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Vorprodukt3 vom 06.06.2026

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Blumenthal Mein

Leben & Arbeiten im Norden

Stadtteil mit Geschichte

Berühmtes Produkt mit Wachs aus der

Bremer Wollkämmerei

Die Weser entlang vom Farger Deich bis zur Bahrsplate

Fast 100 Jahre mit „Sir Charles“

Sir Charles ist eigentlich zu vornehm, um als Maskottchen betitelt zu werden: „Unser Charlie“ würde ihn wohl auch niemand nennen. Seit bald hundert Jahren wacht der Widder vor den Pforten der Wollkämmerei. Zwischenzeitlich hat er zwar auch schon näher am Bahnhof Blumenthal gestanden, seit 2017 ist er auf das BWK-Gelände zurückgekehrt, wo in der Blütezeit bis zu 5000 Arbeiterinnen und Arbeiter tätig waren. Von 1986 an erschien eine eigene Werkszeitung, die Sir Charles im Titel führte. Am Sockel trägt die Figur die Inschrift: „Den Blumenthaler Kollegen von den deutschen Wollkämmern 1932“. Die Statue wurde ursprünglich im Jahr 1863 entworfen. Foto: nik

Leidenschaft für Musik und ein Frühstück

Im Café NUNATAK findet am Donnertags, 18. Juni, 10 Uhr, eine Frühstücksvernissage unter dem Motto „Den Faden aufnehmen“ statt. „Wir fangen etwas an. Wir schlagen unseren Faden in ein Netz der Beziehungen. Was daraus wird, wissen wir nie. Das gilt für alles Handeln. Einfach ganz konkret, weil man es nicht wissen kann. Das ist ein Wagnis“, sagt Künstlerin Hannah Arendt. In den vergangenen zwei Monaten seien bei CraftWerk, dem offenen Atelierangebot für Frauen, neue Arbeiten entstanden: gespannte Fäden auf Holzplatten, verdichtet zu Linien, Flächen, Formen und Farben. Aus einzelnen Verbindungen seien Bilder geworden.

Die Arbeiten folgten einem Prozess aus Entwurf und Umsetzung, aus Intuition und Struktur. „Fäden kreuzen sich, überlagern sich, halten Spannung. Wie Beziehungen im Le -

IMPRESSUM

Verlag: Weser Wochenblatt Verlagsgesellscha mbH Reeder-Bischo -Straße 65, 28757 Bremen, Telefon (0421) 690 55 0

Mehrere

Veranstaltungen und Kreatives im NUNATAK

ben entstehen auch diese Bilder aus Begegnungen: manchmal geplant, manchmal zufällig, offen für Improvisation. Die interaktive Ausstellungseröffnung lädt dazu ein, diesen Verflechtungen nachzuspüren – den sichtbaren wie den unsichtbaren.“ Alle Interessierten sind eingeladen, mit zu frühstücken und ein weiteres Jahr CraftWerk zu feiern. Passend zur Ausstellung können kleine Karten mit Fäden zum Mitnehmen gestaltet werden.

Am Donnerstag, 2. Juli, 19 Uhr ist TZIGAN mit dem Konzert „RomaMusik trifft Tango“ zu erleben.

TZIGAN, in Cordoba, Argentinien beheimatet, gehöre mittlerweile zu den namhaftesten Formationen im Bereich Tango, Jazz und osteuropäischer Musik, so die Initiatoren.

Das Trio vereine traditionelle Roma-Melodien mit der Nostalgie und Melancholie des argentinischen Tan-

gos. Seine Musik sei seelenvoll, deskriptiv sowie voller Leidenschaft und Euphorie. Sie beschwöre Lebenswelten der Roma Osteuropas herauf und verbinde sie mit Klängen, die dem argentinischen Tango entstammen. Beide Veranstaltungen finden im NUNATAK in der KapitänDallmann-Straße 2, statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. red

Am 18. Juni wird es nach einem Frühstück kreativ im NUNATAK.Foto:

Redaktionsleitung: Regina Drieling, regina.drieling@das-blv.de

Redaktion: Antje Spitzner und Nikolas Janssen

Anzeigenberatung: Barbara Böttcher, Telefon (0421) 690 55 - 33 barbara.boettcher@das-blv.de

Druck: DruckHaus Delmenhorst GmbH

Zurzeit gilt die Anzeigenpreisliste Nr. 53 vom 01.01.2026

Erscheinungstermin: 7. Juni 2026

Verbreitete Auflage: 23.300 Exemplare

Experimente mit Pflanzenfarben

Kreatives im DOKU Blumenthal erleben – unter anderem mit Künstler Wim Laage

In Blumenthal gibt es jede Menge kreative Köpfe und Einrichtungen mit engagierten Menschen dahinter. Oftmals sind die darüber angebotenen Veranstaltungen sogar kostenlos. So auch bei einem besonderen Workshop mit Wim Laage. Der Künstler lädt am Mittwoch, 24. Juni, 16 bis 19 Uhr, ein, mit ihm in die Welt der Farben einzutauchen. Der Künstler zeigt beispielsweise, wie Lila zu Grün wird. Mit Pflanzen wie Kurkuma, Salbei und Rotkohl können unter seiner Anleitung kleine Kunstwerke entstehen oder auch neue Muster für einen selbstgenähten Kissenbezug.

Im DOKU Blumenthal, Heidbleek 10, gibt es an diesem Nachmittag verschiedene Pflanzenfarben und Material zum Experimentieren. Teilnehmerinnen und Teilnehmer können auch eigene helle Stoffe oder alte Kleidungsstücke aus Pflanzen-

Blumenthal ist bunt – und die Kreativen im Stadtteil sind es auch. Mit Wim Laage können Interessierte mit Pflanzenfarben experimentieren. Symbolfoto: fr

fasern mitbringen. Eine Anmeldung im DOKU unter der Telefonnummer 0421 / 6 03 90 79 oder unter info@

doku-blumenthal.de ist erwünscht. Spontane Gäste sind allerdings ebenfalls willkommen. Der Eintritt zu

der Veranstaltung ist frei, aber Spenden für das DOKU sind gern gesehen. rdr

FÖRDERVEREIN

Bürgerstiftung Blumenthal e.V.

