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Steiermarkmagazin Klipp September 2010

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Landtagswahl 2010:

Sprengstoff an der Urne

Mastermind Johannes Khinast

1,45 EUR O

Ver l P.b. agspo b s Sep . GZ 0 tamt tem 2Z0 802 0 ber 3 20 3225 Graz, 10 M,

KLAR • STEIRISCH • UNABHÄNGIG

Revolutionäre Grazer Forschungsarbeit: „Pills on paper“

Essbares Papier als Medikament


SPOTS 4

Sie besiegten als Kinder den Krebs 25 Jahre Steirische Kinderkrebshilfe und bewegende Aussagen von Ex-Patienten

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Der Dritte entscheidet die LH-Wahl Sprengstoff an der Urne

COVER

Foto: Furgler

22 Essbares Papier als Medikament Revolutionäre Grazer Forschungsarbeit: „Pills on paper“:

WIRTSCHAFT

Seite 22 – Mastermind für „Pills on paper“: Der Forscher Prof. Johannes Khinast

26 Mit einer Lüge beginnt’s Betrugsprozess gegen Grazer „Geschäftsmann“

Seite 6 – Sprengstoff an der Urne: Der Dritte entscheidet die Wahl.

I N H A L T

27 Warum nur 2 Angeklagte? Landeshypo-Prozess wegen 55-Millionen-Flop in Kroatien. Bleiben Große verschont?

GESUNDHEIT 32 Die Warteschlange Von einer, die nicht uund nicht auszurotten ist 33 Emotionale Ziele Ein Schlüssel zur Gesundheit und zum Erfolg

WOHNEN 35 Architektenhaus oder Fertighaus

LEBEN & LEUTE Seite 36 – Italien: Wer ist der Beste

36 Wer ist der Beste im ganzen Land: Masseto oder Baffonero?

im ganzen Land?

Seite 27 – Rechtsanwalt im HypoSeite 33 – Emotionale Ziele – Schlüssel zum Erfolg

Prozess: „Zwei Würstl sollen aufgeklescht werden.“

40 Fischer Eric fischt frische Fische an der Cote d’Azur Die Initiative „Pescatourisme“ 42 Gräfin Isabella zu Schloss Schielleiten ging in die Luft 46 Istrien abseits des Touristenstroms Bunte Schmetterlinge, aber auch Bären

STANDARDS 4

Spots

28 Lilly Lotterblume 30 Auto & Umwelt 32 Gesundheit 39 Golftipps

Seite 46 – Freier Fall aus 14 Metern Höhe: „Bereue es nicht“

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Seite 42 – Gräfin Isabella zu Schloss Schielleiten ging in die Luft

Seite 24 – Iss was G’scheits: Griff zu heimischen Produkten

48 Urlaubstipps 50 Bücher

KLIPP September 2010


hörenswer t und sehenswer t

C L I P S

! u e N

KLIPP September 2010

Medieninhaber: KLIPP Zeitschriften KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at, Herausgeber: KLIPP Zeitschriften KG, Officemanagement: Isabella Hase-

Der unglaubliche Sumpf in der Hypo Group Alpe Adria eirer, deneens t g Für S ergründi t. Vord ht genüg nic

IMPRESSUM

wend, Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Ali Rosker, Reinhard Schuch, Helmut Dietl, Roswitha Sauseng, Karin Klug, David Donnerer, Michaela Vretscher, Coverfoto: Sissy Furgler, Produktion: Martin Druschkowitsch, Hans Obersteiner, Christian Wallner, Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg, Druck: MA-TISK d.o.o. Maribor, Abonnentenpreise: Jahresabo € 14,53, Zweijahresabo € 26,16, Studentenabo: 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr € 13,08, Vertrieb: Hurtig & Flink, Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at

w w w. k l i p p m a g a z i n . a t

Nächster Erscheinungstermin: Oktober 2010

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Der eine geht, der andere kommt

Sie besiegten als Kinder den Krebs D

B

eiden müsste der liebe Gott, Allah oder an wen immer man glaubt einen Sonderplatz an der Seite einräumen, den meist jugendlichen Patienten wegen ihrer Geduld und Leidensfähigkeit auf dem langen Weg zurück zur Gesundheit einerseits sowie den medizinischen Betreuern für ihr tägliches – nun schon über 25 Jahre dauerndes – Engagement gegen den Blutkrebs andererseits. Weit mehr als 1.000 Kinder und Jugendliche konnten Christian Urban und sein Team an der Kinderhämatologie in Graz retten. Die Eltern der kleinen Krebspatienten hätten sprichwörtlich alle ihre Sparbücher, Besitztümer, ihr letztes Hemd dafür gegeben, damit ihre Kinder wieder gesund werden. Zum Glück reicht dafür die E-Card. Was wiederum zeigt, wie wichtig und richtig unser Sozialstaat ist. Zur Feier des 25-jährigen Geburtstags der Steirischen Kinderkrebshilfe erschien auch ein Buch. Darin erzählen stellvertretend für alle Geretteten 25 Menschen von ihrem Sieg über den Krebs. Bewegend, man kann mitleben und mitfühlen, wird demütig, wenn man die Schicksale liest. Einige Zitate daraus zum Schock, als man vom Krebs erfuhr: © „Es gibt Ereignisse, die von einem Tag auf den anderen einem den Boden unter den Füßen wegziehen, die einen verzweifeln lassen. Irgendwann kommt der Tag danach. Es zahlt sich aus, zu kämpfen, dem Krebs die Stirn zu bieten. Und genau auf diesen Tag zu warten.“ © „Ein starker Partner und eine positive Lebenseinstellung können Berge versetzen und Kranke wieder gesund machen.“ © „Krebs ist eine Erkrankung, die mit all ihrer Dramatik eine positive Veränderung im Leben eines Menschen bewirkt.“ © „Ich will, ich kann, ich muss – überleben.“ © „Man darf nie die Hoffnung verlieren, denn es werden immer bessere Heilmethoden gefunden.“ © „Die Tatsache, dass man einen solch schweren Lebensabschnitt hinter sich gebracht hat, erleichtert in der Zukunft so manch schwierige Prüfung, die im Vergleich zur überstandenen Erkrankung gering erscheint.“ © „Udo Jürgens singt: ,Immer wieder geht die Sonne auf.‘ … In Anlehnung daran möchte ich jedem diese Botschaft mitgeben.“

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Sie wären sicher Kandidaten für den höchsten Orden der Republik aufgrund ihres jahrelangen Engagements: Onkologe Christian Urban (2.v.r.) und Kinderkrebshilfe-Präsident Stephan Moser (ganz links).

as können nicht viele, ihre Arbeit wirklich organisieren“, kommt für Reinhard Sudy Lob von seinem ehemaligen Chef, Altlandeshauptmann Josef Krainer. Das geschah anlässlich Sudys 60ers und mit seinem freiwilligen Schritt zurück – in die Pension. Nach 25 Jahren KAGes ist der KAGes-Abteilungsleiter der Innenrevision, in den beiden letzten Jahren auch Kommunikationschef der KAGes und Letztverantwortlicher für die Mitarbeiterzeitung „G’sund“, endlich einmal in der Lage, seinen Hobbys zu frönen. Golfen, Reisen und schöne Dinge genießen. Die Mitarbeiterzeitung „G’sund“ hat Sudy mit seinem Team von einem wenige Seiten umfassenden Mitteilungsblatt zu einer echten, fixen Informationsgröße der KAGes entwickelt. Stets bemüht um größtmöglichen Überblick und Gelassenheit Foto: V. Kaiser

SPOTS

25 Jahre Steirische Kinderkrebshilfe und bewegende Aussagen von Expatienten

© „Hoffnung ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut

© ©

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ausgeht, sondern die Gewissheit, dass etwas Sinn hat, egal, wie es ausgeht.“ „Das Glück deines Lebens hängt von der Beschaffenheit deiner Gedanken ab.“ „Die Monate meiner Erkrankung waren voller Höhen und Tiefen, waren sehr schwer für mich, doch sie waren bis jetzt auch eine der schönsten und lehrreichsten Zeiten meines Lebens.“ „Tritt dem Krebs in den Arsch!“ „Immer nach vorne schauen, Ziele setzen und nie aufgeben.“ „Eine solche Herausforderung gemeistert zu haben, ist ein unbewusster, aber ständig präsenter Motivator in allen Lebenslagen.“ „Das Leben ist kostbar und wert, darum zu kämpfen.“ „Wer hofft, hat schon gesiegt.“

Das Buch „Lebensgeschichten. Wir haben als Kinder den Krebs besiegt“ ist im Buchhandel zum Preis von 19,95 Euro (ISBN: 978-3-222-13317-6) erhältlich oder per E-Mail im Büro der Steirischen Kinderkrebshilfe zu bestellen.

Beim Weckerlbacken im Freilichtmuseum Stübing am FamilienErlebnistag mit den kleinen Gästen.

Reinhard Sudy (li.), von Freunden humorvoll auch als „Richard Gere von Graz“ tituliert, ging als KAGes-Kommunikationschef freiwillig in Pension und übergab an Reinhard Marczik, ExKrone-Journalist, viele Jahre Pressesprecher in der Landesregierung.

sowie Ruhe, ging diese allerdings im Vorfeld durch die geheim organisierte Geburtstagsfeier in die Binsen.Verantwortlich dafür: seine liebe Frau Hedi. Ganz zufällig schleppte ein Freund Reinhard Sudy zu einem Drink in ein Lokal am Tummelplatz. „Na, gehen wir halt hin“, so der Hofrat, der ja nahezu jedes Lokal in der Innenstadt als Innenstadtexperte kennt. Als ihm dann beim Betreten des Lokals ein „Happy Birthday“ entgegendröhnte, war er total weg und gerührt. Als Draufgabe gab’s dann auch noch eine Sonderausgabe von „G’sund“ zu seinen Ehren und mit seinen „Schandtaten“. Darin hatten sich vorwiegend weibliche Gratulanten natürlich äußerst nett über den Reinhard geäußert. Verräterisch nasse Augen waren da bei Reinhard zu sehen und natürlich ein inniges Busserl für seine Hedi. Seit 20 Jahren arbeiten die beiden auch in der KAGes Schreibtisch an Schreibtisch – er als Chef und sie als seine Sekretärin. Und trotzdem wurden die beiden einander nie überdrüssig, was zeigt, dass echte Liebe eben auch wirklich hält. Hedi hat noch etliche Jahre KAGes vor sich, doch zumindest beim Vornamen müssen sich die Mitarbeiter in der Presseabteilung nicht umstellen. Denn Nachfolger von Reinhard Sudy ist Reinhard Marczik, unter dem schon die Landesräte Dörflinger, Ressel, Erlitz und Hirt „dienen durften“, der früher einmal auch Krone-Journalist war. Reinhard Marczik erwarten ganz sicher spannende Jahre in seinem neuen Aufgabenfeld. Denn in Zeiten wie diesen vergeht doch kaum ein Tag, an dem das Thema Gesundheit und Spitäler nicht in den Schlagzeilen zu finden ist.

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SPOTS

Viel beklatschte Mitternachtseinlage.

Fehlt auf keinem großen Fest: Baumeister Werner Frömmel (Mitte). Fotos: Fischer

Galanacht der Steirischen Wirtschaft 2010

Traumschiff Supancic

Frühstückssackerl für alle Fälle M

E

in Ball im Spätsommer oder Frühherbst hat einfach seinen Reiz, noch dazu, wenn er von seiner Inszenierung her entsprechend gut überlegt ist und auch die Location passt. Bei der Galanacht der Steirischen Wirtschaft im Schwarzl Freizeitzentrum, die von Wirtschaftskämmerer und Landtagsabgeordnetem Wolfgang Kasic organisiert wird, ist das der Fall. Und natürlich ist ein solches Fest auch ganz besonders in der Endphase eines Wahlkampfes eine gute Möglichkeit, ein Gesichtsbad bei den Wählern zu nehmen. Egal, ob beim Sekt-Empfang, bei der GösserBier-Bar, bei einem Aktiv-Drink in der Merkur-Bar oder an der ZipferSchank, dem steirischen Winzer-Eck, der coolen Eis-Bar oder in der HornigKaffee-Lounge. Rund 2.000 Gäste, natürlich mehrheitlich dem bürgerlichen Lager zugewandt, boten dafür einen guten Rahmen für Hermann Schützenhöfer, den ÖVP-Spitzenkandidaten. Weil Essen und Trinken wichtig sind, nicht nur auf dem Ball, sondern auch am Morgen

danach, gab’s eine nette Idee: Jeder Ballbesucher bekam ein Frühstückssackerl mit. Praktisch vor allem für jene, die nach der Ballnacht nicht gleich zu Hause landen – aus welchen Gründen auch immer. Die Parteifarbe Rot war am Ball nicht gerade überstark vertreten. Doch Landesrätin Bettina Vollath setzte mit ihrem Ballkleid, natürlich in der Farbe Rot, einen echten Kontrapunkt und Die SPÖ hat als Parteifarbe Rot. Landesrätin fiel damit nicht nur auf der Tanzfläche Bettina Vollath stimmte ihr Ballkleid darauf ab. vielen Ballbesuchern auf. Ihr Begleiter hält offensichtlich viel von grün.

ike Supancic, „einer der lustigsten Männer des Landes“ (Falter), präsentiert sein neues Soloprogramm mit dem Titel „Traumschiff Supancic“. Der Kabarettist ist unter die Reeder geraten: Für Käpt’n Mike ist seine Heimat nicht länger zu Hause und so sticht er im Auftrag einer BilligSchifffahrtslinie mit der „MS Titanitsch“ in See. Mit an Bord sind zahlreiche Stars, die ihre Gäste betreuen: Die Schisprungzwillinge Ahonen und Bhonen, das isländische Schlagerduo Einar Eisberg & Zweiar Foto: Ludwig Rusch Eisbergen und das finnische Busenwunder Titty Melonen. Doch während man am Oberdeck die Börsenpolonaise tanzt, muss man sich unten mit ZimmerKüche-Minarett begnügen …

Steiermark-Termine:

Posierten für den Fotografen: ÖVP- und Wirtschaftsprominenz.

28.9. bis 2.10. Graz, Theatercafé 30.10. Orpheum Graz 6.11. Dechantskirchen 18.11. Groß St. Florian 27.11. Ratten

Gutes Jahr 2010 im ECE

Kapfenberg will schöner werden Dazu will auch Heribert Krammer, Chef des Shoppingcenters ECE, mit bis zu 100.000 Euro beitragen. Nicht zuletzt, weil sein Einkaufszentrum auch neuerlich ein Umsatzplus aufweist. Krammer hat 334 Vorschläge von Jugendlichen zur Verschönerung der Stadt in einem Buch gesammelt und allen Kapfenberger Haushalten zustellen lassen. Ein besonderes Anliegen ist den Kapfenbergern die Neugestaltung des Europaplatzes.

Heribert Krammer, Betreiber des ece Kapfenberg: zufrieden mit 2010. Foto: ece Kapfenberg

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I 10 Prozent der Wähler entscheiden sich erst am 26. September I Absolute Mehrheit schafft weder die Voves-SPÖ noch die Schützenhöfer-ÖVP I Für LH-Wahl ist Koalition ein Muss

Der Dritte entscheidet LH-Wahl:

an der

Urne D

as Match um die relative Mehrheit im Lande, was die Stimmen und Mandate betrifft, läuft zwischen der Voves-SPÖ und der Schützenhöfer-ÖVP. Beide werden es aber schwer haben, sich von der Stimmenzahl her ohne besondere Einbußen zu präsentieren, denn diesmal treten sieben Gruppierungen an. Damit werden die Mandate „billiger“. Das heißt: Musste man im Jahr 2000 noch 14.000 Stimmen für ein Mandat schaffen, so werden es diesmal weit weniger sein. Daher haben die Kleinen größere Chancen auf Mandate. Die stärkste Partei – ganz egal, ob das dann die ÖVP oder SPÖ sein wird – benötigt

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Daher werde bis zur letzten Minute wahlgekämpft, heißt es aus den Parteizentralen. 7 bis maximal 10 Prozent der Wähler entscheiden sich erst am Wahltag, in der Wahlzelle, wem sie wirklich ihre Stimme geben. In den roten Hochburgen der Obersteiermark werden Voves und die SPÖ am 26. September keine berauschenden Ergebnisse erzielen. daher für die Landeshauptmannwahl zumindest einen Steigbügelhalter. Keine von den Parteien legt sich nun fest, ob und wen sie unterstützen werde. Die Mehrheitsverhältnisse im Landtag sind die eine Sache. Die zweite wichtige Entscheidung fällt aber auch darüber, wer mit wie vielen Sitzen in der neunköpfigen Lan-

desregierung vertreten sein wird. Bis jetzt stellte die SPÖ fünf Mitglieder und die ÖVP vier. Insgesamt gibt es – wie gesagt – 56 Landtagsmandate zu verteilen und neun Sitze in der Landesregierung zu vergeben. In den letzten fünf Jahren hatte die Voves-SPÖ mit fünf Sitzen – vier die

ÖVP – die absolute Mehrheit in der neunköpfigen Landesregierung. Anders als auf Bundesebene bei Nationalratswahlen zwingt die Landesverfassung die Parteien bei entsprechender Stärke zu einer Proporz-Regierung. Eine entscheidende Frage

Wahlberechtigte in der Steiermark Männer Frauen Gesamt

466.625 500.275 966.900

2005 Differenz

929.725 37.101

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bei der Wahl am 26. September: Schaffen FPÖ oder die Grünen einen Regierungssitz. Dazu sind rund neun Prozent der Stimmen nötig. Denn bei 4:4:1 wäre die jeweilige Kleinpartei das Zünglein an

der Waage – nicht nur in der Regierung, sondern vor allem bei der Wahl des Landeshauptmannes. Dieser wird ja vom Landtag direkt gewählt. Die Grünen waren noch nie in der Landesregierung, die FPÖ zwischen 1995 und 2005 sehr wohl. Daher meinen Beobachter, dass die Chancen für Blau etwas größer wären. In wenigen Tagen wird es wieder historisch, und diesmal mit Franz Voves. Erstmals nach 60 Jahren verteidigt die SPÖ den Landeshauptmann in der Steiermark. Rund

Franz Voves Geboren am 28.2.1953 in Graz, schloss Studium der Sozialund Wirtschaftswissenschaften an Uni Graz ab, 1979 Eintritt in die Merkur Versicherung, 1989 bis März 2002 einer von drei Vorstandsdirektoren, zuständig für den Finanzbereich, seit 2002 Obmann der SPÖ Steiermark und 1. Landeshauptmann-Stellvertreter. Seine Stärke: Franz Voves nützte am 2.10.2005 die Schwäche der ÖVP, gewann für die SPÖ sechs Mandate dazu. Waltraud Klasnic war damit Geschichte und die SPÖ stellte nach 60 Jahren erstmals den Landeshauptmann.

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30.000 Stimmen Vorsprung muss Franz Voves gegenüber ÖVP-Herausforderer Hermann Schützenhöfer verteidigen. Geht man nach den Meinungsumfragen, so wird es ein Kopf-an-Kopf-Rennen. Allerdings haben sich laut Umfragen rund 30 Prozent der Wähler noch nicht entschieden. Im Vorfeld der letzten Monate gab es bereits Wahlen in Salzburg und im Burgenland. In beiden Bundesländern konnte die SPÖ zwar den Landeshauptmann „retten“, doch es gab Stimmenverluste. Im Burgenland waren es rund drei Prozent, obwohl Nissl als Spitzenkandidat als völlig unantastbar galt. Die Probleme im Vorfeld, mit denen Franz Voves konfrontiert war: Stiftungsaffäre der

achter, bis zu fünf Prozent an Stimmen verliert. Sollte ÖVP-Spitzenkandidat Hermann Schützenhöfer das schlechte Ergebnis von Waltraud Klasnic aus dem Jahr 2005 halten oder weniger als Voves verlieren, ist das Match um die Wahl zum Landeshauptmann zwischen Schützenhöfer und Voves völlig offen. Die große Unbekannte in dieser Rechnung: wie stark die FPÖ tatsächlich wird und wem von den beiden sie mehr Wähler abspenstig macht. Es gibt also Dramatik pur, denn neuerlich ist die Wahl in der Steiermark von gesamtösterreichischem Interesse. Kein Regisseur hätte ein besseres Drehbuch schreiben können. Denn das Abschneiden der SPÖ ist von der Grundstimmung her auch wichtig für die darauffolgende Bürgermeisterwahl in Wien im Oktober.

Mandate und Stimmen 2005

Partei SPÖ ÖVP KPÖ Die Grünen FPÖ Liste Hirschmann BZÖ Liste „parteifrei“

Hermann Schützenhöfer Geboren am 29.2.1952 in Edlitz. Als „SchaltjahrGeborener“ kann er nur alle vier Jahre Geburtstag feiern. Nach seiner Handelskaufmann-Lehre in Kirchbach (Oststeiermark) bereits 1970 Einstieg in die Politik. Acht Jahre Landessekretär der jungen ÖVP, Aufstieg zum Landessekretär des steirischen ÖAAB, ab 1981 Abgeordneter zum Steiermärkischen Landtag. Weitere Karriereschritte waren der Klubobmann im Landtag, der Landesobmann des steirischen ÖAAB und im Jahr 2000 holte ihn Waltraud Klasnic als Landesrat in die Regierung. Seine Schwäche ist seine Stärke: Er wird unterschätzt.

SPÖ Steiermark, die zum Teil dramatischen Verluste bei den Gemeinderatswahlen im Frühjahr in den roten Hochburgen der Obersteiermark, parteiinterne Streitigkeiten mit Landtagspräsident Kurt Flecker und dessen ungewollter Abschied, der Konflikt in der Grazer SPÖ, eine aggressive ÖVP-Wahlkampfwerbung, Zusperren und Absiedeln des SPÖ-eigenen Leykam-Druckstandortes nach Slowenien. Es ist aber auch kein Geheimnis, dass die oft einsamen Entscheidungen des Parteivorsitzenden Franz Voves, seine Personenwahl und sein Vorgehen innerhalb der steirischen Sozialdemokratie mehrmals kritisch kommentiert wurden. In den letzten Wochen ist die Partei daher bemüht, beweisen zu wollen, dass Harmonie herrscht. All das könnte dazu führen, dass Voves, so Beob-

Prozent 41,67% 38,66% 6,34% 4,73% 4,56% 2,05% 1,72% 0,28%

Gerhard Kurzmann Geboren am 30.10.1953 in Graz, Studium der Geschichte und Germanistik an der Uni Graz, Beamter des Magistrats Graz (Kulturamt und Stadtarchiv) seit 1984, Grazer Gemeinderat 1993 bis 1998, für die FPÖ im Nationalrat 1998 bis 2002, Haider wollte ihn dann nicht mehr, seit 2006 wieder im Nationalrat (unter Strache) und Landesparteiobmann der FPÖ Steiermark. Seine Stärke: wirkt persönlich verbindlich, gilt als national in seiner Partei. Seine Schwäche: gilt mit seinen Islam-feindlichen Ansagen über Minarette und dem verbotenen Internetspiel als zu wenig liberal für potenzielle Wechselwähler.

(+9,35%) (-8,63%) (+5,31%) (-0,88%) (-7,85%) (+2,05%) (+1,72%) (+0,28%)

Stimmen 290.859 269.905 44.247 33.013 31.807 14.309 11.977 1.962

Werner Kogler Geboren am 20.11.1961 in Hartberg, schloss an der Uni Graz das Studium der Volkswirtschaftslehre ab, arbeitete am Aufbau der Grünen in der Steiermark mit, war Grazer Gemeinderat von 1985 bis 1988, ab 1994 Angestellter im Grünen Parlamentsklub und Mitglied der Klubgeschäftsführung, Landessprecher der Steirischen Grünen seit 2005, sitzt seit 1999 als grüner Abgeordneter im Parlament – und dort im Kontrollausschuss des Rechnungshofs – und ist Mitglied diverser Untersuchungsausschüsse. Seine Stärke: hat das Politgeschäft gelernt. Seine mögliche Schwäche: stellte sich zu spät als Spitzenkandidat zur Verfügung.

+75.240 -45.569 +37.375 -4.386 -50.960 +14.309 +11.977 +1.962

Gerald Grosz Geboren am 15.02.1977 in Graz, erlernter Beruf: Bürokaufmann, 1999 Einstieg in die Politik als parlamentarischer Mitarbeiter, in der Blau-Schwarzen Koalition persönlicher Sekretär von Vizekanzler Haupt, 2005 bis 2007 Gemeinderat in Deutschlandsberg, machte bei der Gründung des BZÖ durch Jörg Haider mit, Gemeinderat in Graz seit 2008 und seit der Nationalratswahl 2008 auch Abgeordneter im Parlament. Obmann des BZÖ Steiermark seit 2005. Seine Stärke: kann griffig formulieren und kommt besonders bei jungen Wählern gut an. Seine Schwäche: übertreibt verbal in seinen Attacken gegen politische Mitbewerber.

Mandate 25 +6 24 -3 4 +4 3 +0 0 -7

Claudia Klimt-Weithaler Geboren am 1.2.1971 in Fohnsdorf, nach der Pflichtschule Ausbildung zur Kindergartenpädagogin und Übersiedlung nach Graz, parallel zum Pädagogikstudium aktiv in unterschiedlichen Kinder- und Jugendorganisationen sowie in Frauenprojekten, Mutter von zwei Kindern, 2003 Aufbau einer Kinderkrippe, seit 2005 für die KPÖ im Landtag durch den unerwartet großen Wahlerfolg von Ernest Kaltenegger. Durch sein Ausscheiden aus der Politik wurde sie zur Spitzenkandidatin bestellt. Ihre Stärke: hat sich in den wenigen Monaten stark bemerkbar gemacht. Ihre mögliche Schwäche: hat nicht die Aura eines Ernest Kaltenegger. 7


Franz Voves steht gewissermaßen mit dem Rücken zur Wand, weshalb er sich auch sehr kämpferisch gibt. Er hat klargemacht, dass er sich als Wahlverlierer aus der Politik verabschiedet. Daher trommelt die SPÖ in der letzten Phase mit dem Slogan: „Franz Voves – er soll Landeshaupt-

mann bleiben.“ Doch man wird sehen, ob trotz der von ihm vorgelegten Erfolgsbilanz nicht mehr schiefgegangen ist, als die Wähler akzeptieren. Und in der Politik ist es wie beim Sport. Die Fehler des einen sind die Chancen des anderen zum Sieg. O

Koalitionsvarianten Variante 1: Rot mit Schwarz Sie geht sich immer aus und gab es auch in den letzten fünf Jahren. Doch weder Voves noch Schützenhöfer „lieben“ sie. Eine SPÖ-ÖVP-Koalition kommt, wenn sich mit keiner Kleinpartei – weder für die SPÖ noch für die ÖVP – als Partner 29 Mandate ausgehen und damit keine absolute Mehrheit im Landtag (56 Mandate) zu schaffen ist.

Zuwanderer sorgen dafür:

Bevölkerungshöchststand In der Steiermark leben (Stichtag: 1.1.2010) 1,208 Millionen Menschen. Migranten, vor allem aus den ost- und südosteuropäischen Ländern sowie Deutschland, die der Großregion Graz (mit Leibnitz und Weiz) zuwandern, bewirken diesen Rekord. In allen anderen Bezirken gibt’s einen Rückgang. Die Zahl der Ausländer ist im Jahr 2009 um knapp 3.000 auf 79.000 gestiegen. Diese sorgen auch für eine positive Geburtenbilanz. Eine steirische Besonderheit: 42 Prozent der Zuwanderer kommen aus der EU, 31 Prozent aus Ex-Jugoslawien und nur 7 Prozent aus der Türkei. Mit 10.188 Geburten wurde die „magische Grenze“ gerade nicht unterschritten, dennoch die zweitniedrigste Neugeborenenzahl seit Kriegsende. Ohne Zuwanderung wäre die Wohnbevölkerung in der Steiermark auf 1.042.000 gesunken.

