Skip to main content

Programmheft Tanzplattform Bern 2018

Page 1

tanz

TANZPLATTFORM BERN 13.–16. Juni 2018


TERMINÜBERSICHT MITTWOCH, 13. JUNI 2018 18:00, VIDMAR TRESORPLATZ, EINTRITT FREI TANZFILME / CHOREOGRAPHIC CAPTURES 19:00, VIDMAR TRESORPLATZ ERÖFFNUNGSAPÉRO 19:30, VIDMAR 1, CHF 44/22 NEXT GENERATION | Uraufführungen Tanzstücke von Andrey Alves, Exequiel Barreras und Tsung-Hsien Chen Vorprogramm: Albert – Kurzstück des Konzert Theater Bern Tanzclubs Youngstars in der Choreografie von Marcel Leemann DONNERSTAG, 14. JUNI 2018 18:30, VIDMAR TRESORPLATZ, EINTRITT FREI VIDEO-WERKSCHAU | Einblick in das Schaffen der eingeladenen Choreografinnen und Choreografen 19:30, VIDMAR 1, CHF 44/22 INTERNATIONALE GASTSPIELE I Tanzstücke von Sigge Modigh, Antonin Comestaz und Olga Labovkina Vorprogramm: Albert – Kurzstück des Konzert Theater Bern Tanzclubs Youngstars in der Choreografie von Marcel Leemann


FREITAG, 15. JUNI 2018 18:30, VIDMAR TRESORPLATZ, EINTRITT FREI VIDEO-WERKSCHAU | Einblick in das Schaffen der eingeladenen Choreografinnen und Choreografen 19:30 VIDMAR 1, CHF 44/22 INTERNATIONALE GASTSPIELE II Tanzstücke von Hung-Chung Lai, Fabio Liberti und KOR’SIA Vorprogramm: Togetherness – Kurzstück der New Dance Academy Bern in der Choreografie von Winston Ricardo Arnon SAMSTAG, 16. JUNI 2018 18:30, VIDMAR TRESORPLATZ, EINTRITT FREI VIDEO-WERKSCHAU | Einblick in das Schaffen der eingeladenen Choreografinnen und Choreografen 19:30, VIDMAR 1, CHF 44/22 VERLEIHUNG DER BERNER TANZPREISE Highlights aus allen Stücken der Tanzplattform und Preisvergabe Vorprogramm: Togetherness – Kurzstück der New Dance Academy Bern in der Choreografie von Winston Ricardo Arnon AB 22:00, VIDMAR +, EINTRITT FREI TANZPLATTFORM-PARTY


VEREHRTE TANZFREUNDE Als wir 2013 dieses neue Tanzfestival lancierten, gab es nicht viele Befürworter dieses neuen Formats, doch mittlerweile erfreut sich die Tanzplattform Bern grosser Beliebtheit. Über fünf Jahre hat sich die Tanzplattform Bern zu einem wichtigen Sprungbrett für Nachwuchschoreografen mit internationaler Strahlkraft etabliert. 500 Choreografinnen und Choreografen aus 56 Ländern haben sich um die Teilnahme beworben; die sechs stärksten Beiträge zeigen wir Ihnen nun als Schweizer Erstaufführungen in Bern. Der Erfolg der Produktionen, die von den Gewinnern des jeweiligen Vorjahreswettbewerbs choreografiert wurden zeigen wieviel hochrangiges künstlerisches Potential in diesem Festival steckt. Dank ihrem Intresse können wir die Arbeit der Preisträger unterstützen und zu deren künstlerischer Entwicklung beitragen. Lassen Sie uns gemeinsam in die vielfältige Welt des Tanzes eintauchen und vier Tage Tanz pur erleben! Ihr Stephan Märki intendant konzert theater bern

