Krebsmama
Vier Kinder, Fatigue und ganz viel Leben Seite 10
aspect Das Magazin der Krebsliga Schweiz Ausgabe 4 / 26
Editorial
Inhalt Leben mit und nach Krebs «Detlef» auf dem Bauernhof: Vierfachmama Nadja mit Brustkrebs.
10 Liebe Leserin, lieber Leser Es gibt Momente im Leben, die alles verändern. Die Diagnose Krebs ist ein solch einschneidender Moment. Von einem Tag auf den anderen ist nichts mehr, wie es war. Plötzlich kreisen die Gedanken um Untersuchungen, Therapien und die Zukunft. Und immer stellt sich die Frage: Wie sprechen wir darüber – mit unseren Kindern und unseren Liebsten, und was bedeutet das für uns selbst? In dieser Ausgabe begegnen Sie Nadja, eine der drei Krebsmamas aus unserer Kampagne. Die 46-Jährige lebt mit ihrer Familie auf einem Bauernhof. Zwischen Ziegen, Hunden, Katzen, Hamstern und vier lebhaften Kindern gehört seit fünf Jahren auch «Detlef» zum Alltag. So nennt Nadja ihren Brustkrebs. Mit Offenheit, Mut und einer guten Portion Humor erzählt sie, wie ihre Familie gelernt hat, mit dem ungebetenen Gast zu leben (ab Seite 10). Dass Kommunikation weit mehr ist als der Austausch von Worten, zeigt auch die Forschung in dieser Ausgabe (Seite 8). Sie macht deutlich, wie wichtig Gespräche sind, für Betroffene, Angehörige und alle, die begleiten. Die richtigen Worte können Halt geben. Sicher ist Ihnen etwas aufgefallen: Unser Magazin erscheint in einem neuen Gewand. Gestaltet wurde es von Binkert Partnerinnen AG: Eine der drei Inhaberinnen ist nach der Geburt ihres zweiten Kindes selbst an Brustkrebs erkrankt. Mit Feingefühl haben sie eine Form geschaffen, die den Geschichten und Bildern den Raum gibt, den sie verdienen.
8 Forschung Kommunikation: Wie am besten über Krebs sprechen.
Von Herzen ein grosses Merci!
Ihre Spende in guten Händen.
Mirjam Lämmle CEO Krebsliga Schweiz
PS: Wie gefällt Ihnen unser aufgefrischtes Magazin? Sagen Sie uns Ihre Meinung zum neuen Layout auf krebsliga.ch/aspect-layout
Impressum Herausgeberin: Krebsliga Schweiz, Postfach, 3001 Bern, Telefon 031 389 94 84, aspect@krebsliga.ch, krebsliga.ch/aspect, IBAN: CH 95 0900 0000 3000 4843 9 - Redaktionsleitung: Danica Gröhlich (dag) – Autorinnen: Stefanie de Borba (stb), Manuela Daboussi (mda), Nicole Müller (nim), Pia Schüpbach (spa), Anja Zbinden (anz) – Gestaltungskonzept und Layout: BinkertPartnerinnen – Umsetzung: Sophie Frei – Koordination: Sara Wasem – Druck: Druckerei Berger, Wien – Ausgabe: 4/26, Oktober 2026, erscheint 4-mal jährlich. Magazin für die Spenderinnen und Spender der Krebsliga Schweiz.
Inhaltsverzeichnis
Die Krebsliga in Ihrer Region – wir sind für Sie da!
Die Krebsliga will die Zahl der Krebserkrankungen verringern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. 18 kantonale und regionale Krebsligen beraten und unterstützen an über 70 Standorten in der Schweiz. Krebsliga Aargau Telefon 062 834 75 75 krebsliga-aargau.ch
Krebsliga Schaffhausen Telefon 052 741 45 45 krebsliga-sh.ch
Krebsliga beider Basel Telefon 061 319 99 88 klbb.ch
Krebsliga Solothurn Telefon 032 628 68 10 krebsliga-so.ch
Krebsliga Bern Telefon 031 313 24 24 krebsligabern.ch
Krebsliga Thurgau Telefon 071 626 70 00 krebsliga-thurgau.ch
Krebsliga Freiburg Telefon 026 426 02 90 freiburg.krebsliga.ch
Lega cancro Ticino Telefono 091 820 64 20 legacancro-ti.ch
Ligue genevoise contre le cancer Téléphone 022 322 13 33 lgc.ch
Ligue vaudoise contre le cancer Téléphone 021 623 11 11 lvc.ch
Krebsliga Graubünden Telefon 081 300 50 90 krebsliga-gr.ch
Krebsliga Wallis Telefon 027 604 35 41 krebsliga-wallis.ch
Ligue jurassienne contre le cancer Téléphone 032 422 20 30 liguecancer-ju.ch
Krebsliga Zentralschweiz LU, OW, NW, SZ, UR, ZG Telefon 041 210 25 50 zentralschweiz.krebsliga.ch
16 Panorama Erbschaftssteuer: Was Sie wissen sollten.
Ligue neuchâteloise contre le cancer Téléphone 032 886 85 90 liguecancer-ne.ch
Krebsliga Zürich Telefon 044 388 55 00 krebsligazuerich.ch
18 Rätsel Saubere Sache: Gewinnen Sie WC-Papier von Hakle für ein Jahr!
Krebsliga Ostschweiz SG, AR, AI, GL Telefon 071 242 70 00 krebsliga-ostschweiz.ch
14 Was bewegt Brustkrebs: Für wen wir die Früherkennung empfehlen.
4 In Kürze Brustkrebs: die Zahl, das Zitat und das Krebswörterbuch dazu. 6 Aktuell Gut vorgesorgt: alles zur Hand in einer Mappe. 7 Neulich bei KrebsInfo Antworten zu Brustkrebs beim Mann, Alltag nach Krebs und Hormonersatz.
19 Persönlich Filmreif: Chloé steht als eine von drei Krebsmamas vor der Kamera.
Krebshilfe Liechtenstein Telefon 00423 233 18 45 krebshilfe.li
Fragen, Anregungen und Feedback
Schreiben Sie uns: aspect@krebsliga.ch
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In Kürze
Ihre Meinung
Krebswörterbuch: Antihormonelle Therapie Die antihormonelle Therapie ist eine Behandlung für Krebsarten, deren Wachstum durch Hormone beeinflusst wird. Teilweise ist auch von Hormontherapie die Rede, obwohl die Therapie die Wirkung der Hormone verhindert.
