Die Krebsliga will die Zahl der Krebserkrankungen verringern und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. 18 kantonale und regionale Krebsligen beraten und unterstützen an über 70 Standorten in der Schweiz.
1 Krebsliga Aargau
Telefon 062 834 75 75 krebsliga-aargau.ch
2 Krebsliga beider Basel
Telefon 061 319 99 88 klbb.ch
3 Krebsliga Bern
Telefon 031 313 24 24 krebsligabern.ch
4 Krebsliga Freiburg
Telefon 026 426 02 90 freiburg.krebsliga.ch
5 Ligue genevoise contre le cancer
Téléphone 022 322 13 33 lgc.ch
6 Krebsliga Graubünden
Telefon 081 300 50 90 krebsliga-gr.ch
7 Ligue jurassienne contre le cancer
Téléphone 032 422 20 30 liguecancer-ju.ch
8 Ligue neuchâteloise contre le cancer
Téléphone 032 886 85 90 liguecancer-ne.ch
9 Krebsliga Ostschweiz
SG, AR, AI, GL Telefon 071 242 70 00 krebsliga-ostschweiz.ch
10 Krebsliga Schaffhausen
Telefon 052 741 45 45 krebsliga-sh.ch
11 Krebsliga Solothurn Telefon 032 628 68 10 krebsliga-so.ch
12 Krebsliga Thurgau
Telefon 071 626 70 00 krebsliga-thurgau.ch
13 Lega cancro Ticino Telefono 091 820 64 20 legacancro-ti.ch
14 Ligue vaudoise contre le cancer
Téléphone 021 623 11 11 lvc.ch
15 Krebsliga Wallis Telefon 027 604 35 41 krebsliga-wallis.ch
17 Krebsliga Zürich Telefon 044 388 55 00 krebsligazuerich.ch
18 Krebshilfe Liechtenstein Telefon 00423 233 18 45 krebshilfe.li
Impressum Herausgeberin: Krebsliga Schweiz, Postfach, 3001 Bern, Telefon 031 389 94 84, aspect@krebsliga.ch, krebsliga.ch/aspect, IBAN: CH 95 0900 0000 3000 4843 9 Redaktionsleitung: Danica Gröhlich (dag) – Autorinnen und Autoren: Philipp Blume (phb), Eveline Bossart (evb), Pia Schüpbach (spa), Anja Zbinden (anz) – Gestaltung: Binkert Partnerinnen AG –Koordination: Sara Wasem – Druck: Merkur Zeitungsdruck AG, Langenthal (BE) – Ausgabe: 3/26, Juli 2026, erscheint 4-mal jährlich. Magazin für die Spenderinnen und Spender der Krebsliga Schweiz.
Emotionen als Wegweiser
Liebe Leserin, lieber Leser
Eine Krebsdiagnose verändert vieles: nicht nur den Körper, sondern auch das innere Erleben. Gefühle wie Angst, Wut oder auch Hoffnung treten manchmal gleichzeitig auf. Sie kommen unerwartet, wechseln sich aber auch ab. Die Krankheit stellt vieles infrage, was zuvor selbstverständlich war. Gerade in solchen Momenten wird spürbar, wie eng Emotionen und Entscheidungen miteinander verbunden sind. Warum ich? Was tut mir jetzt gut? Welchen Weg möchte ich gehen?
Wie Emotionen ganz direkt unsere Entscheidungen beeinflussen, auch in der Krebsprävention, untersucht eine Forscherin in einem von der Krebsliga Schweiz unterstützten Projekt (Seite 8).
Ebenfalls in dieser Ausgabe erzählen Menschen von ihren persönlichen Erfahrungen. So berichtet etwa Mara in unserer Titelgeschichte (Seite 10), in welchem einschneidenden Moment ihre Angst nach der Diagnose Lymphdrüsenkrebs in Wut umschlug. Und welche Entscheidung sie dann traf. Auch Sara (Seite 19) beschreibt offen, wie sie ihr Mami Verena begleitet, das an einem unheilbaren Hirntumor erkrankt ist. Wie geht sie damit um, dass ihre Mutter bereits die eigene Beerdigung geplant hat?
Ihre Geschichten zeigen: Alle Gefühle dürfen sein. Das bedeutet auch, Emotionen zuzulassen, anzunehmen und sich gegebenenfalls Unterstützung zu holen. Wir begleiten Menschen mit Krebs und ihre Angehörigen in allen Phasen – mit Informationen, Beratung und einem offenen Ohr.
Mit Ihrer Unterstützung können wir weiterhin einen sicheren Raum schaffen für alle Gefühle, die gehört werden wollen. Dafür danke ich Ihnen von Herzen.
Herzliche Grüsse
Mirjam Lämmle CEO Krebsliga Schweiz
Inhalt
Laufen statt büffeln: Elio und Silas zeigen Herz für Krebsbetroffene.
Aktuell 6
Trauer, Wut, Unsicherheit: Unser Beratungsdienst gibt Gefühlen Raum.
8
Krebsprävention: Wie Emotionen unsere Entscheidungen beeinflussen.
Leben mit und nach Krebs
10 Wechselbad der Gefühle: Was Mara nach Lymphdrüsenkrebs wütend machte.
Fokus
Europäischer Kodex zur Krebsbekämpfung: Wie sich die Krebsliga engagiert. In
Testamentspende: ein Vermächtnis, das weiterwirkt.
Rätsel
Gewinnen Sie Ferien im See & Park Hotel Feldbach im Wert von 999 Franken!
Persönlich
Unheilbarer Hirntumor: Sara steht ihrem Mami Verena zur Seite.
Anregungen? Fragen? Feedback?
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Schreiben Sie uns: aspect@krebsliga.ch
Besuchen Sie uns auf Social Media:
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Robert-Wenner-Preis
Premiere: Peers der Krebsliga entschieden mit
Der Robert-Wenner-Preis 2026 ist ein besonderer. Denn zum ersten Mal waren Krebsbetroffene und Angehörige direkt an der Auswahl der Preis-
Die Zahl
trägerinnen beteiligt. 13 Mitglieder der Peer-Plattform der Krebsliga beurteilten die Finalistinnen und Finalisten mit. Die Krebsliga setzt damit
76 000
Beratungsstunden
haben die Beraterinnen und Berater der regionalen und kantonalen Krebsligen im Vorjahr geleistet. Das bedeutet 76 000 Stunden zuhören, mitfühlen, da sein.
