1
1
GEDICHTE
WOLKENFLUG SPIELT ZERREISSPROBE
FARHAD SHOWGHI
Vom Hinschmeißen reden, vom Leichtfüßigsein. Vom Weiterflug der verletzten Hand. Trotz Feinjustierung des Worts Armlänge im Wechselspiel mit Halbtrockenrasen und Buschbraunelle. Vorerst den Wasserhahn öffnen, vielleicht ausgeruht wirken, das Prasseln zitieren: „Eins, zwei, drei, geh’n vorbei, wissen nicht, wer das wohl sei.“ Den Wasserhahn schließen. Das Gewicht verlagern. Mit der gewaschenen Hand das Hinschmeißen beginnen, das Leichtfüßigsein. Die Fußsohlen in den Schuhen bedenken. Das mitmischende Ausgeruhtwirken nicht außer Acht lassen. Der Vollständigkeit halber das Gewicht halten, und kurzerhand wie aus dem Fenster schauen. Es fängt an zu regnen. Diese Szene vorläufig als anschließbar betrachten. Vergleiche nicht scheuen. Das Hinschmeißen fortsetzen. Ohne sich immer wieder umzusehen. Allmählich keinen Gedanken mehr an den Wasserhahn verschwenden. Keine Schere holen. Lieber Picknick mit der Schulter machen. Im gegebenen Moment auf die Armlänge verzichten. Auch später, viel später an diesem Tag. Es fängt an zu regnen. Es gibt manchmal irgendeinen äußeren Impuls. Und den zusammenhanglosen, riesigen Fehler, der ein Nachspiel der Lichtverhältnisse ist. Dennoch „Ich bin leichtfüßig“ sagen. Sich in nächster Nähe dann mit dem ganzen Körper verhalten. Alles aufscheinen, aber nichts zurücklassen. Keine Schläfe, kein einziges Knie. Die Unnachvollziehbarkeit dieses Geschehens nicht beachten. Ruhig noch einmal Halbtrockenrasen sagen und sich deutlicher verlaufen. Mit wachsender Distanz trotzdem Orangensaft trinken. Den Kopf zurückwerfen, das Hinschmeißen verlängern. Bis eine schöne, vergebliche Geste steht.
8
9
Vom Loslegen reden. Im Beisein einer Strauchschattenwelle Nachmittagslicht. Dem Anschein nach aus der Haustür treten. Die Handtellergröße wie andere Details mit einbeziehen. Vorläufig. Auch Kurzgrasepisoden, die augenblickliche Lage, Überlappungen. Und von Anfang an das Schrittgeräusch aus seiner gewohnten Entfernung. Sich nicht gleich treiben lassen. In Augenhöhe mit dem Loslegen beginnen, nach unten hin mit dem Gehen verquicken. Vielleicht etwas verfrüht nachdenklich wirken. Den Armschwung aus den Augen verlieren. Andere Bewegungen ins Blickfeld rücken. Aus verschiedenen Höhen Wässriges und den Boden bestücken, auch mit den Füßen, rechts und links. Vor sich hin murmeln: Ich bestücke. Das Loslegen jetzt stärker anklingen lassen, ein Vorgefühl ins Spiel bringen. Eine weitere Variante der Dauer zwischen Kornblumen und der Begrenzung der Gegend. Angestautes in einem dieser Blaus der schmalblättrigen Lupine erwarten. An eine ferne Logik des Loslegens denken, nah am Mund sich freuen. Unbestimmt gegen Tränen kämpfen. Mit Leichtigkeit dasselbe Hemd wie vorhin tragen.
