Skip to main content

Steiermarkmagazin Klipp 1/2012

Page 1

G Klipp-Spezial: Initiative Kraft.DasMurtal Nur so 端berleben wir gut. Seite 26 bis 33

G Kunst-Uni Graz: Gattinnen von zwei Expolitikern an die Spitze der Uni gehievt. Es kam zu Eklat bei Rektorwahl. Seite 14


SPOTS 7

Steirisch-stark in Südafrika Eine beherzte Grazerin fasst Fuß in einem fernen Land

8

Der Schmäh muss immer rennen Das „Schicksal“ von Oberlauser Herbert Granditz

COVER 12 Götter in Schwarz Richter und Staatsanwälte 18 Der Beauty-Doc kann’s richten Schönheits-OP. Heikel, aber lukrativ

18 – Model Esther Rieser mit verschönertem Busen

POLITIK

12 – Sind die Götter in Schwarz: Richter und Staatsanwälte. Und wer „bestraft“ sie , wenn sie „fehlen“?

14 Kunst-Uni Graz: Eklat bei Rektorwahl

HINTERGRUND 24 Blick ins Herz Mentaltrainer Klaus Landauf erforscht mit Red-Bull-Extremsportlern medizinisches „Neuland“

KLIPP-SPEZIAL 26 Initiative Kraft.DasMurtal: Nur so überleben wir gut

14 – Kunst-Uni Graz: Rektorwahl fehlerhaft wie der Schriftzug Foto: Gräfe und Unzer/Meine Heimatküche/Joerg Lehmann.

UMWELT&ENERGIE

Foto: Heimo Ruschitz

34 Nur vernetzt macht Biomasse Sinn

8 – Herbert Granditz: Der Oberlauser mit dem „Gummigesicht“:

41 – Star-Koch Johann Lafer: „Das Kochen habe ich von meiner Mutter geerbt.“

I N H A L T

GESUNDHEIT 40 Nicht stehen bleiben Altern heißt wissen, was ich will

FREIZEIT 42 Mag das Besondere Die Grazer Architektin Marion Wicher 43 Er war nicht „noch niemals“, sondern „schon vielmals“ in New York Ein Fotograf entdeckt immer Neues 44 Teures Naturparadies Norwegen 47 Wirklich g’mütlich … nach dem Skifahren – im Seefischer am Millstätter See

STANDARDS 4

Spots

20 Lilly Lotterblume 40 Gesundheit 36 Auto & Motor

26 – Initiative Kraft.DasMurtal zeigt Weg in die Zukunft – Nur mit der Jugend überleben wir in der Region gut.

2

48 Urlaubstipps 50 Bücher & Film

KLIPP Feber 2012


Der letzte Ritt eines „wilden Hundes“

Dr. Manfred Rath

Dr. Gunther Ledolter

Medieninhaber und Herausgeber: KLIPP Zeitschriften GmbH & Co KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Ali Rosker, Reinhard Schuch, Michaela Vretscher, Helmut Dietl, Karin Klug, Marguerita Fuller, Maximilian Rombold, David Donnerer, Elisabeth Hewson. Produktionsleitung: Isabella Hasewend

www.wired.com

Der Extremsportler Felix Baumgartner ist als Basejumper schon überall heruntergesprungen, wo sich andere nicht einmal getrauen, hinunterzuschauen. Monatelang schien es, dass das Projekt „Red Bull Stratos“ nie zur Umsetzung kommt. Nun gibt es aber grünes Licht. Felix Baumgartner will zum Abschluss und als Höhepunkt seiner Karriere in 36 km Höhe aus einem Ballon springen und als erster Mensch im freien Fall die Schallmauer durchbrechen. „Viele haben in den letzten fünfzig Jahren versucht, meinen Rekord zu brechen, und viele sind beim Versuch gestorben“, sagt Joseph Kittinger, Oberst der US Air Force. Er führte 1960 einen Stratosphärensprung aus 31 Kilometern Höhe mit 988 km/h Fallgeschwindigkeit durch und leistete damit einen wesentlichen wissenschaftlichen Beitrag zu den ersten bemannten Raumflügen. „Es ist wirklich ein Schritt ins Unbekannte. Niemand kann genau vorhersagen, wie der menschliche Körper

IMPRESSUM

beim Übergang in die Überschallgeschwindigkeit reagiert. Aber wir müssen es herausfinden. In zukünftigen Raumfahrtprogrammen muss es für Piloten und Astronauten Wege geben, im Ernstfall in großer Höhe abzuspringen“, schildert Felix Baumgartner. Red-Bull-Chef Didi Mateschitz schnürt zum Glück keine Sparpakete, sondern stellt dafür 21 Millionen Euro zur Verfügung. So oder so werden Red Bull und Felix Baumgartner damit Geschichte schreiben. Baumgartners Mutter, die bei seinen Abenteuern noch nie live dabei war, wird beim letzten großen Ritt durch die Schallmauer live mitzittern.

Mag. Martin Sudi

Mag. Georg Siarlidis

Fünf Rechtsanwälte – ein Ziel:

Die beste Verteidigung

Produktion: Martin Druschkowitsch, Hans Obersteiner, Christian Wallner. Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg Druck: MA-TISK d.o.o. Maribor Abonnentenpreise: Jahresabo € 14,53, Zweijahresabo € 26,16, Studentenabo: 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr € 13,08 Vertrieb: Hurtig & Flink Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at Nächster Erscheinungstermin: März 2012

Mag. Andreas Huber

Die Kanzlei Friedhofgasse 20, 8020 Graz Tel.: 0316/ 7085, Fax: DW 25 law-office@rath-partner.at www.rath-partner.at

Unterstützt von den Konzipienten: Mag. Bernhard Schöngrundner • Dr. Christoph Fritz • Dr. Mario Fluch • Mag. Wolfgang Ehß KLIPP Feber 2012


Auch im nächsten Grazer Fasching sind die Highlights

Drei Mal O und ein Mal B

Foto: www.ballguide-fotoservice.at

SPOTS

Den Anfang machte in diesem Fasching wieder einmal die „Opernredoute“. Frank Stronach als „Stargast“ zog natürlich wieder viel Interesse auf sich. Und Langeweile kommt bei diesem gelungenen Highlight der Ballsaison nicht zuletzt deswegen nicht auf, weil es ein dauerndes Wandern von einem zum anderen Schauplatz gibt. Der Ball, für den das zweite O steht, ist der „Oberlandlerball“. Dort sind Karten im Prinzip gar nicht zu kriegen, sondern nur Einladungen. Und dementsprechend groß ist der Andrang zum traditionellen Tanzfest der Grazer Oberlandler im Fasching.

Man sollte die Einladungen zu Bällen doch genauer lesen, stellte sich im Nachhinein heraus. „Entschuldigen

Sie“, sagt der Mann auf der Stiege zum Stefaniensaal, greift dem Besucher an das Revers seines Trachten-

anzugs, um einen Blick auf das Hemd zu bekommen. „Mit einem blauen Hemd dürfen Sie da nicht hinein. Es ist nur weiß erlaubt“, kommt dann sein Urteil sehr rasch. An seine Brust ist das Kärtchen „Trachten-Kontrolle“ geheftet. Er ist einer, der dafür zuständig ist, dass die Kleiderordnung am Oberlandlerball im Grazer Stefaniensaal auch eingehalten wird. Und da werden keine Ausnahmen gemacht. So mancher musste noch einmal nach Hause und einen Griff in den Kleiderschrank tun, um das Passende zu finden. Nicht so streng für die zivilen Gäste geht es beim „Offiziersball“ in der Grazer Belgierkaserne zu. Für die Militärs hingegen ist es Pflicht, in der Gala-Uniform anzutreten. Auch dort gibt’s keine Karten für den Normalbürger, sondern nur, wer eingeladen wurde und für die Militärs würdig genug ist, dabei zu sein, der darf „militärischen Boden“ betreten. Weil da alles für den „Bauernbundball“ nicht gilt und praktisch alles erlaubt ist, gibt’s auch keine Karten mehr. Unvorstellbare 16.000 Karten sind schon nach wenigen Stunden verkauft gewesen und machen den Bauernbundball so zu einem der größten Bälle überhaupt. Mit VolksRock’n’Roller Andreas Gabalier als Stargast kann man nur hoffen, dass die Statiker beim Bau des Messecongress Graz ihren Job gut gemacht haben. O

Kollege Stefan Zavernik von d

Eine Havanna i Und dabei gleichzeitig in die Vergangenheit dieser unglaublichen Stadt eintauchen. Nicht in jene, seit Fidel Castro 1959 in Kuba die Macht übernahm, sondern der Mythos aus der Ära davor. Als die Mafia in Havanna regierte, Alkohol, Glücksspiel und Prostitution große Anziehungskraft auf die Besucher ausübten, gab es doch in den USA die Prohibition. Als Vorbild diente die französische Riviera mit einem kräftigen Schuss Las Vegas. Mondäne Hotels, luxuriöse Casinos und freizügige KabarettShows mit wunderschönen Kubanerinnen sollten vergnügungswillige Amerikaner ins Land locken. Al Capone, Lucky Luciano, der „Pate der Paten“, aber auch Frank Sinatra waren Stammgäste.

Shadowland

Foto: Fischer

Hinter einer beleuchteten Leinwand verschmelzen Menschenknäuel elegant zu Gegenständen, Körper fügen sich zu beeindruckenden Phantasiegebilden, zerfallen wieder, werden zu neuen Figuren. Das Pilobolus Dance Theatre aus den USA präsentiert seine faszinierenden Traumwelten im Schattenreich bei der Show „Shadowland“ vom 11. bis 15. April im Grazer Opernhaus. Das, was Pilobolus hier entwickelt hat, lässt sich in keine Schublade pressen. Bilder werden sowohl unmittelbar wie auch mittelbar erzeugt und der Betrachter taucht in die erzeugten Schattenwelten ein wie in eine Filmszene. Zwar nutzt die Kompanie Elemente des Balletts, doch mit Tanz im klassischen Sinne hat das, was die Künstler auf der Bühne zeigen, nur am Rande zu tun. O Infos: 0316/8088200, www.oeticket.com

4

KLIPP Feber 2012


Der Schnee von morgen zeichnet sich bereits am Horizont ab. Wir haben daher unseren Klippologen um eine astrologische Voraussicht auf das Jahr 2012 gebeten.

In der Bar von Ernest Hemingway trifft man auch heute noch den Schriftsteller selbst.

Unbedarftheitsvermutung ist das Wort des Jahres. Es gilt für viele Politiker, die überzeugend nachweisen können, dass sie „irgendwie reingerutscht“ sind in die Politik und eigentlich keine Ahnung haben.

n der Kulturzeitung 80 gönnte sich den Luxus

a in Havanna rauchen Ein anderer Großer war Ernest Hemingway. Er lebte insgesamt 20 Jahre auf Kuba; neben dem Hochseefischen und der Liebe zum Meer schrieb er in dieser Zeit unter anderem „Der alte Mann und das Meer“, für das er den Nobelpreis bekam. Zu Beginn wohnte der Schriftsteller als Dauergast im Hotel „Ambos Mundos“ in der Altstadt von Havanna. Sein Zimmer ist bis heute Nr. 511; den Besuchern steht es frei, es zu besichtigen – zu sehen sind verschiedene Utensilien von der Schreibmaschine bis zum Koffer.

„Wer aber Havanna mit den Augen des großen Schriftstellers sehen möchte, der muss einfach der Bar Floridita einen Besuch abstatten und sich dort bei einem Mojito auch eine Havanna gönnen“, schwärmt Stefan Zavernik, Chef der Kulturzeitung 80. Er gönnte sich diesen Luxus bei seinem Aufenthalt mehrmals. An Hemingways Stammplatz thront dessen Statue, Fotos an den Wänden zeigen ihn mit Fidel Castro, der mit ihm befreundet war. Grund für Hemingways Liebe zur „Floridita“ waren die Daiquiris, von denen er an manchen Abenden bis zu 12 (doppelte) „hinunterkippte“. Eine wahre Glanzleistung, denn, wie Zavernik offen eingesteht, schon nach drei Gläsern registriert man leichte Koordinationsprobleme. Stefan Zavernik: „Wer einmal dort war, will wieder hin und diese Stimmung wieder genießen.“

Österreich verliert auch das zweite A vom Triple-A. Bundeskanzler Faymann: „Da wollten wir hin, A-A, das klingt nach Stuhlgang, zu Austria passt besser ein A.“ Nikolaus Lauda wird erneut Vater, seine Frau bringt im ehelichen Bett, weil es dort billiger ist, einen Sohn zur Welt. Er erhält den Namen Krampus. Neues im Fall KHG: Seine Schwiegermutter erinnert sich zuerst nicht, dann doch wieder, dass sie ihm Geld gegeben hat, weiß aber nicht genau, ob für eine Schachtel Slim light oder für einen Aktienkauf.

KLIPP Feber 2012

Foto: Kapo

KHG, Hochi und Meischi gründen den „Club der weißen Westen“, der Clublokale in der Schweiz, auf den Bahamas, Antillen und Cayman Islands betreibt. Erstes Mitglied ist MensdorffPouilly.

Auch am Wiener Parkett mit dem Kursalon erfolgreich: Friederike Polzhofer

Firmengruppe zu einem der großen Arbeitgeber im Raum Hartberg und einem international erfolgreichen Möbel- und Fenster-Produzenten auszubauen. O

Die Fußball-EM in der Ukraine und Polen zieht Österreichs Männer in ihren Bann, das österreichische Nationalteam schlägt sich während der EM hervorragend und gewinnt alle Matches – gegen Lustenau, Laxenburg und Leoben. Red Bull entwickelt einen Sarg in Dosenform, eine logische Weiterentwicklung der Limonade. Der Sarg soll den Verblichenen Flügel verleihen, der Vatikan verweigert allerdings ein Zertifikat.

2012: Chancen, Pleiten und der „Club der weißen Westen“

Ausgezeichnet Wer sich auf dem glatten Wiener Parkett behauptet, der muss einfach seine Qualitäten haben. Der österreichische Gewerbeverein zeichnete Friederike Polzhofer aus Pöllau als ÖGV-Unternehmerin des Jahres 2011 aus. Die Oststeirerin führt den Kursalon Wien – eine der ersten Adressen, wenn es um große und prominente Events geht. Weiters verantwortet sie mit einem Geschäftspartner die Konzert-Veranstaltungen „Sound of Vienna“. Ihr Sohn Stefan führt das Familienunternehmen Kapo und Neue Wiener Werkstätte mit Sitz in Pöllau. Friederike Polzhofer hat an der Seite ihres Mannes dazu beigetragen, die

SPOTS

der

Griechenland ist endgültig pleite, will aber trotzdem Werbung machen und lädt Europas Bürger zu einem kostenlosen Zelturlaub ein. Die FPÖ sponsert blau-weiße Badehosen im Greece-Look und Millionen Österreicher tummeln sich am Ägäischen Meer.

