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GMS Newsletter Juli

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Global Mobility Services Newsletter

Aktuelle Themen und Fragestellungen rund um den internationalen Mitarbeitereinsatz

Juli 2017

Thought provoking questions Auch in dieser Ausgabe unseres Newsletters möchten wir Sie wieder mit zwei Fragen nachdenklich machen. Was sind Ihre Antworten?

- Welche Szenarien werden in Ihrem Unternehmen für den Brexit durchgespielt?

- Wie werden sich die einzelnen Szenarien auf Ihre internationalen Mitarbeitereinsätze auswirken?

Treten Sie gerne hierzu mit uns in Kontakt: de-GMS-contact@kpmg.com

Risiko der (Doppel-) Besteuerung von Vergütungen für die Geschäftsleitung nach dem DBA Niederlande

Zum 1. Januar 2016 ist das neue DBA Niederlande in Kraft getreten. Artikel 15 regelt die Besteuerung von Aufsichtsrats- oder Verwaltungsratsvergütungen. Abweichend zum alten DBA Niederlande umfasst der Artikel 15 in dem neuen DBA auch geschäftsleitende Tätigkeiten. In dem genannten Artikel wurde ein Absatz 2 eingefügt. Danach umfasst der Ausdruck „Mitglied des Aufsichts- oder Verwaltungsrats“ sowohl die mit der allgemeinen Geschäftsleitung der Gesell-

schaft als auch mit deren Aufsicht beauftragte Personen. Somit wird die allgemeine Geschäftsleitung ausdrücklich unter diesen Abkommensartikel gefasst. Artikel 15 DBA Niederlande erfasst nunmehr die Vergütungen des Aufsichts- und Verwaltungsrates (Überwachung) sowie des Geschäftsführers oder Vorstands (Geschäftsführung)

Noch nicht abschließend geklärt ist jedoch die Bedeutung des Begriffes „allgemeine Geschäftsleitung der Gesellschaft“. Das DBA Niederlande sieht eine Definition des Begriffes nicht vor. Einheitliche, jedoch im Abkommen nicht definierte Begriffe, sind durch Rückgriff auf das nationale Recht auszulegen.

Die niederländische Rechtsauffassung ist relativ eindeutig. Danach sind mit dem Begriff „allgemeine Geschäftsleitung“ solche Personen gemeint, die formal zum Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft bestellt wurden. Gemeint sind also aus niederländischer Sicht der Vorstand beziehungsweise die Geschäftsführer einer Kapitalgesellschaft.

Inhalt

Thought provoking questions

Risiko der (Doppel-) Besteuerung von Vergütungen für die Geschäftsleitung nach dem DBA Niederlande Wohnsitzfragen bleiben weiterhin umstritten

Überarbeitetes Merkblatt zum internationalen Verständigungsverfahren veröffentlicht (BMF-Schreiben vom 5. April 2017)

Mitnahmepflicht von A1-Bescheinigungen für Mitarbeiter von Speditionen und Reiseunternehmen bei Beschäftigung in Österreich und Frankreich

Internationaler Business Knigge: Uruguay, Südafrika, Mongolei, Oman Geschäftlich am anderen Ende der Welt? Worauf es ankommt, verrät unser Business Guide Veranstaltungen

In den deutschen Steuergesetzen existiert der Begriff „allgemeine Geschäftsleitung“ nicht. Die Geschäftsleitung obliegt unzweifelhaft den Organen einer Kapitalgesellschaft Allerdings können auch Bevollmächtigte bestimmte Geschäftsleitungsaufgaben übernehm en Wie sollen der handelsrechtlich bestellte Prokurist, Generalbevollmächtigte oder der faktische Geschäftsführer als denkbar handelnde Personen beurteilt werden? Unter den Anwendungsbereich der beschränkten Steuerpflicht in Deutschland fallen nach dem Einkommensteuergesetz (EStG) Geschäftsführer, Vorstandsmitglieder und Prokuristen einer Gesellschaft mit Geschäftsleitung im Inland. Dies könnte aus deutscher Sicht zumindest für die Einbeziehung von Prokuristen als zur allgemeinen Geschäftsleitung befugte Personen sprechen.