,,Wir fördern in Blumenthal für unseren liebens- und lebenswerten Stadtteil“ Förderung und Unterstützung von kulturellen, sozialen, bildungspolitischen und sportlichen Projekten im Stadtteil

- Betrieb einer Minigolfanlage für die Einwohnerinnen und Einwohner

- Spielraum Bahrsplate

- Durchführung verschiedener Veranstaltungen für Alle

- Jugend- und Altenhilfe

- und vieles mehr

Förderverein „Bürgerstiftung Blumenthal“ e.V. Geschäftsstelle im Ortsamt Blumenthal Landrat-Christians-Str. 99a 28779 Bremen

Wir unterstützen die Aufwertung des Freibades Blumenthal. Machen Sie mit! Nähere Infos auf unserer Homepage: www.ortsamt-blumenthal.bremen.de

Tel: 0421 – 361-7420

Fax: 0421 – 496 7420 geschaeftsstelle@buergerstiftungblumenthal.de

Unbekümmertheit kleiner Kinder

Jüngst schickte uns die BLV-Leserin Bärbel Vogel eine ganz besondere Aufnahme per Post zu. Das Bild sei im Jahr 1942 aufgenommen worden, berichtet sie.

Mitten im Zweiten Weltkrieg zeugt die Aufnahme von der Unbekümmertheit kleiner Kinder, die im Sommer im Gras spielen.

Auf dem Foto sei das mittlerweile abgebrannte Burgwall-Schloss zu sehen, so unsere Leserin aus Schwanewede.

Davor sitze ihre Schwester Ingrid mit einem Spielkameraden im Gras, so schreibt uns Bärbel Vogel. Die Kinder wirken so, als hätten sie vom Schrecken des Zweiten Weltkriegs noch nichts mitbekommen. „Vielleicht haben Sie dafür Verwendung für einen eventuellen Bericht?“, fragte die Leserin an.

Haben wir! In unserem Magazin „Mein Blumenthal“ hat sich an dieser Stelle ein entsprechender Platz gefunden. rdr

Aufnahme stammt aus dem Jahr 1942.

Glaubensforum mit Stephan Lüße

„An ihren Früchten werdet ihr sie erkennen“ – dieses bekannte biblische Wort steht im Zentrum des nächsten Glaubensforums, das Stephan Lüße moderiert, und zu dem die lutherische Kirchengemeinde Blumenthal herzlich einlädt.

Am Freitag, 12. Juni, 15 Uhr, geht es gemeinsam auf Spurensuche nach den Kernmerkmalen einer christlichen Kirche.

Im Mittelpunkt des Nachmittags steht die spannende Frage: „Wie lässt sich eine authentische christliche Kirche / Gemeinde heute identifizieren?“ Alle Interessierten, ob Gemeindemitglied, Suchende oder einfach Neugierige, sind herzlich eingeladen, Fragen zu stellen oder einfach den Impulsen zu lauschen.

Im Anschluss gibt es ab 17 Uhr die „offene Kirche“ mit Orgelspiel, Andacht und Gebet. Nähere Informationen erteilt Erhard Wegner unter der Telefonnummer 0176 / 30 68 04 18. fr

Lieferservice & Restaurant

Urlaubsfeeling…

Unsere Außenterrasse ist geöffnet

ÖFFNUNGSZEITEN:

Mo–Do. 11.30–14.00 Uhr u.16.30–22.00 Uhr

Fr. 11.30–14.00 u. 16.30–22.30 Uhr

Sa. 16.30–22.30 Uhr, So. 12.00–22.00 Uhr

Wenn Sie 4 Pizzen, Durchmesser je 26cm, bestellen, erhalten Sie gratis zu Ihrer Bestellung eine Pizza mit 3 ausgewählten Zutaten im Durchmesser von 26 cm sowie einen kleinen Salat mit Dressing dazu.

Diese
Foto: fr

Ein Foto der griechischen Belegschaft der Bremer Wollkämmerei aus dem Frühjahr 1962. Foto: Archiv Initiative Kämmereiquartier / Detlef Gorn

Wie wird die Wegeverbindung heißen?

„Der Name Anna Petridou ist nicht tot!“, freut sich BLV-Leser Detlef Gorn.

Nachdem sich über 100 Blumenthaler Bürgerinnen und Bürger für eine Namensnennung für eine künftige Wegeverbindung zwischen dem Kämmerei-Quartier und dem alten historischen Ortskern von Blumenthal ausgesprochen hätten, habe der Blumenthaler Beirat wohl auch nicht streng dagegen votieren können, ist sich der Vegesacker sicher. Martin Thies von der Wochenzeitung „DAS BLV“ habe sich dankenswerter Weise der Sache in einem Bericht angenommen und den interessierten Lesern eine nach-

vollziehbare Begründung präsentiert. „Bleibt nur noch zu hoffen, dass die Dame Anna Petridou eine Würdigung erhält, die ihrem tollen beispielhaften Wirken entsprach“, so Detlef Gorn. red

a dem er olgrei en tart im ergangenen a r et t die a hhilfes hule eazy learning au in die en mmerferien i re o tenlo en erien ur e ort In u ammenar eit mit A e e er alten erneut inder und ugendli he k stenl se a hhilfe in at e eut und ngli f r alle ahrgangsstufen.

