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KPMG Accounting News Januar 2018

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Accounting News

Aktuelles zur Rechnungslegung nach HGB und IFRS

Januar 2018

In unserem ersten Topthema im neuen Jahr stellen wir Ihnen die Kerninhalte des von der ESMA veröffentlichten Entwurfs zur Regulierung des einheitlichen europäischen elektronischen Berichtsformats (ESEF) dar.

Im weiteren Verlauf informieren wir Sie über die Verabschiedung zweier IDW ­ Stellungnahmen zur Rechnungslegung: Aktivierung von Herstellungskosten (IDW RS HFA 31 n. F.) sowie Bilanzierung entgeltlich erworbener Software beim Anwender (IDW RS HFA 11 n. F.).

Darüber hinaus berichten wir über die IDW ­Veröffentlichung des zweiten Moduls zu IDW RS HFA 50 (IAS 19 ­ M2) sowie über den Modulentwurf IFRS 9 ­ M1 zu IDW RS HFA 50. Abschließend stellen wir Ihnen die Veröffentlichung des IASB zu den Annual Improvements to IFRSs (2015–2017) dar.

Ihnen eine anregende Lektüre und die besten Wünsche für das noch junge Jahr!

Inhalt

1 Topthema 2 ESMA veröffentlicht finalen Entwurf zur Regulierung des einheitlichen europäischen elektronischen Berichtsformats (ESEF) 2

2 HGB-Rechnungslegung 4 IDW RS HFA 31 n. F. Aktivierung von Herstellungskosten verabschiedet 4

IDW RS HFA 11 n. F. Bilanzierung entgeltlich erworbener Software beim Anwender verabschiedet 4

3 IFRS-Rechnungslegung 5 Änderungen bei der Übertragung nichtfinanzieller Ver mögenswerte auf einen Pensionsfonds im Sinne des IAS 19 5

IDW veröffentlicht den Modulentwurf IFRS 9 ­ M1 zu IDW RS HFA 50 7 IASB veröffentlicht Annual Improvements to IFRSs (2015–2017) 7

4 Veranstaltungen/ Veröffentlichungen 8

5 Ansprechpartner 9

1 Topthema

ESMA veröffentlicht finalen Entwurf zur Regulierung des einheitlichen europäischen elektronischen Berichtsformats (ESEF)

Die Europäische Wertpapier­ und Markaufsichtsbehörde (ESMA) hat am 18. Dezember 2017 der EU ­ Kommission ihren finalen Entwurf für den sogenannten technischen Regulierungsstandard (regulatory technical standard, RTS) zum EU ­ einheitlichen digitalen Berichtsformat vorgelegt. Ziel war es, der technologischen Entwicklung und zunehmenden Digitalisierung Rechnung zu tragen und die Zugänglichkeit, Analyse und Vergleichbarkeit von Jahres finanzberichten zu erleichtern. Der finale Bericht, ein ESEF-Berichterstattungshandbuch sowie weitere Informationen finden Sie auf einer neuen ESEF-Informationsseite der ESMA

Bereits seit 2004 ist durch die Transparenzrichtlinie ( Richtlinie 2004/109/ EC ) vorgegeben, dass Emittenten, die Wertpapiere auf regulierten Märkten innerhalb der EU handeln, ihre Jahresfinanzberichte veröffentlichen müssen. Ein bestimmtes Format zur Veröffentlichung war bisher nicht vorgegeben. Im Jahr 2013 wurde die Richtlinie dahingehend überarbeitet, dass ab dem 1. Januar 2020 auch das Format der Veröffentlichung als sogenanntes „Europäisch einheitliches elektronisches Berichtsformat“ (European Single Electronic Format, ESEF) vorgegeben wird. Hierzu hat die EUKommission die ESMA beauftragt, einen RTS mit Ausgestaltungsdetails zu erarbeiten. Mit etwa einem Jahr Verspätung liegt dieser finale RTSEntwurf jetzt vor. Die EU ­ Kommission muss nun innerhalb von drei Monaten über eine (Teil ­ )Indossierung entscheiden und den RTS als Verordnung im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlichen. Als EU ­ Verordnung entfalten technische Regulierungsstandards der ESMA unmittelbare Geltung in allen Mitgliedsstaaten, ohne dass ein nationaler Transformationsakt erforderlich ist.