Eine unterschiedliche Definition aus Sicht des jeweiligen nationalen Rechts kann zu einer Doppelbesteuerung führen. Beispiel: Deutschland fasst einen Prokuristen einer deutschen Kapitalgesellschaft, der in den Niederlanden arbeitet, unter Art. 15 DBA Niederlande. Wenn die Niederlande diesen hingegen unter Art. 14 des DBA Niederlande fassen (Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit), würde daraus eine Doppelbesteuerung resultieren.

Bei Gesellschaften mit vielen Prokuristen ist Vorsicht geboten Es bleibt abzuwarten, wie der neue Artikel 15 des DBA Niederlande auszulegen ist. Bei einer abkommensautonomen Auslegung wäre der gemeinsame Begriffsinhalt zu suchen. Dann spricht viel dafür, dass nur die Organe von Kapitalgesellschaften unter Artikel 15 des DBA Niederlande zu fassen sind. Eine entsprechende Erklärung beider Vertragsstaaten existiert jedoch

nicht Vorbeugend könnten Prokuren vermieden und stattdessen Geschäftsführer eingetragen werden. So ließen sich Qualifikationskonflikte vermeiden.

Fazit

Wie viele andere DBA hält auch das neue DBA Niederlande potenzielle Doppelbesteuerungskonflikte bereit. Unterschiedliche Auslegungen und Qualifikationskonflikte erschweren den Steuerpflichtigen die zuverlässige Planung. Wir empfehlen die Prüfung bestehender und zukünftig geplanter Strukturen vor diesem Hintergrund. Auslandseinsätze bleiben beratungsintensiv.

Wohnsitzfragen bleiben weiterhin umstritten

Unter welchen Voraussetzungen liegt bei einer Auslandsentsendung ein Wohnsitz vor, der zur unbeschränkten Einkommensteuerpflicht in Deutschland führt?

Oft wird das von einem Arbeitnehmer und seiner Familie selbst bewohnte Einfamilienhaus während der Entsendung ins Ausland unverändert und bewohnbar bereitgehalten. Nach dem Ende der Entsendung wird es dann wie zuvor bewohnt. Nun stellt sich die Frage, ob auch während der Entsendung ein deutscher Wohnsitz vorliegt.

In einer aktuellen Entscheidung des Finanzgerichts Niedersachsen vom 17. Januar 2017 (8 K 50/16) zum Anspruch auf Kindergeld wurde ein solcher Sachverhalt beurteilt. Allerdings wurde das während der Entsendung ins Ausland für eigene Wohnzwecke in Deutschland bereitgehaltene Einfamilienhaus überhaupt nicht genutzt. Das Finanzgericht bezog sich auf die BFH-Entscheidungen vom 12. Januar 2001 und 5. Januar 2012 (VI R 64/98 und III B 42/11). Es

urteilte, dass die Wohnung mit einer gewissen Regelmäßigkeit – gegebenenfalls auch in größeren Zeitabständen – tatsächlich durch den Steuerpflichtigen genutzt werden muss. Im Entscheidungsfall wurde das Einfamilienhaus jedoch gar nicht genutzt. Deswegen wurde ein inländischer Wohnsitz verneint. Die unbeschränkte Steuerpflicht und damit der Anspruch auf Kindergeld waren somit nicht gegeben. Auch weist das Finanzgericht darauf hin, dass kurzfristige Inlandsaufenthalte beispielsweise zu Urlaubszwecken nicht ausreichen, um einen inländischen Wohnsitz aufrecht zu erhalten.

Eine Besonderheit im entschiedenen Fall war, dass die Steuerpflichtigen auch familiäre Bindungen im Entsendeland hatten. Daher ist fraglich, ob das Urteil einer Verallgemeinerung zugänglich ist. Wie immer sind die Details des Einzelfalles ausschlaggebend.

Die Revision gegen dieses Urteil wurde zwar wegen der grundsätzlichen Bedeutung der Rechtsfrage zugelassen. Der BFH wird jedoch nicht Gelegenheit haben, hierzu Stellung zu nehmen, da keine Revision gegen das Urteil eingelegt wurde.

