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KLIPP November/Dezember 2014

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www.klippmagazin.at

Staatsanwälte …

… und Richter

„Götter in Schwarz“

Am Beispiel Hannes Kartnig und GAK

V I S U L V K & I X S Blick hinter E O L P EX die Kulissen der Justiz


Inhalt

SPOTS 04 Ein lebendes Lexikon

Eveline Neubauer hat sich dem Vulkanland verschrieben

06 Ein Teil meiner Biografie

Seite 9 „Götter in Schwarz“ Am Beispiel Hannes Kartnig und GAK Exklusiv & Explosiv: Ein Blick hinter die Kulissen der Justiz

Christine Zimmer, erfolgreiches Tattoomodel, begann mit 18

08 Franz Wuthe: Lieber am Hochsitz, als am Ehrensitz

POLITIK/CHRONIK 12 Das trifft aber auch den 7-jährigen Markus

Keine neuen Schulden macht das Land Das Duo Voves/Schützenhöfer ist stolz darauf

12 Stimmung hat sich gedreht Murtal: Abwanderung wurde trotz Mega-Events noch nicht gestoppt

Seite 30 In der Nacht coole Disco, Seite 18 Nie das Ziel aus den Augen verlieren

Michael Pachleitner Group als innovativer Brillenhersteller ein Aushängeschild

Mehr Mitarbeiter aus EU-Ländern

HEIMISCHE VEREDLER 17 Rein in die Zukunft Familie Brolli wäscht seit drei Generationen

18 Ziel nie aus Augen verlieren Michael Pachleitner: Kein Mann von Kompromissen

Seite 6 Ein Teil meiner Biografie

HINTERGRUND 22 Boten der Hoffnung

Tattoomodel Christine Zimmer Fotos: Heimo Ruschitz (4), BUNNY SKULL: Fotograf: Lukas Sauseng . Model: Christine Zimmer (1), Alexander Haiden (1)

14 Erfolg im steirischen Tourismus

am Tag ein Bauernmarkt

Budapest überrascht oft angenehm – auch mit seinen Preisen

... das Ehepaar Vollmeyer

WOHNEN 23 Ein magischer Ort ... ... für Familie Schöffel-Zahlbruckner

Seite 17

AUTO&MOTOR

Rein in die Zukunft Die Familie Brolli wäscht seit drei Generationen

Seite 26 Selbst Hartgesottene

24 Einen kleinen Mokka bitte

Gerhard Schönbachers Crocodile Trophy in Australien

25 Ohne Rückenschmerzen ins neue Jahr / Grauer Star

scheitern

Seite 23 Ein magischer Ort

KLIPP testete den Opel Mokka 1,7

GESUNDHEIT

FREIZEIT

20 Rasant nach oben

Eurotransline-Chef Viktor Wratschko: 2004 als Solist begonnen

28 Warum nach Hause kommen so schön ist

Von Norddeutschland in Burgenland

STANDARDS 21 Einer der Besten der Welt

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Der Schokoladen-Verführer Josef Zotter, 53, aus Riegersburg

16 Lilly 32 Urlaubstipps 34 Bücher/Film KLIPP November/Dezember 2014


Weihnachtsferien Die Fahrt dorthin wird billiger, weil die Treibstoffpreise sinken. Das ist eine der wenigen positiven Nachrichten in diesen Wochen. Obwohl es schwerste kriegerische Konflikte gibt, die sonst immer als Erklärung für steigende Preise herhalten mussten. Doch diesmal scheint es darum zu gehen, dass die USA und ihre Verbündeten dem erdölreichen Russland mit Wladimir Putin die Grenzen des politischen Handelns aufzeigen wollen. Uns Konsumenten soll’s recht sein. Die vielen Krisenherde – auch die Probleme in Österreich – lassen es aber nur schwer zu, das neue Jahr ganz unbeschwert zu erwarten. Auch wenn wir zum Glück noch immer auf einer Insel der Seligen leben. Im Sinne unserer nebenstehenden Botschaft wünschen wir Ihnen ruhige Tage und

Gesundheit für 2015

Sie ist und bleibt das Wichtigste im Leben.

IM PRESSU M

Hoffnung

Medieninhaber und Herausgeber: Klipp Zeitschriften GmbH & Co KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Isabella Hasewend, Ali Rosker, Reinhard Schuch, Michaela Vretscher, Karin Klug, Angelika Kohnhauser-Techt, Marguerita Fuller, Elisabeth Hewson. Produktionsleitung: Isabella Hasewend Produktion: Christian Wallner, Michael Wurz Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg

... ist nicht die Überzeugung, dass etwas gut ausgeht, sondern die Gewissheit, dass es Sinn hat, egal wie es ausgeht. Václav Hável

Ihr KLIPP-Team

Coverfotos: Heimo Ruschitz Druck: Dorrong, Graz Abonnentenpreise: Jahresabo: 20 Euro Zweijahresabo: 35 Euro Vertrieb: Hurtig & Flink Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at Nächster Erscheinungstermin: Februar 2015

Wir wünschen besinnliche Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!

Die Kanzlei Friedhofgasse 20, 8020 Graz Tel.: 0316/ 7085, Fax: DW 25 law-office@rath-partner.at www.rath-partner.at KLIPP November/Dezember 2014

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Foto: Heimo Ruschitz

SPOTS

Anne Marie und Hans Schullin: Freude über gelungene Eröffnung der ersten Rolex-Boutique.

Wenn Schullin ruft, will jeder dabei sein Nach der Opernredoute, dem Offiziersball ist eine Einladung zu einem Schullin-Event für die Grazer Prominenz fast so etwas wie ein Must-have. Kürzlich konnten 440 Gäste anlässlich der Feier „60 Jahre Rolex bei Schullin“ die neu errichteten Räumlichkeiten erleben. Glatte Stucco-Wände kontrastieren mit rauem Mauerwerk, das eindrucksvolle Spuren der Zeit zeigt. Seit 1954 betreut Schullin die Marke Rolex als einziger Konzessionär für Steiermark und Kärnten und hat sich zur Eröffnung der Boutique einiges einfallen lassen: Eine 250.000 Jah-

Franz Möstl

Bravo! Super-Gold Vor Monaten mit dem steirischen Gütesiegel

re alte fossile Riesenmuschel steht in der Mitte der neuen Flagship-Boutique und ist Sinnbild für die „austernhafte“ absolute Wasserdichtigkeit einer Rolex. Die berühmte „Saliera“, das Meisterstück des RenaissanceGoldschmieds Benvenuto Cellini, ist ebenfalls in der Boutique als massive Silberkopie des im Kunsthistorischen Museum ausgestellten und temporär geraubten Kunstwerks zu sehen. Benvenuto Cellinis „Saliera“ ist Sinnbild für die Cellini-Kollektion der Marke Rolex, die sich durch besondere Eleganz auszeichnet.

„Erlebniswelt

Wirt-

schaft“ ausgezeichnet, in der KLIPP-Serie „Vom Schöpfer zum Wertschöpfer“ als heimischer Veredler präsentiert, setzte Franz Möstl mit seinem Almenland Stollenkäse aus Arzberg (bei Passail) jetzt noch einen drauf: Super-Gold für den „Arzberger Bellino“ bei den „World Cheese Awards“ in London, wo 2.600 Käse aus 33 Nationen von 250 Käse-Experten

Ein lebendes Lexikon Eveline Neubauer hat sich dem Vulkanland verschrieben

… die Mundpropaganda allein wäre zu wenig zum Leben.

Wer schon so viel von der Welt gesehen hat und das noch dazu mit den Augen einer neugierigen Touristikerin, dem hilft das beim Aufbau seines eigenen Unternehmens, denn er sagt sich: „Das würde ich anders machen.“ Und das hat Eveline Neubauer dann auch konsequent getan. Ihr Reisebüro „GenussburgReisen“ ist mit einem kleinen Laden der „Genussburg“ verbunden, in dem sich regionale Köstlichkeiten wiederfinden. Alles, was im Vulkanland wächst, gedeiht und produziert wird, ist hier zu erwerben. „Hier gibt’s Süßes und Saures, Wein und Säfte, Öl und Schnäpse, Düfte und unterschiedlichste Gaumenfreuden zum Mitnehmen“, beschreibt Eveline Neubauer. Wir sitzen gleich nebenan im Gastgarten vom „Breitenfelder Hof“. Diesen führt sie seit rund eineinhalb Jahren gemeinsam mit Gernot Maier. „Hier in der Gastronomie spielen wir sozusagen am Teller das, was wir in der Genussburg erzählen.“ Die Speisekarte ist daher auf regionale Produkte abgestimmt, die sie alle kennt. Nicht anders handelt Eveline Neubauer auch, wenn es um ihre Gäste geht. Diesen empfiehlt sie nur Plätze, Sehenswürdigkeiten, Restaurants oder Produkte, die sie kennt. Vorher fragt sie natürlich klar nach den Wünschen. Der ehrgeizige Anspruch von Eveline Neubauer, die Tourismus-

Management studiert hat, daneben auch die Prüfung für den Wein-Sommelier als Urkunde vorzeigen kann: „Ich möchte, dass die Gäste Geschichten zu erzählen haben und nicht nur knapp sagen: ,Ja, schön war’s, das Essen war gut und das Wetter war schön.‘“ Für ihre Gäste ist sie praktisch rund um die Uhr erreichbar. Von der naturverliebten Pensionistengruppe aus Deutschland bis hin zu den diskofanatischen Jugendgruppen betreut sie alle. Die praktische Erfahrung dazu holte sich Eveline Neubauer beim Essig-Erzeuger Gölles. Dort lernte sie, wie man Produkte aufbereitet, Marken daraus macht. Er war der Erste, der aus dem biederen Essig ein gefragtes Edelprodukt machte.

„Ich bin natürlich glücklich, dass wir dort so abgeräumt haben, weil wir noch mit dem Capellaro, dem Teichalmer und dem Argentum weitere Gold-, Silber- und BronzeMedaillen holten.“

Kreativ gedacht Werner Gröbl weiß, wie man Kundenbindung pflegt. Das Domizil der „Gröbl Privatstiftung“ auf Teneriffa fungierte für eine Woche als Künstlerquartier. Der Hausherr hatte elf Künstler aus sieben Ländern zum 5. Internationalen Symposium geladen. Künstlerisch umgesetzt wurde dabei das The-

Am 1. Mai 2009 hat Eveline Neubauer das Genusshotel Regensburg eröffnet und dann dreieinhalb Jahre „den Laden geschaukelt“. „Aber wenn ich nur in einem Haus arbeite, bin ich auf eine Kundenschicht fixiert. Jetzt kann ich der Studentengruppe genauso etwas anbieten wie einem Pensionistenehepaar oder einem Feuerwehrverein.“ Ein Großteil der Gäste kommt über Mundpropaganda zu ihr. „Aber auch bei den einzelnen Ausflugszielen in der Gegend oder Tourismusinformationen empfehlen die Leute mich, wenn sie hören, dass jemand in die Region kommen möchte: ,Meldet euch bei Frau Neubauer, sie organisiert euch alles!‘ Es ist alles ein Miteinander und das funktioniert gut.“ Am Herzen liegt Eveline Neubauer auch die entsprechende Nachbetreuung der Gäste. „Wenn er zu Hause ist, kriegt er eine Info von mir. Wie hat es Ihnen gefallen? Bewerten Sie das Haus auf diversen Internetplattformen. Denn wenn die Betriebe dort bewertet werden, kommen wieder neue Gäste. Egal, ob diese jetzt über mich buchen oder nicht. Und so will ich einfach, dass es allen gut geht, ein jeder glücklich ist …“

ma „E.A.R.T.H“. Die dort gemachten Arbeiten werden in Zukunft den fertigen Wohnpark in GrazGösting schmücken und wurden bei einer Vernissage präsentiert. Foto: geophoto

Fotos: Heimo Ruschitz

von Isabella Hasewend

aus 26 Ländern bewertet wurden.

Das Duo Werner Gröbl und Karin Gutschi (re.) freut sich über das gelungene Projekt.


Geschenke bei

Vörösmarty

Graz, Sackstraße 21

Wald- und Moosgrün, Dunkelgrau, Taupe, Rubinrot, Dunkelbraun, Orange, Purpur oder Cognac sind die Farben, die man für diesen Winter in Mailand und Paris präsentierte und bei Taschen und Schuhen trägt. Aber auch das klassische Schwarz liegt nach wie vor im Trend.

Der Herren-Standardschuh bleibt klassisch, wiewohl die Farbpalette breiter geworden ist. Neben Schwarz werden auch Kastanie, Bordeaux-Rot oder Grautöne getragen. „Alle Schuhe sind vom Erzeuger Handmacher und praktisch in jedem Leder, auch Velours, und in jeder Farbe erhältlich“, so Manfred Prassl. „Was sich der Kunde wünscht, erhält er.“

„Prinzipiell konzentrieren wir uns auf hochwertige Produkte namhafter internationaler Designer, bei den Schuhen auch auf heimische, die aber leistbar sind“, freut sich die Familie Prassl (Boutique Vörösmarty, Grazer Sackstraße) über die vielen positiven Reaktionen von Seiten der Kunden.


Christine Zimmer, heute erfolgreiches Tattoomodel, begann mit 18

… ein Teil meiner Biografie „Das kann mir nicht passieren“, kommt die Antwort von Christine „Tini“ Zimmer, Gründerin der Agentur Tattoomodels.at, auf meine Frage: „Was macht ein Tattoomodel, wenn ihm sein Tattoo nicht mehr gefällt?“ Ihre Hautbilder sind Teil der Selbstdarstellung und Form der Selbstverwirklichung; jedes Tattoo ist eine Art Meilenstein ihrer Biografie. „Wenn es aber jemandem passiert, kann man Tattoos covern, es kommt also ein anderes Motiv darüber, weglasern – oder man muss damit leben.“

Christine ist eine sehr umtriebige Geschäftsfrau. Mit ihren Erfahrungen und den Möglichkeiten beider Agenturen bietet sie für ihre Kunden interessante Gesamtkonzepte. „Ich kann alles aus einer Hand bieten, und da ich die Zielgruppe gut verstehe, ist es relativ einfach für

Copyrights: BUNNY SKULL · Fotograf: Lukas Sauseng · Model: Christine Zimmer

Ihr erstes Tattoo ließ sich Christine mit 18 Jahren tätowieren, einen Stern. „Ich habe es ausprobiert für mich, es hat mir getaugt und so bin ich langsam in die Szene hineingewachsen“, erzählt sie mir. Die 29-jährige Wahlgrazerin ist gelernte Grafikerin; mit 22 Jahren gründete sie ihre eigene Werbeagentur. Da Tattoos sie schon immer faszinierten, suchte sie für ihre Arbeiten tätowierte Models. Da sie keine fand, gründete sie ihre Tattoomodels.atAgentur.

ganz feinen Linien, diese feinen Schattierungen, das ist große Kunst“, kommt sie ins Schwärmen. Sie ist auch überzeugt, dass man gewisse Stellen nicht tätowieren lassen sollte, denn „da kann sich mit zunehmendem Alter schon einiges ändern“.

mich“, führt sie weiter aus. „Es macht Spaß: vormittags ein Termin mit einem Tätowierer in einem Hinterhof, nachmittags mit einem Marketingchef.“

90-60-90 als Maß haben müssen. „Wir arbeiten mit Typen, die nicht leicht zu verwechseln sind, die eine gewisse Individualität haben, wo man einfach länger hinsieht.“

„Unsere Kunden sind nicht immer Designer, sie suchen in erster Linie Typen, keine Maße“, klärt Christine auf, dass Tattoomodels nicht alle

„Große erfolgreiche Kampagnen, wie die von Kastner&Öhler und ‚INFECTED‘ oder auch mit Katharina Plattner, Andy Wolf Eyewear, haben sicherlich auch dazu beigetragen zu zeigen, dass auch Tätowierte coole Mode präsentieren können, ohne vom Produkt abzulenken. Die Gesellschaft gewöhnt sich mittlerweile mehr und mehr an die ,bunten‘ Modelle.“

Foto: Converse · Philipp Tomsich · Model: Christine Zimmer

SPOTS

von Hedi Grager

… für Converse Eyewear im Hingucker-Outfit

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Für Christine ist das Tätowieren eine Kunst. „Es ist auf der Haut viel schwieriger zu arbeiten als auf einer Leinwand“, erklärt sie und verrät weiter: „Ich stehe auf den japanischen Style, die Yakuza. Diese

Ein wenig nachdenklich erzählt Christine, für die shoppen gehen und lange Spaziergänge mit Partner Mike und ihren beiden argentinischen Doggen entspannend ist, dass sie anfangs – auch er ist mittlerweile Tattoomodel – auch sehr viel einstecken mussten, dass sie beschimpft, beleidigt und ausgelacht wurden. Sehr erfolgreich ist Christine auch als Testimonial für ihren „Bunny Skull Vodka“. „Der Vodka war wirklich ein Glücksgriff. Er ist ein Türöffner in die weite Welt, Tattoomodels sind jetzt bei Luxusprodukten angekommen“, freut sie sich. Der PremiumKorn-Vodka ist ein österreichisches Qualitätsprodukt, das aus reinem Weizen hergestellt und mit 23 Karat Gold-Flakes versetzt wird. Die TattooSzene boomt und die Akzeptanz in der Gesellschaft steigt: „Mittlerweile gibt’s von mir eine eigene Schmucklinie und ich beschäftige mich auch mit Massage- und Tattoo-Sesseln aus hochwertigem Leder.“ www.tattoomodels.at

KLIPP November/Dezember 2014 2015


Mit dem 44 Quadratmeter großen LoftCube am Dach des Daniel Graz ist Florian Weitzer etwas Besonderes ge-

Für den Geehrten war die Übergabe des Goldenen Ehrenzeichens durch das Landesduo Voves/Schützenhöfer der große Moment. Für die Enkelkinder sind die Titel von Oberbaurat i. R. Dipl.-Ing. Werner List nicht wichtig, sondern es war nur cool, dass der Opa eine Medaille und Urkunde bekommen hat, wie sie die drei Jungs sonst in der Schule beim Sporteln kriegen. Der Opa hingegen – der Schule bekanntlich schon entwachsen – erhielt sie für seine Verdienste in der Baukulturstiftung Werner List, die das Ziel hat, bedeutende Kulturgüter und schützenswerte historische Bauwerke zu erhalten. Und dazu

zählen zum Beispiel die Kirche und das Prälatenhaus in Maria Straßengel.

… freuten sich mit ihrem Opa.

lungen – ein Ort, so schön, dass er schon mal den Atem rauben kann. Denn die Kombination aus exklusivem Design und 360-Grad-Panorama

Odilien-Institut: „Hinschauen und mit dem Herzen sehen“

macht den Kubus in 24 Meter Höhe zu einem außergewöhnlichen Lebensraum. Schon der Weg hinauf lässt Spannendes erwarten: Von einer Foto: Kanižaj Marija

Treppe im letzten Stock des Hotels führt ein Holzsteg quer übers Dach zu einer großen Sonnenterrasse. „Das Daniel Graz ist übrigens nicht nur das weltweit erste Hotel mit einem LoftCube am Dach, es handelt sich auch um die allererste „fixe“ Dachinstallation des Cubes über-

Bei der Urkundenübergabe (v.l.): Odilien-Direktor Peter Haberer, Ulli Zebinger-Glettler, Casino-GrazDirektor Andreas Sauseng, Rudolf Zangl (Obmann Förderverein Odilien-Institut)

haupt“, unterstreicht Christian Fried-

Dass gut vorbereitete Öffentlichkeitsarbeit im gemeinnützigen Bereich den Betroffenen hilft, beweist das Odilien-Institut in Graz. Dieses widmet sich seit 1881 lebensbegleitend der Beratung, Ausbildung und Betreuung von Menschen mit Sehbehinderung oder Blindheit. Mit den Werbebotschaften „Ich bin zwar fehlsichtig, aber nicht blind“ (2013), „Ich setze ein Zeichen“ (2014), „Hinschauen und mit dem Herzen sehen“ (2015) und der neu gestalteten

Zeitschrift des Odilien-Instituts – von der Agentur Madison verantwortet – wuchs auch die Zahl der Unterstützer. Beim kürzlich veranstalteten Clubabend der Freunde des Odilien-Instituts dankten die Verantwortlichen dafür. Unter den Gästen auch einige neue Testimonials für 2015: Kathi Auferbauer, Künstlerin Sabine Schilcher-Asen, Comedian Marion Petric, Jung-Austropopperin Katharina Fasching (Fräulein Laut) sowie Thomas Spann (Kleine Zeitung).

rich, Gründer und Geschäftsführer der LoftCube GmbH.

Wenn Banker rocken Steiermärkische-Benefizkonzert für Sozialprojekte

„Wir sind eine stinknormale Bank“, äußerte Steiermärkische-Vorstandsdirektor Sava Dalbokov salopp gegenüber Studenten kürzlich bei einer Diskussion des Social Business Club Styria. Es ging dabei um die Thematik „Social Banking and Social Entrepreneurship“, hat sich die Steiermärkische doch seit ihrer Gründung im Jahr 1825 der gesellschaftlichen Verantwortung für die Menschen in der Region verschrieben. Sava Dalbokov präzisierte aber unmittelbar darauf: „Wir sind eine halb stinknormale Bank.“ Und das vorweihnacht-

liche Benefizkonzert im Grazer PPC machte das mehr als klar. Denn der Bankmanager selbst ist der Keyboarder der Band „The Spare'f'Rocks“. Sämtliche Musiker sind Mitarbeiter der Steiermärkischen. Ziel der Veranstaltung war auch heuer – es war das vierte Mal – mit einem unterhaltsamen Konzertabend Geld für hilfsbedürftige Projekte zu sammeln. Die gesamten Spendeneinnahmen kommen heuer der Aktion „Steirer helfen Steirern“ und den Flutopfern in Bosnien und Herzegowina zugute.

