zu steigern?

Entgegen einer oberflächlichen Vermutung gehört Schlafen zu den komplizierten Vorgängen des Körpers und benötigt die wachsame und tatkräftige Mithilfe mehrerer Organe. Zu Beginn des Artikels werden drei Thesen für einen erholsamen Schlaf aufgestellt und in den darauffolgenden Abschnitten genauer erklärt.

Drei Thesen für einen erholsamen Schlaf

1. In einem dunklen Raum schlafen und Lichtquellen meiden

2. Vor dem Schlafengehen nichts essen

3. Mindestens zwei Stunden vor Mitternacht schlafen gehen

Diese drei Thesen sind das Ergebnis einer gründlichen Erforschung des komplexen Zusammenspiels von Hormonen und veranlassen uns einmal mehr, darüber zu staunen, wie wunderbar der menschliche Körper funktioniert.

Warum schlafen wir überhaupt?

Bis heute können die Wissenschaftler keine befriedigende Antwort auf diese Frage geben. Es gibt zahlreiche Erklärungsmodelle, die sich aber wegen unzureichender Bedingungen der empirischen Überprüfbarkeit entziehen. Zu den gängigsten Theorien gehören die regenerative und die psychische Hypothese. Die erste besagt, dass Schlaf der Erholung der Organe dient. Allerdings hat man bereits herausgefunden, dass gerade während der «angeblichen» Nachtruhe einige Organe auf Hochtouren laufen. Die zweite erklärt, dass Ruhen als Hilfe zur Verarbeitung von Erinnerungen und psychisch belastenden Ereignissen fungiere. Schlussendlich gibt es auch Konzepte, die auf den ersten Blick beinahe komisch wirken. Die adaptive Hypothese

Parameter

meint, dass Schlaf prinzipiell gar nicht nötig sei, sondern lediglich dazu beitrage, das ökologische Gleichgewicht aufrechtzuerhalten. Demnach schlafen Löwen 18 Stunden am Tag, um ihren Beutetieren Zeit zu geben, sich ausreichend zu vermehren.

Chronobiologie und Zirkadianer Rhythmus

Die Chronobiologie (gr. chrónos = Zeit; Biologie = Lehre von der belebten Natur) ist ein modernes Forschungsgebiet, das zeitliche Vorgänge des Körpers untersucht. Ein großer Schritt war die Entdeckung des Zirkadianen Rhythmus (lat. circa = ringsum; lat. dies = Tag). Dabei handelt es sich um wiederkehrende physiologische Ereignisse, die, wie zum Beispiel der Schlaf-Wach-Rhythmus, alle 24 Stunden ablaufen. Aus dieser Erkenntnis lässt sich folgendes, vereinfachtes Schema skizzieren:

Blutdruck, Körpertemperatur, Stresshormon-Spiegel Hoch Niedrig

Wachstumshormon-Spiegel, Melatonin-Spiegel Niedrig Hoch

Großhirn

Zirbeldrüse

Hirnstamm Kleinhirn

Die Zirbeldrüse und das Melatonin

Aus der Tabelle ist ersichtlich, dass Melatonin in der Nacht den 24-Stunden-Höchststand erreicht. Melatonin ist ein Botenstoff, der den erholsamen Schlaf fördert, den Schlaf-Wach-Rhythmus regelt und dadurch maßgeblich an der Steuerung zahlreicher zirkadianer Abläufe im Körper beteiligt ist. Das Hormon wird in der Zirbeldrüse gebildet. Dieses kleine, aber lebensnotwendige Organ befindet sich im

Bereich des Zwischenhirns und ist über Nervenbahnen mit der Netzhaut der Augen verbunden. Die vorherrschenden Lichtverhältnisse haben so eine direkte Auswirkung auf die Produktion von Melatonin in der Zirbeldrüse. Ist es dunkel, wird die Hormonbildung stimuliert; ist es hell, wird sie gehemmt. Gleichzeitig führt eine verlängerte Sonnenexposition während des Tages zu einer vermehrten Erzeugung von Melatonin in der Nacht. Da die Hormonproduktion sehr sensibel auf Helligkeit reagiert, sollte jede Lichtquelle im Schlafraum vermieden werden.

