das amortisiert sich nicht
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sa bi n e s c ho u l f s tolt e r foh t pi e r a nge lo m a se t
Herbst 2013
Gate d . Man k an n e s n icht weit genug den ken , wa s d a s ei gent l ich hei ßt .
M a r t i n H i e l s c h e r (a u s d e r L a u d a t i o z u r Ve r l e i h u n g des Anke-Bennholdt-T homsen-Preises an Sabine Scho, in: Sprache im technischem Zeitalter Nr. 204)
© Sabine Scho und kookbooks danken der
Fotos: © Sabine Scho
vorbei nichts lieber tut, als den Fließräumen einer globalen Gesellschaft hinterherzuschauen, die eher sich als ihr natürliche Freiräume vorgaukeln muss. Oder lauscht sie versteckten Lautsprechern?‘ (...) Schos Gedichte sind darin auch von Anfang an politisch, dass sie Macht- und Herrschaftsdiskurse im Ensemble der Sprache, der instrumentellen, vorgestanzten Rede und damit der vorgestanzten Weltanschauungen, zitieren und zerlegen, gerade zu schreddern und ironisieren, verlachen, zugleich ins Fragment zurückholen. Wenn das Erzählen, jedenfalls ein gewisser Strang des Erzählens, Übersicht zu schaffen verspricht, Kontrolle und planvolle Exekution einer Idee, wenn es Herr schaft und Geschlossenheit vermittelt, dann ist das Gedicht – das nun doch auch geformt und dessen Material geordnet ist – ein Ort für den ‚Vorrang des Objekts‘, wie Theodor Adorno es in seiner ‚Ästhetischen Theorie‘ nannte, das sich Ein stellende, Überraschende der Objektwelt und der Zeichen, der Formeln und Redeweisen, der Stim men und Eindrücke, der wimmelnden Bedeu tungshaftigkeit der Welt, die noch nicht zur Welt anschauung, Meinung und Phrase geronnen ist. Das Gedicht kann als antihierarchischer Ort der Suspension von Herrschaft zugleich Bezüge deutlich machen, die das Geschichtliche und Überkommene unserer Zeichenwelt und ihrer Formeln für einen Moment kenntlich machen können, vielleicht so, wie die Dinge sich ja in gewisser Weise auch selbst immer zeigen, ohne dass wir sie recht zu sehen vermögen. Und an dem eingesperrten Tier wird abrupt deutlich, wie eingehegt wir selbst und unsere Weltwahrnehmung sind – ‚gated‘, wie Sabine Scho es in einem jüngst verfassten Eintrag nennt.“
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„Das neue Projekt ‚Tiere in Architektur‘, dem Sabine Scho eine eigene Website widmet, rückt unseren Umgang ‚der eigenen mit der je anderen Art‘ in den Mittelpunkt. ‚Künstlich‘, schreibt sie, ‚bauen wir en détail wieder auf, was wir en gros zerstören‘, wenn sie über zoologische Gärten nachdenkt, deren Bedeutung sich von der Repräsentation symbolischer Ordnung zu der von Sehnsuchts orten und eingehegten Paradiesgärten verschoben hat, deren ‚Unterhaltungsarchitektur‘ die Theatralik und Verfügbarkeit der Tiere und ihrer Sichtbarkeit in den künstlichen Landschaften auf die Spitze treibt. In der Abbildung und Einhegung, in der Züchtung und Zurichtung, in der Berührung und Tötung, im Jagen und in der Liebe zu den Tieren geben wir uns selbst und unser Verhältnis zu dem kreatürlich Anderen, das uns ähnlich ist und sich doch fundamental von uns unterscheidet, in histo risch sich wandelnden Prägungen zu erkennen. Tiere sind vertraute und doch rätselhafte Wesen, Ausdruck einer überbordenden Experimentierlust der Natur, die mitunter groteske Züge annimmt, und haben in ihrer in hohem Maße instinktgesteu erten und oft beschränkten Verhaltenspalette in einer immer durchstrukturierten Welt, in die sie oft nur noch als Erinnerung passen, manchmal etwas Komisches. Sabine Scho erinnert daran, dass Menagerien von Anfang an etwas praktiziert haben, das man heute Globa lisierung nennt, und immer schon alles an Fauna versammelt haben, dessen man durch Reisen und Gastgeschenke aus aller Welt habhaft werden konnte. Zugleich entwickelt sich heute eine standardisierte Architektur zoologischer Gärten und Aquarien, die man als ‚International Style‘ bezeichnen könnte. Das Tier ist zugleich Zentrum und Akzidens dieser Architektur und wird gelegentlich zur komischen Figur: ‚Hat man die Kasse pas siert, wird Architektur kaschiert und Natur simuliert. Schaut auch die Giraffe im Zoo von Santa Barbara von ihrem Gehege auf den Freeway. Fast möchte man glauben, der angeborene Knick in ihrem Hals rührt nur daher, dass sie an ihrem künstlichen Felsen
