

Leben Gesundheit &









Gesundheit, Glück und Wohlbefinden hängen nicht einfach vom Zufall oder von den Genen ab. Sie gründen auf dem Zusammenwirken verschiedener Faktoren und Prinzipien. Die meisten davon können wir aktiv und massgeblich beeinflussen. NewstartPlus, ein modernes, international bekanntes, wissenschaftlich bewährtes und ganzheitlich angelegtes Gesundheitskonzept, fasst sie anschaulich zusammen. Jeder ein-
Vertrauen
zelne Buchstabe von Newstart Plus steht für ein Prinzip, das einen entscheidenden Einfluss auf Gesundheit, Glück und Lebensqualität hat. NewstartPlus entfaltet seine volle Kraft im Zusammenwirken aller zwölf Prinzipien. In jeder Ausgabe beleuchtet «Leben und Gesundheit» eines davon. NewstartPlus lädt Sie ein, neu zu starten und das Plus für Ihr Leben zu entdecken.
Prioritäten

Integrität
Beziehungen
Ernährung
Bewegung
Das Lebenselixier – natürlich ganzheitlich
Was unseren blauen Planeten Erde so einzigartig macht, ist das riesige Vorkommen von Wasser. Es ist die Grundlage unseres Lebens, der Hauptbestandteil unseres Körpers. Alle Körperzellen sind auf eine genügende Wasseraufnahme angewiesen. Ein Mangel führt zu Funktionsstörungen. Kopfschmerzen, Müdigkeit oder Konzentrationsstörungen können erste Anzeichen sein. Eine ausreichende Wasserzufuhr schützt vor Herzinfarkt und Hirnschlag, verbessert die
Funktion von Lungen, Nieren, Verdauungsorganen und Stoffwechsel. Äußerliche Wasseranwendungen sind einfache und natürliche Heilmittel. Wickel oder Eisauflagen wirken schmerzlindernd, entzündungshemmend und beschleunigen die Genesung. Wechselduschen stärken das Immunsystem und bauen Stress ab. Entspannend wirkt auch ein Blick über einen See, das Rauschen eines Bergbachs oder ein Spaziergang entlang einem Flusslauf.
Texte:
Dr. med. Ruedi Brodbeck; © Grafik: Advent-Verlag Zürich, designed by mapro.ch

Wasser –
frisch, fröhlich, spritzig!?


Laut einer Pressemitteilung des weltgrößten Rückversicherers Munich RE (Münchner Rück) war in Europa das Juni-Hochwasser 2013 die teuerste Naturkatastrophe des vergangenen Jahres. Vom Hochwasser betroffen waren vor allem Südost- und Ostdeutschland sowie angrenzende Staaten. Die Gesamtschäden lagen bei 11,7 Mrd. Euro (rund 14,6 Mrd. Schweizer Franken).
Stellenweise betrugen die Niederschläge 400 Liter pro Quadratmeter innerhalb weniger Tage. An zahlreichen Flüssen stand das anschließende Hochwasser auf Rekordhöhe, so etwa in Passau am Zusammenfluss von Donau, Ilz und Inn, wo das Hochwasser den höchsten Stand seit 1501 erreichte.
Wer spricht da noch von «Wasser – frisch, fröhlich, spritzig»? Wenn Haus und Hof im wahrsten Sinne des Wortes untergehen und einem «die Felle» davonschwimmen! Wer bei solchen Katastrophen ungenügend versichert ist, verliert in einem Augenblick alles, was er über Jahre erarbeitet hat. Nicht nur die «großen Dinge», auch alle gesammelten persönlichen «Schätze» wie Fotoal-
ben, Liebesbriefe, Erbstücke, Bücher- und Musiksammlungen sind auf einen Schlag verloren. Der einzige Trost ist, «mit dem Leben davongekommen zu sein»! Auch wenn dies im ersten Moment kaum tröstet, wird uns schlagartig bewusst, wie sehr alles Materielle vergänglich ist. Da kommen Fragen auf wie: «Worauf kommt’s denn im Leben tatsächlich an?» und «Was macht wirklich Sinn?» oder «Was hat bleibenden Wert?» Leben und Gesundheit überragen alles Materielle. Daran erinnern uns solche Unglücksfälle.
Dass Wasser tatsächlich Freude bereitet und unverzichtbar für unser Leben ist, muss nicht bewiesen werden. Wir alle haben das erlebt, und sei es «nur» bei einem Glas erfrischenden Wassers. Ich bin von den unterschiedlichen Beiträgen dieser Ausgabe zum Schwerpunktthema Wasser positiv überrascht. Ob längst vergessene Wickel (S. 8), ein «Motivationsplan», um seine täglichen Rationen Wasser zu trinken (S. 43), ob Gedanken zum «Wert des Wassers» (S. 28) oder ganz Grundlegendes zum «Lebenselixier» (S. 12) ... diese Ausgabe hält wahre Schätze für Sie bereit.

Keiner spricht von «frisch, fröhlich und spritzig», wenn sein Auto zum Boot wird.

Inhaltsverzeichnis
Schwerpunkt: Wasser

Lebenselixier Wasser – frisch, fröhlich, spritzig
Unser
Mosaik
Familie und Erziehung
Dem Gruppendruck widerstehen –was Kinder stark macht
Lebensweisheiten
Ein paar Tropfen Lebensweisheit
Erfahrungsbericht
Häuptling «Große Pfeife»
Nebenbei erzählt «… nicht zum Ärgern verpflichtet …»
Staunen und entdecken Wasser in der Wüste
Praxisfenster «Was tun, wenn das Gesundheitswesen krank ist?»











Lebenselixier Wasser
Vom Wert des Wassers
Alltagstipps
Aus Abfall Neues machen
Rezepte
Enchiladas mit Avocado-Creme und Himbeer-Muffins
Interview mit dem Dirigenten Herbert Blomstedt
Unsere Heilpflanzen
Gemeiner Frauenmantel



Denksport
Preisrätsel und Sudoku
Kinderseite Auf zur Königskrone!
Körperwunder
Die Harnblase – ein wichtiger Teil des Abwassersystems des Körpers
Fitness Halte deine «Ausdauermaschine» fit!



Kursangebote – Vorträge
Impressum





Kolumne Frisch gewagt!
Vorschau




DER Tipp

Wir werden zusehends durchsichtig
Facebook kann schon drei
Monate, bevor zwei User ihren Beziehungsstatus ändern, vorhersagen, ob es zwischen den beiden zu einer Annäherung kommt. Zu diesem Schluss kommen Datenanalysten bei Facebook. Die Datenexperten haben rund 18 Mio. Facebook-Beiträge von 480�000 Paaren analysiert. pressetext.com
Hormonähnliche
Stoffe im Mineralwasser?

Holzkohle – ein Wundermittel
Vielleicht eines der wirkungsvollsten Mittel gegen Durchfall ist Holzkohle. Als Pulver oder in Tablettenform, als Granulat oder im Notfall direkt aus dem Lagerfeuer ist die Holzkohle ein wahres Wundermittel. Bei akutem Durchfall können bis zu 4x täglich 2 Teelöffel pulverisierte Holzkohle – in einem Glas Wasser eingerührt – eingenommen werden. Linderung sollte bereits nach einem Tag eintreten. Die Dosis nach und nach verringern, bis sich der Stuhlgang wieder normalisiert hat. Auf Reisen in südliche Länder sollte die Holzkohle im Reisegepäck nie fehlen. Neben zahlreichen weiteren Anwendungsmöglichkeiten der Holzkohle nennen wir hier lediglich einen zweiten Tipp: Bei Bienen-, Wespen- oder sonstigen Insektenstichen mischen Sie einen Teil Holzkohle mit Wasser, bis eine Paste entsteht. Diese geben Sie sogleich auf die Einstichstelle. Um die aufgetragene Paste feucht zu halten, kann sie mit Plastikfolie zugedeckt werden. Sie können diesen «Aufstrich» mehrfach wiederholen. Sollte man von mehreren Stichen betroffen sein, kann man 2-3 Tassen Holzkohle in ein Vollbad geben und darin baden. Bei allen Anwendungen ist Vorsicht vor Flecken geboten.
Laut einer Studie der Frankfurter Universität wurden bei zwölf von 20 Mineralwassermarken aus PET-Flaschen hormonähnliche Stoffe wie das weibliche Sexualhormon Östrogen nachgewiesen. Ob Wasser aus der Plastikflasche tatsächlich ungesund ist, ist nicht eindeutig geklärt. Im Jahr 2005 wurde jedoch in den USA wissenschaftlich belegt, dass sich der chemische Weichmacher Bispenol A (bpa) in Baby-Trinkflaschen bereits in geringen Mengen negativ auf die Gehirnentwicklung von Kleinkindern auswirkt. Wer viel Wasser trinkt und über gutes Leitungswasser verfügt, kann sich sein Wasser entweder in Glasflaschen oder in bpa-freie Plastiktrinkflaschen, die auf dem Markt erhältlich sind, abfüllen. red/sf

Mosaik
Die Rubrik «Mosaik» in «Leben und Gesundheit» ist eine Plattform für kurze interessante Texte, Bilder und Informationen. Auch Sie als Leserin oder Leser können zu Wort kommen bzw. Bilder einsenden. Nutzen Sie die Kontaktadresse: «Leben und Gesundheit», Mosaik, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen oder die E-Mail-Adresse: redaktion@lug-mag.com
Gewalt gegen Frauen:
täglich und in jedem Kontext
Frauen erfahren zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Öffentlichkeit und im Internet Gewalt. Das Ausmaß dieser Gewalt zeigt ein neuer Bericht der Agentur der Europäischen Union für Grundrechte (FRA), der die Ergebnisse der weltweit größten Erhebung über Gewalt gegen Frauen vorstellt.
«Die Ergebnisse dieser Erhebung können und dürfen nicht ignoriert werden», betonte der FRA-Direktor, Morten Kjaerum: «Körperliche, sexuelle und psychische Gewalt gegen Frauen ist eine gravierende Menschenrechtsverletzung, die in allen EU-Mitgliedstaaten anzutreffen ist.»
Kjaerum erklärte weiter: «Das enorme Ausmaß des Problems verdeutlicht, dass Gewalt gegen Frauen nicht nur einige wenige Frauen betrifft, sondern sich tagtäglich auf die gesamte Gesellschaft auswirkt. Die Zeit ist reif, eine breit angelegte Strategie zur wirksamen Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen auf den Weg zu bringen.».
fra.europa.eu
Regulierung des
Cannabismarktes –
neue Entwicklungen
Die Debatte über die Regulierung des Cannabismarktes ist ein sehr aktuelles Thema des beginnenden 21. Jahrhunderts. Im Jahr 2014 werden mehr als 15 Mio. Bürgerinnen und Bürger auf dem amerikanischen Kontinent in Regionen leben, wo Cannabis legalisiert ist. Wer das Mindestalter erreicht hat, darf die Substanz ohne Rezept im Handel oder in der Apotheke erwerben. In anderen Teilen der Vereinigten Staaten ist Cannabis aufgrund einer lockeren ärztlichen Verschreibungspraxis als Medikament zugänglich. In der Schweiz sind es wie so oft die Städte, die eine pragmatische Lösung anstreben, die geeignet ist, den Schwarzmarkt und das Gefühl der Unsicherheit in der Bevölkerung zu verringern. suchtschweiz.ch
Richtige Ernährung bei Divertikeln
Bei zahlreichen Menschen bilden sich im Alter Ausstülpungen am Dickdarm – sogenannte Divertikel. Mediziner vermuten, dass vor allem eine ballaststoffarme Ernährungsweise die Divertikel-Bildung begünstigt. Wer häufig zu Weißmehlprodukten, Reis, Bananen oder kakaound zuckerreichen Süßwaren greift, riskiert eine chronische Verstopfung. Wer der Divertikel-Bildung entgegenwirken möchte, sollte gezielt auf ballaststoffreiche Lebensmittel wie Gemüse, Vollkornprodukte, Hülsenfrüchte und Obst sowie auf eine ausreichende Trinkmenge achten.
FET e.V.





aufgeschnappt … Ein Polizist nach seiner Nachtwache in der Stadt: «Gewisse Leute berühren einen, wenn man in der Nacht auf den Strassen der Stadt unterwegs ist. Wenn es nicht so wäre, denke ich, ist man im falschen Job.»









Humor
Laufen zwei Tiere durch den Wald, sagt das eine zum anderen: «Was bist du eigentlich für ein Tier?» Dieses antwortet: «Ein Wolfshund.» Fragt das andere: «Wie geht denn das?» «Tja, meine Mutter war ein Hund und mein Vater ein Wolf!» Eine Zeitlang Ruhe, dann fragt der Wolfshund: «Und was bist du für ein Tier?» «Ein Ameisenbär.»




DOriS WÖhNer
Pflegepädagogin, BBA, Gesundheitsberaterin, Schönaich, D
Wasser als natürliche
Heilanwendung
«Ich glaube, dass ich kein Heilmittel anführen kann, das sicherer ist als das Wasser.»
«Brrrh!!! Ist das kalt!!!» Ich stecke in einem großen Gefäß mit eiskaltem Wasser, auch mein Kopf ist unter Wasser. Nein, es ist kein Albtraum. Nach ein paar Sekunden geht es wieder heraus, die Haut wird kurz abgerubbelt, die Kleidung angezogen, und ich darf wieder herumspringen, um warm zu werden. Mein Vater,
begeisterter Kneipp-Anhänger, will das Beste für seine vierjährige Tochter, die ständig Lungenentzündungen hat. Er nimmt mit ihr diese Radikalkur vor, um den Körper abzuhärten. Das ist meine erste bewusste Erinnerung an Wasser als ein Heilmittel. Ich bekomme keine Lungenentzündung mehr, nur noch hin
Pfarrer Kneipp und wieder Erkältungen. Was ist denn da passiert? Wieso hat kaltes Wasser geholfen?
Abhärtung
Kommt die Körperoberfläche mit kaltem Wasser in Berührung, wird Wärme entzogen. Als Reaktion verengen sich die Blutgefäße, um die Wärme zu halten.
Der behandelte Bereich kühlt etwas ab, die Haut wird blass und kurzfristig mit etwas weniger Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Um das auszugleichen, erweitern sich die Gefäße nach einer gewissen Zeit wieder. Die Haut wird rot und ist besser durchblutet als vorher. Das ist nicht nur ein Training für Gefäße. Auch der Stoffwechsel und das Lymphsystem werden aktiviert, und die Atmung vertieft sich. Dadurch werden die Zellen besser versorgt und entgiftet, der Wärmehaushalt und der Transport von Gewebeflüssigkeit werden optimiert. Dies alles führt dazu, dass man für grippale Infekte weniger anfällig ist.
Der wissenschaftliche Nachweis erfolgte in einer 10 Wochen andauernden Studie der Uni Jena. Daraus lässt sich auch ableiten, dass man rechtzeitig vor der Erkältungssaison mit Wasseranwendungen beginnt. Und es muss ja nicht die oben erlebte Radikalkur sein. Weitere Möglichkeiten sind:
• Wechselduschen
Die Wechseldusche am Morgen sorgt dafür, dass der Organismus «aufwacht», der Kreislauf und damit die Wärme-Kälte-Regulierung auf Trab kommen. Auf zwei Minuten mit warmem bis heißem Wasser (bis man sich so richtig wohlig durchwärmt fühlt) folgen zehn Sekunden mit kaltem Wasser. Das Ganze wird dreimal hintereinander durchgeführt. Als «Ungeübter» muss man sich nicht dazu zwingen, den Wasserhahn auf die kälteste Stufe zu stellen. Das kalte Wasser läuft auch nicht über den ganzen Körper. Stellen Sie die Temperatur einfach etwas kühler (lauwarm, 1923°C) und die Dusche auf einen flachen Strahl. Dann gehen Sie in der beschriebenen Reihenfolge vor: Rechtes Bein (außen von Fuß bis Hüfte, zurück innen von Oberschenkel bis Fuß), linkes Bein ebenso. Rechter Arm (außen von Handrücken
bis Schulter und zurück von der Achselhöhle bis Hand innen), linker Arm ebenso. Brust, Bauch, Nacken, Gesicht. Damit der Körper mit dem kalten Reiz klarkommt, reicht es, die ersten Male mit den Unterschenkeln und den Unterarmen zu beginnen. Tag um Tag kann man sich etwas höher wagen. Am Schluss schnell das Wasser abstreichen und sich leicht abtrocknen. Zur Wiedererwärmung sollte man jetzt nochmal ins Bett gehen. Wem dazu keine Zeit bleibt, weil er nicht so früh aufstehen will, zieht seinen Morgenmantel über und bewegt sich so lange, bis er wieder warm ist.

• Kneipp’sche Oberkörperwaschung
Frühmorgens beim Aufstehen das Bett zugedeckt lassen, wenn nötig schnell auf die Toilette gehen, Waschbecken mit möglichst sehr kaltem Wasser füllen, Waschlappen hineintauchen, leicht ausdrücken und damit die Haut befeuchten. Am rechten Handgelenk ansetzen, an der Arm-Außenseite hoch bis zur Schulter streichen, zur Arm-Innenseite wechseln und zum Handgelenk zurück, um dann nochmals an der Innenseite hoch zu den Achseln zu streichen. Den Waschlappen erneut ins kalte Wasser tauchen, ausdrücken und dann in der gleichen Reihenfolge den linken
Arm benetzen. Den Waschlappen ins kalte Wasser tauchen, ausdrücken, über Vorder- und Rückseite des Körpers streichen (soweit man reicht). Darauf achten, dass der Lappen immer frisch und kalt ist, und die Striche zügig durchführen. Die Waschung sollte höchstens eine Minute dauern. Dann rasch, ohne abzutrocknen, T-Shirt oder Schlafanzugoberteil wieder anziehen, für 15 Minuten ins warme Bett zurück und vielleicht den Vögeln zuhören. Hartgesottene können im Zimmer Gymnastik machen und zwar mindestens so lange, bis der Körper wieder durchwärmt ist.
• Kalter Knieguss
Man stellt sich in die Dusche oder Badewanne, achtet darauf, dass man nicht ausrutschen kann. Es wird nur der Brauseschlauch benutzt, nicht der Duschkopf. Einen kalten, nicht zu starken Wasserstrahl zunächst vom rechten kleinen Zeh über den Fußknöchel hinten an der Wade entlang bis kurz über die Kniekehle führen, dort ca. 2-5 Sekunden verweilen, dann auf der Innenseite zurück nach unten, dann folgt das linke Bein. Es folgt die Vorderseite der Unterschenkel, indem man zuerst am rechten Bein den Wasserstrahl von der Außenkante des rechten Fußes bis hoch zur Kniescheibe führt (dort wird mehrmals die Kniescheibe umkreist) und dann zur Ferse zurückkehrt. Dabei soll darauf geachtet werden, dass die Unterschenkelmuskeln und nicht die Knochenkante des Schienbeins begossen werden. Dann folgt wieder das linke Bein.
Zum Schluss werden beide Fußsohlen (rechts/links) für jeweils zwei Sekunden mit kaltem Wasser begossen. Und wieder heißt es: Nicht abtrocknen, das Wasser nur abstreichen und trockene Kleidung anziehen und bewegen. Dadurch wirkt zusätzlich die Verdunstungskälte, die
Haut wird stärker durchblutet und der Kreislauf angeregt. Als gewünschte Reaktion erwartet man eine gleichmäßig helle Rötung der Haut. Wird die Haut fleckig, bläulich marmoriert, hat der Guss wahrscheinlich zu lange gedauert und sollte beim nächsten Mal kürzer ausfallen. Wenn ein stechender Schmerz auftritt, muss der Guss abgebrochen werden.
Der kalte Guss trainiert nicht nur die Blutgefäße und unterstützt die Immunabwehr, sondern hilft auch bei venösen Durchblutungsstörungen wie Krampfadern oder Besenreisern, «schweren und müden Beinen», Hämorrhoiden, Migräne, niedrigem Blutdruck und dient als Einschlafhilfe. Er sollte aber nicht bei arteriellen Durchblutungsstörungen, während der Menstruation und bei Harnwegsinfekten angewendet werden.


