

Bau und Archäologie
Informationen für Bauwillige, Bauherrschaften, Planende und Behörden

Im Geoportal Schaffhausen sind die archäologischen Schutzzonen (rot) und Fundverdachtsflächen (gelb) unter der Legende «Planung – Archäologie» zu finden.

Hinter manch moderner Tapete verbirgt sich alte Bausubstanz, wie diese Holzwand aus dem Mittelalter.
Bauvorhaben können archäologische Untersuchungen auslösen. Dieses Merkblatt informiert darüber, was Bauwillige und Kantonsarchäologie gemeinsam für einen reibungslosen Ablauf tun können. Dies schafft Planungssicherheit und verhindert Bauverzögerungen.
AUFGABE DER KANTONSARCHÄOLOGIE
Die Kantonsarchäologie ist zuständig für den Schutz des archäologischen Kulturerbes im Boden und in historischen Gebäuden. Wenn durch ein Bauvorhaben Archäologie gefährdet ist und nicht im Boden verbleiben kann, kommt als Ersatzmassnahme eine Ausgrabung oder Bauuntersuchung zum Zug. Dabei legen Archäologinnen und Archäologen Boden- und Baustrukturen frei und bergen Funde. Sie halten sämtliche Informationen auf Plänen, mit Fotos und in Beschreibungen fest.
Die Kantonsarchäologie führt ein Fundstellenarchiv mit den Dokumentationen sämtlicher Untersuchungen und ein Fundlager, in dem alle archäologischen Fundgegenstände aufbewahrt sind.
ARCHÄOLOGISCHE FUNDSTELLEN
Jeder Ort im Kanton, an dem je Archäologie zum Vorschein gekommen ist oder an dem Archäologie vermutet wird, gilt als Fundstelle. Sämtliche Fundstellen sind im Fundstelleninventar aufgeführt.
Orte, an denen Archäologie nachgewiesen ist, sind als Archäologische Schutzzonen erfasst. Periodisch aktualisiert, sind sie in den kommunalen Zonenplänen und Bauordnungen verzeichnet.
Altfunde, spezielle Flurnamen, verdächtige Strukturen auf Luftbildern oder Auffälligkeiten im Gelände führen zu Fundverdachtsflächen. Hier wird Archäologie vermutet, ist aber noch nicht nachgewiesen.
Sämtliche Fundstellen mit Schutzzonen (rot) und Fundverdachtsflächen (gelb) sind im Geoportal Schaffhausen eingetragen.
ARCHÄOLOGIE AUSSERHALB VON SCHUTZZONEN
Das Fundstelleninventar bildet den aktuellen Stand des Wissens ab. Archäologie kann aber auch ausserhalb bekannter Fundstellen auftreten.
Deshalb gilt grundsätzlich eine Meldepflicht, wenn bei Bodenarbeiten Funde, auffällige Strukturen oder alte Mauern zum Vorschein kommen.
Besteht im Zusammenhang mit Bauvorhaben der Verdacht auf Archäologie, z.B. aufgrund von Neuentdeckungen in der Umgebung oder anhand neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse, kann die Kantonsarchäologie auch Auflagen ausserhalb von Schutzzonen erlassen.
Reicht Baugesuch ein. Stellt Voranfragen.
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Planung
Erteilt Auskünfte nur an Grund- oder Objekteigentümerschaft.
Erstellt erste Einschätzung zu Aufwand und Vorgehen
Nimmt Kontakt mit der Kantonsarchäologie auf.
Baubewilligungsverfahren
Prüft Baugesuch: Ist Archäologie betroffen? In welchem Umfang? Macht Auflagen für die Baubewilligung mit Empfehlungen zum Vorgehen.
Führt Vorabklärungen durch
ARCHÄOLOGISCHE UNTERSUCHUNGEN
Informiert über Planänderungen.
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Baubewilligung
Bestätigt Kontaktaufnahme für Baufreigabe durch Gemeinde oder Kanton.
Startet bei hoher Funderwartung vor dem Bau mit einer Grabung.
Die Kantonsarchäologie führt Prospektionen, Sondierungen, Ausgrabungen und bauarchäologische Untersuchungen durch.
Die Prospektion, z.B. mit dem Metalldetektor, dient der Suche nach unbekannten Fundstellen. Um grosse Bauflächen abzuklären, kommen geophysikalische Messmethoden oder Sondierungen zum Einsatz. Die Kantonsarchäologie führt selbst Baggersondierungen durch oder begleitet Baugrundsondierungen. Dies ermöglicht einen ersten Einblick in den Boden und ist die Grundlage, um den Aufwand für eine Grabung abzuschätzen.
Grabungen beschränken sich immer auf den Bauperimeter. Die Dauer einer Grabung ist abhängig vom Umfang der bauseitigen Bodeneingriffe, der Komplexität der Archäologie und der wissenschaftlichen Relevanz der Funde.
Bei einer bauarchäologischen Untersuchung geht es darum, die Konstruktionsweise und Baugeschichte eines historischen Gebäudes zu klären. Diese Arbeiten finden in enger Zusammenarbeit mit der kantonalen Denkmalpflege statt.
Während der Untersuchungen befolgen die Mitarbeitenden der Kantonsarchäologie die Sicherheitsvorgaben, welche für die Baustelle gelten. Nach Abschluss der Grabungen oder bauarchäologischen Untersuchungen baut die Kantonsarchäologie ihre Infrastruktur ab und räumt auf.
Baustart Bau
Begleitet den Aushub oder Umbau und führt Untersuchungen in Absprache mit dem Bau durch.
Dokumentiert relevante Eingriffe in den Boden oder die Bausubstanz.
Meldet der Baubehörde den Abschluss der Grabung oder Bauuntersuchung.
PLANUNGSSICHERHEIT DURCH ZUSAMMENARBEIT
Die Kantonsarchäologie ist beteiligt an Bauprojekten. Sie koordiniert ihre Arbeiten mit der Bauherrschaft, der Bauplanung, Bauunternehmen und Behörden.
Grundsätzlich setzt die Kantonsarchäologie alles daran, vereinbarte Termine einzuhalten und richtet die Untersuchungsgenauigkeit, das Vorgehen und die Teamgrösse danach aus. In ausserordentlichen Fällen, wenn überraschend viel oder bedeutende Archäologie vorliegt, kann es zu Verzögerungen kommen.
Für einen reibungslosen Ablauf ist die Kantonsarchäologie auf eine frühzeitige Kontaktaufnahme angewiesen, um Termine und Vorgehen zu klären. In der Planungsphase kann gemeinsam geprüft werden, ob sich die Bodeneingriffe verringern lassen, indem z.B. Leitungen gebündelt oder Terrainveränderungen reduziert werden. Ist die Baubewilligung in Aussicht, kümmert sich die Kantonsarchäologie um die Finanzierung der archäologischen Arbeiten und sucht nach Personal, welches oft extra für ein Projekt angestellt wird.
Bei grossen Bauvorhaben erlaubt ein etappiertes Vorgehen parallel zu den Bauarbeiten stattfindende Grabungen.