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„Habe ich auch manchmal schon vergeblich gehofft, ist ein Preis, für den ich mich hielt ihm eine bewegende Grabrede und hat ihn Zeit seines Lebens und Schreibens weder bewerben musste noch konnte, umso schöner, denn er zeigt vor allem eines, kritisch begleitet, ja, ihn sogar ein Genie genannt. Derselbe Hubert Winkels, der erst man hat mich noch auf dem Radar, und das ist für eine Dichterin, die sich sonst herzlich gerade als Juryvorsitzender zum Preis der Leipziger Buchmesse bekannte: ‚Wenn wir wenig Gedanken macht, wie das, was sie schreibt, wohl wirkt und ankommt, ein so einen Lyrik-Band auszeichnen würden, würden viele lange Gesichter machen. Man überraschendes wie besonderes Ereignis. […] Denn, auch wenn man sich Dichterinnen würde auch Schelte bekommen. Bei großen Preisen sollte man keinen exotischen Weg und Dichter wünscht, die alles doch ganz aus eigenem Antrieb schaffen, ohne Stipendien- gehen und nach Kleinverlagen mit avantgardistischer Lyrik suchen. Das wäre der zirkus und Preisakrobatik, muss ich gestehen, der Weg nach Brasilien fiel mir auch falsche Weg. Man adressiert sich an ein großes nationales, ja internationales Publikum.‘ darum zunächst leicht, weil ich damals dachte, hier, also in Deutschland, wartet eh (Ungeachtet dessen, dass selbst Nobelpreise an Lyriker und Lyrikerinnen gingen, erst letztes Jahr noch.) Solche Literaturbetriebs niemand mehr auf mich. Thomas Kling war gerade gleichungen sind es, die mich wütend machen, verstorben, und ich sagte: Lass uns gehen, neue Old Los Angeles Zoo (Ausschnitt) und Preise wie der Anke-Bennholdt-ThomsenErfahrungen machen, raus aus der Aufmerksam Preis, der den exotischen Weg über Brasilien zu keitsarena der Enttäuschungen. So habe ich vor Von allen guten Geistern macht sich immer nur einer zum Affen, und mir gefunden hat, machen mir Mut, stimmen mich sieben Jahren gedacht. Zugegeben, ich hatte auch einer fährt auf endlos langen Straßen, bis sie dann doch plötzlich froh und optimistisch. Und wenn er nur ein Signal überzogene Erwartungen an die Aufmerksamkeit enden, nein, nicht plötzlich, ihr wusstet bereits beim Starten vom wäre für die exotischen Wege, dann wäre schon angesichts einer heute erst zwölfjährigen Publika Sturz, und dass man euch kriegt, dass einer sich stellt, dass einer viel gewonnen. Denn nach sieben Jahren in São tionsgeschichte, gepaart mit High Hopes, die stirbt, das wusstet ihr auch. Ihr wollt nicht in den Zoo zurück. Paulo ist zumindest eins mir bewusst: Exotische Thomas Kling mit seinem sagenhaften Zuspruch Keine Sorge, man sperrt euch nicht weg, man weiß, ihr wisst genau, Wege sollte man immer gehen, man sollte sie wohl damals in mir weckte. Er fehlt mir in der Lyrik ihr habt schon Pläne für ein schönes Gehege, weit draußen, innen nehmen, wenn sie sich einem bieten, und suchen, bis heute. Menschen wie er fehlen mir, die nicht so geräumig, für die Flucht einen Trail vor der Tür, ihr richtet euch ein, wenn sie es nicht tun, und wenn man überraschend leicht einzuschüchtern sind, die einen untrüglichen zum Glück. hineingerät, sie letztlich begrüßen.“ Blick für verlogene Sprachkonstruktionen haben, ebenso wie für das historische Detail, und sich im Über Gitter redet man nicht, man wohnt voll verglast und hat Sicht auf mer ein Urteil leisten, das nicht nach dem fragt, den Pool, eine Hollywoodschaukel im Garten, die Sünden der Stadt S a b i n e S c h o (a u s d e r D a n k r e d e z u r Ve r l e i h u n g was man besser tut oder lässt. Hubert Winkels arretiert in Downtowns Kabinett, where JESUS SAVES als Erlöser des Anke-Bennholdt-T homsen-Preises) der Primaten – ein ‚soul-saving business’ im Stahlskelett. On „the flip side of Paradise“ hat man aus Gottes Schulheft die Blockschrift aufs Dach montiert, den Himmel liniert, präpariert für ein Glaubenspensum vereinigter Jünger, United Artists, but don’t forget: „There’s always a better Show at Loew’s State“: „Tarzan the Ape Man tops Trader Horn for thrills.“ Das „Alphabet der Gesten“ noch nicht durchbuchstabiert, rutschen die ersten Worte heraus: „Ich Tarzan, du Jane“! Man weiß nicht recht, wo man hingehört. „Won’t you follow me down to the Rose Parade?“ To the Old Los Angeles Zoo, where the sleeping beauty waits? Where a mockingbird sings East of Eden?