Klipp hat kein Problem, das FPÖ-Sujet „Mehr Heimat, statt Islamisierung“ abzubilden, das andere Medien ablehnten. Aber die Angsparolen sind doch überzogen. Im Jahr 1971 lebten 1944 Moslems in der Steiermark. Nach den Balkankriegen gab es klarerweise tausende Flüchtlinge mit moslemischem Glauben. Das ist die echte Ursache dafür, dass heute, fast 40 Jahre nach dem Jahr 1971, insgesamt 19.000 Moslems in der Steiermark leben. Die plakatierte Steigerungsrate ist also weit weniger dramatisch.

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Variante 2: Rot mit Blau Die FPÖ flog bei der Wahl im Jahr 2005 aus dem Landtag. Diesmal ist der Wiedereinzug praktisch gesichert. In einigen Prognosen hält man sogar einen Regierungssitz für möglich. Die „magische“ Zahl lautet fünf. Mit fünf Mandaten – dafür braucht man rund 9 Prozent der Stimmen – würde Spitzenkandidat Gerhard Kurzmann auch einen Regierungssitz haben und damit seine Partei Zünglein an der Waage bei der Wahl des Landeshauptmanns sein.

Variante 3: Rot mit Grün Auch da gilt das Gleiche wie für die FPÖ: Die Grünen hatten bis jetzt im Landtag drei Mandate, müssten für einen Sitz in der Landesregierung (4:4:1) aber diesmal zumindest fünf schaffen. Rein von der Politik her könnten sie eher mit der VovesSPÖ eine Koalition zusammenbringen.

Variante 4: Schwarz mit Blau Sollte die ÖVP stimmenstärkste Partei werden, aber nicht die absolute Mehrheit in der Landesregierung mit fünf Sitzen erreichen, dann wäre sie auf die FPÖ als Steigbügelhalter bei der Landeshauptmann-Wahl angewiesen. In der Vergangenheit gab es bereits zwei Mal eine Koalition zwischen Schwarz und Blau im Lande.

Variante 5: Schwarz mit Grün Für den Fall, dass es in der Regierung 4:4:1 steht und ein Regierungssitz auf die Grünen entfällt, dann wird die ÖVP viel dafür einsetzen, um die Grünen bei der Landeshauptmann-Wahl auf ihre Seite zu ziehen. Auch nach dem Vorbild von Oberösterreich, wo es seit der letzten Landtagswahl ja eine Schwarz-Grüne Koalition gibt.

KLIPP September 2010


Landtagswahlen

In Graz und Graz-Umgebung gibt es 17 Mandate: Da wird es die Vorentscheidung über Sieg und Niederlage für Franz Voves oder Hermann Schützenhöfer geben. Die Wahlbeteiligung ist traditionell am Niedrigsten von den vier steirischen Wahl­ kreisen.

m 2. Oktober 2005 erreichte Franz Voves für die SPÖ 72.140 Stimmen und machte sie damit zur Nummer Eins. Doch die ÖVP lag damals nur 5.000 Stimmen zurück. In Graz gelang Franz Voves ein Plus von 10.000 Stimmen (38.739) und er blieb damit vor der ÖVP. Waltraud Klasnic verlor in Graz mehr als 8.000 Wähler gegenüber dem Jahr 2000. Mit der Landeshauptstadt und dem Bezirk Graz-Umgebung ist der Wahlkreis 1 jener mit den meisten Wahlberechtigten. Logisch, dass damit auch die Zahl der zu vergebenden Mandate – es sind 17 (von insgesamt 56 landesweit) – am gleich groß ist wie im Wahlkreis 4 (Obersteiermark). Jeweils

Foto: Fischer

305.000 Wahlberechtigte im Wahlkreis 1 A sechs Mandate schafften ÖVP und SPÖ, zwei Grundmandate, erstmals nach 50 Jahren, die KPÖ mit Ernest Kaltenegger. Gab es für die KPÖ im Jahr 2000 nur 1.942 Stimmen, katapultierte sich Kaltenegger auf 16.405 Stimmen. Ein Mandat schafften die Grünen. Damit wurden zwei Mandate im ersten Ermittlungsverfahren „nicht ver-

Neo-Parteichefin in Graz Bettina Vollath. Sie wird alles versuchen, dass die SPÖ in Graz nicht das prognostizierte schlechte Ergebnis zustandekommt. ÖVP-Graz-Chef Siegfried Nagl wiederum und sein Team werden das mäßige Abschneiden aus dem Jahre 2005 vergessen lassen wollen. Damals verlor Waltraud Klasnic in Graz entscheidend.

geben“ und wanderten in den Restmandate-Pool. Schon traditionell ist allerdings die Wahlbeteiligung im Wahlkreis 1 am niedrigsten: Während sie im Wahlkreis 3 im Jahr 2005 jenseits der 80-Prozent-Grenze lag, gaben in Graz und Graz-Umgebung nur 70 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme ab.

Ergebnis 2005 Wahl­­berechtigte

Wahlberech­ tigte in %

Abgegebene Stimmen

Wahlzahl

286.486

70,6

202.131

11.103

Mag. Alexandra Pichler-Jessenko, ÖVP, Wahlkreis 1, Landesliste auf Platz 7

Nägel mit Köpfen Mag. Alexandra Pichler-Jessenko ist politische Quereinsteigerin, selbständig und betreibt in Graz eine Marketing- und Kommunika-

Von den endgültigen Stimmen entfielen auf ÖVP

SPÖ

FPÖ

Grüne

KPÖ

BZÖ

67.209

72.140

10.183

17.154

22.409

3.849

tionsagentur. Sie ist politisch quasi ein Neuling: Dennoch oder gerade deshalb hat man den Eindruck, sie ist eine „Macherin“, eine Frau, die weiß, wie die Arbeit in der Praxis und im Alltag abläuft, und die bei Problemen, die es zu bewältigen gibt, Klartext spricht: „Niemand in der ganzen Steiermark hat etwas davon, wenn wir Lösungen halbherzig angehen.“ Den Schwerpunkt ihres Engagements sieht Pichler-Jessenko in

der Ansiedelung von Dienstleistern und auch industriellen Betrieben, die der Wirtschaft und den Arbeitsplätzen der Bevölkerung auch tatsächlich dienlich sind, und kommentiert wie folgt: „Es wird alles zentralisiert und geht von Graz aus. Ich hingegen denke unter anderem, dass auch das ländliche Umfeld ungemeine Stärken bietet.“ Zudem setzt sie sich dafür ein, Schüler gezielt in eine berufliche Richtung – etwa im technischen und natur-

wissenschaftlichen Bereich – zu schicken. In jedem Fall in eine Richtung, die einerseits dem Jugendlichen selbst Spaß macht und andererseits in Zukunft gefragt sein werde. „Die Steiermark hat es selbst in der Hand, ob sie als Wirtschaftsstandort in Zukunft interessant sein wird oder nicht. Aus diesem Grund sollten wir die Stärken fördern und trete ich daher gezielt für eine diesbezüglich sinnvolle Ausbildung ein.“ v

ALLE FRAGEN: WER GEWINNT DIE WAHL? WIR FRAGEN: WIE GEWINNT DAS LAND?

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Landtagswahlen Alexia SchrempfGetzinger, Graz, SPÖ, neu auf der Landesliste

Mit kulturellem Elan in den ­Landtag Alexia Schrempf-Getzinger ist seit 2008 stellvertretende Bezirksvorsteherin von Graz-St. Leonhard und nunmehr neu auf der Liste für die Landtagswahl. Die Erwartungshaltung ist naturgemäß hoch: „Wir wollen gewinnen. Die Nummer eins soll es werden und ein Vierer soll vorn sein.“ Die Kulturmanagerin, Schauspielerin und dreifache Mutter hat keine Berührungsängste mit Menschen, macht den Wahlkampf auch gern:

„Die Leute gehen sehr positiv auf mich zu.“ Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass sie in den Landtag kommt. Schrempf-Getzinger freut sich schon darauf: „Eine schöne Aufgabe wird es sein. Ich denke, dass ich das gut machen kann.“ Chancengleichheit, Kultur und Frauenpolitik sind prioritäre Themen für Schrempf-Getzinger. Als Obfrau vom Kulturverein TAG theateragenda versucht sie seit 12 Jahren, Transitarbeitskräfte wieder in den ersten Arbeitsmarkt zu inte­ grieren. Chancengleichheit auf allen Ebenen, sei es bei Kindern, Jugendlichen, Langzeitarbeitslosen oder Frauen: „Gleicher Lohn für gleiche Arbeit“ ist Schrempf-Getzinger ganz wichtig. Nur für eines gibt es noch keine Erfahrungswerte: „Wie viel ist möglich – wie viel kann man umsetzen im Landtag?“ v

Die KandidatInnen der SPÖ Graz-Umgebung für die Landtagswahl

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KLIPP September 2010


Landtagswahlen

176.252 Wahlberechtigte im Wahlkreis 2 D ieser ist daher von den Wahlberechtigten her der kleinste Wahlkreis und umfasst die Bezirke Deutschlandsberg, Leibnitz, Radkersburg und Voitsberg. Mit 55.553 Stimmen blieb die ÖVP im Jahr 2005 nur rund 700

Stimmen vor der SPÖ. Die Wahlbeteiligung lag damals bei 77,9 Prozent. Insgesamt hätten zehn Mandate vergeben werden können, doch aufgrund der Wahlbeteiligung wanderten zwei davon in den Reststimmen-Mandate-Pool des Landes für das zweite Ermitt-

lungsverfahren. Auf die ÖVP und SPÖ entfielen jeweils vier Mandate, KPÖ und Grüne gingen im Wahlkreis 2 leer aus. Mit etwas mehr als 55.000 Stimmen lag die ÖVP damals nur knapp vor der SPÖ, die nur einige hundert Stimmen hinter der ÖVP blieb.

Ergebnis 2005 Wahlberech­ tigte in %

Abgegebene Stimmen

Wahlzahl

168.875

77,9

131.585

11.765

Ingrid Gady, Leibnitz, ÖVP, neu auf Liste

Eine unabhängige Geschäftsfrau für Leibnitz Prokuristin Ingrid Gady kandidiert erstmals auf der Liste der ÖVP im Wahlkreis 2. „Die Wahl wird gut ausgehen. Die Sehnsucht nach Wer-

Von den endgültigen Stimmen entfielen auf ÖVP

SPÖ

FPÖ

Grüne

KPÖ

BZÖ

55.553

54.890

4.453

3.962

5.643

2.505

teorientierung ist einfach da.“ Stolz darauf, direkt von Schützenhöfer auf die Landesliste gesetzt worden zu sein, gibt sie sich siegessicher: „Ich kann keinem Bund zugeordnet werden. Das ruft ein positives Echo hervor. Leute haben mir schon gesagt, sie gehen deshalb wieder wählen, weil ich unabhängig bin.“ 15 Standorte mit mehr als 240 Mitarbeitern in der Steiermark, in Kärnten und im Burgenland – das ist Gady, eines der größten Privatunternehmen in Österreich im

Bereich Automobil- und Landmaschinenhandel sowie Zubehör. Die Zentrale ist in Lebring. Geführt vom Sohn, widmet sich Ingrid Gady eigenständigen Bereichen innerhalb des Betriebes. Unabhängigkeit ist ihr Credo. Unterschiedlich und vielfältig sind die Themen, die ihr am Herzen liegen, aber vor allem: „Hinhören, was die Menschen wollen. Was ist schon da und was wird gebraucht, um sich zu verwirklichen?“ Soziale Gerechtigkeit („Aber nicht nur: ,Was krieg ich?‘,

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LANDTAGSABGEORDNETER MANFRED KAINZ:

KOMPETENZ FÜR DEN BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG LANDTAGSABGEORDNETER MANFRED KAINZ:

KOMPETENZ FÜR DEN BEZIRK DEUTSCHLANDSBERG

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sondern auch: ,Was tu ich?‘“), ehrenamtliche Tätigkeit in der Gesellschaft und Kultur im Miteinander sind ihr wichtig. Am Arbeitsmarkt sieht sie beide Seiten der Medaille: die Unternehmer- und Arbeitnehmerseite. Wenn Arbeitsplätze verloren gehen – wie bei Philips – ist eines gefragt: „Innovative Gemeinden, die Unternehmen ansiedeln.“ Aber die Politik muss auch Rahmenbedingungen für die Firmen schaffen. v

„Ich bin ein Bezirks-Egoist aus Leidenschaft“ „Die Südweststeiermark muss mehr Bedeutung finden“, lautet die Triebfeder für den ÖVP-Landtagsabgeordneten Manfred Kainz. 62.000 Bürger in 40 Gemeinden gibt es in der Region Deutschlandsberg. „Wir haben in den letzten Jahren doch etliches erreicht“, freut sich Kainz. 21 Millionen Euro wurden in den letzten Jahren in den Straßenbau und in den Verkehr investiert. 59 Millionen Euro flossen für diverse Wirtschaftsprojekte in die Region. „Wir haben im Landtag dafür gerauft“, sagt Kainz, der sich als Bezirks-Egoist aus Leidenschaft beschreibt. Für ihn als Vertreter der Wirtschaft besonders wichtig: Zwei Technologie-Zentren entstanden, ein drittes ist im Laßnitztal geplant. Apropos geplant: Ab Ende August ist Manfred Kainz mit einem E-Bike auf 14-tägiger Wahl-Tour. „Ich schlafe unterwegs, das ist mein heuriger Urlaub, und ich werde alle 40 Gemeinden in unserer Region besuchen.“ 11

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Wahl­­berechtigte


Landtagswahlen

gebaut, der Bahnhof Peter Tschernko ist LandHengsberg überhaupt tagsabgeordneter und neu gebaut. Die bessere seit 20 Jahren BürgerAnbindung an den meister von EichbergGroßraum Graz bedeuTrautenburg. Ein Mandat tet auch die Jahrhun– seines – gibt es derzeit dertchance, an dieser für die ÖVP im Bezirk Achse BetriebsansiedLeibnitz, das zweite wurPeter Tschernko lungen durchzuführen. de knapp verfehlt: „Möglicherweise kommt noch eines dazu. Innovative Projekte im Bereich Natur und Mensch im Naturraum Das wär für Leibnitz ganz toll.“ „Regional stärker zusammenar- sind Zielsetzung der 27 Naturparkbeiten, eine bessere Verlinkung gemeinden in der Region und der und Vermarktung, damit wir auch Leader-Projekte, als deren Ob1000 km entfernt noch gefunden mann Tschernko auch fungiert. werden.“ Als Tourismussprecher „Stärker präventiv im Gesundder ÖVP Steiermark weiß Tschern- heitsbereich zu arbeiten von der ko, wovon er spricht und was er Ernährung bis hin zur Psyche“, das sich für die Region vorstellt. Eng liegt Tschernko am Herzen, engadamit verbunden ist das Verkehrs- giert er sich doch schon seit 15 Jahkonzept Neu. Tschernko: „Eine ren im Bereich Pflege, Wohlfahrt gute Anbindung an die S-Bahn ist und Behinderte. Sein Credo, wenn wichtig, sei es für den Tourismus, irgend möglich: „Mobil statt statifür die SchülerInnen/Jugend oder onär.“ Eines ist jedenfalls auch die ältere Bevölkerung.“ Infrastruk- klar: „Das Krankenhaus Wagna tur zu schaffen, bedeutet gleichzei- darf nicht gesperrt werden, denn tig auch neue Arbeitsplätze. Der es erfüllt eine wichtige VersorBahnhof Leibnitz wird gerade um- gungsfunktion in der Region.“

Detlev Gruber, Bezirk Leibnitz, SPÖ

Anbindung und Positionierung von Leibnitz Detlev Gruber ist seit 2000 Landtagsabgeordneter. Er hat einen fixen Listenplatz für die kommende Landtagswahl. Als er 2000 in den Landtag kam, gab es kein so gutes Ergebnis. Gruber: „Wir werden ein sehr, sehr achtbares Ergebnis einfahren. Zwei Mandate gab es bisher im Bezirk, jeweils eines für die SPÖ und die ÖVP. Das müsste nach der Wahl auch wieder so sein.“ Prioritär sind die Fertigstellung des Bahnhofes Leibnitz – der Ausbau ist bis 2010 geplant – sowie das Bezirkshallenbad. „Leibnitz ist Schulstadt mit 4.000 Schülern. Dieses Schwimmbad ist wichtig, auch für den Tourismus als Schlechtwetterprogramm.“ Nicht weniger wichtig wäre die öffentliche Anbindung an das S-Bahn-Netz, aber auch die Verkehrsanbindung und Entwicklung in Zusammenhang mit der

Kor­almbahn. Verkehrskonzepte und Betriebsansiedelungen sind zu planen. Marburg wird 2010 Kulturhauptstadt. In diesem Zusammenhang wünscht sich Gruber eine Anbindung und Positionierung der Region mit diesem kulturellen Ereignis sehr, denn: „Eine Grenze ist nur in den Köpfen der Menschen.“ v

Gerhard Stark, Deutschlandsberg, ÖVP, neu auf Liste

Medizinische Wertehaltung in Deutschlandsberg Gerhard Stark ist Vorstand der Abteilung für Innere Medizin am LKH Deutschlandsberg und kandidiert neu für den Landtag. Die ÖVP erfährt einen sehr hohen Zuspruch im Wahlkampf: „Eigentlich müsste es ein ordentlicher Zugewinn werden.“ Wertehaltung ist Stark wichtig, das spürt man ganz deutlich. Seine Heimat ist die ÖVP: „Aber primär habe

Mit LH Franz Voves bleibt die Steiermark auf Zukunftskurs L

folgen. Auch deshalb, weil nur damit sichergestellt ist, dass es in unserem Land weiterhin eine soziale Harmonie und eine Heimat zum Wohlfühlen gibt.

andeshauptmann Franz Voves hat in den vergangenen fünf Jahren die Steiermark auf Zukunftskurs gebracht. Nach der Landtagswahl am 26. September gilt es jetzt, diesen erfolgreichen Weg fortzusetzen. Voraussetzung dafür ist ein Wahlsieg für die SPÖ. Deshalb meint SPÖ-Klubobmann Walter Kröpfl: „Liste 1 wählen, damit Franz Voves in unserem Land die Nummer 1 bleibt!“

Gut so, weiter so – deshalb müssen jetzt fünf weitere Jahre mit Landeshauptmann Franz Voves 12

Abschließend: Die Regierung Voves I brachte unserem Land fünf gute Jahre – jetzt geht es darum, dass in den nächsten fünf Jahren die Regierung Voves II folgt! Foto: SPÖ Steiermark

„Die gesamte Landespolitik und unser gesamtes Bundesland wurden nach 60 Jahren ÖVP-Vorherrschaft seit dem Jahr 2005 unter dem neuen SPÖLandeshauptmann Franz Voves durchlüftet“, erklärt SPÖ-Klubobmann Kröpfl: „Und es ist gelungen, trotz widriger Rahmenbedingungen – Finanz- und Weltwirtschaftskrise – die Steiermark sozial wärmer zu machen.“ Außerdem habe Franz Voves bei der Bundesregierung in Wien das größte Infrastruktur-Paket aller Zeiten herausverhandelt (Koralmbahn, Semmeringtunnel, Bahnhofsoffensive), so Kröpfl.

Kröpfl: „Ich bin überzeugt davon, dass die Steirerinnen und Steirer anerkennen, was Landeshauptmann Franz Voves und sein gesamtes SPÖTeam in den vergangenen fünf Jahren für die Steiermark geleistet haben, und deshalb am 26. September die Liste 1 – also die SPÖ mit Landeshauptmann Voves an der Spitze – wählen werden!“

„Die Steiermark sozial wärmer gemacht“: Landeshauptmann Franz Voves und SPÖKlubobmann Walter Kröpfl.

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Leibnitz – ein Bezirk setzt innovative Akzente


Landtagswahlen ich einen Beruf, erst in zweiter Linie bin ich Politiker.“ Sein Bestreben wird sein, die Politik durch aktive Arbeit zu bereichern. Stark: „Ich habe viel von der Gesellschaft bekommen, da möchte ich auch was zurückgeben.“ Dass Stark als Mediziner die Gesundheitsplattform am Herzen liegt, ist nur allzu leicht zu verstehen: „Man kann nur die Rahmenbedingungen schaffen, um für den Patienten die bestmöglichen Bedingungen zu erreichen.“ v

Das Credo von LAbg. Gangl: Politik wird nicht an Projekten gemessen, sondern an Entwicklungen und Prozessen.“ Und diese Einstellung spürt man auch im Gespräch mit ihm. Radkersburg hatte immer ganz besondere Herausforderungen zu bewältigen. Gangl: „Wir waren Grenzland.“ Aber vielleicht gerade deswegen und weil die Menschen spüren, dass man an sich selber

Karl Petinger, Voitsberg, SPÖ

Voitsberg - Ein Bezirk im Aufwind Sehr viel sei in der Region schon geschehen und auch investiert ­worden, wie etwa bei S-Bahn, GKB, Spital oder Neuer Mittelschule. Die Arbeitsplatzsituation und Abwanderung sind naturgemäß zentrale Themen im Kernraum Voitsberg. Petinger: „Wir haben die Hoffnung, die Region so zu positionieren, dass interessante Betriebe angesiedelt werden können.“ Der Tourismus hat sich sehr gut entwickelt. Das Hauptaugenmerk ist dabei auf die Therme Nova sowie Piber zu legen. Die Erwartungen für die Region erstrecken sich neben den Betriebsansiedelungen laut Petinger auch „auf den Ausbau der B70, den weiteren Ausbau der GKB oder den Anschluss an die Koralmbahn“. v

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ALEXANDRA PICHLER-JESSENKO FÜR HERMANN SCHÜTZENHÖFER:

KARLHEINZ TSCHELIESSNIGG FÜR HERMANN SCHÜTZENHÖFER:

Hermann Schützenhöfer überzeugt durch Mut zu unkonventionellem Denken. Er schafft ein selbstbewusstes, dynamisches Wirtschaftsklima in unserem Land einhergehend mit zukunftsträchtigen Arbeits-

„Hermann Schützenhöfer ist ein weiß-grüner Patriot mit klaren Werten, viel Erfahrung und Ideen. Eine Mischung, die die Steiermark sicher weiter bringt.“

„green tech“ Jobs. Alexandra Pichler-Jessenko Unternehmerin

Karlheinz TSCHELIESSNIGG Univ.-Prof. für Chirurgie

FÜR SCHÜTZI „Weil er hat, was wir bei anderen oft vermissen: Verlässlichkeit und Handschlagqualität.“

CLAUS RAIDL FÜR HERMANN SCHÜTZENHÖFER:

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Landtagsabgeordneter Anton Gangl von der ÖVP ist seit 2000 im Landtag und hat einen fixen Platz auf der Wahlkreisliste. Im Bezirk Radkersburg gab es bisher zwei Mandate, eines für die ÖVP und eines für die SPÖ. Gangl: „Es wird ein Kopf-anKopf-Rennen. Aus heutiger Sicht sind die Mandate abgesichert. Es wird sich nicht viel ändern.“

te entsteht regional hervorragende Qualität.“ Tourismus ist ein wichtiges Standbein: „Der Gesundheitsstandort Radkersburg gehört abgesichert.“ Aber auch die Infra­struktur, genauer gesagt die gute öffentliche Einbindung, liegt Gangl wörtlich „am Herzen“. Seinem Einsatz ist es zu verdanken, dass es für die Radkersburger Bahn „eine Zukunfts- statt Zusperrop­ tion“ gegeben hat. v

plätzen im Bereich der

Anton Gangl, Radkersburg, ÖVP

Radkersburg ­– Ein Grenzland in Aufbruchstimmung

und den Standort glauben muss, hat sich Radkersburg ausgesprochen gut entwickelt. Die Politik kurbelt diese Entwicklung in der Region an. Gangl: „Wir schaffen die Rahmenbedingungen. Umsetzen müssen die Betriebe die Projekte selbst.“ Die Bewusstseinsbildung hat im steirischen Vulkanland, einem Agrarbezirk, bereits Früchte getragen. Gangl: „Die Weinbauern leben das vor. Durch Veredelung der Produk-

„Vor der letzten Wahl war die Steiermark auf Platz 1. Heute ist sie auf Platz 6 unter den Bundesländern. Die Steiermark braucht eine neue Führung – mit Hermann Schützenhöfer und seinem Team.“ Claus Raidl Böhler Uddeholm

INGRID GADY FÜR HERMANN SCHÜTZENHÖFER: „Ich unterstütze Hermann Schützenhöfer, weil er die christlichen Werte, die auch mir wichtig sind, aus einem Selbstverständnis heraus lebt“

Ingrid Gady Unternehmerin

Die Steiermark kann mehr.

Komitee für Hermann Schützenhöfer 13


Landtagswahlen

Landtagswahlen 2010 „Der Wirtschaftsbund unterstützt Hermann Schützenhöfer als den neuen Chef der Firma Steiermark!“

E

in guter Chef ist eine Vaterfigur – er ist Vorbild für die Mitarbeiter seines Unternehmens! Ein guter Chef weiß, was das Budget zulässt – investieren oder sparen – beides zur rechten Zeit am rechten Fleck. Ein guter Firmenchef macht Mut und hat Ideen – und vor allem – ein guter Firmenchef hat sich selbst im Griff!

WB-Obmann Christian Buchmann, der Landesrat für Wirtschaft, Innovation und Finanzen, und seine 16 Kandidatinnen und Kandidaten wollen gemeinsam mit dem neuen Chef der Firma Steiermark MEHR für unser Land. Mit Hermann Schützenhöfer hätte die Firma Steiermark einen Chef, der die Steiermark

[1]

Monika Spreitzhofer (56), Graz: Nur eine lebendige Wirtschaft kann Arbeit geben und wachsen – die klügste Idee nutzt nichts, wenn sie im Verborgenen bleibt – deswegen stelle ich mein Netzwerk zur Verfügung, um MEHR Arbeit in der Steiermark zu ermöglichen!

[1]

nicht verschuldet, sondern MEHR für alle Steirerinnen und Steirer bewirken kann! Christian Buchmann (47), Graz: Wir brauchen einen Chef, der die SteirerInnen nicht verschuldet, dessen Wort zählt und dessen Handschlag gilt – wir brauchen einen neuen Chef für die Firma Steiermark – ich weiß, wer das sein könnte, und Sie wissen es auch – am 26. September können wir diesen Chef wählen und diese Chance sollten wir auch nutzen!

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Martina Krieger (38), Leibnitz: Unsere Regionen sind lebenswert – weil wir den Nahversorger ums Eck haben. Noch! Ich will es gerade kleinen Betrieben vom Start weg weiter leichter machen, sich vor allem im ländlichen Raum anzusiedeln. Für MEHR Lebensqualität auf dem Land!

[2]

Wolfgang Kasic (51), Graz Umgebung: Wir Unternehmer sind es gewohnt, KostenNutzen-orientiert zu arbeiten – wir müssen querdenken: Wenn wir politisch kundenorientiert arbeiten, dann gibt es in Zukunft auch MEHR Leistung.

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[4]

Stefan Helmreich (36), Graz Umgebung: Als Unternehmer muss ich Konsequenzen für mein Handeln tragen – genau diese Konsequenzen müssen auch von der Politik ernst genommen werden – damit es MEHR um das WIR als um die Interessen einzelner Parteien geht!

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[12]

Barbara Eibinger (30), Graz Umgebung: Ich will MEHR für den Standort – so wie durch das neue Immissionsschutzgesetz ein Miteinander von Umwelt und Betriebsansiedelungen ermöglicht wurde, möchte ich durch MEHR Betriebe bei uns auch MEHR Arbeit ermöglichen! Angelika Neuhold (30), Feldbach: Nur mit guten Wurzeln kann man wachsen, ich will diese Wurzeln pflegen – vor allem im Bereich Gesundheit/Prävention. Wer MEHR für seine Gesundheit tut, soll weniger Sozialversicherungsbeitrag zahlen!

[13]

Vinzenz Harrer (41), Weiz: Wir brauchen MEHR Infrastruktur im ländlichen Raum, um der Abwanderung entgegenzuwirken. Wenn ein Betrieb zehn Arbeitsplätze schafft, dann sichert er weitere Arbeitsplätze im Bereich Nahversorgung, Bildung oder Gesundheit.

[14]

Peter Göldner (49), Murau: Wir müssen bessere Ideen fördern – wir haben ja in der Steiermark tolle Rohstoffe und tolle Leute – wenn wir MEHR Innovation fördern, dann meistern wir auch die Krise!

