Die WESER REPORT-Ausgabe für Lilienthal, Worpswede und Grasberg
SAMSTAG, 15. AUGUST 2026
NR. 3821/22. JAHRGANG
Reinerlös übergeben
Einfach Experimentieren
Mit dem Bullen auf die Straße
Fast 40.000 Lose verkauft bei Klosterholz-Tombola
Kinderakademie Lilienthal mit breitem Programm Seite 7
Wie die vom MGH initiierte Erntefestgruppe den Umzug erlebte Seite 6
Seite 9
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Ausstellung im Rathaus OSTERHOLZ-SCHARMBECK – Im Rahmen der Aktionen zu 50 Jahren Kunstverein Osterholz sind nun Objekte des Vereinsmitglieds und Künstlers Waldemar Grazewicz zu sehen, die zu den üblichen Öffnungszeiten des Rathauses betrachtet werden können. fls
Sommersingen mit Akkordeon OSTERHOLZ-SCHARMBECK – Am Freitag, 21. August, findet auf dem Marktplatz der Kreisstadt ein gemeinsames Singen statt. Mit AkkordeonSpieler Detlef Gödicke werden unter der Eiche von 16 bis 17 Uhr unter anderem Klassiker, Shantys und Gassenhauer angestimmt. fls
Auffahrunfall auf der L149 OSTERHOLZ-SCHARMBECK – Am vergangenen Dienstag übersah eine Autofahrerin einen wartenden Transporter. Dadurch wurde der Transporter auf einen davor stehenden Opel geschoben, die 43-jährige Opel-Fahrerin wurde nach Angaben der Polizei leicht verletzt. ots
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Reichlich Gesprächsbedarf auf der Terrasse gab es bei der Eröffnung des Kaffee Worpswede. Es soll in Zukunft ein Ort der Kultur und Begegnung werden. Foto: Armbrust
Kaffee Worpswede eröffnet Der „Ort der Kulturen und Begegnung“ soll den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken F R I E D R I C H-W. A R M B R U S T
WORPSW EDE – Es ist geschafft. Das Kaffee Worpswede, auch bekannt als Kaffee Verrückt, ist restauriert und renoviert. Am Freitagnachmittag, 7. August, durchschnitten Landrat Bernd Lütjen und Katrin Schwerdtfeger, kaufmännische Verwaltungsleiterin der Barkenhoff-Stiftung sowie Geschäftsführerin der Kulturstiftung Landkreis Osterholz zur Terrasse hin das symbolische rote Band zur Eröffnung des Bernhard-HoetgerGebäudes. „Der heutige Tag ist ein großer Meilenstein in einem Projekt, das über viele Jahre mit großem Engagement vorbereitet und umgesetzt wurde“, sagte der Landrat. Mit der Restaurierung ist ihm zufolge nicht nur ein bedeutendes Baudenkmal gesichert worden. „Es wurden auch die Voraussetzungen geschaffen, dass dieses Haus wieder ein Ort der Kultur und Begegnung werden kann.“ Insofern sei es jetzt schon für Führungen und Veranstaltungen einschließlich privater zugänglich. Das Kaffee Worpswede ist laut dem Landrat ein Ort, an dem Menschen zusammenkommen, mitein
ander ins Gespräch kommen und Kultur erleben können. Genau solche Orte stärkten den gesellschaftlichen Zusammenhalt und machten unsere Region lebens- und liebenswert. „Deshalb ist diese Restaurierung mehr als eine Investition in ein Gebäude.“ Wichtig sei dabei auch gewesen, Handwerker aus der Region mit einzubeziehen. Menschen kommen nach den Worten des Landrates in den Künstlerort, um Kunst zu erleben, die besondere Landschaft des Teufelsmoores kennenzulernen und sich von der einzigartigen Atmosphäre inspirieren zu lassen. Worpswede präge damit das kulturelle Selbstverständnis unserer Region. „Der Landkreis Osterholz profitiert in besonderer Weise von dieser Anziehung.“ Viele Gäste verbinden nach Auffassung Lütjens ihren Besuch in Worpswede mit weiteren Angeboten im Landkreis. Damit würden sie auch zur wirtschaftlichen Entwicklung beitragen. Dabei galt der Dank des Landrates auch dem Kuratorium der Kulturstiftung und dem Kreistag. Denn immer wieder sei es um überplanmäßige Ausgaben gegangen.
Im Frühjahr 2024 begann die aufwendige Restaurierung des Kaffee Worpswede. Die Eröffnung der Gastronomie befindet sich laut Kreisverwaltung derzeit in Planung. Der Bildhauer, Maler und Architekt Bernhard Hoetger (1874 bis 1949) erbaute vor rund 100 Jahren das Ensemble Kaffee Verrückt und Große Kunstschau in der Mitte Worpswedes. 1925 eröffnete das Kaffee Worpswede seinen Betrieb als Mittagstisch, Versammlungs- und Ausstellungsraum für die Worpsweder Künstler. Nachdem der letzte Pächter im Februar 2019 das Restaurant schloss, begann die Kulturstiftung Landkreis Osterholz mit der Planung einer umfangreichen und behutsamen Restaurierung. Zu den zahlreichen Arbeiten gehörten dem Landkreis zufolge unter anderem die Entfernung der verbauten Schadstoffe an den zu sanierenden Bauteilen. Auch sei die gesamte Gebäudestatik zu überprüfen gewesen. Darüber hin aus habe im Fokus gestanden, die Gebäudetechnik zu sanieren und die Außenhülle energetisch zu ertüchtigen. Schließlich stand ein Brandschutzkonzept auf dem Plan.
Es sei schon im Jahr 2019 erwogen worden, etwas zu machen, blickte die Geschäftsführerin der Kulturstiftung, Katrin Schwerdtfeger, zurück. Ursprünglich sei man davon ausgegangen, 400.000 Euro reichten. Jetzt seien es aber 3,7 Millionen Euro geworden. Ihres Erachtens ist es bei der Renovierung darum gegangen „nicht neu zu machen, sondern wiederzufinden“. Wobei sie auch auf das Hoetgerzitat, das er in den Balken über dem Eingang schnitzen ließ, hinwies. Es lautet: „Wer’t mag, de mag’t, und wer’t nich mag, de mag’t jo woll nich mögen.“ Wer es mag, der mag es, und wer es nicht mag, der mag es ja wohl nicht mögen. Nach den Grußworten waren die Gäste aus Politik, Verwaltung, Wirtschaft, Handwerk und Interessierte zu Kaffee und Torten und Kuchen eingeladen. Den hatten die Frauen und Männer der Kulturstiftung gebacken. Außerdem gab es die Möglichkeit mit Verantwortlichen ins Gespräch zu kommen oder das Bauwerk von außen wie von innen persönlich in Augenschein zu nehmen. Eingeladen wurde auch zu zwei Führungen durch das Kaffee Worpswede.
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