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Geschäftsbericht 2020

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Geschäftsbericht 2020

1


Kennzahlen KorporationsbürgerInnen Grundeigentum

20'943 / per 30.9.2020

Bilanzsumme

Editorial 56.7 Mio. CHF

744 km2 (70  % der Kantonsoberfläche)

Umsatz

6.8 Mio. CHF

210 km2

Gewinn

237'846 CHF

Alpfläche Alpbetriebe Waldfläche Hiebsatz Genutztes Holz Kulturland Felsen, Gletscher, Berge

rund 205 (66 Alpen) 170 km2 23'950 Festmeter 25'800 Festmeter 340 ha (LN) 220 km2

Landwirtschaftliche Gewerbe 8 Liegenschaften mit Haus & Stall Immobilien

5 mit 51 Wohneinheiten

Verwaltung

570 Stellenprozente 1 Lernende

Engerer Rat

9 Personen

«Ä buntä Schtrüüss voll Alpäblüämä» – so zeigt sich auch die Korporation Uri. Wenn anfangs Jahr unsere Alpenwelt noch unter einer weissen

32 Personen

Schneedecke liegt und sich der Boden ausruht, können wir die Alp­

Korporationsbürgergemeinden 17

flächen für Wintersportarten wie Skifahren, Skitouren oder Free­

Beteiligungen 6 % EWA AG (AK 1.2 Mio. CHF) 30 % KW Gurtnellen AG (AK 2.4 Mio. CHF) 15 % KW Bristen AG (AK 0.9 Mio. CHF) 15 % KW Schächen AG (AK 0.9 Mio. CHF) 15 % KW Palanggenbach AG (AK 0.9 Mio. CHF) 8 % KW Erstfeldertal AG (AK 0.96 Mio. CHF) 100 % Brüsti Immobilien AG (AK 0.1 Mio. CHF)

riden nutzen. Im Frühling setzt dann die Schneeschmelze ein, und

Korporationsrat

das Schmelzwasser fliesst teils in die Stauseen, um später zur Stromerzeugung genutzt zu werden, oder versickert im Boden, um diesem neues Leben einzuhauchen. Mit der steigenden Kraft der Sonne spriessen Blumen, Gräser und

Korporationspräsident Rolf Infanger.

Bäume aus dem Boden. Die Alpenwelt beginnt farbig zu leuchten und herrlich zu duften. Die Blumenpracht und die imposante Berg­ kulisse laden zu schönen Bergtouren ein. Auf allen Wanderungen

Inhalt Editorial 3 Jahresrückblick 4 Korporationsnutzen 6 Waldungen 8 Weiden 10 Artenvielfalt dank Alpwirtschaft 10

deren Farbenvielfalt bewundern. Der Sommer bedeutet für viele

All diese wunderbaren Erlebnisse können wir im Kanton Uri direkt

Älplerinnen und Älpler einen Tapetenwechsel – es geht auf die Alp.

vor der Haustüre geniessen. Manchmal nehmen wir das fast für

Harte Arbeit, aber auch tiefe Zufriedenheit inmitten einer heilen

selbstverständlich. Aber das vergangene Jahr hat unter Einfluss

Berglandschaft sind für 100 Tage die Taktgeber. Bei vielen 'Nicht­

der Pandemie gezeigt, dass ein intakter Lebensraum sehr viel wert

älplern' weckt die warme Jahreszeit die Sammelleidenschaft. Bee­

ist. Plötzlich wird der Bewegungsradius eingeschränkt, und man ist

ren, Pilze und die schönsten Blumensträusse werden während der

gezwungen, die Ferienpläne ins Ausland abzusagen und sein ei­

Verwaltung 14 Neue Kräfte im kulturkloster altdorf 14 Strahlerpatente 2020 15 Vergabungen, Beiträge und Baurechte 15 Regalien 16 Immobilien 17 Energie 17

Wanderung gesammelt und finden Platz im Rucksack neben Sal­

genes Zuhause wieder besser kennenzulernen. Plötzlich erkennen

ben aus Heilkräutern und Bergkristallen, die am Wegesrand zum

wir, wie wichtig es ist, zur Natur sowie zu unserem Lebensraum

Kauf angeboten werden. Erfrischung bringt nach der eindrucksvol­

Sorge zu tragen, sodass sie weiterhin in den schönsten Farben und

len Wandertour ein Sprung in den Bergsee oder ein kühles Getränk

Formen erstrahlen können.

Wenn der Nebel um die Berggipfel streicht, kündigt sich langsam

zeitflächen zur Verfügung. Diese Flächen dienen vielen Menschen

Räte 18 ’Alt’ und ’Neu’ zur neuen Legislatur 19

der Herbst an. Nun beginnt im Wald die Zeit der Farbenpracht. Die

auch als Arbeits- und Lebensgrundlage. Genau diese Menschen

Grüntöne wechseln auf rot, gelb bis braun, und schon fallen die

leisten mit ihrer täglichen Arbeit einen wichtigen Beitrag, dass un­

Blätter zu Boden, wo sie uns wiederum ein völlig neues Wanderer­

sere Landschaft mit einem bunten Blumenstrauss verglichen wer­

lebnis bescheren: raschelnde Blätter unter den Füssen bei klarster

den kann. Helfen auch Sie weiterhin mit und unterstützen Sie die

Sicht auf die Berggipfel. Ein grosser Teil unserer Bevölkerung sieht

Korporation Uri und somit die Erhaltung unserer schönen Alp- und

dem Herbst auch wegen der Jagd entgegen. Sie ist bei uns im Kan­

Waldwirtschaft.

Personal 20

Titelbild: Der Artenreichtum in den Urner Alpen wie das Blumenmeer im Fellital wird auch der Alpbewirtschaftung verdankt.

2

können Wanderer die verschiedensten Blumen entdecken und

Finanzen 21 Jahresrechnung 22 Bilanz 23 Informationen zum Ausserbilanzgeschäft 23

auf der einladenden Terrasse des Alpbeizlis. Die Korporation Uri stellt sehr gerne diese Erholungs- und Frei­

ton Uri auf den Flächen der Korporation Uri seit jeher ein wichtiger und nötiger Bestandteil zur Erhaltung der Biodiversität.

Rolf Infanger, Korporationspräsident

3


02

01

05

03

06

04

07

08

Jahresrückblick 01   Corona-Einfluss auf Sitzungen  Die Massnahmen zur Be­

03   Neue Allmendaufseher  Am 1. Juni 2020 traten die beiden

05   Frühester Alpaufzug seit jeher  Durch die fortgeschrittene

07   KW Palanggenbach AG  Das jüngste Kraftwerkprojekt im

kämpfung der Pandemie sind auch bei der Korporation Uri allge­

neuen Allmendaufseher Anton Gisler, Spiringen (links), für den

Vegetation konnte sehr früh ’z Alp’ gefahren werden. So wurde

Kanton Uri feierte am 9. Juli 2020 den Spatenstich. Das Kraftwerk

genwärtig. Wie der Korporationsrat musste der Engere Rat seine

Allmendkreis 4 (Gemeinden Spiringen und Unterschächen) und

der Urnerboden erstmals bereits im Mai bestossen. Auf einigen

sieht für die Druckleitung einen Stollen von rund 1.5 Kilometer vor.

ordentlichen Sitzungen an einem ungewohnten Ort abhalten, da­

Thomas Walker, Altdorf, für den Allmendkreis 5 (Gemeinden Alt­

Alpen konnte sogar ausnahmsweise Mai-Käse produziert werden.

Die Inbetriebnahme ist im Frühling 2023 geplant.

mit die Abstandsregeln gemäss Bundesamt für Gesundheit einge­

dorf, Flüelen und Sisikon) ihr Amt an.

04   Ferienhäuser Äsch  Die Korporation Uri verlängerte in ver­

06   Pfadiheim Erstfeld  Den Bau des neuen Pfadiheims in Erst­ feld unterstützte die Korporation Uri massgeblich mit einem finan­

08   Neuer Viehtriebweg auf Galtenäbnet  Für das Alpgebiet Galtenäbnet wird zurzeit ein Alpkonzept erarbeitet. Darin ist unter

schiedenen Alpgebieten ihre Baurechtsverträge mit Ferienhausbe­

ziellen Beitrag von 25'000 Franken.

anderem eine bessere interne Alperschliessung ein Thema. Deshalb

halten werden konnten: Statt im Verwaltungsgebäude traf er sich im Schopf Schwändi in Attinghausen.

02   Bürgeraktion 2020  Die erste Bürgeraktion der Korporation

sitzern. In den Jahren 2018 bis 2020 wurden 92 Baurechtsverhält­

Uri, die ein Kombi-Billett bei den Seilbahnen Eggberge, Ruogig,

nisse um 30 Jahre verlängert.

wurde beispielsweise der Viehtriebweg Bärenboden neu angelegt.

Biel und Ratzi im Herbst 2020 beinhaltete, war ein voller Erfolg. 10'023 Billette wurden gelöst.