[13]

[14]

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[16]

[8]

Günther Stangl (53), Feldbach: Ich will den Kurs der Vernunft für die Steiermark gehen – ich möchte nicht, dass die nächste Generation von Schulden überhäuft wird. Dann bekommen unsere Kinder MEHR und nicht weniger!

14

Conny Flechl (39), Hartberg: Bei uns in der Region unterstützen Betriebe bereits eine ganztägige Kinderbetreuung, die wenig kostet – ich will MEHR Möglichkeiten für Frauen, wieder in der Berufswelt Fuß zu fassen. Manfred Kainz (50), Deutschlandsberg: Wir brauchen MEHR Praktiker im Land, die wissen, wie man Arbeitsplätze schafft und diese auch dauerhaft absichert. Daher geht es jetzt vor allem im ländlichen Raum darum, MEHR Aufträge für die regionale Wirtschaft zu sichern. Praktiker wissen das!

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[11]

[12]

Martin Kamper (31), Graz Umgebung: Gemeinsam schaffen wir MEHR – ich möchte ein großes Unternehmernetzwerk einführen – vielleicht hat nicht jeder Betrieb die Möglichkeit, Lehrlinge auszubilden, aber gemeinsam können wir unserer Jugend MEHR bieten.

[5]

Gottfried Zagorz (55), Leoben: Ich will MEHR Entlastung für unsere Leistungsträger – wenn jemand beispielsweise 20 Jahre lang pendelt, dann darf der Fiskus den Weg zur Arbeit nicht stärker belasten.

[10]

Sabine Wendlinger-Slanina (48), Graz: Wir Unternehmer tragen Verantwortung und Risiko, wir müssen umsetzen und die Ergebnisorientierung, die uns tagtäglich abverlangt wird, will ich auch in die Politik bringen.

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Rosa Folger (47), Bruck an der Mur, Mürzzuschlag: Unternehmertum ist schwierig, ja – und es gibt auch viele Belastungen. Daher müssen wir für MEHR Entlastung kämpfen, damit mehr Menschen den Mut und Willen zur Selbstständigkeit ergreifen – denn jeder Unternehmer braucht Mitarbeiter und sorgt für Arbeit!

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Hermann Hartleb (57), Judenburg: Unsere Steiermark kann so viel – daher müssen wir jetzt vor allem die Standorte absichern, wo es derzeit weniger Arbeit gibt. Wir brauchen gute Rahmenbedingungen, damit sich Betriebe ansiedeln!

www.steiermarkchef.at

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Landtagswahlen

200.231 Wahlberechtigte im Wahlkreis 3 D er Wahlkreis 3 ist mit den Bezirken Feldbach, Fürstenfeld, Hartberg und Weiz eine traditionell ÖVP-dominierte Region. Dort sind insgesamt zwölf Mandate zu vergeben, wovon die ÖVP sechs gewann,

vier entfielen auf die SPÖ und zwei gingen wieder in den Reststimmen-Pool des Landes. Mit einer Wahlbeteiligung von 80,7 Prozent ist der Wahlkreis 3 am 2. Oktober 2005 der Spitzenreiter gewesen. Die ÖVP wird auch diesmal

am Wahltag ganz klar voran sein. Sie schaffte im Jahr 2005 knapp 78.500 Wähler, die SPÖ 49.593. Kein gutes Ergebnis für die ÖVP, die damals 10.000 Stimmen an die SPÖ verlor.

Ergebnis 2005 Wahl­­berechtigte

Wahlberech­ tigte in %

Abgegebene Stimmen

Wahlzahl

191.090

80,7

154.200

11.629

Wolfgang Böhmer, Hartberg, SPÖ

Verdichtung der Kooperation in Hartberg Wolfgang Böhmer ist Landtagsabgeordneter und in seiner Wahlkreisliste an zweiter Stelle gereiht. Im

Von den endgültigen Stimmen entfielen auf ÖVP

SPÖ

FPÖ

Grüne

KPÖ

BZÖ

78.482

49.593

6.467

5.861

5.544

2.512

Bezirk Hartberg gibt es für die SPÖ derzeit ein Mandat. Böhmer: „Wichtig ist es, dieses besser abzusichern. Ein zweites Mandat wird sich strukturbedingt nicht ausgehen.“ „Verdichtung der Kooperation der einzelnen Spitäler“ nennt LAbg. Böhmer den Schwerpunkt der Region im Gesundheitsbereich. Ganz konkret gesprochen arbeiten die Spitäler Hartberg, Weiz und das Marienspital Vorau jetzt schon eng zusammen, mit dem wesentlichen Ziel, die Versorgung im gesundheit-

lichen Bereich zu verbessern. Das Pionierprojekt „Gemeinsam essen“ erhöht die Qualität der Speisen und setzt Standards nicht nur in den Spitälern, sondern auch in anderen gemeinschaftlichen Pflegeeinrichtungen, wie etwa Altersheimen. „Sehr zufrieden, dass es die Wohnbeihilfe Neu gibt“, zeigt sich Böhmer, der selbst tatkräftig dazu beiträgt, dass hilfsbedürftige Menschen günstig wohnen können. Auch im Bildungsbereich soll sich einiges ändern: „Alle 16 Hauptschulen

haben den Antrag gestellt, an der Mittelschule Neu teilnehmen zu können.“ Erneuerbare Energie zu forcieren ist gerade in der Region GleisdorfWeiz-Hartberg natürlich sehr wichtig. „Sensibilisieren, um mit Energie sorgfältiger umzugehen“, ist laut Böhmer das Gebot der Stunde. Mit einem Maßnahmenbündel in unterschiedlichen Bereichen soll dazu beigetragen werden. Die Arbeitsplatzsituation ist in der Region von prioritärer Bedeutung.

ÖVP-Landtagsabgeordneter Franz Majcen:

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Positive wirtschaftliche Entwicklung der Region

Alle regionalen Politiker, ob Klaus Konrad (SPÖ), Hubert Lang (ÖVP) und Franz Majcen (ÖVP) sind sich einig: Thermen sichern wirtschaftliche Zukunft der Region nachhaltig.

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W

ir haben im Bezirk Fürstenfeld stets mit starkem Regionalbezug gut gearbeitet und dem kleinen Bezirk neue Chancen erschlossen“, so Franz Majcen, Landtagsabgeordneter sowie Bezirksparteiobmann der ÖVP. „Eine touristische Thermen-Topregion, in der viele Klein- und Mittelbetriebe, aber auch große Industrieunternehmen ihren Standort haben. Das hat Arbeitsplätze und auch Wohlstand gebracht. Das alles trägt die Handschrift der ÖVP. Dieser Prozess dauert an und wurde bei den Gemeinderatswahlen 2010 von den Menschen hier außerordentlich gut benotet. Hermann Schützenhöfer und sein Team sind an der überaus positiven wirtschaftlichen Entwicklung unserer Region ganz entscheidend beteiligt. Das sollte bei den Landtagswahlen seine entsprechende Wertschätzung finden!“

Landtagsabgeordneter Franz Majcen

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Landtagswahlen Programme wie „GEKO“ oder Job-Connect tragen bereits Früchte. Böhmer: „Trotz Krise haben wir eine sehr niedrige Anzahl an Lehrstellensuchenden.“ Und ganz besonders liegt ihm am Herzen: „Bis Jänner fallen 300 Arbeitsplätze bei Triumph weg. Wir versuchen alles, um die Situation für die Frauen abzufedern.“ v Waltraud Schwammer, Hartberg, ÖVP, neu auf Liste

Nah an der Basis in Hartberg Waltraud Schwammer ist Bürgermeisterin von Dechantskirchen und kandidiert erstmals im Wahlkreis 3 für die ÖVP. Sie hofft auf dieses Mandat, denn so Schwammer: „Im Jahr 2005 wurde im Bezirk das zweite Mandat um nur etwa 2900 Stimmen verfehlt.“ Schwammer, die bereits 6

16

Jahre lang als Bürgermeisterin tätig ist und die bei der Gemeinderatswahl große Zuwächse erringen konnte, weiß, wovon sie spricht. „Es ist wichtig, diese Wahl so ernst zu nehmen wie die Gemeinderatswahlen. Wir haben 5 Jahre hart gearbeitet und werden unsere Chance wahrnehmen“, gibt sie sich optimistisch. Die Sichtweise als Bürgermeisterin auch auf Landesebene einzubringen, das wäre Schwammer wichtig: „Wir sind an der Basis und wissen, wo der Schuh drückt.“ Auch die Belange der Frauen sind ihr ein Anliegen. „Mehr als die Hälfte der Bevölkerung sind ja Steirerinnen“, fügt sie erklärend hinzu. Hartberg ist wirtschaftlich ein relativ armer Bezirk mit Pendlergemeinden und wenig großen Leitbetrieben. Schwammer: „Es gibt wenig Arbeitsplätze. Wir wollen, dass die Leute bleiben. Das ist das Primäre. Der ländliche Raum darf nicht ausgehöhlt werden.“ Diesem Szenario wirkt die Bürgermeisterin auch in eigener Sache

entgegen. 25 Jahre Schuldienst als Religionslehrerin hinterlassen Spuren: „Ich begleite die Menschen von der Schule bis hin zum Hausbau.“ Eine spannende Sache. v Angelika Neuhold, Feldbach, ÖVP, neu auf Liste

Weibliches Gesundheitsbewusstsein für Feldbach Angelika Neuhold ist Diätologin im Bezirk Feldbach und kandidiert erstmals für die Landtagswahl im Wahlkreis 3. Sie kommt vom Wirtschaftsbund und hofft natürlich, dass die zwei Mandate von 2005 wieder erreicht werden können. Als Unternehmerin und Diätologin legt sie ihr Hauptaugenmerk auf betriebliche Gesundheitsförderung. Bewusstsein zu schaffen für regionale Produkte und Qualität ist ihr ein Anliegen, das sie auch gern in die Landespolitik transportieren möchte. Neuhold: „Ich sehe die Steiermark als große Firma, die gesundheitsmäßig motiviert gehört.“ Wichtig ist ihr auch, dass Menschen selbst Verantwortung übernehmen, denn: „Das Gesundheitssystem wird komplett an die Wand gefahren.“ Außerdem: „Wenn man Gesundheit fördert, werden auch Arbeitsplätze gesichert.“ Seien es Kinder, Jugendliche, Arbeiter, Angestellte oder Frauen – ein offenes Ohr will sie für alle Bürger haben. Neuhold: „Wichtig ist der Respekt vor den Anliegen der Menschen. Ich möchte die Probleme mit Hausverstand nach Graz weiterleiten.“ Die Art der Politik und die Art der Kommunikation seien ausschlaggebend, um die Menschen zu erreichen, denn so Neuhold: „Es handelt sich nicht um Politikverdrossenheit, sondern um Entscheidungsverdrossenheit.“ v

„Entscheidungen treffen, die nachhaltig sind“ Interview mit dem zukünftigen Landtagsabgeordneten Hubert Lang zur aktuellen Lage in der Region Hartberg. Sie sind Landwirt und Vzbgm. in Pöllauberg. Was sind die derzeitigen Kernpunkte Ihrer politischen Arbeit? Hubert Lang: Die Krise ist noch nicht vollends überstanden, somit sind die Arbeitsplätze von exponierten Firmen in der Hartberger Region wenn irgend möglich zu bewahren. Es ist ferner auch wichtig, dass man in die Zukunft blickt. Daher müssen wir Entscheidungen und Lösungen so angehen, so dass die Bevölkerung auch in 10 oder 20 Jahren und darüber hinaus noch Positives daraus ziehen kann. Man möchte den Leuten quasi eine gute Lebensqualität auf lange Sicht anbieten? Lang: Selbstverständlich! Seitens der ÖVP gibt es dahingehend klare Vorstellungen und gute Lösungsansätze, die es zu verwirklichen gilt. Die Gemeinden etwa sind die erste Anlaufstelle für die Bevölkerung und zudem die Basis für die gesamte ländliche Entwicklung. Alle vor Ort befindlichen Gewerbe- und Dienstleistungsbetriebe haben einen enorm wichtigen Stellenwert, weil sie eng mit der angesprochenen Lebensqualität ­unserer Bevölkerung in Verbindung ­stehen. Wie wirkt sich die Wirtschafts­krise vor Ort aus? Lang: Innerhalb der Region sowie unter den Menschen ist ein guter Zusammenhalt zu spüren. Aus diesem Grund sind wir in der Lage, das Bewusstsein für langfristig notwendige Maßnahmen zu stärken. Themen sozialer Sicherheit, Energie und natürlich das Sorgenkind Arbeitsplätze sind Dinge, die die Menschen derzeit am meisten bewegen. Dinge, für die auch Hermann Schützenhöfer mit Handschlagqualität steht. Uns muss nur auch bewusst sein, dass jeder einzelne Steirer und jede Steirerin in nächster Zukunft einen Beitrag leisten muss, damit wir die Krise gut überstehen. v KLIPP September 2010


Landtagswahlen Arbeitsmarkt: Fürstenfeld an der Spitze! „Unser Bezirk Fürstenfeld ist im August mit einem Rückgang von 28,5% an erster Stelle“, freut sich LAbg. Klaus Konrad. Erfreut zeigt sich auch Soziallandesrat LH-Stv. Siegfried Schrittwieser über die Entwicklungen des gesamten steirischen Arbeitsmarktes. Mit einem Minus von 16,4% weist die Steiermark den stärksten Rückgang an Arbeitslosen im Bundesländervergleich aus. Damit ist der Wert von August 2005 erreicht. Mittels zahlreicher bildungs- und beschäftigungspolitischer Maßnahmen gelang es, über 20.000 Menschen in der Steiermark

die Arbeitslosigkeit zu ersparen. Im Bezirk Fürstenfeld war die positive Entwicklung besonders im Jugendbereich spürbar. „Jeder in Bildung und Beschäftigung investierte Euro ist gut angelegtes Geld“, bestätigt auch LAbg. Klaus Konrad. „Der seit März kontinuierliche Aufwärtstrend am steirischen Arbeitsmarkt zeigt, dass die von Landeshauptmann Franz Voves und mir gesetzten Maßnahmen wirken. LH Voves und ich werden unsere Beschäftigungsoffensive mit der gleichen Schlagkraft wie bisher fortsetzen“, kommentiert Soziallandesrat Schrittwieser.

MEHR FÜR DEN BEZIRK WEIZ: Mehr Arbeit und Wirtschaft Mehr Sicherheit und Infrastuktur Mehr Gemeinde- und Regionalentwicklung Mehr Rahmenbedingungen für Land- und Forstwirtschaft Mehr erneuerbare Energie

v.li.n.re.: Bgm. Christoph Stark, Lucia Steinbauer, LAbg. Bernhard Ederer, LAbg. Erwin Gruber, Ing. Susanne Brandtner, Vinzenz Harrer, Flo Braunstein

KLIPP September 2010

H

aben Sie sich schon einmal vorgestellt, wie Franz Voves aussehen würde, wenn er eine Hose wäre? Oder Hermann Schützenhöfer, wenn er eine Jacke wäre? Politiker haben mit Kleidung einiges gemeinsam: Sie verkörpern einen gewissen Stil, sie haben ein Erscheinungs- und ein Ablaufdatum, sie sind in der Wolle in verschiedenen Farben gegerbt und es gibt sie fast so lange wie es die Menschheit gibt. Politiker und Kleidung sind oldfashioned, modern, langweilig oder cool. Sie lassen kalt oder geben Anlass zu heftigen Auseinandersetzungen. Am Wahlsonntag wie in der Boutique muss man sich entscheiden, und die Entscheidung hat zur Folge, ob es passt oder zwickt. Ob das Geldbörsel hinterher einigermaßen ent-

Eindruck, den man hinterlässt, da kommt es auf das Innenleben nicht so an. In jedem Fall ist der Typ ein Treffer ins Herz seiner Fans. Motto: A good politician is like a member of the family. Und Voves hat auch – ganz hippe Hose - ein Schlüsselband, damit du nicht irgendwann vor verschlossenen Türen stehst. Den Weg nach Hause kann er dir allerdings (noch) nicht zeigen. Auf Google hat der Franz immer noch Franz Beckenbauer, Franz Kafka und Franz von Assisi vor sich. Womit wir zu „Jacke“ Hermann Schützenhöfer kommen, der in Google deutlich hinter Hermann Hesse, Hermann Göring und Hermann Maier liegt. Schützenhöfer ist der onkelhaft angehauchte Typ, der alles Unangenehme außen vor lässt und dich sicher durch die

Jacke und Hose spannt bleibt oder einem etwas kälteste Jahreszeit begleitet. Er fehlt, das vorher noch da war. Ob kommt komplett schwarz durchman weiter relaxt in den Alltag hin- gefüttert, mit abnehmbaren Ideen, ein leben kann oder ob sich plötz- Lösungen und Visionen. Jacken lich Hürden aufbauen. wie er sind der beste Freund beiDie Jungen begeistern sich zwar für der Geschlechter, man sollte eine Jacke und Hose, aber weniger für oder mehrere im Schrank haben. ZUR Politiker und Politik. Versuchen Dezenter Look zeichnet ihn aus, wir daher einmal, Politiker in einer man fragt sich, warum man nicht anderen Sprache zu beschreiben. schon früher auf ihn aufmerksam Gönn dir mal was abseits von geworden ist. „Schütze“ geht als schwarz, blau oderZUKUNFT grün – so der IST vermeintlicher Favorit ins Rennen DIE WEISS-GRÜN Slogan in der roten Politikbou- um unsere Sympathien. Vielleicht tique. Wenn einem alles gestohlen eine Spur feiner gestrickt als sein bleiben kann, dann braucht man Konkurrent und elastischer, aneinen Mann wie Voves. Denn der sonsten von normalem Zuschnitt, nächste Wahlsonntag kommt bald keine Applikationen. Er wiegt und dann weißt du wieder, wovon nicht zuviel (wie auch sein Gegenwir sprechen. Voves ist aus festem spieler) und lässt die gewünschte Material und brilliert im Zorn mit Bewegungsfreiheit. Natürliche knallharten Stirnfalten. Dennoch Materialien, kaum PVC. Well, cleane Optik. Ein Mann, zu des- „Schütze“ ist einfach eine große sen Grundausstattung Haken und Nummer. Ösen zählen, aber auch eingeweb- Ein Sorry an den „Schal“ Gerhard te Ideologien sowie aufgestick- Kurzmann, die „Krawatte“ Gerald tes rotes Logo. Früher workwear, Grosz, den „Pulli“ Werner Kogler heute eher leisure. Dazu bequeme und das „Hemd“ Claudia WeitthaBeinweite, die oben viel Platz bie- ler. Für sie haben wir leider keinen tet, und sich unten stärker verengt, Platz mehr. Obwohl uns gerade vielleicht eine Spur zu stark. Aber Pulli und Hemd im Grunde näher was heißt schon oben und unten, sind. das war gestern. Wichtig ist der Reinhard Schuch HERMANN SCHÜTZENHÖFER

ZURÜCK

STEIERMARK.

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Landtagswahlen

18

KLIPP September 2010


Landtagswahlen

285.750 Wahlberechtigte im Wahlkreis 4 D ie Obersteiermark mit den Bezirken Bruck an der Mur, Judenburg, Knittelfeld, Leoben, Liezen, Mürzzuschlag und Murau gilt traditionell als die „rote Hochburg“. Ganz egal, ob bei Nationalrats-, Gemeinderats- oder Landtagswahlen. Auch im Wahlkreis 4

gibt es, wie in den anderen drei Wahlkreisen, einen höheren Anteil an Frauen bei den Wahlberechtigten als Männer. Von den 17 Mandaten schaffte die SPÖ im Jahr 2005 neun, die ÖVP nur fünf. Drei Mandate gingen daher in den Restmandate-Pool. Mit knapp 114.000 Stimmen war die

Voves-SPÖ im Wahlkreis 4 ganz klar vor der ÖVP, die nur knapp 68.000 Stimmen erringen konnte. Immerhin hat sie gegenüber dem Jahr 2000, als Waltraud Klasnic ihren triumphalen Wahlsieg feierte, Einbußen von rund 13.000 Stimmen hinnehmen müssen.

Ergebnis 2005 Wahl­­berechtigte

Wahlberech­ tigte in %

Abgegebene Stimmen

Wahlzahl

283.362

77,8

220.395

12.092

Manuela Khom, ÖVP, Obersteiermark, Wahlkreis 4, auf Platz 5 (4) gelistet, Landes­ liste auf 26

Ohne Arbeitsplätze stirbt die Region Murau aus Landwirtschaft und Tourismus als alleinige Arbeitgeber hinsichtlich einer Bevölkerungszuwanderung dürften für die Region Murau zu

Von den endgültigen Stimmen entfielen auf ÖVP

SPÖ

FPÖ

Grüne

KPÖ

68.661

114.236

6.036

10.651

3.111

wenig sein, zumal sich der Bezirk nicht mit Top-FremdenverkehrsDestinationen vergleichen lässt. Darüber hinaus halten sich BetriebsNeuansiedelungen in Grenzen, sondern fokussieren sich auf die sogenannten Ballungszentren. Die ortsansässige Bezirkspartei-Obfrau Manuela Khom hält es daher für enorm wichtig, die Wirtschaft der örtlichen Struktur anzupassen: „Mit Zentralisierung erreicht man nicht immer nur Gutes. In diesem Zusammenhang versuchen wir vorerst

einmal jene Betriebe in der Region zu halten und auch anzusiedeln, die sich hier wirklich wohl fühlen und von der Bevölkerung auch tatsächlich gebraucht werden.“ Unter Engagement der ÖVP wird außerdem großer Wert auf die Weiterführung des LKHs gelegt, was auch LHStellvertreter Hermann Schützenhöfer deutlich befürwortet. „Bei einer Schließung würden nicht nur Arbeitsplätze verloren gehen, sondern die Umwegrentabilität gegen den Uhrzeigersinn laufen“, erläutert

STEIRERSTARK für die STEIERMARK Starkes VP-Team für den Bezirk Leoben Die Steiermark gehört wieder auf Platz eins. Der Bezirk Le­oben ist ein wesentlicher Baustein dafür, um unser Land wieder in die Oberliga der österreichischen Länder zu führen. Im Leobner Bezirk hat sich daher ein engagiertes Team zusammengefunden: Menschen, die sich in Beruf und politischer Funktion behaupten, denen unser Land und der Bezirk wichtig sind und die für die Menschen das Beste herausholen wollen. Als Spitzenkandidatin geht Eva ­Maria Lipp – Vizebürgermeisterin der Stadt Leoben – in diese Wahl hinein und

KLIPP September 2010

wird mit Sicherheit dem nächsten Landtag als Abgeordnete angehören. Ihre Themenfelder umfassen Gesundheit, Ernährung, Familie und Arbeit sowie Bildung. „Bildung ist die beste Investition für die Zukunft“, so auch das Credo von Lipp. Als weitere Vertreter aus dem Bezirk kandidieren Mario Angerer, Bürgermeister der Marktgemeinde Kalwang („Stärken wir die Gemeinden, denn damit wird auch die regionale Wirtschaft abgesichert!“), Gottfried Zagorz, Vizebürgermeister der Stadt Eisenerz (mit dem Leitsatz: „Nicht die Politik schafft Arbeitsplätze, sondern wir Unternehmer.“) sowie

Birgit Ravnjak, Gemeinderätin in der Marktgemeinde Kraubath, die mit dem Motto antritt: „Wir brauchen mehr Arbeitsplätze und vor allem Lehrplätze für die Jugend, damit diese auf eigenen Beinen stehen und Verantwortung für ihr Leben übernehmen kann!“ Ein überzeugendes Team, das seinen Teil dazu beitragen wird, dass die Steiermark am 26. September wieder STEIRERSTARK wird. Eva Maria Lipp, Gottfried Zagorz, Birgit Ravnjak, Mario Angerer (v.l.)

BZÖ

Khom weiter. Der 26. Landeslistenplatz lässt sie indes hoffen, ihren politischen Arbeitseifer künftig auch im Landtag einbringen zu können: „Wenn die ÖVP bei den Stimmen zusetzt, ist auch meine Chance für den Landtag gegeben!“ v Lampert Schönleitner, Grüne, Obersteiermark, Wahlkreis 4, auf Platz 1 gelistet, Landesliste auf Platz 3

Umwelt und Gerechtigkeit sind Kernpunkte Der aus Hall in der Obersteiermark stammende Lampert Schönleitner schätzt die Lage der Grünen – nicht zuletzt durch die (Wiener) Hilfe des Werner Kogler – als besonders gut ein: „Die Bevölkerung kann sich bei Schwarz/Rot kaum noch ein rechtes Bild machen. Die Menschen wissen nicht recht, wofür die Großparteien nun eigentlich stehen. Und Blau und Orange haben in deren Glaubwürdigkeit – Stichwort Hypo Alpe Adria – Abstriche zu befürchten.“ Diese Tatsachen sowie ein guter „grüner Inhalt“ mögen für die Wahl Gutes bedeuten, wenngleich der ehemalige „Patriarch“ Van der Bellen ein großes Loch hinterlassen hat. Im Falle eines Wahlerfolges wird Schönleitner in jedem Fall seinen Landtagssitz behalten, wobei Edith Zitz aussteigen und demnach Sabine Jungwirth neu dazukommen wird. Generell trete man dafür ein, dass in Zukunft mehr Gelder in den öffentlichen Verkehr und in die Sanierung von bestehenden Straßenbauten gesteckt werden: „Das Land muss weniger in Neuprojekte investieren und die 3 Milliarden Euro 19


ep

ahl am 26. S

Landtagswahlen

landtagsw

WAhlkreiS

DIE STEIERMARK

GEHÖRT WIEDER AUF

Listen Nr.

PLATZ 1.

Bundesbudget eben anderwärtig verwenden“, weiß Schönleitner. Zudem steht das grüne Programm für ehrliche Antworten hinsichtlich der bevorstehenden Sparmaßnahmen. Kurzum: Die Grünen sind mehr denn je wählbar. v Markus Zelisko, SPÖ, Obersteiermark, Wahlkreis 4, auf Platz 7 gelistet, Landes­ liste auf Platz 26

Wir stellen und den Problemen Markus Zelisko – SPÖ: Nicht neu auf der Landtagsliste – sein Platzerl für die kommenden 5 Jahre ist

ohnedies fix –, aber dennoch voller Elan und Energie beurteilt der Mürztaler den Polit-Trend: „Die SPÖ hat inhaltlich am meisten zu bieten und trotzt der Krise mit vernünftigen Lösungsansätzen.“ Bei den jüngsten Gemeinderatswahlen im Frühjahr 2010 hielt sich die SPÖ einigermaßen gut. Gibt es nun nicht doch auch die Angst vor größeren Verlusten? „Keine Spur, wir stellen uns den Problemen! Außerdem sind Gemeinderats- und Landtagswahlen zwei verschiedene Paar Schuhe.“ Nach dem Niedergang der Schwerindustrie war eine gewisse Umstrukturierung auch als Zukunftschance zu entdecken. Heute findet aus der Region heraus – dank einer Qualitätsoffensive – eine Vielzahl

e Für gewählt eis ein Partei im Kr einsetzen!