4


MEIN TREUES TANZPUBLIKUM Zum Abschluss dieser Saison voller Tanzhighlights und immer ausverkaufter Vorstellungen, freue ich mich, Ihnen unsere Tanzplattform für Nachwuchstalente zu präsentieren. Die eingeladenen Künstler kommen aus Frankreich, Italien, Spanien, Schweden, Weissrussland und Taiwan und treten in den Wettbewerb um die Berner Tanzpreise. Auch dieses Jahr wählt eine Fachjury die Gewinnerin / den Gewinner des Produktionspreises der Tanzcompagnie Konzert Theater Bern und Sie haben die Möglichkeit, für Ihren Favoriten zu stimmen, der den Förderbeitrag von 3000 Franken erhält. Doch dieses Festival bietet auch den Talenten in unseren eigenen Reihen eine Chance, sich zu entwickeln. So zeigen unsere TänzerInnen in Next Generation eigene Kreationen, und unser neu gegründeter Tanzclub Youngstars stellt ein Kurzstück vor. Kooperationen sind integraler Bestandteil unserer Arbeit und tragen unsere Tanzbegeisterung in die Stadt. Deshalb verfolgen wir im Format «Dance And The City» kontinuierlich Partnerschaften mit anderen Institutionen Berns. Die hieraus entstandenen Arbeiten haben ebenfalls bei der Tanzplattform Bern ihren festen Platz. Es ist unsere Pflicht, künstlerisches Potenzial zu fördern, und die stark angestiegenen Bewerbungszahlen zeigen, dass es einen grossen Bedarf danach gibt. Umso mehr freue ich mich über Ihre Neugier auf diese jungen Künstler. Ihr Enthusiasmus ist uns eine grosse Unterstützung und Ansporn! Herzlichst Ihre Estefania Miranda direktorin tanz konzert theater bern & kuratorin tanzplattform bern 5


DANCE AND THE CITY

ALBERT

TANZCLUB YOUNGSTARS MITTWOCH, 13. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 DONNERSTAG, 14. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1

Der Tanzclub Youngstars ist eines der neuen Vermittlungsprojekte der Tanzcompagnie Konzert Theater Bern. Der Choreograf Marcel Leemann arbeitet projektweise mit einer Gruppe tanzbegeisterter Menschen im Alter zwischen 14 und 26 Jahren. Die Youngstars lernen im Prozess die T채nzerinnen und T채nzer sowie das Team der Tanzcompagnie Konzert Theater Bern kennen, sehen Vorstellungen und erhalten einen exklusiven Einblick hinter die Kulissen. Die Produktionen sind jeweils thematisch an den Spielplan der Tanzcompagnie angebunden. Bei der Tanzplattform Bern wird der Tanzclub Youngstars aus der Taufe gehoben und pr채sentiert erstmals ein Kurzst체ck zu Albert Einstein.

choreografie Marcel Leemann

6

Tanz Tanzclub Youngstars


DANCE AND THE CITY

TOGETHERNESS

KOOPERATIONSPROJEKT MIT DER NEW DANCE ACADEMY BERN FREITAG, 15. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 SAMSTAG, 16. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 Dieses Kooperationsprojekt wurde vor drei Jahren lanciert und ist seither fester Bestandteil der Tanzplattform Bern. In Intensiv-Workshops erarbeiten die jungen Talente gemeinsam mit einem Mitglied der Tanzcompagnie Konzert Theater Bern eine Choreografie. Unser Tänzer Winston Ricardo Arnon choreografiert bereits zum zweiten Mal für Schülerinnen und Schüler der New Dance Academy Bern.

choreografie Winston Ricardo Arnon

tanz Timo Andenmatten, Chantal Bachmann, Geraldine Diem, Lara Giuri, Alina Heiniger, Anais Höchtl, Sophie Lerch, Péroline Marcel, Luisa Morell, Sina Repetto, Sarah Riveros, Nina Savas, Daniela Schertenleib, Elin Senn, Sasche Weaver, Fabienne Zubler 7