Das finde ich wirklich sehr gut gemacht! Vielen Dank, dass das Buch und die Begleitunterlagen zu «Das Haus im Schatten» für Schulen kostenlos zur Verfügung gestellt werden! Rückmeldung zu Präventionsmaterial für Schulen Ich bin selbst von Krebs (Prostatakrebs) betroffen und finde Ihre Newsletter informativ und gut. Danke, dass Sie sich für uns Krebskranke einsetzen. Feedback auf einen Newsletter zum Cancer Survivors Day Als Betroffene wünsche ich mir, dass die Zeit nach der Behandlung stärker thematisiert wird. Ich habe mich nach der Therapie oft alleingelassen gefühlt. Mehr Informationen über die Lebensqualität und die Herausforderungen nach einer Krebserkrankung wären für viele Betroffene eine grosse Hilfe. Rückmeldung auf die Website der Krebsliga Antwort der Redaktion: Vielen Dank für Ihre Anregung. Das Thema «Leben mit und nach Krebs» und passende Unterstützungsangebote finden Sie hier: krebsliga.ch/mit-nach-krebs
Was macht die antihormonelle Therapie? Hormone sind Botenstoffe des Körpers. Einige Krebszellen – zum Beispiel bei Brustkrebs oder bei Prostatakrebs – können auf Hormone reagieren. Die Hormone fördern dann das Wachstum der Krebszellen. Die antihormonelle Therapie hemmt die Wirkung von Hormonen auf Krebszellen. Dadurch wachsen diese langsamer oder gar nicht mehr. Bei welchen Krebsarten wird sie eingesetzt? Am häufigsten bei Brustkrebs und bei Prostatakrebs. Voraussetzung ist, dass die Krebszellen auf Hormone reagieren. Dafür wird das Tumorgewebe im Labor untersucht. Welche Nebenwirkungen können auftreten? Es können Beschwerden auftreten, die denen in den Wechseljahren ähneln. Dazu gehören zum Beispiel Hitzewallungen, Schlafstörungen, Müdigkeit, Stimmungsschwankungen. Mehr Informationen: krebsliga.ch/antihormonell
Hinter den Kulissen
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Über 100 000
Menschen leben aktuell in der Schweiz mit und nach Brustkrebs. Das sogenannte Mammakarzinom ist die häufigste Krebsart bei Frauen und macht rund 32 % aller Krebsneuerkrankungen aus.
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Foto: Pia Schüpbach
Die Zahl Dreharbeiten von «Krebsmama»: Der Kameramann filmt in Porza (TI) die Kinder von Protagonistin Chloé (S. 19).
Krebs hat für Betroffene nicht nur gesundheitliche Folgen.
Richtig oder falsch?
Krebs kann auch Menschen mit gutem Einkommen finanziell belasten. richtig
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Krebs hat für Betroffene nicht nur gesundheitliche Folgen. richtig
falsch
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Richtig oder falsch?
Krebs kann auch Menschen mit gutem Einkommen finanziell belasten. richtig
falsch
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Richtig oder falsch?
Während einer Krebserkrankung werden die Ausgaben für Betroffene höher. richtig
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Richtig oder falsch?
Mein Einkommen ist während einer Krankheit immer versichert. richtig
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Während einer Krebserkrankung werden die Ausgaben für Betroffene höher. richtig
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Mein Einkommen ist während einer Krankheit immer versichert. richtig
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Richtig oder falsch?
Betroffene entscheiden bei ihrer Behandlung unabhängig von ihrer finanziellen Situation. richtig
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falsch
Richtig oder falsch?
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Richtig oder falsch?
Betroffene entscheiden bei ihrer Behandlung unabhängig von ihrer finanziellen Situation.
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richtig
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Richtig oder falsch?
Es ist verständlich, sich als betroffene Person Gedanken zu Arbeit und Geld zu machen. richtig
falsch
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richtig
Richtig oder falsch?
Das medizinische Behandlungsteam kennt die finanziellen Folgen. richtig
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Möchten Sie Ihr Wissen erweitern? Abonnieren Sie unseren Newsletter unter krebsliga.ch/newsletter
«Krebs und Geld»: Testen Sie Ihr Wissen Richtig oder falsch? Krebs kann auch Menschen mit gutem Einkommen finanziell belasten. Betroffene entscheiden sich bei ihrer Behandlung unabhängig von ihrer finanziellen Situation. Oder: Mein Einkommen ist während einer Krankheit immer versichert. Das sind drei von sieben Behauptungen im neuen Leporello der Krebsliga zum Thema «Krebs und Geld». Die Antworten und weiterführende Informationen finden sich auf der Rückseite. Über Geld zu reden, ist nicht einfach. Über finanzielle Sorgen im Zusammenhang mit Krebs noch viel weniger. Das
«Trotzdem Frau»: ein Fotoprojekt Was bedeutet Frausein nach einer Brustkrebserkrankung? Diese Frage stellt das fotografische Projekt «Trotzdem Frau». Die Bilder von Pascale Florio zeigen Betroffene nach einer Brustentfernung, die sich gegen einen Brustaufbau entschieden haben. Die Ausstellung wird zudem von fünf Begleitveranstaltungen thematisch umrahmt. Datum und Ort 16. bis 28. Oktober 2026 in der RotHusHalle in Solothurn Informationen und Anmeldung solothurn.krebsliga.ch
Agenda
Es ist verständlich, sich als betroffene Person Gedanken zu Arbeit und Geld zu machen. falsch
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Richtig oder falsch?
Das medizinische Behandlungsteam kennt die finanziellen Folgen. richtig
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In Kürze
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Die regionalen und kantonalen Krebsligen organisieren regelmässig Kurse, Treffen, Workshops und Veranstaltungen für Krebsbetroffene und ihre Angehörigen. Diese Angebote in Ihrer Region ermöglichen es Ihnen und Ihren Liebsten, durchzuatmen, Unterstützung zu finden und sich auszutauschen. Zu den Kursen und Veranstaltungen: krebsliga.ch/agenda
Leporello sensibilisiert für dieses Thema und zeigt, wie wichtig es ist, Geldprobleme frühzeitig anzusprechen. So lassen sich finanzielle Notlagen eher vermeiden, und Betroffene können sich rechtzeitig Unterstützung holen. (spa) Jetzt kostenlos downloaden oder bestellen: krebsliga.ch/shop
Foto : zVg
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Richtig oder falsch?