sabine scho
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te x te und fotos
Sabine Scho, geboren 1970, lebt in Berlin und São Paulo. Zwei Gedichtbände „Album“ (Erstveröffentlichung Europa Verlag 2001) und „farben“ bei kookbooks 2008, Umdichtung von Adelbert von Chamissos „Frauenliebe und -leben“, hoch roth Verlag 2010. Zuletzt wurde sie 2012 mit dem Anke-Bennholdt-ThomsenPreis der Schillerstiftung ausgezeichnet. Daneben erhielt sie unter anderem den Leonce-und-Lena-Preis, Förderpreise für Literatur der GWK, des Landes NRW und das Residenzstipendium der Villa Aurora, Los Angeles.
tiere in architektur
© Foto: Timm Kölln
Sabine Scho bei kookbooks Album Gedichte / Reihe Lyrik Band 10 / 64 Seiten, mehrere Fotoabbildungen, Klappenbroschur / 15,90 Euro [D] / 16,30 Euro [A], 978-3-937445-29-8 farben Gedichte / Reihe Lyrik Band 12 / 80 Seiten, 18 farbige Abbildungen, Fadenheftung, Schuber / 19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A] / 978-3-937445-34-2 Sabine Scho Tiere in Architektur Texte und Fotos Reihe Prosa Band 13 / ca. 128 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Broschur mit Umschlag-Poster / ca. 19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A] / 978-3-937445-58-8 / Auslieferung: September 2013
pierangelo maset be aut y police roman
Manch ma l si nd m i r si n n lose Verbre chen ei ngefa l len.
Pierangelo Maset bei kookbooks Klangwesen Roman / Reihe Prosa Band 5 / 160 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag / 17,90 Euro [D] / 18,40 Euro [A] / 978-3-937445-15-1 Laura oder die Tücken der Kunst Roman / Reihe Prosa Band 8 / 248 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag / 19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A] / 978-3-937445-26-7 Pierangelo Maset BeauTy POLICE Roman
Reihe Prosa Band 14 / ca. 220 Seiten, Hard cover mit Umschlag-Poster / 19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A] / 978-3-937445-59-5 / Auslieferung: Oktober 2013
In den Jahren vor der Finanzkrise hat Ruth Netzer durch den Verkauf westlicher Kunst an chinesische Kunden ein beachtliches Kapital angehäuft, das sie nun in eine Schönheitscreme, UNTITLED™, investiert, die alle Konkurrenzprodukte durch die seltene Eigenschaft übertreffen soll, zu halten, was sie verspricht. Sie will Wunschbilder anderer in etwas Wirkliches verwandeln. Darum genügt es ihr nicht, eine Kosmetik zu entwickeln, die nur auf physische Verbesserungen zielt, vielmehr soll die Substanz auch in den unsichtbaren Regionen des Ichs wirksam werden. Als sich ein nicht zu versöhnender Streit mit ihrem Geschäftspartner Lu Dongbing über die nötigen Zutaten entspinnt, und Ruth, um ihn zu irritieren, lebende Bilder zu inszenieren beginnt, wehrt sich Lu Dongbing mit klassisch-chinesischen Kriegslisten. Mit „BEAUTY POLICE“ schließt Pierangelo Maset seine Berlin-Trilogie bei kookbooks ab. Neben Ruth Netzer begegnen darin auch die aus „Klangwesen“ und „Laura oder die Tücken der Kunst“ vertrauten Laura Vermeer und Eric Dert wieder. Ein Roman über unsere biopolitische Gegenwart, ihre Netze aus Kunst, Kommerz und Kontrollwahn und über das Terrorisierende im Wunsch nach Verwirklichung.
