

Gesundheitsbarometer
Schwerpunktthema: Private Equity und Finanzierung

Das Fachmagazin für die Gesundheitswirtschaft Ausgabe 46 | 17. Jahrgang
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Gemeinsam: Transparenz gewährleisten
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Finanzierung: Nachhaltig sichern
Qualität: Sicherstellen
Das Gesundheitsbarometer
Mit dem KPMG Gesundheitsbarometer, unserem großen Fachmagazin, fördern wir seit siebzehn Jahren regelmäßig den fachlichen Austausch in der spannenden und komplexen Gesundheitswirtschaft. Dabei konnten wir bereits zahlreiche impulsgebende Perspektiven hochkarätiger Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik und Forschung kennenlernen.
Wir erreichen rund 9.000 Führungskräfte und Interessierte aus den Bereichen Krankenhaus, Sozialversicherungsträger, Pflegeeinrichtungen, Rehabilitation und (Gesundheits-)Politik sowie Medizintechnik, pharmazeutische Industrie und Biotechnologie.
Über diese Ausgabe
Die Finanzierung im deutschen Gesundheitswesen stellt bereits seit Jahren eine erhebliche Herausforderung dar und die Lage wird durch aktuelle politische sowie makroökonomische Einflüsse weiter verschärft. Während im Jahr 2022 etwa 50 Prozent der Krankenhäuser rote Zahlen verzeichneten, wird für 2023 mit einem Anstieg auf bis zu 80 Prozent gerechnet. Auch in der Gesetzlichen Krankenversicherung machen sich die Auswirkungen bemerkbar. Für das vergangene Jahr 2023 wird aufgrund steigender Kosten mit einem Anstieg der Finanzierungslücke von im Vorjahr ca. 19 auf 34 Milliarden Euro gerechnet. Neben der oben dargestellten öffentlichen Finanzierung von Gesundheitseinrichtungen, gibt es auch investorengeführte Unternehmen im Gesundheitswesen. Diese Finanzierungsform spielt insbesondere bei Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) sowie Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen eine bedeutende Rolle. Aktuell gibt es eher weniger Mergers & Acquisitions (M&A) Aktivitäten. Gründe hierfür sind das gestiegene Zinsniveau und die Unsicherheit in den Bereichen Regulierung sowie Vergütung. So befindet sich das Versorgungsstrukturgesetz II nach wie vor im parlamentarischen Verfahren. Ob, wann und in welcher Form es in Kraft treten kann, ist jedoch unklar. Zudem fehlt im ambulanten Bereich Planungssicherheit darüber, wie die Honorare der Ärztinnen und Ärzte in Zukunft angepasst werden.
Diese Ausgabe beleuchtet die komplexen Facetten der Finanzierung im Gesundheitswesen und die Rolle von Private Equity. Wir befragen Expertinnen und Experten der Branche zu den Auswirkungen verschiedener Finanzierungsmodelle auf die Patientenversorgung, die Entwicklung von Innovationen und den Zugang zu Gesundheitsleistungen.
Nachdem sich die vorherige Ausgabe des Gesundheitsbarometers mit den Themen Kooperationen und Plattformen beschäftigte, richtet die vorliegende Fassung den Fokus auf Finanzierung und Private Equity.
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Über die angespannte finanzielle Lage freigemeinnütziger Krankenhäuser sprachen wir mit Bernadette Rümmelin. Sie vertritt als Geschäftsführerin des Katholischen Krankenhausverband Deutschland e. V (KKVD) die Interessen der Verbandsmitglieder gegenüber der Politik.
Tom Ackermann erläutert in seinem Interview, wie es zu der angespannten finanziellen Situation bei den Gesetzlichen Krankenversicherungen gekommen ist. Außerdem berichtet der Vorsitzende des Vorstands der AOK NordWest über den Stand der Digitalisierung und über die Zusammenarbeit innerhalb des AOK-Verbundes.
Dem Themenbereich Private Equity im Gesundheitswesen widmen wir uns in fünf Interviews. Sibylle Stauch-Eckmann, Vorstandsvorsitzende des Bundesverbands der Betreiber medizinischer Versorgungszentren (BBMV) e. V., stellt die Bedeutung investorengeführter MVZ für die ambulante Versorgung dar. Der langjährige Investor Dr. Jörg Peter Heimel greift die genannten politischen Unsicherheiten auf und schildert, welche Entwicklung er in den kommenden Jahren erwartet. Anja Bickelmaier, Co-Head of Healthcare bei Triton, betont die Bedeutung privater Investitionen in das deutsche Gesundheitswesen, um eine qualitativ hochwertige und stabile Gesundheitsversorgung sicherzustellen. Mit Philipp von Hammerstein, Healthcare Private Equity Investor bei GIMV, sprechen wir neben finanziellen Aspekten bei Investitionen auch über die Bedeutung von ESG-Kriterien in diesem Kontext. Private Equity Unternehmen sind häufig international ausgerichtet. Davon profitieren auch Akteure auf dem national regulierten Gesundheitsmarkt, wie der Managing Director der Meliva GmbH, Dr. Gerald Loos, darstellt.