Deshalb am 26. September: ÖVP

1

2 3

kleiner und mittlerer Unternehmen ihren Weg in die internationalen Märkte. „Ich gehe davon aus, dass die derzeit gute Grundstimmung der Bundes-SPÖ und das Charisma von Franz Voves von Durchschlagskraft zeugen.“ Die Wähler hätten zudem kein Ohr mehr für die Stiftungsanschwärzungen der ÖVP. Vielmehr stünden sichere Arbeitsplätze im sozialistischen Programm entlang des Mürztales im Vordergrund. Sein Motto daher: „Arbeitsplätze in der Region schaffen heißt Kaufkraft in die Region holen, heißt aber auch soziale Sicherheit gewährleisten.“ v Friedrich Reisinger, Mürzzuschlag, ÖVP, neu auf Liste

X

nung

Kurzbezeich

SPÖ ÖVP kPÖ

Amtswege woanders durchgeführt werden, wird dort auch eingekauft und die Bezirksstädte werden ausgehöhlt.“ Das gilt es zu verhindern. Im Übrigen ist aber Zusammenarbeit angesagt, auch über die Parteigrenzen hinweg, denn wichtig sind: „Symbole für den Bezirk und nicht nur Symbole für die Partei“. Das kommt leider oft viel zu kurz. Dass Reisinger als Landwirtschaftskammerobmann bäuerliche Interessen besonders am Herzen liegen, versteht sich von selber. Sein Fachbereich ist die Landwirtschaft und die möchte er auch auf Landesebene stärken. v Gerald Schmid, Knittelfeld, SPÖ

SPÖ-Landtagsabgeordneter Ewald Persch:

SPOTS

Impulse gegen Abwanderung im Bezirk Liezen

E

wald Persch ist Landtagsabgeordneter und steht an 6. Stelle der Wahlkreisliste auf abgesicherter Position. Im Bezirk Liezen lag die SPÖ bei der Landtagswahl 2005 vor der ÖVP. Persch: „Wir werden stimmenstärkste Partei bleiben und in Prozenten zulegen. Eventuell noch ein Mandat dazugewinnen.“ Ein wesentliches Anliegen ist Persch, dass Abwanderungen aus den obersteirischen Regionen verhindert werden können und Förderungen fließen. Persch: „Im unteren Ennstal gibt es keinen Notarztstützpunkt und kein Krankenhaus für 15.000 bis 17.000 Menschen. Diese Menschen müssen von Rottenmann und Eisenerz medizinisch versorgt werden.“ Schloss Kassegg liegt ihm ebenfalls am Herzen. Das revitalisierte Schloss sollte ursprünglich in ein Gesundheitszentrum umfunktio-

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niert werden. Danach war ein Jugend- und Gästehaus geplant – dazu Persch: „Gerade durch die Nähe des Nationalparks Gesäuse wäre das sehr wichtig gewesen, aber durch die politische Verschiebung von Rot auf Schwarz war dieses Vorhaben nicht mehr möglich.“

Starke (land)wirtschaftliche Vertretung für Mürzzuschlag

Aufwärtstrend in Knittelfeld

Friedrich Reisinger ist Landwirtschaftskammerobmann, seit fünf Wochen Bezirksparteiobmann und kandidiert erstmals für den Landtag. Bei der letzten Landtagswahl hat die ÖVP rund sechs Prozent verloren, aber Reisinger ist zuversichtlich, diese wieder zurückzugewinnen: „Mürzzuschlag hat kein Direktmandat, dafür heißt es umso mehr kämpfen und laufen.“ Reisinger hat sehr viel vor für den Bezirk: „Ich möchte ein starker Vertreter für den Bezirk sein.“ In der Region gibt es große Abwanderung. Reisinger: „Ich möchte was dagegensetzen, die regionale Wirtschaft stärken und Arbeitsplätze sowie Infrastruktur erhalten.“ Dem Niedergang der ehemaligen Verstaatlichten steht ein Aufwärtstrend gegenüber: „Viele Betriebe entwickeln sich gut. Neue anzusiedeln wird aber schwer sein.“ Die Zusammenlegung der Bezirkshauptmannschaften, wie von der SPÖ gefordert, lehnt er ab: „Wenn

Landtagsabgeordneter Gerald Schmid liegt auf dem 9. Listenplatz der Wahlkreisliste. „Auf demselben Listenplatz wie bei der letzten Landtagswahl“, wie er betont, „mit durchaus guten Möglichkeiten.“ Es wird ein Kopf-an-Kopf-Rennen werden. Aber da „im Bezirk viel weitergegangen“ ist und die letzten fünf Jahre sehr gute Jahre waren, „werden wir gewinnen“. Große, millionenschwere Projekte werden in der Region realisiert: das LKH Knittelfeld mit 11 Millionen Euro oder das Landespflegeheim Knittelfeld mit 5,7 Millionen. Auf das Radsportleistungs-Zentrum oder das LehrlingsausbildungsPraxiszentrum „in der Landesberufsschule in Knittelfeld, speziell für metallverarbeitende Berufe“ verweist er voll Stolz. Aber auch bei Infrastrukturmaßnahmen ist regional viel gelungen. Besondere Bedeutung haben natürlich die Abfederung der Arbeitslosigkeit und ArbeitsstiftungsmodelKLIPP September 2010

Parteibe

Sozialde Partei Ö

ÖSter Vol

komm Partei


Landtagswahlen

Helga Ahrer, SPÖ, Obersteiermark, Wahlkreis 4, auf Platz 34 gelistet, Landeslistenplatz 10

„Wir scheuen uns nicht, auch heikle Themen anzusprechen“ Die Steirische SPÖ hat mit Landeshauptmann Franz Voves gute Chancen, am 26. September eine erfolgreiche Wahl zu schlagen und zu beweisen, dass die Stiftungsgerüchte der ÖVP absurd sind. Helga Ahrer ist überzeugt, die Bewohner im Bezirk Leoben seien gut über den Lauf der politischen Dinge informiert, interessieren sich auch dafür und werden die Arbeit der SPÖ mit Sicherheit gut honorieren: „Möglichst viele SteirerInnen können ruhigen Gewissens Rot wählen, weil sich die sozialistischen Prinzipien längst vom Ruf der sozialen Hängematte verabschiedet haben“, erzählt Ahrer. „Es sollte nicht nur bei den Bürgern, sondern auch auf Verwaltungs- und Politebene gespart werden.“ Ahrer – eine von der Pike auf gelernte Eisbahnerin – sieht sich in bester Voraussetzung für einen Landtagssitz. Mit Landeslistenplatz 10 wird sie bei den folgenden Konsolidierungsgesprächen mit von der Partie sein. v

Max Lercher, Bezirk Murau, SPÖ

Jugend im Vormarsch im Bezirk Murau Max Lercher ist Vorsitzender der sozialistischen Jugend und neu auf der Landesliste mit dem 12. Listenplatz. „Das ist ein sehr, sehr guter Platz. Es ist kein Fixplatz, aber relativ gut abgesichert. Ich gehe daher davon aus, das Jugendmandat annehmen zu können.“ Die Chancen sind gut, natürlich sei es eine schwierige Situation, aber: „Wir werden gewinnen, den Mandatsstand halten oder sogar etwas zulegen.“ Umfassend sind die Themen und Projekte, die Lercher spontan einfallen, natürlich jugendpolitische Themen. Er verweist auch auf 200%iges Wachstum der Sozialistischen Jugend. Zwei Marken erwähnt er vorab besonders: „Local Hero ist eine Jugendwahlkampfschiene zur Unterstützung von LH Voves und forward.st ist ein jugendkulturelles Label. Kulturelle Hilfe speziell für Jugendliche vor Ort. Beides läuft Hand in Hand.“ Jugendkultur verwirklichen gehört sowieso zu einer der Hauptforderungen. Am Herzen liegt ihm auch die Vereinheitlichung des Jugendschutzgesetzes: „Damit Jugendliche schon mit 16 fortgehen dürfen, solange sie wollen.“ Gut in Verbindung gebracht werden kann das Thema Mobilität mit Jugendtaxis und Nachtbussen. Nicht zu vergessen die Forderung Arbeit: „Höhere Einstiegsgehälter, Arbeitszeitverkürzung und Lohnausgleich bei vollem Bezug.“ v

SPOTS

le. Schmid: „Die Krise hat die Region hart getroffen. Die Maßnahmen von Sozialminister und Land haben sich aber sehr positiv ausgewirkt.“ Betriebe bestätigen, dass es wieder aufwärtsgeht und sich die Auftragslage verbessert. Bestes Beispiel: „ATP Spielberg hat 38 Neuaufnahmen“, betont Schmid. v

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Der unglaubliche Sumpf in der Hypo Group Alpe Adria eirer, deneens t g Für S ergründi t. Vord ht genüg nic

KLIPP September 2010

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Werner Murgg

Mit KPÖ-Konsequenz gegen Belastungen

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erner Murgg ist Spitzenkandidat der KPÖ in der Obersteiermark und Nummer zwei auf der Landesliste. Die KPÖ hat sich in der Vergangenheit als Partei etabliert, die konsequent gegen Belastungen auftritt, und sich so ein gewisses Stammwählerpotential gesichert. Im Jahr 2005 hat die KPÖ mit Ernest I M P R ESS M Kaltenegger 4UMandate geholt. DieMedieninhaber: KLIPP Zeitschriftenzu KG, 8020 Graz, sen Höhenflug wiederholen wird Friedhofgasse 20, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122 schwer sein, unter anderem auch, office@klippmagazin.at, Herausgeber: KLIPP ZeitweilKG,die FPÖ damals völlig zerstritschriften Officemanagement: Isabella Hasewend, Redaktion Autoren: Jürgen Lehner, hoffe, Ali ten war.undMurgg: „Ich die vier Rosker, Reinhard Schuch, Helmut Dietl, Roswitha Mandate halten zu können. Wenn Sauseng, Karin Klug, David Donnerer, Michaela Vretwir dreiSissyMandate erreichen, bin ich scher, Coverfoto: Furgler, Produktion: Martin Druschkowitsch, Hans Obersteiner, Wallpersönlich sehr Christian zufrieden.“ ner, Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg, Druck: Der Pflegebereich und die EnergieMA-TISK d.o.o. Maribor, Abonnentenpreise: Jahressind €ihm ein besonderes Anabo kosten € 14,53, Zweijahresabo 26,16, Studentenabo: 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr 13,08, Vertrieb: Hurtig zu & einem Geliegen. Es€soll endlich Flink, Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: setz im Pflegebereich kommen, das 8020 Graz, P.b.b. die Geschäftemacherei auf Kosten www.klippmagazin.at desNächster Steuerzahlers und der BeschäfErscheinungstermin: Oktober 2010 tigten unterbindet: „Es kann nicht

sein, dass sich private Betreiber goldene Nasen verdienen, während die Beschäftigten über schlechte Bezahlung klagen.“ Nicht weniger akut ist die Situation im Bereich Energie: „Wichtig wäre, die Energie Steiermark AG so umzubauen, dass der Landtag einen Einfluss auf die Strompreisbildung erhält.“ Geht es nach der KPÖ, wäre auch die Valorisierung der Wohnbeihilfe längst fällig. Diese wurde seit Einführung der Wohnbeihilfe Neu 2005 nicht mehr angepasst. 21


COVERSTORY

Revolutionäre Grazer Forschungsarbeit: „Pills on paper“

Essbares Papier als Medikament In absehbarer Zukunft: Der Apotheker, Arzt, die Krankenschwester geht zum „Medikomaten“, einem Verwandten des Bankomaten, gibt die Daten des Patienten und des Medikaments ein und das Gerät druckt dieses in flüssiger Form, völlig frisch, von einer Gelatinekapsel umhüllt auf essbarem Papier aus. Das ist das revolutionäre medizinische Projekt, an dem das RCPE (Research Center Pharmaceutical Engineering) arbeitet. Prozent die Karl-Franzens-Universität.

Mastermind Johannes Khinast

D

ie Schlüsselrolle spielen dabei essbare Träger wie z.B. Papier – so nennt sich das Projekt auch „Pills on paper“ (POP). Getragen wird es vom Kompetenzzentrum für Pharmazeutisches Engineering (RCPE), an dem auch die Steirische Wirtschaftsförderung SFG über das Joanneum Research zu 15 Prozent beteiligt ist, weiters zu 65 Prozent die TU Graz und zu 20

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Foto: Furgler

Entwicklungszeiten verkürzen Gelingt das Projekt, so kommt es zu einer echten Revolution in der pharmazeutischen Industrie. Dauert es heute im Durchschnitt rund zwölf Jahre, bis ein neues Medikament auf den Markt kommt, und kostet dies bis zu zwei Milliarden Dollar, so sollen diese Entwicklungszeiten und

-kosten erheblich verkürzt bzw. gesenkt werden. Erforscht werden keine neuen Wirkstoffe, sondern die Möglichkeiten, wie man bekannte Wirkstoffe schneller, besser und effizienter machen kann.

Kooperationen mit 30 Partnern Angesichts der hohen Kosten der aktuellen Medikamentenentwicklung und der möglichen Einsparungspotentiale arbeiten so gut

Medikamente in Tablettenform sollen mit „Pills on paper“ bald Vergangenheit sein.

wie alle großen Pharma-Firmen – Baxter, Boehringer, Fresenius Kabi, Merck, Roche Diagnostics oder Sandoz – mit dem RCPE in Graz zusammen. Industriekooperationen bestehen mit 30 Partnern, die Projektvolumina sollen mittelfristig 17 Millionen Euro betragen. Aber auch Klein- und Mittelbetriebe docken immer öfter an der Forschungsinstitution von europäischem Format an. Ein Erfolg, der auch hochqualifizierte Arbeitsplätze schafft: Bis Ende 2010 wird das Team auf 80 MitarbeiterInnen aufgestockt, in zwei Jahren sollen es bereits über 100 sein.


Univ.-Prof. Johannes Khinast ist der Kopf hinter dieser revolutionären Projektidee. Gemeinsam mit drei anderen Grazer Professoren gehört ihm das Patent von „Pills on paper“. Er ist einer der hellen Köpfe der Alpenrepublik, der im Zuge eines EU-Programms als Forscher aus den USA zurück in seine Heimat Österreich geholt wurde. „Ich bin überzeugt, dass ich hier zumindest die gleichen Möglichkeiten und Chancen für meine Arbeit vorfinde wie in den USA“, räumt er eine häufig verbreitete Fehlmeinung – nur die USA seien ein Paradies für Forscher – beiseite. „Ich bin nach meinem Doktorat an die Rutgers Universität in New Jersey als Professor für Bio und Chemical Engineering berufen worden“, schildert Johannes Khinast seine Forscherkarriere. „In dieser Region sind die Produktionen vieler Pharma-Unternehmen angesiedelt und da bietet sich Kooperation natürlich an. Die Verfahrenstechnik, Prozesstechnik und Simulationen aus dem Chemical En-

Grazer Universitäten mit Hochdruck daran. Im Juni nahm dort ein so genanntes Extruder-Labor seinen Betrieb auf. Dort wird unter Labor-Bedingungen getestet, was später in großen Pharma-Unternehmen umgesetzt werden soll.

Optimale Dosierung Durch die revolutionäre Weiterentwicklung der Schmelzextrusion, die bisher in der Pharmabranche noch selten zum Einsatz kommt, können Medikamente mit Zusatznutzen, so genannte „added-value products“, entwickelt werden. Die Vorteile die-

ses Verfahrens liegen auf der Hand: Der Wirkstoff kann optimal dosiert werden, ist leichter zu verabreichen und somit ist eine gezielte Wirkstoffabgabe im Körper möglich. Doch damit nicht genug: Mithilfe des Extrusionsverfahrens können mehrere bisher nicht kombinierbare Arzneistoffe in einer Kapsel vereinigt und so die Gefahr unerwünschter Nebenwirkungen herabgesetzt werden. Mastermind Johannes Khinast: „In Europa sind wir das einzige Institut, das im Pharmazeutischen Engineering diese technologische Revolution realisieren will.“ O

COVERSTORY

gineering waren da noch nicht verhaftet und wir haben gleichsam das Pharmazeutische Engineering aufgebaut.“ Beim Projekt „Pills on paper“ geht es um ein hochpräzises, hochspezifisches Verfahren, frische Medikamente für den Patienten zur Verfügung zu stellen. Dass der Patient genau das kriegt, was er auch von seiner Dosierung her benötigt. Es wird eine technologische Revolution, und Tabletten werden dann Vergangenheit sein. Rund 70 Forscherinnen und Forscher arbeiten im Kompetenzzentrum Research Center Pharmaceutical Engineering gemeinsam mit den


THEMA DER ANZEIGENREDAKTION

„Iss was G’scheits“ G

esunde Ernährung ist die Zauberformel für ein gesundes Leben. Die von der Landwirtschaftskammer, dem Land Steiermark und der SPAR AG gemeinsam entwickelte Orientierungshilfe in Sachen Ernährung erklärt, wie man das ganze Jahr über „g’scheit“ isst. Die landeseigenen Produkte schmecken nicht nur herrlich, sondern enthalten auch hochwertige Inhaltsstoffe. Der Mensch lebt quasi nicht alleine von „Exotik“, sprich Importware. AgrarLandesrat Johann Seitinger fordert daher: „Konsumpatriotismus muss wieder zur Mode werden, denn besonders in der ersten Lebenshälfte ist ausgewogene Ernährung extrem

Das Iglo-Tiefkühlsortiment – gut und schön, aber frische und heimische Produkte sollten noch mehr Abnehmer finden. wichtig.“ Die Initiative „G’scheit Essen“ gibt zudem den Anstoß, dass jeder sechste Arbeitsplatz in Österreich mit heimischer Lebensmittelproduktion zusammenhänge. Außerdem bedient sich der Mensch mittels sinnvoller Kost einer Art Präventivmaßnahme für seine eigene Gesundheit.

Jugendsünden Die jährlichen „Reparaturkosten “ – gewissermaßen das Bußgeld für Jugendsünden – sind im Gesundheitswesen mittlerweile in mehrfache

Millionenhöhe gestiegen. Saisonal „g’sunde“ Produkte sollen dem Paroli bieten und helfen, Stoffwechselerkrankungen vorzubeugen. Diesbezüglich setzt die SPAR AG ein klares Zeichen; nimmt „mindere“ Lebensmittel aus der Lockliste der Konsumenten heraus und bewirbt verstärkt steirische Nahrungsmittel. Auch Eva Maria Lipp, Ernährungsberaterin und künftige Landtagsabgeordnete, macht auf die Wichtigkeit einer dementsprechenden Aufklärung in den Schulen aufmerksam. Bgm. Josef Kuss, Anna und Johann Seitinger, Franz Tonner, Gerhard Wlodkowski, Kathi Zechner und Egon Kapellari Foto: Wrana

Bauernbundwallfahrt nach Mariazell

Foto: Steiermark Tourismus

Eklat bei Bau Bauernkammer-Präsident Gerhard Wlodkowski über Provokation und Haltlosigkeit erzürnt – Kürzungen seien ungerechtfertigt

I

n Hinsicht auf das abzuwickelnde Sparpaket werden immer wieder politische Dreckbatzen in Richtung bäuerlicher Vertretung geworfen. Man spricht von Fördergeldern und der Anschuldigung, dass die Bauern ohnedies nur mehr von Geldern aus der Staatskassa leben. BauernkammerPräsident Gerhard Wlodkowski weist diese Vorwürfe entschieden zurück und tritt klar für eine Absicherung der Finanzen ein: „Derartige Darlegungen lösen keine Probleme, daher gilt: Jeder Euro an unserer Bauernfamilie ist gerechtfertigt!“ BauernbundPräsident Fritz Grillitsch startete in Graz mit Parteichef Hermann Schützenhöfer kürzlich eine unterstützende Unterschriftenaktion mit dem Titel „Kampf um unsere Bauernhöfe“.

Der Steirische Bauernbund pilgerte am 5. September bereits zum 10. Mal zur „Magna Mater Austria“. Diözesanbischof Egon Kapellari zelebrierte den Festgottesdienst.

Landwirte erbringen Gegenleistungen

D

Der gesamte Alpenbogen auf österreichischem Boden wird landwirtschaftlich gut betreut, was sich letztlich positiv auf die Umwegrentabilität auswirke. Eine Absicherung der Versorgung mit hochwertigen

er Startschuss zur diesjährigen Bauernbundwallfahrt fiel für die bäuerliche Politspitze sowie alle anderen Teilnehmer im nahegelegenen Gußwerk. „Essts nicht zu viel, das müsst ihr sonst alles mittragen“, sagte Bauernbundpräsident Gerhard Wlodkowski beim SterzFrühstück. Jener führte die Gruppe anschließend in zügigem Tempo zum gemeinsamen Treffpunkt nahe der Basilika, von wo aus man zum Festgottesdienst einzog. Der Gang zur Gottesmutter Maria – im Terminkalender des BB mittlerweile zur Tradition geworden – bietet alljährlich die Möglichkeit, ein wenig über sich und die Sorgen des Alltags nachzudenken. Auch Diözesanbischof Kapellari schoss sich in seiner Predigt auf die derzeit schlechte Allgemeinsi-

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tuation in der Landwirtschaft ein und sprach von einer Allianz der Kirche mit der Bauernschaft. Eine festliche Umrahmung gab’s indes vom Schwanberger Doppelquartett.

Wertegemeinschaft Die Landwirte verstehen sich als Wertegemeinschaft: „In Zeiten der Globalisierung entsteht immer auch eine neue Sehnsucht nach Geborgenheit und Vertrauen“, erklärte Direktor Franz Tonner, der aus mehrjähriger Pilgererfahrung ebenfalls gut um den Stellenwert der religiösen Zusammenkunft Bescheid weiß. Mit im Gepäck der zahlreichen Wallfahrer waren dieses Jahr nicht nur Traubenzucker, Wasser und Blasenpflaster, sondern ferner auch Dinge, die man gewissermaßen im Stillen

als persönliche Anliegen mitträgt. Teile der bäuerlichen ÖVP unternahmen währenddessen auch eine andere – womöglich bittvollere – Reise, um hinsichtlich der bevorstehenden Landtagswahlen eventuell doch noch das eine oder andere Stoßgebet am Gnadenaltar zu deponieren. Bei guter Stimmung schloss die Wallfahrt mit gemeinsamer Agape, wobei sich die Bauernspitze – Schulter an Schulter – mit der Pilgerschar unterhielt und (Wallfahrt)Erfahrungen tauschte: „Die Mehrzahl der Bauern sind ohnedies Vielgeher und freuten sich schon im Vorfeld auf die Wallfahrt“, meinte etwa Bauernbund-Referent Max Habisch. Dennoch: „Ohne Blasen auf den Füßen ist es aber keine richtige Wallfahrt.“

KLIPP September 2010


Die steirischen Bauern sind es Vorwiegend sind es die steirischen Bauern, die nach wie vor dafür sorgen, dass die gesamte Bevölkerung in einer schönen, intakten Natur lebt. Womit sich am besonderen Beispiel der Steiermark ein hoher gesamtwirtschaftlicher Stellenwert erkennen lässt. In der reichlich gegliederten und gepflegten „Grünen Mark“ stehen Bauer und Tourismus nun mal eng in Verbindung. Das spiegelt sich „hoch vom Dachstein an“ bis zum Rebenland wider.

erngeldern

man ungeachtet dessen die Offenhaltung der Kulturlandschaft zu gewährleisten, indem man die Nutzform ändert und beispielsweise von Milchtieren auf Fleischtiere (Mutterkühe, Ziegen, Schafe usw.) oder von Futter auf Biomasse umschwenkt.

Persönliches AMS Nicht nur das Österreichische Arbeitsmarktservice (AMS) legt sich nämlich für die Vergabe von Arbeitsstellen ins Zeug. Der BauernLebensmitteln bis hin zu einer Reihe von Umweltschutzmaßnahmen zählt zu einer logischen Folge. Knapp 60 Prozent der österreichischen Bauern erhalten maximal 10.000 Euro (Steiermark: 75 Prozent). Bezogen auf die Obergrenzen an ausbezahlten Geldern bekommen rund 99 Prozent der Landwirte maximal 50.000 Euro. Ausschließlich ein ganz kleiner Teil bewegt sich darüber.

Spielball der Politik „Wer jetzt in der öffentlichen Diskussion den Eindruck erwecken will, dass die kleineren Betriebe von den Kürzungen der Großbetriebe profitieren könnten, agiert absolut unseriös“, kritisierte Wlodkowski die jüngsten Aussagen zu den Kürzungen bei den Agrarförderungen und wehrte sich einmal mehr dagegen, dass Unterstützungen immer wieder für sozialistische Umverteilungsdiskussionen als Spielball der Politik missbraucht werden. Derzeit sichern österreichische und andere EU-Bauern mit nicht einmal einem halben Prozent der Budgetgelder die Versorgung für mehr als 500 Millionen Menschen in Europa. Kämpfen gemeinsam für die Bauernhöfe: Fritz Grillitsch, Hermann Schützenhöfer und Gerhard Wlodkowski

KLIPP September 2010

O

ftmals drängen ausländische Produkte billig auf den heimischen Markt und benachteiligen österreichische Bewirtschaftungsgebiete – etwa in Bergregionen – in deren Absatz. In diesem Zusammenhang weist der Österreichische Bauernbund unter anderem darauf hin, dass auch jeder Bürger einen Beitrag zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes leisten könne.

Bewirtschaftung von ertragsarmen Lagen erscheint nur auf den ersten Blick unrentabel. Jedoch nur auf den ersten Blick: Anders als bei großflächigen Agrarstaaten, legt sich der Erlös der hierzulande kleinen Strukturen mitunter auf den Tourismus um. Dennoch können Ausgleichszahlungen beim massiven Preisdruck nicht kompensierend eingreifen, zumal es im laufenden Jahr – aufgrund der Hitze – etwa für Milchbauern schwer geworden ist, genügend Grundfutter zu ernten, um folglich das Vieh zu versorgen. Außerdem ist die Bauernschaft mit mehr als 20-

prozentiger Absatzeinbuße aus dem Vorjahr konfrontiert. Mittels Alternativen versuche bund etwa tritt an die Bevölkerung unseres Landes heran, beim Projekt „HEIMISCH KAUFEN“ mitzuwirken. Wenn man heimischen Produkten mit entsprechendem Gütesiegel den Vorrang gibt, tut man nicht nur sich selbst etwas Gutes, sondern dem ganzen Land. Österreichweit hängen in etwa 510.000 Jobs an der Erzeugung von Lebensmitteln, von der Produktion bei den Bauern, über die Verarbeitung bis hin zu den Vermarktern. Angesichts der derzeitigen Arbeitsmarktsituation sei es eine wesentliche Bestimmung, so viele Jobs wie möglich zu erhalten und zu schaffen. Die Initiative des Bauernbundes will bewusst machen, wie man mit dem eigenen Verhalten wertvolle Arbeitsplätze sichern kann.

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THEMA DER ANZEIGENREDAKTION

Landwirtschaft sorgt für intakte Kulturlandschaft und Arbeitsplätze


POLITIK

Betrugsprozess gegen Grazer „Geschäftsmann“

Mit einer Lüge beginnt’s Investoren um zumindest 1,5 Millionen Euro geschädigt

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er 46-Jährige versprach seinen Geschäftspartnern, die über Jahre hinweg viel, viel Geld fließen ließen, den großen Profit. Doch die lukrativen Riesenprojekte waren nicht mehr als heiße Luft. Niemals auch nur einen Euro Gewinn durch Bauvorhaben im Irak, durch Ölgeschäfte, eine Bankenlizenz in Kurdistan (die es nie gegeben hat) und Investments in den USA oder sonstwo auf der Welt. Voreilig und ausführlich berichteten die Medien darüber. Die Millionen der Geschäftspartner sind weg und niemand – außer dem Angeklagten – weiß wirklich, wo diese versickert sind.

Fast ein Jahr in U-Haft Seit 24. November 2009 sitzt der Grazer nun in Untersuchungshaft in Graz wegen Verdacht des schweren gewerbsmäßigen Betrugs. Seit 1. September 2010 verhandelt ein Schöffengericht – Richter Karl Buchgraber, Staatsanwalt Heinrich Bubna-Litiz – über die kriminellen Machenschaften. Ein strafrechtlicher Schaden von zumindest 1,5 Millionen Euro, eine 147-seitige Anklageschrift und 16 Verhandlungstage mit vielen, vielen Zeugen und Geschädigten, erst im November wird es ein Urteil geben.

In Brüssel nicht einmal einen Briefkasten Die „Sunshine Invest S.E.“ war eine der Firmen des Angeklagten, über die die Projekte abgewickelt werden sollten. Mit Sitz in 1050 Bruxelles, dem Headquarter in der Avenue Emile de Beco 25, Belgien, heißt es auf dem Briefpapier. Die Lüge dabei: An der angeführten Adresse gibt’s in diesem Haus keine Sunshine Invest, nicht einmal einen Firmen-Briefkasten. Nichts. Sondern nur eine gut gehende Pizzeria, die nichts mit der Sunshine Invest zu tun hat. Recherchen ergaben, dass nirgends in der EU-Hauptstadt Brüssel ein Büro der Sunshine Invest existierte, geschweige denn ein Hauptquartier. Nur in Graz dümpelte die Firma in einem Klein-Büro

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Als Zeugen vor Gericht: Dieter Eigner und Günter Nebel waren zwei Investoren aus der Steiermark, Gerard Sonnenschein, Ex-Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde, längere Zeit „Finanzchef“ des Angeklagten.

dahin, auf dem Briefpapier als „Branch“ (Zweigstelle) ausgewiesen.