Initiator de ro e t i t ou ta a ein In a er der a il e ule ea learning In den ergangenen a ren urden an me reren remer tandorten ereit i u inder o tenlo unter t t t

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Ausstellung, Klönschnack und Maskentheater

Haus der Zukunft, Lüssum: Tolles Programm im Kultur-Café im Juni und August / Sommerferien im Juli

Das Kultur-Café bietet folgende Veranstaltungen im Juni und August an: Am Donnerstag, 25. Juni, 16.30 Uhr, ist das Motto „Ich, mein Doppelgänger und die Anderen“. Kinder und Jugendliche aus Lüssum stellen ihre Werke, die unter der Leitung von Dorothea Sander im KunstLaden entstanden sind, aus.

Das Kultur-Café genießt vom 4. Juli bis 9. August die Sommerferien. Weiter im Programm geht es am Donnerstag, 13. August, 16.30 Uhr. An diesem Tag sind „Büchertausch und Klönschnack“ geplant, unter der Überschrift „Haste das schon gehört oder gelesen?“ Die Organisatoren schreiben dazu: „Ob Krimi, Roman oder Fantasie, wer mag, kann seine über die Sommermonate gelesenen Bücher zum Tauschen und Empfehlen mitbringen. Dabei dürfen ein Stückchen Kuchen und ein Tässchen Kaffee oder Tee nicht fehlen.“

Die Bremer Maskengruppe „Die Schalotten“ bringen ein Theaterstück mit ins Haus der Zukunft. Symbolfoto: fr

Glasreparaturen & Verglasungen

Am Donnerstag, 27. August, 16.30 Uhr, gibt es ein Maskentheater mit der Gruppe „Die Schalotten“. Der Titel lautet „Land unter“. Weiterhin werden Gedichte von Joachim Ringelnatz vorgetragen, die das Programm ergänzen.

Die Initiatoren informieren: „Das Bremer Maskentheater ‚Die Schalotten‘ zeigt zum ersten Mal im Haus der Zukunft seine selbst entwickelten Geschichten: ‚Land unter‘ – Bremen versinkt im Meer. Doch auf dem Meeresboden verhalten sich die Menschen genauso egoistisch wie zuvor, bis sie von den Meeresbewohnern dazu gebracht werden, die Natur zu respektieren. Die Stücke werden dabei von Leierkasten, Flöte und Shrutibox begleitet.“

Der Eintritt ist frei, Spenden sind willkommen. Das Haus der Zukunft, Lüssumer Heide 6, ist barrierefrei. red

VON NIKOLAS JANSSEN

Altes Kraftwerk, neue Energie

Dass zwischen Blumenthal, FährLobbendorf und Hammersbeck Fernwärme-Rohrleitungen verlegt wurden, konnten Anwohner anhand der weitreichenden Straßensperrungen mitverfolgen. Die Leitungen in der Lindenstraße versorgen bereits die ehemalige Vulkan-Zentrale, heute das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge, mit Heizenergie. In diesen Tagen steht auch der Anschluss des Klinikums Bremen-Nord an das neue Fernwärmenetz bevor. Die BREWA ist Betreiberin des Heizkraftwerks, das eine Tochtergesellschaft der AWG Bassum ist. Enercity ist die Firma, die das entstehende Netz betreibt.

Das Kraftwerk wurde zuvor jahrzehntelang mit Steinkohle betrieben und bot sich für die thermische

An der Übergabestelle auf dem BWK-Areal sind die neuen Fernwärmeleitungen an das Bestandsnetz angeschlossen. Foto: nik

Abfallverwertung an. Ein Kraftwerk zur Abfallverwertung neu aus dem Boden zu stampfen, wäre unabhän -

gig vom Standort wohl mit erheblichen Widerständen verbunden.

Hier gewinnen letztlich alle: Die

vorhandene Infrastruktur kann weitergenutzt werden, zusätzlich zu den Großabnehmern ist geplant, in Zukunft auch Hausanschlüsse für Privatkunden anzubieten. BREWAGeschäftsführer Andre Abrath bezeichnet das auf dem KämmereiCampus geplante Hallenbad aus betrieblicher Sicht als idealen Abnehmer der erzeugten Heizenergie mit konstantem Bedarf. Denn rechnerisch besteht das Potential, noch deutlich mehr Heizenergie über das entstehende Netz einzuspeisen: Bis zu 12000 Privathaushalte könnten auf diesem Weg beheizt werden. Jährlich werden rund 65000 Tonnen „heizwertreicher“ Abfälle verbrannt. Die energetische (thermische) Verwertung von Abfällen ist der stofflichen Verwertung (Recycling) nachgeordnet: Verbrannt wird nur, was anders nicht verwertet werden kann.

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Geldanlagen am Kapitalmarkt sind mit Risiken verbunden.

„bunt

statt blau“

Dritter Platz beim

„bunt statt blau“: Unter diesem Motto beteiligten sich im Frühjahr bundesweit rund 6000 Schülerinnen und Schüler am Plakatwettbewerb der DAK-Gesundheit gegen das sogenannte Rauschtrinken bei Jugendlichen. In Bremen kommt das beste Plakat für die Präventionskampagne der Krankenkasse von den beiden 15-jährigen Mädchen Mia Fischer und Louisa Fokken von der WilhelmKaisen-Oberschule im Stadtteil Huckelriede. Der zweite Platz ging an das Team von Hubavena Borisova (15) und Naomi Eilers (15). Den dritten Rang belegte das Duo um Victoria Brobbey und Esohen Gift aus Blumenthal. Die beiden 16 und 15 Jahre alten Mädchen besuchen die zehnte Klasse der Oberschule Lehmhorster Straße.