Vorwort
Liebe Leserinnen und Leser,
in dieser Ausgabe des Gesundheitsbarometers greifen wir zwei aktuelle Themen aus der Gesundheitswirtschaft auf: Die Finanzierung des Systems und den Einfluss der Finanzinvestoren. Fasst man die gesundheitspolitischen Schlagzeilen der letzten Monate zusammen, so drehen sich diese nahezu ausnahmslos um die angespannte finanzielle Situation der Krankenkassen und Krankenhäuser, sowie um die politischen Diskussionen zum Umgang mit Finanzinvestoren.
Die steigende Zahl der Krankenhausinsolvenzen und befürchtete Konsolidierungen Gesetzlicher Krankenversicherungen verdeutlichen die angespannte Situation für Einrichtungen des Gesundheitswesens. Eine Ausweitung der staatlichen Mittel zur Finanzierung wird es angesichts der knappen Finanzmittel der Kassen nicht geben. Daher müssen neue Lösungsansätze gefunden werden: Kooperationen und eine sektorübergreifende Versorgung bieten die Möglichkeit, Synergien zu schaffen und die verfügbaren finanziellen Mittel zielgerichteter einzusetzen. Die Vernetzung und Kommunikation zwischen verschiedenen Akteuren wie Krankenhäusern, Rehaeinrichtungen oder Apotheken ist notwendig, um eine intersektorale Zusammenarbeit sicherzustellen. Darüber hinaus ist eine grundlegende Reformierung des Gesundheitssystems mit einem holistischen Ansatz für eine sektorübergreifende Versorgung erforderlich. Ein Blick auf die Reformbemühungen zur Intensivierung der Ambulantisierung zeigt, dass ein Aufbrechen der Sektorengrenzen und eine Transformation teilweise schon im Gange ist.
Hierbei müssen auch durch Finanzinvestoren gehaltene Versorgungseinrichtungen – ambulant und stationär – berücksichtigt werden. Durch die steigende Nachfrage aufgrund des demografischen Wandels, die konjunkturunabhängigen Erträge sowie die Skalierungsmöglichkeiten, wird das Gesundheitswesen für Investoren auch weiterhin interessant bleiben. Große Teile der ambulanten Versorgung in bestimmten Regionen oder Fachgebieten sind bereits investorengeführt und ohne die Einbindung dieser Einrichtungen
wäre die Sicherstellung einer ganzheitlichen Versorgung nicht möglich. Das Kapital von Finanzinvestoren könnte zudem dabei helfen, die existierenden Investitionsstaus in Teilen des Gesundheitswesens aufzulösen.
Es darf jedoch nicht außer Acht gelassen werden, dass regulatorische Leitplanken benötigt werden. Die Eigentümerverhältnisse müssen transparent und einsehbar sein, die medizinische Qualität darf unter dem Einfluss der Trägerschaft nicht leiden und eine gesicherte, flächendeckende Versorgung muss gewährleistet sein.
Aufgrund der dramatischen, finanziellen Lage und des Agierens in der Politik müssen die Akteure des Gesundheitswesens jetzt aktiv werden. Die Umgestaltung der Versorgungslandschaft erfordert technologische Weiterentwicklungen, klare Entscheidungen und eine Vernetzung der Akteure über Sektorengrenzen hinweg.
Gleichzeitig gilt es, die aktuelle Situation auch als Chance zu verstehen und die richtigen Maßnahmen für ein zukunftsfähiges System einzuleiten, das in erster Linie hohe Versorgungssicherheit und Qualität gewährleistet.
Ich wünsche Ihnen alles Gute und Gesundheit für das noch junge Jahr 2024 und viel Freude beim Lesen der neuen Ausgabe des Gesundheitsbarometers zum Thema Finanzierung und Private Equity.

Axel Bindewalt
Partner
Head of Healthcare Deutschland
KPMG AG
Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
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ISSN (Print) 2364 - 3145 ISSN (Online) 2364 - 3153
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