Vom HinscHmeissen und LeicHtfüssigsein
Von Anfeuern reden. Vom Anlaufnehmen. Bis an die Ränder brummen, mit kleiner, noch winkender Gestalt. Entlang des Geräuschs den Mundraum füllen. Mit Trennschärfe, Schwitzlippen, Wolkenspiel. Luft holen wie immer. Mit Namen von Dingen. Du sagen, vielleicht auf gut Glück. Die Sorge existiert in Hellorange. Bevor sie verschwindet. Und auf dem Berg schneit es. Wieder vom Anfeuern reden, unter zischenden Drähten von Dahlien und Dill. Die Schneebeere holt Sonnenlicht. Es gibt andere Arme als deine. Weiter draußen verstehst du nichts. Langsam bist du schon jemand, der mitgelaufen ist. Durchwatest leichter Unstimmigkeiten. Betupfst einen Wasserspiegel Punkt für Punkt. Es flüstert dein Rücken, erinnert ans Sprechen. An Speichelfäden, ans Ruhigflüchten. Noch unbehaust die Freundlichkeit. Und wie oft muss der Finger den Horizont bestreichen? Die Wolken schaffen zwölf Dächer pro Minute. Der Finger mehr und mehr. Du suchst passende, innere Stockmalvenstellen. Geschultertes Gelb. Erinnerst Zickzack mit Erlen, willst schon in dich hineingewinkt haben, mit Anschluss an Zedern, an Sprenkelfarben. Proportionen des Körpers, im Anlauf zugeflüstert. Nichts mehr von sich aus gelb. Andere Arme sollten jetzt einspringen, Hautschimmer, Regen bis an die Ränder. Das Sprechen auch. Zögerndes Selbstarrangement. Längst fällige Gesten. Und Nasen als letzte Wanderlibellen. Das Laufgewicht halten. Die Entschlossenheit zur Spur. Mit Schwarzschuh, Blauschuh dem hingedrehten Du entgegen, dem Feldrand, der Flughand.
12
13
Von skizzieren reden. Von Gekräusel und Strichen, die ausgespart werden. Ließ die Finger vom Neumond. Doch hielt sie gestreckt. Mit Verbindungslust. Auf nahen Wind. Auf fernere, leicht biegsame Spitzen. Warte: Was sich auch tut, muss eine Weile nichts berühren. Wird gerade verpasst. Oder später erinnert. Wird Abstand nehmen, mitleuchten müssen. Gleich beginnt mein Name in die Irre zu führen. Hört nicht auf den Mund. Geräusch von Zügen. Ein Fürsprecher. Kurz angebunden. Nachdem schon vorhin alles klar war. Und irgendwo draußen, sehr weit draußen, im Beisein eines Hügels und vieler Gräser, unbestimmt, frei heraus, beispiellos: Ein letzter Spielpunkt. Hängelibellen, die flink gewesen. Ungereimtheiten. Allenfalls noch Apfellaub. Reste von Wehrlosigkeit.
Vom HinscHmeissen und LeicHtfüssigsein
Vom Ähneln reden. Ja, vom Ähneln reden. Es mit sich selbst beginnen lassen. Den Streuwert berücksichtigen, das Wechselspiel mit Stofflichkeit. Zum Beispiel neben dem Schneebeerenstrauch. Einige Freiheitsgrade mit einbeziehen. Und andere Gesichter neben anderen Sträuchern. Vom Zufall reden, von Schatten und Wunsch. Später zu einer Sitzbank schlendern und vorläufig schneller werden, wenn jemand kommt. Die Füße auf Rollsplitt setzen, auf den Betonrasenstein. Vielleicht noch sagen: Mit der Zeit kreist mein Ähneln zielstrebig um meinen Kopf; und: das ist demnächst meine Situation. Nach oben schauen und links verschiedene Wolken erblicken. Das eigene Ähneln kurz unterbrechen. Mitten im Gesicht eine Pause machen. Das Wetter ausreden, den Wind wehen lassen. Noch am selben helllichten Tag. Diese Ablenkung für eine Verwechslung nutzen, nochmals sagen: Ich verwechsle mich nun, mit wem ich auch will. Oder: Ich hebe jetzt gern eine andere Hand, aber öffne sie vorerst wie immer. Auf diese brauchbare Weise alles fortsetzen, auch Bäume betrachten, die beinahe schon Kastanien sind.