Die Duschbrause lässt sich für kalte Güsse leicht entfernen.
Zu beachten:
• Bevor man eine Kaltanwendung beginnt, muss der Körper immer warm sein. Wer zu kalten Füßen neigt, muss diese durch Bewegung oder ein
warmes Fußbad anwärmen.
• Wenn Durchblutungs- und Sensibilitätsstörungen vorliegen, sollte man vorsichtig bei zu kaltem und zu heißem Wasser sein. Hitze und Kälte können evtl. nicht richtig empfunden werden.
• Der Reiz sollte variiert werden, um den Körper reaktionsfähiger zu halten. Deshalb sollten die Anwendungen hin und wieder gewechselt werden.
• Die Häufigkeit, die Temperaturen und die Temperaturunterschiede müssen individuell nach der Reaktion, der körperlichen Verfassung und der Befindlichkeit auf den einzelnen Menschen abgestimmt werden.
Haben Sie Kinder? Die meisten Kinder beschäftigen sich doch gerne mit Wasser. Gewöhnen Sie diese schon frühzeitig an die Vielseitigkeit dieses Elements. Wichtig ist, dass der Spaß im Vordergrund steht und kein Zwang ausgeübt wird. Machen Sie mit Ihren Kindern Übungen wie Taulaufen, Wassertreten, Güsse mit einer Kindergießkanne, Armbäder, Barfußgehen, Schneetreten und vielleicht auch ein Tauchbad. Ihrer Fantasie sind keine Grenzen gesetzt, um Ihren Kindern und sich selbst das Heilmittel Wasser näherzubringen.
Wickel
Brustwickel
«Nein, nein, und nochmals nein. Ich lege mich nicht hin!» Es erwartet mich ein kalter Brustwickel, denn ich habe eine dicke Erkältung, die Bronchien sind auch schon etwas beteiligt. Gerade habe ich meiner Mutter noch geholfen, das Bett für den Wickel zu richten. Ein großes Badetuch, damit der Schweiß dort aufgesogen wird und nicht ins Laken zieht. Darüber ein großes Laken, in das ich eingewickelt werden soll, in Brusthöhe zuerst ein Moltontuch, das von der
Achselhöhle bis zum Bauchnabel reicht, und dann noch das eiskalte, gut ausgewrungene Leinentuch, das etwas kleiner ist. Mit viel Überwindung lege ich mich nun doch hin. Schnell wickelt meine Mutter die beiden Tücher nacheinander faltenfrei um die Brust, dann werde ich in das Laken eingeschlagen. Zum Schluss stopft sie noch das Federbett um meinen Körper. Außer dem Gesicht schaut nichts heraus, nicht einmal der große Zeh. Die ersten Minuten ist es noch gewaltig kalt, aber dann wird es immer wärmer. Zu trinken gibt es Lindenblütentee, der auch noch von innen wärmt. Nach ca. 60-70 Minuten komme ich gewaltig ins Schwitzen. Schnell werde ich ausgepackt, mit einem leicht feuchten Tuch abgewaschen, damit sich die Nachschwitzphase verkürzt. Alle Wickelmaterialen kommen aus dem Bett heraus, und ich werde wieder zugedeckt und schlafe ziemlich schnell erschöpft ein. Am nächsten Tag sind die Bronchien frei, und die Erkältung ist fast weg. Was ist passiert?
Nach der Wiedererwärmung, die zu einer verbesserten Durchblutung führt und damit auch vermehrt Abwehrzellen an den Ort des Geschehens herbeiruft, kann die Wärme nicht entweichen. Die Temperatur erhöht sich weiter und das bedeutet, dass die Abwehrzellen schneller und effektiver arbeiten und Viren und Bakterien vernichten können. Am Schluss versucht der Körper, sich durch das Schwitzen selbst zu kühlen. Hier zeigt sich, dass Fieber eigentlich eine gute Sache ist. Aber bei Herz- und Kreislauferkrankungen und Kleinkindern kann eine zu hohe Temperatur für den Körper zu belastend sein. Dann kann man das Fieber mit einem Wadenwickel senken. So kann man sich Tabletten und Fieberzäpfchen sparen.
Brustwickel Anleitung




4.
wie den Molton


Wadenwickel
Dazu benutzt man für jeden Unterschenkel je ein Baumwolltuch, z. B. ein Geschirrtuch, das zur Hälfte nass gemacht und um die Wade gelegt wird. Die 2. trockene Hälfte ist das Zwischentuch. Am Schluss kommt noch ein Frotteetuch um die Wade. Hierbei muss auf folgende Dinge geachtet werden.
• Die Füße müssen warm sein, bevor der Wickel angelegt wird. Evtl. Socken anziehen, ein Fußbad nehmen oder eine Wärmflasche anlegen.
• Je feuchter das Wickeltuch, umso stärker ist der Reiz, umso schneller kann die Temperatur gesenkt werden. Dies kann aber häufig zu belastend für den Körper sein. Dann das Tuch stärker auswringen.
• Die Wassertemperatur braucht nur 2-5 Grad unter der Körpertemperatur zu sein. Es wirkt die Verdunstungskälte. Ist das Wasser zu kalt, verengen sich die Gefäße zu lange und das Blut, das ja auch abgekühlt wird, kann dann die Kälte nicht in den Körper transportieren.
• Sobald das innere Wickeltuch warm wird, muss es erneut angefeuchtet werden. Das kann in etwa alle 10 Minuten sein. Das Wasser sollte jedes Mal erneuert werden, damit es sich nicht erwärmt und damit die Stoffwechselabbauprodukte, die über die Haut ausgeschieden werden, aus dem Tuch gewaschen werden.
• Die Temperatur sollte nur um 0,5 -1 Grad in der Stunde gesenkt werden, sonst wird der Kreislauf zu sehr belastet.
• Kinder bleiben nicht immer ruhig liegen. Man kann ein Paar alte Baumwollstrümpfe nehmen, den Fußteil abschneiden und den Rest anfeuchten und als Tuchersatz über die Waden ziehen. Dann noch ein paar lockere Wollstrümpfe darüberstreifen.
• Je nach Bedürfnis des Fiebernden werden die Beine leicht bedeckt oder bleiben unbedeckt.
• Werden die Füße während des Wickels kalt, sollte der Wadenwickel abgebrochen werden.
• Es darf nie Plastik als Bettschutz um die Beine gewickelt werden. Dann kann die Wärme nicht abgeleitet werden. Es kommt zu einem Wärmestau, und die Temperatur steigt.
• Sollte das Fieber nicht sinken, muss mit dem Arzt Kontakt aufgenommen werden.
Dieser Wickel ist arbeitsintensiv, da man damit ca. 1 Stunde beschäftigt ist. Es empfiehlt sich, außer dem Wasserwechsel keine andere Tätigkeit vorzunehmen, sondern bei der kranken Person zu bleiben. Diese wird sich über die Aufmerksamkeit freuen, und Kinder sind glücklich, wenn sie eine Geschichte vorgelesen bekommen. Die Mühe lohnt sich.
Die oben beschriebenen Anwendungen sind nur ein kleiner Teil der Hydrotherapie. Pfarrer Kneipp hat über 130 Anwendungen nicht nur mit Wasser, sondern auch mit Zusätzen entwickelt. Wer Lust auf mehr hat, kann sich ein entsprechendes Buch kaufen, vielleicht in seinem Schrank eine kleine Kiste mit Wickelmaterialien bereitlegen, um jederzeit mit Wasser und anderen natürlichen Heilmitteln bei kleinen Beschwerden handeln zu können. Aber fragen Sie bei Unklarheiten und unbekannten Beschwerden immer den Arzt!
Buchtipp zu Wickel: «Wohltuende Wickel», Maya Thüler
1. Das Bett auf Brusthöhe mit einem großen Badetuch auslegen.
2. Über das Badetuch ein großes Laken legen.
3. Danach den Molton von Achselhöhle bis Bauchnabel darüber geben.
Als nächstes das eiskalte, ausgewrungene Leinentuch auf selber Höhe
ausbreiten.
5. Eins nach dem anderen einwickeln.
6. Die Kälte ist zu Beginn sehr unangenehm, aber schon bald wird’s mollig warm.




Dr. MeD. ANDreAS BiNuS
Assistenzarzt Innere Medizin, Aarau, CH
Lebenselixier Wasser
Unser Blauer Planet – aus den Weiten des Alls betrachtet – zeichnet farblich eine wesentliche Grundlage des Lebens ab: Wasser – H2O! Die medizinische Bedeutung dieses einzigartigen Gutes soll im Folgenden beleuchtet werden.
Ohne Wasser kein Leben!
Zu 70 % ist unsere Erdoberfläche vom Wasser bedeckt, etwa 96 % davon sind Salzwasser. Auf die Nutzung des vergleichsweise minimalen Süßwasservorrats sind nicht nur 7 Milliarden Menschen angewiesen, sondern auch Tiere und Pflanzen. Für eine Vielfalt alltäglicher Vorgänge, von der Morgentoilette bis hin zu komplexen industriellen Herstellungsverfahren, ist Wasser unabdingbar.
Noch wichtiger als die äußere Anwendung ist seine Bedeutung für die vielfältigen Funktionen des menschlichen Körpers – ohne Wasser kein Leben!
Ausfuhr versus Einfuhr –ein sensibles Gleichgewicht Man stelle sich das Wasser wie einen unverzichtbaren Nährstoff vor, der in unterschiedlichster Form täglich in den Körper aufgenommen wird, ob pur, in Brei oder in festen
Speisen gebunden – fast überall ist es enthalten. In welcher Form auch immer aufgenommen, trägt es letztlich dazu bei, den unausweichlichen Wasserverlust wieder auszugleichen. Denn wir verlieren es ständig! Es wird nicht nur über den Urin und Stuhlgang ausgeschieden, sondern kann in beträchtlichen Mengen über die Haut und selbst beim Atmen verdunsten. All diese Verluste müssen ersetzt werden.
Deckt die Wasseraufnahme nicht den Verlust, kann es rasch zu Dehydratation (Austrocknung) kommen. Verstärkt wird der Effekt bei warmen Temperaturen, während eines anstrengenden körperlichen Trainings, in großen Höhen und bei älteren Menschen, deren Durstempfinden weniger ausgeprägt ist.
Ein einmaliger Regelkreis
Der Körper besteht zu 6070 % aus Wasser, das Gehirn sogar zu 70-80 %. Wichtige Funktionen der Körperflüssigkeiten sind die Kreislauffunktion, die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur, die Speichelproduktion und die Verdauung sowie die Aufnahme und der Transport von Nährstoffen. Im Hintergrund arbeitet ein komplexer Regelkreis, der stets den «Wasserpegel» im Körper misst und nötigenfalls ausgleicht: Durch den hinteren Teil der Hypophyse, einer wichtigen Hormondrüse im Gehirn, kommuniziert der Körper mit den Nieren und signalisiert, wie viel Wasser im Urin ausgeschieden werden soll oder aber als Reserve einbehalten werden muss. Zu wenig Flüssigkeit im Körper aktiviert via Gehirn den körperinternen Durstmechanismus.
Wenn man nicht gerade Medikamente einnimmt, die – wie etwa beim Herzkranken – dafür sorgen, Wasser auszuscheiden, ist es ratsam, den Durstsignalen des Körpers zu folgen und Flüssigkeit in jeglicher Form aufzunehmen. In jeder Form? Naja, insbesondere Alkohol kommt als «Flüssigkeit» nicht in Frage, weil dieser eher das Gegenteil bewirkt, indem er Einfluss auf die Gehirn-/Nierenregelkreise nimmt und einen Wasserverlust sogar begünstigt. Dehydratation kann die Folge sein.
Hirnanhangsdrüse

rechte
Niere
Harnleiter



















































Der Hypothalamus und bestimmte Spezialzellen im Gehirn, Halsschlagader und Herz messen ununterbrochen den Eindickungsgrad des Blutes, das Blutvolumen und den Blutdruck im Körper.
Entsprechend dem aktuellen Wasserstand produziert der Hypothalamus gleich viel, mehr oder weniger Vasopressin (Hormon, u.a. für den Wasserhaushalt) und leitet dieses an den Hypophysenhinterlappen weiter, welcher es dann ins Blut ausschüttet.
Vasopressin verbreitet sich mit dem Blut im gesamten Körper, macht Adern enger und signalisiert zugleich den Nieren entsprechend seiner Menge, mehr oder weniger Flüssigkeit mit dem Urin auszuscheiden.
Entsprechend der Konzentration an Vasopressin im Blut passen die Nieren die Flüssigkeitsausscheidung dem Urin an, sodass der Eindickungsgrad des Blutes, das Blutvolumen und der Blutdruck im Körper normal bleiben und weder zu groß noch zu klein sind.
Gehirn
Hypothalamus
linke Niere
Wesentliche Gründe für einen ausreichenden Wasserkonsum:
Wasser hilft Gehirn und Muskeln
Ein ausgeglichener Wasserhaushalt ist Voraussetzung für die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit. Zellen, die nicht mehr das Flüssigkeits- und Elektrolytgleichgewicht halten können, schrumpfen. Es kommt zu Ermüdungserscheinungen.
Da das Gehirn zum größten Teil aus Wasser besteht, wird seine Leistungsfähigkeit bei Flüssigkeitsmangel eingeschränkt. Konzentrations- und Aufmerksamkeitsprobleme sowie Nervosität treten auf. Besonders schlimm können diese Symptome bei Senioren sein. Sie trinken auch bei milden Temperaturen oft zu wenig. Kommt dann noch zusätzlicher Flüssigkeitsentzug durch Hitze hinzu, kann es sogar zu echten Verwirrtheitszuständen kommen. Bei jungen Leuten in Schule oder Studium belegen verschiedene Studien den Zusammenhang einer ausreichenden Hydrierung (Wasserversorgung des Körpers) und des Lernerfolges – siehe z. B. unter http://www.trinken-im-unterricht.de/richtig-trinken/trinken-und-denken.html.
Auch bei Muskelbetätigung ist es wichtig, vor und während des Trainings entsprechend Flüssigkeit aufzunehmen. Gemäß den Richtlinien der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) sollte etwa 2 Stunden vor dem Sport ein halber Liter Wasser getrunken werden – hingegen kann diese Menge – unmittelbar vor der Betätigung getrunken – das Training unnötig erschweren. Während des Sports sollten zeitnah und in regelmäßigen Abständen kleinere Mengen Wasser nachgetrunken werden, um den durch Schwitzen bedingten Flüssigkeitsverlust auszugleichen.
Als Faustregel gilt: 800 ml Wasser pro Stunde Sport trinken. Bei längerem Training oder Ausdauersport sollte alle 15 Minuten etwa ein Viertel Liter getrunken werden.
Um herauszufinden, ob der Körper während des Ausdauersports ausreichend mit Flüssigkeit versorgt ist, hilft folgender Tipp: Sich vor und nach dem Training auf die Waage stellen. Die Differenz des Körpergewichts entspricht in etwa dem Flüssigkeitsverlust. Dieser sollte nicht über zwei Prozent des Körpergewichts liegen. Sind es mehr, hat man zu wenig getrunken.
Für eine sportliche Belastungsdauer von bis zu einer Stunde ist Trinkwasser die richtige Wahl. Wer länger trainiert, sollte auch die verlorengegangenen Mineralstoffe (Kochsalz, Magnesium und andere Elektrolyte) ersetzen. Statt teurer «isotonischer Getränke» kann in den meisten Fällen auf Schorlen zurückgegriffen werden. Im richtigen Verhältnis gemischt –eins (Fruchtsaft) zu drei (Wasser) – zählt auch die Apfelschorle zu den isotonischen Getränken. Diese treten besonders schnell vom Verdauungstrakt ins Blut über, gleichen den Flüssigkeitsverlust beim Sport optimal aus und liefern Energie.
Wasser hilft bei der Schadstoffentsorgung
Schädigende Substanzen gibt es viele. Wie im Einzelnen ihre dosisabhängigen Wirkungen auf den Körper sind und inwieweit sie durch Wassertrinken über die Nieren ausgeschieden werden, ist wissenschaftlich nicht bei jedem Stoff bis ins Detail untersucht. Tatsache ist jedoch, dass wasserlösliche Schadstoffe über den Urin ausgeschieden werden können. Die bedeutendsten dieser Substanzen sind gut untersucht, eine davon ist der Harnstoff. Er fällt bei
Stoffwechselprozessen als Abfallprodukt an und kann, wenn hoch konzentriert und in Kontakt mit Bakterien, einen stechenden Geruch abgeben, da Ammoniak freigesetzt wird. Dieser Geruch mag dem Leser von Dixi-Toiletten auf Campingplätzen oder Trockentoiletten (Plumpsklos) auf Berghütten bekannt sein.
Die Farbe des Urins ist ein Indikator für die Konzentration des Urins und der darin enthaltenen Stoffe: Genügend Flüssigkeitszufuhr lässt ihn hell erscheinen. Wenn ungenügend mit Wasser versorgt, werden gelbliche Färbung und Geruch zunehmen, weil die Nieren anfangen, Wasser für wichtige Körperfunktionen zurückzubehalten. Man sollte jedoch beachten, dass gewisse Farbstoffe wie Betacarotin in der Nahrung ebenfalls einen dunkleren, orangefarbenen Urin erzeugen können.
Achtung: Wer stets zu wenig trinkt und sich dazu in besonders warmen Klimazonen aufhält, ist einer größeren Gefahr ausgesetzt, Nierensteine zu entwickeln.
Eine adäquate Wasseraufnahme hilft, den Kalorienverbrauch zu kontrollieren
Zumeist wird, begleitend zu einer Diät, viel Wasser getrunken. Obwohl Wasser kein Zaubermittel für den Gewichtsverlust ist, hilft es doch als Ersatz für süße, hochkalorische Getränke. Zudem kann Gemüse mit hohem Wasseranteil durch sein größeres Volumen das Sättigungsgefühl verstärken, indem mehr gekaut werden muss und die Resorption verlangsamt ist. Besonders wasserreich sind Obst und Gemüse, grüne Bohnen sowie Brei (z. B. aus Hafer).
Wasser hält die Haut stramm
Die Haut enthält viel Wasser – sie fungiert als Schutz vor übermäßigem Flüssigkeitsver -
lust. Jedoch sollte klar sein, dass man trotz noch so hoher Wasseraufnahme Falten nicht völlig beseitigen kann. Dehydrierung lässt die Haut trockener und dadurch auch faltiger erscheinen, ein Zuviel an Wasser wird jedoch von den Nieren ausgeschieden. Eine Feuchtigkeitscreme kann in einigen Fällen den glättenden Effekt weiter verbessern.
Wasser und das Herz Groß angelegte Studien belegen, dass eine angemessene Wasseraufnahme das Herz schützen kann. Demnach kann eine unzureichende Wasseraufnahme zu Dehydratation führen, was eine erhöhte Blutviskosität (dickeres Blut) zur Folge hat. Alle genannten Faktoren stehen mit erhöhtem Herzinfarktrisiko im Zusammenhang. An 8’280 Männern und 12’017 Frauen konnte im 6-jährigen Untersuchungszeitraum gezeigt werden, dass Personen, die 5 oder mehr Gläser Wasser pro Tag tranken, weniger als die Hälfte Herzinfarkte erlitten im Vergleich zu jenen, die zwei oder weniger Gläser Wasser pro Tag tranken (Am. J. Epidemiol. 2002. doi: 10.1093/ aje/155.9.827). Diese Resultate zeigten sich sogar nach der Bereinigung der Daten im Hinblick auf die wichtigen und bekannten Risikofaktoren wie Alter, Rauchen, Bluthochdruck, Fettleibigkeit, Ernährung und Bildungsstatus.
Andere Getränke (Kaffee, Softdrinks ...) erzielten in dieser Studie nicht den gleichen Nutzen. Tatsächlich zeigte sich für jene, die andere Flüssigkeiten tranken, sogar ein erhöhtes Sterblichkeitsrisiko im Vergleich zu jenen, die reines Wasser zu sich nahmen.
Wasser hilft bei der Regulation von Darmfunktion und Verdauungsvorgängen
Eine gute Hydrierung hilft, den Umlauf des Magen-Darmtraktes zu regulieren, und beugt Obstipation (Verstopfung) vor. Eine unzureichende Flüssigkeitsaufnahme führt dazu, dass der Dickdarm dem Stuhl Flüssigkeit entzieht, was Verstopfung zur Folge haben kann. Ausreichend Flüssigkeit und Faserstoffe sind eine ideale Kombination, die wie ein Besen hilft, den Darm durchzuputzen.

4 Tipps, die dabei helfen, mehr zu trinken

Wenn man den Eindruck gewinnt, dass man mehr trinken sollte, können folgende Punkte helfen, die Vorteile des Wassers zu erfahren:
1. Statt den Hunger zwischendurch mit einem Snack zu stillen, greife man zur Wasserflasche oder allenfalls zu einer Saftschorle.
2. Iss mehr Obst und Gemüse – diese haben einen hohen Wasseranteil und werden dadurch die Hydrierung des Körpers unterstützen. Vergessen wir nicht, dass feste Nahrung etwa 20 % unserer Flüssigkeitsaufnahme ausmacht!
3. Trage die Wasserflasche stets bei dir – im Auto, am Schreibtisch, in der Tasche oder im Rucksack.
4. Lerne neu, den Geschmack «bloßen» Wassers zu schätzen. Wer Softdrinks gewohnt ist, braucht ein paar Wochen starken Willen, dann schmeckt auch normales Wasser wieder viel besser.