4

5


Korporationsnutzen

Klosterdorf Engelberg. Besonders auf Familien sei das Gebiet ausgerichtet. «Die Feuerstellen Waldnacht und Nossenboden laden zum Verweilen und die Slackline zum Balancieren ein», erzählt Kari Briker, den das Brüsti seit seiner Kindheit prägt und begleitet. Neben wanderfreudigen Familien würden auch Biker und Bergläufer auf ihre Kosten kommen. «Nach dem Feierabend in gut einer Stunde aufs Brüsti laufen, dabei 1'000 Höhenmeter überwinden und dann dank dem Urner Korporationsbürgeraus­ weis gratis zurück ins Tal fahren», so Briker, «das wäre doch eine perfekte Trainingseinheit!» Retourfahrt und Kaffee offeriert Die zweite Bürgeraktion findet zwischen 28. August und 17. Okto­ ber 2021 statt. «Mit dem persönlichen Korporationsbürgerausweis und der Identitätskarte erhalten die Besucherinnen und Besucher bei unserer Mittelstation in Attinghausen eine kostenlose Retour­ fahrt», erklärt Kari Briker. Zusammen mit der Fahrkarte bekommen die Korporationsbürgerinnen und -bürger ausserdem einen Gut­ schein für einen Kaffee im Berggasthaus Brüsti oder im Restau­ rant Alp Catrina. Dort können sich die Kinder auf dem umliegenden Spielplatz vergnügen. «Das offerierte Getränk muss jedoch glei­ chentags konsumiert werden, sonst verliert der Gutschein seine Gültigkeit», führt Briker aus. Feldstecher nicht vergessen: Das Gebiet zwischen der ’Alp Grat’ und dem Surenenpass, das auf der Wanderroute ’Via Alpina’ liegt, scheint bei Steinböcken sehr beliebt zu sein.

Dass die zweite Bürgeraktion im Surenengebiet stattfindet, freut Kari Briker,VR-Präsident der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG.

Aufs Brüsti mit dem Korporationsausweis Die erste Bürgeraktion im letzten Herbst war ein vol-

setzen will, richtet die Korporation Uri den Fokus aufs Brüsti im

ler Erfolg. Daran will die Korporation Uri im Jahr 2021

Surenengebiet.

anknüpfen. So soll die zweite Bürgeraktion möglichst vielen Korporationsbürgerinnen und -bürgern das Su-

Ideal für Familien und Bergläufer

renengebiet näherbringen.

«Wir freuen uns sehr, dass sich die Bürgeraktion der Korporation

Bürgeraktion 2021

Uri unserem Hausberg widmet», sagt Kari Briker, Verwaltungs­ Seit 1. Januar 2020 sieht das Gesetz über den Korporationsnut­

ratspräsident der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti AG. «Fernab

zen auch Bürgeraktionen vor. Zwischen 1943 und 2019 zahlte die

vom Massentourismus kann man hier oben im Spätsommer

Korporation Uri den Bürgernutzen aus dem Finanzüberschuss als

den Sonnenaufgang bewundern, die Wildtiere wie Steinböcke,

Barbetrag aus. Statt eines ’Fiifliibers’ bietet die Korporation Uri

Gämsen und Murmeltiere beobachten und sich auf über 40 Kilo­

ihren Bürgerinnen und Bürgern nun aber ein bleibendes Erlebnis

metern Wanderweg bewegen.» Die Surenenwanderung zählt zu

im Kanton Uri an. «Die letztjährige Bürgeraktion, die rund um den

den eindrücklichsten Routen in der Innerschweiz und liegt auf

Schächentaler Höhenweg erfolgte, übertraf alle Erwartungen»,

der Hauptroute ’Via Alpina’, die zusehends beliebter wird. Sie

bilanziert Rolf Infanger, Präsident der Korporation Uri. Bei der

führt in eines der schönsten Pflanzenschutzgebiete des Urner

diesjährigen Bürgeraktion, mit der sie die Erfolgsgeschichte fort­

Reusstals entlang prächtiger Berge von Attinghausen bis ins

6

Brüsti Retourfahrt mit der Luftseilbahn Attinghausen-Brüsti Urner Korporationsbürgerinnen und -bürger 28. August bis 17. Oktober 2021, während der ganzen Woche für eine Retourfahrt und ein Getränk im Berggasthaus Brüsti oder im Restaurant Alp Catrina, maximal einmal pro Tag Vorzuweisen Identitätskarte und Korporationsbürgerausweis Wichtig Die Wanderwege auf dem Brüsti sind für Kinderwagen und Rollstühle nicht geeignet. Berechtigt Laufzeit Gültigkeit


Waldungen

ohne die auch inskünftig keine Waldbewirtschaftung und Schutz­

Mehrjahresrückblick des betrieblichen Erfolgs der Forstbetriebe

waldpflege im Gebirgswald möglich wäre. Dienstleistungen

Holzpreis massiv unter Druck  Das Holz verzeichnet einen deut­ lichen Preiszerfall. Mit 47.81 Franken pro m3 erreicht der Holz­ erlös einen Tiefststand seit 2005. Vor allem die günstigen Import­ produkte aus Europa und die grossen Mengen an Schadholz in der Schweiz setzen die Holzpreise unter Druck. Deshalb ist es wichtig,

Sachgüterproduktion

Waldbewirtschaftung

Kosten in Franken 10‘000‘000 9‘000‘000 8‘000‘000 7‘000‘000

dass die bereits bestehende Zusammenarbeit unter den Bürger­

6‘000‘000

gemeinden weitergeführt wird und das Angebot an Dienstleistun­

5‘000‘000

gen für Kanton, Gemeinden und Private ausgebaut wird.

4‘000‘000 3‘000‘000

Beitrag an Unterhalt der Waldstrassen  Im Jahr 2019 haben die Korporationsbürgergemeinden Unterhaltsarbeiten an ihren Wald­

2‘000‘000 1‘000‘000 0

strassen vorgenommen. Die Aufwendungen dafür betrugen total 618'402.68 Franken (Vorjahr: 563'161.02 Franken). Nach Abzug des Ertrages (Gebühren für Strassenbenutzung) von 194'553.50 Franken (Vorjahr: 135'126.45 Franken) sowie der kalkulatorischen

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

2013

2014

2015

2016

2017

2018

2019

10‘000‘000 9‘000‘000 8‘000‘000

194'486.65 Franken) verbleiben noch Restkosten von 221'966.81

7‘000‘000

Franken (Vorjahr: 237'876.76 Franken). Gemäss Budget 2020 stan­

6‘000‘000

den den Korporationsbürgergemeinden hierfür insgesamt 120'000

5‘000‘000

wendungen auf die Korporationsbürgergemeinden aufgeteilt.

Urner Forstbetriebe leisten einen wichtigen Beitrag zur Gesellschaft, indem sie Lernende wie Silvan Gisler aus Spiringen ausbilden.

2013

Erlös in Franken

Abschreibungen und Zinsen von 210'960.70 Franken (Vorjahr:

Franken zur Verfügung. Dieser Betrag wurde anhand der Nettoauf­

2012

4‘000‘000 3‘000‘000 2‘000‘000 1‘000‘000

Investitionen in Erschliessungsanlagen  Im Berichtsjahr 2019

Beiträge bleiben zentrale Einnahmequelle

0

summieren sich die Investitionen auf rund 700'000 Franken (Vor­ jahr: 2'037'255 Franken). Für Erschliessungsanlagen wurden zirka drei Viertel dieser Investitionen aufgewendet. In den kommenden Jahren werden weiterhin Urner Waldstrassen nach einer eigens dafür ausgearbeiteten Prioritätenreihenfolge saniert.

2012

Nettoerlös in Franken 400‘000 200‘000 0

59 Vollzeitstellen im Wald  In den Urner Forstbetrieben wurden Waldpflege  Seit 2001 richtet die Korporation Uri wichtige Bei­

einen Verlust von 91'670 Franken (Vorjahresgewinn: 122'766 Fran­

2019 gesamthaft rund 108'600 Arbeitsstunden geleistet (Vorjahr:

träge an kantonale Waldbauprojekte aus. Für die Laufzeit 2020 bis

ken) aus. Im Jahr 2019 betrug die geerntete Holzmenge im öffent­

109'285 Stunden), was rund 59 Vollzeitstellen entspricht. Bei der

2024 wurde im vergangenen Jahr mit dem Kanton Uri eine neue

lichen Wald 25'800 m3. Dies entspricht einer Steigerung gegenüber

Vergabe von Aufträgen in der Höhe von rund 4.6 Millionen Franken

Vereinbarung abgeschlossen. So unterstützt die Korporation Uri

dem Vorjahr von 2'057 m . Der Verkauf von Stammholz ging im Jahr

an Dritte wurden einheimische Unternehmen berücksichtigt und

den Urner Wald erneut mit Beiträgen in der Höhe von total 1.71

2019 gegenüber 2018 zwar um 902 m3 bzw. um 8 % zurück, der

somit lokal Arbeitsplätze gesichert.

Mio. Franken bzw. 342'000 Franken jährlich (Schutzwaldpflege

Verkauf von Industrieholz nahm indes um 206 m und der Verkauf

300'000 Franken, Zwangsnutzung 39'000 Franken und Jungwald­

von Energieholz sogar um 2'781 m3 bzw. 22 % zu.