Der Entwurf des RTS zur Umsetzung von ESEF beinhaltet im Wesentlichen die folgenden Punkte:

Emittenten, deren Wertpapiere an regulierten Märkten innerhalb der EU notiert sind, müssen ihre

Jahresfinanzberichte ab 1. Januar 2020 in einem vorgegebenen einheitlichen elektronischen Berichtsformat online veröffentlichen und zwar im Extensible Hypertext Markup Language(XHTML­ )Format. Dieses Format ist in einem Standard ­ Browser für Menschen lesbar und kann durch den Ersteller selbst gestaltet werden. Das bisher in der Praxis häufig genutzte PDF ­ Format ist explizit nicht vorgesehen.

– Sofern die Jahresfinanzberichte einen IFRS ­ Konzernabschluss beinhalten, muss das XHTMLFormat mit zusätzlichen XBRLEtiketten („Tags“) versehen sein. Durch diese Etikettierung sollen Angaben im Finanzbericht zukünftig strukturiert und maschinell auswertbar sein. Hierzu ist für die Etikettierung der IFRS ­ Konzern abschlüsse ein einheitliches Klassifikationsschema, die erweiterte IFRS ­Taxonomie der IFRS Foundation (sogenannte ESEFTaxonomie) anzuwenden. Ihr gegenwärtiger Stand ist dem RTS als sehr umfangreicher Anhang angefügt. Die Einbindung der XBRL­ Etiketten in das XHTMLDokument erfolgt durch Inline XBRL. Ersteller sind hierbei in den Finanzberichten nicht zur identischen Bezeichnung einzelner Posten mit der ESEF ­Taxonomie verpflichtet, sondern können bei gleicher Bedeutung die unternehmensspezifischen Bezeichnungen

Befasst sich insbesondere mit Rechnungs legungsberatung sowie der Unternehmensberichterstattung.

beibehalten. Da die XBRL­Taxonomie die Bezeichnung von Elementen in verschiedenen Sprachen in einer sogenannten label linkbase ermöglicht, können die Nutzer zukünftig IFRS ­ Konzernabschlüsse untereinander vergleichen, obwohl die Abschlüsse in verschiedenen Sprachen erstellt wurden. Die ESMA wird die XBRLTaxonomie als Datei kostenlos auf ihrer Internetseite bereitstellen.

– Ab dem 1. Januar 2020 müssen zunächst die primären Abschlussbestandteile (Bilanz, Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung und Kapitalflussrechnung) sowie bestimmte im RTS vorgegebene Basisunternehmensinformationen (zum Beispiel Name, Sitz, Rechtsform) mit entsprechenden Etikettierungen versehen werden.

– Nach einer Schonfrist bis zum 1. Januar 2022 weiten sich die Berichtspflichten auf den Anhang wesentlich aus. Damit werden sowohl Textblocks (zum Beispiel

Ralf Joedicke

Beschreibung der einzelnen Bilanzierungsmethoden) als auch Etiketten für die zahlreichen Betragsangaben (zum Beispiel Anlagenspiegel) vorgegeben. Zusätzlich können die Ersteller neben der Textblock­ Etikettierung im Rahmen der RTS auch eine feinere Granularität für die Etikettierung freiwillig anwenden.

– Die einzelnen Mitgliedsstaaten können den Anwendungskreis der XBRL­ Etikettierung über den IFRS ­ Konzernabschluss hinaus erweitern – in Deutschland beispielsweise auf den HGB ­ Einzelabschluss. Hierzu müssen die jeweiligen Mitgliedstaaten sicherstellen, dass eine geeignete Taxonomie verfügbar ist und von den Erstellern angewendet wird.

– Zusätzlich enthält der RTS eine Reihe von technischen Vorgaben zu XBRL sowie zu Validierungsregeln und Formaten.

