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Programmheft LA TRAVIATA

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LA TRAVIATA


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Das Engagement in der Region liegt uns am Herzen – ob bei Kultur- oder Sport-Events, in Schulen oder Vereinen. Ebenso ist uns wichtig, dass Sie stets gut und günstig abgesichert sind. Wir wünschen Ihnen viel Spaß und beste Unterhaltung. Geschäftsstelle Coburg Telefon 09561 96101 Mo. – Fr. 8.00 – 20.00 Uhr Callenberger Straße 29 96448 Coburg oder unter huk.de


LA TRAVIATA Melodramma in drei Akten von Giuseppe Verdi Libretto von Francesco Maria Piave Nach dem Roman LA DAME AUX CAMÉLIAS von Alexandre Dumas d. J.

VIOLETTA VALÉRY FLORA BERVOIX ANNINA ALFREDO GERMONT GIORGIO GERMONT GASTONE BARONE DOUPHOL MARCHESE D‘OBIGNY DOTTORE GRENVIL GIUSEPPE EIN DIENER FLORAS EIN DIENSTMANN

Maryna Zubko Emily Lorini Adriana Mileto / Kora Pavelić Jaeil Kim Daniel Carison Dirk Mestmacher Martin Trepl Jinwook Jeong Bartosz Araszkiewicz Marino Polanco Ríos Augusto Garcia Nils Tavella

Statisterie des Landestheaters Coburg Chor des Landestheaters Coburg Philharmonisches Orchester Landestheater Coburg MUSIKALISCHE LEITUNG INSZENIERUNG BÜHNE KOSTÜME LICHT CHOREINSTUDIERUNG DRAMATURGIE PREMIERE URAUFFÜHRUNG AUFFÜHRUNGSDAUER AUFFÜHRUNGSMATERIAL

Tommaso Turchetta Philipp Kochheim Rifail Ajdarpasic Ariane Unfried Markus Stretz Ben Köster André Sievers 31. Oktober 2026, GLOBE 06. März 1853, Teatro La Fenice (Venedig) ca. 2 Stunden und 30 Minuten, eine Pause nach dem 1. Akt Casa Ricordi Srl. Milano, vertreten durch G. Ricordi & Co. Bühnen- und Musikverlag GmbH, Berlin

Aus rechtlichen Gründen sind Bild- und Tonträgeraufnahmen während der Aufführung nicht gestattet.


NACHDIRIGAT / MUSIKALISCHE ASSISTENZ David Preil STUDIENLEITUNG Roland Fister MUSIKALISCHE EINSTUDIERUNG Claudio Rizzi, Kieran Staub, Yona Bong REGIEASSISTENZ Veronika Diem ABENDSPIELLEITUNG Veronika Diem / Michaela Hoffmann REGIEHOSPITANZ Miriam Barbi INSPIZIENZ Boris Stark / Amelie Elisabeth Peters SOUFFLAGE Margarita Pazara ÜBERTITELEINRICHTUNG André Sievers ÜBERTITELINSPIZIENZ Elin Hintzmann / Mina Kim TECHNISCHE LEITUNG BÜHNENMEISTER TONMEISTER CHEFMASKENBILDNERIN LEITUNG DER REQUISITE LEITUNG DER KOSTÜMABTEILUNG PROJEKTKOORDINATION AUSSTATTUNG WERKSTÄTTENLEITUNG

Daniel Kaiser Norman Heyn, Mathias Stöcklein Michael Och Alicia Müller Manfred Dehler Gerhard Gollnhofer Susanne Wilczek Andreas Truckenbrodt


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Die Vorgänge I. AKT Ein Fest im Salon der Kurtisane Violetta Valéry. Nach langer Krankheit zeigt sie sich erstmals wieder in der Pariser Gesellschaft. Alfredo gesteht ihr, dass er sie seit über einem Jahr liebt. Violetta ist voller Zweifel, denn sie weiß nicht, ob sie sich für die Liebe öffnen darf. II. AKT Drei Monate sind vergangen. Violetta hat sich für Alfredo entschieden und lebt mit ihm auf dem Land. Alfredos Vater erscheint und fordert sie auf, die Beziehung zu beenden, um die Familienehre zu wahren. Im Wissen um ihren nahen Tod willigt sie schweren Herzens ein. Sie hinterlässt Alfredo einen Brief und kehrt nach Paris zurück. Als sie später bei einem Fest im Hause Floras auf Alfredo trifft, eskaliert die Situation: Alfredo glaubt, dass Violetta ihn nicht mehr liebt und ihn betrügt. Er demütigt sie vor der versammelten Gesellschaft. III. AKT Violetta liegt im Sterben. Als Alfredo die Wahrheit von seinem Vater erfährt, kehrt er umgehend zu ihr zurück. In seiner Nähe scheint sie noch einmal neue Kraft zu schöpfen. Für einen Augenblick scheint alles möglich – doch wie viel Zeit bleibt ihr noch?