DONNA J. HABeNichT Emeritierte Professorin für Erziehungspsychologie, USA
Dem Gruppendruck widerstehen –was Kinder stark macht
Gruppendruck durch Gleichaltrige ist in manchem ähnlich wie der Wirbelsturm George, der 1998 über die Karibik fegte. Allein in Puerto Rico, wo unser Sohn lebte, verursachte dieser Orkan einen Schaden von zwei Milliarden Dollar. Es gab aber nur wenige Tote, weil die Menschen vorbereitet waren. In den letzten Jahren haben die Puerto-Ricaner hart daran gearbeitet und Häuser aus Stein auf festen Fundamenten errichtet. Fast alle Häuser haben nun Metalljalousien vor den Fenstern, die dem Sturm standhalten. Der Hersteller der Fenster im neuen Haus unseres Sohnes garantiert sogar, dass sie Orkanen widerstehen. Als wir vor dreißig Jahren dort lebten, wohnten viele Menschen in Holzhäusern, die eine leichte Beute für die zerstörerischen Wirbelstürme sind. Gruppendruck erreicht die Kinder wie ein Wirbelsturm – mit voller Wucht und dem Potenzial, sie emotional zu «töten». Aber Familien, die ihre Kinder vorbereitet haben, indem sie solide Wertgrundlagen und spezielle Fähigkeiten im Umgang mit Gruppendruck vermittelten, können den Angriffen widerstehen. Vielleicht geraten die Kinder gelegentlich ins Straucheln, aber der Verlust des guten Charakters und der Lebensperspektive bleibt ihnen erspart. Gruppendruck durch Gleichaltrige beginnt im Vorschulalter und setzt sich in der Kindheit, Pubertät und Jugend mit immer schnellerer Geschwindigkeit fort. Obwohl seine Intensität nach der Ju-
gendzeit abnimmt, sind auch Erwachsene hin und wieder Gruppendruck ausgesetzt.
Gruppendruck ist keine Erfindung des 20. Jahrhunderts oder ein besonderer Trick für das 21. Jahrhundert, aber viele Experten sind der Meinung, er habe in den letzten Jahrzehnten zugenommen. Wie können Sie Ihren Kindern helfen, mit dem immer stärker werdenden Gruppendruck umzugehen, dem sie jeden Tag ausgesetzt sind?
Den Einfluss der Familie stärken
Der Einfl uss der Familie ist ein wichtiger Schlüssel, um Gruppendruck zu verhindern. Sharon Scott, eine anerkannte Expertin auf dem Gebiet des Gruppendrucks und Autorin des Buches «Peer Pressure Reversal», meint, dass die gesellschaftlichen Veränderungen den Gruppendruck erhöht haben, weil sie den Einfluss der Familie auf das Kind verringern. Diese Entwicklungen haben die Qualität und Quantität der Kind-Erwachsenen-Interaktion vermindert, mit anderen Worten: Kinder verbringen nicht mehr so viel Zeit mit den Erwachsenen wie früher. Wenn Kinder überwiegend mit ihresgleichen zusammen sind, ist der Gruppendruck stärker. Die Zeit mit Erwachsenen reduziert den Gruppendruck.
Weil heutzutage die Familien mobiler geworden sind, fehlt der Zusammenhalt in der Nachbarschaft. Früher achteten die Nachbarn gegenseitig auf alle Kinder. Immer weniger Familien
leben in der Nähe ihrer nächsten Verwandten. Früher kümmerten sich Großeltern, Tanten, Onkel, Cousins und Cousinen mit um die Kinder. Diese konnten sich nicht so viel erlauben, weil so viele etwas mitbekamen. Der Anstieg der Zahl alleinerziehender Eltern und der Familien, in denen Vater und Mutter arbeiten, hat dazu geführt, dass Eltern viel weniger Zeit mit ihren Kindern verbringen. Sie sind einfach zu beschäftigt, um oft mit ihnen zusammen zu sein. Als Folge sind sich Kinder mit ihren Freunden selbst überlassen. Innerhalb der letzten zwanzig Jahre hat sich die durchschnittliche Arbeitswoche in den Vereinigten Staaten um mehrere Stunden erhöht. In Deutschland, der Schweiz und Österreich gibt es ähnliche Entwicklungen. Eltern möchten unabhängige und selbstständige Kinder haben, die auf sich selbst aufpassen, sodass sie nicht mehr so viel darauf achten müssen, was vorgeht. Jede moderne Zeitschrift schreibt über diese Art selbstständiger Kinder. Das scheint das vorrangige Ziel in der heutigen Erziehung zu sein. Teenager (und jüngere Kinder) in Fernsehprogrammen liefern hauptsächlich negative Vorbilder. Die realen Jugendlichen spüren den Druck, so zu sein wie die Kinder im Fernsehen. Musiker und Sänger, Filmstars und Sportidole liefern heutzutage im Allgemeinen keine positiven Rollenvorbilder.
In Familien, in denen es viele elektronische Geräte gibt, lebt jeder in seiner eigenen

Welt, ohne sich mit anderen Familienmitgliedern auszutauschen. So wird die Zeit weniger, die man mit Erwachsenen verbringen kann. Wertvolle Zeit – auch für die Vermittlung von Werten – geht verloren. Es ist wichtig, diese gesellschaftlichen Einflüsse zurückzudrängen, um unsere Kinder beim Umgang mit Gruppendruck zu unterstützen. Was können wir noch tun?
Hilfen gegen den Gruppendruck
Prägen Sie früh den Gedanken ein, dass wir manchmal nicht so handeln können wie die meisten anderen.
Die meisten Eltern wünschen sich kontaktfreudige und beliebte Kinder, die viel Zeit mit ihresgleichen verbringen. Viele messen ihren Erfolg als Eltern an der Beliebtheit ihrer Kinder unter Gleichaltrigen. Aber manche Kinder passen nicht in dieses Schema, denn ihre Interessen unterscheiden sich von denen anderer Kinder ihres Alters: Sie lesen lieber ein Buch oder entwickeln ein Computerprogramm, statt mit der Clique zusammen zu sein. Tatsächlich ist der Gruppendruck für solche Kinder geringer, denn sie haben sich bereits entschieden, anders zu sein. Seien Sie dankbar dafür und versuchen Sie nicht, Ihre Kinder zur Anpassung an die Gruppe zu erziehen.
Verkündigen Sie Ihre Botschaften früh genug!
Reden Sie über die Aktivitäten eines Jugendlichen, ehe
Ihr Kind dieses Alter erreicht. Festigen Sie die Verhaltensweisen, die Sie dann von ihm erwarten, bevor der Sturm losbricht. Reden Sie gemeinsam über Gruppendruck und seine Auswirkungen. Sprechen Sie über Freundschaften, Kleidung und Verabredungen, lange bevor die Hormone Ihr Kind in ein Ihnen fremdes Wesen verwandeln.
Ermutigen Sie zur Orientierung an der Familie statt an Gleichaltrigen. Untersuchungen über Suchtmittel-Abhängigkeiten haben gezeigt, dass Jugendliche, die eine stärkere Familienorientierung besitzen, weniger zu Alkohol und Drogen greifen und auch weniger dem Gruppendruck erliegen. Je stärker die Bindung an die Familie ist, desto größer ist deren Einfluss auf die Wertebildung. Wenn Ihre Familienstruktur schwach ist und Sie das wissen, begeben Sie sich auf dem schnellsten Weg zum nächsten Familienberater oder Therapeuten, damit sich in Ihrer Familie etwas grundlegend verändert. Um der Zukunft Ihrer Kinder willen brauchen Sie jetzt eine starke Familie.
Stärkung der Familienbindungen
1. Zeigen Sie Interesse an dem, was Ihre Kinder tun oder was sie bewegt. Stellen Sie Fragen und nehmen Sie Anteil.
2. Pflegen Sie gemeinsame Familieninteressen und -hobbys.
3. Seien Sie einen Schritt voraus. Planen Sie viele interessante Familienaktivitäten. Ermutigen Sie die Kinder, selbst welche zu planen oder vorzubereiten.
4. Begrenzen Sie die Zeit mit Freunden zugunsten von Familienaktivitäten.
5. Laden Sie dazu andere Kinder ein. Heißen Sie die Freunde Ihrer Kinder dabei willkommen.
6. Stellen Sie in Ihrem Haus folgende Dinge für kinderfreundliche Aktivitäten zur Verfügung: Spiele, Bastelsachen, Materialien für Hobbys, Tischtennisplatte, Basketballkorb (wenn möglich) usw. Kaufen Sie Familienkarten für Freizeitparks, damit Ihre Kinder auch Freunde mitnehmen können.
7. Pflegen Sie die Freundschaft mit Ihren Kindern. Mindestens zweimal im Monat sollten Vater oder Mutter (am besten abwechselnd) eine Verabredung mit jedem ihrer Kinder allein haben.
8. Seien Sie erfinderisch, um Zeit für Ihre Kinder zu reservieren.
9. Respektieren Sie die zunehmende Reife der Kinder.
10. Machen Sie die Familie zum attraktivsten Ort der Welt. Achten Sie darauf, dass Ordnung herrscht und Keksdose und Kühlschrank gefüllt sind. Senden Sie eine Botschaft des Willkommens und der Gastfreundschaft aus.
Ermutigen Sie die Kinder, sich an lohnenden Aktivitäten zu beteiligen.
Ein Kind findet gleichgesinnte Freunde, indem es sich an außerschulischen Aktivitäten beteiligt: in einem Orchester, in einer Pfadfinder-, Teenie- oder Jugendgruppe oder in einem örtlichen Freiwilligendienst. Dort üben die Kinder meistens einen positiven Einfluss aufeinander aus.
Zeigen Sie den Kindern, wie sie sich attraktiv kleiden und im Umgang mit anderen angemessen verhalten können.
Ein Kind, das sich im Umgang mit anderen sicher fühlt, wird viel seltener dem Gruppendruck nachgeben. Es weiß, wie es sich verhalten soll. Weil die anderen es achten, gehört es dazu, obwohl es nicht immer
derselben Meinung ist.
Bringen Sie Ihren Kindern vor ihrem 13. Lebensjahr bei, wie sie sich attraktive Kleidung aussuchen können, die zu ihrer Persönlichkeit und ihrem Typ passt. Leben Sie soziale Kompetenzen zu Hause vor.
Stellen Sie klare Richtlinien für das Verhalten Ihrer Kinder auf. «Mein Vater sagt, dass ich das nicht darf» kann einem Kind den Rücken stärken, wenn es vor einer Entscheidung steht. Die Familie sollte der Wächter der Verhaltensmaßstäbe sein.
Ermutigen Sie Ihre Kinder, sich frühzeitig auf Werte zu verpflichten.
Wenn Ihr Kind bald die siebte oder achte Klasse besucht, sprechen Sie mit ihm ernsthaft über den Druck, dem
es als Teenager ausgesetzt sein wird. Laden Sie es ein, um nur mit Ihnen und Ihrem(r) Ehepartner(in) ausgiebig essen zu gehen und dabei über manche «heiße» Themen zu sprechen, z. B. Sexualität.
Die Vereinbarung einer Selbstverpflichtung vor der Zeit hilft enorm bei einigen der schwierigsten Entscheidungen: Ich werde keine Drogen nehmen. Ich werde nicht rauchen, keinen Alkohol trinken. Wenn im Voraus klare Entscheidungen getroffen worden sind, ist es im Ernstfall viel leichter. Überlassen Sie diese Entscheidungen nicht dem Zufall! Tun Sie alles Mögliche, um Ihr Kind zu ermutigen, einige feste Selbstverpflichtungen auf der Grundlage solider Werte einzugehen!
Gekürzter Auszug aus dem Buch «Wie man Kindern Werte vermittelt», Donna J. Habenicht, www.adventistmedia.de

Lebensweisheiten
Ein paar Tropfen Lebensweisheit

Enttäuschungen sind nur Haltestellen in unserem Leben. Sie geben uns die Gelegenheit zum Umsteigen, wenn wir in die falsche Richtung fahren.
Unbekannt
Man muss sich durch die kleinen Gedanken, die einen ärgern, immer wieder hindurchfinden zu den großen Gedanken, die einen stärken.
Dietrich Bonhoeffer


«Du kannst gegen Wellen ankämpfen oder dich von ihnen in die Zukunft tragen lassen.»

Wer zur Quelle will, muss gegen den Strom schwimmen.



Wellness-Oasen –was uns Wasser bedeutet
Vier Menschen, vier Leidenschaften ...
Was mir das Surfen bedeutet
Seit ich mich erinnern kann, halte ich mich gerne im und auf dem Wasser auf. Als ich etwa neun Jahre alt war, ging ich oft mit meinem Vater in den Ferien noch vor dem Frühstück im Meer schnorcheln. Auch das Segeln mit kleinen EinrumpfBooten oder Katamaranen gehörte zu unseren Urlaubshöhepunkten. Vor zwei Jahren habe ich das Windsurfen entdeckt.
Zurzeit betreibe ich diese Sportart am liebsten. Deswegen spare ich fleißig, damit ich mir mein eigenes Windsurfbrett kaufen kann. Es macht mir enorm Spaß, nur vom Wind angetrieben, über das Wasser zu gleiten. Mich fasziniert das Gleichgewicht zwischen Kraft und Geschwindigkeit. Wind und Meer verfügen, je nach Wetterbedingungen, über gewaltige Kräfte. Wenn ich mir diese zunutze machen und in Geschwindigkeit umset-
zen kann, verschafft mir das einen regelrechten «Adrenalinkick». Ich werde eins mit den Elementen und zum Bindeglied zwischen Brett und Segel. Das Tolle an diesem Wassersport ist, dass man sich in seinem Können immer weiter steigern und sich neuen Herausforderungen stellen kann. Nicht ins Wasser zu fallen, wenn man geradeaus fährt, ist das eine. Bei Richtungswechseln und Manövern meistens trocken zu bleiben ist mein nächstes Ziel. Zum Glück gehen die meisten Stürze ins «weiche» Nass glimpflich aus. Nach dem Windsurfen das Salz aus dem Mund spülen und im Sand liegen tut gut und gehört dazu.
Eric André Frei geht in die 7. Klasse. Seine Hobbys sind Wassersport, Fotografie und Zeichnen.
(M)ein häusliches WasserWärmeWohlfühl ritual
Oasen haben einen besonderen Reiz und üben eine starke Anziehungskraft aus. Sie unterbrechen ermüdende Herausforderungen oder Wüstenlandschaften. Üblicherweise sieht man diese Ruheplätze bereits von Weitem. Dementsprechend wächst die Vorfreude auf Entspannung und Erholung.
Keiner geht in der Wüste «spazieren», sondern durchquert diese bewusst und überlegt, um von Oase zu Oase die täglichen Herausforderungen zu meistern. Sehr viel häufiger als geographisch bewegen wir uns jedoch in Alltagswüsten von Überlastung, ständiger Wiederholung oder Pflichten.
Rituale bereichern das Leben
Rituale helfen, Wertvolles im Leben als etwas Besonderes zu gestalten und nicht dem Zufall zu überlassen. Ein für mich besonderes Ritual ist ein wöchentliches «Öl-Bad», das mir so richtig guttut. Nicht nur körperlich, sondern ganzheitlich.
Es ist für mich keine «Pflichtübung» (wie Zähneputzen), sondern eine geplante Zeit des Loslassens, Auftankens und Genießens.
Bereits bei der gedanklichen und folglich realen Vorbereitung meiner «Bade-Oasen-Zeit» erfasst mich das Gefühl der Freude. Dazu gehören ein gutes Ba-
de-Öl (ohne Seifenzusatz), der bereitgestellte Stuhl, auf den ich jene Zeitschrift lege, die ich mir für diese besondere Zeit zum Lesen bereitgelegt habe, das griffbereite Badetuch
Wenn ich in dieses Wasser-Wärme-Wohlfühlritual hineintauche, empfinde ich Dankbarkeit. Ich nehme es keineswegs als Selbstverständlichkeit. Mit diesem wöchentlichen Verwöhn-Ritual mache ich mir selbst eine Freude und drücke meine Wertschätzung mir selbst gegenüber aus.
Ich möchte mich nicht «aus den Augen verlieren», sondern gestärkt anderen Menschen und Verpflichtungen im seelischen Gleichgewicht begegnen.
«Was der Schlaf für den Körper, ist die Freude für den Geist. Zufuhr neuer Lebenskraft.» Rudolf von Ihring
Wichtig zu beachten:
• Wasser soll nicht zu warm sein (max. 3538 °C)
• Badezeit begrenzen (ca. 20 Minuten)
• gutes Bade-Öl (ohne Seifenzusatz) verwenden (ca. 3 Esslöffel)
• nach dem Baden die Wanne gut vom Ölrest säubern, andernfalls besteht akute Rutsch und Verletzungsgefahr.
Günther Maurer ist Gesundheitsberater, Seelsorger und Führungskraft.


Seelisch und körperlich im Fitnesspark auftanken
Nachdem wir eine ½ Stunde Kraft- und 1 Stunde Ausdauertraining «genossen» haben, könnten mein Mann und ich eigentlich nach Hause gehen. Dies machen wir aber nicht, weil unser Fitnesspark über einen Wellnessbereich verfügt. Es gibt nichts Schöneres, als nach der körperlichen Anstrengung noch mindestens 1 Stunde zu entspannen. Dies beginnt im Whirlpool, einem 38 Grad warmen Sprudelbad mit Massagedüsen. Es lockert nicht nur die Muskeln, die Gelenke und die Bandscheiben, sondern entspannt auch den Körper und den Geist. Aufgrund des Auftriebs fühle ich mich schwerelos und unbelastet. Ich schalte ab und genieße. Manchmal lernt man neue Menschen kennen und kommt ins Gespräch. So hat es sich auch schon ergeben, dass ich mitten im Sprudelbad tiefsinnige Unterhaltungen führen durfte. Im Dampfbad und in der Sauna ist aber dann Ruhe angesagt, die meistens auch eingehalten wird. Bevor ich ins Dampfbad gehe, lasse ich noch kaltes Wasser über mich gießen, damit sich mein Körper nach dem Sprudelbad etwas abkühlt. Weil das Dampfbad nicht so heiß und es vollkommen ruhig ist, nutze ich die Zeit für mich zum Nachdenken.

Nach 20 Minuten wird es mir allmählich zu heiß. Die kalte Dusche und das Kaltwasserbecken sind dann genau das Richtige. Sie bringen meinen Kreislauf wieder in Schwung, und ich fühle mein Herz schneller und lauter schlagen. Damit ergeht die Einladung, im Liegestuhl im Ruheraum (oder im Sommer im Außenbereich) zu entspannen, bewusst ein- und auszuatmen, den Tag Revue passieren zu lassen und an schöne Momente zu denken. Je nach Bedürfnis schließt sich noch ein Saunagang an, wobei ich dort aufgrund der höheren Temperatur nur maximal 10 Minuten lang verbleibe. Danach fühle ich mich befreit, gelockert, glücklich und mit neuer Kraft ausgestattet. Ich merke, wie ich besser einschlafen kann, weil ich im Bett nicht mehr an die Arbeit oder den Alltag denke. Auch Ängste und Sorgen durfte ich bei diesem «Wellness-Höhepunkt» ablegen. Deshalb kann ich sagen: Wasser tut – in Kombination mit Ruhe und Entspannung –meiner Seele einfach gut!
Tamara Marti ist 39 Jahre alt und wohnt mit ihrem Ehemann am Thunersee. Sie sind beide Bankangestellte. Der Ausgleich in den Bergen, am und im Wasser ist ihnen sehr wichtig.
Freude am Wasser –Gerätetauchen
Bis man endlich den Kopf unter dem Wasser hat und wortwörtlich in eine andere Welt abtaucht, dauert es jeweils eine Weile. Besonders wenn man in einem Binnenland wohnt wie ich. Tauchen im See hat zwar auch seinen Reiz, ist aber meistens so kalt, dass man das Wasser mit blauen Lippen verlässt. Daher steht meistens eine längere Reise an, bis ich das (warme) Meer erreicht habe. Vor Ort suche ich mir einen Tauchshop und melde mich für einen Tauchgang an, weil die Einheimischen die schönen Plätze, aber auch die Gefahren kennen. Einmal in die Ausrüstung hineingezwängt, geht es dann entweder über den Strand oder das Tauchboot ab ins Wasser.
Unter Wasser gelten andere Regeln als an Land: So kann ich senkrecht abtauchen – ähnlich einem Vogel im Sturzflug, oder über ein Riff hinaus weiter geradeaus gleiten – ähnlich einem Adler, der eine Kuppe hinter sich lässt. Im offenen Meer, wenn das Auge keinen Bezugspunkt zur Orientierung hat, wird mir (ähnlich wie beim Betrachten der Sterne) bewusst, wie klein wir doch sind. In diesem Augenblick auf den Rücken gedreht den Luftblasen hinterher schauen, wie sie sich viele Meter bis zur Wasseroberfläche kämpfen – so etwas geht nur im Traum oder eben beim Gerätetauchen.
Eine Vielzahl der Unterwassertiere ist unglaublich bunt und wunderschön zu betrachten. Häufig gibt es so viel zu sehen, dass man gerne die Zeit vergisst. Eile unter Wasser wird
einem schon früh vom Tauchlehrer während der Ausbildung abgewöhnt. Hektik ist auch dann nicht angebracht, wenn durch einen Flossenschlag eines Mittauchers die eigene Tauchermaske mit Wasser geflutet wird. Dank wiederholtem Training während der Ausbildung lässt sich die Maske auch unter Wasser wieder leeren, und der Tauchgang kann ungehindert fortgesetzt werden. Das verleiht mir Sicherheit auch in dieser anderen Welt, sodass ich den Ausflug genießen kann. Getaucht wird grundsätzlich zu zweit. Mein bevorzugter Tauchpartner ist meine Frau, weil ich mich einerseits zu 100 % auf sie verlassen kann und wir andererseits auf diese Weise eine weitere Erfahrung miteinander teilen.