„Er hat mich mit Mails zugeschüttet“ So schilderte Dieter Eigner, einer der Investoren aus der Steiermark und damit Mitgesellschafter der Sunshine Invest, die Praktiken seines Geschäftspartners. Er sei zu gutgläubig gewesen, habe ja vorher nicht mit Gaunern zu tun gehabt. Die Bauprojekte im Nordirak, wo er die Planung übernommen hatte, waren grundsätzlich interessant. Zu spät kam er darauf, dass alles praktisch „heiße Luft“ und „Schall und Rauch“ war. Zu diesem Zeitpunkt im Jahr 2009 hatte er dem Angeklagten bereits 260.000 Euro bar zufließen lassen und Planungskosten von 1,5 Millionen Euro zu tragen. Immer wieder gelang es dem 46-Jährigen, seinen Partnern vorzugaukeln, die Projekte stünden knapp vor dem Start und deshalb „haben wir ihm halt immer wieder Geld gegeben.“ Mitte 2009 platzte das Lügengebäude, kam es zum totalen Bruch und floss damit auch kein Euro mehr. Ihre Sicht als Zeugen wird auch Gerard Sonnenschein darlegen. Er war längere Zeit als „Finanzchef“ der praktisch mittellosen Firma engster Mitarbeiter des Angeklagten. Auch als Zeuge geladen: Privatklinik-Unternehmer Günter Nebel. Auch er vertraute dem Angeklagten mehrere 100.000 Euro an.

Nicht einmal ein eigenes Konto „Wie viel haben Sie bis zu Ihrer Verhaftung verdient“, fragte Richter Karl Buchgraber den Angeklagten. „7.000 Euro plus 1.500 Spesenersatz …“ „Sie hatten ja nicht einmal ein eigenes Konto?“ – „Ja, ich kann

das auch erklären.“ Wie es der Stil des Angeklagten ist – weitschweifig, unscharf und unrichtig. „Warum waren Sie nicht bei Ihrer Frau gemeldet?“ – „Ein Versehen, aber jeder wusste, wo ich bin.“ Allerdings oft nicht der Briefträger, wenn es um sensible Post von Gerichten und, und ging, die Forderungen geltend machen wollten. In diese Kerbe schlägt auch Staatsanwalt Heinrich Bubna-Litiz. Der Grazer habe gezielt versucht, für seine Gläubiger nicht greifbar zu sein. Er habe gewerbsmäßig Geschäftspartner unter anderem mit dubiosen Bauprojekten im Irak betrogen. In der kurdischen Stadt Sulaimanya sollte etwa ein ganzer Stadtteil mit dem Namen Ford Nox errichtet werden. Ein noch größeres Projekt wäre der Europark gewesen. Erst sehr spät sei man drauf gekommen, dass der Angeklagte, so Dieter Eigner vor Gericht, einen gefälschten Grundbuchauszug vorlegte. Das Grundstück, auf dem man bauen wollte, habe nicht der gegründeten Baugesellschaft gehört.

Bonität vorgetäuscht Zehn Betrugshandlungen führt der Staatsanwalt penibel an. Der Angeklagte hatte bereits einen Konkurs hinter sich, täuschte Bonität vor, die er nicht hatte. Er habe bei öffentlichen Auftritten in seinem Beisein sogar verbreitet, er sei einer der reichsten Leute in Österreich, so Geschäftspartner Dieter Eigner. Der Staatsanwalt: „Er ist wie eine Spinne in seinem Netz gesessen, hat die Fäden gezogen, Opfer hinein gelockt, sie ausgesaugt und wieder ausgespuckt.“ Richter Karl Buchgraber gibt dem 46-jährigen Angeklagten ruhig und kompetent die Möglichkeit, sich zu verteidigen. Doch seine belehrende

Headquarter-Adresse in Brüssel entpuppte sich als Lüge.

und ausschweifende Argumentation strapaziert die Nerven des Gerichts und der Schöffen. Möglicherweise mit verursacht durch eine unglückliche und ungeschickte Strategie seiner Verteidiger. Vor dem Strafgericht tut dies Gerald Ruhri und im Zivilgericht Georg Dieter. Für einen derartig umfangreichen Wirtschaftsfall gäbe es erfahrenere Kollegen, die sich der Angeklagte offensichtlich nicht leisten kann. Ein zentraler Punkt in der Anklage ist eine so genannte „Bankenlizenz“ für Kurdistan. Dabei handelt sich nach Auffassung des Gerichts bloß um eine unverbindliche Absichtserklärung, aber um keine Lizenz. Allein schon von der Textierung her ist die Richtigkeit anzuzweifeln, klingt alles nach einer 1001-Nacht-Geschichte eines Märchenerzählers, wie es sie am Marktplatz in Marrakesch gibt. Das auf der „Bankenlizenz“ angebrachte Siegel – der Angeklagte: „Behandeln Sie es bitte sorgsam“ – sei von ihm selbst erfunden und aufgebracht worden, stellt der Richter fest, noch dazu an völlig unüblicher Stelle. Auch gäbe es zumindest zwei Fassungen davon, mit unterschiedlichen Unterschriften und Formulierungen. Das sei wenn schon keine Fälschung, zumindest aber eine verfälschte Urkunde, hält das Gericht fest. Weil der Angeklagte Unterschriften mit Hilfe von Kopien austauschte. Seine Erklärung dafür: „Nein, ich habe die Urkunden nicht verfälscht, sondern nur digitalisiert und weiter entwickelt …“ Nicht unkreativ. Auch auf anderem Gebiet: In Schreiben unterschrieb der Angeklagte auch als Baron, logischerweise „erhob“ er – sichtbar in seinem Lebenslauf – damit auch Vater und Mutter in den Adelsstand. Diese waren jedoch völlig nie Adelige. Selbst führte er auch den Titel Univ. Prof. hon. Causa und Dr. hon. Causa. Recherchen deuten unmissverständlich darauf hin, dass diese Titel nie an ihn verliehen worden sind. Im deutschen Wörterbuch findet man zum Begriff Hochstapler folgende Definition: jemand, der sich (in betrügerischer Absicht) für mehr ausgibt, als er ist. KLIPP September 2010


Landeshypo-Prozess wegen 55-Millionen-Euro-Desaster in Kroatien

Es sei bisher alles so erkennbar, wie er es von Anfang an vermutet hatte, zeigt sich der Verteidiger der beiden Angeklagten Harry Christandl nicht unzufrieden mit dem bisherigen Prozess-Verlauf.

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an versucht einfach, zwei kleine Würschtl aufzukleschen, an die Wand zu nageln“, formuliert Christandl. Die Hypo-Spitze und die Verantwortlichen Kontrollorgane hätten von dem Schlamassel gewusst. Schützenhilfe für seine Position bekommt Christandl vom Gerichtsgutachter Fritz Kleiner. Dieser belastet in seinem peniblen Gutachten die ehemaligen Vorstände Alfred Goger, Ludwig Schik und Edwin Knoll schwer. Sie hätten von der Überschuldung einer Gesellschaft gewusst. „Und“, so Fritz Kleiner: „Sie hätten etwas dagegen tun müssen.“ Die strafrechtlich relevante Schadenssumme beträgt 57 Millionen Euro laut Gutachter. Insgesamt ist durch die verunglückten Geschäfte in Kroatien bis 2005 für die steirische Landeshypo ein wirtschaftlicher Schaden von bis zu 200 Millionen Euro entstanden. Das Land Steiermark hält noch immer 25 Prozent plus eine Aktie an der Hypo. Sowohl die ÖVP, wie auch die SPÖ lehnten die Einsetzung eines Rechnungshofausschusses ab. Offensichtlich soll kein zusätzlicher Staub aufgewirbelt werden. Einer der Ex-Vorstände, Ludwig Schik, wurde vom Land Steiermark nominiert, gilt als SPÖ-nah. Bis zum Jahr 2007 war der mächtige Raika-Generaldirektor Georg Doppelhofer auch Aufsichtsratsvorsitzender der Landeshypo. Die Raika ist zu 75 Prozent Eigentümer der Bank. Doppelhofer war jahrelang auch Finanzreferent der steirischen ÖVP. Bei seinem Zeugenauftritt wies Doppelhofer jede Mitverantwortung für das 200-Millionen-Euro-Debakel von sich, belastete aber die Ex-Vorstände Goger und Schik. Bereits 2004 stellten Wirtschaftsprüfer fest, dass die Kfz-Leasing-Tochter überschuldet war. Es gab Kunden, die mit 30 Leasingraten im Rückstand waren und dennoch gab es keiKLIPP September 2010

Für Rechtsanwalt Harald Christandl: „Man versucht einfach, nur zwei kleine Würschtl aufzukleschen, an die Wand zu nageln.“ Landeshypo: Verluste von 200 Millionen Euro. Laut Gutachten waren diese für die Bank existenzgefährdend.

ne Konsequenzen. Der Vorstand und Aufsichtsrat, so Gutachter Fritz Kleiner, hätten sich über die Situation ausführlich informieren müssen. Denn die Verluste von 200 Millionen Euro waren ab 2003 für die Landeshypo existenzgefährdend. Ob der Vorstand den Aufsichtsratschef Georg Doppelhofer informiert hat, bleibt bis jetzt ungeklärt. Ein Zufall? Dass Kleiner für die Versäumnisse des Aufsichtsrats nicht so ausführlich

befragt worden war wie zum Vorstand. Kleiners Ansicht und Kritik wiederum bestätigt auch ein Prüfer der Nationalbank als Zeuge. Dieser hat 2006 einen kritischen Bericht über die Hypo mitverfasst und die Verantwortung für das Debakel auch bei den Vorständen geortet. Welche Note er dem, was er gefunden hat, geben würde, fragt Richter Wlasak. Ohne zu zögern, antwortet dieser: „Fünf.“ Nachdem dieser Bericht 2008 über das Magazin Format bekannt gewor-

den war, beantragten die steirischen Grünen eine Rechnungshofprüfung. SPÖ und ÖVP schmetterten diese jedoch ab. Richter Helmut Wlasak und Staatsanwalt Wolfgang Redtenbacher wirken nach den Ausführungen Kleiners etwas bestürzt: „Ich weiß jetzt nicht“, sagt Wlasak zum Hauptangeklagten: „Sind Sie der Blender – und da sind die Blinden? Oder rennen da lauter Blinde herum?“ Offensichtlich fehlt es an Blindenstöcken im Land. Natürlich habe es keine Weisung gegen, kommt der Sprecher der Staatsanwaltschaft auf die Vermutung zu sprechen, dass im ersten Anklageschriftentwurf auch noch andere Proponenten der Hypo geführt waren. Die gängige Methode in Österreich: Die Oberbehörde oder das Ministerium überzeugen die vorgeschaltete Staatsanwaltschaft davon, dass es tunlicher sei, auf den einen oder anderen Prominenten zu verzichten, weil die Suppe zu dünne sei.

Das Leder ist rund: Schwarze und Rote kommen vor den Kadi

Im Fußball ist alles möglich D iese alte „Weisheit“ holt ehemalige Präsidenten und Funktionäre der beiden Grazer Traditionsklubs Sturm und GAK unfreiwillig ein. ExPräsident Hannes Kartnig war ja bereits einige Wochen in U-Haft, weil es bei den Schwarz-Weißen Millionen Euro gab, die irgendwo versickerten. Er und etliche Vorstandsmitglieder aus seiner Ära müssen nun im Frühjahr auf die Anklagebank. Kartnig droht wegen der Höhe der Finanzvergehen sogar eine Haftstrafe. Mit angeklagt auch Hofrat Dr. Burkhard Thierrichter. Er war Rechnungsprüfer bei Sturm. Als Bezirkshauptmann von Graz-Umgebung könnte er laut Strafprozessordnung eine Verlegung in eine andere Gerichtsregion verlangen. Damit könnte der Prozess zum Beispiel nach Leoben verlegt werden, so Thierrichter den Antrag stellt. Hannes Kartnig wäre dafür dankbar, denn er lehnt ja mit seinem Verteidiger Graz als Verhandlungsort ab, weil er hier befürchtet, keinen fairen Prozess zu bekommen. Keine leichten Zeiten auch für Rudi Roth und seine Nachfolge-Präsidenten Stephan Sticher und Harald Sükar. Roth muss sich ja wegen nicht versteuerter Einnahmen und Sponsorgeldern von den Virgin Islands

rechtfertigen, Sticher und Sükar dafür, weil sie seinerzeit eine 1,6-Millionen-Euro-Subvention für den GAK vom Land Steiermark erhalten haben. Diese sei aber auf Grundlage falscher Zahlen in den Bilanzen geflossen. Und das hätten die ehemaligen Präsidenten, aber auch weitere Spitzenfunktionäre des Vereins wissen müssen. Sie hätten Vermerke von Wirtschaftsprüfern in den Unterlagen gehabt, die bestätigen, dass die Zahlen in der Bilanz stimmten, kontern die unter Beschuss geratenen GAK-Funktionäre. Jetzt soll ein weiteres Ergänzungsgutachten Klarheit in die Sache bringen. Vor 2012 wird es aber in Sachen GAK keine Verhandlung geben. Die Suppen der österreichischen Anklagebehörde, sprich Justiz, werden nie so heiß gegessen, wie sie gekocht werden. Ein steirisches Beispiel ist der Fall Herberstein. Da wartet man schon mehr als ein Jahr auf die Entscheidung über die Berufung, aber sie kommt und kommt nicht. Zähe und verschleppte Ermittlungen, aber auch Entscheidungen der Justiz im Falle von Prominenten – ob Bawag, Buwog, Hypo Alpe Adria oder Herberstein – haben in Österreich System.

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POLITIK

Warum nur zwei Angeklagte?


LILLY LOTTERBLUME

Hallo, meine Lieben! Wir haben Besseres zu tun, nerven meinen Allerliebsten die Kinder, weil sie von ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch machen werden. Der Grosz vom BZÖ wirkt zwar locker, die Klimt-Weithaler von der KPÖ mit ihren Tatoos ist auch cool, der Grüne Werner Kogler kann aber auch nix verhindern, was die beiden Großen tun, meinen sie. Und ich muss den ganzen lieben Tag mi dem Grant von meinem Mann fertig werden, weil sein Appell überhaupt nicht ankommt, dass das Wählen die wichtigste grundlegende Bürgerpflicht sei. Er löst damit nur Kopfschütteln und Schweigen aus, aber auch die provokante Äußerung und Frage unseres Nachwuchses: Wer von den Großkopferten da oben nimmt denn seine demokratische Pflicht ernst? Es gibt nicht einmal einen Jugendlandesrat im Lande. Doch genug von unseren innerfamiliären Streitereien. Wer wird die Landeshauptmann-Wahl gewinnen? Das war natürlich ein Dauerthema bei unseren letzten Kaffee-Runden und Einladungen. Ich selbst kenn mich da ja nicht so aus, aber die Ursula, die im Landhaus alle Unwichtigen und Wichtigen kennt, meint folgendes: Die meisten Frauen wählen, so meinen die Meinungsforscher, auch heute noch nach dem Gesicht und der Erscheinung. Und da liegt der Voves besser als der Schützenhöfer. Und weil’s, so die

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Ursula, ja mehr Frauen bei den Wählern gibt, hätte der Voves eben die besseren Chancen. Aber der Voves schaut ja auf dem einen Plakat so aus, wie der von der FernsehWerbung, „ich bin ja nicht Blödmann“, wo man ihm die Stirn weg geschnitten hat. Und das Schützenhöfer-Plakat mit der HandschlagQualität, wo er sich selbst die Hand gibt, ist auch nicht unbedingt logisch, meint der Hubert trotzig. Oder schaut’s auf das Plakat vom FPÖ-Mann Gerhard Kurzmann, wo es heißt: „Unser Geld für unsre Leut‘“. Nicht zufällig haben findige Köpfe drüber geklebt: „Hypo Alpe Adria“. Weil ja der Haider, der Meischberger, der Grasser, früher auch alle FPÖler waren, in dieser Zeit, wo kassiert worden ist. Er habe noch nie so viele Plakate und Inserate erlebt, wie in diesem Wahlkampf, erzählt der Herwig von der Burg. Natürlich plaudert keine der beiden großen Parteien aus, wie viel sie ausgibt. Von der ÖVP gibt’s gar keine Zahlen. Die SPÖ hat irgendwann einmal von fünf Millionen Euro geredet, das war aber zur Halbzeit im Wahlkampf. Der Herwig denkt, das sind mindestens zehn Millionen Euro. Aber was macht die SPÖ dann, wenn es der Voves nicht mehr schafft?, fragt die Rita den Karl Hans, einen alten SPÖ-Recken.

Dann kommt der Siegi Schrittwieser. Aber der Voves habe ja öffentlich gesagt, er will seine Funktion dann in jüngere Hände legen und der Schrittwieser ist ja ein halbes Jahr älter, wirft der Alexander in unserer Runde ein. Er glaube nicht, dass der Voves bei einer Niederlage dann noch so viel mitbestimmen wird können, da werden die obersteirischen Genossen das Wort haben. Mit „in jüngere Hände legen“ dürfte der Voves die Bettina Vollath gemeint haben, die ja eine Erfindung von ihm ist. Sie ist ja Landesrätin und wurde von Voves nach den Streitereien der Grazer SPÖ über Nacht plötzlich zur Parteichefin gemacht. Und als solche hat sie jetzt das erste Mal auch eine Hausmacht. Die Vollath selbst, so sagt die Ursula, weiß aber noch nicht, was sie in Zukunft politisch wirklich anstreben wird. Als Landesrätin in der Regierung bleiben? Da bringe sie zwar niemand weg, auch wenn der Voves in Pension geht. Oder sich bei der nächsten Wahl in Graz als Bürgermeister-Kandidatin gegen den Nagl

aufstellen lassen? Sie hat also die Wahl zwischen zwei Siegfrieds. Und die sind ja schon in der Sagengeschichte von den Frauen besiegt worden. Ich find’s ganz gut, dass wir als schwaches Geschlecht bald wieder vorne mitreden können im Lande, wie’s früher auch bei der Frau Klasnic der Fall war. Es ist wie in der Familie, alles funktioniert einfach ein bisschen besser, wenn wir das Sagen haben. Sie möchten natürlich auch von mir als kleine Frau und einfache Wählerin erfahren, für wen ich mich am 26. September entscheide und wer der nächste Landeshauptmann wird. Eines weiß ich sicher und kann Ihnen heute schon todsicher sagen: mein Allerliebster nicht. Alles andere verrate ich Ihnen beim nächsten Mal, denn es ist viel leichter, die Vergangenheit vorher zu sagen, als die Zukunft. Also, tschüss, treffen Sie die richtige Wahl, Eure Lilly

Styria-Chef Horst Pirker:

Abschied von der Macht

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ein Rückzug als Vorstandschef des Styria Verlages (Kleine Zeitung) kam völlig überraschend. Der angegebene Grund: Er und die Eigentümer-Vertreter (aus der Kirche) der Styria Holding haben stark unterschiedliche Ansichten über die Zukunft entwickelt. Horst Pirker hat die Styria völlig neu aufgestellt und diese durch Kooperationen zum großen Gegenspieler der Mediaprint geformt. Seine Erfolgsformel war: Content (Inhalte) sind das wichtigste. Er machte daher aus der regionalen Styria eine international auftretende Content Company. Die ihm zugeordnete Macht war Horst Pirker nur für das Gestaltenkönnen wichtig. In Gesprächen ließ er aber keinen Zweifel daran, dass die Styria trotz Internationalisierung niemals zu einem der großen europäischen Player aufsteigen werde können. Einfach aus Gründen des mangelnden Kapitals dafür, vom Können her hätte er sich das sehr wohl zugetraut. Und seine Erfolge machten ihn zwar zufrieden, aber auf Sicht nicht wirklich glücklich. Er hatte noch Visionen und was er nicht wollte, war zu viel Routine. Horst Pirker, der aus Kärnten kommt, brachte etliche Landsleute in verantwortungsvolle Positionen im Konzern. Diese bildeten eine Art Prätorianer-Garde. Ohne großen Widerstand hätte er auch Gesellschafter-Anteile am Konzern übertragen bekommen. Das reizte ihn aber nie. KLIPP September 2010


Beide kommen aus der Schilchergegend, sind mit dem beliebten Rosé-Tröpferl aufgewachsen: der für seine Originalität bekannte Schriftsteller Reinhard P. Gruber und sein jüngerer Landmann Paul Scherübel.

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ieser zeichnete die Comics und Gruber lieferte den Text für das Buch „Schilcherkrieg“. Warum uns das besonders freut: Weil Paul Scherübel bis zum Jahr 2007 auch schon das KlippLayout verantwortete, bevor er an die Westminster University nach London zum Studieren ging und von dort kürzlich als Illustrator mit Bacherlor-Abschluss zurück nach Stainz kam. Während der London-Zeit arbeitete das Duo bereits am Schilcherkrieg. Worum geht es darin? Ein FoodHunter aus den USA arbeitet mit Spitzenköchen aus aller Welt zusammen. Seine Auftraggeber schicken ihm in die Weststeiermark, um dort die gesamte Kernöl- und Schilcher-Produktion und das Know-how aufzukaufen und es dann im asiatischen Raum in Restaurants als die Sensation anzubieten. Der Food-Hunter will schnell das große Geld machen, scheitert jedoch letztlich an der Hartnäckigkeit der Weststeirer, denkt sogar an Selbstmord durch den Strick. Die gutmütigen Schilcherianer überreden ihn zum Bleiben und machen ihn zum Schilcher-Botschafter.

Derzeit arbeitet das Duo bereits an einem zweiten Comic-Band, der im steirischen Almenland spielt. Dort will ein Einheimischer mit dubiosen Methoden das schnelle Geld machen, doch die Almenlandler durchschauen seine Machenschaften und hebeln ihn aus. Paul Scherübel: „Ende des Jahres möchten wir unser neues Werk vorstellen.“

COMICS

Ein Food-Hunter im Schilcherkrieg Das Duo Reinhard P. Gruber (li.), verantwortlich für den Text und Illustrator Paul Scherübel, mehrere Jahre auch für Klipp aktiv, arbeitet bereits an einem zweiten Comic-Buch. Dieses spielt im Almenland.

Der Food-Hunter in voller Action.

„Schilcherkrieg“ (Verleger: Medienfabrik Graz) ist im Buchhandel erhältlich und unter www.gruber-comic.at zu bestellen.

KLIPP September 2010

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Auto und motor

Der Mazda 6 Sport 2,5 i GTA Top:

Einer, der viel drauf und drin hat

Ätsch, ätsch, endlich einmal was, was das sonst so kluge GPS nicht kennt. Auf der Schnellstraße nach Bruck gibt’s mehrere neue Tunnels und da führt uns der Pfeil durch eine grüne Landschaft. Die Tunnels hat es noch nicht registriert. Fast erleichtert stellen wir fest, dass niemand perfekt ist. Auch nicht das Klipp-Testfahrzeug, der Mazda 6 Sport 2,5 i GTA Top.

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bwohl seine Ausstattung schon in die Nähe des Premium-Segments kommt – mit seinem Navigationssystem mit Touchscreen, der Lederausstattung mit elektrisch einstellbarem Fahrerund Beifahrersitz, der MemoryFunktion für den Fahrersitz, seinem Smart Key, dem schlüssellosen Zugangs- und Startsystem mit Start/ Stopp-Knopf, der praktischen Einparkhilfe vorne und ­hinten, dem äußerst nützlichen Spurwechsel­ assistenten. Dieser warnt sofort durch ein Licht- und akustisches Signal, wenn sich ein Fahrzeug ­nähert, wenn man in diesem Augen­blick die Spur wechseln möchte. Der Mazda 6 ist ja ein „alter Bekannter“ auf den 30

Straßen, ein ausgereiftes Fahrzeug, und seine Konkurrenten sind unter anderem der VW Passat, der Ford Mondeo, der Re­nault Laguna oder der Honda Accord. Anders als bei den Mitbewerbern gibt es bei Mazda keine große Modellvielfalt. Dafür gibt’s das Grundmodell des Mazda 6 schon ab 22.000 Euro und die Topversion liegt bei 40.000 Euro. Unser Testfahrzeug mit der 2,5-Liter-Maschine bringt unter sonorem Brummen 170 PS auf die Straße. Genügend Kraft, um sich auch schnell an möglichen Herausforderern vorbeizubewegen und an feuchten Herbsttagen in der Kurve das ESP ordentlich zu fordern. Die vielen Einstellungselemente im Cockpit-Bereich sind was für technikverliebte Lenker und da muss man sich vorher schon ausgiebig die Bedienungsanleitung zu Gemüte führen. Weil auch Onkel und Tante im Fond Platz genommen haben – beide keine Leichtgewichte: Der Mazda 6 ist nicht nur gefällig beim Einsteigen, sondern bietet aufgrund seines langen Radstands auch reichlich Platz in der zweiten Reihe. Und weil die beiden auch zum Flughafen geführt werden wollten und ordentlich Gepäck dabeihatten, konnten wir auch den echt großen Kofferraum (mehr als 500 Liter) gut nützen. v KLIPP September 2010


sen präzise aufzeigt, aber dir nicht verraten will, dass die B72 die Heinrichstraße ist. Aber das verzeiht man dem kleinsten Toyota, wobei der IQ natürlich schon an den Smart erinnert und auch am Markt sicher ein Konkurrent ist. Als kleinster Viersitzer der Welt wird er beworben, mit seiner Länge von nur knapp drei Metern. Wobei Kleinkinder und Kinder auf der hinteren Bank schon Platz haben, aber ein Erwachsener sich für eine längere Fahrt nicht leichttun würde, denn die vier Zentimeter mehr Beinfreiheit durch die schlanken Rücken-

Er ist winterfest, der Toyota IQ. Noch dazu, wenn das Testfahrzeug vom Autohaus Winter kommt.

Der A1, ein kleines Auto mit großem Anspruch

Einer, der überall aufzeigen darf Natürlich ist der folgende Gedanke nur als Wortspiel gedacht: Der A1 (Airforce One) Jumbojet des US-Präsidenten, auch kurz oft die „A One“ genannt, ist ein Flugzeug, das von seiner Technik her alle Stücke spielt.

lehnen – wer registriert die wirklich? Aber dennoch ist er ein kleines Raumwunder und mit seinem Wendekreis von nur 7,8 Meter passt er in Parklücken, wo alle anderen praktisch passen müssen. Und weil bei kleinen Autos im Hinterkopf auch sofort die Frage nach der Sicherheit im Raum steht: Mit seinen neun Air-

bags und dem ausgereiften Sicherheitssystem vermittelt der IQ Zuverlässigkeit. Den Benziner, 1,0 Liter, 50 KW (68 PS), 4,3 Liter auf 100 km gibt’s mit Schalt- oder stufenlosem Getriebe. Der 1,4 Liter Diesel, 66 KW (90 PS), 4 Liter auf 100 km ist mit einem 6-Gang-Schaltgetriebe ausgestattet. �

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uch der neue A1 von Audi, ein Premium-Auto im kleinsten Segment, tritt mit großen Ansprüchen auf und sticht die Mitbewerber in diesem Segment deutlich aus. Dass größere Autos auch die besseren Autos sind, mag früher einmal gegolten haben. Dennoch muss man den Kleinen erst mögen, weil er nicht wirklich ein Viersitzer, sondern ein bequemer Zweisitzer ist. Im Fond möchte kein Erwach­sener wirklich verreisen müssen. Der Einstiegspreis für den 1,2 Liter beträgt 16.500 Euro. Die 1,4-LiterVersion mit 122 PS kostet 22.850 Euro. Sich mit der stolzen Aufpreisliste anzufreunden – das braucht schon seine Zeit. Und da tritt die Freude über den Verbrauch von im

Ein attraktiver Einstiegspreis für den „kleinen“ Großen von Audi.