Fazit

Die Wohnsitzfrage ist zentral für die Bestimmung des Umfanges der Besteuerung in Deutschland. Sie bleibt spannend. Auch für die richtige Anwendung der DBA ist es zentral, ob jemand der unbeschränkten Steuerpflicht in Deutschland unterliegt. Im Zweifelsfall sollte die Beratung eines erfahrenen Spezialisten in Anspruch genommen werden.

Überarbeitetes Merkblatt zum internationalen Verständigungsverfahren veröffentlicht (BMF-Schreiben vom 5. April 2017)

Bei international mobilen Arbeitnehmern kann es trotz bestehender Abkommen zur Vermeidung einer Doppelbesteuerung zur abkommenswidrigen Doppelbesteuerung kommen. Ist dies der Fall, kann der Steuerpflichtige ein Verständigungsverfahren beantragen. Dieses wird auf deutscher Seite vom Bundeszentralamt für Steuern durchgeführt.

Das Verständigungsverfahren ist ein zwischenstaatliches Verfahren, das die übereinstimmende Anwendung der Doppelbesteuerungsabkommen bezweckt. Rechtsgrundlagen für diese Verfahren sind die Verständigungsklauseln der Doppelbesteuerungsabkommen. Diese Klauseln erlauben es den jeweilig zuständigen Länderbehörden unmittelbar miteinander zu verkehren, um eine Einzelfallregelung zu treffen.

Interessant bei diesen Verständigungsverfahren ist, dass nicht der Steuerpflichtige selbst als Partei am Verfahren teilnimm t. Vielmehr sind nur die beiden besteuernden DBA-Staaten Vertragsparteien. Der betroffene Steuerpflichtige ist jedoch über den Verfahrensfortschritt zu informieren.

Elf Jahre sind seit der Veröffentlichung des ursprünglichen Schreibens des Bundesfinanzministeriums vergangen. Nunmehr wurden die Grundsätze zum internationalen Verständigungsund Schiedsverfahren überarbeitet.

Neugefasst wurde in dem Zusammenhang die Regelung zum Verzicht auf die Durchführung eines Schiedsverfahrens. Dem

Steuerpflichtigen wird zunächst ein gesetzlich verankertes Recht auf Zugang zum Verfahren zugestanden. Dieses Recht darf von der Finanzverwaltung nicht behindert werden.

In Fällen, bei denen die genauen Umstände des Falles schwierig zu ermitteln sind, kann eine tatsächliche Verständigung über den zugrunde liegenden Sachverhalt in Frage kommen. Dabei ist zu beachten, dass es in einem Verständigungsverfahren regelmäßig nicht mehr möglich ist, den Sachverhalt beweissicher festzustellen. Eine Einbeziehung des Sachverhalts der tatsächlichen Verständigung in das spätere Verfahren ist damit laut Bundesfinanzministerium nicht sachgerecht. Daher soll bereits der Abschluss einer vom Steuerpflichtigen beantragten tatsächlichen Verständigung davon abhängig gemacht werden, dass der Steuerpflichtige auf eine Einbeziehung verzichtet.

Sofern bereits der Verzicht auf Durchführung eines Schiedsverfahrens erklärt wurde, gilt Folgendes: Die deutsche Finanzverwaltung stimmt zwar der Eröffnung eines Verständigungsverfahrens zu. Sie wird jedoch keine Abweichung von der in einer tatsächlichen Verständigung geregelten Sachverhaltsfestlegung akzeptieren. Begründet wird dies mit der Bindungswirkung, die bei einer tatsächlichen Verständigung aus dem Rechtsgrundsatz von Treu und Glauben abgeleitet wird. Bei ausbleibender Einigung im Verständigungsverfahren wird in solchen Fällen die deutsche Finanzverwaltung kein Schiedsverfahren führen.

In der Praxis der internationalen Arbeitnehmerbesteuerung führen Verständigungsverfahren eher ein Nischendasein. Dies liegt auch an der langen Verfah-

rensdauer und der meist geringen Beträge, um die gestritten wird.

Fazit

Die abkommenswidrige Doppelbesteuerung ist im Einzelfall nicht immer vermeidbar. Zur Lösung sehen die DBA Verständigungsvereinbarungen und Schiedsverfahren vor. Diese werden nur selten genutzt.