3

–200‘000 –400‘000 –600‘000 –800‘000

2012

3

pflege 3'000 Franken). Keine Kostendeckung  Aufgrund des schwierigen Urner Gelän­ Energieholzverkauf steigt markant  2019 wurde im Kanton Uri

des führt die Holzernte zu hohen Kosten. Die Holzerlöse betragen

total inklusive Privatwald 30'336 m3 (Vorjahr: 27'188 m3) Holz ge­

lediglich 12 % der gesamten Betriebseinnahmen. Weitere wichti­

nutzt. Rund 85 % des genutzten Holzes stammen aus den Korpora­

ge Einnahmequellen sind deshalb erbrachte Dienstleistungen an

tionswäldern. Die finanzielle Situation der Urner Forstbetriebe bleibt

Kanton, Gemeinden und Private mit einem Gewinn von 330'792

trotz Vorjahresgewinn angespannt: Für das Berichtjahr weisen die

Franken (Vorjahr: 258'785 Franken) sowie die Korporationsbeiträ­

Forstbetriebe der Korporationsbürgergemeinden und des Kantons

ge. Dies unterstreicht die Wichtigkeit der öffentlichen Beiträge,

8

9


Weiden

Robuster und anpassungsfähiger  Das sogenannte ’Schönen’ ist eines der zentralen Elemente der Alpbewirtschaftung. «Es dient nicht nur dem Auge, sondern fördert zusammen mit der Bewei­ dung den Erhalt der Grasflächen und somit der biologischen Viel­ falt», erklärt Matthias Baumann, Allmendaufseher des Kreis 1 der Korporation Uri. Er ist zuständig für die Allmenden im Gebiet Gö­ schenen, Gurtnellen und Wassen. Je höher die Biodiversität in ei­ nem Ökosystem ist, desto robuster ist es und kann sich besser an äussere Veränderungen anpassen. «Die Alpwirtschaft ist demnach aus ökologischer Sicht äusserst wertvoll und wichtig», so Bau­

Marco Indergand (links), im Gespräch mit Matthias Baumann, sorgt für mehr Biodiversität auf der Alp Fellenen.

mann. Die Korporation Uri fördere die Biodiversität nicht finanziell, aber schafft geeignete Rahmenbedingungen. So unterstützt sie beispielsweise die Erschliessung der Alpen mit der notwendigen

flächen werden stetig grösser, während die personelle Ressour­

Infrastruktur mit Beiträgen, um die Bewirtschaftung zu erleichtern.

ce stagniert oder gar abnimmt. «Das führt dazu, dass Landwirte

«Zudem bestimmen wir im Herbst den Stichtag zur Alpräumung»,

im Heimbetrieb alle Hände voll zu tun haben und so nicht mehr

führt Matthias Baumann weiter aus. Wichtig sei, dass man den

zur Alp gehen können, weil schlicht die Zeit oder die personellen

Alpgebieten genug Zeit zur Vorbereitung auf den Winter gebe.

Ressourcen fehlen», führt der Allmendaufseher aus. Ein Sommer auf einer Urner Alp bedeute zusätzliche, vor allem körperliche

Das abgeschiedene Fellital ist seit 1992 kantonales Naturschutzgebiet und seit 2014 Waldreservat.

Heimbetriebe werden stetig grösser  Trotz dieser Vorkehrun­

und nicht ganz ungefährliche Arbeit, die beim Schönen oder beim

gen und Investitionen in die Erschliessung wird die Erhaltung der

Wildheuen im steilen Gelände anfalle. «Für einige Bauern eine

Artenvielfalt in den Urner Bergen nicht einfacher. «Das liegt vor

Rechnung, die leider nicht mehr aufgeht.» Marco Indergand wird

allem an der Nachwuchsfrage», sagt Matthias Baumann. «Der

jedoch, wie er sagt, hoffentlich nächsten Sommer wieder zur Alp

Bund gibt dem Landwirtschaftsbetrieb vor, wie viele Hektaren er

fahren dürfen. «Die Alp Fellenen ist ein wunderbarer Fleck Erde

bewirtschaften muss, damit er Subventionen erhält.» Diese Land­

und bereitet uns grosse Freude», so der 34-jährige Landwirt.

Artenvielfalt dank Alpwirtschaft Ein Ökosystem mit einer hohen Artenvielfalt ist robus-

30 Rinder, vorwiegend der Rasse Original Braunvieh angehörend,

ter und anpassungsfähiger. Die Korporation Uri setzt

und 25 Ziegen sömmern auf den zwei Stafeln des Alpgebiets. «Es

sich für mehr Biodiversität ein, indem sie die Bewirt-

wird uns nie langweilig während

schaftung der Alpen fördert, zum Beispiel auf der Ge-

eines Alpsommers», erzählt Marco

nossenschaftsalp Fellenen im Fellital inmitten eines

Indergand, der den letzten Sommer

Naturschutzgebietes.

im Auftrag der Genossenschaft auf Fellenen verbracht hat. «Auf beiden

«Das Schönen ist ein zentrales Element der Alpbewirtschaftung.»

Östlich von Gurtnellen im engen Fellital zwischen 1'200 und

Stafeln verarbeiten wir die Milch

2'200 m ü. M. liegen die Weiden der Alp Fellenen. Ins abgeschie­

nach alter Väter Sitte im ’Chessi’ über dem Holzfeuer zu Käse»,

dene Tal inmitten des eidgenössischen Jagdbanngebiets, das seit

so der Älpler, der seinen Heimbetrieb in Bürglen hat. Am Ende der

1977 zum Bundesinventar der Landschaften und Naturdenkmäler

Alp­zeit fliege ein Helikopter den nicht auf der Alp verkauften Käse

von nationaler Bedeutung gehört, seit 1992 kantonales Natur­

ins Tal, wo ihn die Genossenschafter untereinander aufteilen. «Ne­

schutzgebiet und seit 2014 Waldreservat ist, führt keine befahrbare

ben dem Melken, dem Käsen und der Tierhaltung beugen wir auch

Strasse. Auf dem Fussweg treibt Marco Indergand zusammen mit

der Verbuschung der Weiden vor, indem wir Stauden zurückschnei­

sechs Genossenschaftern das Vieh auf die Alp. Rund 30 Kühe und

den oder ausgraben.»

10

Tipp

Artenvielfalt fördern im eigenen Garten oder auf dem Balkon – 8 Ideen 1. Bienenhotel: Eröffnen Sie ein Bienenhotel mit Nisthilfen für Wildbienen, Schmetterlinge und andere Insekten. 2. Keine Chemie: Verzichten Sie auf chemische Pflanzenschutzmittel. 3. Einheimische Pflanzen: Setzen Sie beim Kauf auf einheimische statt fremde Pflanzen. 4. Keine Neophyten: Entfernen Sie Neophyten, denn diese haben unserer heimischen Tierwelt wenig zu bieten (mehr Infos unter www.floretia.ch). 5. Blumenwiese statt Golfrasen: Mähen Sie nicht zu häufig. Blumen sind Nahrungsquelle

für viele Insekten. Ausserdem überleben viele Tiere im Gras den Mähvorgang nicht. 6. Ast- oder Laubhaufen: Bilden Sie Ast- oder Laubhaufen, denn sie bieten vielen Tieren Unterschlupf, Nahrung und Lebensraum. 7. Steinmauer oder Steinhaufen: Bauen Sie eine Trockenmauer oder formen Sie einen Stein­ haufen. Er bietet Lebensraum für Eidechsen, Kröten, Molche und Blindschleichen. 8. Wasserstelle: Errichten Sie eine Wasserstelle z. B. mit einem Topfuntersetzer. Sie wird im Sommer eine willkommene Tränke für Vögel, 11 Insekten und Igel sein.


Weiden

tet. Das Alpkonzept ’Wängi-Chinzertal’ konnte vom Engeren Rat

Projekt für gesunde Alptiere  Anfang 2020 startete die Umset­

formell abgeschlossen werden.

zung des Beratungsprojekts ’Gesunde Alptiere, attraktive Hirten­ stellen und weniger Medikamente auf grossen Rinderalpen (2020–

155 Normalstösse in der Ruosalp  Am 3. Juni 2020, so früh wie

2022)’. Das Projekt soll langfristig die Bewirtschaftung der Alpen

noch nie, fand die Hirtefahrt Ruosalp statt. Aufgetrieben wurden

sowie das Wohlbefinden gealpter Tiere sichern und steigern sowie

36 Kühe, 53 Zeitrinder, 123 Maisrinder, 49 Kälber und 27 Ziegen,

den Einsatz von Tierarzneimitteln auf Zentralschweizer Alpen re­

total 155 Normalstösse. 30 Bauern brachten ihr Vieh in die Hirte.

duzieren. Als Pilotalpen dienen Surenen und Fiseten. Am Projekt

Zwischenzeitlich wurde die Baubewilligung für die Sanierung des

beteiligt sind die Ämter für Landwirtschaft von Uri und Schwyz,

Viehtriebweges Richtung Gwalpeten erteilt. Die Realisierung des

der Veterinärdienst der Urkantone und die Korporation Uri. Entspre­

Weges ist im Jahr 2021 vorgesehen.

chend engagiert sich die Korporation Uri mit einem Gesamtbeitrag von 10'000 Franken.