Der Liebeshimmel über London ist voller grauer Wolken und eine Krise zwischen William und Kate beschäftigt das Empire. William soll in einem Nachtclub mit Camilla gesichtet worden sein, die ihm zärtlich die Glatze kraulte. Das Ereignis stellt die gleichzeitig in London stattfindende Olympiade in den Schatten. Niko Pelinka findet keinen Job und macht bei der „Großen Chance“ mit. Er erweist sich dort als Senkrechtstarter und nimmt, als junger Udo Jürgens gestylt, am Songcontest teil. Dort erreicht er mit einer Pop-Version der sozialistischen Internationale den sensationellen dritten Platz. Promis 2012 sind: Der Gartenrotschwanz als Vogel des Jahres. Die große Kerbameise als Insekt des Jahres und die Labyrinthspinne als preisgekrönte Spinne. Immer noch besser als Lugner, Schwarzenegger und Jeannine Schiller. Sollten Sie, verehrter Leser, mit diesen Prognosen nicht einverstanden sein, dann bedenken Sie bitte: Für den Verfasser gilt – wie für Gerda Rogers & Co – die Unschuldsvermutung. Reinhard Schuch

5


So würde es im Filmjargon heißen, wenn es am 12. März den Auftakt zum diesjährigen Weltcup-Finale im alpinen Skizirkus gibt. Schladming „Die Erste“ hieß es beim Nightrace vor wenigen Wochen. Erwartungsgemäß war der Nachtslalom wieder das Mega-Event der Saison mit TV-Einschaltziffern, die sonst kaum erreicht werden. Geht man vom Zuschauerinteresse beim Slalom aus, so sollten in der Woche zum Weltcup-Finale gut und gerne insgesamt 100.000 Skibegeisterte Schladming als Fahrziel haben. Das Weltcup-Finale ist ja die vielzitierte Generalprobe für die WM im kommenden Jahr. Für Skifans klarerweise interessant, weil sie die Profis sogar beim Training usw. aus nächster Nähe erleben können. Dafür muss man aber in Kauf nehmen, dass viele Pisten „gesperrt“ sein werden. Aber einmal hautnah zu erleben, was für ein Risiko die Skiprofis auf sich nehmen, ist sicher ein Highlight. O

Foto: BB Promotion

SPOTS

Schladming – „Die Zweite“

Kati Bellowitsch und die Kinder

Ein Traum wurde wahr Es war fast unglaublich für Michaela Haider aus Knittelfeld, was da in Innsbruck geschah. Sie hatte die Qualifikation für das österreichische Ski-Cross-Team knapp verpasst und nun wurde sie in Innsbruck doch Olympia-Siegerin. Wie das gehen konnte? Bei den Qualifikationen für die Olympischen Jugendspiele in Innsbruck hatte sie viel Pech und schied einfach aus. So wurde sie nur als Ersatz für Olympia nominiert. Doch neuerliche Verletzungen von einer Fix-Starterin veranlasste das Österreichische Olympische Komitee dazu, Michaela Haider, die 16-Jährige, nachzunominieren. Die Qualifikation in Innsbruck hat sie dann gewonnen und das Finale musste wegen starken Windes abgesagt werden. Laut dem FISReglement zählte daher das Ergebnis der Qualifikation, wo Michaela Haider die Schnellste war. Und damit war sie Olympia-Siegerin. O

Der Vater führte einst in Graz eine renommierte Werbeagentur. Tochter Kati arbeitete in der Agentur mit, ließ sich aber zur Volksschullehrerin ausbilden. Die Chancen für eine Anstellung waren in den 90er-Jahren nicht besonders groß. Kati Bellowitsch bewarb sich als Moderatorin, damals beim Neustart der Antenne. Sie wurde auch prompt ausgewählt. Von der Antenne siedelte sie dann nach Wien zum ORF. Als TV-Moderatorin von Kindersendungen im ORF hat sie sich dann einen Namen gemacht. Diese „Disziplin“ liegt ihr offensichtlich am besten. So gesehen war auch die Ausbildung zur Volksschullehrerin von Nutzen. Und in diesem Umfeld sollte sie auch weiter ihr Talent einsetzen. Moderationen aus Kitzbühel, Schladming, vom Opernball oder bei „Österreich wählt“ – die sind nicht wirklich das Ihre. O

Christian Jauk will als Sturm-Präsident künftig für keine Schlagzeilen sorgen.

Druck- und Kopier-Profi Holper setzt auf Kulturschiene

Ruhe bei Sturm

Tut sich und seinen Kunden was Gutes

Erst als er von seinem Eigentümer grünes Licht bekam, konnte sich Christian Jauk der Präsidentenwahl für Sturm stellen. Jauk ist im Brotberuf bekanntlich Vorstandsvorsitzender der Capital Bank. Ganz im Gegensatz zu seinen Vorgängern will er als Präsident künftig kaum durch Schlagzeilen in den Medien vorkommen, sondern völlig im Hintergrund dafür sorgen, dass der Haussegen bei Sturm nicht schief hängt. Auch soll Jauk darauf drängen, dass die neuen sportlichen Chefs noch einmal mit Franco Foda verhandeln.

6

Er ist ganz happy, dass sein spontaner Einstieg ins „Kultursponsoring“ so großen Anklang gefunden hat. Weit mehr als 100 Karten stellte Helmut Holper seinen Kunden für das internationale Theaterfestival spleen*graz kostenlos zur Verfügung. Dieses ging zum vierten Mal über die Bühne und heute sogar mit 20 Produktionen aus Österreich, Deutschland, der Schweiz, Frankreich, den Niederlanden, Belgien, England, Norwegen und Litauen. Das Festival machte sich an acht

Spielorten und im öffentlichen Raum durch unterschiedliche Bühnenformen – wie Theater, Tanz und Performance-Kunst – bemerkbar. „Mich haben einfach das Engagement und die Begeisterung der Veranstalter so überzeugt, dass wir da gerne mitgetan haben“, so Helmut Holper. O Helmut Holper und Manfred Weissensteiner (Künstlerischer Leiter des Jugendprogramms von spleen) bei der Gutscheinübergabe.

KLIPP Feber 2012


SPOTS

Christa X. mit ihrem Verlobten Philip und den restlichen ãFamilienmitgliedernÒ

Eine beherzte Grazerin fasst Fuß in einem fernen Land

Steirisch-stark in Südafrika Von Marguerita Fuller

A

ls ich das nahe Kapstadt gelegene Haus meiner Freundin Christa betrete, werde ich gleich von zwei riesigen Hunden begrüßt – Rhodesian Ridgeback, wie sie in dieser Gegend sehr häufig anzutreffen sind, vor allem zum Schutz. Spike und Molly sind ausgesprochen freundlich und gut erzogen, hinter ihnen steht ruhig und unauffällig ihr Herrchen, Philip. Er ist Südafrikaner, der Verlobte von Christa und Eigentümer einer Ziegelfabrik. Aus seinen blitzblauen Augen strahlt Ruhe und die Liebe zu seinen Tieren; langsam und bedächtig geht er mit ihnen um. Im Wohnzimmer stoße ich auf noch ein Tier – die Graupapageien-Dame Moki. Philip nimmt sie jeden Tag zur Arbeit mit, sie begrüßt mich mit einem freundlichen „Hallo“.Da ich etwas erledigt von der langen Anreise bin, schlägt Christa vor, zu ihrem „Naturpool“ schwimmen zu gehen. Wir müssen nur ein kleines Stück laufen und schon sind wir da: Eine von gewaltigen Felsen umrahmte Bucht, die aussieht wie ein prähistorisches Freibad – die Wellen peitschen an den Rändern hoch, ein gewaltigschöner Anblick. Das Wasser ist zwar sehr frisch, aber bei Außentemperaturen von 28 Grad ist das nur gut. Christa erzählt mir, dass sie vor einigen Jahren zufällig durch eine KLIPP Feber 2012

Urlaubsreise hierherkam, und als sie die Schönheit des Landes gesehen hatte, wollte sie bleiben. Die Reiseleiterin verhalf ihr zu einigen Jobs, sie lernte Philip kennen und nunmehr verdient sie durch Übersetzungen und auch als Reiseführerin ihren Unterhalt. Nebenbei erklärt sie mir noch, dass ihr Verlobter an der Parkinson-Krankheit leidet – ich bin sehr überrascht, ich hätte es nicht bemerkt. Ich frage, ob dies nicht sehr schwierig für sie ist. Da meint Christa, man weiß nie, ob man selber gesund bleibt, und wenn sie selbst krank würde, wäre sie froh, wenn ihr Partner bei ihr bliebe. Sie hat mit dieser Krankheit auch Erfahrung, hat sie doch ihren Großvater bis zu seinem Tod betreut. In der folgenden Woche werde ich Teil einer kleinen Familie, deren Leben sich in allererster Linie um ihre Tiere dreht. Philips Liebe zu seinen Hunden und seinem Papagei ist allgegenwärtig, man sieht es in seinen Augen, fühlt es; konzentriert

mischt er das Futter, krault den Papagei, teilt das Sofa mit Spike und Molly. Christa hingegen ist immer in Bewegung, übernimmt den Hundespaziergang, erledigt schnell ein paar Übersetzungen. Dann fährt sie zu ihren beiden Vollblutpferden, die sie auch selbst versorgt, die aber ca. 15 km weit weg untergebracht sind. Meine Frage, ob das Leben hier nicht gefährlich ist, beantwortet Christa mit: „Wenn man etwas aufpasst und nicht ausgerechnet nachts in den Townships (Lager, in denen die Ärmsten wohnen) spazieren geht, ist es nicht gefährlicher als anderswo. Und man muss diese Leute doch verstehen, immer wurden sie schändlichst behandelt und ausgenutzt, sie verdienen wenn überhaupt 200 Rand (20 Euro) pro Monat – wie sollen sie denn leben?“ Ein Problem sei, dass nun bevorzugt Schwarzafrikaner gute Posten bekämen und meist unqualifiziert sind, das heißt z.B., dass das Stromnetz öfters zusammenbricht. Aber Christa findet, wenn man zuvor nur für die niedrigsten Arbeiten herangezogen wurde,

Baden im Naturpool, nicht unweit des Hauses – ein wirkliches Vergnügen

wird man natürlich nicht nein sagen, wenn man endlich einen ordentlichen Job bekommt. Das ist typisch für Christa – sie sieht immer auch die andere Seite, ich bewundere das. Eines Abends kommen Freunde zu Besuch, ich staune nicht schlecht: Der Klavierstimmer Hannes aus Gersdorf in der Steiermark und der Grazer Klaus mit seiner Frau – er war Kaminbauer und ist nunmehr in Pension. Hannes stimmt und repariert seit Jahren die Klaviere vor Ort, und das sehr erfolgreich. So sitzen in Philips Wohnzimmer auf einmal 4 Steirer – und das in Südafrika! Die letzten Tage meiner Reise verbringe ich mit Christa in Kapstadt und sie versucht intensiv, mir noch etwas Kulturwissen einzutrichtern. Dies ist umso schwerer, da ich mich eigentlich nur für das Tierleben interessiere – aber ich bewundere ihre Hartnäckigkeit und ihr Wissen um Stadt und Land, ihre Reiseführerausbildung ist nicht zu verleugnen. Der Besuch des größten Pferderennens des Landes, der J&B MET, ist jedoch auch für sie etwas Neues: Elegant gekleidet platziert sie (nach einem Tipp ihrer hiesigen Freundin Marie) die erste Wette – und gewinnt! Aber es wäre nicht Christa, wenn sie nicht sofort den Wettgewinn zur Hälfte an die Insiderin abtreten würde … „Ich hätte ja keine Ahnung gehabt, auf wen ich setzen soll!“ Anständigkeit ist in unserer materiellen Welt gar nicht so selbstverständlich und ich bewundere meine Freundin für ihren Mut, ihre Stärke und ihr gutes Herz – ein Steirerherz … O 7


... das „Schicksal“ von Oberlauser Herbert Granditz. Heuer spielte er zum 27. Mal am Wiener Opernball – dort absoluter Rekordhalter.

Fotos (3): Heimo Ruschitz

SPOTS

Der Schmäh muss immer rennen H

erbert, trink das!“ – der bekannte Actimel-Werbeslogan macht dem Oberlauser und Professor h. c., „humoris causa“, zu schaffen. „Na, des wär’ nix für mi.“ Gemeint sind die vielen Achterl, auf die ihn Fans und Freunde einladen. Und da braucht’s schon eine ordentliche Promille-Verträglichkeit, die auch am Wiener Opernball gefragt ist. Heuer ist er bereits zum 27. Mal mit seinem Trio „Die drei Lauser“ dabei.

Die ersten Auftritte erfolgten mit Handschlag in der Opernkantine. Heute läuft alles mit Unterschrift und Siegel. Beim Heurigen, im Souterrain, sorgt der Professor humoris causa für Stimmung und Hetz. Von halb zehn Uhr am Abend bis um vier Uhr Früh geht’s durch ohne Pause. „Der Gokolo ist do“, stimmen „Die drei Lauser“ das Lieblingslied von Landeshauptmann Erwin Pröll an, einem seiner Stammgäste beim Opernball. Im Schlepptau von Pröll ist meist auch Wiens Bürgermeister Michael Häupl und viel, viel Prominenz, die sich dort bestens amüsiert, und wo der „Schmäh rennt“. Zum Glück nicht mehr führend dabei ist

Das Jahr 1962: die Geburtsstunde der „drei Lauser“. 8

Gäste bei Heinz Conrads.

Für die SchallplattenAufnahmen gab’s öfters Gold.

Herbert Grandits, ein Vertreter des kla heute schon eine Legende.


es klassischen Kabaretts,

Mit Altlandeshauptfrau Waltraud Klasnic bei der Titelverleihung.

Erfinder des „Steirischen Gspass“.

Die „Kleine Bühne“ im Landhauskeller ist seit Jahren sein Kabarett-Zuhause.

Der Wiener Schmäh kommt bei den Bayern besonders gut an. Daher übersiedelte Herbert Granditz 1984 für mehrere Jahre mit den „drei Lausern“ sogar nach München und mietete dort ein Lokal an. In „Herberts Steh- und Schmäh-Beisl“ spielte er nicht nur, sondern kochte er – unterstützt von seiner Frau Daniela – auch auf. Da wurde alles Österreichische geboten – von der Klachlsuppe bis zum Schilcher. Und das Stammpublikum war begeistert. Aber seine Verbundenheit mit Österreich und der Steiermark blieb, und mit seinen Gastspielen blieb er auch immer gut in Erinnerung. Dazu trug auch der „Steirische Gspass“ in der Steirerkrone bei, den es nach einer längeren Pause heute wieder gibt. Nicht zuletzt ein Zei-

„Beim Malen kann ich entspannen.“

chen dafür, wie populär der Oberlauser in der Steiermark ist. Den Grundstein dazu hat er mit seinen mehrmonatigen Gastspielen in Graz im Weinstadl in Eggenberg und im Futtertrögl gelegt. Zigtausende brachten „Die drei Lauser“ dort zum Lachen. In den 80er-Jahren wurde Herbert Granditz vom damaligen Landeshauptmann Josef Krainer sogar zum Ehrensteirer per Urkunde ernannt. Sein Kollege Ernst Prassel bringt’s auf den Punkt: „Er ist ja auch aus gutem Grund Professor h.c. et h.c.! Professor nicht nur honoris causa, sondern ganz besonders auch humoris causa. Humor zu haben und diesen auch zu leben, gehört zu den edelsten Künsten. Herbert Granditz kann viel, hilft er uns doch die 365 härtesten Tage des Jahres leichter zu bewältigen. Er ist hart an der Grenze zum Genie. Und er wird diese auch noch überschreiten. Wollen wir hoffen, dass er uns daran teilhaben lässt.“ Und Herbert Granditz freut natürlich diese Popularität. „Wenn mi die Leut’ anreden, dann is das auch gut für die Hockn.“ O 9

SPOTS

ist praktisch je- Aus dem aktuellen Kabarett seinem aktuelden Tag in der „Ich hab mir einige Foltermethoden für len Programm Grazer Innen- Politiker ausgedacht. Zum Beispiel für „Spott sei stadt auf der den Herrn Strache: Er müsste jeden Tag ei- Dank“, das auf Gasse anzutref- nen halben Kilo türkischen Honig essen.“ der „Kleinen fen. „Mei Frau, Bühne“ im Gradie Dani, bleibt „Unterschied zwischen einem Türken und zer LandhausDer Granderl oder Her- z’Haus, weil einen Vorarlberger: Der Vorarlberger ist keller erfolgbert, wie ihn seine Freunde rufen, mich alle zehn besser gekleidet, aber der Türke spricht reich gespielt ist das, was man sich unter einem Meter jemand besser deutsch.“ wird. Seit dem 6. echten „Weana Kind“ vorstellt. Auf- grüßt, dann März 1992 ist er gewachsen ist er in der Gumpendor- muss i stehenbleiben und des haltet dort mit dem Kleinkunstverein Graz fer Straße in einer Souterrainwoh- sie net aus“, freut er sich logischer- zu Hause und feiert heuer sein 20nung – a echta Lausbua. Die Mutter weise über seine Bekanntheit. Aber jähriges Jubiläum. Schon sein erster war Alleinerzieherin und wollte die Kehrseite der Medaille: „Fast je- Auftritt als Solist mit dem Programm ihrem Buben natürlich eine viel bes- der will von mir den neuesten Witz „Kraut und Ruabn“ war ein durchsere Zukunft ermöglichen. Daher hören oder Schmäh führ’n mit mir.“ schlagender Publikumshit. Die war die Mittelschule ein Muss. Und Und das ist etwas, was nicht leicht Abende waren immer ausverkauft. danach gehört ein Bürojob dazu. Al- zu verdauen ist. „Ich hab lange Zeit les war schon angerichtet, doch Her- darunter gelitten, dass i der bin, so 2012 ist für den Professor humoris causa ein Jahr der Jubiläen. Denn es war das Jahr 1962, als „Die drei Lauser“ Herbert Granditz, Peter Peters und Herbert Bugkel im „Sanften Heinrich“ in der Wiener Hüttelbergstraße zum ersten Mal auf der Bühne standen. In der Folge spielten sie in allen prominenten Heurigen-Lokalen in und um Wien. Also feiert er heuer auch 50 Jahre „Die drei Lauser“. Bis zur Geburtsstunde der „drei Lauser“ waren die „Spitzbuam“ in Wien die ungekrön… im Tonstudio … als Pfarrer Pucher ten Könige der Heurigen-Unterhalbert selbst entschied sich: „Das war wie i net bin“, philosophiert er. Ent- tung. „Wir sind aber gut miteinanmir zu grau.“ Anstatt am besagten spannen und Abschalten kann er der ausgekommen“, so Herbert Tag nach der Zusage seine Stelle bei beim Malen und Zeichnen. Seine Granditz. „Den Namen haben wir in, einer Versicherung anzutreten, be- Bilder hängen mittlerweile in vielen so denke ich, einer sehr alkoholgab sich Herbert Granditz mit einem Ländern Europas und in Übersee. trächtigen Runde erfunden“, erineigenen Quartett auf „Tournee“. Rund 80 Ausstellungen gab es be- nert er sich. Er war vorher als Profimusiker in Deutschland unterwegs Seine Leidenschaft von Jugend an reits. war das Schlagzeug. Erst später, in „Weil die Leute von mir immer er- und hat sich natürlich gefreut, nach den 60er-Jahren, verlegte er sich auf warten, dass ich witzig, humorvoll Wien zurückkehren zu können. „Die den Kontrabass. Die Mutter war bin. Doch alle Kabarettisten oder drei Lauser“ feierten ihre großen Ernatürlich gekränkt, böse, verärgert. Komiker können es im Leben logi- folge in den 70er- und 80er-Jahren, Aber als sie bald darauf sah, dass ihr scherweise nicht immer sein. Aber im Fernsehen sogar mit einer eigeHerbert mit der Musik auch gutes sobald ich eben in einer Runde bin, nen Sendung, traten bei Heinz ConGeld verdiente, ist sie sehr stolz auf dann kommt diese unbewusste Pro- rads auf, tourten durch Österreich ihn gewesen. fessionalität dazu, dass man sich und Deutschland, füllten die Müneben wieder auf den Schmäh ein- chner Olympiahalle mit 10.000 „Herr Professor“ darf man stellt.“ Wenn einer sagt: „Granderl, Fans, ihre Schallplatten standen in Oberlauser Herbert Granditz seit hast kan neuen Witz?“ „Dann werde den Hitparaden ganz oben. Sie wa2001 ansprechen, weil ihm dieser ich eben zu dem, so wie mich meine ren gefragt, weil ihre Schmähs spritBerufstitel vom Bundespräsidenten Freunde sehen wollen“, so Herbert zig, witzig und wirklich lustig waren, verliehen wurde. Der Herr Professor Granditz. Das zeigt er auch wieder in aber nie tief unter der Gürtellinie. Ex-Staatsoperndirektor Holender, „der“, so Granditz, „dem Ball viel von seinem Wiener Flair genommen hat. Früher haben wir oft bis elf Uhr am Vormittag in der Opernkantine weitergespielt.“


