Pandemie, Stromausfälle, Cyberangriffe, jetzt der Irankrieg – die Auswirkungen von Krisen und Konflikten kommen in den Betrieben und bei jedem Einzelnen an. Unsicherheiten nehmen zu und verschwinden nicht einfach. Fragt man das Zukunftsinstitut, ist „Sicherheit kein stabiler Zustand mehr – sie ist zu einer strategischen Gestaltungsaufgabe geworden“.
Nein, bequem ist der Auftrag nicht. Aber haben wir eine Wahl? Wir sind gut beraten, an unserer Sicherheit im Umgang mit Unsicherheit zu arbeiten. Dazu braucht es Eigenverantwortung. Und es braucht Resilienz, also die Fähigkeit, in Krisensituationen Belastungen auszuhalten, handlungsfähig zu bleiben. Damit kommen wir zu einer Kernfrage, mit der wir uns in dieser Ausgabe befassen: Wie widerstandsfähig ist die Backbranche?
Ein Spoiler aus dem Interview mit Norbert Lötz, Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien (Seite 8) – die Sache liegt sowieso auf der Hand: Losgelöst von Entscheidungen anderer wird die Branche (wie auch andere) nie sein, zu groß ist die Abhängigkeit von Energie, Strom wie Gas. Da macht es Sinn, gegenüber der Politik zu vertreten, wie wichtig Bäckereien für die Versorgung der Bevölkerung sind. „Brot steht sinnbildlich für die Grundsicherheit“, weiß auch Sicherheitsexperte Uwe Gerstenberg (Seite 18). „Wenn selbst das teurer wird oder knapp erscheint, trifft das die Menschen unmittelbar und emotional.“ Dies kann ernst zu nehmende Folgen haben. Denken Sie nur an die Französische Revolution.
Austausch ist wichtig, insbesondere mit staatlichen Stellen. Sollte eines Tages tatsächlich einmal eine „Versorgungskrise“ bei Lebensmitteln festgestellt werden, hätten sie weitreichende Eingriffsmöglichkeiten in die Tätigkeit von Unternehmen (Seite 9). Woran es bislang anscheinend mangelt, sind einheitliche Kommunikationsstrukturen zwischen Behörden und Betrieben im Umgang mit Störungen. Ein Projekt in Niedersachsen will das ändern (Seite 11). Hier wird an GIS-Modellierungen* und einer Datenbasis gearbeitet. Daten sind Gold. Aber, Achtung, auch wiederum ein Sicherheitsrisiko. Gefahren durch Cyberangriffe müssen immer mitgedacht werden, von Behörden wie von Bäckereien (großen wie kleinen).
Krisenprävention beginnt im eigenen Unternehmen. Was man tun kann, haben das BBK** und der Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks in Leitfäden und Checklisten zusammengetragen (Seite 12). Krisenszenarien im Voraus zu diskutieren, ist besser, als erst dann zu handeln, wenn das Problem da ist.
Ihre Helga Baumfalk
*GIS: Geoinformationssystem, Strukturierung und Analyse raumbezogener Daten
**BBK: Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe
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TITELBEITRÄGE
AM ENDE ZÄHLT DAS NETZWERK
Wie widerstandsfähig ist die Backbranche wirklich? Norbert Lötz, Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien, über die Resilienz von Bäckereien, und was für eine gute Krisenvorsorge zu tun ist.
HÖHERE GENAUIGKEIT, MEHR FLEXIBILITÄT
F&E spielt für Royal Kaak eine bedeutende Rolle. Das war auch bei der Entwicklung einer neuen Kopfmaschine der Fall. Weil poröse, luftdurchlässige Portionierbecher zum Einsatz kommen –was neu ist in der Backwarenherstellung –, erreicht die Maschine eine höhere Gewichtsgenauigkeit und bietet mehr Flexibilität beim Verarbeiten von Teigen mit hoher Teigausbeute.
DIE INTERPACK STEHT IN DEN STARTLÖCHERN
Rund 2.800 ausstellende Unternehmen in 18 Messehallen – vom 7. bis 13. Mai 2026 trifft sich die weltweite Processing- und Packaging-Branche in Düsseldorf. Die Hot Topics in diesem Jahr: Smart Manufacturing, Innovative Materials und Future Skills.
WEITERE THEMEN
TECHNIK, DIE EINEN UNTERSCHIED AUSMACHT
Vakuumtechnologie eröffnet für Bäckereien die Möglichkeit, Brot und Kleingebäcke mit deutlich verbesserten Eigenschaften und in effizienteren Prozessen herzustellen.
DIE BUNDY-FAMILIENWERTE
Gil Bundy, Bill Bundy, Bob Bundy und Tom Bundy führen gemeinsam ein Familienunternehmen –den Weltmarktführer Bundy Baking Solutions. Im Gespräch mit brot+backwaren gewährt die Unternehmerfamilie einen Einblick hinter die Kulissen ihres Erfolgs.
„VERLÄSSLICHKEIT SPIELT FÜR UNS EINE ZENTRALE ROLLE“
Die Schweizer Hug Bäckerei AG mit Sitz in Littau ist Spezialist für die semi-industrielle Herstellung von Backwaren. Das Unternehmen produziert rund um die Uhr und beliefert die Gastronomie, den Groß- und Detailhandel.
08 Interview mit Norbert Lötz: Am Ende zählt das Netzwerk
18 Interview mit Uwe Gerstenberg: Der ambivalente Verbraucher
Produktion
24 Royal Kaak: Höhere Genauigkeit, mehr Flexibilität
30 König: Technik, die einen Unterschied ausmacht
44 MIWE: „Verlässlichkeit spielt für uns eine zentrale Rolle“
Interview
36 Bundy Baking Solutions: Die Bundy-Familienwerte
Messen und Tagungen
28 Bremerhaven: Bakers’ Day 2026
42 Internorga: Was KI und Robotik übernehmen könnten
48 Düsseldorf: Die interpack steht in den Startlöchern
Rubriken
03 Editorial: Bereit zur Krisenprävention?
06 Nachrichten
21 Nachrichten
22 Neue Produkte
34 Nachrichten
58 Nachrichten
58 Inserenten-Verzeichnis
Positive Resonanz zur Sachsenback 2026
Sie gilt als feste Größe für das Bäcker- und Konditorenhandwerk in Mittel- und Ostdeutschland: Die SACHSENBACK schloss am 20. April nach drei Veranstaltungstagen ihre Tore und hatte rund 6.800 Fachbesucher nach Dresden gezogen. Auf einer Fläche von 14.500 qm präsentierten die rund 200 ausstellenden Unternehmen Produkte, Dienstleistungen und Technik. „Wir freuen uns sehr über die durchweg positive Resonanz von ausstellenden Unternehmen und Fachbesucherinnen und -besuchern“, zieht Andreas Wiesinger von der Messe Stuttgart Bilanz. „Die SACHSENBACK bleibt ein unverzichtbarer Treffpunkt für die Branche und ein Ort, an dem Innovation und Tradition in familiärer Weise zusammenkommen.“ Stefan Richter, Landesinnungsmeister Mitteldeutscher Bäckerinnungsverband, bestätigt die positive Stimmung: „Die SACHSENBACK 2026 ist erneut Schaufenster und Impulsgeber zugleich – ein Ort, an dem die Branche zusammenkommt, voneinander lernt und Inspiration für die Zukunft gewinnt. Ich freue mich sehr, dass wir in zwei Jahren die Gelegenheit haben, das zu feiern, was uns alle verbindet – das Brot.“
Die nächste SACHSENBACK findet vom 6. bis 8. Mai 2028 statt und wechselt anschließend zurück in ihren ursprünglich dreijährigen Rhythmus (2031). +++
Bäcker und Müller im neuen BVE-Vorstand
Dr. Bernhard J. Simon (geschäftsführender Gesellschafter der SIMON-Fleisch GmbH) ist neuer Vorsitzender der Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE). Zum stellvertretenden Vorsitzenden wählten die Mitglieder Christof Engelke, geschäftsführender Gesellschafter der Gebr. Engelke Große Mühle HasedeHildesheim GmbH. Im Amt bestätigt wurde Tim Schwertner, CCO der Privatmolkerei J. Bauer GmbH & Co. KG in Wasserburg, als Schatzmeister. Zugleich wurde der Vorstand personell neu aufgestellt: Neu in den Vorstand gewählt wurden neben Heike Hauerken (Mondelez Deutschland Services GmbH & Co. KG) auch Sebastian Gooding (Brezelbäckerei Ditsch GmbH), Thomas Dosch (Premium Food Group ApS & Co. KG) und Norbert Lötz (Verband Deutscher Großbäckereien). +++
Middleby ernennt Führungsteam für Food Processing Group
Mark Salman, derzeit Präsident der Middleby Food Processing Group (FPG), übernimmt die Position des CEO des Geschäftsbereichs Food Processing, sobald der Bereich als eigenständiges börsennotiertes Unternehmen geführt wird. Dies wird voraussichtlich im zweiten Quartal 2026 erfolgen. Unter der Leitung von Mark Salman habe das Segment Food Processing eine außergewöhnliche Leistung erbracht und im Jahr 2025 einen Umsatz von 850 Mio. US-Dollar erzielt, so Middleby. „Mark hat maßgeblich dazu beigetragen, unseren Geschäftsbereich Food Processing zu dem branchenführenden Bereich auszubauen, der er heute ist“, sagt Tim FitzGerald, CEO von Middleby. Weiterhin kündigte das Unternehmen an, dass Amy Campbell nach dem Börsengang die Position des Chief Financial Officer (CFO) der Middleby FPG bekleiden wird. Mit ihrer Ernennung sei das Führungsteam komplett. Neben Mark Salman und Amy Campbell gehören dem Board auch Mark Bowie als COO, Matt Fuchsen (derzeit Chief Development Officer der Middleby Corporation) als Chief Strategy Officer und Rob Fagan (derzeit Vice President of Finance der Middleby Corporation) an. Rob Fagan wird die Bereiche Investor Relations und Finanzplanung für das künftig unabhängig agierende Unternehmen leiten.
Mark Salman (l.) und Amy Campbell
(v. l.) Christof Engelke, Dr. Bernhard J. Simon
Middleby
Messe
Stuttgart
Halle 3 | Stand E55
Am Ende zählt das Netzwerk
Wie widerstandsfähig ist die Backbranche wirklich?
Norbert Lötz , Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien, über die Resilienz von Bäckereien, was für eine gute Krisenvorsorge zu tun ist und warum das Miteinander der beste Weg ist.
+Helga Baumfalk: Resilienz heißt ein Schlagwort, das global massiv an Bedeutung gewinnt. Es meint Widerstandsfähigkeit und die Fähigkeit, mit Krisen aller Art fertigzuwerden, egal ob Klimaveränderung, Rohstoffknappheit, Energieknappheit, Terrorismus oder Krieg. Sie sind Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien – ist das ein Thema für den Verband oder muss sich hier jeder einzelne Betrieb eigenständig kümmern?
Norbert Lötz: Das ist kein neues Thema; kein Unternehmen, kein Verband und auch nicht die Politik hat in der Vergangenheit einfach in den Tag hineingelebt. Aber die Zeiten haben sich geändert, wir sehen uns zunehmend mit ganz verschiedenen Krisen konfrontiert. Sowohl die Unternehmen als auch die Verbände als Branchenvertreter müssen sich verstärkt mit dem Thema beschäftigen.
Baumfalk: Was muss passieren?
Lötz: Ich denke, die Backbranche – Handwerker wie Großbäcker, aber auch ihre Zulieferer – muss der Politik und den anderen Verbänden klarmachen, dass die Herangehensweisen entlang der gesamten Wertschöpfungskette verändert werden müssen.
Baumfalk: Was sollten die Themen innerhalb der Wirtschaft sein?
Lötz: Ganz allgemein sollte man das Blickfeld auf Zusammenhänge ausweiten und dann Prioritäten setzen. Denken Sie an die Gasmangellage 2022 infolge des Ukrainekriegs. Nicht nur unsere Betriebe waren darauf zu wenig
vorbereitet. Die Situation war zum Teil durchaus kritisch. Die Unternehmen haben sich Gedanken gemacht, wo sie Energie einsparen konnten, und haben das auch der Bundesnetzagentur mitgeteilt. Diese hat allerdings nur gefragt, wie lange die Vorlaufzeiten für ein Runterfahren der Anlagen sind, ohne dass wirtschaftlicher Schaden entsteht, und haben dabei nicht berücksichtigt, dass das Runterfahren die Versorgungslage in Deutschland gefährdet hätte. Aus meiner Sicht war dies ein Beispiel für eine falsche Priorität. Das Problem dahinter: Dieselbe Abfrage ging an alle Branchen im Land, und den branchenspezifischen Herausforderungen wurde damit nicht Rechnung getragen.
„Für eine gute Krisenvorsoge kommt es darauf an, Prioritäten zu setzen. Zu unterscheiden, was wichtig ist und was nicht.“
Norbert Lötz, Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien
Baumfalk: Was bedeutete das für die Backbranche damals? Lötz: Wir stellen Grundnahrungsmittel her, das kann man nicht einfach runterfahren oder abstellen wie die Produktion von Autos oder Chips. Man hat überhaupt nicht unterschieden, was für die Ernährung der Bevölkerung wichtig ist und was nicht. Die Politik hat nur das große Ganze gesehen. Natürlich sollte die Bevölkerung nicht in kalten Wohnungen
Das ESVG als Rechtsgrundlage
Rechte und Pflichten von Lebensmittelbetrieben und die Eingriffsmöglichkeiten staatlicher Stellen im Fall einer „Versorgungskrise“ Die gesetzlichen Grundlagen für eine einheitliche Regelung der Ernährungsversorgung in zivilen wie in militärischen Krisenlagen schafft das zu den Notstandsgesetzen gehörende Ernährungssicherstellungsund -vorsorgegesetz (ESVG).
Im Mittelpunkt des ESVG steht die sogenannte „Versorgungskrise“. Diese kann von der Bundesregierung festgestellt werden, wenn die Deckung des lebensnotwendigen Bedarfs an Lebensmitteln in wesentlichen Teilen des Bundesgebietes ernsthaft gefährdet ist, z. B. durch Naturkatastrophen, Sabotagehandlungen oder Krieg.
Damit es gar nicht erst zu einer Versorgungskrise kommt, könnte die Bundesregierung schon im Voraus – also theoretisch jetzt –vorbeugende Maßnahmen anordnen. Für Bäckereibetriebe könnten dabei insbesondere Pflichten zur Meldung und Auskunft gegenüber Behörden, Vorgaben zur Vorratshaltung von Lebensmitteln oder zur Nutzung von Maschinen sowie Regelungen zur Bereithaltung von Brennstoffen und Notstromaggregaten relevant werden. Auch könnten Vorgaben gemacht werden, dass Lebensmittel nur bis zu einer bestimmten Menge je Verbraucher abgegeben werden dürfen. Zu Kontrollzwecken sind die von den zuständigen Behörden beauftragten Personen jederzeit befugt, die Immobilien von Lebensmittelunternehmen zu betreten und die geschäftlichen Unterlagen einzusehen.
Sollte es trotz vorbeugender Maßnahmen dennoch zu einer Versorgungskrise kommen, kann der Staat nahezu alle Bereiche der Lebensmittelerzeugung regulieren. Von der Getreideproduktion bis zum fertigen Brot sind Regelungen möglich, ob, wie und zu welchem Preis Lebensmittel hergestellt und an die Verbraucher abgegeben werden. Im Extremfall könnten sogar ganze Betriebe umgestellt oder gar geschlossen werden.
Bei allen genannten Maßnahmen gilt stets der rechtsstaatliche Grundsatz der Verhältnismäßigkeit. Das bedeutet: Der Staat darf nur dann eingreifen, wenn die Regelung zur Vorbeugung oder Bewältigung einer Versorgungskrise unbedingt erforderlich ist. Außerdem muss er die individuelle Leistungsfähigkeit der Betriebe berücksichtigen – ein Ein-Personen-Betrieb darf also nicht in gleichem Maße belastet werden wie eine Großbäckerei.
Führt eine staatliche Maßnahme zu einer Enteignung oder gefährdet sie die wirtschaftliche Existenz der Betroffenen, sieht das ESVG ausdrücklich Entschädigungsregelungen vor.
Zuständigkeiten und Kommunikation
Während im Spannungs- oder Verteidigungsfall die Länder als Auftragsverwaltung des Bundes agieren, liegt die Zuständigkeit bei zivilen Krisen (wie Naturkatastrophen oder Sabotage) bei den Ländern.
Im Bundesland Niedersachsen ist über eine Zuständigkeitsverordnung geregelt, dass primär die Landkreise und kreisfreien Städte für die Umsetzung der Maßnahmen zuständig sind. Da dies in anderen Bundesländern teils anders gelöst ist, sind diese Strukturen nicht eins zu eins übertragbar. Eine bundeseinheitliche Liste mit den jeweiligen Zuständigkeiten können wir Ihnen an dieser Stelle deshalb nicht zur Verfügung stellen.
Wer backt im Krisenfall das Brot?
Mit dieser Frage haben wir uns an das BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe) gewandt. Demnach ordnet das BBK Bäckereien „als Teil der sogenannten Kritischen Infrastrukturen im Bereich Ernährung ein“ und antwortete auf unsere Anfrage, „dass auch im Krisenfall in erster Linie die bestehenden Betriebe – also unter anderem Handwerksbäckereien und die Lebensmittelwirtschaft insgesamt – für die Produktion und Bereitstellung von Backwaren zuständig“ sind.
Das ESVG (vollständig) finden Sie unter diesem QR-Code
„Ich plädiere dafür, vorbereitet zu sein, die Dinge durchdacht zu haben – sowohl auf betrieblicher Ebene wie auch aufseiten der Städte und Gemeinden, Länder und des Bundes.“
Norbert Lötz, Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien
sitzen müssen, aber die Herstellung von Lebensmitteln kann man eben auch nicht einfach herunterfahren und abschalten. Dies wurde nicht differenziert genug betrachtet.
Baumfalk: Was sollte stattdessen passieren?
Lötz: Wir brauchen ein gemeinsames Verständnis darüber, wie solche Krisen gemanagt werden müssen. Dafür wäre eine Analyse wichtig, was beispielsweise bei der damaligen Gasmangellage gut oder schief gelaufen ist. Schön wäre es natürlich, wenn man im Krisenfall nur auf den Knopf drücken müsste, um die Situation zu meistern. Aber das ist unrealistisch, da jede Krise dann doch ein Stück weit individuell ist. Natürlich muss jedes Unternehmen sich immer wieder mit Krisen auseinandersetzen und Lösungen finden. Es gibt jedoch auch Situationen, die nicht jeder Betrieb für sich allein bewältigen kann. In manchen Fällen lassen sie sich vielleicht gar nicht lösen. Mir geht es darum, dass man gemeinsam darüber nachdenkt, wo Dinge proaktiv verändert oder wo Folgen abgemildert werden können.
Baumfalk: Können Sie mir ein Beispiel nennen?
Lötz: Der großflächige Stromausfall im Januar in Berlin ist ein weiteres Beispiel für eine Krisensituation. Natürlich kann man mit Dieselgeneratoren Strom produzieren. Doch was bedeutet das konkret für die Lebensmittelproduktion? Harry
hat mit solcherlei Generatoren vor einiger Zeit im Werk Schenefeld selbst Erfahrungen gesammelt. Zwei große Lkw mit Generatoren und ein Tanklastzug, um die Generatoren am Laufen zu halten, waren notwendig. Und Schenefeld ist ein vergleichsweise kleines Werk. Über die gesamte Lebensmittelbranche käme man vermutlich sehr schnell an seine Grenzen.