Schwendgeld  Die Abrechnung 2019 für Schwendgeld (inkl. Fälle aus dem Elementarschadenfonds) schliesst mit einem Nettobetrag von 184'666.60 Franken (Vorjahr: 199'414.85 Franken), der an die einzelnen Alpbewirtschafter ausbezahlt wurde. Viehsömmerung auf Allmend | Anzahl Direktzahlungen Heimkuhweiden  Die Beiträge ’Direktzahlun­ gen für die Heimkuhweiden’ werden an die Korporation Uri aus­ gerichtet. Diese übernimmt die Verteilung aufgrund der verfügten Normalstösse für das Gebiet an die einzelnen Auftreibenden.

Pferde/Esel

Kühe Zeitrinder Maisrinder

1982 1 2'966 1'310 2'036

Kampagne zur Maikäferbekämpfung  An die Kampagne zur

2019 20 3'285 794 1'482 2020 20 3'319 879 1'139

Maikäferbekämpfung 2020 wurde dem Kanton Uri ein Beitrag von Auf Gampelen, Haldi Schattdorf, findet ein neues Alpkonzept Anwendung: Die Weiden werden in drei Bereiche eingeteilt und entsprechend eingezäunt.

20'000 Franken zugesichert. Auf Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen lanciert das Amt für Landwirtschaft eine Bekämp­

Früher und ertragreicher Alpsommer

fungsstrategie, welche die Einsaat von Pilzgerste vorsieht. Zur

Heimkuh Kälber kälber 1982 690

101

Schafe Ziegen Lamas 8'446

908

–

Behandlung mit Pilzgerste angemeldet wurden Flächen von total

2019 1'109

52

8'039

1'288

34

100  Hektaren.

2020 1'011

51

8'674

1'206

64

Auf der Schafalp Wannelen-Butzli im Schächental schützen Lamas die Herden vor Raubtieren.

Alpsommer 2020  Der Winter 2019/2020 war mild und schnee­

Welti, Oberfeld 3, Haldi, wurde vom Engeren Rat Pachtland auf

arm, der April warm: So war Ende Mai das Graswachstum im Söm­

Oberfeld zugewiesen. Die Alprecht- und Pachtlanderteilung erfolg­

merungsgebiet weiter fortgeschritten als in früheren Jahren. Aus

te im Vollzug des Beschlusses der Korporationsgemeinde vom 5.

diesem Grund wurde die Allmend vom Engeren Rat bereits am

Mai 2019, mit welchem die Sonderallmenden Oberfeld und Gam­

12. Mai 2020 geöffnet. Zahlreiche Alpen wurden folglich früh be­

pelen aufgehoben wurden. Auf Gampelen genehmigte der Engere

stossen. Über den Alpsommer 2020 ziehen die meisten Älplerin­

Rat eine Weideaufteilung in drei Teile sowie einen Vorkaufsvertrag

nen und Älpler eine sehr positive Bilanz: Es gab Gras zur Genüge,

über Alp­rechte zwischen den drei Bewirtschaftern.

viel Milch und ausgezeichneten Alpkäse. Aktuelle Alpkonzepte  Im vergangenen Geschäftsjahr wurde Alprecht Gampelen und Stafel, Pachtland Oberfeld  Am

das Alpkonzept ’Galtenäbnet’ weiterbearbeitet. Für den Alpsom­

28. Februar 2020 erteilte der Korporationsrat Uri an Ambros Kempf,

mer 2020 wurden die Kuhessen eines Alprechtes für drei Jahre

Haldiberg 4, Haldi, Alois Gisler, Lehn, Schattdorf, und Karl Gisler,

an die anderen fünf Älpler verpachtet. Zusätzlich wurde ein Stall

Angelingen, Haldi, je ein Alprecht auf Gampelen. Gleichzeitig wur­

verpachtet. Das Alpkonzept ’Schafalpstrukturen Urner Oberland’

de an Hanssepp Gisler, Angelingen, Haldi, ein Alprecht für das Ge­

wurde ebenfalls weitergeführt. Für die Alp Gorneren wurde eine

biet Stafel erteilt. An Albin Zgraggen, Oberfeld 4, Haldi, und Karl

Variantenstudie für eine Erschliessung auf Vorprojektstufe erarbei­

12

13


Verwaltung

sung, denn alle vier hätten ein weiteres berufliches Standbein und/

STRAHLERPATENTE 2020

oder Familie. «Wir sind glücklich, dass eine so geeignete Nachfol­ ge gefunden werden konnte», sagt Lukas Wyrsch, Verwalter der

Anzahl

Jahrespatente

Einnahmen

Korporation Uri und Präsident der Trägerschaft «Verein Kulturklos­

Korporationsbürger/in mit Wohnsitz in Uri

CHF 17'820

146

13

Korporationsbürger/in mit Wohnsitz ausserhalb Uri

CHF 2'340

18

Schweizerbürger/in mit Wohnsitz in Uri

CHF 3'600

einer Leistungsvereinbarung die strategische und inhaltliche Füh­

50

rung sowie die Bewirtschaftung der Liegenschaft.

6

ter Altdorf». Dieser übernimmt von der Korporation Uri im Rahmen

Schweizerbürger/in mit Wohnsitz ausserhalb Uri

CHF 17'500

Ausländer/in

CHF 3'000

2

Berufsstrahler/in mit Wohnsitz in Uri

CHF 2'000

2

Berufsstrahler/in mit Wohnsitz ausserhalb Uri

CHF 3'000

237

Total Jahrespatente (Rabatte CHF 300)

CHF 49'260

Wochenpatente

Einnahmen

Facettenreiche Nutzung des Klosters  Und was hat das junge

Betriebsleitungsteam dazu bewogen, das kulturkloster altdorf zu

Anzahl

übernehmen? «Mein Mann Fabian und ich haben seit über zehn

9 Schweizerbürger/in

CHF 900

CHF

Jahren einen Gemüsegarten hier oben», erzählt Johanna Brücker. «Wir haben Wurzeln geschlagen zu diesem Ort und wollten, dass das Kloster als Seminarhaus weiterhin belebt und zugänglich ge­ macht wird.» «Es ist auch ein Rückzugsort, der berührt, Kraft gibt

6

Ausländer/in

720

Anzahl

Tagespatente

Einnahmen

Tagespatente (mit 94 Patenttagen)

CHF 2'350

Gesamtsumme Patente

CHF 53'230

71

und beruhigend wirkt – eine Möglichkeit, die in unserer rasanten Zeit gerne genutzt wird», führt Ma­ thias Arnold aus. Mit ihrem Ange­ Claudia Herger, Mathias Arnold, Johanna Brücker und Fabian Ziegler führen neu das ehemalige Kapuzinerkloster in Altdorf.

bot nutzt das Quartett genau die­ sen ’Heimvorteil’. «Für mehrtätige

Neue Kräfte im kulturkloster altdorf

Seminare stehen 21 Betten in Dop­

«Das Kloster soll für die breite Bevölkerung geöffnet werden.»

pel- und Mehrbettzimmern mit klösterlicher Atmosphäre und eine Vollpension-Verpflegung zur Verfügung», so Brücker, «aber auch für Anlässe wie Hochzeiten können die Kirche, der Garten oder das Refektorium gebucht werden.» Der Seminarraum könne viel­ seitig von Sitzungen über Vorträge bis Yoga genutzt werden und sei mit Wi-Fi und Beamer ausgestattet. Damit das geschichtsträchtige

VERGABUNGEN, BEITRÄGE UND BAURECHTE Allmendvergabungen im Baurecht auf Allmend Kompetenz Engerer Rat: – 7 m2 an Müller Franz, Talstr. 6, Spiringen, für Ersatzneubau Generatorraum Trogen, Unterschächen – 12 m2 an Imhof-Arnold Klaus, Talstr. 17, Spiringen, für Stallanbau Spittelrütti, Urnerboden – 21 m2 an Gisler-Arnold Josef, Wyergasse 9, Schattdorf, für Neubau Holzschopf, Honegg, Seedorf

Kloster auch in Zukunft bedeutsam bleibt, hat das Betriebsteam

Allmendabgaben im Baurecht nach ZGB

Seit März 2020 kümmert sich ein neues Betriebs­

für die Gästebetreuung, die Personalplanung, die Koordination des

die Öffnung der Türen und Tore für die breite Bevölkerung im Sinn.

Kompetenz Korporationsrat Uri:

leitungsteam um das kulturkloster altdorf. Wie hat sich

Betriebsleitungsteams und den Hausdienst zuständig ist. «Wäh­

«Wir planen derzeit beispielsweise den Betrieb eines Kloster-Ca­

– 126 m2 für den Bau eines Forstgebäudes bei Trudelingen

das ’Vierergespann’ eingelebt und welche Ziele ver-

rend der Veranstaltungsbetrieb zwangsläufig auf Eis lag, liefen die

fés», sagt Mathias Arnold, «um einen Begegnungsort zu schaffen

folgt es mit diesem altehrwürdigen Gebäude? Johanna

Vorbereitungen hinter den Kulissen auf Hochtouren», ergänzt Ma­

und Einblicke in die Klosteranlage zu bieten.» Aber stets unter der

Brücker und Mathias Arnold gewähren Einblicke.

thias Arnold, der sich ums Marketing und die Werbung kümmert.

