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WIRTSCHAFTSMAGAZIN BODENSEE 2026

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W I R T S C H A F T S MAGAZIN

BODENSEE B u s i n e s s M a g a z i n e L a k e C o n s ta n C e

2026

ORGANISATION MIT WEITBLICK Sonderthema Gesamtverteidigung KÜNSTLICHE INTELLIGENZ Alltag und Arbeit mit Chatbots und Avataren

SEECONOMY Nr. 23 | 7,50 € | 8.– CHF

Wirtschaftsmagazin BODENSEE

Labhards

DEZENTRALE STRUKTUR Die Unternehmen am Bodensee


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EDITORIAL Titel_WIMA_2026_3Varianten:L

ayout 1 10.12.25 12:26

Seite 3

Wirtschafts magazin

BODENSEE

Labhards

W I R T S C H A F T S MA

GAZIN

BODENSEE Business Maga

zine Lake Cons

ta n C e

2026

Liebe Leserinnen und Leser, auf den ersten Blick kaum zu erkennen, zeigt unser diesjähriges Titelfoto eines der Wahrzeichen des Bodensees – den Zeppelin. Wie das Innen­leben eines modernen Zeppelins unbekannt bleibt, so gibt sich auch die wirtschaftliche StrukSEECONOMY tur am Boden­see nicht gleich zu erkennen. Unser Fotograf Michael Häfner hat die faszinierenden inneren Strukturen und Verflechtungen des Ballons eindrucksvoll eingefangen – ein Symbol dafür, dass sich hinter bekannten Fassaden oft spannende Details verbergen. Nr. 23 | 7,50 € | 8.– CHF

ORGANISATION MIT WEITBL ICK Sonderthema Gesamt verteidigung KÜNSTLICHE INTELLIGENZ Alltag und Arbeit mit Chatbo ts und Avataren

DEZENTRALE STRUKT UR Die Unternehmen am Bodensee

Im aktuellen Wirtschaftsmagazin Bodensee werfen wir einen Blick auf die „Seeconomy“ – die wirtschaftlichen Strukturen rund um den Bodensee. Unter dem Titel The Lake to B. beleuchtet die Internationale Bodensee-Konferenz die dezentrale Stärke des Standorts und stellt die „Hidden Champions“ vor, die die Region wirtschaftlich so stark machen. Wir wagen außerdem einen Blick hinter die Kulissen der Rüstungs- und Verteidigungsindustrie – einst das rote Tuch, heute ein wichtiger Bestandteil in einer Welt, die sich rasant verändert. Zudem werfen wir einen ausführlichen Blick auf die neue Aufgabe der IHK Bodensee-Oberschwaben als landesweite Koordinierungsstelle Gesamtverteidigung. Und wohin man blickt und lauscht – ganz oben auf der Agenda steht Innovation. Denn jedem ist bewusst, was das RITZ Friedrichshafen in aller Deutlichkeit ausspricht: „Wer nicht innoviert, verliert.“ Das gilt gleichermaßen für Unternehmen, Institutionen und selbstverständlich auch für Forschungseinrichtungen. Mit durchaus spannenden Einblicken: Mit Prof. Vanessa Borkmann vom Fraunhofer IAO sprachen wir über Avatare und eine Zukunft voller Möglichkeiten.

Foto: Achim Mende

Auch die touristischen Betriebe am Bodensee zeigen eindrucksvoll, wie Innovation vor Ort funktioniert: Sie können sich nicht einfach in andere Länder verlagern, sondern müssen sich stetig neu erfinden. Auch wir bei Labhard Medien gehen neue Wege, die internationale Bodensee-Region zu präsentieren und ihre Einzigartigkeit in attraktiven Medien zu verpacken. In diesem Sinne wünschen wir Ihnen viel Freude beim Lesen, inspirierende Einblicke und neue Perspektiven auf eine Region, die so einzigartig wie vielfältig ist. Ihr Team des Wirtschaftsmagazin Bodensee


INHALT Editorial .................................................................................................. 1 Der Wirtschaftsraum Bodensee | Zahlen & Fakten ............................ 4 SeeNews Wirtschaft .............................................................................. 6 Impressum ........................................................................................... 96

20

Titelstory | Michael Häfner – Räume. Strukturen. Erlebnisse. ........ 14

UNTERNEHMEN, INDUSTRIE & DIENSTLEISTUNGEN ........ 16 IHK Bodensee-Oberschwaben | Landesweite Koordinierungsstelle Gesamtverteidigung ............. 18

36

Interview mit Sönke Voss und Martin Buck .................................. 20 Rüstungsstandort Bodensee .............................................................. 24 KNDS | Digital Pioniere ........................................................................ 26 Rolls-Royce-Power System | Methanol-Schiffmotoren .................... 28 Airbus/ESA | Ultrapräzises Zeitsystem .............................................. 29 onest | Interview mit Fabian Schmidt und Robin Cremer ................. 30 ZF Friedrichshafen | Steer-by-Wire als Schlüsseltechnologie ......... 32 AGESI | Arbeits- und Gesundheitsschutz und Sicherheit .................. 34 GreenPlaces | Innovative Gewerbeparks ............................................ 36 IHK Hochrhein-Bodensee | Gemeinsam stark .................................. 38

50

Vertragspaket Bilaterale III ................................................................ 40

INFRASTRUKTUR, ENERGIE & MOBILITÄT .......................... 42 Bodensee-Airport | Starkes Signal für die Wirtschaft....................... 44 TeleData | Regionale IT-Infrastruktur ................................................. 47 RABus | Rasante Entwicklung ............................................................. 48 Fraunhofer IAO | Interview mit Prof. Dr. Vanessa Borkmann ........... 50 Labhard Medien | In eigener Sache: Medienmacher bleiben gefragt ........................................................... 54

58


68 BILDUNG & FORSCHUNG INTERNATIONAL ......................... 56 Internationale Bodenseekonferenz | The Lake to B. ........................ 58

71

HTWG Hochschule Konstanz | Mit dem Internet of Things zu nachhaltigen Gebäuden ............... 63 „Win5-Situationen“ durch Transferverbünde ................................ 64 RITZ | Wer nicht innoviert, verliert ...................................................... 66 WiR GmbH | Interview mit Maria Rigal ............................................... 68 VETTER | Jobs mit Sinn: Arbeiten bei Vetter ...................................... 71 HWK Konstanz | Handwerk und Wissenschaft: Gemeinsam Zukunft gestalten............................................................. 72 Thum & Partner | Ihr geistiges Eigentum –

78

Schutzstrategien und Durchsetzung ................................................... 74 Karrieremesse ..................................................................................... 75

STÄDTE, GEMEINDEN, KREISE............................................. 76 Radolfzell | 1200 Jahre Radolfzell ...................................................... 78 Überlingen | Auf Wachstumskurs ....................................................... 82 Konstanz

84

innolab bodensee | Mit Tempo zur Innovation ............................. 84 farm | Gründung & Innovation ....................................................... 86 solarLAGO | Klimawirtschaftsforderung trifft Netzwerkpower ... 87

TAGUNGEN, TOURISMUS & FREIZEIT .................................. 88 Bodenseeforum Konstanz | Partner für Wirtschaft und Innovation in der Region ............................................................... 90 VTWB | Bodensee25: Viel Raum für Innovation am Bodensee .......... 92 Klimaneutrale Schifffahrt ................................................................... 95

90


Zahlen & Fakten EINWOHNER & FLÄCHE Bevölkerung 2010 Bevölkerung 2025 Prognose 2040 Fläche

WIRTSCHAFTSKRAFT

Bruttoinlandsprodukt zu laufenden Marktpreisen je Einwohner (2022) 77.600 € 45.700 € 3,84 Mio. Deutsche REGIO 94.700 € 4,3 Mio. (+12,2,%) Schweizer REGIO 58.600 € 4,7 Mio. (+9,2 %) Vorarlberg 176.700 € 14.462,2 km² Liechtenstein

WISSENSCHAFTSVERBUND DER VIERLÄNDERREGION BODENSEE

ARBEITSLOSE

ca. 12.000 Studierende

Deutsche REGIO Schweizer REGIO Vorarlberg Liechtenstein

EIN- UND AUSPENDLER

(Stand 2025)

Einpendler in die Schweizer Kantone der Bodenseeregion (2023): aus Deutschland: ca. 23.200 Personen aus Österreich: ca. 8.100 Personen Einpendler nach Liechtenstein (täglich, 2023): insgesamt: ca. 24.300 Personen (hauptsächlich aus Schweiz und Österreich) Anteil der Zupendler an allen Erwerbstätigen in der Bodenseeregion: 2010: 2,1 % 2023: 2,6 % Quelle: www.statistik-bodensee.org/ Foto: SPOT 6-Aufnahme, © Airbus DS 2017

3,7 % 2,8 % 7,0 % 1,9 %


DER WIRTSCHAFTSRAUM BODENSEE

INTERNATIONAL

INNOVATIV CLUSTERREGION AUTOMOTIVE,

SPACE & DEFENCE

URLAUBSPARADIES

WEIN & OBST UNIVERSITÄTEN


SeeNews ++ Wirtschaft ++

6 SeeNews


Foto: Klaus Multiparking GmbH, BARLO FOTOGRAFIK

Agri-Photovoltaik – leicht und kostengünstig BERG | Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE und der Witterungsschutzanbieter VOEN Vöhringer aus Fronreute bei Ravensburg haben leichte Photovoltaik-Module entwickelt, die auf bestehenden Witterungsschutzsystemen für Sonderkulturen wie Obstbäume montiert werden können. Eine erste Pilotanlage im oberschwäbischen Berg zeigt so, wie Agri-PV kostengünstiger wird: Die Module wiegen unter 5 kg/m², leisten 420 kW/ha und lassen sich einfach nachrüsten oder neu installieren. Das System vereint Stromerzeugung mit Schutz vor Wetter und Schädlingen, ohne Ertragseinbußen. Pflanzen profitieren von Schatten und Mikroklima, Module von Kühlung. Gefördert wird das Projekt „VOEN e-crops – Flexible Solarmodule für Witterungsschutzsysteme im Sonderkulturanbau“ vom Land Baden-Württemberg. www.ise.fraunhofer.de www.voencoveringsystems.com

„Schiebepuzzle-Parkhaus“ AITRACH | Die Firma Klaus Multiparking aus dem Landkreis Ravensburg hat ein neuartiges Parksystem vorgestellt, das ohne Rampen, Treppenhäuser oder Aufzüge auskommt. Im sogenannten kVario-Parkhaus werden Autos auf Plattformen wie bei einem Schiebepuzzle in alle Richtungen bewegt und platzsparend eingelagert. Der Ein- und Ausparkvorgang dauert durchschnittlich nur 75 Sekunden und ist damit schneller als vergleichbare Systeme in Asien. Das Konzept spart Fläche und Baukosten, da Parkhäuser kompakter gebaut werden können, teils sogar mit weniger Ebenen. Wegen steigender Flächenknappheit sieht das Unternehmen großes Marktpotenzial weltweit. www.multiparking.com

Internationaler Bodenseeraum

Foto: adobe.stock.com

OSTSCHWEIZ | Die Kantone St.Gallen, Thurgau, Appenzell Innerrhoden und Ausserrhoden haben erfolgreich in Bern dafür geworben, dass die Bodenseeregion im Raumkonzept Schweiz stärker berücksichtigt wird. Statt als „Nordostschweiz“ mit mittelstädtischem Charakter und als Anhängsel Zürichs gesehen zu werden, soll die Region künftig als „Internationaler Bodenseeraum“ gelten. Mit über 750.000 Einwohnern, 400.000 Arbeitsplätzen und einer innovativen Exportwirtschaft zeigt sie grenzüberschreitende Stärke. Die neue Definition soll die tatsächliche Bedeutung der Region besser widerspiegeln.

SeeNews 7


Foto: Takeda GmbH

Takeda stärkt Standort in Singen SINGEN | Das Pharmaunternehmen Takeda hat in Singen ein Biomasseheizwerk für 14,5 Mio. Euro eröffnet, das den energieintensiven Impfstoffstandort mit klimafreundlicher Energie versorgt. Durch die Nutzung von täglich rund 40 Tonnen regionalem Altholz sollen bis zu 80 % der bisherigen Gasversorgung ersetzt und jährlich 7.000 bis 9.000 Tonnen CO₂ eingespart werden. Das

Heizwerk gilt als Zwischenschritt, bis Wasserstoff verfügbar ist, und stärkt Takedas Nachhaltigkeitsstrategie auf dem Weg zur Klimaneutralität bis 2035. Nach der angekündigten Verlegung des Sitzes der Takeda GmbH in Deutschland von Konstanz nach Berlin bis 2028 gilt der Fokus den drei Takeda-Standorten Berlin, Oranienburg und Singen. www.takeda.de

Einweihung (v.l.n.r.): Zeno Danner (Landrat Landkreis Konstanz), Dr. Ingeborg R. Borgheim (Sprecherin der Geschäftsführung von Takeda), Dr. Dirk Oebels (Standortleiter Singen und Mitglied der Geschäftsführung von Takeda in Deutschland), Bernd Häusler (Oberbürgermeister der Stadt Singen), Saskia Frank, (Mitglied des Landtags GRÜNE, Hans-Peter Storz (Mitglied des Landtags SPD).

KONSTANZ | Die „MS Insel Mainau“ hat mit einem Reichweitentest auf dem Bodensee ein Zeichen für nachhaltige Schifffahrt gesetzt. Das vollelektrische Passagierschiff legte in knapp 20 Stunden 211 Kilometer zurück – mehr als die geplanten 200. Angetrieben wird es von Batterien und Solarmodulen, die eine Geschwindigkeit von bis zu 15 km/h ermöglichen. Für die Bodensee Schiffsbetriebe sei diese Fahrt laut Geschäftsführer Frank Weber „mehr als ein Symbol: Sie macht deutlich, dass Nachhaltigkeit nicht Verzicht bedeutet, sondern Fortschritt. Und sie soll Mut machen – für neue Wege, für andere Reedereien, Kommunen, Tourismusbetriebe und politische Entscheidungsträger.“ www.bsb.de

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Foto: BSB

Große Fahrt mit vollelektrischem Antrieb


Wärmenetz Dingelsdorf/Wallhausen

Foto: adobe.stock.com

KONSTANZ | Im Landkreis Konstanz entsteht das bislang größte Wärmewende-Projekt: Ein Nahwärmenetz mit rund 16 Kilometern Länge und 370 Hausanschlüssen. Herzstück ist eine Großwärmepumpe, die Seethermie aus dem Bodensee nutzt. Dafür wird Wasser aus 40 Metern Tiefe entnommen, energetisch genutzt und zurückgeführt – ein geschlossener, nachhaltiger Kreislauf. Der benötigte Strom stammt aus einem eigens geplanten Solarpark. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 22 Millionen Euro. Baubeginn ist für Winter 2025/Frühjahr 2026 vorgesehen. Über 250 Hauseigentümer haben bereits Verträge abgeschlossen. www.solarcomplex.de

BUSSNANG | 140 Wagen der neuesten Generation – die Zugmodelle des Thurgauer Herstellers von Schienenfahrzeugen, Stadler Rail, werden zukünftig die Berliner Flotte verjüngen. Die Erneuerung der Flotte ist ein wesentlicher Baustein der Strategie der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) „Stabilität vor Wachstum“. Ziel ist es, in den nächsten Jahren schrittweise wieder Zuverlässigkeitswerte von 99 Prozent zu erreichen. Es handelt sich um die größte Flottenerneuerung in der Geschichte der BVG. Aktuell bestellt sind insgesamt 484 Wagen der beiden Schwesterbaureihen JK (für Linien U1 bis U4) und J (für Linien U5 bis U9) und könnte sich bis auf 1500 erweitern. Der Rahmenvertrag mit dem Hersteller Stadler umfasst bis zu 1500 Neuwagen. Das Volumen beläuft sich auf bis zu drei Milliarden Euro. www.stadlerrail.ch

Foto: stadler.com

Neue Wagen für Berlin

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Foto: adobe.stock.com

Grünes Licht für Planungsphase 3+4 RADOLFZELL/FRIEDRICHSHAFEN | Ausbau und Elektrifi­ zierung der Bodenseegürtelbahn gehen in die nächste Runde: Der Bodenseekreis und der Landkreis Konstanz haben dem neuen Finanzierungsvorschlag des Landes zugestimmt, sodass die Detail- und Genehmigungsplanung starten kann. Baden-Württemberg übernimmt künftig die Hälfte aller nicht vom Bund getragenen Projektkosten sowie sämtliche Elektrifizierungskosten. Von den geschätzten 650 Mio. Euro zahlt der

Bund rund 435 Mio., das Land 135 Mio. und die Kommunen etwa 80 Mio. – deutlich weniger als ursprünglich vorgesehen. Der Anteil des Bodenseekreises liegt nun bei 48 Mio. Euro. Geplant sind u. a. modernisierte Bahnhöfe, Brücken, Tunnel, Elektrifizierung sowie ein zweites Gleis auf Teilstrecken. Ziel ist ein stabiler Fahrplan mit stündlichem Regionalexpress und halbstündlicher Regionalbahn. www.die-bodenseeguertelbahn.de

APPENZELL & BODENSEEKREIS | Bei den EuroSkills 2025 im dänischen Herning glänzten junge Talente vom Bodensee: Gleich zweimal gab es Gold für die Region. Landmaschinenmechaniker Andrin Dobler aus Appenzell siegte im Bereich Schwerfahrzeug-Technologie, während Zimmerer Maurus Dörig die Goldmedaille in seinem Fach errang. Er teilte sich den ersten Platz mit Linus Großhardt aus dem Bodenseekreis, der einen kompletten Pavillon mit Wänden, Schalungen und Dach errichten musste – präzise, hochwertig und termingerecht. Auch in den Teamwertungen überzeugten die Schweiz mit Platz eins und Deutschland mit Rang zwei. www.euroskills2025.com

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Foto: adobe.stock.com

Talent vom Bodensee

S18 bei Verkehrsministerium eingereicht BREGENZ | Die ASFINAG hat das Vorprojekt zur Bodensee-Schnellstraße (S18) beim Bundesministerium eingereicht. Die bevorzugte Variante beginnt am A14-Knoten Dornbirn-West, führt als Ostumfahrung von Lustenau und endet an der Staatsgrenze bei Höchst mit Anschluss an die Schweizer A1/A13. Die rund 8,5 km lange Strecke verläuft zu über 60 % in Tunneln, um sensible Natur- und Wohngebiete – insbesondere das Lustenauer Ried – zu schützen. Die Kosten liegen bei 1,5 bis 2 Mrd. Euro und sollen vom Bund, dem Land Vorarlberg und eventuell der EU getragen werden. Bis 2028 sind – nach Durchführung der Trassenverordnung und Umweltverträglichkeitsprüfung – die Genehmigungsverfahren und die Detailplanung vorgesehen, ein frühester Baubeginn wäre ab 2029 möglich. www.bmimi.gv.at


Seilbahnen rund um die Welt Ein- und Ausstieg verlangsamt. Im Osten von Kirgisistan wiederum entsteht das Ala-Too Resort, ein Leuchtturmprojekt für nachhaltigen Ganzjahrestourismus. Geplant sind über 200 km Skipisten und Wanderrouten. In Jyrgalan errichtet Doppelmayr zwei D-Line Kombibahnen, vier Kilometer lang, nutzbar im Sommer wie Winter. Die Fertigstellung ist bis Frühjahr 2026 geplant. www.doppelmayr.at

Foto: doppelmayer.com

WOLFURT | Italiens modernste und eindrucksvollste Seilbahn – neu errichtet am Col Rodella von Doppelmayr aus Vorarlberg. Um weit über 2000 Personen transportieren zu können, entschied man sich für eine Dreiseilumlaufbahn mit 22 Kabinen für je 30 Personen. Das 3S-System vereint die Vorteile einer Pendelbahn mit der hohen Förderleistung einer Umlaufbahn. In den Stationen werden die Fahrzeuge vom Zugseil abgekoppelt und für einen komfortablen

TOP 10-Wirtschaftsstandort RAVENSBURG | Eine Handelsblatt-Auswertung zu Firmensitzen in den 200 größten deutschen Städten zeigt: Ravensburg gehört zu den Top 10, gemessen an Mitarbeitern und Gewinnen. Der Bericht verdeutlicht, dass Deutschlands wirtschaftlicher Erfolg nicht nur in Metropolen liegt, sondern stark im Mittelstand BadenWürttembergs – und besonders in Ravensburg – verwurzelt ist. Die Region profitiert von einer hohen Zahl an „Hidden Champions“: spezialisierten, familiengeführten Weltmarktführern, die in ihren Nischen Spitzengewinne erzielen. Ravensburg steht symbolisch für die vitale Wirtschaft Oberschwabens. Die Ergebnisse zeigen, dass dies nicht nur für die Stadt, sondern für ganz Deutschland wirtschaftlich bedeutsam ist. www.ravensburg.de

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ZÜRICH | SWISS und die SBB erweitern ihr Air-Rail-Angebot: Seit Herbst 2025 sind auch u.a. St.Gallen und Konstanz über den Flughafen Zürich direkt ins internationale Streckennetz von SWISS eingebunden. Tickets für die neuen Verbindungen können über swiss.com oder im Reisebüro gebucht werden. Laut SWISS stärken die zusätzlichen Haltepunkte die Verbindungen zwischen wirtschaftlich und kulturell bedeutenden Regionen und dem internationalen Flugverkehr. Mit dem Ausbau setzt die Airline auf nahtlose Mobilität: Fluggäste können Bahn und Flug bequem kombinieren, erhalten alle Reisedokumente von SWISS und nutzen ihr Bahnticket flexibel einen Tag vor Abreise oder nach Ankunft. www.swiss.com/airrail

Foto: PostAuto

Neuer Anschluss an den Flugverkehr

Automatisiertes Fahren

Foto: Uni Konstanz

Foto: Adobe Stock_Gestur

OSTSCHWEIZ | PostAuto bringt mit „AmiGo“ die Mobilität der Zukunft in die Ostschweiz: Ab 2027 sollen dort automatisierte Fahrzeuge im öffentlichen Verkehr unterwegs sein, erste Testfahrten starten bereits im Dezember 2025. Unterstützt wird das Projekt von den Bundesämtern für Verkehr und Straße, den Kantonen St.Gallen, Appenzell Ausser- und Innerrhoden sowie Thurgau, dem TCS und weiteren Partnern. Für die Technik sorgt Apollo Go, die weltweit schon über tausend selbstfahrende Fahrzeuge betreiben. Mit diesem innovativen Angebot möchte PostAuto den Komfort und die Effizienz im ÖV erhöhen und neue Wege für den öffentlichen Verkehr erschließen. www.postauto.ch

Tor zur Universität KONSTANZ | Die Universität Konstanz startet ein ambitioniertes Bauvorhaben: Ein neues „Forum“ soll auf neun Etagen Räume für Forschung, Start-ups und Veranstaltungen bieten – ein Ort, an dem Wissenschaft, Lehre und Gesellschaft miteinander ins Gespräch kommen. Fertig sein soll das Gebäude voraussichtlich 2030 und es wird als „Tor zur Universität“ gelten. Die Kosten von rund 114 Millionen Euro

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tragen das Land Baden-Württemberg, die Hector Stiftung II und die Universität. Parallel wird ein modernes Heizsystem installiert, das Seewärme über Wärmepumpen nutzt. Für diese nachhaltige Technik investiert das Land etwa 25 Millionen Euro. So verbindet die Hochschule Innovation mit ökologischem Fortschritt. www.uni-konstanz.de


Digitaler Stadt-Zwilling FRIEDRICHSHAFEN | Friedrichshafen hat

Foto: Michael Häfner

ein digitales 3D-Stadtmodell erstellt, das die reale Stadt als virtuellen Zwilling abbildet und online einsehbar ist. Es unterstützt Simulationen, Studien und die Veranschaulichung von Bebauungsfragen. Gebäudeinformationen wie Höhe, Dachform, Adresse sowie Türen und Fenster werden realitätsnah dargestellt. Das browserbasierte Modell erlaubt Schrägansichten, Drehung und Messungen. Neubauten und Baugebiete lassen sich simulieren, Bürgerinnen und Bürger können Planungen nachvollziehen, Bauherren werden beraten, und die Verwaltung prüft Baugesuche leichter. Zusätzliche Tools ermöglichen Schatten- und Sichtbarkeitsanalysen, Flug- und Begehungssimulationen sowie künftige Funktionen wie Solar- oder Gründachkataster und Umweltmessungen. https://3d.friedrichshafen.de

Foto: EOS

Sentinel-1D im All

Expansion in den Bodenseeraum

IMMENSTAAD | Ein neuer europäischer Erdbeobachtungssatellit mit Technik vom Bodensee hat erfolgreich seinen Flug ins All angetreten. Sentinel-1D befindet sich rund 700 Kilometer über der Erde und soll künftig unseren Planeten aus dem Orbit überwachen. Gestartet wurde er vom Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana. Eine wichtige Schlüsselkomponente stammt vom Airbus-Standort Immenstaad am Bodensee: das Radarinstrument. Es erlaubt Aufnahmen bei Tag und Nacht sowie unter allen Wetterbedingungen und liefert Daten über Meereis, Gletscher, Schiffsverkehr oder Ölverschmutzungen. Sentinel-1D gehört zum europäischen Copernicus-Programm, das die Erde dauerhaft vermessen will – von Ozeanen und Landflächen bis hin zu Atmosphäre und Klimaveränderungen. Mit ihm sind nun zwölf solcher Satelliten im Einsatz; später soll er ein älteres Modell ablösen. www.esa.int

Foto: ESA–M. Pédoussau

BODENSEEKREIS | Der australische Rüstungskonzern Electro Optic Systems (EOS) plant eine starke Expansion nach Deutschland und möchte zwei neue Standorte aufbauen, unter anderem im Bodenseeraum. Geplant ist die Entwicklung und Produktion von Laserwaffen, Anti-Drohnen-Systemen und Technologien für den Weltraumkrieg. EOS bietet drei zentrale Produktlinien: ferngesteuerte Waffenstationen mit spezieller Munition zum Abschuss von Drohnen, Hochenergielaser der „Apollo“-Reihe, die bis zu 30 Drohnen pro Minute neutralisieren können, sowie Systeme, die Satelliten per Laser blenden oder künftig sogar deren Sensorik dauerhaft ausschalten sollen. Das Unternehmen behauptet, viele dieser Technologien bereits günstiger und leistungsfähiger bereitstellen zu können als europäische Entwicklungsprogramme. www. eos-aus.com

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Titelstory – die Geschichte zum Bild

Räume. Strukturen. Erlebnisse. FRIEDRICHSHAFEN | Seit vielen Jahren realisiert Michael Häfner Bildaufnahmen für die Deutsche Zeppelin Reederei. Im Zuge der aktuellen Wartungsarbeiten am Goodyear Zeppelin ergab sich eine besondere Gelegenheit: der Zugang zum Inneren der Zeppelin-Hülle, um exklusive Fotografien anzufertigen. Auch wenn es nicht der erste Aufenthalt in der Hülle war, bleibt der Blick auf Struktur, Dimensionen und Technik jedes Mal aufs Neue faszinierend. Mit einer Länge von 75 Metern entfaltet der Zeppelin auch im Inneren eine beeindruckende Monumentalität – ein Raum, der meisterhafte Ingenieurskunst sichtbar macht. Architekturfotografie mit Tiefgang Besonders die klaren Linien, Kanten und Symmetrien stehen dabei im Fokus der fotografischen Arbeit. Genau diese gestalterischen Elemente prägen auch die Architekturfotografie, die einen festen Bestandteil des Portfolios von Michael Häfner bildet. In enger Zusammenarbeit mit team360 werden darüber hinaus hochwertige 360°-Panoramafotografien umgesetzt, die immersive digitale Erlebnisse ermöglichen. Ein aktuelles Beispiel ist die Erweiterung des bestehenden 360°-Rundgangs des GrafZeppelin-Hauses in Friedrichshafen. Hier lassen sich Räume und Säle nahtlos und ohne Versatz in unterschiedlichen Ausstattungsvarianten erleben. Ein klarer Mehrwert – insbesondere für Eventlocations, Hotellerie und Gastronomie, aber ebenso für Unternehmen, Showrooms und Präsentationsflächen.