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Solange das Herz noch hofft Sich ins Leben zu verlieben, bedeutet mehr, als glücklich zu sein. Es bedeutet, die Welt als einen Ort zu erfahren, an dem noch etwas geschehen kann: ein Morgen, auf das man sich freut, ein Mensch, dessen Nähe man nicht mehr missen möchte, eine Zukunft, die man sich auszumalen beginnt. Das Leben erscheint als ein Raum voller Möglichkeiten. Doch gerade, indem wir uns auf diese Möglichkeiten einlassen, erfahren wir die Grenze unserer Existenz: Wir können uns eine Zukunft vorstellen, die weit über das hinausreicht, was uns zu leben vergönnt ist. Im Schicksal der Marie Duplessis, jener Pariser Kurtisane, die Alexandre Dumas d. J. zum Vorbild seiner KAMELIENDAME wurde, tritt dieser Widerspruch beklemmend hervor. Am Ende ihres kurzen Lebens konnte sie ihre Wohnung, von Krankheit gezeichnet, kaum noch verlassen. Vom Balkon aus blickte sie auf den Boulevard, auf eine Welt, deren Geschäftigkeit ungerührt fortbestand. Menschen begegneten einander, die Stadt ging ihren gewohnten Gang. Das Leben setzte sich fort, während ihres zu Ende ging. Nach ihrem Tod wurde ihre Wohnung geräumt, ihre Habseligkeiten wurden versteigert. Jeder wollte etwas von ihr besitzen, als ließe sich in ihren Dingen ein Stück der Verstorbenen bewahren. Doch nichts davon konnte ersetzen, was unwiederbringlich verloren war: die Gegenwart eines Menschen und die Zukunft, die mit ihm viel zu früh erlosch. In Giuseppe Verdis LA TRAVIATA begegnet uns Marie Duplessis in der Gestalt der Violetta Valéry wieder. Auch sie lebt im Bewusstsein ihrer tödlichen Krankheit. Der Tod ist von Anfang an gegenwärtig: Bereits die ersten Takte des Vorspiels tragen die Ahnung eines Endes in sich, das noch unausgesprochen bleibt. Violetta kennt ihre Endlichkeit nicht als abstrakte Erkenntnis, sondern als körperliche Realität. Was sie noch nicht weiß, ist, dass die Liebe ihr eine Zukunft erschließen wird, an die sie kaum noch zu glauben gewagt hat. Plötzlich ist da eine Zukunft, die sie sich wünscht: ein gemeinsamer Alltag, Vertrautheit, die Aussicht auf ein Morgen. Violetta verliebt sich in Alfredo – und zugleich in das Leben, das durch ihn vorstellbar wird. Die Zukunft ist für sie nicht länger bloß die Zeit, die ihr bis zum Tod bleibt, sondern ein Raum voller Möglichkeiten, an dem sie selbst teilhaben möchte. Die Liebe lässt Violetta sich neu erfahren. Sie entdeckt, dass ihr Leben nicht auf das bereits Gewesene festgelegt ist. Doch indem sie sich dieser Zukunft öffnet, wird auch deren Verlust denkbar. Die Liebe macht sie verletzlich, weil sie ihr etwas zu verlieren gibt. Endlichkeit bedeutet nun nicht mehr nur, irgendwann selbst nicht mehr da zu sein, sondern auch, dass all das, was sie noch hätte werden können, ungelebt bleiben könnte. 7


Violetta wird schließlich von Giorgio Germont gezwungen, Alfredo zu verlassen. Als er schließlich zu ihr zurückkehrt, ist ihre Krankheit bereits weit fortgeschritten. Für einen letzten Augenblick scheint sich dennoch ein Ausweg zu eröffnen. Violetta glaubt, ihre Kräfte kehrten zurück. Sie will aufstehen, sich ankleiden, hinausgehen. Sie entwirft Pläne für ein gemeinsames Leben, als könne sie die Zukunft durch den bloßen Willen, sie zu erleben, noch einmal gewinnen. In diesem Augenblick ist sie nicht mehr nur eine Sterbende. Sie ist eine Frau, die sich auf ihre Zukunft freut. Doch ihr Körper vermag ihrem Willen nicht mehr zu folgen. Was sie als wiederkehrende Kraft empfindet, ist das letzte Aufflackern eines Lebens, das sich nicht länger halten lässt. Während Violetta sich bereits auf den Aufbruch vorbereitet, wissen wir, dass es keinen Aufbruch mehr geben wird. Verdis Musik verdichtet diesen Augenblick zu einer schmerzhaften Spannung zwischen Hoffnung und Gewissheit: Violetta sieht eine Zukunft vor sich, die sie nicht mehr erreichen wird. Die Liebe hat ihr eine Zukunft eröffnet, deren Verlust unerträglich wird. Ihr letztes Aufbäumen ist deshalb mehr als der Versuch, den Tod abzuwenden. Es ist der Protest eines Lebens, das sich gerade erst als Möglichkeit entdeckt hat und sich weigert, schon vollendet zu sein. Violetta möchte weiterlieben und -leben und erfahren, was aus ihr und Alfredo noch hätte werden können. Mit Violetta stirbt deshalb nicht nur die Möglichkeit eines individuellen Glücks, sondern eine ganze Welt des Ungelebten. Und doch liegt in ihrem letzten Aufbäumen auch eine Behauptung des Lebens: Selbst dort, wo seine Endlichkeit feststeht, richtet es sich auf das Kommende, auf das noch nicht Gewordene. André Sievers