Pierangelo Maset, geboren 1954 in Kassel, lebt in Lüneburg. Seit Ende der 70er Jahre Ausstellungen, Kurzgeschichten und Performances. In den 80er Jahren Tonträgerveröffentlichungen mit Dr. Misch – die erste deutschsprachige Rap-Schallplatte –, Modern Entertainment, Kings of Crisis. Ende 2004 wurde das Album „Fakten sind Terror“ seiner Band ExKurs, nach dessen Wiederentdeckung in Clubs rund um die Welt, als CD beim Ham burger Label NLW mit einigen Bonustracks wiederveröffentlicht. Literarische Veröffentlichungen, Kurzfilme und Videos, darunter 1995 „Hegel und die Skinnerbox“, 2010 der Essay „Geistes sterben“. Mitgründer des HYDE-Kartells in Berlin. Mitherausgeber von artMediation, Webzine für Kunstvermittlung. Zahlreiche Fachpublikationen und Lehraufträge, seit 2001 an der Universität Lüneburg. Nach „Klangwesen“, 2005, und „Laura oder die Tücken der Kunst“, der zum Deutschen Buchpreis 2007 nominiert war, beschließt Pierangelo Maset mit „BEAUTY POLICE“ seine erste Romantrilogie.
Foto: © privat
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Es gibt keinen Ausweg aus dem Verbrauch, und die Dinge lachen sich tot darüber. Und dann geht es los, ich kann nichts dafür: Meine Schuhe vibrieren von einem Muhen, eine Kuh fordert ihre Haut zurück, sie will das Leder schrittweise wiederhaben. Dazu ist sie nur kurz in der Lage, mein Blick bohrt ihr ein Vergessen ins Bild. Es kitzelt etwas an den Füßen, lässt sich aber ertragen. Gottseidank sind alle Ebenen auf natürliche Weise getrennt, doch Spiegelungen lassen erahnen, dass in allen Richtungen massenweise verrückt gewordene Arten und Ehemalige begierig und ungeduldig auf ihren großen Auftritt warten. Verfluchte Wanderseelen! Bisher ist es meistens glimpflich ausgegangen, nur einmal musste ich ein obszön sich aufweichendes, sich nach und nach in alle Einzelteile auflösendes Automobil beobachten. Gegen solche Fälle vermag ich nichts auszurichten, dafür reicht mein Sehen nicht, es besteht bloß aus der Summe dessen, was mich bisher umgab, und seine Langsamkeit ist notorisch. Doch ich kann den Gedanken nicht loswerden, dass wenigstens die An organischen in den Bilderfallen bleiben sollten. Paul ist ein kritischer Mensch, einer derjenigen, die ihre Stimme am Denken schulen wollen, eine selten gewordene Spezies. In Zeiten von THE BEAUTY POLICE sollt ihr euch um eure Falten kümmern und Angst haben vor dem, was in der Zukunft liegt, denn es wird immer euer Alter sein. Ihr könnt zusehen bei eurem Zerfall, keine Chance. Es gibt die tollsten Apparate, die all das aufnehmen, ihr seht es in Überschärfe am Bildschirm, in irgendeiner Casting-Show, ihr könnt es mit Grafik programmen aufbrezeln, falls gewünscht. Die pure Vorbereitung aufs Marketingleben, das Profil- und Exzellenzleben, ein ununterbrochenes Bewerbungsleben, das erbrochene Kontrollleben, ein komfortables Autound Handyleben, ein beglaubigtes Vertrags- und Medizin leben und vermutlich auch ein Pluto- und Saturnleben. Schrei in den Hörer und melde dich mit einem tief empfundenen Hallo, das dir das Trommelfell verdreht, denn du bist mittendrin in diesem einen Leben, wenn du etwas sagen kannst. Du bist dein eigener Berater, es kommt auf dich an und auf dich zu, denn auch du bist Europa, kannst Europa sein, ganz allein. Dein Gehirn, dein Land, dein Reich komme. Lauf mit deinem Bauch laden herum und bettele bei denen, die dir auf Platt formen Arbeit und Zukunft versprechen, oder betreibe etwas anderes, superb bewertet mit Triple-A, best-ofbest, offensive Zeitnutzung im vorschriftsmäßig aufgeteilten Universum, win-win. Feines Programm: der Zeit bei ihrem Verstreichen zuzuschauen, sich beim Älterwerden zu beobachten, generationenübergreifend und dauerhaft eingerichtet. Keiner hört zu. Fuck.