Ergänzt wird diese Leistung durch den Einsatz einer spezialisierten Vermessungsdrohne, mit der auch größere Areale effizient erfasst werden können – inklusive der Erstellung detaillierter Punktwolken. Mehr zum Thema unter www.team360.de

Starker Partner am Bodensee Die kontinuierliche Weiterentwicklung und Ergänzung des Portfolios ist fester Bestandteil der Arbeit von Michael Häfner. Besonders in der Bodenseeregion agiert er als verlässlicher Partner für Unternehmen, Städte und Gemeinden, was zahlreiche Referenzen eindrucksvoll unterstreichen.

Laserscanning mit Weitblick Als konsequente Erweiterung des Leistungsspektrums wird seit einiger Zeit zudem die hochpräzise Laservermessung angeboten. Mit leistungsstarken LiDAR-Scannern werden Innenräume exakt erfasst und in detaillierte 3D-Modelle überführt. Diese lassen sich direkt mit hochauflösenden 360°-Panoramen verknüpfen. Zusätzlich stehen die Scan-Daten zur Weiterverarbeitung zur Verfügung, etwa als e57-Punktwolken, OBJ- oder XYZ-Dateien. Dieses Angebot richtet sich insbesondere an den Hoch- und Tiefbau, Energieversorger, Stadtwerke sowie die Industrie. Durch präzise digitale Bestandsmodelle lassen sich Planungsprozesse deutlich beschleunigen und Kosten nachhaltig reduzieren.

www.michael-haefner.com www.luftbildservice-bodensee.com www.bodenseefotograf.com


Foto: Airbus

UNTERNEHMEN, INDUSTRIE & DIENSTLEISTUNGEN


IHK Bodensee-Oberschwaben

Landesweite Koordinierungsstelle Gesamtverteidigung WEINGARTEN | Unternehmen in Baden-Württemberg sehen sich heute mit komplexen Bedrohungen konfrontiert – von Cyberangriffen und hybriden Konflikten bis hin zu möglichen Lieferkettenstörungen. Gleichzeitig tragen sie eine zentrale Verantwortung für die Sicherheit, Resilienz und wirtschaftliche Stabilität im Land. Die landesweit tätige Koordinierungsstelle Gesamtverteidigung bei der IHK Bodensee-Oberschwaben unterstützt Unternehmen dabei, Risiken zu erkennen, Präventionsmaßnahmen umzusetzen und sich auf Krisenszenarien vorzubereiten. Die Rolle der Wirtschaft in der Gesamtverteidigung

Koordinierungsstelle und Beratungsangebote der IHK

Angesichts wachsender sicherheitspolitischer Bedrohungen betont die IHK Bodensee-Oberschwaben die zentrale Rolle der Wirtschaft für die Gesamtverteidigung. Unternehmen sind nicht nur potenzielle Ziele, sondern auch unverzichtbare Akteure zur Sicherung von Frieden, Freiheit und Wohlstand. Sie sehen sich vielfältigen Risiken ausgesetzt, darunter Spionage, Sabotage, Störungen globaler Lieferketten und hy­ bride Angriffe. Gleichzeitig übernehmen Unternehmen eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung sicherheitspolitischer Herausforderungen – etwa in verteidigungsrelevanten Branchen, im Bau und Betrieb wichtiger Infrastruktur, in der Logistik, Versorgung und Stärkung der gesamtgesellschaftlichen Resilienz.

Die landesweite Koordinierungsstelle Gesamtverteidigung wurde von allen IHKs in Baden-Württemberg eingerichtet, ihr Sitz befindet sich bei der IHK Bodensee-Oberschwaben. Sie bündelt Informationen, Kontakte und Handlungsempfehlungen zwischen Wirtschaft, Politik, Militär und Verwaltung und unterstützt Unternehmen im ganzen Bundesland dabei, Risiken frühzeitig zu erkennen, präventive Maßnahmen umzusetzen und sich auf Krisenszenarien vorzubereiten.

18 Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen

Sie begleitet Innovations- und Investitionsprojekte, erstellt Leitfäden für betriebliche Notfallpläne und informiert kontinuierlich durch Online-Leitfäden, Veranstaltungen und einen kostenfreien Newsletter. Damit werden praxisnahe Impulse zu Resilienz, Schutz von Infrastrukturen und neuen Anforderungen aus geopolitischen Entwicklungen geboten. Gleichzeitig vertreten die IHKs die Interessen der Wirtschaft und bringen diese in die verschiedenen Gesetzesinitiativen zum Thema Gesamtverteidigung ein.


Bedrohungen und präventive Maßnahmen Die zunehmende Komplexität hybrider oder kriegerischer Bedrohungen erfordert veränderte Präventions- und Vorbereitungskonzepte. Einflüsse wie Cyberangriffe, Spionage, Sabotage, Störungen von Lieferketten oder personelle Engpässe treten in solchen Szenarien nicht mehr nur isoliert auf, sondern in verschiedensten Kombinationen und möglicherweise auch gleichzeitig in einer Vielzahl von Unternehmen. Entscheidend sind daher präventive Maßnahmen von der IT-Sicherheit über die Energieversorgung bis hin zur Personalplanung. Auch Bereiche, die bisher als unkritisch galten, können plötzlich systemrelevant werden, weshalb unternehmensindividuelle Analysen und Schutzmaßnahmen unerlässlich sind.

Personelle, logistische und technische Herausforderungen Unternehmen sollten Ausfallrisiken beim Personal prüfen, interne Ressourcen erfassen und verschiedene Szenarien betrachten. Die Versorgung mit Kraft- und Betriebsstoffen, Stromversorgung und Kommunikation müssen im Ernstfall sichergestellt sein – Notstromsysteme, Photovoltaik und andere Lösungen zur Eigenversorgung, alternative Kommunikationsmittel bis hin zum Szenario analoger Meldeketten können hier unterstützen. Auch Lieferketten, Liquidität oder die Beauftragung von Sicherheitspersonal erfordern präventive Planung, um Handlungsfähigkeit in Krisen zu gewährleisten.

managementsysteme wie Business Continuity Management sichern im Ernstfall die Aufrechterhaltung kritischer Prozesse. Dabei sollten vorbereitbare Maßnahmen umgesetzt und Szenarien parallel entwickelt werden, um Resilienz und Handlungsfähigkeit in komplexen Bedrohungslagen zu erhöhen.

IT-Sicherheitscheck Für kleine und mittlere Unternehmen mit bis zu 100 Mitarbeitenden bietet die IHK einen kostenfreien IT-Sicherheitscheck direkt vor Ort an. Geschäftsführer erhalten Unterstützung bei der Analyse und Umsetzung wichtiger Präventionsmaßnahmen, praxisnahe Handlungsempfehlungen sowie Hinweise zu weiterführenden Unterstützungsangeboten.

IHK Bodensee-Oberschwaben Lindenstraße 2 D-88250 Weingarten Tel. +49 751 409-0 security@weingarten.ihk.de www.ihk.de/bodensee-oberschwaben

Chancen und Business Continuity Management Gleichzeitig eröffnen veränderte Rahmenbedingungen auch Chancen: Neue Märkte und Bedarfe entstehen, auf die Unternehmen durch innovative Produkte, Dienstleistungen und Geschäftsmodelle reagieren können. Notfall- und Krisen-

Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen 19


Foto: IHK/Photoart

„Wohlstand und Sicherheit – Hand in Hand für eine starke Region“ IM GESPRÄCH | Die geopolitische Lage spitzt sich zu, hybride Bedrohungen nehmen zu, und die Wirtschaft steht unter enormem Druck. Bodensee-Oberschwaben zeigt, wie Unternehmen Verantwortung für Sicherheit und Wohlstand übernehmen. Im Gespräch mit Sönke Voss, Hauptgeschäftsführer der IHK Bodensee-Oberschwaben, und Martin Buck, Präsident der IHK Bodensee-Oberschwaben. Herr Buck, Herr Voss, Europa steht aktuell vor gewaltigen sicherheitspolitischen Umbrüchen. Welche Bedeutung hat diese neue Lage für Deutschland, für Baden-Württemberg – und konkret für unsere Region Bodensee-Oberschwaben und ihre Unternehmen? Buck: Die Welt ist instabiler denn je. Der Krieg in der Ukraine, geopolitische Rivalitäten und hybride Bedrohungen zeigen uns, dass wir unsere Sicherheit nicht vom Zufall abhängig machen dürfen. Baden-Württemberg ist einer der zentralen Standorte der Sicherheits- und Verteidigungsindustrie in Deutschland und gleichzeitig eine der dynamischsten und innovativsten Regionen Europas. Bodensee-Oberschwaben ist hier ein Schlüsselakteur: Mit einem Anteil von rund 45 Prozent 20 Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen

des produzierenden Gewerbes an der regionalen Bruttowertschöpfung und einer Exportquote von bis zu 60 Prozent sind wir ein industrielles und innovationsgetriebenes Zentrum – zugleich einer der Hotspots der deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie. Wer hier wirtschaftlich stark ist, trägt automatisch zur Stabilität bei. Voss: Unsere Unternehmen sind nicht nur Innovationstreiber, sie sichern auch die Resilienz und Versorgung in Krisenzeiten. Die Fähigkeit, Produktion und Lieferketten stabil zu halten, ist ein entscheidender Beitrag zur Gesamtverteidigung. Gleichzeitig treiben viele Unternehmen gezielt Technologien voran, die sowohl für zivile als auch für Verteidigungsanwendungen


relevant sind – zum Beispiel in der Luft- und Raumfahrt, bei Dual-Use-Produkten, Künstlicher Intelligenz, Sensorik oder Satellitentechnologien. Es gilt ein Umfeld zu schaffen, das Produktion, Forschung und Sicherheitsinteressen miteinander verbindet.

„Unsere Unternehmen sind nicht nur Innovationstreiber, sie sichern auch die Resilienz und Versorgung in Krisenzeiten.“

Sönke Voss

Wie wirkt sich die globale Unsicherheit auf die Wirtschaft in Deutschland und speziell in unserer Region aus? Voss: Wir haben nun das dritte Jahr in Folge einen konjunkturellen Abschwung erlebt. Überzogene Bürokratie, hohe Energie- und Arbeitskosten, Lieferkettenprobleme und Fachkräfteengpässe belasten die Betriebe. Gleichzeitig eröffnen sich Chancen: Unternehmen, die flexibel, innovationsfreudig und krisenfest agieren, können neue Märkte erschließen – auch in der sicherheits- und verteidigungsnahen Industrie, die weit über Rüstung hinausgeht. Buck: Gerade wegen der globalen Unsicherheiten muss die Politik Planungssicherheit bieten: Wer plant, forscht und investiert, muss darauf zählen können, dass die Politik mitzieht. Planungssicherheit ist kein Luxus, sie ist vor allem in Zeiten des Wandels eine Überlebensstrategie für Unternehmen – und damit auch für unsere wirtschaftliche Sicherheit.

„Planungssicherheit ist kein Luxus, sie ist vor allem in Zeiten des Wandels eine Überlebensstrategie für Unternehmen – und damit auch für unsere wirtschaftliche Sicherheit.“

Martin Buck

Welche strategische Rolle übernimmt die „Koordinierungsstelle Gesamtverteidigung“ der IHK Bodensee-Oberschwaben? Buck: Die Koordinierungsstelle ist ein wichtiges Bindeglied zwischen Wirtschaft, Politik und Sicherheitsakteuren. Sie sorgt dafür, dass unsere Interessen gehört werden, und macht sichtbar, warum eine starke regionale Industrie auch nationale Sicherheit stärkt. Ohne diese Plattform würden viele Chancen ungenutzt bleiben. Voss: Die zentrale Koordinierungsstelle wurde von den IHKs in Baden-Württemberg eingerichtet, um der aktuellen Situation Rechnung zu tragen. Sie bündelt Ressourcen, Know-how, Netzwerke und erleichtert so die Kommunikation und Abstimmung in diesen Zeiten. Sie hilft außerdem durch Aufklärungsarbeit die Voraussetzungen zu schaffen, dass Unternehmen im Ernstfall handlungsfähig bleiben.

„Die zentrale Koordinierungs­stelle wurde von den IHKs in BadenWürttemberg eingerichtet, um der aktuellen Situation Rechnung zu tragen.“ Sönke Voss

Welche politischen Rahmenbedingungen braucht die Wirtschaft jetzt, um ihre Rolle in der Gesamtverteidigung optimal wahrnehmen zu können – und welche Chancen bringt das Infrastruktur-Zukunftsgesetz? Voss: In Bezug auf Sicherheit und Verteidigung setzt die Politik hohe Erwartungen an die Wirtschaft – und das völlig zu Recht. Baden-Württemberg verfügt über enormes Potenzial. Damit Unternehmen investieren, forschen und produzieren können, benötigen sie optimale Rahmenbedingungen. Dazu gehört Planungssicherheit auf EU- und Bundesebene als Grundlage für den Kapazitätsaufbau. Gleichzeitig müssen Genehmigungsverfahren beschleunigt werden, etwa durch Legalplanung oder das überragende öffentliche Interesse, um Infrastrukturprojekte zügiger umzusetzen. Darüber hinaus ist ein strukturiertes Vorgehen des Landes erforderlich, das die gesamtgesellschaftliche Resilienz aktiv stärkt. Nicht zuletzt braucht es ein breites gesellschaftliches Verständnis für die sicherheitspolitische Bedeutung der Verteidigungswirtschaft und weiterer verteidigungsrelevanter Branchen. Buck: Das geplante Infrastruktur-Zukunftsgesetz würde uns hier sehr entgegenkommen. Dadurch könnten Mittel aus dem Sondervermögen effizienter in Infrastruktur investiert werden. Das stärkt nicht nur die Wirtschaftskraft, sondern direkt unsere Verteidigungsfähigkeit. Wir brauchen kein Wunschdenken, wir brauchen schnelle, konkrete Entscheidungen und klare Prioritäten – sonst verpassen wir den Moment, die Industrie zukunftsfest zu machen.

„Wir brauchen kein Wunschdenken, wir brauchen schnelle, konkrete Entscheidungen und klare Prioritäten.“

Martin Buck

Trotz der aktuellen Herausforderungen: Welche Botschaft möchten Sie den Unternehmerinnen und Unternehmern in der Region mitgeben? Buck: Herausforderungen sind Chancen – für alle, die vorbereitet, vernetzt und partnerschaftlich handeln. Wer bereit ist, Strategien anzupassen und mutig Entscheidungen trifft, wird gestärkt daraus hervorgehen. Unsere Region kann Vorbild sein – für Innovationskraft, Resilienz und Sicherheit. Voss: Unternehmen, Politik und Gesellschaft müssen Hand in Hand arbeiten. Gemeinsam können wir eine resiliente, sichere und wirtschaftlich starke Zukunft gestalten.

Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen 21


Infrastruktur-Zukunftsgesetz – Beschleunigung für Sicherheit und Wirtschaft Das geplante Infrastruktur-Zukunftsgesetz (Stand: Dezember 2025) des Bundes zielt darauf ab, Planungs- und Genehmigungsverfahren bei Verkehrsinfrastrukturprojekten deutlich zu beschleunigen und zu vereinfachen. Hintergrund sind der Modernisierungsbedarf der deutschen Verkehrswege, lange Verfahren sowie sicherheitsund standortpolitische Herausforderungen, die eine leistungsfähige Infrastruktur dringender denn je machen. Was das Gesetz bringt: •

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Schnellere Verfahren: Durch Standardisierung, Digitalisierung und ein einheitliches Verfahrensrecht sollen Neu- und Ausbauten von Straßen, Schienen und Wasserstraßen schneller starten und schneller abgeschlossen werden. Digitale Einreichung, elektronische Bekanntmachung und vereinfachte Beteiligungsprozesse reduzieren Aufwand und Durchlaufzeiten. Klare Prioritäten: Strategisch wichtige Infrastruktur – besonders im transeuropäischen Verkehrsnetz (TEN-V) und für die Engpassbeseitigung – wird als von überragendem öffentlichen Interesse eingestuft. Das stärkt Projekte, die für Wirtschaftskraft, Versorgungssicherheit und Verteidigungs­fähigkeit unverzichtbar sind.

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Erleichterungen für die Schieneninfrastruktur: Viele Modernisierungs- und Elektrifizierungsmaßnahmen (z. B. Oberleitungen, ERTMS, barrierefreie Bahnsteige) benötigen künftig keine umfassenden Planfeststellungen mehr. Das beschleunigt die Modernisierung zentraler Mobilitätskorridore.

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Entlastung bei Umwelt- und Naturschutzprüfungen: Umweltverträglichkeitsprüfungen werden auf das europa­rechtlich notwendige Maß reduziert, kleinere Maßnahmen sind ausgenommen. Gleichzeitig werden naturschutzrechtliche Ausgleichsmechanismen flexibler gestaltet.

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Reduzierter Verwaltungsaufwand: Die Verwaltung profitiert von digitalen Prozessen und klareren Zuständigkeiten; Unternehmen und Bürgerinnen und Bürger müssen keinen zusätzlichen Aufwand leisten.

Warum das für Gesamtverteidigung und Baden-Württemberg relevant ist:

Für eine resiliente Volkswirtschaft sind funktionsfähige Transportwege unverzichtbar – sowohl im Alltag als auch im Krisenfall. Das Gesetz schafft Voraussetzungen, um Engpässe schneller zu beheben, Lieferketten robuster zu machen und kritische Infrastruktur zu stärken. BadenWürttemberg als Wirtschafts-, Technologie- und Verteidigungsstandort profitiert dabei in besonderem Maße.

Was uns bewegt: Der Mut, neu zu denken. Weil wir Herausforderungen mit Ideen begegnen.

Eine Standortkampagne der:

Anpassungsfähigkeit ist unsere Stärke, Wandel unsere Konstante. Menschen mit ihren Ideen und Innovationen prägen unsere Region – so verwandeln wir Herausforderungen in Chancen. Gestern, heute und morgen. > www.mehr-davon.ihk.de

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GARANTIERT GARANTIERT DAS DAS GEGENTEIL GEGENTEIL VON VON WEIT WEIT HERGEHOLT. HERGEHOLT.

regio-tv.de


Die Bodenseeregion als Rüstungsstandort – Überblick und Einordnung

Luftverteidigungssysteme IRIS-T SLM und IRIS-T SLS von Diehl Defence, Überlingen

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Roll-out der KNDS Systeme LEOPARD 2 A8 und PzH 2000 in München im November 2025.

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inter der landschaftlichen Idylle des Bodensees hat sich einer der bedeutendsten Rüstungs- und sicherheitstechnologischen Cluster Deutschlands etabliert. Hier entstehen hochkomplexe militärische Systeme, die international nachgefragt sind und eine wichtige Rolle in der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsarchitektur spielen. Die industrielle Bedeutung der Region ist nach außen hin kaum sichtbar, ihr sicherheitspolitisches Gewicht jedoch erheblich.

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Zentraler Akteur ist Diehl Defence in Überlingen. Das Unternehmen produziert unter anderem das moderne Luftverteidigungssystem IRIS-T SLM, das seit Ende 2024 auch an die Ukraine geliefert wird. Darüber hinaus fertigt Diehl Lenkflugkörper, Munition sowie weitere Verteidigungslösungen. In Immenstaad angesiedelt ist Airbus Defence and Space mit Schwerpunkten in der Satellitenkommunikation, in Aufklärungs-, Überwachungs- und Radarsystemen sowie in militärischen Luftfahrtprojekten. Hensoldt ergänzt den Standort mit hochspezialisierter Verteidigungselektronik, insbesondere im Sensor- und Radarsektor. In Friedrichshafen sitzt RollsRoyce Power Systems (vormals MTU), ein weltweit bedeutender Hersteller von Antriebssystemen, der unter anderem Motoren für Panzer, Fregatten und weitere militärische Fahrzeuge liefert, dessen Kerngeschäft jedoch weiterhin im zivilen Bereich liegt. Zum regionalen Rüstungsnetz gehört zudem der Rheinmetall-Standort in Stockach. Dort konzentriert sich das Unternehmen auf die Entwicklung und Fertigung hoch-

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spezialisierter Ausrüstung für Infanteriekräfte, insbesondere Laser- und Infrarot-Zielgeräte sowie weitere elektronische Systeme zur Ausstattung von Soldaten. Damit ergänzt Rheinmetall das Bodensee-Cluster um einen Schwerpunkt im Bereich moderner Soldatensysteme. Vom aktuellen Rüstungsboom profitiert auch der deutschfranzösische Rüstungskonzern KNDS, hervorgegangen aus der Fusion von Krauss-Maffei Wegmann und Nexter. Für die neue Generation des Leopard-2-Kampfpanzers liegen inzwischen hunderte Bestellungen vor. Auch Konstanz ist mit einem Standort in das internationale Produktions- und Entwicklungsnetzwerk des Konzerns eingebunden. Damit reicht das industrielle Rüstungsnetz am Bodensee über nationale Grenzen hinaus.


Anfänge bei Zeppelin, Maybach und Dornier Die heutige Konzentration von Wehrtechnik rund um den Bodensee ist historisch gewachsen. Bereits im späten 19. Jahrhundert prägten Unternehmen wie Zeppelin, Maybach und Dornier den Raum als Zentrum der Luftfahrt- und Militärtechnik. Dieses industrielle Erbe wirkte über beide Weltkriege hinaus und bildet die Grundlage für die heutige Struktur. Gegenwärtig sind es mehr als ein Dutzend Unternehmen, die militärische oder sicherheitsrelevante Produkte herstellen, ergänzt durch ein dichtes Netz mittelständischer Zulieferer.

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Geschäftsbereich „Future Combat Air System“ bei Airbus in Immenstaad

Dual-Use-Technologien Viele Unternehmen produzieren sogenannte Dual-Use-Technologien, die sowohl zivil als auch militärisch verwendet werden können. Dadurch fehlen seit Jahrzehnten belastbare Statistiken zur tatsächlichen Größe der Wehrgüterproduktion. Weder das Wirtschaftsministerium Baden-Württemberg noch das Statistische Landesamt verfügen über einen vollständigen Überblick. Auch die Geschäftsberichte der Unternehmen trennen zivile und militärische Umsätze oft nur unzureichend. So liegt der militärische Anteil bei Rolls-Royce Power Systems vergleichsweise niedrig, während andere Firmen stärker vom Verteidigungsgeschäft abhängig sind. Trotz dieser Intransparenz gilt als gesichert, dass ein erheblicher Anteil der Rüstungsarbeitsplätze in Baden-Württemberg auf die Bodenseeregion entfällt.

Regelungen in der Schweiz Strenge Neutralitäts- und Exportregelungen, insbesondere das Wiederausfuhrverbot, setzen die Schweizer Rüstungsindustrie unter Druck. Exportrückgänge und Produktionsverlagerungen ins Ausland sind die Folge – auch bei zahlreichen Dual-Use-Zulieferern. Gleichzeitig wird politisch kontrovers diskutiert, ob Lockerungen notwendig oder gerechtfertigt sind, zumal der Sektor stark von ausländischen Konzernen geprägt ist. Die Debatte berührt grundsätzliche Fragen zur Schweizer Neutralität in einer konfliktreicheren Welt. Insgesamt verkörpert die Bodenseeregion einen markanten Widerspruch: Während sie nach außen als Ort von Erholung und Natur wahrgenommen wird, entstehen hier Technologien, die maßgeblich über militärische Fähigkeiten und sicherheitspolitische Entscheidungen mitbestimmen. Der Bodensee ist damit ein historisch gewachsener, technologisch hochentwickelter und sicherheitspolitisch bedeutender Standort der europäischen Rüstungsindustrie.

„Ich bin überzeugt, dass wir uns jetzt entschlossen auf den Ernstfall vorbereiten müssen, dass wir jetzt aufrüsten müssen, dass wir jetzt verteidigungsfähig werden müssen, weil wir nur so den Frieden wahren können. Sich verteidigen können, um sich nicht verteidigen zu müssen, das ist für mich der Kern dessen, worum es geht.“ Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg 2011-2026. Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen 25

Foto: Dennids Williamson

Auf der Schweizer Seite des Sees nimmt Mowag mit Sitz in Kreuzlingen eine Sonderrolle ein. Das traditionsreiche Unternehmen ist seit 2003 Teil von General Dynamics European Land Systems und bekannt für geschützte Radfahrzeuge wie die Piranha- und Eagle-Modelle. Mit über 900 Mitarbeitenden ist Mowag nicht nur ein international relevanter Rüstungshersteller, sondern auch ein zentraler Wirtschaftsfaktor im Kanton Thurgau. Zudem will der Konzern ab 2027 auch am Standort Immenstaad den Radpanzer Piranha produzieren.


JOBS IN KONSTANZ Aktuelle Stellenangebote finden Sie unter knds-electronics.de/jobs oder richten Sie Ihre Bewerbung initiativ an jobskdme@knds.de.

KARRIERE BEI KNDS KONSTANZ HIGHTECH VOM BODENSEE

PRODUKTE & ENTWICKLUNG

Seit über 40 Jahren bietet das Konstanzer IT-Systemhaus Speziallösungen für das globale Sicherheits- und Verteidigungsumfeld sowie den sicherheitsrelevanten industriellen Bereich an.

Als IT-Systemhaus erbringt KNDS Deutschland Mission Electronics Leistungen in den Bereichen:

Als Komplettanbieter von komplexen und gehärteten IT-Systemen plant, entwickelt und realisiert KNDS Deutschland Mission Electronics zusammen mit ihren Kunden maßgeschneiderte Systeme für Information und Kommunikation in Hardware und Software. 2024 änderte ATM ComputerSysteme GmbH den Unternehmensnamen in KNDS Deutschland Mission Electronics GmbH. KNDS Deutschland Mission Electronics ist ein Tochterunternehmen der KNDS Deutschland GmbH & Co KG.

❯ Applikationsentwicklung ❯ Systementwicklung ❯ Taktische Kommunikationslösungen ❯ Computer- & Serversysteme ❯ Embedded Systems ❯ Panel-PCs ❯ Displaylösungen ❯ Netzwerk-Switche ❯ Stromversorgungslösungen ❯ Systeme mit Safety-Funktionen ❯ Kundenspezifische Entwicklungen ❯ Life Cycle Management ❯ Beratung & Projektmanagement

Von der Idee über die Entwicklung bis zur Integration suchen wir zur Verstärkung unserer Entwicklungsabteilungen motivierte Mitarbeiter (m/w/d) mit den Studienschwerpunkten Informatik Elektro-/Nachrichtentechnik Zusätzlich bietet KNDS Deutschland Mission Electronics neben dem Dualen Studium auch Praxissemester, Bachelor-/ Masterthesis und Ausbildungsplätze an.

KNDS Deutschland Mission Electronics GmbH Max-Stromeyer-Str. 116 · 78467 Konstanz · +49 75 31 80 83 · knds-electronics.de/jobs jobs-kdme@knds.de


Digital Pioniere Hightech am Bodensee – Lösungen mit Wirkung von KNDS KONSTANZ | In einer Welt, die sich stetig wandelt, schreibt jedes Unternehmen seine ganz eigene Geschichte – manche eher im Verborgenen, andere so bedeutsam, dass sie den Verlauf von Ereignissen mitprägen. Ein Beispiel hierfür ist die KNDS Deutschland Mission Electronics GmbH. Von ihrem Standort in Konstanz aus entwickelt sie spezialisierte Lösungen für extreme Umweltbedingungen.

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m Jahr 1980 erfolgt die Gründung als Tochterunternehmen von AEG-Telefunken. Kurz nach der Jahrtausendwende erwirbt die Krauss-Maffei Wegmann GmbH & Co.KG (die heutige KNDS Deutschland GmbH & Co. KG) aus München das Unternehmen und führt dieses als ATM ComputerSysteme GmbH fort. Nach dem 2015 erfolgten Zusammenschluss von KMW und der französischen Nexter zur KNDS wird 2024 aus ATM die KNDS Deutschland Mission Electronics GmbH.