Baumfalk: Inwieweit wird das Thema Widerstandsfähigkeit gegenüber Krisen in der Branche diskutiert?
Lötz: Ich bin sicher, dass in den Backbetrieben über mögliche Krisen gesprochen wird. Übrigens hält die Branche in Krisen zusammen. Das hat sie mehrmals bewiesen. In der Not setzen die Mechanismen von Angebot und Nachfrage aus, man leistet gegenseitige Hilfestellung, unterstützt den anderen Betrieb, so lange, bis er wieder ans Netz gehen kann. Das funktioniert und wird sicher auch in anderen Branchen funktionieren.
Baumfalk: Aber?
Lötz: Ich möchte, dass diese Themen in deutlich größerer Runde betrachtet werden. Dabei sehe ich es auch als meine Aufgabe als Verbandspräsident, der Politik klarzumachen, wie wichtig oder wie notwendig unsere Produkte sind und dass man Backbetriebe nicht einfach abschalten
Projekt KRITIS-ENV: Aufbau von
Kommunikationsstrukturen
Landesbehörde
Zwischen der Ernährungswirtschaft und den Bundes- und Landesbehörden fehlen im Umgang mit Störungen bei der Lebensmittelversorgung bislang einheitliche, etablierte Kommunikationsstrukturen. Um das zu verbessern, ist in Niedersachsen das Forschungsprojekt KRITIS-ENV* angelaufen. Es ist für drei Jahre angesetzt, läuft bis Ende Februar 2027 und wird durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als die dort im Krisenfall verantwortliche Landesbehörde koordiniert.
Die Projektpartner arbeiten an:
+ der Verbesserung und Vereinheitlichung der Kommunikation zwischen den Beteiligten auf der staatlichen Seite (Bund, Länder, Kommunen) und den Unternehmen der KRITIS Ernährung. Im Rahmen des Projekts soll eine webbasierte Plattform für Risikomanagement und Kommunikation geschaffen werden.
+ einer Planungsgrundlage für die staatlichen Akteure in Form einer GIS-Modellierung**.
+ konkreten Notfallplanungen. Auf Grundlage definierter Szenarien (z. B. landesweiter Blackout) sollen konkrete Handlungsoptionen für staatliches Handeln zur Vermeidung drohender bzw. Bekämpfung eingetretener Versorgungskrisen aufgezeigt werden.
Das Projekt konzentriert sich primär auf das Land Niedersachsen als Modellregion. Um eine solide Grundlage für die Übertragbarkeit zu schaffen, werden die Arbeitsstände aber kontinuierlich mit den assoziierten Partnern aus 13 weiteren Bundes-
ländern diskutiert. Damit sind insgesamt 14 der 16 Länder eingebunden, um Handlungsoptionen zu entwickeln, die über die Landesgrenzen von Niedersachsen hinaus anwendbar sind. Das Projekt liefert insoweit Blaupausen für ein gemeinsames, länderübergreifendes Vorgehen.
Projektlaufzeit:
März 2024 – Februar 2027
Gefördert durch:
Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR)
Projektpartner:
+ Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Hannover
+ Kühne Logistics University gGmbH, Hamburg
+ CALPANA business consulting Deutschland GmbH, Hamburg
Assoziierte Partner:
Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) sowie die für die ENV zuständigen Ministerien aller Bundesländer bis auf MecklenburgVorpommern und Rheinland-Pfalz.
Die für die ENV zuständigen Stellen in den Landkreisen Friesland, Northeim, Oldenburg, Rotenburg (Wümme), Schaumburg, Uelzen, Vechta und Wolfenbüttel sowie die Städte Braunschweig, Delmenhorst und die Landeshauptstadt Hannover.
Sowie 15 Unternehmen der Verarbeitung und Vermarktung landwirtschaftlicher Produkte.
*Der Projekttitel lautet im Wortlaut: Kritische Infrastruktur Ernährung: Erarbeitung innovativer Kooperations- und Entscheidungssysteme für die Ernährungsnotfallvorsorge (KRITIS-ENV)
**GIS-Modellierung (GIS: Geoinformationssystem) ist die Strukturierung und Analyse raumbezogener Daten, um reale Phänomene in digitalen Karten abzubilden und Szenarien zu simulieren.
kann. In der Gesamtwirtschaft, aber auch in die Politik, muss stärker herausgearbeitet werden, wie notwendig es ist, dass sich die Backbranche in den Krisenszenarien wiederfindet. Ich betrachte unsere gesamte Branche als wichtig, ganz gleich, ob Großbäcker oder Handwerksbäcker. Wir alle stellen Grundnahrungsmittel her. Man könnte sich natürlich die Frage stellen, ob wirklich alle Backwarenkategorien hergestellt werden müssten und ob man nicht auf energieintensive Artikel verzichten könnte. Aber das sind Fragen, die im Vorfeld geklärt werden müssten. Nur wird das bisher nicht gemacht. Hier sehe ich nicht die Unternehmen in der Pflicht, sondern letztendlich müssen der Verband oder die übergeordneten Organisationen die Notwendigkeiten präsenter machen.
Baumfalk: Unternimmt der Verband etwas in dieser Richtung?
Lötz: Anfang März fand ein großer Workshop zusammen mit dem Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks statt, bei dem besprochen wurde, wie wir gemeinsam die Thematik in die Öffentlichkeit holen und wie wir das in die Köpfe derer, die sich „von Amts wegen“ mit Krisenprävention beschäftigen, hineinbekommen. Denn es ist nicht nur eine Frage der Versorgung, sondern auch des Sicherheitsgefühls der Bevölkerung. Hunger ist bekanntlich ein schlimmer Antreiber für Kriminalität und Unruhen.
Baumfalk: Lassen Sie uns zurückkommen auf die Betriebe und deren Resilienz und Vorsorge.
Lötz: Jedes Unternehmen steht vor den gleichen Herausforderungen und tut gut daran, sich entsprechend vorzubereiten. Jeder muss wissen, was für ihn wichtig ist und was nicht und wie er im Zweifel reagieren muss.
Baumfalk: Was wären die neuralgischen Punkte?
Lötz: Die Branche nutzt zwei Energieträger: Strom und Gas. Wir brauchen beide Energieformen, um backen zu können. Was den Strom anbelangt, kann und sollte sich ein Unternehmen aus meiner Sicht zunehmend grün aufstellen, wobei grün nicht bedeutet, dass man unabhängig ist. Handwerks- wie Großbäckereien könnten ihren Strombedarf im Zweifel sicherlich reduzieren, indem z. B. Linien oder Maschinen zeitweise nicht genutzt werden, aber den Bedarf auf null herunterzufahren, ist meines Erachtens aussichtslos.
Baumfalk: Was sollte man deshalb tun?
Lötz : Ich plädiere dafür, vorbereitet zu sein, die Dinge durchdacht zu haben – sowohl auf betrieblicher Ebene wie auch aufseiten der Städte und Gemeinden, Länder und des Bundes. Dabei ist Flexibilität entscheidend, damit bei einer Störung des Stromnetzes so wenig abgeschaltet werden muss wie möglich. Ein Teil der Lösung liegt sicherlich darin, die Stromerzeugung in Deutschland dezentral zu denken und damit Risiken zu verteilen. Das wäre ein Weg, mehr Resilienz zu schaffen.
Vorsorgepläne und Checklisten für Betriebe
1) „Vorsorgemaßnahmen für Betriebe in Zeiten veränderter Sicherheitslage“ – Merkblatt des Zentralverbandes des Deutschen Bäckerhandwerks, das Ende Januar 2026 in einer dritten, aktualisierten Fassung veröffentlicht wurde. Seit etwa zwei Jahren befasst sich der Zentralverband mit der veränderten Sicherheitslage und ihren möglichen Auswirkungen auf die Betriebe. Im Merkblatt gibt der Verband Anregungen, was zu tun ist, um sich bestmöglich gegen mögliche Risikoszenarien zu wappnen.
2) „Krisen, Katastrophen, Konflikte: Wie Sie Ihr Unternehmen in unsicheren Zeiten schützen“ – ein Vorsorgeplan, den das BBK (Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophen) und die Handelskammer Hamburg im Dezember 2025 herausgegeben haben. Der Plan informiert u. a. über Hintergründe der Zivilen Verteidigung und enthält eine Checkliste für Unternehmer.
3) „Schutz Kritischer Infrastrukturen – Risiko- und Krisenmanagement“ – ein Leitfaden, der Unternehmen und Behörden beim Aufbau oder der Weiterentwicklung eines Risiko- und Krisenmanagements unterstützen soll. Herausgegeben wurde er 2011 vom damaligen Bundesinnenministerium.
4) „Leitfaden zur Notstromversorgung in Unternehmen und Behörden“ – er gibt konkrete Hinweise zur technischen und organisatorischen Vorsorge bei Stromausfällen. In einer neuen, überarbeiteten Auflage ist der Leitfaden 2024 erschienen.
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Baumfalk: Also, wie widerstandsfähig ist die Backbranche zurzeit wirklich?
Lötz: Sie kann ehrlicherweise nicht energieautark und damit frei von Entscheidungen anderer sein. Ohne Gas kein heißer Ofen, ohne Strom keine Bewegung.
Baumfalk: Gibt es Möglichkeiten, daran etwas zu ändern?
Lötz: Am Ende zählt das Netzwerk. Wir können uns in der Branche gegenseitig helfen. Aber wenn in Deutschland das Licht ausgeht, geht gar nichts mehr.
Baumfalk: Nächstes Thema Rohstoffe. Bislang war just in time wichtig, um möglichst wenig Lagerkosten entstehen zu lassen. Denkt man mittlerweile anders?
Lötz: Was Rohstoffe angeht, bin ich entspannter. Wir haben eine intakte Wertschöpfungskette und das Glück, dass uns unser Hauptrohstoff Getreide in Europa in ausreichenden Mengen für die Herstellung von Brot und Backwaren zur Verfügung steht. Bei anderen Rohstoffen mit längeren Lieferwegen wie Rosinen, Datteln oder Kakao und Schokolade sieht die Lage anders aus. Die Märkte sind sehr volatil.
Baumfalk: Wie sieht es mit der Vorratshaltung aus? Bevorratet man sich heute anders als noch vor Jahren?
Lötz: Mehl können wir so gut wie gar nicht lagern. Es wird viel zu schnell verarbeitet. Natürlich haben Mühlen größere Lagermöglichkeiten für Getreide. Das hat aber damit zu
tun, dass sie das Getreide im Laufe des Jahres verarbeiten, weniger mit einer Krisenvorsorge.
Baumfalk: Wie viele Betriebe haben eigentlich ein Risikomanagement, das Mangel an Energie, verzögerte Belieferung von Rohstoffen oder das Abkommandieren von Personal für den Katastrophenschutz beinhaltet?
Lötz: Ich gehe mal davon aus, dass die allermeisten Firmen ein Risikomanagement haben, wobei die Frage des Umfangs sicherlich sehr unterschiedlich ist. Man kann sich nicht auf alles vorbereiten, das darf aber nicht der Grund sein, sich nicht möglichst gut und umfangreich vorzubereiten.
Baumfalk: Zu einer Frage der Widerstandsfähigkeit könnte auch das Thema Logistik werden. Ist das in der Backbranche etwas, das extern zugekauft wird, oder haben die Betriebe eigene Flotten?
Lötz: Die Betriebe verfügen in der Mehrzahl über eigene Fuhrparks und kaufen für spezielle Aufgaben wie Werksfernverkehr-Leistungen am Markt zu. Grundsätzlich glaube ich, dass, was die Logistik anbelangt, wir erst mal als Branche autark sind. Anders sieht es natürlich aus, wenn man sich Rohstofflogistik oder die Logistik technischer Dinge ansieht, die über Seecontainer geliefert werden. Da sorgen kriegerische Auseinandersetzungen, die den Schiffsverkehr beeinflussen, natürlich schnell für Lieferverzögerung und steigende Preise.
Inwieweit kann sich Deutschland selbst mit Lebensmitteln versorgen?
Auf diese Frage gibt der Selbstversorgungsgrad* der BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) erste Antworten. Demnach lag der Selbstversorgungsgrad mit Nahrungsmitteln im Durchschnitt der vergangenen zehn Jahre bei rund 85 %. Allerdings ist dies nur ein rechnerischer Durchschnittswert. Und ein hoher Selbstversorgungsgrad bedeutet auch nicht, dass keine Importe stattfinden.
Bei Getreide lag der Selbstversorgungsgrad im Wirtschaftsjahr 2024/25 bei 100 %, bei Weizen (Hart- und Weichweizen) waren es 102 %. Noch größer fällt der Überschuss bei Kartoffeln (145 %) und Zucker (154 %) aus. Bei Fleisch lag der Selbstversorgungsgrad über alle Fleischarten und Teilstücke hinweg bei 120 %. Was aber wie beschrieben nicht heißt, dass kein Fleisch importiert wird. Bei Obst und Gemüse sieht die Lage anders aus.
Nur gut ein Sechstel des Bedarfs an Obst kann aus heimischem Anbau gedeckt werden. Selbst bei den wichtigsten heimischen Obstarten stammt bestenfalls rund die Hälfte aus eigener Erzeugung. Der Selbstversorgungsgrad für Äpfel lag bei 44 %, bei Erdbeeren bei 38 %, bei Pflaumen bei 49 % und bei Kirschen bei 22 %. Auch Gemüse (Selbstversorgungsgrad von 40 %) wird zum Großteil importiert. Lediglich bei Weißkohl und Rotkohl übertrifft die Erzeugung den Bedarf.
*Der Selbstversorgungsgrad zeigt an, in welchem Umfang die Erzeugung der heimischen Landwirtschaft den Bedarf, also den Gesamtverbrauch, decken kann.
Gemeinsamer Workshop beim Zentralverband in Berlin
Baumfalk: Denkt man im Rahmen der Krisenvorsorge inzwischen auch anders über eine Standortkonzentration nach?
Lötz: Standortkonzentration ist keine Sache, die immer funktioniert. Wenn beispielsweise ein einziges Werk in Deutschland Toast und Sandwich produzieren würde und es national ausliefern wollen würde, das rechnet sich nicht. Die Lieferwege wären zu weit für den Deckungsbeitrag, der bei diesen Produkten erzielt wird. Deswegen kann man, muss man dort regional verteilt denken.
Anders sieht es aus bei Artikeln mit hoher Wertschöpfung, bei deren Herstellung viel Personal für die Veredelung gebraucht wird. In diesen Produktgruppen erleben wir immer mehr Druck durch Betriebe aus Polen und anderen osteuropäischen Ländern. Da ist der Anteil der Transportkosten niedrig, ebenso wie die Personalkosten, die in diesen Ländern deutlich unter dem deutschen Niveau liegen. Das macht uns Probleme, hat aber nichts mit Krisenvorsorge zu tun.
Baumfalk: Kommen wir zurück zur Widerstandsfähigkeit. Cybersicherheit beschäftigt mittlerweile jeden Betrieb in allen Branchen. Selbst kleinere Bäckereien mussten erleben, dass sie von Hackern lahmgelegt wurden. Ist das Bewusstsein für diese Gefahr in der Branche vorhanden?
Lötz: Darüber sollte sich jedes Unternehmen im Klaren sein und selbst aktiv werden.
„Gemeinsam mit dem Zentralverband wollen wir in Politik und Öffentlichkeit mehr Bewusstsein für die Bedeutung der Versorgung mit Brot im Krisenfall schaffen.“
Norbert Lötz, Präsident des Verbandes Deutscher Großbäckereien
Baumfalk: Was kann der Verband tun, um das Thema Resilienz in den Betrieben zu fördern, welche Hilfestellungen kann er geben?
Lötz: Also grundsätzlich geht es erst einmal darum, wahrzunehmen, dass wir mit einem Grundnahrungsmittel unterwegs sind und dass, wenn wir nicht funktionieren, schon ein paar Probleme in Deutschland auftreten werden. Deshalb auch die Zusammenarbeit mit dem Zentralverband. Gemeinsam wollen wir in Politik und Öffentlichkeit mehr Bewusstsein für die Bedeutung der Versorgung mit Brot im Krisenfall schaffen. Abgesehen davon werden wir aber ganz sicher noch eine Reihe anderer Themen finden, bei denen eine Zusammenarbeit der gesamten Branche sinnvoll sein dürfte.
Baumfalk: Herr Lötz, vielen Dank für unser Gespräch. +++
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Der ambivalente Verbraucher
Die Auswirkungen globaler Ereignisse machen sich im Alltag der deutschen Verbraucher bemerkbar. „Viele denken über Vorsorge nach“, sagt der Sicherheitsexperte Uwe Gerstenberg, „aber wenige setzen sie um.“
+b+b: Kriege, Krisen, Katastrophen – Herr Gerstenberg, sind das für die Bundesbürger nur Schlagzeilen aus den Nachrichten oder sehen sie reale Gefahren für ihre eigenen Lebensumstände?
Uwe Gerstenberg: Für viele Bundesbürger sind Kriege und globale Krisen längst mehr als abstrakte Schlagzeilen. Sie werden im Alltag spürbar – vor allem durch steigende Energie- und Lebensmittelpreise, Unsicherheit beim Einkommen oder Sorgen um die Versorgungssicherheit. Gerade Themen wie Brot, Getreide oder Energie zeigen: Globale Ereignisse haben direkte Auswirkungen auf den Küchentisch. Gleichzeitig zeigt sich eine Ambivalenz: Akute Bedrohungen werden wahrgenommen, aber oft verdrängt, solange der Alltag funktioniert. Erst wenn Lieferengpässe, Preissteigerungen oder Qualitätsveränderungen auftreten, werden aus Nachrichten reale persönliche Risiken. Die Sensibilität ist da – aber sie ist stark an konkrete, erfahrbare Auswirkungen gekoppelt.
Uwe Gerstenberg ist Sicherheitsexperte und Future Advisor des Zukunftsinstituts. Seit 1997 leitet er als Mitgründer die consulting plus Unternehmensgruppe und gründete 2001 das heutige Institut für Krisenprävention. Seine Perspektive vereint drei Welten der Sicherheit – Behörde, Unternehmen, Dienstleistung.
In seinen Vorträgen plädiert Uwe Gerstenberg für ein 360-Grad-Denken in Sicherheitsfragen, das die reale und digitale Welt als „vireale“ Realität zusammendenkt – und zeigt, wie Unternehmen, Regionen und Gesellschaften mit resilienten Strategien Stabilität gewinnen. Seine Themen reichen von geopolitischen Risikoeinschätzungen bis zu Fragen strategischer Vorausschau.
„Krisen sind für viele Deutsche keine Nachrichten mehr – sondern eine Frage dessen, was morgen noch bezahlbar ist.“ Uwe Gerstenberg
b+b: Trauen sie dem Staat und seinen Institutionen zu, in solchen Fällen beispielsweise die Versorgung mit Nahrungsmitteln sicherstellen zu können?