Andere wichtige «Schlafhormone»

Ein kurzer Exkurs in die Welt der «Schlafhormone» erklärt uns einen weiteren Teil der drei Thesen. Hierfür werden drei Botenstoffe und deren Zusammenspiel während der nächtlichen Ruhe näher beleuchtet: das Insulin, das Wachstumshormon (Somatotropin) und das bereits bekannte Melatonin. Um Mitternacht erreicht das Wachstumshormon die höchste Konzentration im Blut. Wie bereits der Name vermuten lässt, ist es am Wachstum und an der Funktionssteigerung von Körperzellen beteiligt. Das Insulin ist ein körpereigener Botenstoff, der den Blutzuckerspiegel möglichst konstant hält. Nehmen wir Nahrung zu uns, wird Insulin ausgeschüttet, um den

1 Diese These ist nur im gesunden Körper anwendbar. An Diabetes Mellitus erkrankte Menschen müssen unter Umständen auch noch kurz vor dem Schlafengehen etwas essen.

Zucker rasch zu verwerten. Zugleich führt jedoch ein hoher Insulinspiegel zu einer dramatisch geringeren Ausschüttung an Wachstumshormon. Daher sollte man mindestens drei bis vier Stunden vor dem Schlafengehen nichts mehr essen.1

Ein letzter Begriff ist für das Verständnis der dritten These wichtig. «Das biologische Fenster» ist zwar keine wissenschaftliche Bezeichnung, aber es wird hier mit folgender Bedeutung verwendet: Es kennzeichnet den Punkt der maximalen Zellregeneration, an dem die 24-Stunden-Höchststände des Wachstumshormons und des Melatonins zeitlich um Mitternacht zusammenfallen. Ziemlich exakt zwei Stunden nach dem Schlafengehen gibt die Zirbeldrüse die größte Menge an Melatonin frei. Der Schlaf von mindestens zwei Stunden vor null Uhr öffnet demnach das «biologische Fenster» und ermöglicht dem Körper die größtmögliche Genesung.

Chronotypen und Ausblick

Relativ junge Forschungen haben ergeben, dass sich alle Menschen grob in drei Chronotypen einteilen lassen. Es sind dies der Frühaufsteher («Lerche»), der Normaltyp und der Spätaufsteher («Eule»). Alle drei Gruppen seien genetisch vorprogrammiert, und der Wechsel in eine andere Gruppe sei unmöglich. Ob dies stimmt oder nicht, überlasse ich Ihrem Erfahrungsurteil.

In diesem Sinn wünsche ich Ihnen in den nächsten Wochen und Monaten eine erholsame Nachtruhe, viel Freude und Einfallsreichtum beim praktischen Umsetzen der «Drei Thesen für einen erholsamen Schlaf», und Dankbarkeit für Ihren wundersamen Körper, der täglich für Sie schlaflos durch die Nacht arbeitet.

Physiotherapeut, Rombach, CH

kleine elastische Trainer Thera-Band – Der

Nicht jeder hat die Zeit und die finanziellen Möglichkeiten, ein Fitnessstudio zu besuchen. Wenn man auf seinen Körper achtgibt, ist dies im Allgemeinen auch nicht nötig. Eine Möglichkeit, auf ganz einfache Art und Weise seinen Körper zu kräftigen, besteht durch das Thera-Band. Mit diesem kleinen elastischen Trainer können Sie praktisch alle Muskelgruppen des Körpers aufbauen.

Das Thera-Band besteht aus Naturlatex und verfügt daher über einen sich ändernden elastischen Widerstand während der Übungen. Die großen Vorteile eines Thera-Bandes sind der geringe Preis, die handliche Größe und die hohen Widerstandskräfte, die möglich sind. Daneben kann das Band mit etwas Fantasie für beinahe alle Muskelgruppen eingesetzt werden. Der wahrscheinlich «größte Nachteil» ist die Zunahme des Widerstandes, je weiter man das Band dehnt. Dies ist insofern ein Nachteil, als in der Regel die Muskulatur in einer Übung bereits durch die Winkelveränderung im Gelenk stärker beansprucht wird. Wenn sich nun der Widerstand überproportional vergrößert, wird es schwierig, die Übung sauber auszuführen. Daher ist die Wahl des richtigen Bandes zu Beginn sehr entscheidend.