Klassifikationsschema:

IFRS-Taxonomie

Bei Nutzung der IFRS ­Taxonomie entsteht aufgrund der Dynamik des Standardsetzungsprozesses des IASB regelmäßig die Notwendigkeit einer Fortentwicklung dieser Taxonomie. Im Laufe des Jahres veröffentlicht das IASB neue oder grundlegend überarbeitete Standards. Das neue IFRS Taxonomy Review Panel (ITRP) passt die Taxonomie zudem auf übliche Industriepraxis an. Jedes Jahr erstellt das IASB eine Sammlung der gesamten Anpassungen und veröffentlicht diese als sogenannte Annual IFRS Taxonomy. Im Dezember 2017 hat das IASB einen Leitfaden zur Nutzung der IFRS Taxonomy für Ersteller veröffentlicht. Im Arbeitsprogramm 2017–2020 hat sich das IASB das Thema „Bessere Kommunikation in der Finanzberichterstattung“ gesetzt. Die Einführung von EBIT­ Zwischensummen in der Gesamtergebnisrechnung, eine bessere Kommunikation von Eigen ­

kapitalpositionen (OCI) sind Beispiele für die Angabeninitiative und werden ergänzt durch das Projekt zu den Hauptbestandteilen des Abschlusses. Diese Themenstellungen haben unmittelbare Auswirkungen auf die Art und Weise der Finanzberichterstattung und damit auf die zukünftige ESEF ­Taxonomie. Die ESMA hat bereits mitgeteilt, dass die erwarteten häufigen Änderungen an der IFRS ­Taxonomie in der Regel ohne weitere öffentliche Anhörung in EU ­ Recht umgesetzt werden sollen.

Dateien für die Definition von Beziehungen (linkbase)

Die XBRL­Taxonomie der ESMA besteht neben dem TaxonomieSchema selbst zusätzlich aus einer Reihe von Dateien zur Definition von Beziehungen von TaxonomieElementen. Der RTS verlangt Dateien zur Definition der Hierarchie und Gruppierung zwischen den Elementen (presentation linkbase), eine Definition der arithmetischen Beziehungen zwischen den Elementen zur korrekten Kumulierung (calculation linkbase), eine Definition von Elemente ­ Definitionen und Beschreibungen gegebenenfalls in verschiedenen Sprachen (label linkbase) und eine Definition der Beziehungen zwischen den Elementen (definition linkbase). Diese Dateien dienen der Datenstrukturierung und Validierung und gewährleisten damit die gewünschte Vergleichbarkeit und Transparenz der Finanzberichte.

Unternehmensspezifische Erweiterungen der ESEF-Taxonomie Grundsätzlich müssen Ersteller bei der Etikettierung der Finanzinformationen auf das Element der ESEFTaxonomie zurückgreifen, das der Beschreibung der Finanzinformation am nächsten kommt. Falls in der ESEF ­Taxonomie mehrere Elemente anwendbar sind, ist das Element mit der engsten Definition zu wählen. Auf Basis der von der ESMA durchgeführten Feldversuche wurde

deutlich, dass Unternehmen für circa 15 Prozent der veröffentlichten Finanzinformationen keine Etikettierung anhand der bestehenden ESEFTaxonomie durchführen konnten. In diesem Fall erfolgt die Berücksichtigung unternehmensspezifischer Besonderheiten (entity specific disclosures) durch Erweiterungen der Taxonomie (extensions). Hierzu hat der RTS Vorgaben erstellt, die beispielsweise eine Verankerung (anchoring) mit der IFRS ­Taxonomie vorsehen. Damit folgt der technische Regulierungsstandard dem Konzept einer kontrollierten Erweiterung der Taxonomie. Bei der Verankerung hat der Ersteller Erweiterungen als Menge eines oder mehrerer bestehender Elemente der Taxonomie zu definieren und die Beziehungen zueinander in die definition linkbase sowie die Hierarchie in der presentation linkbase einzupflegen. Zwischensummen sind hierbei nicht als Erweiterung der Taxonomie aufzunehmen, sondern in der calculation linkbase abzubilden.