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wenn ich jetzt von wagenblast berichte, wagenblast, du siehst ihn inmitten von allem, wie er ausruht unter einer birke, im märkischen sand, ein glas most in der hand und auf dem schoß die hl. schrift, dann kannst du ihn schon vor dir sehen. kannst du? hast du ihn bereits erkannt? nein? wenn ich also weiter von wagenblast erzähle, seine handlungen beschreibe, und wie es ihm zeitlebens gefiel, die skeptizistischen bewegungen
chen. seid nicht bekümmert, ängstigt euch nicht, der kommenden dinge wegen. das geht klar, das sage ich euch. und ich weiß nicht, ob ihr das schon gehört habt: gerettet ist gerettet! wenn du aber verloren bist, dann bist du verloren (…) über rock‘n‘roll wusste ich schon alles, als ihr noch in den windeln lagt. gut. aber wisst ihr auch bescheid über das ende aller tage? ich frag ja nur. ich weiß, ihr kennt euch aus mit rock‘n‘roll, aber was wisst ihr vom
zu bündeln, persönliche frömmigkeit und erkenntnistheorie nicht gegeneinander auszuspielen, sondern sie vielmehr zu versöhnen, wenn ich solches sprachlich vermittle, oder kunde gebe von des grafen ungebahnten pfaden und wie er sie einschlug, um das erahnte zu verbraten, wenn ich ihn aufbaue vor euch, den ganzen wagenblast aufbaue vor euch, und erzähle, wie er erzählte – gewinnt ihr dann so langsam ein bild von ihm?
jüngsten gericht? (…) [„BULLSHIT!“] bullshit? [laute zwischenrufe] bullshit? kann es sein, dass ein paar von euch da draußen den herrn gar nicht mögen? den herrn gar nicht kennen? also was jetzt? nicht mögen oder nicht kennen? wie sieht es aus? [„IST MIR DOCH SCHEISSEGAL!“] ist dir egal? egal??? (...) wie viele von euch da draußen sind erlöst durch das blut des lamms? wie viele? ein paar ... (...) wie viele von euch sind noch
R e i h e Ly r i k
suchende? ich habe in der zeitung gelesen, dass the who in – ich glaube – vancouver gespielt haben, gestern nacht, und pete townshend hat sich bei den fans entschuldigt: „wir lassen euch nie wieder allein!“ hat er gesagt. [„ROCK‘N‘ROLL, MAN!“] – denkt doch da mal einen moment drüber nach! es gibt nämlich einen, der lässt euch wirklich nie allein! nur glaub ich nicht, dass das pete townshend ist. har, har! (...) als jesus nach jerusa-
(…)
ulf stolterfoht
lem kam, jubelten die menschen und machten sich daran, zweige von den bäumen zu brechen. „heil, heil, der könig ist gekommen!“ aber wisst ihr: das sind dieselben leute, die ihn kurz darauf gekreuzigt sehen wollten! (...) macht euch bereit – ihr werdet starken glauben brauchen! sehr starken glauben werdet ihr brauchen (…) manche aber von euch werden sich fragen: „wovon spricht der typ? das ergibt alles keinen sinn für mich.“
gedicht
neu-jerusalem
es gibt nur eine art zu glauben. nur eine art: die wahrheit und das licht. [„AMEN!“] ich hab ganz schön lange gebraucht, um das zu kapieren. hoffentlich geht’s bei euch schneller! denn jesus kehrt zurück, um in jerusalem sein reich aufzubauen – für tausend jahre. ich weiß nicht, ob das neu ist für euch, aber ich weiß, dass ihr das nicht in den zeitungen lesen könnt. trotzdem ist es die wahrheit, okay? okay! ihr müsst euch keine sorgen ma-
hör t i h r m i r überhaupt z u? hör t m i r h ier überhaupt noch jemand z u.