«Auch wenn Julie die Worte noch nicht verstand, sprach ich nach der Diagnose mit ihr darüber, was ich durchmachte.» Céline ist die Krebsmama aus der Westschweiz, die im Kampagnenfilm der Krebsliga zusammen mit der Deutschschweizerin Nadja (S. 10) und der Tessinerin Chloé (S. 19) mitwirkt. Wenige Monate nach der Geburt ihrer Tochter erhielt die 36-Jährige die Diagnose Brustkrebs.
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Aktuell
Niemand setzt sich gerne mit der Frage auseinander, wie das eigene Leben geregelt sein soll, wenn wichtige Entscheidungen nicht mehr selbst getroffen werden können. Doch gerade im Falle einer Erkrankung kann es entlastend sein, die eigenen Wünsche zu kennen und rechtzeitig festzuhalten.
Vorsorgemappe: das Wichtige an einem Ort Selbstbestimmt vorsorgen: medizinisch, finanziell und persönlich. Mit der neuen Vorsorgemappe erhalten Sie eine praktische Wegleitung für wichtige Entscheidungen. Text: Nicole Müller
Jetzt die Vorsorgemappe bestellen: krebsliga.ch/vorsorgemappe
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Die Vorsorgemappe der Krebsliga unterstützt Sie dabei, diese Fragen zu beantworten. Sie führt Sie Schritt für Schritt durch die persönliche Vorsorge und bündelt alle wichtigen Unterlagen an einem Ort. Die fünf Broschüren erklären verständlich, wie Sie eine Patientenverfügung, einen Vorsorgeauftrag oder ein Testament erstellen. Sie zeigen Ihnen, wie Sie persönliche Wünsche für die Zeit nach dem Tod festhalten können, und geben Angehörigen eine hilfreiche Checkliste an die Hand. So schaffen Sie Klarheit – für sich selbst und für die Menschen, die Ihnen am Herzen liegen.
Auf einen Blick • Die Vorsorgemappe kann über den Krebsliga-Shop bestellt werden und kostet 20 Franken. • Sie umfasst fünf aufeinander abgestimmte Vorsorgedokumente und ist auf Deutsch, Französisch und Italienisch erhältlich. • Die Patientenverfügung kann weiterhin kostenlos als Einzelprodukt bezogen werden.
Foto: Sophie Frei
Foto: Sophie Frei
Wie möchte ich behandelt werden? Wer soll für mich entscheiden, wenn ich es nicht mehr kann? Was ist mir wichtig, im Leben und darüber hinaus?
Neulich bei KrebsInfo
Hormonersatztherapie: «Für viele Frauen ist der Nutzen grösser als das Krebsrisiko»
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«Warum kommt Brustkrebs bei Männern nur ganz selten vor?» Brustkrebs ist in über 90 % der Fälle hormonabhängig. Männer produzieren deutlich weniger weibliche Geschlechtshormone, und ihr Brustdrüsengewebe wächst hormonell bedingt viel weniger. Deshalb sind männliche Brustzellen weniger anfällig für entartete Veränderungen. Auch Männer können Brustkrebsgene (wie das mutierte BRCA2-Gen) in sich tragen und vererben. Etwa 7 von 100 Männern mit dieser Genveränderung erkranken im Laufe ihres Lebens. Ohne diese Mutation sind es deutlich unter 1 %. Da kaum jemand an Brustkrebs bei Männern denkt, wird die Erkrankung oft erst spät entdeckt. Das verschlechtert die Heilungschancen. Typische Anzeichen bei Männern sind eine Schwellung oder ein tastbarer Knoten hinter der Brustwarze, Veränderungen der Brustwarze (zum Beispiel eine Einziehung oder Flüssigkeitsabsonderung) sowie Hautveränderungen wie Rötungen, Einziehungen oder eine verdickte Haut. Weitere Informationen: krebsliga.ch/brustkrebs-beim-mann
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«Meine Brustkrebsbehandlung ist vorbei. Und trotzdem ist alles anders als vorher. Ist das normal?» Während der Therapie geben Termine und Behandlungen Struktur. Danach kehrt der Alltag zurück. Und mit ihm kommen Fragen, Ängste und Unsicherheiten. Vielleicht kämpfen Sie mit Erschöpfung, Konzentrationsproblemen
Foto: Christoph Sidler
Hier eine Auswahl aktueller Fragen, die das KrebsInfoBeratungsteam erreichen.
Fragen zu Brustkrebs oder anderen Krebsarten: Die Fachberatenden von KrebsInfo sind für Sie da oder vermitteln Anlaufstellen.
oder den körperlichen Folgen der Behandlung? Oder merken, dass sich Beziehungen, Prioritäten oder das eigene Körpergefühl verändert haben? Oft belastet auch die Sorge vor einem Rückfall. Es braucht Zeit, um das Erlebte zu verarbeiten und Vertrauen in den eigenen Körper zurückzugewinnen. Eine Möglichkeit wäre, sich eine oder zwei Aktivitäten zu suchen, die Ihnen guttun. Die Krebsliga in Ihrer Nähe hilft: krebsliga.ch/regionale-krebsligen
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«Ich mache eine Hormonersatztherapie wegen meiner Wechseljahrbeschwerden. Erhöht diese das Brustkrebsrisiko?» Die Hormonersatztherapie hilft bei Beschwerden in den Wechseljahren. Doch sie erhöht leicht das Risiko, an Brustund Eierstockkrebs zu erkranken. Das stellten Forschende in verschiedenen Studien fest. Über acht Jahre wurden 1000 Frauen im Alter zwischen 50 und 64 Jahren untersucht. Ohne Hormonersatztherapie bekamen 19 Frauen Brustkrebs, mit Hormonersatztherapie waren es 24. Das Risiko steigt auch, je länger Frauen die Hormonersatztherapie erhalten und je älter sie werden. Stoppen Frauen die Hormonersatztherapie, sinkt das Risiko wieder. Dennoch ist für viele Frauen der Nutzen grösser als das Risiko. Besprechen Sie die Entscheidung mit Ihrer Frauenärztin oder Ihrem Frauenarzt.
KrebsInfo Haben Sie Fragen zu Krebs? Möchten Sie über Ihre Ängste oder Erfahrungen sprechen? Wir helfen Ihnen weiter:
Gratis-Telefon 0800 11 88 11
E-Mail krebsinfo@krebsliga.ch WhatsApp +41 31 38 99 240 Chat krebsliga.ch/chat
Erfahren Sie mehr dazu: krebsliga.ch/hormonersatztherapie
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Foto: istockphoto.com
Forschung
Gemeinsam tragen: Offen über die Diagnose zu sprechen, kann entlasten.
