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Programmheft Jeeps

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Jeeps

Infant von Spanien

Excellence Inside

Die Mobilität der nächsten Generation.

Unsere Kinder werden in der Zukunft eine andere Mobilität erleben.

Um ihren Ansprüchen gerecht zu werden, arbeiten wir heute an den Lösungen, die ihnen morgen ein Höchstmaß an Individualisierung und Flexibilität im Fahrzeug ermöglichen.

Jeeps

SILKE

Antonia Bockelmann

MAUDE Kerstin Hänel

GABOR David Kösters

ARMIN Niklaus Scheibli

REGIE Anna Tenti

BÜHNENBILD UND KOSTÜME Pina Starke LICHT Klaus Bröck

DRAMATURGIE Anne Verena Freybott

REGIEASSISTENZ & ABENDSPIELLEITUNG

Robin Bringewatt SOUFFLAGE Jennifer Steinhorst INSPIZIENZ

TECHNISCHE LEITUNG

Amelie Elisabeth Peters

Daniel Kaiser BÜHNENMEISTER Norman Heyn, Mathias Stöcklein TONMEISTER Michael Och

WERKSTATTLEITUNG Andreas Truckenbrodt CHEFMASKENBILDNERIN Alicia Müller

LEITUNG DER REQUISITE Manfred Dehler LEITUNG DER KOSTÜMABTEILUNG

LEITENDE GEWANDMEISTERINNEN

Gerhard Gollnhofer

Margareta Gulich, Katrin Müller

PROJEKTKOORDINATORIN AUSSTATTUNG Susanne Wilczek KOSTÜMASSISTENZ Andreas Brehm

PREMIERE 15. MAI 2026, REITHALLE AUFFÜHRUNGSDAUER ca. 1 Stunde und 30 Minuten, keine Pause AUFFÜHRUNGSRECHTE schaefersphilippen Theater & Medien

Herzlichen Dank für das Sounddesign an Adrian Ciszek.

Weitere Bilder und Informationen zu den Beteiligten finden Sie über den QR-Code.

Aus rechtlichen Gründen sind Bild- und Tonträgeraufnahmen während der Aufführung nicht gestattet.

Jeeps: Über Geld spricht man nicht?

Armin: Da saßen an unseren Schreibtischen plötzlich all die Lehrer- und Professorenkinder und erklärten uns, warum sie zwar sechsstellig geerbt hätten, aber eigentlich aus der Gosse kommen.

Armin und Gabor arbeiten als Sachbearbeiter im Jobcenter und sind dort seit einer radikalen Erbschaftsreform nicht nur für Anträge auf die Grundsicherung verantwortlich, sondern auch für Erbschaftsanträge von frisch Prekarisierten. In Deutschland wurden jedes Jahr bis zu 400 Milliarden Euro vererbt – doch damit ist jetzt Schluss. Jede Erbschaft wird seit der Änderung per Losverfahren verteilt, für dessen Teilnahme das Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser irrelevant ist. Und es gibt natürlich niemanden, der besser geeignet wäre für die Umsetzung dieses neuen Verfahrens, als das bereits mit allen Wassern der Bürokratie gewaschene Jobcenter.

Gabor: Ich liebe die Haptik des Beamtenalltags. Knicken, lochen, abheften –

Schon die Zusammenlegung der beiden Arbeitsbereiche Grundsicherung und Erbangelegenheiten in einem Gebäude ist ein soziales Groß-Experiment und führt ganz nebenbei in den Fluren und Wartehallen Menschen zusammen, deren Wege sich sonst nie gekreuzt hätten. So treffen zum Beispiel die bescheiden frustrierte Langzeitarbeitslose Maude und die frisch empörte Nicht-Erbin Silke aufeinander, definieren trotz aller Unterschiede das gemeinsame Ziel, sich nicht mehr ausbeuten lassen zu wollen, und stürmen Gabors Büro. Mit der Waffe in der Hand wollen sich ihr „Recht“ zurückholen.

Maude: Ok, du Gaul, du hast jetzt noch 20 Sekunden Zeit für deine Metapher, dann macht’s rummsdi.

Wie eine Mockumentary rollt Nora Abdel-Maksouds radikal-böse Komödie die sich zuspitzenden Ereignisse auf, die in Armins und Gabors Reich kurz nach der Einführung der Erbschaftsreform geschehen sind. Rückblenden, Kommentare und Zeitsprünge ermöglichen es, immer absurdere Details zu genießen und unerwartete Allianzen zwischen den Figuren zu entdecken. Jeeps pfeift auf alle sozialen Gepflogenheiten und redet sehr schlau, laut, vielschichtig und lustig über Geld, Neid und die allgemeine Verkrampftheit, die zu Tage kommt, sobald über die Umverteilung des Reichtums in Deutschland überhaupt mal geredet wird.

Silke: Ich geb gleich deiner Mutter was ab!