ulf stolterfoht
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gedicht
Ulf Stolterfoht Neu-Jerusalem Gedicht Reihe Lyrik Band 33 / ca. 128 Seiten, Broschur mit Umschlag-Poster / ca. 19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A] / 978-3-937445-60-1 / Auslieferung: Oktober 2013
neu - jerusalem
© F o t o : Ay s e Ya v a s
Ulf Stolterfoht, geboren 1963 in Stuttgart, lebt als Lyriker und Übersetzer in Berlin. Seit 1998 erschienen vier des auf neun Bände angelegten Gedichtprojekts „fachsprachen“. Zuletzt die Übersetzung von Gedichten Tom Raworth‘ „Logbuch“, Wunderhorn 2011, sowie die Buchfassung des Hörspiels „Das deutsche Dichterabzeichen“, Reinecke & Voß 2012. Peter-Huchel-Preis 2008 für „holzrauch über heslach“. Stolterfoht unterrichtete Lyrik in Leipzig, Wien, Biel und Hildesheim, im Internet betreibt er das System BRUETERICH und die KLEINE AXT – Nachrichten aus dem Widerstand. Er ist Knappe der Lyrikknapp schaft Schöneberg und Mitglied des ProgRock-Kollektivs DAS WEIBCHEN.
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Melanie Laibl, Dorothee Schwab Mit dem Waldwicht um die Welt Plakat, durchgehend farbig, 82 x 58 cm, gerollt, 7,50 Euro [D]/7,50 Euro [A], 978-3937445-32-8
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Wilhelm Taubert, Katia Tchemberdji, Monika Rinck, Kai-Uwe Jirka, Andreas Töpfer Ich bin der Wind Geschwinde Lieder für Kinder 48 Seiten, durchgehend farbig, 17,5 x 24,5 cm, Hardcover + CD, Fadenheftung, 19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A], 978-3-937445-48-9
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Jan Böttcher Lina oder: Das kalte Moor Erzählung Jan Brandt Doppelpass. Geschichten aus dem geteilten Fußballdeutschland Anthologie Silke Andrea Schuemmer Remas Haus Roman Michael Stavaric Europa. Eine Litanei Pierangelo Maset Klangwesen Roman Steffen Popp Ohrenberg oder der Weg dorthin Roman Johannes Jansen Bollwerk Vermutungen Pierangelo Maset Laura oder die Tücken der Kunst Roman Johannes Jansen im keinland ist schönerland stumm Texte aus der DDR 1983 –1989 Michael Stavaric Nkaah. Experimente am lebenden Objekt Tuuve Aro Karmiina K.: „Ich bin okay.“ Roman Annika Scheffel Ben Roman Sabine Scho Tiere in Architektur Texte und Fotos Pierangelo Maset Beauty Police Roman
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Heide Henschel/Thomas Mohnike Luise und das langweiligste Buch der Welt Michael Stavaric/Renate Habinger Gaggalagu Andreas Töpfer/Samara Chadwick Durch dick und dünn / Through thick and thin Melanie Laibl/Dorothee Schwab Ein Waldwicht fliegt in den Oman Taubert/Tchemberdji/ Rinck/Jirka/Töpfer Ich bin der Wind Geschwinde Lieder für Kinder & CD
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Thomas Kraft Schwarz auf weiß Eine Werbeschrift Monika Rinck Ah, das Love-Ding! Ein Essay Hendrik Jackson Im Innern der zerbrechenden Schale Poetik und Pastichen Kleilein/Kokkelkorn/Pagels/Stabenow Tuned City. Zwischen Klang- und Raumspekulation. Reader
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Jan Böttcher Der Krepierer Erzählung, gelesen vom Autor Oliver Fabel Krippe 11-teilig Multiple Nr. 4 Tragetasche Sterntaler Tragetasche Katzenziegen Rucksack-Tragetasche Tannenbaum-Yeti Plakat Laibl/Schwab Mit dem Waldwicht um die Welt Volker Reiche Mäzenatengabe »Poesie als Lebensform« Plakat Poesie als Lebensform »Blutbahn« (A1), Plakat Poesie als Lebensfrom »Fisch« (A2 lang)
14,80
20,50 18,40 18,40 17,40 20,50 23,50 19,50 20,50 20,50 20,50 20,50
19,50 18,40 25,70
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kookbooks Daniela Seel Horstweg 34 14059 Berlin Tel/Fax 0049 (030) 40 05 39 74 Mobil 0049 (0172) 614 32 32 daniela.seel@kookbooks.de www.kookbooks.de Gestaltung : Andreas Töpfer
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