«Worte können Halt geben»
Eine Krebsdiagnose verändert alles. Umso wichtiger ist der Austausch. Wie gute Kommunikation Betroffenen, Angehörigen und dem Umfeld hilft. Interview: Danica Gröhlich
Dr. Christoph Becker, warum ist Kommunikation bei Krebs so wichtig? Dr. Christoph Becker: Eine Krebsdiagnose verändert das Leben von einem Moment auf den anderen. Die Gespräche mit ihren Ärztinnen und Ärzten bleiben vielen Betroffenen lange in Erinnerung. Gute Kommunikation macht die Krankheit nicht ungeschehen, sie hilft aber, die Situation zu verstehen,
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Ängste zu lindern und gemeinsam Entscheidungen zu treffen. Gerade in schwierigen Momenten kann das Gefühl, ernst genommen und gut begleitet zu werden, viel bewirken. Mich fasziniert, welchen Einfluss unsere Worte und unser Zuhören auf das Erleben von Betroffenen und ihren Angehörigen haben. Deshalb erforsche ich, wie Gespräche in der Krebsmedizin noch besser gelingen.
Forschung
«Ich danke Ihnen von Herzen! Mit Ihrer Spende machen Sie auch meine Forschung möglich.»
Gut informiert in schweren Zeiten Eine Krebsdiagnose wirft viele Fragen auf. Dr. Christoph Becker und sein Team untersuchen in ihrem von der Krebsliga Schweiz unterstützten Forschungsprojekt, welche Informationen sich Betroffene wünschen, wie gut sie ihre Erkrankung verstehen und wie sich dieses Wissen auf ihr Wohlbefinden auswirkt. Dafür werden Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörige zweimal telefonisch befragt: kurz nach der Diagnose und einige Monate später. Die Erkenntnisse fliessen direkt in die Aus- und Weiterbildung von Ärztinnen und Ärzten ein. Weitere unterstützte Forschungsprojekte: krebsliga.ch/forschung
Gut zu wissen Gemeinsam mit der Krebsliga Schweiz führt die Abteilung für Medizinische Kommunikation am Universitätsspital Basel bereits heute Kommunikationstrainings durch. Diese sind in der Schweiz ein obligatorischer Bestandteil der Facharztausbildung in der Hämatologie und Onkologie.
Foto: zVg
Dr. Christoph Becker, Oberarzt, Abteilung für Medizinische Kommunikation / Psychosomatik, Universitätsspital Basel
Wie spricht man über Krebs – ein Thema, das für viele noch immer tabu ist? Am wichtigsten sind Ehrlichkeit und Offenheit, immer angepasst an die Bedürfnisse der betroffenen Person. Manche möchten möglichst viel wissen, andere lieber Schritt für Schritt mehr erfahren. Deshalb lohnt es sich, nachzufragen: Was weiss die Person bereits? Was möchte sie im Moment wissen? Genauso wichtig ist es, Raum für Gefühle zu geben und Emotionen anzusprechen – sei es Angst, Trauer oder Hoffnung. Was hilft bei einem Arzttermin? Viele Patientinnen und Patienten profitieren davon, ihre Fragen vor dem Termin aufzuschreiben. Ärztinnen und Ärzte wiederum sollten Informationen verständlich und in kleinen Abschnitten erklären und immer wieder nachfragen, ob alles nachvollziehbar ist. Nach einer Diagnose bleibt oft nur ein Teil des Gesprächs in Erinnerung. Deshalb gilt: Nachfragen ist jederzeit erlaubt. Sollten Angehörige oder Nahestehende zu wichtigen Gesprächen mitkommen? Ja, wenn die betroffene Person das wünscht. In belastenden Situationen geht vieles unter. Eine vertraute Begleitperson kann Sicherheit vermitteln, zuhören, Fragen stellen und sich an wichtige Informationen erinnern.
Wie spricht man mit dem Umfeld über eine Krebsdiagnose? Jeder Mensch geht anders mit einer Krebsdiagnose um. Manche suchen sofort das Gespräch, andere brauchen zuerst Zeit für sich. Einen richtigen oder falschen Weg gibt es nicht. Offenheit kann jedoch vieles erleichtern: Wer weiss, was passiert, kann besser verstehen, unterstützen und den weiteren Weg mittragen. Und wie erklärt man Kindern, dass Mami, Papi oder eine nahestehende Person Krebs hat? Kinder merken meist schnell, dass etwas nicht stimmt. Deshalb empfehlen wir, offen und altersgerecht mit ihnen zu sprechen. Das schafft Vertrauen und hilft ihnen, die Situation einzuordnen. Wichtig ist, ehrlich zu sein und Raum für Fragen zu lassen, aber auch für die Antwort: «Das wissen wir im Moment noch nicht.» Wann ist es sinnvoll, Kinder zu Arztgesprächen mitzunehmen? Das hängt von der Situation ab. Alter, Bedürfnisse des Kindes und Inhalt des Gesprächs sind dabei entscheidend. Ärztinnen und Ärzte sind heute zunehmend für solche Gespräche geschult, bei Bedarf unterstützen Fachpersonen, etwa aus der Psychoonkologie. Denn einfühlsame Worte können Halt geben, gerade in schwierigen Zeiten. •
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Leben mit und nach Krebs
Einladendes Zuhause: Nadja lebt mit ihrer Familie auf dem St. Margrethenberg (SG).
«Ach, Detlef!»