Prämisse, den Kraftort zu erhalten und die einmalige Ausstrahlung

Kompetenz Engerer Rat:

So seien beispielsweise die ehemalige Hauswartwohnung in eine

zu bewahren – so wie es diesem einmaligen Ort gebührt.

– 17 m2 an Gisler-Baumann Marianne, Breitengasse 54, Bürglen,

Unverkennbar thront das ehemalige Kapuzinerkloster über Altdorf.

Familienwohnung umgebaut und eine zusätzliche sanitäre Anlage

Das geschichtsträchtige Kloster mit seinem roten Kirchturm und

realisiert worden.

den Gartenterrassen, das zwischen 1579 und 1581 erbaut wurde und seit jeher der Korporation Uri gehört, ist von der Szenerie des

Geteilte Aufgaben, geteilte Verantwortung  Neben Johanna

Urner Hauptortes nicht wegzudenken. Seit 2009, als die letzten

Brücker und Mathias Arnold komplettieren Claudia Herger (Admi­

an Korporationsbürgergemeinde Bürglen – 262 m2 für Vergrösserung Mistbett/Güllengrube Stall Rodung, Attinghausen, an Zurfluh-Herger Agnes, Attinghausen

für Erweiterung Ferienhaus Unter Balm, Unterschächen Beiträge Im Garten des kulturklosters altdorf erhält die gefährdete Zauneidechse gezielt Lebensräume. Dabei handelt es sich um ein langfristiges Projekt der Albert Koechlin Stiftung. (Bild ©Albert Koechlin Stiftung, Andreas Meyer)

Beschlossen durch den Korporationsrat Uri: – CHF 108'020 an Sanierung LSB Altdorf-Eggberge der LSB Flüelen-Eggberge AG – CHF 177'404 an Sanierung LSB Biel-Kinzig der Biel-Kinzig AG

sechs Kapuziner das Kloster verlassen haben, wird das altehrwürdi­

nistration und Betriebsbuchhaltung) und Fabian Ziegler (Gartenan­

ge Haus als ’Kulturkloster’ geführt. Neben den eingemieteten Ge­

lage) das neue Betriebsleitungsteam. Das ’Vierergespann’ teilt sich

schäftsbetrieben steht es für Seminare, Kurse und kulturelle Ver­

auch die Verantwortung. «Der Aufbau und die Weiterentwicklung

anstaltungen zur Verfügung. Im März 2020 übernahm ein neues,

des kulturklosters altdorf werden in Zusammenarbeit verwirklicht,

Kredite

vierköpfiges Betriebsleitungsteam die Führung des kulturklosters

wichtige Entscheide werden gemeinsam gefällt», führt Mathias

Beschlossen durch den Korporationsrat Uri:

altdorf – mitten im Covid-19-bedingten Lockdown. Der Zeitpunkt

Arnold aus. Das Team, das sich als ’Viererpaket’ für die frei gewor­

hätte idealer sein können, oder nicht? «Man muss es positiv sehen:

dene Aufgabe bei der Trägerschaft ’Verein Kulturkloster Altdorf’

Der Shutdown hat uns mehr Vorlaufzeit und eine sanfte, fliessen­

beworben hat, harmoniere. «Dies ist bei einer Co-Leitung zentral»,

de Übergabe der Aufgaben ermöglicht», sagt Johanna Brücker, die

sagt Johanna Brücker. Und das Jobsharing sei die optimale Lö­

14

– CHF 113'400 an Neubau Güterweg Acherberg–Kessel der Wegbau­genossenschaft Acherberg-Kessel-Rämsenberg

– CHF 150'000 für Erwerb VBS-Immobilien von der Eidgenossenschaft – CHF 90'000 für Sanierung Dachwohnung Verwaltungsgebäude, Gotthardstr. 3, Altdorf – CHF 200'000 für Abbruch Wohnhaus und Neubau Remise, Hirschmatt, Erstfeld

15


Verwaltung

Immobilien

Energie

Kauf Brüsti Immobilien AG  Nachdem die Zgraggen Holding AG das

KW Palanggenbach AG  Im Sommer 2020 ist der Spatenstich

Tourismusprojekt auf dem Brüsti nicht umsetzen konnte, zog sie die

zum Bau des Kraftwerks Palanggenbach erfolgt, woran die Korpo­

Absichtserklärung zum Kauf der Brüsti Immobilien AG (Eigentümerin

ration Uri mit 15 % beteiligt ist. Seit dem Baustart hat das Kraft­

Z’Graggen Distillerie AG, Lauerz) Ende 2019 zurück. Somit stand der

werk sichtbare Fortschritte gemacht. Der Stollen am Fuss des Git­

Betrieb des Bergrestaurants und des Skilifts vor der Schliessung. Zur

schen, der für die Druckleitung benötigt wird, ist auf einer Länge

Gesellschaft gehörten das Berggasthaus Z’Graggen, der Skilift Kulm­

von über 500 Metern bereits ausgebrochen. Das entspricht mehr

egg mit Inventar und Maschinen sowie die landwirtschaftlichen Lie­

als einem Drittel der Gesamtlänge. Bei der Kraftwerkszentrale im

genschaften Kulmli und Rämseli mit je einem Haus und einem Stall.

Bodenwald konnten die Rodungsarbeiten abgeschlossen werden.

Die Korporation Uri nahm die Verhandlungsgespräche auf, die dazu

Das Kraftwerk Palanggenbach soll im Frühling 2023 in Betrieb ge­

führten, dass die Korporation Uri alle Aktien der Brüsti Immobilien AG

nommen werden und 11.5 Millionen Kilowattstunden Strom pro­

ins Finanzvermögen erwarb. Anschliessend verkaufte die Korporation

duzieren. Damit lassen sich 2'600 Haushalte mit Strom versorgen.

Uri das Restaurant und den Skilift an die Luftseilbahn Attinghausen-

Der Engere Rat verlängerte der Baumann Epp Bau AG die Deponiebewilligung im Güetli in Gurtnellen bis Ende 2023.

Regalien

Brüsti AG, die deren Betrieb sicherstellt. Die landwirtschaftlichen

Übertragung der Rorbach-Konzession  Nachdem die Kraftwerk

Liegenschaften verbleiben vorerst in der Brüsti Immobilien AG. Die

Wassen AG von den SBB übernommen wurde, übertrug der En­

Gesellschaft soll später aufgelöst und die Liegenschaften ins Ver­

gere Rat die Konzession zur Nutzung des Rorbachs entsprechend.

waltungsvermögen der Korporation Uri überführt werden. Mit dieser

Die Konzession bleibt in jeder Hinsicht unberührt. Ihre Bestimmun­

Transaktion durfte die Korporation Uri einen wichtigen Teil zur Weiter­

gen gelten vollumfänglich für die neue Konzessionärin.

entwicklung des Brüstis beitragen. Insbesondere dadurch, dass nun alle Sport-, Ski- und Freizeitaktivitäten auf öffentlichem Boden stattfin­

KW Erstfeldertal AG  Im vergangenen Geschäftsjahr konnte der

den können. In den Verwaltungsrat der Brüsti Immobilien AG wurden

Bau des Wasserkraftwerks am Alpbach im Erstfeldertal vorange­

Vizepräsident Kurt Schuler und Verwalter Lukas Wyrsch delegiert.

trieben werden. Mitte November 2020 wurde die ein Kilometer lange Druckleitung zum ersten Mal mit Wasser gefüllt. Kurz darauf

Gewerbegebiet Grund Amsteg  Im Jahr 2016 konnte die Kor­

konnte die sogenannte Wintermaschine des Kraftwerks in Betrieb

poration Uri vom ASTRA und den CKW zwei Landparzellen im

genommen werden. Nur zweieinhalb Jahre hat es vom ersten Be­

Gewerbegebiet Grund in Amsteg erwerben. Die Fläche umfasste

willigungsschritt bis zur Inbetriebnahme des Kraftwerks gedauert –

total 32'902 m2. Am 19. Mai 2020 wurde der Engere Rat von der

eine äusserst kurze Zeit bei einem Kraftwerk dieser Grössenord­

Gemeinde Silenen über die weitere mögliche Entwicklung des Ge­

nung. Die Korporation Uri ist mit 8 % an der Aktiengesellschaft be­

werbegebietes Grund informiert. Dabei wurde ein Projekt vorge­

teiligt und stellt unter anderem Korporationsgebiet als Ausgleichs­

stellt, das den Bau einer Dreifachturnhalle mit Restaurantbetrieb

flächen zur Verfügung.