Then, Before, Now, Once More

8


NEXT GENERATION

MY FAVOURITE SONG

URAUFFÜHRUNG

TANZSTÜCK VON EXEQUIEL BARRERAS (ARG / TANZCOMPAGNIE KONZERT THEATER BERN) MITTWOCH, 13. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 Wie beeinflusst Musik unsere Emotionen? Welche angenehmen, ausgelassenen oder schmerzlichen Erinnerungen verbinden wir mit bestimmten Liedern? Jeder Mensch trägt unbewusst ein immenses Musikarchiv in sich, das seine Gefühlswelt kategorisiert. Exequiel Barreras erforscht diesen inneren Kosmos seiner Tänzer und verwebt die darin steckenden persönlichen Geschichten zu einer emotionalen Tanz- und Musikcollage. Exequiel Barreras wurde in Cordoba, Argentinien, geboren und erhielt dort seinen ersten Tanzunterricht. 2001 zeichnete ihn die Julio-Bocciaund Chet-Walker-Stiftung mit einem Stipendium aus, worauf er später Ensemblemitglied des Ballet Contemporáneo del Teatro San Martín wurde. Seit 2005 kreiert er eigene Stücke, die bislang in Argentinien, Deutschland, der Schweiz und den USA gezeigt wurden. Seit 2009 arbeitet er in Europa. Nach einer Spielzeit am Landestheater Coburg wechselte er in die Tanzcompagnie des Theaters St. Gallen, 2016 kam er als choreografischer Assistent für Callas zur Tanzcompagnie Konzert Theater Bern, wo er seit 2017.2018 Ensemblemitglied ist.

choreografie Exequiel Barreras Sounddesign Raoul Nagel Bühne Kim Zumstein Kostüme Maïté Forster

tanz Manon Adrianow, Jay Diego Ariës, Olive Lopez, Nozomi Matsuoka, Toshitaka Nakamura, Petr Nedbal, Noa Van Tichel 9


NEXT GENERATION

BALTS

WHILE A FILTER BECAME YOUR PROFILE PICTURE URAUFFÜHRUNG

TANZSTÜCK VON TSUNG-HSIEN CHEN (TWN / TANZCOMPAGNIE KONZERT THEATER BERN) MITTWOCH, 13. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 Wir alle stecken uns hohe Ziele. Es ist der eigene Ehrgeiz, der uns dabei antreibt – manchmal sogar so sehr, dass wir unseren Weg rücksichtslos verfolgen und nicht reflektieren, was wir dabei mit unserem Gegenüber anrichten. Tsung-Hsien Chen setzt mit While a filter became your profile picture tänzerisch um, warum und wie der hartnäckig verfolgte Weg auch Schaden hinterlassen kann. Wir erkennen oftmals zu spät, dass sich das Erreichen des Ziels nicht lohnt. Aber über dem eigenen Profil liegt längst ein Filter, der ein Zerrbild unserer selbst wiedergibt, uns anders aussehen lässt, als wir sind. Tsung-Hsien Chen stammt aus Taiwan, wo er seine Ausbildung an der Taipei National University of the Arts absolvierte. 2014 kam er nach Europa und trat sein erstes Engagement in der Tanzcompagnie der Landesbühnen Sachsen an, bevor er 2015 in die Compagnie des Theaters Regensburg wechselte. Zur Spielzeit 2017.2018 kam er in die Tanzcompagnie Konzert Theater Bern. choreografie Tsung-Hsien Chen musik Armand Amar, Gesaffelstein bühne Fiorenza Bossard Kostüme Maïté Forster 10

tanz Manon Adrianow, Jay Diego Ariës, Winston Ricardo Arnon, Edoardo Deodati, Nozomi Matsuoka, Marieke Monquil, Marjin van der Sande


NEXT GENERATION

WHITE MARBLE

URAUFFÜHRUNG

TANZSTÜCK VON ANDREY ALVES (BRA / TANZCOMPAGNIE KONZERT THEATER BERN) MITTWOCH, 13. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 In glänzend weissen Marmor gemeisselt, thronen in der Galleria Borghese in Rom zahlreiche Statuen. Die berühmteste davon: Canovas Abbild von Paolina Borghese als «ruhende Venus». Sie strahlt majestätisch eine kühle Erotik aus, ist Inbegriff des Weiblichen. Doch was steckt hinter diesen marmornen Tableaux vivants? Andrey Alves hinterfragt in seinem Tanzstück White Marble die Ausstrahlung und Blicke dieser faszinierenden Szenen und geht ihrem Menschsein und ihren Sinnen auf den Grund. Andrey Alves wurde 1984 in Rio de Janeiro, Brasilien, geboren, wo er auch seine Tanzausbildung erhielt. Er schloss seine Ausbildung an der Schule des Centro de Artes Nós da Dança ab und wurde anschliessend in die dazugehörige Compagnie aufgenommen. 2008 trat er der Projektcompagnie Focus Cia. de Dança unter der künstlerischen Leitung von Alex Neoral bei, 2010 wechselte er zu Quasar Cia. de Dança. In der Spielzeit 2016.2017 war Andrey Alves zunächst als Gasttänzer bei Konzert Theater Bern engagiert. Seit 2017.2018 ist er festes Ensemblemitglied der Tanzcompagnie Konzert Theater Bern. choreografie Andrey Alves Musik Vladislav Delay, Francisco Alves, Susumu Yokota, Ryoji Ikeda Sounddesign Federica Cino Bühne Fiorenza Bossard Kostüme Maité Forster