Nadja (46) wohnt mit ihrer Familie dort, wo andere wandern. Auf dem Bergbauernhof ist viel los. Die vier Kinder vergnügen sich mit Ziegen, Hunden, Katzen und Hamstern. Doch seit fünf Jahren mischt auch «Detlef» im Alltag mit: Nadjas Brustkrebs. Text: Pia Schüpbach, Fotos: Sarah Maurer
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Drei Krebsmamas – ein Kurzfilm Nadja ist eine von drei Frauen mit Brustkrebs, die in diesem Jahr im 60-sekündigen Kampagnenfilm der Krebsliga zu sehen sind. Seit Mitte September und während des Brustkrebsmonats Oktober läuft er im Kino, auf öffentlichen Screens sowie auf den Kanälen der Krebsliga. «Ich finde es super, wenn der Film dafür sensibilisiert, was diese Diagnose bedeutet. Zum Beispiel empfinde ich es als unschön, wenn ich das Gefühl habe, mich wegen meiner Fatigue rechtfertigen zu müssen», sagt Nadja. krebsliga.ch/krebsmama
Das Auf und Ab begleitet die vierfache Mutter seit fünf Jahren. Viel Leben, viel Lachen, viel Familienalltag. Doch Krebs funkt immer mal wieder dazwischen. Oder «Detlef», wie Nadjas Familie ihn nennt. «Wir wollten einen Namen, der in unseren Ohren etwas doof klingt und uns zum Lachen bringt. Natürlich haben wir auch darauf geachtet, dass wir niemanden kennen, der so heisst.» Bei unserem Besuch steht Nadja der Gang ins Spital noch bevor. «Darum bin ich heute nicht nur wegen des Fototermins nervös», sagt sie. Ein bisschen schief, etwas verwittert und voller Charme: Das Schindelhaus auf dem St. Margrethenberg (SG) wirkt einladend. Vor den Fenstern recken sich Blumen in allen Farben und Formen, hinter einer Scheibe drückt sich eine Kindernase platt. Neben der Haustür eine türkisfarbene Bank. Nadjas Bank. «Wenn ich erschöpft bin, setze ich mich hier hin.» «Detlef» ist es, der Nadja zu mehr Pausen zwingt, als sie machen möchte. Dabei wirkt Nadja nicht wie eine Frau, die viele Pausen braucht. Sie lacht lauthals, ihre Bewegungen sind energisch, der Schritt zackig. Mit vier Kindern zwischen 6 und 15 Jahren ist immer etwas los: Alessia, Adriana, Leano und Anna sorgen für Action. Dazu kommen drei Zwergziegen, vier Hunde, fünf Hausund noch mehr Stallkatzen, vier Goldhamster und die Vertragsrinder, die bei der Familie im Stall leben, wenn sie im Sommer nicht gerade auf der Alp sind. Während Nadja erzählt, wuselt Malteser Jimmy zwischen unseren Beinen durch. «Ach Jimmely», sagt sie lachend und hebt die kleinere Hündin Moana auf ihren Schoss. So engagiert wie möglich Als wäre der Alltag auf dem Hof nicht genug, engagiert sich Nadja gerne beim Verein Ferienspass Sarganserland oder bei Festen in der Region. «Mir ist wichtig, den Kindern vorzuleben, dass man auch mal unentgeltlich hilft. Ohne
ehrenamtliche Hilfe gäbe es viele Anlässe nicht.» Oft nimmt sie die älteste Tochter Alessia mit. Und sie spricht während der Helfereinsätze offen über die Folgen ihrer Erkrankung und fordert Pausen ein. «Meine Fatigue macht mich manchmal wütend. Ich hatte vor der Diagnose so viele Hummeln im Füdli. Jetzt sind sie nicht mehr da, und ich vermisse sie sehr.»
Leben mit und nach Krebs
Zwei Tage nach unserem Fotoshooting kommt das SMS: «Ha kei Metas.» Keine Metastasen. Heute Jubel, beim Fotoshooting für die Kampagne der Krebsliga Trubel. Und dazwischen Angst: Eine Bildgebung im Spital soll zeigen, ob sich Nadjas Krebs ruhig hält. «Kei Metas» – alles gut.
Hinter dem Haus das Paradies. Der Blick fällt auf den Falknis und das Glegghorn. Auf der einen Schaukel fläzt Leano, auf der andern schwingt sich Adriana in die Höhe. Anna winkt aus dem Fenster des farbigen Hexenhäuschens, und Alessia schneidet Zopf. Ein paar Meter entfernt weiden Luna, Willi und Maja, die Zwergziegen. Kürzere Zündschnur Wegen «Detlef» schluckt Nadja viele Medikamente, ist in den Wechseljahren und muss regelmässig zu Kontrolluntersuchungen. Da bibbern vor allem ihr Mann Christian und die älteste Tochter mit, denn Nadja ist Hochrisikopatientin: Ihr Krebs ist sehr aggressiv und schnell wachsend. «Als ich die Diagnose erhielt, hatte ich Angst, an Brustkrebs zu sterben. Jetzt habe ich Angst, dass der Krebs wieder zurückkommt.» Umso grösser ist jeweils die Erleichterung nach einer guten Nachricht aus dem Spital. Gleichzeitig hofft Nadja auf die Forschung und nimmt an einer Studie für ein neues Medikament teil. Ihr Tattoo auf dem Arm sagt es schwarz auf Haut: «No time to die!» Die jüngeren Kinder machen sich weniger Sorgen. Für sie ist vor allem wichtig, zu wissen, dass «die Mama nach den Kontrollen wieder nach Hause kommt». Dennoch bleibt «Detlef» auch für sie präsent. Sie haben erlebt, wie ihrer Mama während der Chemotherapie die Haare ausfielen, und kriegen mit, dass sie fast täglich ein Nachmittagsschläfchen braucht. Die zehnjährige Adriana sagt: «‹Detlef› ist scheisse!» Das findet auch Nadja. «Er stiehlt mir wertvolle Zeit mit meinen Kindern. Ich habe mir
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Die drei Zwergziegen halten Anna, Leano und Nadja auf Trab Foto: zVg
Leben mit und nach Krebs
Die Chemotherapie kostete Kraft und die Haare.
Mamisein anders vorgestellt. Zu- meine Passion ist», sagt sie dazu. Nadja «Ich hatte vor der mein dem ist meine Zündschnur kürzer als besucht in Sargans eine Kunsttherapie und malt, wann immer die Energie da Diagnose so viele früher, das macht mich traurig.» ist. Für ihren eigenen Shop «Nadjas Hummeln im Das Malen als Kraftquelle Bergstatt» entwirft sie Karten. Sie sucht Drinnen auf dem Küchentisch stapeln ein paar heraus und schenkt der FotoFüdli. Jetzt sind sich Kleider. Immer wieder entschuldigt crew ein Set. Nadja für den Wäscheberg. «Ich sie nicht mehr da, sich habe nicht mehr alles erledigen kön- Vor der Zeit auf dem St. Margrethenberg und ich vermisse nen.» Alle zwei Wochen erhält sie Hilfe hat Nadja in St. Gallen in einem Büro einer Spitex im Haushalt. Nadja gearbeitet. Wegen ihres Mannes Chrissie sehr.» von steigt in den oberen Stock und kommt tian zog es sie aufs Land. Manchmal mit Kisten zurück, es sind so viele, dass sie diese gerade noch tragen kann. In jeder lagern liebevoll gezeichnete Postkarten, viele mit Vogel- oder Schmetterlingsmotiv. Eine ihrer Kraftquellen ist das Malen. Farbkleckse und Farbspuren zieren das Tischblatt aus Holz. «Man darf ruhig sehen, dass Kreativsein
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vermisst sie das Stadtleben. Das vergeht aber schnell wieder, wenn sie sich «im Paradiesli» umsieht und ein paar Tiere um ihre Beine streichen.