Gerstenberg: Viele Menschen wollen darauf vertrauen, dass im Ernstfall jemand den Überblick behält – doch die letzten Jahre haben dieses Sicherheitsgefühl brüchig gemacht. Leere Regale in der Pandemie, rasant steigende Preise und die Angst vor Energieknappheit haben Spuren hinterlassen. Brot steht dabei sinnbildlich für Grundsicherheit: Wenn selbst das teurer wird oder knapp erscheint, trifft das die Menschen unmittelbar und emotional. Das Vertrauen in den Staat ist nicht verschwunden, aber es wird begleitet von der Sorge: Reicht seine Handlungsfähigkeit wirklich aus, wenn mehrere Krisen gleichzeitig zuschlagen?
„Brot steht sinnbildlich für Grundsicherheit: Wenn selbst das teurer wird oder knapp erscheint, trifft das die Menschen unmittelbar und emotional.“
Uwe Gerstenberg
b+b: Wie beurteilen die Bundesbürger die Resilienz der deutschen Wirtschaft im Fall von Kriegen, Krisen oder Katastrophen?
Gerstenberg: Viele Bundesbürger sehen die deutsche Wirtschaft als leistungsstark und erfinderisch – aber nicht mehr als unverwundbar. Die vergangenen Jahre haben gezeigt, wie schnell scheinbare Stabilität ins Wanken geraten kann: erst Pandemie, dann Krieg, dann Energie- und Preisschocks. Das hat ein Gefühl der Dauerbelastung hinterlassen. Besonders bei Alltagsgütern wie Lebensmitteln wird spürbar, wie abhängig Wirtschaft und Versorgung von funktionierenden Strukturen sind. Die Sorge lautet weniger „Bricht alles zusammen?“, sondern vielmehr: Wie lange hält das System durch, wenn Krisen zur neuen Normalität werden?
b+b: Treffen die Verbraucher reale Vorkehrungen, im Krisen-, Kriegs- und Katastrophenfall die Versorgung sicherzustellen, indem sie Wissen und Kompetenzen erwerben und Vorräte anlegen, oder bleibt es bei „Man sollte mal …“? Gerstenberg: Das Bewusstsein für Vorsorge ist in der Bevölkerung grundsätzlich vorhanden, wird aber im Alltag oft verdrängt. Dabei empfiehlt selbst das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, Vorräte für
Quellen
mindestens 10 bis 14 Tage anzulegen – für den Fall, dass Strom, Lieferketten oder die Nahversorgung kurzfristig ausfallen. Vielen Menschen fehlt jedoch entweder das Wissen, der Platz oder schlicht der letzte Anstoß, diesen Schritt umzusetzen. Ich selbst habe konsequent vorgesorgt und halte Lebensmittel und Wasser für 14 Tage im Keller bereit, weil gerade in Krisen-, Kriegs- oder Katastrophenfällen nicht garantiert ist, dass die gewohnte Nahversorgung jederzeit funktioniert. Diese persönliche Vorsorge schafft kein Gefühl von Angst, sondern von Handlungsfähigkeit. Genau darum geht es: Nicht Panik, sondern Selbstverantwortung – ganz im Sinne der staatlichen Empfehlungen. +++
BBK-Studie zum Vorsorgeverhalten
Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) erfragt regelmäßig in repräsentativen Studien, inwieweit sich die Bundesbürger mit Vorsorgemaßnahmen für mögliche Krisen und Katastrophen befassen. Dies sind Ergebnisse aus einer Umfrage, die Ende 2024/Anfang 2025 durchgeführt wurde:
Mehr als neun von zehn Befragten haben nach eigenen Angaben eine unabhängige Lichtversorgung wie Taschenlampen oder Kerzen (91 %) und jeweils mehr als acht von zehn haben einen Verbandskasten (87 %) sowie eine Haus- oder Reiseapotheke (85 %) zu Hause. Auch eine Dokumentenmappe (69 %) und ein Schlafsack (66 %) sind in rund zwei Dritteln der Haushalte vorhanden. Lebensmittelvorräte (64 %) und Campingkocher oder einen Gas-/Kohlegrill (63 %) besitzen fast zwei Drittel der Befragten.
Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Vorsorgen für Krisen und Katastrophen – Offizielle Empfehlungen zur Eigenvorsorge (Lebensmittel, Wasser, Ausfall der Nahversorgung), inkl. Empfehlung eines Vorrats von mindestens 10 Tagen. BBK, fortlaufend aktualisiert. [bbk.bund.de]
BBK/Forsa Repräsentative Bevölkerungsbefragung zum Verhalten und zur Wahrnehmung von Krisen (Krieg in der Ukraine, Energieversorgung, Vorsorgeverhalten). Erhebungen 2022–2023. [bbk.bund.de]
Thünen Institut (Bundesforschungsinstitut für Ländliche Räume, Wald und Fischerei) Versorgung mit Nahrungs- und Futtermitteln in Krisensituationen – Analyse staatlicher und wirtschaftlicher Herausforderungen bei Versorgungsstörungen. [thuenen.de]
BBK/Fachartikel Bevölkerungsschutz Ernährungsnotfallversorgung im Zivilschutz und in Krisenlagen in Deutschland – Staatliche Vorsorge, Reserven (Getreide, Notfallreserven) und Grenzen der Versorgung. [bbk.bund.de]
Institut der deutschen Wirtschaft (IW) Unternehmen und Bevölkerung zwischen Resilienz und Überforderung – Wahrnehmung wirtschaftlicher Belastbarkeit und Zukunftsfähigkeit Deutschlands. IW Kurzbericht, 2025. [iwkoeln.de]
Fraunhofer Institut/Nationale Plattform Resilienz
Bewertungsbericht zur Umsetzung der Deutschen Resilienzstrategie – Einschätzung struktureller Stärken und Schwächen Deutschlands in Krisen. 2025. [emi.fraunhofer.de] Deutsche Bundesbank Resilienz in Deutschland und Europa – Auswirkungen geopolitischer Krisen auf Wirtschaft, Lieferketten und Stabilität. Rede & Analyse, 2025. [bundesbank.de]
Ipsos Sorgenbarometer/Cost of Living Monitor – Wahrnehmung von Krieg, Inflation, Energie und Lebensmittelpreisen als reale Alltagsrisiken. [ipsos.com], Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) Verbraucherreport/Preiskrise – Gefühl des Alleingelassenseins, Sparverhalten bei Lebensmitteln, Vertrauenslage gegenüber staatlichen Maßnahmen. [vzbv.de]
AIBI und ABA gründen Global Baking Council
Die International Association of Plant Bakers (AIBI) und die American Bakers Association (ABA) starten den Global Bakers Council. Die offizielle Gründungsversammlung mit feierlicher Unterzeichnung findet auf dem AIBI-Kongress am 28. Mai 2026 in Frankreich statt. Die gemeinsame Initiative vernetze und stärke die Branchenverbände weltweit, heißt es. Dazu Eric Dell, Präsident und CEO der ABA: „Durch die Förderung offener Kommunikation und des Informationsaustauschs können wir Barrieren abbauen, um zu verstehen, wie sich verändernde regulatorische und verbraucherbezogene Rahmenbedingungen auf die Branche weltweit auswirken, und unsere jeweiligen Mitgliedsunternehmen unterstützen.“ +++
Katja Thiele-Hann als Freie Autorin für f2m tätig
Katja Thiele-Hann wird als Freie Autorin den Verlag f2m Food2Multimedia GmbH unterstützen. In loser Folge berichtet sie für die Fachzeitschrift brot+backwaren u. a. über Märkte, Trends und Technik (siehe auch den Beitrag auf Seite 42). Katja Thiele-Hann war langjährige Geschäftsführende Gesellschafterin bzw. Geschäftsführende Teilhaberin der Bäckereien Thiele (Göttingen) und Apel (Kassel). +++
I C E S Y S T E M S
D E R Lie fe r a nt für industr ie lle E ism a sc hine n
PERFEKTE TEIGTEMPERATUR -
UNTERKÜHLTEM SCHERBENEIS (-7°C)
OPTM ALE K ÄLTE FÜ R IH R E TE IGPR OZ E S S E
Trockene Oberfläche und spröde Struktur
Leicht zu dosieren - optimale Verteilung im Teig
Hohe Lagerfähigkeit
Ideal für Spiral- und Wendelkneter
M AS C H IN E N FÜ R PR OFIS
Kapazität von 600kg bis 9.000kg
HMI-Display für leichte Bedienung
Hygienisches und leicht zu reinigendes Design
Split-Version für flexible Installation verfügbar
Mit einer gemeinsamen WM-Aktion bündeln IREKS und DREIDOPPEL ihre Kompetenzen in den Bereichen Backzutaten, Füllungen und Aromen. Das Ergebnis ist eine Ideensammlung für Bäckereien, die neue Kaufanreize schaffen wollen und die Fußball-WM im Verkauf erlebbar machen möchten. Unter dem Motto „Snack dich ins Finale – jeder Biss ein Volltreffer!“ ist eine bunte Rezeptmappe mit Fußball-Gebäckideen entstanden. Der Fokus liegt auf rationellen, snacktauglichen Gebäcken von herzhaft bis süß für einen unkomplizierten Genuss „auf die Hand“. Darunter sind z.B. Ideen wie Fan Kekse in Schwarz-Rot-Gold, Dribbel-Ringe oder Team Taler. +++
Hefefeingebäcke mit extra softer Krume
Ein vielseitiges Neuprodukt von Zeelandia ist „Hefeteig Extra Soft“. Die Basismischung kann sowohl für Schokobrötchen und Butterkuchen als auch für Zimt-Striezel oder Hefezöpfe verwendet werden. Die fertigen (Butter-) Hefefeinteiggebäcke bestechen laut Unternehmen durch ihre super softe Krume, besonders lange Verzehrfrische und ein gutes Gebäckvolumen. Hefeteig Extra Soft bietet eine sichere Verarbeitung der Teige bei allen Führungsarten sowie ein Extra an Gär- und Backstabilität. +++
Lebensmittelfarben für Schwarz, Rot, Gold
Mehrwert und Knusper für Brot und Gebäck
Mit QuinoaMax launcht backaldrin eine Schwarze Quinoa. Quinoa wird nicht umsonst auch als das „Gold der Inka“ bezeichnet, heißt es. Das Korn stammt ursprünglich aus den Hochlagen der Anden, liefert Ballaststoffe sowie ungesättigte Fettsäuren und bringt ein feines, nussig-erdiges Aroma mit. „In Kombination mit Durummehl, Weizensauerteig, Lein- und Leindottersamen bringt QuinoaMax somit Kraft in Brot und Brötchen“, kündigt das Unternehmen an. Zum Einsatz kommt die Quinoa ebenso bei backaldrins LifePowerMix. Mit Amaranth, Sonnenblumenkernen und Roggen wird das daraus gebackene Inka Brot, wie es heißt, zum Star jeder Backstube. Durch die Kombination der Körner hat das gebackene Produkt einen hohen Anteil an Lysin, durch den Amaranth enthält es außerdem viel Calcium, Magnesium und Eisen.
Mit dem Deutschland-WM-Brioche macht KAROW auf die bevorstehende Fußball-WM aufmerksam. Das Rezept und die passenden Lebensmittelfarbstoffe fürs Feingebäck – Kohlenschwarz, Rot und Sonnengelb –gibt es bei dem Anbieter aus Plauen. Zur WM wird auch Grillen ein Thema sein. Dazu passend bietet das Unternehmen ein neuartiges Bio-Produkt an, einen Rosmarinextrakt für mediterrane Brote, der in einer Dosierung von 1–2 g auf 1.000 g Teig hinzugegeben wird. +++
Nussige Note und außergewöhnliche Zutaten
Mit der neuen Mühlenvormischung Schapfen Dinkel-Juwel bietet die SchapfenMühle eine innovative Rohstoffkombination an: Neben Schapfen Qualitäts-Dinkel enthält sie gekeimtes Dinkelmehl, Dinkelgrütze, Gerstenmalz und gelben Erbsenschrot – eine außergewöhnliche Zusammenstellung, die Backwaren eine röstige, nussige Note verleiht. Die fertigen Gebäcke bleiben den Angaben zufolge lange frisch und bewahren eine angenehme Saftigkeit. Mit einer Dosierung von nur 25 % lässt sich die Vormischung flexibel verwenden: ob für Dinkelbrot, Kleingebäck oder kreative Spezialitäten. Bäckereien profitieren laut der SchapfenMühle von der einfachen Handhabung und den guten Verarbeitungseigenschaften. Zudem erfüllt die Mühlenvormischung moderne Ernährungsansprüche: Sie ist vegan, palmfrei und sojafrei. +++
Weiß und hell in der Win-Win-Range
Martin Braun erweitert das Sortiment der kakaofreien Schokoladenalternative Win-Win. Die neuen Sorten Win-Win weiß, Win-Win hell und dunkel lassen sich wie Kuvertüre verarbeiten. Ihr zarter Schmelz und der leckere Geschmack werden durch einen Milchanteil in der Rezeptur erreicht. Die Temperaturkurven beim Temperieren müssen im Vergleich zu herkömmlicher Kuvertüre bei Win-Win leicht angepasst werden, um den gewünschten seidigen Glanz, den knackigen Bruch und das Zusammenziehen in Formen zu gewährleisten. Für eine sichere und einfache Verarbeitung stellt Martin Braun Bäckereien den neuen Begleitfolder „Win-Win Deklaration und Temperieren“ zur Verfügung. +++
2 4 / 7 S e r v i c e
Höhere Genauigkeit, mehr Flexibilität
F&E spielt für Royal Kaak eine bedeutende Rolle. Das war auch bei der Entwicklung einer neuen Kopfmaschine der Fall. Weil poröse, luftdurchlässige Portionierbecher zum Einsatz kommen – was neu ist in der Backwarenherstellung –, erreicht die Maschine eine höhere Gewichtsgenauigkeit und bietet mehr Flexibilität beim Verarbeiten von Teigen mit hoher Teigausbeute. Mit seiner Innovation setzt das Unternehmen nach eigenen Worten einen neuen Industriestandard.
+Pim Kohlmann, Product Sales Manager bei Royal Kaak, beschreibt die Neuentwicklung so: „Zu den wichtigsten Merkmalen dieser Kopfmaschine gehören ihre präzise Portioniermethode und die Fähigkeit, Teige mit hoher TA und hohem Roggenanteil zu verarbeiten. Das Herzstück des Designs ist eine Technik, bei der poröse Edelstahlbecher verwendet werden, deren Oberfläche mikroskopisch kleine Löcher aufweist, durch die Luft strömt. Ein Kunststoffkolben drückt den Teig in den Becher und da Luft durch die poröse Struktur entweicht, wird der Becher mit einem sehr präzisen Volumen und dadurch gewichtsgenau befüllt. Anschließend wird der Teigling mit hoher Geschwindigkeit mittels Luft ausgeworfen. Es wird also ein Messverfahren ohne bewegliche Teile genutzt. Das senkt das Risiko, dass Teiglinge anhaften könnten, wie bei herkömmlichen Kolbenkammern oder Extrudern. Diese Art Portionierung wird bereits seit Jahren erfolgreich in der fleischverarbeitenden Industrie genutzt. Dank der porösen Bechertechnik ist jeder Teigling – Reihe für Reihe – perfekt gleichmäßig in Gewicht und Form. Dies sorgt für eine zuverlässige, qualitativ hochwertige Teigverarbeitung und reduziert das ‚Give-away‘ beim Verarbeiten zehntausender Teiglinge pro Stunde erheblich. Ein Win-Win für Bäckereien.“
„Zu den wichtigsten Merkmalen der neuen
Kopfmaschine gehören ihre präzise
Portioniermethode und die Fähigkeit, Teige mit hoher TA und hohem Roggenanteil zu verarbeiten.“
Pim Kohlmann, Product Sales Manager, Royal Kaak
Testergebnisse
Was vor mehr als fünf Jahren mit den ersten Formdrucken bei der Kaak-Tochter K3D in Terborg und der Entwicklung der Auswurftechnik begann, hat nach mehreren Verfeinerungen zu umfangreichen Tests durch Kunden und Partner im Kaak Technology Center in Nieuwkuijk geführt. Pim Kohlmann: „Die Kopfmaschine hat alle Testphasen erfolgreich durchlaufen – vom 24/7-Betrieb bis zum hochleistungsfähigen, präzisen Teilen und Rundwirken verschiedener Teige. Dank des 3D-Metalldrucks von K3D sind wir bei Größe und Form sehr flexibel. Wir können jeden Edelstahlbecher herstellen, den eine Bäckerei benötigt, ob für die Verarbeitung von Brötchenteiglingen mit 150 g Gewicht
Wertschöpfung
Sven Roosemalen, Leiter des Kaak Technology Centers: „Jede Bäckerei hat einzigartige Produkte, Rezepturen und
oder von Pizzateiglingen mit 350 g. Kunden, die unsere Maschine getestet haben, waren von der einzigartigen Messmethode positiv überrascht und bestätigten den Mehrwert. Alle Teigverarbeitungslinien von Kaak arbeiten rezepturgesteuert und ermöglichen einen schnellen Wechsel zwischen verschiedenen Teigarten und Gewichtsbereichen. Dies sorgt für einen reibungslosen Produktionsfluss und eine gleichbleibende Produktqualität. Die gesamte Linie, einschließlich der Kopfmaschine, ist in die automatisierte Softwareplattform iBakeCare von Kaak eingebunden.“
WIE VIEL POTENZIAL
ihre eigene Philosophie. Deshalb ist eine enge Zusammenarbeit bei Produkttests entscheidend für den Erfolg. Im Laufe der Jahre haben wir zusammen mit unserem Forschungsund Entwicklungsteam die Maschine bis ins kleinste Detail kennengelernt. So können wir schnell die richtigen Einstellungen finden, um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen. Da ich selbst Bäcker bin, erlebe ich täglich die Vorteile der Maschine. Die neue Messmethode, kombiniert mit einem benutzerfreundlichen Gesamtkonzept, ermöglicht es unseren Kunden, Grenzen bei Rezepturen zu verschieben. Kürzlich wollte ein Kunde seinem Brioche-Teig einen zusätzlichen Wasseranteil hinzufügen, um eine weichere Textur vor dem automatisierten Schneiden zu erreichen – etwas, was seine bisherige Maschine nicht bewältigen konnte. Wir haben es möglich gemacht.“
Ein weiterer Vorteil der Kopfmaschine liegt laut Royal Kaak in dem deutlich längeren Rundwirkweg im Vergleich zu herkömmlichen Maschinen. Die Intensität des Trommelrundwirkers ist nicht nur in der Anzahl der Wirkschläge, sondern auch in der beim Rundwirken zurückgelegten Strecke stufenlos einstellbar. Deshalb könne man mit der Kopfmaschine Kaiserbrötchen wie Rosenbrötchen nach Kundenwunsch herstellen. „Ein perfekt gewirkter Teigling schafft während des gesamten Prozesses einen Mehrwert, der zu einem hochwertigen Endprodukt führt“, heißt es aus dem Unternehmen.