„Herzlichen Glückwunsch an die Gewinnerinnen des diesjährigen Wettbewerbs ‚bunt statt blau‘ zur

Plakatwettbewerb

der DAK-Gesundheit für Schülerinnen aus Blumenthal

wohlverdienten Auszeichnung! Die prämierten Bilder zeigen, mit welcher Kreativität und Ernsthaftigkeit sich die Jugendlichen dem wichtigen Thema Alkoholsucht gewidmet haben“, erklärte Bremens Gesundheitssenatorin Claudia Bernhardt. „Da Aufklärung und Prävention bei gesundheitlichen Risiken essenziell sind, bietet dieser Wettbewerb der DAK einen hervorragenden Zugang: Er motiviert Kinder und Jugendliche dazu, sich intensiv mit dem Thema Alkoholmissbrauch auseinanderzusetzen – ein Engagement, das sich in den ausdrucksstarken Kunstwerken der Preisträgerinnen eindrucksvoll widerspiegelt.“

„Bedauerlicherweise ist nach drei Jahren des Rückgangs ein Anstieg bei den jugendlichen Rauschtrinkern zu verzeichnen“, sagte Michael-Niklas Rühe, Landeschef der DAKGesundheit in Bremen. red

Das Siegerbild 2026.

Foto: fr

Sommerfest auf dem Schillerplatz

Am kommenden Samstag von 14 bis 18 Uhr wird in Blumenthal gefeiert

Am kommenden Samstag, 13. Juni, findet auf dem Schillerplatz – zwischen Blinkfuer, Heidbleek und Stubbenstock – das Blumenthaler Sommerfest statt. Von 14 bis 18 Uhr kann bei gutem Essen, Getränken und Livemusik gefeiert werden. Vereine haben die Gelegenheit, sich der Öffentlichkeit vorzustellen. Das Stadtteilsanierungsteam und das Quartiersmanagement können Informationen geben zu den Maßnahmen, die aktuell in Blumenthal umgesetzt werden.

Gemäß dem Motto „Im Stadtteil gemeinsam feiern“ soll es kreative und bewegungsreiche Angebote geben, die Kinder und auch Erwachsene kostenlos oder gegen Spende ausprobieren können. Auch Konzerte, Tanzperformances und andere Darbietungen aus dem Stadtteil werden wieder zu sehen sein. Feuerwehr und Polizei nutzen das Fest, um den

Kontakt zur Bevölkerung zu suchen: Das ermöglicht auch Kindern, einmal in einem echten Streifenwagen am Steuer zu sitzen. Kuchenspenden sind herzlich willkommen. Die Akti-

visten von der Initiative Nordbremer Bürger gegen den Krieg unterstützen das Olivenölprojekt Synergasia auf Kreta. Von dort haben sie Olivenöl bezogen, das sie gegen Spenden auf dem Sommerfest anbieten. Veranstaltet wird das Fest vom Quartiersmanagement Blumenthal und DOKU Blumenthal in Kooperation mit dem Arbeitskreis Blumenthal. red

Beim Sommerfest werden viele Aktivitäten für die ganze Familie angeboten.

Schöner Wohnen in Bremen-Nord!

Symbolfoto: fr

Kleines Heimatmuseum mit maritimen Charakter

Kahnschifferhaus: Geschichte erleben, heiraten, platt snacken, Lesungen lauschen...

Ein reetgedeckter Hingucker, außen wie innen, ist das Kahnschifferhaus. Hier hat der Heimatverein Farge-Rekum e. V. seinen Sitz, den er sich mit dem Schifferverein Rekum und Umgegend von 1919 e. V. teilt.

Das Haus ist ein „kleines Heimatmuseum mit maritimem Charakter und stark nachgefragtem Archiv“, das mit seinem Namen an den fast vergessenen Berufsstand der Kahnschiffer erinnern soll, berichten Holger Jahn und Uwe Wagner vom Vorstand des Heimatvereins Farge-Rekum e. V. Hier vermischen sich Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft. Es gibt Näh-, Häkel- und Strickgruppen, Stammtische für Frauen und Männer. Das Archiv ist jeden ersten und dritten Donnerstag im Monat geöffnet. Zudem trifft sich eine Plattdeutschgruppe, um der Sprache zu frönen und das „niederdeutsche Volkstum“ zu pflegen.

Kassenwart Uwe Wagner (links) und Holger Jahn, erster Schriftführer und zuständig für die Presse beim Heimatverein Farge-Rekum e. V. Foto: as

Der Verein hat sich auf die Fahnen geschrieben, sowohl das ihm gehö-

rende Ehrenmal unterhalb der Rekumer Kirche als auch das Kahnschif-

ferhaus zu erhalten. Beispielsweise sei mit Hilfe einer großzügigen Spende und von den Mitgliedern selbst eine moderne Heizungsanlage in das alte Gebäude eingebaut worden. „Bei so vielen Mitgliedern – 370 – haben wir viele Berufe, darunter Heizungsleger, Klempner oder Elektriker, auf deren Unterstützung wir zurückgreifen können“, freuen sich die Vorstandsmitglieder.

Seit 2022 ist das Kahnschifferhaus als Außentrauort für das Bremer Standesamt anerkannt. Jeden ersten Samstag im Monat können hier Trauungen stattfinden. Das Haus kann auch gemietet werden. Zudem finden Ausstellungen, Vorträge und Lesungen statt.

Weitere Informationen, unter anderem zur Geschichte des Vereins, zum Kahnschifferhaus und zum Archiv, gibt es unter www.heimatverein-farge-rekum.de. as

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Um Licht geht es rund um Blomendal: „Eine Beleuchtungsanlage hat die Burg schön in Szene gesetzt“, berichtet der erste Vorsitzende des Vereins Burg Blomendal, Sebastian Jacob, vom Burgfrieden 2025. Das habe überzeugt, und so sollen nun Mittel eingeworben werden, um die Burg dauerhaft ins richtige Licht rücken zu können. Mit Hilfe von vielen Spendern könnte das vielleicht schon am 12. und 13. Dezember umgesetzt werden, wenn der Verein zu Kunsthandwerkermarkt und Adventszauber einlädt.