Farbe und Stärke

Man erhält die Bänder in verschiedenen Farben. Es ist ratsam, sich das Band nicht nach der Lieblingsfarbe auszusuchen, da die Farben jeweils für die Stärke stehen. Hier eine Über-

sicht über die am meisten verwendeten Farben:

• Gelb: geringer Widerstand, v. a. für ältere Personen geeignet

• Rot: etwas mehr Widerstand, gut für Anfänger

• Grün: für kräftigere oder erfahrene Personen

• Blau: starker Widerstand, für Fortgeschrittene

Der Widerstand kann mit jedem Band verstärkt werden, indem man es mehr strafft und zum Beispiel mehrmals um die Hände wickelt. Die restlichen Farben und Stärken finden in der Allgemeinheit kaum Anwendung. Um eine Vielzahl von Übungen durchführen zu können, sollte das Thera-Band ca. 200 cm lang sein.

Übungen:

Schultern/Rumpf Übung 1: Bizeps

Ausgangslage: Sitzend oder stehend. Das Band befindet sich unter den Füßen. Das Band ist zwei- bis dreimal um die Hände gewickelt.

Ausführung: Die Hände abwechslungsweise zur Schulter ziehen. Der Oberkörper bleibt dabei gerade.

Einige Tipps vor dem Start:

• Übungen zuerst mit wenig Dehnung des Bandes oder einer leichteren Farbe durchführen (Qualität der Übungen vor Quantität), sodass eine lockere Ausführung möglich ist.

• Nutzen Sie das ganze Bewegungsausmaß.

• Wenn möglich, die Übung vor einem Spiegel durchführen oder darauf achten, dass keine zusätzlichen, unnötigen Bewegungen stattfinden (Ausweichmechanismen).

• Achten Sie darauf, dass das Band während der Übung stets eine leichte Spannung aufweist. Es darf nie erschlaffen.

• Das Band kann für gewisse Übungen einfach an einer Türklinke oder Ähnlichem befestigt werden.

• Führen Sie die Übungen, wenn möglich, ca. 10–20 Mal durch, in 2–3 Serien. Machen Sie nach jeder Serie mind. 60 Sekunden Pause. Wenn möglich, führen Sie das Programm zweimal pro Woche aus.

SimoN BeNZ

Übung 2: Schulterblatt

Ausgangslage: Sitzend oder stehend. Die Arme sind zur Decke gestreckt, das Band ist leicht gespannt.

Ausführung: Die Arme bewegen sich gestreckt seitlich nach unten, wobei das Band hinter dem Kopf gedehnt wird. Die Schulterblätter bewegen sich dabei nach hinten unten.

Schulterstabilität

Übung 3: Außenrotation

Ausgangslage: Sitzend oder stehend. Der Ellbogen ist 90° gebeugt und bleibt am Körper.

Ausführung: Der Unterarm dreht nach außen und zieht das Band in die Länge.

Übung 4: Innenrotation

Ausgangslage: Sitzend oder stehend: Der Ellbogen ist 90° gebeugt und bleibt am Körper.

Ausführung: Der Unterarm dreht nach innen und zieht das Band in die Länge.

Übung 5: Abspreizen

Ausgangslage: Wenn möglich, stehend, sonst sitzend. Sie stehen mit beiden Füßen auf dem Band, es wird gekreuzt aufgehoben.

Ausführung: Die Arme seitlich am Körper bis zirka 90° abspreizen.

Beine/Rumpf

Übung 6: Kniebeugen

Ausgangslage: Sie stehen mit beiden Füßen auf dem Band. In der Hocke wird das Band straff um die Hände gewickelt.

Ausführung: Sie gehen in die Kniebeuge, dabei bewegt sich das Gesäß nach hinten und die Knie dürfen sich nicht über die Fußspitzen hinaus bewegen.