Mitnahmepflicht von A1-Bescheinigungen für Mitarbeiter von Speditionen und Reiseunternehmen bei Beschäftigung in Österreich und Frankreich Erbringen Arbeitnehmer zeitweise eine Arbeitsleistung in einem anderen EU-/EWR-Mitgliedstaat (nachfolgend: Mitgliedstaat) oder der Schweiz, bleiben sie unter bestimmten Voraussetzungen in Deutschland sozialversichert. Der Verbleib im deutschen Sicherungssystem muss durch Vorlage einer A1-Bescheinigung nachgewiesen werden (vergleiche Art. 15 und 16 DurchführungsVO -EG987/2009). Die Überwachung dieser Nachweispflicht ist durch Gesetzgebung in Österreich und Frankreich konkretisiert worden.

Österreich

Am 1. Januar 2017 ist das Gesetz zur Bekämpfung von Lohnund Sozialdumping in Kraft getreten. Das Gesetz gilt für Entsendungen nach Österreich zur Erbringung von Transportleistungen. Als Transportbereich wird sowohl die Personen- als auch die Güterbeförderung verstanden. Von diesem Begriffsverständnis ist auch der touristische Personentransport (Busse, Schiffe) umfasst. Auf dieser Grundlage werden seit Jahresbeginn verstärkt Kontrollen durchgeführt, in deren Rahmen auch die Vorlage der A1-Bescheinigungen gefordert wird. Sofern die A1-Bescheinigung

nicht vor Beschäftigungsaufnahme erhältlich war, muss ein Nachweis über die Beantragung beim zuständigen Versicherungsträger vorgelegt werden. Außerdem muss nachgewiesen werden, dass der Arbeitnehmer zum deutschen Versicherungssystem angemeldet ist

Frankreich

Am 1. April 2017 ist das Gesetz zur Finanzierung der Sozialen Sicherheit in Kraft getreten. Gilt für einen in Frankreich eingesetzten Arbeitnehmer das Sozialversicherungsrecht eines anderen Mitgliedstaats, muss eine A1-Bescheinigung vorgelegt werden. Ein Verstoß gegen die Vorlagepflicht kann mit einer Geldstrafe geahndet werden. Von einer Geldstrafe wird abgesehen, wenn die entsprechende Antragstellung nachgewiesen werden kann.

Fazit

Verstärkte Kontrollen sollen die Einhaltung der Sozialversicherungsvorschriften erzwingen. Es muss darauf geachtet werden, dass die Versicherungszugehörigkeit eines Mitarbeiters rechtzeitig geklärt ist. Rechtzeitig heißt vor Beginn der Auslandsbeschäftigung. Eine Herausforderung für in Deutschland ansässige Unternehmen ist die Unterscheidung zwischen einer Entsendung und einer gewöhnlichen Beschäftigung in mehreren Mitgliedstaaten. Dies ist entscheidend dafür, ob sich der Arbeitgeber an die Krankenkasse oder den GKV-Spitzenverband/DVKA wenden muss. Eine pauschale Aussage zur Unterscheidung ist aber nicht möglich. Dazu bedarf es einer Gesamtbewertung auf der Basis der individuellen Umstände des Einzelfalls. Unterstützung bei der sozialversicherungsrechtlichen Prüfung erhalten Sie dabei von unseren Spezialisten.

Internationaler Business

Knigge: Uruguay, Südafrika, Mongolei, Oman Geschäftlich am anderen Ende der Welt? Worauf es ankommt, verrät unser Business Guide

Was zieht man an zum Geschäftstermin in den USA? Wie funktioniert Small-Talk in China? Und was sind die größten Fehler, die man beim Restaurantbesuch m it Geschäftspartnern in Frankreich unbedingt vermeiden sollte? Kein Problem, denn an Ratgebern zum richtigen Verhalten in den etablierten Ländern herrscht kein Mangel.