Hohe Gewichtsgenauigkeit
Sven Roosemalen: „Tests von Pizzaherstellern zeigen, dass die Gewichtsgenauigkeit bei festeren Teiglingen bemerkenswert hoch ist. Dies ist entscheidend, um ein Ausschleusen aufgrund von Untergewicht zu verhindern. Zusätzlich ist der Weizenteig nach dem schonenden Teilen und Rundwirken spürbar stressfrei. Dies öffnet die Tür zu Lösungen, bei denen Ruhezeiten vor dem Pressen erheblich verkürzt oder sogar eliminiert werden können, was erhebliche Kosteneinsparungen mit sich bringt.“
„Die neue Messmethode, kombiniert mit einem benutzerfreundlichen Gesamtkonzept, ermöglicht es unseren Kunden, Grenzen bei Rezepturen zu verschieben.“
Hygiene und Wartung
Die Philosophie von Royal Kaak, robuste Lösungen mit hygienischem, industrietauglichem Design zu konstruieren, zeigt sich den Angaben zufolge auch in der Kopfmaschine. Der Trichter ist neigbar und ermöglicht den Zugang von der Seite. Die Reinigung der leicht austauschbaren, ölfreien Wirktrommel mit Bechern gestaltet sich einfach und erfolgt in einer speziellen Maschine. Durch das transparente, offene Design kann die Maschine von allen Seiten vollständig gesäubert werden. Alle teigführenden Teile sind PFAS-frei. Außerdem biete die Konstruktion eine lange Lebensdauer und erfordere nur einen minimalen Service- und Wartungsaufwand. Im Gegensatz zu herkömmlichen Kolbenkammern mit beweglichen Teilen – sie müssten häufig gewartet werden – sei die Edelstahltrommel mit den Bechern von Royal Kaak wartungsfrei.
Demo oder Produkttest
„Die nun in unsere Kleingebäcklinie integrierte Kopfmaschine hat sich in jeder Hinsicht bewährt und zeigt großes Potenzial für zukünftige Anwendungen“, berichtet Pim Kohlmann. Und weiter: „Wir planen, die poröse Drucktechnologie für andere Verwendungen in der Teigverarbeitung, z. B. für Brot, weiterzuentwickeln. Bäcker sind eingeladen, unser Technologiezentrum in Nieuwkuijk zu besuchen, um sich die Kopfmaschine oder die komplette Kleingebäcklinie anzuschauen oder sie für Produkttests zu nutzen.“ +++
Sven Roosemalen, Leiter Kaak Technology Center
(v. l.) Pim Kohlmann, Product Sales Manager, Royal Kaak, und Sven Roosemalen, Manager, Technology Center, Royal Kaak
SCAN. TRACE. TRUST.
NACHHALTIGE BEUTELVERSCHLÜSSE & MEHR
Scan.Trace.Trust. Lebensmittelsicherheit ist das A und O, deshalb sind Kwik Lok-Etiketten mit umfangreichen Rückverfolgungsfunktionen ausgestattet. Wenn Sie genauer hinschauen, werden Sie feststellen, dass Kwik Lok-Etiketten auch dazu beitragen können, die Anforderungen des Food Safety Modernization Act (FSMA) zu erfüllen, der im Januar 2026 in Kraft tritt. Hinzu kommt, dass Sie damit auch die Anforderungen des GS1 Sunrise 2027 2D-Barcodes erfüllen können. Es gibt also allen Grund, auf Kwik Lok zu setzen.
Wir feiern 70-jähriges Bestehen.
Bakers’ Day 2026 in Bremerhaven
Am 10. und 11. Juni 2026 veranstaltet das ttz (Technologie-Transfer-Zentrum) den 5. Bakers´ Day in Bremerhaven.
Neben wissenschaftlichen Vorträgen sind bäckereitechnische Vorführungen geplant.
Bakers’ Day 2026 – Dienstag, 9. Juni 2026
18:00 Uhr Vorabendveranstaltung im FIRST Besichtigung Produktionsinfrastruktur | Produktpräsentation Start-ups | Networking | Food Truck
Bakers’ Day 2026 – Mittwoch, 10. Juni 2026
08:00 Uhr Warm-up und Präsentationen an den Ständen der Sponsoren
08:45 Uhr Begrüßung und Einleitung
09:00 Uhr Was macht die Qualität heller Brotkrume aus? Mechanismen verstehen, um Verbraucher zu begeistern
Ainhoa Ramos, ttz Bremerhaven
09:30 Uhr Vom Chaos zur Ordnung – Wie Kristallisation die Qualität von Backwaren formt
Frida Köning, ttz Bremerhaven
10:00 Uhr Kaffeepause
10:30 Uhr Prozesswärme mit Wasserstoff – Ein Forschungsprojekt aus der Lebensmitteltechnik
Magnus Rienäcker, ttz Bremerhaven, und Michael Karkoska, WACHTEL ABT GmbH
11:00 Uhr Heatrix – Dekarbonisierung der Backindustrie mit heißer Luft
Dr. Wei Wu, Heatrix GmbH
11:30 Uhr Brot & Bytes – Digitalisierung im Bäckerhandwerk Klaus Malscheski, Bizerba SE & Co. KG
12:00 Uhr Mittagessen
13:00 Uhr Praktische Vorführungen im Technikum des ttz Bremerhaven
17:00 Uhr Pause für Check-in im Hotel und Transfer zur Abendveranstaltung in Eigenregie oder im Busshuttle ab Fischereihafen Bremerhaven
18:30 Uhr Abendveranstaltung Captain´s Lounge, Atlantic Hotel Sail City
23:00 Uhr Busshuttle in den Fischereihafen Bremerhaven
Bakers’ Day 2026 – Donnerstag, 11. Juni 2026
08:30 Uhr Warm-up und Präsentationen an den Ständen der Sponsoren
09:15 Uhr Jetlag im Job – wenn Schichtarbeit unser Ernährungs- und Gesundheitsverhalten aus dem Takt bringt Imke Matullat, ttz Bremerhaven
09:45 Uhr Einfluss der Lebensmitteltextur auf die Wahrnehmung, Verdauung und Gesundheit Prof. Dr. Markus Stieger, Wageningen University & Research
Jessica Wiertz und Sandra Vennemann-Toppka, beide Brenntag GmbH
11:00 Uhr Kaffeepause
11:30 Uhr Frische ohne Nachtschicht: Klimagesteuerte Lagerung als Antwort auf Fachkräftemangel Karl Heinz Hustings, MIWE Michael Wenz GmbH
12:00 Uhr Erfolgreiche Zutaten für eine gelungene Mitarbeiterbindung und nachhaltigen Erfolg Lene Knoll, LENES BIO BACKSTUBE GmbH
12:30 Uhr Pilze neu gedacht: innovativer Rohstoff auch für die Bäckerei? Beate Hajek und Laura Kroo, beide ttz Bremerhaven
13:00 Uhr Verabschiedung
13:30 Uhr Mittagssnack und Aufbruch
14:00 Uhr Ende und Busshuttle zum Hbf Bremerhaven
Veranstaltungsort
Fischbahnhof, Am Schaufenster 6, 27572 Bremerhaven Anmeldung und Kontakt: Frida Köning, E-Mail: fkoening@ttz-bremerhaven.de, Tel. +49 471 80934-200
NO FUTURE without history
25 Years in Bakery Business
In our daily activities, we tend to look ahead to what’s yet to come. Bigger, faster, more efficient, and better – that’s the progress we strive for. “And whoever has the youth has the future,” right? But where would we be without accumulated knowledge and experience? How would we measure our progress? How could we learn from our mistakes to improve, if there were no history offering us the opportunity to confidently pursue our chosen path?
A quarter of a century ago, our history in the bakery market began. With the arrival of Dick Bassa, Peter Vos, and Frans Temminck, better known as BVT, our Bakery Equipment Family was born, later expanded with the NewCap, Vacuum Cooling & Baking, and Bakepack labels. And recently, our youngest member, Repeatloaf, saw the first light of day. An impressive portfolio of solutions for production in modern bakeries and those of the future. Before we fully embrace the future, we look back with a satisfied smile on 25 years of experience that have provided us with the foundation for that future. Happy Birthday!
make to bake
VAKUUMKONDITIONIEREN
Technik, die einen Unterschied ausmacht
Unter Vakuum versteht man üblicherweise einen Raum, der weitgehend frei von Materie ist. Oft wird er als luftleerer Raum bezeichnet. Im Kontext mit dem Einsatz in Bäckereien geht es um etwas anderes: Vakuumtechnologie eröffnet die Möglichkeit, Brot und Kleingebäcke mit deutlich verbesserten Eigenschaften und in effizienteren Prozessen herzustellen.
+Die Vakuumtechnologie eignet sich besonders für teilgebackene Produkte wie Brot, Kleingebäcke (Brötchen) oder Feingebäck (z. B. Plunder oder Croissants). Die Backwaren werden binnen weniger Minuten abgekühlt und gleichzeitig für eine Weiterverarbeitung stabilisiert. Das Vakuumkonditionieren führt zu Produkten mit verbesserter Qualität und ermöglicht eine deutliche Prozessoptimierung. Back- und Verarbeitungszeiten werden reduziert, und es verschafft Bäckereien mehr Flexibilität im Ressourceneinsatz.
Verlängerte Haltbarkeit
Das schnelle Abkühlen von Backwaren spart nicht nur Zeit, sondern bietet auch viele weitere Vorteile. Es verlängert die mikrobiologische Haltbarkeit der Produkte und reduziert das Kontaminationsrisiko drastisch. Durch das rasche Absenken von Druck und Temperatur wird der Bereich, in dem sich z. B. Schimmel bilden kann – also im Temperaturbereich von 60 °C bis 30 °C –, deutlich verkürzt. Dies gilt für Backwaren, aber auch für gekochte Speisen wie Pudding, Reis oder Nudeln. Vakuumverpackte Backwaren bleiben zudem deutlich länger frisch, da deren Kruste mehr Wasser enthält als die von herkömmlichen Backwaren. Vakuumkonditionierte Produkte sind nicht nur länger bei Raumtemperatur haltbar, sondern auch knuspriger, formstabiler und haben ein größeres Volumen als Tiefkühlprodukte. Durch das Abkühlen in einer kontrollierten Umgebung innerhalb
des Vakuumsystems werden jegliche Schwankungen der Umgebungstemperatur eliminiert. Dadurch werden, wie der österreichische Bäckereimaschinenspezialist König Maschinen berichtet, die Produktionsprozesse in der gesamten Bäckerei stabiler.
Verkürzte Prozesse
Neben der Verbesserung der Produktqualität und der Verlängerung der Haltbarkeit bietet die Vakuumkonditionierung beim Backen einen weiteren entscheidenden Vorteil: Sie verkürzt den Prozess. Durch das extrem schnelle Abkühlen ist z. B. Brot deutlich schneller schnittfest. Was wiederum bedeutet, dass nachfolgende Schritte wie das Verpacken und die Auslieferung ebenfalls deutlich früher erfolgen können. Darüber hinaus können Backwaren, die nach dem Vakuumkonditionieren gefrostet werden, direkt nach dem Auftauen verzehrt werden und behalten eine knusprige Kruste und eine lockere, luftige Krume. Das ist laut König besonders bei Baguettes, Brioche mit Dekorzucker, Brötchen, Pizzateig oder mediterranen Backwaren wie Fladenbrot von Vorteil.
Verbessertes Geschmacksprofil
Der rasche Druckabfall beim Vakuumkühlen lässt die Feuchtigkeit in der Krume sofort verdunsten. „Diese innere Dampfbewegung kühlt das Produkt nicht nur, sondern transportiert auch flüchtige Aromastoffe von der Oberfläche tief ins Innere der Backware. Dadurch verteilen sich die Aromen gleichmäßiger. Statt wie bei herkömmlicher Kühlung zu entweichen, werden diese erwünschten Noten beim Vakuumverfahren effektiv eingeschlossen, was zu einem intensiveren und harmonischeren Geschmacksprofil beiträgt“, heißt es aus dem Unternehmen. Das Ergebnis sind vakuumgekühlte Backwaren mit einem reichhaltigeren und intensiveren Geschmack und, dank verbesserter Stabilität, einem ansprechenden Volumen ohne Faltenbildung. Die Produkte zeichnen sich durch eine offene Krume und einen angenehm kurzen Biss aus.
Eigene Vakuumkühltechnologie entwickelt
König Maschinen entwickelte eine eigene Vakuumkühltechnologie, die im QualityVac-System integriert ist. Das System kann mit Platz für ein bis drei Stikkenwagen konfiguriert werden und hat Anschlüsse für Druckluft, Frischwasser, Abwasser und Strom. „Das physikalische Gesetz, dass Wasser bei sinkendem Druck bei niedrigeren Temperaturen siedet, ist
die wissenschaftliche Grundlage der Vakuumkonditionierung. Das Verfahren nutzt diesen Effekt, indem es dem Produkt Energie in Form von Wärme entzieht. Dadurch kühlt das Produkt in kürzester Zeit ab und wird gleichzeitig stabilisiert“, erklären Experten von König das Konzept.
Und das sind die Abläufe beim Einsatz der Vakuumtechnologie: Der Stikkenwagen mit den teilgebackenen Produkten wird in die Vakuumkammer gefahren, wo der Druck mithilfe von Vakuumpumpen reduziert wird. Durch den sinkenden Druck verdunstet das Wasser, wodurch die Produkte innerhalb weniger Minuten abkühlen. Der große Vorteil: Die Zwischenlagerung in der Produktion erfordert keine temperaturkontrollierten Bereiche. Die Produkte können bei Raumtemperatur gelagert und Tage oder sogar Wochen später fertiggebacken werden, praktisch ohne Qualitätsverluste. Für das Backen im Laden sei das ideal, so das Unternehmen.
Und weiter: „Das QualityVac-System kühlt Produkte in kürzester Zeit: Je nach Produkt und gewünschter Endfeuchte lassen sich 65 kg in nur 90 Sekunden kühlen.“ Doch nicht nur die Zeit wird durch die Vakuumtechnologie optimiert, auch der Platzbedarf: Die Lösung benötigt nur 5 bis 12,5 m²,
„Wir entwickeln zurzeit eine Lösung für die kontinuierliche Vakuumkühlung. Diese tunnelartige Anlage eliminiert Wartezeiten vollständig und gewährleistet einen reibungslosen, unterbrechungsfreien Produktionsablauf. Grund für diese Entwicklung ist die steigende Nachfrage nach vollautomatisierten Prozessen.“
König Maschinen, Graz/Österreich
inklusive Pumpensystem. Der Einsatz eines Vakuumkühlsystems reduziert den Platzbedarf den Angaben zufolge um 50 bis 70 %, da sperrige Kühlgestelle oder Spiralkühler überflüssig werden. „Um diese kompakte Bauweise und den komfortablen Betrieb zu gewährleisten, verfügt das QualityVac-System über eine Schiebetür, deren Position nicht festgelegt ist, sondern im Vorwege bestimmt werden kann. D. h., der Nutzer kann definieren, von welcher Seite die Vakuumanlage geöffnet werden kann, im Idealfall auch von beiden Seiten (auf einer Seite rein, auf der anderen, also der Rückseite, raus), um den Prozessablauf und die Wege in der Backstube einfacher zu gestalten.
Verkürzte Backzeit
Beim Vakuumkonditionieren verlieren Backwaren deutlich an Krustenfeuchtigkeit. Dadurch entfällt die Notwendigkeit,
diese Feuchtigkeit während des Backens zu verdampfen. Das verkürzt die Backzeit. „Die Vakuumkonditionierung, die vor dem Backen angewendet wird, ersetzt einen Teil der zweiten Backphase“, betont König. Dadurch bräunt die Kruste deutlich schneller, wodurch sich die verbleibende Backzeit im Vergleich zu herkömmlichen Methoden um 20 bis 40 % reduziert – eine Zeit, die in einem Store genutzt werden kann, um den Ofen mit den nächsten Backwaren zu bestücken. Die verstärkte Konstruktion des QualityVac ermöglicht den Betrieb einer leistungsstarken Vakuumpumpe, wodurch ein schnellerer Ablauf des Vakuumvorgangs oder des individuellen Programmes erreicht wird und die Gesamtprozesszeiten weiter verkürzt werden. Die höhere Pumpenleistung sorgt zudem dafür, dass die gewünschte Endfeuchtigkeit deutlich schneller erreicht wird.
Komplettsystem, einfache Bedienung
König hat das Vakuumkühlsystem so konzipiert, dass es innerhalb weniger Tage nach Anlieferung vor Ort einsatzbereit ist. Insgesamt plant das Unternehmen 10 Tage vor Ort in einem Betrieb für Installation, Inbetriebnahme und Schulungen ein, um sicherzustellen, dass System und Prozesse auf die spezifischen Produktionsanforderungen abgestimmt sind. QualityVac wird als Komplettlösung geliefert und kann optional mit einer Kaltwassereinheit ausgestattet werden. Darüber hinaus bietet König ein Standmodell an, das dieselbe Kammer nutzt, aber zusätzlich über eine darunter installierte Auffangwanne verfügt. Diese Version ist mit einem Bodenablauf ausgestattet, der ein bequemes Ablassen von Wasser ermöglicht.
Die Bedienung ist dank Touchscreen-Menü einfach. 50 Programmschritte sind voreingestellt und können für individuelle Programme gespeichert werden. König bietet Schulungen für Bedienerteams sowie eine Fernwartung an, sodass die Technologie bei Bedarf in Echtzeit überprüft werden kann. Alle Vakuumkurven sind vollständig anpassbar und frei programmierbar. Die Kammer ist zudem mit einer integrierten Beleuchtung für komfortables Arbeiten ausgestattet.
Sicherheit hat Priorität
Das QualityVac-System verfügt über betriebssichernde Funktionen, die die Wartungsintervalle verlängern. Beispielsweise ist die Schraubenpumpe, die als Vakuumerzeuger fungiert, indem sie Gas zwischen Schraubenrotoren einschließt und komprimiert, mit keramikbeschichteten Kompressorschrauben ausgestattet. Dies verhindert Korrosion und ein Verstopfen der Kompressoreinheit durch Kondensat. Die Schraubenpumpe lässt sich zudem problemlos für Wartungsarbeiten ausbauen. „Sie sorgt für eine höhere Systemverfügbarkeit und eine längere Lebensdauer, da die Keramikbeschichtung Überhitzungen verhindert, Strahlungswärme eliminiert und die Wärmeübertragung minimiert. Dies erhöht die Langlebigkeit der gesamten Anlage erheblich“, erklärt der Systementwickler bei König.
Aus Sicherheitsgründen ist die Vakuumkammer mit zwei Not-Aus-Tastern ausgestattet. Einer befindet sich außen am Bedienfeld, der andere im Inneren der Vakuumkammer. Auch der Wartungsaufwand ist optimiert: „Die robuste Kammerkonstruktion gewährleistet einen langlebigen, korrosionsfreien Betrieb“, betont man bei König. Der QualityVac ist daher auf einen nahezu wartungsfreien Betrieb ausgelegt.
In den Wartungshandbüchern empfiehlt der Maschinenbauer aus Graz, Komponenten wie Dichtungen, Pneumatik, Antriebsteile und Getriebe monatlich auf Undichtigkeiten zu prüfen.
Die Experten betonen: „Der in die Kammer integrierte Wärmetauscher ist eine Eigenentwicklung. Der Plattenwärmetauscher ermöglicht uneingeschränkten Zugang für Wartung und Reinigung; selbst nach längerem Betrieb ist kein Komponentenaustausch erforderlich.“ Für eine einfache Reinigung verfügt das System über ein herausnehmbares Edelstahlgitter.
Die Vakuumpumpe arbeitet ölfrei und bietet damit ein zusätzliches Maß an Sicherheit und Hygiene. Ihre selbstausgleichende Schraubenkonstruktion gewährleistet ein minimales Vibrationsniveau und einen geräuscharmen Betrieb. Zudem sind die Schrauben aus einem Stück gegossen. Weil sie deshalb keine Spalten aufweisen, „wird das Eindringen von Prozessflüssigkeiten oder Partikeln verhindert und Korrosion und Ablagerungen somit vorgebeugt“.
