Gesundheitsbarometer

Schwerpunktthema: Qualität der Versorgung
Das Fachmagazin für die Gesundheitswirtschaft Ausgabe 39 | 13. Jahrgang
03 / 20
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Schwerpunktthema: Qualität der Versorgung
Das Fachmagazin für die Gesundheitswirtschaft Ausgabe 39 | 13. Jahrgang
03 / 20
Mit dem KPMG-Gesundheitsbarometer, unserem großen Fachmagazin, fördern wir seit dreizehn Jahren regelmäßig den fachlichen Austausch in der spannenden und komplexen Gesundheitswirtschaft. Dabei konnten wir bereits zahlreiche impulsgebende Perspektiven hochkarätiger Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Forschung kennenlernen.
Wir erreichen rund 9.000 Führungskräfte und Interessenten aus den Bereichen Krankenhaus, Sozialversicherungsträger, Pflegeeinrichtungen, Rehabilitation und (Gesundheits-)Politik sowie Medizintechnik, pharmazeutische Industrie und Biotechnologie.
Nachdem sich die vorherige Ausgabe des Gesundheitsbarometers mit dem Thema New Reality inmitten der Corona-Pandemie beschäftigte, richtet die vorliegende Fassung den Fokus auf die Qualität in der Versorgung.
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www.kpmg.de/gesundheitsbarometer
Die Covid-19-Krise beschäftigt Europa nun schon seit rund neun Monaten: Die Nachrichten in Deutschland drehen sich seitdem insbesondere um Fallzahlen, den R-Wert oder den Inzidenzwert. Während wir hierzulande im internationalen Vergleich bisher relativ geringe Infektionszahlen zu verzeichnen hatten, richtet sich das Hauptaugenmerk in der aktuellen Ausgabe auf die Qualität der Versorgung. Wie gut ist die Gesundheitsversorgung in Deutschland? Welche Aspekte sind derzeit besonders kritisch und welche Reformen sind notwendig?
Grundsätzlich verfügt Deutschland über ein gutes Gesundheitssystem. Trotzdem gibt es viele Verbesserungspotenziale, die für einen weiterhin hohen Qualitätsstandard in den Blickpunkt rücken. Neben dem Fachkräftemangel werden beispielsweise aktuelle Probleme bei der sektorenübergreifenden Zusammenarbeit offensichtlich. Dr. Elke Frank, Kaufmännische Direktorin des Klinikums rechts der Isar, gibt einen Einblick in das Qualitätsmanagement und verweist insbesondere auf Strukturen und Prozesse. In diesem Kontext macht Prof. Dr. Christoph Straub, Vorstandsvorsitzender der BARMER, auf die hohe Last der ambulanten Versorgung aufmerksam. Weitere Ansatzpunkte liefert Prof. Dr. Jonas Schreyögg, Inhaber des Lehrstuhls für Management im Gesundheitswesen an der Universität Hamburg sowie wissenschaftlicher Direktor des Hamburg Center for Health Economics. Er setzt ein Hauptaugenmerk auf sektorenübergrei -
fende Vergütungspauschalen und fordert eine bessere Abstimmung zwischen den Bundesländern.
Bei der Frage nach einer besseren Vernetzung rückt die Digitalisierung in den Fokus. Die Anfänge wurden in die Wege geleitet, aber dennoch besteht weiterhin erhebliches Optimierungspotenzial. Rudolf Hauke, Gesundheitsexperte und Buchautor, bezeichnet sie als immens wichtigen Aspekt. Auch Daniel Cardinal und Dorothee Meusch von der TK heben die Digitalisierung für die Gestaltung der unaufhaltbaren Entwicklung hervor.
In der Rubrik Medizintechnik kritisiert Dr. Meinrad Lugan, Vorstandsvorsitzender des Bundesverbands Medizintechnologie (BVMed), den zeitweise eingeschränkten Warenverkehr, der vor allem kleine und mittlere Unternehmen der Branche vor Existenzprobleme stellt.
Darüber hinaus finden Sie in dieser Ausgabe noch weitere Expertenbeiträge. Prof. Dr. Johanne Pundt, Präsidentin der APOLLON Hochschule der Gesundheitswirtschaft, thematisiert die Professionalisierung der Berufe im Gesundheitswesen. Zudem beleuchten wir Qualitätsmanagementsysteme in der Krankenhausverwaltung, stellen einen Abschnitt aus dem Fachbuch „Zukunft deutsches Krankenhaus: Wer gewinnt das Rennen?“ vor und gehen auf den Umgang anderer Länder mit der Covid-19-Pandemie ein.
Liebe Leserinnen, liebe Leser,
in der Gesundheitsbranche hat sich in der vergangenen Zeit einiges getan. Noch nie zuvor wurden durch das Bundesgesundheitsministerium so viele Gesetze und Gesetzesentwürfe auf den Weg gebracht wie in den vergangenen zwei Jahren – beispielsweise das Digitale-Versorgung-Gesetz, das E-Health-Gesetz oder auch das Patientendaten-Schutz-Gesetz. In den vergangenen Monaten wurde die Branche dann von der Covid-19-Pandemie dominiert. Die dramatische, weltweite Entwicklung hat weitere Änderungen mit sich gebracht: unter anderem das Krankenhauszukunftsgesetz und das dritte Digitalisierungsgesetz.
Aber gehen wir an dieser Stelle nicht nur reaktiv vor und sollten wir das System nicht lieber proaktiv verändern? Das Ende der Fahnenstange ist noch lange nicht erreicht. Wie lange wird uns die Pandemie noch in unserem Alltag begleiten? Wird uns eine möglicherweise bald erreichte Marktfähigkeit eines Impfstoffs zu einer schnellen Rückkehr in die Normalität verhelfen? Diese beiden Fragen können derzeit nicht vollends beantwortet werden.
Es gilt, sich die neu gewonnenen Erfahrungen zunutze zu machen. Was lernen wir aus den Entwicklungen der vergangenen Monate? Auch wenn Deutschland sicherlich über ein gutes Gesundheitssystem verfügt, gibt es Anlass für weitreichende Veränderungen. Ungefähr jeder achte Erwerbstätige ist in der Gesundheitsbranche, die für circa zwölf Prozent des Bruttoinlandsprodukts verantwortlich ist, tätig. Das zeigt den immensen Stellenwert und nimmt uns in die Verpflichtung, die Branche auch für eine erfolgreiche Zukunft zu wappnen.
Die Covid-19-Pandemie hat die Schwächen des Systems schonungslos aufgedeckt. Während einige Akteure bisher gut durch die Krise gekommen sind, haben andere ihre Kosten nicht decken können. Wie können wir Sektorengrenzen beseitigen? Wie schaffen wir es, gesundheitsrelevante Informationen unter Einhaltung des Datenschutzes umfassend und in Echtzeit für alle involvierten Personen zur Verfügung zu stellen? Und welche Beispiele können wir uns aus anderen Ländern zunutze machen?
Eines ist klar: Die Covid-19-Pandemie wird den Stellenwert und die Ausrichtung des Gesundheitswesens nachhaltig verändern. Ein Anfang wurde durch die neuen Gesetze und das hervorgerufene Bewusstsein über den hohen Stellenwert der Digitalisierung gemacht. Die Handlungsfähigkeit konnte sichergestellt und die Resilienz erprobt werden. Doch das kann nur der Anfang gewesen sein. Und es geht nicht von heute auf morgen. Es gilt nun, diesen Pfad aufzunehmen und die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens in den kommenden Monaten sowie Jahren voranzutreiben.
Deshalb ist es jetzt an der Zeit, eine Reform des Systems in den Fokus zu rücken und endlich den notwendigen Wandel einzuleiten. Im Zuge dessen sollte der Versorgungsqualität, einer besseren Abstimmung zwischen den Sektoren und einer performanceorientierten Vergütung mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Bei all diesen Herausforderungen wünsche ich Ihnen und uns gutes Gelingen und viel Innovationsgeist.
Viel Freude beim Lesen dieser neuen Ausgabe des Gesundheitsbarometers zum Thema Qualität in der Versorgung.
Axel Bindewalt