Leben mit und nach Krebs
Malteserhund Jimmy will auch aufs Bild mit Adriana (l.), Nadja und Anna.
Wie beziehe ich die Kinder mit ein? Erkrankt ein Elternteil an Krebs, bleibt oft weniger Zeit und Kraft für die Familie. Die Broschüre «Wenn Eltern an Krebs erkranken» unterstützt betroffene Eltern und andere Bezugspersonen im Umgang mit der veränderten Lebenssituation. Sie bietet Bewältigungsstrategien sowie Tipps für Gespräche mit Kindern. Die Broschüre zeigt auf, was in Ihrem Kind vorgeht, was es braucht und wie Sie es unterstützen können. krebsliga.ch/kinder
Gemeinsam durch schwere Zeiten Christian arbeitet 90 Prozent auswärts in einem Treuhandbüro und kümmert sich um die Tiere auf dem Hof. Während Nadjas Akuttherapie kam er an seine Grenzen. Die Angst um seine Frau und die zusätzlichen Aufgaben verlangten ihm viel ab. «Wenn uns ‹Detlef› etwas gelehrt hat, dann das: Möglichst das tun, was man liebt, und nichts aufschieben», sagt er. Heute schätzen Nadja und Christian gemeinsame Momente noch mehr.
«Ich habe mir mein Mamisein anders vorgestellt.»
Die Fotocrew packt ihre Sachen zusammen. Auf dem von Nadja gebauten Möbel beim Eingang liegt Lila, die Katze, die so alt ist, dass niemand ihr genaues Alter weiss. Von Lila zu Türkis sind es nur wenige Schritte: Das Bänkli ruft. Nadja, setzt sich darauf, schliesst die Augen und lehnt ihren Kopf an die Hausmauer. Schluss mit Trubel für heute – das letzte Foto ist im Kasten. •
Was Mamas, Papas und Kindern guttut Die Krebsliga begleitete Nadja über die medizinische Behandlung hinaus: zum Beispiel mit Beratung bei administrativen Fragen, mit Angeboten wie dem «Onko Café SarganserlandWerdenberg» oder dem CancerSurvivorship-Programm in der Ostschweiz. Nadjas Kinder fanden beim Winterlager in Laax unbeschwerte Momente. Dass die Krebsliga solche Unterstützungsangebote anbieten kann, verdankt sie ihren Spenderinnen und Spendern. Herzlichen Dank!
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Was bewegt
Je früher, desto besser?
In der Schweiz sind die Darmkrebsvorsorge und die Brustkrebsfrüherkennung ab 50 Jahren empfohlen. Ob diese Altersgrenze gesenkt werden soll, ist umstritten. Text: Stefanie de Borba
Foto: Pinkcube/Credo GmbH/Sina Mino
Was sich weltweit abzeichnet, zeigt sich auch in der Schweiz: Immer mehr Menschen unter 50 Jahren erkranken an Darmkrebs. Auch bei Brustkrebs steigt die Anzahl der Frauen, die vor 50 eine Diagnose erhalten. Trotz intensiver Forschung ist die genaue Ursache dieses Anstiegs noch nicht geklärt. In absoluten Zahlen bleiben die Fälle bei den unter 50-Jährigen in der Schweiz jedoch tief. Aber in der Öffentlichkeit wird die Frage lauter: Sollte die Früherkennung bereits vor dem 50. Lebensjahr beginnen?
«Der PINK CUBE hat politisch bereits viel erreicht» Interview mit Bettina Balmer, Nationalrätin und Kinderchirurgin
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Nutzen und Grenzen der Früherkennung Ein früherer Start der Früherkennungsprogramme klingt zunächst logisch: Wer eine Krankheit früher entdeckt, kann sie besser behandeln. Mehrere Fachgesellschaften fordern genau das. Für Brustkrebs schlagen Fachärztinnen ein Screening ab 45 Jahren vor. Doch ob der Nutzen einer tieferen Altersgrenze die Nachteile tatsächlich überwiegt, ist für die Allgemeinbevölkerung bisher ungenügend erforscht. Denn jede Untersuchung bringt abgesehen von den Kosten auch mögliche Nachteile mit sich, zum Beispiel unnötige Folgeuntersuchungen oder die psychische Belastung durch einen unklaren Befund. Deshalb empfehlen auch die meisten europäischen Länder weiterhin einen Beginn ab 50 Jahren. Auch die Krebsliga fokussiert sich darauf, dass alle Menschen zwischen 50 und 74 Jahren Zugang zu qualitätsgesicherten und franchisebefreiten Früherkennungsprogrammen haben. Denn in dieser Altersgruppe ist die Evidenz für den Nutzen solcher Programme bei Brust- und Darmkrebs am grössten. Aktuell ist dies für Brustkrebs erst in 18 Kantonen und bei Darmkrebs in 15 Kantonen der Fall.
Bettina Balmer, Sie engagieren sich als Nationalrätin für die Früherkennung von Brustkrebs. Weshalb ist Ihnen das Thema wichtig? Bettina Balmer: Früherkennung macht bei der Prognose von Brustkrebs einen Unterschied; das zeigen medizinische Studien. Früherkennungsprogramme sind sinnvoll und gehören in den nationalen Krebsplan. Weshalb engagieren Sie sich für den PINK CUBE? Die Botschaft dieser Aktion ist einfach: Test your breast! Der Cube ermöglicht Aufklärung und Eigenverantwortung bei Brustkrebs. Und wir konnten damit in mehreren Kantonen politische Vorstösse zur Einführung von Früherkennungsprogrammen unterstützen. Wo sehen Sie den grössten Handlungsbedarf? Wichtig ist, dass wir in allen Kantonen die Lücken schliessen: Der gleichberechtigte Zugang zu Früherkennungsprogrammen darf nicht vom Wohnort abhängen und sollte in der ganzen Schweiz selbstverständlich sein. (stb)
Was bewegt Foto: shuttertsock.com
Foto: Pinkcube/Keystone/Walter Bieri
Sowohl bei Darm- als auch bei Brustkrebs kann systematische Früherkennung Leben retten.