R

Foto: Österreichisches Staatsarchiv / Kriegsarchiv

R

C

E

P

T

Seemacht Österreich-Ungarn: Geheime k. u. k. Mission für Nickelerz im Pazifik endete mit einem Massaker

Im Kampf gegen Kannibalen Es war ein Kampf auf Leben und Tod, der sich am 10. August 1896 auf der kleinen Pazifikinsel Guadalcanal ereignete, deren Namen in Europa kaum jemand kannte. Männer des k. u. k. Kanonenbootes Albatros, auf der Suche nach dem seltenen Nickelerz, wurden von Einheimischen überfallen. Diese stürzten sich – die Expedition machte im Dschungel auf einer Lichtung Rast – auf die weißen Männer in Tropenuniformen, Keulen und Beile trafen auf Köpfe, Oberkörper und zum Schutz emporgerissene Arme, Blut spritzte und helle Uniformen färbten sich rasch blutrot. Alle weißen Männer, die noch dazu in der Lage waren, feuerten nun wie wild mit ihren Repetiergewehren und Armeerevolvern. Als es keine erkennbaren Ziele mehr gab, verebbte das Schießen und das Schlachtfeld bot eine gespenstische Szene. Außer dem Stöhnen der Verwundeten war nichts zu hören, einige weiße Männer in blutigen Uniformen lagen am Boden, andere stan-

10

den mit ihren Waffen in den Händen geschockt und irgendwie ratlos da. Rundherum lagen die Körper einiger der braunen und fast nackten Männer, die angegriffen hatten, die meisten leblos, nur wenige zuckten noch. Einer der weißen Männer begann schließlich Befehle zu geben. Er sprach deutsch mit österreichischem Akzent. Die meisten der weltumspannenden Expeditionen der k. u. k. Kriegsmarine waren friedlich verlaufen. Jene mit der Albatros nicht.

Alles begann 1893 mit einem Wettschießen Es wurde jedoch nicht auf Scheiben, sondern auf Stahlplatten geschossen, denn man wollte in einer Zeit, in der die Geschütze immer leistungsfähiger wurden, den besten Panzerstahl finden. Trotz starker internationaler Konkurrenz ging Arthur Krupp aus Berndorf in Niederösterreich als Sieger hervor. Dieser Arthur Krupp war ein Verwandter der viel berühmteren Krupps aus dem Ruhrgebiet. Arthur Krupp produzierte wie seine Verwandten Stahlwaren aller Art und

Foto: Sammlung Georg Pawlik

H

TO S I

IS

H

S

O

insbesondere auch solche für das Militär. Nun witterte er das große Geschäft. Doch für den sehr beschussfesten Stahl des Herrn Krupp benötigte man Nickelerz, einen eher seltenen Rohstoff. Die Nickelbergwerke in Österreich waren bereits im 19. Jahrhundert wegen mangelnder Rentabilität geschlossen worden. Frankreich bezog reichlich Nickel aus seiner im Südpazifik befindlichen Kolonie Neukaledonien, womit es am Weltmarkt eine Art von Monopol innehatte. Damit war man weder bei Krupp in Berndorf noch von Seiten des offiziellen Österreich-Ungarn zufrieden. Krupp vermutete, dass es im Pazifik weitere Vorkommen von Nickel geben könnte, die möglicherweise auf Inseln lagern, die noch von keiner Großmacht beansprucht worden waren. Der einflussreiche Unternehmer machte also mobil und es gelang ihm, die Verantwortlichen der k. u. k. Kriegsmarine zu Erkundungsfahrten in den Südpazifik zu bewegen. Dazu versprach er die Finanzierung der wissenschaftlichen Forschung und das Geld für den Kauf von Land, falls Nickel gefunden würde. Die k. u. k. Marine stellte auf Geheiß des KLIPP Feber 2012


Foto: Sammlung Georg Pawlik

Kaisers Schiffe zur Verfügung und die Expedition wurde mit dem Nötigsten ausgerüstet. Wobei der wirkliche Zweck dieser Reise geheim bleiben sollte, da man offiziell nicht als neue Kolonialmacht im Südpazifik dastehen wollte.

Das geheime Anliegen der Mission Die Reise mit der Albatros und ihrer 114 Mann starken Mannschaft fand unter dem Kommando von Korvettenkapitän Josef Mauler von Elisenau statt. Die offizielle Version lautete: Beschaffung von genauen hydrografischen Daten über das Inselgebiet und die dort befindlichen Fahrstraßen, die Durchführung meteorologischer, klimatologischer und magnetischer Beobachtungen, Messung der Erdschwere, das Anlegen von Sammlungen naturhistorischer, ethnografischer und anthropologischer Artefakte und geologische Untersuchungen der Inselgruppe. Frühere Expeditionen nährten die Hoffnung auf den Fund von Nickelerz, brachten aber keinen direkten Erfolg. Die Albatros war für die Expedition umgebaut worden. Schwere Geschütze wurden durch einige leichtere Maschinenkanonen ersetzt, wodurch mehr Platz entstand. Man errichtete zwei Deckhütten, die zusätzliche Kabinen und Räume für Vorräte enthielten. Es gab einiges an ungewohntem Luxus, wie eine Barkasse mit Benzinmotor und eine Eismaschine. Von Seiten der Akademie der Wissenschaften nahm der Geologe Dr. Heinrich Foullon de Norbeeck an KLIPP Feber 2012

der Expedition teil. Er galt als bedeutender Experte auf seinem Gebiet und hatte bereits an der erfolglosen Reise der Fregatte Saida teilgenommen.

Marsch in den Tod Die beiden Berge, wo man Nickel vermutete, konnten nur in Fußmärschen über die Insel erreicht werden. Ein Landungskommando aus 30 Mann, gut bewaffnet, setzte sich in Marsch. Mit der schweren (wissenschaftlichen) Ausrüstung kam

Expedition wurde über Tage von den Eingeborenen beobachtet, ohne direkt bedroht zu werden. Doch die Situation wurde zusehends angespannter. Und am 10. August kam es zum eingangs geschilderten Massaker. Nachdem sich die Überlebenden einigermaßen von ihrem Schrecken erholt hatten, offenbarte sich das ganze Elend der kleinen Schar. Baron Foullon war mehrfach verwundet und blutete stark, zwei Matrosen hatten schwerste Kopfwunden, der

Österreichs Helden zur See Die kaiserlich-königliche Habsburger-Monarchie war zu ihrer Zeit eine Großmacht. Allerdings nur zu Land, verglichen mit England oder Frankreich – beide Länder hatten auch riesige Kolonien unter ihrer Herrschaft. Dennoch mussten und wollten die Habsburger auf den Meeren und anderen Kontinenten Flagge zeigen. Dazu war der Aufbau einer Flotte (Handel und Militär) erforderlich. Die Anstrengungen dazu waren wechselhaft, die Habsburger galten daher stets als „Landratten“. So durfte sich die kaiserliche Yacht nur in Küstennähe bewegen. Buchautor Helmut Neuhold zeigt in seinem Buch (Styria Verlag), dass die k. u. k. Monarchie dennoch große Helden zur See hatte.

der Trupp nur langsam voran. Zudem war das Gelände äußerst schwierig. Das Kommando hatte ein Linienschiffsfähnrich namens Franz Budik. In 950 Metern Seehöhe errichteten die Österreicher ein Basislager. Dort ließ man neun Leute zurück. Ein fataler Fehler, wie sich nachher herausstellen sollte. Die

Rest war mehr oder weniger leicht verwundet. Linienschiffsfähnrich Budik ordnete mitsamt den Verwundeten den Rückmarsch ins Lager an. Als die Gruppe nach zwei Stunden endlich das Lager erreichte, bot sich ein furchtbares Bild. Nur zwei der Überlebenden waren unverletzt. Auch Baron Foullon erlag seinen

schweren Verletzungen. Man hüllte ihn und die anderen Toten in Zelte und Tücher und legte sie in den Urwald, wo man sie so gut wie möglich mit Laub bedeckte. Später sollten die Leichen trotz einiger Versuche nicht mehr gefunden werden, was gewissen Mutmaßungen über Kannibalismus durch die Eingeborenen Auftrieb gab. Der Rückmarsch der Österreicher war für diese durch das unwegsame Gelände eine Qual, er dauerte zwei Tage. Ein Matrose war vorausgeschickt worden, um auf der Albatros Hilfe zu organisieren. 30 Mann rückten aus und retteten so den Expeditionstrupp. Die Albatros dampfte danach in eine geschützte Bucht, wo man die Genesung der Verwundeten abwartete. Erst zwei Jahre später, im Mai 1898, kehrte die Albatros in ihren Heimathafen Pula, auf Istrien, zurück. Nickel hatte sie nicht gefunden. Doch wurden die Offiziere und Mannschaften des Schiffes wegen „tapferen und vorzüglichen Verhaltens bei dem mörderischen Überfall“ vom Kaiser belobigt und mit Orden versehen. Der k. u. k. Kreuzer Leopard brachte 1900 ein drei Meter hohes Kreuz – es steht noch heute – nach Guadalcanar (heute Guadalcanal), das feierlich eingeweiht wurde. Die Insel erstreckt sich über 6.500 Quadratkilometer und zählt 110.000 Einwohner. Noch immer gibt es dort eine „Vienna-Insel“ und „Austria-Bucht“. Das österreichische Kreuz hat sogar die furchtbare Schlacht im Zweiten Weltkrieg überstanden und wurde 2005 von Österreichern restauriert. Dabei konnte angeblich auch geklärt werden, warum der Angriff auf die österreichischen Seeleute überhaupt erfolgt sei: Entgegen der ursprünglichen Annahme, dass die Eindringlinge ein Tabu verletzt hätten und deshalb attackiert wurden, erklärten Nachfahren der seinerzeitigen Führer, dass die Buschmänner geglaubt hätten, die weißen Männer wären von den höher entwickelten Bewohnern der Küste geholt worden, um sie zu vertreiben. So wurden die k. u. k. Seeleute nichtsahnend die Opfer einer Fehde zwischen zwei Bevölkerungsgruppen der Insel Guadalcanal. Auf Guadalcanal werden heute Gold und Kupfer abgebaut. Auf einer der Nachbarinseln, auf der die Österreicher auch geforscht haben, wird Nickel gewonnen … O Quelle: „Österreichs Helden zur See“ von Helmut Neuhold (Styria Verlag)

11


COVERSTORY

Götter in Schwarz … und wer „bestraft“ die Staatsanwälte und Richter wenn sie „fehlen“?

Bei Redaktionsschluss gab es noch kein Urteil im Sturm-Prozess mit Hannes Kartnig als Haupttäter. Staatsanwalt Johannes Winklhofer (li.) fordert drei Jahre Freiheitsstrafe und hält alle acht Angeklagten für schuldig. Richter Karl Buchgraber, Vorsitzender des SchöffenSenats: Seine Entscheidung wird zeigen, inwieweit er als Richter den Sachverhalt anders beurteilt.

N

iemand. Auf der Erde kommen sie vor dem lieben Gott: die Götter in Weiß und die Götter in Schwarz. Die in Weiß können sogar auf Leben und Tod einwirken. Jene in Schwarz, die Staatsanwälte und Richter, entscheiden bei uns zum Glück nicht über Leben und Tod, aber doch über ein Leben in Freiheit oder nicht. Ihnen wird eine Autorität und Moral zuerkannt, auferlegt, woran zum Beispiel in der Kirche Priester, bis

hinauf zum Papst, immer wieder scheitern. Wer aber ihre Objektivität bei Entscheidungen in Zweifel zieht, der rüttelt an den Grundfesten des Staates. Dabei trifft sehr oft der alte Volksspruch zu: „Ist das Glas halbvoll oder halbleer?“ Das ist eine Sache des Standpunktes. Im einen Fall geht der Angeklagte frei, im anderen wird er verurteilt. Was dann, wenn die Verantwortlichen in ihrer Beurteilung fehlen, ihre Befugnisse unbewusst oder auch bewusst über-

Jochen Pildner-Steinburg, Unternehmer und IV-Präsident:

schritten haben? Wer belangt die Herrschaften dann? Niemand. Staatsanwälte und Richter sind Vertreter des Staates. Erstere weisungsgebunden, Zweitere unabhängig. Aber beide schützen den so genannten Rechtsstaat. Was Staatsanwalt Johannes Winklhofer darunter versteht, erklärte er zuvor in seinem Plädoyer: „Die Freiheitsstrafe muss drei Jahre betragen. Irgendwann ist es aus. der Staat nimmt sich sonst nicht ernst.“

„Hier sind Leute ins Kriminelle abgedriftet, die solide Menschen sind“, sagte der Ankläger in seinem Schlussvortrag. Solide Menschen, die so etwas sonst nie tun würden, „aber wenn es um eine Lederkugel geht, mit Luft drinnen . . .“. Die Hauptverantwortung treffe Ex-Präsident Kartnig, aber auch die anderen Vorstände seien nicht stumm und taub in den Sitzungen gesessen. Der Aufwand von Sturm für überbezahlte Profis sei ruinös gewesen. In

Prof. Bernd Schilcher:

In der Steiermark päpstlicher Keine fairen Verfahren Es geschehe immer wieder, dass Österreich vor den Europäischen Geals der Papst … richtshof zitiert wird, weil es laut Artikel 6 der MenschenrechtskonventiJochen Pildner-Steinburg hält vorweg ausdrücklich fest, dass seine Meinung nicht auf irgendwelche aktuellen Verfahren gemünzt ist, sondern seine prinzipielle Ansicht darstellt: „Wir sind in der Steiermark päpstlicher als der Papst. In Graz gelten, so habe ich oftmals das Gefühl, andere Gesetze als in Wien, werden diese völlig anders interpretiert, herrscht eine andere Grundstimmung. Ich frage mich: Wie viele Steuerprüfungen haben die Wiener Klubs durchmachen müssen? Ob Rapid oder Austria. Dass die Kicker Schwarzgeldzahlungen bekommen, das weiß ja jeder. Und das ist ja keine Sensation. Der Prominenten-Faktor wirkt in Wien ganz anders. In der Steiermark ist jeder Prominente schon ein potenzieller Täter. Man sollte die Kirche im Dorf lassen.Vieles ist grenzwertig in unserem Gesetzesdickicht. So geschieht es, dass, wenn einer seiner Mitarbeiter in der Fleischerei seine Metallschuhe oder Metallhandschuhe nicht vorschriftsmäßig trägt, dann der Firmenchef verantwortlich ist, wenn was passiert. So kann es ja auch nicht sein. Die Verantwortung muss doch auch bei jedem Einzelnen selbst gegeben sein. Das alles ist sehr grenzwertig.“