FINANZIERUNG DER ARCHÄOLOGISCHEN ARBEITEN
Der Kanton trägt die Kosten für die archäologischen Arbeiten. Wenn die Kantonsarchäologie beim beteiligten Bauunternehmen Arbeiten oder Material bestellt, geht die Rechnung dafür an den Kanton. Darunter fallen z.B. Baggerarbeiten für Sondierungen, die Bereitstellung von Holzdielen für Schubkarrenwege oder Abdeckvlies zum Schutz archäologischer Schichten. Wenn aus wissenschaftlichen Gründen in Teilbereichen über den Bauperimeter hinaus gegraben werden muss, übernimmt die Archäologie die Kosten für die Wiederverfüllung.
Die Erstattung von Mehrkosten durch Verzögerungen ist nicht vorgesehen, da diese gemäss Auflage ins Bauprojekt eingeplant werden müssen.
GESETZLICHE GRUNDLAGEN
Eine Auflistung der Gesetze und Verordnungen ist auf der Webseite der Kantonsarchäologie zu finden unter www.archaeologie.sh.ch
KONTAKT
Amt für Denkmalpflege und Archäologie – ADA
Kantonsarchäologie Schaffhausen
Herrenacker 3 8200 Schaffhausen
www.archaeologie.sh.ch archaeologie@sh.ch 052 632 74 96 ada_schaffhausen