Zudem müssen Warnsymptome ernster genommen werden. Blut im Stuhl, anhaltende Bauchschmerzen, ein tastbarer Knoten in der Brust oder ungewöhnliche Veränderungen werden bei jüngeren Menschen oft zu lange als harmlos abgetan – mit der Folge, dass sich die Diagnose verzögert und der Krebs erst in einem fortgeschrittenen Stadium entdeckt wird. Wer Beschwerden bemerkt, sollte damit (unabhängig vom Alter) zur Ärztin oder zum Arzt gehen. Die Krebsliga verfolgt die Forschung zum Screeningalter und unterstützt entsprechende Projekte. Sobald die Evidenz deutlicher ist, wird sie sich für eine Altersanpassung einsetzen. Ein erfolgreiches Beispiel dafür ist die Anhebung der Altersgrenze von 69 auf 74 Jahre bei der Darmkrebsvorsorge: Vergangenes Jahr reichte die Krebsliga mit anderen Organisationen einen Antrag bei den zuständigen Behörden ein. Seither ist die Untersuchung bis zum 75. Altersjahr von der Grundversicherung gedeckt und im Rahmen von Programmen franchisebefreit. •
Foto: Pinkcube/Credo GmbH/Sina Minor
Entscheidend bleiben Risiko und Symptome Früherkennungsprogramme richten sich an gesunde Menschen ohne Symptome. Anders sieht es bei Menschen mit erhöhtem Risiko aus: Wer in der Familie beispielsweise viele Darm- oder Brustkrebsfälle hat, sollte die Früherkennung individuell mit der Ärztin oder dem Arzt planen. Häufig beginnen die Abklärungen früher und erfolgen mit anderen Untersuchungsmethoden.
Mirjam Lämmle, Krebsliga Schweiz; Christina Christen, Europa Donna Schweiz; Nationalrätin Bettina Balmer; Susanne Thost, Pink Cube - Test your breast (v. l.)
Mehr zu den Früherkennungsprogrammen: krebsliga.ch/frueherkennung-politik
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Foto: istockphoto.com
Panorama
Gut gemeint, teuer geerbt
Damit ein Vermächtnis Freude bereitet, lohnt sich ein Blick auf mögliche Erbschaftssteuern. Text: Manuela Daboussi
Im Testament können Sie festhalten, wer bestimmte Erinnerungsstücke erhalten soll. Die Ferienwohnung für die Enkelin, die Konzertharfe für den lokalen Musikverein oder der gemeinsam restaurierte Oldtimer für den Neffen. Solche Vermächtnisse können Trost spenden und an gemeinsame Erlebnisse erinnern. Viele Menschen möchten sicherstellen, dass persönliche Gegenstände nach ihrem Tod in gute Hände kommen. Dabei lohnt sich ein Blick auf die steuerlichen Folgen. Je nach Wohnkanton und Verwandtschaftsgrad können auf wertvolle Vermächtnisse Erbschaftssteuern anfallen. Im Einzelfall müsste die beschenkte Person den Gegenstand sogar verkaufen, um die Steuern zu tragen.
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Prüfen Sie geltende Freibeträge und Steuersätze in Ihrem Wohnkanton. Können hohe Erbschaftssteuern anfallen, sollten Sie im Testament festhalten, dass diese aus dem Nachlass bezahlt werden. So bleibt ein Andenken das, was es sein soll: eine wertvolle Erinnerung an einen geliebten Menschen. Tipps und Beispiele für Formulierungen finden Sie im Testamentratgeber der Krebsliga Schweiz krebsliga.ch/erbschaften
Alles zum Thema Abschied Zum ersten Mal findet am 29. und 30. Oktober in der Messe Luzern eine Veranstaltung zu den zentralen Themen des letzten Lebensabschnitts statt. «Abschied’26» bringt Fachpersonen, Anbieter und Interessierte zusammen, die Menschen am Lebensende begleiten – in den Bereichen Vorsorge, Palliative Care, Bestattung oder Trauerbegleitung. Die Krebsliga ist mit einem Stand und zwei Vorträgen vertreten. Mehr erfahren: www.abschied.swiss
Panorama
Zurück ins Leben bei Krebs – Die App dient der Übersicht und dokumentiert die vereinbarten Massnahmen. myOncompass möchte Menschen mit und nach Krebs stärken, ihren Weg Schritt für Schritt selbst zu gestalten und so wieder mehr Lebensqualität und Sicherheit im Alltag zu gewinnen. Die Krebsliga entwickelte das Angebot gemeinsam mit Betroffenen, Fachpersonen sowie Partnerinnen und Partnern aus dem Gesundheitswesen und testet es bis Ende 2027. Ein erstes Pilotprojekt startete im August im Kantonsspital Winterthur, ein zweites im Oktober im Tessin. Weitere Regionen werden folgen. (spa)
Wie funktioniert das? – In der App beantworten Betroffene einen Fragebogen zu ihrer aktuellen Situation. Die Ergebnisse zeigen, wo sie sich belastet fühlen und in welchen Bereichen Unterstützung sinnvoll wäre. – Betroffene entscheiden, ob sie von einem Onco Coach begleitet werden möchten. – Zusammen mit dieser Fachperson legen sie die nächsten Schritte fest. Die Fachperson hilft ihnen auch dabei, sich im Gesundheitssystem zurechtzufinden und passende Angebote in der Region zu finden.
Unterstützende Pflege für eine bessere Lebensqualität Krebsbehandlungen verursachen oft Nebenwirkungen, darunter bei über 80 Prozent der Betroffenen auch auf der Haut. Dies kann zu Unbehagen, geringem Selbstwertgefühl und sogar Therapieanpassungen führen. Patientin Lara berichtet: «Bei jeder Behandlung gab es andere Nebenwirkungen. Am schwierigsten war die Chemotherapie: Ich litt an Hauttrockenheit, Haarausfall, Juckreiz, Müdigkeit und Schleimhautentzündung.»