Modernste Technologie für zielgerichtete Kommunikation Als langjähriger Partner der Bundeswehr steht KNDS für Technologiekompetenz mit historischer Bedeutung: Ihre Systeme bilden seit mehr als 40 Jahren das digitale Rückgrat der Fahrzeuge des Heeres. Das Unternehmen liefert als Komplettanbieter für mobile und stationäre Kommunikations- und IT-Lösungen gehärtete Systeme, Hardware und Software für Anwendungen in gepanzerten Fahrzeugen. Ziel von KNDS ist es, der Bundeswehr jederzeit ein fortschrittliches und auf dessen aktuelles Aufgabenprofil abgestimmtes Kommunikationssystem zu bieten.

KNDS Deutschland Mission Electronics GmbH Max-Stromeyer-Str. 116 D-78467 Konstanz Tel. +49 7531 808 3 mission-electronics@knds.de

Denn: Im modernen Einsatz entscheidet schnelle und sichere Kommunikation oft über Erfolg oder Misserfolg. Als zentrales Bindeglied sorgen die Lösungen der KNDS für reibungslose Kommunikation zwischen verschiedensten Funk- und Führungssystemen. Ob Breitband oder Schmalband – die Lösungen der KNDS ermöglichen die verlustfreie Übertragung und das Management von maßgeblichen Informationen und schaffen damit eine technische Überlegenheit, die entscheidend sein kann. Um im Gefechtsfeld handlungsfähig zu bleiben, müssen Informationen sofort verfügbar sein. KNDS entwickelt hierfür leistungsstarke, praxiserprobte Rechnersysteme, die genau diese Herausforderung meistern. Daten, von zum Beispiel Führungssystemen sowie Sensorinformationen, werden effektiv verarbeitet und ermöglichen ein optimiertes Lagebild, auf das sich Soldaten jederzeit verlassen können. KNDS Deutschland Mission Electronics trägt entscheidend zur funktionierenden Kommunikation in Krisensituationen bei – und formt von Konstanz aus die digitale Zukunft aktiv mit. www.knds-electronics.de


ROLLS-ROYCE

Foto: stock.adobe.com

Klimafreundliche Antriebslösungen – Methanol-Schiffmotoren FRIEDRICHSHAFEN | Rolls-Royce hat im Oktober 2025 in Friedrichshafen den weltweit ersten schnelllaufenden Schiffsmotor vorgestellt, der vollständig mit Methanol betrieben wird. Der erfolgreiche Test markiert einen bedeutenden Fortschritt im Forschungsprojekt meOHmare, das gemeinsam mit Woodward L’Orange und WTZ Roßlau durchgeführt und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert wird. Ziel des Projekts ist es, bis Ende 2025 ein umfassendes Konzept für einen CO₂-neutralen Schiffsmotor auf Basis von grünem Methanol zu entwickeln.

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Rolls-Royce ein Dual-Fuel-Konzept, das sowohl Methanol als auch Diesel nutzt – eine Übergangslösung, bis grünes Methanol flächendeckend verfügbar ist.

da es – anders als Diesel – nicht selbstzündend ist und daher eine komplett neue Einspritztechnik erfordert. Der Test gilt als wichtiges Signal für die maritime Industrie: Die Methanoltechnologie hat einen entscheidenden Entwicklungsschritt erreicht. Parallel entwickelt

Grünes Methanol gilt als besonders vielversprechender alternativer Schiffskraftstoff. Wird es mithilfe von erneuerbarer Energie im Power-to-X-Verfahren erzeugt, kann der Betrieb nahezu CO₂-neutral erfolgen. Zudem ist Methanol leicht lagerbar, biologisch abbaubar und verursacht im Vergleich zu fossilen Treibstoffen deutlich weniger Schadstoffe.

Foto: Rolls-Royce Power Systems AG

it diesem Schritt verfolgt Rolls-Royce seine Strategie, die CO₂-Emissionen seiner Antriebssysteme zu senken und das Marinegeschäft im Rahmen eines langfristigen Transformationsprogramms auszubauen. Methanol stellt dabei eine besondere technische Herausforderung dar,

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Rolls-Royce Power Systems AG Maybachplatz 1 D-88045 Friedrichshafen info@ps.rolls-royce.com Tel. +49 7541 9091 www.mtu-solutions.com


AIRBUS/ESA

Ultrapräzises Zeitsystem FRIEDRICHSHAFEN/IMMENSTAAD | Am Ostermontag 2025 startete vom Kennedy Space Center eine SpaceX-Kapsel mit dem europäischen Messinstrument ACES (Atomic Clock Ensemble in Space) zur ISS. ACES vereint zwei hochpräzise Atomuhren: PHARAO, eine exakte Cäsiumuhr, und SHM, einen stabilen Wasserstoff-Maser. Gemeinsam erzeugen sie ein kontinuierliches, extrem genaues Zeitsignal.

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ie Europäische Weltraumagentur ESA verfolgt damit zwei Ziele: Zum einen will sie Einsteins Relativitätstheorie überprüfen, die besagt, dass Zeit je nach Schwerkraft unterschiedlich schnell vergeht. Uhren ticken auf Bergen schneller als auf Meereshöhe – nun soll untersucht werden, ob Zeit im All tatsächlich schneller verstreicht als auf der Erde. Dafür werden die Signale von ACES mit Daten von neun Bodenstationen weltweit verglichen. Zum anderen soll das Projekt die globale Zeitmessung verbessern, indem es Uhren rund um den Globus vernetzt. Ein einheitliches, ultrapräzises Zeitsystem wäre für Satellitennavigation oder den Hochfrequenzhandel von großer Bedeutung. Die Entwicklung von ACES begann bereits in den 1990er Jahren und war mit zahlreichen technischen Hürden verbunden. Besonders herausfordernd war es, beide Uhrentypen in einem kompakten Gehäuse von einem Kubikmeter unterzubringen – ein Miniaturisierungserfolg, da frühere Modelle ganze Räume füllten. 2024/2025 wurde das Instrument im Airbus-Werk Immenstaad gebaut und getestet. Nach fast drei Jahrzehnten Arbeit markiert ACES einen Meilenstein für Physik und Technik. www.esa.int

Fotos: Airbus

Die letzten Schritte zum Erfolg: Fertigstellung des ACES-Instrumenten­ panels des Atomic Clock Ensemble in Space bei Airbus Friedrichshafen in Immenstaad.

Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen 29


ONEST.

IM GESPRÄCH | Fabian Schmidt absolvierte seinen Master in Entrepreneur­ ship am Bostoner Babson College, Robin Cremer ist Sport­student an der Uni Konstanz. Zusammen gründeten sie „onest.“ Wir sprachen mit ihnen über Ehrlichkeit, Qualität und das Gründen. Herr Schmidt, Herr Cremer, was steckt hinter Ihrem Produkt „onest.“? Wie kam es zur Gründungsidee? Schmidt: Für mich ist „onest.“ nicht einfach nur ein Unternehmen oder Getränk, es ist eine Bewegung, die wir starten. Ich mag keinen Kaffee, trinke aber seit Jahren täglich Energydrinks. Irgendwann wollte ich nicht mehr diesen „Gummibärchen-Geschmack“ haben. Da habe ich mir gedacht: Warum gibt es Koffeingetränke nicht in lecker und gesund – mit Inhaltsstoffen, die ich verstehe? Cremer: Als ich von seiner Idee hörte, solch ein Getränk selbst zu machen, wusste ich: Das muss ich mit umsetzen. Mit einem guten Getränk kann ich das Leben meiner Mitmenschen jeden Tag einen Schritt besser machen und gleichzeitig als Vorbild vorangehen. Sie sind beide noch im Studium bzw. im Job – wie kriegt ihr das alles unter einen Hut? Cremer: Gründen geht nicht „nebenbei“. Disziplin und Flexibilität sind entscheidend – unsere klare Vision hilft uns, Prioritäten zu setzen. Für mich ist das eine Lebensschule, eine Mission – das macht vieles leichter. Inzwischen sind wir ein eingespieltes Team – wir bauen alles zu zweit auf, unterstützt von unseren Angels und Supportern. Wir wissen, warum wir das tun: Unsere Ehrlichkeit soll der Startpunkt für positive Veränderung im Leben unserer Kunden sein. 30 Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen

„Wir stehen für Ehrlichkeit“ Wie weit sind Sie mit dem Produkt? Schmidt: Die Rezeptur steht, die GmbH ist gegründet, und unser Markenname wird gerade gesichert. Die erste Kleinstserie ist in Produktion. Gemeinsam mit einem Hamburger Designstudio finalisieren wir aktuell die Flaschendesigns. Unsere erste Finanzierungsrunde mit privaten Investoren ist abgeschlossen – wir konnten einen sechsstelligen Betrag einsammeln. Der Launch ist für Q1 2026 geplant; danach wollen wir für die nächste Wachstumsphase weiteres Kapital aufnehmen. Erste B2B-Partner und Kontakte in den Einzelhandel gibt es bereits. Gibt es nicht schon genug Energydrinks? Schmidt: Andere Hersteller setzen auf künstliche Zusätze, viel Zucker oder Süßstoffe – mit kurzem Energieschub und Koffeincrash. Das ist weder gesund noch nachhaltig. Oft wird mit „Zero Sugar“-Varianten und Vitaminen Health-Washing betrieben, um ein gutes Gefühl zu vermitteln. Wir finden: Jeder sollte Zugang zu einer gesunden, natürlichen Koffeinquelle haben, die auch gut schmeckt. Wir sind der Überzeugung, dass es in diesem Markt keine ehrlichen Brands gibt. Wir stehen für diese Ehrlichkeit – mit nur fünf natürlichen Zutaten, ohne alles, was dem Körper schadet. Echter Fruchtsaft statt Konzentrat, echtes Koffein statt synthetischem. Deshalb sind wir kein Energy-Drink, sondern ein ehrliches Koffeingetränk. Viele junge Start-ups setzen stark auf Social Media. Was ist Ihr Ansatz? Cremer: Auch beim Marketing setzen wir auf ehrliche Kommunikation. Wir wollen zeigen, wie Gründen wirklich ist – und Menschen mitnehmen auf unserem Weg. Social Media ist bei uns zentral, soll aber nicht nur

als Werbekanal dienen, sondern als Teil der Marke. Unser Ziel: bis zu 1.000 Content Pieces pro Monat über alle relevanten Plattformen. Wir wollen so präsent sein, dass man online gar nicht mehr an uns vorbeikommt. Dabei setzen wir auf aktuelle Trends, KI-gestützte Tools und datenbasierte Strategien, um punktgenau bei unserer Zielgruppe zu landen. Jeder Post soll unterhalten, inspirieren, informieren – und langfristige Markenbindung schaffen. Was ist Ihre Vision für „onest.“? Schmidt: Unsere Mission ist es, Ehrlichkeit als Startpunkt positiver Veränderung über die Grenzen Deutschlands hinaus in die Welt zu tragen. Und wir wollen ein Vorbild sein: für eine Generation, die wieder mehr auf Qualität und Verantwortung setzt. Wir wollen etwas Sinnvolles erschaffen. „onest.“ wird nicht nur im Regal stehen, sondern in den Köpfen der Menschen als Symbol für Ehrlichkeit in dieser Industrie verankert sein. Was geben Sie anderen jungen Gründer:innen mit auf den Weg? Cremer: Lass dich nicht von deiner Perfektion aufhalten – warte nicht, bis alles perfekt oder 100 % sicher ist. Der beste Zeitpunkt zu starten ist jetzt. Dann kannst du dich darauf konzentrieren, jeden Tag einen Schritt besser zu werden. Schmidt: Gründen ist kein Instagram-Highlight-Video – es bedeutet harte Arbeit, Rückschläge zu meistern und ständig neue Herausforderungen. Wenn man mit jemandem zusammen gründet, mit dem man sich gut ergänzt, macht das einiges einfacher und auch mehr Spaß. Kontakt fabian@trink-das.de


Zukunft schenken – über das eigene Leben hinaus. Mit einer Spende oder Nachlassspende an das Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf in Stockach-Wahlwies geben Sie Kindern in sozialer Not ein sicheres Zuhause. Geldspende – allgemein oder für ein Projekt.

Das Kinderdorf Das Pestalozzi Kinder- und Jugenddorf in Wahlwies am Bodensee ist das erste und älteste Kinderdorf Deutschlands und bietet seit 1947 ein sicheres Zuhause für Kinder und Jugendliche in sozialer Not. Aktuell leben hier rund 150 Kinder und Jugendliche, die meist in ihren Herkunftsfamilien psychische, physische oder sexualisierte Gewalt erlebt haben.

Trauerspende – Im Gedenken Spenden sammeln.

Erbschaft –

Gerne laden wir Sie ein, unser Kinderdorf zu besuchen und sich vor Ort ein Bild davon zu machen, wie Ihre Hilfe Leben verändert. Ihr Engagement bleibt – und wirkt weiter.

Hinterlassen Sie eine bessere Zukunft.

Informieren Sie sich unter www.pestalozzi-kinderdorf.de/projekte

07771 8003 122 www.pestalozzi-kinderdorf.de

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seit 1947

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Spendenkonto SozialBank AG IBAN DE09 3702 0500 0007 7330 04 BIC BFSWDE33XXX

Wir begleiten Sie persönlich & transparent. Sprechen Sie uns an: j.preisig@pestalozzi-kinderdorf.de


ZF Friedrichshafen

Steer-by-Wire als Schlüsseltechnologie FRIEDRICHSHAFEN | ZF Friedrichshafen setzt auf Steer-by-Wire, bei dem Lenksignale rein elektrisch übertragen werden. Mechanische Verbindungen entfallen, wodurch die Lenk­übersetzung variabel per Software gesteuert wird. Das ermöglicht mehr Präzision, Agilität und Komfort. Eine Torque-FeedbackEinheit sorgt für ein natürliches Lenkgefühl.

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softwaregesteuert und erlaubt neue Lenkradformen, bei denen kein Umgreifen mehr nötig ist. Dank Steer-by-Wire wurde auch das EasyTurn-Achskonzept verbessert: Die Vorderräder können bis zu 80 Grad einschlagen, wodurch der Wendekreis eines Pkw deutlich schrumpft. Damit werden enge Stadtmanöver oder Lieferfahrten wesentlich einfacher. In Verbindung mit einer Hinterachslenkung erreichen auch große Fahrzeuge überraschende Wendigkeit. ZF gilt als Pionier der Steer-by-WireTechnologie: Das Elektro-Flaggschiff ET9 von NIO ist das erste Serienfahrzeug in China mit echtem Steer-by-Wire. Ab 2026 folgt Mercedes-Benz in Europa – der erste europäische Hersteller mit dieser Technik. Damit positioniert sich ZF als führender Partner für die softwaredefinierte, vernetzte Mobilität der Zukunft.

Wire erlaubt so auch komplexe Manöver wie automatisiertes Notausweichen. Fahrcharakteristik und Markenidentität lassen sich rein softwarebasiert anpassen.

Twin Worm- und EasyTurnKonzepte Mit dem Twin Worm-System bietet ZF eine besonders kompakte, redundante Lösung, die höchste Sicherheit (ASIL-D) erfüllt. Das System eliminiert mechanisches Spiel

Fotos: ZF

ahrer profitieren von Sicherheit, Stabilität und Komfort, während Hersteller flexible Cockpit-Designs realisieren können. Da keine Lenkzwischenwelle nötig ist, sinkt die Geräuschübertragung, die passive Sicherheit steigt und der Innenraum gewinnt Platz. Außerdem lassen sich Entwicklungszeiten verkürzen und Modelle effizienter skalieren. Steer-by-Wire ist die Basis für Fahrerassistenz und automatisierte Fahrfunktionen bis Level 4 und darüber hinaus. Steer-by-

32 Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen

ZF Friedrichshafen AG Hauptverwaltung / ZF Forum Löwentaler Straße 20 D-88046 Friedrichshafen Tel. +49 7541 77-0 postoffice@zf.com www.zf.com


Von Mengen in die ganze Welt Innovationsführer, Ideengeber und Benchmark. Das ist SCHUNK für Spanntechnik, Greiftechnik und Automatisierungstechnik. Wir sind nicht nur Komponentenhersteller. Wir sind verlässlicher Premiumpartner im Realisieren von automatisierten und digitalen Fertigungsbausteinen. Automatisierung benötigt hochkarätige Spannelemente Auch unser Werk in Mengen setzt Maßstäbe. Das Kompetenzzentrum für Drehfutter und Stationäre Spannsysteme ist Partner für höchste Prozesssicherheit in der automatisierten Bearbeitung. Mit überlegenen Komponenten wecken wir ungeahnte Reserven. Mit geballter Innovationskraft stehen wir an Ihrer Seite. Erfahren Sie mehr unter schunk.com/wow

Hand in hand for tomorrow


AGESI

Experte für ganzheitlichen Arbeits- und Gesundheitsschutz und Sicherheit ERISKIRCH | Die Konzentration auf das Kerngeschäft ist für Unternehmen essenziell. Hier setzt die Firma AGESI der Inhaber Sandra und Reinhold Lischewski an: Als zuverlässiger externer Partner unterstützt AGESI seit 15 Jahren im süd­deutschen Raum umfassend in allen Belangen des Arbeits- und Gesundheits­schutzes. Das Leistungsangebot umfasst zielgerichtete Prävention, rechtssichere Dokumentation und praxisnahe Sicherheitslösungen. AGESI hat sich als langjähriger Partner im süddeutschen Raum etabliert – von Freiburg bis München und Stuttgart bis Konstanz. Das betreute Spektrum ist breit und branchenübergreifend. Es reicht vom Gesundheitswesen und der Verwaltung über Logistik, die Holz- und Metallverarbeitung und den Einzelhandel bis hin zu Druckereien und Kommunen.

gewährleistet und gleichzeitig eine rechtliche Absicherung für Unternehmen geschaffen. Darüber hinaus umfasst das AGESI Consulting-Angebot sämtliche Dienstleistungen für einen rechtskonformen und sicheren Betrieb, inklusive Beratung, Prüfung und nachhaltiger Sicherheitskonzepte.

Als externe Fachkraft für Arbeitssicherheit sorgt AGESI für die gesetzeskonforme Umsetzung aller Anforderungen des Arbeitssicherheitsgesetzes (ASiG) und der DGUV Vorschrift 2. In enger Abstimmung mit den Kunden werden Gefährdungsbeurteilungen erstellt. Diese identifizieren potenzielle Risiken und legen deren Minimierung fest. Ergänzt wird dies durch detaillierte Betriebsanweisungen, die klare Handlungsabläufe und den sicheren Umgang z.B. mit Gefahrstoffen sicherstellen.

Zusätzliche Dienstleistungen:

Der Service von AGESI geht über die Grundberatung hinaus:

AGESI Mozartstr. 25 D-88097 Eriskirch Tel. 017621369804 kontakt@agesi.de www.agesi.de

Regelmäßige UVV-Prüfungen gemäß Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV) und DGUV V3 stellen sicher, dass Arbeits- und Betriebsmittel fachgerecht kontrolliert und dokumentiert werden. Damit wird der Schutz der Beschäftigten

Sandra Lischewski 34 Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen

Reinhold Lischewski

Zum Service gehört die jährliche Überprüfung von Spielplätzen (gemäß DIN EN 1176), eine wichtige Leistung zur rechtlichen Absicherung von Betreibern wie z.B. Kommunen.


Mehr als News

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GreenPlaces

Innovative Gewerbeparks für lokale Unternehmen und Startups GOTTMADINGEN / STOCKACH | In der Bodenseeregion entstehen nachhaltige, modulare Gewerbeeinheiten für Handwerks-, Dienstleistungs- und Produktions­ unternehmen. Welche Vorteile sie der lokalen Wirtschaft und Startups bieten.

an Startups. Bei Bedarf lassen sich die Einheiten, die alle über ein großes Sektionaltor sowie einen separaten Personaleingang verfügen, miteinander verbinden, sodass erfolgreiche Betriebe, die im Laufe der Zeit einen wachsenden Flächenbedarf haben, benachbarte Module dazunehmen können – sofern diese verfügbar sind. Zu jedem Modul gehören zwei Pkw-Außenstellplätze. „Bei der Standortwahl ist uns neben der Wirtschaftskraft und dem Branchenmix die Verkehrsanbindung wichtig, damit die Unternehmer ihre Kunden gut erreichen können“, erläutert Markus Eberhard. Er ist Geschäftsführer der GreenPlaces Deutschland Asset Management GmbH: „In Stockach zum Beispiel befinden sich die Ende 2024 fertiggestellten 44 Gewerbemodule am Franz-Ziwey-Ring in unmittelbarer Nähe zur Autobahn 98 und zur Bundesstraße 313. Die Nutzer erreichen mit ihrem Pkw Konstanz in 30 Minuten und Zürich innerhalb einer Stunde.“

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ie Bodenseeregion zählt zu den wirtschaftlich stärksten Regionen Deutschlands. Weil es nicht das eine große gewerbliche Cluster beziehungsweise ein prägendes Großunternehmen gibt, sondern die Wirtschaft vielmehr mittelständisch geprägt ist, ist dies vielen nicht bewusst. Zu den taktangebenden Branchen zählen unter anderem Maschinenbau, Elektro, Pharma, Logistik und Feinmechanik. Prägend sind zudem die grenzüberschreitenden Wirtschaftsbeziehungen, allen voran zwischen Süddeutschland und der Nordschweiz, sowie eine agile Gründerszene. Häufig entstehen die Startups als Ausgründung einer der 32 Universitäts- und Hochschulstandorte rund um den Bodensee. Für Unternehmen, die flexible und bei Bedarf erweiterbare Flächen suchen, bietet GreenPlaces in der Region passende Gewerbeeinheiten in ihren Gewerbeparks in Gottmadingen und Stockach; weitere Standorte sind geplant. Die insgesamt 86 modular gebauten Einheiten verfügen jeweils über circa 171 Quadratmeter Fläche, verteilt auf drei Etagen. Sie können als Lager- oder Produktionsflächen, als Werkstatt oder Büro genutzt werden und richten sich gleichermaßen an expandierende lokale Betriebe wie

36 Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen

Nachhaltige Gewerbeflächen in massiver Holzbauweise GreenPlaces errichtet die Flächen in massiver Holzbauweise. Auf den Dächern werden Photovoltaik-Anlagen installiert, die für günstigen Strom sorgen. Beheizt und gekühlt werden sie mit einer Wärmepumpe.


Fotos: GreenPlaces

„Mit unseren grünen Gewerbeparks wollen wir der lokalen Wirtschaft passende und nachhaltige Räumlichkeiten bieten und damit Wachstumsimpulse unterstützen.“ Markus Eberhard, Geschäftsführer der GreenPlaces Deutschland Asset Management GmbH

Dabei versuchen die Experten, den Grad der Vorfertigung der Bauelemente permanent zu erhöhen. Auf diese Weise liegen zwischen Planungsbeginn und Einzug der Nutzer in der Regel 18 Monate. „Ein weiterer Vorteil dieser effizienten Bauweise ist, dass der Zeitplan nicht aus dem Ruder gerät, weil ein Großteil der Bauteile wetterunabhängig in Fertigungshallen seriell und modular vorproduziert und auf der Baustelle innerhalb weniger Wochen zusammengebaut wird“, ergänzt Eberhard. GreenPlaces wurde 2017 in Lausanne gegründet und hat seitdem in der Schweiz zehn Standorte errichtet. Die Expertise, die das Unternehmen seit dieser Zeit beim Bau der modularen Gewerbehöfe sammelte, fließt seit 2023 in die Entwicklung von Gewerbeflächen in Deutschland ein. Hierzulande wurden bislang sechs Gewerbeparks eröffnet. Darüber hinaus befinden sich sechs in der Planungs- beziehungsweise Bauphase (Stand: Ende 2025).

Bis 2030 will die Projektentwicklungs- und Asset-Management-Gesellschaft die Zahl ihrer Standorte auf ungefähr 80 erhöhen; der überwiegende Teil davon soll in Deutschland entstehen. Bei der Expansion hat GreenPlaces zunächst die wirtschaftlich starken Regionen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz, Bayern und Hessen im Fokus. Peu à peu sollen weitere Bundesländer dazukommen. „Mit unseren grünen Gewerbeparks wollen wir der lokalen Wirtschaft passende und nachhaltige Räumlichkeiten bieten und damit Wachstumsimpulse unterstützen“, so Eberhard abschließend.

Kontakt

GreenPlaces Deutschland Asset Management GmbH Tel. +49 72190980900 info@greenplaces.de, www.greenplaces.de

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Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen 37


Foto: Achim Mende

IHK Hochrhein-Bodensee

Gemeinsam stark am Hochrhein-Bodensee Wie die deutsch-schweizerische Grenzregion von enger Zusammenarbeit profitiert KONSTANZ | Die Region Hochrhein-Bodensee steht exemplarisch für gelebte Nachbarschaft und wirtschaftliche Partnerschaft über Grenzen hinweg. Zwischen Konstanz und Kreuzlingen, Waldshut und Aargau oder Lörrach und Basel zeigt sich, wie eng verflochtene Wirtschaftsstrukturen über nationale Grenzen hinweg funktionieren – und welchen Mehrwert stabile Rahmenbedingungen für beide Seiten schaffen.

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napp 3,9 Millionen Menschen leben im deutschschweizerischen Grenzraum, der auf deutscher Seite die Landkreise Konstanz, Lörrach und Waldshut und auf schweizerischer Seite die Kantone Basel-Stadt, Basel-Landschaft, Aargau, Schaffhausen, Zürich und Thurgau umfasst. Er ist ein Wirtschaftsraum, in dem Handel, Arbeitsmarkt, Forschung und Tourismus eng miteinander verknüpft sind.

Wirtschaftliche Kraft mit gegenseitigem Nutzen Mit einem gemeinsamen Bruttoinlandsprodukt von rund 436 Milliarden Euro (Jahr 2022) zählt der Grenzraum zu den leistungsstärksten Regionen in Europa. Dabei entfallen etwa 80% der Wirtschaftsleistung auf die Schweiz, deren Produktivität


ZAHLEN DATEN FAKTEN stammen aus dem Grenzraummonitor und Einkommen deutlich über dem deutschen Durchschnitt liegen. Diese Asymmetrie ist jedoch keine Schwäche, sondern Motor der Zusammenarbeit: Während die Schweiz von der räumlichen Nähe qualifizierter Arbeitskräfte, günstiger Produktionsbedingungen und vielfältiger Kooperationspartner profitiert, gewinnen die deutschen Grenzlandkreise durch Schweizer Investitionen, Arbeitsplätze und Kaufkraft.

Handel, Arbeitsmarkt und Tourismus – drei Säulen des Erfolgs Die Handelsbeziehungen zwischen beiden Ländern sind intensiv: Deutschland exportierte 2024 Waren im Wert von 68 Milliarden Euro in die Schweiz, während Importe im Umfang von 53,9 Milliarden Euro erfolgten. Besonders Baden-Württemberg pflegt mit 20,2 Milliarden Euro Exportvolumen und 18,7 Milliarden Euro Importvolumen eine enge wirtschaftliche Partnerschaft. Chemie, Pharma, Maschinenbau und Automobilindustrie bilden die wichtigsten Branchen dieser Zusammenarbeit. Auch der Arbeitsmarkt zeigt, wie eng die Region verflochten ist: Über 50.000 Menschen pendeln regelmäßig über die Grenze (Q3 2025), um in der Nordschweiz zu arbeiten. Allein im Landkreis Lörrach machen Grenzgänger rund 21 Prozent der Erwerbstätigen aus. Durch sie flossen im Jahr 2022 rund fünf Milliarden Euro an Einkommen in die deutschen Landkreise, was die regionale Kaufkraft erheblich stärkt. Tourismus und Einkauf bleiben weitere wichtige Bindeglieder. Schweizer Gäste sorgten 2023 für über 1,3 Millionen Übernachtungen in Baden-Württemberg – fast ein Viertel aller ausländischen Gäste. Hinzu kommt der Einkaufstourismus: Aufgrund der deutlichen Preisunterschiede zwischen beiden Ländern flossen rund 8,4 Milliarden Franken in den deutschen Einzelhandel.

Wissen, Innovation und nachhaltige Perspektiven Neben Waren und Dienstleistungen wird auch Wissen über Grenzen hinweg geteilt. Hochschulen und Forschungsinstitute beiderseits des Rheins arbeiten eng zusammen – etwa im Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee mit knapp 30 Hochschulen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich und Liechtenstein. Der Austausch von Knowhow und Innovationskraft stärkt die Wettbewerbsfähigkeit der Region: Während Zürich europaweit zu den führenden Innovationsregionen zählt, positioniert sich die Region Hochrhein-Bodensee auf Rang 38 von 240 untersuchten Regionen im EU-Vergleich.