Kontinuierliche
Vakuumkühlung in der Entwicklung
Im Bereich der Vakuumkühltechnik bietet König aktuell eine Rack-basierte Lösung an, die als Einzelrack oder in einer Kapazität von bis zu drei Racks erhältlich ist. Die F&E beschränkt sich jedoch nicht auf diese Modelle. Das Unternehmen arbeitet an einer weiteren Automatisierung für Großanlagen. „Wir entwickeln bereits eine Lösung für die kontinuierliche Vakuumkühlung. Diese tunnelartige Anlage eliminiert Wartezeiten vollständig und gewährleistet einen reibungslosen, unterbrechungsfreien Produktionsablauf. Grund für diese Entwicklung ist die steigende Nachfrage nach vollautomatisierten Prozessen“, so König. +++
SCHON MAL AN EINE
ALTERNATIVE ZUM EI GEDACHT?
Informationen über das Boyens Backglanz, die Alternative zur klassischen Eistreiche, für eine goldgelbe Bräunung und einen super Glanz, finden Sie hier.
Wir kriegen’s gebacken!
Sven Oliver Neitzel neuer Head of Innovation bei ARYZTA
Sven Oliver Neitzel ist seit 1. April 2026 als Head of Innovation bei der ARYZTA Food Solutions GmbH, Freiburg, verantwortlich. Das Unternehmen ist nach eigenen Angaben Marktführer für TK-Backwaren im Außer-Haus-Markt in Deutschland und eines der führenden Unternehmen für Tiefkühl-Logistik. Als Head of Innovation verantwortet Neitzel die Bereiche E-Commerce & Channel Management, Product Management und Einkauf Handelswaren. Er berichtet an Peter Ganghof, der seit 1. November 2025 als Head of ARYZTA Food Solutions das Unternehmen führt. Sven Oliver Neitzel (62 Jahre) war zuletzt als Ressortleiter Gastronomie für EDEKA tätig. Zudem hat er sich als Autor, Berater, Ideengeber, Speaker und Restaurantinhaber einen Namen in der Branche gemacht. Als ehrenamtlicher Beiratsvorsitzender des Institute of Culinary Art (ICA) ist er Bereichsleiter des ICA-Netzwerks. Zudem berät er im Wirtschaftsausschuss die Denkfabrik Zukunft Gastgewerbe.
„Sven Oliver bringt langjährige Führungserfahrung sowie ausgeprägte Expertise in der Entwicklung, Steuerung und Skalierung von Geschäfts-, Produkt- und Vermarktungsmodellen mit. Er verfügt über einen starken strategischen Blick und verbindet Innovationskraft mit operativer Umsetzungsstärke“, so Peter Ganghof. Mit über 300 Mitarbeitern hat ARYZTA Food Solutions 2025 einen Umsatz von etwa 150 Mio. EUR erwirtschaftet. Das Unternehmen betreibt fünf Logistikzentren, 15 Hubs mit 18.000 Plattenstellplätzen und eine Flotte von 120 eigenen Fahrzeugen. Mit 500.000 Stopps pro Jahr und 3,5 Millionen ausgelieferten Wareneinheiten pro Jahr gehört das Unternehmen zu den TOP-3-Dienstleistern in der TK-Logistik. +++
Dr. Alexander Henrich jetzt Leiter F&E bei Zeelandia Deutschland
Hans Günter Wachtel, langjähriger Geschäftsführer der heutigen WACHTEL ABT GmbH, ist am 2. März 2026 im Alter von 87 Jahren verstorben. „Er hatte das Unternehmen 1964 mit nur wenigen Mitarbeitern von seinem Vater übernommen und es mit großem Engagement sowie erheblichem persönlichen Einsatz zu einem etablierten und hoch angesehenen Partner des Bäckerhandwerks entwickelt“, schreibt das Unternehmen in seinem Nachruf. Weiter heißt es: „Hans Günter Wachtel prägte das Unternehmen fünf Jahrzehnte mit großer unternehmerischer Leidenschaft, strategischem Weitblick und außergewöhnlichem persönlichen Einsatz. Zu seinen besonderen Verdiensten zählen der stetige Ausbau des Produktportfolios, die erfolgreiche Modernisierung der Unternehmensstrukturen sowie die Stärkung der Marke Wachtel auf nationalen und internationalen Märkten. Der Lebensweg von Hans Günter Wachtel war geprägt von Tatkraft, großem Verantwortungsbewusstsein und dem unumstößlichen Anspruch, Qualität und zuverlässige Lösungen stets in den Mittelpunkt seines Handelns zu stellen. Seine Werte – Qualität, Verantwortung, Verbindlichkeit und Innovationskraft – prägen das Unternehmen bis heute.“ +++
Die Bundy-Familienwerte
Gil Bundy, Bill Bundy, Bob Bundy und Tom Bundy führen gemeinsam ein Familienunternehmen – den Weltmarktführer Bundy Baking Solutions. 2024 feierte die Unternehmerfamilie das 60-jährige Firmenjubiläum. Im Gespräch mit brot+backwaren gewährt sie einen Einblick hinter die Kulissen ihres Erfolgs.
+Catalina Mihu: Bundy Baking Solutions hat sich mit seinen Produkten und Dienstleistungen weltweit einen Namen gemacht. Wie ist das Unternehmen aufgestellt, damit in jedem Markt individuelle Formen, Bleche und Beschichtungslösungen angeboten werden können?
Gil Bundy: Bundy Baking Solutions ist global tätig, unsere Stärke liegt jedoch in unserer lokalen Expertise. Unsere internationalen Teams verstehen die spezifischen Bedürfnisse ihrer Regionen. Dabei geht es um die Anpassung unserer Produkte an die regionalen Backwaren oder die Unterstützung unterschiedlicher Automatisierungsgrade in Bäckereien. Wir denken global, setzen unsere Lösungen aber lokal um. Wir haben starke regionale Teams aufgebaut, die die jeweilige Sprache sprechen, die Kunden kennen und ihre Bedürfnisse verstehen. Dank dieser Struktur können wir unseren Kunden maßgeschneiderte Lösungen bei Formen, Beschichtungen, Refurbishment oder Bäckereiausrüstungen anbieten.
Mihu: Wie werden die gesammelten Erfahrungen im gesamten Netzwerk geteilt?
Bill Bundy: Wir verfolgen einen kollaborativen Ansatz bei Innovation und Problemlösung in allen unseren Betrieben. Kundenfeedback, technisches Know-how und Weiterentwicklungen fließen team- und länderübergreifend ein, von Brasilien über die USA bis nach Rumänien und darüber hinaus. Eine Herausforderung mit einem Baguetteblech in Europa kann beispielsweise manchmal durch die Unterstützung unserer Ingenieure in Brasilien oder den USA gelöst werden.
„Meine Reise in die Backbranche begann schon in meiner Kindheit. Mein Vater Russ nahm uns oft mit in Bäckereien, damit wir sehen konnten, wie dort gearbeitet wird.“
Gil Bundy
Gil Bundy: Wir haben einen guten Umgang mit Konzepten und eine vertrautensvolle Zusammenarbeit etabliert –nicht nur im Vertrieb, sondern auch in den Bereichen
Entwicklung, Beschichtung und Fertigung. Dies ermöglicht es uns, voneinander zu lernen und unsere Messlatte immer höher zu legen.
Mihu: Welche neuen Entwicklungen gibt es von Bundy Baking Solutions?
Bob Bundy: Unser Fokus liegt weiterhin darauf, Bäckereien darin zu unterstützen, ihre Effizienz zu steigern, Arbeits- und Energiekosten zu senken und die Nachhaltigkeit zu verbessern. Wir konzentrieren uns darauf, es unseren Kunden zu ermöglichen, mit weniger Aufwand mehr zu erreichen. Dass zum Beispiel weniger Personaleinsatz notwendig ist und weniger Energie, und dass weniger Food Waste anfällt. Unsere ePAN ®-Technologie ist ein hervorragendes Beispiel dafür. Sie ist leichter, effizienter und umweltfreundlicher. Zu den weiteren Innovationen gehört das TabLock-Blech, das für den Einsatz in Mecatherm-Anlagen entwickelt wurde. Die Lösung verfügt über leicht austauschbare Backpaneele, wodurch Kosten und Food Waste über die Zeit deutlich reduziert werden.
Bill Bundy: Wir beobachten außerdem eine wachsende Nachfrage nach großformatigen Formen, mit denen Bäcker mehr Brot pro Backvorgang backen können. Das erhöht den Durchsatz und senkt den Energieverbrauch.
Mihu: Ihr Unternehmen wurde 1964 gegründet. Wie entwickelte sich Russell T. Bundy & Associates, Inc. zu Bundy Baking Solutions? Was würden Sie als Meilensteine der vergangenen 60 Jahre einordnen?
Bill Bundy: Bundy Baking Solutions hat sich von einem kleinen Familienbetrieb zu einem familiengeführten globalen Player entwickelt. Und zwar deshalb, weil wir stets auf Qualität, gute Beziehungen und intelligentes Wachstum gesetzt haben. Mein Vater (Russ) war von Anfang an davon überzeugt, Dinge besser machen zu können, und es war
„Ich fing mit 16 Jahren im Unternehmen als Lagerarbeiter bei RTB in Columbus, Ohio, an. Zu meinen ersten Aufgaben gehörte das Entladen der Lkw und das
Sortieren und Reinigen von gebrauchtem Equipment und Blechen.“
Bill Bundy
ihm wichtig, verlässlich zu sein. Diesen Fokus haben wir über die Jahre beibehalten, während sich die Branche um uns herum veränderte. Zu den Meilensteinen zählen die frühe Expansion von American Pan, strategische Übernahmen wie die von Chicago Metallic und Runex sowie die internationale Expansion nach Europa, Südamerika und darüber hinaus. Doch eines ist immer gleich geblieben: unser enger Kontakt zu den Bäckern.
Gil Bundy: Die größte Konstante waren unsere Mitarbeiter und unser Fokus auf die Backwarenbranche.
Marken von Bundy Baking Solutions
AMERICAN PAN
Spezialisiert auf: industrielle Formen und Bleche sowie Beschichtungen
Portfolio: Formen in Standard- und Sondergrößen, Beschichtungen und Refurbishment
ACCUSPRAY
Spezialisiert auf: automatisierte Sprühsysteme zum Auftragen von Trennmitteln
Portfolio: Sprühtechnik für das Auftragen von Trennmitteln
CHICAGO METALLIC
Spezialisiert auf: Formen für Foodservice und Handel
Portfolio: Standard-Formen für LEH und Foodservice
PAN GLO
Spezialisiert auf: Reinigung und Neubeschichtung von Blechen und Formen
Portfolio: Reinigungs- und Neubeschichtungsdienstleistungen
RUNEX
Spezialisiert auf: Equipment für Bäckereien, Beschichtungen
Portfolio: Ausstattungen für Bäckereien
SYNOVA
Spezialisiert auf: Trennmittel
Portfolio: kundenspezifische Trennmittel
TURBEL
Spezialisiert auf: Formen, Bleche, Beschichtungen
Portfolio: Formen, Beschichtungen
USA PAN
Spezialisiert auf: Bleche und Formen in Profiqualität
Portfolio: in den USA hergestellte Bleche und Formen, Sortiment für Verbraucher
Das Familienunternehmen Bundy Baking Solutions
Unternehmensleitung, erste Generation: Russell T. (Russ) Bundy, Mit-Gründer (1964–2024), und Elizabeth (Liz) Bundy, Mit-Gründerin, Finanzwesen (1964 – heute)
Unternehmensleitung, zweite Generation: Gilbert (Gil) Bundy, von 1981 bis Januar 2026 CEO, heute Aufsichtsratsvorsitzender der Bundy Baking Solutions; William (Bill) Bundy, von 2010 bis Januar 2026 Präsident der globalen Fertigung, seit Januar 2026 CEO von Bundy Baking Solutions; Tom Bundy, Präsident von Pan Glo (1984 – heute); Robert (Bob) Bundy, Präsident der globalen Beschichtungsabteilung (2006 – heute); Brad Bundy, Leitender Projektingenieur bei DuraShield (2011 – heute)
Mihu: Wie sind die Entwicklungsschritte mit Ihren eigenen Funktionen im Unternehmen verknüpft?
Gil Bundy: Wir alle vier Bundy-Söhne haben im Unternehmen auf allen Ebenen und in allen Abteilungen gearbeitet – in der Produktion, im Vertrieb, in der Beschichtung und im Kundenservice. Dadurch hat sich für uns eine enge Verbindung zu den Produkten und den Anwendern entwickelt. Vom Aufbau neuer Anlagen zur Backformenreinigung bis hin zur Gründung komplett neuer Geschäftsbereiche haben wir alle im Zuge der Expansion des Unternehmens verschiedene Rollen übernommen.
Bob Bundy: Wir alle sind in praxisorientierten Positionen gestartet. Ich war im Bereich Beschichtung tätig und habe u. a. eine Zeit lang in Frankreich und Kanada gelebt. Diese Erfahrung hat jedem von uns das nötige Fundament für unsere Führungsaufgaben gegeben.
Mihu: Wie würden Sie die Arbeitsweise von Bundy in Bezug auf handwerkliche Bäckereien und Großbäckereien beschreiben? Wie werden die jeweiligen Anforderungen am besten erfüllt?
Bill Bundy: Wir beliefern sowohl große Bäckereien als auch kleine Handwerksbäckereien. Darauf sind wir stolz. Unsere globalen Marken wie American Pan und Turbel erfüllen die Anforderungen von Großbäckereien, während
Chicago Metallic und Runex mehr Flexibilität für handwerkliche Betriebe bieten.
Tom Bundy: Wir arbeiten mit einigen der größten Bäckereien der Welt zusammen und haben noch nie eine Bäckerei im Stich gelassen, die unsere Produkte und unseren Support benötigt. Wir unterstützen Bäckereien auch im Aufbau und helfen ihnen, ihre Produktion mit den passenden Blechen und Beschichtungen durch Beratung unserer Expertenteams zu skalieren.
Mihu: Und wie passen sich Bundy Baking Solutions und seine Unternehmen bzw. Partner an die Veränderungen im globalen Wirtschafts- und geopolitischen Umfeld an?
Bob Bundy: Wir haben auf globale Veränderungen reagiert, indem wir unsere regionalen Aktivitäten verstärkt haben. Beispielsweise haben wir unsere Kapazitäten für die Neubeschichtung in ganz Europa ausgebaut,
um trotz Transport- und Logistikherausforderungen einen lokalen und zeitnahen Service zu gewährleisten.
Wir haben in mehreren Regionen vorausschauend in den Kompetenzaufbau unserer Mitarbeiter und in die Infrastruktur investiert und investieren weiter, um der Kundennachfrage gerecht zu werden. Dieser vorausschauende Ansatz hilft unseren Kunden, unabhängig von den globalen Entwicklungen auf zuverlässige Dienstleistungen zu vertrauen.
Das ist Innovation
Mihu: Wie würden Sie Innovationen bei Formen und Beschichtungen aktuell beschreiben? Und welche Ziele verfolgen Sie für Neuentwicklungen in den kommenden Jahren?
Bill Bundy: Innovation bedeutet heute, Bäckereien mehr Effizienz, Sicherheit und Nachhaltigkeit zu bieten. Wir arbeiten eng mit OEMs (Original Equipment Manufacturer) und
„Mit 16 Jahren begann ich, als Hilfsarbeiter bei RTB zu arbeiten. Meine erste Aufgabe war es, eine Fritteuse für Donuts zu reinigen, die uns noch mit dem enthaltenen Öl geliefert worden war!“
Bob Bundy
Bäckereien zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Formen in der nächsten Generation von Öfen und automatisierten Systemen reibungslos funktionieren. Wir arbeiten beispielsweise eng mit OEMs zusammen, die Öfen mit größeren Abmessungen entwickeln, um die Kompatibilität und Optimierung unserer Formen für diese Lösungen zu gewährleisten.
Bob Bundy: Wir bieten ein umfassendes Sortiment an Beschichtungen an, darunter Fluorpolymer- und PFAS-freie Lösungen. Schließlich sind PFAS ein wichtiges Thema. Wir haben mehrere Optionen, die seit Jahrzehnten in Bäckereien eingesetzt werden, um alle Anforderungen erfüllen zu können.
Mihu: Bundy Baking Solutions hat im Laufe der Zeit American Pan gegründet, Chicago Metallic übernommen und ist kürzlich Partnerschaften mit Unternehmen wie Turbel eingegangen. Wie stehen Sie zum Wachstum verschiedener Marken, zur Gründung und/oder zum Kauf neuer Unternehmen sowie zum Aufbau von Partnerschaften?
Bill Bundy: Wir akquirieren und kooperieren nicht leichtfertig. Jede neue Zusammenarbeit muss mit unseren Werten übereinstimmen und unsere Kompetenzen ergänzen. Wir wachsen nicht um des Wachstums willen. Es muss für unsere Kunden, unsere Technologie und unsere Unternehmenskultur sinnvoll sein. Unsere Partnerschaften mit Cainco und Turbel funktionieren, weil sie hervorragende Teams mit umfassender Backexpertise haben.
Mihu: Welcher kleinere Spezialist wäre ein interessanter Partner für Bundy Baking? Nach welchen Kriterien wählen Sie Ihre Partner aus?
Gil Bundy: Wir sind stets auf der Suche nach Partnern, die komplementäre Technologien, neue Materialien oder eine regionale Präsenz mitbringen. Das kann ein Spezialist für innovative Beschichtungen sein oder von fortschrittlichen Blechen und Formen, oder es kann ein Team mit fundiertem regionalem Wissen sein, das zu unserer Wachstumsstrategie passt. Was uns am wichtigsten ist, ist die gemeinsame Leidenschaft für die Backbranche. Wir sind nicht auf kurzfristige Gewinne aus, sondern setzen auf langfristige Partnerschaften
„Meine erste Position im Unternehmen übernahm ich im ersten Pan-Glo-Werk in Maple Shade, New Jersey, ein Werk, in dem Bleche gereinigt und neu beschichtet werden. Meine Karriere in der Backwarenbranche begann aber schon viel früher.“
Tom Bundy
und sinnvolle Innovationen. Wir haben bereits neue Produktionsstätten aufgebaut, wo es notwendig war, und sind jederzeit bereit, dies bei passender Gelegenheit erneut zu tun. Wir sind ein Familienunternehmen und suchen Menschen, die mit uns wachsen wollen und unsere Vision teilen.
Mihu: Wie koordinieren Sie die erweiterten Teams?
Gil Bundy: Wir haben eine Struktur geschaffen, die unsere globalen Teams – Vertrieb, Marketing, Entwicklung, Produktion, Finanzen, Recht und IT – nahtlos miteinander verbindet. Wir investieren stark in diese Koordination, nicht nur theoretisch, sondern durch die kontinuierliche, abteilungs- und regionenübergreifende Zusammenarbeit. Wenn wir expandieren – sei es durch Akquisitionen oder neue Geschäftsbereiche –, sorgen wir dafür, dass alle Beteiligten langfristig denken und unsere hohen Qualitäts-, Service- und Innovationsstandards einhalten. Es geht darum, die Stärke unseres
globalen Teams zu nutzen, um unseren Kunden weltweit exzellente Leistungen zu bieten.