Variante: Um die Arme noch stärker mit einzubeziehen, ziehen Sie die Hände während der Beugung nach vorne und ziehen so das Band in die Länge.

Übung 7: Hüftabspreizung

Ausgangslage: Stehend. Das Band wird mit einem Knoten am Fußgelenk angebunden (= Spielbein). Das Standbein ist im Kniegelenk leicht gebeugt.

Ausführung: Das Spielbein wird abgespreizt und das Band somit gedehnt. Das Standbein bewegt sich keinen Millimeter.

Beine/Rumpf/Arme

Übung 8:

Ausgangslage: Sie stehen mit beiden Füßen auf dem Band. Sie gehen in eine Hocke-Position (wie bei Übung 6), wobei der Oberkörper nach vorne geneigt ist. Die Hände hängen senkrecht hinunter, das Band ist gekreuzt gestrafft.

Ausführung: Die Arme werden seitlich auseinandergezogen. Die Schulterblätter bewegen sich aufeinander zu.

Kursangebote – Vorträge

Schweiz

Schweizerische Liga Leben und Gesundheit | www.llg.ch

Endlich gut schlafen

Was: Was Sie zu einem guten Schlaf beitragen können

Referent: Robert Pfandl, Psychologe

Wann und wo:

Dienstag, 13. Januar 2015, Arztpraxis Dr. Weisse, Petersen Murtenstrasse 15, 3210 Kerzers. Mittwoch, 14. Januar 2015, 20.00 Uhr, Mehrzweckgebäude Neuenegg, Austrasse 88, 3176 Neuenegg

Kosten: Freiwilliger Unkostenbeitrag

Anmeldung und Infos:

Für Neuenegg: Richard Buchli, +41 (0)31 889 09 45, richard.buchli@llg.ch.

Für Kerzers: Harald Weisse, +41 (0)31 755 62 62, harald.weisse@llg.ch. www.llg.ch

Wege aus der Depression

Was: Depressionen erkennen. Vorbeugung und Überwindung.

Referent: Dr. med. Ruedi Brodbeck, Facharzt Innere Medizin FMH, Psychosomatische und Psychosoziale Medizin SAPPM

Wann: Montag, 19. Jan. 2015, 19.30 – 21.00 Uhr

Wo: 3x3 Halle, Stationsweg 6, 5502 Hunzenschwil

Kosten: Eintritt frei!

Anmeldung und Infos: Laszlo Erdösi, +41 (0)79 824 47 53, l.erdoesi@llg.ch, www.llg.ch

Wege aus der Depression

Was: Ein Seminar zur Verbesserung Ihrer Lebensqualität

Referenten: Barbara Witzig, MA, Vergebungstrainerin, Seelsorgerin, Beraterin in Autonomietraining. Paul Wright, DMin, Vergebungstrainer, Seelsorger

Wann: jeweils Montag, 16. Februar – 20. April 2015, 19.30 – 21.30 Uhr. (23. 2. / 02. 3. / 09. 3. / 16. 3. / 23. 3. / 30. 3. / 20. 4.)

Wo: 3x3 Halle, Stationsweg 6, 5502 Hunzenschwil

Kosten: CHF 150.– pro Person, CHF 225.– pro Paar, + CHF 70.– für Begleitbuch (Skript)

Anmeldung und Infos: Teilnahme nur nach Voranmeldung

(bis 15. Feb. 2015). Barbara Witzig, +41 (0)76 565 59 09, barbara.witzig@llg.ch, www.llg.ch

Lebt euer Traum noch?

Was: Die 7 Geheimnisse einer glücklichen Partnerschaft (Einführungsvortrag)

Referent: Daniel Herzog, M.A., Mag. theol., ACC-CH, Ehe-, Familien- und Lebensberater

Wann und wo:

Donnerstag, 15. Januar 2015, 19.00 – 20.30 Uhr, LLG Seminarraum, Rümelinbachweg 60, 4054 Basel. Donnerstag, 19. Februar 2015, 19.00 Uhr, Wartstrasse 16, 8400 Winterthur

Kosten: Eintritt frei!