Alles Walzer! Einmal im Jahr verwandelt sich die Oper Graz zum prunkvollsten Ballsaal unserer Stadt. An diesem Abend teilen die Künstlerinnen und Künstler unseres Hauses ihre große Bühne mit den vielen ballbegeisterten Gästen. Am 31. Jänner 2015 ist es wieder so weit, gibt’s die feierliche Eröffnung der Grazer Opernredoute. Das gesamte Grazer Philharmonische Orchester wird unter der Leitung von Chefdirigent Dirk Kaftan die Eröffnung der 17. Opernredoute musikalisch begleiten und für einen intensiven Hörgenuss sorgen. „Wir freuen uns schon heute, viele Ballbegeisterte, zahlreiche Spitzenvertreter aus Wirtschaft, Medien, Politik, Gesellschaft und Kultur erneut oder auch zum ersten Mal bei uns am glanzvollsten Parkett des Jahres begrüßen zu können“, so die beiden Organisatoren Michael Tomec und Bernd Pürcher sowie Opernintendant Bernhard Rinner.

SL PE OB TE SN & L E U T E

Foto: Hotel Daniel Graz

Hochzeitsnacht in luftiger Höhe?

Der LoftCube am Dach des Hotel Daniel mit traumhaftem Ausblick.

Stolz auf den Opa, den Herrn Oberbaurat


Foto: Miriam Raneburg

SPOTS

Mehr als 200 Gäste feierten im Dom im Berg in Graz die Preisträger und Stipendiaten aus Literatur, Musik, Film und bildender Kunst (v.l.): Robert Mathy, Reinhard Lechner, Stefan Schmitzer, Katharina Klement, Magdalena Copony (in Vertretung von Katharina Copony), LR Christian Buchmann, Hannes Kerschbaumer, Reinhard Reitzer (in Vertretung von Angelika Reitzer), Maruša Sagadin, Daniel Hafner, Roswitha Weingrill und Gerd Kühr.

Die Geschichte mit dem Apfel

Lieber am Hochsitz als am Ehrensitz

Peischl-Gedenkpreis für Jungforscherin Im Rahmen des „Get together Wintertime“ an der Med Uni Graz wurde der mit 1500 Euro dotierte Dr.-Otmar-Peischl-Gedenkpreis an Jungforscherin Magdalena Gilg übergeben. Sie beschäftigte sich in ihrer wissenschaftlichen Arbeit mit den Nebenwirkungen der Therapie von Kindern mit einer bösartigen Knochenkrebserkrankung. Im Bild:

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Lions-Clubmeister Klaus Hasenhütl, Magdalena Gilg und LionsSekretär Heinz Schlosser.

Franz Wuthe (Mitte) mit den Innungsmeistern Josef Harb (li.) und Klaus Edelsbrunner.

E

hrungen und Auszeichnungen sind nicht wirklich das Seine, doch wenn es eine gibt, dann freut sich natürlich auch der Grazer Unternehmer Franz Wuthe. Für „40 Jahre Selbstständigkeit“ ehrte und zeichnete ihn die Wirtschaftskammer Steiermark aus und die anwesende Kollegenschaft aus der Kfz-Branche applaudierte dazu. Viele, die damals mit ihm den Start in die Selbstständigkeit gewagt haben, gibt es heute als Unternehmer nicht mehr. Zu schnelllebig ist die KfzBranche geworden. Doch Franz Wuthe ist schon von Anbeginn eigene Wege gegangen, hat sich erfolgreich seine Nischen gesucht. Weil Weihnachten und Silvester vor der Tür stehen. „Ich hatte keinen einzigen Tag in diesen 40 Jahren geschlossen“, vergleicht sich Franz Wuthe fast ein bisschen mit Polizei und Spitälern, die ebenfalls immer in Betrieb sind. „Unser ATSW-Service läuft auch 24 Stunden durch.“ Jene Autofahrer, die im Auftrag der Stadt Graz oder der Polizei von Wuthes Abschleppdienst huckepack genommen werden, sind natürlich nicht begeistert. Es freuen sich aber jene, die rund um die Uhr bei einer Panne

Tochter Isabella geht gern eigene Wege, wie der Vater.

Hilfe bekommen. „Meine Arbeit ist für mich wie ein Hobby und daher mache ich sie bis heute gerne.“ Gerne hätte er es gesehen, wenn Tochter Isabella stärker an seinem Betrieb interessiert wäre. Doch sie hat – eigenwillig, wie der Vater früher war – ihre eigene Laufbahn eingeschlagen. Nach dem Marketing-Studium in Wien und Jobs bei der Bank Austria und den ÖBB zog es sie wieder nach Graz. Seit gut einem halben Jahr ist sie nun bei ECO World Styria für Marketing und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

Gold Zander siedelte Noch zu Jahresbeginn begrüßte Erika Zander ihre Kunden im Geschäft „Gold Zander“ am Hauptplatz unter den Arkaden. Nun tut sie das gemeinsam mit ihrer Tochter in der Sackstraße 26 im schmuck gestalteten Innenhof des eigenen Hauses. KLIPP November/Dezember 2014

WERBUNG

vom Vater die Chefstelle bei der Alpenländischen Schilderfabrik in Feldkirchen bei Graz. 2008 entsandte ihn dann die Unternehmerseite in die Steiermärkische Gebietskrankenkasse, deren Aufsichtsgremium von den Sozialpartnern rot und schwarz geführt wird. Er wurde dort zum ersten Stellvertreter der Obfrau Verena Nussbaum. Seine gute Arbeit dort brachte ihn als Kandidaten für den Obmann der Allgemeinen Unfallversicherungsanstalt in Wien (AUVA) ins Spiel und er wurde auch letztendlich von den Sozialpartnern dazu gewählt. Der heute 48-jährige Thomas Gebell löste Renate Römer ab, die aufgrund von Vorfällen von ihrer Partei gedrängt worden war, sich zurückzuziehen. F.oto: STGKK Sborsil

Das Politisieren gehörte im Hause der Familie Gebell in Graz zum Alltag und Thomas Gebell hat das in seiner Jugend klarerweise miterlebt. Peter Heinz Gebell, sein Vater, war als Unternehmer und VP-Wirtschaftsbund-Vertreter in vielen Funktionen tätig. Unter anderem als WIFI-Kurator, Stadtgruppenobmann des Wirtschaftsbundes und Präsident der Grazer Messe hielt er mit seinen Standpunkten zu aktuellen Themen und Problemen nicht hinter dem Berg. Die Folge waren oft heiße Diskussionen und Konflikte mit den Granden seiner Partei. Sohn Thomas lernte als Funktionär der Jungen Wirtschaft die Rituale der Politik, einer Interessenvertretung und übernahm als geschäftsführender Gesellschafter

Fotos: Heimo Ruschitz

Der Grazer Thomas Gebell folgt einem Ruf nach Wien


COVERSTORY

Foto: Miriam Raneburg

„Götter in Schwarz “ Blick hinter die Kulissen der Justiz

Schwerer Konflikt Erhellende Einblicke über das Rechtsverständnis und Verhalten von Richtern am Straflandesgericht – vorbildhaft und fragwürdig, alarmierend – liefern schriftliche Dokumente, die KLIPP vorliegen. Es geht um einen offenen Brief von Richter Martin Wolf, der kürzlich Hannes Kartnig zu 4,7 Jahren unbedingter Strafe verurteilte, an den seinerzeitigen Präsidenten des Straflandesgerichtes Friedrich Kicker. Diesen Beschwerdebrief verschickte er auch an alle Richterkollegen im Straflandesgericht und auch an wichtige Staatsanwälte. Auslöser dafür war ein Mordprozess mit schwieriger Beweisführung, der mit einem Freispruch durch das Geschworenengericht

endete. Sturm-Richter Martin Wolf war dort einer der Beisitzer des Vorsitzenden im Prozess. Der Vorsitzende reagierte auf den offenen Brief mit einem Aktenvermerk. In diesem widerlegt er die Unterstellungen und Behauptungen seines Kollegen. Er hatte Wolf im Verfahren sogar ausdrücklich ermahnen müssen, weil seine Fragen gelegentlich vorurteilend suggestiv waren, was einer vorgreifenden Beweiswürdigung entsprach, die aber die Strafprozessordnung untersagt. Auch hielt der Vorsitzende fest, dass Wolfs Beschwerde über das Verhalten der Verteidiger offensichtlich aus Unkenntnis der Gesetzeslage erfolgte. KLIPP hat diese Dokumente auch Rechtsan-

Sehr geehrter Herr Präsident, lieber Fritz! Die gestrige Geschworenenverhandlung, bei der ich als Beisitzer fungiert habe, hat in mir großes Unbehagen hervorgerufen. Zum einen sah ich mich einem echten Sicherheitsrisiko ausgesetzt, weil durch unser „offenes Haus“ mittlerweile sich Zuhörer im Trakt zwischen Verhandlungssaal und Beratungszimmern aufhielten und sich eine Person selbst nach meiner Aufforderung nur widerwillig dort entfernte. Ich weiß nicht, was uns anschließend dort passiert wäre, wenn dieser Prozess nicht mit einem Freispruch geendet hätte. Ich für meine Person bin nur mehr bereit im Geschworenensaal Verhandlungen abzuhalten, wenn eine entsprechende Sicherheit durch entsprechende Abriegelung und bei Bedarf auch Bewachung des angesprochenen Traktes gegeben ist. Zum Zweiten musste ich feststellen, dass mittlerweile auch der sog. Balkon für alle Zuhörer geöffnet ist, was dazu führte, dass zwei Zeugen Jehovas durch zahlreiches „Türekleschen“ nach ihren jeweiligen Balkonbesuchen auch gestört haben. Ich bezweifele den Sinn dieser neuen Großzügigkeit und Offenheit gegenüber Zuhörern und sonstigen Parteien. Früher durften hier oben ausschließlich der JUSTIZ ZUGEHÖRIGE PERSONEN, also Richter, Staatsanwälte, Beamte und Auszubildende sitzen. Auch finde ich es völlig überzogen, dort Verteidigern Gelegenheit zu verschaffen, sich für ein paar Minuten, sozusagen auf einen Sprung neue Tipps und Tricks von unseriösen Verteidigern, die mit Geschworenen ihre Spielchen treiben, abschauen zu können. Ist es nicht schlimm genug, dass unter dem Überbegriff JUSTIZ von den Medien auch immer öfters Verteidiger miteinbezogen werden, die bekanntlich häufig – erlaubtermaßen – andere Ziele als eine Ermittlung des objektiven Sachverhaltes haben? Ich weiß schon, dass meine Ansichten konservativ anmuten, ich bin aber der festen Überzeugung, dass bei einer weiteren derartigen Entwicklung in Bälde vor allem Geschworenenverfahren kaum mehr auf seriöse und objektive Weise durchführbar sein werden, und bin mir auch sicher, dass das ein Großteil der Kollegen in der Richterschaft und von der Staatsanwaltschaft gleich sieht. Mit lieben Grüßen Martin Wolf

KLIPP November/Dezember 2014

wälten übermittelt und um Stellungnahme gebeten. Einhelliger Tenor: Es sei mehr als bedenklich, wenn ein Richter in Österreich die in der Verfassung verankerten Rechte von Verteidigern derart in Frage stellt, sind doch die Rechtsanwälte bereits seit Kaiserin Maria Theresia (18. Jahrhun-

dert) ausdrücklich auch ein Teil der Strafrechtspflege. Warum KLIPP das Verhalten von Richter Martin Wolf und sein Rechtsverständnis – durch seinen offenen Brief dokumentiert – aufgreift, ist nicht nur auf den Sturm-Prozess zurückzuführen, durch den Wolf einer breiteren Öffentlichkeit bekannt wurde. Lesen Sie weiter auf den Seiten 10 und 11.

Auszüge aus dem Aktenvermerk A7: 9HV39/10x Als Vorsitzender des Schwurgerichtsprozesses gegen Mag. … nehme ich zu den im beiliegenden (als E-Mail an sämtliche Richter des Landesgerichtes für Strafsachen Graz versendeten) offenen Brief des beisitzenden Richters Mag. Martin Wolf aufgestellten Behauptungen und Unterstellungen betreffend die Hauptverhandlung … wie folgt Stellung: Aufgrund des hohen öffentlichen Interesses wurde die öffentliche Hauptverhandlung … von zahlreichen Prozessbeobachtern, darunter Pressemitarbeiter, Staatsanwälte, Rechtspraktikanten, Studenten, aber auch von etwa 10 bis 15 Personen aus dem Freundeskreis des Angeklagten (darunter auch Zeugen Jehovas) besucht. Sämtliche Prozessbeobachter verhielten sich in der Hauptverhandlung im Wesentlichen unauffällig. Die von Kollegen Mag. Wolf aufgestellte Behauptung, er habe sich durch Angehörige der Zeugen Jehovas bedroht oder gefährdet gefühlt, entbehrt jeglicher Grundlage. Im Übrigen befanden sich während des gesamten Prozessverlaufes auch stets mehrere Kriminalbeamte des Landespolizeikommandos für Steiermark im Saal. … Dieser Prozessbeobachter wurde von Ri. D. i. G. Mag. Martin Wolf in meinem Beisein aufgefordert zu verschwinden, welcher Aufforderung der Prozessbeobachter ohne zu zögern nachkam, sich allerdings damit entschuldigte, nicht gewusst zu haben, dass für den Gang neben dem Kaffeeautomaten ein Betretungsverbot bestünde, da dort keine Verbotstafel angebracht wäre. Als befremdlich empfinde ich die von Kollegen Mag. Wolf in seinem offenen Brief – vermutlich in Unkenntnis der Gesetzeslage des § 228 Abs. 1 StPO. – erhobene Forderung, in Hinkunft anderen Verteidigern den Zutritt bei öffentlichen Schwurgerichtsverhandlungen zu verwehren, da sie sich diesfalls laut Originalzitat von Mag. Wolf „für ein paar Minuten, sozusagen auf einen Sprung neue Tipps und Tricks von unseriösen Verteidigern, die mit Geschworenen ihre Spielchen treiben, abschauen können“. Insoferne Kollege Mag. Wolf eine seriöse und objektive Führung von Geschworenenverfahren in Hinkunft mit Blick auf das gegenständliche Verfahren gefährdet sieht, kann ich nur anmerken, dass ich in der Hauptverhandlung den Eindruck gewonnen habe, dass gerade Kollege Mag. Wolf im gegenständlichen Verfahren einen ruhigen, gepflegten Verhandlungsstil vermissen ließ. Auch gewann ich den subjektiven Eindruck, dass die vom beisitzenden Richter Mag. Martin Wolf in der Hauptverhandlung an den Angeklagten Fragen gelegentlich vorurteilend suggestiv waren, weshalb der beisitzende Richter von mir in der Hauptverhandlung … ausdrücklich ermahnt werden musste, mit Hinblick auf § 323 Abs. 2 StPO in seinen Fragestellungen keine vorgreifende Beweiswürdigung vorzunehmen (vgl. ON 267, AS 51 unten). Graz, 16. Februar 2011

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CL OE VB E RN S &T OLREYU T E

„Götter in Schwarz“ Martin Wolf hat KLIPP bei der Staatsanwaltschaft Wiener Neustadt wegen seiner Berichterstattung wegen Verleumdung angezeigt. Er war nämlich der Vorsitzende des Schöffensenats im Betrugsprozess „Altesse“ im Jahr 2011. KLIPP hat damals über diesen Prozess gegen die ehemalige GAK-Geschäftsträgerin und -Buchhaltungschefin berichtet. Sie erhielt wegen schweren Betruges bei ihrem späteren Arbeitgeber in der Höhe von 250.000 Euro zur Gänze eine bedingte Strafe – völlig ungewöhnlich. Monate später, nach dem Prozess, tauchten von der Justiz genehmigte abgehörte Telefonate aus dem GAK-Verfahren mit Gesprächsprotokollen auf. In diesen sprach die angeklagt gewesene Buchhaltungschefin gegenüber mehreren Bekannten davon, dass es einen Deal zwischen dem Staatsanwalt und dem Richter gäbe und sie in ihrem Prozess eine bedingte Strafe bekommen würde. Der zuständige Staatsanwalt für den Betrugsprozess war Johannes Winklhofer. Dieser ist bekanntlich auch für den Fall GAK zuständig und hatte in dieser Eigenschaft die ehemalige GAK-Geschäftsträgerin und -Finanzchefin bereits als Beschuldigte auf seiner Liste. Im Fall einer Verurteilung in Sachen GAK würde ihr eine mehrjährige Haftstrafe drohen. Bis zu ihrem Betrugsprozess hatte die langjährige GAKMitarbeiterin keinen der früheren Präsidenten oder andere Funktionäre belastet. Erst in dieser Phase änderte sie ihr Aussageverhalten und machte für den Gerichtsfall GAK und die Erhebungen wegen Steuerbetrugs, Schwarzgeldzahlungen usw. allein die Expräsidenten Svetits, Roth, Sükar, Sticher und andere Funktionäre verantwortlich. KLIPP sah sich aufgrund dieser neuen Fakten (abgehörte Telefonprotokolle) veranlasst, eine Sachverhaltsdarstellung an die Korruptionsstaatsanwaltschaft Wien und das Justizministerium zu übermitteln. Diese löste dann Ermittlungen gegen Martin Wolf und Staatsanwalt Johannes Winklhofer aus. Die Ermittlungen wurden vor wenigen Wochen im Oktober eingestellt, von der Staatsanwaltschaft Wiener 10

Ex-GAK-Finanzchefin wusste nicht, dass ih wird. Sie bringt damit Staatsanwalt stark unter Druck

„Weil d

Justitia, die römische Göttin der Gerechtigkeit, tritt auch mit verbundenen Augen auf. Ein Zeichen des Urteilens „ohne Ansehen der Person“. Es gibt auch eine zynische Interpretation: Sie sieht nicht hin, wenn die irdische Justiz Recht spricht.

Das fordert der Gesetzgeber §3 STPO (Strafprozessordnung) (1) Kriminalpolizei, Staatsanwaltschaft und Gericht haben die Wahrheit zu erforschen und alle Tatsachen aufzuklären, die für die Beurteilung der Tat und des Beschuldigten von Bedeutung sind. (2) Alle Richter, Staatsanwälte und kriminalpolizeilichen Organe haben ihr Amt unparteilich und unvoreingenommen auszuüben und jeden Anschein der Befangenheit zu vermeiden. Sie haben die zur Belastung und die zur Verteidigung des Beschuldigten dienenden Umstände mit der gleichen Sorgfalt zu ermitteln. §7 STPO, Der Beschuldigte darf nicht gezwungen werden, sich selbst zu belasten. Es steht ihm jederzeit frei, auszusagen oder die Aussage zu verweigern. Er darf nicht durch Zwangsmittel, Drohungen, Versprechungen oder Vorspiegelungen zu Äußerungen genötigt oder bewogen werden. §47 STPO, Jedes Organ der Kriminalpolizei und der Staatsanwaltschaft hat sich der Ausübung seines Amtes zu enthalten und seine Vertretung zu veranlassen, ... wenn andere Gründe vorliegen, die geeignet sind, seine volle Unvoreingenommenheit und Unparteilichkeit in Zweifel zu ziehen. Über die Befangenheit hat der Leiter der Behörde, der das Organ angehört, im Fall der Befangenheit des Leiters dieser Behörde der Leiter der übergeordneten Behörde im Dienstaufsichtsweg zu entscheiden und das Erforderliche zu veranlassen.

Neustadt, die aus Wien damit beauftragt worden war. Die Beschuldigten haben nun dem Gericht neue Gesprächsprotokolle mit brisanten Aussagen und Gesprächspartnern der ehemaligen Buchhaltungschefin vorgelegt und die Fortsetzungen der Ermittlungen beantragt. Eine Entscheidung darüber gibt es bei Redaktionsschluss noch nicht.