„Sag ihm, dass ich noch leben will.“ Violetta (LA TRAVIATA, III. Akt)

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Mein Sterbelied Die Nacht ist weich von Rosensanftmut; Komm, gib mir deine beiden Hände her, Mein Herz pocht spät Und durch mein Blut Wandert die letzte Nacht und geht Und naht so weit und ewig wie ein Meer. Und hast du mich so sehr geliebt, So nimm das Jubelndste von deinem Tag, Gib mir das Gold, das keine Wolke trübt. Es wallen Harmonien aus der Nachtlandferne – Ich ziehe ein Und werde Leben sein Und Leben mich an Leben schmiegen, Wenn über mir Paradiessterne Ihre ersten Menschen wiegen. Else Lasker-Schüler

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komischen Oper UN GIORNO DI REGNO folgte 1842 mit NABUCCO der Durchbruch. Die Oper machte Verdi zum gefeierten Komponisten. Giuseppina Strepponi, die bei der Uraufführung die Abigaille sang, wurde seine Lebensgefährtin und 1849 seine zweite Ehefrau. In rascher Folge entstanden weitere Opern. Die Jahre zwischen NABUCCO und RIGOLETTO (1851), darunter ERNANI (1844), MACBETH (1847) und LUISA MILLER (1849), bezeichnete Verdi als „Galeerenjahre“. Es folgte seine mittlere Schaffensperiode mit Werken wie IL TROVATORE (1853), LA TRAVIATA (1854), DON CARLOS (1867) und AIDA (1871). 1861 wurde Verdi ins erste italienische Parlament gewählt. Zunehmend galt er als Symbolfigur des geeinten Italiens; „Viva VERDI“ wurde zum politischen Slogan für „Vittorio Emanuele Re d’Italia“.

GIUSEPPE VERDI Giuseppe Verdi wurde am 9. oder 10. Oktober 1813 in Le Roncole bei Parma geboren. Trotz bescheidener Verhältnisse ermöglichten ihm seine Eltern Musikunterricht. In Busseto fand er Unterstützung beim musikliebenden Kaufmann Antonio Barezzi. Nachdem er die Aufnahmeprüfung am Mailänder Konservatorium nicht bestanden hatte, studierte er privat bei Vincenzo Lavigna, Kompositionslehrer an der Scala. 1836 kehrte er nach Busseto zurück, wo er als Kapellmeister und Organist arbeitete. Er heiratete Margherita Barezzi, die Tochter seines Förderers, und zog 1839 mit ihr nach Mailand.

Nach seinem einzigen Streichquartett (1873) und dem REQUIEM (1874), wandte sich Verdi erst 1887 mit OTELLO wieder dem Musiktheater zu. Mit FALSTAFF (1893), vollendete er schließlich sein Opernschaffen. Verdi starb am 27. Januar 1901 nach einem Schlaganfall in Mailand. Seine letzte Ruhestätte fand er in der „Casa Verdi“, dem von ihm gestifteten Altersheim für mittellose Sänger:innen. Es existiert noch heute.

Seine erste Oper, OBERTO CONTE DI SAN BONIFACIO, wurde an der Scala erfolgreich aufgeführt. Doch 1838 und 1839 verlor Verdi seine beiden Kinder, 1840 starb auch seine Frau. Auf den Misserfolg der 11


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„Die Kraft zum Leben fängt immer an, wo die Kraft zum Leben aufhört.“ Friedrich Hebbel

Impressum Landestheater Coburg, Schlossplatz 6, 96450 Coburg www.landestheater.coburg.de INTENDANT: Dr. Ulrich Peters | KAUFMÄNNISCHER DIREKTOR: Bernd Vorjans | REDAKTION & TEXT: André Sievers | GESTALTUNG UND SATZ: Autostrada | PROBENFOTOS: Taeseok Oh fotografierte die 2. Hauptprobe am 28.10.2026. | PLANUNGSSTAND: 29.10.2026 Änderungen und Druckfehler vorbehalten. Textnachweise: Giuseppe Verdi: La traviata, Libretto, Stuttgart: Reclam 2025. | Else Lasker-Schüler: Sämtliche Gedichte, München: Kösel Verlag 1966. | Friedrich Hebbel: Tagebücher. Vollständige Ausgabe in drei Bänden, hrsg. von Karl Pörnbacher, Band 1, München: Deutscher Taschenbuch Verlag 1984. | Die übrigen Texte sind Originalbeiträge von André Sievers für dieses Programmheft. Bildnachweis: Ferdinand Mulnier: Giuseppe Verdi, ca. 1872, gemeinfrei, Quelle: https:// de.wikipedia.org/wiki/Datei:Giuseppe_Verdi_by_Ferdinand_Mulnier_BW.jpg (letzter Zugriff am 29.10.2026). Wir danken dem Freistaat Bayern und der Stadt Coburg für die großzügige Unterstützung unseres Hauses. Ebenso danken wir dem Bezirk Oberfranken.


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