Anmeldung und Infos:

Für Winterthur: Daniel Herzog, +41 (0)76 707 42 20, paareseminar@llg.ch.

Für Basel: Elsbeth Schwyn, +41 (0)61 401 41 65, elsbeth.schwyn@llg.ch. www.llg.ch

Lebt euer Traum noch?

Was: Die 7 Geheimnisse einer glücklichen Partnerschaft (Modul 1 + 2)

Referent: Daniel Herzog, M.A., Mag. theol., ACC-CH, Ehe-, Familien- und Lebensberater

Wann und wo: jeweils Donnerstag, ab 5. März 2015, 19.00 Uhr, (12. 3. / 19. 3. / 26. 3. / 28. 5. / 4. 6. /11. 6. / 18. 6. / 25. 6.), Wartstrasse 16, 8400 Winterthur.

Jeweils Dienstag, ab 27. Januar 2015, 19.00 Uhr, (3. 2. / 10. 2. / 17. 2. / 3. 3. / 10. 3. / 17. 3.), LLG Seminarraum, Rümelinbachweg 60, 4054 Basel Kosten Winterthur: CHF 100.– pro Person und Modul (Modul 1 = 19. 3. –26. 3., Modul 2 = 28. 5. – 25. 6.). Kosten Basel noch offen

Anmeldung und Infos: Daniel Herzog, +41 (0)76 707 42 20, paareseminar@llg.ch, www.llg.ch

Endlich frei – vom Rauchen

Was: Raucherentwöhnungskur

Referent: Remo Fischer, LLG Gesundheitsberater

Wann: 15. bis 26. März 2015

Wo: Sonnmatt Bergpension & Gesundheitszentrum, Schwand 2588, 9642 Ebnat-Kappel (SG)

Kosten: ab CHF 2090.–, Paarpreis CHF 1990.– pro Person (inkl. Vollpension)

Anmeldung und Infos: Remo Fischer, +41 (0)71 993 34 17, remo.fischer@llg.ch, www.bergpension.ch

Fit und Gesund-Expo

Was: Eine «Fit und Gesund-Expo» ähnelt einer Gesundheitsmesse, ist aber kompakter und überschaubarer und verfolgt ein ganzheitliches Konzept: Vorbeugen ist besser als heilen!

Wann: Montag, 23. März – Donnerstag, 26. März 2015, jeweils von 14.00 –18.00 Uhr

Wo: MParc, Münchensteinstrasse 200, 4053 Basel (beim Dreispitz)

Kosten: Eintritt frei!

Anmeldung und Infos: Elsbeth Schwyn, +41 (0)61 401 41 65, elsbeth.schwyn@llg.ch, www.llg.ch

Frei von Diabetes

Was: Was wirklich gegen Diabetes hilft

Referenten: Jenny Fischer, Pflegefachfrau, HF. Remo Fischer, LLG Gesundheitsberater

Wann: 31. Mai – 11. Juni 2015

Wo: Sonnmatt Bergpension & Gesundheitszentrum, Schwand 2588, 9642 Ebnat-Kappel (SG)

Kosten: ab CHF 1930.–, Paarpreis CHF 1830.– pro Person (inkl. Vollpension)

Anmeldung und Infos: Jenny Fischer, +41 (0)71 993 34 17, jenny.fischer@llg.ch, www.bergpension.ch

Viele weitere tolle Angebote rund um die vegane und vegetarische Ernährung finden Sie im Internet: veganer-shop.ch oder Tel. 079 135 63 27

vegan,vegetarisch, laktosefrei, glutenfrei, natürlich

Weitere Informationen zu diesen und weiteren Angeboten finden Sie unter www.llg.ch und www.llg.at. Für Deutschland besuchen Sie www.dvg-online.de

Österreich

Österreichische Liga Leben und Gesundheit | www.llg.at

Gesundheits-Club

Was: Gegenseitiger Austausch, gemeinsam lernen und wachsen, geselliges Beisammensein

Themen: vegane Küche, NewstartPlus, Umgang mit Depression, vergeben lernen, gewaltfreie Kommunikation und vieles mehr

Wo: Wien, Graz, Linz, Salzburg, Braunau, Feldkirch

Weitere Infos: www.llg.at

Gesundheit erlebenNewstartprogramme

Was: Newstart-GesundheitsProgramm mit persönlicher Betreuung, Gesundheitscheck, Workshops, Vorträge u.v.m.