Bilaterale Verträge als Fundament All diese Erfolge beruhen auf stabilen politischen Rahmenbedingungen – insbesondere den bilateralen Verträgen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union. Sie sichern den freien Waren-, Personen- und Dienstleistungsverkehr und schaffen Rechtssicherheit für Unternehmen.

Der Grenzraummonitor Deutschland-Schweiz ist ein interaktives Online-Tool, das die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen der Nordschweiz und der Region Hochrhein-Bodensee darstellt. Er bietet Dashboards zu Themen wie Bevölkerung, Wertschöpfung, Beschäftigung, Grenzgänger, Auslandseinkäufe und Tourismus und basiert auf amtlichen Statistikdaten. Entwickelt von der Universität St.Gallen und der IHK Hochrhein-Bodensee, ermöglicht er den Vergleich von Indikatoren über verschiedene Zeiträume und räumliche Ebenen. Weitere Informationen unter www.ihk.de/konstanz/ grenzraum

Doch die geopolitische Lage und internationale Handelskonflikte zeigen, wie fragil diese Balance sein kann. Die jüngsten Zölle der USA gegenüber der Schweiz verdeutlichen, dass offene Märkte keine Selbstverständlichkeit sind. Umso wichtiger ist es, die Beziehungen zwischen der Schweiz und der EU – und damit auch zur Grenzregion Hochrhein-Bodensee – weiter zu festigen. Mit den laufenden Gesprächen über das neue Paket „Bilaterale III“ kehrt Hoffnung auf stabile und zukunftsfähige Rahmenbedingungen zurück. Industrie- und Handelskammern beiderseits der Grenze sprechen sich klar für eine Vertiefung der Kooperation aus.

Zukunft durch Zusammenarbeit Die deutsch-schweizerische Grenzregion lebt von Offenheit, Vertrauen und wirtschaftlicher Dynamik. Beide Seiten profitieren: Die Schweiz von den engen Verbindungen in den europäischen Binnenmarkt, Deutschland von Investitionen, Innovation und Konsum. Um diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben, braucht es stabile politische Beziehungen, gemeinsame Projekte und einen offenen Dialog zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Politik. Nur so bleibt der Raum Hochrhein-Bodensee, was er heute schon ist – ein europäisches Erfolgsmodell für wirtschaftliche Integration und gelebte Nachbarschaft.

Industrie- und Handelskammer Hochrhein-Bodensee Reichenaustraße 21 D-78467 Konstanz Tel. +49 7531 2860 100 info@konstanz.ihk.de www.ihk.de/konstanz Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen 39


SCHWEIZ / EUROPÄISCHE UNION

Vertragspaket Bilaterale III

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ie Bedeutung ist erheblich: Die EU ist mit 50 % der Exporte, 70 % der Importe und massiven Investitions- sowie Personenverflechtungen wichtigster Partner der Schweiz. Insbesondere der Handel mit Baden-Württemberg und Vorarlberg ist für die Schweiz von zentraler Bedeutung. Rund 11 % der Exporte gehen in diese Nachbarregionen, davon etwa 40 % nach Baden-Württemberg – wichtiger als China oder Frankreich. Enge Wertschöpfungsketten sorgen für effizienten Austausch von Zwischenprodukten, besonders im Maschinenbau, in der Medizintechnik und der Präzisionsindustrie. Auch der Arbeitsmarkt ist eng verflochten: Viele Fachkräfte pendeln grenzüberschreitend, Unternehmen entsenden Personal in beide Richtungen. Die geografische Nähe reduziert Kosten und erleichtert Kooperationen. Institutionalisierte Zusammenarbeit über Gremien wie die Bodenseekonferenz gilt europaweit als Modell. Für Baden-Württem­berg ist die Schweiz ein Schlüsselkunde im Maschinen- und Automobilbau, während Vorarlberg stark von Exporten in Bau, Textil und Lebensmittel profitiert.

40 Unternehmen, Industrie & Dienstleistungen

Die Schweiz und die EU verhandeln aktuell über ein neues Vertragspaket („Bilaterale III“), um den seit den 1990er-Jahren etablierten bilateralen Weg zu stabilisieren und weiterzuentwickeln. Ziel ist der gesicherte Zugang zum EU-Binnenmarkt, die Teilnahme an Forschungs- und Bildungsprogrammen wie Horizon Europe und Erasmus+ sowie die Schaffung eines verbindlichen institutionellen Rahmens. Geplant sind neue Abkommen in den Bereichen Strom, Lebensmittelsicherheit und Gesundheit. Zentral ist die sogenannte dynamische Rechtsübernahme: Die Schweiz passt ihr Recht kontinuierlich dem EU-Recht an, behält aber Mitsprachemöglichkeiten („decision shaping“). Streitfälle sollen über ein Schiedsgericht beigelegt werden, das bei Fragen zum EU-Recht den EuGH konsultieren kann. Im Bereich Personenfreizügigkeit sind Anpassungen vorgesehen, etwa zum Lohnschutz und zur Zuwanderung, wobei das Schweizer Lohnniveau gesichert bleibt. Im Verkehrssektor soll der internationale Schienenverkehr geöffnet werden, gleichzeitig aber die Qualität des ÖV gesichert bleiben. Weiterhin soll die Schweiz


In einer engmaschig verflochtenen Region wie dem Bodensee sind die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen zwischen der Schweiz und der Europäischen Union von größter Bedeutung.

regelmäßig höhere Kohäsionszahlungen leisten, um Ungleichheiten in der EU zu verringern, und ein strukturierter politischer Dialog etabliert werden. Viele Landungszonen sind bereits geklärt: So ist die Teilnahme am EU-Strombinnenmarkt vorgesehen, Lebensmittelstandards werden nicht gesenkt, und die Schweiz soll sich an EU-Gesundheitsmechanismen beteiligen. Auch im Bildungs- und Forschungsbereich ist eine Wiederaufnahme geplant. Demokratisch bleibt das Referendumsrecht bestehen; lehnt die Schweiz die Übernahme von EU-Recht ab, kann die EU verhältnismäßige Ausgleichsmaßnahmen verhängen, die durch ein Schiedsgericht überprüft werden. Die Schweiz behält ihre Eigenständigkeit und ein Opt-out-Recht, hat im Gegenzug aber mehr Einflussmöglichkeiten als bisher. Kritisch bleibt die Rolle der Kantone, insbesondere bei Subventionen und dynamischer Rechtsübernahme, die punktuell eine stärkere Zentralisierung mit sich bringen könnten. Die Verhandlungen sind erstmals durch transparente Mandate begleitet. Nach Abschluss folgen Bundesratsentscheid, parlamentarische Beratung und voraussichtlich eine Volksabstimmung bis spätestens 2029.

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INFRASTRUKTUR, ENERGIE & MOBILITÄT


Foto: Michael Häfner


Foto: Michael Häfner

Bodensee-Airport

Starkes Signal für die Wirtschaft FRIEDRICHSHAFEN | Ab Januar 2026 hebt der Bodensee-Airport Friedrichshafen wieder ab – mit direkten Verbindungen zu den deutschen Wirtschaftszentren Berlin, Düsseldorf und Hamburg. Ein echter Meilenstein für Unternehmen, Geschäftsreisende und Touristen in der Region Bodensee-Oberschwaben. Gemeinsam für die Wirtschaft Dass die neuen Linienflüge Realität werden, verdankt sich dem starken Zusammenhalt der regionalen Wirtschaft. Air Uniqon, die Wirtschaftsförderung Bodenseekreis, die ETL Bodensee und zahlreiche Unternehmen haben gemeinsam Strukturen geschaffen, die die Region langfristig stärken. Besonders die enge Zusammenarbeit mit exportorientierten und international tätigen Firmen verdeutlicht den hohen Bedarf an schnellen Verbindungen zu den deutschen Wirtschaftszentren. Martin Buck, Co-CEO der ifm group se in Tettnang, unterstreicht: „Mehrere Unternehmen der Region

„Mehrere Unternehmen der Region haben gemeinsam ein Darlehen von über 2,5 Millionen Euro als Startkapital für Air Uniqon bereitgestellt – ein deutliches Signal, wie wichtig der Bodensee-Airport für unsere Wettbewerbs­fähigkeit ist.“ Martin Buck, Co-CEO der ifm group se in Tettnang 44 Infrastruktur, Energie & Mobilität

Foto: IHK/Photoart

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er neue Flugplan basiert auf einer umfassenden Analyse des tatsächlichen Bedarfs in der Wirtschaft: Ziel ist es, Geschäftsreisen deutlich effizienter zu gestalten und sowohl Tagestrips als auch längere Aufenthalte komfortabel zu ermöglichen. Geplant sind vier Flüge pro Woche nach Berlin und Düsseldorf sowie drei nach Hamburg, alle durchgeführt mit der modernen 78-sitzigen Dash-8-400 der Avanti Air. Mit diesen innerdeutschen Verbindungen stärkt der Bodensee-Airport nicht nur die Mobilität der Region, sondern setzt auch ein starkes Signal für Wirtschaft, Tourismus und die Zukunftsfähigkeit des Standorts.


„Der Bodensee-Airport ist für unsere Region eine zentrale Einrichtung und zugleich ein bedeutender Standortfaktor für die Wirtschaft. (...) Politik und Verwaltung haben nun die Chance, auf dieser Grundlage die Zukunftsfähigkeit des Flughafens nachhaltig weiterzuentwickeln." Dr. Rolf Geyer, Mitglied des Direktoriums der Firmengruppe Liebherr

Förderverein stärkt Bodensee-Airport

Förderverein Flughafen Friedrichshafen e.V. Flughafen 29, D-88046 Friedrichshafen Tel. +49 7541 284-484 info@foerderverein-flughafen-friedrichshafen.de

haben gemeinsam ein Darlehen von über 2,5 Millionen Euro als Startkapital für Air Uniqon bereitgestellt – ein deutliches Signal, wie wichtig der Bodensee-Airport für unsere Wettbewerbsfähigkeit ist.“ Er ist überzeugt, dass die neuen Flüge „entscheidend zur wirtschaftlich stabilen Entwicklung des Angebots beitragen“. Das sieht auch Dr. Rolf Geyer, Mitglied des Direktoriums der Firmengruppe Liebherr, so: „Der Bodensee-Airport ist für unsere Region eine zentrale Einrichtung und zugleich ein bedeutender Standortfaktor für die Wirtschaft. Mit dem gewährten Darlehen unterstützen wir den Erhalt dieser wettbewerbsrelevanten Infrastruktur und leisten einen Beitrag dazu, ein attraktives Angebot für Reisende zu ermöglichen. Politik und Verwaltung haben nun die Chance, auf dieser Grundlage die Zukunftsfähigkeit des Flughafens nachhaltig weiterzuentwickeln.“

Wichtiger Standortfaktor für Wachstum und Fachkräfte Der neue Flugplan richtet sich zwar vorrangig an Geschäftsreisende, eröffnet aber auch für Touristen und Privatreisende deutliche Vorteile. Für Unternehmen, die auf internationale

Die neuen Flugverbindungen: siehe Seite 46

Lieferketten, überregionale Kundentermine oder technische Services angewiesen sind, ist der Bodensee-Airport eine unverzichtbare Mobilitätsplattform. So lässt sich zum Beispiel wieder ein Arbeitstag in Berlin realisieren, bei dem man morgens hin und abends wieder zurückfliegt. Eine große Zeitersparnis. IHK-Hauptgeschäftsführer Sönke Voss betont die strategische Bedeutung: „Die Verkehrsinfrastruktur in der Region Bodensee-Oberschwaben ist in vielerlei Hinsicht unzureichend, und der Bodensee-Airport bleibt deshalb ein zentraler und unverzichtbarer Bestandteil unserer regionalen Wirtschaft.“ Die neuen innerdeutschen Verbindungen seien „ein wichtiger Wendepunkt“ und stärkten die Wettbewerbsfähigkeit spürbar. Flughäfen wie Friedrichshafen seien, so Voss weiter, „wichtige Knotenpunkte im vernetzten Verkehrssystem von Luft, Schiene und Straße“.

„Die Verkehrsinfrastruktur in der Region Bodensee-Oberschwaben ist in vielerlei Hinsicht unzureichend, und der Bodensee-Airport bleibt deshalb ein zentraler und unverzichtbarer Bestandteil unserer regionalen Wirtschaft.“ Sönke Voss, Hauptgeschäftsführer IHK Infrastruktur, Energie & Mobilität 45

Foto: IHK/Fotografie Trautmann

Mitglied werden im „Tor zur Welt“?

Foto: Achim Mende

Der „Förderverein Flughafen Friedrichshafen“, ein Zusammenschluss von Unternehmen aus Bodensee-Oberschwaben, Westallgäu und Vorarlberg, setzt sich dafür ein, den Bodensee-Airport als zentralen Knotenpunkt der regionalen Verkehrsinfrastruktur zu sichern. Im Fokus steht vor allem der Erhalt einer verlässlichen Verkehrsanbindung für die ansässigen Unternehmen, die auf schnelle, effiziente und stressfreie Direktverbindungen in viele Regionen Europas sowie eine unkomplizierte Anbindung an internationale Drehkreuze angewiesen sind.


Bodensee-Airport: Neue Flugverbindungen

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Startdatum: 12. Januar 2026 Ziele: Berlin, Düsseldorf, Hamburg Frequenz: 4 wöchentliche Flüge nach Düsseldorf, 4 nach Berlin, 3 nach Hamburg Flugplan: Montag bis Freitag, abgestimmt auf Geschäftsreisen mit Tagesaufenthalt sowie Übernachtungen und verlängerte Wochenenden Airline / Flugzeug: Avanti Air, Dash 8-400 mit 78 Sitzplätzen Zusatzverbindungen: Messen / Events (AERO Friedrichshafen, ILA Berlin) Partner: AIR UNIQON, Wirtschaftsförderung Bodenseekreis, zahlreiche regionale Unternehmen Ticketverkauf: Über www.airuniqon.com, alle gängigen Kanäle und Reisebüros

„Unser Dank gilt allen Partnern und Unternehmen, die zu diesem Erfolg beigetragen haben. Ihr Einsatz zeigt deutlich, welchen Rückhalt der Flughafen in der regionalen Wirtschaft genießt. Wir hoffen, dass diese Unterstützung aus der Region nicht nachlässt. Nur so können wir die jahrelangen Bemühungen erfolgreich abschließen und die strategische Rolle des Flughafens für die Region dauerhaft sichern.“

Foto: Bodensee-Airport

Detlef Schäfer, Geschäftsführer des Bodensee-Airport Friedrichshafen

Foto: Alexander Hoth

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Regionale IT-Infrastruktur als strategischer Standortfaktor

Foto: Katrin Zeidler

TeleData

Geschäftsführung der TeleData GmbH im Rechen­zentrum: Armin Walter, kaufmännischer Geschäftsführer (li.), Stephan Linz, technischer Geschäftsführer (re.)

FRIEDRICHSHAFEN | In Zeiten geopolitischer Spannungen und wachsender digitaler Bedrohungen gewinnt die regionale Datenhaltung und IT-Souveränität für Unternehmen zuSo bleiben nehmend an strategischer Bedeutung. Wer auf lokale Ihre Daten in Infrastruktur setzt, stärkt nicht nur die eigene Resilienz, der Region sondern auch die digitale Unabhängigkeit im internationalen Wettbewerb. Die TeleData aus Friedrichshafen zählt zu den führenden Full-Service-Providern für Telekommunikation und digitale Infrastruktur im Raum Bodensee-Oberschwaben-Allgäu-Hegau. Mit einem integrierten Leistungsportfolio aus Internet, Telefonie, TV, Standortvernetzung sowie Cloud- und Rechenzentrumslösungen bietet das

Unternehmen eine verlässliche Basis für die digitale Transformation mittelständischer Betriebe. „Das TeleData CENTER bildet das Herzstück unserer digitalen Infrastruktur“, berichtet Stephan Linz, technischer Geschäftsführer der TeleData. „Als ISO 27001-zertifiziertes Rechenzentrum steht es für höchste Sicherheits-

„Unser Ziel ist die Integration der IT-Systeme in ein intelligentes Gesamtkonzept, das maximale Performance, Ausfallsicherheit und Zukunftsfähigkeit gewährleistet.“ Stephan Linz, techn. Geschäftsführer TeleData GmbH

Ihre Daten: in der Cloud. Ihre Cloud: vor Ort.

standards und Verfügbarkeit.“ Zusammen mit regionalen IT-Dienstleistern entwickelt TeleData ganzheitliche Lösungen, die sich flexibel an die Anforderungen der Unternehmen anpassen. Ein zentraler Ansprechpartner direkt vor Ort sorgt dabei für die Koordination aller Leistungen und für reibungslose Abläufe. Aufgrund kontinuierlicher Investitionen in den Glasfaserausbau entsteht aktuell ein flächendeckendes Hochgeschwindigkeitsnetz, das leistungsfähige und ausfallsichere IT-Strukturen ermöglicht. Neben gigabitfähigen Breitbandanschlüssen stehen Kund:innen der TeleData skalierbare Cloud-Produkte und zertifizierte Rechenzentrumsleistungen zur Verfügung – abgestimmt auf die Anforderungen von Industrie, Mittelstand und öffentlicher Hand. "Unser Ziel ist die Integration der IT-Systeme in ein intelligentes Gesamtkonzept, das maximale Performance, Ausfallsicherheit und Zukunftsfähigkeit gewährleistet, damit sich unsere Kunden voll auf ihr Kernbusiness fokussieren können", fasst Linz zusammen. "Wir nennen das unser Rundum-Sorglos-Paket."

Unser regionales Rechenzentrum mit eigener Cloud. Hochverfügbar. Sicher. ISO-zertifiziert. Von hier. Für Sie. Mehr Infos: www.teledata.center

TeleData GmbH Kornblumenstraße 7 D-88046 Friedrichshafen Tel. +49 7541 5007-0 info@teledata.de www.teledata.de Infrastruktur, Energie & Mobilität 47


Erlebnisbericht RABus

Rasante Entwicklung Von WiMa-Redakteur Holger Braumann

FRIEDRICHSHAFEN | Der auffällige Minibus war rund ein Jahr lang fester Bestandteil des Friedrichshafener Straßenbildes. Nach insgesamt viereinhalb Jahren Forschung endete im Juni 2025 das Projekt RABus. Dabei konnte unter anderem die ZF Mobility Solution viel Erfahrung und Entwicklungsexpertise im Kontext hochautomatisierter Fahrfunktionen für Level-4-Fahrzeugplattformen sammeln. Bereits in der 2025er-Ausgabe des Wirtschaftsmagazins Bodensee berichteten wir über eine Mitfahrt im RABus – mit durchaus durchwachsenen Erkenntnissen. Nach einer weiteren Fahrt mit dem liebevoll „Chantal“ genannten autonom fahrenden Bus kurz vor Projektende können wir von Labhard Medien ein zweites Mal von unseren eigenen Erkenntnissen berichten.

48 Infrastruktur, Energie & Mobilität


Foto: ZF Group

Foto: ZF Group

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s war insgesamt eine rasante Entwicklung zu beobachten. Was nicht bedeuten soll, dass Chantal plötzlich eine „Bleifuß“-Mentalität entwickelt hätte. Nein, die Fahrt war weiterhin eher langsam. Im Gegensatz zur Fahrt im November 2024 war seitens des Fahrers so gut wie kein „in-den-Lenker-Greifen“ nötig. Beim Durchfahren der Kreisverkehre hatte man das Gefühl, dass das Fahrzeug die Verkehrslage stets im Blick behält und bestimmt reagiert. Auch wenn es enger wurde, blieb die Fahrweise von Chantal flüssig, ohne zwischendurch stehenzubleiben. Im Vorjahr waren die am Straßenrand über die weißen Markierungen parkenden Autos noch ein Problem; dies haben die Ingenieure offenbar in den Griff bekommen. Das Anhalten an Bushaltestellen lief reibungslos, auch wenn das Abbremsen sehr früh eingeleitet wurde. Besondere Situationen Positiv aufgefallen sind zwei Situationen, die der RABus gut erkannt hat. In einem Fall lief eine Familie zu Fuß auf einen Zebrastreifen zu, die Fahrbahn wurde letztlich aber nicht überquert. Der Bus löste

diese schwer einzuschätzende Situation, indem er vorsichtig, aber ohne stehenzubleiben vorbeifuhr. Zweites positives Beispiel: Bei freier Fahrt des Busses über eine Kreuzung kam auf dem Bürgersteig ein E-Scooter flotten Tempos von der Seite und bog dann kurz vor Befahren der Fahrbahn abrupt rechts ab. Wie reagierte Chantal? Im Grunde gar nicht. Ein gewisses Risiko scheint die Technik also in Kauf zu nehmen – wie es menschliche Fahrer seit jeher tun. Nicht einordnen konnte die Technik einige dünne Zweige von am Straßenrand wachsenden Bäumen, die in den äußeren Fahrbahnbereich hineinwehten. Die Folge: eine Schleichfahrt auf offener Strecke. Ansonsten verliefen gerade die Überlandfahrten reibungslos. Auch Fahrräder zu überholen, wenn es etwas enger ist, gestaltet sich noch schwierig – durchaus ein Argument für getrennte Fahrbahnen. Fazit: Es bildete sich zwar noch immer eine kleine Schlange anderer Autos hinter Chantal, dennoch steht fest: Es geht in die richtige Richtung – und zwar mit großen Schritten. Infrastruktur, Energie & Mobilität 49


Foto: © Fraunhofer IAO | Aristidis Schnelzer

Avatare – Gesichter der künstlichen Intelligenz IM GESPRÄCH | Professorin Dr.-Ing. Vanessa Borkmann leitet den Forschungsbereich „Stadtsystem-Gestaltung” am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO. Ihr Team entwickelt Konzepte für zukunftsweisende Lebensräume und denkt deren grundlegende Funktionen – von der Verwaltung bis zu den Infrastrukturen – voraus. Wir sprachen mit ihr über das Thema „KI-gestützte Avatare im Einsatz für Unternehmen, Quartiere und Kommunen“. Frau Professorin Dr. Borkmann, wie kam es dazu, dass Sie Avataren, die als Schnittstelle zwischen Unternehmen oder urbanen Räumen und den Menschen agieren sollen, ein eigenes Forschungsfeld widmen? Wir arbeiten mit Städten und Unternehmen seit vielen Jahren an der Verbindung mit virtuellen Welten. Der Einstieg in virtuelle Welten kann über Avatare erfolgen, der Begriff bedeutet im ursprünglichen Sinn “Herabsteigen”. Die Verbindung der realen und virtuellen Welt nimmt weiter zu und damit nimmt die Relevanz für die Forschung zu. Heute können wir zum Beispiel mithilfe von KI-Tools in kürzester Zeit 50 Infrastruktur, Energie & Mobilität

kleine Videos oder Animationen erstellen, in denen wir selbst als Avatare auftreten – etwas, das früher sehr teuer und aufwendig war. Dank Open-Source-Technologien ist das inzwischen deutlich kostengünstiger und leichter zugänglich geworden. Parallel dazu haben sich Chatbots rasant weiterentwickelt. Klassischerweise interagiert man mit ihnen über ein Textfeld. Doch wir merken: Wenn die Kommunikation ausschließlich über Text läuft, fehlt oft der Erlebnis- und Spaßfaktor. Aus der Forschung wissen wir, dass Interaktion für Menschen am besten funktioniert, wenn ein Gegenüber vorhanden ist – ein Gesicht, das sich bewegt und Emotionen zeigt. Für

uns Wissenschaftler ist spannend: Welche Art von Avatar, in welcher Situation, fördert Vertrauen? Wann fühlen sich Menschen verstanden oder wertgeschätzt? Und wie beeinflusst das ihre Bereitschaft, sich auf den Austausch einzulassen? Ist der Avatar also in erster Linie eine Weiterentwicklung und Visualisierung eines Chatbots? Es geht um mehr als nur eine Weiterentwicklung von Chatbots. Unsere Vision ist es, Avatare auch im öffentlichen Raum einzusetzen – etwa in gemischt genutzten Quartieren mit Wohnungen, Büros oder Ladenflächen. Dort könnten sie als digitale


Josef von Fraunhofer, digitaler Avatar des Instituts

Ansprechpartner dienen, die Menschen bei der Orientierung unterstützen, zum Beispiel als interaktives Leitsystem. Avatare könnten die Rolle eines digitalen Concierge übernehmen: Sie begrüßen Besucherinnen und Besucher, stellen Fragen, helfen bei der Navigation und können sogar Sicherheitsfunktionen übernehmen – etwa durch die Abfrage eines Codes oder Ausweisdokuments. Solche Anwendungen gehen weit über das hinaus, was wir heute von Chatbots auf Websites kennen. Gleichzeitig bieten sie die Chance, eine eigene Identität für ein Quartier oder eine Kommune zu entwickeln. Am Fraunhofer IAO haben wir unseren Namenspatron, Josef von Fraunhofer, als digitalen Avatar zum Leben erweckt. Hinter ihm steckt ein großes Sprachmodell, sodass man ihm Fragen stellen kann und er kompetent Auskunft gibt. Er ist auch auf unseren Veranstaltungen erlebbar, wo er auf einem fast raumhohen Bildschirm in Lebensgröße erscheint und mit den Besucherinnen und Besuchern interagiert. Das zeigt, wie weit die Technologie bereits ist – und gleichzeitig, wie viel Potenzial noch in ihr steckt. Vielleicht ist es in Zukunft kein Bildschirm mehr, sondern ein Hologramm. Vielleicht wird der Avatar sogar mobil.

spezifischen Informationen vor, aber klar ist: Das wird nicht die letzte Entwicklung dieser Art sein. Solche Ansätze eröffnen neue Möglichkeiten, beispielsweise durch mehr Transparenz und Neutralität im Entscheidungsprozess. Gleichzeitig hängt vieles davon ab, wie die zugrunde liegende KI trainiert wurde und wer letztlich die Kontrolle über sie hat. Für uns als Forscher bedeutet das: genau hinzusehen, Mechanismen zu verstehen und einzuordnen, welche gesellschaftlichen Auswirkungen solche Systeme haben können. Können in Zukunft auch Maschinen oder Computersysteme Entscheidungen treffen – etwa um Prozesse zu beschleunigen – oder muss bei solchen Verwaltungsentscheidungen aus rechtlicher Sicht immer ein Mensch dahinterstehen? Wenn KI oder Avatare eingesetzt werden, müssen wir auch auf Rechtssicherheit, Cybersicherheit und ethische Fragen achten. In vielen Bereichen ist die aktuelle Gesetzeslage dafür noch nicht ausreichend

vorbereitet und es besteht noch Handlungsbedarf. Themen wie Rechtssicherheit, Ethik und Cybersicherheit werden in Projekten und Gremien fortlaufend diskutiert und weiterentwickelt. Ist es in diesem Zusammenhang überhaupt sinnvoll, Avatare an ein Large Language Model anzubinden? Ob eine offene Anbindung an das Internet sinnvoll ist, hängt stark vom jeweiligen Anwendungsfall ab. In vielen Fällen sind spezialisierte, geschlossene KI-Systeme die bessere Lösung, insbesondere im Unternehmens- oder Verwaltungsumfeld. Sie lassen sich gezielt auf bestimmte Aufgaben trainieren und agieren dadurch sicherer, kontrollierter und fachlich fundierter. Wichtig ist dabei: Eine KI erzeugt ihr Wissen nicht selbst. Sie ist immer auf die Qualität der Daten angewiesen, die ihr von Menschen oder Expertensystemen zur Verfügung gestellt werden. Deshalb braucht es sorgfältige Datenpflege, klare Verantwortlichkeiten und gegebenenfalls

„Heute können wir zum Beispiel mithilfe von KI-Tools in kürzester Zeit kleine Videos oder Animationen erstellen, in denen wir selbst als Avatare auftreten – etwas, das früher sehr teuer und aufwendig war. ” Professorin Dr.-Ing. Vanessa Borkmann

In Albanien ist ja etwas Interessantes initiiert worden – eine virtuelle KI-„Ministerin“ prüft, ob Ausschreibungen transparent und regelkonform ablaufen. Hintergrund ist das Zurückdrängen von Korruption. Im Fall von Albanien liegen mir keine

Foto: © Fraunhofer IAO

Was wären denn denkbare Anwendungsfelder? Einsatzszenarien lassen sich besonders gut im Serviceumfeld darstellen. Überall dort, wo eine klassische Empfangssituation besteht, wie zum Beispiel in Hotels, Museen oder öffentlichen Einrichtungen. Dabei geht es nicht nur um reine Informationsvermittlung, sondern um ganze Prozessketten: Ein Avatar könnte beispielsweise erkennen, dass eine Familie mit Kindern eintritt, und sofort passende Ticketoptionen vorschlagen. Die Bezahlung ließe sich direkt über eine kontaktlose Schnittstelle abwickeln, und der entsprechende Zugangscode würde unmittelbar bereitgestellt. Auch touristische Anwendungen sind denkbar, zum Beispiel Stadtführungen, bei denen ein Avatar als historische Figur auftritt und in verschiedenen Sprachen interaktiv durch die Stadt führt.