Bewilligung Deponie Güetli verlängert  Seit 2011 betreibt die

Alpen-Bergkristall aus der Mittelsteinzeit  Der sich zurückzie­

Baumann Epp Bau AG (BEAG) den Steinbruch und die Deponie

hende Gletscher Brunnifirn legte auf der Unteren Stremlücke, auf

Güetli in Gurtnellen. Der Konzessionsvertrag zwischen der Korpo­

2'831 m ü. M. eine Kluft frei, worin ein Strahler 2013 zwei Geweih­

ration Uri und der BEAG wurde im Jahr 2017 bereits einmal ver­

artefakte und Holzfragmente fand. Die ins 6. Jahrtausend v. Chr.

längert, da deutlich wurde, dass die Deponie über weitaus höhere

datierten Objekte sind die derzeit ältesten im Eis konservierten Ar­

Kapazitäten verfügt als ursprünglich angenommen. Im Sommer

tefakte in den Alpen. Sie belegen den Abbau und die Verarbeitung

2020 reichte die BEAG bei der Korporation Uri und dem Amt für

von Bergkristall und zeigen, dass der Ort zwischen 8'000, 7'000

Umweltschutz ein Gesuch um eine weitere Verlängerung der Be­

und 5'800 v. Chr. wiederholt aufgesucht wurde. Diese gletscher­

Engere Rat eine Fläche von 4'414 m2 im Baurecht an die Grund

triebsbewilligung bis 31. Dezember 2023 ein. Begründet wurde

archäologische Fundstelle öffnet ein seltenes Fenster in die alpi­

Immobilien AG zur Realisierung dieses Bauvorhabens abgegeben.

das Gesuch unter anderem damit, dass nach wie vor ein erheb­

ne Lebenswelt der Mittelsteinzeit: Sie zeigt die Beschaffung, den

liches Deponierestvolumen vorhanden ist. An seiner Sitzung vom

Gebrauch und die Verarbeitung von Bergkristall auf, aber auch den

17. August 2020 beschloss der Engere Rat, der BEAG eine Verlän­

Stellenwert des Rohstoffs in diesen Jäger-Sammlerinnen-Gesell­

gerung der Deponiebewilligung im Güetli bis Ende 2023 zu gewäh­

schaften. Deshalb startete das Urner Institut ’Kulturen der Alpen’

ren. Die Bestimmungen des bestehenden Deponie- und Steinab­

an der Universität Luzern das Projekt ’Bergeis. Bergkristall aus den

bauvertrages gelten weiterhin.

Alpen in der Mittelsteinzeit’. Hierfür wertet das Forschungsteam

sowie einer Arztpraxis vorsieht. Am 9. Dezember 2020 hat der

Im Gewerbegebiet Grund in Amsteg entsteht ein neues Gewerbegebäude, wofür die Korporation Uri das Baurecht gewährt.

Das Wasserkraftwerk am Alpbach im Erstfeldertal wurde im November 2020 in Betrieb genommen.

die Fundstelle archäologisch aus. Das Projekt soll neue Erkenntnis­ se über die lange Geschichte des Strahlens, über die Veränderun­ gen der saisonalen Mobilitätszyklen alpiner Gesellschaften sowie zur Gletscher- und Umweltgeschichte der Region liefern. Das Ge­ samtbudget des Projekts beträgt rund 365'000 Franken und wird durch Fundraising finanziert. Der Engere Rat hat beschlossen, ei­ nen Beitrag von total 29'000 Franken auszuzahlen.

16

17


Räte

Verwaltung

’Alt’ und ’Neu’ zur neuen Legislatur Am 4. Dezember 2020 hat eine neue Legislaturperiode begonnen. Neun neue und 23 bestehende Korporationsräte nehmen Einsitz in die Legislative der Korporation Uri. Was die Räte motiviert und die Arbeit im Grossen Rat so aussergewöhnlich macht, zwei Korporationsräte erzählen. Im Jahr 2020 ist die vierjährige Amtszeit der 32 Korporationsräte zu Ende gegangen. Neun Korporationsräte sind zurückgetreten, ihre frei werdenden Sitze wurden in den entsprechenden Bürgergemein­ den neu besetzt. In Altdorf fiel die Aufgrund der Corona-Pandemie finden die Korporationsratssitzungen nicht wie traditionellerweise im Landratssaal statt, sondern im Uristiersaal in Altdorf.

Wahl beispielsweise auf Esther Ar­ nold. Die 45-jährige Verantwortliche

Von der Pandemie bestimmt

für Finanz- und Rechnungswesen im Alters- und Pflegeheim Rosen­

«Der Erhalt der Biodiversität ist mir sehr wichtig.»

berg erlebte die Vereidigung am 4. Dezember 2020 im Uri­stiersaal als äusserst feierlich trotz der Pandemie-Massnahmen: «Es beein­ druckt mich sehr, wie die Traditionen hochgehalten werden. Die

Korporationsrat  Statt der üblichen fünf Sessionen pro Jahr konn­

Landwirtschaftskommission  Für die Amtsperiode vom 1. Juni

Vereidigung durch Herrn Pfarrer Daniel Krieg war sehr eindrücklich

te der Korporationsrat im Jahr 2020 aufgrund der Covid-19-Pande­

2020 bis 31. Mai 2024 wurde Korporationsvizepräsident Kurt Schu­

und es erfüllte mich mit Stolz, dies einerseits miterleben zu dürfen

mie nur drei Sitzungen abhalten. An den drei Sessionen vom 28. Fe­

ler, Altdorf, in die kantonale Landwirtschaftskommission wieder­

und andererseits dadurch ein Teil des Gremiums zu werden.»

bruar, 25. September und 4. Dezember 2020 behandelte der Grosse

gewählt.

Rat 25 Geschäfte. Die geplanten Sitzungen am 24. April und 19. Juni

Zusammen mit 30 Korporationsräten bilden Urs Schillig und Esther Arnold die Legislative der Korporation Uri.

Routine und Erfahrung  Nicht neu war das Protokoll der ersten

Korporation einzubringen», so der ehemalige Präsident der Bür­

2020 fielen ersatzlos aus. Die letzte Sitzung des Jahres 2020 war

Jagdkommission  Den beiden Korporationen Uri und Ursern

Sitzung einer neuen Legislaturperiode für 23 Korporationsräte, die

gergemeinde Seedorf. Anliegen und Themen, für die sich Mitglie­

zugleich die konstituierende Sitzung des Korporationsrates für die

steht ein Sitz in der kantonalen Jagdkommission zur Verfügung. Bei

sich für eine weitere Amtszeit wiederwählen liessen, darunter

der des Grossen Rates starkmachen, sind vielfältig. Während sich

neue Legislaturperiode 2020–2024, nachdem der Rat im Juni nicht

der Vertretung wechseln sich die beiden Korporationen ab. Für die

Urs Schillig von der Bürgergemeinde Seedorf. Für den 49-jährigen

Urs Schillig für eine fortschrittliche und pragmatische Korporation

tagen konnte. Neun Personen aus verschiedenen Bürgergemeinden

Periode 2020–2024 steht der Korporation Uri der Sitz zu. Die Wahl

Leiter der Qualitätssicherung bei der RWM Schweiz AG ist es die

Uri mit kurzen Entscheidungswegen einsetzt, fokussiert sich Es­

wurden neu gewählt, der Frauenanteil beträgt nun 16 %. Der Enge­

fiel auf Allmendaufseher Matthias Baumann, Intschi.

zweite Amtszeit im Grossen Rat. «Es braucht eine gewisse Zeit,

ther Arnold auf den Erhalt der Biodiversität und die Pflege und

um sich in den Abläufen und Geschäften der Korporation Uri zu­

Erneuerung des Schutzwaldes.

re Rat verlängerte die Legislaturperiode 2016–2020 bis 31. Okto­ ber 2020. Dies wurde nötig, weil die Korporationsbürgergemeinden

Reussdeltakommission  Die Korporation Uri ist in der kantona­

rechtzufinden», so Urs Schillig, «nach vier Jahren ist man so richtig

aufgrund der Bestimmungen des Bundesamts für Gesundheit im

len Reussdeltakommission mit drei Personen vertreten. Aufgrund

drin und kennt die Ratskollegen der anderen Gemeinden, da wäre

Keine Stimmenthaltung  Diese Vielfalt an Menschen, Motiven

Frühjahr keine Wahlen für den Korporationsrat vornehmen konnten.

der ausserordentlichen Pandemie-Situation und dem dadurch gel­

es schade, bereits nach vier Jahren wieder aufzuhören.»

und Meinungen macht den Korporationsrat zu einem wichtigen und stabilen Organ der Korporation Uri. Auch wenn es für die Räte nicht

tenden Versammlungsverbot sah sich der Engere Rat veranlasst, Sonderallmend Seelisberg  Eine Änderung der Regelung der

anstelle des Korporationsrates Uri zuhanden des Urner Regie­

In Kommissionen mitarbeiten  Dass es eine gewisse Einarbei­

immer leicht sei, eine Meinung zu einem Geschäft zu haben. «Wer­

Sonderallmend Seelisberg wurde vom Korporationsrat Uri an sei­

rungsrates die Nomination für die bevorstehende Amtsperiode vor­

tungs- und Kennenlernphase braucht, ist sich auch Esther Arnold

den von beiden Seiten gute Voten gehalten, sind die Kreissitzun­

ner Sitzung vom 28. Februar 2020 abgelehnt. Dadurch behält die

zunehmen. Als Korporationsvertreter in die Reussdeltakommission

bewusst. «Als neue Korporationsrätin habe ich mir ausserdem

gen in der Vorwoche besonders wichtig, um sich eine Meinung zu

Korporationsbürgergemeinde Seelisberg ihre Sonderrechte be­

wählte der Regierungsrat für die Amtsperiode vom 1. Juni 2020

vorgenommen, das Rechtsbuch der Korporation Uri komplett

bilden», erzählt Urs Schillig und deutet damit die Verpflichtung zur

treffend Erlösen aus Baurechten und Verkäufen ab den Sonderall­

bis 31. Mai 2024 Rolf Infanger, Silenen (bisher), Hermann Herger,

durchzulesen!» Zu einem späteren Zeitpunkt könne sie sich gut

Abstimmung im Korporationsrat an. Eine von vielen Besonderheiten

mendgebieten.