Vor acht Jahren ging der steirische Traditionsklub GAK erstmals pleite und wurde zum Kriminalfall. Jetzt herrscht wieder Aufregung in der Justizaffäre GAK. Sinngemäß mit dem Tenor „Deal mit dem Staatsanwalt“ widmeten „Krone“, „News“ und „Kleine Zeitung“ neuerlich dem GAK-Kriminalfall viel Aufmerksamkeit und zitieren aus abgehörten Telefonaten. Im Folgenden eine Chronologie, worum es im GAK-Kriminalfall geht: Staatsanwalt Johannes Winklhofer ermittelt seit acht Jahren gegen die Ex-GAK-Präsidenten Peter Svetits, Rudi Roth, Harald Sükar und Stephan Sticher wegen Abgabenverkürzung, angeblicher Schwarzgeldzahlungen, Förderungsbetrug – fast die gleichen Vorwürfe wie gegen SturmFunktionäre. Noch gibt es – nach acht Jahren – keine Anklage. Die von Winklhofer Beschuldigten wehren sich mit allen Mitteln, die zur Verfügung stehen, weil sie die Anschuldigungen zu Kriminellen stempeln, wiewohl sich keiner der Funktionäre bereichert hat, sondern vor allem Rudi Roth und Stephan Sticher etliche Millionen Euro nachweislich aus ihrem Privatvermögen in den Verein gesteckt oder zur Verfügung gestellt haben. Ein knapp 600.000 Euro teures umfassendes Gutachten des Grazer Steuerberaters Fritz Kleiner liegt seit zwei Jahren vor. Kleiner wurde aber danach wegen Befangenheit abberufen, weil er vor Jahren in einer Kanzleipartnerschaft mit einem Berufskollegen, der auch zu den Beschuldigten zählt, gestanden ist. Nun wartet man auf die Expertise eines vom Gericht neu bestellten Gutachters. Die Hauptbelastungszeugin gegen die vier Präsidenten und andere ist – wie in solchen Fällen nicht überraschend – die ehemalige GAK-Geschäftsträgerin und -Buchhaltungschefin. Dies war nicht von Anfang an so. Obwohl seit 2006 nicht mehr beim GAK angestellt, verteidigte sie

ihre ehemaligen Chefs bei den Vernehmungen durch Staatsanwalt Winklhofer mit fundierten Aussagen, wusste sie doch über die Finanzdinge des GAK am besten Bescheid. Erst als sie wegen schweren Betrugs in der Höhe von 250.000 Euro bei ihrem späteren Arbeitgeber fristlos entlassen und angeklagt wurde – auch dort war sie als Buchhaltungschefin tätig gewesen –, änderte sie ihre Haltung und schlüpfte in eine völlig neue Rolle. Von da an belastete sie ihre ehemaligen Chefs. Der Ankläger im Betrugsprozess war – Zufall oder nicht – Johannes Winklhofer, der sie schon im GAKVerfahren als Beschuldigte mehrmals vernommen hatte. Bereits mehrere Monate vor der Schlussverhandlung und Urteilsverkündung im Betrugsprozess hatte Staatsanwalt Winklhofer die Telefonüberwachung der ehemaligen GAKPräsidenten und auch der Exgeschäftsträgerin und -Buchhaltungschefin angeordnet. Keiner der Betroffenen ging davon aus, dass Telefone abgehört wurden. Die Exbuchhaltungschefin nahm sich daher kein Blatt vor den Mund, redete, wie ihr der Schnabel gewachsen war. Wenn die Sprache in ihren Telefonaten auf den Betrugsprozess und ihre Anklage kam, meinte sie mehrmals, dass es einen Deal mit dem Staatsanwalt gäbe. Sie fühle sich auch unter Druck gesetzt, meinte sie. Wörtlich: „Wenn ich ihm helfe, dann hilft auch er mir.“ Gemeint war eine bedingte Strafe im Betrugsprozess, die nach ihren Angaben in Aussicht gestellt war. Tatsächlich erhielt sie dann nur eine bedingte Freiheitsstrafe von zwei Jahren. Bei schwerem gewerbsmäßigen Betrug in dieser Höhe und nur mit einer partiellen Schadenswiedergutmachung ein überraschender Ausgang. Staatsanwalt Winklhofer weist jeden Vorwurf einer unerlaubten Verknüpfung der beiden Fälle GAK und Betrugsprozess stets als absurd zurück, auch eine Kontaktaufnahme mit Richter Martin Wolf, trotz der von

KLIPP November/Dezember 2014


s ihr Telefon abgehört

l der Deal (…) gelaufen ist“ Expräsident Roth und anderen vorgelegten Telefonprotokolle. Nach den Angaben der Exbuchhaltungschefin in zahlreichen abgehörten Telefonaten gab es bereits vor der Urteilsverkündung eine klare (verbotene) Absprache zwischen Staatsanwalt und Richter betreffend ihr Urteil. In seinem Vorbringen verwies Staatsanwalt Winklhofer darauf, dass die Exbuchhalterin in den abgehörten Telefonaten auch davon sprach, dass man ihr 300.000 Euro versprochen hätte, würde sie den angeblichen Deal mit dem Staatsanwalt, den es nicht gab, auch vor Gericht wiederholen. Von wem konkret dieses Ansinnen gekommen sei, konnte die ehemalige Buchhaltungschefin trotz intensivster Nachfrage nicht sagen.

Verschriftet, wie das in der Fachsprache heißt, wurde von der Staatsanwaltschaft nur ein Teil der abgehörten Telefonate und dann zu den Akten genommen. Die restlichen Gespräche – so argumentierte man – seien für das Verfahren von keiner wesentlichen Bedeutung. Als die Beschuldigten dennoch darauf drängten, versuchte Staatsanwalt Winklhofer dies mit seitenlangen Eingaben zu verhindern. Dieses Ansinnen würde nur eine Verzögerungstaktik der Beschuldigten bedeuten. Nach Monaten entschied das Oberlandesgericht, dass die Beschuldigten das Recht hätten, dass alle Gespräche verschriftet werden und es Protokolle darüber geben müsse. Eine Niederlage für Winklho-

fer und sein Rechtsverständnis. Aus Sicht der Beschuldigten gab es sehr wohl weitere aufschlussreiche, brisante und lange Gespräche. Die ExGAK-Buchhaltungschefin führte am Vormittag vor ihrer Verhandlung im Betrugsprozess ein längeres Telefonat mit dem Psychiater, der das Gutachten über sie erstellte. Antworten auf seine Fragestellungen im Gespräch sollen dann auch im Gutachten aufscheinen. Nach der Urteilsverkündung sprach die Exbuchhaltungschefin neuerlich mit dem Psychiater und bedankte sich. Wieder wählte sie dabei unter anderem die Formulierung „Deal mit dem Staatsanwalt“. Die Protokolle dieser abgehörten Telefonate waren nun der Auslöser da-

Vergeltung

Ein aufschlussreiches Zeitdiagramm 28. Oktober 2011

14. November 2011

Durch die Telefonüberwachung er-

Es erfolgt in den frühen Morgenstun-

fahren die Polizei und die Staatsan-

den gleichzeitig die Verhaftung von

waltschaft von einem Treffen von Ex-

Peter Svetits und der Ex-GAK-Buchhaltungschefin

wegen

Verdunke-

lungsgefahr. Nach mehr als einer Wo-

Richter Martin Wolf und Staatsanwalt Johannes Winklhofer (re.)

che sind beide wieder in Freiheit. Das Oberlandesgericht Graz stellt im

Fotos: Heimo Ruschitz (3)

Nachhinein fest, dass die Verhaftung

Ex-GAKPräsident Peter Svetits

Bemerkung aufhorchen lassen (Zitat

der ehemaligen GAK-Mitarbeiterin

„Kleine Zeitung“): „Halten Sie nicht

völlig ungerechtfertigt war.

den Kopf hin für andere.“ Auf Antrag der Verteidigung gibt der Richter ein

Anmerkung: Mit der Verhaftung en-

psychiatrisches Gutachten in Auf-

dete auch die Telefonüberwachung.

trag. Es soll beweisen, dass die Ange-

Eine Verhaftung vor dem 3. Novem-

klagte zum Tatzeitraum von Juli GAK-Präsident Peter Svetits und der

2009 bis Mai 2010 in ihrer Kritik und

Ex-GAK-Geschäftsträgerin. Es soll da

Urteilsfähigkeit

zu einer Geldübergabe kommen. Die

schränkt war – aufgrund bestehen-

Polizei observiert dieses Treffen und

der Angststörungen.

erheblich

einge-

stellt auch Videos davon her. Die Polizei unternimmt nichts.

Das Gutachten des hochbetagten Psychiaters bestätigt genau das.

3. November 2011

Aufgrund dieses Gutachtens verur-

ber, dem Tag der Hauptverhandlung

Ex-GAK-Mitarbeiterin steht wegen

teilt der Schöffensenat die Ex-GAK-

im Betrugsprozess, hätte bewirkt,

250.000 Euro Betrug vor dem Ge-

Mitarbeiterin dann zu einer beding-

dass die Ex-GAK-Buchhaltungschefin

richt. Ihr droht wegen der Höhe und

ten Strafe. Die Staatsanwaltschaft

aus der U-Haft vorgeführt hätte wer-

des gewerbsmäßigen Betrugs auch

beeinsprucht dieses Urteil nicht. Ex-

den müssen. Man darf annehmen, der

eine unbedingte Haftstrafe. In der

pertenkollegen des Psychiaters hal-

Schöffensenat hätte dann nie und

ersten Verhandlung am 31. März 2011

ten den Befund methodisch und in

nimmer eine bedingte Strafe ausspre-

hatte Richter Martin Wolf mit der

dieser Form für nicht aussagekräftig.

chen können. Gutachten hin oder her.

KLIPP November/Dezember 2014

für, dass die Verteidiger von Roth und Kollegen neuerlich Anträge für eine Abberufung von Staatsanwalt Johannes Winklhofer eingebracht haben. Nur eine Hypothese, die klarerweise fiktive Elemente enthält und die bisherigen Abläufe insoweit auch eigenständig bewertet: Am 28.10.2011 wurden Peter Svetits und die Exbuchhaltungschefin von der Polizei bei einem Treffen beobachtet, wo es angeblich zu einer Geldübergabe kam. Ein Zugriff und eine Festnahme blieben aber aus. Erst am 14.11. ließ Johannes Winklhofer beide wegen Verdunkelungsgefahr festnehmen und in UHaft bringen. Damit war es mit den „Enthüllungen“ der gesprächigen Ex-GAK-Buchhalterin vorbei.

Das Urteil gegen Hannes Kartnig hat selbst bei jenen Kopfschütteln ausgelöst, die Herrn Kartnig absolut nicht mögen und ihn als Wichtigtuer und Kotzbrocken ansehen. „Aber wenn wir einen Rechtsstaat haben, dann gibt es leider auch Fehl- oder Unrechtsurteile, und jenes gegen Kartnig ist eines“, kommentiert ein Grazer Anwalt pointiert die 4,7 Jahre Haft für versuchten Förderbetrug (kein Schaden!) und wegen Abgabenverkürzung für den österreichischen Fußballverband (48.000 Euro). In Deutschland erhielt Uli Hoeneß für 30 Millionen Euro Steuerbetrug dreieinhalb Jahre Haft, Andrea Herberstein seinerzeit für Fördermissbrauch neun Monate. Dem Gesetz nach besteht jede Strafe aus zwei Elementen: der sogenannten Spezialprävention und der Generalprävention. Letztere soll abschreckend auf etwaige Nachahmungstäter wirken. Nimmt man im Fall von Sturm oder GAK die Generalprävention her, so ist es wohl unwahrscheinlich, dass es hier einen „Abschreckungsfaktor“ gibt. Denn wie viele Österreicher wollen Präsident eines Fußballvereins werden, haben die Neigung, die Finanz und die Steuer in dieser Funktion zu betrügen? Also fällt die Generalprävention fast weg. Bei Kindesmissbrauch, Gewalt, Raub und, und ist völlig klar: Der Staat will davor warnen, dass derartige Verbrechen für einen Betroffenen schwere Konsequenzen haben. Bleibt also die Spezialprävention, die persönliche Schuldseite, und die war gegeben. Sie rechtfertigt aber nie das Ausmaß, wie es im Sturm-Prozess der Fall war. 11

COVERSTORY

„Götter in Schwarz“


Keine neuen Schulden macht das Land, das Duo Voves/Schützenhöfer ist stolz darauf

Das trifft auch 7-jährigen Sparefroh Markus …

I

n einer Bank-Filiale in der Innenstadt übergibt der siebenjährige Markus seine volle Sumsi-Sparbüchse der freundlichen Dame am Schalter. Sie gibt das Geld in die automatische Zählmaschine und sagt dann anerkennend: „Du hast 143,55 Euro gespart.“ Der Kleine strahlt und nickt. Doch er bekommt anstatt seines Geldes nur noch ein Büchlein, wo diese Summe drinnen steht. Überrascht und leicht verängstigt fragt er: „Was macht die Frau jetzt

mit meinem Geld? Warum kann ich es nicht wieder mitnehmen?“ „Die Bank behält das jetzt für dich auf“, versucht die Oma ihn zu beruhigen. „Ja, aber das könnte ich ja zu Hause auch“, entgegnet Markus. Die Oma: „Aber beim nächsten Mal, wenn wir kommen, ist aus deinem Geld schon mehr geworden.“ Beruhigt ist er erst dann, als er sich ein Auto, einen Ball und eine Mehlspeise dafür holen kann, dass er spart. Brot steigt um 2,5 Prozent, Computerspiele um 3,4 und Lebensmittel um 1,7 Prozent. Die Zinsen für das Sparbuch von Markus betragen ganze 0,15 Prozent. So gesehen waren die Beteuerungen von Oma und der freundlichen Bank-Frau falsch. Denn seine 143,55 Euro werden im kommenden Jahr nur noch rund 138 Euro wert sein. Er wird also weniger dafür bekommen, sich kaufen können. Also wäre es sogar vernünftiger gewesen,

Abwanderung trotz Mega-Events noch nicht gestoppt

Doch Stimmung hat sich gedreht Airpower, der Red Bull Ring mit der Formel 1, das Airrace im Herbst – rund eine halbe Million Besucher lockten diese Großereignisse ins Murtal. „Das Stimmungsbild hat sich verändert. Es ist ganz wichtig, dass die Leute registrieren: Da tut sich was“, zieht StadtwerkeJudenburg-Direktor Manfred Wehr, einer der Initiatoren für die Initiative Kraft. DasMurtal, im ersten Jahr nach der Rückkehr der Formel 1 Bilanz. „Die Abwanderung und der Megatrend in Richtung Urbanisierung sind damit aber nicht gestoppt.“ Es wäre aber auch illusorisch gewesen, zu glauben, dass das durch einige Aktivitäten möglich ist. Die Beobachtungsphase sei noch zu kurz, das könne man erst in drei bis fünf Jahren wirklich herauslesen. Judenburg verliere nach wie vor Einwohner. „Doch mit den Aktivitäten am Red Bull Ring hat

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sich die Grundstimmung total geändert. Und das tut einfach der Seele gut, ist für das Bewusstsein gut, dass wir keine Krisenregion mehr sind.“ Ihren Beitrag dazu hat auch die Initiative Kraft.DasMurtal geleistet. Knapp 70 Firmen, Unternehmen haben sich auf dieser Plattform gefunden. Manfred Wehr: „Wir möchten uns einfach bekannter machen, unser Image in der Region verbessern und schon in der Schule den jungen Leuten bewusst machen, welche Chancen sie in der Region haben, welche Chancen es gibt.“ Es sei ein Cluster, aber natürlich ungleich schwieriger zu managen als ein Fach-Cluster, wo entweder Holz oder Autos im Mittelpunkt stehen. Es sei auch nicht überraschend, dass die Anfangseuphorie leicht nachgelassen habe, doch das Hauptziel sei einfach die

die Spielkonsole schon jetzt zu kaufen und nicht noch ein Jahr zu warten, die ja dann ganz bestimmt auch noch teurer wird. Franz Voves und Hermann Schützenhöfer haben die Null geschafft. Sie sind ganz stolz darauf, dass es im Landesbudget keine Neuverschuldung gibt. Das Budget selbst ist mit rund 5,2 Milliarden Euro veranschlagt. Aber was bedeutet die Null für die Steirer, zum Beispiel auch für Straßenbau-Landesrat Gerhard Kurzmann? Er warnt davor, dass hunderte Brücken und Straßen desolat sind, dringend saniert, erneuert gehören, viele Landesgebäude einen hohen Sanierungsbedarf aufweisen. Hätte das Land neuerlich einen Kredit aufgenommen, würde man diese dringenden Arbeiten damit durchführen können. Diese Aufträge würden auch der Sicherheit im Verkehr nützen, weil dann eben die Straßen und andere Projekte saniert sind, den Unternehmen würde das

mehr Aufträge bringen, daraus würde sich ergeben, dass sie auch mehr Steuern abliefern, es würden zusätzlich Arbeitsplätze gesichert sein und möglicherweise neue geschaffen werden, das wiederum hieße weniger Belastung für das Arbeitsmarktservice. Die eingestellten Beschäftigten könnten sich mehr leisten als mit dem Arbeitslosengeld, hätten für Weihnachten mehr Geld in der Tasche, um Geschenke zu kaufen – diese Aufzählung ließe sich noch minutenlang fortsetzen – und nicht zuletzt hätte das Land am Ende auch mehr in seiner Kasse, sodass daraus auch die Kreditraten – bei fast null Prozent Schuldenzinsen – noch leichter zu begleichen sein würden. Rechnet man noch die Inflation dazu, sogar absolut weniger. Nur: Diese Wahrheit schieben Voves und Schützenhöfer weg, denn „keine neuen Schulden“ kommt beim Wähler gut an. „Danke für die Einladung, ich komme als Schuldner“, sagt Franz W., der Foto: Heimo Ruschitz

Foto: Heimo Ruschitz

CL HE RB OE N I & K LEUTE

CHRONIK

Lehrlingsausbildung und die Absicht, Wissen in der Region zu halten. Es sei leichter geworden, gute junge Leute für die Jobs in der Region zu interessieren und aufzuzeigen, dass man als Lehrling und Manfred Wehr: „Stimmungsbild der Region Facharbeiter gute Chancen hat. Was hat sich verändert.“ parallel gelungen ist: Ein viel größeres Verständnis unter den Unterneh- gebracht hat, die es bisher nicht gegemen. Die Netzwerkarbeit habe bereits ben hat. Manfred Wehr: „Und bei Didi MaFrüchte getragen. Jeder interessiert teschitz gibt es auch den Atem, diese sich, was der andere macht, produziert, Dinge durchzuziehen, wenn’s einmal in und der Daten- und Dienstleistungsaus- der Anfangsphase nicht so läuft.“ Hochtausch bringen zusätzliche Wertschöp- qualifizierte Arbeitsplätze sind aber die fung. Früher waren es zwölf Unterneh- Voraussetzung für die wirtschaftliche men, die miteinander kooperiert haben, Entwicklung der Region Aichfeld. Auch jetzt ist die Zahl auf 25 gestiegen und die zu einer Aufwertung würde es führen, Tendenz hält an. wenn die Region mit einer Fachhochschule aufwarten könnte. „Weil schon Begünstigt wird die Entwicklung auch nach außen hin dann in der Stadt auch durch den Umstand, dass Red Bull mit andere Leute spazieren gehen oder sich seinen Investitionen in der Gastronomie aufhalten und sich so das Bild insgesamt und Hotellerie Standards in die Region verändert.“ KLIPP November/Dezember 2014


Othmar L. in Weiz möchte sein Gasthaus vergrößern und macht Schulden. Er braucht also mehr Geld, als er zur Verfügung hat. In der Regel ermöglicht ein Kredit dem Unternehmen, zu jenem Kapital zu kommen, das es benötigt, um zu investieren. Am Ende, wenn alles gut geht, wird Othmar L. seinen Kredit plus Zinsen zurück zahlen. Also hat gar nicht die Bank die Zinsen bezahlt, sondern Othmars Zinsen sind der Treibstoff für die Bank und dieser Motor stottert jetzt gewaltig. Jetzt, da die Zinsen praktisch null sind, müssen die Banken gar nicht mehr so sehr um die Kunden sich bemühen, damit sie ihr Geld einlegen. Die Sparer wiederum sind darüber verärgert, dass es kaum Zinsen gibt. So

gesehen sind die Sparer diejenigen, die allmählich enteignet werden, weil ihr Geld immer weniger wert wird. Und die Rückkehr von höheren Zinsen gibt es ja nur dann, wenn sich mehr Menschen, Unternehmer, Gemeinden, Länder mehr Geld leihen. Und dazu trägt das Land Steiermark nichts bei.

die Republik muss sparen, auch die Unternehmer sparen. Was passiert aber, wenn niemand mehr wirklich ausreichend investiert? Wie soll dann aber unsere Wirtschaft florieren, funktionieren, wenn die Banken keine Zinsen mehr zahlen und die Unternehmer zu wenig Kredite aufnehmen? Es gibt einfach zu viel gespartes Geld – nicht nur in Europa, auch in Amerika, in Asien. Und weil es so viel Geld gibt und offensichtlich nicht genügend „gute“ oder zuverlässige Schuldner, wächst unsere Wirtschaft nicht mehr. Und in einer solchen Situation sind wir. Sparen in einer Geldwirtschaft kann so zu einem Teufelskreis werden. Wenn zu viele sparen, zu wenige investieren, Schulden machen für neue Projekte, stottert die Wirtschaft, gibt‘s eine Rezession, gehen Arbeitsplätze verloren, steigt die Arbeitslosigkeit, sinkt die Kaufkraft, werden die Armen noch ärmer.

Null Neuverschuldung gut und schön. Dabei wird aber übersehen, dass wir in einer Geldwirtschaft leben und der geht es nur dann gut oder die ist nur dann stabil, wenn sie wächst. Und dieses Wachstum brauchen wir einfach, damit auch die Zinsen verdient werden und damit auch die Sparer (Voves und Schützenhöfer werden das auch als Privatpersonen tun) zufrieden sind. Nun ist es aber so, dass die Gemeinden sparen müssen (weil sie bekommen ihr Geld ja zum Teil vom Land), die Bürger sparen, das Land selbst spart und auch

Copyright: Foto Fischer

Die steirische Wirtschaftskammerwahl findet vom 24. bis 26. Februar 2015 statt. Die WKO Steiermark ist die Interessenvertretung und erste Anlaufstelle für alle steirischen Unternehmerinnen und Unternehmer. Egal, ob Ein-Personen-Unternehmen, mittelständische Betriebe oder große Unternehmen mit vielen Hunderten Beschäftigten – sie alle haben das Recht, bei der Wirtschaftskammerwahl vom 24. bis 26. Februar 2015 ihre Stimme abzugeben. Gerade in Zeiten, in denen sich das Unternehmertum zunehmend anspruchsvoll gestaltet und es vehement gilt, gegen den überbordenden Bürokratismus und für eine Abgabenentlastung einzutreten, sollte jedes WKO-Mitglied von seinem demokratischen Grundrecht Gebrauch machen und

KLIPP November/Dezember 2014 4

Barbara Krenn, Gastwirtin in Pürgg: „Wählen heißt mitbestimmen — wir Unternehmer vertreten uns selbst!“

Philipp Gady, Auto- und Landmaschinenhändler in Lebring: „Unternehmer wissen am besten, was gut für Unternehmer ist – darum gehe ich wählen!“

mit seiner Stimme seiner Interessenvertretung und damit der Wirtschaft Gewicht verleihen. Die Aufgaben der Wirtschaftskammer sind dabei überaus vielfältig. Die WKO versteht sich sowohl auf politischer als auch auf gesellschaftlicher Ebene als unüberhörbares Sprachrohr der Unternehmer. Sie unterstützt und berät ihre Mitglieder in allen wichtigen unternehmerischen Fragen und

bietet mit dem WIFI ein umfangreiches Bildungsangebot für alle Branchen. „Um eine möglichst breite Wählerschicht zu erreichen, besteht die Möglichkeit der Briefwahl, die sich bequem, quasi vom Chefsessel aus, erledigen lässt. Geben Sie der Wirtschaft Ihre Stimme“, fordert WKO-Steiermark-Präsident Josef Herk auf.