Beispielsweise veröffentlicht ein Unternehmen die Saldo ­ Eigenkapitalposition „Ausgegebene Aktien und Kapitalrücklage“, die in der IFRSTaxonomie nicht definiert ist. Allerdings existieren die beiden Unterpositionen „Ausgegebene Aktien“ und „Kapitalrücklage“ in der ESEF ­Taxonomie. In diesem Fall hat der Ersteller die unternehmensspezifische Oberposition entsprechend in der Taxonomie zu verankern. Sofern das Unternehmen detailliertere Unterpositionen veröffentlicht, die nicht in der Taxonomie enthalten sind (etwa die Unterpositionen „Bar­ Kapitalerhöhung“ und „Kapitalerhöhung durch Sacheinlage“ statt der in der Taxonomie vorhandenen Oberposition „Kapitalerhöhung“), hat der Ersteller die Taxonomie um unternehmensspezifische Unterpositionen zu erweitern und diese entsprechend mit der Oberposition zu verankern.

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HGB-Rechnungslegung

IDW RS HFA 31 n. F. Aktivierung von Herstellungskosten verabschiedet

Der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW hat am 27. Dezember 2017 bekannt gegeben, dass die Neufassung der IDW ­ Stellungnahme zum Rechnungslegungs Standard Aktivierung von Herstellungskosten (IDW RS HFA 31 n. F.) verabschiedet wurde.

Mit der Neufassung der Verlautbarung wird im Wesentlichen eine Angleichung an den Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 24 Immaterielle Vermögensgegenstände

im Konzernabschluss (DRS 24) vorgenommen. Danach können künftig Aufwendungen für Vorbereitungshandlungen, die vor dem Abschlussstichtag angefallen sind, aber mangels Konkretisierung des Vermögens gegenstands nicht aktivierbar waren, auch nicht mehr aus Vereinfachungs gründen in späteren Perioden (nach)aktiviert werden.

Die verpflichtende Anwendung gilt für Abschlüsse, deren Berichtsperiode nach dem 31. Dezember 2017

beginnt. Bis zum Erstanwendungszeitpunkt aktivierte Vermögensgegenstände dürfen weiterhin nach IDW RS HFA 31 a. F. bilanziert werden. Eine frühzeitige Anwendung der Neufassung ist zulässig, soweit diese vollständig beachtet wird.

Das IDW wird den IDW RS HFA 31 n. F. in Heft 02/2018 der Zeitschrift IDW Life veröffentlichen.

IDW RS HFA 11 n. F. Bilanzierung entgeltlich

erworbener Software beim Anwender verabschiedet

Der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW hat am 27. Dezember 2017 bekannt gegeben, dass die Neufassung der IDW ­ Stellungnahme zum Rechnungslegungs Standard Bilanzierung entgeltlich erworbener Software beim Anwender (IDW RS HFA 11 n. F.) verabschiedet wurde.

Mit der Neufassung der Verlautbarung wird im Wesentlichen eine Anpassung an den Deutschen Rechnungslegungs Standard Nr. 24 Immaterielle Vermögensgegenstände im

Konzernabschluss (DRS 24) vorgenommen. Danach wird sich künftig in Fällen der Modifikation von Software die bilanzielle Behandlung der dabei anfallenden Aufwendungen gemäß dem Grundsatz der Ansatzstetigkeit nach der Behandlung der Aufwendungen für die ursprüngliche Software bestimmen. Dies ist unabhängig davon, ob das wirtschaftliche Risiko einer erfolgreichen Realisierung der Erweiterungs ­ oder Verbesserungsmaßnahmen beim Softwareanwender oder einem Dritten liegt.

Die verpflichtende Anwendung gilt für Abschlüsse, deren Berichtsperiode nach dem 31.Dezember 2017 beginnt. Bis zum Erstanwendungszeitpunkt angeschaffte oder selbst geschaffene Software darf weiterhin nach IDW RS HFA 11 a. F. bilanziert werden. Eine frühzeitige Anwendung der Neufassung ist zulässig, soweit diese vollständig beachtet wird.

Die Veröffentlichung des IDW RS HFA 11 n. F. ist in Heft 02/2018 der Zeitschrift IDW Life vorgesehen.