VOM HINSCHMEISSEN UND LEICHTFÜSSIGSEIN
Jede menge seitenstraßen
Ich fahre fast immer denselben Weg. Auf der Bramfelder Chaussee, in Höhe Hotel Perle, wieder die ersten Gedankenspiele. Blickenergie für Windrezepte. Ein wechselseitiges Eingelassensein des einen ins andere. Abschüssige Strecken dann. Sträucher, Hecken. Zuschleifer verlernter Geschichten. Zwischen den Häusern ein Ausschnitt vorverlegter Ferne. Und jede Menge Seitenstraßen. Schluchten, die dem Erinnern Rückhalt geben. Im raschen, nachhakenden Hineinschauen. Du warst bloß der Schelm, nicht wahr? Aus Entfernung entstanden und vom Lidschlag erfasst – anstatt von Flügeln. Meine Schreckhaftigkeit wie Gras im Wasser. Wenn sie schon kein Vogel sein muss. Ich sage: Der März kommt bald noch heller davon, weil das Gegenteil des Schweigens eine Anzahl von Dingen vertritt. Sichtbarkeit. Und ein Durchscheinen auch. Den Umweg auch. Wenn ich mich nur sehen könnte, mein angestrengtes Gesicht. Wie es mir nach dem Mund redet. Jenseits von mir. Jede Menge Seitenstraßen. Und die Arme leicht gebeugt. Manche Bäume schon wärmer als die anderen. Bild und Reste von Schlaf fallen zusammen. Ich träume: Von Bluthändlern oben auf dem Plateau, Einflüsterungen, beruhigender Schimmer hier und dort, wir kamen von unten, schön angezogen, erst mit flinken, dann mit langsameren Sinnen.
Jede menge seitenstrAssen
Jetzt achte ich auf das Geräusch der Reifen. Leichtfüßiges hat meine Stirnhaut gestreift. Oder ein verirrtes Händewaschen bloß. Immer niedriger führt der Himmel seinen Zweck. Kenntliche Abwesenheit. Dem Anschein nach zum Weiterhören. Dort, wohin ich aufs Neue mit den Augen reiche. Und ein Nachsprechen habe: Lauf zu deiner Mutter und sag ihr, dass alles in Ordnung ist.
Ich träume nicht. Ich zähle. Nach außen gekehrte Kissenbrände. Leicht gegeneinander verschoben. Bestehen nur für mein Sehen. Bleiben sich selbst überlassen. Vom Schlaf überholt. Ich spiele Kopfdrehen mit dem ganzen Gesicht. Wenn etwas auf meine Schultern klettert. Richtig herum und verkehrt herum. Ein Überschuss an Weiten mit Kastanienästen. Vieles an mir schließt auf zur selben Gestalt. Oben und unten. In leicht gebeugter Stellung. In leicht gebeugter Stellung setze ich ganz auf meine Bewegungen und Sätze wie: Der Rundblick zeigt Wirkung, oder Um ein Haar schmeckte die Maulbeere süß. Immer kleinere Schuhe, die mir passen, bis die Füße verschwinden. Und jetzt die Fabriciusstraße. Ich brauche mehr Zeit für meine Beweggründe. Und für die Mundsburger Brücke. Und: Die gesehene Welt ist nicht in meinem Leib.