Die Wahl Die steirischen Wirtschaftskammerwahlen finden vom 24. bis 26. Februar 2015 statt und auch diesmal kann man wieder per Briefwahl bequem von zu Hause wählen. So einfach funktioniert’s: Auf Anforderung werden die Wahlkarten ab Ende Jänner an die Wahlberechtigten gesandt. Im Umschlag enthalten sind pro Berechtigung ein Stimmzettel und ein Kuvert für diese. Man verwendet pro Stimmzettel ein Kuvert und steckt alle gesammelt in die Wahlkarte. Die „befüllte“ Wahlkarte wird in den Postkasten geworfen, sodass sie bis 20. Februar bei der WKO einlangt. Das Porto wird von dieser übernommen. Die Wahlkarte ab sofort unter Tel. 0316/601-616 oder unter wko.at anfordern! 13

KLIPP November/Dezember 2014

CHRONIK

sund bin und arbeite, kann das Ehepaar neben mir beruhigt zu Hause sitzen oder auf Reisen gehen, weil es für sein Geld die Zinsen bekommt.“

Wir Unternehmer wählen

WERBUNG

…

kleine Gewerbetreibende beim Empfang in seiner Hausbank. Gerade hat der Vorstand, haben die obersten Bankmanager, fast ehrfürchtig die auch öffentlich bekannten, erfolgreichen Geschäftsträger und Geschäftsleute begrüßt. Sie sind es, die bei der Bank ihre Millionen eingelegt haben und sich auch eine entsprechende Verzinsung erwarten. „Als Kreditnehmer und Schuldner kriegst du nicht so viel Aufmerksamkeit“, bemerkt Franz W., wiewohl das gute Ergebnis der Bank auch von ihm abhängt, weil ja das Ehepaar neben ihm am Tisch nur dann seine Zinsen für sein angelegtes Geld bekommt, wenn er dafür erfolgreich sein begonnenes Projekt auf die Beine stellt. „Es sollte also nicht nur Weltspartag, sondern möglicherweise auch Weltschuldnertag heißen. Oder man sollte einen eigenen Weltschuldnertag einführen“, philosophiert er. „Denn nur solange ich ge-


CL HE RB OE N I & K LEUTE

CHRONIK Erfolg im steirischen Tourismus – steigende Mitarbeiterzahl aus EU-Ländern

„Ich wünsche Ihnen einen schönen Aufenthalt bei uns“ „Die Gästezahl in der Steiermark steigt Jahr für Jahr. 2013 verzeichnete man 11,3 Millionen Nächtigungen, bei 3,5 Millionen Gästen, davon waren 2,3 Millionen Österreicher. Wir sind das beliebteste Urlaubsland für die Österreicher.

Sorge um genügend heimischen Nachwuchs

Die junge Rezeptionistin im Hotel übergibt mir die Zimmerschlüssel. Unüberhörbar ist dabei der Akzent. Später beim Abendessen ahnen wir, dass dies andere Gäste leicht irritiert. Sie hätten beim Skifahren einen Jagatee bestellt und wären erst nach mehrmaliger Wiederholung verstanden worden, erzählen unsere Tischnachbarn.

Dazu tragen die steirischen Thermen bei, das Vulkanland, das Weinland, die Skiregion Schladming, die gelungene Vermarktung als Genuss- und Bioregion, die Genusshauptstadt Graz, aber auch einzelne Adressen wie die Schokoladenmanufaktur Zotter oder der Essig- und Spirituosenerzeuger Gölles“, kommt Gerhard Kienzl, Spartengeschäftsführer in der Wirtschaftskammer für den Tourismus, auf die eine Seite der ­Medaille zu sprechen. Die andere

Seite: „Was noch nicht nachgezogen hat mit dem Erfolg im Tourismus, ist der Nachwuchs in den touristischen Berufen. Nicht zuletzt deshalb müssen immer mehr Arbeitskräfte aus dem europäischen Umland eingestellt werden.“ 2011 waren bereits etwa 20 Prozent der Mitarbeiter nicht Österreicher. Für die fehlenden „heimischen Nachwuchskräfte“ in der Gastronomie führen die Touristiker mehrere Gründe an: Die Geburtenzahlen sind zurückgegangen, die Arbeitszeiten, die auch aufs Wochenende fallen, wirken für Jugendliche oft abschreckend. Josef Schellnegger, Direktor der Landesberufsschule für Tourismus in Bad Gleichenberg: „Und das, obwohl es aber regional sehr gute Jobaus-

sichten gibt und auch die Möglichkeit, international tätig zu sein. Das zeigen immer wieder erfolgreiche Absolventen, wie zum Beispiel Starkoch Johann Lafer, Plachuta sen. und Josef Zotter.“ Außerdem verfügt die Steiermark über exzellente Ausbildungseinrichtungen für den Tourismus. So schickt die Landesberufsschule ihre erfolgreichen Schüler auf Lehrgänge nach St. Petersburg, Shanghai, Valencia und Dublin. „Dabei sehen wir immer wieder, wie begeistert man im Ausland schon von unseren Lehrlingen ist, da sie durch unser duales Ausbildungssystem gut ausgebildet sind und wissen, wo sie anpacken müssen“, so Josef Schellnegger.

Es war ein Spätnachmittag im Weißen Saal der Grazer Burg. Für launige Stimmung sorgte nicht nur die Laudatio von Gerald Schöpfer bei der Verleihung der Josef-Krainer-Heimatpreise 2014, sondern auch ein Dank von Preisträger Hubert Neuper außer Protokoll. „I war jemals der einzige Nackerte im Büro von Landeshauptmann Krainer“, sprach er ins Mikrofon. Natürlich großes Gelächter. Skisprung-Pionier und Kulm-WM-Organisationschef Neuper hatte sich nach einem Fitnesslauf im Burggarten im Büro von LH Krainer für einen späteren Auftritt duschen und umziehen dürfen. Im Beisein von Altlandeshauptmann Josef Krainer nahm Landeshauptmann-Stv. Hermann Schützenhöfer die Preisverleihung vor. Geehrt wurde neben dem steirischen Schauspieler und Regisseur Wolfram Berger in der Kategorie Schauspiel auch Sporttherapeu14

Fotos: Heimo Ruschitz

Launig zu ging’s bei Josef-Krainer-Heimatpreisen

Alt-Landeshauptmann Josef Krainer (Mitte) mit den Preisträgern.

tin Maryla Hermann für ihren jahrzehntelangen ehrenamtlichen Einsatz in der Kategorie Sozialaktivitäten. Ein zweiter Preis in dieser Kategorie wurde an diesem Abend an die Musikpädagogin und Chorleiterin Gertrud Zwicker als Anerkennung ihres sozialen Engagements verliehen. Josef und Ulrike Zotter als Gründer des steirischen Vorzeigeunternehmens zählen ebenso zu den diesjähri-

Hubert Neuper (mit Frau): „War der einzige Nackerte im LH-Büro.

gen Preisträgern (Kategorie Wirtschaft) wie auch die Laienschauspielgruppe der Feldkirchner Passionsspiele, für die stellvertretend Erich Gosch, Christoph Scharl und Hans-Jürgen Weitschacher den Preis in der Kategorie Kultur entgegennahmen. „Der große Europäer, Visionär und Ermöglicher Josef Krainer hatte die Steiermark von der Armut in den Wohlstand geführt“, erinnerte Schüt-

zenhöfer an den Namensgeber des Preises. „Er hat unser Land geöffnet, konnte mit den Großen in der Welt, blieb zugleich aber immer ganz nahe bei den ‚kleinen Leuten‘ und hatte stets ein offenes Ohr für die Schwachen in unserer Gesellschaft. Die heutigen Preisträgerinnen und Preisträger repräsentieren diese Offenheit, das tiefe Kulturbewusstsein und die wirtschaftliche und soziale Erfolgsgeschichte der Steiermark.“ KLIPP November/Dezember 2014


Österreicher bleiben noch dabei, deutsche Bundesregierung reagiert vernünftig

Wir wünschen eine schöne Adventszeit und ein energievolles neues Jahr!

Keine Smart Meter als Kostenbombe für Haushalte

Der Einbau von Smart Metern lohne sich für Haushalte nicht, heißt es, denn die teuren Zähler müssten über eine Gebühr von den Haushalten bezahlt werden. Erst wenn zum Beispiel Elektroautos massenhaft verbreitet seien, könne dies wieder überdacht werden. „Jetzt würde es die Energiewende noch weiter verteuern“, wird der deutsche Wirtschaftsstaatssekretär Rainer Baake in Medienberichten zitiert. „Frühere Bundesregierungen hatten immer wieder das Potenzial dieser Zähler betont und in Arbeitsgruppen mit der Wirtschaft den Einsatz vorbereitet“, schreibt das „Handelsblatt online“. Die digitalen Smart Meter können genau ermitteln, wann genau wie viel Strom verbraucht wird und was die größten „Stromfresser“ sind: „In Verbindung mit den schwanken-

den Ökostrom-Mengen könnten etwa Chemiefabriken oder Besitzer von Elektro-Autos dann besonders viel Elektrizität einsetzen, wenn deren Preis etwa wegen großer Solarproduktion gering ist.“ In Österreich hingegen bleibt es „bei der Zielvorgabe des Wirtschaftsministeriums, das einen Roll-out von 95 Prozent intelligenten Stromzählern bis zum Jahr 2019 vorsieht“, berichtet futurezone.at. Laut einer Kosten-NutzenAnalyse, die im Auftrag des Wirtschaftsministeriums durchgeführt wurde, sei die Einführung bei einem Roll-out von 95 Prozent „am wirtschaftlichsten“. Die E-Control als Behörde informiert spärlich, dass mit der Einführung von Smart Metern die österreichischen Stromkunden und damit die Volkswirtschaft enorm belastet werden.

Obersteirische Lichtblicke Die obersteirischen Gemeinden Wartberg im Mürztal, Aflenz Land und Neuberg an der Mürz setzen auf eine innovative Straßenbeleuchtung mit LED. Die Energie Graz setzte diese umweltfreundliche Lösung Energie-Graz-Führungs-Duo Gert Heigl (li.) und Werner Ressi um. „Energieeffizienz und Nachhaltigkeit werden bei uns schon lange großgeschrieben. Mit ,Licht Komplett‘ bieten wir den Gemeinden einen umfassenden Service für energieeffiziente Beleuchtung an“, so die Energie-Graz-Geschäftsführer Gert Heigl und Werner Ressi. KLIPP November/Dezember 2014

Wir sind immer für Sie da auch zu Weihnachten. Service 0-24 Uhr: 8057-0 www.energie-graz.at


LILLY LOTTERBLUME

Hallo, meine Lieben! Ich denke, es geht Ihnen genauso wie

in privaten und nicht in öffentlichen

der Jänner 2015 da, wird der nächs-

25 Mandate schaffen, dann könnten die

uns. Unsere Konten bei der Hausbank

Kunsttempeln, wie in New York,

te Landtagswahl-Termin plötz-

Grünen in der Steiermark erstmals Re-

sind zur Bilbao oder sonstwo. Joanne-hat imlich ganz für die Parteien. gierungsverantwortung bekommen. In soaktuell der Hubert. Dem Noch klarerweise Kois in der einst skandalgebeutelIchWeihnachtszeit weiß nicht, ichimmer weiß hoffnicht, was gute Freunde hat.Beim Die Frieda nungslos im Minus. Es heißt: Der lieum handelt es sich ja um eine Instituist den meisten nicht bewusst, dass den meisten anderen Bundesländern ich machen soll und mein Allerlieb- mer wieder gehört, und sie geht ja in noch immer leid tut, dass die „Che- ten Estag gelungen sei, so der Herr fin“ damals so sangunddie klanglos Biro, seit suche Wer sterhat istdas mirliebe da überhaupt keine Hilfe dervon ÖVP aus und ein,lebt. dassUnd Grillitsch be Gott Geld erschaffen, tion, die Steuergeldern nach der Wahl im Herbst 2015 ist das bereits Jahrenseinesgleichen. der Fall. „Also

von dersich politischen abtreten angesichts deszum Grünen dabei.hat Erersagt „Dunurwirst gute Chancen hätte, dem aber warum dannnur: für uns so das im Kunsthaus hätten gehabt sich bis heute Steiermark politisch Bühne ganz anes gibt“,denke so mein Allerliebster Her- E heumusste. Bei 60er, zu demwig ihrgesagt, te noch die schmutzigen Schlagrichtig Doch machen …“kei-Unsere Schützenhöfer zu folgen, wenig schon übrig gehabt? das ist nicht Hermann sensationelle Publikumserfolge ders präsentiert. Derihrem Herwig erinnert „vielean Sandkastenspiele.“

Jüngste war so schwer verliebt und hätte er das im Auge gehabt. Nun ist zwei Wochen nach der Wahl logi- zeilen von früher? Und die Estag sei eingestellt, bemerkt sie. Nur über zu uns bei der letzten Tarock-Runde dar* jetzt ist es auf einmal über Nacht es klarerweise vorbei damit. Schon scherweise viele Mitarbeiter gratu- auch profitabel. Zweistellige Millioschön, wenn man gerade zu Weih- wenig Geldmittel zu klagen und nicht an, dass bekanntlich der Proporz in Mit 50 Mitarbeitern hat Jochen aus. Sie tut mir so leid, weil sie sich einmal war Fritz Grillitsch knapp lierten, kam aber keine Stimmung nenbeträge dürfe das Land Jahr für nachten Bekannten und Freunden, auch Versäumnisse und Fehler sich der Regierung abgeschafft wurde, eswichtiPildner-Steinburg Jahren auf. Da war die Trauerarbeit fast wie in ihrer Kindheit bei mir anvor dem Sprung in die bei LandesregieJahr kassieren,vor und40dass der steiridenen’s vielleicht tatsächlich schlecht selbst und dem eigenen Team zu analynicht mehr neun, sondern nur mehr siedas Unternehmen von seinem lehnt und Schutz sucht. Das tut gut, rung, damals noch zu Zeiten von ger. sche Stromriese keinenVater Atomstrom geht, da undsie dortwissen vielleicht große – das bringtKlasnic die Kulturszene ben Sitze in der Regierung geben wird übernommen. Heute beschäftigt aber ja,eine man kann sieren da Waltraud . Er habe damals ins Netz einspeist, stehedie ebenfalls 56 auf 48 familieneigene wirklich helfen, sondern kann bereits, so erzählt diegeredet Frieda, und die auch der Landtag von auf der Kois’schenweltweit Erfolgsliste, Freudenicht machen könnte. nicht voran. Da muss über alles GAW-Group nur versuchen, in Zusage der damals allmächtigen schreibt Biro erzählt in derdie Steirerkrone. * zu trösten. Bei unswerden, was Geld in die Kassa bringen Abgeordneten-Sitze schrumpft. Nächs- rund 1.500 Mitarbeiter, MaIn der Steiermark durfte der Nachbarschaft gibt’s auch einisteirischen VP-Chefin gehabt, die Gerhard Letzteres stimme in keinem Über zu wenig Geld klagt auch Peter könnte. Selbst eine Ausstellung über tes Jahr genau um diese Zeitwird, so ria, die beim steirischen Exportpreis in Fall, ge türkische Zuwandererfamilien. dann allerdings im Parteivorstand Draxler seinerzeit nicht ORF-Lan- hört die Ute aus der Energie-SteierPakesch, der Chef des Universal- die Habsburger und ihre Hochzeiten prophezeit der Herwig, nichts mehr so der Wirtschaftskammer dabei war. Ich Und da haben wir gehört, dass die einen anderen vorschlug, ohne Gril- desdirektor werden, weil er für mark-Zentrale von jemandem, der museum Joanneum, erzählt mirin die darf nicht tabu sein. Die wundert Versein wie es war. Im schlimmsten Fall habe die vorher gar nichthat. gemit ihrer Tochtersokürzlich litsch darüber zu Ute informieren. ÖVP-Landeshauptfrau Waltraud mitFirma Stromhandel zu tun die Ute, die ingereist einemsind, Regierungsbüro sich, dass die Politik – Buchmann könnte Klasnic die ÖVP zu das viel ersterot Malund nachzu viel kannt, zeigte sich die Maria bei einem Türkei weil sie dort den ständlich, sollte das so stimmen, in derBräutigam Landesregierung arbeitet. Die und Nagl – noch nicht eingegriffen 70 Jahren nicht mehr in der Regierung er überrascht. Sie wusste nur von ausgesucht haben. Und dass der Grillitsch sich zu Klasnics schwarz war. In Kärnten wurdeKaffee Verdiensten kaum noch äußerte. sein. „Ach, ORF-Landesdirektor Tochter findet nichts dabei, Politikderen würde nicht hinter dem Konzept hat. Denn so eine Closed-Shop-Einsteldas ist ein Blödsinn“,unter erwi- Jörg mir – ich bin ja eine alte Plaudertasche Haider von der FPÖ. In Wien WarumPildner-Steinburg gehe Kois überhaupt weil sie ja in dieser Welt aufgewachdes Universalmuseum stehen, klagt lung „Wir wissen schon, wie’s geht. Bit- derte mein Allerliebster genervt. Aber wurde –, dass Jochen früher per 31. Informationsdirektor unter März, Biro. Franz Voves sensonst ist. Die warerganz freudig Pakesch, hätte höhere Bud-aufgete zahlt’s, halt’s aber den Mund“ – das so ganzer von der Hand zu weisen ist das Wolfeinmal auch mittrauert dem KLIPP verbandelt gang Schüssel von der ÖVP. Und könnte ihm da sicher die passende regt, obwohl sie ihren Bräutigam gar gets zur Verfügung. Eine eigene Linie kann ja nicht auf Dauer gut gehen. nicht. Sollten nicht Franz Voves und war. Mehr als 90 Prozent von dem, was nicht je vorher gesehen hat. Wenn Weil die Frieda gerade von Klasnic nun wurde er wieder steirischer Antwort geben, rät die Ute dem Steizu verfolgen, sei ja gut und schön, er* Hermann Schützenhöfer am Ru- die GAW macht, geht in den Export, rerkrone-Chefredakteur. Im Übriich dann daran denke, wie niederge- geredet hat. Herwig Hösele war ei- Landesdirektor unter dem roten zählt die Ute, aberunsere das könnte man nur Noch ist es natürlich früh, aber kaum ist und der bleiben. Denn nur wenn ÖVP und Voves bekam ich von Maria sozusagen ner ihrer engsten Mitarbeiter Landeshauptmann Franz . gen habeder dieser Oswin Kois Handschlagen Jüngste jetzt ist, SPÖ im Landtag zumindest 25 Mandaeine Privatstunde in Sachen Wirtschaft. dann denke ich mir: Solche Sorgen ist, so der Hubert, sicher ein belese- Was damit zum Ausdruck kommt, schlagqualität – ein Charakterzug, Service - Beratung Service Beratung Service Beratung te gemeinsam Wenn einer 50 Mitarbeitern ner-Mann. Kein-Wunder, dass er viel hat mirerreichen kürzlich– das derwäre Josefdieerzählt. der aus heutzutage immer 1.500 seltener zu haben die Eltern-der jungen -Türkin über die Vorzüge und Nachteile der Dass Gerhard Draxler findenhatist, will das Biro-Lob kein nicht. absolute Mehrheit –, können sie von sichseinem macht, dann er ja wohl nachhaltig Demokratie, das passende WahlJob alsausschnapsen, Journalist wer wasLanverstehen Ende nehmen. meint damit aber untereinander bewiesen, dass er vomEr Wirtschaften recht philosophiert. Doch mit einem muss und alle jene eines Besseren hoffentlich nicht den Sack voller deshauptmann wird, wer Landeshaupt- und Unternehmen viel versteht. Gefalscheint er ein Problem zu haben, mit belehrt hat, die ihn in der jeweiligen Energie-Steiermark-Inserate und mann-Stellvertreter und die restlichen len hat ihr dort bei der Verleihung der Das letzte Mal hat mir ja Frieda er- dem innerparteilichen demokrati- Phase jener politischen Gruppie- die zigtausenden Euro dafür, welche auch noch die mit gerade Exportpreise dieLaufe GAWder ist letzten ganz zweida Regierungssitze rung zugeordnet haben, die Krone– im zählt, dass der Jochen Pildner- schen Umgang. Der Hubert denktfünf eigenendort Leuten besetzen. Siegertreppchen gestandenkonnte, Steinburg, Präsident der Steiri- an die Zeit zurück, als Klasnic wean der Macht war oder ist. oben dem einhalb Jahre einsackeln * – eine Aussage von Jochen Pildnerschen Industrie, nach Wien gehen gen der Energie Steiermark gewaltig ätzt die Ute weiter. Aber wer weiß, so soll und dort als Nachfolger von In- Zoff mit Gerhard Hirschmann und ÖVP und Steinburg: die„Wenn Ute, vielleicht hat der NachfolUmso wichtiger ist es, dass es uns schlecht geht, dustriellen-Präsident Veit Sorger Herbert Paierl hatte. Hösele spielger von eine ähnlich SPÖ schon vor der Wahl einen Treue- dann spüren das Kois auch unmittelbar derlockere vorgesehen ist. Und die Frieda te in dieser Auseinandersetzung Christoph Biro , Chefredakteur der Hand beim Geldausgeben, und Beistandspakt abschließen müs- Trafikant oder die Gasthäuser in unse- wenn’s meinte noch, damit wäre er neben eine wichtige Rolle. Heute bezeich- Steirerkrone, zeigt immer wieder, so darum geht, vor allem für sich als sen. Geht die Politlandschaft zwischen rer Umgebung.“ Doch jeder Mensch dem gut vernetzten Fritz Grillitsch, net er sich selber als „Wut-Bürger“, habe ich der Ute bei der letzten Ta- Person guten Wind zu machen. ÖVP und SPÖ in Brüche oder schafft hat eine Schwäche, auch das hat die rock-Runde beim Diskutieren am Denn viel will der Tarock-Runde dem Bauernbundpräsidenten, der wegen der stärker werdenden Poliman gemeinsam absolute dass Man- er Maria Und zwar Nebentischdiezugehört, von erfahren. nicht einfallen, alsvon dieihrem Ute danach ranghöchste steirische Vertreter auf tikverdrossenheit in Österreich, und datsmehrheit von 25 nicht, dann brauCousin. Er ist ein Eishockey-Fan dem Wiener Parkett. In der steiri- schließt sich dem Kreis jener an, die der Steiermark noch immer wirklich fragt, was dem Kois so alles gelunchen siewenig einenweiß. drittenErPartner. Pildner-Steinburg kommtUnd ausdieWien und Jochen gen sei. Da fielen dann leidet Begriffe wie schen ÖVP, so erzählt die Frieda, dagegen sogar ein Volksbegehren Bürgerlicher im alten Murkraftwerk und Photovoltaik-Anwaren die Funktionäre arg ge- überlegen. Schon pikant. Oder perser, so ist der ein Herwig, kann den Preis für Sinn und freut sich mit den 99ers, die er seit des Wortes, tut sich schwer mit neulage auf Sie derhätten Firmenzentrale. schockt, als sie nun lesen mussten, vers. Oder auch zum Schmunzeln. sein Mittun hoch ansetzen. Jahren sponsert. ihm schon Doch Daher gefallen diese Projekte sollen schon die Vordass der Grillitsch sich von einer Hösele äußerte sich in den Medien en Entwicklungen. * viele Tiefs, aber auch einige Hochs beStunde auf die andere total aus der im Sinne wie: „Irgendwann werden ihm auch Typen, die ihm schmei- gänger auf Schiene gebracht haben. Käme es zu einer Konstellation, wo schert. Möglich, dass Jochen PildnerPolitik zurückzieht. Es waren auch die Regierungsparteien von uns cheln und ihn als einen der Großen mitWichtigen der FPÖ die im Steinburg Meistertitel gut ÖVP und imMehrheit Lande darstellen. für ihn die Aufregungen so arg, dass hören.“ Aber er selbst hat nicht die Bisvom zum nächsten Mal,träumt – Landtag hätte, dann wäre die SPÖ aus auch ich träume von einem gesunden er in Graz bekanntlich wegen Herz- zugehört und die Dinge richtig ana- Mit Oswin Kois verlasse der viel… im Fotolabor für Ausarbeitung, Fotobücher, … bei allem was Computer betrifft: Reparieren, dem Rennen und in der Opposition – und erfolgreichen Jahr 2015. Und das lysiert, als und er maßgeschneiderte im Regierungsbüro in leicht kompetenteste Manager die problemen ins Krankenhaus Ersatzteile, Aufrüsten Passbilder, Video-Digitalisierung und als Shop musBurg die Fäden gezogen große Biro dem ste. Alle, mit denen die Frieda über der Grazer Konfiguration für grazcamera.at auch nach 70Bühne, Jahren streut ein völliges No- Nochwünsche ich auch Euch Allen! Energie-Steiermark-Chef Grillitsch gesprochen hat, waren hat. Denn sonst wäre die Landtagsvum. Gleiches gilt, sollte die SPÖ mitRosen. Das wär‘s, bis zum nächsten Mal, www.goesta.at – www.grazcamera.at Das zeugt schon von wirklicher fast traurig, weil der Obersteirer wahl 2005 für Waltraud Klasnic den Grünen im Landtag zumindest Eure Lilly Service - Beratung - Service - Beratung - Service Beratung zu einem-Desaster geworden, Sachkenntnis, lästert die Ute. Was auch in den anderen Parteien viele nicht ne Jammerei, sondern es wäre einfach