Infrastruktur, Energie & Mobilität 51


Foto: © Ludmilla Parsyak | Fraunhofer IAO

Virtuelle Welten gemeinsam zu erleben: Prof. Katharina Hölzle, Institutsleiterin des Fraunhofer IAO, der stellvertretende Institutsleiter Dr. Steffen Braun und Prof. Dr. Vanessa Borkmann bei der der Eröffnung der neuen CAVE.

auch Kontrollmechanismen zum Beispiel Sicherheitsschleifen, in denen die KI-Unstimmigkeiten erkennt, Rückfragen stellt oder eine fachliche Freigabe einholt. Wie steht es um Wartung und Pflege eines solchen Systems? Das Schöne an Avataren ist, dass man mit relativ wenig Aufwand einen Einstieg findet und einfach einmal ausprobieren kann. Die zentrale Frage ist jedoch immer der Anspruch: Wenn ein Unternehmen oder eine Stadt etwas zu schnell und nicht ausreichend durchdacht umsetzt, kann das leicht auf Ablehnung stoßen und die Akzeptanz gefährden. Wenn ein Avatar dauerhaft eine Marke oder Institution repräsentieren soll, müssen Qualität, Tonalität und Erscheinungsbild von Anfang an stimmig sein. Bei Forschungs- oder Testprojekte in Kooperation mit Partnern wie Fraunhofer sind die Erwartungen andere, weil klar ist, dass es um Erprobung und Erkenntnisgewinn geht. Insgesamt ist das Thema äußerst vielversprechend, weil man klein starten und es mittel- bis langfristig schrittweise skalieren kann.

Momentan gibt es bei deutschen Behörden keinen standardisierten Weg hin zu einer umfassenden Digitalisierung. Ist das ein Hindernis? Man erkennt bereits, dass modulare Ansätze sinnvoll sein können, also Systeme, die zunächst aus einzelnen Komponenten bestehen und später zu einer ganzheitlichen Lösung zusammengeführt werden. Entscheidend bleibt jedoch immer der Zugang zu den zugrunde liegenden Daten und deren Integration in bestehende Infrastrukturen. Langfristig wird sich vermutlich eine Art Produktisierung durchsetzen – vergleichbar mit einem Verpackungssystem, bei dem die äußere Form standardisiert ist, der Inhalt aber variabel gestaltet werden kann. So lassen sich künftig effizientere, reproduzierbare und zugleich verlässliche Lösungen schaffen, die an unterschiedliche Bedürfnisse angepasst werden können. Wagen Sie abschließend einen Blick in die Zukunft mit Avataren: Wie könnte diese aussehen? Ich denke, in dieser Zukunft müsste ich gar nicht mehr persönlich aufs Amt gehen, auf

dem aber auch niemand mehr physisch hinter dem Schreibtisch sitzt. Stattdessen kommuniziert mein persönlicher digitaler Agent – oder auch digitaler Zwilling¬ – mit dem Agenten der Behörde, klärt alle Details und handelt Entscheidungen aus. Ich selbst muss nichts mehr aktiv tun. Mein digitaler Zwilling sähe aus wie ich, verfügte über entsprechende Autorisierungen und könnte eigenständig Aufgaben übernehmen: meine Steuererklärung einreichen, Vorträge halten oder Wissen weitergeben. Wenn wir so weit sind, dass Avatare durch mein Training Fähigkeiten übernehmen und selbstständig in meinem Sinne handeln oder Zugänge nutzen oder Arbeiten verrichten können, für die ich autorisiert bin, dann betreten wir völlig neue Dimensionen. Das wirft tiefgreifende Fragen auf: Was ist eigentlich Arbeit? Was bedeutet Wertschöpfung? Und welche Werte stehen hinter unterschiedlichen Tätigkeiten? Wenn Sie mich also nach der Zukunft fragen: Es gibt noch sehr viel zu erforschen, zu gestalten – und verantwortungsvoll zu entscheiden.

Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation IAO Nobelstraße 12 D-70569 Stuttgart www.iao.fraunhofer.de 52 Infrastruktur, Energie & Mobilität


Holenstein feiert 35 Jahre Standort Konstanz – grenzüberschreitende Logistik mit Begeisterung Es war ein Fest mit Symbolkraft: Anfang Juli feierte die Holenstein GmbH ihren 35. Geburtstag am Standort Konstanz – ein Jubiläum, das eigentlich schon zum runden 30. gefeiert werden sollte, damals jedoch pandemiebedingt ins Wasser fiel. Umso mehr freute sich Geschäftsführerin Maria López, nun Mitarbeitende, Geschäftspartner, Kunden und Freunde des Hauses willkommen zu heißen. Der Musikverein Wollmatingen sorgte für festliche Stimmung, Alphörner betonten die Schweizer Wurzeln, und rund 400 Gäste wurden kulinarisch verwöhnt. Die Schweizer Muttergesellschaft Holenstein AG wurde 1898 gegründet und ist eines der führenden Transport- und Logistikunternehmen der Ostschweiz – mit heute über 400 Mitarbeitenden, davon 72 in Konstanz, und mehreren Standorten, darunter Wil, Schwarzenbach, Schaffhausen, Bürglen und Ermatingen. Seit 1990 ist Holenstein auch in Konstanz präsent. Täglich passieren Sendungen die Grenze zur Schweiz und zurück. Zehn firmeneigene LKW übernehmen Transporte, Zustellungen und Abholungen, eingebettet in europaweite Logistiknetzwerke.

Holenstein Gruppe – Logistik, die bewegt. Modernste Technologien für Lagerlogistik und Transportabwicklung, automatisierte Hochregallager für die unterschiedlichsten Güter, 400 Mitarbeitende und rund 130 Fahrzeuge sind für Kunden täglich im Einsatz. Maria López, Geschäftsführerin

Mit eigenen Zollbüros und insgesamt 16 Zolldeklaranten ist der Standort Konstanz ein Paradebeispiel für reibungslose grenzüberschreitende Warenflüsse. «Unsere Arbeit beginnt oft dort, wo andere aufhören», sagt Geschäftsführerin Maria López. «Wir übernehmen nicht nur die Lagerung, sondern auch die Kontrolle, Konfektionierung, Etikettierung und Verpackung – individuell zugeschnitten auf die Anforderungen unserer Kunden.» Unsere Hochregal-, Block- und Kleinteilelager bieten auf insgesamt 6’000m2 Lagerfläche Platz über 5’200 Paletten. Was Holenstein in Konstanz besonders auszeichnet, ist die Verbindung von Schweizer Qualitätsanspruch mit deutscher Präzision. Maria López betont: «Wir sind mehr als ein Logistikdienstleister – wir sind ein Partner, auf den sich unsere Kunden verlassen können.»

Internationale Transporte: Als Mitglied verschiedener Netzwerke und Kooperationen realisiert Holenstein europaweit kurze Lieferzeiten. Deutschland, Schweiz, BENELUX und Vorarlberg sowie die Häfen Bremen und Hamburg werden täglich bedient. Im Bereich Lagerlogistik bieten die Logistikprofis an ihren Standorten in CH-Wil, CH-Schwarzenbach, CH-Schaffhausen, CH-St.Gallen, CH-Bürglen und Konstanz auf rund 100’000 m² Lagerfläche Platz für über 125’000 Paletten. Verzollung: die 16 Zolldeklaranten im Holenstein-Team übernehmen die gesamte Abwicklung für Export- und Importzollverfahren.

www.holenstein.de


In eigener Sache: Medienmacher bleiben gefragt KONSTANZ | Medien haben sich verschoben – von Zeitung und Magazin ins Netz, mit der Ausnahme Spezial Interest Produkte. Wir suchen nicht mehr, wir googeln. Doch selbst das Googeln hat seinen Zenit überschritten. Heute erwarten wir direkte Antworten, am liebsten gleich mit Bild, Ton und Video. KI ist selbstverständlich geworden. 40 % aller Suchanfragen enden ohne Klick, denn kurze Zusammenfassungen reichen oft. Aber ohne gute Inhalte bleibt jede KI dumm, halluziniert und verliert an Wert. Erst menschliches Erleben, Reflektieren und Formulieren verleiht Reportagen und Interviews Seele, Geschmack und Tiefe. Aus der Region – für die Region Deshalb bleiben qualifizierte Journalistinnen, Kritiker und Medienmacher das Fundament für einen authentischen, würzigen Mix. Wir produzieren den Stoff, den Leserinnen, Hörer und Zuschauer brauchen – digital, online, per Newsletter, über KI und, wo sinnvoll, auch auf Papier. Zeitlose Hintergründe, schnelle Nachrichten, nie Altpapier. Mit denselben Inhalten trainieren wir unsere Bodensee-KI. Seit sechs Monaten ist Version 1 live: „Felizitas“ – unsere digitale Expertin für Wassersport, Häfen, Boote und genussvolle Stunden am Bodensee (siehe Foto unten). Gefüttert wird sie aktuell mit Wissen aus IBN, dem Hafenführer „Leg an“, der „Seezunge“ und dem Bodensee Magazin. So wächst ein intelligenter Wissensschatz direkt aus der Region.

Technik mit Haltung – europäisch, sicher, souverän In den kommenden Monaten lernt Felizitas weiter: Kultur, Konzerte, Wirtschaft, Freizeit – lebenslanges Lernen, wie bei uns Menschen. Ab Frühjahr 2026 tritt sie in neuer digitaler Gestalt auf, bereit, ständiger Begleiter am See zu sein. Sie beantwortet aktuelle Fragen, kennt Veranstaltungen, bucht Tickets, reserviert Tische und organisiert Bestellungen. Wichtig dabei: Wir kennen unsere Partner persönlich, Daten und Inhalte bleiben im Haus. Unsere semantische Wissensdatenbank und eigene Algorithmen bilden das Fundament, gehostet und geschützt in Europa. Für das Large Language Model setzen wir künftig auf europäische Innovation – „Le Chat“ von Mistral als selbstbewusste Antwort auf ChatGPT, Gemini und andere US-Giganten. Schon heute spricht Felizitas über 20 Sprachen, künftig noch natürlicher und vielseitiger. So wird sie auch für internationale Gäste am Bodensee eine wertvolle Begleiterin – ob auf Deutsch, Englisch, Französisch oder Italienisch: Sie kennt den See – weil wir dafür sorgen. www.labhard.de

54 Infrastruktur, Energie & Mobilität


Foto: Michael Häfner

Bodensee Magazin Jährlich neu: Die schönsten Seiten des Sees Konstanz Magazin Das Magazin, um die größte Stadt am See in allen Facetten zu entdecken Oberschwaben Magazin Die schönsten Seiten zwischen Donau und Bodensee

2025

BURG

MEERSBURG

Camping Urlaub Ausflugstipps, Camping-, Wohnmobilstellplätze und Bäder SeeZunge Genuss, Gastronomie und mehr rund um den Bodensee

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Burg Meersburg Magazin Spannende Einblicke hinter die Kulissen und Burgmauern

Bestellung unter www.labhard-shop.de oder telefonisch unter +49 7531 90710

Mehr Seiten aus dem Süden

Labhard Medien

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Foto: Michael Häfner

BILDUNG & FORSCHUNG INTERNATIONAL


The Lake to B. Der internationale Bodenseeraum, ein Hidden Champion Mehr Infos zu „The Lake to B.“ Foto: Achim Mende

IBK bei Youtube (links) und im Web

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D

ie Vierländerregion zählt zu den leistungsstärksten Wirtschaftsstandorten Europas – das Bewusstsein dafür muss jedoch noch weiterwachsen. Während Europas Wirtschaft sich auf der Suche nach Stabilität neu sortiert, zeigt sich inmitten des Kontinents ein vielfach unterschätzter Motor: der internationale Bodenseeraum. Die Vierländerregion mit ihren 4,3 Millionen Einwohnerinnen und Einwohnern und 2,4 Millionen Erwerbstätigen erwirtschaftet jährlich rund 330 Milliarden Euro (2022). Wäre die internationale Bodenseeregion ein eigener Staat, läge sie vom Umfang der wirtschaftlichen Leistung her auf Augenhöhe mit EU-Staaten wie Dänemark (382 Mrd. Euro), Rumänien (286 Mrd. Euro) oder Finnland (269 Mrd. Euro) – und beim Bruttoinlandsprodukt pro Kopf sogar unter den Top 5 in Europa.

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Dr. Patrick Rapp, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg,

Derzeit bleibt sie aber auf der wirtschaftspolitischen Landkarte Europas zu wenig sichtbar. Dabei empfinden viele Menschen rund um den See die Region längst als gemeinsamen Lebensund Wirtschaftsraum. Dr. Patrick Rapp, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Baden-Württemberg, betont: „Die Bodenseeregion steht für wirtschaftliche Substanz, Innovationskraft und Lebensqualität – das ist die Botschaft, die wir in die Region hinein, aber auch gegenüber den nationalen Hauptstädten und auf europäischer Ebene stärker platzieren müssen.“ Was die Bodenseeregion als Wirtschaftsraum besonders macht, ist nicht ein zentraler Gravitationskern, sondern ein Geflecht von größeren und mittleren regionalen Zentren und Unternehmen, ein Zusammenspiel starker Standorte und pulsierender Innovationskerne sowie eine Vielfalt regionaler und grenzüberschreitender Netzwerke. Gerade in der Industrie und speziell im Hightechbereich hat die Region ihre Schwerpunkte. Jeder vierte Arbeitsplatz liegt in der Industrie, in manchen Teilregionen wie dem St.Galler Rheintal, dem Bodenseekreis oder in Vorarlberg ist es fast jeder zweite. Und auch die Innovationskraft ist bemerkenswert: Über die Hälfte aller Beschäftigten arbeitet in technologie- oder wissensintensiven Branchen, der Anteil an Hightechbeschäftigten liegt fast durchgängig über dem europäischen Durchschnitt. Dass dieser regionale Hidden Champion international zu wenig bekannt ist, liegt nicht an mangelnder Leistungskraft, sondern an fehlender Sichtbarkeit. Wer die Bodenseeregion nur mit Tourismus und Postkartenidylle verbindet, verkennt ihr wirtschaftliches Potenzial. Dabei braucht gerade Europa starke Regionen, die wirtschaftlich, technologisch und gesellschaftlich tragfähige Modelle bieten. Der Bodenseeraum ist ein solcher Ort. Für Michael Hasler, Regierungssekretär des Fürstentums Liechtenstein, ist er sogar mehr: „Gerade, weil der Bodenseeraum so vielfältig ist, ist er ein europäisches Modell für Zusammenarbeit – wirtschaftlich, politisch und menschlich. Damit Europa wirtschaftlich resilient bleibt, sollte es die Potenziale grenzüberschreitender Regionen wie der Bodenseeregion viel stärker ins Blickfeld rücken.“

Fotos: Cedric Puisney

Die IBK bringt Bewegung in den Wirtschaftsraum Bodensee

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Die Internationale Bodensee-Konferenz (IBK) will die wirtschaftliche Strahlkraft der Vierländerregion sichtbar machen – und verleiht der Region dafür eine gemeinsame Stimme. Sie hat deshalb 2025 eine internationale Wirtschaftskampagne gestartet. Herzstück ist ein Imagefilm, der die Stärken

Foto: Martin Stollberg

„Die Bodenseeregion steht für wirtschaftliche Substanz, Innovationskraft und Lebensqualität – das ist die Botschaft, die wir in die Region hinein, aber auch gegenüber den nationalen Hauptstädten und auf europäischer Ebene stärker platzieren müssen.“


Foto: IKR Liechtenstein

„Gerade, weil der Bodenseeraum so vielfältig ist, ist er ein europäisches Modell für Zusammenarbeit – wirtschaftlich, politisch und menschlich. Damit Europa wirtschaftlich resilient bleibt, sollte es die Potenziale grenzüberschreitender Regionen wie der Bodenseeregion viel stärker ins Blickfeld rücken.“ Michael Hasler, Regierungssekretär des Fürstentums Liechtenstein

des Standorts in Szene setzt und Stimmen aus der Bodenseeregion zu Wort kommen lässt. Unter dem Titel „The Lake to B.“ präsentiert sich die Region dabei selbstbewusst und charmant als europäische Wirtschafts- und Innovationsregion mit hoher Lebensqualität. Ende Juni 2025 stellte die IBK den Wirtschaftsraum auch in Brüssel vor und warb auf höchster europäischer Ebene für mehr Aufmerksamkeit und Unterstützung für die Grenzregion. Als Plattform der Regierungen von Baden-Württemberg, Bayern, Vorarlberg, Liechtenstein sowie der Ostschweizer Kantone St.Gallen, Thurgau, Appenzell Ausserrhoden, Appenzell Innerrhoden, Zürich und Schaffhausen bündelt die IBK die gemeinsamen Interessen der Bodenseeregion. Die IBK organisiert, koordiniert und fördert die grenzüberschreitende Zusammenarbeit in zentralen Zukunftsbereichen – von Wirtschaft, Bildung und Digitalisierung über Umwelt und Mobilität bis hin zu Gesundheit, Kultur und Raumordnung. Sie versteht sich als Impulsgeberin für gemeinsame Lösungen und als Hüterin eines einzigartigen Lebens- und Wirtschaftsraums im Herzen Europas.

Geschäftsstelle der Internationalen Bodensee-Konferenz Bücklestraße 3e, D-78467 Konstanz Tel. +49 7531 921 83 10 info@bodenseekonferenz.org www.bodenseekonferenz.org

Foto: HILTI

Hilti, weltweit führende Unternehmen in der Bauindustrie, hat sein Hauptsitz in Liechtenstein.

Bildung & Forschung international 61


Finden Sie Angebote und Expert:innen aus Ihrer Region kompetenzatlas-bodensee.com Der neue Kompetenzatlas Bodensee ist da! Die Zukunft gehört visionären Unternehmen, die auf digitale Innovation und Nachhaltigkeit setzen. Um sie auf diesem Weg bestmöglich zu begleiten, haben wir im Bodenseezentrum Innovation – dem Transfernetzwerk der HTWG Hochschule Konstanz für die Vierländerregion Bodensee – den Kompetenzatlas Bodensee weiterentwickelt. Entdecken Sie die neu gestaltete, noch übersichtlichere Plattform für digitale Innovation und nachhaltige Transformation. Der Kompetenzatlas vereint Expert:innen, Veranstaltungen, Förderprogramme, Fachpublikationen und vieles mehr aus der Bodenseeregion – perfekt strukturiert für Ihre gezielte Recherche oder inspirierendes Stöbern. Besuchen Sie uns und finden Sie passende Angebote für Ihr Unternehmen!


IoT Sustainability

Mit dem Internet of Things zu nachhaltigen Gebäuden KONSTANZ | Das IoT Sustainability Lab zeigt, wie Unternehmen und Verwaltungen durch vernetzte Gebäudeautomatisierung Energie sparen, Kosten senken und neue Standards für nachhaltiges Wirtschaften setzen können. Ob Bürokomplex, Produktionshalle, Verwaltungsgebäude oder Wohnquartier – überall wächst der Druck, nachhaltiger zu wirtschaften. Energiepreise steigen, gesetzliche Anforderungen verschärfen sich, Kundinnen und Kunden wie Mitarbeitende erwarten verantwortungsvolles Handeln. Gebäude spielen dabei eine Schlüsselrolle, denn sie verursachen einen erheblichen Teil des Energieverbrauchs und der CO₂Emissionen, bieten aber gleichzeitig enormes Einsparpotenzial. Hier setzt das IoT Sustainability Lab an. Das Forschungskonsortium, bestehend aus 23 Partnerinstitutionen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und dem Fürstentum Liechtenstein, untersucht, wie sich durch das Internet of Things (IoT) Gebäude intelligenter, effizienter und nachhaltiger

steuern lassen. Sensoren, Daten und smarte Steuerungssysteme werden gezielt eingesetzt, um Strom, Wärme, Licht oder Abfallprozesse automatisch und ressourcenschonend zu regulieren. „Ziel ist es, IoT-Systeme so zu gestalten, dass sie echte Nachhaltigkeitsbeiträge leisten – ökologisch, ökonomisch und sozial“, erklärt das Projektteam. Dafür bündelt das Lab Expertise aus Wissenschaft und Praxis, entwickelt Werkzeuge und teilt seine Erkenntnisse mit der regionalen Wirtschaft.

Ein Netzwerk mit Wirkung Das IoT Sustainability Lab ist mehr als ein Forschungsprojekt. Es ist ein Impulsgeber für nachhaltige Innovationen im Gebäudebereich. Unternehmen, Verwaltungseinrichtungen und Netzwerke aus der Region

Foto: © HTWG Hochschule Konstanz

Lab-Auftritt auf dem Ostschweizer Technologiesymposium in St.Gallen

Lösungen für Unternehmen und Verwaltungen Das IoT Sustainability Lab stellt seine Ergebnisse und Werkzeuge gezielt für die Praxis bereit. 1. Softwaretools und Servicekonzepte unterstützen Unternehmen und Kommunen bei der Simulation, Planung, Konfiguration, Wartung und Bilanzierung nachhaltiger IoT-Systeme. 2. Best-Practice-Beispiele belegen, dass sich mit smarten IoT-Lösungen bzgl. Strom, Licht, Wärme, Wartung und Abfall im Industrie-, Büro- und Wohnbereich spürbar Energie und Kosten einsparen lassen. 3. Potenzialstudien und Roadmaps geben Orientierung, welche Technologien sich für verschiedene Gebäudetypen besonders eignen. 4. Netzwerk und Kooperation ermöglichen es, Know-how aus der Region zu nutzen und eigene Projekte gemeinsam voranzubringen.

können direkt von den entwickelten Tools, Erfahrungen und Kontakten profitieren. Weitere Informationen finden Interessierte auf der Webseite des Transfernetzwerks Bodenseezentrum Innovation unter bzinetzwerk.com. Direktlink zum Lab: iot-sustainability.com

Der nächste Schritt: Kontakt aufnehmen … … und von Softwarelösungen, Servicekonzepten, Praxisbeispielen und Forschungsergebnissen aus der internationalen Boden­seeregion profitieren. Gemeinsam werden Gebäude fit für die Zukunft gemacht – intelligent, effizient und nachhaltig.

Förderung des Labs Initiiert und begleitet vom Wissenschaftsverbund Vierländerregion Bodensee wird das IoT Sustainability Lab von April 2023 bis März 2027 vom Interreg VI-Programm „Alpenrhein-Bodensee-Hochrhein“ gefördert, dessen Mittel vom Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE) und vom Schweizer Bund zur Verfügung gestellt werden.

Kontakt Dr. Damian Bäumlisberger Projekt- und Lab-Manager Bodenseezentrum Innovation HTWG Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung iot-sustainability.com bzi-netzwerk.com Bildung & Forschung international 63


„Win5-Situationen“ durch Transferverbünde HTWG Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung und Wirtschaftsstandorte bauen Kooperation aus

Austausch der handelnden Akteure des Transferverbunds Singen mit MdB Andreas Jung

D

ie HTWG Hochschule Konstanz Technik, Wirtschaft und Gestaltung setzt als anwendungsorientierte Hochschule neben ihren traditionellen Missionen Lehre und Forschung einen weiteren Schwerpunkt auf den wechselseitigen Transfer von Wissen. Geleitet von der Erkenntnis, dass viele der heutigen komplexen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Herausforderungen nur im Miteinander gelöst werden können, sucht die HTWG gezielt den Dialog mit ihrem Umfeld. Seit 2022 sind Transferverbünde mit Städten dafür das geeignete Instrument auf lokaler Ebene. Über sie können strukturiert nachhaltige Vernetzungsstrukturen aufgebaut, Lösungen und Innovationen generiert und so Wirtschaftsstandorte in ihrer Ent64 Bildung & Forschung international

wicklung gestärkt werden. Transferverbünde erzielen damit ein „Win5“ mit Vorteilen in weitere Richtungen: Unternehmen erhalten Zugang zu Expertise und Fachkräften, Professorinnen und Professoren gewinnen Unternehmenskontakte, Studierende lernen praxisnah am Puls der Wirtschaft und finden potentielle Arbeitgeber. Auf

dieser Basis, getragen von gegenseitigem Vertrauen, lassen sich weitere Formen der Zusammenarbeit deutlich leichter aufbauen. Die Kooperation der HTWG mit der Stadt Singen war 2022 Pilotprojekt für diesen Ansatz. Unter dem Titel „Aufbau eines Real-


labors zur nachhaltigen Transformation der Industrieregion“ werden seither komplexe Unternehmensfragestellungen herausgearbeitet, an Forschende adressiert und mit geeigneten Partnerinnen und Partnern aus der Wissenschaft zusammengeführt und gemeinschaftlich bearbeitet – sei es über Beratungs- oder Forschungsaufträge, studentische Arbeiten, Impulsvorträge oder Weiterbildungen. Wissenstransfer funktioniert aber auch in die Hochschule hinein: durch anwendungsnahe Erkenntnisse aus gemeinsamen Forschungsvorhaben oder Fallstudien sowie durch Vorträge aus der Praxis. 2024 verlängerten die Partner ihre Zusammenarbeit um weitere zwei Jahre. Das Transfermanagement zu unternehmensspezifischen Themen wurde um eine zweite Säule erweitert: den Schwerpunkt Dekarbonisierung („Grüne Industriestadt Singen“), dessen Fragestellungen angesichts der zu erreichenden Klimaschutzziele zunehmend an Bedeutung gewinnen. Mit dem Transferverbund Konstanz entsteht seit Ende 2024 ein weiteres Bindeglied zwischen Wissenschaft und lokaler Wirtschaft. In der gemeinsamen Initiative von HTWG Hochschule Konstanz, Universität Konstanz und Stadt Konstanz werden Kräfte gebündelt, um den Standort gezielt zu stärken – als Innovationsmotor, attraktives Umfeld für Fachkräfte und Impulsgeber für die regionale Wirtschaft. Herzstück des Verbunds ist eine neu geschaffene Transferstelle, die aktuelle Herausforderungen aus den Betrieben aufgreift und sie mit passender wissenschaftlicher Expertise verbindet. So entstehen praxisnahe Lösungen, von denen Forschung und Wirtschaft gleichermaßen profitieren. Der Transferverbund Konstanz arbeitet themenoffen und branchenübergreifend: Vom verarbeitenden Gewerbe, über den Dienstleistungssektor und Handel bis zum Handwerk – alle unternehmensspezifische Bedarfe finden hier Gehör und Unterstützung. Die enge Vernetzung zwischen Wirtschaft und Wissenschaft sorgt dafür, dass aktuelles Forschungswissen rasch in die Praxis gelangt, Entwicklungszeiten verkürzt werden und Unternehmen durch den Zugang zu Fachwissen spürbare Wettbewerbsvorteile erzielen. Gleichzeitig fließt wertvolles Praxiswissen in die Hochschulen zurück, und es entsteht ein attraktives Umfeld für Fachkräfte, die praxisnahes Arbeiten schätzen.