Wo: Country Life Gesundheitszentrum Mattersdorfer Hof, Mattersdorf 10, 9560 Feldkirchen/Kärnten

Infos und Anmeldung: +43 (0)4277 2337, www.countrylife.at, office@countrylife.at

NewstartPlus Workshops und Vorträge

Du bist WERTVOLL!

Was und Wann: Acht Bausteine für Ihre Gesundheit, 8 Abende:

Dienstag, 13. Januar 2015: Ernährung – iss dich gesund!

Dienstag, 10. Februar 2015: Ruhe –in der Ruhe liegt die Kraft!

Referenten: Christoph Mangold und Thomas Rolfsmeier

Wo: Moosgrabenstraße 7, 8200 Gleisdorf

Infos und Anmeldung: +43 (0)676 41 95 233

Kochkurs «Vegan für(j)Eden»

Wo: Alte Poststraße 247, 8020 Graz Wann: Sonntag, 11. Januar 2015, 14.00 – 18.00 Uhr Infos und Anmeldung: graz@llg.at

Vegetarischer Kinderkochkurs (8-12 Jahre)

Was: Cakepops & Co – Fingerfood für jede Party. Bitte mitbringen: Hausschuhe, Kochschürze und – falls schon vorhanden – Kochmappe

Wo: Perschlerstr. 3, 8570 Voitsberg

Wann: Mittwoch, 21. Januar 2015, 15.00 –18:00 Uhr

Kosten: € 10.– pro Kind (jedes weitere Kind aus einer Familie: € 6.–)

Infos und Anmeldung:

Nora Tunner: +43 (0)680 446 45 45

Depression und Sinn im Leben

Referent: Dr. Klaus Gstirner

Wo: Frauentorgasse 89, 3430 Tulln

Wann: Mittwoch, 7. Januar 2015, 19.00 Uhr

Info und Anmeldung: +43 (0)676 833 22 227, Peter Walter

Wie Ernährung unsere Psyche beeinflusst

Referent: Mag. Esther Neumann

Wo: Frauentorgasse 89, 3430 Tulln

Wann: Mittwoch, 4. Februar 2015, 19.00 Uhr

Info und Anmeldung: Peter Walter, +43 (0)676 833 22 227

HOPE TV PROGRAMM TIPPS

Atem der Ho nung – Auszeit Das Leben fordert unsere Aufmerksamkeit ein: Arbeit, Familie, Freunde, ständiges Erreichbarsein & rund um die Uhr informiert werden. Predigt mit Mike Ostrovljanovic. 2.1.2015 | 20:15 Uhr

2weiter – Burnout Wenn ein Haus ausbrennt, bleibt nicht viel Brauchbares übrig. Wie ist das, wenn unsere Seele, unser Innerstes ausbrennt? 6.1.2015 | 12:15 Uhr

Family TV – Zeit zu zweit Alltags-Oasen für Eltern. Familien-Magazin. 11.1. | 19:50 Uhr www.hope-channel.de

Impressum

Zweimonatliches Magazin für ganzheitliche Gesundheit nach dem NewstartPlus® Konzept 85. Jahrgang Nr. 1, Jan./Feb. 2015 www.lug-mag.com

Herausgeber und Verlag: Schweiz: Advent-Verlag Zürich, Zweigstelle Krattigen, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen, Tel. +41 33 654 10 65, E-Mail: info@advent-verlag.ch, www.advent-verlag.ch, PC 30-19342-9 und Österreich: Top Life Wegweiser-Verlag, Prager Straße 287, A-1210 Wien, Tel. +43 (0)43 1 2294 000, E-Mail: info@toplife-center.com