Wir sind für Sie da

Fotos: Heimo Ruschitz

Eure Lilly

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Die Familie Brolli wäscht seit drei Generationen Vom SCHÖPFER

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Rein in die Zukunft Helmut Brolli führt das Unternehmen in dritter Generation

Im Mittelpunkt stehen die Leistungsstärke steirischer Unternehmen und deren Wertschöpfung mit einem besonderen Schwerpunkt, was die Mitarbeiter betrifft.

Wodurch und durch welche Maßnahmen, Schulungen, Weiterbildungen, Verbesserungsvorschläge gelingt es, diese besondere Wertschöpfung im jeweiligen Unternehmen zu schaffen? Unabhängig davon, ob es sich um Produktionsbetriebe handelt oder Dienstleistungsunternehmen. Es kommen auch Mitarbeiter zu Wort, die für eine solche Wertschöpfung mitverantwortlich sind.

Foto: Heimo Ruschitz

Erste Ansprechpartner sind die Firmenverantwortlichen aus unterschiedlichsten Branchen und Wirtschaftszweigen, die dafür die nötigen Schritte und Maßnahmen setz(t)en, dass dieser „Wertschöpfungsprozess“ gelingt. Der zentrale Fragenansatz dabei: Was ist (war) die Ausgangssituation? In Graz in der Wienerstraße entstand in Rekordbauzeit modernstes Wäscherei-Zentrum Europas

T

ausende Autofahrer nehmen beim Vorbeifahren in der Wienerstraße in Graz das auffällige Blau als Firmenfarbe wahr, wissen aber logischerweise nicht, dass dort das Familienunternehmen Brolli innerhalb einer Bauzeit von nur knapp einem Jahr das zurzeit modernste Wäscherei-Zentrum Europas errichtet hat. „Es läuft gut“, sagt Helmut Brolli beim KLIPP-Gespräch in der Firmenzentrale am Kalvarienberggürtel. Er trägt einen eleganten Anzug, ein weißes Hemd, eine Krawatte. Alles sitzt und passt perfekt. Er ist gekleidet wie bei einem wichtigen Kundenbesuch. Diesen hat es allerdings bereits gegeben. „Aus Japan sind Vertreter der führenden Wäschereigruppe da gewesen, um unseren Betrieb zu besichtigen. Die Japaner sind ja an und für sich technologisch ein sehr hoch entwickeltes Land – auch auf dem Wäsche-

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reisektor.“ Sie zeigten sich beeindruckt von der perfekten Logistik, der hohen Pro-Kopf-Leistung und der Tatsache, dass der Wäscheteil oder der Artikel so wenig wie möglich in die Hand genommen wird. Helmut Brolli: „Wir haben fünf Jahre geplant, haben uns weltweit alles angeschaut und mit unseren Lieferanten eigene Steuerungssysteme und Software für die Maschinen entwickelt.“ An den drei Standorten in Graz wird jeweils an einem nur die Hotellerie und Gastronomie, am anderen Berufskleidung und im neuen vor allem Wäsche für das Gesundheitswesen und Stationswäsche verarbeitet. 20 Millionen Euro wurden dort investiert. Viele der Mitbewerber sind ins Ausland gegangen. „Wir haben gesagt, wir wollen das anders machen. Nachhaltig, im Sinne von Hierbleiben in Österreich, die Wertschöpfung im Land

lassen, hier Arbeitsplätze schaffen und regional aktiv sein.“ In der Branche gibt es einen starken Konzentrationsprozess mit vielen Übernahmen, viele mittelständische Unternehmen sind in den letzten zehn Jahren verkauft worden, wurden dann in die Konzernstruktur eingebunden und hörten halt auf, zu existieren. „Darin sehen wir aber eine große Chance für uns als mittelständisches Unternehmen“, so Helmut Brolli. „Als Gewerbebetrieb sind wir sicher einer der größten in Österreich. Wir haben aktuell 500 Leute und natürlich ist die Lohntangente der größte Kostenfaktor.“ Parallel dazu entwickelt sich die kapitalintensive Technologie der Bekleidungsautomaten, wo die Benutzer einen Chip einstecken und mit Kleidung ausgestattet werden. „Diese Automaten werden von uns 17


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finanziert, bestückt sowieso“, sagt Helmut Brolli. Derzeit laufen in der Abwicklung sechs Automaten – vor allem im Gesundheitswesen, wo es viele Beschäftigte gibt. Für 1.000 Mitarbeiter braucht es zum Beispiel zwei Automaten und zwei Ausgabesysteme. In der Industrie ist wieder ein anderer Rhythmus erforderlich. Da sind Schrankservicesysteme im Einsatz. „Von uns wird rund um die Uhr in die Schließfächer die Bekleidung einsortiert“, so Helmut Brolli.

Foto: Heimo Ruschitz

Das Familienunternehmen bietet Komplettlösungen für seine mehr als 2.000 Kunden aus Hotellerie, Gastronomie, Gewerbe und Gesundheitswesen an. Die drei Standorte in Graz, ein Verteilerzentrum in Radstadt und Wiener Neudorf sorgen dafür, dass die richtigen Textilien zur richtigen Zeit am richtigen Ort hygienisch rein bereitgestellt werden. Dafür sind 63 Fahrzeuge im Einsatz. „Wir lösen sozusagen die Themen beim Kunden – ganz egal, ob das ein Schweißerschutz oder ein Chemikalienschutz ist, rein muss alles werden. Aber es gibt natürlich ganz unterschiedliche Prozesse bei den Waschstraßen, wie etwas vor sich geht. Das geht nur mit eigenen Leuten, weil ja nicht jeden Tag ein anderer kommen kann, der die Ware einsortiert, der die Schlüssel dafür hat und, und. Das geht nur mit eigenen Leu-

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ten. Da geht’s um den Liftschlüssel, da geht’s um die Ansprechpartner, da geht’s um die Einordnung der Ware und, und. Das ist höchst sensibel und kompliziert. Die arbeiten alle von Gesicht zu Gesicht und unsere Fuhrpark-Mannschaft ist eine sehr lang dienende.“ Ausgesprochen sensibel ist die Versorgung für die Bekleidung im OPund Medizin-Bereich. Helmut Brolli: „Wir bereiten auch alle OP-Instrumente auf. Es kommt alles aus einer Hand. Da gibt es viel Potential, aber es ist momentan auch unser schwierigster Markt.“ Der OPBereich sei sehr umkämpft, nicht nur von den Textilanbietern, sondern von der gesamten Einwegindustrie. Diese argumentiere auch zum Teil mit umstrittenen Angaben. Produziert werden die Produkte zum Beispiel in Taiwan, Korea oder auch in Bratislava. Dies erfolge mit billigen Arbeitskräften und in Wirklichkeit wisse keiner hundertprozentig, wie es um die Hygiene dort steht. Natürlich gibt es auch Zertifikate. In Österreich können sich die Hyieniker zu jeder Tageszeit unangemeldet vor Ort ein Bild machen. Das sei aber zum Beispiel in Korea klarerweise nicht möglich. Die Ware komme aber zum Teil von dort. Helmut Brolli: „Wir sterilisieren mit Dampf. Andere gasen mit Äthylenoxid.“ Beim Öffnen, so weiß man in der Branche, wird dieses Gas wahrgenommen, das bekanntlich grundsätzlich giftig ist. Es

muss lange mit Frischluft gemischt werden, damit es unproblematisch wird. Diese Vorgangsweise ist zulässig. Zurück zu Brolli, wo man stolz auf den höchsten Zertifizierungsstandard in Österreich ist. Stolz ist Brolli auch auf eines: „Wir beschäftigen Menschen aus 25 Nationen mit allen religiösen Hintergründen, die es gibt. Es ist erstaunlich, wie gut sie miteinander auskommen. Es sind weder die Herkunft, noch die Religion ein vordergründiges Thema.

Fakten Gründung: 1922 als Privatwäscherei Geschäftsführung: Helmut Brolli Standorte: Kalvariengürtel 32-34, 8020 Graz (Hotellerie, Gastronomie, Mietberufskleidung, Instrumentenaufbereitung); Wiener Straße 324, 8051 Graz (Gesundheitswesen, Altenund Pflegeheime); Wiener Straße 336, 8051 Graz (Gesundheitswesen, Mietberufsbekleidung); Verteilerzentrum Radstadt, Gewerbestraße 3, 5550 Radstadt Mitarbeiter: 500 Kunden: über 2.000 Produktionsvolumen: 80 Tonnen Wäsche täglich (ein Haushalt wäscht 5 kg pro Woche) Zertifizierungen: ISO 9001, ISO 13485, ISO 14001, ISO 50001 Mehr Informationen: www.brolli.com

Michael Pachleitner Group a

Nie das Z Augen v

S

onst scheitert man“ , sagt Michael Pachleitner. Für einen Brillenhersteller eine klare Aussage. Seine makellos gepflegte Glatze ist ein Statement seiner Lebenseinstellung. Kompromisse sind nicht das Seine. Das fängt beim kunstvollen Grasschnitt seines Domizils am Wörthersee an, gilt aber auch für das Geschäft. Als er 2009 mit der architektonisch auffällig gestalteten Firmenzentrale an der Stadteinfahrt in Graz-Liebenau eine neue Landmark setzte, warnten die Skeptiker in Abwandlung eines Werbeslogans: „Hoffentlich holt er’s wohl aus.“ Das war vor fünf Jahren und die Geschäfte der Michael Pachleitner Group laufen gut. Michael Pachleitner: „Natürlich waren die 27 Millionen Euro für das MP09 eine große Herausforderung, zumal die Investition mit der Wirtschaftskrise zusammenfiel.“ Skeptiker sahen darin ein Himmelfahrtskommando. Michael Pachleitner, der als studierter Jurist in jungen Jahren Notar werden wollte: „Wir haben dann gesagt: Wir ziehen das durch, bis zum bitteren Ende. Es war zugegeben schwierig, aber es war für die Kunden, für die Lieferanten und für uns, für die Außenwirkung positiv. Wir werden anders wahrgenommen. Man erscheint größer, als man ist, und es fällt einem leichter, zu expandieren.“ Das MP09 in Graz-Liebenau ist die zentrale Ideenfabrik, in der Augenoptik, Brillengläser, -Fassungen, SonKLIPP November/Dezember 2014


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p als innovativer Brillenhersteller ein Aushängeschild

s Ziel aus den n verlieren

Fotos (2): Heimo Ruschitz

Ganz offensichtlich und Michael Pachleitner sagt es selbst: „Schwarz ist meine Lieblingsfarbe.“

nenbrillen, Vertriebs- und Marketingkonzepte zu individuellen Paketen geschnürt werden. Und dies sind klingende internationale Marken, für die die Pachleitner Group die Lizenzen hat – wie Red Bull Eyewear, Daniel Hechter, Jill, Robert La Roche. Ein Team von Designern und Experten aus der Trend- und Produktentwicklung bastelt ständig an neuen Produkten. „Unsere Philosophie ist: Alles aus einer Hand – von der ersten Fassungsskizze bis hin zum fertigen Prototyp und der Marketingidee“, erklärt der Herr Doktor. Er setzte sich schon immer Ziele und will sich mit anderen messen – ganz egal, ob im Sport oder im Geschäft. „Meine Vision ist, dass ich Konzepte und Wege finde, die mich ziemlich unvergleichbar machen.“ Und ihm die Möglichkeit geben, gegenüber den marktbeherrschenden Mitbewerbern autonom aufzutreten. „Das heißt nicht, dass wir

mit denen nicht kooperieren wollen, wir gehen auch sicher nicht in die Produktion von Brillenfassungen.“ Die „Unverwechselbarkeit“ drückt sich im neuen Logistikzentrum aus, das 15 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt in Tschechien liegt. „Es läuft wie am Schnürchen“, freut sich Michael Pachleitner. Täglich werden 20.000 Artikel versandt. „Es ist die Eintrittskarte für viele Kunden, denen wir ihre Probleme abnehmen können. In der Lagerhaltung, im Handling, im Einschleifen, im Zusammenbauen, im Zusammenführen des Brillenglases mit der Fassade, mit der Fassung. Wir machen das gesamte Backoffice. Der Augenoptiker wird sich in Zukunft nur noch auf das Marketing, auf die Positionierung, den Vertrieb, die Kundenzufriedenheit, die Geschäftsoptik, die Verkaufsaktivitäten konzentrieren.“ Und warum Tschechien? „Tschechien ist

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einmal EU und die Gehälter und Löhne sind günstiger dort, keine Frage. Und auch verkehrsmäßig liegt es günstig, der deutsche Markt ist für uns wichtig und in der Augenoptik ist nach wie vor sehr viel Manpower gefragt. Wir können von dort aus ganz Deutschland, auch Dänemark beliefern. Es ist so, dass bei uns der letzte Auftrag um 18:30 Uhr angenommen wird und am nächsten Tag in der Früh ist er beim Kunden, ist die Ware beim Kunden. Wenn aus Radkersburg oder auch aus Hamburg jemand noch einen Auftrag schickt, ist die Ware am nächsten Tag vor Ort. Unser Gesamtpaket, das wir anbieten, da sind wir extrem gut und sind einer der ganz wenigen und daher auch geachtet. Nur eine Zahl, ein durchschnittlicher Augenoptiker hat 1800 Fassungen auf Lager. Es gibt auf einer der großen Messen rund dreieinhalbtausend Marken von Fassungen, die ausgestellt werden. Unser Ziel ist, dass wir in den nächsten 24 Monaten die 100 Millionen Euro Umsatzgröße überschreiten. Wir haben derzeit rund 350 Mitarbeiter und es gibt das Ziel, diese Zahl zu verdoppeln. Das ist unser Ziel, aber auch dann ist es noch nicht das Ende, wir wollen einfach weiterwachsen. Nach oben hin haben wir es offen gelassen.“ Ein weiteres Standbein der Gruppe ist Schulz, eine Optik-Fabrik in Norddeutschland, die sich zu einem modernen, leistungsfähigen Erzeuger am europäischen Markt entwickelt hat. Das angekaufte Unternehmen

wird im Laufe des kommenden Jahres mit der Pachleitner Group verschmolzen. Konventionell gefertigte mineralische Ein- und Mehrstärkengläser machten Schulz für die Pachleitner Group attraktiv. Bis heute ist die Pachleitner Group mit Beteiligungen in der TourismusGastronomie (Falkensteiner Resort Bad Waltersdorf, Werzer’s am Wörthersee) und weiteren (Büro- und Wohn-)Immobilien ein Familienunternehmen. Michael Pachleitner: „Mein Ziel ist klar definiert: Sollte der Zeitpunkt kommen, wo das Wachstum es erfordert, dass man Investoren hereinnimmt, dann wird das geschehen, mehrheitlich bleibt das Unternehmen aber immer in der Familie.“ Michael Pachleitners Vater war Schmuckgroßhändler, hatte aber auch mit Optik zu tun gehabt. „Ich habe mich dann aber für die Optik, für die Brillen, entschieden.“ Was er vom Vater „geerbt“ hat – dieser fuhr einen weißen Rolls-Royce –, ist seine Liebe zu exklusiven Autos. „Ich habe den Luxus, mehrere Autos zu haben, auch ein Royce“, outet er sich auch als Autofreak. Sein „Lieblingsspielzeug“ ist ein Aston Martin, Baujahr 1978. „Als Familienfahrzeug untauglich, aber er entspricht meinem Lebensgefühl. Die Autos reichen vom Baujahr 1939 bis 2014. Da gibt es welche, mit denen ich auch im Alltag fahre, die noch nie in einer Waschstraße waren und nur mit der Hand gewaschen werden.“ Wie bereits gesagt: Er ist kein Mann für Kompromisse. 19


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Eurotransline-Chef Viktor Wratschko: 2004 als Solist begonnen

W

enn ich nicht so gut slowenisch gelernt hätte, gäbe es heute die Firma in dieser Form nicht“, beweist Viktor Wratschko, dass auch „kleine Entscheidungen“ große Entwicklungen möglich machen. Als Slowenien im Mai 2004 zur EU kam, war das auch ein historisches Datum für Viktor Wratschko. Der gebürtige Ehrenhausner – er hatte den Beruf des Speditionskaufmanns in Graz beim Frächter Herbst gelernt – gründete im Mai 2004 die Eurotransline GmbH. Heute zählt das Unternehmen bereits 52 Mitarbeiter. Seine Erfahrung holte sich Viktor Wratschko in seinem Job an der Grenze in Spielfeld. Auf diese Zeit blickt er allerdings mit gemischten

Mitarbeiter kostenlos zwei Mal die Woche aufsuchen können. Es wird seit 2012 von ihm als Privatambulatorium geführt – mit zwei Ärzten und acht Therapeutinnen. „Schon eine große Herausforderung“, so der Eurotransline-Chef. Er gibt aber offen zu, dass er mit seinem einmaligen Angebot schon alle Höhen und Tiefen durchlebt hat. „Manche lehnen es einfach ab, doch das Thema Gesundheit fängt ja schon mit dem respektvollen Umgang untereinander an.“ Darauf legt Wratschko viel wert, weil damit auch der geschäftliche Erfolg zusammenhängt. Und dieser ist re-

Fotos: Heimo Ruschitz

Viktor Wratschko lernte Speditionskaufmann und machte sich 2004 selbstständig.