Flüelen (bisher), und Konrad Walker, Seedorf (neu).

vorstellen, sich in einer Kommission zu engagieren wie Urs Schil­

des Grossen Rates.

lig, der in der aktuellen Legislatur in der Anlagenkommission so­ Engerer Rat  Der Engere Rat behandelte an 25 Sitzungen 908 Ge­

wie in der Beschwerdekommission Einsitz hat. «Die Mitarbeit in

schäfte und stellte dabei auf papierlose Akten um. Sämtliche Ge­

einer Kommission ist für einen Korporationsrat sicher eine gute

schäfte sind für die Ratsmitglieder nur noch elektronisch vorhanden.

Möglichkeit, die eigene Meinung in die aktuellen Geschäfte der

18

19


Personal

Finanzen

Personal

Positives Geschäftsjahr  Die Rechnung des Geschäftsjahres 2020 schliesst bei einem Ertrag von CHF 6'781'396.10 und ei­ nem Aufwand von CHF 6'543'549.66 mit Mehreinnahmen von CHF 237'846.44 ab. Nach Ausschüttung des Korporationsnut­ zens von CHF 140'941.70 in Form der erstmals durchgeführten Bürgeraktion ’Schächentaler Höhenweg’ und nach zusätzlichen Fondszuweisungen schliesst die Rechnung um CHF 220'071.44 besser ab als budgetiert. Das Eigenkapital per 31.12.2020 beträgt CHF 17'250'975.11 und entspricht einer Eigenkapitalquote von 30.45 %.

Engerer Rat Ausschuss

Präsident / Waldchef Rolf Infanger, Silenen

Allmendaufseher

Allmendaufseher Kreis 1 Matthias Baumann, Intschi

Allmendaufseher Kreis 4

5 3

4

Anton Gisler, Spiringen

6

2

Vizepräsident / Weidchef Kurt Schuler, Altdorf

Verwalter Lukas Wyrsch, Attinghausen

Allmendaufseher Kreis 2 Werner Walker, Amsteg

1

Allmendaufseher Kreis 3 Josef Schuler, Bürglen

Allmendaufseher Kreis 5 Thomas Walker, Altdorf

Allmendaufseher Kreis 6 Markus Infanger, Isenthal

Neue Allmendaufseher  Allmendaufseher Josef Arnold, Unter­ schächen, trat nach 20 Jahren als Allmendaufseher für den Kreis 4 zu­ rück. Ebenfalls nicht mehr zur Wahl stellte sich Allmendaufseher Karl Marty, Altdorf. Er war zwölf Jahre Allmendaufseher für den Kreis 5. Als Nachfolger von Josef Arnold wurde Anton Gisler, Tal­strasse 26, Spiringen, und als Nachfolger von Karl Marty wurde Thomas Wal­ ker, Schybenplätzliweg 4, Altdorf, in den Engeren Rat gewählt. Pius Zgraggen, Korporationsschreiber, steht der Verwaltung seit 25 Jahren vor.

Wahlen RPK  Wendelin Loretz, Silenen (Präsident), Peter Trutt­ mann, Seelisberg, Walter Walker, Wassen, Oliver Indergand, Schattdorf, und Leo Zwyer, Sisikon, bilden die Rechnungsprü­ fungskommission 2021. Wahlen Beschwerdekommission  Rebekka Mattli, Altdorf (Prä­ sidentin), Urs Schillig, Seedorf, und Thomas Arnold, Unterschä­ chen, wurden für die Amtszeit vom 1. Dezember 2020 bis 31. Mai 2024 in die Beschwerdekommission gewählt. Wahlen Stimmenzähler  Fredy Furger, Göschenen (1. Stimmen­ zähler), und Paul Herger, Attinghausen (2. Stimmenzähler), wur­ den als Stimmenzähler für die Periode vom 1. Dezember 2020 bis 31. Mai 2022 gewählt.

20

Steigerung der Einnahmen  Gegenüber dem Budget 2020 konn­ ten die Einnahmen um CHF 864'496.10 (+14.60 %) gesteigert wer­ den. Verantwortlich für die Ertragssteigerung ist das Wachstum bei den Einnahmen aus Regalien und Konzessionen sowie aus Vermö­ genserträgen der eigenen Liegenschaften. Daneben konnten die Dividendenerträge aus Wertschriften und Beteiligungen ausgebaut werden. Regalien und Konzessionen  Die Hauptertragsquelle der Korpo­ ration Uri bilden die Einnahmen aus Regalien und Konzessionen. Diese Erträge sind das eigentliche Rückgrat der Korporationsfinan­ zen. Insgesamt belaufen sich diese auf CHF 3'593'961.47. Aus Vermögenserträgen unter Einbezug der eigenen Liegenschaften resultieren CHF 2'247'857.06. Die Abhängigkeit der Korporati­ onsfinanzen von diesen beiden Ertragspositionen ist bedeutend, machen sie doch insgesamt 86 % der Einnahmen aus. Aus Ent­ gelten (Gebühren für Amtshandlungen, Benützungsgebühren, Dienstleistungen sowie Rückerstattungen) konnte ein Betrag von CHF 685'828.86 generiert werden. Tieferer Aufwand  Der Gesamtaufwand beläuft sich auf CHF 6'543'549.66 und liegt damit um CHF 644'424.66 (+10.90 %) über Budget. Ohne die zusätzlich vorgenommenen Fondszuweisun­ gen von CHF 934'736.15 würde der Aufwand CHF 290'000.00 unter den Erwartungen liegen. Auf Grundlage des Gesamtergebnisses wird die Korporation Uri dem Fiskus einen Steuerbetrag von rund CHF 100'000.00 zu entrichten haben. Der Personalaufwand (Behör­ den, Kommissionen, Betriebs- und Verwaltungsangestellte) inklusi­ ve Sozialversicherungsbeiträge beläuft sich auf CHF 1'437'458.40 und liegt damit unter dem Budget und unter dem Vorjahreswert. Der Sachaufwand beträgt CHF 1'509'171.16 und schlägt somit knapp CHF 97'000.00 tiefer zu Buche als im Vorjahr. Kosten für Unterhalt erneut unter Budget Die Kosten für den baulichen Liegenschaftsunterhalt bewegen sich mit CHF 589'934.78 rund CHF 67'000.00 unter den erwarteten Ausgaben. Sämtliche geplanten Unterhaltsprojekte konnten im Rahmen der finanziellen Vorgaben abgeschlossen werden. Bei Mieterwechseln wurden die Wohnungen sanft renoviert. Konstanter Beitragsanteil Die Fonds der Korporation Uri wer­ den auf der Basis des BVG-Referenzsatzes von 1.00  % ver­ zinst. Die vorgenommenen Abschreibungen betragen insge­ samt CHF 342'231.05. In die Spezialfinanzierungen bestehend aus Fondseinlagen und Schwankungsreserven wurden total

CHF 939'327.05 eingelegt. Im Jahr 2020 richtete die Korporation Uri Beiträge von insgesamt CHF 1'937'657.90 aus. Somit wurde ein Anteil von 30 % der Gesamtausgaben als Beiträge zugunsten Dritter (Kanton, Gemeinden, private Institutionen und Haushalte) ausgeschüttet. Aufwand 21.20 % Personalaufwand 3.51 % Ertragsüberschuss 0.16 % Interne Verrechnungen 13.85 % Einlagen

22.25 % Sachaufwand

5.12 % Fondsverzinsungen 5.05 % Abschreibungen

28.57 % Beiträge

0.28 % Entschädigungen an Gemeinwesen

Ertrag 33.15 % Vermögenserträge

53.00 % Regalien und Konzessionen

10.11 % Entgelte 3.08 % Beiträge für eigene Rechnung 0.50 % Entnahmen Spezialfinanzierungen 0.16 % Interne Verrechnung

