BREMEN
SAMSTAG, 22. AUGUST 2026
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Und dann erfüllt ein Knall den Raum Reportage: Zu Gast in der Schießsportanlage des Schützenvereins Huchting L AU R A STACH E U N D PHIL IPP BEHR BOM
Tief einatmen. Ausatmen. Zielen, dann schießen. Mit einer Atemübung zu beginnen hilft dabei, sich zu beruhigen, erklärt Andreas Schultz. Was wir gerade zum ersten Mal versuchen, macht er schon seit mehr als zwanzig Jahren. Wir befinden uns in der Schießsportanlage des Schützenvereins Huchting – zugegeben mit schwitzigen Händen und zittrigen Herzen. Eine geladene Waffe zu halten ist eben keine alltägliche Kleinigkeit. „Die Anlage haben wir als Verein selbst gebaut“, sagt Schultz als wir in den kühlen Raum eintreten und weist auf die hohlen Wände hin. Ihre Struktur erinnert an Sauerkraut. Der Fußboden ist zudem mit Steinwolle gefüllt. So bleiben mögliche Querschläger stecken. In 25 Metern Entfernung lassen sich fünf Zielscheiben erkennen. „Manchmal werden versehentlich die Lampen darüber abgeschossen“, erzählt Jacques Moebius, der seit vier Jahren beim Schützenverein Huchting dabei ist. Aus dieser Entfernung können wir das gut nachvollziehen. Also starten wir lieber bei zehn Metern – um die Lampen zu verschonen. Ausgestattet mit Schutzbrillen und Gehörschutz wird es langsam Ernst. Aber wie wird eine Waffe eigentlich geladen? Wie greife ich richtig? Wie stark ist wohl der Rückstoß? Die erfahrenen Schützen nehmen sich zunächst Zeit, alles genau zu zeigen und zu erklären. „Aber nur dosiert, wir wollen euch auch nicht überladen“, sagt Moebius. Das beruhigt den Puls zumindest ein wenig. Jeder Schütze durchläuft dieselbe Routine, bevor es losgeht: Ist der Lauf frei? Ist die Waf-
fe geschlossen? Ist die Lüftung eingeschaltet? Dann soll es losgehen. „Für uns ist es ein wenig wie golfen, die wollen schließlich auch nur mit einer Kugel ins Schwarze treffen“, sagt Schultz. Zwei Waffen haben sie für uns vorbereitet. „9 Millimeter, damit fängt hier jeder an“, sagt Schultz.
Die CZ75 liegt schwer in der Hand. Die Walther dagegen liegt fast schon zu leicht in der Hand – zumindest gemessen an dem kräftigen Rückstoß beim Schuss. Gemeinsam laden wir die Waffe, greifen unter Anleitung und legen an. Dann noch entsichern. „Die Fingerspitze langsam zum Abzug, leicht andrücken und dann abdrücken“, leitet Moebius uns an. Uns rauscht das Blut in den Ohren. Und dann erfüllt ein Knall den Raum. Die Erleichterung währt nur kurz, vier weitere Kugeln befinden sich im Magazin. Ob die wackeligen Knie vom Adrenalin kommen oder davon, dass die Waffe nun endlich leer ist, ist unklar. Laura wirkt von außen wie die Ruhe selbst. „Du stehst da wie eine Eisskulptur“, sagt Moebius. Aber der Schein trügt, denn innerlich fühlt es sich eher an wie Sprudelwasser in den Adern. „Für den ersten Versuch sieht
Richtig zielen stellt sich als schwieriger heraus, als es aussieht. Trotzdem sind alle Schüsse auf dem Ziel gelandet.
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Zahlreiche Gäste aus Wirtschaft, Politik und Gesellschaft verabschiedeten im Rahmen einer Feierstunde Joachim Ossmann als Vorsitzenden der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Bremen Bremerhaven und begrüßten seine Nachfolgerin Tina Heliosch. Die Wilhelmshavenerin war bereits bis 2016 für mehrere Jahre in leitender Funktion in der Bremer Agentur tätig. Johannes Pfeiffer, Leiter der Regionaldirektion Niedersachsen-Bremen der Arbeitsagentur, lobte Ossmann für seinen Führungsstil. „Du warst ein Chef, der Vertrauen geschenkt hat. Das ist nicht die lauteste Form der Führung, aber die Nachhaltigste“. Er hinterlasse seiner
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das richtig gut aus“, sagt Moebius mit Blick auf die Zielscheibe. Klar – nicht jede hat getroffen. „Aber hier ist sogar eine Neun dabei, da wäre ich manchmal froh wenn ich die treffen würde“, sagt Moebius. Nächste Runde Waffentausch. Beide von uns wünschen sich eher die erste Pistole wieder zurück. Damit lief es auch deutlich besser. Danach ist Schluss und nach einer Stunde fühlen wir uns wie nach achtstündiger regulärer Arbeit. So viel Adrenalin hat unser Körper ausgeschüttet. Unser Hobby wird Sportschießen wahrscheinlich nicht. „Es ist eine Wissenschaft für sich“, erklärt Schultz. Und wir verstehen zumindest ein bisschen besser, was Sportschützen daran fasziniert: das Schwarze zu treffen, Punkte zu sammeln, an der eigenen Technik zu feilen. Das Verständnis ist gewachsen, wir bleiben für den Kick trotzdem bei Kniffel.
Symbolische Schlüsselübergabe: Tina Heliosch übernimmt im Beisein von Johannes Pfeiffer (r.) von Joachim Ossmann (l.). Foto: Marco Meister Nachfolgerin eine gut aufgestellte Agentur. „Ich komme mit Erfahrung und viel Energie“, kündigte Heliosch an. rl
50.000 Gäste beim Kindertag
Eine Waffe in der Hand halten stand für Philipp eigentlich nie zur Debatte. Ein Einblick ins Sportschießen kostete einiges an Überwindungskraft. Fotos: Stache
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Der 33. Bremer Kindertag war aus Sicht des veranstaltenden Landesbetriebssportverbandes ein voller Erfolg. Geschätzte 50.000 Gäste tummelten sich am Sonntag über den Tag verteilt auf dem Festgelände im Bürgerpark bei Spiel, Spaß und Information. „Es gab sehr viel positives Feedback. Die ersten Stände haben sich schon für 2027 angemeldet“, so Bernd Peter, Leider des Orga-Teams. Der Kinderoskar ging an
Christoph Fantini von der Universität Bremen für das Projekt „rent a teacherman“. Es bringt seit 2012 männliche Bezugspersonen in den Grundschulalltag, um zusätzliche Räume für Begegnung, Orientierung und die Auseinandersetzung mit vielfältigen Rollenbildernzu schaffen. Der Verein Schattenriss und der TSV Uesen erhielten Spenden in Höhe von jeweils 1.111 Euro. rl/Foto: Marco Meister
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