Insgesamt 13 000 Betroffene und Nahestehende haben sich mit Fragen, Sorgen und Ängsten gemeldet.
ein Zeichen für eine Forschung, die sich noch stärker an den Bedürfnissen von Patientinnen und Patienten orientiert.
Der Preis ging an zwei junge Forscherinnen aus der Romandie: Michal Bassani-Sternberg (Universität Lausanne, CHUV) und Camilla Jandus (Universität Genf). Ausgezeichnet werden ihre Arbeiten in der Krebsimmuntherapie. Dieses Forschungsfeld nutzt das körpereigene Immunsystem, um Krebs gezielt zu bekämpfen. Beide Preisträgerinnen erhalten je 50 000 Franken für ihre laufenden Forschungsprojekte. Herzliche Gratulation! (spa)
Erfahren Sie mehr über den Preis und die bisherigen Preisträgerinnen und Preisträger: krebsliga.ch/rwp
Sport und Spendenaktion
Neue Strava Verknüpfung auf Participate
Seit April 2026 wird sportliches Engagement noch sichtbarer: Wer auf unserer Spendenplattform Participate einen Sportanlass mit persönlichem Spendenzweck verbindet, kann seine Aktivitäten jetzt direkt über Strava einbinden. Die beliebte Fitness-App und Community für Sportbegeisterte ermöglicht es, Trainings aufzuzeichnen, auszuwerten und mit anderen zu teilen. Dank der neuen Verknüpfung
erscheinen Läufe, Velotouren oder Wanderungen automatisch in der eigenen Spendenaktion, ganz ohne zusätzlichen Aufwand. Was es braucht: In der Strava-App unter «Meine Apps» die Berechtigung für «KLS-Participate-Koalect» aktivieren. Und schon werden die sportlichen Leistungen nahtlos übertragen und zeigen den Einsatz für den guten Zweck auf. (phb) krebsliga.ch/participate
Die Preisträgerinnen: Prof. Dr. Michal Bassani-Sternberg (links) und Prof. Dr. med. Camilla Jandus
Spendenlauf
Laufen statt büffeln
Die Schüler Elio Schneider (16) und Silas Frei (15) sind Sportskanonen. Genau das und zudem viel Herz zeigten sie bei ihrem Abschlussprojekt in der Schule: In vier Etappen rannten die beiden von Genf nach Solothurn und sammelten dabei Spenden für die Krebsliga. «Krebs betrifft sehr viele. Uns war wichtig, dass wir nicht nur für uns etwas machen, sondern auch für Menschen, die vielleicht nicht die Möglichkeit dazu haben.»
Bei ihrer Aktion kamen 180 Kilometer und fast 6000 Franken zusammen. Am meisten zu beissen hatten die beiden, als sie von Rolle nach Yverdon-les-Bains gelaufen sind. «Es war eine Strasse, die nicht zu enden schien, das hat uns mental gefordert. Zudem war es sehr heiss», erzählt Silas. Besonders genossen haben sie die Ankunft in Neuenburg. «Da sind wir zufällig noch vielen anderen Läuferinnen und Läufern begegnet. Zudem waren unsere Eltern da, und
das Wetter war grandios. All das gab viel Motivation für die weiteren Etappen bis zum Ziel in Solothurn.» Wir ziehen den Hut vor dieser Leistung und bedanken uns herzlich für die Spenden. (spa)
Making-of Blick hinter die Kulissen
Das Zitat
«Manchmal geht Aufstehen nur mit Hilfe.»
Arjelynne steht in der Kampagne der Krebsliga für das Sujet «Krebsmüde». Auch wenn es der Genferin heute besser geht: Ihr Brustkrebs hat Spuren hinterlassen. Nach vielen Therapien musste sie lernen, mit Müdigkeit, Angst und Veränderungen umzugehen. «Heute baue ich mir mein Leben bewusster auf», sagt die 28-Jährige.
krebsliga.ch/awareness
Mara und Hundedame Poppy im Einsatz fürs Titelshooting vor der Linse von Fotograf Gaëtan Bally
Zwei Sportskanonen mit viel Herz: Elio (links) und Silas (rechts).
«Hier dürfen alle Emotionen ungefiltert fliessen»
Trauer, Wut, Angst: Beim Beratungsdienst KrebsInfo finden all diese Gefühle Raum. Fachberaterin Katja Streiff erzählt, warum Zuhören für Krebsbetroffene und Angehörige oft wichtiger ist als Ratschläge.
Interview: Pia Schüpbach
Katja, du wirst bei deiner Arbeit teilweise mit heftigen Emotionen konfrontiert. Was macht das mit dir?
Katja Streiff: Ich hoffe jeden Tag, dass wir mit unserer Arbeit einen Raum schaffen können, in dem genau diese Emotionen Platz haben. Ich kann die Situation meines Gegenübers nicht ändern, aber ich kann ein offenes Ohr bieten und mögliche Strategien aufzeigen, die unterstützen. Das gibt mir auch immer wieder Kraft für meine Arbeit.
Welche Gefühle von Betroffenen und Angehörigen begegnen dir am häufigsten?
Trauer, Angst, Ungewissheit, wie es weitergehen soll, der Verlust des Vertrauens in den eigenen Körper und das Gefühl des Kontrollverlusts. Trauer darüber, dass das Leben nicht mehr so sein wird wie zuvor, und die Frage: «Warum ich?» Zudem die Angst vor der Zukunft und die Angst, dass die Krebserkrankung nach der Behandlung wieder auftritt. Die Gefühle sind bei vielen Menschen ähnlich, der Umgang mit ihnen jedoch unterschiedlich. Bereits vorhandene Bewältigungsstrategien, das soziale Umfeld und die Lebensumstände beeinflussen den Umgang mit der Situation.
Gibt es Emotionen, die oft unterschätzt werden?
Wut, Schuldgefühle und Hilflosigkeit werden oft unterschätzt oder unterdrückt. Und doch brauchen sie den nötigen Platz. Bei Angehörigen werden die eigenen Gefühle und die Hilflosigkeit oft in den Hintergrund gestellt.
Wie gehst du mit sehr intensiven Gefühlen wie Verzweiflung oder Wut um?
Diese dürfen und sollen ihren Platz haben. Das ist eine verständliche und eine menschliche Reaktion. Hier sind keine Ratschläge gefragt, sondern ich höre hin. Ich gebe Raum, auch einmal ungefiltert die Emotionen fliessen zu lassen.