Schnitt nur fünf Litern auf 100 Kilometern in den Hintergrund. schen den Rädern optimiert und so Sitzt man hinter Lenkrad, so für einedem wirksamere Verzögerung spürt man, dass die Details gut und sorgt. Weiters das elektronische Stahochwertig bilitätsprogram verarbeitetESP,sind. Modie Antriebstorisch und schlupfregelung vom Fahrverhalten her ASR – um nur einige ist der A1 doch eine Wucht. Schon zu nennen. mit der normalen Im Übrigens:Motorisierung. Das dreitürige SondermoFrühjahr 2011 dellkommt 207 Huskyals 1.4Topmodell gibt’s inklusive der Audi S1vier aufWinterrädern den Markt mit 200 und Klimaanlage bereits ab 11.990 EuroRakete“ – in Graz PS – er wird eine „echte etwa beim Autohaus Edelsbrunner. sein. v

Ein neues XXLAutowaschzentrum im Autohaus Kuss im Norden von Graz

KLIPP September 2010

KLIPP Februar 2010

Zu den bereits bestehenden 2 SB-Waschboxen und der automatischen Waschstraße wurden noch 3 Waschboxen mit neuester XXL-SchaumTechnologie errichtet.

Individuelle SB-Autowäsche rund um die Uhr Für eine absolute SB-Reinigung der Fahrzeuge stehen 6 frei wählbare Programme zur Verfügung. Vorreinigung mit XXL-Schaum, anschließende Hochdruckreinigung, Feinwäsche mit Schaumbürste, Klarspüler. Heißwachskonservierung zur Lackversiegelung und Glanzspülung sind Garanten für ein überzeugendes Waschergebnis.

Für die Innenreinigung stehen noch 5 Hochleistungs-SB-Staubsauger sowie 2 Fußmattenreiniger zur Verfügung. Die SB-Reinigungs- und Waschanlagen mit XXL-Schaum sind 24 Stunden für unsere Kunden betriebsbereit. Die automatische Waschstraße ist so wie die Diskont-Tankstelle von 7–19 Uhr geöffnet. Mit der Kuss-Tankkundenkarte kann rund um die Uhr getankt werden. Die neue XXL-Schaum-SB-Waschanlage ist zur Zeit die Einzige im Norden von Graz mit dieser speziellen Technologie.

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NEU – SB-Autowäsche mit XXL-Schaum im Autohaus Kuss in 8045 Graz, Weinzöttl­ straße 15.

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Auto und motor

14.490 Euro verkauft. Keine wirkliche technische Besonderheit, aber angenehm – die Getränkehalter haben in der kalten Jahreszeit für heißen Tee während der langen Fahrten ihre Funktion erfüllt. Nicht ganz glücklich hingegen waren wir bei unserem Test mit der klaren Sicht auf die Seitenspiegel, da sich auch die Seitenfenster immer wieder sehr rasch beschlagen � haben.


GESUNDHEIT

Von einer, die nicht auszurotten ist I

ch steuere direkt auf die Schüssel mit dem leckeren griechischen Bauernsalat zu. Sara zupft mich am Ärmel: „Halt, stopp, das geht nicht, wir müssen uns hinten anstellen.“ Sie deutet nach hinten, ans Ende einer langen Reihe von Menschen, die mit leeren Tabletts und entnervtem Gesichtsausdruck herumstehen. „Aber warum, ich will bloß den griechischen Salat, da steht schließlich keiner. Soll ich warten, bis alle anderen vor mir sich die Teller mit Suppen, Soßen, Haupt- und Nebenspeisen vollgeladen haben?“ Die Dame, die gerade an der Reihe ist, schaufelt sich verschiedene Blattsalate auf den Teller, der griechische Salat bleibt unangetastet. „Das geht aber nicht, wir müssen uns hinten anstellen“, beharrt Sara. Die wartende Menge mit den Tabletts beob-

achtet uns argwöhnisch … Also gut, ich reihe mich ein, ganz hinten, und warte. Im Schneckentempo rückt die Schlange weiter. Nach einer Viertelstunde lande ich erneut bei meinem griechischen Bauernsalat. Erleichtert will ich nach dem Salatbesteck greifen, da schießt eine Männerhand vor, schnappt sich das Besteck und schaufelt unbekümmert Salat auf einen leeren Teller. Ich bin platt vor so viel Ignoranz und Rücksichtslosigkeit. Hat der noch nie etwas von hinten anstellen gehört? Die Warteschlange – eigentlich ein liebes Tierchen, weil sie Ungerechtigkeiten zu vermeiden trachtet, doch lästig, weil sie uns zum Warten zwingt, zum genauen Beobachten (wer war schon vor mir da, wer kam erst danach?) und weil Vordrängler immer Saison haben. Außerdem konfrontiert sie uns mit so essentiellen Fragen wie: In welche Reihe reihe ich mich nun ein? Nicht immer ist die kürzeste die schnellste. Und überhaupt: Wo beginnt die Reihe? Und: Steht man hintereinander oder parallel? Denn es ist überall das Gleiche, ob bei der Warterei vorm öffentlichen Klo oder vor den Umkleidekabinen: Wartet man in mehreren Schlangen parallel oder seriell

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Sie liebt Ballungszentren. Je mehr Menschen, desto schneller taucht sie auf. An der Kassa, im Strßenverkehr, am Bankschalter, beim Buffet, am Flughafenschalter, bei der Garderobe … auf jeden Fall immer dort, wo man gerade hinwill. Sie ist fies. Und sie steht nicht unter Artenschutz! Von Karin Klug (der jeweils Nächste kriegt, was frei wird)? Blöd nämlich, wenn manche Leute unterschiedliche Systeme verfolgen … Wenn zwei zugleich kommen, wer darf als Erster? Da zählen oft Millimeter/Millisekunden – wie im Hochleistungssport. Und das macht Stress, lässt den Blutdruck in die Höhe schnellen. So gese-

Satz nicht auch schon stundenlang im Ohr. Zumindest kann man währenddessen mittagessen, Nase bohren oder mit den Kollegen fachsimpeln.

hen kann sie sogar unserer Gesundheit schaden, die Warteschlange. Und weiter geht’s mit den undurchschaubaren Gesetzen des Schlangestehens. Darf man den Partner / den Einkaufskorb / die Aktentasche stellvertretend zwischenparken, während man sich noch Krackers holt oder mal schnell aufs WC muss? Und was für ein Frust zieht auf, wenn die Nachbarschlange, die viel länger war, plötzlich viel schneller vorankommt … Ganz zu schweigen von der kleinen Schwester der Warteschlange, der Warteschleife: „Wir melden uns in Kürze!“ Wer hatte diesen schönen

Die Warteschlange, die sich mit Nummernziehen behilft, soll Streitereien vorbeugen. Wenn sich nicht gerade vor dem Nummernziehapparat schon Warteschlangen bilden. Manchmal helfen mobile Gangsysteme, die zum geordneten Einordnen zwingen, oder Leitlinien wie auf der Autobahn – trotzdem: Anlass für heftige Auseinandersetzungen gibt es immer wieder – denn keiner wartet gern. Fast jeder hat es eilig. Und alle wollen wir Gerechtigkeit. Nur verstehen verschiedene Menschen halt manchmal etwas anderes darunter. Schon prallen die Gemüter aufeinander.

In manchen Ländern gibt es schon hauptberufliche Schlangesteher – keine schlechte Idee, wenn man überlegt, wie viel Zeit seines Lebens man in diversen Warteschlangen zubringt … da käme ein Warteschlangenprofi, der sich dieses Tierchens annimmt, gerade recht. Übrigens, ein Insider-Tipp vom Warteprofi besagt: Besser dort anstel-

len, wo wenige warten, egal wie viel sie im Korb haben – an der Kassa sind sie meist schneller als viele Wartende, die nur wenig mitnehmen – denn der Bezahlvorgang dauert überall und kann auch mal umständlicher werden. PS: Während ich diesen Gedanken nachsinne, stehe ich immer noch in der Warteschlange vor der Kassa mit meinem vollen Wagerl. Denn es kommt dauernd eine/r mit „Ich hab nur die Schoko / ein Bier / zwei Semmerl, darf ich mal schnell vor?“ … und so warte ich heute noch. O KLIPP September 2010


„Dreisprung der Entschlackung“ hilft dem Körper, Gifte zu entsorgen – Cellulite wird förmlich weggespült.

W Das Team der Benefiz-Radtour GrazAmsterdam am Ziel: Franz Fegelin, Stefan Wallner, Uwe Foitl und Lebenscoach Klaus Landauf (v.l.) legten die 1.500 Kilometerin fünf Tagen zurück.

Ein Schlüssel zur Gesundheit und zum Erfolg

Emotionale Ziele „Wenn ich ein Ziel stark emotional besetze, dann ist die Wahrscheinlichkeit des Erreichens hoch.“

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uf dem Weg dorthin bedarf es weiterer Zwischenziele, um das große nicht aus den Augen zu verlieren“, so Trainingsund Lebenscoach Klaus Landauf. Er bringt als gutes Beispiel die Benefiz-Radfahrt der beiden Steirer Franz Fegelin, Bauingenieur, und Uwe Foitl (Baufirma Foitl). In fünf Tagen legten sie die 1.500 Kilometer von Graz nach Amsterdam zurück. Beide sind keine professionellen Sportler, sondern Freizeitradler. Franz Fegelins Mutter, eine gebürtige Holländerin, war im Jahr 2001 ebenfalls nach Amsterdam geradelt. Im Vorjahr ist sie an Bluthochdruck verstorben. Der Sohn löste mit seiner Fahrt ein Versprechen an seine Mutter ein, diese Strecke auch zu fahren. In der monatelangen Vorbereitung schafften die beiden Steirer auch Zwischenziele, eben mehr Fitness, mentale Stärke und ein Team aufzubauen, damit das Ziel erreicht werden kann. Die Verpflichtung zu einer Leistung, für ein Ziel ohne erkennbaren Sinn zu arbeiten, reicht allein meist nicht. Es muss einfach auch emotional (gut) stark KLIPP September 2010

besetzt sein. Erfolgreiche Teams oder Unternehmen haben klar definierte Ziele und lassen die Zielsetzung auch bis zum letzten Teammitglied transparent durchscheinen. Ein weiteres Beispiel, wie wichtig emotionale Zielsetzung (ohne Verpflichtung) ist, zeigt sich im Trend, dass Senioren äußerst erfolgreich studieren. „Da gibt es keine Verpflichtung, sie gehen ihren Neigungen und Interessen nach und sind daher viel lernbereiter als Schüler, die das Gefühl haben, für die Schule zu lernen.“ Der Ansatz ist in den Funktionsweisen der linken und rechten Gehirnhälften zu suchen. „Hilfreich dabei“, so Klaus Landauf, „sind natürlich viele Findungstechniken, mit deren Hilfe man das zu erreichende Ziel nie aus den Augen verliert. Auch Franz Fegelin und Uwe Foitl haben sich einer solchen Technik bedient und mit ihrer Zielfindung außerdem einem guten Zweck gedient. 10.000 Euro kamen durch Sponsoren für den Verein für Lungenhochdruckforschung bei dieser Radfernfahrt zusammen. O

issenschaftliche Studien belegen, dass etwa 80 bis 90 Prozent aller Österreicher permanent leicht übersäuert sind. Zu wenig Bewegung, aber vor allem konsequente Fehlernährung (zu viele Kohlehydrate und Eiweiße, kaum Vital- und Mineralstoffe) sorgen dafür, dass der Säuregehalt im Körper stetig steigt. Gleichzeitig sinkt der Basenanteil. Ein Teufelskreis, denn der Körper braucht permanent Mineralstoffe und Spurenelemente, um die auftretenden Gifte zu neutralisieren. Diese neutralisierten Säuren nennt man Salze oder Schlacken. Je nach der Stärke des Stoffwechsels kann ein Teil dieser Salze über die Haut, die Nieren, die Lunge und die Leber ausgeschieden werden. Die übrigen Schlacken werden im Körper abgelagert. So entsteht ein mineralstoffverarmter, ausgelaugter Körper, überfüllt von jahrelangen „Müllablagerungen“. So gut wie alle Zivilisationskrankheiten von Diabetes über Rheuma, Erkältungen und Osteoporose bis hin zu Schlaganfall, Herzinfarkt und Krebs sind letztlich die Folgen dieses Entsorgungsproblems. Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf diese Situation. Der männliche Körper bemüht sich, leicht zugängliche Mineralstoffspeicher wie den Haarboden zu knacken und ihm die benötigten Basen zu entziehen – entsprechend weit ist die Glatzenbildung schon bei Männern in jungen Jahren verbreitet. Frauen haben hingegen die Möglichkeit, die Gebärmutterschleim-

haut während des Zyklus als Zwischenlager für Säuren zu nutzen. Erst wenn deren Aufnahmekapazität erschöpft ist, werden die Schlacken im Bindegewebe abgelagert. Das Ergebnis ist die ungeliebte Orangenhaut an Hüften, Oberschenkeln, Po und Oberarmen. Etwa 80 Prozent aller Frauen leiden an diesen unschönen Dellen der Problemzonen, die sie mit teuren Cremes, Massagen oder Operationen oftmals vergeblich zu beseitigen versuchen. Mit dem „Dreisprung der Entschlackung“ nach Peter Jentschura ist es indes möglich, sich überflüssiger Säure und Gifte im Körper zu entledigen. Damit kann Zivilisationskrankheiten vorgebeugt oder können diese sogar geheilt werden. Die unschönen Cellulite-Dellen werden auf sanfte Art entfernt. In einem ersten Schritt löst das regelmäßige Trinken von P. Jentschura 7x7 Kräutertee zunächst die vorhandenen Schlacken. Mit täglich ein paar Löffeln von dem basenbildenden Lebensmittel P. Jentschura Wurzelkraft werden dem Körper zudem die so dringend benötigten Spurenelemente und Mineralstoffe zugeführt. Somit können die gelösten Säuren nun leicht neutralisiert werden. Basische Bäder (Vollbäder, Fußbäder,Wickel) mit P. Jentschura Meine Base sorgen nach dem Prinzip der Osmose schließlich für die Ausleitung der gelösten Schlacken über die Haut. Das Trinken von stillem, mineralarmem Wasser hilft zudem, die Giftstoffe über Nieren und Blase auszuscheiden. O

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GESUNDHEIT

Power statt sauer


Fotos: Otto Hainzl, Linz

Zu Ende gedacht

Aktuelle Architekturentwürfe ergehen sich häufig in starken, metaphorischen Formen, die sich aufgrund konstruktiv erfor­derlicher Detailausführungen nicht in die Baupraxis umsetzen lassen und sich als Formalismen entpuppen. Anders bei die­sem Entwurf des Linzer Büros caramel architekten.

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er Gedanke eines flachen, ausgehöhlten Kubus mit zwei komplett offenen und zwei nahezu komplett geschlossenen Seiten wurde hier beinah durchgängig umgesetzt – unkonventionelle Detaillösungen waren die Voraussetzung hierfür. Im Inneren trennen nur einige, meist frei stehende Wände die privaten Räume vom Allraum mit offen eingestellter Küche. Raumhohe Schiebetüren ergänzen die Wände, um bei Bedarf die Zimmer gänzlich abzutrennen. Am Hang eines Linzer Bergs gelegen, nützt der Kubus auf 12 mal 12 Metern Grundfläche das Grundstück so weit wie möglich aus und rückt so nah wie baurechtlich erlaubt an die nordöstliche Grundstücksecke. Die beiden nach Norden und Osten weisenden Fassaden wurden dementsprechend nahezu geschlossen konzipiert, um gegenüber den höher gelegenen Nachbarn die Intimsphäre zu wahren. 34

Die westorientierte Gebäudefront hingegen bietet dank ihrer durchgängigen Verglasung einen herrlichen Ausblick über das Donautal und fängt bis zum Sonnenuntergang das Licht ein. Ein außen liegender Gewebevorhang schützt dabei vor som­merlicher Überhitzung. Vor der Südfassade finden sich die privaten Freibereiche: eine überdachte, in das Volumen des Kubus integrierte Terrasse, davor ein Schwimmteich und der Garten. Hergestellt ist das nicht unterkellerte Haus aus vorgefertig­ten, wärmegedämmten Holzwerkstoffpaneelen. Die schräg gestellten Stützen an der Westfassade sorgen für die Aussteifung des Gebäudes. Eingehüllt wird der Kubus von Kunststoffmembranen; im Dachbereich von weißem EPDM, im Fassadenbereich – unsichtbar mit der Dachbahn verschweißt – von weißem, teflonbeschichtetem PVC. Durch die zwischen Holzkonstruktion und Membranen liegende Wärmedämmung hindurch wurden die Folien punktuell befestigt. Die leicht nach Osten geneigte Dachplatte entwässert das Dach rinnenlos über die Fassade in einen mit Schotter gefüllten Sickerschacht an der Rückseite des Hauses. v Quelle: Buch von Johannes Kott­ jé „Bungalows und Atriumhäu­ ser heute – Kom­ fortabel wohnen auf einer Ebe­ ne“, DVA KLIPP September 2010


Fertighäuser liegen im Trend Alles soll möglichst rasch gehen in Zeiten wie diesen, auch und besonders das Bauen. Rund 120 Fertighäuser realisiert das steirische Fertighaus-Unternehmen Malli. Wodurch zeichnet sich ein gutes Fertig­haus aus? Siegfried Malli: Durch eine gelungene Planung und Energiebauweise. Bei 100 Quadratmetern Wohnfläche sind 500 Euro pro Jahr an Energiekosten realistisch. Das könnte ich sogar unterschreiben. Und wie viel muss ich als Interessent für meinen Haustraum auf der hohen Kante haben, bevor man sich dazu entschließt? Malli: 30 Prozent Eigenmittel sind auf jeden Fall wünschenswert. Für den Quadratmeter Wohnfläche muss man schlüsselfertig – da kann man das Wasser und Licht aufdrehen – mit 1.400 bis 1.500 Euro rechnen. Die Kosten für das Fundament oder einen Keller kommen noch dazu.

Und wie viel davon kostet der Grund­ anteil? Malli: Je nach Lage und Wohngegend bis zur Hälfte des Gesamtpreises. Die Situation bei Fertighäusern hat sich von der Kostenseite her wirklich stark verbessert. Vor 20 Jahren kostete der Quadratmeter 1.800 Euro und heute ca. 1.500 Euro, wobei die Technik und Ausstattung heute um 100 Prozent besser sind. Und wie hoch sind die Betriebskosten z.B. bei einem 120-QuadratmeterHaus? Malli: Für Strom, Wasser, Müllabfuhr und Heizung sollten Sie monatlich bei 150 Euro liegen. Die Bauzeit ist immer ein Thema. Malli: Ja, von unserer Logistik her wären drei Monate möglich, weil wir die Ziegel-Elemente in unserer Produktionshalle in Graz-Pirka selbst herstellen und für spätere Installationen entsprechend vorfertigen. Im Schnitt sind es aber acht bis zehn Monate Bauzeit, weil die Kunden einfach gewisse Dinge mehrmals überlegen oder auch verändert haben wollen. v

Siegfried Malli

Fernwärme so günstig wie nie zuvor! Sie haben es sicher auch schon bemerkt: die Tage werden wieder kürzer, der Sommer neigt sich dem Ende zu und Nebel zieht ins Land. Es „herbstelt“ und es ist wieder Zeit ans Heizen zu denken. Eventuell auch höchste Zeit um veraltete und unwirtschaftliche Heizsysteme auszutauschen! Die Energie Graz unterstützt Sie beim Umstieg auf Fernwärme mit einer Anschlussaktion, die Fernwärme günstiger macht als je zu-

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KLIPP September 2010

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LEUTE & LEBEN

I

n der Nähe des kleinen Weinguts Terminuzzo weideten ob des kargen steinigen Bodens nur Schafe und wurden Wildschweine gejagt. Bis ein gewisser Paolo Panerai auf der Suche nach neuen Weinanbauflächen in dieses Gebiet kam. Er kostete den Wein von Terminuzzo und spürte gleich ein großes Potential dahinter. Paolo Panerai ist allerdings in Italien kein Unbekannter, sondern gehört zur italienischen Hochfinanz. Er ist der Generaldirektor der Class Editori SPA, eines börsennotierten Medienunternehmens mit mehreren Tageszeitungen (z.B. Italia Oggi), Magazinen und TV-Satellitenprogrammen mit Börsen- und Wirtschaftsnachrichten, und eben Weinexperte. Bereits 1979 kaufte sich „PP“ ein Weingut mit 80 Hektar in der Nähe von Castellina in Chianti – das Castellare in Castellina. Und seine Philosophie war, einen authentischen Chianti Classico zu erzeugen mit kleinen Anteilen von Malvasia Nera, Canaiolo und Colorino. Der Topchianti von Castellare nennt sich I Sodi di San Niccolo und kam im Wine Spectator zwei Mal unter die 100 besten Weine der Welt. Nach seinem Abstecher in die Maremma erzählte Paolo Panerai seinem Freund Eric de Rothschild von der Domain Baron de RothschildLafite von seiner Idee, in der südlichen Maremma ein Weingut aufzubauen. Diese sei eigentlich sogar besser für den Weinanbau geeignet als die Gegend um Bolgheri. Noch dazu seien die Gründe billiger zu haben als in der restlichen Toskana. Nach einer gemeinsamen Besichtigung beschloss man, dass bei einer gewünschten Rebfläche von 200 bis 250 Hektar auf jeden Fall ca. 500 Hektar gekauft werden müssen, um etwaige Trittbrettfahrer nicht von ihrem später berühmten Nachbarn profitieren zu lassen.

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Wer ist der Beste im ganzen Land:

Masseto oder Baffonero? Hinter den sieben Bergen, bei den sieben … jedenfalls weit im Süden der Toskana – das Gebiet nennt sich die Maremma –, da begibt sich was Märchenhaftes. Dort reift ein europäisches Spitzenweingut heran. Weinkenner Werner List, der dort war, beschreibt es kurz und treffend: „Beeindruckend.“ Von Werner List

Nachdem Geld in diesen Kreisen keine Rolle spielt, schaffte es Paolo Panerai nach zwei Jahren, die geplanten Flächen zu kaufen, und im Jahr 2000 pflanzte er die ersten sieben Hektar Merlot. Heute sind es rund 80 ha, natürlich mit Sangioveto, dann Cabernet Sauvignon, Cabernet Franc, Merlot, Petit Verdot und Shiraz. Mittelfristig ist eine Rebfläche von 125 ha geplant. Ende der 60er-Jahre lernte Paolo Panerai als junger Journalist den Architekten Renzo Piano kennen. Dieser errichtete damals für die Fir-

ma seines Vaters ein fensterloses Bürogebäude, nur mit indirekter Belichtung von oben. PP war von dieser Atmosphäre sehr beeindruckt und eine langjährige Freundschaft begann. Renzo Pianos Ideen beeindruckten auch andere. So baute er das Centre Pompidou in

Paris, das New York Times-Gebäude in Manhattan, den Kansai Airport in Osaka und viele andere meist größere Objekte. Da auch Renzo Pianos Vater bereits ein kleines Weingut besaß und Renzo Piano es dann selbst noch einige Jahre führte, war auch die Liebe zum Wein ein wichtiger Grund, ihn als Architekten auszuwählen, um Rocca di Frassinello zu planen. „Ein KLIPP September 2010


LEUTE & LEBEN Exquisit, exquisit: Architekt Renzo Piano plante unter anderem das Centre Pompidou in Paris, das New York Times-Gebäude in Manhattan – und das Weingut Rocca di Frassinello,

Das Problem, 2500 Barrique-Fässer sinnvoll und beeindruckend unterzubringen, löste Renzo Piano in Form eines quadratischen Amphitheaters in einem stützenlosen Raum mit ca. 40 x 40 m. Die Fässer vermitteln den Eindruck von Zuschauern in einer antiken Arena. Die Weinerzeugung erfolgt nach den Gesetzen der Schwerkraft, ohne Pumpen; oben auf der 5000 m2 großen Terrasse, von Renzo Piano eine offene Piazza genannt, fahren die Traktoren mit ihrer Ladung direkt über die jeweiligen Öffnungen, dadurch gelangen die Trauben natürlich nach unten. Im Zentrum der Piazza steht ein nahezu schwebender, transparenter Verkaufs- und Präsentationspavillon in fröhlichbuntem Kontrast zu den umgebenden ziegelrotfärbigen Flächen. Paolo Panerais Ziel von Anfang an war, die großen Weinnationen Frankreich und Italien mit ihren jeweiligen Vorzügen zu vereinen und daraus Weine von hervorragenden Eigenschaften zu produzieren. Für die Realisierung sind verantwortlich: der Önologe von Castellare

Weingut ist eine Art Fabrik, kein gemütliches Wohnzimmer, auch kein Monument“, war Renzo Pianos Botschaft. Der Platz für das Weingut war schnell gefunden am oberen Rand des „Amphitheaters“ mit einem herrlichen Ausblick auf die Weingärten. Nach ersten Skizzen war bald klar, wie Funktion und Form in Einklang gebracht werden konnten. RP wollte zuerst zwei Türme nebeneinander stehen haben, doch wurde dies in Erinnerung an die 9/11-Katastrophe in New York fallengelassen. KLIPP September 2010

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LEUTE LEBEN

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Der Markt ist ein kaltes Biest

Weinkenner Werner List (li.).

Alessandro Cellai und Christian Le Sommer von der Domain de Baron Rothschild-Lafite. 50 Prozent der Weine bestehen aus der Sorte Sangioveto mit seiner Eleganz sowie seinem blumigen Duft

Günter Müller (Domäne Müller) mit Gattin Eva aus Groß St. Florian: „Leider ist kein Baffonero mehr zu bekommen. Wir hoffen aufs nächste Jahr.“

Noten und der Duft von Balsamico … einfach ein Fest. Der Wine Advocat von Robert Parker bewertet den

Der Produzent Baron Eric de Rothschild (Eigentümer der Weingüter Lafite und Duhart Milon) in einem Interview mit der „Zeit“: Denken Sie, Ihr Wein ist zu teuer? Rothschild: „Um ehrlich zu sein: Ja, aber der Markt ist ein kaltes Biest, das keine Moral kennt und kein Herz hat. Jedes Jahr stellen wir eine Million Flaschen des Premier Cru her. Das sind 80.000 Kisten. Auf der Welt leben allerdings mehr als nur 80.000 Millionäre, die eine solche Kiste kaufen wollen. Das treibt den Preis immer weiter nach oben. Interessant ist auch zu sehen, wie der stets in Etappen nach oben geht. Es kommt Baron Eric de Rothschild. ein Stillstand, bevor ein weiteres Land auf der Welt zu Wohlstand kommt. Das war so mit den Japanern in den 70er-Jahren, dann mit den Russen, nun mit den Chinesen. Immer wieder steigt der Preis, weil der Ausstoß beschränkt ist.“ Weil es momentan ohnehin in ist: Es heißt also sparen, sparen, wenn man mit kleinerer Brieftasche große Weine genießen will.

Merlot produziert. Das Klima ist etwas wärmer und hat schon dem Sangioveto gut getan. Vom ersten Baffonero 2007 wurden nur 4000 Flaschen hergestellt, eine kleine, aber feine Ausbeute von 7 Hektar.

Aus den Weintrauben der südlichen Maremma sollen in absehbarer Zukunft Europas bester Wein produziert werden.

Masseto oder Baffonero?

und dazu kommen der Cabernet Sauvignon mit seinen kräftigen Johannisbeerenaromen, die erdbeerähnlichen fruchtigen Noten des Merlot und Shiraz, der delikate Abgang des Cabernet Franc. 2004 gab es die erste namhafte Ernte mit rund 130.000 Flaschen und drei verschiedenen Wein-Qualitäten. Star-Önologe Christian Le Sommer beurteilte den Rocca di Frassinello als Topwein – mit 60 Prozent Sangioveto, 20 Prozent Merlot und 20 Prozent Cabernet Sauvignon. „Rocca di Frassinello ist ein großer Wein“, erklärt Christian Le Sommer wortreich, „der Stärke, Intensität und Elegance mit weichen Tanninen kombiniert.“ Alessandro Cellai ergänzt noch voll Stolz, dass dieser Wein einzigartig in dieser Gegend sei, die maximal mögliche Qualität des Sangioveto erbringe; und noch dazu die frische Säure, die floralen

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Jahrgang 2006 bereits mit 92 Punkten, im Wine Spectator holte er 91 Punkte.