tanz Angela Demattè, Olive Lopez, Toshitaka Nakamura, Petr Nedbal, Noa Van Tichel

11


Air

12


INTERNATIONALE GASTSPIELE I

I’M SIMON SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG TANZSTÜCK VON SIGGE MODIGH (SWE) DONNERSTAG, 14. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 Wie können Konflikte und Machtspiele eskalieren? Kleine Fehden unter jungen Menschen arten durch Bagatellen schnell in Betrübnis und Tragödien aus; oftmals sogar ohne Absicht. Sigge Modighs Tanzstück I’m Simon hinterfragt, wie solche Konflikte beginnen, die Ehre und Ruf bestimmter Personen schützen sollen. Warum gelangen diese Menschen in eine solche Situation, in der sie eigentlich nicht sein möchten? Wo liegt der Punkt der Ausweglosigkeit? Sigge Modigh erhielt seine Ausbildung an der Ballett Akademie Göteborg. Anschliessend tanzte er am Östre Gasvaerk Theater, in der Björn Elisson Company, dem Oslo Dance Ensemble und fünf Jahre mit Art of Spectra. 2012 gründete er die Compagnie Can I Do This? und realisierte seither sieben grosse Produktionen, die in Schweden, Norwegen, Dänemark, Italien und Deutschland aufgeführt wurden. Sigge Modigh choreografierte Musicals wie Sunset Boulevard, Legally Blonde und Addams Family am Varberg Theater. Er unterrichtet zudem an der Royal Swedish Ballet School, am Danish Dance Theatre und der Oper Göteborg.

Choreografie Sigge Modigh Musik Nick Cave, Warren Ellis

Tanz David Lagerquist, Moe Need, Mayumi Yamaguchi

13


INTERNATIONALE GASTSPIELE I

THEN, BEFORE, NOW, ONCE MORE SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG TANZSTÜCK VON ANTONIN COMESTAZ (F) DONNERSTAG, 14. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 Das Universum scheint mit Regeln zu spielen, die sich konstant verändern. Nichts bleibt, alles wandelt sich – Leben und Tod, Tag und Nacht, Jahreszeiten … Nichts ist jetzt, was es einmal war. Die Natur lässt uns diese Muster in allen Ereignissen miterleben. Auch die menschlichen Gefühle sind von diesem immerwährenden Zyklus betroffen. Wie gehen wir damit um, wenn wir die Ewigkeit suchen? Antonin Comestaz untersucht in seinem Tanzstück Then, Before, Now, Once More Prozesse der stetigen Veränderung. Antonin Comestaz wurde in Paris geboren. Er tanzte nach seiner Ausbildung mit dem Ballett der Pariser Oper, dem Hamburg Ballett sowie am Staatstheater Mainz und bei Scapino in Rotterdam. Er arbeitete als Tänzer mit Choreografen wie John Neumeier, Marco Goecke, Rui Horta, Carolyn Carlson, Ed Wubbe oder Jacopo Godani. Seit 2013 choreografierte er mehrere Stücke für das Korzo Theater (Den Haag), für Conny Janssen Danst sowie für andere Compagnien und Tanzschulen.