30
31
der sekundentakt im traum. Langsam das Auge. Tau auch. Die fließend erinnerte Sprache. Mit der ich aufbrechen wollte. Ich schaue die hellgelbe Stockrose an. Aufgeschobene Aussagen, unterschiedliche Aussagen, ausgesuchte Aussagen, zufällig auch, gleich durchmischt, aber ich habe genug davon und gehe in den Garten. Und schaue die hellgelbe Stockrose an. Färbt, um nichts zu halten. Hat viele Möglichkeiten. Wegzuführen. Oben vom Stängel. Um den Wohnblock herum. Um die nicht aufgebrochene Sprache herum. Um dasselbe Wohlergehen herum. Herum, sage ich. Wieder zurück zum Perianth. Eine Weile ins Hellgelb von vorhin hinein. Sonnenstrahlen, Buchenhecke – welches Wort kommt dagegen an? Welches Erinnern? Ging früher in den Garten mit schmalen Schultern. Musste nicht gleich ins Leere fassen oder in Farben zerfallen. Fand Stellen zum Wünschen in der Nähe der Sträucher, blieb gelenkig dabei, auch weiter hinten im Schatten. Meine Arme sind ins Hellgelb gesunken. Welchen Worten nun meine Zustimmung geben bis in den Laut? Jahresvogel, Tagesvogel. Schließfrucht und Minutenmund. Alle von Zweig zu Zweig:
d e r s e k u n d e n tA k t i m t r A u m
Ich warte. Rundhalspullover und die wachsende Lust, das Gesicht frei zu machen für das nächste Gesicht. Ich warte. Mein Schauen lässt das Unmittelbare schleifen, bis es scheint. Ich trödele, blinzele an den Rändern der Alphabete. Während die Luft kühl und zutreffend, ein Packwunder ist. Ich atme Packwunder ein. Und Packwunder aus. Wenn wir uns neben der Straße im Klaren sind. Neben den Spindelbüschen. Nur noch im Klaren. Und wahllos zu staunen beginnen. Der vielästige Griffel ist flaumig behaart. Kein unüberlegter Schritt. Wenn schon nächste Nähe das Unterschiedliche ist. Packwunder wird später ein Fluchtgedanke, den ich vom Wohlergehen streifen lasse. Von einer einzigen, sagen wir, den Körper leicht nach vorne beugenden, sich dann über Wiese und Weg trollenden Glückssache. Heute zähle ich nicht. Bin stellenweise jemand, der nicht selbst in den Garten geht. Atme Packwunder ein und wieder aus. Und Ost und West gleich an den Fingerkuppen. Dann an Hose und Hemd. Ohne dort weiter leuchten zu müssen. Auch der Süden fleckt nach jeder Wischbewegung. Endet in einer ungleich zweilappigen Narbe. Ich schaue die hellgelbe Stockrose an. Mein Fortschritt ist langsam. Während die Luft kühl und zutreffend ist. Ich komme ins Geschehen und hole dich ein. Wir sind zu sehen.
40
41
Jetzt kümmern sich Wolken um unsere Köpfe. Ohne sich an etwas zu halten. Wollten alle Schlaflieder aufeinanderlegen. Wollten. Mit allen Schläfen und Starrsinnigkeiten. Am Horizont weder geradlinig noch etliche sein. Rechts führt ein Weg den Abhang hoch. Hört auf zu schreiben. Will münden: Ich sage: Arme des Bruders, Hals des Onkels, Wange der Schwester. Schultern, andere Köpfe. Und Mund des Vaters mit beiden Lippen in Tschalus oder Birmingham. Einige Mädchenstimmen meiner Mutter setzen sich mit Abschweifungen durch: Ich habe täglich einen Sohn. Fürs Auge geboren an der Luft.
d e r s e k u n d e n tA k t i m t r A u m
Und heute, sagt Ghulam, wasch ich die Stadt aus meinem Gesicht. Und den Mund bis zu den Augen. Helleres auch. Von Haus aus sind viele Tage schon da und manche Glieder. Beschmierte Haut vielleicht noch am Knie. Und alles, was abgewaschen werden kann. An einer Schläfe im Garten. Vater, Mutter, wir blinzeln Wasser zu. In einem fernen Abendschein. Fingernagel öffnet Zeit. Teelöffelklarheit und die aufgebrühten äußeren Lichter. Die vielen Namen einer anderen Stadt. Die schwebenden Esel, die ängstlichen Hunde. Möglicherweise habe ich noch eine Kindheit zur Hand. Stillere Wesen, die ich vorher nicht in die Arme nehmen konnte. Jemand sagt: Soeben lebte ich mich ein. Jede Menge Kacheln und Obst. Hinter dem Denken. Ich beuge mich nach vorn. Über diese Verwandten des Schimmers.
FINGERNAGEL ÖFFNET ZEIT
Den Hunden von Teheran.