IFRS-Rechnungslegung

Änderungen bei der Übertragung nichtfinanzieller Vermögenswerte auf einen Pensionsfonds im Sinne des IAS 19

Der Hauptfachausschuss (HFA) des IDW hat das zweite Modul der IDW ­ Stellungnahme zur Rechnungslegung IFRS ­ Modulverlautbarung (IDW RS HFA 50) verabschiedet. Das Modul IAS 19 ­ M2 thematisiert die bilanzielle und erfolgsrechnerische Abbildung von Übertragungen nichtfinanzieller Vermögenswerte auf einen Fonds im Sinne des IAS 19 mit anschließender Nutzungsüberlassung an das dotierende Unternehmen. Das Modul wurde in Heft 12/2017 der Zeitschrift IDW Life veröffentlicht und ersetzt mit Inkrafttreten von IFRS 16 Abschnitt 4.3.3 der IDW ­ Stellungnahme zur Rechnungslegung Einzelfragen zur Anwendung von IFRS (IDW RS HFA 2).

Übertragung nichtfinanzieller Vermögenswerte auf einen Fonds Das Modul IAS 19 ­ M2 behandelt die bilanzielle und erfolgsrechne rische Abbildung von Übertragungen nichtfinanzieller Vermögenswerte auf einen Fonds im Sinne von IAS 19.8 mit anschließender Nutzungsüberlassung an das Trä ger unternehmen. Konkret geht es demnach um Vermögenswerte, die die Kritierien an Planvermögen erfüllen und damit grundsätzlich mit einer bestehenden Pensionsverpflichtung zu saldieren sind, gleichzeitig jedoch weiterhin dem Unternehmen zur Nutzung überlassen werden sollen. Das IDW erörtert in IAS 19 ­ M2 die Frage, ob und inwieweit die Vorschriften zu Sale ­ and ­ Leaseback­Transaktionen nach IFRS 16 analog anwendbar sind und welche bilanziellen und erfolgsrechnerischen Konsequenzen sich gegebenenfalls ergeben.

Bei der Strukturierung dieser Art von Transaktionen überträgt ein Unternehmen typischerweise in einem ersten Schritt das rechtliche Eigen ­

tum an einem nichtfinanziellen Vermögenswert an einen Pensionsfonds oder eine ähnliche Einrichtung, deren Vermögenswerte aus Sicht des Unternehmens Planvermögenswerte im Sinne des IAS 19.8 sind. Die Übertragung kann als Veräußerung, sie kann aber auch als Dotierung in das Planvermögen ohne Gegenleistung erfolgen. Aufgrund der Bewertung von Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert werden bilanziell in beiden Fällen stille Reserven an den übertragenen Vermögenswerten gehoben.

In einem zweiten Schritt lässt sich das Unternehmen vielfach ein Nutzungsrecht einräumen. Häufig werden durch das Unternehmen selbstgenutzte Immobilien, aber gegebenenfalls auch Produktivvermögen in derartigen Strukturen gebunden. Allerdings ist die Vorgehensweise spätestens seit dem BilMoG rückläufig, da nach HGB eigengenutzte betriebsnotwendige Vermögenswerte nicht als Deckungsvermögen einzuordnen sind und damit handelsrechtlich keine Saldierung möglich ist.

Die bisherige Praxis nach IAS 17

Die dargestellten Transaktionen entsprechen grundsätzlich der Struktur einer Sale ­ and ­ Leaseback­Transaktion. Die aktuell anzuwendenden Regelungen des IDW RS HFA 2 a. F. verweisen bei Übertragungen nichtfinanzieller Vermögenswerte mit Nutzungsüberlassung auf eine analoge Bilanzierung von Sale ­ and ­ Leaseback­Transaktionen nach IAS 17. Für die Frage der Qualifikation von Vermögenswerten als Planvermögen ist nach IAS 17 zu unterscheiden, ob ein Finanzierungs ­ Leasingverhältnis (finance lease) oder ein OperatingLeasingverhältnis (operating lease)

vorliegt. Bei einem FinanzierungsLeasingverhältnis stellt die Forderung des Fonds gegenüber dem Unternehmen grundsätzlich Planvermögen dar, sofern die Anforderungen des IAS 19.8 auch im Hinblick auf die Forderung erfüllt sind. Bei einem Operating ­ Leasingverhältnis wird der Leasinggegenstand als Planvermögen behandelt. (IDW RS HFA 2 a. F., Tz. 85)