choreografie, Kostüme & Lichtdesign Antonin Comestaz Musik Aphex Twin, Robert Lippok, Nicolas Jaar 14

tanz Cassandra Arnmark, Lukas Karvelis


INTERNATIONALE GASTSPIELE I

AIR SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG TANZSTÜCK VON OLGA LABOVKINA (BLR) DONNERSTAG, 14. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 Ein Spiel mit der Freiheit der Luft als Raum für freie Intentionen. Wenn die Luft verschwinden würde, was bliebe? Drei Charaktere träumen von Grossem: ferne Reisen, wahre Liebe, persönliche Kreativität. Doch sind sie gefangen auf ihren Inseln des Trosts, in ihren Ängsten, ihrem eigenen, täglichen Leben, denn für das Lebendige und Reine wird die Luft eng – und die Entscheidung liegt bei ihnen: Wer kann die Luft länger anhalten, um am Leben zu bleiben? Olga Labovkina studierte an der Waganowa-Ballettakademie in St. Petersburg. Seit 2008 ist sie Choreografin und künstlerische Leiterin des krakuli Dance Theatre in Minsk, Weissrussland. Mit ihrer Compagnie war sie u.a. am Teatro de Vita in Bologna, am Monsun Theater in Hamburg und diversen internationalen Festivals wie Gold Mask Moskau, Zawirovania Warschau und Zelyonka Festival Kiev zu Gast. Sie gewann 2017 den Wettbewerb für junge Choreografen «Context. Diana Vishneva». Als Tänzerin und Choreografin hatte sie Residenzen am Korzo Theater in Den Haag, am Vitlycke – Center of Performing Arts Schweden und am reSITE KUNSTrePUBLIK – Zentrum für Kunst und Urbanistik Berlin.

choreografie Olga Labovkina Sounddesign Dmitriy Lades (aortha), Johann Sebastian Bach Lichtdesign Sergey Novitsky

tanz Olga Labovkina, Ivan Sachkov, Aleksandr Filippov

15


Don’t, Kiss

16


INTERNATIONALE GASTSPIELE II

DON’T, KISS SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG TANZSTÜCK VON FABIO LIBERTI (IT) FREITAG, 15. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 Zwei Menschen sehen sich, gefallen sich. Sie kommen in Kontakt: Lippe an Lippe, als Kuss allgegenwärtig erkennbar. Der Kuss zwischen zwei Menschen war schon immer Gegenstand von Werken, Gedichten, Porträts und Skulpturen. Er ist wohl das häufigste und repräsentativste Bild der Liebe. Was zunächst als Kuss erscheint und eine romantische Konnotation mit sich bringt, wandelt sich in eine blosse körperliche Einschränkung und in ein Hindernis, das es zu überwinden gilt – ein selbstgeschaffenes Gefängnis, das man lieben darf. Don’t, kiss stellt Fragen über gesunde Beziehungen und ein zwanghaftes Bedürfnis, mit jemandem verbunden zu sein. Fabio Liberti studierte an der Codarts in Rotterdam. Seiner Tanzausbildung folgten Engagements u.a. bei Conny Janssen Danst, am Stadttheater Hildesheim, am Theater St. Gallen und am Danish Dance Theatre, wo er aktuell tanzt. Seit 2006 realisiert er eigene Choreografien. 2013 gewann er den 3. Preis an der Copenhagen International Choreography Competition, 2014 den Kritikerpreis am Internationalen Choreografenwettbewerb Hannover sowie 2017 weitere Preise an der Skopje DansLab International Competition und am Solo Dance Contest in Gdansk. Zudem choreografierte er für die Tanzcompagnie am Mainfrankentheater Würzburg.

choreografie Fabio Liberti Musik Per Henrik Määnpä

tanz Jerney Bizjak, Fabio Liberti

17


INTERNATIONALE GASTSPIELE II

BIRDY

SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG TANZSTÜCK VON HUNG-CHUNG LAI (TWN) FREITAG, 15. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 Vielen Menschen fühlen sich in ihren eigenen kleinen Blasen gefangen, weil ihre Moral, ihr Glaube oder ihr Pflichtgefühl von der Norm abweicht und sie andere Ideale in sich tragen. Hung-Chung Lais Duett Birdy erzählt den Traum vom Leben eines Vogels, verbunden mit dem Wunsch nach Freiheit. Die Fasanenfeder (chin. «Ling Zi») auf dem Haupt der Tänzerin symbolisiert die Kraft und das Können der Krieger. Denn die Tänzerin ringt mit ihrem Inneren. Sie kämpft gegen den Käfig, den sie sich selbst baut. Doch für den Traum lohnt es sich zu leben, wie ein altes chinesisches Sprichwort besagt: «Obwohl der Tod allen Menschen gleich ist, kann er schwerer als der Tai Shan [heiliger Berg in China] oder leichter als eine Feder sein. Menschen leben und Menschen sterben, aber der Geist, den sie zurücklassen, leuchtet für immer.» Hung-Chung Lai studierte an der Taipei National University of Arts Taiwan. Sein Duett Birdy gewann bereits mehrere Preise, 2017 die Publikumspreise am Masdanza International Contemporary Dance Festival und am Odoru Akita International Dance Festival sowie den 1. Preis beim Burgos New York Choreography Contest. Sein Tanzstück Watcher wurde beim Internationalen Choreografenwettbewerb Hannover mit dem 3. Preis sowie mit dem Kritikerpreis ausgezeichnet. Als Gastchoreograf kreierte Hung-Chung Lai mehrere Tanzstücke für das Kaohsiung City Ballet. choreografie, kostüme & lichtdesign Hung-Chung Lai Musik Roger Goula, Max Richter 18