Am heutigen Sonntag, 7. Juni, von 15 bis 17 Uhr, gibt es ein Geschichts-Café. Das Thema lautet „Die Begradigung der Weser – ein Wendepunkt für Bremen“. Der Eintritt ist frei, eine Spende gern gesehen. Das nächste Geschichtscafé ist für Sonntag, 19. Juli, geplant. Da heißt das Motto „Wie schwer ist ein

Ins richtige Licht rücken

Das Frühjahr schmückt den Burghof mit schönen Blüten. „Eine Augenweide, die sich zu betrachten lohnt“, so Sebastian Jacob. Foto: as

Zentner an der Weser“ und es geht um historische Maße und Gewichte

tober angedacht. Wer im GeschichtsCafé ein Stück Kuchen möchte, wird jeweils um eine Anmeldung unter BURG_Blomendal@freenet.de gebeten; die Kosten betragen 6,50 Euro. Zuvor, am Samstag und Sonntag, 13. und 14. Juni, 11 bis 14 Uhr, ist der Verein „Mauern öffnen“ e. V. –die Bildhauerwerkstatt der Justizvollzugsanstalt Bremen – zu Gast. Unter dem Titel „On the road again“ werden Skulpturen aus Keramik, Holz und Stein gezeigt, die im Rahmen eines Resozialisierungsprojektes mit Inhaftierten entstanden sind.

„Wir konzentrieren uns jetzt auf das Weinfest“, so Sebastian Jacob. Dieses findet von Freitag bis Sonntag, 28. bis 30. August, statt.

in Bremen-Blumenthal. Ein weiteres Geschichts-Café ist für den 18. Ok-

Führungen werden donnerstags, 15 bis 17 Uhr, sowie auf Anfrage angeboten. Infos, beispielsweise zu Möglichkeiten, hier zu feiern, gibt es unter www.burgblomendal.de as

VON NIKOLAS JANSSEN

Noch keine Premiumroute, sondern einfach eine schöne Uferstrecke, an der es viel zu sehen gibt, das ist der Weg zwischen Farge und Blumenthal entlang des Rönnebecker Weserhangs.

Die Endhaltestelle der Regionalbahn als Ausgangspunkt ist zwar nah am Weserufer, um ans Wasser zu kommen, muss man aber zunächst hinter dem Kraftwerk entlang. Das beginnt mit einem Schotterweg durch Wiesen und reizvolle kleine Waldstücke mit sumpfigen Stellen. Ein Teich ist so belebt von Fröschen, dass es an einem sonnigen Tag zur Mittagszeit ein lautstarkes und vielstimmiges Durcheinanderquaken zu hören gibt.

Der Kiesweg endet an der Straße zum Farger Fähranleger, von dem vor dem Fährhaus links der Weg auf den

Mein Blumenthal

Den Fluss entlang vom Farger Deich zur Bahrsplate

Radtouren oder kleine Wanderausflüge am Übergang zwischen Marsch- und Geestlandschaft beim Rönnebecker Weserhang

Deich abzweigt. Was früher absolut tabu gewesen wäre, Mäuse im Deich, scheint hier bisher niemanden beunruhigt zu haben. Hinter dem von Wildblumen bewachsenen Deich kann man die Becken des Farger Klärwerks sehen. Hier ist man noch im Flachland, bevor nach einigen Kilometern der Geestrücken beginnt. Dieser fällt zum Wasser hin sehr steil ab und bildet so den Rönnebecker Weserhang. An dieser Stelle laden schattenspendende Bäume, mehrere Sitzbänke sowie ein Überangebot an Papierkörben zum Verweilen ein.

An der gegenüberliegenden Weserseite sieht man den flachen Sandstrand, ein kleiner Zipfel bremischen Gebiets, der Blumenthal zum einzigen Stadtteil mit zwei Weserufern macht. Dahinter und schon von weitem zu sehen, liegt das riesige Schwimmdock, das schon

für einige Verstimmung unter Anwohnern gesorgt hat.

Neben einem ausrangierten Leuchtfeuer sind mehrere Bojen und ein Anker auf Betonsockeln am Wegesrand aufgestellt. Verschiedene öffentlich zugängliche Freitreppen ermöglichen, den Höhenunterschied des Weserhangs von etwa zehn Metern zu überwinden. Auch in mehreren Privatgärten sind solche Treppen zu sehen. Ein etwas versteckt gelegener Spielplatz liegt fast direkt am Wasser, ist aber von Bäumen umstanden, sodass man es nicht direkt sieht. An dieser Stelle geht der Bürgermeister-Dehnkamp-Weg in die Bürgermeister-Dehnkamp-Straße über, ab hier ist also mit Autoverkehr zu rechnen. Freien Blick aufs Wasser hat man dann erst wieder an der Spundwand vor dem Rönnebecker Bootshafen, hinter dem das Bootshaus

Blumenthal auf Stelzen steht. Hier kreuzt man schon die Zufahrt zum nächsten Fähranleger. Dann steht man auf der Bahrsplate, wo im Zweiten Weltkrieg die Baracken standen, in denen kriegsgefangene Zwangsarbeiter leben mussten. Dieses Barackenlager kann kein Geheimnis gewesen sein, musste es doch von allen Seiten einsehbar dagelegen haben. Daran erinnert die Gedenkstätte Bahrsplate in der Mitte der Freifläche mit einem Mahnmal, an dem die Namen der Zwangsarbeiter die vielen Nationalitäten deutlich machen, die im Zweiten Weltkrieg nach Deutschland verschleppt wurden und auf irrsinnig anmutenden Baustellen wie dem Bunker Valentin als bloßes Menschenmaterial betrachtet wurden. Der freundlichen Parkanlage, die heute gern für Freizeitaktivitäten genutzt wird, wäre das sonst nicht anzumerken.

durch
Wildnis.
Rönnebecker Weserhang ist über mehrere Treppen zugänglich.