Wie schaffen es Betroffene und Angehörige, klar zu denken und Entscheidungen zu treffen, obwohl sie von Emotionen übermannt werden?
Es kann hilfreich sein, jemanden an der Seite zu haben, der Struktur gibt. In der Beratung bespreche ich beispielsweise die möglichen Fragen an die Ärztin oder den Arzt zu Krankheitsbild, Therapie und anderem. Ich empfehle, offene Fragen und Anliegen schriftlich zum Gespräch mitzunehmen. Das entlastet, und so geht nichts vergessen.
Deine Tipps für den Umgang mit emotionaler Belastung im Alltag?
Es ist wichtig, ehrlich über die eigenen Gefühle zu reden und auszusprechen, was in einem vorgeht. Das ist auch für das Gegenüber hilfreich. Offene Gespräche bringen Transparenz, was wiederum im Umgang mit der gesamten Situation hilft.
Was tust du, damit dich die Emotionen nicht zu fest belasten?
Wir besprechen stark belastende Situationen im Team und haben regelmässig Supervisionen. Ich empfinde unsere Arbeit als sehr sinnvoll. Das hilft mir auch im Umgang damit. Die eigene Psychohygiene ist wichtig. Ich verbringe zum Beispiel viel Zeit mit meiner Familie, bin gerne in der Natur und liebe gutes Essen. •
Die Gefühle nach einer Krebsdiagnose sind bei vielen Menschen ähnlich, der Umgang mit ihnen ist jedoch verschieden.
«Um Vitamin D zu bilden, braucht der Körper nur wenig Sonne»
Hier eine Auswahl aktueller Fragen, die das KrebsInfoBeratungsteam erreichen.
1«Was ist der Unterschied zwischen hellem und weissem Hautkrebs?»
Weisser Hautkrebs und heller Hautkrebs meinen dasselbe. Beide Begriffe sind Sammelnamen für hauptsächlich zwei Formen:
• Basalzellkrebs (Basaliom)
• Plattenepithelkrebs (Spinaliom)
Diese entstehen meist durch UVStrahlung und sind meist auf den «Sonnenterrassen» im Gesicht zu finden (Nase, Stirn, Ohren und Kopfhaut). Sie wachsen oft langsam und sind in vielen Fällen gut behandelbar, wenn man sie früh erkennt. Zum hellen Hautkrebs gehören aber auch die Krebsvorstufen (Präkanzerosen). Erst ab einer gewissen Grösse schuppt, blutet oder schmerzt Hautkrebs. Meist ist er aber schon vorher sichtbar. Wenn Sie bei sich eine anhaltende Hautveränderung feststellen, sollten Sie diese unbedingt Ihrer Hausärztin oder einem Dermatologen zeigen.
Wichtig: Weisser Hautkrebs ist etwas anderes als schwarzer Hautkrebs (Melanom). Er bildet selten Metastasen, tritt aber häufiger auf. Weitere Informationen finden Sie in dieser Broschüre: krebsliga.ch/info-hellerhautkrebs
2«Wenn ich mich mit LSF 50+ einreibe, kann ich dann noch Vitamin D aufnehmen?»
Vitamin D ist wichtig. Haben wir zu wenig davon, können die Knochen schwächer werden. Wir fühlen uns manchmal auch schneller müde oder kraftlos. Die gute Nachricht: Auch
mit Sonnencreme mit hohem Schutzfaktor kann der Körper noch Vitamin D bilden. Kein Sonnenschutz blockiert die UV-Strahlen zu 100 %. Ein kleiner Teil gelangt immer zur Haut – und das reicht oft schon. Für die Vitamin-D-Bildung braucht der Körper nur wenig Sonne. Kurze Aufenthalte im Freien genügen. Darum gilt: Sonnenschutz ist trotzdem wichtig, er schützt vor Hautalterung, Hautschäden und Hautkrebs.
Mehr lesen über Sonnenschutzmittel: krebsliga.ch/sonnencreme
3«Schützen Auto- und Zugscheiben vor der Sonne?»
Während Autoscheiben UVB-Strahlen weitgehend blockieren, lassen die Seitenfenster einen Teil der UVA-Strahlen durch. Das bedeutet: Bei langen Fahrten ist Schutz sinnvoll, besonders für Kinder, weil ihre Haut empfindlicher ist. Was schützt: Sonnenschutzblenden, Rollos oder getönte Folien am Fenster. Im Sichtfeld der Fahrerin oder des Fahrers helfen trans parente UV-Schutz-Folien. In modernen Zügen ist der Schutz stärker als in einem Auto. Die Fenster blockieren UVBStrahlen komplett und fast alle UVAStrahlen. Sonnenbrand ist dort
sehr unwahrscheinlich. Bei sehr empfindlicher Haut kann etwas Strahlung durchkommen. Zur Erklärung: UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und verursachen langfristige Schäden wie Hautalterung und das Risiko von Melanomen. UVB-Strahlen sind energiereicher, verursachen kurzfristige Schäden wie Sonnenbrand und sind hauptsächlich für die Bräunung der Haut verantwortlich. Auch sie erhöhen das Risiko für Hautkrebs. Ob im Auto oder im Zug, Eincremen mit Sonnencreme lohnt sich bei längeren Fahrten. Auf unserer Website finden Sie viele Tipps zum Sonnenschutz: krebsliga.ch/sonnenschutz
KrebsInfo
Haben Sie Fragen zu Krebs? Möchten Sie über Ihre Ängste oder Erfahrungen sprechen? Wir helfen Ihnen weiter:
Gratis-Telefon 0800 11 88 11
E-Mail krebsinfo@krebsliga.ch
Chat krebsliga.ch/chat
WhatsApp +41 31 38 99 240
Egal, welche Fragen Sie beschäftigen:
Die Fachberatenden von KrebsInfo sind für Sie da oder vermitteln passende Anlaufstellen.
«Angst kann antreiben – oder bremsen»
Emotionen beeinflussen Entscheidungen ganz direkt. Auch Entscheidungen für die eigene Gesundheit. Was das für die Krebsprävention bedeutet und wie man Menschen besser erreicht.
Interview: Danica Gröhlich
Weshalb engagieren Sie sich in der Krebsprävention, Prof. Sara Rubinelli?