«Uns liegt viel daran, Menschen mit und auch nach Krebs nicht allein zu lassen.» Manuel Weber, Cancer Survivor Spezialist Krebsliga
Mehr erfahren: myoncompass.ch
Unterstützende Pflege hilft, besser mit der Krankheit umzugehen. Pflegefachfrau Marie sagt: «Das Selbstwertgefühl bringt einen in den Therapien am weitesten voran. Unterstützende Behandlungen schaffen eine kleine Wohlfühloase.» Eine wichtige Rolle spielen passende Hautpflegeprodukte. La Roche-Posay bietet dermokosmetische Lösungen an, um die durch Therapien geschwächte Hautbarriere wiederherzustellen. Zudem engagiert sich die Partnerin der Krebsliga auch in der Hautkrebsprävention und unterstützt die Forschung. (PD, anz) Mehr erfahren: laroche-posay.ch/de Foto: zVg
Eine Krebserkrankung bringt mehr mit sich als medizinische Behandlungen. Oft kommen emotionale, soziale, finanzielle oder organisatorische Herausforderungen dazu. Fast eine halbe Million Menschen leben in der Schweiz mit oder nach einer Krebsdiagnose. Und viele von ihnen fühlen sich mit den Folgen alleingelassen. Darum gibt es myOncompass: Betroffene erhalten auf Wunsch eine persönliche Begleitung durch einen Onco Coach. Die dazugehörige App unterstützt sie im Alltag und hilft ihnen, den Überblick zu behalten. So versucht das Programm, eine Lücke in der Krebsversorgung zu schliessen.
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Rätsel
holländ. kein kein doppelholländ. doppelanderer Käse Käseanderer deutigdeutig
Wortteil: Wortteil: Boden Boden
1 1 kelt. Gekelt. Gelehrterlehrter
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Stadt in Teil der Kastilien Treppe Stadt in Teil der Kastilien Treppe
ostostspan. span. KüstenKüstenfluss fluss
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OberObergrenze
dt. Autor dt. Autor † 1956 † 1956
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Wüste Wüste in in Afrika Afrika
Gri- Grimasse masse tierprotierproduktlos duktlos lebende lebende Frau Frau
Ponorweg. Ponorweg. PappverPappvermaden Band Band packung packung maden
griech. griech. Göttin Göttin
4grenze
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So nehmen Sie teil
Online: krebsliga.ch/loesungswort oder per E-Mail: loesungswort@krebsliga.ch.
2. Preis: Toilettenpapier für sechs Monate*
Per Post: Senden Sie uns eine Postkarte mit dem Lösungswort, Ihrem Namen und Ihrer Anschrift an folgende Adresse: Krebsliga Schweiz, Effingerstrasse 40, Postfach, 3001 Bern.
3. Preis: Toilettenpapier für ein Quartal*
Einsendeschluss ist der 23. Oktober 2026. Viel Glück!
Hier gehts zum Rätsel:
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raetsel.ch 04_26
Machen Sie mit und gewinnen Sie eines von drei HakleToilettenpapier-Abos 1. Preis: Toilettenpapier für ein ganzes Jahr*
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Gewinnerin der Juli-Ausgabe 2026:
hakle.ch
Hakle unterstützt, was wichtig ist: Sauberkeit und Vorsorge Darmkrebs ist heilbar – wenn man ihn früh erkennt. Doch noch immer verhindert Scham, dass wir über Symptome, Risiken und Vorsorge sprechen. Dabei ist Stuhlgang das Normalste der Welt. Als Partner der Krebsliga unterstützt Hakle die Aufklärung zur Darmkrebsvorsorge. Denn Darmgesundheit betrifft uns alle – und Vorsorge kann Leben retten.
Foto: zVg
*direkt zu Ihnen nach Hause geliefert
Gelgia Cantieni, 7433 Donat Lösungswort: EMOTIONEN
Persönlich
Einschneidende Diagnose: 2019 verändert die Diagnose Brustkrebs das Leben von Chloé und ihrer Familie. Gesundheitliche und mentale Folgen spürt die Tessinerin bis heute.
weitere gesundheitliche Probleme. Aber ich bin noch da und ziehe meine Kinder gross. Das ist das Wichtigste. Mein erster Reflex nach der Diagnose war: Jetzt musst du kämpfen. Der psychische Zusammenbruch kam später. Ich glaube, man muss den Schmerz zulassen und nicht verdrängen, damit es wieder besser werden kann. Meine Tochter sagte mir immer wieder: ‹Die Mama ist stark.› Das Buch ‹L’anno del girasole pallido› (‹Das Jahr der blassen Sonnenblume›) hat unserer Familie geholfen, über Krebs zu sprechen. Und den Kindern hat es etwas die Angst genommen, auch wenn sie noch zu klein waren, um wirklich alles zu verstehen.
Foto: MYGOSH
Seit der Diagnose ist die Sicherheit weg. Ich habe gelernt, dass innert einer Sekunde alles anders sein kann. Dank meiner Kinder habe ich viel Kraft entwickelt, sie sind mein grösster Antrieb. Was auch hilft: Trotz meiner gesundheitlichen Probleme bin ich ein fröhlicher Mensch.
«Das Wichtigste: Ich bin noch da!» Aufgezeichnet von Pia Schüpbach
Chloé (45) ist eine von drei Krebsmamas im Kampagnenfilm der Krebsliga. Im Alltag versucht sie, für ihre Kinder da zu sein und genauso gut zu sich selbst zu schauen.
Die Krankheit hat aber auch Spuren in meiner Familie hinterlassen. Der Papa meiner Kinder sah sich nicht mehr in der Lage, mich durch all meine Höhen und Tiefen zu begleiten. Umso wichtiger war mein Umfeld. Umarmungen und viele Anrufe zeigten mir, dass ich nicht allein bin. Eine grosse Hilfe war zudem die Sozialberaterin der Krebsliga: Micaela ist mein Engel. Sie stand und steht mir emotional und bei administrativen Fragen zur Seite. Oft denke ich an die anderen Krebsmamas, die im Kampagnenfilm der Krebsliga mitwirken. Auch wenn wir unterschiedliche Geschichten mit Brustkrebs haben, sind wir doch verbunden. Ich wünsche Nadja, Céline und ihren Familien das Beste!» krebsliga.ch/krebsmama Weitere Erfahrungsberichte von Menschen mit Krebs: krebsliga.ch/story
«Nie hätte ich damit gerechnet, dass Krebs ausgerechnet mich trifft. Und erst recht nicht damit, was danach noch alles auf mich zukommen würde: ein chirurgischer Eingriff im oberen Lungenteil nach einem Lungenkollaps, zwei gebrochene Rippen nach einer Lungenentzündung mit starkem Husten und
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Mehr als 100 000 Frauen in der Schweiz sind von Brustkrebs betroffen. Darunter viele Mütter. So wie Nadja. Lernen Sie Nadja besser kennen: krebsliga.ch/krebsmama