Die Nummer eins Ohne Zweifel ist der Masseto von der Tenuta dell’Ornellaia nahe Bolgheri (südlich von Livorno) der herausragendste Wein Italiens. Dies schlägt sich klarerweise auch im Preis nieder. Für die 0,75-Liter-Flasche – so man noch eine bekommt – muss man derzeit im Schnitt rund 500 Euro berappen. Die Tenuta dell’Ornellaia wurde 1981 von Lodovico Antinori gegründet und ist nunmehr im Besitz einer Subholding der Marchesi de Frescobaldi. Es war Anfang der 80erJahre, da entdeckte der rus-

sisch-amerikanische Önologe Andrej Chelicef, dass der Masseto-Hügel auf Grund seiner besonderen geologischen Beschaffenheit (Sand, Kieselsteine und verschiedene Tonarten) ideal für die Anpflanzung von Merlot ist. Sieben Hektar Merlot-Rebfläche entstand damals unter seiner Leitung, mit dem Ziel, den besten Wein der Welt zu machen.

Der Herausforderer Inmitten des natürlichen Amphitheaters von Rocca di Frassinello liegt der Hügel Baffonero mit ähnlicher Bodenbeschaffenheit wie der von Masseto. Und dort wird auf sieben Hektar

Im Wine Spectator erhielt der 2007er Baffonero 93 Punkte, was schon ein großer Erfolg war. Der Masseto erreichte bereits ein Mal 100 Punkte – das war im Jahr 2001. Sonst liegt er im Durchschnitt bei 94 bis 95 Punkten. Der Preis des Baffonero lag bisher bei ca. 160 Euro. Konsul Günter Müller (Domäne Müller), der in Österreich die Spitzenweine vertreibt: „Leider ist kein Baffonero mehr zu kriegen, wir hoffen aufs nächste Jahr, wo schon viel mehr zu erwarten sein wird.“ Die Weinexperten wissen das, für die anderen geneigten Leser wird der Hinweis interessant sein. Es gibt noch ein kleines Weingut, das elf Hektar groß ist, je nach Jahrgang 95 bis 100 Prozent Merlot ausbaut: das Chateau Petrus im Pomerol in Bordeaux. Dieser Wein ist bereits lange vor dem Fertigwerden verkauft und gilt als der teuerste der Welt. So kostet der Jahrgang 2009 zwischen 2000 und 3000 Euro! Die 0,75-lFlasche, versteht sich! Die Preise für absolute Spitzenweine sind explodiert, man bekam eine Flasche vom Chateau Petrus im Pomerol vor vier Jahren noch um 700 Euro.

KLIPP September 2010


LEUTE

Gleicher Schwung, anderer Schläger Internet: www.golfschule-ali.at

E-Mail: office@golfschule-ali.at

Der Bunkerschlag mittlerer Länge ist einer der schwierigsten Golfschläge überhaupt. Sie können sich das Heben leichter machen, wenn Sie auf die fundamentale Bunkertechnik bauen, aber statt Ihres Sand Wedge ein Eisen 8 nehmen.

Wenn die Fahne sich ganz in der Nähe befindet, empfiehlt sich ein normaler Splash-Schlag. Also Sand Wedge benutzen: Schlägerfläche öffnen, dann greifen Körper im ca. 30-Grad-Winkel geöffnet zur Linie Ball – Ziel Füße fest im Sand verankern, um dem Schwung eine feste Grundlage zu verschaffen Dann einen gleichmäßigen Schwung mit Händen und Armen ausführen Dem Körper entlang schwingen, mit der Sohle des Schlägers etwa fünf Zentimeter hinter den Ball durch den Sand gleiten Die Folge ist ein ziemlich hoch fliegender Ball, der weich landet und dank seines Dralls sehr schnell stoppt.

Ein weiterer Weg bis zur Fahne? Versuchen Sie die gleiche Technik mit einem Eisen 8 Hier eine andere Möglichkeit, um mit diesem Schläger von etwas unangenehmer Länge fertig zu werden. Wenden Sie einfach die gleiche Technik wie für den normalen SplashSchlag an, aber nehmen Sie statt eines Sand Wedge ein Eisen 8. Öffnen Sie die Schlagfläche, richten Sie den Körper genauso aus wie normal und versuchen Sie, auch diesmal den Schläger etwa fünf Zentimeter hinter den Ball in den Sand gleiten zu lassen. Mit ein bisschen Übung fliegt Ihr Ball 30 bis 40 Meter durch die Luft. KLIPP September 2010

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Von Head Pro Ali Rosker im Golfclub Erzherzog Johann, Maria Lankowitz

LEBEN

GOLFTRAINING


LEUTE & LEBEN Text und Fotos: David Donnerer

Fischer Eric fischt frische Fische

Die Initiative „Pescatourisme“ Eine kühle Brise weht schon früh an der Küste. Dunkle Wolken erstrecken sich am Meereshorizont. In Brusc, einem malerischen, kleinen Dorf an der französischen Côte d’Azur bei Marseille, bricht ein Tag wie jeder andere an. Ich verbringe meinen Urlaub bei Verwandten. Während viele noch gemächlich in ihren warmen Betten schlafen, mache ich mich auf den Weg zum Hafen von Brusc, genauer gesagt zum Fischerboot „Pirate II“. Dort erwartet mich Eric Feraud, 45 Jahre und von Beruf Fischer, der mich heute auf einen seiner gewöhnlichen Arbeitstage an Bord nimmt.

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ric ist einer der Fischer am Mittelmeer, die an der seit kurzem ins Leben gerufenen Initiative „Pescatourisme“ teilnehmen. Dort können einfache Touristen um 60 Euro pro Person Fischer

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aus der Region bei ihrer Arbeit begleiten und so Einblick in deren beruflichen Alltag nehmen. Sinn und Zweck dieser Initiative ist es, Touristen nicht nur mit dem ältesten Beruf der Welt vertraut zu machen,

Das Fischerboot sondern auch gezielte Werbung für einen Beruf zu machen, dessen Durchschnittsalter mangels junger Nachkömmlinge bereits bei 45 Jahren liegt (bei einem Pensionsalter von rund 55 Jahren).

Ein bisschen Technik darf auch auf einem Fischerboot nicht fehlen.

„Ich war schon draußen und muss dich warnen, das Meer ist sehr unruhig heute“, sagt mir Eric, während er sein Equipment, Schwimmweste und Funktelefon, ins Boot legt. An der Küste hat man nicht den Eindruck einer tobenden Naturgewalt. Nur die verhängnisvoll dunklen Wolken lassen auf mögliche Wetterkapriolen schließen. Nichtsdestotrotz lasse ich mich von seiner Warnung beeindrucken und bekomme eine Schwimmweste in die Hand gedrückt. „Ich will ja nicht, dass du über Bord gehst“, lacht Feraud, ehe er den Motor der „Pirate II“ startet. Mehr schlecht als recht düst das klapprige Holzboot aus dem Hafen und erweckt nicht den Anschein, meterhohen Wellen gewachsen zu sein. KLIPP September 2010


Gefährliche See Mehr als ein Meter hohe Wellen schwappen an die Reeling des Bootes, das gefährlich durch das tosende Wasser auf und ab schwankt. Spätestens jetzt bereue ich, gefrühstückt und kein Mittel gegen Seekrankheit eingenommen zu haben. Während der Magen sich mehr als einmal umdreht und das Boot nach einer tückischen Welle stark nach links schwenkt, verzieht Feraud keine Miene. Gekonnt steuert der erfahrene Fischer sein Arbeitsgerät durch die tobende See. „Heute ist das Wetter nicht besonders schlimm“, ruft er mir entgegen, als wir uns seinen Netzen nähern. „Zwei Stunden dauert es, die Netze einzuholen. Hältst du es noch so lange aus“, fragt er mich lachend, während der starke Wind das Meer weiter anpeitscht. Obwohl es Angenehmeres gibt, als zwei Stunden in der tosenden See in einem kleinen Boot zu warten, sage ich ja. Schließlich ist das Einholen der Netze eine der Hauptaufgaben des Fischers, die ich nicht verpassen will.

Netze einholen Während die Wellen das Boot hinund herschaukeln, zeigt mir Eric den Platz, wo seine Netze ausgelegt sind, die ziemlich tief im Meer liegen. Dabei legt er seine Netze logischerweise nicht immer am selben KLIPP September 2010

Fisch-Liebhaber im Schlepptau

Mit dem Fischerboot Pirate II geht’s bei etwas unruhigem Meer hinaus.

Punkt aus, da von heute auf morgen die Fläche nicht voller neuer Fische sein kann. Souverän manövriert Feraud die „Pirate II“ seitlich zu den Netzen. Mit einem Rad an der Vorderseite des Bootes zieht er ein Netz nach dem anderen zum Boot. Die mühevolle Arbeit dauert, wie vorausgesagt, geschlagene zwei Stunden. „Schaut mir nach einem guten Fang aus“, sagt mir Eric, während das Boot Richtung Hafen fährt. Der 45-jährige Fischer be-

Herbst, in den Monaten September und Oktober, fängt er dafür am meisten. Oft kommt es aber auch neben der Saison auf die Tageszeit, den Wind und das Wetter an. Die größten Fische, die er in seiner langen Karriere gefangen hat, waren ein Hai, ein Barrakuda, ein Gotteslachs sowie ein Rochen. Währenddessen erzählt mir Eric, dass ein unruhiges Meer nicht nur für unvorsichtige Touristen, sondern auch für erfahrene Fischer eine nicht zu unterschätzende Gefahr darstellt. Fischen ist für ihn einer der gefährlichsten Berufe, vor allem wenn man wie er alleine im Boot sitzt. Ein Sturz über Bord, schlechtes Handling der Netze, Verletzungen durch das Equipment (Rad) oder gesundheitliche Probleme sind Grund für die vielen Unfälle bei den Fischern.

Die Fische werden noch im Hafen frisch verkauft.

Fischer als Zukunftsberuf

ginnt bereits, Fische aus den Netzen zu entfernen. Eine mühsame und umständliche Arbeit, die ein erhebliches Maß an Konzentration erfordert. Manche Fische sind bereits dermaßen in die Netze verheddert, dass es ein wahres Kunststück ist, sie davon zu trennen.

Fischsaison Im Winter landen meist Goldbrasse oder Riesenbarsch in seinen Netzen, während im Sommer sein Fischfang aus Goldbarsch und Rotbarbe besteht. Für ihn ist dabei der August der schlimmste Monat zum Fischen, da das Meer am wärmsten ist und die vielen Touristen seine Routen und Fangplätze stören. Im

Trotz Klimawandel und knapper Fischbestände sei die Fischerei noch immer ein lohnenswerter Beruf. „Ich kann gut davon leben.“ Denn die Fische erzielen beim Verkauf hohe Preise. Außerdem haben die großen Fischfangflotten durch die strengen Fangquoten der EU Probleme, genügend Ware zu bekommen. Der Vorteil von Eric: Er muss keine Quoten einhalten und verkauft, was ihm ins Netz schwimmt.

Tagesablauf eines Fischers Der Arbeitstag beginnt meist um 4 Uhr in der Früh. Da fährt Eric hinaus, holt die Netze ein, die man am Vorabend ausgelegt hat, und legt andere aus. Die erste Ladung verkauft er di-

Als wir schließlich am Hafen andocken, bittet mich Feraud, gegen Mittag zum Hafen zurückzukehren, da er zu dieser Zeit mit seinen zwei Mitarbeitern die Fische aus dem Geflecht an Netzen entfernt, fein säuberlich in zwei Kisten trennt (eine mit Rotbarbe, eine für die Fischsuppe und Provencespezialität Bouillabaisse) und den Rest für die Möwen ins Meer wirft. Zur vereinbarten Uhrzeit kehre ich zurück und sehe, wie Eric und seine Kollegen bereits konzentriert und mit Fingerspitzengefühl die kleinen, in die Netze verhedderten Fische in die verschiedenen Kisten geben. Die Rotbarben wird er später beim Stand um 20 Euro das Kilo verkaufen, während die restlichen Fische für die Bouillabaisse (z.B. eine Muräne) 10 Euro das Kilo kosten. Bei seinem Boot warten schon dutzende Schaulustige und Konsumenten und starren gebannt, wie die Männer den recht üppigen Fang sortieren und überflüssige Materien wie Algen und Seetang aus den Netzen entfernen. Dann reinigt und repariert einer seiner Kollegen die Netze, damit sie für den nächsten Meereseinsatz wieder bereit sind. Anschließend bringen Feraud und seine Kollegen die Fische zum Verkaufsstand, die hungrigen Konsumenten als kreisende Möwen im Schlepptau. Keine 10 Minuten dauert es, bis sein ganzer Fang an den Mann gebracht wurde. Eric Feraud: „Es war ein recht erfolgreicher Tag.“

Was „Pescatourisme“ bringt Die Initiative „Pescatourisme“ findet Eric eine sehr gute Idee, obwohl man nach so einer kurzen Zeit noch nicht wirklich die Auswirkungen messen kann. Das Einzige, was ihn daran stört, sind die sehr strengen Sicherheitsvorkehrungen, die er für Touristen treffen muss, inklusive Meldung bei der örtlichen Hafenpolizei. Dennoch meint er, dass sich diese Initiative für Fischer wie ihn auf jeden Fall lohnt. Sei es, um junge Leute wie mich auf den Geschmack der Fischerei zu bringen, oder um leichtsinnigen Touristen die tobenden Gewalten des Mittelmeeres vor Augen zu führen. Fische fängt man natürlich auch. O 41

LEUTE

rekt im Hafen am Vormittag. Dann geht es noch einmal hinaus und zu Mittag warten seine Kunden ebenfalls bereits am Strand. „Danach fahre ich wieder hinaus und lege die Netze für den nächsten Tag aus“, beschreibt er seinen 8-Stunden-Tag.

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Eine halbe Stunde dauert es, vom Hafen zu den Netzen zu kommen. Zeit genug, die Kamera für ein paar Schnappschüsse rauszuholen, und für Eric, ein wenig über sein Leben als Fischer zu plaudern. Seit 1987 ist er bereits leidenschaftlicher Fischer, wie schon seine Eltern vor ihm. Sein Vater hat ihm die Grundlagen der Fischerei beigebracht, bevor er in Pension gegangen ist. Sein Werdegang zum Berufsfischer sei aber heute nicht mehr möglich, meint Feraud, da man ohne Fischerei-Diplom nicht Fischer werden kann. Diese Ausbildung verlange viel Anstrengung und Zeit von den jungen Leuten, sodass daher der Mangel an jungem Nachwuchs in der Fischerei kommt. Noch dazu erfordere dieser Beruf nicht nur einiges an körperlicher Arbeit, einen guten Orientierungssinn und die Fähigkeit, sich schnell auf wechselnde Wetter- und Meeresbedingungen einzustellen, sondern auch umfassende Kenntnis über EU-Reglementierungen im Bereich der Länge und Konsistenz der Netze und, und.

LEBEN

Wie man Fischer wird


Gräfin Isabella zu Schloss Schielleiten ging in die Luft

Von oben schaut die Welt a bisserl besser aus Machen wollten wir das ja schon lange, doch hat es sich bis jetzt noch nie ergeben. Vor wenigen Tagen war es dann endlich so weit und es hieß: Auf zur Ballonfahrt mit Flaggl Ballooning in die Oststeiermark! Das lange Warten hat sich ausgezahlt, denn in Stubenberg am See war gerade Ballonwoche und so befanden sich bei unserer Fahrt rund 30 Ballone in der Luft. Ein sehenswertes Erlebnis!

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leich fünf Vans mit Anhänger samt Ballon und Korb stehen an der Straße aufgereiht vor dem Apfelwirt der Familie Flaggl. Nachdem wir die Anmeldeformulare ausgefüllt haben, begeben wir uns zu den anderen Passagieren in den Kastaniengarten und warten auf die Zuteilung zu den Piloten. Ich muss zugeben, ein bisschen aufgeregt bin ich schon. Nervös überprüfe ich die Einstellungen meiner Kamera. Es soll ja auch wirklich alles hinhauen, wenn wir da oben sind.

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wiese vor dem Schloss Schielleiten. Und da ist auch schon mächtig was los. Ein imposanter Anblick, die vielen Ballone. Einige bauen noch auf, einige starten gerade, andere sind schon in der Luft … Auch wir helfen gemeinsam mit, den Ballon auf der Wiese „auszulegen“. Beim Aufblasen des 7.000 Kubikmeter großen Ballons wird mir die Dimension erst bewusst. Wirklich riesig das Ding.

Überwältigende Eindrücke

Teamarbeit gefragt Gegen 17:00 Uhr sind wir in unserem neunköpfigen Team Andreas Flaggl, unserem Piloten, zugeteilt. Mit dem Van geht’s runter zur Start-

Fotos: Heimo Ruschitz

Schloss Schielleiten: Startplatz der Ballone und in unserem Fall sogar auch Landeplatz.

Kaum ist der Ballon fertig aufgeblasen, heißt es auch schon: „Alles einsteigen.“ „Jetzt wäre noch Zeit, es mir zu überlegen und auszusteigen“, geht mir durch den Kopf. Doch da wird auch schon der Brenner gezündet und wir heben ab. Meter für Meter geht es nach oben. Überwältigt von Eindrücken bringe ich kein Wort heraus und schaue vor mich hin in die Landschaft. Rings um uns herum die anderen Ballons. Das sieht einfach toll aus. Schloss Schielleiten und die Startwiese werden immer kleiner. Jetzt sind wir KLIPP September 2010


Unser Pilot Andreas Flaggl bringt uns aus luftigen Höhen wieder sicher auf den Boden zurück.

bereits auf rund 2.500 Meter. Ruhig fahren wir mit etwa 20 km/h dahin. „Von do oben schaut die Welt a bisserl besser aus“, bemerkt eine Mitfahrerin treffend.

Wieder was dazugelernt … Die gängige Meinung vieler ist, dass es beim Ballonfahren da oben ganz kalt wäre. Auch wir haben dickere Jacken eingepackt. Doch zu unserer Überraschung ist das nicht so. Man hat ja keinen Fahrtwind in dem Sinn, weil man ja langsam mit dem Wind fährt. Und so ist es nur unmerklich etwas kälter als auf dem Boden.

Sicherheit an oberster Stelle Per Funk verständigt sich Andreas mit den Piloten der anderen Ballons, damit er weiß, wo diese sind, und so KLIPP September 2010

auch nicht zusammenstoßen kann. „Die Höhe ist regelbar und die Richtung gibt der Wind vor“, erklärt er uns. Im Jahre 1995 gründete die Familie Flaggl die Firma „Flaggl Ballooning“ für Passagierfahrten mit Heißluftballonen. Und wie sieht es mit der Sicherheit aus? „Die steht an oberster Stelle. Als konzessioniertes Unternehmen unterliegen wir mit unseren Ballonen strengsten Sicherheitskontrollen. Und auch die Piloten müssen höchste Anforderungen für die Sicherheit der Passagiere erfüllen.“ Langsam beginnt unser Ballon zu sinken. Meter für Meter rückt der Stubenbergsee wieder näher. Und zu unser aller Verwunderung nähern wir uns auch wieder Schloss Schielleiten. „Das ist ganz, ganz selten, dass man wieder am Startplatz landet“, erzählt uns Andreas. Normalerweise sei das nicht so. Man wisse vorher nicht, in welche Richtung einen der Wind führt. Die Geschwindigkeit eines Ballons hänge von der örtlichen Windgeschwindigkeit ab.

Bei der abschließenden Ballontaufe werden wir in den Adelsstand erhoben. Gute Stimmung nach geglückter Landung.

Beim Start sowie bei der Landung sollten Geschwindigkeiten von weit unter 20 km/h herrschen. Des Weiteren dürfe keine oder nur sehr geringe Thermik herrschen. Theoretisch können normale Sportballone auf eine Höhe von ca. 9.000 Metern steigen. Personenfahrten finden normalerweise zwischen 300 und 3000 Metern statt.

Gelungene Rundfahrt Knapp über dem Boden fahren wir dahin, sodass man fast die Äste der Bäume berühren könnte. Da vorne taucht ein kleiner Teich auf. „Na, hoffentlich landen wir nicht im Wasser“, scherze ich. Aber Andreas weiß, was er tut, und wir werden nicht nass. Knapp vor der Landewiese streift unser Korb schon die Spitzen vom Mais. Und wirklich, es klappt. Uns ist eine Rundfahrt gelungen und wir landen fast genau wieder an unserem Startplatz. Die Frauen dürfen noch im Korb bei Andreas bleiben

und werden samt Korb von den Männern seitlich von der Straße weg auf die Wiese gezogen. Nach rund eineinhalb Stunden heißt es dann leider auch für mich aussteigen.

In Adelsstand erhoben Nachdem wir wieder alle festen Boden unter den Füßen haben, ist jetzt wieder Teamarbeit gefragt. Es gilt den Ballon sorgfältig zusammenzupacken und ihn samt Korb wieder auf den Anhänger zu verladen. Dann geht’s zurück zum Apfelwirt, wo uns die traditionelle Ballontaufe erwartet. Andreas Flaggl nimmt diese vor und jeder Ballonfahrer wird in den Adelsstand erhoben. Seither heiße ich „Gräfin Isabella von den Abendwinden sanft umgarnte Luftesse zu Schloss Schielleiten“. Na, das ist mal ein Titel! Diesen sollte man auswendig lernen und immer wissen. Spätestens bei der nächsten Ballonfahrt. O

Infos: www.apfelwirt.at 43


FREIZEIT

Freier Fall aus 14 Metern Höhe Schwitzen am Hochseilparcours

Ich hab’s nicht bereut

„Einfach einen Schritt nach vor ins Leere steigen“, ermuntert mich der Guide. Das Seil wird dann kurz vorm Boden automatisch gebremst. „Der hat ja leicht reden“, denke ich mir. Aber, was sein muss, muss sein … Ein lauter Schrei, ein irres Gefühl … und schon lande ich sanft auf dem Waldboden. Von Isabella Hasewend

J

a, der Waldseilgarten Natrun hat’s echt in sich. Aber beginnen wir doch schön der Reihe nach. Von unserem Quartier in Maria Alm, dem 4-Sterne-Hotel Eder, geht’s mit der Gondel hinauf auf 1.100 Meter Höhe. Dort befindet sich das Basecamp, wo wir die Ausrüstung anlegen – sprich den Klettergurt sowie einen Helm. Nach der Erklärung des Ablaufs und der Sicherheitsregeln geht es auch schon los. Und zwar vorerst auf den so genannten Übungsparcours. Dieser ist notwendig, um die elementaren Handgriffe und Sicherheitsstandards für die dann folgenden Hochseilparcours zu lernen und zu üben. Der Parcours ist in einer Höhe von zwei bis vier Metern gelegen und umfasst sieben Stationen. An jedem Baum ist eine Art Plattform angebracht. Von dort geht’s dann stets an einem Stahlseil mit einer Seilrolle und zwei Verbindungsseilen mit dem Klettergurt gesichert über verschiedene Hindernisse jeweils zur nächsten Plattform. Unsere Guides kontrollieren, ob wir auch alles richtig machen – einhängen, sich immer sichern, niemals ungesichert irgendwo rumstehen usw. Und so bekommen wir schon eine etwaige Vorstellung, was uns auf den nächsten Parcours erwartet.

Ganz schön wackelig Als Nächstes folgt der Easy Parcours. Dort gibt’s 15 Stationen und sind wir auch schon in bis zu sieben Metern Höhe unterwegs. Hindernis über Hindernis hangeln wir uns von Plattform zu Plattform: Mal über wackelige Holzbretter, mal auf einem Seil balancierend, dann wieder an einem Seil schwingend, an einem Netz kletternd und, und. Man hat Mit Verbindungsseilen am Klettergurt gesichert gilt es, über verschiedene Hindernisse die nächste Plattform am Baum zu erreichen.

KLIPP September 2010


sich etwas einfallen lassen, dass uns Abenteurern nicht langweilig wird. Wobei man auch immer „schummeln“ kann. Dazu braucht man sich nur in den Klettergurt zu „setzen“ und zur nächsten Baum-Plattform am Seil entlangzurutschen. Manchmal gibt’s auch eine leichte und eine schwierige Variante. Zum Beispiel jene leichte (die zugegebenermaßen auch ich wählte) mit dem Zipfelbob. Es macht ja auch echt Spaß, auf dem Bob sitzend zur nächsten Station zu rutschen.

Auf den Spuren Robin Hoods

W

eiter geht’s nach der wohlverdienten Pause auf die Jufen-Alm. Dort „bewaffnet“ sich jeder von uns mit Pfeil und Bogen sowie einem Armschutz. Wir wandeln auf den Spuren von Robin Hood. Wie einst die Indianer spanne ich den Bogen mit dem Pfeil und visiere mein Übungsziel an. Zack … und der Pfeil saust nebens Ziel vorbei. Fritz, der Bogensportlehrer, versucht, uns die kleinen Geheimnisse des Bogensports nahezubringen. „Die weltbesten Bogenschützen kommen aus unserer Gegend“, erzählt er stolz. Okay, dazu werde ich wohl nie zählen, treffe ich doch kein einziges der auf der Übungswiese aufgestellten Tiere. Aber es macht ja nichts. Wir wagen uns gemeinsam auf den Bogenparcours. 28 aufgestellte 3-D-Tiere warten dort auf ihre „Jäger“. Mal ist es ein Fuchs, eine Gämse, ein Bär oder ein Adler … Und auch wenn meine Trefferquote nicht olympiaverdächtig ist, so bleibt das doch ein Erlebnis. Meisterlich hingegen sind die Kleinsten in unserer Gruppe. Beim Bier auf der Alm gibt’s dann das Resümee „Wenn i den Bogen anders gehalten hätte, dann …“ – „Aber wenn …“. Ja, ja, im Nachhinein ist man immer klüger. Infos: www.jufenalm.at O

Für jeden was dabei Anschließend teilt sich unsere Gruppe auf. Für die Mutigeren folgt der Panorama-Parcours, ein Teil geht schon zum Picknick und die ganz Kleinen probieren sich am Schlawutzel-Parcours. Dieser ist ein speziell für Kinder ab zwei Jahre konzipierter Kinderbaumweg mit 11 Stationen zwischen 50 und 100 cm hoch. Unter Aufsicht eines Trainers kann sich der Nachwuchs in kindergerechter Höhe austoben.

Tarzan lässt grüßen Natürlich reizt mich das Picknick auf der Wiese, aber ich wage mich trotzdem auf den Panorama-Parcours mit seinen 11 Stationen. Und ich habe es nicht bereut. „Wow, da is die Post abgangan“, um es mit den Worten meiner Nichte zu formulieren. Es sind keine schweren Übungen zu absolvieren, aber die Höhe – immerhin bis zu 14 Meter – und teilweise stark schwingende Plattformen erfordern doch ein stabiles Nervenkostüm. Ein absolutes Highlight des Panorama-Parcours ist aber die 110 Meter lange Panoramarutsche. Mit bis zu 50 km/h rast man wie einst Tarzan zwischen den Baumwipfeln hindurch. Genial! Am Ende folgt dann noch eine echte Mutprobe: der Free Fall aus 14 Metern Höhe. Am Seil gesichert stehe ich auf der Plattform, schaue in die Tiefe und dann mache ich den Schritt ins Leere. Es ist ein absolut irres Gefühl, ein Adrenalin-Kick der besonderen Art. Und damit habe ich mir das Picknick wirklich verdient. O

Infos: www.waldseilgarten-natrun.at KLIPP September 2010

Hotel Eder – erste Adresse in Maria Alm

V

erfehlen kann man es nicht, liegt es doch zentral mitten am Dorfplatz – das 4-Sterne-Hotel Eder in Maria Alm in Salzburg. „Das Steinerne Meer Hotel“ nennt es sich. Und vom Balkon meines Zimmers aus habe ich wirklich einen „Meer-Blick“. Der Ferienort mit seiner berühmten Wallfahrtskirche liegt idyllisch in 800 Meter Seehöhe vor der beeindruckenden Gebirgskulisse des Steinernen Meers. Nach dem Einchecken genehmige ich mir auf der Terrasse des Hotels einen Kaffee und einen frisch aus dem Ofen kommenden Schwarzbeerkuchen. Beim Plausch mit Eva, der Hotelchefin, erfahre ich mehr über den Aus- und Umbau des Hotels. „Die Anforderungen der Reisenden werden stets anspruchsvoller“, erklärt sie. „Wir vom Hotel Eder nützen den Schritt der Erweiterung und renovieren auch alle Stammzimmer. 62 Zim-

mer, darunter sieben Berg-SpaSuiten, auf dem derzeit höchsten Standard der Technik stehen für den Gast bereit. Weiters gibt’s einen Hofgarten mit Grillplätzen, Lounges, Terrassen, eine Eisstockbahn, einen Brunnen, Kräuter, Steine, einen Wellnessbereich mit Finnischer Sauna, Heusauna, Biosauna und römischem Dampfbad, Massage-Liegen, Ruhe- und Entspannungsbereiche, Eisdusche und Garten. „Nichts ist aus dem Katalog.“ O Infos: www.gasthof-eder.com Tel.: 06584/ 7738

45

FREIZEIT

Zu lange sollte man nicht überlegen, ob man den Sprung aus 14 Metern wagt – sonst überlegt man es sich wieder.