Mihu: Auf welche Märkte konzentrieren Sie sich in den kommenden Jahren? Wo erwarten Sie das größte Wachstum? Und welche Lösungen werden voraussichtlich stärker nachgefragt?
Bill Bundy: Wir erwarten weiteres Wachstum in Europa und der MENA-Region, mit steigender Nachfrage nach nachhaltigen Beschichtungen, hocheffizienten Formen und umfassendem Bleche-Management. Dies sind Regionen mit starkem Wachstumspotenzial. Wir bauen lokale Teams auf und investieren dort, wo unsere Kunden Unterstützung benötigen.
Mihu: Welche Trends beobachten Sie im Zuge Ihrer weltweiten Zusammenarbeit mit Bäckereien? Wie wird die Sicherheit von Produkten, Prozessen, Geräten und Mitarbeitern gewährleistet?
Gil Bundy: Es gibt einen klaren Trend hin zu größeren Formaten, mehr Automatisierung und vereinfachten Prozessen. Auch der Personalmangel stellt eine Herausforderung dar. Bäckereien benötigen Partner, die ihnen helfen, effizienter zu arbeiten.
Tom Bundy: Unsere Mitarbeiter sind unser größtes Kapital. Sie verkaufen nicht einfach nur Bleche und Formen, sie
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lösen die Probleme unserer Kunden. Sicherheit hat für uns höchste Priorität. Sie ist in unserem Design- und Fertigungsprozess integriert und niemals eine Nebensache.
Bill Bundy: Sicherheit steht im Mittelpunkt unseres Designs. Wir gehen keine Kompromisse ein.
Mihu: Sich ändernde lokale Vorschriften prägen die jeweilige Marktlandschaft. Wie beeinflussen sie Ihre Arbeit?
Bill Bundy: Bei Bundy Baking Solutions erfüllen wir nicht nur die lokalen und regionalen gesetzlichen Vorgaben, wir streben danach, sie zu übertreffen. Dafür setzen wir auf ein proaktives Team und zukunftsorientierte Innovationen. Unsere Teams für Arbeitssicherheit und Umweltschutz arbeiten kompetent und vorausschauend und sind bestens gerüstet, um uns auf neue Standards vorzubereiten.
Bob Bundy: Wir verwenden seit Jahrzehnten PFAS-freie Beschichtungslösungen, die in verschiedenen Anwendungsbereichen hervorragende Ergebnisse liefern. Wir investieren kontinuierlich in die Forschung und Entwicklung neuer Beschichtungen.
Gil Bundy: Bundys Ansatz ist nicht reaktiv, sondern vorausschauend. Wir arbeiten eng mit Kunden, Experten für Regularien und unseren Forschungs- und Entwicklungsteams zusammen, um sicherzustellen, dass unsere Formen und Beschichtungen in allen Märkten zukunftssicher sind. +++
Was KI und Robotik übernehmen könnten
Für brot+backwaren war Branchenkennerin Katja Thiele-Hann auf Ideen-Spotting-Tour auf der Internorga in Hamburg.
Weniger Retouren, mehr Umsatz
Was die Technik kann: Bestell- und Produktionsplanung mittels KI automatisieren und optimieren
Anbieter: Foodforecast Technologies GmbH, Köln
So funktioniert‘s : 1) Die Software nutzt Verkaufsdaten, Wetter, Feiertage, Events und viele weitere Faktoren, um automatisch präzise Absatzprognosen und Backpläne zu erstellen. Die KI berechnet, wie viele Brötchen, Brote, Snacks, Kuchen pro Filiale benötigt werden. Prognosen können stündlich aktualisiert werden. Auch eine Priorisierung nach Deckungsbeitrag ist möglich. Die KI verhindert Überproduktion und sorgt dafür, dass bis Ladenschluss genug Ware da ist, aber nicht zu viel. Der reduzierte Planungsaufwand entlastet Filialteams.
2) Der KI-basierte Backplan (untertägige Produktionssteuerung) liefert einen Aktivitätenplan, wann welche Produkte nachgebacken werden sollen. Das Ergebnis laut Hersteller: +11 % Umsatz, bis zu 34 % weniger Foodwaste. Website: foodforecast.com +++
Serviceroboter, der liefern kann
Was die Technik kann: Die mobilen humanoiden Serviceroboter und industriellen Workerbots können interne Lieferdienste und Besucherführungen übernehmen oder im Handel genutzt werden. In Berlin-Wedding fertigt das Unternehmen bis zu 1.200 Roboter im Jahr.
Anbieter: pi4 robotics, Berlin +++
Der Bestecksortierroboter
Was die Technik kann: automatisiert das Besteckhandling in der Großgastronomie
Anbieter: HandsOn Robotics GmbH, Dresden So funktioniert‘s: Der Bestecksortierroboter kommt in Spülstrecken zum Einsatz. Demnächst erweitert das Unternehmen sein Portfolio um Roboter zum Geschirrhandling. Ziel ist es, in naher Zukunft eine vollautomatisierte Spülküche anzubieten. +++
Robotik, die kochen kann
Was die Technik kann: Der GoodBytz - Kochroboter ist ein vollautomatisiertes Küchensystem, das frische Mahlzeiten in wenigen Minuten ohne menschliches Eingreifen zubereitet.
Anbieter: GoodBytz GmbH, Hamburg
So funktioniert‘s: Das System arbeitet mit für die Lebensmittelverarbeitung zertifizierten Industrierobotern (z. B. Fanuc) und schafft laut Hersteller bis zu 150 Gerichte pro Stunde. Bestellungen, Garzeiten und Abläufe sind KI-koordiniert. Der Kochroboter wurde für Kantinen, Betriebsrestaurants und hochfrequentierte Standorte entwickelt.
Website: goodbytz.com +++
Ein Roboter - Café
Was die Technik kann: vollautomatisierter Kaffee - Roboter, der wie ein Mini - Café funktioniert
Anbieter: Shanghai Hi-Dolphin Robot Technology Co. Ltd. So funktioniert‘s : Der Kaffee-Roboter (indoor & outdoor) bereitet ohne Personal Kaffee und andere Heißgetränke zu. Er ist für Büros, Bahnhöfe, Kliniken, Einkaufszentren und Outdoor- Standorte gedacht. Zubereitungszeit: ca. 55 Sekunden pro Getränk, Kapazität: bis zu 300 Tassen pro Befüllung, 24/7-Betrieb, transparentes Herstellungsverfahren, die Kunden sehen den Roboter arbeiten, automatische Reinigung und Desinfektion. +++
Storytelling direkt am Tisch
Was die Technik kann: Statt einer statischen Speisekarte sehen die Gäste beim Bestellvorgang 5–10 - SekundenVideos von Köchen, Winzern oder Produzenten, die in den Sequenzen einen Wein empfehlen oder zum Menü des Tages etwas sagen.
Anbieter: Menoovo GmbH, Sehnde
Der Grundgedanke: Gäste kaufen keine Gerichte. Sie kaufen Erlebnisse.
So funktioniert‘s: QR- Code am Tisch, Gäste scannen einen QR- Code und erhalten Videos und Empfehlungen, alles multilingual. Übersetzungen in 10 Sprachen sind möglich. Das Ziel: Emotionen und Vertrauen beim Gast wecken, Umsatzsteigerung, Entlastung des Personals. Laut Firmengründer Christoph Digwa wird die Beratung so skalierbar, auch wenn wenig Personal da ist. Website: menoovo.com +++
Ditschs Vending-Konzept:
Warme Brezel auf Knopfdruck
Mit einem neuen Vending-Konzept bringt Ditsch Laugengebäck 24/7 an die Frau und den Mann. Auf Knopfdruck erhalten die Kunden nach ein bis drei Minuten ein warmes, verzehrfertiges Laugengebäck. Den Backprozess können sie mitverfolgen. Ditsch greift mit seinem Bot-Konzept nach eigenen Angaben zwei Trends im Außer-Haus-Markt auf: die wachsende Nachfrage nach Snacks und den Wunsch nach permanenter Verfügbarkeit von Snacks. Mögliche Einsatzorte sieht das Unternehmen für den Bot an hochfrequentierten Standorten wie Verkehrsknotenpunkten, Freizeitstätten, Workplace- und Education-Gastronomie sowie in der Hospitality- und Handelsgastronomie. Mitte 2026 startet die Testphase.
Geschäftsleiter Martin Ankli (rechts) und Projektverantwortlicher Stefan Hug
„Verlässlichkeit spielt für uns eine zentrale Rolle“
Warum sich die Schweizer Bäckerei Hug für Thermoöltechnik entschied
+Die Schweizer Hug Bäckerei AG mit Sitz in Littau (Kanton Luzern) ist Spezialist für die semi-industrielle Herstellung von Backwaren. Das Unternehmen produziert rund um die Uhr und beliefert die Gastronomie, den Großund Detailhandel.
Das Herzstück des Sortiments bilden traditionelle Schweizer Brote – vom klassischen Ruch- und Weissbrot bis hin zu Zopfgebäck und Spezialbroten. In enger Zusammenarbeit mit dem Detailhandel interpretierte Hug beliebte Sorten wie das UrDinkel-, Mais- und Burebrot neu – auf Basis authentischer Rezepturen und mit regionalen Zutaten.
Auch Klein- und Feingebäcke gehören zur Range von Hug. Sie werden als Teiglinge oder vorgebacken tiefgekühlt ausgeliefert. Darunter sind Croissants, die Grittibänz (Schweizer Hefeteigmännchen) zur Adventszeit, aber genauso herzhafte Blätterteigwaren, süße Plunder, Brezeln und Strudel. Vom Standort im Littauer Industriegebiet Grossmatte liefert Hug seine Produkte täglich aus. Mit rund 170 Mitarbeitern aus verschiedenen Nationen versteht sich die Bäckerei als moderner, multikulturell geprägter Arbeitgeber und als feste Größe in der Schweizer Backwarenlandschaft.
Thermoöltechnologie bei Hug
Seit der Verlegung der Produktion nach Littau im Jahr 1985 wurde der Standort mehrfach erweitert und modernisiert.
Hug investierte in den Jahren kontinuierlich in moderne Backtechnik und Automatisierung. Dennoch bleibt das Handwerk ein fester Bestandteil der Unternehmenskultur.
„Trotz der technischen Modernisierung steckt in unseren Backwaren immer noch viel Handarbeit. So werden etwa beim Krustenkranz fünf runde Teiglinge von Hand zu einem Kranz geformt“, erklärt der Geschäftsleiter Martin Ankli.
Das Herzstück der erweiterten Produktion bildet Backtechnik von MIWE. „Seit 1999 backen wir mit Thermoöl – damals starteten wir mit einer Thermorollanlage bestehend aus fünf Öfen. Uns überzeugte vor allem das Schuss-auf-SchussBacken mit minimalem Energieverlust und gleichmäßiger Wärmeverteilung“, erzählt Stefan Hug, Projektverantwortlicher der Bäckerei Hug.
Die MIWE thermo-express Etagenöfen mit HKZ
Im Zuge der jüngsten Erweiterung war Hug auf der Suche nach einer Ergänzung zur vorhandenen Ofentechnik. Die Anforderungen waren hoch: flexible Einsatzmöglichkeiten, hohe Energieeffizienz, kontinuierliche Produktqualität und eine möglichst platzsparende Integration in die bestehende Infrastruktur. „Wir haben uns mehrmals mit dem Kunden getroffen und gemeinsam analysiert, welche Lösung am besten zu seinen Anforderungen passt. Daraus entstand die Entscheidung für den MIWE thermo-express mit zwei Etagenöfen à sechs Herden in Kombination mit dem automatischen Beschickungssystem MIWE athlet“, erinnert sich
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Nico Lüscher, Fachberater bei MIWE Schweiz. Und Martin Ankli ergänzt: „Wir haben verschiedene Systeme miteinander verglichen und uns ganz bewusst für den Etagenofen MIWE thermo-express entschieden – aufgrund unserer eigenen positiven Erfahrungen mit der MIWE-Backtechnik sowie in Hinblick auf konstante Qualität und Energieeffizienz.“
Die beiden MIWE thermo-express Etagenöfen wurden im Januar 2025 in Betrieb genommen. „Entscheidend für unsere Investition in den MIWE thermo-express war die Kombination aus energieeffizienter Technologie und hoher Leistungsfähigkeit. Das System ermöglicht eine kontinuierliche Produktion mit konstant hoher Qualität, und das rund um die Uhr, sieben Tage die Woche. Gerade bei unserem breiten Sortiment an
Das Thermoölsystem
Schweizer Brot und Backwaren ist eine gleichmäßige, verlässliche Backqualität essenziell“, erklärt Stefan Hug.
Die Integration der neuen Öfen stellte das Team jedoch auch vor technische Herausforderungen. „Wir hatten hier ein ganz konkretes Problem mit der Raumhöhe – nur 3,20 m standen zur Verfügung. MIWE bot uns eine angepasste Baugröße an, die perfekt umgesetzt wurde. Das gesamte System wurde über die Fassade eingeschoben – das war eine echte Meisterleistung“, ergänzt er. „Ein weiterer Höhepunkt war natürlich das erste Backen – der Moment, in dem alles zusammenspielt. Die Brote kamen über den MIWE athlet in den Herd – und das Ergebnis war auf Anhieb perfekt“, so Nico Lüscher.
Das MIWE-Thermoölsystem basiert auf einer zentralen Heizkesselanlage (HKZ), die das erhitzte Öl über einen Primärkreislauf zu den angeschlossenen Backöfen leitet. Eine verschleißfreie Magnetkupplungspumpe sorgt für die Zirkulation des Öls. Standard ist heute ein zusätzlicher Sekundärkreislauf, der eine individuelle Temperaturregelung einzelner Wagenöfen oder Herdgruppen ermöglicht. So lassen sich Temperaturgruppen bei Etagenöfen gezielt aufteilen und separat regeln. Das Thermoöl zirkuliert drucklos in einem semi-geschlossenen System. Sich ausdehnendes Öl steigt in ein Ausdehnungsgefäß – eine stehende Flüssigkeitssäule übt dabei leichten Druck auf die Pumpe aus. Durch die Trennung von Wärmeerzeugung und Ofenzuführung durch die Sekundärkreise kann das Öl für den nächsten Backvorgang bereits erhitzt werden, während der aktuelle noch läuft. Im Vergleich zu anderen Systemen ermöglicht Thermoöl eine schnelle Wärmerückführung durch das pumpbare Medium, was besonders bei ruhender Backatmosphäre von Vorteil ist, etwa bei angeschobenem Brot oder im Etagenofen. Die Wärmeübertragung erfolgt dabei primär über Strahlungswärme, bei Bedarf ergänzt durch Umluft.
Die Schwadenerzeugung erfolgt bei Wagenöfen zentral oberhalb des Ofens und bei Etagenöfen herdspezifisch. Die Erwärmung erfolgt über Thermoöl mit etwa dreifach höherer Temperatur als der erzeugte Schwaden. Dies erfordert eine effiziente Schwadenkonstruktion zur Vermeidung unnötiger Energieverluste. Ziel ist ein satter, aber nicht überhitzter Schwaden für eine gute Backqualität.
Die Energieversorgung ist laut Peter Immerath, im Vertrieb bei Miwe, flexibel. „Der Thermoöl-Brenner lässt sich mit Gas, Strom oder regenerativen Quellen betreiben – perspektivisch auch mit Wasserstoff.“
Die Mitarbeiter entladen frisch gebackene Brote mithilfe des MIWE athlet – schnell, ergonomisch und effizient
Martin Ankli: „Verlässlichkeit spielt für uns eine zentrale Rolle. Fällt eine Stufe in der Wertschöpfungskette aus, geraten wir unter Druck – besonders beim Backen. Deshalb war es uns wichtig, eine Lösung zu finden, die technisch stark, effizient und gleichzeitig nachhaltig ist.“
Ofenbeladung ohne Hektik
„Angesichts der großen Produktionsmengen wurde von Beginn an das Beladungssystem MIWE athlet fest eingeplant“, berichtet Nico Lüscher. Das System ist so ausgelegt, dass es bis zu drei Backöfen gleichzeitig bestücken und entleeren kann. „Der MIWE athlet ist für uns Mitarbeiter eine Riesenerleichterung. Wir können die Dielen Stück für Stück mitnehmen und gezielt absetzen – das geht sauber, effizient und ohne Hektik“, erklärt ein Ofenbediener der Bäckerei Hug.
Dank dieser Automatisierung ist es möglich, die Beladung mit nur einer Person durchzuführen, ein Vorteil in Stoßzeiten. Auch die intuitive Bedienung über das Touch-Display wird im Alltag geschätzt: Sie erlaubt flexible Anpassungen und ist in mehreren Sprachen verfügbar. „Die Bedienung ist sehr einfach und gut gelöst. Die Steuerung ist übersichtlich aufgebaut und im Ofen perfekt integriert – das funktioniert im Alltag reibungslos“, bestätigt ein Produktionsmitarbeiter. +++ MIWE-Technologieexperte Dipl.-Ing. Peter Immerath
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Sparen Sie Zeit, Energie und Geld mit ePAN®-Designs ePANs verbessern die Effizienz durch schnelleres Aufheizen und Abkühlen, was zu niedrigeren Ofentemperaturen und kürzeren Backzeiten führt.
QUALITÄT, SERVICE UND INNOVATION VON EINEM PARTNER, DEM SIE VERTRAUEN KÖNNEN.
Besuchen Sie uns in Halle 1 –
Die interpack steht in den Startlöchern
Rund 2.800 ausstellende Unternehmen in 18 Messehallen – vom 7. bis 13. Mai 2026 trifft sich die weltweite Processing- und Packaging-Branche in Düsseldorf. Die Hot Topics in diesem Jahr: Smart Manufacturing, Innovative Materials und Future Skills.
+Eine zentrale Rolle für die Süß- und Backwarenbranche spielen die Hallen 1, 3 und 4 direkt am Eingang Süd des Düsseldorfer Messegeländes. Dort haben die Veranstalter Produkte und Lösungen für die beiden Branchen konzentriert – von der Rohstoffverarbeitung über Formgebung und Überzug bis zur Primär- und Sekundärverpackung.
Die Perspektiven sind trotz zahlreicher Herausforderungen positiv. So lag der globale Markt für Backwaren 2024 bei 177 Mio. Tonnen. Bis 2029 wird ein Wachstum von 9,6 % erwartet. Besonders dynamisch entwickeln sich Märkte im Mittleren Osten und in Afrika. Auch der weltweite Süßwarenmarkt wächst um 4,5 % bis 2029. Lateinamerika sowie der Mittlere Osten und Afrika zeigen zweistellige Wachstumsraten, während Nordamerika leicht rückläufig ist (Quelle: Euromonitor International/ VDMA). Das Marktumfeld ist damit stabil. Gleichzeitig verschieben sich Absatzregionen, Kostenstrukturen und regulatorische Rahmenbedingungen.