Ehrenamtliche laden in die Bücherei Blumenthal zum Lesen ein / Unterstützer immer gesucht

VON ANTJE SPITZNER

Das ist stark: Vier Mal in der Woche leisten Ehrenamtliche in der Bücherei Blumenthal, Mühlenstraße 70, ihren Dienst und bieten so Groß und Klein die Möglichkeit, Bücher und weitere Medien, wie Hörbücher oder Zeitschriften, auszuleihen.

Die Bremer Stadtbibliothek hatte sich 1996 aus Blumenthal zurückgezogen, berichten Marlies von Bargen, die seit April die erste Vorsitzende des Fördervereins ist, sowie Heike Hinrichs, die zweite Vorsitzende, Christiane Meyer und Dietmar Segger. So sei vor rund 30 Jahren der Förderverein gegründet worden. Dieser habe um die 150 Mitglieder –und es dürfen gern mehr werden. Weitere Ehrenamtliche, die sich mit um die Bücher und das Ausleihen kümmerten, würden ebenfalls immer wieder gesucht.

Bücher, Bücher, Bücher: Insgesamt 10000 Medien befinden sich im Bestand der Bücherei Blumenthal. Symbolfoto: freepik

Die Bücherei habe einen Bestand von 10 000 Medien, berichten die Ehrenamtlichen. Darunter seien Kin-

der-, Jugend-, Koch- und Sachbücher, Romane, Krimis, Erzählungen, Bremensien sowie ein paar Bücher mit

Lyrik, je nach Geschmack der Lesenden. Diese können ihre Vorlieben ins „Wünschebuch“ eintragen, und die Ehrenamtlichen entscheiden, welche Bücher besorgt werden. Zudem gebe es eine Vorschlagsliste der Buchhandlung, heute die Lesumer Lesezeit, nach der Blumenthaler Bücherstube und Otto & Sohn.

Die Ehrenamtlichen der Bücherei Blumenthal bieten eigene Events an, beispielsweise beteiligten sie sich am diesjährigen Comic-Tag. Am Samstag, 27. Juni, findet wieder ein Bücherflohmarkt statt, der zwei Mal im Jahr angeboten wird. „Jeder kann kommen und aussortierte oder gespendete Bücher für wenig Geld erwerben“, laden sie ein.

Sie beteiligen sich aber auch an Aktivitäten im Stadtteil, wie beim Sommerfest auf dem Schillerplatz am Samstag, 13. Juni, ab 14 Uhr. FORTSETZUNG AUF SEITE 15

FORTSETZUNG VON SEITE 14

Jeden vierten Dienstag im Monat wird ein Vorlesenachmittag für Kinder organisiert. Dabei sind mit Hilfe eines Kamishibai – japanisches Erzähltheater – auch die Bilder der jeweiligen Bücher zu sehen. Ebenfalls für die Erwachsenen wird gelesen: So war beispielsweise schon Uwe Olthoff zu Gast und am Montag, 22. Juni, wird Michaela Gieschen erwartet. Unterstützt werden die Ehrenamtlichen von der Kulturbehörde, vom Ortsamt und mit gern gesehenen Spenden.

Geöffnet ist die Bücherei Blumenthal dienstags von 15 bis 18 Uhr, mittwochs von 13 bis 16 Uhr, donnerstags von 15 bis 18 Uhr und samstags von 10 bis 13 Uhr. Weitere Informationen gibt es unter www. buecherei-blumenthal.de, Telefon 0421 52404783 oder info@ buechereiblumenthal.de

Dein Auto.

Die Ehrenamtlichen laden Groß und Klein herzlich in die Bücherei und zum Lesen ein.
Foto: as
„Jetzt

nicht, Liebling“

Hobbyschauspieler vom Farger Theater (FAT)

e. V. proben am neuen Stück / Darsteller gesucht

Auf den Brettern, die die Welt bedeuten, spielen die Laienspieler des Farger Theaters (FAT) e. V. jedes Jahr – außer in der Coronazeit – ein Stück. Manchmal auch zwei.

Aktuell treffen sie sich zwei Mal in der Woche, dienstags und donnerstags, zur Probe im Gewerbegebiet Bernhardring, damit die neue Aufführung bis zur Premiere am zweiten Oktoberwochenende steht. Der Titel ist „Jetzt nicht, Liebling“, von Ray Cooney und John Chapman, übersetzt von Andreina Sposa.

Die Vorlage dafür erhält das FAT von der Vertriebsstelle und Verlag Deutscher Bühnenschriftsteller und Bühnenkomponisten GmbH, berichtet Markus Thamm, erster Vorsitzender und Regisseur. In der Komödie geht es um Flirts und Seitensprünge sowie Verwirrungen: „Der Kürschner Arnold, der eine brave Leidenschaft für die Sekretärin Miss Tipdale hegt,

Die Laiendarsteller des Farger Theaters proben im Moment zwei Mal in der Woche, um das Stück im Oktober auf die Bühne zu bringen. Foto: fr

muss für die Sünden seines Kompagnons Gilbert büßen, der einer attraktiven Ehefrau ein Versprechen gegeben hat...“

Sechs Damen und vier Herren werden „Jetzt nicht, Liebling“ auf die Bühne bringen. Aus Ermangelung an männlichen Darstellern – Interessierte würden gesucht – spiele eine

der Frauen einen der Männer. „Wir haben eine Super-Gemeinschaft und immer Spaß bei den Proben“, unterstreicht Markus Thamm, der das Hobby und später die damit verbundenen Aufgaben von seinem 2018 verstorbenen Vater, Günter Thamm, übernommen hat. „Ich war mit 16 Jahren schon aktiv auf der Bühne“,

berichtet er. „Wir haben viel erlebt mit dem Theater, sind sehr durch Aufführungsstätten und Proberäume gewandert.“ Pro Saison spielten die Darsteller elf Aufführungen.