12

on kein faires Verfahren gegeben habe – das geht von zu langen Fristen bis zur Verfassungswidrigkeit.Woher das komme, sei nicht zu klären, aber es sei auf jeden Fall unverzeihlich. Zu den Strafen im Zusammenhang mit Vermögensdelikten: „Die sind ziemlich schroff und sehr knackig, im Vergleich zu Verfahren, wo es um Körperverletzungen oder Sittlichkeitsdelikte bei Kindern geht. Selbst wenn jemand bei einem Verkehrsunfall fahrlässig getötet wird, ist die Strafe oft erstaunlich gering, verglichen mit Betrugsdelikten. Die österreichischen Gerichte sind zum größten Teil nicht geeignet für große Wirtschaftsverfahren. Die dort eingesetzten Staatsanwälte und Richter sind von ihrer beruflichen Ausbildung her meist zu wenig vorbereitet.“ Insgesamt sei die Justiz im Umbruch, so der Rechtsexperte. „Es muss einfach diskutiert werden, ob es wirklich nützlich war, den Staatsanwalt im Vorverfahren zum Herrn des Verfahrens zu machen und den unabhängigen Untersuchungsrichter damit wegfallen zu lassen.“ In den USA oder Großbritannien sei das Amt der Richters der krönende Abschluss einer Berufskarriere, in Österreich kann man schon in jungen Jahren Richter werden. „Weil das in den anglikanischen Ländern nicht so ist, ist auch die Position der Richter dort eine ganz andere.“

KLIPP Feber 2012


COVERSTORY ... Entscheidungsort: Ein Leben in Freiheit oder im Gefängnis?

fünf Jahren habe allein Tomislav Kocijan eine Million Euro verdient. „Wie lange muss ein Angestellter dafür arbeiten? 40 Jahre, ein Berufsleben lang.“ Dieses System sei nur durch systematische Lohnsteuerhinterziehung möglich gewesen, Verschleppung des Konkurses und Betrug seien die Folge gewesen. Winklhofer: Mit 1,7 Millionen bei „Perspektiven“ und 8,3 Millionen bei Sturm hätten Kartnig und zum Teil die Mitangeklagten „die höch-

Fotos (5): Heimo Ruschitz

Stunde der Wahrheit für Hannes Kartnig: mit dem Rücken zur Wand. Für ihn verlangt Staatsanwalt mehrjährige Freiheitsstrafe.

ste Abgabenhinterziehung in diesem Land zu verantworten“. Für die anderen Angeklagten fordert der Ankläger geringere und bedingte Strafen. Für Kartnig aber eine strenge Haftstrafe und ein Fußfesselverbot: „Man kann sich nicht überall mit einem Witz hinausschwindeln.“ Winklhofer ist von seiner Argumentation voll überzeugt. Kraft seiner Funktion ist er oberster Ankläger und Hüter von Recht und Ordnung im Staat. Eigene Fehler zugeben – das geschieht praktisch nie. Passieren Fehler, dann wird meist von der ersten bis zur letzten Instanz „gemauert“, sieht das österreichische Justizsystem keine Waffengleichheit für die Angeklagten vor. Eine weitere Schwäche: Wiederholt dauern die Vorermittlungen in Wirtschaftsverfahren, bis sie anklagereif sind, Jahre. Im Fall des Buch-Diskonters Libro waren es sogar mehr als zehn Jahre. In den zurzeit aktuellen Prozessen, was den Fußball betrifft, sind es ebenfalls bereits sechs Jahre. Alle Behörden setzen sich und den Bürgern Fristen für die

Dauer und das Ende eines Verfahrens. Nur bei Gericht soll das nicht gehen. Und alles mit dem Verweis auf den Rechtsstaat. Man übersieht allerdings dabei, dass jeder Beschuldigte auch ein Recht hat, in einer übersehbaren Zeit sein Urteil zu bekommen. Gegenwärtig ist es aber so, dass sich Gerichtsverfahren ziehen wie ein Gummiband. Das wiederum bedeutet noch mehr Kosten, vor allem für die Beschuldigten und Angeklagten.

Kartnig-Urteil verschoben Bei Redaktionsschluss gab es noch kein Urteil im Sturm-Prozess, wiewohl es schon mehrfach angekündigt worden war. Neben der drohenden strafrechtlichen Verurteilung trifft die lange Prozessdauer die Angeklagten vor allem wirtschaftlich, und das existenzbedrohend. Die Kosten für den Prozess samt Gutachten übersteigen die Millionen-EuroGrenze. Denn zu bezahlen sind neben den zu erwartenden hohen Geldstrafen auch noch die sicher beträchtlichen Honorare für die

Harald Christandl, auch ein Anwalt im Sturm-Prozess

... gegen Menschenrechtskonvention Die Reform 2009 der Strafprozessordnung ist in den Augen von Harald Christandl verfassungswidrig. Seit damals gibt es bei einem Schöffenverfahren nur noch einen Berufsrichter und zwei Schöffen. Christandl: „Einen hat man aus reinen Sparsamkeitsgründen einfach herausgeschossen. Klar, dass damit auch die Qualität der Urteile darunter leidet. Zwei erfahrene Berufsrichter sind nun einmal eine bessere Gewähr dafür.“ Nun sei das Schöffenverfahren ein verstecktes Einzelrichterverfahren und verstößt damit klar gegen die Menschenrechtskonvention, die jedem Angeklagten ein faires Verfahren vor Gericht zusichert. Der kleine Hendldieb – was gut ist – könne zwei Instanzen anrufen, im Ausnahmefall sogar bis zum Obersten das Urteil bekämpfen. Beim Schöffensenat kann die Beweiswürdigung praktisch nicht bekämpft werden, gibt es praktisch auch keine zweite Instanz. Nur eine Rechtsrüge ist möglich. Die Beweiswürdigung selbst ist nicht anfechtbar. „Das ist für mich ein klarer Verstoß gegen die Menschenrechtskonvention“, legt Christandl dar. Bis vor einigen Jahren war es ja anders. Da gab’s den Untersuchungsrichter und er war der Herr des Vorverfahrens. So, wie es sich gehört. Da war auf der einen Seite der Staatsanwalt und auf der anderen der Anwalt. Jeder machte seine Eingaben und dann wurde entschieden: „Klagen wir an oder nicht?“ Das war ein faires Verfahren. „Das war auf Augenhöhe, da hat’s zwei Partner gegeben.“ Der Untersuchungsrichter als unabhängiger Richter hat die Ermittlungen geführt. Bei den Ermittlungen waren kein Staatsanwalt und kein Anwalt dabei. Der Untersuchungsrichter hat den Ermittlungsauftrag gehabt. Der hat die Zeugen einvernommen, hat die Kripo beauftragt. Der Verteidiger und der Staatsanwalt waren auf Augenhöhe.

KLIPP Feber 2012

Auch Zeuge Frank Stronach konnte oder wollte seinen Freund auf Anraten seiner Berater nicht wirklich entlasten.

knapp zwei Dutzend Anwälte. Selbst wenn die Angeklagten mit ihnen pauschalierte Honorare vereinbart haben. Für Außenstehende ist nicht wirklich nachvollziehbar, wohin die Millionen Euro, um die es im Sturm-Prozess geht, geflossen sind. Niemand stellt allerdings die Behauptung auf, Hannes Kartnig habe sie für sich beansprucht. Sondern in den Genuss dieser Schwarz-Zahlungen sind die Fußball-Profis gekommen. Die meisten von ihnen – schon lange im Geschäft – wussten, dass sie einen Teil ihrer Gage „sozusagen schwarz bekommen“, nicht wenige hatten sogar Bruttound Nettoverträge. Also könnte man allen Spielern, die in dieses System eingebunden waren, vorwerfen, sie wären Mittäter gewesen. Doch die Finanz und zum Teil auch die Justiz sahen darüber nobel hinweg, wollten die Fußball-Stars nicht vom grünen Spielfeld auf die Anklagebank holen. O

Günter Paulitsch, Richter in Ruhe, ehemals Fußballprofi und -Trainer:

… löst oft Kopfschütteln aus Die Strafen bei Wirtschaftsdelikten seien oft, wie zum Beispiel bei Helmut Elsner – „er mag möglicherweise ein Ungustl sein“ – mit 9,5 Jahren, überzogen. „Was muss ein Gewalttäter anstellen, dass er zehn Jahre kriegt?“, vergleicht Günter Paulitsch. Er habe den Eindruck, dass sich Gerichte da und dort von der Berichterstattung in den Medien anstecken lassen. „Da darf sich ein Profi nicht beeinflussen lassen.“ Für Paulitsch müsse die Gesellschaft vor Gewaltund Sexualtätern viel stärker geschützt werden, als dies jetzt der Fall ist. „Bei Vermögensdelikten fehlt mir oft die Verhältnismäßigkeit, vor allem dann, wenn sogar gänzlich oder zum Teil eine Schadenswiedergutmachung erfolgt ist.“ Für ihn wäre wichtig, dass die Justiz entschiedener und klarer gegen die zunehmende Gewalt in unserer Gesellschaft vorgehen sollte. 13


Frauen von zwei Expolitikern, noch dazu ohne Management-Praxis, an die Spitze der Musik-Uni Graz gehievt

Arge Misstöne Die erfolgreiche, zukunftsweisende Führung von Universitäten ist schwierig genug. Will man allerdings das Gegenteil, ein Tohuwabohu, so bietet die Kunst-Universität Graz, wie sie genannt wird, ein gutes Rezept und Beispiel dafür.

M

an nehme die zwei ehrgeizigen Frauen von zwei ehemaligen Politikern. Natürlich nach der österreichischen Farbenlehre – eine ÖVP- und die andere SPÖ-nah. Dann hievt man diese mit Hilfe des Ministeriums und Seilschaften im (gesellschaftspolitischen) Hintergrund in den Uni-Rat, das oberste Führungsgremium der Universität. Die zwei Gattinnen, um die es geht, heißen Reingard Rauch und Ute Riedler. Beide sind Akademikerinnen, allerdings bis dahin ohne jede Managementund Führungspraxis.

Rot und Schwarz bestimmen Reingard Rauch kam schon in der schwarz-blauen Koalition in den Uni-Rat und ist zur Zeit die aktuelle Vorsitzende des fünfköpfigen Gremiums in Graz in der Leonhardstraße. Sie ist auch Mitarbeiterin des Böhlau-Verlags, in dem ihr Schwager eine führende Rolle spielt, und ist nach eigenen Angaben auch mit dem Kulturmanagement vertraut gewesen. Ihr Mann Wolf Rauch ist Universitätsprofessor in Graz, war sogar einmal Rektor und saß bis 2005 für

14

die steirische ÖVP auch als Wissen- Rat der Kunst-Universität Graz schaftssprecher im Landtag. In die- durchaus qualifiziert, sonst hätten sen Jahren knüpften die Rauchs of- sie nie eine Chance gehabt, in die fensichtlich auch ihre Kontakte in engere Wahl zu kommen. Kreisen von politischen Entscheidungsträgern – unter anderem zu Rauch und Riedler Waltraud Klasnic (sie holte Rauch in Im Paragraphen 21 des Universitätsden Landtag) und zu Martin Barten- gesetzes heißt es zu den Voraussetstein. Dieser verfügte als Arbeits-, zungen für die Funktion im Uni-Rat wörtlich: „Der UniverFamilien- und Wirtsitätsrat besteht aus schaftsminister in der (…) Mitgliedern, die in schwarz-blauen Schüsverantwortungsvollen sel-Regierung über Positionen in der Gegroßen Einfluss. sellschaft, insbesondeUte Riedler wiederum re der Wissenschaft, ist die Frau des Kultur oder Wirtschaft langjährigen SPÖ-Politätig sind oder waren tikers Wolfgang Riedler. Er war Vorsitzender und aufgrund ihrer der Grazer SPÖ, Vizehervorragenden Kenntbürgermeister in der nisse und Erfahrungen Georg Schulz mit 1. März Landeshauptstadt und als Rektor vorläufig wieder (!) einen Beitrag zur Erschied bekanntlich erst im Amt. reichung der Ziele und nach einer KampfabAufgaben der Universtimmung vor knapp zwei Jahren un- sität leisten können.“ freiwillig aus der Politik aus. Ried- Folgt man dieser Formulierung, ler kehrte daraufhin als Beamter in dann hätten die beiden Ehemänner, die Landesregierung zurück. Laut Wolf Rauch und Wolfgang Riedler, ihrer eigenen Homepage ist Ried- in ihrer Zeit sehr wohl alle Vorauslers Frau als ehemalige Wissen- setzungen für eine Nominierung für schaftsjournalistin seit rund zehn diese Funktion mitgebracht. Nur, Jahren als Kommunikationsberate- aktive Politiker können laut Gesetz rin selbstständig, mit Spezialisie- nicht in einen Uni-Rat entsandt werrung auf die Beratung in Wissen- den. Der Bundesregierung steht das schafts- und Karrierefragen. Recht zu, auf Vorschlag des WissenNicht überraschend wehren sich schaftsministers zwei Kandidaten beide im Gespräch mit Klipp vehe- für den fünfköpfigen Uni-Rat in ment dagegen, dass man sie gleich- Graz zu nominieren und zu entsensam auf die Etikette „Gattin meines den. Das Glück traf, wie gesagt, Mannes“ zu reduzieren und abzu- Reingard Rauch und Ute Riedler. qualifizieren versucht. Beide wären Die zwei weiteren Mitglieder des von ihrer soliden beruflichen Vorbil- Uni-Rats werden vom Akademidung her für die Funktion im Uni- schen Senat entsandt und das fünfte Foto: KUG Wenzel

POLITIK

Foto: Heimo Ruschitz

… der gute Ruf leidet, nicht nur der Schriftzug.

Mitglied können die vier Uni-Räte selbst bestimmen. Das gilt pikanterweise auch für das Honorar. Die Uni-Räte handeln sich ihre Gage für das Monat oder Jahr unter sich aus. Auch recht nobel vom Gesetzgeber! Auf der Grundlage eines Bescheids des Bildungsministeriums wurde Georg Schulz vom Uni-Rat wiedergewählt und nimmt mit 1. März 2012 vorläufig seine Tätigkeit als Rektor der Musik-Universität Graz auf. Der Akademische Senat ist entschieden dagegen. Sein Nein hat aber keine aufschiebende Wirkung. In der Bestellung von Schulz sieht der Akademische Senat ein völlig rechtswidriges Vorgehen. Im Universitätsgesetz steht mehrfach klar und unmissverständlich, dass die Vorschläge des Uni-Rats und der so genannten Findungskommission nicht bindend sind, am jeweiligen Dreier-Vorschlag des Akademischen Senats hingegen kein Weg vorbeiführt. Der 16-köpfige Akademische Senat ist das einzig demokratisch gewählte Gremium der Grazer Universität und vertritt rund 400 Professoren und Vortragende, Studenten, Verwaltungsbedienstete usw. Georg Schulz war schon bis September 2011 Rektor. Der Senat lehnte seine neuerliche Bestellung ab, weil Schulz mit seinem Team, den beiden Vize-Rektoren, nicht die nötigen Führungsqualitäten zum Wohle der Universität zeigte.