Wie aber sieht es aus, wenn man vom Arbeitgeber in exotischere Regionen der Welt geschickt wird? Am richtigen Verhalten entscheidet sich regelmäßig auch in solchen Ländern der geschäftliche Erfolg fern der Heimat. Dabei geht es um Sitten und Gebräuche, die in vielen Fällen aus den Lebensumständen in den jeweiligen Ländern entstanden sind. Aber auch Fragen der gesellschaftlichen Hierarchie spielen eine Rolle. Wenigstens dann, wenn sie festlegen, in welcher Reihenfolge Gesprächs- und Geschäftspartner zu begrüßen sind – und welche Fettnäpfchen dabei drohen.

Immer wichtiger wird für Geschäftsreisende auch die Frage nach der Risikobereitschaft der Business Community ihres Reiselandes. Wo in dem einen Land jede strategische Neuausrichtung freudig begrüßt wird, mag Ihr Geschäftspartner anderen Ortes bedeutend zurückhaltender agieren.

Der GMS Newsletter klärt auf. Teil zwei einer unregelmäßigen Serie zum Business im Ausland.

Uruguay, knapp 3,3 Millionen Einwohner, BIP rund 54 Milliarden US-Dollar

Uruguay ist das kleinste spanischsprachige Land Lateinamerikas. Es hatte in den vergangenen Jahren m eist einen höheren Lebensstandard als seine Nachbarländer. Uruguays Vergangenheit als Steueroase für OffshoreBanking („Die Schweiz Lateinamerikas“) dürfte allerdings in nächster Zeit beendet sein. Auch Uruguay hat angekündigt, die OECD-Standards zur Bekäm pfung grenzüberschreitender Steuerhinterziehung anzuwenden.

Die Begrüßung ist in Uruguay eher formal: Man gibt sich die Hand. Kennt man sich länger, darf es bei Männern auch mal eine Umarmung mit Schulterklopfen sein. Frauen geben sich ein Küsschen auf die rechte Wange. Gut beraten ist, wer bei der Anrede den Titel seines Gegenübers kennt – und nennt. Auch hier der Schwenk ins Private: Kennt man sich länger, wechselt man zum Vornamen. Sonst lieber nicht.

Der Austausch von Visitenkarten findet statt ohne besonderes Ritual. Viele Menschen in Uruguay sprechen eher weniger als mehr Englisch. Es empfiehlt sich eine doppelte Beschriftung der Karten, das heißt auch in spanischer Sprache.

Die unternehmerische Risikobereitschaft ist in Uruguay eher gering vorhanden. Im Zweifelsfall wird eher in traditionellen Bahnen gedacht, als dass neue Risiken eingegangen werden. Außerdem zählen in dem kleinsten Land Südamerikas persönliche Beziehungen und Kontakte stärker als in anderen Ländern. Können Sie auf Empfehlungen von Bekannten Ihres potenziel-

len Geschäftspartners verweisen, haben Sie sich oft sein Wohlwollen schon gesichert

Bei der Kommunikation gilt in Uruguay, was in ähnlicher Form für viele lateinamerikanische Länder gilt: Ein respektvolles Miteinander zählt im Zweifelsfall mehr als eine harte Aussage. Gut möglich, dass Sie eher eine ausweichende Antwort bekommen als eine, die Sie enttäuschen könnte.

Besser nicht: Wer gähnt, zeigt Langeweile. Immer. Lassen Sie das also lieber. Ausschlafen!

Südafrika, rund 54 Millionen Einwohner, BIP knapp 295 Milliarden US-Dollar Einst ein Agrarland, zählt Südafrika mittlerweile zu einer der am stärksten entwickelten Volkswirtschaften Afrikas. Eine Stärke, die auch auf Rohstoffvorkommen wie Gold, Diamanten und Kohle basiert.

Bei der Begrüßung spielt häufig eine Rolle, in welchem Landesteil und bei welcher Ethnie man sich befindet. Mit einem einfachen Händedruck sind Sie meist auf der sicheren Seite. Außerdem gilt, je länger man sich kennt, desto herzlicher fällt die Begrüßung aus.

Aus Ihrem Umgang mit den Visitenkarten Ihrer Gesprächspartner schließen diese auf den zu erwartenden Umgang mit Ihnen als Mensch. Also schreiben Sie lieber keine Notizen auf die Karten, während Ihr Gesprächspartner noch in der Nähe ist. Und stecken Sie die Karten nicht achtlos ins Etui, ohne wenigstens einen kurzen Blick darauf geworfen zu haben.