Das Farger Theater stehe für Komödien, bei denen man mal den Kopf ausschalten, sich entspannen und etwas Lustiges anschauen könne. „Wir nehmen unser Publikum gern mit“, sagt der Regisseur über die Laienspielgruppe, deren Mitglieder, alle berufstätig, ihrem Hobby nachgehen.

15 Menschen bringen sich aktiv oder passiv in der Laienspielgruppe ein, die seit 1979 die Region mit Humor unterhält: „In den über 40 Jahren seines Bestehens hat das Farger Theater es regelmäßig geschafft, dass seine Zuschauer Tränen vor Lachen vergossen und durch tobenden Applaus die Leistung der Akteure gewürdigt haben.“ Infos gibt es unter Telefon 0421/68641 oder www. farger-theater.de

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„Das gelbe Fett von Blumenthal“

Von Bremen-Nord aus in die weite Welt

VON MARTIN THIES

Eine enge geschäftliche Beziehung zwischen dem Haus Beiersdorf und der Bremer Wollkämmerei existierte bis ins das Jahr 2009. Mit der Betriebseinstellung des Blumenthaler Unternehmens endete zum beiderseitigen Nutzen eine lange währende Zusammenarbeit. Detlef Gorn von der Initiative Kämmereiquartier erinnert an eine einzigartige Erfolgsgeschichte. Sie nahm im Jahr 1911 ihre Anfänge, als am 23. Oktober gegen 11 Uhr ein Telegramm aus Hamburg in der Telefonzentrale der BWK eintraf. Es trug die Unterschrift von Dr. Oscar Troplowitz, Inhaber des Hauses Paul C. Beiersdorf. Kurz zuvor war es seinem damaligen TopChemiker Dr. Isaac Lifschütz gelungen, den Emulgator „Eucerit“ aus dem Wollwachs der gewonnenen Schafswolle zu isolieren. So entstand

mit seiner Mithilfe die weltweit erste stabile geeignete Fett- und Feuchtigkeitscreme. Aufgrund des industriell hergestellten Produktes nahm die NIVEA ihre einzigartige Erfolgsgeschichte auf und entwickelte sich schnell zur Weltmarktführerin in der Hautpflege. Den erforderlichen Rohstoff lieferte fortan das Wollwachs, das täglich aus der in Blumenthal gewaschenen Schweißwolle von täglich bis zu 70000 Schafen anfiel.

Eine lange Kooperation existierte zwischen der BWK und dem Beiersdorf-Unternehmen ín Hamburg. Für die Herstellung der Fett- und Feuchtigkeitscremes wurde das aus der Schafswolle gewonnenen Wollwachs verwendet.

Foto: th

Mit dem Telegramm verbunden war ein Besuch des früheren Einkaufsleiters von Beiersdorf. Ferdinand Ullrich, der Direktor der BWK, begrüßte den Gast aus Hamburg, für den das aufstrebende Unternehmen in Blumenthal ein Begriff war, da es einen weltweit anerkannten Namen besaß. Auf dem Werksgelände existierten bereits die „Chemischen Betriebe“, FORTSETZUNG AUF SEITE 18

„Das gelbe Fett von Blumenthal“

Von Bremen-Nord in die weite Welt

FORTSETZUNG VON SEITE 17 eine weitere wichtige Adresse für das Beiersdorf-Unternehmen. Doch mit dem Besuch in Blumenthal konnte sich eine erfolgreiche Geschäftsbeziehung etablieren, die bis zur Betriebseinstellung der BWK sich positiv entwickelte, bis die letzten blauen Fässer, mit Wollwachs gefüllt, im Jahre 2009 das letzte Mal auf den Transportweg nach Hamburg gelangten. Damit endete die Lieferung des „Gelben Golds von Blumenthal“, hat Detlef Gorn in seinen Aufzeichnungen festgehalten. In seinen umfangreichen Berichten zur Geschichte der BWK geht er auch auf den Verarbeitungsprozess der Rohwolle näher ein. Nach der Sortierung musste das Produkt gründlich gewaschen werden, das von Natur aus verschmutzt, verklebt und fettig ist. Die Wolle durchlief bis zu sieben große Behälter. Die Hauptwäsche erfolgte bei

Das Wollfett fiel beim Waschen der Rohwolle an und wurde mit Zentrifugen aus dem Wasser gewonnen. Foto: th

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etwa 50 Grad unter Zuführung von Seifenlauge und Soda. Dabei wurde „weiches Wasser“ verwendet, das die BWK aus zehn Tiefbrunnen in Wätjens Park und einem Wasserturm gewinnen konnte. Aus dem Brauchwasser wurden mittels Zentrifugen das ausgewaschene Wollfett entzogen. In weiteren Schritten wurde das „Lanolin“ gewonnen, als ein Ausgangsprodukt für Haut- und Babycremes sowie Lippenstifte. Das un-

raffinierte Wollfett war im Übrigen nicht nur bei den Betriebsangehörigen beliebt. Auch bei vielen Blumenthalern war es heiß begehrt als Wundcreme für die Haut und bei manchen Gartenfreunden. Bereits kurz nach der Betriebsaufnahme zog die chemische Fabrik von Dr. Hensel von Lesum nach Blumenthal, die später von der BWK übernommen wurde. Die „Chemische“, so wurde sie gern betitelt, spezialisierte sich auf die Gewinnung von Wollfett, Kernseife und Schlammdünger für die Landwirtschaft. Durch die Waschvorgänge wurden wasserlösliche Salze in der Chemiefabrik eingedickt und zu Pottasche, ein mineralisches Salz und traditionelles Backtriebmittel, verarbeitet. Die gewonnene Seife gelangte wieder in die Waschvorgänge. Dafür war ein Seifenmeister zuständig, der alles im Blick behielt.