Wird das rechtliche Eigentum an einem nichtfinanziellen Vermögenswert vom Unternehmen auf den Fonds übertragen und gleichzeitig eine Nutzung durch das Unternehmen vereinbart, die als Finanzierungs ­ Leasing nach IAS 17 zu klassifizieren ist, lässt IAS 19 offen, ob der bisherige Buchwert des Leasinggegenstands an seinen beizulegenden Zeitwert anzupassen ist. Nach herrschender Meinung findet IAS 17.59 analog Anwendung. Demnach ist der bisherige Buchwert des Leasinggegenstands an seinen beizulegenden Zeitwert anzupassen und der Differenzbetrag, um den der beizulegende Zeitwert den bisherigen Buchwert übersteigt, abzugrenzen und über die Laufzeit des Leasingverhältnisses erfolgswirksam zu vereinnahmen (IDW RS HFA 2 a. F., Tz. 87).

Ist das fortgesetzte Nutzungsrecht des Unternehmens demgegenüber als Operating ­ Lease nach IAS 17 ausgestaltet, kann zum Zeitpunkt der Übertragung die gesamte Differenz zwischen beizulegendem Zeitwert und bisherigem Buchwert als funding gain im Übertragungszeitpunkt realisiert werden.

Die Möglichkeit der Realisierung dieser Differenz – im Zeitpunkt der Übertragung oder zeitlich über die

Nutzungsüberlassung gestreckt –war in der Vergangenheit bei Anwendung des IAS 17 vielfach ein Motiv für die Dotierung entsprechender Vermögenswerte: eine Option, die nach IFRS 16 künftig in dem Umfang nicht mehr möglich sein wird.

Änderungen durch die Neufassung des IFRS 16 Auch nach IFRS 16 ist die analoge Anwendung der Sale ­ and ­ Leaseback Regelungen des IFRS 16.100 nach Auffassung des HFA sachgerecht. Allerdings sind stille Reserven nach der Neureglung des Sale ­ and ­ Leaseback nach IFRS 16 nur insoweit aufzudecken und im Übertragungszeitpunkt erfolgswirksam zu vereinnahmen, als kein Nutzungsrecht vereinbart wird. Das bedeutet für die oben skizzierten Transaktionen, dass die Realisierung der durch den Einlagevorgang aufgedeckten stillen Reserven bei Vereinbarung eines Nutzungsrechts dauerhaft nur eingeschränkt zulässig ist. Dazu wird folgendes Beispiel angeführt:

Ein Unternehmen überträgt ein Gebäude auf einen Fonds im Sinne des IAS 19.8. Auf die Übertragung folgend wird ein Nutzungsrecht an dem Gebäude zugunsten des Unter­

nehmens vereinbart. Der beizulegende Zeitwert des Gebäudes wird mit 2.000 angenommen. Das Gebäude stand im Übertragungszeitpunkt mit 1.200 zu Buche. Aus dem Nutzungsrecht resultiert eine Leasingverbindlichkeit (Barwert der Leasingzahlungen) in Höhe von 1.500. Der Anteil des Buchwerts, der sich auf das verbleibende Nutzungsrecht bezieht, sei 900: Dieser Wert ergibt sich aus dem Verhältnis von Leasingverbindlichkeit zum beizulegenden Zeitwert des Gebäudes (1.500/2.000 = 75 Prozent), multipliziert mit dem bisherigen Buchwert (1.200). Im Übertragungszeitpunkt bucht das Unternehmen das Gebäude zum Buchwert aus und setzt gleichzeitig die Leasingverbindlichkeit von 1.500 an. Das vereinbarte Nutzungsrecht ist mit den 900 anzusetzen. Da das eingelegte Gebäude nunmehr als Planvermögen zum beizulegenden Zeitwert zu bewerten und gegen die Pensionsverpflichtung zu saldieren ist, werden die entsprechenden 2.000 (aktivisch) gegen die Pensionsverpflichtung gerechnet. Der resultierende Ertragssaldo in Höhe von 200 entspricht den stillen Reserven aus dem Abgang von 25 Prozent

des Gebäudes ohne Bezug zum vereinbarten Nutzungsrecht.