Die Berge sind weiß. Im Küchenfenster links oben ein Riss. Jemand sein, der sich umdreht und sagt: Die Hunde sind verschwunden. Für die Wartezeit an Klingelknöpfen. Für erreichbare Namen. Drinnen und draußen. Nicht hell und leserlich also nach vorne wohnen. Brachen überbaut. Die Schafschädel überbaut. Das Kleinblech der Kleingeräte, die Pfote, das Fett. Platanen, sage ich, zur Entfernung überredet. Ich hebe die Hand, die ein Stück Fleisch hält. Meine Hand zum verschwundenen Hund. Jetzt kann sie versuchen, über die Gewissheit hinauszukommen. Die Finger teils gebeugt, teils abgespreizt. Ihr Schatten an der Wand. Hängende Zunge eher Schwarzfuchs dort. Nirgends Hunde. Nichts Umgestülptes. Heben nicht die Köpfe, kein Hin und Her. Ich schaue hinaus. Wo Himmel und Finger und Mittagspalaver ineinandergreifen. Vereinzelt Schläge. Schmiegsames Zögern der geheimen Hunde. Ein schnäbelndes Pendeln zwischen Tür und Schrank. Leerlauf der Teppichblumen.
FINGERNAGEL ÖFFNET ZEIT
Vom Hinschmeißen und Leichtfüßigsein 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20
Wovon jetzt reden? Vom Hinschmeißen reden Vom Loslegen Vom Aufwachen reden Vom InSchussBringen Von Anfeuern Von Skizzieren reden Von Durchzwängen reden Vom Losreißen reden Von Nachahmen reden Vom Ähneln Vom Einhandeln Von Warten reden, sich hineinziehen lassen
Jede menge seitenstraßen 24 25 26 27 28 30
Es ist hier Nach der Arbeit. Der Himmel, wie er sich anfühlt. Heute: Lege ich Wäsche zusammen. Ich meine, dass im Garten die Schubkarre steht Was ich auch sage Jede Menge Seitenstraßen
der sekundentakt im traum 36 37 38 39 40 43 44 45 46 47
Sind wir schneller Wir warten: Wie sich die Büsche wölben Die Sonne steht links oben Das Wort Hand Der Sekundentakt im Traum Unsre müden Augen Im Rückblick Solang Weil wir warten. Und im Zimmer alles verschieden ist. Dort, wo wir stehen
i n H A Lt
Wolkenlug spielt Zerreißprobe 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61
Einige Wolken oben Wäre ich gleich losgegangen Ich habe in der Nähe des Fensters etwas getrunken Ein Umschauen Gerade ein Luftzug Wir hören auf die Schläfen Ich trete aus dem Garten Sichtbarkeit Hantieren Bin lange noch gut zu sehen
das fernste bleibt leichter umgang mit draußensein 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75
Der Bestand an Gemurmel Es sind hier Helligkeiten Heutiges zuerst Nachdem schon vorhin alles klar war Hier ist Außenluft Die weite Fahrt Ein Bücken zum Stein Vielleicht einen Ausgleich schaffen Ich beginne den Nachmittag Glas an der Straße
fingernagel öffnet Zeit 80 81 82 83 84 85 86 87 88
Und heute, sagt Ghulam Ghulam sagt Ich ziehe Umrisse nach Während einer wie ich noch am Ziehbrunnen spricht Die Berge sind weiß Leerlauf der Teppichblumen Zurück zum Kinn des Vaters Ein Nachmittag in Teheran Die Knöpfe am Hemd
90 Im Halbschlaf die Sprache wechseln
92
93
Farhad Showghi, geboren 1961 in Prag, verbrachte Kindheit und Jugend in der BRD und in Iran. Nach seinem Studium der Humanmedizin in Erlangen lebt und arbeitet er seit 1989 als Psychiater, Psychotherapeut, Autor und Übersetzer in Hamburg. Er veröffentlichte unter anderem die Einzelbände Die Sekunde ist eine bewohnbare Provinz, Kulturamt Erlangen 1988, Die Walnußmaske, durch die ich mich träumend aß, Rospo 1998, Ende des Stadtplans, Urs Engeler Editor 2003, Die große Entfernung, Urs Engeler Editor 2008, und In verbrachter Zeit, kookbooks 2014, sowie als Übersetzer Ahmad Shamlu: Blaues Lied. Ausgewählte Gedichte. Persisch und Deutsch, Urs Engeler Editor 2002. Farhad Showghi erhielt unter anderem Kulturförderpreise für Literatur der Städte Erlangen und Hamburg, den 3satPreis beim Ingeborg BachmannWettbewerb und den N. C. KaserLyrikpreis.