Vertragsschluss Transferverbund Konstanz: Oberbürgermeister Uli Burchardt, HTWG-Präsidentin Prof. Dr. Sabine Rein, Uni-Rektorin Prof. Dr. Katharina Holzinger

Weiterführende Informationen zu den Transferverbünden finden Interessierte unter https://www.htwg-konstanz.de/forschung-und-transfer/transferkooperationen Ansprechpersonen

Katharina Arendt, Managerin Transferverbund Konstanz

Stefan Stieglat, Manager Transferverbund Singen

Klaus König, Technischer Projektmanager Transferverbund Singen

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Fotos: Jasmin Kirchmaier

RITZ – Regionales Innovations- und Technologietransfer Zentrum

Wer nicht innoviert, verliert FRIEDRICHSHAFEN | | Innovation ist keine Kür, sondern Pflicht. Wer sich heute auf Erfolgen ausruht, verliert morgen den Anschluss. Das spüren auch die Betriebe in der Bodenseeregion: Steigende Kosten, schwankende Nachfrage und geopolitische Unsicherheiten setzen sie unter Druck. Innovationskraft wird damit zum Schlüssel für Zukunftsfähigkeit.

W

ie Unternehmen mit Kreativität, Daten und Technologie bislang ungenutztes Potenzial erschließen können, stand im Mittelpunkt der Fachkonferenz „Wer nicht innoviert, verliert“ am 13. November 2025 im RITZ Innovationszentrum in Friedrichshafen. Gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Bodenseekreis lud das RITZ zu einer praxisnahen „Innovation Journey“ mit Vorträgen und Podiumsdiskussion ein.

Verbindungen zwischen Menschen, die sich wenig kennen und deshalb neue Perspektiven einbringen. Zufällige Begegnungen, ob in der Kantine oder an der Kaffeemaschine, spielen dabei eine zentrale Rolle. Künstliche Intelligenz kann im weiteren Prozess als Sparringspartner dienen, sobald erste Ideen oder konkrete Fragestellungen bestehen. Für kreative Durchbrüche bleibt der Mensch aber unverzichtbar.

Kreativität ist kein Zufall

Von Daten zu Erkenntnissen

Den Auftakt machte Prof. Dr. Matthias Weiss, Inhaber des Zeppelin-Lehrstuhls Innovationsmanagement & Transformation an der Zeppelin Universität. Er stellte klar, dass Innovation nur gelingt, wenn Unternehmen die Wahrscheinlichkeit für kreative Ideen bewusst erhöhen und damit „dem Zufall auf die Sprünge helfen“, wie er es nannte. Gerade im Arbeitskontext liefern nicht die engen, langjährigen Beziehungen die entscheidenden Impulse, sondern sogenannte weak ties – lose

Anschließend zeigte Ralf Walther, Geschäftsführer der mindUp Web + Intelligence GmbH, welches Potenzial in Unternehmensdaten steckt. Fast jede Firma besitzt wertvolle Daten – oft ungenutzt, weil Struktur, Verantwortlichkeiten und Transparenz fehlen. Ohne Datenkompetenz – also die Fähigkeit, Daten einzuordnen, zu analysieren und zu kommunizieren – bleiben Chancen unentdeckt. Gleichzeitig warnte Ralf Walther vor überhöhten Erwartungen an KI. Modelle sind

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fehleranfällig, und ohne geeignete Daten bleibt jede KI wirkungslos. Erst wenn Unternehmen mit den richtigen Fragen an ihre Daten herangehen, entstehen Erkenntnisse, aus denen Ideen hervorgehen können.

Von Erkenntnissen zu Ideen Sind die Daten einmal strukturiert und von guter Qualität, stellt sich die nächste Frage: Wie können Unternehmen daraus neue Ideen entwickeln? Dieser Frage widmete sich Dr. Thomas Abele, Geschäftsführer von TIM Consulting. Er zeigte an Beispielen, wie KI Innovationsprozesse beschleunigt, etwa indem sie Muster sichtbar macht, Ideen generiert oder Entwicklungszeiten reduziert. Zugleich hilft sie dabei, bestehende Fähigkeiten auf neue Märkte zu übertragen. Der Grundgedanke: Produkte ändern sich, Fähigkeiten bleiben.

Von Ideen zu Innovationen Den Abschluss der Innovationsreise bildete Eva Harnisch, Head of R&D bei IONIQ Skincare. Sie berichtete, wie die J. Wagner GmbH – eigentlich spezialisiert auf industrielle Beschichtungssysteme – die eigene Technologie auf ein völlig neues Feld ausweitete: die menschliche Haut. Daraus entstand IONIQ Skincare. Eva Harnisch zeichnete den fast achtjährigen Weg von der ersten Idee bis zur Markteinführung nach und verdeutlichte, welche Faktoren für Innovation entscheidend sind: eine Führung, die klar hinter dem Vorhaben steht, Teams, die Unsicherheit aushalten und bereit sind, Neues auszuprobieren, sowie Prozesse, die flexibel angepasst werden können. Ebenso wichtig sind Durchhaltevermögen und realistische Erwartungen – nicht jeder Plan hält dem Innovationsalltag stand.

Innovation in Unternehmen: Von Hürden zum Sprungbrett In der anschließenden Podiumsdiskussion, moderiert von Luisa Katzenberger, Familienunternehmerin und Managerin bei der Volksbank Bodensee-Oberschwaben, vertieften die Referentinnen und Referenten zentrale Fragen des Abends. Sie betonten, dass Innovation Geld kostet und kurzfristig selten Erträge bringt. Dennoch ist sie notwendig, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Der Konsens: Die Zukunft entsteht an Schnittstellen. Innovation braucht Mut, Offenheit und den Willen, Wissen zu teilen. Dass die Fachkonferenz im RITZ stattfand, war folgerichtig. Hier arbeiten Unternehmen, Start-ups und Forschung daran, Ideen in marktfähige Innovationen zu verwandeln. Das RITZ

Das RITZ wird gefördert durch:

Bleiben Sie mit unserem Newsletter über die Veranstaltungen im RITZ informiert:

bietet die nötige Infrastruktur und schafft ein Umfeld, in dem Zusammenarbeit entsteht und Wissen geteilt wird. Gerade hier kommen jene weak ties zusammen, die kreative Impulse ermöglichen – abteilungs- und unternehmensübergreifend. Genau dieses Zusammenspiel macht es zum passenden Ort, um über die Zukunft von Unternehmen zu diskutieren und neue Impulse für ihre Innovationskraft zu setzen.

RITZ - Regionales Innovations- und Technologietransfer Zentrum Fallenbrunnen 14 D-88045 Friedrichshafen +49 151 70576664 info@ritz-innovationszentrum.com www.ritz-innovationszentrum.com Bildung & Forschung international 67


WiR GmbH

„Im Zentrum unserer Formate steht die Innovation“ IM GESPRÄCH | Maria Rigal, Geschäftsführerin der WiR GmbH (Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg), über die Herausforderungen in Zeiten großer Umbrüche.

Sie haben 2024 die Geschäftsführung der WiR in Zeiten umfassender Transformationen übernommen. Wo wollen Sie Schwerpunkte setzen? Rigal: Die WiR versteht sich als Zukunftsgestalterin für die Region. Wir dürfen in diesem Jahr unser 25-jähriges Jubiläum feiern – und das ist für mich nicht nur ein Moment des Rückblicks, sondern vor allem ein Ausblick. Denn unser Kernauftrag bleibt und ist heute wichtiger denn je: die Unternehmen im Landkreis Ravensburg aktiv zu unterstützen und zu begleiten. Gerade in Zeiten großer Umbrüche ist das entscheidend. Unsere Themen müssen sich dabei kontinuierlich am aktuellen Bedarf orientieren und an dem, was für die Zukunft relevant ist. Deshalb liegen unsere Schwerpunkte noch stärker auf KI, Digitalisierung, Innovation, Fachkräftesicherung und -gewinnung sowie nachhaltigem Wirtschaften. Dabei geht es konkret darum, Orientierung zu geben, praxisnahe Werkzeuge bereitzustellen und Unternehmen bei der 68 Bildung & Forschung international

Umsetzung zu begleiten. Besonders wichtig ist dabei die Vernetzung: Wir bringen Wissenschaft, Verwaltung, Unternehmen und Forschung zusammen, bündeln Wissen, machen es sichtbar und schaffen Plattformen für Austausch und Impulse. So entstehen neue Kooperationen, Projekte und Lösungen. Wirtschaftsförderung bedeutet für mich, als Lotsin zu agieren. Das war schon immer unsere Stärke – unser großes Netzwerk und unser breites Wissen, etwa durch die enge Zusammenarbeit mit der Steinbeis-Stiftung oder den Hochschulen. Darüber hinaus wollen wir stärker als OneStop-Agency auftreten. Die Vielzahl an Informationen, Ansprechpartnern und Förderprogrammen ist für viele kaum zu überblicken, und genau hier übernehmen wir eine zentrale Lotsenfunktion. Unser Ziel ist, dass sich Unternehmen und Entscheidungsträger direkt an uns wenden können, Orientierung erhalten und Zugang zu den Ressourcen bekommen, die sie für ihre Zukunftsfähigkeit brauchen.


„Als eigenständige GmbH können wir schneller, flexibler und unbürokratischer agieren.“ In der Selbstbeschreibung der WiR wird von ihr als ein neutraler Ansprechpartner gesprochen. Sehen Sie auch die Unternehmen und die kommunalen Verwaltungen in dieser Rolle? Als eigenständige GmbH können wir schneller, flexibler und unbürokratischer agieren. Gleichzeitig kennen wir selbst die Herausforderungen, die ein kleiner Betrieb hat – dadurch sind wir auf Augenhöhe. Diese Unabhängigkeit ist ein großer Vorteil. Wir werden nicht als klassische Behörde wahrgenommen und können pragmatisch unterstützen. Das schätzen die Unternehmen sehr. Gleichzeitig profitieren wir davon, kommunal getragen zu sein. Diese Neutralität ist ein weiterer großer Vorteil: Wir verfolgen keine eigenen wirtschaftlichen Interessen, sondern arbeiten ausschließlich für den Standort. Unternehmen bekommen über uns einen leichteren Zugang zur Verwaltung. Wir fungieren oft als Puffer zum Landratsamt, unserem Gesellschafter. In dieser Rolle verstehen wir uns als Übersetzerinnen zwischen den verschiedenen Welten. Unser Aufsichtsrat ist bewusst gemischt – mit Kreisrätinnen und Kreisräten, Vertretern unseres Sponsors Kreissparkasse Ravensburg und der Steinbeis-Stiftung, Vertreterinnen und Vertretern aus Unternehmen sowie Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern. Diese Kombination steht für echte PublicPrivate-Partnership. In welchen Projekten konkretisiert sich diese Vermittlerrolle? Im Zentrum unserer Formate steht die Innovation, weil sie für Zukunftsfähigkeit einfach entscheidend ist. Mit unseren Formaten und Förderprogrammen schaffen wir dafür die Grundlagen und entwickeln sie kontinuierlich weiter. Ein Dauerbrenner ist unser Innovationspreis Landkreis Ravensburg, den es seit 25 Jahren gibt. Was viele nicht sehen: Es geht dabei nicht nur um die Preisverleihung, sondern der ganze Prozess von der Bewerbung bis zur Verleihung ist für uns sehr wertvoll. Wir besuchen alle Unternehmen, die sich bewerben, und haben dadurch einen guten Anlass, direkt vor Ort Einblick zu bekommen. Wir sprechen dann mit Forschung und Entwicklung, der Personalabteilung und den Geschäftsführungen und nehmen dabei neben den Innovationsthemen auch viele andere Aspekte mit – und können in vielen Fällen direkt vermitteln und unterstützen. Ein weiteres Beispiel ist das Förderprogramm „DigiHub Oberschwaben“. Daraus entstehen Formate wie Barcamps oder der Digitale Dialog, bei denen wir Wissensaustausch ermöglichen und konkrete Tools wie KI- oder Digitalisierungschecks anbieten. Weiter ist auch das Förderprogramm Transformationsnetzwerk TIM – ein Bundesprogramm für Transformation, Innovation und Mobilität in der Region Allgäu-BodenseeOberschwaben – bei uns angedockt. Hier reicht das Angebot von Workshops und Impulsen bis hin zu Pop-ups, bei denen Unternehmen mit ähnlichen Herausforderungen gemeinsam Lösungen entwickeln. Dabei entstehen wertvolle Synergien, häufig auch in Zusammenarbeit mit Hochschulen. Ohne die WiR kämen viele dieser Förderprogramme gar nicht erst in die Region. Wir holen diese Mittel bewusst her.

Wie machen Sie die jeweils infrage kommenden Unternehmen auf Ihre Formate aufmerksam? Und wann wissen Sie, ob ein Format angenommen wird? Förderprogramme wie TIM ermöglichen uns, über Netzwerke und Partner – vom Bodenseekreis bis ins Allgäu – aktiv Marketingmaßnahmen zu starten und Unternehmen zu identifizieren. Bereits in den Bewerbungsprozessen für die Projekte verpflichten sich Wissenschaft und Unternehmen, aktiv mitzuwirken. Dadurch mobilisieren die ersten interessierten Unternehmen automatisch auch andere, die in ähnlichen Branchen tätig sind. Es ist ein Prozess, der Zeit braucht, um eine breite Beteiligung zu erreichen. Wie es bei Förderprogrammen Pflicht ist, müssen wir alle Maßnahmen evaluieren. Wir nutzen dafür sowohl Feedbackbögen als auch direkte Rückmeldungen aus den Unternehmen. Besonders wertvoll ist für uns, wenn aus unseren Formaten echte Wirkung entsteht, etwa wenn Unternehmen durch Pop-ups konkrete Probleme lösen und Innovationen entwickeln. Gleichzeitig achten wir darauf, Angebote gezielt und gebündelt zu gestalten, damit Unternehmen nicht durch die Vielzahl an Formaten überfordert werden und wirklich das bekommen, was sie brauchen. In der Region Allgäu-Bodensee-Oberschwaben gibt es etliche Großunternehmen – beteiligen sich diese an den angebotenen Formaten? Während große Firmen meist über eigene Ressourcen und Strukturen verfügen, haben kleine und mittelständische Unternehmen deutlich höheren Unterstützungsbedarf. Trotzdem entsteht eine positive Dynamik, weil beide Seiten voneinander lernen und große Unternehmen die regionale Wirtschaft bewusst mittragen und stärken. Großunternehmen profitieren oft von den pragmatischen Lösungen kleinerer Betriebe – und genau diese Offenheit schafft wertvolle Kooperationen.

„Ohne die WiR kämen viele Förderprogramme gar nicht erst in die Region. Wir holen diese Mittel bewusst her.“ Sie nannten neben dem Fachkräftemangel auch KI als eine Herausforderung. Inwiefern? Und welche Rolle spielt die Integration von Zugewanderten in den Arbeitsmarkt? Der lange prognostizierte demografische Wandel trifft nun spürbar ein, viele Unternehmen im Landkreis Ravensburg berichten derzeit noch von einer stabilen Fachkräftelage, aber mit negativer Prognose. Viele Menschen fürchten zudem, dass KI Arbeitsplätze ersetzen wird. Genau hier sehen wir uns in der Verantwortung, durch Wissens- und Informationsformate aufzuklären und Ängste abzubauen. KI entlastet zunächst mal von monotonen Aufgaben und schafft Raum für höherwertige, produktivere Tätigkeiten. Unternehmen, die diesen Schritt bereits gegangen sind, zeigen eindrücklich, welchen Mehrwert das für Mitarbeitende bringt. Best-Practice-Veranstaltungen zeigen anschaulich, dass KI keine Arbeit wegnimmt, sondern gerade angesichts fehlender geringer qualifizierter Arbeitskräfte eine wertvolle Unterstützung für Unternehmen darstellt. Die Integration von Migrantinnen und Migranten stellt für Unternehmen oft große bürokratische Hürden dar, doch mit unseren Verbindungen zu Kammern und dem Welcome Center können wir aktiv Bildung & Forschung international 69


unterstützen, Informationen bereitstellen und praktikable Lösungen aufzeigen. Ein Problem ist, dass es oft schwierig ist, Auszubildende zu gewinnen, da lange Anfahrtswege und unpraktische Arbeitszeiten dazu führen, dass qualifizierte Azubis absagen, und genau diese Herausforderungen müssen wir adressieren. Welche Veranstaltungen gibt es zum Thema Arbeitsuche? Zwei Beispiele sind die Plattform „Karriere im Süden“ und die Jobmesse CONTACT. „Karriere im Süden“ bewirbt seit über 15 Jahren gemeinsam mit den Nachbarlandkreisen und der Stadt Ravensburg das Fachkräftethema und unsere lebenswerte Region mit passenden Formaten. Die Jobmesse CONTACT richtet sich an arbeitssuchende Zugewanderte und Geflüchtete und wird im Rahmen der Fachkräfteallianz Bodensee-Oberschwaben mit IHK, Jobcenter, Agentur für Arbeit und den Nachbarlandkreisen an fünf Standorten durchgeführt, um Unternehmen bei der Fachkräftegewinnung zu unterstützen. Dabei reagieren wir auch auf aktuelle Bedarfe, etwa mit Angeboten für ukrainische Bewerberinnen und Bewerber oder Personen mit Sprachbarrieren. Das größte Potenzial an zusätzlichen Fachkräften stellen noch immer Frauen – was steckt hinter der Kontaktstelle Frau und Beruf? Die Kontaktstelle Frau und Beruf ist für uns ein echter Erfolgsfaktor und ich darf mit Stolz sagen, dass wir sie seit 20 Jahren betreiben und damit den Bereich Bodensee-Oberschwaben abdecken. Sie ist weit über die Region hinaus be70 Bildung & Forschung international

kannt und geschätzt, denn die Qualität und Wirkung dieser Arbeit spricht für sich. Hier werden Frauen nicht nur individuell beraten, sei es beim Berufseinstieg, bei Gründungen oder beim nächsten Karriereschritt, sondern es gibt auch große Vernetzungs- und Qualifizierungsformate, bei denen Frauen voneinander lernen, sich gegenseitig Mut machen und Vorbilder finden. Gleichzeitig sensibilisieren und unterstützen wir Unternehmen dabei, diese wertvolle FachkräfteRessource zu gewinnen und zu halten – sei es durch flexible Arbeitsmodelle, Teilzeitführung oder praxisnahe Beispiele für geteilte Führungsverantwortung. Dass die Kontaktstelle nach wie vor gebraucht wird und vom Land weiter gefördert wird, zeigt, dass wir hier eine echte Lücke schließen.

Kontaktdaten Wirtschafts- und Innovationsförderungsgesellschaft Landkreis Ravensburg mbH Parkstraße 40 D-88212 Ravensburg Te. +49 751 35 906-60 info@wir-rv.de


Vetter

Jobs mit Sinn: Arbeiten bei Vetter RAVENSBURG | Unternehmen weltweit vertrauen auf den Pharmadienstleister aus Ravensburg und sein verlässliches Team. Seit Jahrzehnten entwickelt sich Vetter stetig weiter – das gilt für Innovationen im Bereich der Pharma- und Biotechindustrie genauso wie für das Wachstum des Unternehmens. 2025 feierte das Unternehmen sein 75-jähriges Jubiläum und damit einen neuen Meilenstein. Für seinen Erfolg setzt Vetter neben einem nachhaltigen Geschäftsmodell vor allem auf seine 7.300 Mitarbeitenden, die Tag für Tag mit hoher Leidenschaft und Sorgfalt arbeiten. Verantwortungsvoll und sinnstiftend Die Mitarbeitenden von Vetter sorgen gemeinsam mit ihren Auftraggebern aus der Pharma- und Biotech-Branche täglich dafür, dass Menschen weltweit mit lebenswichtigen Medikamenten versorgt werden. Damit sie dieser verantwortungsvollen Aufgabe gerecht werden können, bietet das Familienunternehmen neben einem allgemeinen Onboarding-Programm eine intensive Einarbeitung und zahlreiche Benefits, wie ein umfassendes betriebliches Gesundheitsmanagement unter dem Dach Vetter Health. Zudem erhält jeder Mitarbeitende eine kostenfreie betriebliche Krankenzusatzversicherung für (Vorsorge-) Untersuchungen und spezielle Behandlungen, die von gesetzlichen Krankenversicherungen oft nicht übernommen werden. Auch für die Zeit nach dem Berufsleben ist dank einer attraktiven Altersvorsorge gesorgt.

Der richtige Job: Auch für Berufsanfänger und Quereinsteigende Bei Vetter finden Menschen mit verschiedenen beruflichen Hintergründen und in verschiedenen Karrierephasen ihren Platz. Bei Berufsanfängern setzt das Unternehmen besonders auf die Förderung eigener Talente. Das naturwissenschaftliche Ausbildungszentrum, als Ergänzung zum technischen Ausbildungszentrum, unterstützt Vetters Philosophie die hauseigene Aus- und Weiterbildung zu stärken und so proaktiv dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Mit 160 Auszubildenden zählt Vetter zu den führenden Ausbildungsbetrieben in der Region Bodensee-Oberschwaben. Das agile Ausbildungskonzept ermöglicht projektorientiertes, selbstbestimmtes Lernen und fördert zentrale Kompetenzen für die moderne Arbeitswelt. Um auch Menschen den Einstieg zu ermöglichen, deren Sprachkenntnisse für eine Anstellung anfangs nicht ausreichen, hat Vetter das Integrative Einstiegsprogramm entwickelt. Es bereitet gezielt auf Tätigkeiten in der Produktion vor. Neben Sprachtraining werden praxisnahe Kompetenzen und Einblicke in die Unternehmenskultur vermittelt.

Engagement, das sich lohnt

Fotos: Vetter

Für Vetter stehen die Mitarbeitenden im Mittelpunkt des Unternehmenserfolgs. Die Wertschätzung und das Engagement für sie spiegeln sich in zahlreichen Auszeichnungen wider, darunter der Leading Employer Award, bei dem das Unternehmen zum vierten Mal zu den Top 1 % aller Arbeitgeber in Deutschland zählt.

Vetter Pharma-Fertigung GmbH & Co. KG Schützenstr. 87, D-88212 Ravensburg www.vetter-pharma.com/karriere Bildung & Forschung international 71


Foto: HTWG Konstanz

Handwerk und Wissenschaft: Gemeinsam Zukunft gestalten Brücken bauen zwischen Theorie und Praxis Von Julia Kipping; Handwerkskammer Konstanz

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Studenten tüfteln bei der Zimmerei Markus Haller in Aldingen am Fachwerk

KONSTANZ | | Wenn Handwerk und Wissenschaft aufeinandertreffen, begegnen sich zwei unterschiedliche Welten, die voneinander profitieren können. In der Zusammenarbeit von Theorie und Praxis liegt die Chance, Innovation und nachhaltigen Fortschritt voranzutreiben. „Unsere Welt ist von stetigem Wandel und komplexen Herausforderungen geprägt“, sagt Georg Hiltner, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Konstanz. „Da gewinnen Kooperationen zwischen Handwerk und Wissenschaft zunehmend an Bedeutung. Um zukunftsfähig zu werden, müssen wir daran arbeiten, Vorbehalte abzubauen und eine Umgebung schaffen, in der unterschiedlichste Berufsgruppen bestmöglich zusammenarbeiten können.“

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rste Schritte auf dem Weg zu solchen Kooperationen hat die Handwerkammer Konstanz bereits unternommen. Als Partner des Projektes Walz 4.0 unterstützt sie den Wissenstransfer zwischen Meisterschülern und Studierenden. Zimmerer, Architekten und Ingenieure arbeiten an Projekten zusammen und lernen voneinander. Das Interreg-Projekt Walz 4.0 wurde von der Hochschule für Wirtschaft, Gestaltung und Technik (HTWG) Konstanz ins Leben gerufen. Als Koordinator bringt sie Handwerksbetriebe, Hochschulen und Forschungseinrichtungen zusammen. Das Projekt verfolgt einen transdisziplinären Ansatz: Studierende und Meisterschüler der Bildungsakademie Rottweil arbeiten gemeinsam an realen Bauprojekten, entwickeln nachhaltige Konstruktionsmethoden und erproben digitale Werkzeuge. Ziel ist es, den Wissenstransfer zwischen Handwerk und Hochschule zu stärken und Barrieren in der Kommunikation abzubauen. „Das Projekt bietet eine großartige Chance, auf Augenhöhe zu kommunizieren und Verständnis füreinander zu entwickeln“, erklärt Hiltner einen positiven Effekt. Auf Baustellen laufe es oft so, dass Ingenieure und Architekten planen und Handwerker umsetzen. „Wenn Studenten und Meisterschüler allerdings schon in der Ausbildung eine Ebene für einen fachlichen Austausch finden, dann können Bauprojekte mit größerer Effizienz umgesetzt werden. Die Arbeit im Team und der transdisziplinäre Ansatz ermöglichen einen Wissensaustausch, der die Innovationskraft stärkt“, betont Hiltner. „Unsere Meisterschüler haben gesehen, dass sie fachlich zu Lösungen beitragen können. Das tut auch dem Selbstbewusstsein im Handwerk gut. Gemeinsam haben die Teilnehmer gute Lösungen gefunden und voneinander profitiert“, sagt Georg Hiltner. So entstehen Netzwerke, die weit über das einzelne Projekt hinausreichen und neue Impulse für die gesamte Branche setzen können.

teien regelt. Damit räumen sie ein Hindernis aus dem Weg, an dem solche Projekte bislang oft gescheitert sind. Bei der Umsetzung ergänzen sich die Unternehmen: Radiant wurde durch die HTWG Konstanz gefördert und bringt wissenschaftliche Innovationskraft ein. Das Unternehmen hat ein System entwickelt, das eine direkte Verbindung der PV-Anlage zu mehreren Wohneinheiten hinter den Stromzählern ermöglicht. Als bestens aufgestellter Handwerksbetrieb garantiert Solar Buhl die fachgerechte Installation und Marktnähe. Durch die vereinfachte Anbindung einzelner Wohneinheiten ließe sich in urbanen Räumen die Nutzung erneuerbarer Energien erhöhen. Für ihre Idee haben die Unternehmen den Innovationspreis Junges Handwerk 2025 gewonnen. Der Preis wurde erstmals durch den Verein UfG – Unternehmer:innen für Gründer:innen, die Handwerkskammer Konstanz und solarLAGO vergeben. „Die Auszeichnung soll auch in der Öffentlichkeit das Bewusstsein schaffen, dass das Handwerk in vielen Bereichen ein zentraler Akteur der Transformation ist. Es ist innovativ und bringt neue Technologien in den Markt. Handwerker sehen als erste, wenn etwas in der Praxis nicht funktioniert und suchen nicht selten selbständig nach Lösungen“, so Georg Hiltner. Gemeinsame Projekte von Handwerk und Wissenschaft wie die genannten stärken die Innovationskraft im Land und ermöglichen, dass neue Technologien schneller in die Anwendung kommen. „Innovation braucht Rückenwind – und genau den wollen wir mit solchen Projekten geben“, macht Georg Hiltner deutlich. „Als Bildungsträger gehen wir diesen Weg weiter. Wir wollen dauerhaft solche Netzwerke aufbauen und zur Verfügung stellen, um einen fachlichen Austausch zwischen den Gewerken und anderen Disziplinen zu fördern. In einer solchen Umgebung können Innovationen entstehen und am Markt getestet werden.“

Innovationspreis Junges Handwerk: Wenn Kooperationen Preise gewinnen Ein weiteres gelungenes Beispiel für die fruchtbare Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Handwerk zeigt ein Projekt zwischen dem Handwerksbetrieb Solar Buhl aus Radolfzell und dem Konstanzer Startup Radiant auf. Gemeinsam haben sie eine smarte Photovoltaik-Lösung für Mehrfamilienhäuser entwickelt, die Erzeugung, Abrechnung, Verbrauch und Einspeisung unkompliziert zwischen den Par-

Handwerkskammer Konstanz Webersteig 3, D-78462 Konstanz Tel. +49 7531 2050 info@hwk-konstanz.de www.hwk-konstanz.de www.bildungsakademie.de Bildung & Forschung international 73


Foto: Thum & Partner

Ihr geistiges Eigentum – Schutzstrategien und Durchsetzung Autor: Sebastian Schneller, Rechtsanwalt

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ie Bodenseeregion gehört mit Unternehmen aus Hochtechnologiebereichen, wie Maschinenbau, Medizintechnik, Elektronik und Sicherheitstechnologien, zu den innovativsten Industriestandorten Europas. Produkte der ansässigen Unternehmen sind weltweit gefragt. Der technologische Vorsprung der Region kann dauerhaft aber nur gesichert werden, wenn Innovationsund Entwicklungsprozesse sowie Schutzstrategien der Protagonisten aufeinander abgestimmt sind.