Neugierig geworden? Lerne Tauchen mit PADI, siehe: http://www.youtube.com/watch?v=eKgkXnJuNYQ
Pascal Grunder ist glücklich verheiratetet und Vater eines Sohnes. Er arbeitet als Informatiker.


GuiDO GrOSSeNBAcher Leiter des Internationalen Bibelstudien-Instituts, Zürich, CH
Häuptling «Große Pfeife»
















Seit 2007 arbeite ich mit viel Freude beim Internationalen Bibelstudien-Institut. Unter anderem begleite ich Menschen, die unsere Bibelfernkurse durcharbeiten. Gelegentlich entstehen dabei Freundschaften, die über die Kursbegleitung hinaus Bestand haben – wie zum Beispiel bei Willy Niederhauser. Jemanden eine «große Pfeife» zu nennen ist eine Beleidigung – aber im Fall von Willy eine große Auszeichnung. Er war nämlich Schiedsrichter und seine Pfeife sein wichtigstes Arbeitsinstrument. Aus Anlass seines 700. Fußballspiels als Schieds- und Linienrichter wurde er von seinen Freunden Häuptling «Große Pfeife» getauft. Nebenbei bemerkt: Einige Zuschauer erklärten, dass sie nur wegen des Schiedsrichters gekommen seien, was in der Geschichte des Fußballs wohl eher selten ist.
2011 hat mir Willy neben seinem Antwortblatt eines Bi-
belfernkurses eine kurze Zusammenfassung seiner Karriere als «schwarzer Mann» zusammen mit einem Zeitungsartikel und einem GC Magazin geschickt. Einmal mehr ist mir bewusst geworden, dass auch in Zahlen manchmal Botschaften stecken. Sie haben mich an zwei Erfolgsrezepte des Lebens erinnert: Bleib am Ball! Begegne den Menschen mit Respekt!
Bleib am Ball: Ohne seine Frau Verena hätte Willy Niederhauser seine Schiedsrichter-Laufbahn wohl schon nach 20 Jahren beendet. «Was willst du denn ohne Fußball machen?», fragte sie ihren Mann, nachdem er Rücktrittsgedanken geäußert hatte. Willy ließ sich gerne umstimmen. Und so war er schließlich während über 35 Jahren, von 1970 bis 2006, Schiedsrichter bei nicht weniger als 966 Spielen! «Bleib am Ball! Gib nicht auf! Halte durch!»
Begegne den Menschen mit Respekt: In den gut 35 Jahren seiner Schiedsrichtertätigkeit wurden 4‘678 Tore geschossen. Er musste 295 Verwarnungen aussprechen und 19 Mal die rote Karte zücken. Das ist ein tiefer Durchschnitt, und diese Zahlen sprechen für Willy Niederhauser. Nie hat er ein Spiel abbrechen oder einen Protest entgegennehmen müssen. «Sicher kam mir zugute, dass ich alle Einsätze mit der nötigen
Sorgfalt bestritten habe. Ich hatte es nicht nötig, Macht zu demonstrieren, wenn ich schwarz gekleidet auf dem Rasen erschien. Meistens dankten mir Sieger und Unterlegene für meine Arbeit.» Wie man in den Wald hineinruft, so schallt es heraus.
Willy Niederhauser hat mir einen FIFA Wimpel «For the Game. For the World» geschenkt, den ich in Ehren halte. Jedes Mal, wenn ich ihn anschaue, denke ich an meinen lieben Freund «Häuptling Große Pfeife» …

Das Internationale Bibelstudien-Institut ist die älteste Einrichtung für kostenlosen Bibelunterricht in Deutschland, in der Schweiz und in Österreich. Es wurde 1948 gegründet. Jährlich melden sich etwa 6000 Teilnehmer zu den unverbindlichen Bibelfernkursen an. «Große Pfeife» ist einer davon. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Dann wagen Sie einen Versuch mit «Start ins Leben». Zehntausende haben durch diesen kostenlosen Fernkurs die Bibel kennengelernt und dadurch Freude und Hoffnung gewonnen.
Anmeldungen möglich unter:
www.bibelstudien-institut.ch
Tel.: +41 44 315 65 13
www.bibelstudien-institut.de
Tel.: +49 62 57 / 50 65 3-0
www.bibelstudien.at
Tel.: +43 1 31 99 300


SYlViA ReNZ Schriftstellerin, Alsbach, D
«... nicht zum Ärgern verpflichtet ...»
Lila ist mein Markenzeichen. In meinem Schrank drängeln sich violette Röcke neben hellflieder Shirts und lila Hosen. Ich mag diese Farbe. Zu meinen Lieblingsstücken gehört ein blasslila Daunenanorak. Anfang Mai, nachdem die Eisheiligen ihren kalten Hauch zum letzten Mal über das Land geblasen hatten, wurde es Zeit für das große Umschichten im Garderobenschrank.
Ich wollte den Daunenanorak gerade in den hintersten Winkel verbannen, da entdeckte ich diesen handtellergroßen dunkelblauen Fleck auf der Jackentasche. Hilfe ! Was ist denn da passiert ? Die gnadenlose Neonleuchte im Waschraum brachte es ans Licht : ein Füllfederhalter hatte seine gesamte Tintenladung in die Tasche ergoßen. Zweite Frage : wer war das ? Eine meiner Töchter vielleicht ?
Die leihen sich oft meine Jacken aus. Ärger steigt hoch, gallebitter. Die Mädchen sind außer Haus, und wer weiß, ob ich nicht selbst so unachtsam gewesen bin ? Also her mit der Schüssel, ein mildes Waschpulver ins handwarme Wasser gerührt und das mühsame Reiben, Kneten und Spülen beginnt. Meine Finger werden blau; ich vergaß, Gummihandschuhe überzustreifen. Ein Grund mehr, sich zu ärgern ! Wer weiß, wie lang es dauert, bis meine Hände wieder tintenfrei sind ? Ich schrubbe schon seit einer halben Stunde
und die Tasche ist immer noch ziemlich blau ! Da zupft ein kleiner Gedanke an meiner schlechten Laune : der Spruch, den mein Mann über seinem Schreibtisch aufgehängt hat. «Man könnte sich den ganzen Tag lang ärgern, aber man ist dazu nicht verpflichtet.» Ja, genau : warum muss ich mir von diesem Tintenfleck die Stimmung verderben lassen ? Das Missgeschick ist passiert, nicht zu ändern, aber auch nicht unverzeihlich. Ob ich der «Täter» war oder ein anderer – sowas kommt vor. Die Folgen sind viel leichter zu bewältigen, wenn man sich – und anderen –vergibt.
«Schwamm drüber», diese Redensart konnte ich im wahrsten Sinne des Wortes verwirklichen. Wie gut, dass es Waschmittel und warmes Wasser gab. Ich bin froh, dass dieser «Fehler» so leicht wieder gut zu machen war.
Ganz anders der gedankenlose Satz von neulich, der meine Nachbarin so schwer gekränkt hat, dass sie mich nicht mehr grüßen mag – wie lässt sich das wieder reparieren ? Ist dieser «Fleck» in einer halben Stunde zu beseitigen ? Eher nicht, da müsste ich mir mehr Mühe geben ! Und wenn das gut-nachbarschaftliche Verhältnis auf Dauer getrübt und beschädigt wurde durch meine Unachtsamkeit ? Gibt es dagegen auch ein «Spezial-Daunen-Waschmittel» ?
Mein Anorak ist heute wie-
der blitzsauber und auch meine Hände hatten nach einigen Tagen wieder ihre gewohnte rosa Farbe angenommen. Und doch erinnert mich die Jacke immer wieder daran, dass kleine Unvorsichtigkeiten oft mit viel Aufwand wieder korrigiert werden müssen. Und manchmal gelingt das überhaupt nicht mehr. Doch auch das müssen wir uns selbst und anderen – verzeihen. Sonst könnten wir überhaupt nicht mehr ruhig schlafen.





Die Nutzung von ph-neutralen und gleichzeitig rückfettenden Hautreinigungsmitteln ist zu empfehlen.
Unser größtes Organ braucht Unterstützung
Was unsere Haut mit Wasser zu tun hat ...
Solange in unserem Körper alles gut und reibungslos funktioniert (Gesundheit), nehmen wir ihn meist gar nicht bewusst wahr. Dies ändert sich schnell, wenn ein «Rädchen im großen Getriebe klemmt» – dann leiden wir, haben Beschwerden. Auch von unserer Haut spüren wir normalerweise nichts – es sei denn, ihr Zustand ist nicht opti-
mal und benötigt unsere Unterstützung.
Welche Rolle spielt Wasser für unsere Haut?
Ohne auf die vielfältigen Stoffwechselprozesse einzugehen, bei denen Wasser in unserem Organismus zum Einsatz kommt bzw. unabdingbar ist, sollten wir uns noch einmal bewusst machen, dass unser Körper zu ca. 65 % aus Wasser besteht. Dieser Wert schwankt in Abhängigkeit vom Lebensalter (Neugeborene 75 %, ältere Erwachsene 55 %) und vom Geschlecht (Männer haben einen 5-10 % höheren Wassergehalt als Frauen). Damit sind wir vergleichbar mit Hagebutten (65 % Wassergehalt), Papaya (68 %),
Dr. MeD. KerSTiN HAuFe
Hautärztin Schwyz, CH
Avocado (70 %), Quitten (71 %) oder Süßkirschen und Bananen (73 %). Allein unsere Haut besteht zu 10-20 % aus Wasser und ist als äußere Begrenzung unseres Körpers besonders stark der Umwelt und deren Einflüssen ausgesetzt.
Meine Haut ist trocken ... Eines der am häufigsten auftretenden Hautprobleme ist die Trockenheit. Raue Körperpartien, Schuppenbildung, Juckreiz, Spannungsgefühl und reizbare, empfindliche Haut sind die Folgen. Hauttrockenheit ist ein sensibler Indikator für eine Barriere-Störung dieses außergewöhnlichen Organs (die Schutzfunktionen der Haut lassen nach). Diese geht mit einer erhöhten Durchlässigkeit für Reizund Schadstoffe von außen einher. In Folge kann dies nicht nur zu Rötungen und Ekzemen, sondern auch zu einer verstärkten Bereitschaft für Allergien führen. Warum leiden heutzutage so viele Menschen an Hauttrockenheit? Neben Veranlagungs- und Ernährungsfaktoren sowie der Einnahme von wassertreibenden Medikamenten spielen auch die veränderten Hygienemaßnahmen eine Rolle. Zu langes, heißes oder häufiges Duschen bzw. Baden trocknet die Haut ebenso aus wie die häufige – oft unnötige – Verwendung von Seifen oder die Durchführung von Enthaarungsmaßnahmen (inklusive Rasur). Auch trockene Heizungsluft, der Einsatz von Klimaanlagen, zu starker Sonnenkonsum sowie starke klimatische Wechsel belasten unsere Haut. Nicht zuletzt spielen auch normale Alterungsvorgänge mit der Umstellung des Hormonhaushaltes im Rahmen der von uns gewünschten und auch erreichten höheren Lebenserwartung eine Rolle.
Was unserer Haut guttut Jeder kann etwas dazu beitragen, um seine Haut möglichst gesund zu erhalten! Neben ausreichender täglicher Trinkmenge – gewöhnlich ca. 2 bis 2,5 l Wasser pro Tag (es sei denn, der behandelnde Arzt verordnet geringere Trinkmengen) – ist eine gesunde, ausgewogene Ernährung wichtig (hoher Anteil an Gemüse, Obst und Vollkornprodukten, ab und zu etwas Fisch). Hygieneaktivitäten sollten auf ein sinnvolles Maß beschränkt werden, da sowohl Duschen, Baden, Händewaschen wie auch Desinfektionsmittel die Haut austrocknen. Duschen Sie maximal 1x täglich (besser nur jeden 2. Tag), kurz (am besten nicht länger als 5 min) und nicht zu heiß (idealerweise nur lauwarm).
Da trockene Haut einerseits durch Wasserverlust, andererseits durch zu geringen Fettgehalt der Haut verursacht wird, ist die Nutzung von ph-neutralen und gleichzeitig rückfettenden Hautreinigungsmitteln zu empfehlen. Wir müssen uns von Neuem bewusst machen, dass Seifen bzw. Duschgels nur zum Lösen fetthaltiger Verschmutzungen notwendig sind. Dies macht deutlich, dass deren Anwendung auf wenige Körperbereiche wie Achselhöhlen, Genitalien, Füße oder auch stark verschmutzte Hände begrenzt werden kann. Auch die Kopfhaut sollte in derselben Weise gepflegt werden.
Sonne, Solarium und Co.
Eine weitere vorbeugende Maßnahme ist die Einschränkung des Sonnenkonsums, da zu starke Sonnenbestrahlung auch daran beteiligt ist, unsere Haut auszutrocknen. Vom Besuch von Solarien ist generell abzuraten. Achten Sie auf eine genügend hohe Luftfeuchtigkeit in
den Wohn- und Arbeitsräumen. Eine angemessene Luftfeuchtigkeit, 40-65 %, kann durch den Einsatz von Grünpflanzen unterstützt werden.
Sollte es trotz aller Vorsorgemaßnahmen zu Hautbeschwerden kommen, empfiehlt sich als Erstes der tägliche Einsatz von feuchtigkeitsspendenden und rückfettenden Körperlotionen. Diese sollten möglichst konservierungsstoffund parfumarm sein. Hilft dies nicht und Juckreiz, Hautschuppung oder Hautreizung bleiben bestehen, sollte Fachpersonal bzw. ein Hautarzt konsultiert werden.
Schlussgedanke
Viele Menschen denken, dass sich die Haut selbst versorgt und keinerlei Pflege bedarf. Dem ist jedoch nur teilweise so. Einerseits können wir unsere kostbare «Hülle» durch eine gesunde Lebensführung in ihrer Funktion unterstützen und damit vor schädigenden Faktoren bewahren. Andererseits kann es durch die heute herrschenden Lebensbedingungen trotzdem notwendig werden, zusätzlich pflegende Maßnahmen einzuleiten, um auch in Zukunft an einer gesunden Haut Freude zu haben.


GuNTher KleNK,
Redaktor, Krattigen, CH

Staunen und entdecken

Die Landschaft rings um das Tote Meer ist fast vegetationslos, da das hochkonzentrierte Salzwasser lebensfeindlich ist. Am Westufer befindet sich jedoch die Oase En-Gedi (übersetzt «Böckleinquelle»), in der, bedingt durch ihren Reichtum an Süßwasser, viele Pflanzen gedeihen und auch seltene Tiere ihren Lebensraum gefunden haben. Woher kommt hier das Süßwasser? Es ist Wasser, das sich vom spärlichen Regen, der auf die Wüstenflächen ober-
in der Wüste Wasser
halb des Tales fällt, in tiefen Gesteinsschichten sammelt. Weit unter dem Meeresspiegel tritt es in den beiden Tälern Wadi David und Wadi Arugot wieder zu Tage und fließt dann ins Tote Meer. Heute wird das Wasser allerdings ausnahmslos in Reservoire geleitet, sodass kein Tropfen mehr ins Tote Meer gelangt. Die beiden Täler bilden heute das En-Gedi Naturschutzgebiet mit ca. 14 km2 Fläche. Dieses steht den Touristen jeweils während des Tages offen. Ein Besuch lohnt sich hier zu jeder
Jahreszeit, denn es gibt Erstaunliches zu entdecken, wie dieser Bericht mit einigen Bildern dokumentiert. Bereits in der Bibel wird En-Gedi (auch Hazezon-Tamar genannt) mehrfach erwähnt. David versteckte sich hier in einer Höhle vor den Nachstellungen des Königs Saul. Die Oase war stets für ihre Fruchtbarkeit und ihre wohlriechenden Pflanzen bekannt. Sollten Sie mal nach Israel reisen, nehmen Sie unbedingt dieses Reiseziel in Ihr Programm auf.
An einigen Stellen haben sich zwischen den Felsen große Wasserbecken gebildet. Sie laden zum Baden ein.

Klippschleifer sind im Naturpark recht zutraulich. Sie sind gute Kletterer.


Wenn im Sommer die Temperaturen auf über 40 °C ansteigen, nutzen Tristamstare, die wir in Europa nicht kennen, das Wasser im Tal für ein erfrischendes Bad und lassen sich dabei gern beobachten.



An dieser Stelle im Wadi Arugot, dem südlicheren Tal, sprudelt das Wasser in bester Qualität direkt aus dem Felsen.

Wer früh am Morgen das Tal besucht, begegnet häufig Steinböcken, die auch die Nähe zum Wasser schätzen.
Über viele kleinere und größere Stufen gelangt das Wasser immer tiefer in das Tal hinab.