Die Zitate verwenden Übersetzungen von: S. 7 MerleauPonty: Hans Werner Arndt S. 23 MerleauPonty: Rudolf Boehm S. 51 Dino Campana: Hanno Helbling S. 79 Antonio Porchia: Juana und Tobias Burghardt
Fo t o: © G2 Ba rani a k, H am bu rg
978-3-937445007 038 045 144 168 182 229 236 274 298 304 342 359 373 380 397 410 427 434 441 458 465 472 496 502 519 526 533 540 557 564 571 601 618 625 632 656 663 67 0 694 700 717 724 731 755 779 786 816 809 823 830 847 854 861 878 885
kookBooks reiHe Lyrik
Daniel Falb die räumung dieser parks Steffen Popp Wie Alpen Ron Winkler vereinzelt passanten Gerhard Falkner gegensprechstadt – ground zero + cd Music by David Moss Uljana Wolf kochanie ich habe brot gekauft Hendrik Jackson dunkelströme Tom Schulz Vergeuden, den tag Monika Rinck zum fernbleiben der umarmung Christian Schloyer spiel • ur • meere Sabine Scho Album Christian Hawkey reisen in Ziegengeschwindigkeit Sabine Scho farben Steffen Popp kolonie Zur sonne Monika Rinck Helle Verwirrung & rincks ding- und tierleben Uljana Wolf falsche freunde Daniel Falb BAncor Martina Hefter nach den diskotheken Matthea Harvey du kennst das auch Alexej Parschtschikow erdöl Alexander Gumz ausrücken mit modellen Mathias Traxler you’re welcome Daniela Seel ich kann diese stelle nicht wiederinden Michael Palmer gegenschein Monika Rinck Honigprotokolle Dagmara Kraus kummerang Gerhard Falkner pergamon poems + dVd 5 GedichtClips von C. Lieb & F. v. Boehm Hendrik Jackson im Licht der prophezeiungen Christian Hawkey / Uljana Wolf sonne from ort Steffen Popp dickicht mit reden und Augen Martina Hefter Vom gehen und stehen. ein Handbuch Tristan Marquardt das amortisiert sich nicht Uljana Wolf meine schönste lengevitch Ulf Stolterfoht neu-jerusalem Katharina Schultens gorgos portfolio Karla Reimert picknick mit schwarzen Bienen Farhad Showghi in verbrachter Zeit Rike Schefler der rest ist resonanz Linus Westheuser oh schwerkraft Rozalie Hirs gestammelte werke Sonja vom Brocke Venice singt Dagmara Kraus das vogelmot schlich mit geknickter schnute zweiundzwanzig elfzeiler Daniel Falb cek Christian Filips / Monika Rinck / Franz Tröger Lieder für die letzte runde CD Daniela Seel was weißt du schon von prärie mehr als pullover borgen Anthologie Finnisch–Deutsch Martina Hefter ungeheuer. Stücke / Gedichte Yevgeniy Breyger lüchtige monde Birgit Kreipe somA Anja Bayer, Daniela Seel (Hg.) Lyrik im Anthropozän Anthologie Cia Rinne zaroum / notes for soloists / l’usage du mot Eugene Ostashevsky der pirat, der von pi den Wert nicht kennt Steffen Popp 118 Mette Moestrup stirb, Lüge, stirb Alexander Gumz barbaren erwarten Farhad Showghi Wolkenlug spielt Zerreißprobe Katharina Schultens untoter schwan
1. Aulage 2017 © kookbooks, Berlin | Alle Rechte vorbehalten Gestaltung / Illustrationen: Andreas Töpfer | Gesetzt aus der AkzidenzGrotesk Next, Times Ten Druck & Bindung: Steinmeier, Deiningen | Printed in Germany | 9783937445878