Beiträge 1.00 % Tourismus 7.79 % Volkswirtschaft 7.27 % Korporationsnutzen

2.81 % Bildung 4.81 % Kultur/Freizeit 0.06 % Gesundheit 3.45 % Soziale Wohlfahrt

12.80 % Wasserbau 28.68 % Landwirtschaft

31.32 % Wald

21


Finanzen

Jahresrechnung Laufende Rechnung

Rechnung 2020

Bilanz

Budget 2020

Rechnung 2019

Aufwand

Ertrag

Aufwand

Ertrag

Aufwand

Ertrag

1'777'387.35

127'445.00

1'795'100.00

119'600.00

1'856'832.75

135'085.10

0

Allgemeine Verwaltung

010

Korporationsgemeinde

011

Korporationsrat

012

Engerer Rat

527'227.65

9'620.00

572'500.00

10'000.00

635'258.70

11'858.00

020

Korporationsverwaltung

832'359.45

62'251.80

831'600.00

65'600.00

804'261.60

64'194.65

030

Sozialversicherungsbeiträge

244'514.65

6'019.50

256'000.00

227'974.85

4'376.65

090

Verwaltungsgebäude

142'494.95

49'553.70

72'300.00

44'000.00

86'277.45

54'655.80

1

Öffentliche Sicherheit

2'167.50

6'155.00

20'000.00

2'200.00

5'972.30

4'130.00

100

Rechtswesen

103

Grundbuch-, Vermessungs-, Katasterwesen

106

Bürgerrechtswesen

2

Bildung

54'475.00

64'500.00

235

Berufsbildung

54'475.00

3

Kultur/Freizeit

62'700.00

52'364.00

5'000.00 2'167.50

1'255.00

15'000.00

366.05 1'500.00

5'606.25

Andere Debitoren

977'966.07

741'388.07

Festgelder

13'300'000.00

12'800'000.00

Anlagen

93'169.00

86'000.00

86'550.00

Liegenschaften

48'350.00

Übrige Anlagen

22'000.00

8'850.00

5'000.00

29'350.00

4

Gesundheit

1'100.00

3'000.00

1'550.00

440

Betagtenpflege

5

Soziale Wohlfahrt

500

Sozialversicherungen

531

1'100.00

3'000.00

1'550.00

68'383.00

73'725.00

64'764.75

1'472.75

1'600.00

1'442.00

Familienausgleichskasse

18'985.25

21'000.00

19'132.75

550

Behinderte

40'975.00

41'125.00

40'560.00

590

Soziale Wohlfahrt, Übriges

6'950.00

10'000.00

3'630.00

6

Verkehr

42'396.75

54'200.00

44'530.30

620

Strassen

2'418.05

10'000.00

4'801.95

39'978.70

466.65

44'200.00

39'728.35

248'946.05

466.65

240'000.00

244'374.20

831.10

2'000.00

1'233.90

248'114.95

238'000.00

243'140.30

Transitorische Aktiven VERWALTUNGSVERMÖGEN

19'795'584.31

210.12

210.12

21'269.15

459.65

7'479'205.00

7'510'605.00 848'905.00

Grundstücke

118'202.00

120'902.00

Hochbauten

699'300.00

728'000.00

Waldungen (Korporationsgemeinden)

2.00

2.00

Mobilien

1.00

1.00

6'661'700.00 6'661'700.00

6'661'700.00 6'661'700.00

56'670'671.98

54'762'861.15

1'364'913.20

947'806.55

Darlehen und Beteiligungen Gemischtwirtschaftliche Unternehmen 466.65 466.65

PASSIVEN FREMDKAPITAL Laufende Verpflichtungen

152'064.20

282'091.45

Kreditoren

152'064.20

282'091.45

Kurzfristige Verbindlichkeiten

0.00

0.00

Kurzfristige Bankschulden

0.00

0.00

150'911.20

150'911.20

902'476.43

2'078'500.00

863'100.00

1'971'864.00

1'251'899.65

436'725.70

42'200.00

365'800.00

73'391.35

654'668.10

Alpen und Weiden

642'981.40

359'514.68

869'600.00

314'100.00

769'444.40

401'361.00

Rückstellungen

802

Ruosalp

106'236.05

106'236.05

183'200.00

183'200.00

104'866.85

104'866.85

Laufende Rechnung

803

Land- und volkswirtschaftliche Beiträge

251'563.05

804

Viehzählung

454'702.65

Transitorische Passiven

150'911.20

150'911.20

1'061'937.80

514'803.90 36'801'925.93

300.00

810

Waldungen

9

Finanzen und Steuern

900

Konzessionen

901

Steuern

100'422.35

940

Kapital-/Zinsendienst

364'092.36

843'812.56

363'000.00

941

Liegenschaften im Finanzvermögen ’Burgblock’

15'287.45

100'629.08

39'050.00

942

Liegenschaften im Finanzvermögen ’Bauernhofweg 11/13’

44'165.55

214'545.45

569'458.75

91'003.70

2'539'983.11

618'946.75 5'744'853.02

1'484'100.00

555'000.00 4'932'000.00

3'196'535.90

6'356'233.03

97'217.30

3'593'961.47

71'000.00

3'163'000.00

95'048.55

3'397'881.62

167'145.10

98.10

532'000.00

361'203.83

1'157'660.71

82'600.00

344'159.50

82'904.80

46'700.00

190'000.00

33'006.35

213'047.80 199'549.70

40'000.00

943

Liegenschaften im Finanzvermögen ’Steinmattstrasse 3’

44'572.20

201'283.40

54'400.00

180'000.00

53'102.55

944

Liegenschaften im Finanzvermögen ’Mühlematt 1’

38'420.90

133'489.85

53'300.00

121'000.00

34'743.40

131'641.80

945

Liegenschaften im Verwaltungsvermögen

218.15

369'212.05

250.00

330'000.00

549'724.65

350'642.85

946

Liegenschaften im Finanzvermögen ’Kulturkloster’

336'167.25

24'133.20

357'200.00

7'000.00

89'737.55

54'000.00

947

Liegenschaften im Finanzvermögen ’Bötzlingerstrasse 24’

69'193.20

229'946.65

77'800.00

206'400.00

41'702.90

220'219.65

950

Korporationsnutzen

160'859.20

122'000.00

990

Abschreibungen

334'631.05

236'400.00

995

Vorfinanzierungen

934'736.15

6'543'549.66

33'839.31

6'781'396.10

23'000.00

5'899'125.00

237'846.44

17'775.00

SPEZIALFINANZIERUNG

38'054'783.67

Verpflichtungen

38'054'783.67

36'801'925.93

Verpflichtungen an Spezialfinanzierung

36'138'365.60

34'851'668.55

1'916'418.07

1'950'257.38

KAPITAL

17'250'975.11

17'013'128.67

Eigenkapital

17'250'975.11

17'013'128.67

Vorfinanzierung

104'635.00

Informationen zum Ausserbilanzgeschäft / Eventualverpflichtungen

251'230.15 120'000.00

5'916'900.00

1'071'096.37

7'535'074.20

Aufwandüberschuss 212'740.23

548'586.00

7'747'814.43

Beitragszusicherungen für Projekte an:

CHF

Bürgschaften zu Gunsten:

CHF

– Alp- und Bodenverbesserungen

983'614.75

– Alpkäserei Urnerboden AG

160'000.00

– Erschliessungen im Berggebiet

536'036.35

– Wasserversorgungen

196'611.00

Total Bürgschaften per 31.12.2020

160'000.00

– Gassen, Wege, Brücken

40'432.50

– Baubeiträge

11'887.00

Total Beitragszusicherungen per 31.12.2020

22

370'000.00

19'580'158.06

817'505.00

95'814.65

428'200.00

455'000.00

Sachgüter

1'715'541.90

Ertragsüberschuss

4'519'299.19 13'541'388.07

2'457'050.82

4'100.00

Total

5'166'567.51 14'277'966.07

Darlehen

9'750.00

801

Guthaben

201'848.94

62'100.00

Übrige Freizeitgestaltung

Landwirtschaftliche Liegenschaften

Banken

1'559.05

342'562.21

64'500.00

Sport

Volkswirtschaft

Postcheck

4'846.25

6'364'856.00

350

800

4'722'707.18

Kasse

3'480'962.61

340

8

47'252'256.15

5'513'975.97

Anlagen in Aktien und Fonds

6'000.00

Gewässerunterhalt

49'191'466.98

Flüssige Mittel

62'100.00

53'000.00

750

FINANZVERMÖGEN

28'987'701.25

5'000.00

Bauschuttdeponie Eielen

54'762'861.15

5'861'925.00

74'319.00

720

2'800.00 1'330.00

Kulturförderung

Gassen und Wege

31.12.2019

56'670'671.98

29'378'255.79

700.00

Denkmalpflege/Heimatschutz

Umwelt und Raumordnung

31.12.2020

AKTIVEN

Festverzinsliche Wertpapiere

4'900.00

300

630

Bilanzgliederung

50'696.15 30'790.65

310

7

Bestandesrechnung

1'768'581.60

23


Korporation Uri Gotthardstrasse 3 6460 Altdorf Telefon 041 874 70 90 www.korporation.ch mail@korporation.ch

Detaillierte Angaben zur Jahresrechnung 2020 können bei der Korporation Uri angefordert werden.

Projektleitung und Layout: Anja Wild Grafik Redaktion: Incendio AG Fotografie: Christof Hirtler EWA-energieUri AG Ruedi Kunz Mathias Arnold Druck: Gisler 1843

24


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Geschäftsbericht 2020 by Korporation Uri - Issuu