Vom Wert des Wassers



Aleix Ferrer Duch
Biologiestudium, Master in nachhaltiger Entwicklung,
Basel, CH
Ich bin ein Warmwasser-Duscher, das heißt, ich dusche gerne lange und sehr heiß - eine Verschwendung in jeder Hinsicht. Man kann sagen, das sind keine guten Voraussetzungen, um einen solchen Artikel zu schreiben. Oder genau deshalb sogar passend!
WASSER – was für ein zentrales Thema! Am Meer aufgewachsen, lebte ich in einer Region, in der Wasserknappheit und Überschwemmungen nichts Außergewöhnliches waren und oft aufeinander folgten. Dies hat mich als Menschen geprägt: Zu wenig Wasser ist nicht gut, zu viel davon ist auch ein Problem.
Während eines Forschungseinsatzes in Thailand sah ich, wie anders das Leben in ärmeren Gebieten ohne Zugang zu sauberem Wasser sein kann. In erster Linie wird die Gesundheit gefährdet, denn Wasser begleitet die Menschen durch den ganzen Tag: waschen, trinken, kochen, abwaschen, Zähne putzen, Toilettengang, Gartenbewässerung usw. – normaler Alltag wie bei uns auch. Wir haben das Glück, in der Schweiz zu leben und uns auf den ersten Blick nicht große Sorgen bezüglich des Wassers machen zu müssen. Wir sind privilegiert, da ohne Zweifel Wasser aus dem Wasserhahn fließt und sauber ist. Wir können sogar unsere Toiletten mit Trinkwasser spülen: Dinge, von denen andere nur träumen können.
Da das Thema Wasser sehr umfangreich ist, werde ich nur einige wenige Aspekte näher beleuchten.
Das Element Wasser
Das Wasser ist ein sehr vielseitiges Element. Es kommt gasförmig, in flüssiger und fester Form vor. Jede dieser Formen bietet unterschiedliche Eigenschaften, die gemeinsam das Leben auf unserem Planeten ermöglichen.
Den Wasserkreislauf könnte man in einfachen Worten so beschreiben, dass verdunstetes Wasser in die Luft steigt und kondensiert, um dann in Form von Niederschlag wieder zurück auf die Erdoberfläche zu fallen. Dieser Vorgang wird von der Sonne gesteuert. Dank der Atmosphäre und der Verdunstung der Ozeane wird die Temperatur so weit abgekühlt, dass Leben auf dieser Erde überhaupt möglich ist.
Ein großer Teil des Wassers ist als Reserve in den Ozeanen, in Quellen oder in Form von Eis gespeichert. Aber grundsätzlich ist das Wasser in Bewegung. Der Mensch kann jedoch diesen natürlichen Kreislauf des Wassers durch Industrie, Dammbau, Chemikalienausstoß, Entwaldung, Landwirtschaft, Erschöpfung der Quellen, Verstädterung usw. verändern und darauf Einfluss nehmen. Jeder einzelne dieser externen Eingriffe erscheint auf den ersten Blick harmlos. Doch in vielen dieser Fälle – und noch mehr in Summe gesehen – hat es für die Umwelt und für das Ökosystem deutlich spürbare Folgen. Das Wasser ist ein komplexes Element, das als solches auch so betrachtet werden muss.
Klimawandel
Der Mensch meint, er könne das Wasser beherrschen, eindämmen, unter Kontrolle bringen. Solange Wasser «ruhig» ist, scheint nichts gefährlich, aber es kann auch zu einer sehr starken, wilden Naturgewalt anschwellen und große Kraft ent-
wickeln. Es ist eigentlich ein nicht bezähmbares Element.
Dass der Klimawandel eine Tatsache ist, stellt fast niemand mehr in Frage, denn seit der Industriellen Revolution (Anfang des 19. Jahrhunderts) wurde ein rasanter Anstieg der Kohlendioxidkonzentration (CO2) gemessen. Dieser ist einer der Verursacher des Treibhauseffektes.
Klimawandel heißt jedoch nicht, dass wir ab jetzt keinen Winter, wie wir ihn kennen, mehr haben und unsere Bauern auf die Pflanzung von Kokosnüssen umsteigen müssen. Fakt ist aber, dass unsere Gletscher zurückgehen, Wetterbedingungen von Zeit zu Zeit extremer werden und nicht ganz jahreszeitengerecht auftreten.
Doch was wir spüren, ist nur ein Bruchteil dessen, was in anderen Ländern durch den Klimawandel vorgeht (Wüstenausbreitung, Unwetter, extreme Kälte- oder Hitzewellen).
Dennoch ist es spannend, dass das Bundesamt für Umwelt eine Webseite zum Thema Trockenheit erstellt hat (www. trockenheit.ch). Sie ist Teil eines Forschungsprojekts, das sich noch in der Testphase befindet. Dieses Projekt liefert Informationen zu aktueller und bevorstehender Trockenheit in der Schweiz. Auf der Homepage findet sich auch eine Darstellung der Schweiz, welche die unterschiedlichen Regionen bezüglich ihres momentanen Trockenzustandes abbildet.
Der steigende Meeresspiegel wird durch die Erwärmung der Ozeane und die Eisschmelze

Einige Tipps bezüglich des persönlichen Wasserverbrauchs:

• Lass die Waschmaschine und den Geschirrspüler nur laufen, wenn sie voll sind.
• Lass das Wasser während des Zähneputzens, des Rasierens oder des Einseifens der Hände nicht laufen.
• Duschen ist sparsamer als baden! Verkürze die Duschzeit um einige Minuten.
• Nutze das Wasser in der Dusche, bevor es warm wird, um die Gießkanne zu füllen.
• Installiere eine Wasserspardüse an allen Wasserhähnen – es verringert den Durchfluss und hilft zudem, Warmwasser zu sparen. Auch für die Dusche gibt es Sparbrauseaufsätze.
• Iss weniger Fleisch und wenn doch, in Bioqualität aus der Region.
• Verhindere die Verdunstung der Bewässerung im Garten, indem du früh morgens oder spät abends gießt.
Selber möchte ich in Zukunft auf alle Fälle weniger lang so heiß duschen.
vermutlich beschleunigt. Die UN warnte letztes Jahr vor akutem Wassermangel in den kommenden Jahren infolge weltweiter Verschwendung. Die Anzahl der mehr als einer Milliarde Menschen, die gegenwärtig in wasserarmen Gegenden der Welt leben, könnte sich bis Ende dieses Jahrhunderts verdoppeln, falls «wir» nichts dagegen unternehmen. Mit «wir» meine ich unsere Politiker, die Privatindustrie, die großen Weltfirmen, schlussendlich dich und mich. Wir alle sollten versuchen, uns vom Eigennutz ein wenig zu distanzieren. Der Friedensnobelpreisträger Muhammad Yunus sagt, was das wichtigste Prinzip eines ethischen Unternehmens ist, nämlich «... Menschen und dem Planeten keinen Schaden zuzufügen und die Menschen nicht zu täuschen.» Ich würde es sogar auf eine persönliche Ebene bringen und sagen: Jeder sollte in diesem Sinn versuchen, ethisch zu leben.
Konflikte
Wasser ist das Lebensmittel Nummer Eins. Ohne Wasser kein Leben. Wasser hat schon immer für Konflikte gesorgt und tut es heute leider immer noch.
Dämme werden gebaut, um den Wasserzugang in Nachbarländern zu verhindern, Völker kämpfen um den Zugang zu den besten Quellen, bewässerungsbedürftige Golfplätze werden z. B. im trockenen Spanien gebaut, und ganz aktuell wird in der Wüste eine Fußball-WM organisiert. Zudem wird Trinkwasser in immer größerem Ausmaß privatisiert.
Kann man jedoch das Recht auf Wasser besitzen? Haben wir nicht auch gesagt, dass Wasser ständig in Bewegung ist?
Konflikte treten nicht nur zwischen Ländern auf. Heutzutage haben auch große Weltfirmen wie Coca Cola, Nestlé usw. ihre Finger im Spiel. Es gibt ein Grundrecht auf den Zu-
gang zu Trinkwasser, aber dies wird oft ignoriert, um den Eigengewinn durch Privatisierung zu steigern. Die Groß-Konzerne sorgen für Unstimmigkeiten, indem sie Wasserquellen kaufen und ohne Rücksicht auf die Bevölkerung und Umweltauswirkungen ausschöpfen. Wenn wir Wasser wie Rohöl behandeln, scheint die Zukunft des Wassers äußerst düster. Müssen wir uns nicht auch in unseren Breitegraden vermehrt über das Wasser Gedanken machen? Trotz unseres Reichtums in Bezug auf Wasser sollten wir sorgfältig damit umgehen. Denn tragen wir nicht eine Verantwortung unseren Kindern und unseren Mitmenschen gegenüber? Das Wasser ist doch ein sehr wertvolles, einzigartiges Gut.
Das virtuelle Wasser
Was haben Rindfleisch und Kartoffeln mit Wasser zu tun? Virtuelles Wasser ist das Wasser, das wir nicht sehen und anfassen können. Es steckt hinter den Produkten, von der Entstehung bis zum Verkauf, und wird gebraucht, damit wir das Nahrungsmittel genießen können. Virtuelles Wasser ist Wasser, das wir durch unseren Einkauf indirekt konsumieren. Somit kann unser Einkaufsmuster einen kleinen oder auch großen «Fußabdruck» hinterlassen. Sicher hat jeder schon vom ökologischen Fußabdruck in Zusammenhang mit Wasser, Energie oder allgemeinen Umwelthemen, die den persönlichen Konsum betreffen, gehört. Dieser Fußabdruck zeigt uns die Fläche auf der Erde, die gebraucht wird, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen aufrecht zu erhalten. Mit anderen Worten wird aufgezeigt, dass in den reichen Ländern «auf viel zu großem Fuß» gelebt wird.
Hierzu ein Beispiel: Fleischproduktion: Wenn man die Fleischerzeugung mit
anderen Produkten vergleicht, ist sie sehr wasserintensiv. Man bedenke den Unterhalt für die Tiere für einige Monate bis zur Schlachtung. Zudem braucht das Tierfutter sehr viel Wasser, da es angebaut werden muss.
Für ein Kilogramm Rindfleisch werden 15’500 Liter Wasser benötigt. Im Vergleich dazu verbraucht ein Kilogramm Kartoffeln nur 255 Liter.
Was wir essen und wie oft wir etwas essen, ist nicht nur für unsere Gesundheit entscheidend, sondern auch in Bezug auf den Umgang mit Wasser wichtig. (www.virtuelles-wasser.de)
Manchen mag der «Earth Overshoot Day» ein Begriff sein. Symbolisch ist dies der Tag, ab dem wir mehr Rohstoffe verbrauchen, als die Erde für das entsprechende Jahr erzeugt. Im Jahr 2013 war dieser Zeitpunkt bereits am 20. August erreicht. In den übrigen vier Monaten des Jahres haben wir sozusagen auf Kosten des Klimas, der Artenvielfalt und der anderen natürlichen Ressourcen gelebt.
Wasser ist eine «nachwachsende» Erwerbsquelle wie Luft, Wind, Boden oder Holz,
Water Use
aber seine Fähigkeit, zu filtern, zu speichern oder Stoffe umzuwandeln, ist begrenzt. Viele der übernutzten Güter sind sogenannte «Allmende», die allen gehört und von allen genutzt werden kann.
Es ist an der Zeit, etwas zu verändern, denn das «Immermehr-und-immer-schneller» hält unser Planet nicht aus. Wir bräuchten 4.2 Mal die Fläche der Schweiz, um auf so großem Fuß weiterleben zu können –doch die haben wir leider nicht. (www.footprintnetwork.org).
Der Wert des Wassers
Ist Wasser bei uns nicht zu billig? In der heutigen Gesellschaft wird der Wert oft durch den Preis bestimmt. Doch entziehen wir dem Wasser so nicht automatisch auch seinen Wert? Andererseits ist es sowieso unbezahlbar und sollte deshalb auch nichts kosten. Ohne Wasser kein Leben, oder?
Welche Länder brauchen heutzutage für den Hausgebrauch am meisten Wasser?
Dies wird auf der Karte unten graphisch dargestellt.
Tatsache ist: Wenn Wasser im Überfluss vorhanden ist, wird
über den Verbrauch nicht wirklich nachgedacht. Bei uns zuhause wurde einmal für mehrere Stunden das Wasser abgestellt. Im Vorfeld haben wir die Badewanne gefüllt. Dieses Wasser musste für alles reichen. Wir sind sehr bewusst und sparsam damit umgegangen. Kennst du diese Situation? Wie gesagt – genau diese Erfahrung macht ein Großteil der Weltbevölkerung tagtäglich.
Schlussgedanken
Wasser kann für jeden Menschen Unterschiedliches bedeuten: Überleben, Genuss, Sauberkeit, Gesundheit, Reichtum, Wellness, Ernte, Flucht, Krieg, Ferien usw. Hat Wasser in unserer Gesellschaft an Wert verloren? Welchen Wert hat Wasser für dich?

Four thousand cubic kilometres of water are used by people each year around the world, for domestic, agricultural and other industrial purposes. This does not include nonconsumptive uses such as energy generation, mining, and recreation. China, India and the United States use the most water. These are also the territories where the most people live. But water use per person is about three times higher in the United States than it is in India and China.
Whilst everybody needs water, people use hugely varying quantities. On average, people living in Central Africa each use only 2% of the water used by each person living in North America.
Produced by the SASI group (Sheffield) and Mark Newman (Michigan)


Dr. MeD. uNiV. KArl-HeiNZ OBerWiNKler
Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe, Krankenhausarzt, Kärnten, A
«Was tun, wenn das Gesundheitswesen krank ist?»
Von der «NewstartPlus-Krankenversicherung»
«Praxisfenster» – ein schöner Name für eine Kolumne. Ich habe zwar keine Privatpraxis, arbeite aber als angestellter Arzt im Krankenhaus in der Hauptsache im Aufnahme- und Ambulanzbereich. Für mich ist das eigentlich wie eine Praxis. Und die hat auch, ja genau, ein «Praxisfenster». Die unteren zwei Drittel des Fensters bestehen aus mattem Glas – als Sichtschutz. Das obere Drittel aber ist frei. Da sehe ich zum einen ein Stück vom Himmel. Zum anderen, rechts nämlich, einen Teil der Krankenhausfassade. Und links davon das Dach der «Villa Villebulla». In diesem schönen alten Haus ist ein Kindergarten untergebracht.
In der warmen Jahreszeit, wenn das Kippfenster geöffnet ist und die Kinder draußen spielen können, höre ich sie regelmäßig im Freien herumtoben. Oft muss ich schmunzeln, wenn ich höre, was sie so rufen. Oft aber macht mich der Kontrast zwischen ihrer Unbeschwertheit und dem Mix aus Angst, Sorge, Krankheit, Hinfälligkeit und Begrenzung, der mir in Gestalt der Patientinnen auf der anderen, auf meiner Seite des Praxisfensters begegnet, sehr nachdenklich.
Und manchmal frage ich mich – gerade fünfzig geworden – in welcher Welt diese Kinder wohl leben werden, wenn
sie einmal fünfzig Jahre alt sind. Da ist es nur ein kleiner Schritt zur Frage: Was wird mit mir sein, wenn ich siebzig bin? Oder gar achtzig? Bewegt auch Sie diese Frage?
Ganz wichtig ist da für jeden von uns das öffentliche Gesundheitswesen. Ich arbeite nun seit knapp 24 Jahren als Arzt. Zähle ich die Jahre des Medizinstudiums und das Zivildienstjahr beim Roten Kreuz dazu, bin ich schon 32 Jahre lang Teil des Systems. Während 2/3 dieser langen Zeit habe ich einen Apparat erlebt, der sicher und einzementiert schien, ein «Rundum-Sorglos-Paket» für alle Bürger, sogar für die Randfiguren der Gesellschaft. Seit geraumer Zeit aber vollzieht sich ein Wandel, dessen Auswirkungen auf unser aller Leben immer schärfere Konturen annehmen.
Die Gesundheitssysteme westeuropäischen Zuschnittes sind – viele Menschen verstehen das nicht – im Wesentlichen alle von einem «Umlage-Mechanismus» getragen und finanziert. Es ist nicht so, wie manche glauben: «Ich zahle regelmäßig in die Kasse ein, und damit sind Arztrechnung und Medikamente bezahlt.» In Wirklichkeit zahlen die Gesunden, solange sie gesund sind, für die Kranken. Der deutlich überwiegende Teil jener, die gerade in das System Geld einzahlen, muss gesund

KarlHeinz Oberwinkler
Karl-Heinz Oberwinkler ist seit 25 Jahren glücklich verheiratet und Vater von zwei erwachsenen Söhnen.
Er lebt mit seiner Familie am Faakersee (Kärnten) im warmen Süden Österreichs. Als ausgebildeter Arzt für Allgemeinmedizin und Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe arbeitet er seit rund 20 Jahren in seinem Fachbereich im Krankenhaus Spittal. Er hat großes Interesse an gesunder Lebensweise, liebt den Radsport, liest und reist gerne und interessiert sich an Fremdsprachen.
Es ist eine Freude, dass er uns in Zukunft hin und wieder mit einem «Praxisfenster» erfreuen wird.

sein. Mit dem Geld dieser Leute, die ja keine Leistungen brauchen, kann die Versorgung jener bestritten werden, die gerade krank sind.
Solange dieses Verhältnis gewahrt blieb, hat alles gut funktioniert. Ich habe es noch so erlebt: Weder in den Achtzigernoch in den Neunzigerjahren haben die Kosten wirklich eine Rolle gespielt. «Alle notwendigen und verfügbaren Leistungen für alle, gleich ob arm oder reich, für alle unsere Patienten nur das Beste» – so lautete das Credo. Gespart wurde – leider – nicht.
Inzwischen aber, und das gilt eigentlich für ganz Westeuropa, ist das Gesundheitswesen längst an den Grenzen der Finanzierbarkeit angelangt.
Schlagwörter wie «Zwei-Klassen-Medizin», «Rationierung der Gesundheitsleistungen» oder «Verteilungskämpfe» prägen immer öfter die Diskussion. Anders als früher, als man sich nur dafür interessierte, ob eine neue Therapieform hilfreich war, spielt heute auch ihre «Kosteneffektivität» eine Rolle.
Die Gründe dafür sind unschwer zu erkennen: Erstens sind die modernen Diagnose- und Therapieverfahren zwar durchaus effizienter, aber sie kosten auch immer mehr Geld. Man bräuchte also einen in Relation zu früher höheren Anteil an Gesunden, um die Versorgung der
Kranken zu bezahlen. Leider verschiebt sich aber dieses Verhältnis in die falsche Richtung, weil zweitens die Medizin trotz aller Fortschritte die Menschen zwar älter, aber bei weitem nicht in allen Fällen gesünder gemacht hat. Wir haben also immer mehr ältere, chronisch kranke Menschen und das über immer längere Zeiträume. Und drittens hat das System («Alles für alle») viele Menschen sorglos gemacht. Sie kümmern sich nicht mehr selbst um ihre Gesundheit, kennen kaum mehr die alten «Hausmittel» und rennen daher auch wegen jedes «Wehwehchens» sofort zum Arzt. Überfüllte Praxen und Spitalambulanzen sprechen eine klare Sprache.
Draußen vor dem Fenster spielen die Kinder. Wer wird ihnen helfen, wenn sie mit fünfzig krank sind? Und drinnen frage ich mich: Was wird mit mir passieren, wenn ich siebzig bin und irgendwo Schmerzen habe?
Ganz ehrlich: Ich bin überzeugt, dass wir in naher Zukunft keine «Zwei-», sondern eine «Drei-» oder gar «Vier-KlassenMedizin» haben werden. Dabei wäre das System so leicht zu retten: Wenn der Großteil der Menschen von Jugend auf proaktiv auf seine Gesundheit achten würde! Wenn die Menschen nach den Grundsätzen des NewstartPlus-Konzeptes leben würden! Dann würde die
Mehrheit von ihnen gesund alt werden – und das öffentliche Gesundheitswesen wäre wieder finanzierbar. Aber das wird wohl nicht geschehen. Zu gegenteilig ist das, was mir die meisten Patienten diesseits meines Praxisfensters vermitteln.
Damit aber wird es für mich persönlich nur umso wichtiger, selbst nach diesen Prinzipien zu leben und sie Schritt für Schritt in meinem Leben umzusetzen. Eine permanente persönliche Gesundheitsreform tut not. Nicht nur, weil ich mich dadurch einfach besser fühle und glücklicher bin, sondern weil es meine Chancen erhöht, dass ich mit siebzig das öffentliche Gesundheitswesen gar nicht benötige. Denn dieses wird dann nur mehr sehr eingeschränkte Leistungen erbringen können.
Liebe Leserin, lieber Leser: Diese Chance haben auch Sie – dem allgemeinen Trend zum Trotz. Denn diesseits des Praxisfensters wollen wir beide – Sie und ich – uns ganz sicher nicht als Patienten wiederfinden. Was wir beide – Sie und ich – wollen, liegt jenseits des Praxisfensters: das Leben nämlich.
Herzlichst Ihr OWI*
* von den Kollegen und privat «OWI» gerufen.


EDiTh NiGG-SchÖB Polygrafin, Hausfrau, Merenschwand, CH
Abfall Aus
Neues machen
Finden Sie nicht auch, dass wir viel zu viel wegwerfen? Aus manchen Dingen ließe sich sicher etwas herstellen, was man eigentlich gut brauchen könnte.
Seien Sie kreativ Petflaschen, CDs, Holzkisten, Europaletten, Blechdosen, Stoffreste, Glasflaschen, Wäschetrommeln, Salatsiebe aus Metall und, und, und ... was wir so alles wegwerfen, ist eigentlich unglaublich. Obwohl viele Sachen irgendwo in einer Fabrik wiederverwertet werden können, wurden doch bereits bei deren Herstellung wertvolle Rohstoffe, unglaubliche Mengen an Trinkwasser und viel, viel Strom verbraucht. Da wäre es doch klüger, endlich umzudenken und, bevor man Neues anschafft, Altes weiterzuverwenden – vielleicht in ganz neuer Funktion. Es gibt besonders erfinderische Menschen, die daraus ein florierendes Geschäft gemacht haben. Sie stellen Möbel aus Altholz, Lampen aus Altglas, Taschen aus Plastikplanen und vieles andere her und haben damit großen Erfolg. Auch in Ihrem Haushalt gibt es sicherlich Dinge, die umfunktioniert werden können und dabei sehr modisch und obendrein praktisch sind.

Stoffe weiterverwenden Aus Stoffresten lassen sich neben den aufwändigen Patchwork-Decken zum Beispiel Tischläufer oder Servietten nähen. Kissen können einen neuen Überzug erhalten und – verziert mit (alten) großen Knöpfen aus Holz und weichen Kordeln – zu neuem Glanz kommen. Mit Stoffen lassen sich Notizbücher oder Alben-Umschläge bekleben und weiterverzieren. Haben Sie keine passenden Vasen für kleine Gestecke? Dann formen Sie aus Kartonresten würfelförmige Kistchen, bekleben diese rundherum mit Stoffresten oder Filz, geben eine wasserdichte Folie in den Karton und anschließend einen Würfel aus Steckmoos, den Sie vorher gut wässern. Anschließend lassen sich hübsche Gestecke aus Moosen, Beeren und Blumen arrangieren.

