
August 2022
Liebe Leserin, lieber Leser,
Die letzten Monate haben sich in China nach den massiven Covid Lockdowns weitgehendst wieder normalisiert. Aber die Null-Corona Strategie beeinflusst immer noch die Wirtschaftskraft, Lieferketten und auch die Kauffreude der Verbraucher. Es macht sich aber wieder eine positive Stimmung und Hoffnung breit, auch dank teilweise Quarantäne- und Visaerleichterungen für China-Reisende.
Für viele Unternehmen führten die letzten Entwicklungen zu einem Weckruf einen verstärkten Blick auf ihre China Aktivitäten zu werfen. Berichte der deutschen und europäischen Kammer zeigen eine zunehmende Skepsis und Investitionszurückhaltung. Auch die Bundesregierung wird, federführend durch das Außenministerium, ihre neue China-Politik bis Anfang nächsten Jahres erarbeitet haben. In Anbetracht der in der jüngsten Vergangenheit identifizierten Verletzlichkeit und Erpressbarkeit durch einzelne Länder, insbesondere Russland, scheint eine Zeit angebrochen zu sein, in der auch ausländische Unternehmen in China ihre Strategie und Abhängigkeiten unter die Lupe nehmen. Dabei sollte es nicht darum gehen, ob man noch Geschäft oder Verbindungen in China unterhält, sondern einen Plan B und ggf. einen Notgroschen für bestimmte Szenarien in der Schublade zu haben. Dabei bedarf es die Abhängigkeiten in Bezug auf Export, Produktion, Absatz lokaler Produkte, Beschaffung sowie Forschung und Entwicklung im Detail zu analysieren. Ein jüngst viel zitierter Trend zur Minderung der Abhängigkeiten ist die Diversifizierung, also die Expansion in andere Märkte. Der chinesische Markt lässt sich allerdings weder kurz- noch mittelfristig ersetzen. In eigener Sache möchten wir in dem Zusammenhang auch gerne auf unsere Homepage zum Thema Auswirkungen von Geopolitik und Decoupling hinweisen.
Zur Einschätzung der Risiken und der Entwicklung einer modifizierten Aufstellung ist ChinaKompetenz und -Expertise gefragt, die in Angesicht der mehr und mehr aus China flüchtenden Expats und der praktisch zum Erliegen gekommenen Geschäftsreisen nach China weiter schwindet. Bislang hat man sich in Europa zu wenig mit den Motiven und Zielen der chinesischen Regierung, der kommunistischen Partei und des „systemischen Rivalen“ beschäftigt. Ganz im Gegensatz zu China, die sich schon seit langer Zeit unabhängig machen wollen und Ihre Partner im Ausland genau analysiert haben.
Wir hoffen auch mit diesem Newsletter wieder zur Informationsgewinnung, Versachlichung und besseren Entscheidungsfindung beizutragen und wünschen Ihnen eine interessante Lektüre und ggf. eine gute Erholung im Urlaub!
Ihre Ansprechpersonen

Jack Cheung
Leiter der Country Practice China, KPMG Deutschland
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Andreas Feege Head of German Practice, KPMG China
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