Demgegenüber wären nach den aktuell noch geltenden Regelungen des IAS 17 zum Zeitpunkt der Dotierung (unter der Annahme eines vereinbarten operating lease ) 800 zu realisieren. Im Vergleich wird damit nach IFRS 16 dauerhaft ein um 600 geringeres Dotierungsergebnis realisiert. Da die Klassifikation des Leasingverhältnisses nach IFRS 16 keine Rolle mehr spielt, wird der wie dargestellt ermittelte Ertrag nach IFRS 16 unmittelbar zum Zeitpunkt der Dotierung realisiert.

Erstmalige Anwendung Wie dargestellt wird sich die Möglichkeit zur Realisierung stiller Reserven mit dem Übergang auf IFRS 16 für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2019 beginnen, ändern. Die Anwendung erfolgt prospektiv, sodass Transaktionen vor dem 1. Januar 2019 weiterhin nach den dargestellten Grundsätzen des IAS 17 bilanziert werden können.

Die Anwendung erfolgt prospektiv, sodass Vorgänge, die vor dem 1. Januar 2019 getätigt sind, weiterhin Bestand haben.

IDW veröffentlicht den Modulentwurf IFRS 9-M1 zu IDW RS HFA 50

Das IDW hat den Modulentwurf IFRS 9 ­ M1 zur IDW ­ Stellungnahme zur Rechnungslegung IFRS ­ Modulverlautbarung (IDW RS HFA 50) veröffentlicht.

Der HFA des IDW hat am 14. Dezember 2017 den nun veröffentlichten Modulentwurf zur IFRS ­ Modulverlautbarung (IDW RS HFA 50) verabschiedet.

Dieser Entwurf befasst sich vor dem Hintergrund der Vorgaben des IFRS 9 zu Wertminderungen mit Kreditzusa ­

gen in Verträgen über die Lieferung von Gütern oder die Erbringung von Dienstleistungen. Konkret geht es um Verträge, die für das liefernde Unternehmen nicht nur eine Verpflichtung begründen, in der Zukunft Güter zu liefern oder Dienstleistungen zu erbringen, sondern zusätzlich auch den Kaufpreis zu vorab festgelegten Konditionen zu finanzieren. Bei solchen Verträgen kann es sich beispielsweise um Rahmenverträge mit Abnehmern von Gütern handeln, die die Gewährung eines Zahlungsziels vorsehen. Laut Entwurf stellen

solche Vereinbarungen grundsätzlich keine Finanzinstrumente dar und sind daher nicht im Anwendungsbereich des IFRS 9. Folglich sind auch für diese Art von Vereinbarungen für den Zeitraum zwischen der Zusage und der tatsächlichen Leistung keine Wertminderungen nach IFRS 9 zu erfassen.

Die Kommentierungsfrist endet am 26. Januar 2018.

Der Modulentwurf ist auf der Internetseite des IDW abrufbar.

IASB veröffentlicht Annual Improvements to IFRSs (2015–2017)

Das IASB hat am 12. Dezember 2017 die Annual Improvements to IFRSs (2015–2017) veröffentlicht.

Durch die Annual Improvements to IFRSs (2015–2017) wurden vier IFRSs geändert. Die Änderungen betreffen im Einzelnen:

– IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse

Erlangt ein Unternehmen Beherrschung über einen Geschäftsbetrieb, an dem es zuvor im Rahmen einer gemeinsamen Tätigkeit (joint operation) beteiligt war, sind die Grundsätze für sukzessive Unternehmenszusammenschlüsse anzuwenden. Der bislang vom Erwerber gehaltene Anteil ist demnach neu zu bewerten (IFRS 3.42A).

– IFRS 11 Gemeinsame Vereinbarungen

Erlangt eine Partei an einem Geschäftsbetrieb, an dem sie zuvor im Rahmen einer gemeinsamen Tätigkeit (joint operation) beteiligt war, gemeinschaftliche Führung (joint control), wird der bisher gehaltene Anteil nicht neu bewertet (IFRS 11.B33CA).