Noch alle Tassen im Schrank?
Geschirr mit defekten Stellen oder Sprüngen verwendet man nicht mehr gerne. Aber daraus lassen sich wunderschöne Deko-Gegenstände herstellen. Legen Sie das kaputte Geschirr zwischen zwei dicke Tücher und hauen Sie es mit einem Hammer in Stücke. Nun können Sie eine nicht mehr so schöne Vase aus Glas, einen Eisentisch vom Flohmarkt oder eine Schale mit Mosaikkleber bestreichen und die Mosaikstücke wild oder als Muster darauflegen. Wenn der Kleber getrocknet ist, wird das Mosaik mit einem Fugenmittel (Baumarkt oder Bastelbedarf) verfugt (s. Produkteanleitung). Das Gleiche kann man auch aus alten Spiegeln machen. Achtung: Schnittgefahr durch scharfe Kanten. Im Internet gibt es viele weitere Ideen und Anregungen zur Wiederverwendung alter Gegenstände. Viel Spaß beim Stöbern!


Joghurtglas, Blechbüchse und Co.
Joghurtgläser mit Deckel eignen sich zur Aufbewahrung von selbstgetrockneten Gewürzen aus dem Garten oder auch für Kleinigkeiten im Büro wie Büroklammern, Gummibänder oder Ähnliches. Blechdosen kann man an ein altes, glatt geschliffenes (bemaltes) Holzbrett nageln und als Stifthalter, für Schnüre, Geschenkbänder und anderes weiterverwenden. Glasvasen, die man nicht mehr richtig sauber bekommt, können mit wasserfester Lackfarbe ausgegossen werden. Dazu eine oder zwei Farben gleichzeitig in die Vase gießen, Vase drehen, bis sie ganz mit Farbe bedeckt ist. Das kann tolle Marmormuster ergeben – einfach ausprobieren. Wenn die ersten Versuche nicht klappen, kann man die Vasen von außen neu bemalen, dann sieht man die Misere von innen nicht mehr.

Wein oder Obstkisten als Regale
Kisten aus Holz sind viel zu schade, um verbrannt zu werden. Sie können in beliebigen Farben bemalt oder lasiert, an eine Wand gestellt oder geschraubt werden und so als Regale Verwendung finden. Solche Regale eignen sich auch für die Gartenlaube oder den Balkon, um Blumentöpfe, Schnüre, Schere oder andere kleine Gartenwerkzeuge zu verwahren.
Wir wünschen Ihnen jetzt viel Vergnügen beim Kreativsein und würden uns über ein paar Fotos davon sehr freuen. Sie haben sicher noch weitere Ideen, die Sie auch mit anderen Leserinnen und Lesern teilen könnten.


InternetTipp

Hier ein paar Links auf www.youtube.com, die es «in sich» haben und auch einige Verrücktheiten enthalten:
• Möbel aus Europaletten – MDR Einfach genial – 27.03.2012
• Wunderwelt des Recycling
• Upcycling statt Recycling – alte Gegenstände mit neuer Anwendung
• Wenn aus Müll Neues entsteht: Upcycling als individueller DesignTrend


UTe EGGler
Gesundheitsberaterin, Wünnewil, CH
Enchiladas mit Avocado-Creme und Himbeer-Muffins


Enchiladas mit AvocadoCreme
400 g Süßkartoffeln
1 TL Olivenöl
1 Zwiebel, gehackt
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 Paprika, in Würfel geschnitten
500 g Spinat (frisch oder gefroren)
500 g schwarze Bohnen, gekocht
2 EL Edel-Hefeflocken (nach Wahl)
1 TL Kreuzkümmel (Cumin)
3 EL Zitronensaft
½1 TL Meersalz
Sauce (siehe Rezept)
810 Tortillas (gekauft oder siehe Rezept)
AvocadoCreme (siehe Rezept)
Mischung
1 Süßkartoffeln schälen, in kleine Würfel schneiden und in wenig Wasser weichkochen.
2 In beschichteter Bratpfanne Zwiebel und Knoblauch in Olivenöl dünsten.
3 Paprika, Bohnen, Süßkartoffeln und Spinat dazugeben, bedecken und für ca. 5 Min. köcheln.
4 Hälfte der Sauce hinzufügen und mit Gewürzen abschmecken.
Zubereitung
1 In gefetteter Auflaufform eine Tasse der Mischung auf dem Boden verteilen.
2 Mit restlicher Mischung Tortillas füllen, diese einrollen und in Auflaufform legen.
3 Restliche Sauce über Enchiladas gießen.
4 Bei 180° 20-25 Min. backen.
5 Vor dem Servieren AvocadoCreme darüber geben.
Tortillas
200 g Vollkornmehl
100 g Weißmehl
100 g Maismehl
220 ml Wasser, lauwarm
2 EL Olivenöl
¼ TL Meersalz
1 Aus allen Zutaten Teig kneten. 20 Min. ruhen lassen.
2 Teig in 10 Portionen teilen, dünn auswallen.
3 In beschichteter Pfanne Tortillas ohne Fett von beiden Seiten backen, bis braune Flecken entstehen.
4 Tortillas warm halten, damit sie weich bleiben.
EnchiladaSauce
500 ml Tomatenpüree
2 Knoblauchzehen, gepresst
1 Zwiebel, gehackt
1 TL Chilipulver
1 TL Kreuzkümmel (Cumin)
½ TL Meersalz
Alle Zutaten gut vermischen.
AvocadoCreme
1 ½ Avocados
4 EL Wasser
34 EL Zitronensaft
½ TL Meersalz
½ TL Knoblauchpulver
½ TL Kreuzkümmel (Cumin)
Avocados mit Gabel oder Mixer fein pürieren und Gewürze hinzugeben. Wenn Creme zu dickflüssig, mehr Wasser hinzufügen.
Himbeer-Muffins
175 g Dinkelvollkornmehl
1/8 TL Meersalz
½ TL Zimt
60 g Vollrohrzucker
40 g Walnüsse, gehackt, geröstet
1 ½ TL Backpulver (Weinstein)
1 ½ EL Leinsamen, gemahlen
25 ml Wasser
100 ml Milch/Sojadrink
1 EL Mandelmus
1 große Banane, zerdrückt
100 g Himbeeren (frisch oder gefroren)
Einige Himbeeren zum Verzieren

1 Leinsamen mit Wasser verrühren und ziehen lassen.
2 Trockene Zutaten vermischen.
3 Feuchte Zutaten und Leinsamen vermischen und zu den Trockenen geben.
4 Himbeeren hinzufügen.
5 Teig in geölte (oder Papierbackförmchen verwenden) Muffinform geben. Mit Himbeere verzieren.
6 Bei 180° 20-25 Min. backen.
Ergibt ca. 18 Muffins.

Interview

WOlFGANG LePKe
Pastor, Buttwil, CH
«Musik kommt nur dann zur wahren
Geltung, wenn der Interpret in den Hintergrund tritt ...»
Interview mit dem Dirigenten Herbert Blomstedt

Lepke: Sie feiern Ihr 60jähriges Bühnenjubiläum als Dirigent. Wie sieht derzeit Ihr Alltag aus?
Blomstedt: Es heißt ja: «Wer rastet, der rostet». Ich bin in der glücklichen Lage, dass ich seit meinem Rücktritt 2005 als Kapellmeister in Leipzig noch immer so gefragt bin, dass ich mich der Aufträge erwehren muss. Derzeit bin ich fast mehr beschäftigt als irgendwann in meinem Berufsleben als Dirigent. Ich mache jedes Jahr 80–90 Konzerte und dies nur mit den besten Orchestern der Welt: In Amsterdam mit dem Concertgebouw-Orchester, in Berlin mit den Berliner Philharmonikern, in München mit dem Orchester des Bayerischen Rundfunks – vielleicht das dritt- oder viertbeste Orchester der Welt, ein fantastisches Ensemble. Dann geht es noch nach Stockholm, wo ich mit demselben Orchester spielen darf, mit welchem ich vor 60 Jahren mein Debut erlebte. Das wird, glaube ich, sehr spannend und sehr emotional sein. Dieses Konzert fing damals mit einer
Bach-Suite an. Bach ist der beste Musiker der westlichen Welt überhaupt.
Lepke: Sie haben eben den Komponisten Johann Sebastian Bach erwähnt. Was bedeutet diese Art von Musik für Sie?
Blomstedt: Bach war vor allem Kirchenmusiker. Es kommt eine Atmosphäre des Kirchlichen, des Religiösen auf. Diese Tatsache hat mich unheimlich beschäftigt. Diese Musik hat eine Botschaft, es geht nicht um Unterhaltung, im Gegenteil. Unterhaltung ist Zerstreuung. Aber die Musik, die mich interessiert, bedeutet höchste Aufmerksamkeit und nicht Zerstreuung. Wir brauchen das. Die Welt ist voll von Zerstreuung. Die Kunst eines ordentlichen und erfüllten Lebens besteht in der Kunst, alles, was ablenkt, auszuschalten und sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Dazu wird man gezwungen, wenn man klassische Musik hört. Und so kam es, dass diese Musik zu meiner Mission wurde. Ich möchte die Hörer zu dieser Konzentration
bringen. Nur dann, meinte ich damals und meine es auch heute, kann man Gott in dieser Musik begegnen. Hingegen lenkt die Unterhaltung unsere Gedanken nicht auf Gott, sondern auf ganz andere Dinge. Musik ist eine besondere geistige Beschäftigung. Für mich als Predigersohn war das eine Binsenweisheit. Deswegen wollte ich mich vor allem mit dieser Musik beschäftigen. Heute, 60 Jahre später, habe ich dieselben Einstellungen wie damals.
Lepke: Wie verlief eigentlich Ihr Werdegang?
Blomstedt: In meiner Schulzeit war ich leidenschaftlicher Geiger und auch Orgelspieler. Die Musik war von Anfang an ein geistliches Unternehmen. Auch ich musste natürlich sehr viel üben. Das ist vielleicht nicht so geistlich. Skalen zu üben, dieselben Übungen 100 Mal nacheinander; die Finger richtig zu platzieren, den Bogen richtig zu führen. Alles hat auch seine Technik. Aber das ist ja nur ein Mittel zum Zweck. Wenn man das Spiel nur als Mittel sieht, um die eigenen Fähigkeiten vorzuführen, kommt keine geistliche Botschaft durch. Dann wird das nur Prahlerei. Man zeigt, wie tüchtig man ist. Wenn ich Musik mache, dann möchte ich eben das nicht zeigen. Dass jemand übt und die Technik beherrscht, ist eine Voraussetzung, um etwas zu schaffen. Im Kern geht es um die Musik, und die Musik kommt nur dann zur wahren Geltung, wenn der Interpret in den Hintergrund tritt und nur auf das Werk hinweist.
Lepke: 60 Jahre in diesem Beruf bedeuten auch ein langes Leben. Wie geht es Ihnen denn jetzt? Gesundheitlich?
Blomstedt: Ich bin sehr dankbar und empfinde jeden neuen Tag als ein Geschenk. Es geht mir sehr gut. Ich merke wenig von Altersschwäche und verspüre keine Schmerzen. Ich versuche vernünftig zu leben. Ich arbeite viel. Das ist ja nicht ungesund. Man muss aber auch Ruhe schaffen. Ständig zu arbeiten kann verheerende Folgen haben. Aber als Adventist habe ich die glückliche Gewohnheit, den Sabbat zu halten. Dieser Ruhetag ist nicht ein freier Tag, den man notfalls auch zum Arbeiten gebrauchen kann, wenn man beispielsweise etwas noch besser vorbereiten will oder noch ein Konzert vor sich hat. Nein, dieser Tag ist ein heiliger Tag. Da arbeite ich nicht, keine Proben, gebe keine Interviews, schreibe keine Aufsätze, höre mir keine Leute an, die ich beurteilen muss. Dann bin ich ganz für mich und meine Familie, für meine Gemeinde, für meine Freunde da. Ich gehe gerne in die Natur, trinke aus den reichen Quellen, die um mich herum sind. Hin und wieder höre ich auch Musik. Aber nicht die Symphonien von Bruckner oder Beethoven, sondern etwas ganz anderes: alte gregorianische Choräle aus dem Mittelalter. Oder ich mache Musik mit meinen Freunden in der Gemeinde. Es kann auch ganz einfache Musik sein – je nach den vorhandenen Fähigkeiten der Teilnehmer. Ich erinnere mich an einen Gottesdienst, da hatte ich den Orgeldienst. Ein 10-jähriger Junge wollte unbedingt mitspielen. Er hatte seine Trommel bei sich und wollte diese bei den Chorälen einsetzen. Ich stimmte zu. Der Junge machte das sehr dezent, nicht laut und dominierend. So ist eine Gemeinschaft entstanden, in welcher wir uns gegenseitig befruchtet haben. Das war sehr schön.
Lepke: Glauben Sie, dass die Musik der Gesundheit förderlich ist?
Blomstedt: Es kommt ganz darauf an, wie man die Musik verwendet. In einer Hinsicht glaube ich, dass sie sehr nützlich ist. Wenn man sich der Musik, irgendeiner Art, hingibt, vergisst man alles um sich herum. Man geht in diesem Musikgefühl völlig auf und schaltet total ab. Das kann sehr förderlich sein – alles abschalten, was im Alltag quält. Vielleicht auch alles, was einen fixiert. Man wird befreit. Ich
glaube natürlich auch, dass Musik auf sehr hohem geistlichem Niveau noch viel nützlicher ist, weil sie als geistliche Beschäftigung andere Teile unseres Gehirns beeinflusst. Es werden neue Bahnen in unserem Gehirn lebendig. Es ist sicher anregender, eine Fuge von Bach zu spielen als einen Rhythmus einer Rockband, welcher ja immer dasselbe bringt. Bach hingegen ist sehr inspirierend und übermittelt ein großes Schönheitsgefühl. Aber jede Musik, die man mit Freude betreibt, ist wohltuend.

Herbert Blomstedt wurde 1927 in Springfield, USA, als Sohn schwedischer Eltern geboren. Er erhielt seine erste musikalische Ausbildung am Königlichen Konservatorium in Stockholm und an der Universität Uppsala. Später ließ er sich an der Juilliard School of Music in New York zum Dirigenten ausbilden. Er studierte zeitgenössische Musik in Darmstadt sowie Renaissance- und Barockmusik an der Schola Cantorum in Basel. Er arbeitete unter Igor Markevitch in Salzburg und unter Leonard Bernstein in Tanglewood.
Im Februar 1954 debütierte er als Dirigent mit dem Stockholmer Philharmonischen Orchester.
Herbert Blomstedt, der im Jahr 2013 seinen 86. Geburtstag beging, ist ein gewähltes Mitglied der Königlich-Schwedischen Musikakademie und mehrfacher Ehrendoktor. 2003 erhielt er das «Große Verdienstkreuz des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland».
Auszüge seiner Biographie, entnommen aus www.ksgasteig.de KünstlerSekretariat am Gasteig.
Herbert Blomstedt


Dr. MeD. J. D. PAMPlONA-ROGer
Praktizierender Arzt und Autor, Spanien / Schweiz
In alter Zeit verschrieben die Ärzte Frauenmantel, um die Festigkeit, aber auch die Elastizität der Brüste wiederherzustellen. «Die Brüste werden wie Äpfel», sagte man. Heute ist bekannt, dass die lokale Anwendung von Kompressen mit Frauenmantel hilft, die Elastizität von Körpergewebe wiederherzustellen. Die innerliche Anwendung von Frauenmantel ist in Zentral- und Nordeuropa seit Jahrhunderten als Mittel gegen Durchfall bekannt und zwar ohne irgendwelche Giftwirkungen. Allerdings gibt es nur wenige klinische Forschungsergebnisse.
Hauptinhaltsstoffe:
Tannine Flavonoide (hauptsächlich Quercetin)
Wirkungen:
Zusammenziehend: Trocknet die Haut und die Muskelschichten des Mundes, des Verdauungstrakts und der Genitalien aus.
Blutstillend: Beendet den Blutfluss bei äußerlicher Anwendung.
Gewebeschützend: Gewebsschichten unter der Haut erhalten ihre verlorene Elastizität zurück.
Ähnliche Arten:
Alpen-Silbermantel Alchemilla alpina L. Die Blätter sind tief gespalten, 5- bis 7-teilig und unterseits dicht silberglänzend behaart. Bezüglich Wirkstoffen und Verwendung kommt diese Pflanze dem Gemeinen Frauenmantel gleich.
Vorsicht!
Warnhinweise:
Bei der Verwendung von Frauenmantel ergeben sich kaum Gefahren, in einigen Texten werden aber mögliche Leberschäden erwähnt. Solche wurden jedoch nie dokumentiert.
Gemeiner Frauenmantel
Vorsichtsmaßnahmen:
Schwangerschaft und Stillzeit: Aufgrund mangelnder Erforschung gehen hier die Meinungen der Schulmedizin und der Naturheilkunde auseinander. Während erstere von einer Verwendung abrät, wird Frauenmantel in der Naturheilkunde stets positiv empfohlen.
Bei Durchfall: Wenn der Durchfall mehr als 2 oder 3 Tage lang anhält, besonders bei Kindern, ist es angeraten, kompetente medizinische Hilfe aufzusuchen.
Vermeiden Sie die Verwendung von Tee oder Extrakt während der Mahlzeiten und bei zusätzlicher Versorgung mit Eisen. Frauenmantel kann die Aufnahme von Eisen beeinträchtigen, weil er viele Tannine enthält. Man empfiehlt in solchen Fällen einen zeitlichen Abstand von mindestens 2 Stunden.
Bei Eisenmangel und Anämie: Verwendung nur mit Vorsicht und nicht länger als 1 Monat lang.
Ungünstige Auswirkungen:
Keine bei der erwähnten Dosierung.
Überdosierung:
Bei Überdosierung oder sensiblen Personen kann Frauenmantel durch seinen Tanningehalt Übelkeit und Magenverstimmung hervorrufen.

Gemeiner Frauenmantel

Wissenschaftlicher Name: Alchemilla vulgaris L.
Familie: Rosengewächse
Deutscher Name: Marienmantel
Englischer Name: Common Lady�s Mantle, Lion’s Foot!
Botanische Beschreibung:
Ausdauernde, krautartige Blütenpflanze, ca. 30 cm hoch.
Die grundständigen Blätter treiben aus einem verholzenden Wurzelstock.
Sie haben sieben oder neun Lappen, die am Rande fein gezahnt sind. Die gelblich-grünen Blüten sind klein und bilden Büschel oberhalb der Blätter.
Geographische Verbreitung:
In den kühleren Regionen von Zentral-, Ost- und Nordeuropa beheimatet, in den Alpen häufig. Auch im Norden der USA, in Kanada und Südamerika wachsen in den Bergregionen einige Arten von Alchemilla.
Vorkommen:
In feuchten Gebieten, auf Weideland und an Bächen.
Verwendete Pflanzenteile: Alle oberirdischen Teile.
Frauenmantel
Medizinischer Gebrauch
Durchfall
Lediglich die Behandlung von leichtem, nicht spezifischem Durchfall bei Erwachsenen und Schulkindern wird von der deutschen Kommission genannt.
Gestörte Menstruation
Erleichterung bei Menstruationskrämpfen und starken Menstruationsblutungen. Für diese traditionellen Anwendungen fehlen allerdings Forschungsbelege.
Wundheilung
Laboruntersuchungen haben ergeben, dass Frauenmantel-Extrakt die Wundheilung durch Stimulation der Hautzellen beschleunigt.
Falten und alternde Haut
Frauenmantel hat einen verjüngenden Effekt auf die Haut, weil die Elastizität der verschiedenen Hautschichten gefördert wird. Bei der Anwendung auf die Haut verringern sich die Falten, weil die Enzyme Elastin und Kollagen gehemmt werden, welche den Verlust der Elastizität verursachen.
Halsweh und Zahnfleischbluten
Traditionsgemäß wurde Frauenmantel in der Mundhygiene verwendet.
aphthöse Stomatitis
Forschungen haben deutlich gemacht, dass ein 3-prozentiger Standard-Extrakt von Frauenmantel in Glyzerin, im Mund 3 x täglich als Spülung angewandt, Unwohlsein beseitigt und beim überwiegenden Teil der Patienten die Aphten im Mund heilt. Da es nur wenige Heilmittel zur Behandlung von Aphten im Mund gibt, handelt es sich hier um eine wirksame, gut akzeptierte Alternative.
Leukorrhö (Weißfluss) oder juckende Scheide
Frauenmantel dient traditionsgemäß als Kraut für einen Frauentee. Allerdings ist eine lokale Anwendung effektiver.
Dosierung
Innerlich
Kräutertee (Zubereitung ): 3 oder 4 Mal täglich 1 Tasse zwischen den Mahlzeiten trinken. Die empfohlene Dosis beträgt 5 bis 10 g (Teekraut, getrocknet).
Extrakt (Zubereitung ): 2 bis 4 ml 2 oder 3 Mal pro Tag.
Äusserlich
Kompresse eingeweicht in der Abkochung (Zubereitung ): 1 oder 2 Mal täglich während ca. 20 min auf die entsprechende Hautpartie auflegen.
Zubereitungsarten:
Kräutertee: Man gießt 1 Tasse kochendes Wasser auf 2,5 g getrocknetes Kraut (ungefähr einen Teelöffel voll) und seiht nach 10 Minuten ab.
Extrakt: Käuflich als pharmazeutisches Präparat.
Abkochung: 20 – 30 g des getrockneten Krautes werden einem Liter Wasser beigefügt. Man bringt alles für 5 bis 10 min zum Kochen, lässt es abkühlen und seiht dann ab.
Gurgeln und Mundspülung mit der Abkochung (Zubereitung ): 3 oder 4 Mal täglich.
Sitzbäder, Scheidenspülungen oder -duschen mit der Abkochung (Zubereitung ): 1 oder 2 Mal täglich.