tanz Wei Cheng, Lin-En Hsu


INTERNATIONALE GASTSPIELE II

THE LAMB

SCHWEIZER ERSTAUFFÜHRUNG TANZSTÜCK VON KOR’SIA (E) FREITAG, 15. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 «Da wachte ich mit jähem Schrecken auf, wie vor einer plötzlichen und perversen Gefahr, als ob ich im Dunkel die eisige Haut eines Reptils berührt hätte.» Ernesto Sábato: Über Helden und Gräber, Bericht über die Blinden The Lamb beginnt mit einem Wunder: Ein Blinder erlangt sein Augenlicht zurück. Auf dieser Reise sind Himmel, Hölle und Fegefeuer nur schwer voneinander zu unterscheiden. Es finden seltsame Rituale statt; Opfer und Henker sind austauschbar. Um dieser Welt zu entkommen, müssen die Augen ein zweites Mal geschlossen werden. Und wenn das Leben ein Traum ist und der Tod uns erweckt? Das Kollektiv Kor’sia um Antonio de Rosa und Mattia Russo wurde 2015 gegründet und ist in Madrid ansässig. Kor’sia arbeitet u. a. mit der Compañía Nacional de Danza, dem Nationalballett der spanischen Hauptstadt, und der Produktionsfirma Spectare zusammen. In ihren Choreografien finden sich oft Elemente aus Film, Fotografie, Literatur und Bildhauerei wieder, die als Referenzen für neue Ausdrucksformen dienen.

konzept, choreografie & lichtdesign Mattia Russo & Antonio de Rosa in Zusammenarbeit mit den Tänzerinnen und Tänzern Bühne Monica Borromello Musik Johann Sebastian Bach

Dramaturgie Maria Velasco Gonzales tanz Astrid Bramming, Laura de Carolis, Alejandro Moya, Antonio de Rosa, Giulia Russo, Mattia Russo 19


The Lamb

20


21


VERLEIHUNG DER BERNER TANZPREISE HIGHLIGHTS AUS DEN WETTBEWERBSBEITRÄGEN DER TANZPLATTFORM UND PREISVERGABE

SAMSTAG, 16. JUNI 2018, 19:30, VIDMAR 1 Am krönenden Abschlussabend der fünften Ausgabe der Tanzplattform Bern werden aus allen sechs Wettbewerbsbeiträgen kurze Ausschnitte gezeigt. Über den Jurypreis, der eine Choreografie im Rahmen des zweiteiligen Tanzabends Paul Klee in der Spielzeit 2018.2019 verspricht, entscheidet eine renommierte Fachjury, bestehend aus Spezialistinnen und Spezialisten der internationalen Tanzszene. Aber auch das Publikum wird in das Rennen um die Berner Tanzpreise involviert sein. In einer schriftlichen Abstimmung entscheidet es über die Vergabe des Publikumspreises und kann mit einer Stimme seinen Favoriten belohnen. 2018 wird erstmals ein Förderbeitrag über 3000 Franken als Publikumspreis vergeben, der das Schaffen von NachwuchschoreografInnen unterstützt. Bei dieser feierlichen Preisverleihung ist zudem die Tanzcompagnie des Stadttheaters Giessen zu Gast und gibt einen Einblick in das Tanzstück Auftaucher, choreografiert von Henrietta Horn. Auch die Tanzcompagnie Konzert Theater Bern fehlt an diesem Abend nicht: Wir zeigen noch einmal einen Ausschnitt aus dem umjubelten Tanzstück Yidam von Ihsan Rustem. Choreografien von Antonin Comestaz, Olga Labovkina, Hung-Chung Lai, Fabio Liberti, Sigge Modigh und kor’sia