Wie groß die Herausforderungen sind, verdeutlichen Unternehmen, die 2026 im Süß- und Backwarenbereich der interpack vertreten sind, wie Bühler. Thomas Bischof, Global Head of Business Development Consumer Foods bei Bühler, erklärt: „Der größte
Transformationsdruck entsteht aus der gleichzeitigen Wirkung von Rohstoffkrisen, Nachhaltigkeitsanforderungen, Gesundheitsregulierung und Kostensteigerungen. Der zentrale Hebel für Unternehmen liegt deshalb in drei Bereichen: Resiliente und nachhaltige Rohstoff- und Lieferketten, Rezeptur- und Produktinnovation (v. a. Zuckerreduktion und alternative Zutaten) sowie Effizienzsteigerung und flexible Produktion.“
Die strukturellen Anforderungen treffen auf eine angespannte Kostensituation. „Die Süßwaren- und besonders die Schokoladenindustrie stehen derzeit unter massivem Kostendruck, vor allem durch stark gestiegene Rohstoffpreise. Dadurch steigt der Bedarf an hoch effizienten und langlebigen Produktionsanlagen. Gleichzeitig erzwingen steigende Energiekosten Investitionen in moderne Technologien, die den Energieverbrauch spürbar senken“, so Klaus-Dietrich Franzmeier, Director Sales & Marketing bei Sollich.
Vor dem Hintergrund schwankender Rohstoffkosten, Personalengpässen und zunehmender Unsicherheiten in Bezug auf Handel und Zölle betont Chris Isom, General Manager Food, Coperion Food, Health & Nutrition Division, die Dringlichkeit, Durchsatz und Qualität mit weniger Personal zu sichern: „Dies
Thomas Bischof Chris Isom
erfordert eine strengere Prozesskontrolle, schnellere Umrüstungen sowie hygienischere und konsistentere Abläufe. Erfolgreich sein werden jene Unternehmen, die intelligent modernisieren, indem sie Automatisierung und integrierte Systemverbesserungen nutzen, um die Produktkonsistenz zu erhöhen, die Flexibilität zu verbessern und die Gesamtbetriebskosten zu senken.“
Exponate auf der interpack
AMF Bakery Systems
Halle 1, Stand A69
AMF stellt Automatisierungslösungen zur Herstellung von Pizza, Feinbackwaren, Kuchen und Torten vor. Eine der bedeutendsten Innovationen ist die neueste Generation der Den Boer Tunnelöfen. Sie werden in Gas-, Elektro-, Wasserstoff- und Hybrid-Ausführung angeboten. Die Öfen setzen
Prozess- und Verpackungstechnik für Nahrungsmittel/Getränke/ Konsumgüter/Industriegüter
Prozess- und Verpackungstechnik für Süßund Backwaren
Prozess- und Verpackungstechnik für Pharmazeutika und Kosmetika
Maschinen für Etikettier- und Kenn-zeichnungstechnik/ Packmittelproduktion/ Integrierter Verpackungsdruck
Packstoffe, Packmittel und Packhilfsmittel components
A Messe-Center Trade Fair Centre
B CCD Congress Center Düsseldorf
Pendelbusspur Shuttle Bus U-Bahnhof Train Station MERKUR SPIEL-ARENA/Messe Nord
den Angaben zufolge neue Maßstäbe in puncto Backleistung und Nachhaltigkeit. Aus dem Unternehmen heißt es: „Unsere neuesten Innovationen sind darauf ausgelegt, die wichtigsten Prozesse in Bäckereien – Kneten, Laminieren, Ausrollen, Formen, Verzieren und Backen – zu optimieren und so einen höheren Durchsatz, eine gleichmäßigere Konsistenz der Endprodukte und eine intelligentere Automatisierung entlang der gesamten Produktionslinie zu ermöglichen.“
Was die Servicedienstleistungen anbelangt, wird das Angebot kontinuierlich um verbesserte Schulungsprogramme, intelligente digitale Tools und einen schnelleren RemoteSupport verbessert. „Klare Service-Level-Agreements (SLAs) definieren Reaktionszeiten und Serviceverpflichtungen, während direkt ab Lager verfügbare Ersatzteile Ausfallzeiten minimieren.“
Ashworth konzentriert sich auf neue Förderbandlösungen aus Metall und Kunststoff, wie PosiDrive, eine Direktantriebslösung für Spiralfördersysteme (Metallband). Das EdelstahlGitterband verfügt über Mitnehmer an der Innenkante. Die Mitnehmer greifen in vertikale Rippen auf der spiralförmigen Mitteltrommel und werden von diesen angetrieben. Komplett aus Kunststoff gefertigt ist Plastic PosiDrive Spiral ® für Bäckereien und TK-Produktehersteller. Mit verschiedenen Größenoptionen, optionalen Stahlstangen für höhere Lasten und Übersetzungsverhältnissen bis hinunter zu 1,7 ist es so
Ashworth
Halle 13, Stand C27
konstruiert, dass es Produkte durch Gärprozesse, Gefriervorgänge und darüber hinaus reibungslos transportiert. Mit SmartSpiral ® bietet Ashworth ein Monitoringsystem an, mit Echtzeitüberwachung mehrerer Spiralen an verschiedenen Standorten, was von überall aus möglich ist.
Auf intelligenten, vernetzten und nachhaltigen Lösungen für das automatisierte Handling von Rohstoffen und Schüttgütern liegt der Fokus bei AZO. Zu den Highlights zählt eDos, ein neues Dosiersystem für präzises und intelligentes Dosieren in vernetzten Prozessen. Es ist ausgerichtet auf die „Verbesserung von Dosiergenauigkeit, Flexibilität und Effizienz bei anspruchsvollen Rezepturen und sich ändernden Produktionsanforderungen“. Für Kleinstmengen, bei denen präzise manuelle Eingaben gefragt sind, ist das manuelle Wiegesystem ManDos ideal. AZO fasst seine Funktion so zusammen: „Smart geführt, ergonomisch und digital dokumentiert.“ Die Anlagenlösungen zeigt das Unternehmen interaktiv in 3D, u. a. auf einer großen 3D-Powerwall und in HologrammPräsentationen. So werde greifbar, wie die Systeme zur intelligenten Automatisierung der Prozesse beitragen: von der Rohstoffannahme und Lagerung über das Fördern, Sieben, Dosieren bis hin zum Wiegen und Steuern.
BVT
Halle 3, Stand C367
BVT (Verhoeven Family of Companies BV) feiert einen Meilenstein: Der Bäckereimaschinen-Spezialist ist seit 25 Jahren im internationalen Bäckereimarkt aktiv. Der Slogan „The
sky is not the limit“ stehe weiterhin für die eigene pragmatische Herangehensweise und dafür, was man den Kunden bieten könne, nämlich Innovation, Komfort, Kreativität und Flexibilität. In diesem Jahr fügt man nun Folgendes hinzu: „No Future without History“. Dazu BVT: „Mit Blick auf die ‚Bäckerei der Zukunft‘ greifen wir auf das Wissen und die Erfahrung zurück, die wir in dem Vierteljahrhundert Bäckereigeschäft gesammelt haben.“ Sein Portfolio an Anlagen zeigt das Unternehmen in einem neuen 3D-Stil. Besucher können es insofern interaktiv erkunden. Außerdem wird über das Repeatloaf-Konzept informiert und anhand LiveDemonstrationen wird gezeigt, welche Verbesserungen der Einsatz von Vakuum-Technologie mit sich bringt.
Coperion
Halle 4, Stand C23
Coperion rückt den Aspekt „Integration“ in den Messemittelpunkt. Das bedeutet: „Anlagen, Steuerung und Automatisierung werden so verknüpft, dass Modernisierungen konkrete Ergebnisse liefern – etwa höhere Produktkonsistenz, schnellere Umrüstungen, bessere Hygiene und eine belastbare Datengrundlage.“ Auf der interpack zeigt das Unternehmen Lösungen zur Modernisierung bestehender Linien. Dazu gehören Knettechnologie wie der Wendel-Kneter von Diosna, Applikationstechnologien wie Bakon Disc Spraying sowie flexible Depositing-Lösungen mit der Unifiller MultiStation. Für Extrusionsanwendungen wird zudem die SBX-Plattform vorgestellt.
AZO
Halle 4, Stand E25
Fraunhofer
Halle 4, Stand C54
„Bringen Sie gerne Ihre konkreten Fragestellungen mit“, offe riert das Fraunhofer IVV. Zu den Highlights am Stand gehört z. B. das patentierte Hochgeschwindigkeits-Impulsschweiß verfahren „HIS“ zum Siegeln von Monofolien, das laut Institut Energieeinsparung von bis zu 95 % leisten kann und auch für anspruchsvolle Anwendungen (Hochgeschwindigkeitspro zesse, temperatursensible Produkte, enge Prozessfenster) eingesetzt werden kann. Auch kreislauffähige Barrierekon zepte stellt das Institut vor. Es sind tiefziehfähige Lacke für den lebensmittelkonformen Einsatz von Rezyklaten.
FRITSCH
Halle 5, Stand A23
FRITSCH ist am Stand der MULTIVAC Gruppe vertreten. Unter dem Motto „Mehrwert schaffen“ demonstriert das Unterneh men ein breites Spektrum an Lösungen für die Verarbeitung und Verpackung. Bei allen neuen FRITSCH-Anlagen liegt der Fokus auf der Entwicklung von Systemen, die höchste Hygienestandards, einfache Handhabung und eine starke Leistung bieten. Mit den „Smart Services“ erreichen Anwen der maximale Transparenz in der Produktion und im jewei ligen Anlagenstatus, indem die User die Daten erfassen und Handlungsempfehlungen proaktiv erhalten, noch bevor es zu einem Komponentenausfall kommen kann.
Wir sind Spezialisten für die Herstellung von Tunnel-Backöfen
07.-13. MAY 2026 i nterpack Düsseldorf PROCESSING & PACKAGING J4 stand no. A06 / HALL 3
GEA
Halle 6, Stand C27
Mit dem Bake Depositor 2LC gibt es bei GEA eine Lösung für das präzise Ablegen von weichen Teigen und halbflüssigen Massen zu sehen. Die Maschine eignet sich für die Her stellung von Weichkeksen, wie geschichteten, drahtge schnittenen Gebäcken, Produkten mit weichem Kern oder
s.r.o. Prumyslova 96, 503 02 Predmerice nad Labern Czech Republic
+420 495 581137-139, E-mail: j4@j4.eu www.j4.eu
coextrudierten, auch zweifarbigen Backwaren. Die Maschine lässt sich stand-alone einsetzen oder in eine bestehende Linie integrieren. Trotz der kompakten Größe bietet der Bake Depositor 2LC eine hohe Produktionsleistung: Er erreicht bis zu 50 Hübe pro Minute bei geschichteten und 100 Schnitte pro Minute bei drahtgeschnittenen Produkten. Vorgestellt wird außerdem der elektrische Industriebackofen E-Bake G2 (der zweiten Generation). Er ist für Hart- und Weichkekse sowie Cracker ausgelegt. Entscheidend für die Leistung des Ofens ist seine modulare Architektur, durch die eine individuelle Steuerung der einzelnen Backzonen möglich ist.
Halle 3, Stand A73
Bei GHD Hartmann liegt ein besonderer Schwerpunkt auf dem patentierten Wrap-Close-System, eine, so der Maschinenbauer, vollständig neue Verpackungslösung, die Maßstäbe setzt. Mit Wrap-Close entwickelte das Unternehmen eine vollautomatisierte Anlage zum Wickeln von Papier- oder Kunststoffbeuteln, die mittels eines Papier-Klebeetiketts sicher verschlossen werden. Das Verfahren kombiniert mehrere Vorteile in einem Prozess: Die Verpackung wird gewickelt, geformt und gleichzeitig verschlossen – ganz ohne klassische separate Verschlusselemente. Das eingesetzte PapierKlebeetikett übernimmt sowohl die Verschlussfunktion als auch die Möglichkeit zur Kennzeichnung, Individualisierung und Markenkommunikation. GHD Hartmann: „Wrap-Close ermöglicht eine zuverlässige, reproduzierbare Verpackungsqualität auch bei hohen Taktleistungen. Die präzise Steuerung und die robuste Maschinentechnik gewährleisten eine sichere Verarbeitung unterschiedlichster Materialien und Produktgrößen.“ Das System eignet sich sowohl für industrielle Anwendungen als auch für Produkte mit besonderen Anforderungen an Optik und Nachhaltigkeit. Neben dem WrapClose-System präsentiert das Unternehmen sein umfassendes Portfolio an Verpackungs- und Verschlusstechnologien. Dazu zählen Maschinenlösungen für unterschiedliche
Verpackungsarten, Materialien und Produktanforderungen. Alle Systeme zeichnen sich den Angaben zufolge durch hohe Prozesssicherheit, Wartungsfreundlichkeit und Skalierbarkeit aus.
Handtmann
Halle 5, Stand B37
Handtmann stellt auf der interpack ein breites Spektrum an Produktionslösungen für Back- und Süßwaren sowie Snackprodukte vor. Alle Systeme zum Portionieren, Schneiden, (Teig-)Teilen, Formen, Dosieren und Coextrudieren sind flexibel konfigurierbar und für die verschiedensten Einsätze geeignet – für weiche Konsistenzen bis zu festen Massen. Beispiele für solche Anwendungen sind Rollfondant, Bars und Riegel in allen Varianten, Cookies, Muffins, Biskuitriegel, Fruchtpasteprodukte, Marzipanprodukte, Brotchips, Gemüsesticks, Cracker, Magenbrot, Lebkuchen, Konfekt, Magdalenas, Quarkbällchen, Nuss-, Maronen-, Dattelpaste oder Innovationen wie Candys in Collagenhülle oder Produkte in Alginathülle (z. B. süße Paste).
Im Bereich Dosieren präsentiert das Unternehmen mehrere Lösungen für Produktmassen, die in der Konsistenz von sehr flüssig bis pastös reichen können. Sie können auch inhomogen sein, stückige oder große Einlagen enthalten oder einen hohen Flüssigkeitsanteil haben und in Becher, Schalen, Gläser oder Tiefziehverpackungen dosiert oder auf ein Teigband aufgebracht werden. Vielfalt entsteht durch unterschiedliche Auslassvarianten mit Stempel, Loch- und Sterntüllen und durch die Möglichkeit, in einem Temperaturbereich bis 90 °C dosieren zu können. Ein konkretes Exponat in Düsseldorf ist die vollautomatisierte, mehrbahnige Dosierlösung DS 560 P für Back- und Süßwaren.
Ein anderes Ausstellungstück ist eine modulare Lösung zur Herstellung von Formprodukten. Das einbahnige All-in-OneFormsystem FS 525 kombiniert zwei Formprinzipien und bietet damit eine völlig neue Flexibilität: Mit der LochplattenFormtechnik lassen sich frei geformte 3D-Produkte herstellen, und mit dem Rotationsschneidprinzip können unterschiedliche Querschnitte mit glattem Schnitt produziert werden.
Für Messebesucher, die nach innovativen Lösungen suchen, steht das ConPro-Sachet-System bereit. Es ermöglicht die Herstellung unterschiedlicher Produktformate in einer Alginathülle, wie Snacks, und deren Übergabe in Trays oder die Zuführung zu einer Schlauchbeutelmaschine.
Gemeinsam mit dem Schwesterunternehmen LoeschPack stellt Hastamat aus und präsentiert Maschinen für das Zuführen, Wiegen und Verpacken, darunter die vertikale Schlauchbeutelmaschine „RM-270“. Die Maschine verpackt frische und tiefgekühlte Lebensmittel ebenso wie stangenförmige Produkte, Snacks und Cracker, Cookies und Süßwaren. Im Hochgeschwindigkeitsbereich formt, befüllt und verschließt sie bis zu 250 Beutel pro Minute. Dabei verarbeitet die RM-270 unterschiedliche Beutelformen auch mit recycelbaren Hüllstoffen. Ein anderes Exponat ist eine Zählanlage aus der ZA-Serie für empfindliche Produkte wie schokolierte Produkte oder Waffelröllchen. Über Synchroschalen, Becherwerke, Zuführrinnen oder -bänder gelangen die Artikel zu den modular angeordneten Zählstationen. Sie zählen und dosieren die Produkte stückgenau – bis zu 70 Dosierungen pro Minute und Spur – in Schlauchbeutel, Dosen oder Trays.
100 % THERMO-OEL
Flexibel in die Zukunft
Als Alternative zum Verpacken mit Plastik-Schrumpffolien und übermäßigem Kartoneinsatz präsentiert Hugo Beck in Live-Demos den neuen Bündelpacker paper S für nachhaltige Transport- und Sekundärverpackungen aus Papier. Er ermöglicht eine enge Verpackung mit Kraftpapier – mit oder ohne Tray – und bietet damit den Angaben zufolge eine sichere sowie ressourcenschonende Lösung für Transportverpackungen auch für FMCG-Hersteller.
Neue Continuous Ink Jet-Drucker (CIJ) bringt Linx mit nach Düsseldorf. „Die interpack ist eine globale Plattform für die Verpackungsindustrie und bietet uns daher die ideale Gelegenheit, den Besuchern eine Innovation vorzustellen, die unserer Meinung nach die Codierung und Markierung für vielbeschäftigte Produktionsleiter revolutionieren wird“, sagt Mark Cooper, Senior Director Product and Marketing.
INDIVIDUELLE LÖSUNGEN
Energie- und Ressourcensparend TURNKEY SOLUTIONS mit starken Partnern
Hugo Beck
Halle 11, Stand A74
Linx
Halle 8b, Stand C59
Premiere wird außerdem ein neues Modell der GroßschriftMarkierungsdrucker haben. Die Technik zum Aufdruck von Texten, Logos und Grafiken auf Karton oder Papier kommt im Laufe des Jahres auf den Markt.
LoeschPack
Halle 14, C22
Mit der neuen Maschinengeneration der FHW-S ist LoeschPack mit einer kompakten, wartungsfreundlichen und gut zugänglichen Schlauchbeutelmaschine vor Ort. Die horizontale Maschine für Kalt- und Heißsiegelapplikationen arbeitet ohne externe Druckluft. Eine vereinfachte Bedienung, die verbesserte Folienbahnsteuerung sowie schnelle Formatwechsel erhöhen die Produktionssicherheit und reduzieren Stillstandzeiten, heißt es. In Kombination mit einer produktspezifischen Zuführung verpackt die FHW-S bis zu 2.100 Produkte bei einer Foliengeschwindigkeit von bis zu 205 m pro Minute – auch in papierbasierte Packmittel.
MECATHERM und ABI
Halle 4, Stand E50
MECATHERM und ABI stellen ihre Anlagen und Prozesslösungen auf der Messe gemeinsam vor. Ziel beider Unternehmen ist es, Lebensmittelhersteller bei der Bewältigung ihrer Herausforderungen in Sachen Produktqualität und -vielfalt, Flexibilität und Leistungsfähigkeit zu unterstützen. Produkte wie Quiches, Flan-Desserts oder gefüllte Teigtaschen wie Empanadas erfreuen sich bei Verbrauchern immer größerer Beliebtheit, berichtet MECATHERM. Ihre industrielle Produktion stellt die Hersteller jedoch vor Herausforderungen, denn sie sind besonders empfindlich und müssen während des gesamten Prozesses – vom Dosieren bis zum Entformen – in ihren Formen verbleiben. Das umfasst auch das Garen, Backen, Kühlen und Frosten. Auf der interpack können Besucher das vertikale Handlingsystem M-UB live erleben. Am Messestand wird eine reinigungsfreundliche Version präsentiert, die sich für anspruchsvolle Hygieneumgebungen eignet. Das System lässt sich als Gär-, Kühl- oder Gefrierschrank in Linien integrieren und gewährleistet eine stoßfreie Bewegung, ideal für empfindliche Produkte. Näheres erfahren die Besucher außerdem über formenbasierte Fördertechnik, die mehr Flexibilität möglich macht. Die kontinuierliche Formenreinigung erlaubt schnelle Rezeptur-
oder Formatwechsel. Wird ein Puffer in die Linie integriert, bleibt die Produktqualität auch bei vorübergehenden Produktionsstillständen sicher erhalten.