Symbolrätsel
Gleiches Symbol bedeutet gleicher Buchstabe. Wenn Sie die Buchstaben zu allen Symbolen herausgefunden haben, ergibt sich auch das Lösungswort.



Lösungswort Symbolrätsel:
Lösungen: Rätsel Nr. 6 (März/April) «Kreislauf», Sudoku 725.
Gewinner: Rätsel Nr. 5 (Jan./Feb.): Frau U. Ballmer, Ziefen, und Frau D. Zahler, Matten.
Bei jeder Ausgabe verlosen wir unter den richtigen Einsendungen zwei Gutscheine im Wert von CHF 50.–, gültig zum Bezug von Artikeln aus dem Angebot des Advent-Verlages. Wenn Sie auch das Sudoku lösen und uns die drei farbig hinterleg-
ten Zahlen nennen, erhöht sich Ihr Gewinn auf CHF 65.–. (Angestellte des Verlages und der Druckerei sind ausgenommen.)
Bitte senden Sie die Lösung auf einer Postkarte bis zum 10. Juni 2014 (Poststempel) an unsere Adresse:
Leben und Gesundheit
Rätsel, Leissigenstr. 17 CH-3704 Krattigen
Wir wünschen Ihnen viel Spass beim Denksport.


HANNA FreiBurGhAuS Kleinkind- und Horterzieherin i.A., St. Peter, A
Auf zur Königskrone!
Da wir das Trinken eher als lästig empfinden und es dadurch auch oft vergessen, habe ich hier eine Idee, wie du es lustig gestalten und dich auch öfter daran erinnern könntest.
Dazu brauchst du:
• einen langen Streifen weißes Papier (ca. 70 x 10 cm)
• Stifte: schwarz, blau und orange und einen Bleistift
• ein Foto von dir
Du zeichnest auf den weißen Streifen Papier mit dem Bleistift vier Gläser übereinander. Als Nächstes klebst du dein Bild darüber und als Letztes malst du eine Krone über dein Bild. Pass auf, dass alles auf dem Streifen Papier Platz hat. Fahre nun die Bleistiftstriche mit einem schwarzen Stift sauber nach. Dann malst du die Gläser und die Krone aus, und schon ist der erste Teil fertig.
Jetzt brauchst du nur noch einige Sticker. Diese kannst du aus dem klebenden Teil eines Klebezettels (Post-it) ausschneiden. Diese Sticker kleben gut, lassen sich aber auch leicht wieder ablösen. Wenn du willst, kannst du ein Gesicht auf die Sticker zeichnen.
Und so wird’s gemacht:
Am Anfang sind alle Sticker ganz unten. Sobald du das erste Glas Wasser getrunken hast, darfst du einen Sticker in das erste Glas setzen. Mit jedem weiteren getrunkenen Glas Wasser darfst du den Sticker ein Glas weiter nach oben bewegen. Hast du vier Gläser getrunken, darfst du den Sticker in die Krone setzen.
Glaubst du, du schaffst es an einem Tag mit dem Sticker bis in die Krone? Mal sehen, ob du in der Woche auch mehrere Sticker nach oben bringst!
Wenn du willst, kannst du auch für jeden aus deiner Familie einen Sticker gestalten. Dann könnt ihr schauen, wer zuerst seinen Sticker in der Krone hat.
Weitere Ideen:
• Du kannst dein eigenes Trinkglas mit einem kleinen selbstgemalten Bild aus Fenstermalfarben gestalten.
• Das Trinken mit einem Strohhalm macht viel Spaß und blubbert im Sommer ordentlich.
• Auch kannst du ab und zu eine Zitronen oder Orangenscheibe in dein Glas Wasser geben. Das ergibt einen anderen Geschmack und schaut noch dazu lustig aus.
Trinken ist für Groß und Klein etwas sehr Wichtiges! Weil wir so viel zu tun haben, vergessen wir leider oft, genug zu trinken. Schau mal, wie viel Wasser du pro Tag trinken solltest:










HANNA KleNK Gesundheitsberaterin, Krattigen, CH
Die Harnblase – ein wichtiger Teil des Abwassersystems des Körpers
Selbst wenn die Blase ihre Arbeit zuverlässig erledigt, wird ihr Einsatz selten gewürdigt. Ist die Funktion des Organs gestört, empfinden die betroffenen Menschen dies als sehr lästig und unangenehm. Mit allen Mitteln wird versucht, das Problem zu verstecken. So wird eine angemessene Behandlung oft hinausgeschoben, bis es gar nicht mehr geht. Durchbrechen wir das Tabu und reden wir über das menschliche «Abwassersystem»!
Was?
Die Harnblase Vesica urinaria bildet einen Teil des Harntrakts und dient als Zwischenspeicher. Sie ist ein sogenanntes Hohlorgan. Die Wand der leeren Blase ist 5–7 mm dick, direkt nach der Leerung nur noch 1,5–2 mm. Aus der Niere fließt ununterbrochen Harn ab und sammelt sich in der Blase. Von dort kann er willentlich und in bestimmten Zeitabständen abgegeben werden.
Wo?
Von den beiden Nieren führen die Harnleiter ureter zur Blase. Diese liegt auf dem Beckenboden auf, bei Frauen hinter der Schambeinfuge, vor der Vagina, bei Männern vor dem Mastdarm. Wird sie entleert, entspannen sich die beiden Schließmuskeln am Blasenboden und der Urin fließt durch den Blasenhals in die Harnröhre ab. Die Austrittsstelle befindet sich an der Unterseite des Organs.
Funktion:
Die Harnblase kann je nach Körpergröße bis zu 1½ l Flüssigkeit fassen. Bei einem Mann
stellt sich bei einem «Pegelstand» von 350–750 ml, bei einer Frau bei 250–550 ml ein Harndrang ein. Damit ein Rückfließen des Harns in die Niere verhindert wird, verlaufen die Harnleiter schräg durch die Blasenwand und werden durch den Innendruck und die muskuläre Spannung verschlossen gehalten.
Die Entleerung der Blase wird durch die Schließmuskeln ermöglicht. Der innere besteht aus glatter Muskulatur und unterliegt der Kontrolle des vegetativen oder autonomen Nervensystems, kann also nicht willentlich gesteuert werden. Der äußere Schließmuskel ist ein ringförmiger Skelettmuskel, über den wir bewusst die Blasenentleerung zulassen oder hinauszögern können.
Die Entleerung der Harnblase wird Miktion genannt. Bei Säuglingen entleert sich die Blase regelmäßig in die Windeln, welche dann gewechselt werden. Das Erlernen der Blasenkontrolle ist ein mühsamer Vorgang, welcher die Eltern stark fordert. Gelingt es nicht im gewünschten zeitlichen Rahmen
und nässt ein Kind lange nachts ein, wird das Problem möglichst versteckt. Tritt eine Inkontinenz im Erwachsenenalter auf, wird dies als sehr peinlich angesehen. Dafür sind heute aber sehr gute Hilfen erhältlich. Es lohnt sich, darüber offen zu sprechen!

Nebennieren von Fettkapsel eingeschlossen
Harnleiter
Harnblase
Nieren
Aorta abdominalis
Vena cava inferior

Zusammenspiel im Körper:
Der Urin wird in der Niere produziert. Durch die Harnleiter gelangt er in die Blase. Sie passt ihre Größe dem zunehmenden Inhalt an. Erst wenn die Füllung eine bestimmte Menge übersteigt, kommt es zu einem Druckanstieg mit Aktivierung der Dehnungsrezeptoren, und der Mensch verspürt Harndrang. Diese Information gelangt in die parasympathischen Zentren des Rückenmarks und löst den Miktionsreflex aus, d. h. ein Befehl, sich zu entspannen, geht an den inneren Schließmuskel. Der äußere Schließmuskel erhält seine Anweisungen über das Gehirn. Sie sind dem Menschen bewusst. Das Harnlassen beginnt. Dieser Vorgang beginnt mit der Anspannung des Detrusors, des Blasenmuskels. Der Harn wird in den Blasenhals und die Harnröhre befördert. Die Miktion ist ein automatischer Rückenmarksreflex, der aber willentlich beeinflusst werden kann. Nach ungestörtem Harnlassen verbleiben normalerweise nur 5–10 ml Flüssigkeit in der Blase.
Plus
Vorbeugen von Blasenentzündungen Zystitis
• Zu den häufigsten Erregern der Harnwegsinfektion gehören Darmbakterien. Eine gute Anal (immer von vorne nach hinten abwischen) und Sexualhygiene verhindern das Verschleppen von Krankheitserregern.
• Eine Unterkühlung kann eine Zystitis begünstigen. Besonders jungen Frauen ist zu empfehlen, keine «bauchfreien» Kleidungsstücke zu tragen und allgemein für warme Füße zu sorgen.
• Blase nach Möglichkeit ganz entleeren, Harndrang nicht unterdrücken.
• Genügend Wasser trinken.
• Heidelbeeren, Cranberries und Preiselbeeren in Form von getrockneten Beeren, Saft oder Kapseln enthalten Stoffe, welche die Besiedelung der Schleimhaut durch Erreger erschweren. In Versuchen konnte die Verordnung von Antibiotika signifikant verringert werden.
Hilfe bei Inkontinenz
• Training der Beckenbodenmuskulatur (Harnstrahl in der Mitte anhalten, Muskeln mehrmals pro Tag einige Sekunden lang willentlich anspannen).
• Miktionstraining (bestimmte Zeiten, z. B. alle 2 oder 3 Stunden, einhalten).
• Regelmäßiges Gehtraining (1/2 h pro Tag).
• Gute Produkte zum Auffangen des Urins verwenden.
• Abklärung und Beratung durch spezialisiertes Personal, z. B. in Blasenzentren,
die verschiedene Behandlungen anbieten.
• Katheter sind heute individuell angepasst und unauffällig zu tragen. Wird auf gute Hygiene geachtet und die Hilfe nur so lange in Anspruch genommen, wie es nötig ist, kann für die betroffenen Personen eine beträchtliche Steigerung der Lebensqualität erreicht werden.
Minus
Eine der häufigsten Erkrankungen der Blase ist die Blasenentzündung Zystitis, eine Infektion, welche bis zu den Nieren aufsteigen kann. Aufgrund der kürzeren Harnröhre kommt dies bei Frauen häufiger vor. Erkannt wird eine Blasenentzündung vor allem durch ein Gefühl des Brennens beim Wasserlassen und einen häufigen Harndrang. Mittels Teststreifen wird der Urin beurteilt und meist eine Antibiotikatherapie angeordnet.
Eine Reizblase ist sehr unangenehm. Durch Unterkühlung besteht ein ständiger Harndrang. Ist der Schließmechanismus gestört, kommt es zu unwillkürlichem Harnabgang, der Inkontinenz.
Der Blasenkrebs gehört zu den häufigsten Krebsarten in Europa. Hier sind Männer dreimal häufiger betroffen als Frauen. Als Ursachen gelten chronische Entzündungen, Tabakkonsum und die Aufnahme bestimmter chemischer Substanzen. Der wichtigste Risikofaktor ist das Rauchen. Laut einer Studie aus dem Jahr 2011 ist Rauchen bei Männern zu 50 % und bei Frauen zu 52 % für Blasenkrebserkrankungen verantwortlich.


SiMON BeNZ
Physiotherapeut, Buchs AG, CH
Halte deine
«Ausdauermaschine» fit!
Das Herz: Weiterführende Gedanken
zum Körperwunder der Ausgabe 2/2014
In 80 Jahren 3.5 Milliarden Mal pumpen, ohne auszusetzen – beeindruckend für eine Pumpe! Das Herz ist jedoch mehr als nur das. Es ist ein hochspezifischer Muskel mit Eigenantrieb! Leben ohne Herz ist nicht möglich. Das Herz ist ein Garant für unsere Aktivitäten und Ausdauerleistungen.
Herzgröße und Frequenz
Das menschliche Herz ist etwa so groß wie eine Faust und kann pro Herzschlag ca. 80 ml Blut auswerfen. Die durchschnittliche Herzfrequenz pro Minute beträgt 70 Schläge, womit es ungefähr sechs bis acht Liter Blut pro Minute durch den Körper jagt. Dies geschieht mit einer extremen Zuverlässigkeit und Anpassungsfähigkeit an unsere Anforderungen im Alltag.
Der Blauwal stellt einen anschaulichen Kontrast zu uns Menschen dar. Mit 100 Tonnen ist er um ein Vielfaches schwerer als wir. Allein sein Herz wiegt 600 kg! Mit jedem Herzschlag kann er gegen 1’000 Liter Blut in den Kreislauf pumpen. Dabei hat er einen Ruhepuls von zwei bis sechs Schlägen pro Minute. Die Etrusker-Spitzmaus dagegen hat mit ihrem zwei Gramm Körpergewicht ein leichtgewichtiges Herz von 12 mg mit einem Ruhepuls von 1’000 Schlägen.
Ob klein oder groß, ob viele Herzschläge oder wenige, die Konstanz und die Zuverlässigkeit zeichnen alle Herzen aus!
Muskel und Steuerung
Das Herz selbst besteht zu einem großen Teil aus speziel-
len Muskelfasern. Glücklicherweise ermüdet dieser Muskel trotz der ständigen Beanspruchung nicht so rasch wie unsere Skelettmuskulatur (wie z. B. die Oberschenkel beim Treppensteigen). Im Normalfall werden unsere Muskeln vom Gehirn über die Nervenbahnen gesteuert. Ob sich ein Muskel zusammenzieht oder entspannt, wird durch die Nerven bestimmt und nicht durch den Muskel selbst. Dies trifft beim Herzen nur teilweise zu, da die Muskelfasern in sich selbst Zellen besitzen, welche die Muskeln zum Zucken und somit das Herz zum Schlagen bringen. Damit ist das Herz zu einem großen Teil ein autonom funktionierender Muskel.
Ausdauer
Die Ausdauer beschreibt das Zusammenspiel von Lunge, Herz, Bewegungsapparat und Psyche, um einer Belastung lange zu widerstehen. Sie schließt aber auch die Fähigkeit ein, sich rasch wieder zu erholen. Für das allgemeine Grundlagenausdauer-Training (siehe nächste Seite: aerobes Training) ist das Herz-Kreislaufsystem die wichtigste Komponente. Wer kommt Ihnen in den Sinn,
wenn Sie sich einen Ausdauersportler vorstellen? Sicherlich kein Muskelprotz, sondern eher ein schlanker Läufer. Die Muskulatur ist für den Ausdauersport zwar nicht unwichtig, die Energiebereitstellung durch das Herz-Kreislaufsystem ist jedoch wesentlich zentraler. Deshalb wird auch nicht so viel Muskelmasse benötigt wie beim Kraftsportler. Die Auswirkungen des Ausdauertrainings sind vielfältig und gut belegt. Dazu zählen:
Steigerung der Fitness
Sie werden leistungsstärker und merken dies vor allem zu Beginn daran, dass Sie nicht so rasch außer Atem kommen.
Herzkreislauf / Prophylaxe
Durch regelmäßige Ausdauerleistung schützen Sie Ihr Herz und senken das Risiko für viele Krankheiten.
Regeneration
Der ganze Stoffwechsel im Körper wird effizienter eingestellt, und Abfallstoffe werden rascher abgebaut, was eine schnellere Erholung begünstigt.
Immunsystem
Ein regelmäßiges, modera-
tes Training stärkt Ihr Immunsystem. Durch intensives Training wird es jedoch eher geschwächt. Hobby-Sportler haben daher in dieser Hinsicht einen Vorteil gegenüber den Profis.
Psyche
Glückshormone wie Serotonin werden ausgeschüttet und wirken sich positiv auf den Gemütszustand aus (z. B. bei Depressionen).
Wie trainieren?
Personen, welche viele Jahre lang nicht mehr sportlich tätig waren, sollten sich, bevor sie wieder mit dem Ausdauersport beginnen, von ihrem Hausarzt untersuchen lassen. Möchten Sie pulsgesteuert trainieren, sollten Sie zuerst einen maximalen Puls festlegen. Eine Faustregel dazu: 220 minus Ihr Alter. Dieser Puls sollte im Training nicht überschritten werden. Falls Sie Ihren tatsächlichen maximalen Puls herausfinden möchten, müssen Sie unter ärztlicher Aufsicht ein Belastungs-EKG auf einem Ergometer oder Laufband durchführen. Danach wird ein idealer Trainingspuls festgelegt.
Aerob – «von Sauerstoff lebend»
Die aerobe Ausdauer bezeichnet den Bereich, in welchem während der Aktivität genügend Sauerstoff zu den Zellen gelangt. Dadurch kann man sehr lange unterwegs sein. Der Körper übersäuert nicht stark, und ein guter Trainingseffekt stellt sich ein. Ohne Pulsanzeige entspricht dies in etwa einer Belastung, bei welcher Sie sich noch gut unterhalten können.
• Trainingspuls: 160 minus Alter (Anfänger); 180 minus Alter (Fortgeschrittene)
Anaerob – «ohne Sauerstoff lebend»
Die anaerobe Ausdauer bezeichnet den Bereich, in welchem während der Aktivität nicht mehr genügend Sauerstoff zu den Zellen gelangt. Somit
verringert sich die Belastbarkeit deutlich im Gegensatz zur aeroben Ausdauer. In diesem Bereich erzielen Sie weniger Effekte auf das Herz-Kreislaufsystem. Anaerob sollte nur trainiert werden, wenn es sportlich nötig ist und Sie ansonsten gut aerob trainiert sind. Daher ist dies auch nicht für Anfänger oder Hobbysportler zu empfehlen. Viele Menschen, die unregelmäßig joggen, haben tendenziell ein zu hohes Tempo und sind an ihrem Limit. Sie trainieren also anaerob.
• Trainingspuls: 200 minus Alter
Fazit: Lieber ein gemütliches Ausdauertraining mit leichtem Schwitzen. Die Atemarbeit ist erhöht, und man kann sich noch gut unterhalten.
Wie lange?
Beginnen Sie mit kleinen Zeiteinheiten. Lieber kurz und öfter. Nach einiger Zeit kann die Dauer des Trainings erhöht werden.
• Anfänger: 15-60 Minuten. Dabei darf das Tempo auch variiert oder eine kurze Pause eingelegt werden.
· 37 x pro Woche
• Fortgeschrittene: 20-60 Minuten. Bei wenigen Trainingseinheiten pro Woche sollte die Dauer eher verlängert werden.
· 23 x pro Woche
Varianten
Die Art und Weise, wie Sie trainieren, ist ganz Ihnen überlassen. Machen Sie das, was Ihnen am meisten Freude bereitet wie: Wandern, Schwimmen, Spazieren, Joggen, Walking (zügiges Spazieren), Inlineskating, Langlauf, Fahrrad, Aerobic etc.
Der langen Rede kurzer Sinn: Bewegen Sie sich regelmäßig etwas länger! Haben Sie Freude daran und genießen Sie, wenn möglich, die Natur.