Prof. Sara Rubinelli: In meiner Arbeit sehe ich oft das gleiche Muster: Menschen bekommen Empfehlungen, setzen diese aber meist nicht um. Manche Krebserkrankungen lassen sich vorbeugen oder früher erkennen. Doch diese Möglichkeiten werden nicht immer genutzt. Mich hat interessiert, warum das so ist. Mit der Zeit wurde klar, dass die ausschlaggebende Lücke zwischen Information und Entscheidung liegt: Wie verstehen Menschen, was sie hören? Passt es in ihr Leben? Fühlen sie sich überhaupt in der Lage zu handeln? Hier entscheidet sich, ob Prävention gelingt oder scheitert.
«Sie machen mit Ihrer Spende auch meine Forschung möglich.
Dafür danke ich Ihnen von Herzen!»
Sara Rubinelli, Professorin für Gesundheitswissenschaften mit Schwerpunkt Gesundheitskommunikation an der Universität Luzern
«Wir treffen Entscheidungen nicht rein logisch. Wir sind keine Computer.»
Prof. Sara Rubinelli
Wissen wir denn genug über Krebsprävention?
Wir leben heute in einer Welt voller Gesundheitsinformationen. Wissenschaftliche Empfehlungen stehen neben persönlichen Geschichten, Medienberichten und manchmal auch falschen Aussagen. Wissen wird deshalb nicht einfach aufgenommen, sondern muss aktiv eingeordnet werden. Das braucht Zeit, Aufmerksamkeit und Vertrauen in die eigene Einschätzung. Es geht also weniger darum, wie viel Menschen wissen, sondern darum, unter welchen Bedingungen echtes Verständnis entsteht.
Die Krebsliga Schweiz unterstützt zusammen mit der Krebsliga Schaffhausen das Projekt von Prof. Sara Rubinelli.
Weitere unterstützte Forschungsprojekte: krebsliga.ch/forschung
Dabei ist sicher auch die Kommunikation entscheidend. Genau. Ob Wissen zu Handeln wird, entscheidet die Kommunikation. Sie erfolgt zum Beispiel über Social Media, Websites oder Kampagnen. Klare Sprache hilft, um viele unterschiedliche Menschen zu erreichen. Gleichzeitig sollte Kommunikation auch dabei unterstützen, Informationen besser einzuordnen: Was ist wichtig? Was ist verlässlich? Und was bedeutet das für mich persönlich?
Kennt die Bevölkerung die Gesundheitsempfehlungen? Viele kennen die allgemeinen Empfehlungen, aber das heisst noch nicht, dass sie auch zur Vorsorge gehen. Zu wissen, dass es Untersuchungen gibt, ist etwas ande-
Zwischen Wissen und Handeln: Angst kann dazu führen, dass jemand einen Arzttermin macht oder ihn gar nicht erst wahrnimmt.
res, als zu verstehen, wann sie sinnvoll sind, warum sie wichtig sind und wie man sie erhält.
Warum gehen viele dann doch nicht zur Vorsorge?
Die Gründe sind unterschiedlich. Manche haben Angst vor dem Ergebnis, andere unterschätzen ihr Risiko. Dazu kommen praktische Hürden wie Zeitmangel, unklare Abläufe oder schwieriger Zugang. Oft kommt alles zusammen: Man zögert, verschiebt, und am Ende geht man gar nicht. Wichtig ist, diese Muster zu verstehen. Denn wir treffen Entscheidungen nicht rein logisch. Wir sind keine Computer.
Welche Rolle spielen also unsere Gefühle?
Gefühle beeinflussen Entscheidungen ganz direkt. Angst kann dazu führen, dass jemand einen Termin macht oder ihn gar nicht erst wahrnimmt. Vertrauen in Ärztinnen und Ärzte oder Institutionen macht Empfehlungen glaubwürdig. Misstrauen führt oft dazu, dass Menschen andere Quellen suchen. Diese Gefühle prägen, wie wir mit Prävention umgehen.
Um Prävention geht es auch in Ihrem aktuellen Forschungsprojekt.
Ja, wir planen eine landesweite Studie in der Schweiz, um Krebsprävention aus Sicht der Bevölkerung besser zu verstehen. Rund 2500 Menschen werden befragt: Was wissen sie, was glauben sie, was tun sie? Zusätzlich führen wir
Interviews, um ihre Erfahrungen genauer zu verstehen. Ausserdem schauen wir uns an, wie Institutionen informieren, und vergleichen das mit dem, was Menschen wirklich brauchen. So können wir konkrete Lücken erkennen und Verbesserungen entwickeln.
Was ist das Ziel Ihrer Forschung?
Wir wollen die Krebsprävention im Alltag verbessern. Gleichzeitig ist klar: Gesundheitsentscheidungen treffen immer die Menschen selbst. Die Aufgabe von Forschung und Institutionen ist es, Orientierung zu geben – mit guten, verständlichen und ehrlichen Informationen. Nur so können Menschen wirklich selbstbestimmt entscheiden.
Und was wünschen Sie sich für die Zukunft?
Ich wünsche mir, dass Prävention einfacher wird. Dass Informationen klarer sind, dass Menschen wissen, an wen sie sich wenden können, und dass sie sich bei ihren Entscheidungen unterstützt fühlen. Wenn das gelingt, werden mehr Menschen rechtzeitig zur Vorsorge gehen und gut informiert entscheiden. •
Informationen zur Krebsprävention: krebsliga.ch/praevention
Zwischen Wut und Dankbarkeit
Ein Sonntag, ein Zufallsfund, und plötzlich ist nichts mehr wie vorher. Mara bekommt mit 25 Jahren die Diagnose Lymphdrüsenkrebs. Dann folgt ein Wechselbad der Gefühle: Wut, Kampfgeist und heute einfach nur Dankbarkeit.
Text: Danica Gröhlich, Fotos: Gaëtan Bally
Mara ist jung, frisch verliebt und plötzlich krebskrank. Es ist ein Sonntagmorgen kurz vor Weihnachten 2018, als die damals 25-jährige Mara unter der Dusche etwas ertastet. Unter der rechten Achsel auf Brusthöhe ist da dieser Knubbel. «Wie ein verpackter Mozzarella, genauso weich, genauso verschiebbar», erzählt Mara.
Wir treffen die heute 32-Jährige in einem Zürcher Park, wo sie gerade mit ihrer Hundedame Poppy eine entspannte Gassi-Runde dreht. Alles wirkt unbeschwert Doch schnell wird Mara wieder ernst, als sie sich erinnert, wie es vor acht Jahren weiterging.