Nicht nur die Wahl des geeigneten Schutzrechts, sondern auch dessen Durchsetzbarkeit spielt eine maßgebliche Rolle bei der Schutzrechtsstrategie. Seit der Einführung des europäischen Einheitlichen Patentgerichts (Unified Patent Court, kurz UPC) im Jahr 2023 ist eine flächendeckende Durchsetzung von Patenten in zahlreichen EU-Mitgliedstaaten in übergreifenden Gerichtsverfahren möglich. Das UPC eröffnet Patentinhabern strategische Vorteile, deren Grundstein frühzeitig bereits während Patenterteilungsverfahren gelegt wird.

Patentschutz bleibt dafür ein zentrales Werkzeug. Patente schaffen belastbare Exklusivität und stärken die Position von Unternehmen gegenüber Partnern und Wettbewerbern. Eine abgestimmte Patentstrategie erfordert gleichermaßen ein Bewusstsein für Risiken, die sich aus der Veröffentlichung von Patenten ergeben. Gerade bei Sicherheitstechnologien muss frühzeitig geklärt werden, ob und welche Innovationsdetails geheim gehalten werden sollen. Danach entscheidet die sorgfältige Ausarbeitung von Patentanmeldungen und ergebnisorientierte Erteilungsverfahren über den Wert eines Patents.

Wir sind Ihr Partner zum Schutz Ihres geistigen Eigentums und zur Durchsetzung Ihrer Schutzrechte. Wir unterstützen Unternehmen im gewerblichen Rechtsschutz mit technischer Expertise und schutzrechtsstrategischer Erfahrung aus einer Vielzahl von Verfahren. Unsere Expertise greift bereits bei der Formulierung von Patentanmeldungen. Wir vertreten unsere Mandanten erfolgreich in Verfahren europaweit sowie in der Schweiz, vor Patentämtern und Gerichten und natürlich auch vor dem UPC. Unser ergebnisorientierter strategischer Beratungsansatz verbindet Patente, Designs, Marken und Geheimhaltung zu einem stimmigen Gesamtpaket für unsere Mandanten.

Designschutz flankiert Patentschutz. Pro­dukte besitzen charakteristische Ausgestaltungsmerkmale, die eigenständig schutzfähig sind. Hierfür lassen sich schnell und kosteneffizient Designs registrieren. Ein auf den Patentschutz abgestimmtes Designportfolio erschwert es Wettbewerbern, Produkte zu kopieren und schützt die visuelle Identität ganzer Produktreihen, ohne technische Details offenzulegen. Wirkungsvoller Geheimnisschutz ist für Innovationen unerlässlich, die nicht publik gemacht werden sollen. Entscheidend hierfür ist eine stringente organisatorische und technische Umsetzung in Unternehmen, damit geheim zuhaltendes geistiges Eigentum geschützt bleibt. 74 Bildung & Forschung international

Thum & Partner Thum, Mötsch, Weickert Patentanwälte PartG mbB Hofhalde 1, D-78462 Konstanz Tel. +49 89 90 42 96 350 info@thum-ip.de www.thum-ip.de


W4 – der Wissenschaftsverbund der Vierländerregion 25 Hochschulen – von Universitäten über Fachhochschulen, Hochschulen für Angewandte Wissenschaften und Pädagogische Hochschulen bis hin zu Kunst- und Musikhochschulen. Deutschland Duale Hochschule Baden-Württemberg Ravensburg / Friedrichshafen Hochschule Albstadt-Sigmaringen Hochschule Furtwangen Hochschule Kempten Hochschule Konstanz – Technik, Wirtschaft und Gestaltung RWU Hochschule Ravensburg-Weingarten Pädagogische Hochschule Weingarten Staatliche Hochschule für Musik Trossingen Universität Konstanz Zeppelin Universität Liechtenstein Universität Liechtenstein

Österreich Fachhochschule Vorarlberg Pädagogische Hochschule Vorarlberg Stella Vorarlberg – Privathochschule für Musik Schweiz OST – Ostschweizer Fachhochschule Rapperswil / St. Gallen Zürcher Hochschule der Künste ZHAW Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften Universität Zürich Universität St. Gallen HfH Interkantonale Hochschule für Heilpädagogik Pädagogische Hochschule St. Gallen Pädagogische Hochschule Schaffhausen Pädagogische Hochschule Thurgau Pädagogische Hochschule Zürich SHLR Schweizer Hochschule für Logopädie Rorschach

www.wissenschaftsverbund.org

KARRIEREMESSE – JOBS FÜR DEN SÜDEN Berufliche Perspektiven für alle Qualifikationen und Generationen Die nächste KARRIEREMESSE findet im April 2026 in Ravensburg statt. Die etablierte Jobmesse für Recruiting und Personalmarketing zog letztes Jahr 94 Aussteller und 1.650 Besucher an. Studenten, Absolventen, Berufsein-, und Umsteiger, Experten sowie erfahrene Fach- und Führungskräfte kommen hier mit den Job-Angeboten aus Industrie, Handel und Dienstleistung in Kontakt. Bildungsträger, Hochschulen und Universitäten aus der 4-Länder-Region bieten zudem eine Übersicht der Weiterbildungs-möglichkeiten und deren Finanzierung an. Ein Arbeitgeber Pitch, Coaching-Angebote und professionelle Bewerberfotos runden einen Messebesuch ab.

Jobs für den Süden

KARRIERE MESSE 24. April 2026 11 – 19 Uhr

Oberschwabenhalle Ravensburg www.karrieremesse-im-süden.de

Die KARRIEREMESSE 2026 findet am Freitag, den 24.04.2026 von 11 – 19 Uhr in der Oberschwabenhalle Ravensburg statt. Der Eintritt ist frei. Ausstellerverzeichnis und Besucherinformationen unter www.karrieremesse-im-süden.de

Premiumpartner

Eine Veranstaltung von

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Foto: Achim Mende

STÄDTE, GEMEINDEN, KREISE


Mit 82 m Höhe hat das Radolfzeller Münster den höchsten Kirchturm am Bodensee. 2026 feiert die Stadt 1200-jähriges Jubiläum.


Foto: homebase-design.de

1200 Jahre Radolfzell „Geschtern. Heit. Morge.“ RADOLFZELL | Im Jahr 2026 ist es 1200 Jahre her, dass Bischof Radolt von Verona auf dem Hügel, auf dem heute das Münster Unserer Lieben Frau steht, seine Cella Ratoldi gründete – und damit den Grundstein für die Stadtentwicklung von Radolfzell legte. Ein wichtiger Meilenstein in der Stadtentwicklung war die Industrialisierung im 19. Jahrhundert: Radolfzell entwickelte sich vom kleinen Marktflecken zu einem bedeutenden Industrie- und Handelsstandort und wuchs über seine historischen Mauern hinaus.

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eben der Industrie spielt mittlerweile auch der Tourismus eine zentrale Rolle. Die Stadt hat sich zu einem beliebten Erholungsort mit modernen Kureinrichtungen, vielfältigen Angeboten für Gäste und Einwohner sowie einer gut ausgebauten Infrastruktur entwickelt – und sich trotz aller Veränderungen seinen historischen Charme bewahrt. Das Jubiläumsjahr 2026 bietet die

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Gelegenheit, zurückzublicken, die Gegenwart zu feiern und den Blick in die Zukunft zu richten. Ein abwechslungsreiches Programm mit Veranstaltungen und Projekten lässt Geschichte lebendig werden, würdigt die kulturelle Vielfalt und setzt neue Impulse für die Weiterentwicklung der Stadt. Welche Veranstaltungen, Aktionen und Angebote es gibt, erfahren Interessierte auf der Internetseite www.radolfzell1200.de.


Themenschwerpunkte Geschichte, Kultur und Entfaltung Im Mittelpunkt stehen bei allem die drei Themenschwerpunkte: Geschichte, Kultur und Entfaltung (Geschtern, Heit, Morge). Unter dem Titel „Geschtern“ wird Radolfzells Vergangenheit zum Erlebnis. „Heit“ hebt die kulturelle Vielfalt der Gegenwart hervor, und „Morge“ eröffnet Perspektiven für eine positive Zukunft. Dabei war es der Stadtverwaltung wichtig, im Jubiläumsjahr die Menschen in den Mittelpunkt zu stellen, die in Radolfzell leben, wohnen und arbeiten. Dies geschieht im Rahmen von Bürgerprojekten, die von Privatpersonen, Vereinen und Institutionen aus Radolfzell und den Ortsteilen eigenständig konzipiert, vorbereitet und umgesetzt werden. Ob Festspiele im Mögginger Schlosshof, ein Tanz-Flashmob in der Innenstadt oder ein Sportwochenende für alle auf dem Marktplatz: Für alle Generationen und für jeden Geschmack ist etwas dabei! Zusammen mit anderen Jubiläumsveranstaltungen sowie den bereits fest im Kalender der Stadt verankerten Ereignissen wie dem Hausherrenfest oder der Kulturnacht ergibt sich ein buntes, vielfältiges und abwechslungsreiches Veranstaltungs-Kaleidoskop im Jubiläumsjahr.

„Wir möchten die tiefgreifenden, historischen Wurzeln lebendig und erlebbar machen. Und dabei die Bürgerinnen und Bürger nicht nur informieren, sondern mit einbeziehen und somit ein Teil des Jubiläums werden lassen. Simon Gröger, Oberbürgermeister der Stadt Radolfzell

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RADio Zell – Geschichte hören. Radolfzell erleben. Zum Stadtjubiläum „1200 Jahre Radolfzell“ erscheint mit RADio Zell ein ganz besonderer Podcast: In sechs kurzweiligen Folgen führen Alexander Röhm (Leiter des Stadtarchivs) und Rüdiger Specht (Leiter des Stadtmuseums) durch die spannende Geschichte von Radolfzell – vom legendären Stadtgründer Radolt bis hin zu den Ortsteilen, den einflussreichen Hausherren und vielen weiteren historischen Facetten. Die erste Folge erscheint am 13. Januar 2026, danach folgen neue Episoden alle zwei Monate am 13. Tag eines Monats – über das gesamte Jubiläumsjahr hinweg. Der Podcast wird über verschiedene Medienkanäle veröffentlicht. Über Pressemitteilungen, Ankündigungen auf der Internetseite sowie Social Media und im Amtsblatt Hallo Radolfzell wird informiert, auf welchen Kanälen der Podcast erscheinen wird.

Foto: homebase-design.de

Die Hörer erwarten fundiert und verständlich erzählte historische Hintergründe, spannende Funfacts sowie Themen mit lokalem Bezug. Zum Jubiläumswochenende im September ist eine Spezialfolge mit Oberbürgermeister Simon Gröger geplant.

Ob zu Hause oder unterwegs: RADio Zell macht Stadtgeschichte erlebbar – unterhaltsam, informativ und mit viel Herz für Radolfzell.

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Foto: homebase-design.de

Zu den Jubiläums-Höhepunkten zählt die Nacht der Radolfzeller Unternehmen reloaded am 9. Mai von 17 – 23 Uhr, bei der die Stadt zum Erlebnisraum wird.

Freitag

08.05. DämmerShoppen Beim DämmerShoppen anlässlich des 50-jährigen Jubiläums der Aktionsgemeinschaft am 8. Mai 2026 verwandelt sich die Innenstadt ab 18 Uhr in einen großen, offenen

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Laufsteg. Bis in die späten Abendstunden laden die Geschäfte zum entspannten Bummeln ein – mit besonderen Aktionen, Angeboten und kleinen Highlights für Spätshopper.

Stadtverwaltung Radolfzell Marktplatz 2 D-78315 Radolfzell am Bodensee Tel. +49 7732 81-0 stadt@radolfzell.de www.radolfzell.de


Nacht der Radolfzeller Unternehmen 09.05. reloaded Samstag

Unternehmen, die das Stadtjubiläum unterstützen, öffnen an diesem Abend ihre Türen und bieten spannende, exklusive Einblicke in ihre Arbeitswelt. Wie schon bei der ersten „Nacht der Radolfzeller Unternehmen“ im Jahr 2017 werden auch diesmal Orte erlebbar, die sonst nicht öffentlich zugänglich sind – sowohl auf den eigenen Firmengeländen als auch in der Innenstadt. Besucherinnen und Besucher können an verschiedenen Standorten Produktionsbereiche und Werkstätten kennenlernen, sich über Ausbildungs- und Karrieremöglichkeiten bei potenziellen Arbeitgebern informieren und spannende Einblicke in moderne Technik, Handwerk und Dienstleistung erhalten. Neben Führungen und Ausstellungen werden auch Mitmachaktionen, Präsentationen und Informationsstände angeboten. Auf dem Marktplatz erwartet die Gäste zudem ein vielfältiges Programm mit Infoständen, Vorführungen und Beiträgen zu Themen wie Nachhaltigkeit, Energieversorgung und Stadtentwicklung. Künstlerische und kulturelle Beiträge ergänzen das Programm und verbinden Wirtschaft, Kreativität und Gemeinschaft zu einem besonderen Erlebnis

für die ganze Stadt, etwa in Form von Theater oder interaktiven Darbietungen. Kinder können sich an kreativen Angeboten beteiligen, während Musik, Unterhaltung und kleine Überraschungen für eine lebendige Atmosphäre sorgen. Für stimmungsvolle Akzente sorgt auch ein durchdachtes Lichtkonzept mit Bannern, leuchtenden Wegen und eindrucksvollen Installationen – gekrönt von einer Farbenpracht. Die verschiedenen Stationen sind bequem mit einem kostenlosen Shuttlebus erreichbar. Wer lieber aktiv unterwegs ist, kann die Route mit dem Rad erkunden – unterstutzt von Zweirad Joos, der kostenfreie Leihfahrräder zur Verfügung stellt. Mit dabei sind:

Allweiler GmbH Aptar Radolfzell GmbH BW Energiekonzepte GmbH DB Regio AG Kammerer Medical Systems GmbH & Co. KG Meichle & Mohr GmbH M&C Veranstaltungs- und Medientechnik OPTIMA pharma containment GmbH Pematech GmbH PETEK Reinraumtechnik GmbH SBB GmbH SCHIESSER GmbH SK ONE GmbH Sparkasse Hegau-Bodensee Stadtwerke Radolfzell GmbH Volksbank Bodensee-Oberschwaben

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Städte, Gemeinden, Kreise 81


Überlingen

Auf Wachstumskurs ÜBERLINGEN | Eine Stadt, die von Urlaubern wie Tagestouristen als Sehnsuchtsort geschätzt wird und zugleich seit Jahrzehnten als Zentrum für Gesundheit und Wohlbefinden gilt – doch all das ist nur eine Seite ihres Profils. Denn Überlingen zeigt heute noch ein weiteres Gesicht: das einer wirtschaftlich erstarkten, industriefreundlichen Kommune mit stabilem Unternehmensumfeld und stetig wachsender Beschäftigung. Seit 2015 verzeichnet Überlingen einen bemerkenswerten Beschäftigungszuwachs: Die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten kletterte um 19,4 Prozent auf 11.665 – damit wächst die Stadt fast doppelt so dynamisch wie der gesamte Bodenseekreis mit 10,2 Prozent. Mit einem prognostizierten Gewerbesteueraufkommen von 42 Millionen Euro im Jahr 2026 steuert Überlingen zudem auf einen neuen wirtschaftlichen Höchststand zu. Erstmals übersteigt das Haushaltsvolumen die Marke von 100 Millionen Euro, und das geplante Investitions­volumen von 211 Millionen Euro erreicht Dimensionen, wie man sie sonst eher aus deutlich größeren Städten kennt.


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er wirtschaftliche Aufschwung wird maßgeblich von den ansässigen Industriebetrieben getragen, die dem Standort seit Jahren Vertrauen entgegenbringen und hier weiter expandieren. Da die Gewerbeflächen nahezu vollständig belegt sind – im Gebiet Oberried sind lediglich zwei Grundstücke verbleibend –, arbeitet die Stadt bereits an der Entwicklung eines neuen interkommunalen Gewerbegebiets in Andelshofen. Bei der Auswahl der Betriebe verfolgt die Wirtschaftsförderung eine klare Linie: bevorzugt werden Unternehmen, die eine hohe Wertschöpfung auf begrenzter Fläche erzielen. Erfolgreiche Beispiele in Überlingen dafür sind RAFI Eltec und die Endress+Hauser SICK GmbH+Co.KG, die mit Elektronikfertigung, Sensorik und Emissionsmesstechnik technologisch anspruchsvolle Produkte entwickeln und produzieren, ohne große Flächen zu beanspruchen.

Wachstumstreiber Diehl Defence Ein bedeutender Motor des aktuellen Wirtschaftsbooms ist Diehl Defence – ein Unternehmen mit tiefen Überlinger Wurzeln, das durch das vor Ort entwickelte Luftabwehrsystem IRIS-T SLM internationale Bekanntheit erlangt hat. Im November 2025 wurde der Grundstein für ein neues Innovations- und Entwicklungszentrum gelegt, das direkt an den bestehenden Standort anschließt. Bis zu 500 zusätzliche Mitarbeitende sollen dort künftig arbeiten. Das Zentrum gilt als entscheidender Baustein für die Entwicklung sicherheitsrelevanter Schlüsseltechnologien und trägt sowohl zur Verteidigungsfähigkeit Deutschlands als auch zur Schaffung hochqualifizierter Arbeits- und Ausbildungsplätze vor Ort bei. Die hohen Gewerbesteuereinnahmen haben Überlingen in die Gruppe der finanzstarken Kommunen aufsteigen lassen; die Stadt leistet nun selbst Beiträge im kommunalen Finanzausgleich. Trotz rückläufiger Landeszuweisungen und steigender Kreisumlagen ermöglicht der Doppelhaushalt 2026/27 ein Rekordinvestitionsprogramm. Dazu zählen der Neubau des Gymnasiums, der erste Bauabschnitt des Wiestorcampus, der Neubau der Feuerwehrfahrzeughalle sowie Investitionen in Ganztagesbetreuung und Anschlussunterbringung. Ein weiterer Standortvorteil ist der moderate Gewerbesteuerhebesatz von 370 Prozent, der Überlingen im Standortvergleich attraktiv hält und sowohl be-

stehenden Unternehmen als auch möglichen Neuansiedlungen Planungssicherheit gibt. Ergänzend dazu wächst die lokale Gründerszene. Mit dem neuen „Founder Talk“ ab November 2025 und dem bereits etablierten „Founder Walk“ schafft die Stadt moderne Austauschplattformen für Gründerinnen, Start-ups, Selbständige sowie kleine und mittlere Unternehmen. Damit setzt Überlingen gezielt Impulse, um neben den großen Industriebetrieben auch junge Unternehmen und kreative Unternehmende in ihrer Entwicklung zu unterstützen.

Hoher Bedarf an Wohnraum Der wirtschaftliche Erfolg bringt allerdings auch Herausforderungen mit sich – insbesondere einen stark steigenden Bedarf an Wohnraum. Dringend benötigt werden vor allem bezahlbare Mietwohnungen. Eine zentrale Rolle übernimmt dabei das neue Baugebiet „Südlich Härlen“, das sich über rund 4,7 Hektar erstreckt und ein vielfältiges Wohnquartier mit Angeboten in unterschiedlichen Größen und Preisklassen schaffen soll. Damit reagiert die Stadt auf die anhaltend hohe Nachfrage und setzt zugleich auf eine lebendige, sozial durchmischte Quartiersstruktur, die die Attraktivität Überlingens als Wohnstandort langfristig sichern soll. Gleichzeitig entsteht hier ein Viertel, das moderne Stadtentwicklung und Nachhaltigkeit verbindet. Das sogenannte Schwammstadt-Konzept sorgt dafür, dass Regenwasser nicht einfach abfließt, sondern im Gebiet zurückgehalten, versickert und zur Bewässerung genutzt wird. Baumrigolen, Retentionsflächen und abflussfreie Quartiersplätze machen das neue Stadtgebiet fit für die klimatischen Herausforderungen der Zukunft. So kombiniert „Südlich Härlen“ dringend benötigten Wohnraum mit innovativen ökologischen Lösungen – und setzt damit ein Zeichen für eine nachhaltige Weiterentwicklung Überlingens.

Große Kreisstadt Überlingen Münsterstr. 15-17 D-88662 Überlingen Tel. +49 7551 990 rathaus@ueberlingen.de www.ueberlingen.de


innolab bodensee

Mit Tempo zur Innovation KONSTANZ | Der Mittelstand lebt von Ideen – doch oft fehlen Zeit, Ressourcen und Technik für die Umsetzung. Das innolab bodensee schließt diese Lücke: Mit dem neuen Angebot innolab SPRINT Factory, einer modernen Werkstatt-Infrastruktur sowie dem Science-Bereich werden Ideen schneller zu Prototypen und markt­fähigen Innovationen.

Innovationskraft mit System: Das innolab bodensee als Partner des Mittelstands

Neues Format: Mit der innolab SPRINT Factory Ideen beschleunigen

Um Produkte und Geschäftsmodelle zügig zur Marktreife zu bringen, braucht es kreative Ideen, bewährte Methoden und die passende Infrastruktur. Genau hier setzt das innolab bodensee an: Als zentrale Anlaufstelle für Innovation, Prototyping und Technologietransfer bietet es Unternehmen die perfekte Umgebung, um Vorhaben erfolgreich umzusetzen.

Mit der neuen innolab SPRINT Factory hat das innolab bodensee ein Format geschaffen, das speziell auf mittelständische Unternehmen zugeschnitten ist. Ziel ist es, kreatives Potenzial der Mitarbeitenden freizusetzen und Ideen systematisch in greifbare Ergebnisse zu verwandeln.

Mit über 40 modernen Maschinen, flexiblen Werkstätten und einem erfahrenen Expertenteam begleitet das innolab bodensee Unternehmen von der ersten Idee bis zum marktfähigen Produkt. Ergänzt wird das Angebot durch den Bereich innolab bodensee science – eine Life-Science-Laborumgebung mit automatisierten Geräten, die Start-ups, KMU und Forschungsteams einen unkomplizierten Zugang zu hochwertiger Labortechnik ermöglicht.

In moderierten Workshops entwickeln Teams gemeinsam neue Lösungen, priorisieren Ansätze und überführen sie in konkrete Konzepte. In kurzen

DER NUTZEN FÜR UNTERNEHMEN: ↗

Ergebnisse in wenigen Wochen statt langer Vorlaufzeiten

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Funktionierende Prototypen statt Präsentationsfolien

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Kalkulierbare Kosten durch feste Rahmenbedingungen

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Motivation des Teams durch sichtbare Fortschritte

SPRINT FACTORY

INNOLAB SPRINT FACTORY

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IDEENSAMMLUNG

KONZEPTIONIERUNG

ENTSCHEIDUNG

PROTOTYPING SPRINT

TEST

2 Wochen

4-6 Wochen

1-5 Tage

AKTION

Ideensammlung & Strukturierung

Lösungsskizzierung

iterative Umsetzung

reales Nutzerfeedback

Überblick über Pain-Points & Möglichkeiten

Angebot für Prototyp

funktionaler Prototyp

validierter Prototyp

DAUER

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ERGEBNIS

AUFTRAGGEBER

2 Tage

84 Städte, Gemeinden, Kreise

Auswahl & Beauftragung

Innerhalb von fünf Phasen wird mit der innolab SPRINT Factory das kreative Potenzial der Mitarbeitenden und deren Ideen freigesetzt und systematisch in greifbare Ergebnisse verwandelt.


Foto: innolab bodensee

Einblick in den Science-Bereich des innolab bodensee: Das Labor bietet Start-ups und Unternehmen flexible Möglichkeiten für Forschung und Entwicklung.

Prototyping-Sprints entstehen daraus testfähige Ergebnisse – Schritt für Schritt wächst so eine transparente Innovations-Pipeline. Dank Time- & Cost-Boxing behalten Unternehmen jederzeit Kosten- und Planungssicherheit. Jeder Zyklus liefert einen funktionsfähigen Prototyp, der früh getestet und weiterentwickelt werden kann – für schnelle Resultate und motivierte Teams.

innolab bodensee science – Life-ScienceInnovation ohne Hürden

Tsvetan Kardashliev, Co-Founder & CEO des Biotechnologie-Start-ups CarbonBite, nutzt das Labor seit Anfang 2025: „Für unser Start-up war es entscheidend, schnell auf professionelle Laborgeräte zugreifen zu können, ohne hohe Fixkosten. Das innolab science hat uns diesen Einstieg ermöglicht. Zudem profitieren wir vom Austausch mit anderen innovativen Unternehmen, die unterschiedliche Kompetenzen einbringen und sich hervorragend ergänzen.“ Im innolab bodensee science entwickelt CarbonBite nachhaltige Technologien zur Herstellung von Kohlenhydratmolekülen und Lipiden aus nachwachsenden Rohstoffen – mit Anwendungen in Kosmetik, Lebensmittel, AgriTech und Pharma. Damit ergänzt das innolab bodensee science das bestehende Angebot um einen wichtigen Baustein: einen flexiblen Zugang zur Life-Science-Innovation, der den Mittelstand stärkt und die Region als Standort für zukunftsweisende Technologien weiter ausbaut.

Niederschwelliger Zugang, flexible Buchungen und ein begleitender Expertenpool sorgen für einen unkomplizierten Start. Gleichzeitig profitieren Nutzer:innen von einem starken Netzwerk aus innovativen Partnern im Haus und am Campus von THE PLANT.

Zukunft gestalten im innolab bodensee

Foto: Rita Strassburg

Das innolab bodensee science stärkt gezielt die Life-Science-Start-ups und Forschungsteams der Region. Mit einem einzigartigen Angebot unterstützt es Gründerinnen, Gründer und Unternehmen dabei, innovative Ideen schnell, praxisnah und kosteneffizient umzusetzen – und das ohne eigene Investitionen in Laborausstattung.

Die Kombination aus modernster Infrastruktur, praxisnahen Methoden und regionaler Vernetzung macht das innolab bodensee zu einem echten Innovationsmotor. Wer Zukunft gestalten möchte, sollte nicht warten – sondern im innolab bodensee starten.

Ansprechpartner: innolab bodensee Klaus König Bücklestraße 3, D-78467 Konstanz Klaus.koenig@innolab-bodensee.de www.innolab-bodensee.de

Ein Erstgespräch mit Klaus König vereinbaren:

Städte, Gemeinden, Kreise 85


Zusammen mit der Crescere Stiftung Bodensee wird das Semina farm.Stipendium vergeben (im Bild v.l. Christina Groll, Dr. Stephan Tögel, Wolfgang Münst).

Nachwuchsförderung ist Wirtschaftsförderung: Christina Groll begrüßt regelmäßig Konstanzer Schulen und Studierende in der farm.

Moderne Räume für Gründende auf 3,5 Etagen. Seit 2021 ist das Konstanzer Gründungszentrum in der Bücklestraße ansässig.

farm – Gründung & Innovation Wo Ideen wachsen und Wirtschaft Zukunft gestaltet KONSTANZ | Bei farm – Gründung & Innovation schlägt das Herz der Konstanzer Gründungsszene. Das Gründungs- und Innovationszentrum in der Stadt am See ist weit mehr als ein Ort mit modernen Büros und Produktionsräumen – es ist ein lebendiges Ökosystem, in dem Ideen, Know-how und Unternehmungsgeist zusammenkommen. Hier teilen Menschen Wissen, entwickeln Ideen und gestalten Zukunft – mitten in Konstanz, auf dem Innovationsareal mit Makerspace und Wirtschafts­ förderung direkt vor der Tür.

Das Gründungszentrum farm unterstützt Gründende und Start-ups in allen Phasen ihrer Entwicklung – von der ersten Idee bis zum erfolgreichen Markteintritt. Neben Raum für Gründung und Innovation bietet sie individuelle Beratung, praxisnahe Workshops und Vorträge sowie den Zugang zu Gründungsexpertise und Unternehmens-Knowhow. Als zentrale Plattform im Konstanzer Gründungsnetzwerk vernetzt farm junge Unternehmen gezielt mit der städtischen Wirtschaftsförderung, der Universität Konstanz, der HTWG, den Wirtschaftskammern und anderen regionalen Partner:innen. So bündelt sie Kompetenzen, schafft Synergien und ermöglicht einen direkten Austausch zwischen jungen und etablierten Unternehmen. Darüber hinaus arbeitet der Hub eng mit dem regionalen Makerspace innolab bodensee zusammen. Hier entwickeln Gründer:innen Prototypen und setzen Konzepte in marktfähige Produkte um – unterstützt von modernem Maschinenpark, Laboren und einem Expert:innennetzwerk für Produktentwicklung und Prozesse.