FREIZEIT

Istrien abseits des Touristenstroms

Bunte Schmetterlinge, aber auch Istrien ruft auch dieses Jahr und mein Toyota ist bereit: nach einer Rundum-„Erneuerungskur“ starten wir Ende August in Richtung Süden, ausgehend vom Heimatbezirk Deutschlandsberg über den Radlpass durch Slowenien. Dieses Mal führt mich der Weg aber nicht über die Küstenstraße bei Rijeka und Opatija, sondern ich erkunde mit meinem Toyota den nordöstlichen gebirgigen Teil Istriens. Teilweise rau, aber äußerst reizvoll präsentiert sich der Abschnitt kurz nach der Grenze zu Slowenien – ein ruhiges, idyllisches Fleckchen Erde abseits der Hauptverkehrsadern lockt zu dieser Jahreszeit mit sattem Grün, Schwalbenschwärmen, bunten Schmetterlingen, aber auch Bären. Von Michaela Vretscher

D

ie Heimat verlasse ich eingetaucht in Nebel. Nach fünf Stunden stehe ich am kleinen Grenzübergang Jelovice in Kroatien. Zwei Beamte mit strengem Blick erwarten mich dort bei strahlendem Sonnenschein. Schmetterlinge in Dunkelbraun und Hellgelb begrüßen mich, flattern bei einem Fenster herein, rüsseln am schwarzen Armaturenbrett und verlassen den Wagen beim anderen Ausgang. Kein weiteres Fahrzeug weit und breit zu sehen; eine schmale Straße führt über hügeliges Gelände ins Dörfchen Vodice und weiter nach Dane, wo ich mir einen Ausflug genehmige. Freundlich winken die betagten BewohnerInnen der Steinhäuser, fragen nach meiner Herkunft und würden sich gerne unterhalten. Ein Wörterbuch dient leider nur zur mageren Kommunikation.

Mulmiges Gefühl An verwachsenen Gärten vorbei führt mein Weg hinunter in den na-

46

Im Bezirk Buzet: Mittelalterliches Kastell des Petrapilosa, zum 1. Mal im 10. Jh. erwähnt, bewohnt bis zum 18. Jh.

hen Wald. „Grizzly“, ruft ein Arbeiter lachend vom Dach herunter. „Ja sicher!“, gebe ich ebenfalls lachend zurück und hebe meine Hand über meinen Kopf – „So groß?“ Als ich meinen Spaziergang fortsetzen will, bemerkt ein anderer Herr: „No joke!“ Es haust wirklich ein Bär hier, er wurde bereits mehrmals gesichtet und ist etwa 1 m 20 cm groß. Wenn ich in den Wald wolle, würde er mir seinen Hund borgen. Sicher, es wäre ein richtiges Abenteuer, ich aber lehne dankend ab, denn einerseits erzittern meine Knie schon vor so einem Jagdhund und andererseits kann ich auf keine persönlichen Erfahrungen mit Bären zurückgreifen. Wäre ich ohne Vorwarnung dieser Männer weitermarschiert und hätte ihn tatsächlich getroffen, wie bitte wäre meine Reaktion ausgefallen bzw. wie verhält man sich am besten? Still stehen, laut schreien oder schnellstens das Weite suchen …? Vielleicht hätte er sich sowieso bei KLIPP September 2010


Bären meinem Anblick verzogen, wie ich das bei den Riesenschlangen in den Dschungelgebieten Indiens erlebt habe. Auf jeden Fall drehe ich lieber noch eine Runde im Dorf, wo man sich auch mit frischem Quellwasser eindecken kann, und dann geht’s einige Kilometer weiter nach Brest, einer 50-Seelen-Gemeinde mit herrlicher Aussicht über die Hügelkette Zentralistriens. In der Cicarija, dem Gebirgszug im Nordosten Istriens gelegen, gibt es von hier aus einen Wanderweg hinauf zum 1.014 Meter hohen Berg Zbevnica. In etwa 30 Minuten erreiche ich den Gipfel, wo mir der Wind gehörig um die Ohren bläst, aber ein phänomenaler Panoramablick gewährt wird. Ein großer Feldhase tritt in Riesen-

sprüngen die Flucht vor mir an und ein Raubvogel dreht seine Kreise. Zurück im Dorf, wo ein beträchtlicher Schwarm von Schwalben den Kirchturm umkreist, viele Hühner und Hunde den Ortskern beleben, jedes Haus von buntem Blumenschmuck umgeben ist, erzählt eine nette Dame, Slowenin und der englischen Sprache mächtig, von der Tätigkeit ihres Mannes. Als Forstarbeiter schneidet er jedes Jahr tausend Festmeter Brennholz. Wahrlich, eine ordentliche Menge, ist die Umgebung doch auch von einem ursprünglichen Mischwald umgeben. Kiefern, Eichen und anderes Gehölz lagert – abseits unserer FichtenMonokultur – rundum. Angesprochen auf die Bären, berichtet auch sie von deren Anwesenheit sowie von Wölfen. Prima! Ich freue mich darüber, dass diesen und anderen Wildtieren hier noch der Lebensraum zur Verfügung steht.

Warten auf Grizzly Zu müde für die Weiterfahrt darf ich in der Nähe des Dorfes am Waldrand mein Quartier errichten: zur Nächtigung stelle ich mein Zelt auf, koche ein Süppchen am Gaskocher, genieße die klare Nacht und entschlummere schließlich bei zahlreichen Geräuschen rund ums Campinglager. Es knackt, raschelt und trippelt, keine Ahnung, welche Vierbeiner – ihr Nachtleben angetreten – zur Futtersuche aufbrechen. Zugegeben: ein bisschen mulmig ist mir aufgrund der Bärengeschichte schon, aber große Angst verspüre ich zu diesem Zeitpunkt keine, habe ich auch nichts Essbares mit ins Zelt genommen. Seinerzeit beim Aufenthalt im Yosemite-Nationalpark wurde eine Schweizerin nachts aufgrund eines gelagerten Wurstzipfels von einem Bären aufgesucht, ob-

Venezianische Loggia im hochgelegenen Ort Oprtalj mit Blick auf die Hügellandschaft.

KLIPP September 2010

FREIZEIT

Labin – Geburtsort von Matthias Flacius Illyricus, „Mitstreiter“ Martin Luthers, thront am Berg über dem bekannten Badeort Rabac; im Hintergrund die Insel Cres.

Handgemachte Schafspezialitäten beim Markttag im unteren Teil von Labin.

Eine der netten EinwohnerInnen vom Dörfchen Dane im Nordosten Istriens.

wohl die Schilder darauf hinwiesen, die Mitnahme von Lebensmitteln zu unterlassen. Jedenfalls stört mich kein ungebetener Gast. Frühmorgens erschallt die Knarre eines Jägers und ich packe hurtig meine Sachen zusammen, um die Reise weiter gen Süden über Buzet, Draguc mit Blick auf den Jezero

Hügelauf und -ab geht’s nach einigen Tagen retour über die hochgelegenen Dörfer, umgeben von Weinund Olivenplantagen, Feigenbäumen und fruchtbaren Gärten mit einer Vielzahl an Gemüsesorten, ich besuche das Kastel Petrapilosa und mache einen Abstecher über die Tartufi-Region im Mirna-Tal, wo mir Gerne nehme ich die Einladung zum Übernachten am Waldrand im Nordosten Istriens an. Allerlei Geräusche rundum begleiten mich in den Schlaf.

Butoniga, den See, und nach Labin anzutreten. Südöstlich dieser auf einem Hügel errichteten, altertümlichen Stadt springe ich von den Klippen in die warmen Fluten der oberen Adria.

ein Trüffeljäger seine Ausbeute zeigt. Kroatien verlasse ich wieder über die idyllische Gebirgsregion, koste noch einen Tag die Ruhe in diesem unverdorbenen Landstrich aus, fühle mich – wie schon lange nicht mehr – hier motorisiert unterwegs wie ein Eindringling und nehme mir vor, bei nächster Gelegenheit per Schusters Rappen aufzutauchen. O

Beim Antiquitätenmarkt in Labin: erlegter „kolega“ des Bären im Norden.

47


urlaubstipps

Seensucht und Kräuterküche Der Fuschlsee bleibt auch im Herbst nebel-

türkisblauen See bleibt der Ebners Wald-

frei und die prächtigen Wälder ringsum ha-

hof nicht unentdeckt. Direkt am Vier-Ster-

ben ihr goldenes Kleid angelegt – die beste

ne-Superior Resort beginnen Wanderwege

Gelegenheit für wohlige Kräuterbäder und

für große und kleine Entdecker durch das

heiße Saunagänge in Salzburgs erstem

märchenhafte Salzkammergut.

Alpine Wellness-Hotel. Bei einem Herbst-

Infos: 06226/ 82 64

spaziergang rund um den geheimnisvollen

www.ebners-waldhof.at

Wellness im Schlaf

Urlaub Gelobtes Land für Gourmets und Weintouristen Von der Fischsuppe Boreto graisano über die karnischen Cjarsons zum friulanischen Frico – die Küche made in Friaul Julisch Venetien bildet den Schmelztiegel dreier

Für Innovationen ist die Hoteliersfamilie

hochwertigen Schlafsystemen aus dem

großer kulinarischer Traditionen: der ös-

vergessen die Spezialitäten des Meeres,

Huber vom Traumhotel ...liebes Rot-Flüh

Hause Samina, die den Gästen ein völlig

terreichischen, der venezianischen und

an denen hier kein Mangel herrscht. Die

in Haldensee im schönen Tiroler Land stets

neues Schlaferlebnis garantieren. Im Beau-

der slowenischen. Die Vielfalt der Land-

berühmten Weine Friaul Julisch Venetiens

offen. Seit kurzem dürfen sich Gäste wieder

tybereich kommen seit kurzem wohltuende

schaften bringt Tausende von Köstlich-

vollenden das kulinarische Erlebnis.

auf neue Highlights in dem beliebten Fünf-

Cremen, Lotionen, Seifen und Shampoos

keiten hervor – die friulanischen Genüsse

Infos: Tel.: +39 0432/ 815111

Sterne-Haus freuen: Die eleganten Cin-

als pure Naturpflege mit unübertrefflicher

sind kräftig und unverfälscht. Nicht zu

derella Junior Suiten sind ab sofort nicht

Wirkung der Firma alpine zum Einsatz.

nur mit Whirlpool und allen Extras ausge-

Infos: Tel.: 05675/ 6431-0

stattet, sondern auch mit den qualitativ

In 6 Tagen vom Anfänger zum Skiprofi

www.rotflueh.com

www.turismofvg.it

Tabakgenuss mit Panoramablick

Das 4-Sterne-Alpen-Avantgarde-Hotel So-

zwischen 20 und 99 Jahren, alles absolute

In der Wellness-Residenz Schalber im Ti-

Verzicht üben zu müssen. Die neue, stilvoll

laria in Ischgl macht Ski-Anfänger zu Pro-

Skianfänger, dafür aber neugierig auf die

roler Serfaus steht das Wohl der Gäste

eingerichtete Raucherlounge der Well-

fis – und zwar innerhalb von nur 6 Tagen

Ischgl-Winter-Experience. Sie sind einge-

an erster Stelle. Die fürsorgliche und lie-

ness-Residenz Schalber ist das Refugium

und für 20 Bewerber komplett – bei der

laden auf die Übernachtungen inklusive

bevolle Art des Personals, Ambiente und

für alle Zigaretten-, Pfeifen- und Zigarren-

Solaria-Ski-Challenge vom 28.11. bis 3.12.

Halbpension, Skiausrüstung und Skikurs

Ausstattung, das Angebot von Küche und

liebhaber, die auch im Urlaub nicht auf den

Bei der einzigartigen Challenge steht zwar

und natürlich Après-Ski, Rahmenprogramm

Weinkeller sowie die einmalige Lage ma-

Tabakgenuss verzichten wollen …

der Spaß an erster Stelle, dennoch werden

und Wellness-Verwöhneinheiten vom Sola-

chen die Residenz zu einem der führenden

die Teilnehmer als Abfahrtsprofis das Ab-

ria Team. Die Anreise erfolgt individuell.

Wellness-Hotels in Österreich. Auch Rau-

Infos: Tel.: 05476/ 6770

schlussrennen bestreiten. Die Teilnahme-

Infos: Tel.: 05444/ 5205

cher können hier genießen – und das, ohne

bedingungen sind einfach. 20 Personen

www.schalber.com

www.solaria.at KLIPP September 2010


Das Vier-Sterne-Superior-Hotel Unter-

eine Lounge sowie ein Spiel- und Kinder-

schwarzachhof lässt aufhorchen. Erst

programm mit „Almhütten-Feeling“ sind

kürzlich wurde der Familienbetrieb als

nicht genug. Ende November 2010 eröffnet

einziges Hotel in Saalbach-Hinterglemm

„Der Schwarzacher“ – ein ausgeklügeltes

mit vier Sternen superior ausgezeichnet.

Erlebnisgastronomiekonzept für Skifahrer

Die ansehnliche Außengestaltung, ein

und Feinschmecker gleichermaßen.

1.500 m großes Alpen-Spa, chic design-

Infos: Tel.: 06541/ 6633

te Zimmer und Suiten, eine neue Bar und

2

hotel@unterschwarzach.at

145 Jahre Gastfreundschaft Das Vier-Sterne-Superior-Hotel Saratz liegt in Pontresina, vor den Toren von St. Moritz, im Engadin. Hier erfreuen sich die Gäste an unvergesslichen Naturerlebnissen – Sommer wie Winter – und an Gast-

Keine Angst vor gesunder Erholung

freundschaft, die mittlerweile eine Tradi-

derparadies Engadin/St. Moritz ist das

tion von 145 Jahren hat. Seit 1865 besteht

Saratz der ideale Platz für anspruchsvolle

das Hotel und intensiver denn je wird

Genießer, Wanderer, Golfer, Gourmets und

Müssen sich gesunde Ferientage anfühlen

Gesundheitsurlaub auf Gourmetniveau an.

hier in unserer schnelllebigen Zeit wahre

Familien.

wie ein Diätplan im Kururlaub? Soll Abneh-

Es beginnt mit der Traumlage in den Obst-

Gastfreundschaft und echtes Feriengefühl

Infos: Tel.: +41/(0)81/839 40 00

men mit freudlosen Menüs und spröden

gärten und reicht über Stoffwechselanaly-

vermittelt. Mitten im Urlaubs- und Wan-

Freizeitaktivitäten erkämpft werden? Nicht

sen bis hin zu Bikeausflügen und Almwan-

im Dolce Vita Hotel Paradies in Latsch im

derungen mit den Gastgebern.

Südtiroler Vinschgau. Das 5-Sterne-Hotel

Infos: Tel.: +39 0473/ 622225

bietet jetzt den 100-Prozent-Aktiv- und

www.saratz.ch

Goldener Herbst in der Wachau

www.hotelparadies.com

Genießerberg und Actionberg

Foto: Steve Haider – 100 % Wachau

Die Wälder leuchten in satten Rottönen,

Wachau-Betriebe halten für ihre Besucher

das Weinlaub schimmert goldgelb und

besondere Schätze bereit. Die sieben

Mayrhofen lässt gerne Fakten sprechen.

in ein schwebendes Café. Im Gegensatz

spätsommerliche Wärme verwöhnt die

Weißenkirchner Gastbetriebe, die unter

Die beiden Berge Ahorn und Penken bie-

dazu ist der Actionberg Penken die ideale

Sinne: Der Herbst zeigt sich in der Wachau

dem Namen „100 % Wachau“ mit Unter-

ten sowohl Entspannung als auch Action

Adresse für alle, die Spannung und Adre-

von seiner schönsten Seite! Angenehmes

stützung des Tourismusvereins auftreten,

pur. Naturliebhaber und Familien können

nalin lieben. Singletrails, ausgezeichnete

Klima und milde Temperaturen sind nicht

verwöhnen mit einem abwechslungsrei-

am Genießerberg Ahorn die Wohlfühloase

Klettergebiete,

nur die idealen Voraussetzungen für die

chen Aktiv-Genuss-Programm.

Ahornsee oder die Adlerbühne mit ihren

oder die Funballz. Nur Langeweile wird in

Paragleiter-Startplätze

Greifvögeln bewundern. Bei Schlechtwet-

Mayrhofen vergebens gesucht.

und Radtouren rund um Weißenkirchen

Infos: Tel.: 02715/ 2353

ter wartet ein besonderes Highlight: Die

Infos: 05285/ 676-124

im Herzen der Wachau. Die ARGE-100-%-

größte Gondel Österreichs verwandelt sich

Weinlese, sondern auch für Wanderungen

KLIPP September 2010

www.wachau-blog.at

www.mayrhofen.at

urlaubstipps

Foto: Unterschwarzachhof, Mario Rabensteiner

Foto: WallnerMedia

bstipps

Erlebnisgastronomie in Saalbach-Hinterglemm


Bücher Bestsellerliste Belletristik Theo Daniel Glattauer

Zsolnay

Madalyn Michael Köhlmeier

Hanser

Sommerlügen Bernhard Schlink

Diogenes

Hummeldumm Tommy Jaud

Scherz

Bevor ich schlafen kann Monika Helfer

Zsolnay

Sachbuch Vire minus drei Barbara Pachl-Eberhart

Integral

33 x Südtiroler Klassiker Heinrich Gasteiger, Gerhard Wieser, Helmut Bachmann

Athesia

Karl-Markus Gauß

Zsolnay

Wir waren keine Menschen mehr Edition Raetia

Wie geht’s, Herr Pfarrer? Paul M. Zulehner

Lesestoff Alle Bücher erhältlich unter:

www.webbuch.at

in Graz, Liezen, Deutschlandsberg, Hartberg, Kapfenberg, Leoben und Feldbach

50

Helfried Weyer, Renate Weyer Herder aszinierende Panoramabilder atmen die Weite und Freiheit des Jakobsweges. Nebelverhangene Morgenstimmung, strahlende Mittagssonne und das romantische Abendrot über der spanischen Hochebene begleiten durch den Alltag des Pilgerns und beleuchten große Kultur. Beladen mit einer professionellen Fotoausrüstung sind die Autoren über 800 Kilometer gewandert und haben dabei ihren Blick nicht nur durch die Fotolinse, sondern mehr auch nach innen gerichtet.

F

Das Ende der Globalisierung Johanna Joppe, Christian Ganowski Redline Verlag

D

ie derzeitige Globalisierung droht zu einer Blase zu werden, die jederzeit platzen kann – mit ­einer gravierenden Folge: dem Zusammenbruch der globalen Wirtschaftskreisläufe. Das Plädoyer der Autoren lautet deshalb: Nicht zurück zum Faustkeil, aber zurück zu einem vernünftigen Wirtschaften in Märkten, die überschaubar sind. Sie wagen den Blick in eine durch ökologische und ökonomische Zwänge wieder deglobalisierte Zukunft. Sie zeigen konkret und überzeugend, worauf sich Unternehmen einstellen sollten. Sich durchsetzen in Preisgesprächen und Preisverhandlungen Erich-Norbert Detroy mi-Wirtschaftsbuch

G

Im Wald der Metropolen

Luis Raffeiner

Jakobsweg

Styria

ute Preise erzielen – das ist doch der Traum jedes Verkäufers. Denn vom erzielten Preisniveau hängt schließlich auch der Gewinn ab. Management- und Verkaufstrainer Erich-Norbert Detroy zeigt Ihnen, wie Sie Vertrauen zu hohen Preisen gewinnen, mit Freude hohe Preise nennen, diese durchsetzen und mit geringsten Nachlässen sicher zum krönenden Auftragsabschluss kommen. Spätes Tagebuch Erika Pluhar Residenz Verlag

I

m Alter von 70 Jahren beschließt Paulina Neblo zur Chronistin ihrer Gegenwart zu werden, Alltäglichkeiten zu notieren und sich der vermeintlichen Zukunftslosigkeit des Alters zu stellen. Doch Paulinas Außenwelt akzeptiert diesen Rückzug nicht … Erika Pluhar schreibt auf ebenso sensible wie schonungslose Weise über das Alter, Sehnsüchte und Ängste – poetisch, lebensnah und intensiv.

Lokalaugenschein – Prominente und ihre Lieblingswirte Achim Schneyder Pichler Verlag

D

er Autor isst und trinkt gern. Im Idealfall gern gut. Und viele seiner Bekannten tun das ebenfalls. Das wusste die Verlegerin, und da einige dieser Bekannten durchaus zur Spezies der bekannten Persönlichkeiten zu zählen sind, hatte sie die Idee zu einem Lokalführer der etwas anderen Art. So entstanden jene 28 „Doppelporträts“ – Porträts von Gast und Wirt, angereichert mit G’schichten und G’schichterln, die sich nahezu ausnahmslos ums Essen und Trinken drehen. Honig – die Speise der Götter Verena Verita Edition Aurea

H

onig ist nicht nur ein beliebtes Nahrungsmittel, sondern besitzt auch heilende Kräfte, die seit Jahrtausenden die Phantasie der Menschen beflügeln. So entwickelte sich Honig zum Sinnbild für Glück und Reichtum. Er versprach Unsterblichkeit, Liebesfreuden und Schönheit und inspirierte Köchinnen und Köche zu köstlichen Gerichten. Heute werden die vielseitigen Kräfte des Honigs für geschmackvolle Rezepte, Heil- und Schönheitsmittel entdeckt. Kritik des Kapitalismus – Gespräche über die Krise Christian Stenner (Hg.) Promedia Verlag

D

er Grazer Journalist und Autor Christian Stenner beschäftigt sich seit 30 Jahren mit ökonomischen Verhältnissen und deren sozialen Auswirkungen. Dabei standen die dem Kapitalismus eigenen strukturellen Deformationen und zyklischen Krisen im Zentrum seiner Wahrnehmung. Es lag also nahe, dass er sich unmittelbar nach dem Platzen der Immobilienblase in den USA aufmachte, um ausgesuchte SpezialistInnen zu den Hintergründen der aktuellen Krise und zu möglichen Ansätzen zu befragen, wie diese überwunden werden könnte. Heurigen G’schicht’n Elisabeth Hewson Pichler Verlag

D

ie Welt des Wiener Heurigen ist etwas Unvergleichliches: eine Institution, die sich kein Tourist entgehen und über die kein Wiener etwas kommen lässt, die unzählige Geschichten zu bieten hat. Unterwegs zwischen Grinzing, Nußdorf und Stammersdorf hat sich die Autorin hinter den „mit Weinlaub umrankten Biedermeierfassaden“ umgehört, Ambiente und Flair, Schweinsbraten und Liptauer studiert. KLIPP September 2010


Filme

Susan Boyle – Ein Traum wird wahr Alice Montgomery Bastei Lübbe

D

ie Bilder gingen um die Welt: Eine kleine, rundliche Frau betritt die Bühne und stellt sich der Jury der CastingShow „Britain’s Got Talent“. Sie ist nicht jung, sie ist nicht sexy, sie ist chancenlos. Das Publikum und die Jury lachen sie aus. Doch eine Minute später bricht tosender Applaus aus. Susan Boyle hat ihre Zuhörer verzaubert – mit ihrer Stimme. Und in diesem Moment beginnt eine wahre Erfolgsstory … Kärnten – Österreichs Süden im Porträt Marion und Martin Assam Verlag Carinthia

I

hren persönlichen Blick auf das Land zwischen Tauern und Karawanken, zwischen Lesach- und Lavanttal präsentieren hier Autoren, die bereits viel in der Welt herumgekommen sind. Das Fotografen-Ehepaar Marion und Martin Assam zeichnet ein stimmiges Porträt „ihres“ Kärnten, ein sehr persönlicher Essay von Reinhold Dottolo, Chefredakteur der Kärntner „Kleinen Zeitung“, rundet diesen Bildband informativ und unterhaltsam ab. Der grüne Betrug Martin Gerth Redline Verlag

K

limaschutz hat mittlerweile in allen politischen Programmen einen festen Platz. Dabei tauchen immer wieder neue Studien auf. Martin Gerth wagt einen Blick hinter die Kulissen der Klimadebatte und kommt zu erschreckenden Ergebnissen. Die ideologischen Grabenkämpfe gehen weiter, obwohl sie dringend beendet werden müssten. Anstatt immer nur die jeweils eigenen Interessen in den Vordergrund zu stellen, wird es Zeit, sich endlich auf einen gemeinsamen Weg zu einigen. Dann das Ziel sollte inzwischen klar sein. Das Selbst – Die Maske – Der Bluff Manfred Prisching Molden

Ü

ber die Inszenierung der eigenen Person. Alle wollen und müssen individuell sein – sich suchen und entfalten. Aber eigentlich wollen sie wissen, welcher Typ sie sind. Sie wollen sich einordnen. Sie wollen konforme Individualisten sein. Das funktioniert nur mit viel Bluff: mit Selbsttäuschung und Heuchelei. KLIPP September 2010

Furcht und Zittern Komödie Darsteller: Elfi Eschke, Wolfgang Böck, Andreas Kiendl, Lilian Klebow Regie: Reinhard Schwabenitzky

P

hillip hat Agora­ phobie gepaart mit Panik­attacken und seine Wohnung Jahre nicht verlassen. Beim ersten Ausgang wird er Opfer einer Geiselnahme, die ein Irrtum ist. Hertha wollte eigentlich ihren Mann erschießen. Sie ist 20 Jahre älter als Phillip und ohne Furcht. Phillip gesundet an ihr. Was man Hertha nicht strafmildernd anrechnen wird. Sie weiß das, zieht ihre Konsequenzen und denkt dabei zum ersten Mal in ihrem Leben an sich selbst. Fotos: Thimfilm

Am Anfang war das licht Dokumentation Darsteller: Dieter Hochegger, Wolfgang Marktl, Ruediger Dahlke, Ingrid Kiefer Regie: P. A. Straubinger

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en Beginn einer faszinierenden Reise, die P. A. Straubinger zu Yogis und Quantenphysikern, zu Fastenärzten und Schulmedizinern, zu Psychiatern und Bewusstseinsforschern, zu Qigong-Meistern, Hausfrauen und Lebenskünstlern, also gleichermaßen zu Wissenschaftlern und zu Esoterikern quer über den ganzen Erdball führt, markiert eine Begegnung mit einem Heiligen der katholischen Kirche. Eine TV-Dokumentation über Niklaus von Flüe, von dem historische Quellen berichten, dass er leben konnte, ohne zu essen und ohne zu trinken, bringt den österreichischen Filmemacher auf eine einfache Frage, die ihn zehn Jahre lang beschäftigen sollte: Wie ist so etwas möglich? Fotos: Thimfilm

Resident Evil: Afterlive Science Fiction Darsteller: Wentworth Miller, Milla Jovovich, Ali Larter, Spencer Locke, Shawn Roberts Regie: Paul W.S. Anderson

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ie Apokalypse, ausgelöst von der Umbrella Corporation, hat fast die gesamte Menschheit mit ihrem Virus infiziert und in mörderische Untote verwandelt. Alice, die auf der Suche nach weiteren Überlebenden ist, macht sich bereit, den skrupellosen Konzern endgültig zu vernichten. Sie begibt sich nach Los Angeles in der Hoffnung, dort für die letzten verbliebenen Menschen eine Oase des Friedens vorzufinden. Doch es ist zu spät! Fotos: 2010 Constantin Film Verleih GmbH 51


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Steiermarkmagazin Klipp September 2010 by Klipp Zeitschriften - Issuu