– IAS 12 Ertragsteuern

Alle ertragsteuerlichen Konsequenzen von Dividendenzahlungen sind in gleicher Weise zu berücksichtigen wie die Erträge, auf denen die Dividenden beruhen. Das heißt, sie sind im Gewinn oder Verlust zu erfassen, es sei denn, die Dividende beruht auf Erträgen, die direkt im sonstigen Ergebnis (other comprehensive income) oder sonstigen Eigenkapital erfasst wurden (IAS 12.57A).

– IAS 23 Fremdkapitalkosten

Bei der Bestimmung des Finanzierungskostensatzes, wenn ein Unternehmen allgemein Mittel für die Beschaffung von qualifizierenden Vermögenswerten aufgenommen hat, sind Kosten für Fremdkapital, das speziell im Zusammenhang mit der Beschaffung von qualifizierenden Vermögenswerten aufgenommen wurde, bis zu deren Fertigstellung nicht zu berücksichtigen (IAS 23.14).

Die Änderungen sind ab dem 1. Januar 2019 anzuwenden. Eine frühere Anwendung ist zulässig.

Die Pressemitteilung steht auf der Internetseite des IASB zur Verfügung.

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Veransta l tungen/ Veröffentlichungen

Seminare und Aktuelles zu den Veranstaltungen finden Sie hier. Auch Anmeldungen sind dort online möglich –schnell und unkompliziert.

An dieser Stelle informieren wir Sie regelmäßig über aktuelle KPMG ­ Publikationen auf dem Gebiet der handelsrechtlichen und internationalen Rechnungslegung.

Links zu nationalen KPMG-Veröffentlichungen:

Titel

Leases Neue Leasingbilanzierung setzt CFOs unter Zeitdruck

Leases Kognitive Vertragsdatenextraktion im Rahmen von IFRS 16 Leases

Financial Instruments

Auswirkungen des IFRS 9 auf Anhang angaben zu Finanzinstrumenten

Links zu internationalen KPMG-Veröffentlichungen:

IFRS – Leases

Leases Accounting for leases is changing –What’s the impact on Telcos?

Leases IFRS 16 Leases supplement – Guide to annual financial statements

IFRS – Revenue

Revenue IFRS 15 for automotive suppliers –Are you good to go?

IFRS – Disclosures

Financial Instruments Illustrative disclosures for investment funds – Guide to annual financial statements

IFRS – Banking

Financial Instruments Banks – IFRS 9 pre ­ transition disclosures – Guide to annual financial statements: Supplement

Sonstiges

IFRS vs. US-GAAP IFRS compared to US ­ GAAP

IFRS vs. US-GAAP Fair value measurement –US ­ GAAP and IFRS

Dieser Artikel aus dem KPMG Klardenker erklärt, wie CFOs die Umsetzung des IFRS 16 erfolgreich meistern können.

KPMG hat in Kooperation mit IBM eine Lösung auf Basis von IBM Watson entwickelt, mit deren Hilfe Leasingverträge im Rahmen von IFRS 16 automatisch verarbeitet werden können.

Neben umfassenden Änderungen in der Bilanzierung von Finanzinstrumenten erfordert IFRS 9 ebenso umfangreiche Änderungen der zugehörigen Anhangangaben.

Dieser Artikel erläutert die Auswirkungen des IFRS 16 auf Telekommunikationsunternehmen.

Dieses Dokument erläutert die Angabepflichten des IFRS 16.

Dieser Leitfaden informiert über die wichtigsten Punkte, die von Automobilzulieferern bei der Implementierung von IFRS 15 beachtet werden müssen.

In diesem Dokument wird der Jahresabschluss eines fiktiven Investmentfonds dargestellt.

Dieser Leitfaden zeigt, wie die möglichen Auswir kungen des IFRS 9 im Jahresabschluss einer Bank für das Jahr 2017 formuliert werden könnten.

In diesem jährlich erscheinenden Werk werden die Hauptunterschiede zwischen den IFRS und den USGAAP dargestellt.

Es werden die Unterschiede bei der Ermittlung des Fair Value nach den IFRS und den US ­ GAAP erläutert.

5 Ansprechpartner

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