Klage wegen Rektorwahl In der neuerlichen Bestätigung von Georg Schulz als Rektor durch das Ministerium sieht Franz Kerschbaumer, der Vorsitzende des Akademischen Senats, einen unerlaubten Eingriff in die Autonomie der Universitäten. Rückendeckung bekommt Kerschbaumer auch von den übrigen 21 Senatsvorsitzenden in Österreich. Auch sie halten das Vorgehen des Ministeriums für gesetzlich nicht gedeckt. Jetzt ist der Verwaltungsgerichtshof am Zug. Der Senat der Kunst-Uni Graz hat gegen das Vorgehen des Ministeriums und des Uni-Rats eine Klage eingebracht. Wann die Entscheidung darüber getroffen wird, ist völlig ungewiss. Reingard Rauch scheidet nach eigenen Angaben mit 1. März 2013 aus dem Uni-Rat aus. Zwei „Runden“ zu je fünf Jahren sind das Maximum. Sie könnte dann nur noch für rund zwei Jahre wiederbestellt werden. Es scheint, als wollte sie Georg Schulz quasi im letzten Abdruck noch einen guten Dienst erweisen. O KLIPP Feber 2012


GKK-Obmann Josef Pesserl im KLIPP-Gespräch:

Sie fordern, wie schon im letzten Klipp im ersten Teil Ihres Interviews, einen Wegfall der Höchstbeitragsgrundlage in der Krankenversicherung. Was macht es aus Ihrer Sicht so schwer, dass sich die Sozialdemokratie, allen voran sogar Sozialminister Hundstorfer, nicht dazu durchringen kann? Pesserl: Es gibt ganz offensichtlich die Befürchtung, dass die Betroffenen eine Aufhebung der Höchstbeitragsgrundlage von derzeit 4.200 Euro nicht mittragen würden. Ich kann diese Ängste der Politik nicht nachvollziehen. Unsere Gesellschaft müsste doch ein fundamentales Interesse daran haben, dass die Sicherung der Grundbedürfnisse allen Menschen im gleichen Ausmaß zugutekommt. Die Gesundheitsversorgung steht dabei wohl an erster Stelle. Wenn ab einem gewissen Einkommen dafür kein adäquater Bei-

trag mehr geleistet werden soll, fehlt mir dafür jegliches Verständnis. Es gibt die Befürchtungen in der Politik, dass die Betroffenen dann gegen das System an sich mobilmachen. Pesserl: Diese Ängste existieren tatsächlich, ich teile sie allerdings nicht. Die Frage der Finanzierbarkeit ist das eine, für mich steht allerdings der solidarische Ausgleich im Vordergrund. Natürlich wird man damit nicht die Krankenversicherung sanieren. Aber wenn Menschen mit einem Einkommen von 1.000 oder 2.000 Euro 3,9 Prozent Krankenversicherungsbeitrag leisten müssen, dann ist es Leuten, die 5.000 Euro und mehr verdienen, durchaus zumutbar, von diesem Einkommen ebenfalls einen Beitrag von 3,9 Prozent zu leisten. Es geht in dieser Frage, wie so oft in diesen unruhigen Zeiten, ganz offensichtlich um Verteilungsgerechtigkeit. Und die Diskussion beschränkt sich nicht nur auf die Krankenversicherung. Nur einige

Stichworte: Vermögenssteuer, Reichensteuer, Transaktionssteuer … Pesserl: Ich mag das Wort Vermögenssteuer oder Reichensteuer gar nicht mehr in den Mund nehmen. Es geht ja nicht darum, aus wohlhabenden arme Menschen zu machen, sondern es geht schlicht und einfach um eine faire Verteilung. Wenn von der Vermögenssteuer die Rede ist, trifft das ja nicht den viel zitierten kleinen Häuslbauer, der ständig vorgeschoben wird. Tatsächlich sprechen wir von zehn Prozent der Bevölkerung, die über rund zwei Drittel des gesamten Vermögens in Österreich verfügen. Da ist weder der Häuslbauer noch die Mittelschicht dabei. Wenn diese zehn Prozent, deren Vermögen sich auf mehr als 600 Milliarden Euro beläuft, eine angemessene Steuerleistung erbringen würden, hätten wir im Bereich der notwendigen Grundversorgung der Menschen kein Problem mehr. Gleichzeitig würde damit auch ein Beitrag zum Schuldenabbau geleistet. Die Betroffenen könnten das leicht verkraften. Was fehlt, ist der klare politische Wille, eine solche Regelung herbeizuführen. Die Kritiker Ihrer Vorschläge halten dem entgegen, dass, solange die öffentliche Hand verschwenderisch mit den Steuermitteln umgeht oder nicht sorgfältig genug, keine Bereitschaft besteht zum so genannten solidarischen Beitrag. Pesserl: Selbstverständlich muss die Politik sparsamst mit den Mitteln umgehen, wie das zum Beispiel auch die Krankenkassen tun. Auf der anderen Seite sind aber auch Mehreinnahmen für den Staat ein Gebot der Stunde. Bestimmt kennen Sie den bekannten Spruch: „Einen armen Staat können sich nur Reiche leisten.“ Mehr Verteilungsgerechtigkeit sollte auch im Interesse der Vermögenden liegen: Gerechte Verteilung heißt im Umkehrschluss we-

KLIPP Feber 2012

POLITIK

„Einen armen Staat können sich nur Reiche leisten“ niger Konfliktpotenzial. Das heißt: Unsere Gesellschaft profitiert durch eine signifikante Steigerung der sozialen Sicherheit – das ist eigentlich unbezahlbar. Noch leben wir in Österreich zum Glück in einem Land, wo sich vermögende Menschen nicht hinter Stacheldraht und Alarmanlagen verbarrikadieren müssen. Aber jeder weiß: Je größer die Kluft zwischen den Vermögenden und dem anderen Teil der Gesellschaft wird, umso gefährdeter sind der soziale Friede und die Demokratie. Die beste Gesundheitsvorsorge wäre aber die Prävention. Und da geschieht leider wenig – auch durch die Krankenkassen. Pesserl: Richtig, das muss in Zukunft stark ausgebaut werden. Wir in der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse betreuen bereits mehr als 70 Betriebe, die wir im Rahmen einer ganzheitlichen und nachhaltigen Gesundheitsförderung begleiten. Damit erreichen wir mehr als 40.000 Arbeitnehmer. Parallel dazu sind wir auch in rund 60 Schulen mit Gesundheitsförderungsprojekten aktiv. Gemeinsam mit Lehrern, Schülern und Eltern geht es sowohl um Verhaltens- als auch um Verhältnisprävention. Gesundheitsförderung und Prävention sind nicht unter dem Gesichtspunkt von Einsparungen zu sehen, sie sind vielmehr Investitionen in die Lebensqualität der Menschen. Dazu bedarf es eben der entsprechenden Mittel. Im Idealfall bewirken entsprechende Aktivitäten, dass – wenn auch zeitversetzt – weniger Geld für die Reparaturmedizin ausgegeben werden muss. Ich würde sogar noch einen Schritt weiter gehen: Eigentlich müssten alle politischen Entscheidungen – etwa nach Vorbild der Umweltverträglichkeitsprüfung – im Interesse der Menschen auf etwaige gesundheitliche Auswirkungen hin beurteilt werden. O

15


Der Tod des Koloman Wallisch Am 30. Jänner 1933 wird Adolf Hitler zum Reichskanzler ernannt und übernimmt die Macht im „Deutschen Reich“. Die „braune Revolution“ der Nationalsozialisten führt im Februar 1934 zum Bürgerkrieg. Die Standgerichte fällen insgesamt 21 Todesurteile, 8 werden vollstreckt – eines davon an Koloman Wallisch. Im Gericht von Leoben. Heute erinnert nur das Koloman-Wallisch-Denkmal an die Dramatik dieser Zeit.

Weil ich ehrlich für die Arbeiter kämpfte und mit Erfolg mit ihnen tätig war, darum ist der Hass der Gegner so groß!“ Während die Verhandlung noch andauert, wird man am Wiener Ballhausplatz schon ungeduldig. Bundeskanzler Engelbert Dollfuß kann angeblich das Todesurteil gegen

de; Wallisch lehnt dies ab, sein Verteidiger versucht es der Form halber dennoch telefonisch in Wien, wie zu erwarten ohne Erfolg. Wallisch bleibt gefasst, eine letzte Bitte bringt er noch vor: Er möchte eine Erstreckung der Frist bis zur Hinrichtung um drei Stunden und dies wird ihm auch gewährt.

A

Letzte Minuten seines Lebens

m 18. Februar 1934 kann der Nachrichtensprecher der RAVAG, des Österreichischen Rundfunks, einen besonderen Erfolg im Kampf gegen die „Aufständischen“ vermelden: Der gesuchte Sozialist Koloman Wallisch, Führer der Schutzbundkämpfer in der Obersteiermark, auf den ein Kopfgeld von 5.000 Schilling ausgesetzt gewesen wäre, sei zusammen mit seiner Frau Paula auf der Flucht von Leoben nach Admont von der Polizei angehalten und festgenommen worden. Am nächsten Tag, dem 19. Februar, steht Koloman Wallisch zusammen mit dem Bezirkskommandanten des Schutzbunds Hubert Ruhs vor dem Standgericht. Die Anklage lautet auf Aufruhr nach Paragraf 73 Strafgesetzbuch. Der Staatsanwalt nennt Wallisch in seiner Anklagerede „den bösen Geist von Obersteiermark“ und behauptet, dass Wallisch den Putsch von langer Hand vorbereitet habe.

Foto: Sammlung Judith Büttner, Wien

HINTERGRUND

Am 19. Februar 1934 wird Leoben zu einem Schicksalsort Österreichs

... er ist eine Eiterbeule In seinem Schlussplädoyer, aus dem unverhüllt der Geist des Faschismus weht, fordert er den Schuldspruch, denn die „ganze Figur des Wallisch“ sei nicht nur ein Name, sondern „ein Programm“. Und: „Wallisch ist eine Eiterbeule am gesunden Volkskörper der Obersteiermark und diese muss ausgeschnitten werden, um den Volkskörper wieder gesund zu machen und die Bevölkerung wieder ihrem Vaterlande zuzuführen.“ Dann darf Koloman Wallisch seine Verteidigungsrede halten. Noch einmal skizziert der Arbeiterführer in wenigen Sätzen die Entwicklung seit der Ausschaltung des Parlaments bis hin zum Verbot des Schutzbunds und der offenen Bewaffnung der Heimwehr. Eindringlich weist er auf das Elend

16

der Arbeitslosen hin, das diesen „Aufschrei der Massen“ unvermeidlich gemacht habe. Und er gibt sich keiner Illusion über sein Schicksal hin, weiß, dass er das auserkorene Opfer der Regierung Dollfuß ist: „Ich weiß genau, dass ich verurteilt werden muss. Ich bettle nicht um Gnade, und über den 19. Februar 1934 wird die Weltgeschichte, wird die Arbeiterschaft urteilen! Dieser Tag wird allerdings nicht in Ehrenlettern in der Geschichte der Leobener Justiz eingetragen sein … Ich habe mein ganzes Leben der Arbeiterschaft gewidmet, ihr zu dienen, und zwar mit Erfolg, war mein Ideal.

Wallisch kaum erwarten – um sieben Uhr abends lässt er schließlich telefonisch beim Leobener Gericht anfragen, warum die Verhandlung gegen den Sozialistenführer so lange dauere und er noch nicht zum Tode verurteilt sei. Das Gericht beeilt sich und muss auch nicht lange beraten, es geht schon längst nicht mehr um Gerechtigkeit – das Todesurteil ist gleichsam ein Auftrag des offiziellen Österreich an die Richter. Um 20.30 Uhr wird das Urteil verkündet: Es lautet auf Todesstrafe für beide Angeklagte. Im Publikum wird Zustimmung laut – man freut sich offen. Ruhs bittet um Gna-

Im Hof des Gefangenenhauses wartend, verbringt Koloman Wallisch die letzten Minuten seines Lebens. Exakt um 23.40 Uhr wird er zur Hinrichtung geführt. Der Holzhof wird von Scheinwerfern beleuchtet; eine Abteilung Bundesheer ist angetreten. Da sich in Leoben niemand gefunden hat, der bereit gewesen wäre, den Galgen aufzustellen, zwingt man Häftlinge zu dieser Arbeit. Ein Loch wird gegraben, das Todesgerüst darin fixiert. Als Henker fungiert ein Fleischhauer aus Wien namens Spitzer; schon am Nachmittag hat er in den Leobener Wirtshäusern damit angegeben, dass er den Wallisch hängen werde. Von ihren Zellenfenstern aus können die gefangenen Schutzbündler sehen, wie Koloman Wallisch mit festem Schritt unter die Schlinge tritt. Als der Henker sie ihm um den Hals legt, ruft er aus: „Es lebe die Sozialdemokratie! Hoch! Freiheit!“

Spuren verwischt Als der Leichnam in den Sarg gelegt wird, kann sich Spitzer, der Henker, einen höhnischen Kommentar nicht verkneifen. Eine Verbeugung vor dem Toten machend, feixt er: „Herr Wallisch, bei Ihnen war es mir ein ganz besonderes Vergnügen!“ Noch in der Nacht wird der Leichnam auf den Leobener Zentralfriedhof gebracht, begraben und werden die Spuren verwischt. Niemand soll die Stelle kennen, an der Wallisch liegt, Quelle: „Schicksalsorte Österreichs“ von Johannes Sachslehner (Styria Verlag)

KLIPP Feber 2012


Am Semmering tut sich was Schon vor 20 Jahren sollte der Semmering-Bahn-Tunnel für die raschere Verbindung von Wien aus in den Süden und an die Adria gebaut werden. Der Einspruch des Landes Niederösterreich – die Trassenführung passte Landeshauptmann Erwin Pröll nicht – führte zu einer Blockade. In den Jahren darauf mussten neue Trassen-Varianten gefunden werden. Diese sind nun von den Genehmigungen her gegeben. Damit steht dem Spatenstich nichts mehr im Wege. Diesen will Verkehrsministerin Doris Bures im April mit großem Pomp vornehmen. Damit geht ein Jahrhundertprojekt in die Start- und Umsetzungsphase. O

Graz legt zu Erstmals konnte in Graz bei den Nächtigungen die 900.000er-Grenze überschritten werden. Das entspricht einer Steigerung von 10,2 Prozent. Verantwortlich für diesen Schub waren auch die Welt-Chor-Spiele im abgelaufenen Jahr, anlässlich derer natürlich tausende – vor allem junge – Menschen nach Graz kamen. O

Neues Gesicht bei Fit im Job

Österreichs kleiner Diktator

Im Zeichen des Lichts

Im benachbarten Österreich, das durch den Erfolg Hitlers weiter unter Druck gerät, ist die Wirtschaftslage weiterhin dramatisch: 600.000 Menschen sind ohne Arbeit. Am 4. März 1933 kommt es zu einer folgenschweren Sitzung des Parlaments, in deren Verlauf alle drei Präsidenten des Nationalrats – Karl Renner (Sozialdemokraten), Rudolf Ramek (Christlichsoziale) und Sepp Straffner (Großdeutsche) – ihr Amt niederlegen. Laut Geschäftsordnung ist das Parlament damit handlungsunfähig geworden. Bundeskanzler Engelbert Dollfuß, tiefgläubiger Katholik und überzeugter Antisemit, seit Mai 1932 als Regierungschef im Amt, hat freie Bahn und ist sofort entschlossen, diese unerwartete Chance mit allen Mitteln zu nützen. Erste Notverordnungen nach dem Ermächtigungsgesetz verraten seine Ambitionen zum Diktator. Es kommt zur Errichtung von Anhaltelagern mit politischen Häftlingen. Auch die Kirche begrüßt die Dollfuß-Diktatur. Die Versammlungs- und Pressefreiheit wird aufgehoben. In der Folge wird der Republikanische Schutzbund (er gehört zur Arbeiterpartei) aufgelöst. Im Jänner 1934 wird der Verkauf des Parteiorgans „Arbeiter-Zeitung“ verboten. Auch die Kommunistische Partei wird verboten. Das führt zum Ausbruch der Gewalt. Schauplatz der Kämpfe sind Wien, Linz, das Burgenland, aber auch die Steiermark. Es gibt mehr als 1.000 Tote.Am 24. Juli 1934 wird Engelbert Dollfuß Opfer eines Attentats durch die Nazis. Der Putsch scheitert allerdings. Der Attentäter Otto Planetta wird später hingerichtet. Der von den Nazis als neuer Bundeskanzler geplant gewesene Anton Rintelen, ehemaliger Landeshauptmann der Steiermark, begeht einen Selbstmordversuch, wird verhaftet und wegen Hochverrat zu lebenslänglichem Kerker verurteilt. Minister Kurt Schuschnigg folgt Engelbert Dollfuß als Kanzler. Er glaubt nur an die Koexistenz mit dem Dritten Reich – ein folgenschwerer Irrtum, wie sich wenige Jahre später herausstellen wird. O

KLIPP Feber 2012

Foto: Fischer

Engelbert Dollfuß

Bereits zum elften Mal wird von der Wirtschaftskammer Steiermark, Fachgruppe der Freizeit- und Sportbetriebe, gemeinsam mit der Merkur Versicherung, dem Gesundheitsressort und dem Wirtschaftsressort des Landes Steiermark, der Stmk. Gebietskrankenkasse, der Ärztekammer Steiermark v.l.: Kasic, LR Edlinger-Ploder, Obfrau sowie der AUVA „Fit im Job“ – der Gmeinbauer, LR Buchmann Steirische Gesundheitspreis für Unternehmen in der Steiermark ausgeschrieben. Erstmals verantwortlich dafür nach dem Abgang von Initiator Wolfgang Kasic: Daniela Gmeinbauer, die neue Obfrau der Fachgruppe Freizeitund Sportbetriebe. Die Betriebe werden in vier Kategorien prämiert. Nicht das eingesetzte Kapital, sondern die Neuartigkeit und Konzeption der Programme werden dabei bewertet. Einreichschluss: 29. Februar 2012. Nähere Infos unter www.wko.at/fitimjob. Einreich-Hotline 0800/206080 O