Gefühlen zurück: „Es gab Zeiten, da arbeitete ich am Tag 20 Stunden. Das ging aber auch nicht lange gut.“ Ein schwerer Verkehrsunfall führte dazu, dass er völlig umdachte. „Ich habe zwei Lichter gesehen, die auf mich zukamen und das war’s.“ Die Genesung dauerte, seine Partnerschaft ging in die Brüche und er sagte sich: „So geht’s nicht mehr weiter.“ Im KLIPP-Gespräch in seinem Büro in Leibnitz wird sehr rasch klar, welch großes Augenmerk Viktor Wratschko heute auf die Gesundheit legt. Tür an Tür gibt es ein firmeneigenes Gesundheitszentrum „forum energetix“, das die

Kerstin Suppan-Eibinger, Leitung Unternehmensentwicklung: „In meiner Funktion gilt es, die Stärken von Mitarbeitern erkennen zu können und diese sinnstiftend und gewinnbringend einzusetzen.“

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Petra Obernberger, Leitung Controlling/Rechnungswesen, seit 2006 bei Eurotransline: „Damit wir unsere Ziele erreichen, müssen wir Verbesserungspotential rasch erkennen und umsetzen.“

kordverdächtig. Denn innerhalb weniger Jahre ist Eurotransline zum Schüttgut-Transport-Spezialisten geworden. Bis zu einer Million Tonnen werden pro Jahr bewegt. Davon sind 95 Prozent Schüttgut – wie zum Beispiel Getreide, Mais, Futter, Holzpelletts oder Hackschnitzel. „Unser Einsatzgebiete sind Österreich, Deutschland, Italien und praktisch alle Länder in Südosteuropa mit den Häfen Triest, Ravenna, Koper.“ Was macht Eurotransline in der brutal preisumkämpften Transport-Branche dennoch so erfolgreich? „Es ist unsere ausgeklügelte Transportlogistik und das Expertenwissen unserer Mitarbeiter, das dem Kunden das Vertrauen gibt, dass er bei uns optimal betreut wird. Wir haben ja keine eigenen Fahrzeuge, sondern greifen auf einen Pool von 2.000 Transportfirmen zu.“ Für die nächsten Jahre hat Eurotransline weitere ehrgeizige Wachstumsschritte geplant: 2019 will Wratschko eine eigene Firmenzentrale für 200 Mitarbeiter errichten, 2025 soll dieser Personalstand dann erreicht sein. „Daher werden wir uns auch künftig stärker auch auf Bahn, Container und Schiff konzentrieren. Damit wird eine Expansion nach Deutschland verbunden sein. Mit unserer positiven Entwicklung können wir uns das auch leisten. Denn von nix kommt nix.“ KLIPP November/Dezember 2014


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Einer der Besten der Welt B

egonnen hat alles 1987 am Glacis in Graz. Josef Zotter und seine Frau eröffnen eine Konditorei. Schon bald sind seine Mehlspeisen und Eisbecher Hits. Josef Zotter eröffnet drei weitere Filialen. 1992 beginnt Josef Zotter im Hinterstübchen der Grazer Konditorei Schokoladen zu produzie-

Chinesen mit Schokoladenmund

Die chinesische Bürokratie ist dafür verantwortlich: Ein Jahr später als gedacht startete Josef Zotter heuer mit seinem SchokoLaden-Theater in Shanghai, das seine Tochter Julia Zotter, 27 (Foto oben), leitet. Sie verbrachte während ihrer Schulzeit ein Jahr in China (Xi’an und Peking) und studierte Lebensmittel- und Biotechnologie an der BOKU in Wien. Für ihre Abschlussarbeit reiste sie nach Brasilien, um ein Kakaoforschungsprojekt zu starten. 2013 schloss sie die Cordon-Bleu-Akademie in Paris mit dem Grand Diplôme in Pâtisserie und Cuisine als eine der Besten ihres Jahrgangs ab. Seit ihrer Jugendzeit arbeitet sie in allen Bereichen der Schokoladenmanufaktur mit. Julia Zotter ist ein Allroundtalent und spricht nebenher fließend Englisch, Französisch, Spanisch, Portugiesisch, Chinesisch, Deutsch und ein wenig Latein. Nicht in Shanghai, sondern in Wien studiert Sohn Michael Zotter (26) Wirtschaftsinformatik. Er kümmert sich um die IT, den Webauftritt und den Onlineshop von Zotter.

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ren und erfindet die handgeschöpfte Schokolade – eine Mischung aus Einfallsreichtum und Handarbeit, gefüllt in Schichten und Lagen. Zwei Jahre später verwandelt ArtDesigner Andreas h. Gratze die Schoko-Verpackung in kleine Kunstwerke und erfindet humorvolle Titel „Für Schlingel“ und „Für Brave“. Oftmals landet die Verpackung dann nicht in der Mülltonne, sondern wird liebevoll gesammelt und aufbewahrt. Trotz oder gerade wegen seiner Erfindungsgabe kommt es 1996 zum großen Bauchfleck. Josef Zotter muss Insolvenz anmelden, drei Filialen werden geschlossen. „Dieses Scheitern war für mich eine der prägendsten Lebenserfahrungen.“ Zwei Jahre später – Zotter gibt nicht auf und führt Trinkschokolade in Form von handgeschöpften Schokoladenriegeln als neue Produktserie ein. Josef Zotter erinnert sich an den Augenblick der Entscheidung: „Entweder die Schokolade oder die Konditorei. Da hat meine Frau Ulrike gesagt: Ja, dann machen wir die Konditorei, weil bei der Schokolade bin ich mir nicht so sicher, ob die wirklich funktioniert. Okay, habe ich zu ihr gesagt, dann machen wir die Schokolade.“ Ein Jahr später entschließen sich die Zotters ganz auf Schokolade zu setzen. Im ehemaligen Stall am elterlichen Hof wird die „z o t t e r

Schokoladen Manufaktur“ eröffnet. „Es gab ja nicht einmal ein Schild, aber die Leute haben bei meiner Mutter geklopft und gefragt, ob sie Schokolade kaufen können.“

Foto: Zotter

Hinfallen ist keine Schande, man muss nur wieder aufstehen. Und wie er das geschafft hat, nach seinem Bauchfleck, sprich der Insolvenz, im Jahre 1996. 265.000 Besucher schauen sich jährlich seine Schokoladenwelt an und naschen dort gehörig. Thomas Linshalm, Leiter der Kakaoverarbeitung: „Zu Beginn habe ich am meisten dazu lernen, was den Geschmack betrifft. Es gibt ja sehr viele verschiedene Aromen und die muss man schmecken können.“

Die Nachfrage steigt und steigt und die Manufaktur wird 2002 ausgebaut. „Ich wollt‘ zum Ursprung, zum Rohstoff und suchte den direkten Kontakt zu den Bauern“, reiste der Schokoladen-Macher in die Anbauländer nach Nicaragua, Peru, Bolivien, Brasilien, stellt in der Folge auf Fairtrade um und später, 2006, auf Bio. 400 Tonnen Kakao werden jährlich in der Manufaktur im oststeirischen Riegersburg zu 800 Tonnen Schokolade verarbeitet. Mit den Auszeichnungen, Preisen, Urkunden, Biozertifikaten könnte sich das Ehepaar Zotter seine Büros tapezieren lassen. „Seit 2010 gibt’s für alle 160 Mitarbeiter die Möglichkeit, kostenlos täglich ein frisch gekochtes Bio-Menü in der Bio-Kantine zu konsumieren.“ Als einziges österreichisches Unternehmen steht Zotter jetzt als Fallbeispiel auf dem Lehrplan der renommierten Harvard University in den USA. „Man hat mich dorthin auch eingeladen.“ Einen mutigen Seitensprung wagten die Zotters im Jahr 2011. Sie eröffneten den Essbaren Tiergarten als Open-Air-Teil des SchokoLaden-Theaters. 27 ha Erlebnis-

Foto: Zotter

Foto: Zotter/bigshot

Der SchokoladenVerführer Josef Zotter, 53, aus Riegersburg

Gerald Prasch, Produktionsleiter: „Eine große Herausforderung ist die Entwicklung von neuen Sorten, genau so, wie sie sich Josef Zotter vorstellt.“

Landwirtschaft (insgesamt 72 ha biologisch bewirtschaftete Landwirtschaft, davon 27 ha für Besucher begehbar) mit Öko-Essbar, die Farm-to-Table kocht und den Besuchern Bio-Essen direkt von den eigenen Weiden und Gärten serviert. „Schaut dem Essen in die Augen“, lautet seine Devise. Tiere und Pflanzen sind Lebewesen und keine Produkte. Deshalb wollen wir sie auch mit Achtung und Liebe behandeln. Damit setzt er wie beim Schoko-Laden-Theater auf Transparenz, Nachhaltigkeit und Innovation im landwirtschaftlichen Bereich und einen Ausweg aus der Massentierhaltungsindustrie. 21


TL HIENEBTM H EEN AR G& RLUENUDT E

Das Grazer Ehepaar Vollmeyer hilft dort, wo Menschen und Tiere in Not sind

Sie sind Boten für die Hoffnung Christa und Hans Vollmeyer: Die mit dem Helfer-Gen.

Auch Lucky wurde gerettet ...

W

enn ich die Augen der Kinder sehe, dann weiß ich, warum ich das tue, und das reicht mir“, lautet die schlichte Erklärung dafür, dass der Grazer Tierarzt Hans Vollmeyer mit Freunden und drei privaten LKWs, die voll beladen mit Hilfsgütern waren, wieder als „Weihnachtsmann“ in Albanien unterwegs war. „Wir fahren deshalb im Herbst, weil der Winter für die Menschen dort immer sehr hart ist.“ Das Ziel ist Poroçan im Süden Albaniens, in den Mokra-Bergen gelegen. Kleidung, Krankenbetten und kleine Öfen waren diesmal

wieder ganz wichtige Hilfsgüter. „Weil die dort verwendeten Benzinfässer, die zu Öfen umgebastelt werden, lebensgefährlich sind“, sagt Hans Vollmeyer. Auslöser für die Hilfsaktion war vor Jahren der Kontakt eines seiner Freunde mit dem Christlichen Verein Wismar in Norddeutschland, der um Unterstützung anfragte. Nicht nur für Menschen setzt sich das Ehepaar Vollmeyer ein, sondern logischerweise auch für Tiere. Mit seiner Frau ist er als Tierretter dort unterwegs, wo die Dringlichkeit besonders groß ist. Kürzlich waren die Vollmeyers auf Ersuchen

von örtlichen Tierschützern in Bosnien, genauer gesagt in Bihac. Dort vegetieren rund 150 Hunde in Zwingern dahin. „Wir werden in Bosnien im Februar die Hunde kastrieren und auch örtliche Tierärzte einschulen“, so das Ehepaar. Den Großteil finanzieren sie aus eigener Tasche, und mit Unterstützern wird es hoffentlich gelingen, bis dahin auch Geld für die Baugitter zu sammeln. „Damit wollen wir für die Hunde einen Auslaufplatz einzäunen. Die Zustände in den Zwingern sind mehr als katastrophal.“ Seit Jahren betreut das Ehepaar auch im kroatischen Zadar ein Tierheim, engagiert in Österreich junge Tierärzte-Kollegen, die dann mit nach Kroatien fahren und dort

Kinder freuen sich über Geschenke

dafür sorgen, dass die Hunde kastriert und einigermaßen vernünftig untergebracht werden können. Wenn es akut notwendig ist, dann werden von den Vollmeyers auch aus anderen Nachbarländern Hunde nach Österreich „übersiedelt“, in der Ordination in Graz behandelt, und dann versucht das Ehepaar, hier Plätze für die Tiere zu finden. Einer davon ist Lucky, dem man so sein Überleben ermöglicht hat. „Weil es uns hier in Österreich gut geht, wollen wir mithelfen, dass es auch anderen besser geht“, lautet die schlichte Begründung des Ehepaares mit dem Helfer-Gen für dieses Engagement, das allerdings damit verbunden ist, dass neben dem finanziellen Aufwand auch praktisch die gesamte Freizeit inklusive Urlaub dafür herhalten muss. Und „weil das alles noch nicht reicht“, erkundigt sich Christa Vollmeyer jetzt vor Weihnachten auch im Vinzi-Dorf, woran es gerade mangelt, um dann wieder in die Tasche zu greifen und mit Freunden zusammen zu helfen.

Lebensgefährliche zu Öfen umgebastelten Benzinfässer: ersetzt durch richtige Öfen (re.).

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KLIPP November/Dezember 2014


Die Familie Schöffel-Zahlbruckner und ihr wachgeküsstes Bauernhaus

Die Sommerküche der alten Scheune grenzt direkt an die Pferde-Boxen.

N

espresso und Nougat schauen gerade beim Fenster herein“, antwortet Theresa Schöffel-Zahlbruckner beim KLIPP-Telefonat auf die Frage, wo sich die beiden Haflinger so herumtreiben. Sie hat offensichtlich in der Sommerküche in der alten Scheune zu tun. Von dort sieht man durch ein riesengroßes Fenster (siehe Foto) in die Boxen der beiden Haflinger. Im Obergeschoß der alten Scheune befindet sich das

Kaum zu glauben, dass dieses Bauernhaus vor Jahren noch als abbruchreif galt.

KLIPP November/Dezember 2014

Atelier von Theresa Schöffel. Sie fertigt Dirndln und Trachten-Accessoires aus teilweise handbedruckten Stoffen. Die Scheune haben Michael und Theresa Schöffel dem früheren Besitzer zum Brennholzpreis abgekauft und angefangen, sie Balken für Balken zu versetzen. „Das war ein bisschen wie Legospielen für Große, denn die komplette Konstruktion kam ganz ohne Nägel aus; alles war nur millimetergenau ineinandergesteckt.“ Vier Wochen hat der „Umzug“ der Scheune vom Nachbardorf an den Waldrand gedauert. Rund 20 Meter oberhalb steht das wachgeküsste alte Bauernhaus im weststeirischen Stainztal. Dorthin zog das Ehepaar Schöffel mit seinen beiden Kindern Valentin (heute 11) und Luise (heute 13) im Jahr 2004 aus der Stadtwohnung in Graz zu. Das Haus steht auf einer Waldlichtung, ist selbst vom nahen Forstweg aus kaum zu sehen. „Wir waren in der Stadt sehr glücklich, sind selbst aber beide an einem

Bach im Wald aufgewachsen und das wollten wir auch für unsere Kinder haben.“ Die Grundidee der Schöffels: „Wenn wir den alten Wohnbereich mit seinen kleinen Fenstern und dunklen Holzwänden zumindest optisch nahezu unverändert lassen und außerdem die Trennwand zum angrenzenden Stall entfernen, um dort einen luftigen und hellen Galeriebereich zu errichten, haben wir ausreichenden Platz und zeitgemä-

ßen Komfort für unsere Kinder und für uns.“ Es war ja dann – versteht sich von selbst – weitaus langwieriger und schwieriger. Mit viel Mühe und auch Rückschlägen. „Aber es hat sich gelohnt“, so Theresa Schöffel, die ihre Heimatstadt Graz liebt, aber sie würde nie mehr dorthin ziehen. Heute pendelt Theresa Schöffel zwischen ihrem Atelier im Stainztal, ihrem Showroom in der Grazer Elisabethstraße und dem Geschäft am Stainzer Hauptplatz, wo sie ihr eigenes Label „Theresa“ präsentiert. Unter den Kunden für ihre Dirndln und Hochzeitskleider sind viele Prominente. Sie legt großen Wert auf Handarbeit: „Es gibt keine Schürze, die nicht handgezogen ist. Wiewohl sie am Land arbeitet: „Ich bin durch meine neu gestaltete Homepage www.theresaschoeffel. com praktisch für all meine Kunden und Interessenten erreichbar.“ Ein vielversprechendes Projekt sind Kurse für Handdruck, die sie ab kommendem Jahr anbietet. Von einer alten Druckerei hat sie das gesamte Inventar und rund 400 Holzund Metallmodel mit schönen alten Motiven und Brauchtumssymbolen erstanden, die um die Jahrhundertwende geschnitzt wurden. „Seitdem die Leute das wissen, will jeder zu mir kommen und seine Stoffe selbst bedrucken“, so Theresa Schöffel. „Ein wahrer Glücksfall!“ Quelle: „Wohnen in Österreich“ von Jörg, Bertram und Alexander Haiden (DVA)

Das heutige Wohnzimmer befindet sich dort, wo früher der Stall an die gute Stube grenzte.

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WOHNEN

Fotos: Alexander Haiden

Ein magischer Ort


Einen kleinen Mokka bitte

Qualität der Fortbewegung auf insgesamt sehr hohem Niveau ...

N

ein, klein ist er mit einer Höhe von 1,78 Meter und 4,28 Metern Länge wahrlich nicht – der Mini-SUV von Opel. Und stark nachgefragt ist er auch, weil das Einstiegsmodell des Mokka schon für 19.000 Euro zu haben ist. Mit unserem Testfahrzeug waren wir weniger in der Stadt, sondern viel mehr über Land unterwegs. Und da zeigte der 1,7 CDTI Ecotec mit 6-Gang-Schaltgetriebe, Allradantrieb, inkl. Start-Stopp-

TU Graz: SuperBatterie kommt Lithium-Luft-Batterien speichern potenziell ein Vielfaches der Energie der weit verbreiteten Lithium-Ionen-Batterien. „Sie gelten daher“, so betonen Forscher der TU Graz im Magazin „Nature Chemistry“, „als künftige Super-Batterien. Dies dank ihrer leichten Sauerstoffstatt Ionen-Strukturen.“ Überdies kommen sie auch ohne teure Metalle wie Kobalt, Nickel oder Mangan aus. Das Projekt steckt allerdings noch in den Kinderschuhen.

System schon seine Qualitäten. Die Qualität der Fortbewegung, die der Opel Mokka liefert, spielt sich auf insgesamt sehr hohem Niveau ab. Lenkung, Bremsen und auch Beschleunigung sind alles Punkte, die keine Diskussion mehr aufkommen lassen. Na klar, ein Temperamentsbündel ist er keines, aber die sieben Liter auf 100 Kilometer im Durchschnittsverbrauch sind ein wirkliches Plus.Ihr DasSpezialist Einsteigen geht super. Die Sitze überzeugen

N

ebenfalls und der Überblick nach vorne tut es erwartungsgemäß auch. Was allerdings zu schaffen macht – wiewohl man höher sitzt, sieht man genauso schlecht hinaus wie bei anderen Autos auch. Natürlich hilft einem die Piepserei mit den Warntönen und im Idealfall auch eine Rückfahrkamera, die es in unserem Testfahrzeug allerdings nicht gab (kostet auch zusätzlich mit dem großen Display mehr als 1.000 Euro). Zwei mittlere Koffer, Fotoausrüstung und Handgepäck sind genug, mehr geht im Kofferraum nicht. Erst dann, wenn man mit wenigen Handgriffen die Lehnen umklappt und die Sitzflächen nach vorne schiebt. Praktisch ist aber auch das große, tiefe Staufach unter dem Laderaumboden; ein weiterer Pluspunkt ist, dass der Mokka eine Menge Platz für Ablagen hat. Gegen 500 Euro bei Reifen und Felgen Aufpreis gibt es auch das Opel„Flex-Fix-Fahrradträger-System“.

Nutzen nur bei Eis und Schnee? Das ist ein Vorurteil, mit dem man gründlich Ihr Spezialist bei Reifen danebenliegt. „Denn aufgrund ihrer speziellen GummiMischung“, so Reifen-Experte Josef Georg Krameritsch von Reifen Weichberger, „haften Winterreifen weit besser. Bereits bei Temperaturen von sieben Grad Celsius und dann natürlich bis hinunter in die tiefen Minusgrade sind sie den Sommerreifen überlegen.“ Mehr Grip – das wissen alle, die Formel 1 schauen – bedeutet mehr Sicherheit, auch in kritischen Situationen und vor allem eine Verkürzung des Bremsweges. Und noch zwei Aspekte sprechen für Winterreifen: Der Gesetzgeber schreibt sie vor (Bereifung muss der Witterung angepasst sein). Wer sich nicht daran hält und von der Polizei kontrolliert wird, muss mit Bußgeld rechnen. Selbst wenn man nur einen Tag bei Schnee unterwegs ist, können sie entscheidend helfen, Ungemach oder gar einen Unfall zu vermeiden.

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Deutschlandsberg n und Feldkirche(über

ur der ARBÖ50.000 Präsident kommt Euro) setzte sich als Gratulant aus der Porsche Mader Steiermark, klarerweican an die Spitze. se nicht die Sieger-Autos Der BMW i8 erdes ARBÖ-Automobilreichte den 2. Preises. In der Kategorie Platz und der Por„Start“ (Fahrzeuge bis sche Spyder 918 20.000 Euro) konnte sich den 3. Platz. Der der Citroën Cactus gegen ARBÖ-Umweltdie starke Konkurrenz erpreis geht an folgreich als Sieger durchden „grünen“ Hysetzen. Auf Platz 2 wurde ARBÖ-Präsident Heinz Hofer (re.) gratuliert: Citroën Cactus, BMW i3, Porsche Macan und undai iX35 FCEV, der Mini gevotet, den 3. Hyundai iX35 FCEV sind die Sieger. das erste weltweit in Platz erreichte der Mazda3. 50.000 Euro) für sich, also und 3 folgten die Mercedes Serie gefertigte WasserDer BMW i3 entschied die erstmals ein reines Elektro- C-Klasse und der Audi TT. stoff-Brennstoffsystem-AuKategorie „Medium“ (bis fahrzeug! Auf den Plätzen 2 In der Kategorie Premium tomobil.

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Foto: ARBÖ/Henisch/Miedler

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Der 1,7 CDTI Ecotec hat ein Plus beim Treibstoffverbrauch

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ür viele ist der Jahresanfang ein symbolisches Datum: Der Start in ein neues Jahr wird mit zahlreichen guten Vorsätzen verbunden. Mehr auf die eigene Gesundheit zu achten und damit auch auf den Rücken, steht für jeden zweiten Österreicher ganz oben auf der Liste. Wer häufig unter Rückenschmerzen leidet, für den ist vor allem ein Vorsatz wichtig: die Schmerzen endlich zu besiegen. Die meisten Rückenbeschwerden sind unkompliziert und werden durch unser eigenes Verhalten beeinflusst – im positiven wie im negativen Sinn. Sport und Bewegung beugen Verspannungen und Schmerzen vor und tragen dazu

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bei, dass sich bestehende Beschwerden bessern. Zu langes und häufiges Sitzen hingegen lässt die Muskulatur entlang der Wirbelsäule, die sogenannte autochthone Rückenmuskulatur, regelrecht verkümmern. Schon kleinere Veränderungen im Alltagsverhalten leisten einen wertvollen Beitrag zu mehr Rückengesundheit. Wie wäre es denn mit dem Neujahrsvorsatz, künftig Fahrstühle und Rolltreppen zu meiden und stattdessen die Treppe zu nutzen? Oder nur noch Strecken ab 2 Kilometern mit dem Auto zurückzulegen und alles darunter entweder zu Fuß oder mit dem Fahrrad zu erledigen?

Eingriff hat Schrecken verloren

Grauer Star ist ein „Dauerbrenner“ auf der LKH-Augen-Tagesklinik

D fortG

ie Augen gehören zu unseren empfindlichsten Organen. Da ist die Sorge umso größer, wenn irgendetwas * „Jede Trübung der Linnicht passt. se ist grauer Star“, liest man einen Wandspruch in der Augenklinik im LKH Univ.-Klinikum Graz. Diese Krankheit – die Katarakt, so der medizinische Ausdruck – bedeutete vor rund 15 Jahren noch einen längehen Monatsraten, in Zusammenarbeit mit der Denzelbank. ren Spitalsaufenthalt. Heute erfolgt der Eingriff auf einer Tagesambulanz. Die getrübte Linse wird dort operativ durch ein künstliches Linsen-Implantat ersetzt. Hauptsymptom ist ein langsamer, schmerzloce . Bekleidung ser Verlust der Sehschärfe. Die Ursache des grauen Stars ist häufig

zierun

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KLIPP November/Dezember 2014

GESUNDHEIT

3 x in Graz

Bewegung kostet utschlandsberg Denichts und ist die und Feldkirchen beste Medizin.