Nach dem Duschen ruft sie ihren Partner. Er tastet, runzelt die Stirn. «Geh morgen zum Arzt.» Mara winkt ab. «Ich habe doch keine Schmerzen.»
Am nächsten Morgen macht sie trotzdem einen Termin. «Klingt mega blöd», sagt sie in der Praxis, «aber ich habe da etwas Seltsames.» Sie rechnet mit einem Lächeln, vielleicht sogar mit einem Augenrollen. Doch der Arzt bleibt ernst. Ultraschall. Schweigen. Dann sagt er: «E s sieht sehr nach Morbus Hodgkin aus.» Mara versteht es zuerst nicht. Erst als von einer Punktion die Rede ist, fällt das Wort, das alles verändert: Krebs. Und doch ist da kein
«Das fand ich gemein, dass der Krebs mir auch noch meine Haare nimmt.»
Mara, 32
Schock. «Mein erster Gedanke war: Gott sei Dank habe ich es gefunden!» Denn mütterlicherseits war Krebs in ihrer Familie bereits verbreitet. «Ich hatte immer im Hinterkopf, dass es mich auch irgendwann trifft.» Die Angst kommt erst später. Und mit ihr eine ganz andere Frage: Wie sage ich es meinem Freund?
Der Feind hat einen Namen
Die Tage danach verschwimmen. Untersuchungen, Unsicherheit, ein Anruf: Chemotherapie. «In mir herrschte komplette Verwirrung», sagt Mara. Ihr Hausarzt wird zum Anker. «Muss ich sterben?» Seine Antwort: «Wenn man sich einen Krebs aussuchen müsste, dann diesen.» Es ist ein seltsamer Trost. Einer, der Hoffnung zulässt. Mara beginnt zu kämpfen, auf ihre Weise. Sie gibt dem Tumor einen Namen: Herbert. «Krebs ist so unfassbar, wie ein Schatten. Ich musste wissen, gegen wen ich antrete.» Aus Herbert wird schnell «Herbie». Doch er bleibt ihr Feind. «Dich machen wir kaputt», sagt sie ihm laut.
Mit rasiertem Kopf: Mara während ihrer Chemotherapie.
Mara mit Poppy auf der Gassirunde im Park.
Zuerst folgen noch weitere Untersuchungen, alle Organe werden abgecheckt, um zu sehen, ob der Krebs schon gestreut hat. Das ist zum Glück nicht der Fall. Noch kurz vor der Chemotherapie wird der sogenannte Portkatheter am Brustkorb implantiert, um die Mittel direkt in die Blutbahn zu leiten. «Alles schmerzte, war geschwollen». Die Chemotherapie beginnt kurz nach Silvester. Den Start ins neue Jahr hatte sie sich anders vorgestellt. Stattdessen Komplikationen, Schmerzen, Übelkeit. «Die erste Chemo war der Horror.» Und trotzdem: Mara bleibt pragmatisch. «Es wird schlimm, aber es hat ein Ende. Ein Happy End.»
Die Gefühle verändern sich. Am Anfang ist da Selbstmitleid. Mit 25 will sie doch ins Leben starten und sich nicht von einem Tumor ausbremsen lassen. Von einem Tumor, für den sie nicht einmal irgendwem die Schuld geben kann. Dann kommt Wut. «Warum ich?» Eine Antwort gibt es nicht. Also wird die Wut zum Motor. Und irgendwann wird aus Angst Zuversicht. In dem Augenblick, als klar wird: Ich werde das überleben.
Mara streichelt liebevoll ihre Hündin Poppy, die sie mit ihren verschiedenfarbigen Augen treu ansieht.
Was ist ein HodgkinLymphom?
Lymphome werden umgangssprachlich oft als Lymphdrüsenkrebs bezeichnet. Hodgkin-Lymphome sind selten. Sie befallen bestimmte Formen von Lymphozyten, eine Art weisser Blutkörperchen, die sich hauptsächlich im Lymphsystem finden. Jedes Jahr wird in der Schweiz bei etwa 290 Personen ein Hodgkin-Lymphom diagnostiziert. Das sind weniger als ein Prozent aller Krebsfälle. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind Hodgkin-Lymphome allerdings die häufigsten Tumore. Meist treten sie bei Personen im Alter zwischen 15 und 30 Jahren sowie über 55 Jahren auf.
Mehr Informationen über Symptome, Diagnose und Behandlung: krebsliga.ch/hodgkin
Ungeschönt und direkt: Mara erzählt uns ihre Geschichte.
Der Moment, in dem die Haare fallen Doch zwei, drei Tage nach der zweiten Chemo hängen plötzlich ganze Haarbüschel in der Bürste. Mara starrt darauf. «Ich bin richtig erschrocken.» Sie hält die Bürste ihrem Partner hin. «Was machen wir jetzt?» Ihre langen blonden Haare sind ihr Markenzeichen. Ein Teil von ihr.
«Das fand ich gemein», sagt sie. «Dass man mir das auch noch nimmt.» Sie setzt sich auf den Boden im Flur. Ihr Partner greift zum Rasierapparat. Strähne für Strähne fällt. «Du bist immer noch die schönste Frau», sagt er ihr. Immer wieder. Wie ein Mantra.
In diesem Moment ist da alles gleichzeitig: Trauer, Wut, Liebe. Und etwas, das stärker ist als alles andere: Zusammenhalt. «Ohne ihn hätte ich die Chemo vielleicht abgebrochen», sagt Mara nachdenklich. «Krebs zu haben, tat weniger weh als die Chemotherapie mit ihren Nebenwirkungen.» Das durchzustehen verbindet. 2020 haben die beiden geheiratet. Inzwischen leben sie in Chur mit ihren zwei Katzen und der Mischlingshündin aus dem Tierheim. Beide arbeiten heute in Zürich. Mara als Geschäftsführerin der Real Estate Award AG, welche die Leistungen der Schweizer Immobilien- und Baubranche auszeichnet.
Während ihrer Therapie hat Mara beim Beratungsdienst KrebsInfo angerufen. «Noch im Gespräch schickte mir der Berater das Antragsformular für die IV, damit wenigstens ein Teil der hohen Kosten für eine Perücke übernommen werden.» Zwei Wochen später bekommt sie den Haarersatz. «Die Perücke gab mir ein Stück Normalität zurück.»