Ob Gründende oder etablierte Unternehmen, Vorträge, Workshops und Netzwerk-Events bieten Platz für Austausch und Synergien.

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Besonders wertvoll ist die Verbindung von Start-ups und Wirtschaft In Netzwerkformaten wie den Female Business Days oder der Konstanzer Gründungswoche kommen beide Seiten gezielt zusammen. Start-ups bringen frische Ideen, Agilität und neue Technologien ein, während etablierte Betriebe Wissen, Strukturen und Marktzugang teilen. So entsteht ein inspirierender Dialog – Innovation trifft auf Erfahrung, Dynamik auf Stabilität. „In der farm geht es nicht nur um Räume, sondern um Menschen, die etwas bewegen wollen“, sagt Christina Groll, Leiterin des farm Technologiezentrums. „Wir schaffen Verbindungen, die Konstanz als Gründungs- und Wirtschaftsstandort nachhaltig stärken.“

farm – Gründung & Innovation Technologiezentrum Christina Groll Bücklestr. 3, D-78467 Konstanz Tel. +49 7531 / 900-2011 Christina.Groll@konstanz.farm www.konstanz.farm


Foto: Andreas Baur – BioLAGO

Das Organisationsteam der EnergieWelten von solarLAGO, cyberLAGO, BodenseeForum Konstanz, v.l.n.r.: Sonja Siegner, Alexander Schuler, Ralph J. Schiel, Nicole Amann, Ruth Bader

solarLAGO

Klimawirtschaftsförderung trifft Netzwerkpower solarLAGO ulsgeber KONSTANZ | „Die Transformation der Wirtschaft hin zu Klimaneutralität gelingt nur im Schulterschluss,“ so Ralph J. Schiel, Geschäftsführer bei solarLAGO e. V. „Wir bündeln Kräfte aus Wirtschaft, Wissenschaft und Kommune – und begegnen dieser Herausforderung mit gezieltem Support, strategischer Vernetzung und projektorientiertem Handeln.“

als Imp am Wirtschaftsstandort Bodensee

für Austausch, Wissenstransfer und Kooperation zwischen Wirtschaft, Wissenschaft und Zivilgesellschaft.

Der gemeinwohlorientierte Verein solarLAGO steht seit seiner Gründung für die Verbindung von erneuerbaren Energien, Energieeffizienz und nachhaltiger Wirtschaftsförderung. Das Netzwerk versteht sich als Impulsgeber, Synergienschaffer und Beschleuniger für Unternehmen, Kommunen und Institutionen bei der praktischen Umsetzung der Energiewende – von Photovoltaik und Speichersystemen bis hin zu nachhaltigen Geschäftsmodellen und zirkulären Wertschöpfungsketten.

Standortvorteil durch Klimawirtschaft Die Förderung der Klimawirtschaft ist längst zu einem Standortfaktor geworden. solarLAGO trägt mit seiner Arbeit dazu bei, dass sich die Region Konstanz zum Modellraum für nachhaltige Wirtschaft weiterentwickelt – innovativ, kooperativ und zukunftsfähig.

Praxisnah. Wirkungsvoll. Vernetzt solarLAGO steht für niederschwellige, praxisorientierte Angebote: Workshops, Beratungen und Fachveranstaltungen zeigen konkrete Wege, wie Unternehmen, Handwerksbetriebe, Kommunen und Privatpersonen ihre Energieeffizienz steigern, Emissionen senken und neue Geschäftsmodelle entwickeln können. Mit wirkungsstarken Hebeln wird der Fortschritt transparent nachvollziehbar.

Ein zentraler Erfolgsfaktor ist die enge Zusammenarbeit mit den Schwesterclustern BioLAGO (Gesundheitswirtschaft) und cyberLAGO (Digitalisierung). Gemeinsam gestalten die drei Netzwerke sektorenübergreifend die regionale Innovationsstrategie. Auch das Bodenseeforum Konstanz spielt dabei eine wichtige Rolle: Es ist nicht nur Veranstaltungsort der großen solarLAGO-Tagung „EnergieWelten“, sondern ein Treffpunkt

Foto: Inka Reiter

Gemeinsam stark: Kooperation der drei LAGOs

solarLAGO e.V. smart energy network Ralph J. Schiel Bücklestraße 3e D-78467 Konstanz Tel. +49 177 481 70 50 ralph.j.schiel@solarlago.org https://solarlago.org Städte, Gemeinden, Kreise 87


Foto: Adobe Stock janvier


TAGUNGEN TOURISMUS & FREIZEIT


KONSTANZ | Veranstaltungen sind mehr als nur Termine im Outlook-Kalender. Sie verbinden Menschen, fördern den Austausch von Wissen, regen Innovation an und tragen aktiv zur wirtschaft­ lichen Stärke einer Region bei. Das Bodenseeforum Konstanz versteht sich als Partner für Unternehmen und Institutionen, die ihre Veranstaltungen professionell und mit nachhaltigem Mehrwert umsetzen wollen.

Raum für Begegnung und Ideen Mit seiner modularen Architektur und modernster Veranstaltungstechnik bietet das Bodenseeforum Konstanz für jede Art von Veranstaltung den passenden Rahmen – vom kleinen Workshop bis zum Großkongress mit bis zu 1.000 Teilnehmenden. Die flexiblen Räume und der helle, offene Charakter des Hauses schaffen ideale Bedingungen für kreative Zusammenarbeit, Austausch und Inspiration. Die Konferenzebene im Obergeschoss bietet helle, moderne Räume mit Seerheinblick und eignet sich hervorragend für kleine Meetings und hybride Konferenzen.

Foto: Lukas Leertaste

Ein Team, das Veranstaltungen mitdenkt

90 Tagungen, Tourismus & Freizeit

Was das Bodenseeforum auszeichnet, ist nicht allein die moderne Ausstattung, sondern das Team dahinter. Das erfahrene Eventteam begleitet jede Veranstaltung von der ersten Idee bis zum Abschluss – mit individuellem Beratungskonzept, persönlichem Engagement und einem feinen Gespür für Details. So entstehen Erlebnisse, die nicht nur reibungslos funktionieren, sondern auch nachhaltig wirken.

Foto: Philipp Uricher

Bodenseeforum Konstanz als Partner für Wirtschaft und Innovation in der Region


Wie sehr diese Haltung geschätzt wird, zeigt beispielsweise das Feedback von Jens Zander, CEO der Agentur S49 – Agentur für Markeninszenierung GmbH, die die SVP Convention 2025 im Bodenseeforum veranstaltete:

Foto: Ines Janas

„Wenn Erwartungen an Partner und Dienstleister erfüllt – und sogar übertroffen – werden, ist es an der Zeit, Dank auszusprechen. (..) Eure Professionalität, Flexibilität und die Fähigkeit, besondere Herausforderungen direkt und lösungsorientiert anzugehen, haben maßgeblich zum Erfolg der Veranstaltung beigetragen. Das Bodenseeforum war uns für die drei Veranstaltungstage ein perfektes Zuhause. Die hervorragende Organisation, die technischen Möglichkeiten, die angenehme Atmosphäre und das hervorragende Catering haben entscheidend dazu beigetragen, dass die Convention reibungslos umgesetzt werden konnte. Es ist nicht selbstverständlich, auf Partner zu treffen, die mitdenken, engagiert handeln und die Veranstaltung mit derselben Sorgfalt behandeln, als wäre es ihr eigenes Event.“

Veranstaltungen im Bodenseeforum tragen nicht nur zur Wertschöpfung in der Region bei, sondern fördern den Transfer zwischen Wirtschaft und Wissenschaft – ein wichtiger Faktor für die Innovationskraft des Standorts Konstanz. Jede Tagung, jedes Fachseminar und jeder Kongress im Bodenseeforum bringt Menschen aus der internationalen Bodenseeregion, aus Deutschland oder dem Ausland zusammen. Dabei entstehen Netzwerke, Kooperationen und Ideen, die weit über den Veranstaltungstag hinauswirken. Wer hier tagt, stärkt auch die lokale Wirtschaft: Hotels, Restaurants, Caterer und verschiedenste Dienstleister profitieren direkt, während Konstanz und die Region als attraktiver Wirtschaftsstandort sichtbar werden.

Wie das konkret aussieht, zeigt die enge Zusammenarbeit mit den regionalen Innovationsnetzwerken BioLAGO, cyberLAGO und solarLAGO. Sie alle stehen für Wissenstransfer, Nachhaltigkeit und die Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Konstanz in enger Vernetzung mit der Region. Gemeinsam mit diesen Partnern gestaltet das Bodenseeforum Formate, die Austausch und Zusammenarbeit fördern und Akteurinnen und Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zusammenbringen – um über verschiedenste Zukunftsthemen zu diskutieren und neue Perspektiven zu eröffnen. Ein Beispiel dafür sind die „Energiewelten“, die im Herbst 2025 stattfanden. Das Innovationsnetzwerk solarLAGO brachte in Kooperation mit dem Bodenseeforum und weiteren Partnern regionale Unternehmen, Forschungseinrichtungen und

Institutionen zusammen, um über die Zukunft nachhaltiger Energieversorgung zu sprechen. Mit Fachvorträgen, Ausstellungsflächen und Dialogforen bot die Veranstaltung eine Plattform, auf der Theorie und Praxis aufeinandertreffen – und aus Ideen konkrete Lösungen entstehen.

Ein zuverlässiger Partner Mit rund 90 Veranstaltungen pro Jahr und einer Wiederkehrerquote von drei Vierteln seiner Kundschaft ist das Bodenseeforum fest in der Region verankert und zugleich offen für Neues. Ob Wirtschaftskonferenz, Innovationsforum oder Jubiläumsfeier – das Veranstaltungshaus bietet Raum, Technik und Know-how. Wie vielseitig dieser Ort genutzt wird, zeigen unterschiedlichste Formate wie Tagungen, Jubiläumsfeiern oder Branchentreffen aus Industrie und Forschung, die hier regelmäßig stattfinden. Unternehmen und Institutionen, aber auch Netzwerke und Hochschulen finden im Bodenseeforum nicht nur den passenden Ort, sondern einen verlässlichen Partner, der den Erfolg von Veranstaltungen von Beginn bis Ende mitdenkt.

Foto: Torben Nuding

Ein Ort für Austausch, Innovation und Wirtschaftskraft

BODENSEEFORUM KONSTANZ Reichenaustraße 21, D-78467 Konstanz Tel. +49 7531 12728 0 info@bodenseeforum-konstanz.de www.bodenseeforum-konstanz Tagungen, Tourismus & Freizeit 91


Foto: Achim Mende

Für den Innovationspreis "Bodensee25" werden Projekte, Konzepte oder Produkte gesucht, die den Bodenseetourismus innovativ weiterentwickeln und das Potenzial haben, das Image der Vierländerregion positiv zu prägen.

Bodensee25: Viel Raum für Innovation am Bodensee

Der Preis wird alle zwei Jahre vergeben – nach 2017, 2019 und 2023 nun erneut 2025. In diesem Jahr wurden Auszeichnungen in zwei Kategorien verliehen: „Erlebnisse“ und „Nachhaltigkeit“. In der dritten Kategorie „Grenzüberschreitende Zusammenarbeit“ wurde aufgrund nur einer Einreichung kein Siegerprojekt gekürt. 92 Tagungen, Tourismus & Freizeit

Fotos: IBT GmbH, Oliver Hanser

F

rische Ideen, nachhaltige Konzepte und inspirierende Erlebnisse – der Innovationspreis „Bodensee25“ des Verbands der Tourismuswirtschaft Bodensee (VTWB) hat auch 2025 eindrucksvoll gezeigt, wie viel kreative Kraft in der Vierländerregion steckt. Bereits zum vierten Mal zeichnete der Verband herausragende Projekte aus, die den Bodenseetourismus zukunftsfähig weiterdenken. Gesucht waren Angebote, Produkte und Konzepte, die das Image der Region stärken, neue Maßstäbe setzen und langfristig Wirkung entfalten. Aus insgesamt 21 Einreichungen wählte eine international besetzte Fachjury die Gewinnerprojekte aus. Die feierliche Preisverleihung fand Anfang Dezember im Rahmen des IBT-Tourismusforums im Dornier Museum in Friedrichshafen statt.

Ausrichter, Preisträger und Jury des Tourismus-Innovationspreises „Bodensee25“ v.l.n.r.: Franz Petzold, Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee (VTWB), die Preisträger Prof. Dr. Gunter Schöbel, Pfahlbaumuseum Unteruhldingen, Christine Herbrig und Thomas Kopacevic vom Bio-Hotel und Gasthaus Seehörnle, die Jurymitglieder Gerhard Stübe, Kongresskultur Bregenz GmbH, Mathias Ulrich, Liechtenstein Marketing, Prof. Anja Brittner-Widmann, DHBW Ravensburg, Monika Grünenfelder, Netzwerk Bodenseegärten und die Gastgeberin der Vergabe beim Tourismusforum im Dornier Museum Nina Hanstein, Internationale Bodensee Tourismus GmbH (IBT).


Die Gewinner des Innovationspreise 2025 Foto: Bio-Hotel Seehörnle, Daniel Schlageter Fotografie

Kategorie Nachhaltigkeit: Bio-Hotel & Gasthaus Seehörnle, Gaienhofen-Horn In der Kategorie Nachhaltigkeit überzeugte das Inklusionshotel „Bio-Hotel und Gasthaus Seehörnle“. Der vom Caritasverband Konstanz getragene Betrieb verbindet konsequente ökologische Standards mit sozialer Verantwortung. Auf den Tisch kommen ausschließlich biozertifizierte Lebensmittel aus der Region, die Heizung wird klimaneutral mit Hackschnitzeln aus lokalem Holz betrieben, Hygiene- und Büromaterial sind naturverträglich produziert.

Foto: REGIO e.V. KD-Studio

Ein weiterer Meilenstein war die Aufstockung des Hotelgebäudes im Effizienzhaus-Standard. Dadurch entstanden 2023 elf zusätzliche barrierefreie Gästezimmer. Rund ein Drittel der Mitarbeitenden lebt mit einer wesentlichen Behinderung – und erhält hier echte berufliche Perspektiven. Das Hotel verbindet damit ökologische und soziale Nachhaltigkeit in vorbildlicher Weise und zeigt, wie verantwortungsvoller Tourismus heute gelebt werden kann.

Kategorie Erlebnisse: Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

Interaktive Medienstationen, NFC-Tags an Exponaten, farblich hervorgehobene Kinderspuren sowie rollstuhlgerechte Blickwinkel sorgen für eine emotionale und inklusive Vermittlung des UNESCOWelterbes. Die umfassende Modernisierung zeigt bereits Wirkung: Das durchschnittliche Alter der Besucherinnen und Besucher liegt inzwischen bei rund 30 Jahren – deutlich unter dem üblichen Museumsdurchschnitt.

Kategorie: Erlebnisse Projekt: Funpark und Fußballbillard Freizeit- und Sportattraktion für Gruppen und Familien Institution: Seepark-Golf / Werkstättle gGmbH www.seepark-golf.de Projekt: Piratenschule Kinder-Erlebnisprogramm rund um Piraten-Abenteuer Institution: Thurgau Tourismus www.thurgau-bodensee.ch Projekt: See-Guide – Stadtführungen mit Weinprobe Geführte Touren mit regionaler Weindegustation Institution: See-Guide Stadtführungen www.see-guide.de Projekt: Mittelalterliche Erlebniswelten Schloss Waldburg Historische Erlebnis- und Mitmachwelt Institution: Schloss Waldburg www.schlosswaldburg.de Projekt: Veganes Brunch-Schiff Veganes Kulinarik-Erlebnis auf dem Bodensee Institution: URh Schifffahrt Untersee und Rhein www.urh.ch

Foto: Achim Mende

Kategorie: Nachhaltigkeit Projekt: Mobilität am Bodensee – Barrierefrei unterwegs Barrierefreie Mobilitätsangebote für Gäste Institution: mobil am see e.V. www.merlin-mobil.de

Foto: Werner Huthmacher

Als Sieger der Kategorie Erlebnisse wurde das Pfahlbaumuseum in Unteruhldingen ausgezeichnet. Prämiert wurde das 2024 eröffnete „Neue Museum am See“. Der moderne Neubau in Holzarchitektur mit Besucherzentrum und großzügigen Ausstellungsflächen interpretiert die Pfahlbaukonstruktion zeitgemäß und schafft eine Verbindung zwischen der steinzeitlichen Welt im Wasser und der heutigen Ortsbebauung.

Einreichungen Innovationspreis Bodensee25 – Projektübersicht

Projekt: Naturresort Gerbehof Nachhaltig geführter Hotelbetrieb Institution: Naturresort Gerbehof Fam. Wagner GbR www.gerbehof.de Projekt: Nachhaltigkeitsstrategie Zeppelin Museum Ganzheitliches Nachhaltigkeitskonzept für Museum Institution: Zeppelin Museum Friedrichshafen www.zeppelin-museum.de Projekt: Naturkino Allensbach Open-Air-Naturkino mit Umweltfokus Institution: Gemeinde Allensbach www.allensbach.de Projekt: Zeigmal-App (Nachhaltigkeitsbezug) Digitale, ressourcenschonende Besucherinformation Institution: zeigmal GmbH www.zeigmal.digital

Beide Preisträger freuten sich über ein Preisgeld von jeweils 2.500 Euro. Tagungen, Tourismus & Freizeit 93


Ein Preis mit Signalwirkung für die Region

Projekt: Rugelreise – Thurgauer Kugelbahnweg Sanfter Outdoor-Tourismus für Familien Institution: Thurgau Tourismus www.thurgau-bodensee.ch

Der Innovationspreis „Bodensee25“ steht für weit mehr als eine symbolische Auszeichnung. Er macht sichtbar, wie stark Nachhaltigkeit, Erlebnisqualität und gesellschaftliche Verantwortung heute miteinander verbunden sind. Die prämierten Projekte zeigen, wie touristische Angebote gleichzeitig wirtschaftlich erfolgreich, ökologisch sinnvoll und sozial wirksam sein können.

Projekt: Ranger Säntis–Schwägalp Natur- und Besuchermanagement Institution: Säntis-Schwebebahn AG www.saentisbahn.ch

Der VTWB in Kürze

Projekt: Kulinarisches Speed-Dating Regionale Wertschöpfung durch Direktvermarktung Institution: Deutsche Bodensee Tourismus GmbH www.echt-bodensee.de

Der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee, kurz VTWB, bündelt die Interessen von rund 50 privaten und öffentlichen Tourismusunternehmen in der Bodenseeregion, darunter Ausflugs- und Erlebnisziele, die Schifffahrt, Bergbahnen sowie Beherbergungsbetriebe. Vorgänger des VTWB war der Internationale Bodensee Verkehrsverein (IBV), der bereits 1902 als internationale Marketingorganisation gegründet wurde.

Projekt: Burgunderhof – Urlaub ohne Fußabdruck CO₂-armer Tourismusbetrieb Institution: Burgunderhof digestif‘s GmbH www.burgunderhof.de Projekt: BIRDSCLUB Bodensee Förderung von Artenbewusstsein im Tourismus Institution: Hotel am See www.hotelamsee.biz

• Franz Petzold (Insel Mainau), Vorstandsvorsitzender • Jochen Kirchhoff (Ferienwohnpark Immenstaad), stellvertretender Vorsitzender • Frank Gaffry (Bodensee-Schiffsbetriebe) • Heidrun Müller (Campinpark Gitzenweiler Hof) • Thomas E. Kinz (Pfänderbahn Bregenz) • Bernhard Nattermann (IHK Bodensee-Oberschwaben)

Seit 2025 neu dabei

• Peter Zadarvec (Napoleonmuseum, Arenenberg), 2. stellvertretendes Vorstandsmitglied • Erweiterter Vorstand: Laura Naeßl-Doms (Burg Meersburg) und Amelie Gianmoena (Bodensee-Therme Überlingen)

Projekt: Klimaneutral über den See – MS Insel Mainau KI-gestützter digitaler Zwilling zur energieeffizienten Steuerung eines vollelektrischen Schiffs. Institution: Bodensee-Schiffsbetriebe GmbH www.bsb.de

Mit dem Innovationspreis "Bodensee25" setzt der Verband der Tourismuswirtschaft Bodensee (VTWB) auch in diesem Jahr ein Zeichen für frische Ideen und kreative Lösungen. Unterstützt wird er dabei von der Internationalen Bodensee Tourismus GmbH. Im Bild: Nina Hanstein, Geschäftsführerin der IBT GmbH und Franz Petzold, Sprecher des VTWBVorstands.

Foto: Foto: IBT GmbH

Projekt: Nachfrageorientiertes Preismodell mit Frühbuchervorteil Dynamisches Preissystem für Thermentickets mit Nachfrage-Steuerung und Ressourceneffizienz. Institution: Bodensee-Therme Überlingen www.bodensee-therme.de

94 Tagungen, Tourismus & Freizeit

1998 entstand die Internationale Bodensee Tourismus GmbH (IBT) als Dachverband der Anrainerländer. Der IBV wurde deren Gesellschafter und 2006 als Interessenvertretung der touristischen Leistungsträger neu ausgerichtet. Seit 2011 trägt der Verband den heutigen Namen VTWB. Heute ist der VTWB eine aktive Stimme der Tourismuswirtschaft, Auftraggeber von Studien, Mitveranstalter der Bodensee-Salongespräche und Initiator des Bodensee-Innovationspreises, der seit 2017 regelmäßig verliehen wird.

Vorstand und erweiterter Vorstand

Projekt: Seegut Zeppelin – Pinus im Seegut Hotel- und Restaurantkonzept mit Geothermie, Gründächern, Bio-Küche und sozialer Verantwortung Institution: Seegut Zeppelin www.seegut-zepelin.de

Kategorie: Grenzüberschreitende Zusammenarbeit Projekt: Relaunch des IBN-Magazins Neugestaltung eines grenzüberschreitenden und crossmedialen Tourismusmagazins, mit intelligenter KI-Lösung. Institution: Labhard Medien GmbH www.labhard.de

Gerade in einer internationalen Destination wie dem Bodensee, in der vier Länder zusammenwirken, ist Innovationskraft ein zentraler Erfolgsfaktor. Der VTWB setzt mit Bodensee25 ein klares Zeichen: Zukunft entsteht dort, wo Mut zu neuen Wegen, Qualität und gesellschaftlicher Mehrwert zusammenkommen.


Das Ziel ist klar definiert: Die klimaneutrale Schifffahrt am Bodensee soll bis 2040 Realität werden. Viel Zeit bleibt nicht mehr – in rund 15 Jahren muss der Wandel vollzogen sein. Die gute Nachricht: Direkt am Bodensee entstehen bereits heute konkrete, marktreife Lösungen. Werften, Designerinnen, Ingenieure und Infrastruktur¬anbieter arbeiten gemeinsam daran, nachhaltige Schifffahrt nicht nur denkbar, sondern erlebbar zu machen. Ein Beispiel dafür ist die Manufaktur Holz & Boot von Till Grabowski, gemeinsam mit MIZU und der Konstrukteurin Juliane Hempel. Hier entstehen federleichte Elektro-Runabouts sowie der Elektro-Katamaran Twiel Z7. Angetrieben werden die Boote von hocheffizienten Molabo-Elektromotoren mit 48-VoltNiedervolttechnik, die nicht nur leistungsstark, sondern auch besonders sicher sind. Gebaut wird mit regionalen Hölzern wie Douglasie, Eiche oder Lärche – nachhaltig, handwerklich präzise und mit kurzen Transportwegen. Die Vision reicht dabei weiter: Foils zur Effizienzsteigerung, alternative Antriebe und die konsequente Verbindung von traditionellem Bootsbau mit moderner Technik. Auch die Heinrich Werft in Kreuzlingen setzt konsequent auf elektrische Antriebe. Mit Modellen wie der Tender 06 entstehen direkt am Bodensee leise, emissionsfreie Elektroboote, die klassisches Werft-Handwerk mit zeitgemäßer E-Technologie kombinieren. Der Wandel wird hier nicht als Bruch, sondern als Weiterentwicklung verstanden.

Ein weiterer Akteur ist SAY Carbon Yachts aus Wangen. Das Unternehmen ist bekannt für Hightech-Boote in leichter Carbonbauweise, die ursprünglich für den Weltmarkt konzipiert wurden. Nach der Insolvenz im Jahr 2024 erfolgte ein Neustart mit klarem Fokus auf nachhaltige und elektrische Antriebskonzepte – ein deutliches Signal für die strategische Neuausrichtung der Branche. Damit die Elektromobilität auf dem Wasser praktikabel wird, braucht es jedoch mehr als innovative Boote. Bouillet Energy kümmert sich um die passende Ladeinfrastruktur in den Häfen. Mit Projekten wie der Doppelladesäule im BMK-Yachthafen (2 × 11 kW) zeigt das Unternehmen, wie Beratung, Planung und Umsetzung von E-Ladestationen funktionieren können – inklusive Unterstützung bei bürokratischen Herausforderungen. Ziel ist eine flächendeckende Ladeinfrastruktur für Elektroboote rund um den Bodensee. Ein weithin sichtbares Vorzeigeprojekt ist zudem die MS Insel Mainau. Das elektrisch betriebene Fahrgastschiff lädt an einem eigenen Photovoltaik-Steg und steht exemplarisch für nachhaltige Mobilität und Energieautarkie auf dem See. All diese Projekte zeigen: Die Bodenseeregion verfügt über die Innovationskraft, das Know-how und die engagierten Akteure, um als Leuchtturm weit über die Region hinaus zu wirken. Die Lösungen sind vorhanden, marktreif und international wegweisend. Vorgestellt, getestet und erlebbar gemacht wurden sie unter anderem bei den „Green Waves“-Events zur klimaneutralen Schifffahrt sowie auf der Interboot 2025. Der Kurs ist gesetzt – jetzt geht es darum, ihn konsequent zu halten.

Fotos: IBN/Julius Osner

Marktreife Lösungen

Foto: BSB

Nachhaltige Schifffahrt am Bodensee

Tagungen, Tourismus & Freizeit 95


Foto: Michael Häfner

IMPRESSUM ISBN: 978-3-910631-52-6

Herausgeber Markus Hotz (m.hotz@akzent-magazin.com)

Titelfoto Michael Häfner

Das Wirtschaftsmagazin Bodensee 2026 ist eine Publikation der Labhard Medien GmbH. Das Wirtschaftsmagazin Bodensee ist ein Magazin zur Standortwerbung und Öffentlichkeitsarbeit und dient der Darstellung des internationalen Wirtschaftsraumes Bodensee sowie der Präsentation von Unternehmen, Produkten und Dienstleistungen dieser Region. Das Wirtschaftsmagazin erscheint jährlich.

Produktmanagement und Mediaberatung Stephan Bickmann (sbickmann@labhard.de)

Alle Rechte vorbehalten Labhard Medien GmbH. Namentlich gekennzeichnete Beiträge können, müssen aber nicht die Meinung der Herausgeber wiedergeben.

Labhard Medien GmbH Am Seerhein 6 D-78467 Konstanz Tel. +49 7531 90710 verlag@labhard.de www.labhard.de Geschäftsführung Steven Rückert (srueckert@labhard.de)

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Mediaberatung Thomas Pfeifer (t.pfeifer@akzent-magazin.de) Claudia Manz (cmanz@labhard.de) Redaktion Holger Braumann (hbraumann@labhard.de) Johanna Lambach (jlambach@labhard.de) Gestaltung/Satz Brigitte Otto (brigitte.otto@buero46.de) Helga Stützenberger (stuetzenberger@angrik.de) Druck Westermann Druck GmbH, D-38104 Braunschweig Fotos Wenn nicht anders vermerkt, wurden uns die Fotos von den betreffenden Kommunen, Organisationen und Unternehmen zur Verfügung gestellt.

Redaktionsschluss 01. Dezember 2025


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