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und Felgen

Foto: AGR/AIREX

Ohne Rückenschmerzen ins neue Jahr

unbekannt, er tritt in der Regel erst im Alter auf. Besonders in den Ländern Afrikas sind aber aufgrund von Mangelernährung schon viele Kinder betroffen. Prof. Christoph Faschinger, Leiter der TagesklinikAmbulanz, sinngemäß: Der Eingriff – er dauert rund 20 Minuten bei lokaler Betäubung – verursacht weniger Schmerzen als eine Behandlung beim Zahnarzt. Am LKH Graz gibt es jährlich 4.000 Operationen am grauen Star, davon 90 Prozent in der Tagesklinik. Die Zahlen steigen, weil die Menschen immer älter werden und der Eingriff so sicher ist, dass man jeden operieren kann – leider verlängern sich damit auch die Wartezeiten.

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FL RE EB IEZNE I&T L E U T E

Gerhard Schönbachers Crocodile Trophy in Australien erlebte bereits die 20. Auflage

Selbst Hartgesottene scheitern Die Crocodile Trophy im Nordosten Australiens ist eines der härtesten, brutalsten Bike-Rennen der Welt. Neun Tage über 770 Kilometer, bei extremen Temperaturen, größtenteils fernab jeder Zivilisation schinden sich 96 Extremsportler aus 16 Nationen – darunter auch Frauen – durch das australische Outback. Der Grazer Klaus Landauf wollte dabei herausfinden, wie und warum selbst Favoriten scheitern.

Erfinder dieser Marterei ist der Grazer Gerhard Schönbacher (Foto), selbst ehemaliger Radprofi.

Verpflegungsstützpunkte sind „überlebensnotwendig“. 26

Jeder von Ihnen, der selbst oft auf dem Rad sitzt oder auch weniger, wird sich möglicherweise fragen: Wie viel davon könnte ich schaffen? Die Antwort darauf: Die Extremsportler, die sich das antun, bereiten sich ein dreiviertel Jahr bis eineinhalb Jahre darauf vor und auch Hartgesottene leiden, scheitern oft durch Stürze, Überanstrengung und Verletzungen.

Klaus Landauf (li.) beim Auswerten der Messdaten.

Klaus Landauf hat sich darauf spezialisiert, Sportler und Menschen in extremen Belastungssituationen zu messen. „Im Vordergrund steht dabei nicht die physische Belastung ­allein, sondern die neurologischen Funktionsweisen – also auf gut Deutsch: Was sich zwischen den beiden Ohren im Gehirn dabei abspielt. Wie die Profis, die Amateure – egal,

Quads – logischerweise mit GPS-Unterstützung – fahren an der Spitze und am Schluss.

ob Männer oder Frauen – diesen enormen Dauerstress körperlich und psychisch verkraften.“ Es wurden sechs Fahrer gemessen, davon fünf ambitionierte Amateurfahrer und der kanadische Profi Cory Wallace, der weltweit erfolgreich an Mehrtages-Etappenrennen teilnimmt. Während des Rennens un-

Camp für 200 Menschen (Teilnehmer und Begleittross)

Der Schock. Gestürzt. Verletzt. Aufgabe.

KLIPP November/Dezember 2014


be.

FREIZEIT Schon beim Start geht’s mit vollem Tempo los.

Auch zehn Frauen waren am Start – im Bild die Siegerin, gesponsert von der GAW Group (Graz).

Wenn nichts mehr geht.

Verkabelt. Messwerte täuschen nicht.

Profis und Amateure – siegen spielt sich im Kopf ab.

terzogen sich zahlreiche Fahrer (Top- wie Durchschnittsfahrer) einfachen kognitiven Belastungstests – wie zum Beispiel Rechenaufgaben. Die Ergebnisse zeigen, dass alle Fahrer an ihrer Belastungsgrenze unterwegs waren. Zahlreiche Stürze und Verletzungen verstärkten diesen Eindruck. Die Ergebnisse überraschten selbst Klaus Landauf:

„Nicht die Physis und Kondition entscheiden, sondern der Knackpunkt ist das autonome Nervensystem. Da zeigen die Profis klare Vorteile. Das besser ausbalancierte Nervensystem entscheidet in Stresssituationen über Erfolg oder Misserfolg, weil es den gesamten Organismus in einer bestmöglichen Funktionsweise hält, die subjektive Befindlichkeit, das

Nur trinken, trinken, trinken.

KLIPP November/Dezember 2014

Erschöpft … bis zum Zusammenbruch.

emotionale Erleben und das Wahrnehmen des Umfelds und des eigenen Ichs steuert. Das bringt uns wieder auf die Spur, warum diese Menschen sich den Strapazen aussetzen. Einfach weil sie ein anderes Ich erleben wollen.“ Offensichtlich ist dies der Zugang, warum ExtremsportEvents dermaßen boomen – z.B. Marathons, Triathlons. Auch die Medizin bietet über die BDNF-Forschung (Brain Derived Neurotrophic Factor) neueste Erkenntnisse an. Je vielschichtiger die Muskulatur des Körpers benutzt wird, desto wirkungsvoller sind Reaktionsmuster in unterschiedlichsten Gehirnarealen. Nicht umsonst trainieren unsere Skistars so abwechslungsreich, wie mit

Neun Tage, tagaus, tagein über Stock und Stein

Luftkissen, Gleichgewichtsgeräten usw. Das heißt, das Gerät „Homo sapiens“ bekommt ein weitaus umfangreicheres Feintuning für alle Herausforderungen, um entsprechend bestehen zu können. Und das führt uns wieder zurück in das Interessengebiet von Klaus Landauf: Reaktionsmuster des autonomen Nervensystems sind im Beruf und Alltag oft ähnlich wie bei der Crocodile Trophy. Nur dass die Spitzenfahrer weit mehr in ihre Vorbereitung, in ihre Resilienz – sprich Widerstandskraft und Regenerationsfähigkeit – investieren. Oder haben Sie sich schon gefragt, was Sie heute für Ihre Stressbewältigung getan haben?

Ich hab’s geschafft! Unsagbare Erleichterung

Yeah, gewonnen!

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FREIZEIT

Halbes Huhn auf der Speisekarte – alles, was drin ist, muss drauf !

So heiß gegessen wie gekocht?

Nur ein paar Galoppsprünge von Ungarn entfernt

Schneefreuden

Von Norddeutschland ins l(

Warum nach Hause k

G

Dass draufsteht, was drin ist, das ist schon ein Gewinn bei der Auszeichnung von Lebensmitteln. Nur: Woher soll der Gastwirt wissen, was drin ist, wenn er in seiner Gaststätte Frischware verkauft? Er kann ja noch nicht einmal sicher sein, dass seine Pferdefleischlaibchen frei von Lasagne sind! Nach der gültigen EU-Speisekarten-Verordnung müssen aber Wirte, Restaurantbesitzer und selbst die Betreiber von Imbissbuden ab Dezember 2014 auch bei frischen und unverpackten Lebensmitteln angeben, welches der vierzehn wichtigsten Allergene eventuell enthalten ist. Da sie es nicht wissen (können) – woher auch? – werden sie alles draufschreiben, um sich nicht eines Verstoßes schuldig zu machen. Das sieht dann etwa so aus: Dieses Gericht (halbes Huhn mit Pommes frites und gemischtem Salat) enthält • möglicherweise glutenhaltiges Getreide (Weizen, Roggen, Gerste, Hafer, Dinkel, Kamut oder deren Hybridstämme) und daraus gewonnene Erzeugnisse. Krebstiere und daraus gewonnene Erzeugnisse • Eier und daraus gewonnene Erzeugnisse • Fisch und daraus gewonnene Erzeugnisse

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• Erdnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse • Sojabohnen und daraus gewonnene Erzeugnisse • Milch (einschließlich Laktose) und daraus gewonnene Erzeugnisse • Schalenfrüchte, d.h. Mandeln, Pistazien, Hasel-, Wal-, Cashew-, Pekan-, Para-, Macadamie- und Queenslandnüsse und daraus gewonnene Erzeugnisse • Sellerie und daraus gewonnene Erzeugnisse • Sesamsamen und daraus gewonnene Erzeugnisse • Senf und daraus gewonnene Erzeugnisse • Schwefeldioxid und Sulfite (Konzentration mehr als 10 mg/kg oder 10 mg/l), ausgedrückt als SO2 Lupinen und daraus gewonnene Erzeugnisse • Weichtiere und daraus gewonnene Erzeugnisse (wie zum Beispiel Schnecken) Quelle: „Total vergurkt! Die dümmsten EU-Verordnungen“ von Norbert Golluch (Bastei Lübbe)

ar nicht so einfach war die Rückkehr nach einigen Jahren in Norddeutschland in meine Heimat Österreich. Nicht nur ich selbst – zugegeben eine Tiernärrin – musste untergebracht werden, sondern auch mein kleiner Privatzoo: Sechs Pferde, ein großer Hund, zehn MaineCoon-Katzen und sieben Riesenmeerschweinchen. Das Burgenland schien mir deshalb als idealer Ort für einen Neubeginn. Besonders den Süden kenne ich als Steirerin schon aus meiner Jugend. Wir fuhren oft von Graz aus mit einer ganzen Gruppe dorthin zum Island-Pferdereiten entlang des Lafnitztales.

Ein verwunschenes Häuschen Die Suche war langwierig und schwierig. Fündig wurde ich in Mogersdorf, einem Ort, den sich Historiker merken, weil in der Schlacht von Mogersdorf vor genau 350 Jahren ein unterlegenes christliches Heer – wenn auch mit Hilfe eines überraschenden Hochwassers – die gefürchteten Türken besiegte. Wenn mein Privatzoo von dieser großen Heldentat wüsste, würden sich die Tiere gleich noch einmal wohler fühlen. Unser Zuhause ist heute ein ehemals von Zigeunern bewohnter Hof mit eigener kleiner Auffahrt. Er war ziemlich verwildert, aber mit einer traumhaften Aussicht und auch etwas abseits vom Schuss. MEIN Hof, dachte ich sofort, genau so soll er liegen, mitten in der Natur. Das Grundstück war vollkommen zugewachsen und die potentiellen Stal-

lungen konnte man nur erahnen, aber ich besitze ja genügend Phantasie. Wenn man also hier etwas rodete, den einen Raum entrümpelte und dort ein Tor … Ich sah schon zwei Laufställe entstehen.

Haushinteransicht „nachher“

Im Juli 2013 war die Schlüsselübergabe angesetzt, ich fuhr mit dem Auto die 1000 km vom Norden in das Burgenland und hatte Raissa, meinen Hund, mit – damit sie den Platz auch prüfen konnte. Tja, da stand ich nun in der Hitze, die Maklerin war weg und mir war etwas mulmig – alles voll Gerümpel. Wie sollte ich heute hier schlafen? Ich blickte auf Raissa – die lag mitten im Hof auf dem Rücken, die Beine selig in die Höhe gestreckt. Energetisch schien der Ort also in Ordnung zu sein. Ich startete eine erste Aufräumaktion, Arbeit macht frei. Als ich dann abends auf den Stufen vor dem Haus saß, von den Gelsen herzlichst willkommen geheißen, war ich aber doch etwas verzagt. Würde ich das überhaupt schaffen, alles pferdegerecht umzubauen? Und würde es meinen Katzen gefallen, wären sie sicher? Da blickte ich auf einmal in einen Sternenhimmel, wie es ihn nirgends auf der ganzen Welt gibt. Die Sterne reichen nämlich bis zum Boden und ich bin sicher, es sind auch viel mehr als woanders. Ich fühlte mich auf einmal vollkommen glücklich.

KLIPP November/Dezember 2014

D a R l u „ n ü „ d a g K k m S u F S n a V

F

I M O l d i ­


Städtetrip, Fernreise oder Strandurlaub

e kommen so schön ist

m n , n a s e h n e e . n n , . , ? h r d l h

Die Landschaft empfinde ich als atemberaubend. Es gibt markierte Reitrouten, „Burgenland im Galopp“ nennt sich das – für mich als unter Reiterkollegen berühmte „Orientierungslose“ schon sehr nützlich. Kaum waren meine Pferde übersiedelt, startete ich mit Araber „Komet“ schon die ersten Erkundungstouren. Endlich wieder bergauf reiten! Ja, es gibt hier auch Hügel – sogar einen Hochkogel, mit Künstlerpfaden und Buschenschenken. Für eine Tierverrückte wie mich ist diese Gegend ein Paradies! Störche findet man natürlich auch und einmal wurde ich Zeuge einer Feldhasen-Prozession: Über 20 Stück hoppelten geschäftig von einem Feldweg über die Straße zum anderen Feld – offenbar stand eine Versammlung auf dem Programm.

berg aufsuche, ist es wie ein Besuch bei Freunden, man fühlt sich wie zuhause. Will ich Nachrichten in Umlauf bringen, deponiere ich sie beim Wirt. Hier braucht man eigentlich keine Zeitung und auch nicht zwingend ein Handy, hier reden die Menschen noch miteinander. Mein langjähriger Freund, der Tierarzt Dr. Felix Pfleger, sagte mir, wenn ich jemand Wichtigen treffen möchte, muss ich auf den Kirtag gehen. Dort findet man einfach alle und es ist sicher jemand da, der jemanden kennt, der den kennt, den man braucht. Sogar Verträge werden noch per Handschlag geschlossen. Felix baut auch selbst den berühmten „Uhudler“ an. Der Urwein (er ist nicht veredelt) schmeckt sehr erfrischend und ist auch sicher irgendwie gesund.

Freundliche Menschen Ich bin fast versucht zu sagen: In Mogersdorf ist die Welt noch in Ordnung – alles geschieht wesentlich gemütlicher – besonders nach der Deutschlanderfahrung. Wenn ich den Kreuzstadlwirt am Schlössl­

Felix behauptet zwar, die meisten Sterne seien bei ihm am Schlösslberg und nicht vor meinem Haus – dies ist aber nach wie vor strittig. Ich denke, wir müssen sie bei Gelegenheit einmal durchzählen.

Die Autorin Marguerita Fuller (li.) mit Alexia Kolpondinou (griechische Kaderreiterin)

Foto: Torsten Sonneborn

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von Marguerita Fuller

FREIZEIT

„Die kältere Zeit des Jahres wird inzwischen sehr gerne zum Reisen genützt, erklärt Mag. Gerhard Widmann, Geschäftsführer des Flug­ hafens Graz. „Zum einen, um eben dieser Kälte davonzufliegen, zum anderen, weil es viele Destinationen gibt, in denen es gerade dann besonders schön ist.“ Per Linie in interessante Städte und ferne Länder Gute Umsteigeverbindungen sind für Städteliebhaber sowie Fern­ reisende gleichermaßen wichtig. Rund 130 Flüge pro Woche gehen von Graz nach Frankfurt, München, Wien, Berlin, Zürich, Düsseldorf und Stuttgart und ab Mitte Februar wieder nach Palma de Mallorca. Für den Fluggast ergibt das eine fast unzählige Anzahl an Umsteigemöglichkeiten nicht nur nach Europa, sondern in die ganze Welt, so z.B. auf die Südhalbkugel der Erde, auf der der Frühling gerade in den Sommer übergeht – in vielen Ländern eine fantastische Reisezeit! Mit dem Ferienflug an den Strand – auch im Winter Im Winter wenigstens für kurze Zeit ein wenig den Sommer erschnuppern – eine Möglichkeit, die inzwischen von vielen gerne genutzt wird. Teneriffa, Hurghada und Sharm el Sheikh – alle drei bie-

Fotos: © ETI

s l(i)ebenswerte Burgenland

Der Besuch kultureller Sehenswürdigkeiten z. B. in der Türkei macht gleich viel mehr Spaß, wenn es nicht so heiß wie im Sommer ist.

ten Sonnengarantie und sind relativ schnell ab Graz erreichbar. Palma de Mallorca ist wieder ab Mitte Februar erreichbar; zuerst zwei Mal pro Woche, später steigert sich die Frequenz auf bis zu 6 Abflüge pro Woche. Seit Ende November geht die Verbindung nach Antalya in eine Winterpause; mit Anfang März steht die beliebte Feriendestination an der sogenannten türkischen Riviera wieder mindestens einmal pro Woche auf dem Flugplan. Sonderflüge gehen auf die Kapverden, nach Marrakesch, zum Autosalon in Genf und nach Funchal auf Madeira. Informationen: www.flughafen-graz.at

Auch im Dezember und Jänner gibt es am Roten Meer durchschnittlich 8 Sonnenstunden.

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Reitweg mit Blütenstaub im Frühjahr – sieht aus wie Schnee

Neben zahlreichen Umsteigeverbindungen bietet der Winterflugplan des Flughafens Graz Ferienflüge zu Sonne, Strand und Meer.


LFERBEEI NZ E&I TL E U T E

Budapest überrascht oft angenehm – auch mit seinen Preisen

In der Nacht coole Disco, am Tag ein Bauernmarkt

D

ie letzten Pub- und DiscoFreaks verlassen ihre Bleibe für die letzte Nacht, da warten die Bauern vor dem Szimpla in der Kazinczy Utca 14 schon darauf, ihre kleinen Stände für den Markt aufzubauen – vom Fleisch

Viel Abwechslung beim Sightseeing und Shoppen

über Gemüse, Obst, Käse bis hin zu Honig, Trüffel und Butter gibt’s alles. Wir, Journalisten aus mehreren Ländern, sitzen Tage später entspannt im Shuttlebus, der einige von uns zum Flughafen, die anderen zu den Bahnhöfen bringt, und stellen einhellig fest: Budapest gewinnt von

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Jahr zu Jahr, weil jeder Besucher das Seine finden kann. Denn was erwartet sich der City-Urlauber von einer Stadt, die er gar nicht oder nur kaum kennt? Erlebnisund abwechslungsreiche drei, vier Tage, für das kleine Reisebudget bis hin zum Luxus – und Budapest bietet es. Für uns Österreicher beginnt das bereits mit der Anreise. Wer früh genug bucht oder ÖBB-Sonderangebote nützt, der fährt schon mit 45 Euro hin und zurück. In der ersten Klasse sind es dann bis zu 240 Euro. Jene, die selbst Gas geben wollen, können ihr Auto zu einem akzeptablen Preis garagieren, mit der Budapest-Card (ab 15 Euro) die öffentlichen Verkehrsmittel nützen und so die Stadt kennen lernen.

Oft mit Wien verglichen ... was da und dort nicht falsch ist (bei der Küche stimmt’s), aber in einem punktet Budapest gegenüber Wien ganz eindeutig: Die Stadt liegt tatsächlich an den beiden zum Teil hü-

geligen Ufern der Donau und bietet daher traumhafte Ausblicke. Da tut sich Prag schon schwer und Paris läuft in einer anderen Kategorie, wiewohl eine französische Kollegin den gängigen Vergleich „Budapest ist das Paris des Ostens“ nicht gelten lässt. Was von den Preisen her ganz sicher zutrifft. Allerdings nicht für die Ungarn selbst. Denn viele haben Mühe, ordentlich über die Runden zu kommen, haben sie doch durchschnittlich nur 500 bis 600 Euro im Monat zum Verbrauchen. Für uns Österreicher ist das Preisniveau attraktiv – rund 30 Prozent unter dem unsrigen. Noch leichter ins Geldbörsel und zur Kreditkarte greifen staunende skandinavische und westeuropäische Touristen. Dennoch, gerade bei den Hotels sollte man sich allerdings vorher die Zeit nehmen, das breite Angebot zu durchforsten. Dies bringt den Vorteil, dass man die Stadt noch besser genießen kann. Ähnliches gilt auch beim Essen, da praktisch jedes zwei-

te Geschäft in der Innenstadt ein Café, Bistro, Pub oder Restaurant ist. Aber nicht überall, wo ungarische Küche draufsteht, ist traditionelle ungarische Küche drin. Da hilft im Zweifelsfall Mister Google wirklich, denn es gibt kaum ein gutes Lokal, das keinen mehrsprachigen Internetauftritt hat. Die obligate Sightseeing-Tour mit den bekannten Sehenswürdigkeiten – vom Parlament über den Heldenplatz, die Museen, das nun auch zu Fuß erreichbare Burgviertel, die neu gestaltete Markthalle bis hin zum Bus, der auf der Donau schwimmt, oder zu einem Abendessen auf dem

Das Szimpla in der Kazinczy Utca …

KLIPP November/Dezember 2014


FREIZEIT Für City-Urlauber: Entspannung und Erholung auch in einer der großen Thermen.

Sieht der Wiener Oper mehr als ähnlich …

Franz-Liszt-Akademie: EU als Sponsor bei 40-Mio.-Euro-Renovierung.

Schiff – birgt wenig Enttäuschungsrisiko. Eine neue Attraktion: die Franz-Liszt-Musikakademie, für 40 Millionen Euro (mit der EU als großem Sponsor) im alten Glanz wiederhergestellt. Die Wege in der Innenstadt sind kurz. Daher sind die Sehenswürdigkeiten und Attraktionen auch zu Fuß

gut erreichbar, wie etwa die Einkaufsmeile Andrassy Ut oder die zahllosen Gassen rund um die bekannte Vaci Ut – zur Weihnachtszeit mit vielen Märkten, Glühweinständen und entsprechender Beleuchtung. Es sind die vielen kleinen Geschäfte, neben den großen Markengeschäften, die das Shoppen in Budapest so vergnüglich machen. Es sind aber auch die vielen kleinen oder auch großen Cafés und Restaurants, in denen man sich dann erholen und laben kann. Wir gönnten uns Entspannung und eine Massage im Rudas-Spa. Wer im weltberühmten Gellert-Hotel logiert, der macht das im Haus, denn Budapest hat ein hal-

… wo Disco-Freaks in der Nacht feiern, bieten Bauern tagsüber ihre Produkte an.