Die Risikotoleranz in Südafrika ist mittelmäßig ausgeprägt. Egal, mit wem Sie verhandeln: Haben Sie immer Dokumente dabei, die

frühere Erfolge in ähnlicher Sache belegen. Beim Verhandeln mit jüngeren Geschäftspartnern lässt sich in letzter Zeit ein Wandel beobachten: Entscheidungen werden stärker im Team getroffen. Das hat zwei Effekte: Zum einen fällt ein mögliches Scheitern nicht direkt auf einen einzelnen Entscheider zurück. Zum anderen steigt damit auch die Bereitschaft, etwas zu wagen.

Die Kommunikation unterscheidet sich mitunter deutlich zwischen den Ethnien. Was alle eint: Der Ton ist eher freundlich als direkt, andere zu unterbrechen gilt immer als schlechter Stil, Körpersprache und non-verbale Kommunikation ist wichtig.

Besser nicht: Sprechen Sie nicht mit Händen in der Hosentasche. Und sprechen Sie nicht über Rassentrennung und weiterhin bestehende soziale Probleme.

Mongolei, rund drei Millionen Einwohner, BIP gut 11 Milliarden US-Dollar

Die Mongolei ist riesig – fast viermal so groß wie Deutschland. Und extrem dünn besiedelt: Nur gut drei Millionen Menschen leben in dem agrarisch geprägten zweitgrößten Binnenstaat der Welt.

Senken Sie den Kopf und geben Sie Ihrem Gesprächspartner zur Begrüßung die Hand. Das reicht. Niemand erwartet von Ihnen, dass Sie dabei lächeln. Wenn Sie neu in eine Gruppe kommen, fangen Sie mit der Begrüßung an. Die Wahrscheinlichkeit, dass jemand anders es tut, ist eher gering. Sie sind eine Frau? Dann sagen Sie „Sain bainuu?“ (Wie geht’s?) oder antworten “Sain!” (Gut!).

Überreichen Sie Ihre Visitenkarte immer mit beiden Händen und immer zuerst dem Ältesten

in der Gruppe. Bekommen Sie eine Karte überreicht, dann studieren Sie sie für einige Sekunden, bevor Sie sie ins Etui stecken.

Die Mongolei ist ein sehr hierarchisches Land mit klaren Strukturen. Entscheidungen werden oben getroffen. Die Risikobereitschaft ist weiter unten also praktisch nicht vorhanden. Zusätzlich ist das Land sehr bürokratisch. Bringen Sie also Zeit mit.

Achten Sie bei der Kommunikation darauf, nicht mit der Tür ins Haus zu fallen. Smalltalk ist wichtig, wer auf ihn verzichtet, ist bestenfalls unhöflich. Erreichen werden Sie ohne ihn nichts. Auch ein direkter Kommunikationsstil wird als unangemessen empfunden. Nehmen Sie sich Zeit

Besser nicht: Benutzen Sie keine rote Tinte in Ihrem Stift. Rot ist den wichtigsten Menschen und Dingen im Leben vorbehalten. Und bitte eines besonders beachten: Pfeifen Sie nicht in geschlossenen Räumen. Sie könnten nach altem Glauben einen Wirbelsturm heraufbeschwören.

Oman, knapp 4,4 Millionen Einwohner, BIP gut 63 Milliarden US-Dollar Oman ist eines der am dünnsten besiedelten Länder der Welt. Der Wandel vom Agrar- zum Erdöl-Export-Land hat auch zum Entstehen einer gut ausgebildeten Mittelschicht geführt. Regiert wird das Land als absolutistische Monarchie.

Begrüßungen sind wichtig im Oman. Freuen Sie sich, Ihren Gesprächspartner zu begrüßen. Lächeln Sie und halten Sie Augenkontakt. Sie wollen einen Schritt weiter gehen? Dann legen Sie Ihre rechte Hand nach

dem Händeschütteln kurz auf Ihr Herz. Mehr Respekt geht nicht. Das patriarchale System sieht dieses Zeremoniell allerdings in den meisten Fällen nur für Männer vor. Frauen hingegen schütteln manche Männer im Oman nicht einmal die Hand.