Um den Wirtschaftshimmel in kurzer Zeit zu erklimmen, braucht es Mut und Entschlossenheit. Begonnen hat alles in einem Kelleratelier in der Grazer Keplerstraße – dort bastelte man in den 80er Jahren an neuartigen Beleuchtungselementen. Seither orientiert sich die 1989 gegründete XAL GmbH an den Zeichen der Zeit und avancierte zu einem internationalen Spezialisten für Büro-, Industrie- sowie Privat- und Kaufhausbeleuchtungen. Mit einer Hightech-Strategie am nunmehrigen Standort in Puntigam erwirtschaftete man im abgelaufenen Jahr rund 51 Mio. Euro – Exportanteil 75 %. Durch die kürzlich erfolgte Übernahme eines belgischen Licht-Konkurrenten erwartet sich GF Michael Engel für 2012 einen zusätzlichen Wachstumsschub. O

Roth: Neuer Platz für Glas und Metall „Wir wollen weiterhin Ideen aus Metall und Glas für Gewerbebetriebe und Privatkunden verwirklichen“, erklärt der Unternehmer Hans Roth. Die erforderliche geräumige Fertigungshalle befindet sich seit kurzem am neuen Betriebsstandort in Lebring. Am bisherigen Firmensitz in Mureck wurde es zu eng; also nutzte man die Gelegenheit, näher an die Autobahn zu rücken. In nur sechsmonatiger Bauzeit entstanden eine Fertigungshalle sowie ein Bürogebäude. O

Hotel Erzherzog Johann: Steiermark trifft auf Venedig Durch Schockerlebnisse traumatisierten Kindern hilft die Initiative Global Family, indem man Familien kostenlose Urlaubswochen mit Hilfe der heimischen Hotellerie ermöglicht. Am 2. März gibt’s im Grazer Hotel Erzherzog Johann ein Charity Dinner (69 Euro) mit steirisch-venezianischen Spezialitäten. Der Reinerlös – zu gewinnen gibt’s Urlaube und Weine – geht an Global Family Charity Resort. O

17

HINTERGRUND

Foto: Freisinger

unter Druck, sie solle den Leichnam ihres Mannes einäschern lassen – die Witwe lehnt ab. So tragen die Arbeiter weiterhin „ihre Liebe und ihre Racheschwüre zum heiligen Grab“ des Märtyrers. „Der Hass der Besitzenden, der Hass der Reaktionäre, der ihn viele Jahre verfolgte, hatte sein Ziel erreicht.“ Kein Vorwurf, sondern historisches Faktum: Dort, wo heute mit Lust Erst im Jahre und Liebe geshoppt wird, wurde 1934 gehängt. Am Eingang zum 2008 erhält der Einkaufszentrum in Leoben erinnert das Denkmal von Koloman hingerichtete Wallisch an die Dramatik des Bürgerkrieges aus dieser Zeit. Arbeiterführer doch einige Arbeiter haben die sein Denkmal: Am Leobener Kolonächtliche Szene beobachtet; be- man-Wallisch-Platz wird ein vier reits am nächsten Morgen liegt des- Meter hohes und 1,5 Meter breites halb ein Kranz auf der Grabstätte. Monument aufgestellt. Die GestalAngehörige der Heimwehr lassen tung des 18 Tonnen schweren Sandihn wegbringen, doch gleich liegen steinblocks oblag dem Leobener wieder neue Blumen auf dem Grab. Künstler und Kulturpreisträger O Daraufhin setzt man Paula Wallisch Herbert Lerchegger.

EsEmEs


COVERSTORY

Schönheits-OP. Heikel, aber lukrativ

Der Beauty-Doc

kann’s richten Wahre Schönheit kommt von innen. Schön und gut. Aber im Alltag zählt doch zuerst meistens das Äußere. War die Natur da zu knausrig, lassen Frau und Mann immer öfter den Beauty-Doc an sich schnipseln. Heikel und nicht immer ungefährlich. Model Esther Rieser hat eine Brust-OP hinter sich und würde es wieder tun. Von Isabella Hasewend

F

ettabsaugungen und Brustkorrekturen stehen ganz oben auf der Hitliste. Geschätzte 40.000 Österreicherinnen und Österreicher jährlich treibt der Wunsch nach besserem Aussehen in die Ordination eines Schönheitschirurgen. Tendenz steigend. Nicht ohne Risiko. Das zeigt nicht zuletzt der jüngste Skandal um die schadhaften Silikon-Brustimplantate des französischen Unternehmens PIP (Poly Implant Prothese). Das Unternehmen war mit bis zu 100.000 Brustimplantaten der drittgrößte Hersteller von Implantaten und wurde 2011 liquidiert. Allein in Frankreich gibt es ca. 40.000 TrägerInnen von PIPImplantaten, in Deutschland ca. 10.000, weltweit schätzungsweise 300.000.

Angebot von Esther Rieser: „Gerne können unsichere Frauen, die eine Brust-OP planen, zu mir zum ,Greiftest‘ kommen.“

18

Minderwertig Bereits seit dem Jahr 2000 häufen sich Meldungen über geplatzte oder undichte PIP-Implantate. Normalerweise liegt die Rate gerissener Implantate unter einem Prozent, doch in Frankreich lag sie deutlich höher. Das vom Konzern PIP verwendete minderwertige Industriesilikon greift die Hülle der Implantate an. Daher kann es zu Rissen kommen, wo das Gel dann ausläuft und zu Abwehrreaktionen des Körpers und Entzündungen führen kann. Auch 10 Österreicherinnen sind betroffen, acht davon wurden sogar in der Steiermark operiert.

Ins Grübeln gekommen? „Nein“, sagt Esther Rieser. Trotz aller Schreckensmeldungen über Risse und auslaufendes Gel bei PIP-Implantaten. Die Steirerin ist seit 20 Jahren im Modelgeschäft und hat es sogar aufs Cover des „Playboy“ geschafft. Vor vier Jahren hat sie sich von Dr. Helmut Hoflehner in der Schwarzl Tagesklinik ihre Brüste vergrößern lassen. „Als ich zum ersten Mal von den schadhaften Implantaten erfuhr, habe ich mir eigentlich keine besonderen Sorgen um meine Implantate gemacht, weil ich ja ein Vertrauensverhältnis zu meinem Arzt habe“, so die 40-Jährige. „Er ist der Arzt meines Vertrauens und so habe ich nie irgendwelche Befürchtungen gehabt, dass bei mir irgendein schlechtes Implantat verwendet wurde.“

Jung, attraktiv und sportlich … die Ideale unserer Zeit. Aber was dann, wenn man sich innerlich zwar noch fit und jung fühlt, jedoch die äußere Hülle nicht mehr dazu passt. Am Kopf ein Haar zu wenig, da ein Fältchen zu viel, dort ein Speckröllchen usw. Dann KLIPP Feber 2012


Brustvergrößerung „Druck von außen hat’s bei mir überhaupt keinen gegeben“, erzählt Esther Rieser. „Ich habe mir gesagt, dass ich irgendwann einmal eine Brustvergrößerung machen will. Nicht aus irgendeinem Anlass oder gar Komplex heraus. Mir haben meine Brüste auch vorher gefallen und es wäre auch nicht nötig gewesen. Ich war mit 19 schon Playmate des Monats. Und 20 Jahre später war ich mit meinem Körper immer noch froh. Auch der Arzt hat gemeint, dass eine OP grundsätzlich überhaupt nicht notwendig wäre. Aber ich wollte das halt einfach, weil es mir gefallen hat. Ich habe nicht gesagt, dann und dann möchte ich das machen. Nein, zwischendurch habe ich es sogar wieder verworfen. Ich habe mir sehr viel Zeit gelassen.“

Fidschi Essstörungen. Sie wollten plötzlich so schlank sein wie die amerikanischen Schauspieler im Fernsehen, führt Felice Gallé vom Grazer Frauengesundheitszentrum in der Radio-Steiermark-Sendung „Impulse“ aus. „Es hat ihnen niemand gesagt, dass sie Diäten machen sollen, sondern die Mädchen haben für sich beschlossen, dass ihnen das so gefällt, dass sie gerne so wie die Schauspieler sein würden.“ Irgendwie erschreckend.

… muss authentisch sein“ Frauen sind ja irgendwie selbstzerstörerisch, sehen nur, was ihnen am eigenen Körper nicht gefällt, und nicht das Schöne. „Das ist bei mir zum Glück anders“, erzählt Esther Rieser. „Ich bin ein sehr selbstliebender Mensch. Das mag jetzt zwar für manche überheblich klingen, aber ich mag mich halt einfach. Natürlich habe ich mir durch meine Modelkarriere da leichter getan, weil von außen alle gesagt haben:

Nur Qualität schafft Sicherheit „Bei uns bekommt jeder einen Implantat-Pass“, erklärt Dr. Johann Umschaden, Ärztlicher Leiter der Schwarzl Tagesklinik. „Dort steht alles im Zusammenhang mit der Brust-Operation und dem Implantat drinnen – wann operiert wurde, wo, welches Material verwendet wurde, die Seriennummer des Implantats, unter welchen Umständen operiert wurde und, und, und.“ „Auf die Qualität kommt es an“, meint Dr. Johann Umschaden. „Brustoperation mit gleichen Qualitätskriterien ist meist überall gleich teuer wie in Österreich. Risiken treten meist dann verstärkt auf, wenn Qualitätskriterien nicht erfüllt werden.“ Doch wie lange hält eigentlich so ein Brustimplantat? „Aufgrund von Studien wissen wir, dass ein Brust-Implantat zwischen 5 und 25 Jahren oder sogar noch länger halten kann. Es gibt sehr unterschiedliche Haltbarkeiten, bis etwa die Hülle brüchig wird. Eine junge Frau, die sich die Brust vergrößern lässt, muss damit rechnen, das Implantat zwei bis drei Mal in ihrem Leben wechseln zu müssen.“

term Messer gelegen ist. „Ich habe mir damals ausreichend Zeit genommen, mit Freundinnen und Bekannten geredet, mich informiert, wo ich die OP machen lassen soll.

In der Modelwelt wird man, wie Esther Rieser erfahren hat, nur auf das Äußere reduziert, sozusagen auf die Hülle. Der Mensch an sich zählt nicht. „Quasi das Endprodukt sehen wir, nicht den Weg, wie das entstanden ist. Zum Model wird man kreiert“, so die Steirerin. „Ich finde es schade, dass die Model-Branche und Werbung momentan nichts hervorbringt, was unterschiedlich ist. Sie sind alle gleich, wie aus einem Keksstecher.“ Und dementsprechend auch austauschbar. „Models sollten für Frauen nur Orientierungshilfen – so nenne ich das – sein. Schönheit und Attraktivität ist ja immer auch eine Frage des Betrachters.“

Was heißt Schönheit? Beispiel gefällig? In den frühen 90er-Jahren galt Fettleibigkeit als Idealbild in Fidschi, weil Übergewicht mit Kraft, Tüchtigkeit und einem freundlichen und großzügigen Wesen assoziiert war. Im Jahr 1995 erreichte das US-Satelliten-Fernsehen auch die Fidschi-Inseln. In den darauffolgenden Jahren entwickelten 13 Prozent der Mädchen auf KLIPP Feber 2012

,Wow, schaust du gut aus.‘ Das erleichtert die Sache schon ein wenig. Aber letztendlich muss man sich selbst mögen, mit sich selbst authentisch sein. Als Frau darf man sich nicht dirigieren lassen von Menschen, die einem sagen, wie man auszusehen hat. Alles, was man an seiner Optik ändert, macht man ausschließlich für sich selbst. In meinem Fall war die Brust-OP quasi nur der Schliff.“

… man darf‘s net gleich sehen“ Bei Schönheits-OPs verfallen manche Frauen auch in eine Art Wahn. Da lässt man sich zuerst die Falten an der Stirn liften. Später gefallen einem dann vielleicht die Oberarme nicht mehr und man unterzieht sie einer Straffung, dann der Bauch, und so weiter. Bis man irgendwann wie eine Art künstliche Puppe ausschaut, an der gar nichts mehr natürlich wirkt. Daher: „Eine SchönheitsOP ist für mich dann gelungen, wenn es – no na – schön ausschaut und diese auf jeden Fall nicht sofort als solche erkennbar ist.“ Bei Esther Rieser hat es ein ganzes Jahr lang gedauert, bis sie quasi un-

auf einem Foto daher leicht was zeigen lassen kann. Es in echt zu sehen, ist schon etwas ganz anderes.“

Wie war es nach der Operation? „Ich habe mir gedacht, es hat jemand einen Stein auf meinen Brustkorb gelegt“, so Esther Rieser in einem Interview der Zeitschrift News (Nr. 45). „Die Schmerzen waren schlimm, ich konnte die Arme nicht heben, der gesamte Brustkorb hat mir weh getan. Alle, die sagen, dass man am selben Tag noch nachhause darf, sind Scharlatane.“

Als Model gefragt: Als Playmate im Playboy, vor wenigen Monaten am „NEWS“-Cover und bei der „FAME“Modeschau mit Fußball-Profi Mario Haas.

… wie aus einem Keksstecher

COVERSTORY

muss Hilfe her und geht’s ab zum Schönheitschirurgen. Mittlerweile ist es ja fast gesellschaftsfähig geworden.

Immerhin war es ein wichtiger Schritt, war es doch eine Operation. Der Eingriff war aus medizinischer Sicht ja auch gar nicht notwendig.“ Nicht zuletzt kostet eine solche Operation auch Geld. So muss man etwa an der Schwarzl Tagesklinik für eine Brust-OP je nach Aufwand zwischen 5.500 und 6.000 Euro (ohne Aufenthalt) hinblättern.

Vertrauen schaffen über Dritte „Hilfreich für die Recherchen vor der Brust-OP war eine Freundin“, erinnert sich die 40-Jährige, die seit kurzem mit ihrer Firma „esther esthetics“ natürliche Bräune ohne Sonne verkauft. „Überhaupt habe ich mit mehreren Frauen gesprochen, die an unterschiedlichsten Kliniken ihre Brust operieren haben lassen. Da bekommt man dann schon ein Gefühl dafür, was wichtig ist und worauf es ankommt. Denn es muss eine Vertrauensbasis geschaffen werden, und Vertrauen schaffen funktioniert nur über Dritte. Denn Fotos können lügen – gerade deshalb, weil schon fast jeder daheim am Computer ein Foto-Bearbeitungsprogramm hat und man sich

Schleuderpreise im Ausland Nicht zuletzt aufgrund des Preises lassen sich viele Österreicherinnen im Ausland operieren. Die Ärzte in Prag oder Brünn haben sich längst auf die Klientel aus Österreich und Deutschland spezialisiert und werben auf ihren Homepages mit rascher Abwicklung, fließendem Deutsch und vor allem mit den niedrigen Preisen. Diese Schleuderpreise – etwa ein Drittel unter denen in Österreich – sind natürlich das überzeugendste Argument für die Kundinnen. „War für Sie das Ausland nie ein Thema, Frau Rieser?“ „Ich hab mich schon bei einer Klinik erkundigt, bin aber sehr rasch wieder davon abgekommen, weil vieles für mich nicht gepasst hat. Ganz entscheidend ist, dass die Chemie zwischen Chirurg und Patient einfach stimmt“, sagt sie mit dem Nachsatz: „Gerne können Frauen, die eine Brust-OP planen, zu mir zum ,Greiftest‘ kommen, sollten sie noch unsicher sein oder irgendwas wissen wollen.“ O Infos: www.ages.at www.esther-esthetics.com www.schwarzlklinik.at

19


LILLY LOTTERB LUME

Hallo, meine L ieben!