KLIPP November/Dezember 2014

bes Dutzend Thermen, wo es sich gut entspannen lässt – für die nächste Erkundungstour. Not macht erfinderisch, heißt es. Und die Ungarn, besonders junge gut ausgebildete Leute, die nur schwer einen entsprechenden Arbeitsplatz finden, sind daher Kreativköpfe. In Innenhöfen von alten Gebäuden in der Innenstadt entstehen praktisch täglich kleine Geschäfte, Studentenlokale, Kunsthandwerkläden, Konditoreien oder Cafés. Bereits ein Besuchermagnet sind die „Ruinpubs“; mehr als 30 haben seit 2002 oft in fast abbruchreifen Häusern eröffnet. Einen Boom erlebt auch die Friseurzunft – ab 5 Euro für Herren –, die in Ungarn viel Tradition hat. Und diese Vielfalt und Kreativität macht’s möglich, dass – und jetzt schließt sich der Kreis – das Szimpla täglich voll von Nachtschwärmern ist, weil das Pub mit Disco und Live-Musik als Treffpunkt dem Lebensgefühl der (nicht nur jungen) Budapester gerecht wird. Selbst tagsüber, zurzeit allerdings nur sonntags, wenn sich dort die Besucher um die Standln drängen, wo Bauern ihre Produkte verkaufen, wo es köstliche Palatschinken gibt oder auch eine hausgemachte Kartoffelsuppe nach traditioneller Art, besten

ungarischen Polenta mit MangalicaSchweinsfilet. So viel Gegensätze an einem Ort – und das macht Budapest sympathisch.

Adressen und Tipps www.budapest.com Essen (Cafés, Pubs): www.gerloczy.hu www.menzaetterem.hu www.legenda.hu www.varosligetcafe.hu www.ruinpubs.com www.gerbeaud.hu (Konditorei) www.szimpla.hu www.reteshaz.com (Strudelhaus) baltazarbudapest.com www.augusztcukraszda.hu (Konditorei) Kunst/Kultur: www.mupa.hu www.zeneakademia.hu www.szepmuveszeti.hu Adventmarkt: adventiunnep.hu/en Sightseeing: www.budapesturbanadventures.com www.varkertbazar.hu halaszbastya.eu Thermen: www.rudasfurdo.hu Transport: budapesttuktuk.hu Kinder: www.miniversum.hu 31


Foto: TVB/Florian Bachmeier

Entspannen in Stegersbach

Das Skigebiet für jedes Alter Im Herzen der Salzburger Sportwelt „Ski amadé“ befindet sich das Skiparadies Zauchensee/Flachauwinkl, das für jeden was zu bieten hat – vom Kleinkind bis zur Großmutter. Ob in der Kinderskischule, beim Boarden im Absolut Funpark, beim Familienskitag im Skiparadies, beim Hinabsausen auf der längsten Rodelbahn weit und breit oder beim gemütlichen Sonnenbad in einer der zahlreichen urigen Hütten, die über das gesamte Skiparadies verteilt sind. Im Trainingszentrum Kogelalm kann man geschützt vom üblichen Pistenbetrieb seine Skifahrkenntnisse perfektionieren oder einfach nur so eine Rennstrecke meistern und in die Fußstapfen von Michael Walchhofer treten. www.zauchensee.at

Skifahren zum halben Preis Die Region Kaiserwinkl bietet familienfreundliche Sparangebote wie die Schneemannkarte um 2 Euro pro Tag für Kinder bis zehn Jahre bei den Bergbahnen Hochkössen und für Kinder bis sechs Jahre im Skigebiet Zahmer Kaiser, jeweils in Begleitung eines Vollzahlers. Während der Kaiserwinkl-Schneewochen vom 10. bis 17.1.2015 sowie 28.2. bis 7.3.2015 zahlen Gäste bei Buchung eines Wochenaufenthaltes nur die Hälfte für den 6-Tages-Skipass für die Skigebiete Hochkössen und Zahmer Kaiser in Walchsee. Eine Woche Aufenthalt in einem Appartement ohne Verpflegung plus Skipass ist in diesen Zeiträumen schon ab 279 Euro pro Person buchbar. www.kaiserwinkl.com

Langlaufen in Osttirol

Foto: Osttirol Werbung

Foto: Bernhard Bergmann

TIPPS

Was tun, wenn man einmal nicht auf die Piste will? Im Raurisertal eröffnet sich Wintergästen ein Schnee- und Naturparadies abseits des Skigebiets, das in seiner Ursprünglichkeit seinesgleichen sucht. Etwa 30 präparierte Loipenkilometer durchziehen die romantische Landschaft. Echtes „Winterg’fühl“ kommt auf beim Schneeschuhwandern durch den Rauriser Urwald. Wer die Ruhe der Berge sucht, findet sie auf „aussichtsreichen“ Tiefschneehängen. Zum Rasten und Aufwärmen bieten sich urige Gasthöfe und Jausenstationen entlang von Winterwanderwegen. Urlaubsmomente in der Natur – ganz ohne Durchzugsverkehr und fernab von Alltagsstress und Trubel. www.rauristal.at

Foto: Golf- und Thermenregion Stegersbach/ MAXUM

URLAUBS

Echtes Winterg’fühl im Rauristal

Im Falkensteiner Balance Resort liegt Liebe in der Luft. Das 5-Sterne-Lifestyle-Hotel ist eine traumhafte Hochzeits-Location mit Rosenpavillon für Trauungszeremonien, Ballsaal, weitläufigem Garten und luxuriösen Suiten für die Hochzeitsnacht. Die Pauschale „Love is in the Air“ enthält zwei Übernachtungen inklusive Halbpension sowie ein Glas Prosecco und ein Candlelight-Dinner. Zu diesem Basispaket ab 301 Euro pro Person können romantische Ideen, wie etwa ein Champagner-Frühstück im Bett, dazugebucht werden. Für Entspannung und Erholung steht zusätzlich zur öffentlichen Therme Stegersbach das hoteleigene Acquapura SPA zur Verfügung. www.falkensteiner.com

Wer langläuft, genießt in Osttirol auf 400 Luxus-Loipenkilometern gleichzeitig Ruhe und Erholung in einer märchenhaften Schneelandschaft. Hier, wo die Standards so gut sind, dass viele Profis trainieren, sorgen drei neue Angebote dafür, dass Urlauber die sanfte Wintersportart Langlaufen als nachhaltige Energiequelle entdecken können – betreut von Experten, die zeigen, worauf es in der Loipe ankommt. Das Angebot „Langlauf­ power in Osttirol“ gibt es für drei, fünf oder sieben Tage Aufenthalt ab 185 Euro pro Person mit Powerfrühstück im Doppelzimmer, inkl. Loipenpass, Leihausrüstung, „LanglaufFibel“ und 3 Trainereinheiten. www.osttirol.com

Foto: TVB Filzmoos

Foto: Planai/Raffalt

Foto: Mountain Resort Feuerberg

Planai: Auf den Spuren der Weltmeister

Mystischer Ballon-Zauber in Filzmoos Bereits zum 36. Mal findet in Filzmoos die traditionelle Ballonwoche statt. Rund 40 Teams aus aller Welt treffen sich zur internationalen „DOPGAS Balloon Trophy“ und stellen mit Stolz ihre Ballone zur Schau. Den Auftakt machen am 11. Jänner 2015 die glühenden Ballone. Ein großes Feuerwerk beendet den stimmungsvollen Abend. Wer sich dieses einzigartige Erlebnis nicht entgehen lassen will, für den bietet das 4-Sterne-Hotel Alpenhof eine perfekte Kombination: Tolle Pisten von „Ski amadé“, die Sauna und Wasserwelt des Hotels, die Kulinarik des Hauses und den mystischen Zauber der beleuchteten Ballone. www.alpenhof.com 32

In Schladming profitieren die Gäste aufgrund der alpinen FISSki-WM 2013 auf der Planai von breiteren Pisten, hocheffizienten Schneeanlagen für noch mehr Schneesicherheit, einem modernen Talstationsgebäude mit „All-in-one-Shop“, dem „Planet Planai“ sowie einer der modernsten Tiefgaragen Europas, dem „WM-Park Planai“. Die Planai liegt inmitten der 4-Berge-Skischaukel Schladming, welche mit insgesamt 124 Pistenkilometern Skivergnügen auf höchstem Niveau bietet. Legendär auf der Planai ist die 4,6 Kilometer lange FISAbfahrt vom Gipfel bis ins Tal. Dazwischen warten jede Menge Attraktionen, wie etwa der „Planai Beach“, die „Slope of Fame“, die „Klangpiste“ oder „Skiing in Paradise“. Für die nötige Stärkung zwischendurch sorgen die „Planai Genussspecht-Wirte“. www.planai.at

Gerlitzen: Ein Hit für Kids Aller Anfang ist schwer. Doch nicht auf der Gerlitzen – hier gibt es drei große, optimale Übungsgelände und auch die Schischule mit angeschlossenem Schiverleih und Kinderbetreuung sowie drei Kinder- und Schneebärenländer für die Kleinsten, die direkt bei jedem Übungsgelände angeschlossen sind. Dort unterstützt das beliebte Maskottchen, der Gerlitzen-Bino-Bär, die Kleinsten bei ihren Anfängen. Für Gäste des Mountain Resorts Feuerberg erfolgt der Einstieg ins Skigebiet mit der Bergerbahn direkt neben dem Mountain Resort. Die Kinder-Skikurse finden direkt neben dem Hotel statt und Skischule wie Skiverleih sind im Resort untergebracht. Schneeschuhwandern, Winterwandern, Rodeln und Langlaufen sind hier gut möglich. www.gerlitzen.com KLIPP November/Dezember 2014


THEMA

Die ganze Welt steht kopf – und die Weihnachtsbäume in der Herrengasse Alle Jahre wieder kommt nicht nur das Christuskind, sondern auch das Team der Energie Graz und sorgt in der ganzen Stadt für eine glanzvolle weihnachtliche Stimmung. bestaunen. Über 50 Straßen, Gassen und Plätze sind seit Ende November weihnachtlich beleuchtet. Mit den LED-Lampen konnte der Energieverbrauch von fast 100.000 kWh im Jahr 2007 auf mittlerweile 24.400 kWh gesenkt werden, wobei im gleichen Zeitraum die Lichtpunkte auf 513.000 Lämpchen fast verdoppelt wurden.

Am Weihnachtsbaum die Lichter brennen Der Weihnachtsbaum am Hauptplatz stammt heuer von der Gemeinde Stainz. Die Fichte vom Forstgut Klugbauer hat eine beachtliche Höhe von ungefähr 40 Metern. Die Energie Graz montierte wie jedes Jahr professionell die Lichterketten, welche aus 87 Ket-

ten mit einer Länge von 20 Metern und 17.963 Lämpchen bestehen. Die Berufsfeuerwehr Graz ist mit der Drehleiter für den oberen Teil beigestellt. Für ein stimmungsvolles Ambiente in der Vorweihnachtszeit ist somit gesorgt.

www.energie-graz.at

Fotos: Copyright Graz Tourismus, Foto Fischer

Beeindruckende 156 Bäume und 33.800 energiesparende Lämpchen schmücken die Herrengasse. Schon im letzten Jahr wurde die Weihnachtsbeleuchtungsanlage in der Annenstraße durch moderne energiesparende LED-Lichterketten ersetzt und wurden die bestehenden Verteileranlagen und Einspeisepunkte an die neuen Erfordernisse angepasst. In diesem Jahr gab es viele weitere Erneuerungen. Alle alten Motive wurden durch neue Elemente in LED-Technik ersetzt. So glänzen nun Eiszapfen am Baum am Dietrichsteinplatz und der Tummelplatz wurde mit großen Sternmotiven bestückt. Lichtvorhänge mit neuen Elementen und Flash sind in der Jakoministraße, am Opern- und Joanneumring sowie in der Stubenberggasse zu KLIPP November/Dezember 2014

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BUCHTIPPS Silvia Roncaglia, Roberto Luciani Lumpi Lumpi, mein kleiner blauer Drache – Die blauen Himbeeren Boje Lesen lernen mit Drachen Lumpi Lumpi: Der arme Janni hat zu viel Schokoladeneis gegessen. Jetzt liegt er mit Bauchschmerzen und grünem Gesicht in seinem Bett. Gegen Übelkeit hilft Ablenkung, weiß der kleine blaue Drache Lumpi Lumpi und überredet Janni zu einem neuen Abenteuer. Diesmal landen die beiden in einem Wald vor einer kleinen versteckten Hütte, die verdächtig an das Knusperhäuschen aus Hänsel und Gretel erinnert. Doch bevor sie auf Lumpi Lumpis Drachenschwingen davonfliegen können, hat sie die böse Hexe auch schon gefangen genommen. Schnell, ein Plan muss her!

Wolfram Zurhorst Der Beziehungsretter – Wie Sie einfach überraschende Lösungen finden Arkana Ob wütende Streitereien, Seitensprünge, dominante Schwiegereltern oder die Frage, wer sich um die Kinder kümmert – Wolfram Zurhorst ist bekannt für seine erfrischende Art, mit Konflikten in der Beziehung umzugehen. Seine handfesten Ratschläge bringen Paare in Krisenzeiten wieder ins Gespräch miteinander. Ein praktischer Ratgeber, der Auswege aus den häufigsten Beziehungsfallen zeigt und es möglich macht, ganz neu aufeinander zuzugehen.

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Dieter Mussler Sport als Entertainment Frankfurter Allgemeine Buch Der Autor nimmt die dreifache Verzahnung von Medien, Wirtschaft und Sport genau unter die Lupe. Er fragt nach, ob die sportlichen und gesellschaftlichen Werte im Spitzensport – wie Fair Play oder Teamarbeit – noch zählen oder ob der Profit und die politischen Machtverhältnisse diesen mittlerweile völlig okkupiert haben. Dabei beleuchtet er aber nicht nur die Schattenseiten der Kommerzialisierung, sondern zeigt auf, wie es zu einer Win-win-Situation zwischen den Akteuren kommen kann. Reinhard M. Czar Dunkle Geschichten aus der Alten Steiermark Styria Regional Das Buch führt in eine Zeit, die gerne von uns als die „gute alte“ bezeichnet wird, die aber selten so gut war, wie man heute vermutet. Es sind Geschichten, die von Verfolgung, Hass und Verachtung erzählen, die das tragische Los hoher Herren genauso zum Inhalt haben wie das traurige Schicksal einfacher Leute. Sie handeln von Rittern und „Hexen“, von Bergknappen und Wilderern, von Bösewichten, die unvergessen sind. Es sind Geschichten, die das Leben schrieb: grausam, kurios und immer spannend …

Anne-Marie Butzeck Hilfe, was darf ich noch essen? Westend In puncto „richtiger“ Ernährung scheiden sich die Geister. Entweder man findet, Fleisch und Tierprodukte sind Inbegriffe des Bösen, während Soja und Co. wahre Heilsbringer sind. Oder umgekehrt: Soja ist Teufelszeug und Fleisch der Heilige Gral. Die Autorin überprüft die verbreitetsten Meinungen und Argumente und fordert: Schluss mit der Essensschlacht.

Daniel Coyle Talent to go – 52 Tipps für mehr Erfolg im Leben Lübbe Egal, ob Sie eine neue Sprache lernen, ein Instrument beherrschen oder eine exzellente Rede halten wollen. Anhand von 52 kurzen und prägnanten Tipps zeigt Bestsellerautor Daniel Coyle, wie Sie Ihre Talente erfolgreich fördern: Denken Sie in Bildern, üben Sie lieber 5 Minuten täglich als eine Stunde wöchentlich und machen Sie regelmäßig ein Nickerchen. Die Lektionen sind wissenschaftlich fundiert und praxiserprobt. Lernen Sie schnell und gezielt, das Beste aus sich herauszuholen.

Kurt Bauer Hitlers zweiter Putsch – Dollfuß, die Nazis und der 25. Juli 1934 Residenz Verlag Am 25. Juli 1934 um 12.53 Uhr stürmen 150 SSMänner das Bundeskanzleramt in Wien. Kanzler Engelbert Dollfuß, der Führer des autoritären Ständestaates, wird schwer verletzt und stirbt. Schon am Abend geben die Putschisten in Wien auf, dafür bricht in der Provinz ein blutiger Naziaufstand aus. Währenddessen sitzt Adolf Hitler im Bayreuther Festspielhaus und hört Wagner. Doch es herrscht Unruhe in der Führerloge – Hitler wartet ungeduldig auf Meldung aus Österreich …

Elisabeth Fischer Vegan fasten Kneipp Verlag Vegane Nahrungsmittel sowie ein bewusster und grüner Lebensstil liegen längst im Trend eines modernen, gesunden und verantwortungsvollen Lebens. Veganer verzichten völlig auf tierische Produkte und lehnen damit neben Fleischkonsum auch Milch, Eier und Käse ab. Dass man mit einer solchen Ernährungsweise nicht nur gesund bleibt oder wird, sondern auch rasch abnehmen und dauerhaft schlank bleiben kann, zeigt die Autorin im Buch. KLIPP November/Dezember 2014


Johanna Aust Die besten Weihnachtskekse Löwenzahn Verlag Die Steirerin Johanna Aust präsentiert ihre besten Rezepte und verrät so manches Kekserlgeheimnis. Von raffinierten Kreationen wie Cranberry-Mandel-Herzerln und Baileyskonfekt bis zu über Generationen erprobten Klassikern wie Nusskrapferln und Nougatstangerln vereint diese einzigartige Rezeptsammlung die ganze Vielfalt an weihnachtlichen Naschereien. Früchtebrot, Lebkuchen, Kekse – mit den einfachen Anleitungen gelingt die feinste Weihnachtsbäckerei! Mac Andrew Die List eines Kellners Was unternimmt man, um die Erinnerungen an die erste große Liebe zu unterdrücken? Wochenlang beschäftigte mich dieses eine Thema immer wieder. Wie kann ich die schönen Erinnerungen, die mich zu Tränen rühren, nur verdrängen? Die Wochenenden hinter der Bar linderten den Schmerz beinahe vollkommen. Unzählige Frauen, Komplimente und sexuelle Anzüglichkeiten endeten in hemmungsloser Leidenschaft und wildem Sex … KLIPP November/Dezember 2014

Fotos: Filmladen Filmverleih / Shayne Laverdière Fotos: Constantin Film

Felix Martin Geld, die wahre Geschichte – Über den blinden Fleck des Kapitalismus DVA Wir haben einen falschen Begriff von Geld. Darin liegt eine Ursache der gegenwärtigen Finanzkrise, denn auch die Finanzfachleute verstehen nicht, was Geld ist, sagt der Wirtschaftswissenschaftler Felix Martin. In seiner erhellenden Geschichte des Geldes von der Antike bis heute zeigt er, was Geld ursprünglich bedeutete – das greifbare Symbol für ein Schuldenverhältnis – und wie sich seit dem 18. Jahrhundert die heute gängige Vorstellung herausgebildet hat: dass Geld aus dem Tauschhandel hervorging und eine Ware ist, mit der man handeln kann.

Mommy Drama Regie: Xavier Dolan Darsteller: Antoine-Olivier Pilon, Anne Dorval, Suzanne Clément, Patrick Huard Die resolute Diane liebt ihren 15-jährigen Sohn Steve über alles, obwohl er sie mit seinen extremen Wut- und Gewaltausbrüchen in den Wahnsinn und in den Ruin treibt. Seit dem Tod seines Vaters hat Steve eine Reihe von Heimen für schwer erziehbare Kinder durchlaufen. Nun kommt er zurück zu seiner Mutter, weil niemand sonst mit ihm fertig wird. Mit seinem fordernden Anspruch auf die Rolle des Mannes im Haus und seiner überbordenden Liebe zu ihr stellt er sie auf die Probe … Paddington Komödie, Family Regie: Paul King Darsteller: Colin Firth, Nicole Kidman, Hugh Bonneville Als er sich mutterseelenalleine an der UBahn-Station Paddington wiederfindet, wird ihm bewusst, dass das Stadtleben doch nicht so ist, wie er es sich vorgestellt hat. Doch zum Glück findet ihn die Familie Brown und bietet ihm ein neues Zuhause an. Es scheint, als hätte sich sein Schicksal zum Guten gewandelt – wäre da nicht eine zwielichtige Tierpräparatorin, die es auf den seltenen Bären abgesehen hat …

Die Wolken von Sils Maria Drama Regie: Olivier Assayas Darsteller: Juliette Binoche, Kristen Stewart, Chloë Grace Moretz

Fotos: Pallas Film / Carole Bethuel / Filmladen Filmverleih

Anna Romer Das Rosenholzzimmer Goldmann Als Audrey Kepler ein verlassenes Anwesen erbt, will sie dort einen Neubeginn wagen. Bei einem Streifzug durch das Haus entdeckt sie in einem entlegenen Zimmer die verblasste Fotografie eines gut aussehenden Mannes, der vor einer Rosenlaube steht. Es handelt sich um den Großvater ihres Exmannes und vormaligen Besitzer, der beschuldigt wurde, kurz nach dem Zweiten Weltkrieg eine junge Frau ermordet zu haben. Audrey stellt eigene Nachforschungen an. Doch schon bald ist sie gefangen in einem Labyrinth vergangener Ereignisse, die ihr Leben auf dunkle Weise bedrohen.

Damals hatte sie die Rolle der Sigrid übernommen, eine verführerische junge Frau, die auf ihre Vorgesetzte Helena eine besondere Faszination ausübt und sie schließlich in den Selbstmord treibt. Anders als vor 20 Jahren soll Maria Enders diesmal die ältere Helena spielen. Gemeinsam mit ihrer Assistentin Valentine fährt sie nach Sils Maria, um dort, in der Abgeschiedenheit der Alpen, das Stück zu proben. Als Sigrid ist Jo-Ann Ellis vorgesehen, ein junges Starlet aus Hollywood mit Neigung zum Skandal. Eine charmante, aber nicht ganz durchsichtige junge Frau, der sich Maria gegenübersieht.

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