Partnerorganisationen: Schweizerische Liga Leben und Gesundheit, www.llg.ch Deutscher Verein für Gesundheitspflege, www.dvg-online.de

Österreichische Liga Leben und Gesundheit, www.llg.at

Redaktion: Chefredaktor Stephan Freiburghaus (SF), redaktion@lug-mag.com

Redaktionsteam: Heidi Albisser, Christian Alt M.A., Dr. med. Ruedi Brodbeck, Dagmar Dorn, Christian Frei M.A., Dominik Maurer, Günther Maurer. Layout: mapro.ch | Ilona Würgler

Bezugsbedingungen:

Schweiz: Zweijahresabonnement, 12 Ausgaben: CHF 119.–www.lug-mag.ch

Österreich: Zweijahresabonnement, 12 Ausgaben: € 97,–www.lug-mag.at

Deutschland: Zweijahresabonnement, 12 Ausgaben: € 89,–www.lug-mag.de

Alle Preise inklusive Versandkosten Schriftliche Bestellungen aus Deutschland an: Advent-Verlag, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen Ausgabe für Sehbehinderte und Blinde in Audio: Blindenhörbücherei der Stimme der Hoffnung, Sandwiesenstr. 35, D-64665 Alsbach-Hähnlein, Tel. +49-6257-50653 35

Druck: Jordi Medienhaus, 3123 Belp, www.jordibelp.ch

Auflage: 11 800 Exemplare

Für unverlangt eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine Haftung übernommen. Kein Teil dieses Heftes darf ohne Einwilligung des Verlages in irgendeiner Form vervielfältigt werden.

Die Artikel in Leben & Gesundheit® repräsentieren die Meinung der Autoren und spiegeln möglicherweise nicht in allen Details die Ansichten des Redaktionsteams wider.

«(K)eine Frage des Glücks»

Sind Sie ein glücklicher Mensch? Vielleicht fühlen Sie sich heute nicht gerade als Glückspilz. Aber sind Sie dennoch glücklich?

Wovon hängt denn unser Glück eigentlich ab?

Viele Menschen suchen es, jagen ihm hinterher, ja, ganze Industrien boomen vom Wunsch des Menschen, glücklich zu sein. Daran hat sich bis heute nicht viel geändert. Höchstens die Frage, wo wir unser Glück suchen, ist dem Zeitgeist und den Trends unterworfen. Heute heißt es ja bekanntlich: Suche das Glück in dir selbst! Puh, also, wenn ich DARAUF angewiesen wäre, würde es schlecht um mein Glück aussehen. In mir findet sich so manches Gefühl, aber nicht unbedingt das Potential, um glücklich zu sein – und das womöglich auch noch ein Leben lang!

Ist Glück tatsächlich ein Gefühl?

Wir kennen eine Art Hochgefühl, wenn wir beispielsweise bei einem Preisausschreiben gewinnen oder auf andere Art Erfolg haben. Das ist aber noch nicht «Glück», sondern eine vorübergehende Euphorie. Glück geht nicht vorüber, wenn es wirklich ein Lebensglück sein soll – und es ist auch nicht vom Schicksal oder von «Göttin Fortuna» abhängig. Kennen Sie üb-

rigens diese Dame? Sie galt in der römischen Mythologie als eine launenhafte, unbeständige Göttin, die ihr Füllhorn des Glücks nach Lust und Laune ausschüttete. Ist das unser Glück –unberechenbar und wankelmütig?

Wovon hängt IHR Glück ab?

Das große Glück ... laufen wir ihm hinterher? Immer noch? Oder darf sich das Lebensglück einstellen, so wie es ist, vielleicht leise und unbemerkt, da, wo ich heute gerade sitze und stehe, arbeite und lebe? Was macht uns glücklich? Diese Frage wurde Menschen verschiedenen Alters gestellt. Rechts in dem gelben Kasten einige Antworten – um selbst ein bisschen auf den Geschmack des Glücks zu kommen.

Was auch immer SIE glücklich macht – ich wünsche Ihnen ein Jahr voller schöner Begegnungen, wertvoller Erfahrungen und unvergesslicher Momente!