I

ch bin in den letzten Monaten gegen einen Begriff richtig allergisch geworden, der da heißt: Sparpaket. In jeder Nachrichtensendung kommt er zumindest ein Mal vor, in den Zeitungen liest du täglich darüber, Politiker haben in den letzten Jahren ein Sparpaket nach dem anderen geschnürt, mit der Versicherung, dass es uns dann besser gehen werde. Eine glatte Lüge. Entweder sie wissen’s nicht oder sie verschweigen die Wahrheit. Und meist reden die vom Sparpaket und Gürtel-enger-Schnallen, die ohnehin Hosenträger tragen. O Mein Allerliebstesr und ich haben in den letzten Jahren jeden Euro drei Mal umgedreht vor dem Ausgeben. Und wenn ich dann höre, jeder müsse seinen Beitrag leisten, das Sparpaket sei ohnehin sozial ausgewogen, dann geht mir die Galle über. Da hat mein Allerliebster grad noch gefehlt, als er von einer Infoveranstaltung der Landesregierung – Voves und Schützenhöfer – nach Hause kam und brav nachplapperte: Ja, leider, auch uns wird das Sparpaket treffen. Nicht uns, habe ich ihm daraufhin wütend geantwortet, sondern dich, du kannst dir dein neues Auto, das du in den nächsten Monaten kaufen willst, an den Hut stecken. Da schaute er mich ganz verdattert an. O Schützenhilfe habe ich da von meiner Freundin Irma bekommen, die in der Burg arbeitet. Sie hat mir beigepflichtet und gemeint: Die da oben, der Faymann, der Schützenhöfer, Spindelegger oder auch der Voves, haben leicht reden, die kriegen im Monat 15.000 bis 20.000 Euro. So viel wie eine Million Österreicher im ganzen Jahr bekommt. Und noch dazu brauchen die weder für das Auto was bezahlen noch für ihr Essen – da werden sie sowieso immer eingeladen, und, und. Also die können leicht große Appelle an ihre Wähler richten. Wer selbst bis zu 20.000 Euro im Monat kassiert und dann verlangt, dass Beamte Ja zu einer Nulllohnrunde sagen, Pen-

20

sionisten nicht auf die Barrikaden steigen sollen, weil man ihnen von ihrem Wenigen noch ein paar Prozente wegnimmt, der ist für mich unten durch. Wer die Kleinen noch einigermaßen versteht, das sind nur die Kommunisten und die Grünen, so meine Freundin. Voves und Schützenhöfer werden ja 2015 nicht mehr antreten. Aber ihre Nachfolger an der Spitze ihrer Parteien werden das zu spüren bekommen, was die da angestellt haben. O Er ist ein netter Mensch, plaudern die Ulrike und auch ihr Freund, der Hubert, aus dem Nähkästchen, als wir uns letzte Woche zu unserer Tarock-Runde getroffen haben. Sie meinten damit den Chef der Steirerkrone Christoph Biro. Möglicherweise wirkt er deswegen auch so nett, weil er sich eben überhaupt nicht auskennt, wie es in der Steiermark wirklich zugeht und was läuft. Er kommt ja aus Wien, sagt der Hubert entschuldigend. Doch das war ja schon immer nicht wirklich wichtig, wer da die Filiale in der Steiermark leitet. O Seit Jahren sind die Positionen bezogen: Die Kleine ist die Nummer eins, die Krone die Nummer zwei. Und da könnte man auch einen Hydranten einsetzen, würde die Zeitung sich dennoch verkaufen. Ein Kreuzfahrtschiff kann sinken, auch wenn es riesig ist. Die Krone kann kaum auf Grund laufen. Daher spielt es auch keine Rolle, wenn Christoph Biro beklagt, dass der famose Energie-Steiermark-Chef Oswin Kois den Kommandostand des Landesenergiekonzerns verlässt. Auch mit dieser Einschätzung beweist Biro, dass er über den Steirerkrone-Tellerrand nicht hinaussieht. Die Sicht verstellen ihm offensichtlich die vielen, vielen Inserate, die im Laufe der Jahre doch die eine oder andere Euro-Million gebracht haben. Davon wird es in Zukunft leider weniger geben, aber nicht, weil der neue Vorstandsvorsitzende Christian Purrer, dessen Qualitäten sich bis Biro noch nicht durchgesprochen

haben, den Steirerkrone-Chef nicht schätzt. Purrer ist einfach weniger mediengeil, wie meine Tochter das so grauslich ausdrückt, und daher wird er die Auftritte des Energiekonzerns anders gestalten lassen. O 25 Prozent der Energie Steiermark gehören ja der Électricité de France, also den Franzosen. Die sind ja mit ihrer Beteiligung nicht glücklich. Bei einem Mittagessen in Paris und einem Treffen mit den obersten Strom-Managern Frankreichs kam es nun zu einem Gedankenaustausch. In der steirischen Delegation dabei waren neben Voves und Schützenhöfer natürlich auch die Chefs der Landtagsklubs Kröpfl und Drexler. Er habe das Gefühl, dass da irgendwas im Busch sei, so der Hubert, der in den Büros der Burg ja ein und aus geht. Gut vorstellbar, dass Voves und Co. von ihren 75 Prozent noch einmal 25 Prozent verkaufen wollen. Wenn der Preis stimmt, dann wäre das ja auch fürs Budget gut, wo man 300, 400 Millionen Euro als Verkaufserlös fürs Budget mit Handkuss aufnehmen würde. O Da ist Klipp ordentlich daneben gelegen, ätzte so mancher. In der letzten Ausgabe des Jahres 2011 haben die Kollegen darüber geschrieben, dass der Steirer Karl Rose, Energie-Experte und ehemaliger ChefStratege von Shell, der beste für die Nachfolge von Oswin Kois in der Energie Steiermark wäre. An der prinzipiellen Aussage, so sagten die Kollegen aus der Redaktion mir gegenüber, hätte sich nichts geändert. Karl Rose habe überlegt, sich für den Job zu bewerben, dies aber letzten Endes nicht getan. Und mit Christian Purrer ist ja ein Mann zum Vorstandssprecher aufgestiegen, der sicher kein Problem haben wird, das, was seinem Vorgänger mit dem größten Unternehmen des Landes Steiermark gelungen ist, vom Ergebnis her zu toppen. O Aufgenommen wurde Huberts Lieblingsfreund Oswin Kois kürzlich

I Christian Purrer – hat es geschafft I Ob Schröck zum Schreck wird?

auch in den Sturm-Vorstand. Ein kleines Dankeschön dafür? Weil Kois mit der Energie Steiermark als großer Sponsor in den letzten Jahren in den Vordergrund rückte. Auch wenn er jetzt keine Inserate oder Sponsor-Millionen mehr direkt vergeben kann, wird er seinen Spezis künftig zumindest die eine oder andere VIP-Karte zukommen lassen können. Er selbst ist ja aus gesundheitlichen Gründen von seinem Job als Generaldirektor der Energie Steiermark zurückgetreten. Er wird sich daher schonen, das eine oder andere Match in Liebenau auslassen und dann den einen oder anderen Spezi zu einem kostenlosen Match-Besuch einladen. O Im Jänner 2013 wählt die Landeshauptstadt wieder einen neuen Gemeinderat und damit auch einen neuen Bürgermeister. Wie im Land, dem Landtag und der Regierung wird auch in der Stadt Graz an Politikern gespart. Künftig werden die Stadtregierung und der Gemeinderat aus weniger Köpfen gebildet sein. Eines zeigt sich aber schon jetzt: Siegfried Nagl dürfte auch der kommende Bürgermeister sein, so behauptet die Ute aus dem Rathaus. Seine Aktionen, wie die kürzliche Befragung der ÖVP-Sympathisanten und -Mitglieder ist ein Hinweis, dass Nagl es noch einmal wissen will. Ob er wieder mit den Grünen eine Koalition eingehen wird – die Ute glaubt ja. Inwieweit die neue SPÖ-Vorsitzende Martina Schröck zum „Schreck“ für Nagl, für die Grünen mit Rücker oder aber auch für ihre eigene Partei werden kann – da weiß die Ute noch nicht wirklich eine Antwort drauf.

Das wär’s, bis zum nächsten Mal,

Eure Lilly

KLIPP Feber 2012


Nicht nur die Opposition kritisiert das Sparpaket, auch die Sympathisanten von Voves und Schützenhöfer sind nicht einverstanden damit

gens, während die untere Hälfte nur acht Prozent besitzt. Die Vermögenden stärker in die Pflicht zu nehmen und es an anderer Stelle in den oben genannten Kreislauf einfließen zu lassen, wäre sinnvoll. Da die obersten zehn Prozent der österreichischen Bevölkerung über mehr als zwei Drittel des gesellschaftlichen Reichtums verfügen, sollten sie auch zur Sanierung der Budgets und zum Schuldenabbau wesentlich mehr beitragen müssen als der Normalverdiener. Dieser muss ohnehin bis zu 80 Prozent seines Einkommens für den Konsum und seine Lebenshaltung ausgeben. Bei Besserverdienenden sinkt dieser Prozentsatz rapid. Es ist also logisch: Wenn man die Kaufkraft der Normalbürger stärkt, dann kurbelt man damit auch die Konjunktur weiter an. „Finanz und Banken steigen dir drauf, die Rechnung, die geht sowieso nie auf“, singen STS. Daher müssen Sparpakete, die langfristig einer

KLIPP Feber 2012

Krise. Österreich hat das Tripple A nicht wegen seiner Schulden verloren, sondern wegen der sich abzeichnenden mangelnden Dynamik bei den Investitionen in die Zukunft. Denn nur mit zukunftsweisenden Investitionen kann man die Schulden Schritt für Schritt abbauen. O P.S.: LH Franz Voves hat sich mit

seiner Aussage „Ich stehe für gelebte soziale Gerechtigkeit“ im Wahlkampf weiter als jeder andere aus dem Fenster gelehnt. Unverständlich, dass er nun ein unsoziales Sparpaket mitbeschließt.

+ KLAR

xgeneral Horst Pirker, nun- Styria Media Group mehr beim SaubermacherKonzern in der Vorstandsetage, soll im kleinen Kreis, so weiß der Udo, ganz ungeschminkt zugeben, dass er die Schlagkraft und Durch- Bericht. Der studierte Psychologe schlagskraft seiner Gegner im Sty- ist ein gebürtiger Oberösterreicher, ria-Konzern im Aufsichtsrat völlig wuchs in einem SOS-Kinderdorf auf falsch eingeschätzt hat. Vor allem und wirkte auch eine Zeit lang als auch jene von Friedrich Santner, der Vorstandsvorsitzender der SOS Kinseit 2007 im Aufsichtsrat sitzt und derdörfer Steiermark (1999 bis nach Pirkers Abgang der neue Auf- 2005). 1986 nahm er in der Anton sichtsratsvorsitzende der Styria Me- Paar GmbH in Graz eine Tätigkeit im Marketingbereich dia Group ist. Expanauf. Das Unternehmen sion um der Expansion produziert hochwertiwillen mache keinen ge Laborgeräte für Sinn, sagte er in einem Analyse, Synthese Interview mit dem und Proben-VorbereiFachmagazin „Der tung sowie ProzessÖsterreichische JourMesstechnik. Er heinalist“. Es gäbe nunratete die Tochter des mehr „Klarheit und Friedrich Santner, Gsf. der Anton Paar GmbH und Firmenchefs und führt Ordnung im Hause Aufsichtsratschef der heute das UnternehStyria“, titelt dieser Styria Media Group ...

E

Volkswirtschaft nützen sollen, vermehrt jene treffen, die eben auch über entsprechendes Vermögen verfügen. Laut Studien leben nahezu eine Million Österreicher an der Grenze zur Armut. Da ist es ja irrwitzig, diesen auch noch ein Sparpaket aufzubrummen. Wann hat der Wahnsinn mit den Sparpaketen daher ein Ende? Bis wir uns kaputtgespart haben und andere – zum Beispiel in Asien oder sonstwo – in Wohlstand leben. Zugegeben, auch mit Schulden, doch ohne diese funktioniert eine Geldwirtschaft nicht. Kein Wunder, wenn man jeden Tag, zu jeder Stunde in den Nachrichten von absolut notwendigen Sparpaketen hört, dass die Menschen, ihren Optimismus verlieren, mehr und mehr der Zukunft entgegenzittern. Die Amerikaner wissen aus der Vergangenheit nur allzu gut, dass die Spar-Strategie nur die eine Seite der Medaille ist, weit wichtiger sind nun mal die Investitionen – auch in der

Nur nach außen hin herrscht Ruhe men, das der gemeinnützigen Sant- ner gemeinnützigen Stiftung. Die ner Privatstiftung gehört. Santner Kleine Zeitung sei eine Kirchenzeimachte die Vorstände Wolfgang tung, wird immer wieder behauptet. Bretschko und Klaus Schweighofer Auch gehöre das Unternehmen der zu den neuen starken Männern in Kirche, wird kolportiert, meint Santder Styria Media Group. Die beiden ner. Das sei so gesehen nicht richtig, hätten das Unternehmen weiterent- sondern es gehört eben der Stiftung. wickelt, so Santner. „Wenn sie das Was er allerdings nicht klar ausdrückt: Dass der Unternehmen heute organisatorisch und Zweck der Stiftung in betriebswirtschaftlich der „Förderung katholischer Medienarbeit ansehen, wenn sie sich für allgemeine soziale Klarheit und TranspaProjekte“ besteht. Es renz in der Führung sind auch die hanansehen, so sind wir delnden Personen, die keinen Schritt weiter.“ sich im Nahbereich Die Styria Media ... verantwortlich für den Abgang von Horst Pirker, seit der Kirche gedanklich Group hat 130 Unter- kurzem Vorstandschef bei selbst definiert haben. nehmen und gehört ei- Saubermacher. Foto: Saubermacher

D

ie Verantwortlichen der Republik mit Kanzler Faymann, Vizekanzler Spindelegger und den Landeshauptleuten wollen eines nicht akzeptieren: Der Einzelne kann in einer Geldwirtschaft sparen. Wenn das aber zu viele in unserer Gesellschaft tun, dann würgt man damit das Wachstum ab. Denn eine Geldwirtschaft ist nur stabil, wenn sie wächst. Wer 1.000 Euro auf dem Sparbuch hat, der will am Ende jeden Jahres seine Zinsen kassieren. Damit er diese bekommt, muss sich ein anderer einen Kredit nehmen, er muss sich verschulden. Und daran führt kein Weg vorbei. Das ist das Einmaleins der Geldwirtschaft. Eine Volkswirtschaft wiederum, wie unsere in Österreich und auch in unserem Bundesland Steiermark, muss man als Kreislauf sehen. Was man an einer Stelle des Kreises wegnimmt, muss an einer anderen Stelle des Kreislaufs wieder eingegeben werden. Sonst bricht dieser letztlich zusammen. Die obersten zehn Prozent in der Vermögenspyramide verfügen über 54 Prozent des privaten Geldvermö-

POLITIK

Nicht ausgewogen

21


Die berufliche Karriere, das Weiterkommen in einem Unternehmen war vor Jahren noch das Um und Auf für junge Menschen. Damit verbunden auch die Weiterbildung in der jeweiligen Disziplin, wo man beschäftigt war. „Das hat sich

geändert“, so Wifi-Bildungsexperte Peter Hochegger. „Mittlerweile hat sich das Umsteigen zu einem Trend entwickelt, womit auch die Fortbildungseinrichtungen neue Akzente setzen müssen.“ Das Herausschälen von Stärke- und Schwächefeldern im Zusammenhang mit der Beratung und Potenzialanalysen wird zu einem Schwerpunkt im Angebot. Nach dem Motto: Was kann ich – wo brauche ich Weiterbildung? In diesem Zusammenhang steht dann auch der Faktor Persönlichkeit. Auch wenn die fachliche Qualifikation passt, so geht es dann eben um die Präsentation der eigenen Person. Wir werden bekanntlich immer älter. Diese demografische Entwicklung wird natürlich auch auf dem Bildungssektor spürbar. Die 45Jährigen und Älteren sind dabei, sich noch einmal einen Bildungsschub zu genehmigen. „Es ist natürlich nicht einfach, in diesem Segment das richtige Angebot zu bieten“, so Peter Hochegger. „Aber es zeigt sich, dass erfahrene Mitarbeiter für Unternehmen wertvoller werden.“ Weiters ist ein Trend ungebremst da: Die Abwanderung in die Selbstständigkeit, nicht zuletzt aufgrund der Arbeitsmarktsituation, ist weiterhin gegeben. Und da wissen die kommenden Jungunternehmer aber, dass sie sich immer besser vorbereiten müssen. „Das spüren auch wir bei unseren Nachfragen.“

22

Die Tage der Volksschule in Halltal sind gezählt

Wenn der Vorhang fällt … Von Helmut Dietl

Beim Besuch des LH 2009 war die Halltaler „Schulwelt“ noch in Ordnung.

H

eimat ist dort, wo Menschen bei ihrem Kaufmann einkaufen, ihre Kinder in die Schule gehen und der Hausarzt sitzt. Dieses Idyll-Bild hat sich aus zahlreichen steirischen Gemeinden längst verabschiedet. Das spürt auch die malerische Gemeinde Halltal, nahe Mariazell. Die Volksschule soll laut Landesbescheid im Juli für immer zumachen. Dagegen berufen die Halltaler und wollen die Weiterführung ihrer einklassigen Schule durchsetzen – zumindest vorübergehend bis zum Schuljahr 2015/16. Ab dann sinkt die Schülerzahl voraussichtlich auf 8, wonach der Schulbetrieb ohnedies auf der Kippe stünde. Während dieser Übergangsfrist könne man sich in Ruhe Gedanken über eine sinnvolle Nachnutzung des Gebäudes machen. „Die Nachricht der Abruptschließung kam ohne Vorwarnung und ist insofern ärgerlich, weil der ursprünglich angepeilte Fortbestand bis 2016 einfach vom Tisch gewischt wurde“, bedauert Bgm. Herbert Fuchs. Erst kürzlich wurde Geld in die Anbindung einer Hackschnitzelbeheizung sowie in Sicherheitsauflagen gesteckt. „Das geplante Aus bedeutet einen Verlust der kommunalen Infrastruktur. Unsere Gemeinde hat sich in der Vergangenheit ohnedies schwergetan, Dienstleistungen für die Bevölkerung aufrechtzuerhalten“, betont Fuchs weiter. Außerdem steigt die Schüleranzahl im kommenden Un-

Foto: Gemeinde Halltal

POLITIK

Der Jobwechsel gehört zum Alltag

Stadt olé – Land ade

terrichtsjahr von nunmehr 11 auf 16. Nach dem Willen der Landesschulbehörde sollten sich ja bereits im Jahre 1972 die Schultore in Halltal für immer schließen. Die Eltern entschieden sich damals für den Erhalt ihrer Schule. Diesmal, so scheint es, müssen die Schützlinge ab September tatsächlich nach Mariazell pendeln. „Wir verlieren nicht nur unsere Heimstätte, sondern auch ein Stück Identität und ferner einzigartige Lehrmethoden – weitab vom üblichen Schultrubel“, bemerkt die Schulleiterin Alexandra Gillich. Die Schüler haben sich über Jahre in Teamarbeit und aktiver Kommunikation zwischen den Schulstufen geübt. Die hohe Eigeninitiative und Selbstständigkeit der Schüler ist dabei bemerkenswert höher als bei „normalen“ Unterrichtsklassen.