A xe l Bindewalt
Head of Health Care, Partner
KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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Alle Inhalte auf einen Blick
SCHWERPUNKT
8
INTERVIEW:
Deutschland hinkt bei Krankenhausvergütung hinterher
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FACHARTIKEL: Was kommt? Was geht? Was bleibt?
18
INTERVIEW: Qualitätsmanagement muss gelebt werden
24
INTERVIEW: Vor- und Nachteile des deutschen Gesundheitswesens
28
INTERVIEW: Digitalisierung für medizinischen Fortschritt 32
INTERVIEW: Gesundheit im Fokus
38
FACHARTIKEL: Wissen, wie man es (noch) besser machen kann
MEDIZINTECHNIK
44
INTERVIEW:
Auch die Medizintechnikbranche leidet unter der Krise
INTERNATIONAL 50 FACHARTIKEL: Covid-19 Recovery
LESEPROBE
54
FACHARTIKEL:
Zukunft deutsches Krankenhaus: Wer gewinnt das Rennen?
KOLUMNE
59
Ein Impfstoff wird das Problem nicht lösen





Die aktuelle Krise könnte auch eine Chance bieten, die Schwachstellen des deutschen Krankenhausvergütungssystems zu beheben.
Seite 8
Trotz der ungewissen Auswirkungen der Covid-19-Pandemie werden bereits mögliche Konsequenzen für das deutsche Gesundheitssystem skizziert.
Seite 14
Trotz einer guten Gesundheitsversorgung in Deutschland gibt es Reformierungsbedarf bei den Sektorengrenzen, der Digitalisierung, dem Fachkräftemangel und der Bewältigung des Investitionsstaus.
Seite 18
Modernisierung des Systems:
Ein neues, einheitliches Vergütungssystem im Blickpunkt.
Seite 24
Die zur Verfügung stehenden technologischen Möglichkeiten sind für Prozessoptimierungen elementar.
Seite 28
In der Gesundheitsbranche wird vernetzte Versorgung vor dem Hintergrund steigender Anforderungen und knapperer Ressourcen immer wichtiger.
Seite 32
Die Bedeutung von Qualitätsmanagementsystemen und aktuelle Herausforderungen.
Seite 38
Die Medizintechnikbranche braucht eine Gesamtstrategie, um die Versorgung mit kritischen Medizinprodukten zu verbessern.
Seite 44
aus dem Healthcare-Bereich aus den Ländern: Australien, Kanada, Singapur und dem Vereinigten Königreich.
Seite 50
Krankenhäuser sind insgesamt zwar gut aufgestellt, doch die Unterschiede wachsen.
Seite 54
Kolumne: Ein Impfstoff wird das Problem nicht lösen.
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