Nehmen Sie ruhig ausreichend Visitenkarten mit. Zur guten Sitte gehört es, sie möglichst großflächig zu verteilen. Dazu empfiehlt es sich eine Seite der Karte in arabische Schrift übersetzen zu lassen und genau mit dieser Seite die Karte ihrem Gesprächspartner zu überreichen.

Die Risikobereitschaft ist im Oman mittelmäßig ausgeprägt. Darin spiegeln sich auch die Veränderungen der letzten Jahrzehnte, die dem Land große wirtschaftliche Vorteile gebracht haben. Auf der anderen Seite werden Änderungsvorschläge auch immer dahingehend betrachtet, wie stark sie die Sozialstruktur des Landes verändern würden.

Die Kommunikation mag mitunter als etwas sehr direkt empfunden werden. Fragen, die anderswo als zu intim empfunden würden, werden hier mit großer Selbstverständlichkeit gestellt. Man will sich halt kennenlernen. Achten Sie darauf, dass Sie dem Gruppenältesten stets besonders zuvorkommend begegnen.

Das Land ist hierarchisch geprägt und stark in strukturellem Denken verhaftet.

Besser nicht: Essen Sie nicht im Gehen. Sagen Sie nichts gegen den Sultan.

Veranstaltungen

Gerne weisen wir Sie noch auf themenbezogene Veranstaltungen der KPMG AG Wirtschaftsprüfungsgesellschaft hin.

Einen aktuellen Überblick über weitere Seminare und Veranstaltungen erhalten Sie hier

Auf Kurs mit den Steuerexperten von KPMG

Die aktuellen Veränderungen des Steuerrechts stets im Blick zu behalten, stellt Unternehmen vor große Herausforderungen, insbesondere in Zeiten zunehmend globaler Geschäftsaktivitäten. Mit unseren Kursangeboten möchten wir Sie bestmöglich auf die zukünftigen Herausforderungen in allen Steuerbereichen vorbereiten.

https://home.kpmg.com/de/de/home/services/tax/tax-kurse.html

Schauen Sie auch gerne unter folgendem Link in unser Angebot und informieren sich über unsere Auswahl aktueller steuerlicher Themen (Inhouse-Kurs-Module): https://home.kpmg.com/content/dam/kpmg/de/pdf/Themen/2017/170619_Inhouse_Schulungen_Formular.pdf

Digital Labour – Die Zukunft der Arbeit und wie Sie Transformation meistern

Donnerstag, 23. November 2017 ab 9:30 Uhr im „Alten Kesselhaus“ Areal Böhler in Düsseldorf

Inhalt

Die vierte industrielle Revolution ist in allen Branchen im vollen Gange. Jobs, die noch vor kurzer Zeit als nicht automatisierbar galten, können schon heute mithilfe von Robotics-Anwendungen bis hin zu künstlicher Intelligenz erledigt werden. Das Tempo, in dem sich die Arbeitswelt verändert, sorgt bei vielen für Verunsicherung.

Wie können Unternehmen die Chancen der Automatisierung im Backoffice nutzen? Welche Risiken sind zu vermeiden? Experten und Visionäre geben Einblicke in Technologien und Trends, die die Arbeitswelt in den nächsten Jahren transformieren werden. Unter anderem bieten eine Panel-Diskussion sowie ein interaktiver Marktplatz mit unseren Technologiepartnern über 150 Teilnehmern einen Tag lang die Chance, Digital Labour zu erleben und zu begreifen.

Das Event richtet sich branchenübergreifend an: CFOs, Personal-, Steuer-, Rechnungswesen-, Einkaufs-, Vertriebsleitungen sowie an Abteilungsleiter mit Automatisierungsherausforderungen. Der Blick geht in die Zukunft. Mit dem Symposium positionieren wir KPMG als Vordenker und Experte. Wir bieten konkrete Lösungen für die Fragen der Arbeitswelt von morgen

Ansprechpartner

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Global Mobility Services

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München

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Global Mobility Services

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Herausgeber

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Redaktion

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