Schweiz


Schweizerische Liga Leben und Gesundheit | www.llg.ch
Nein sagen ohne Schuldgefühle, ja sagen ohne Bitterkeit
Referenten: Elsbeth Brodbeck, Gerald Ströck
Was: Lernen Sie Ihr Ja und Nein zu befreien und gesunde Grenzen zu setzen.
Wann: jeweils Montags, 05.05. – 02.06.2014, 19.30–21.30 Uhr
Wo: LLG–Seminarraum, Lyssachstrasse 12, 3400 Burgdorf
Kosten: Einzelpersonen CHF 100.- / Paare CHF 160.-
Anmeldung und Infos: +41 (0)76 343 75 28, Elsbeth Brodbeck
Das selbe Thema an einem anderen Ort:
Referentin: Barbara Witzig MA, Vergebungstrainerin
Wann: jeweils Montags, 05.05.–02.06.2014, 19.30–21.30 Uhr
Wo: 3x3-Halle EMK, Stationsweg 6, 5502 Hunzenschwil
Kosten: Einzelpersonen CHF 120.- / Paare CHF 180.-
Anmeldung und Infos: +41 (0)76 565 59 09, www.llg.ch
Erst verstehen – dann verstanden werden
Referent: Günther Maurer, LLG-Gesundheitsberater und Seelsorger
Was: Warum reden wir so oft aneinander vorbei?
Wann: Montag, 05. Mai 2014, 19.00–21.00 Uhr
Wo: Post Immobilien, Gürtelstrasse 14, 5. Stock, 7000 Chur
Kosten: Vortrag frei, Unkosten Saal CHF 10.Anmeldung und Infos: +41 (0)81 373 12 88, ursula.favre@llg.ch
Das selbe Thema an einem anderen Ort: Wann: Donnerstag, 12. Juni 2014, 19.00–20:30 Uhr
Wo: Coleriert, Bahnhofstrasse 10, 7310 Bad Ragaz
Kosten: Eintritt frei
Anmeldung und Infos: +41 (0)81 302 82 16, Ursula Riederer, www.llg.ch
Wer bin ich?
Referentin: Telma Witzig, Psychotherapeutin, Psychologin
Was: Die eigene Persönlichkeit entdecken: Charakterzüge, Erbanlagen, Gesellschaftseinflüsse.
Wann: Mittwoch, 07. Mai 2014, 19.30–21.00 Uhr
Wo: LLG–Seminarraum, Schleusenweg 33, 2502 Biel
Kosten: Eintritt frei
Info: +41 (0)79 309 39 67, René Pieper
Natur erleben – Kräuter und Blumen: Maiwiesen
Referent: Peter Freuler
Was: Kräuter und Blumen sammeln und ver-
Kursangebote – Vorträge

werten. Einfaches Wandern, Dauer ca. 3 Std. Wann: Sonntag, 18. Mai 2014, 14.00–17.00 Uhr
Treffpunkt: Rümelinbachweg 60, 4054 Basel
Kosten: keine
Anmeldung und Infos: Anmeldung obligatorisch, +41 (0)61 401 41 65, elsbeth.schwyn@llg.ch
Fleisch oder nicht Fleisch – das ist hier die Frage
Referentin: Edith Maier, LLG-Gesundheitsberaterin
Wann: Dienstag, 20. Mai 2014, 19.30–21.30 Uhr
Wo: Begegnungszentrum, Stüdliackerstrasse 18, 8207 Schaffhausen
Kosten: Eintritt frei
Anmeldung und Infos: +49 7745 488 93 84, michael.urbatzka@llg.ch
Atempause
Was: eine Zeit und ein Ort der Begegnung und eine Möglichkeit, gesunde Beziehungen aufzubauen.
Wann: jeweils Samstags, 10.05. / 14.06. / 12.07. / 09.08. / 13.09. / 11.10. / 08.11. / 13.12.2014, 15.00–18.00 Uhr
Wo: Familien- und Gemeinschaftszentrum, Gigerstrasse 2a, 5734 Reinach AG
Kosten: Eintritt frei
Anmeldung und Infos: Keine Anmeldung erforderlich, +41 (0)62 773 25 58, Jane Sailer, www.fgzentrum.ch
Das Leben entrümpeln!
Befreit durch Entsorgung
Referent: Günther Maurer, LLG-Gesundheitsberater und Seelsorger.
Wann: Mittwoch, 04. Juni 2014, 19.30–21.00 Uhr
Wo: Zentrum Wolfswinkel, Wolfswinkel 36, 8004 Zürich
Kosten: Eintritt frei
Anmeldung und Infos: +41 (0)76 342 92 00 guenther.maurer@llg.ch
Die Kraft von Gegensätzen nutzen! Damit das Leben gelingt
Referent: Günther Maurer, LLG-Gesundheitsberater und Seelsorger.
Wann: Donnerstag, 05. Juni 2014, 19.00–20.30 Uhr
Wo: Aula der Primarschule Ebenholz, Schimmelgasse 13, 9490 Vaduz
Kosten: Eintritt frei
Anmeldung und Infos: Keine Anmeldung erforderlich, +41 (0)79 470 53 56, evelyn.vogt@llg.ch
Ermutigung – Weg aus der Selbstwertstörung
Was: Impulse zu «Minderwertigkeitsgefühlen» und «Ermutiung».
Referentin: Petra Strassner, Christliche Lebens- und Eheberaterin
Wann: Dienstag, 01. Juli 2014, 19.30–21.30 Uhr
Wo: Berufsbildungszentrum (BBZ in der Aula), Hintersteig 12, 8200 Schaffhausen
Kosten: Eintritt frei, freiwilliger Unkostenbeitrag
Anmeldung und Infos: +49 7745 488 93 84, michael.urbatzka@llg.ch
Krisenzeiten – Chancenzeiten
Referent: Günther Maurer, LLG-Gesundheitsberater und Seelsorger
Was: Was sind Lebenskrisen überhaupt? Was bewirken sie in uns? Was hilft in Zeiten der Krisen?
Wann: Mittwoch, 02. Juli 2014, 19.30–21.00 Uhr
Wo: Zentrum Wolfswinkel, Wolfswinkel 36, 8004 Zürich
Kosten: Eintritt frei
Anmeldung und Infos: +41 (0)76 342 92 00, guenther.maurer@llg.ch
Wege aus der Wüste!
Was: Lebenskrisen meistern …
Referent: Günther Maurer, LLG-Gesundheitsberater und Seelsorger
Wann: Donnerstag, 10. Juli 2014, 19.30–21.00 Uhr
Wo: LLG-Seminarraum, Cramerstrasse 11, 8004 Zürich
Kosten: Eintritt frei
Anmeldung und Infos: +41 (0)41 787 05 00, wolfgang.lepke@llg.ch
Spiritualität, die gesund macht!
Was: Faktoren einer positiven Kraftquelle
Referent: Robert Pfandl, Psychologe
Wann: Dienstag, 26. August 2014, 19.30 Uhr
Wo: Berufsbildungszentrum (BBZ in der Aula),
Hintersteig 12, 8200 Schaffhausen
Kosten: Eintritt frei
Anmeldung und Infos: +49 7745 488 93 84, michael.urbatzka@llg.ch
Rund-um-Gesund
Kursleitung: Jenny und Remo Fischer
Was: 12-Tage Lebensstil-Programm inkl. Gesundheits-Check, Kost und Logis
Termin 1: 31.08.–11.09.2014
Termin 2: 16.–27.11.2014
Wo: Sonnmatt Bergpension und Gesundheitszentrum, Schwand 2588, 9642 Ebnat-Kappel
Kosten: 12-Tage-Programm ab CHF 1�930.–, Paare pro Person ab CHF 1�830.–
Anmeldung und Infos: +41 (0)71 993 34 17, www.bergpension.ch


Österreich


Österreichische Liga Leben und Gesundheit | www.llg.at
Gesundheits Club
Was: Input, Austausch, gemeinsam Lernen, soziale Zeit, gemeinsam Wachsen
Themen: Fitness, Osteoporose, vegane Leckereien, Bluthochdruck, Biogarten, Brotbacken, etc. Wo: Wien, Salzburg, Braunau, Feldkirch
Weitere Infos: www.llg.at
Gesundheit erleben - Newstartprogramme
Was: Newstart-Gesundheits-Programm mit persönlicher Betreuung, Gesundheitscheck, Workshops, Vorträge uvm.
Leitung: N. Sigel und Dr. H. Pischler
Wo: Country Life Gesundheitszentrum Mattersdorferhof, Mattersdorf 10, A- 9560 Feldkirchen/Kärnten
Termin 2: 27. April – 08. Mai 2014
Termin 3: 18. – 29. Mai 2014
Termin 4: 15. – 26. Juni 2014
Termin 5: 06. – 17. Juli 2014 (Familien-Programm)
Termin 6: 27. Juli – 14. Aug. 2014 (18 Tagesprogramm)
Termin 7: 14. – 25. Sept 2014
Termin 8: 12. – 23. Okt 2014
Termin 9: 02. – 13. Nov 2014
Kosten: ab EUR 640.– (p. P. Basis Doppelzimmer) Infos und Anmeldung: +43 (0)42 77 23 37, www.countrylife.at, office@countrylife.at
Endlich Frei! Raucherentwöhnungskurs
Leitung: Thomas Knirr und Dr. Rosiza Zachhuber Wann: 29.04. Einführungsabend 04. – 08.05. Entwöhnung (5 Abende) 15.05. und 22.05. Nachtreffen
Veranstaltungsort: Adventgemeinde Ried, Bahnhofstraße 46, 4910 Ried im Innkreis Kurskosten: EUR 60.–, Anmeldung erforderlich!
Weitere Infos: www.llg.at
Workshops und Vorträge am Mattersdorferhof
Wo: Country Life Gesundheitszentrum Mattersdorferhof, Mattersdorf 10, A-9560 Feldkirchen/Kärnten
Termin 1: 04.05.2014, 16.00 Uhr
Workshop: Rohköstlichkeiten & Sprossen
Kosten: EUR 15.–
Termin 2: 13.05.2014, 19.00 Uhr
Vortrag: Krebs - vorbeugende Methoden Kosten: Eintritt frei
Termin 3: 25.05.2014, 16.00 Uhr Workshop: Kräuterwanderung, Grüne Smoothies und andere Rezepte
Kosten: Eintritt frei
Termin 4: 03.06.2014, 19.00 Uhr
Vortrag: Herzerkrankungen vorbeugen
Kosten: Eintritt frei
Termin 5: 22.06.2014, 16.00 Uhr
Workshop: Naturkosmetik (Cremes und Seifen)
Kosten: EUR 10.–
Termin 6: 01.07.2014, 19.00 Uhr
Vortrag: Die vergessene Kunst des Denkens –emotionale Intelligenz verbessern & mentale
Höchstleistungen erreichen
Kosten: Eintritt frei
Termin 7: 13.07.2014, 16.00 Uhr
Workshop: Hausapotheke – speziell bei Kindern Infos und Anmeldung: +43 (0)42 77 23 37, www.countrylife.at, office@countrylife.at
Kinderkochkurs (6–10 Jahre)
Verantwortlich: LLG-Ortsgruppe Voitsberg Wann: 14. Mai 2014: Gesunde Köstlichkeiten vom Grill 18. Juni 2014: Kunterbunte Sommerküche jeweils Mittwochs 15.00–18.00 Uhr Mitzubringen: Hausschuhe, Kochschürze und falls schon vorhanden Kochmappe! Wo: Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Perschlerstraße 3, 8570 Voitsberg Kosten: EUR 10.– pro Kind (jedes weitere Kind aus einer Familie: EUR 6.–)
Anmeldung und Infos: Nora Tunner, +49 (0)680 446 45 45, www.llg.at
Fit & Gesund EXPO
Was: Eine «Fit und Gesund Expo» ähnelt einer Gesundheitsmesse, ist aber kompakter, überschaubarer, aus einem Guss und hat ein ganzheitliches Konzept: «Vorbeugen ist besser als heilen!»
Wann & Wo: Knittelfeld, Aichfeld Messe (im Kulturhaus), Steiermark. 13. April 2014
Völs, Einkaufszentrum Cyta, Tirol. 17.und 18. April 2014
Wien 16, Einkaufszentrum Interspar, Sandleitengasse. 29. und 30. April 2014
Linz, Oberösterreich. 25. Juli 2014
Wien 22, 29–31. Juli 2014
Kosmetika auf dem Prüfstand
Was: Was verbirgt sich hinter den verschiedenen Inhaltsstoffen? Wie wirken sie auf unseren Organismus? Gibt es Alternativen?
Referenten: Alexander und Marion Engels
Vortrag: 22.05.2014, 19.00–21.00 Uhr, «Kosmetika auf dem Prüfstand»
Workshop: 01.06.2014, 15.00–18.00 Uhr, «Natürliche Körperpflegeprodukte leicht gemacht»
Wo: Kirche der Siebenten-Tags-Adventisten, Perschlerstr. 3, 8570 Voitsberg
Anmeldung und Infos: Dr. Pischler Helga: +43 (0)676 833 22 743, www.llg.at
Fructose- und Histaminunverträglichkeit
Was: Vortragsabende zum Thema: Fructoseund Histaminunverträglichkeit
Termin 1: Dienstag, 20. Mai 2014, 19.00–20.30 Uhr, «Hilfe, was kann ich noch essen?»
Termin 2: Sonntag, 25. Mai 2014, 10.00–13.30 Uhr, «Kochen bei Fructose- und Histaminunverträglichkeit» (EUR 10.– Unkostenbeitrag)
Wo: LLG-Deutschlandsberg, Bäckerweg 12, 8530 Deutschlandsberg
Referentin: DGKS Heidi Kohl, LLG-Lebensstiltrainerin, Fachberaterin für Vollwerternährung
Anmeldung und Infos: +43 (0)650 83 20 883 oder +43 (0)346 22 327, www.llg.at
Impressum Zweimonatliches Magazin für ganzheitliche Gesundheit nach dem NewstartPlus® Konzept 85. Jahrgang Nr. 3, Mai/Juni 2014 www.lug-mag.com
Herausgeber und Verlag:
Schweiz: Advent-Verlag Zürich, Zweigstelle Krattigen, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen, Tel. +41 33 654 10 65, Fax +41 33 654 44 31, E-Mail: info@advent-verlag.ch, www.advent-verlag.ch, PC 30-19342-9 und
Österreich: Top Life Wegweiser-Verlag, Prager Stasse 287, A-1210 Wien, Tel. +43 (0)43 1 2294 000, E-Mail: info@toplife-center.com
Partnerorganisationen: Schweizerische Liga Leben und Gesundheit, www.llg.ch Deutscher Verein für Gesundheitspflege, www.dvg-online.de
Österreichische Liga Leben und Gesundheit, www.llg.at
Redaktion: Chefredaktor Stephan Freiburghaus (SF), redaktion@lug-mag.com
Redaktionsteam: Heidi Albisser, Christian Alt M.A., Dr. med. Ruedi Brodbeck, Dagmar Dorn, Christian Frei M.A., D Dominik Maurer, Günther Maurer. Layout: mapro.ch | Ilona Würgler
Bezugsbedingungen:
Schweiz: Zweijahresabonnement, 12 Ausgaben: CHF 119.–www.lug-mag.ch
Österreich: Zweijahresabonnement, 12 Ausgaben: € 97,–www.lug-mag.at
Deutschland: Zweijahresabonnement, 12 Ausgaben: € 89,–www.lug-mag.de
Alle Preise inklusiv Versandkosten Schriftliche Bestellungen aus Deutschland an: Advent-Verlag, Leissigenstr. 17, CH-3704 Krattigen Ausgabe für Sehbehinderte und Blinde: In Braille: Blindendienst, Postfach 110, CH-4802 Strengelbach
Audio: Blindenhörbücherei der Stimme der Hoffnung, Sandwiesenstr. 35, D-64665 Alsbach-Hähnlein, Tel. +49-6257-50653 35
Inserate: Bitte verlangen Sie unsere Dokumentation. Inseratenschluss ist in der Regel acht Wochen vor dem Erscheinungsmonat.
Druck: Jordi Medienhaus, 3123 Belp, www.jordibelp.ch
Auflage: 11 400 Exemplare
Weitere Informationen zu diesen- und weiteren Angeboten finden Sie unter www.llg.ch oder www.llg.at
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Frisch gewagt!
Kennen Sie die Stimmung kurz vor einem Konzertbeginn? Das Stimmen der Instrumente verklingt, das Murmeln und Geplauder wird leiser, langsam verlöschen die Lichter, gespannte Erwartung macht sich breit, der Vorhang hebt sich – und ein schöner Abend kann beginnen.
Beginnen hat meist etwas mit Erwartung zu tun, mit Vorfreude, mit einer gewissen gespannten Aufregung. Anfangen gehört zu den Grundbewegungen unseres menschlichen Lebens. Denken Sie nur an ein kleines Kind, das gerade gehen lernt. Immer wieder zieht es sich am Stuhl hoch, richtet sich auf, wagt einen Schritt – und so oft es auch auf den Hosenboden plumpst, es beginnt immer wieder neu – so lange, bis die Sache klappt, die Schritte fester und die Bewegungen sicherer werden. Ganz ehrlich: Hätten Sie diesen unbeirrbaren Willen, dieses Vertrauen in die Übung?
Ohne anzufangen, gibt es keinen Fortschritt. Um ein konkretes Beispiel zu nennen: Uns allen ist die Glühbirne vertraut. Nicht wegzudenken aus dem alltäglichen Leben. Wussten Sie, wie oft Thomas Edison seinen Versuch zur Funktionsfähigkeit der ersten Glühbirne wiederholen musste? Über 300 Mal. 300 Mal neu anfangen! Mit anderen Worten: 300 Mal Vertrauen in die Zukunft, 300 Mal Hoffnung. Wenn das kein guter Anfang ist! Wie steht es mit Ihnen? Haben Sie schon resigniert – oder können Sie noch anfangen, neu beginnen in Ihrem Leben? Oder anders gefragt: Haben Sie heute schon eine gute Nachricht bekommen? Vielleicht die Nachricht von der Geburt eines Babys? Vom Besuch eines Freundes? Von einer Arbeitsplatzzusage? Prüfen Sie einmal, wie oft eine gute Nachricht mit einem neuen Anfang zu tun hat!
In der Regel gilt: Wir freuen uns, wenn etwas neu beginnt. Ein Anfang hat etwas Verheißungsvolles an sich. Man ist gespannt auf die Zukunft
– ob man nun seine ersten Tage im Kindergarten erlebt, eine neue Schule beginnt oder die ersten Erfahrungen im Beruf sammelt. Alles ist noch frisch, wie unberührt, man kann Leben gestalten, etwas pflanzen, man ist mitten im Leben! Und wo Menschen mit dem Leben in Berührung sind, wo sie nicht nur zusehen, über das Leben reden oder aus zweiter Hand vor dem Bildschirm nur mit-leben, ist etwas zu spüren, etwas Echtes, Lebendiges, etwas, was dem Menschen gut tut. Hm, ob uns das heute nicht fehlt? Vielleicht drehen wir uns schon zu lange im Hamsterrad unserer Routine, haben da und dort bereits aufgegeben, uns mit dem «Schicksal» abgefunden. Fragt sich nur: Wie lebendig sind Sie noch? Äußerlich noch da – und innen bereits abgestorben? Haben Sie aufgehört anzufangen? Höchste Zeit, sich dem Leben wieder zuzuwenden. Fangen Sie wieder an – am besten gleich heute!
Herzlichst
Ihre


Mag. Claudia Flieder, freie Redaktorin, Wien, A


Die nächste Ausgabe erscheint Mitte Juli 2014
Schwerpunkt: Sonne
Leidenschaft OL (Orientierungslauf)
Interview mit Simone NiggliLuder
Simone Niggli-Luder ist glücklich verheiratet und Mutter dreier Kinder. Wie sieht ihr Leben nach Beendigung einer gigantischen sportlichen Karriere aus? 23 Weltmeistertitel und 70 Weltcupsiege im Orientierungslauf – hat man da überhaupt noch sportliche Ziele? Lesen Sie exklusiv, was die sympathische Schweizerin im Interview mit Sportjournalist Wolfgang Rytz zu berichten hat.
Sonne tut der Seele gut!
Ein Sprichwort sagt: «Hab Sonne im Herzen»! Dass wir Erdenbürger «besser drauf sind», wenn die Sonne am Himmel lacht, ist eine allseits bekannte Tatsache, oder? Wie steht’s mit den Süd- bzw. Nordländern? Wie groß ist ihre Freude an der Sonne? Wie überbrücken wir Regen-, Nebel- und andere «trübe» Tage? Und wie steht es mit «dem Sonnenschein» in unseren Herzen? Freuen Sie sich auf einen weiteren interessanten und ermutigenden Beitrag von Robbie Pfandl.
«Leben und Gesundheit» für Blinde kostenlos
• in Brailleschrift
Verein Blindendienst, Postfach 110, CH-4802 Strengelbach
• auf CD oder Kassette Blindenhörbücherei der Stimme der Hoffnung, Sandwiesenstr. 35, D-64665, Alsbach-Hähnlein, Tel. 0049-6257-50653 35









Gut belichtet – die Kraft der Sonne



Die spezielle Heilkraft der Arnika
Arnika, auch Bergwohlverleih genannt, ist eine ausgesprochene Gebirgspflanze, die im Sommer durch ihre leuchtenden dunkelgelben Blüten auf Bergwiesen ins Auge fällt. Ihre Verwendung als Heilpflanze hat eine lange Tradition. Dr. med. J. Pamplona wird uns diese Heilpflanze und ihre besonderen Heilkräfte bei Rheumatismus, Blutergüssen, Prellungen und Quetschungen nahebringen.


«Gewöhnliche Menschen denken nur daran, wie sie ihre Zeit verbringen. Ein intelligenter Mensch versucht sie zu nützen».


Arthur Schopenhauer