Der neue Blick aufs Leben
Mara zieht die Therapie durch: Chemotherapie und Bestrahlung. Heute gilt sie als geheilt.
Was bleibt: Achtsamkeit, aber auch Dankbarkeit. «Ich bin dankbar, morgens aufzuwachen.» Sie hat gelernt, mehr zu wagen, genauer hinzusehen und das Leben nicht aufzuschieben. Und sie hat sich entschieden, ihre Erfahrungen zu teilen, als Peer bei der Krebsliga für andere Betroffene. «Ich hatte damals so viele Fragen, die über das Medizinische hinausgingen.» Heute gibt sie weiter, was sie selbst gebraucht hätte: ehrliche Antworten, Raum für Unsicherheiten und auch für Wut. Denn Wut gehört dazu. «Krebs macht wütend», sagt Mara beim Abschied. «Und das darf er auch.»
Sie gibt der braven Poppy noch ein Leckerli, dann kehren beide zurück ins Büro. •
Mehr Informationen zur Peer-Plattform: krebsliga.ch/peerplattform
Mara ist auch eines der Gesichter, die in diesem Jahr für die Kampagne der Krebsliga zu sehen sind.
Weshalb hat sie mitgemacht? «Die Bilder zeigen reale Menschen mit realen Emotionen, genauso wie du und ich. Wenn Menschen ihre Gefühle benennen können, kann man damit arbeiten. Krebs ist einerseits ein unglaubliches Arschloch. Anderseits auch fair, er unterscheidet nicht. Krebs ist für alle Menschen gleich.»
Gesunde Gewohnheiten entwickeln
Vier von zehn Krebserkrankungen wären durch Prävention vermeidbar. Doch Wissen allein verändert selten etwas. Entscheidungen entstehen im Alltag, geprägt von Gewohnheiten, Emotionen und Lebensumständen. Mit diesen fünf Tipps von Eveline Bossart, Spezialistin Prävention, können Sie viel für Ihre Gesundheit tun.
Nichtrauchen
Rund 80 Prozent der Lungenkrebsfälle sind auf den Tabakkonsum zurückzuführen. Ebenfalls ist die Wahrscheinlichkeit, an einer anderen Krebsart zu erkranken, für Raucherinnen und Raucher um ein Mehrfaches erhöht. Auch Vapes oder Snus sind nicht harmlos. Wer auf Nikotin verzichtet oder mit dem Konsum aufhört, tut der eigenen Gesundheit etwas Gutes. Der Körper erholt sich oft schon nach kurzer Zeit:
• Nach 24 Stunden beginnt die Lunge, Schleim und Rauchrückstände zu beseitigen.
• Nach 48 Stunden verbessern sich Geruchsund Geschmackssinn.
• Mit der Zeit nehmen Husten, Atemnot und Müdigkeit ab.
• Nach 5 bis 10 Jahren hat sich das Risiko für Lungenkrebs halbiert.
Ein Rauchstopp lohnt sich jederzeit. Das Beratungsangebot stopsmoking unterstützt Sie kostenlos beim Ausstieg: stopsmoking.ch
Früherkennung
Für einige Krebsarten gibt es Untersuchungen zur Früherkennung. Damit können Veränderungen entdeckt werden, bevor Beschwerden auftreten. Wird Krebs früh erkannt, sind die Behandlungsmöglichkeiten oft besser und schonender. Die Krebsliga empfiehlt folgende Früherkennungsuntersuchungen:
• Darmkrebs: für Personen zwischen 50 und 74 Jahren
• Brustkrebs: für Frauen zwischen 50 und 74 Jahren
• Gebärmutterhalskrebs: zwischen 21 und 70 Jahren
Für Lungen-, Prostata- und Hautkrebs wird eine Früherkennung vor allem bei erhöhtem Risiko empfohlen.
Informieren Sie sich über die für Sie passenden Angebote: krebsliga.ch/frueherkennung
Sonnenschutz
Die Sonne trägt zum Wohlbefinden bei, gleichzeitig kann UV-Strahlung die Haut schädigen und das Risiko für Hautkrebs erhöhen. Mit einfachen Massnahmen lässt sich die Haut gut schützen:
• Schatten: zwischen 11 und 15 Uhr möglichst im Schatten bleiben
• Kleidung: schulterbedeckende Kleidung, Hut und Sonnenbrille mit UV-Schutz tragen
• Sonnencreme: unbedeckte Hautstellen grosszügig eincremen, mit Lichtschutzfaktor (LSF) 30 oder höher sowie UVA-Schutz
Auch der UV-Index hilft bei der Einschätzung der Sonnenintensität. Ab UV-Index 3 wird Sonnenschutz empfohlen.
Prüfen Sie den aktuellen UV-Index: krebsliga.ch/uv
Text: Danica Gröhlich
Ernährung
Eine ausgewogene Ernährung kann dazu beitragen, das Krebsrisiko zu senken. Orientierung bietet die Schweizer Lebensmittelpyramide:
• Ballaststoffe: Vollkornprodukte, Gemüse und Hülsenfrüchte fördern die Verdauung und unterstützen eine gesunde Darmflora.
• Obst und Gemüse: Sie liefern Vitamine, Mineralstoffe und weitere Nährstoffe, die das Krebsrisiko senken können.
• Fleisch: Viel rotes und verarbeitetes Fleisch kann insbesondere das Risiko für Darmkrebs erhöhen.
• Alkohol: Alkohol erhöht das Risiko für verschiedene Krebsarten. Weniger oder gar kein Alkohol ist besser.
Geniessen Sie eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung: krebsliga.ch/ernaehrung
Bewegung
Bewegung wirkt sich positiv auf die körperliche und psychische Gesundheit aus. Regelmässige Aktivität kann das Wohlbefinden steigern und dazu beitragen, HerzKreislauf- und Krebserkrankungen vorzubeugen. Dabei gilt: Jede Bewegung zählt. Es ist nie zu spät, aktiver zu werden.
• Regelmässige Bewegung kann laut Studien das Krebsrisiko bis zu 24 Prozent senken.
• Weniger sitzen wirkt sich positiv auf die Gesundheit aus.
• Schon kleine Veränderungen im Alltag machen einen Unterschied.
Vermeiden Sie langes Sitzen: krebsliga.ch/bewegung
«Planen Sie nicht, Ihr Leben morgen komplett umzukrempeln. Beginnen Sie stattdessen bereits heute mit einer kleinen Veränderung.»