22


TANZCOMPAGNIE KONZERT THEATER BERN YIDAM choreografie, kostüme & lichtdesign Ihsan Rustem

tanz Andrey Alves, Winston Ricardo Arnon, Angela Demattè, Olive Lopez, Nozomi Matsuoka, Toshitaka Nakamura, Petr Nedbal, Noa Van Tichel

TANZCOMPAGNIE STADTTHEATER GIESSEN AUFTAUCHER choreografie Henrietta Horn Kostüme Katharina Andes Dramaturgie Johannes Bergmann

tanz Michael D‘Ambrosio, Caitlin-Rae Crook, Maria Adriana Dornio, Yusuke Inoue, Anna Jirmanova, Sven Krautwurst, Lorenzo Rispolano, Mamiko Sakurai, Antonio Spatuzzi, Magdalena Stoyanova

23


DIE JURY HONNE DOHRMANN ist Tanzdirektor am Staatstheater Mainz, wo er die Compagnie tanzmainz kuratiert. Zudem ist er künstlerischer Leiter des Festivals tanzmainz. RUTH GILGEN HAMISULTANE leitete bis 2014 die Kommunikation des Kunstmuseums Bern und ist seither freischaffend für zahlreiche Kulturbetriebe tätig. Ruth Gilgen Hamisultane ist ausgebildete Tänzerin. BRUNO HEYNDERICKX ist seit 2014 Kurator des Hessischen Staatsballetts Wiesbaden. YUKI MORI ist seit 2012 künstlerischer Leiter und Chefchoreograf von Theater Regensburg Tanz. Zudem ist er Jurymitglied des Internationalen Wettbewerbs für Choreografie Hannover. ESTEFANIA MIRANDA ist seit 2013 Direktorin Tanz bei Konzert Theater Bern und initiierte die Tanzplattform Bern als internationales Festival für Nachwuchschoreografinnen und -choreografen. CLAUDIA ROSINY ist seit 2012 Verantwortliche für Tanz und Theater der Sektion Kulturschaffen beim Bundesamt für Kultur. KARL-ALFRED SCHREINER ist Tanzdirektor am Staatstheater am Gärtnerplatz in München. 24


Birdy

25


SPIELSTÄTTE & PREISE VIDMARHALLEN (Könizstrasse 161, 3097 Liebfeld) Buslinie 17, Haltestelle «Hardegg/Vidmar» oder Buslinie 10, Haltestelle «Hessstrasse» EINHEITSPREIS chf 44,– (ermässigt chf 22,–)

TANZPLATTFORM-PASS Vier Tage Tanz pur? Erleben Sie alle Vorstellungen der Tanzplattform Bern für nur chf 99,– (ermässigt chf 49,50)

merci!

26


NACHWEISE & IMPRESSUM TEXTNACHWEISE S. 9 bis 11: Originalbeiträge von Isabelle Bischof Zitat S. 19 Ernesto Sábato: Über Helden und Gräber, Wiesbaden 1986, S. 243 S. 7, S. 13 bis 21: Zulieferungen der beteiligten Teams, übersetzt und bearbeitet von Isabelle Bischof BILDNACHWEISE Titelseite: Gert Weigelt S. 8: Marcel van Oostroom | S. 12: Olga Kerelyuk | S. 16: Matija Lukić | S. 20–21: María Alperi | S. 25: Yu-Hsuan Chang KONZERT THEATER BERN intendant Stephan Märki direktorin tanz Estefania Miranda spielzeit 2017.2018 redaktion Isabelle Bischof konzept & gestaltung formdusche, Berlin | layout Murielle Bender druck Haller + Jenzer AG, 3400 Burgdorf redaktionsschluss 09. Mai 2018 | Änderungen vorbehalten.

27


JETZT

RESERVIEREN rooftop-grill.ch

031 339 50 40 grilled by


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Programmheft Tanzplattform Bern 2018 by Bühnen Bern - Issuu