MECATHERM präsentiert zudem seinen M-DAN-Ofen, der für präzises und homogenes Backen empfindlicher Produkte entwickelt wurde. Sein hygienisches Design vereinfacht die Reinigung und erfüllt hohe Lebensmittelsicherheitsstandards bei gleichbleibenden Backergebnissen.
Weiterhin informiert das Messeteam über Updates der digitalen Plattform MyMecatherm, die entwickelt wurde, um das Monitoring zu vereinfachen, und über EYE-Q, das KI-integrierte Qualitätskontrollsystem von ABI. Das System wird an mehreren Stellen der Linie implementiert und analysiert Daten, um fehlerhafte Produkte frühzeitig erkennen zu können und so Food Waste zu reduzieren.
Mettler-Toledo
Halle 11, Stand A60
Eine Weltpremiere kündigt Mettler-Toledo an: „Eigens entwickelt, um die Produktivität zu steigern und gleichzeitig die Konformität in modernen Produktionsumgebungen zu vereinfachen, stellt die neue Serie M50 R mit verbesserter Erkennungsempfindlichkeit die nächste Generation der Metallsuchtechnik dar.“ Im Bereich Kontrollwägen wird die C35 Hochleistungs-Kontrollwaage vorgestellt, und zwar anhand von Anwendungen der Lebensmittel- und Pharmaindustrie. Die Kontrollwaage erreicht jetzt ein neues Leistungsniveau und eignet sich auch in anspruchsvollen Anwendungen für Liniengeschwindigkeiten von mehr als 800 Produkten pro Minute.
MULTIVAC Group
Halle 5, Stand A23
„Unternehmen müssen Verpackungen heute ganzheitlich betrachten“, erklärt die MULTIVAC Group. „Neben Kosten zählen auch Recyclingfähigkeit, Klimabilanz und Lieferkettentransparenz.“ Wie Verpackungen und entsprechende Prozesse neu gedacht werden, zeigt die Gruppe auf der
interpack mit ihrem Smart-Packaging-Ansatz. Smart Packaging versteht man im Unternehmen als einen durchgängigen Lifecycle-Ansatz – von der ersten Designentscheidung bis zum Recycling. „Im Fokus unseres Ansatzes steht die Kreislaufwirtschaft. Entscheidend sind dabei der Einsatz recyclingfähiger Packstoffe und ein darauf abgestimmtes Verpackungsdesign“, erklärt Marina Schedel, Project Manager im Innovation Center von MULTIVAC. „Ein weiteres Element ist die konsequente Materialreduktion. Durch optimiertes Packungsdesign, die Reduzierung der Folienstärke sowie innovative Form- und Maschinentechnologien lassen sich der Materialverbrauch und somit auch der CO 2-Wert sowie die Kosten signifikant reduzieren, ohne Kompromisse bei Produktschutz, Prozessstabilität oder Linienleistung einzugehen. Digitale Features, wie der digitale Produktpass, können zudem Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette schaffen.“
In Düsseldorf präsentiert MULTIVAC diese Kompetenz anhand verschiedener Verpackungstechnologien, wie dem horizontalen Flowpacker W 500, der für anspruchsvolle Produktionsumgebungen ausgelegt ist und auch empfindliche Produkte verarbeitet. Sein offenes, gut zugängliches Design erleichtert Produktwechsel, Reinigung und Wartung, während das servogeregelte Box-Motion-Siegelsystem die Herstellung hermetisch dichter Verpackungen ermöglicht. Für das Verpacken in Beuteln zeigt das Unternehmen die Kammerbandmaschine B 625. Ausgestattet mit dem neuen Single Wire Seam Seal-Siegelsystem gewährleistet sie eine konstant hohe und reproduzierbare Siegelqualität, selbst bei immer dünner werdenden Folienmaterialien oder in verschmutzten Siegelbereichen.
PROBAT
Halle 3, Stand C32
Verarbeitungskonzepte für Kaffee, Kakao, Schokolade und Snacks stehen bei PROBAT im Mittelpunkt. Zum Beispiel der neue Horn CRB Continuous Roaster Belt, der sich besonders für die Trocknung und Röstung von Nüssen und Samen eignet. Er wurde für hohe Leistungen und eine längere Produkthaltbarkeit entwickelt. Mit seiner Luftstromgeometrie sorgt er den Angaben zufolge für eine gleichmäßige Heißluftverteilung und eine kontrollierte Feuchtigkeitsregulierung. Auf diese Weise verbessere er die Maillard-Reaktion und verhindere gleichzeitig eine übermäßige Trocknung.
Reading Bakery Systems Halle 1, Stand B70
Auf dem Stand von Reading Bakery Systems (RBS) gehört der Emithermic XE Ofen zu den Highlights. Der Ofen der neuen Generation kann herkömmliche direkt befeuerte Gasöfen ersetzen. Durch den Verzicht auf Bandbrenner und den Einsatz eines zentralen Wärmeverteilungssystems mit Strahlungs- und Konvektionswärmeübertragung sorgt er für
gleichmäßigere Backbedingungen und vereinfacht die Wartung und Bedienung. Der Ofen ist für das Backen von Keksen und Crackern ausgelegt.
Die Messebesucher erfahren außerdem mehr über die WCX Drahtschneidemaschine, eines der laut Unternehmen vielseitigsten Systeme zur Keksformung am Markt. Auf der WCX lässt sich eine breite Produktpalette herstellen, darunter zweifarbige Kekse, Riegel und gefüllte Produkte. Anhand einer Auswahl an Keks-, Cracker- und Snackvarianten aus aller Welt demonstriert RBS die Vielfalt an Texturen, Formen und Aromen, die Gebäck- und Snackhersteller mit der Technologie des Unternehmens kreieren können.
Was das Mischen und Kneten anbelangt, unterstützt die kontinuierlich arbeitende Exact Mixing Technologie von RBS Bäckereien dabei, besonders gleichmäßige Teige herzustellen, den Arbeitsaufwand zu reduzieren und Chargenschwankungen zu eliminieren. Prozessmesstechnologien wie den SCORPION ® erweitert das Unternehmen kontinuierlich. Dieses System liefert Einblicke in Temperatur, Wärmestromdichte, Luftstrom und Luftfeuchtigkeit im Ofeninneren. Hersteller können durch die Daten den Backprozess optimieren, eine gleichbleibende Produktqualität gewährleisten und gleichzeitig die Energieeffizienz verbessern.
Schubert
Halle 14, Stand D01
Schubert präsentiert Innovationen aus allen Produktlinien: das heißt im Bereich TLM (Top Loading Maschinen Systemen) für anspruchsvolle Prozesse im Primär-, Sekundär- und Tertiärverpackungsbereich, aus der Lightline Maschinenserie für das automatisierte Verpacken mit vorkonfigurierten Standardmaschinen und aus der tog Reihe. Wobei „tog“ für „together“ steht. Gemeint sind Lösungen, bei denen Mensch und Maschine zusammen agieren. Ziel sei maximale Wandlungsfähigkeit. Auf der interpack stellt Schubert mit dem Aufrichter tog.101 und dem Cobot tog.519 die ersten zwei Maschinen der Reihe vor. Beide würden ganz neue Freiräume in der Produktion eröffnen.
Halle 3, Stand F20
Verbesserte Reinigungslösungen für unterschiedliche Maschinentypen sind bei SOLLICH, einer der führenden Hersteller von Maschinen und Anlagen für die Süßwarenindustrie, eines der Messethemen. Bei der neuen Generation der Überziehmaschine ENROMAT M6 Flex beispielsweise sind dank des herausfahrbaren Massewagens und des separat herausfahrbaren Gitterbands alle Anlagenteile leicht erreichbar und somit effizient zu reinigen.
Das Unternehmen treibt zudem die Entwicklung KI-basierter Assistenzsysteme voran. Die 2023 vorgestellte Selbstanalysefunktion der Temperiermaschinen wurde konsequent weiterentwickelt und auf den Bereich der Überziehmaschinen erweitert. Ziel ist eine automatisierte Anpassung der Prozessparameter, um den Bedienaufwand zu reduzieren und die Produktqualität noch stabiler zu gestalten. Mit dem SOLLICH TEMPERGRAPH steht eine bewährte Lösung zur automatischen Messung des Temperiergrades zur Verfügung – auf Wunsch direkt in der Überziehmaschine integriert. Ergänzt wird dies durch weiterentwickelte Komponenten wie die Taupunktanzeige im Kühlkanal.
Für Hersteller mit kleineren Produktionsvolumina präsentiert SOLLICH die kompakte MINICONBAR für die flexible Riegelproduktion. Neu vorgestellt wird der Z-Mischer SBK für das Mischen und Anwirken für den immer wichtiger werdenden Markt der Proteinmassen. Dazu passend wird ein spezielles Massefördersystem zur Bespeisung der Formanlage gezeigt.
Stäubli
Halle 15, Stand C38
In sensiblen Branchen wie Food, Pharma und der Medizintechnik gelten besondere Gesetzmäßigkeiten. Standardroboter sind dort deshalb bestenfalls im Sekundärverpackungsbereich anzutreffen. Für alle anderen Aufgaben, etwa das Verpacken offener Lebensmittel, sind Roboter erforderlich, die strenge Hygieneanforderungen erfüllen. Mit verschiedenen Modellvarianten an Vier- und Sechsachsrobotern kann Stäubli diese Anforderungen nach eigenen Angaben erfüllen. Auf der interpack präsentiert das Unternehmen in einer KI-optimierten, robotergestützten FoodApplikation den Einsatz des „TS2-80 SCARA in HE- und H1Ausführung“ bei der Handhabung unverpackter Lebensmittel.
Die Besonderheit: Der SCARA ist mit einem neu designten Faltenbalg ausgerüstet, dessen Materialeigenschaften den FDA-Richtlinien entsprechen, weshalb sich der Roboter für den Einsatz im direkten Kontakt mit Lebensmitteln eignet. Darüber hinaus wurde das Roboterportfolio um zwei Innovationen erweitert. „Auf der Interpack präsentieren wir neben zwei Demoapplikationen auch den TX2-60L Stericlean+ in Hollow Wrist-Ausführung sowie den Sterimove, den weltweit ersten Mobilroboter, der unter aseptischen Bedingungen arbeiten kann“, kündigt Peter Pühringer, Geschäftsführer Stäubli Robotics, an.
Syntegon
Halle 6, Stand A31–B31
„Lassen Sie uns Ihre Factory of the Future neu denken“, mit diesem Ansatz wendet sich Syntegon an die Messebesucher. Die Vision: eine Produktion, die Automatisierung, Robotik, Digitalisierung und künstliche Intelligenz einsetzt, damit sich Menschen auf intelligentere Aufgaben konzentrieren können, als Maschinen manuell zu bedienen. Auch die Lebensmittelbranche verändere sich rasant: „Verbraucherwünsche ändern sich über Nacht. Arbeitskräfte sind knapp. Ausfallzeiten kosten mehr als je zuvor.“ Mit der innovativen vertikalen Verpackungsplattform SVX stellt das Unternehmen Lebensmittelbetrieben eine Lösung vor, um den heutigen und den künftigen Kundenanforderungen begegnen zu können. Mit einer Geschwindigkeit von 300 Beuteln pro Minute ermöglicht die Maschine mit kleiner Stellfläche den Angaben zufolge niedrige Kosten pro Beutel, lässt einen schnellen, einfachen Wechsel zwischen Beutelformen zu und reduziert den Verpackungsmaterialverbrauch mit patentierter Technologie um 50 %.
SOLLICH
TNA Solutions
Halle 14, Stand C56 & D56
Mit einem klaren Ziel reist TNA Solutions nach Düsseldorf: Innovationen sollen Dinge vereinfachen. Das Unternehmen setzt auf intelligente, integrierte Lösungen, die Hersteller von Snacks und Süßwaren helfen sollen, ihre Produktionslinien zukunftssicher zu gestalten, ohne zusätzliche Komplexität hineinzubringen. CEO Michael Jonson: „Auf der interpack zeigen wir, wie einfaches Design und unkomplizierte Bedienung zu spürbaren Vorteilen entlang der gesamten Produktionslinie führen: schnellere Umrüstungen, weniger Unterbrechungen, geringerer Wartungsaufwand und intelligentere Modernisierungen, die sich sowohl für neue als auch für bestehende Anlagen lohnen. Intelligente Integration kann für Lebensmittelhersteller ab 2026 einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil bringen.“
WP BAKERYGROUP
Halle 3, Stand E55
Die WP BAKERYGROUP stellt in Düsseldorf komplette Anlagenlösungen in den Fokus. Ganz nach dem Anspruch „think process!“ positioniert sich der WP Unternehmensverbund auf seinem 140 Quadratmeter großen Stand als integrierter Lösungsanbieter von kompletten Anlagen und Linien. Im Zentrum stehen die Lösungen der Marken WP Bread, WP Donut, WP Roll, WP Toast, WP Pizza, WP Snacks und WPthinkAI. Neben den Produkten und den prozesstechnischen Lösungen stehen künstliche Intelligenz und die Marke WPthinkAI im Mittelpunkt. Wie schon auf der iba 2025 werden die Lösungen digital präsentiert.
Zeppelin Systems
Halle 4, Stand E35
„We Create Solutions!“ lautet der Slogan von Zeppelin Systems. Das Unternehmen stellt in diesem Jahr die Themen Kostenersparnis, Zeitgewinn und nachhaltiger Ressourceneinsatz in den Mittelpunkt seines Messeauftritts. „Unsere Systeme DymoMix, Codos sowie unsere Fermentationsanlagen beweisen täglich in der Praxis, dass wirtschaftliches Arbeiten, kürzere Produktionszeiten und Ressourceneffizienz hervorragend miteinander harmonieren“, erklärt der CSO Hubert Stojanovic. „Besucher erhalten einen anschaulichen Einblick, wie unsere Lösungen in realen Produktionsprozessen wirken – verständlich erklärt und digital erlebbar.“
Zu den Exponaten gehört der DymoMix, der mit seinem Prinzip der sofortigen Anteigung laut Unternehmen seit vielen Jahren überzeugt. Dadurch entfällt der klassische Mischvorgang im Chargenbetrieb, die Batchzeiten werden deutlich verkürzt und die Gesamtleistung steigt im Vergleich zu herkömmlichen Systemen. Ein weiterer Vorteil: „Die Rohstoffe werden äußerst schonend und gleichzeitig homogen benetzt. So entsteht selbst bei minimalem Wasser- bzw. Feuchtigkeitseintrag ein optimal hydratisierter und strukturierter Teig“, berichtet Ingo Pütz, Global Market Manager Sales Food bei Zeppelin Systems. „Dank seines robusten Getriebes arbeitet der DymoMix zudem besonders energieeffizient.“ Das System ist flexibel im Batch-, Conti-, Linearoder Fermentationsprozess einsetzbar und deckt einen Leistungsbereich von 1.000 bis 6.000 kg/h (TA135–250) ab. Die gute Zugänglichkeit – etwa durch ein schnell abnehmbares Schutzrohr und eine schwenkbare Konstruktion –erleichtert die Wartung und Reinigung. Eine integrierte CIP-Reinigung reduziert Reinigungszeiten.
Auch über das kontinuierliche Misch- und Knetsystem Codos informiert das Unternehmen. Es verarbeitet verschiedene Teigarten und ermöglicht durch seine hohe Flexibilität schnelle Rezepturwechsel bei gleichzeitigen Kostenvorteilen. Ein besonderes Merkmal sind die variablen Eintragsstellen entlang des Trogs: Rückteige, empfindliche Zutaten wie Schokoladenstücke oder Fette können gezielt zu unterschiedlichen Zeitpunkten eingemischt werden. Dies verhindert u.a. ein Überkneten oder den Bruch sensibler Komponenten. Die Fermentationsanlagen von Zeppelin Systems eignen sich sowohl für Vorteige (TA ≥ 200) als auch für Sauerteige (TA ≥ 210) und liefern konstante, reproduzierbare Vorteigund Sauerteigqualitäten. Das doppelwandige, optimierte Behälterdesign sorgt für bessere Kühlung und insgesamt höhere Effizienz. Die Anlagen decken einen Leistungsbereich von 500 bis 4.000 kg/h ab und können bei Bedarf modular erweitert werden. Moderne Steuerungstechnik – darunter adaptive Regelkreise zur Engpassvermeidung – führt zu schnelleren Produktionszyklen. Gleichzeitig wurden dank optimierter Reinigungsprozesse und Kreislaufführung die Wasserverbräuche weiter reduziert. „Durch verbesserte Sensorik und präzise Dosierung lassen sich Verluste im Produktionsprozess zusätzlich minimieren“, so Dr. Christian Faber, Senior Sales Manager Starch and Derivates Industry.
Lars
Feldhues
verantwortet Gesamtgeschäftsführung bei Bakerman
Zum 1. März hat Lars Feldhues die Gesamtgeschäftsführung der Bakerman Unternehmensgruppe übernommen und folgt damit auf Heiko Thees. In seiner neuen Funktion agiert Feldhues als Sprecher der Geschäftsführung und trägt die Verantwortung für alle Produktionsstandorte der Gruppe.
Lars Feldhues ist seit Oktober 2020 Teil des Unternehmens und war zunächst maßgeblich für die Internationalisierung der Marke Bakerman verantwortlich. Seit Oktober 2021 ist Feldhues auch Mitglied der Geschäftsführung. Heiko Thees, der bisher die Gesamtgeschäftsführung innehatte, wird sich künftig verstärkt der Weiterentwicklung des Innovationsbereichs sowie gemeinsam mit Marketingleiterin Aleksandra Reimann dem Marketing widmen. +++
Loacker baut neues Technologiezentrum
Der Südtiroler Waffelspezialist Loacker hat den Grundstein für sein neues Forschungs- und Entwicklungszentrum in Unterinn/Italien gesetzt. Es soll 2027 in Betrieb gehen. Das neue „Loacker Technology Center“ entsteht neben dem Hauptsitz und wird über einen 50 m langen Tunnel unter der Landstraße mit diesem verbunden sein. Es sei ein echtes Innovationszentrum, nicht bloß eine räumliche Erweiterung, mit F&E-Laboren, einer Kreativküche, einem technischen Labor für Prototypentests sowie einem Scale-up-Raum, der die halbindustrielle Markteinführung von Innovationen ermöglichen soll. +++
Grundsteinlegung für das „Loacker Technology Center“ in Unterinn
brot+backwaren ISSN 0172-8180
brot+backwaren ist das offizielle Organ des Verbandes Deutscher Großbäckereien e.V.
brot+backwaren erscheint 6 x im Jahr zum Einzelverkaufspreis von Euro 15,00.
+ Der Jahresabonnementpreis beträgt 75,00 EUR zzgl. MwSt., + Kombi-Abonnement Print-Abonnement zzgl. MwSt im Inland: 69,00 EUR (Preis gilt nur im Rahmen eines Kombi-Abos)
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(v. l.) Lars Feldhues und Heiko Thees
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