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Eine Zeitreise durch die Industriegeschichte

Das „Lütje Museum“ im BREWA-Gebäude auf dem BWK-Gelände

VON NIKOLAS JANSSEN

Die Bremer Wollkämmerei kann als exemplarisches Beispiel der Industriegeschichte betrachtet werden: Gegründet 1883, also in der Hochphase der „industriellen Revolution“, setzte die Fabrik ein kaum bekanntes Fischerdorf auf die Landkarte und machte Blumenthal zur florierenden, zunächst noch preußischen Kleinstadt. Im internationalen Wollgeschäft soll von „Bremen bei Blumenthal“ gesprochen worden sein.

Nach dem Ende der Wollkämmerei im Jahr 2009 wurde lange an Plänen gearbeitet, deren Geschichte mit einem Kämmereimuseum ein Denkmal zu setzen.

Nachdem das auch aus finanziellen Gründen bisher nicht zustandekam, hat Andre Abrath, Geschäftführer bei BREWA Umweltservice, die Am Kammstuhl ihren Sitz hat, die

BREWA-Geschäftsführer Andre Abrath zeigt ein Elektrofahrzeug, das bereits vor über 100 Jahren in der Kämmerei eingesetzt wurde. Foto: nik

Idee in kleinerem Maßstab umgesetzt. Dafür bot sich das Firmengebäude schon deshalb an, weil dort noch Anlagen au der BWK-Zeit unverändert im Originalzustand vorhanden sind.

Mit Liebe zum Detail und tatkräftiger Unterstützung von Blumenthaler Bürgern, von denen viele einen eigenen Anteil an der Kämmereigeschichte haben, hat er das Museum eingerichtet und konnte im Januar die Eröffnung feiern. Als Betreiber des Wärmekraftwerks hat er bei der Ausstellung auch darauf einen Fokus gelegt: Wenn etwa Schulklassen zu Besuch kommen, kann er die Funktionsweise der Anlage anschaulich erklären. Ein Kernstück der Energieumsetzung sind die Dampfturbinen und die zugehörigen Getriebe. Auch ein Generator mit vier wuchtigen Spulen ist Teil der Ausstellung.

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Das „Lütje Museum“

Geschichte von Kraftwerk und Wollkämmerei

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Die Wollkämmerei war zur Zeit der Elektrifzierung ganz vorn mit dabei: Batteriebetriebene Transportfahrzeuge auf dem Gelände gab es bereits vor 100 Jahren. Auch ein Druckluftnetz habe die Fabrik durchzogen. Aus heutiger Sicht erstaunt die unverwüstliche Konstruktion der Anlagen: „Das wurde damals praktisch für die Ewigkeit gebaut“ beschreibt Andre Abrath eine mannshohe Bohrmaschine, fest auf einem Sockel verbaut. Auch bei Messeinrichtungen verschiedener Epochen kann man über die Wertigkeit der Verarbeitung staunen. Ein kreisrundes Strommessgerät aus glän-

zendem Messing befindet sich in einem passenden Holzkoffer mit rotem Samtfutteral, spätere AEGMessgeräte kamen gleich in Form schwerer Metallkoffer. Nachempfundene Büroarbeitsplätze verdeutlichen den Wandel von der Schreibmaschine zu klotzigen Computern mit Fünf-Zoll-Disketten. Das Lütje Museum ist nicht ganz so einfach zu finden, aber es lohnt sich: Das Tor an Zum Kammstuhl 13 führt auf das BREWA-Gelände. Dort umrundet man das Gebäude, auf der anderen Seite führt dann außen eine Metalltreppe hoch. Dort hat die BREWA ihre Büroräume, und das Museum befindet sich direkt nebenan.

Man kann über die Wertigkeit der Verarbeitung staunen, welche die Industriemaschinen damals aufwiesen. Fotos: nik

Eine wechselhafte Geschichte

Blumenthal gehörte zu Preußen und zählte 1830 um die 280 Einwohner

Blumenthal, was Tal der Blumen bedeutet, hat eine wechselhafte Geschichte. Um 1250 ließen mehrere adelige Familien, darunter die Ritter von Oumünde, die erste Blumenthaler Burganlage erbauen, die keine 60 Jahre später wieder abgerissen werden musste. 1354 wurde für die Ritter die heutige Burg Blomendal errichtet. 1586 wurde Rönnebeck erstmals urkundlich erwähnt.

Etwa im Jahr 1830 zählte Blumenthal nur rund 280 Einwohner. Ab 1866 gehörte Blumenthal nach der Annexion des Königreichs Hannover zu Preußen. Die Einwohnerzahl stieg damals schlagartig mit der Gründung der Wollkämmerei durch Bremer Kaufl eute im Jahr 1884 an. Etwa fünf Jahre später betrug die Zahl der Beschäftigten etwa 2300.

Durch die Ansiedlung weiterer Betriebe, wie die Spinnbau, Maschinenbauunternehmen und

Das alte Rathaus in der Landrat-Christians-Straße.

Werften wurde Blumenthal zum Industriestandort. Im Jahr 1893 wurde zudem die Großwerft „Bre-

mer Vulkan“ zwischen Vegesack und Blumenthal errichtet. Im Jahr 1939 wurde Blumenthal dann aus dem preußischen Staatsgebiet entlassen und in die Stadt Bremen eingemeindet. rdr

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