Eveline
Bossart, Spezialistin Prävention bei der Krebsliga Schweiz
Mit dem Self Check erhalten Sie online eine Einschätzung zu Ihrem persönlichen Krebsrisiko.
Machen Sie den Self Check und ändern Sie Ihre Alltagsgewohnheiten: krebsliga.ch/self-check
Die Krebsliga orientiert sich mit ihrer Präventionsarbeit am «Europäischen Kodex zur Krebsbekämpfung». Dieser bündelt 14 wissenschaftlich belegte Empfehlungen, die helfen können, das persönliche Krebsrisiko zu senken.
Mehr dazu: krebsliga.ch/praevention
Erhebung Gesundheit und Lifestyle 2025
Minderjährige steigen vor allem mit EZigaretten in den Nikotinkonsum ein
Die jährliche Erhebung «Gesundheit und Lifestyle» zeigt einen Wandel: Jugendliche greifen beim Einstieg in den Nikotinkonsum heute häufiger zur E-Zigarette als zur klassischen
Zigarette. Besonders bei den 15- bis 17-Jährigen haben Vapes die herkömmliche Zigarette als häufigstes Einstiegsprodukt abgelöst. Besonders problematisch sind süsse und
fruchtige Aromen, die Jugendliche ansprechen. Besorgniserregend ist zudem, dass immer mehr Menschen mehrere Nikotinprodukte gleichzeitig konsumieren, etwa E-Zigaretten, Tabakprodukte und Nikotinbeutel. Der Ausstieg gelingt hingegen nur wenigen. Es braucht eine wirksame Regulierung, die Kinder und Jugendliche besser schützt. Deshalb hat sich die Krebsliga für «Kinder ohne Tabak» eingesetzt und wird sich auch künftig für rauchfreie Räume und eine wirksame Tabakbesteuerung engagieren. (spa)
Mehr zur Prävention und zum Tabak-/Nikotinkonsum: krebsliga.ch/tabakpraevention
Testamentspenden
Ein Vermächtnis, das weiterwirkt
«Ich bin tief berührt von den vielen Menschen, die uns in ihrem Testament ihr Vertrauen schenken», sagt Manuela Daboussi, Verantwortliche Erbschaften und Legate bei der Krebsliga Schweiz. «In ihrem Namen setzen wir alles daran, Menschen mit Krebs und ihren Angehörigen zu helfen.» Was viele nicht wissen: Die Arbeit der Krebsliga wird überwiegend durch Spenden ermöglicht. Rund ein Drittel dieser Unterstützung stammt dabei aus Erbschaften und Legaten. Indem sie im Testament die Krebsliga berücksichtigen, tun diese Menschen über den Kreis ihrer Nächsten hinaus Gutes.
Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten: Mit einem Legat lassen sich ein bestimmter Geldbetrag oder konkrete Sachwerte weitergeben. Ein solcher Sachwert kann zum Beispiel die Ferienwohnung, ein Kunstgegenstand, Schmuck oder auch das Guthaben auf einem bestimmten Konto sein. Wer die Krebsliga als Erbin oder Miterbin einsetzt, schenkt ihr den gesamten Nachlass oder einen festgelegten Anteil davon.
Die Krebsliga bringt viel Erfahrung im Umgang mit Nachlässen mit und beantwortet Ihre Fragen mit Sorgfalt. (spa)
Tipps und Beispiele für Formulierungen finden Sie im Testamentratgeber der Krebsliga Schweiz. krebsliga.ch/erbschaften
Melanoma Day
Gemeinsam für mehr Sonnenschutz
«Sonne tut gut – aber nur, wenn wir wissen, wie wir uns schützen. Angesichts der Hautkrebszahlen ist Aufklärung wichtiger denn je. Wir beginnen bei uns selbst und tragen das Know-how der Krebsliga Schweiz in unseren Alltag –und von dort weiter zu unseren Kundinnen und Kunden.»
Heike Huber, Country Manager Beiersdorf
Die Krebsliga Schweiz war anlässlich des diesjährigen Melanoma Day zu Gast bei Beiersdorf. Über 70 Mitarbeitende erhielten Informationen zu Hautkrebs und wirksamem Sonnenschutz. Der Vortrag stiess auf grosses Interesse: Die Teilnehmenden stellten zahlreiche Fragen und nutzten die Gelegenheit zum Austausch. Die Veranstaltung trug dazu bei, Prävention verständlich zu vermitteln und das Bewusstsein für den Umgang mit UV-Strahlung im Alltag zu stärken. (anz) krebsliga.ch/sonnenschutz
Social Media
Jöchi bewegt viele
Noch nie hat eine Geschichte auf Social Media so viel ausgelöst wie das Persönlich mit Jöchi aus dem aspect Januar 2026. Auf den Facebook-Post reagierten 538 Leute mit einem Like und 44 mit einem Kommentar. So schreibt zum Beispiel jemand: «Danke für den Artikel, den wir lesen dürfen. Beeindruckende Worte, die sehr traurig machen, und dann aber auch Worte voller Lebensfreude. Meine Gedanken sind bei euch.» (spa)
krebsliga.ch/joechi
Agenda
Die regionalen und kantonalen Krebsligen organisieren regelmässig Kurse, Treffen, Workshops und Veranstaltungen für Krebsbetroffene und ihre Angehörigen. Diese Angebote in Ihrer Region ermöglichen es Ihnen und Ihren Liebsten, durchzuatmen, Unterstützung zu finden und sich auszutauschen. Schauen Sie vorbei, machen Sie mit, und kehren Sie danach gestärkt in Ihren Alltag zurück. Wir freuen uns auf Sie!
Zu den Kursen und Veranstaltungen: krebsliga.ch/agenda
Agenda-Tipp
Kraft der Natur
Dieser Blockkurs bietet mit geführten Wanderungen eine schöne Möglichkeit, körperlich wieder fitter zu werden und die chronische Fatigue zu reduzieren. Die atemberaubende Umgebung in der Natur des Kientals hilft dabei, Energie zu tanken und frische Motivation zu finden. Am Abend helfen Yogaübungen, sich zu entspannen. Abgerundet wird der Tag bei einem gemütlichen Abendessen mit viel Raum für Gespräche.
Datum: 6. bis 9. August 2026
Ort: Kurs- und Seminarhotel Kientalerhof AG in Kiental (BE)
Informationen und Anmeldung: bern.krebsliga.ch
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Abk.: Telefon
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Gewahrsam Heilschlamm Naturgeister
Das Lösungswort
Gewinnen Sie Ferien im See & Park Hotel Feldbach in Steckborn (TG) im Wert von 999 Franken!