Herzlichst,

• «Ich liebe es, morgens aufzuwachen und zu wissen, dass ein schöner Tag auf mich wartet. Mit einem sanften Kuss geweckt werden. Abends mit Freunden am Baggersee zelten und gemütlich am Lagerfeuer sitzen, während die Grillen zirpen.»

• «Einfach so in den Arm genommen und geknuddelt werden. Abends durch die taunasse, hohe Wiese sprinten, um dann völlig feucht und lachend wieder herauszukommen. Durch den warmen Sommerregen rennen.»

• «Mit einem leckeren Eis in der Hand auf einem frischgemachten Heuballen inmitten einer Stoppelwiese sitzen. Im Maisfeld wie Kinder Verstecken spielen.»

• «Einfach so und grundlos etwas von Herzen geschenkt bekommen oder verschenken. Das Strahlen der Augen.»

• «Lustige Fotos machen und noch lange später mit einem Schmunzeln diese wieder anschauen und mich daran zurückerinnern. Merken, dass ich einem mir wichtigen Menschen auch etwas bedeute.»

• «Augenblicke des Verstehens ohne Worte. Wenn mich jemand zum Lachen bringt, obwohl ich todunglücklich oder total mies gelaunt bin. Auf einer Wiese liegen und in die Sterne gucken. Spüren, dass Gott mich liebt …»

Die nächste Ausgabe erscheint Mitte März 2015

Schwerpunkt: Vertrauen

Frühgymnastik

Nicht nur die Herz-Lungenfunktion wird bei der Frühgymnastik durch das tiefere Atmen und den damit verbundenen erhöhten Sauerstoffgehalt angeregt, sondern auch der Kreislauf. Die Muskulatur und die Bänder werden gestärkt, und die «Knochenschmiere» in den Gelenken wird aktiviert, was letztlich der Arthrose vorbeugt. Physiotherapeut Simon Benz gibt praktische Anleitung für die tägliche Frühgymnastik.

Tut Religion der Psyche gut?

Hat Religion etwas mit Psyche zu tun? Schadet Religion unserer Psyche? Was ist überhaupt «Psyche»? Psyche ist nicht gleich «Seele». Was ist der Unterschied?

Vertrauen kann man lernen!

Audioausgabe für Sehbehinderte und Blinde: Blindenhörbücherei der Stimme der Hoffnung, Sandwiesenstr. 35, D-64665 Alsbach-Hähnlein, Tel. +49-6257-50653-35

Religion ist in den Augen von Sigmund Freud eine «kollektive Zwangsneurose, Ausdruck des rückläufigen Wunsches nach dem Schutz eines übermächtigen Vaters». Auch wenn viele spätere Autoren diese unterschwellig glaubensfeindliche Haltung überwinden konnten, bleibt doch in weiten Kreisen der Psychotherapeuten ein Unbehagen, wenn das Thema auf Religion und religiöse Praktiken kommt. Raphael M. Bonelli, Facharzt für Psychiatrie und psychotherapeutische Medizin und Facharzt für Neurologie, vielseitig begabter Redner und Autor, hat zu diesem Thema Fundiertes, Aufklärendes und Heilsames zu sagen.

Ist Vertrauen tatsächlich erlernbar? Wenn ja, handelt es sich dabei «nur» um eine Fähigkeit? Sind vorwiegend nur «gefühlvolle» Menschen zum Vertrauen fähig? Oder ist es eine «Gabe», die gepflegt werden muss? Was, wenn mein Vertrauen missbraucht wurde? Wie kann ich «neu» Vertrauen lernen? Was hat es mit «vertikalem» und «horizontalem» Vertrauen auf sich? Hat wahres und gesundes Vertrauen etwas mit meinem «Gottesbild» zu tun? Annelies Plep, psychoanalytische Familien-, Paar- und Sozialtherapeutin berichtet aus ihrer langjährigen Erfahrung im Umgang mit Menschen.

Wahre Ruhe findet nur, wer bei Gott zu Hause ist.

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Leben & Gesundheit® Ausgabe Ruhe | Januar/Februar 2015 by lebenundgesundheit - Issuu