Wohlstand für alle?

Die Autorin Nora Abdel-Maksoud wurde 1983 in München geboren. Sie studierte Schauspiel in Potsdam-Babelsberg und schreibt und inszeniert seit 2012 eigene Theatertexte. Meist sind es Komödien, die in ihren irrwitzigen Überzeichnungen den Kern gesellschaftlicher Probleme freilegen – wie z.B. Doping zur Care-Arbeit in 2024 oder Wokey Wokey zum Diskurs-Dschungel in 2026. Jeeps wurde 2021 an den Münchner Kammerspielen uraufgeführt, an einem Punkt in der Geschichte der Transferleitungen, der heute überholt ist. Die Coburger Inszenierung verzichtet auf Aktualisierungen bei Vokabular oder Regelsätzen, da es hilfreich erscheint zu bemerken, dass weder das zum 2023 umgesetzte „Bürgergeld“ noch das zum 01.07.2026 geplante „Grundsicherungsgeld“ am Kernproblem der gesellschaftlichen Abwertung und Ausgrenzung hilfsbedürftiger Menschen etwas ändern.

Nach dem zweiten Weltkrieg war man in Deutschland stolz darauf, dass Hilfeleistungen für Menschen möglich waren, die sich nicht oder nicht vollständig durch ihre eigene Erwerbsarbeit versorgen konnten. Das betraf zunächst breite Schichten der Bevölkerung und die Solidargemeinschaft war etwas, womit man sich auch vom Systemgegner abgrenzen konnte. Es gab über Jahrzehnte ein grundsätzliches Einverständnis darüber, dass es der Gesellschaft als Ganzes gut tut, stabile Sicherungsnetze für alle Bürger*innen aufzuspannen.

Nach 1990 stiegen die Zahlen der Arbeitslosen und die allgemeinen Sozialkosten immer weiter an. Obwohl es Überlegungen zu langfristigen Arbeitsmarktreformen gab, riefen die Lautesten nach Sofort-Lösungen für die Überlastung der Sozialkasse. Die Warnung vor dem „Sozialschmarotzer“ wurde schnell als populäres Bild in Diskussionen und Wahlkämpfen weiterentwickelt. Über zwei Bundesregierungen entwickelten sich Ideen zu „Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen“ und „Bündnissen für Arbeit“ bis am 01.01.2005 die „Hartz IV“-Regelungen in Kraft traten. Die Zusammenlegung der Arbeitslosenhilfe mit der Sozialhilfe kann heute als einer der Bausteine für die Entsolidarisierung in Deutschland gesehen werden. Die Schere zwischen Arm und Reich wurde immer größer, auch weil 1997 die Vermögenssteuer in Deutschland ausgesetzt wurde, Vorschläge wie „Erbschaft für alle“ des Starökonoms Piketty bisher versandeten und sogar Bemühungen von reichen Erb*innen wie www.taxmenow.eu noch nicht fruchteten.

Nora Abdel-Maksoud in einem Interview: „Das Gedankenspiel, dass die 400 Milliarden, die in Deutschland pro Jahr als Erbe fällig werden, per Losverfahren verteilt werden und nicht qua Geburtenbingo, gefällt mir schon. Weil es dann ja auch plötzlich im Interesse der Besitzenden sein könnte, „Wohlstand für alle“ zu schaffen.“

(Theater der Zeit, 2021)

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Die wichtigsten Werte stecken in der DNA jedes einzelnen Fahrzeugs. Jeep®-Besitzer wissen schon lange, dass „Go Anywhere. Do Anything.®“ nicht bloß ein Slogan, sondern ein Lebensgefühl ist. Jeep® ist mehr als nur eine Marke, es ist eine Einstellung.

www.metallundmehr.net/partner/jeep

Impressum

Landestheater Coburg, Schlossplatz 6, 96450 Coburg, www.landestheater-coburg.de

Kaufmännischer Direktor Bernd Vorjans / Redaktion Anne Verena Freybott / Gestaltung und Satz Autostrada Studios / Fotos Christina Iberl / Anzeigen contactdesign.de / Druck DCT GmbH, Coburg / Planungsstand: 13.05.2026, Änderungen und Druckfehler vorbehalten.

TEXTNACHWEISE

Die zitierten Texte wurden redaktionell eingerichtet und gekürzt. / Kürzungen innerhalb der Texte sind nicht gekennzeichnet. / Die nicht zugeordneten Zitate stammen aus Nora Abdel-Maksoud Jeeps, schaefersphilippen Theater & Medien, 2021. / Die Texte Jeeps: Über Geld spricht man nicht? und Wohlstand für alle? sind Originaltexte für dieses Programmheft.

Wir danken dem Freistaat Bayern und der Stadt Coburg für die großzügige Unterstützung unseres Hauses. Ebenso danken wir dem Bezirk Oberfranken.

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