Im Preis für zwei Personen enthalten sind:
• Willkommens-Prosecco
• 3 Übernachtungen im Doppelzimmer mit Seeblick
• tägliches Frühstücksbuffet
• tägliches 3-Gang-Abendmenü à la carte
• eine Oskar-Karte pro Person für den gesamten Aufenthalt (Mit der Ostschweizer Gästekarte sind über 60 sportliche und kulturelle Aktivitäten und Ausflüge inbegriffen.)
Das See & Park Hotel Feldbach liegt direkt am Bodensee. Im kürzlich wiedereröffneten Kunos Restaurant wird Casual Fine Dining angeboten. Das Restaurant sowie die Seminar-, Bankett- und Hochzeitsräume befinden sich in einem ehemaligen Klostergebäude aus dem Jahr 1252. Ein Highlight ist die Terrasse zwischen der Steinmauer des alten Klosters und dem Wasser. Von hier aus blickt man auf den Untersee. Alle 36 Zimmer im Nebengebäude haben einen Balkon mit Blick auf den See oder den Rosengarten. (anz)
hotel-feldbach.ch
So nehmen Sie teil
Online: krebsliga.ch/loesungswort – oder mit einer Postkarte: Senden Sie das Lösungswort, Ihren Namen und Ihre Anschrift an folgende Adresse: Krebsliga Schweiz, Effingerstrasse 40, Postfach, 3001 Bern – oder per E-Mail: aspect@krebsliga.ch.
Einsendeschluss ist am 30. Juli 2026.
Viel Glück!
Die Gewinnerinnen und Gewinner der Mai-Ausgabe 2026, Lösungswort: AWARENESS
Hier gehts zum Rätsel:
Sarah Blendermann, Neuchâtel, Romy Burri-Odermatt, Luzern, Annamaria Caladra, Lugano, Christiane Christe, Boncourt, Catherine Dlondin-Dugerdil, Satigny, Eva Gisler-Zweifel, Fuldera, Nicole Hobi, Rüegsauschachen, Fabrice Joliquin, Combremont-le-Grand, Rose-Marie Liardet, Font, Margrit Müller, Davos Platz, Manfred Peverelli, Thun, Marianne Röthlisberger, Spiez, Gustav Schmid, Ehrendingen, Susanne Schönenberger, Wil, Verena Schütz, Schliern b. Köniz, Jean-Pierre Schwab, Loveresse, Marco Spinell, St. Gallen, Rolf Stutz, Felben-Wellhausen, Isabella Sudano, Zürich, Helen Wanderon, Luzern
«Ich möchte bei ihr sein, wenn sie geht»
Zwischen Fürsorge und Loslassen: Sara (51) begleitet ihr Mami Verena (76), das an einem unheilbaren Hirntumor erkrankt ist.
Aufgezeichnet von Pia Schüpbach
«Von unserem Wohnzimmer aus sehe ich in die Küche meines Mamis. Brennt morgens Licht, weiss ich: Sie ist aufgestanden. Das beruhigt mich. Denn Verenas chronische Müdigkeit macht ihr das Aufstehen schwer.
Als es ihr im Dezember schlechter ging, beschloss ich, sechs Monate unbezahlte Ferien zu nehmen, um für sie da zu sein. Sie hätte mich nie darum gebeten, aber ich wollte es. Sie lebt allein, das ist ihr wichtig. Es funktioniert aber nur, weil ich rundherum alles manage: Ich koche zum Beispiel ihr geliebtes Apfelmus vor, damit sie es essen kann, wann es für sie passt. Wenn es irgendwann allein nicht mehr geht, wird sie bei uns leben.
Im Februar zeigte ein MRI, dass ihr Hirntumor nicht gewachsen ist. Wegen ihrer Fatigue entschied sich mein Mami, nach drei Chemozyklen die Therapie zu beenden. Es fällt ihr zunehmend schwer, sich aufzuraffen. Ich spüre, wie für sie alles anstrengender wird. Das tut weh. Manchmal sagt Verena, sie werde ‹blöd›. Doch das stimmt nicht. Sie braucht einfach länger, um Worte zu finden. Darauf zu warten, stresst mich nicht, wir haben ja Zeit. Wenn wir etwas diskutieren, denkt sie immer noch sehr differenziert, und wir haben schöne Gespräche.
ich ihr sagen, geh mal etwas runter vom Gaspedal, damit ich auch noch atmen kann. Doch es tröstet mich zu wissen, dass alles so sein wird, wie sie es sich wünscht.
Ich musste lernen, auch auf mich zu achten. Wenn alles erledigt ist, gehe ich in die Natur oder lese, um Kraft zu tanken. Mein Leben war nicht immer einfach, das hat mich geprägt. Jetzt will ich voll im Jetzt und für meine Liebsten da sein. Vielleicht habe ich wegen meiner Ferien weniger Geld, aber die Zeit mit meinem Mami ist so viel wichtiger.
Noch ist es keine intensive Pflege, aber ich erledige für sie viele kleine Dinge: waschen, Grosseinkäufe machen, aufräumen oder sie erinnern, an die Sonne zu gehen oder jemanden anzurufen, weil ihr das so guttut. Kürzlich geriet sie wegen einer Zugverspätung von Freunden völlig aus dem Konzept. Solche Situationen regle ich dann.
Mein Mami hat ihre Beerdigung selbst geplant. Sie möchte selbstbestimmt gehen. Bei allen Terminen war ich dabei. Manchmal musste
Die Situation ist traurig, das lässt sich nicht schönreden. Ich wünsche meinem Mami viele kleine, schöne Momente – und dass ich bei ihr sein kann, wenn sie geht. Und für meinen Sohn, meinen Mann und mich wünsche ich, dass wir gut durch diese Zeit kommen und das Leben wieder leichter wird.
Weitere Erfahrungsberichte von
Enge Bindung: Vor einem Jahr erhielt Verena aus unserer Kampagne die Diagnose Hirntumor. Tochter Sara begleitete ihr Mami ans Shooting.
Mara Schlumpf, 32
«Manchmal muss einfach alles raus.»
Dank Ihrer Spende bieten wir Krebsbetroffenen ein offenes Ohr – am Telefon, per Chat oder im persönlichen Gespräch: krebsliga.ch