Auch im Mariazellerland ist die steiermarkweite Landflucht spürbar – die Schulschließung von Halltal stellt eine logische Konsequenz dar. „Ich verstehe, dass die Schließung auch mit Sparmaßnahmen zu tun hat, jedoch wird dadurch der ländliche Raum zwangsläufig ausgedünnt. Welche Familie will in einer Gemeinde leben und arbeiten, wo die Kinder nicht zur Schule gehen können?“, so Fuchs. Magere Mehrwertsteueranteile durch nachlassenden Konsum, geringere Kommunalsteuern sowie Bedarfszuweisungen verursachen Kopfzerbrechen – nicht nur in Halltal. Mitunter tragen der Finanzausgleich sowie fehlende Wohnbauförderungen zur Bevölkerungs-Schieflage bei. Während Städte wie etwa Graz unaufhaltsam wachsen, schrumpfen ländliche Gebiete – die Obersteiermark ist besonders betroffen. O

+ KLAR

Vor Jahren auch in der Steiermark oft in den Medien

Ex-Formel-1-Rennstall-Besitzer Walter Wolf vor Gericht

E

s gab Zeiten, da sorgten sein Name und seine Aktivitäten für Schlagzeilen auf den Sportseiten und im Adabei-Teil von Medien. Walter Wolf ist ein Geschäftsmann, der lange Jahre in Kanada lebte, mit steirischen Wurzeln. In den 70er-Jahren besaß er sogar einen legendären Formel-1-Rennstall. In der Steiermark war er deshalb auch zu einer bekannten Persönlichkeit geworden, da er Karin Zorn, Miss Austria und sogar Miss World, heiratete. Nun macht er Schlagzeilen in Sachen Waffenhandel und Rüstungsgeschäfte. So durchleuchtet die angesehen Wochenzeitung „Die Zeit“ Walter Wolfs Ge-

schäfte aus der jüngeren Vergangenheit. In diesem Zusammenhang muss sich Wolf auch am Wiener Landesgericht gemeinsam mit seinem Geschäftspartner Riedl verantworten. Auch in Slowenien steht Walter Wolf wegen seiner Rüstungsgeschäfte vor Gericht. Darin soll auch der jetzige neue Premierminister Jansa involviert sein. Wolf, der auch einen Wohnsitz im Südosten unseres Landes hat, wird allerdings aus gesundheitlichen Gründen dem Prozess fernbleiben, weil er, laut seines Anwaltes, im Dezember 2011 einen Hirnschlag erlitten habe, schreibt „Die Zeit“ (Nr. 4, Jänner 2012). O KLIPP Feber 2012


bei sich gelagert. Das entspricht einem Wert von rund sechs Milliarden Dollar. Und niemand weiß heute, wo das Gold sich nun befindet. Möglicherweise haben es seine Clan-Mitglieder bei der Flucht mitgenommen, zumindest Teile davon. Warum das Gold im Gespräch ist? Aufgrund der Währungsunsicherheiten. Und so heißt es heute wieder: Gold ist wieder Geld. Der Preis hat ja ganz, ganz stark angezogen und weltweit wurden 2011 fast 2.000 Tonnen verkauft. In Österreich sind die 280 Tonnen Gold mehr als die Hälfte der Währungsreserven. Deutschland verfügt über 3.400 Tonnen Gold. Und das sind 70 Prozent als Währungsreserve. Wer kauft nun Gold? Vor allem die Asiaten. Und dort verschwindet es in den Tresoren. So verlagert sich der Wohlstand auf eine andere Art von West nach Ost. Auch Russland, Indien und China sind große Goldkäufer. China hält offiziell 1.054 Tonnen, ist aber der größte GoldProduzent der Welt und exportiert nicht eine Unze. Das gesamte glänzende Metall bleibt also im Land. Gold ist so etwas wie der letzte sichere Hafen. Natürlich will in dieser Zeit jeder Staat möglichst viel davon kaufen. Bei den Chinesen heißt es, sie wollen zehn Prozent der Währungsreserven in Gold anlegen. Dazu müssten dann 9.000 Tonnen Gold zugekauft werden. Es gibt Hinweise darauf, dass man schon dabei ist, das zu tun. O

POLITIK

…

dann gibt’s an den GoldBörsenplätzen in London, Zürich und New York bald kein Gold mehr zu haben. 14 Tonnen wurden in Form von Goldbarren nach Caracas geliefert von ausländischen Banken. Damit hat Hugo Chavez, der venezolanische Präsident, veranlasst, dass innerhalb der letzten Monate 160 Tonnen Gold aus dem Ausland zurück in die Heimat geholt wurden. Insgesamt verfügt Venezuela über 372 Tonnen Goldreserven und hat in den letzten Jahren ständig dazugekauft. Die Rückholung des Goldes wurde damit begründet, dass man sich in wirtschaftlich unsicheren Zeiten vor den Problemen der USA und Europas schützen will. Die sichere Verwahrung der nationalen Goldbestände in der eigenen Zentralbank ist für jeden Staat eine Option. Denn üblicherweise lagert ein Großteil der Goldreserven nicht im jeweiligen Land, sondern an den Goldhandelsplätzen London, Zürich und New York. Das dürfte auch für den österreichischen Goldschatz von 280 Tonnen gelten. Die Nationalbank veröffentlicht dazu aber keine Details aus Geheimhaltungsgründen. Denn eines ist klar: Elektronisches Geldvermögen irgendwo im Ausland zu sperren, ist für westliche Regierungen kein Problem. Gold im eigenen Land zu haben, ist also eine Art Notgroschen. Das jüngste Beispiel war der libysche Diktator Muammar al-Gaddafi. Er hatte 144 Tonnen libysches Gold

Bitterer Humor

BK Faymann und Min. Fekter sind im Flugzeug von Wien Richtung Westen unterwegs. Da sagt der Bundeskanzler: „Wenn ich jetzt einen 100-Euro-Schein aus dem Flugzeug werfe, mache ich einen Österreicher glücklich.“ Da sagt die Finanzministerin: „Wenn ich zehn Mal 10-Euro-Scheine hinunterwerfe, dann mache ich zehn Österreicher glücklich.“ Da dreht sich der Pilot um und sagt: „Wenn ich euch zwei hinunter werfe, mache ich ganz Österreich glücklich.“

Sparpaket – Unwort des Jahres

E

s ist schon eigenartig. Die Po- ferenz gemeint hat: „Die Menschen litik im Lande tut so, als wür- sind oft schon viel weiter als wir.“ de man jetzt die Magna Char- Das waren sie schon vor Jahren. Und ta der Steiermark umsetzen wollen. doch müssen diese Menschen nun Dabei geht es „nur“ um die Zusam- das ausbaden, was die Politik in diemenlegung von Gemeinser Zeit angerichtet hat. den, Sparmaßnahmen Jetzt will man die Wutbürund im Zusammenhang ger, aber auch die Mutmit der Fusion von Gebürger ansprechen. Ein meinden auch um die Reschwieriges Projekt, bei duzierung der Funkdem ganz sicher nicht vietionärs- und politischen le folgen werden. Der Mandatar-Ebene. Warum Spar-Appell und alle das bemerkenswert ist: Maßnahmen zum Sparen Weil die beiden Köpfe Vo– das kann einfach nicht ves und Schützenhöfer, Kanzlere Faymann gut gehen, wenn zu viele aber sagen wir die gesam- (oben) und Vize sparen und jeder vom te Führungscrew von Spindelegger: gute Spar-Virus angesteckt ist. ÖVP und SPÖ, in den Politik sieht anders Es muss auch Menschen aus. Jahren zuvor maßgeblich geben, die Optimismus jene Politik gemacht haverbreiten, die eben Mut ben, die eben dazu gezur Investition haben, mit führt hat, dass nun diese Mut in die Zukunft schauMaßnahmen gesetzt weren. Und nicht wie das Duo den müssen. Das heißt, Faymann/Spindelegger sie waren die VerantwortAngst und Sorge bis zur lichen von sagen wir 2000 totalen Verunsicherung bis 2010 für den Kurs der verbreiten. Dabei bleibt Politik in der Steiermark aber eines unbeantwortet: und tun nun so, als wären Die Parteien wollen imsie die großen Retter in der Not mit mer näher zum Bürger kommen und ihrer Einsicht. Weil Hermann Schüt- wollen nicht merken, dass sie sich zenhöfer bei der Abgeordneten-Kon- immer mehr von ihm entfernen. O Foto: Hopi-Media

Wenn das Schule macht

Und das sagt der EDV-Profi:

D

er EDV-Shop von Gösta Pongratz in Graz am Griesplatz ist die erste Adresse für Heimanwender, PC-Profis sowie Klein- und Mittelbetriebe. Computer-Experte Erwin Sbaschnigg vom Gösta-Shop: „Die neue Generation der Tablets wird vorwiegend mit Windows 8 laufen. Dieses wird ein neues Design haben und – was nicht unwichtig ist – eine Reset-Funktion. Wenn bisher das Programm zum Beispiel durch Viren abgestürzt ist, dann dauerte es rund eine bis eineinhalb Stunden, bis das ganze

KLIPP Feber 2012

wieder installiert ist. Mit Windows 8 und der Reset-Funktion wird das in nur fünf Minuten möglich sein. Wir informieren uns logischerweise permanent und beobachten ganz genau, was sich am Markt tut. Das ist gerade bei Einzelteilen ganz wichtig, denn unsere Kunden sind heute bestens informiert. Wenn man die Dinge nicht auf Lager hat, registriert das der Kunde sofort. Du musst einfach rasch liefern können. Der Kunde will seine Wünsche möglichst rasch erfüllt haben. Und da sind wir einfach gut.“ O

Computer-Experte Erwin Sbaschnigg: „Wir beobachten ganz genau, was sich am Markt tut.“

23

Werbung

TABLETS KOMMEN NOCH STÄRKER


HINTERGRUND Die Balance zwischen Erholung und Belastung – nur wenn beides im Lot ist, gelingen Spitzenleistungen. Klaus Landauf (rechts) bei der Analyse nach dem Flug von Basejumper Marco Waltenspiel.

Dass viele österreichische Wintersportler in ihrer jeweiligen Disziplin zur Weltspitze zählen, ist unbestritten. Nicht annähernd dieses Niveau erreichen leider die SportKommentatoren des ORF.

D

ies wurde wieder einmal beim Rennen der Rennen, also in Kitzbühel, augenscheinlich dokumentiert. Es sollte eine besondere Action sein: Andi Felber, begleitet von Michael Walchhofer, fuhr für die Fernsehzuseher die Streif ab. Das Ganze wirkte dann eher wie ein Sketch. Felber blieb alle paar hundert Meter stehen und teilte den Zusehern seine Herzschlagrate mit. Ab Hausberg ging es überhaupt nicht mehr weiter. Also äußerst spektakulär und aufschlussreich, muss man sagen. Was den Zusehern wirklich „Neues“ gebracht oder sie interessiert hätte, wäre etwa die Frage gewesen: In welcher Zeit und wie bewältigt ein guter Normal-Skifahrer die Streif und was spielt sich von der physischen und psychischen Belastung, dem Stress her in seinem Körper ab. Und genau dort setzt Klaus Landauf mit seinen Messungen an. Nur so nebenbei: Für Kitzbühel, Bad Kleinkirchheim,

24

Mentaltrainer Klaus Landauf erforscht mit RedBull-Extremsportlern medizinisches „Neuland“

Blick ins Herz Schladming war dem ORF das kostenlose Angebot von Klaus Landauf, die Werte der Sportler dort zu messen, zu teuer. Da wird lieber für den Mitschnitt eines TV-Teams in irgendeinem Prominenten-Beisl viel Geld ausgegeben, das eben mit der Kamera bis in die Toilette vordringt, um dann

Kunstflieger Matthias Dolderer beim Entspannen vor der Extrembelastung.

zu sagen: „Da dürfen wir nicht hinein, da sind nur die Schönen und Reichen willkommen.“ Doch zurück zum Thema. Was passiert bei Spitzensportlern oder Extremsportlern in solchen Situationen der Belastung? Im Auftrag von Red Bull maß Klaus Landauf die Belastungen des Paragleiters Michael Gebert, des Base-Jumpers Marco Waltenspiel, 27, und des Kunstfliegers Matthias Dolderer. Sie wurden verkabelt und Klaus Landauf konnte in Echtzeit, also während der Belastung, über seinen Computer das Auf und Ab der Werte verfolgen. „Der Aufbau der entsprechenden Funktechnologie ist dabei eine zusätzlich erschwerende Aufgaben“, sagt er. Die Messtechnologie wurde am Campus 02 FA Automatisierungsabteilung entwickelt. Diese Funk-

technologie kam weltweit – zu beobachten nicht zuletzt bei der Tötung von Osama Bin Laden – zum Einsatz. US-Präsident Obama und seine Führungscrew konnten im Führungsbunker in Washington zeitgleich die Tötungsmission in Pakistan in Echtzeit verfolgen. Dort ging es allerdings nicht um die Belastung der Soldaten der Spezialeinheit, im Sport geht’s zum Glück friedlicher zu. „Mit diesem Programm lässt sich auch der Stresswert der Sportler bestimmen“, erklärt Klaus Landauf, der in den kommenden Monaten mit seinem Wunderkastl Heartman weiteren Spitzensportlern „ins Herz schaut“. Egal, ob im Motorsport, Fußball, Hockey – sowohl die Trainer wie auch die Sportler selbst wollen einfach wissen, warum das Gefühl – „Ich habe super trainiert, die Spitzenplätze bleiKLIPP Feber 2012


Ob beim Kunstfliegen, Gleitschirmfliegen oder im Skirennsport – jeder Spitzensportler setzt sich individuellen Extrembelastungen aus.

ben aber noch aus“ – täuscht. Wenn zum Beispiel ein Morgenstern nicht am Podium steht, sondern „nur“ Sechster wird. Und wie soll das messtechnisch wirklich zu erkennen sein? Klaus Landauf: „Indem wir die Schlaggenauigkeit des Herzens aufzeichnen können. In der Fachsprache nennt man das die Herzratenvariabilität.“ Die Annahme nämlich, dass das Herz jede Sekunde ein Mal schlägt, ist nicht ganz richtig. Da gibt’s Differenzen. Die Schläge schwanken eben

KLIPP Feber 2012

zwischen etwas weniger als einer Sekunde und etwas mehr als einer Sekunde. Je flexibler das Herz hier reagiert, desto leistungsfähiger und anpassungsfähiger ist der Athlet. Natürlich reicht dazu eine Messung nicht. Die Herzratenvariabilität ist von Sportler zu Sportler individuell, auch die Erholungsfähigkeit und die Reaktion des Körpers knapp vor einem Wettkampf, das Verhältnis zwischen Herzschlag und Atem vor einem Sprung, vor dem Start. Damit verbunden haben die Messdaten unmittelba-

HINTERGRUND

ren Einfluss auf die Qualität der Feinmotorik und der visuellen Wahrnehmungsfähigkeit. Eine Einschränkung oder eine Verringerung dieser Herzratenvariabilität könnte zum Beispiel für den Durchschnittsbürger bedeuten – das ist der Anfang vom Burnout. Was sowohl für den Spitzen- oder Extremsportler gilt, hat aber auch für den Durchschnittsbürger Bedeutung: Diese 100%-Leistungsfähigkeit – beruflich wie sportlich – kann man nicht trainieren. Sie kommt aus dem Wechselspiel von Belastung und Erholung. Denn zu viel Training führt sogar zu Blockaden oder zu einer Verringerung der Leistungsfähigkeit. „Die Voraussetzung für eine Höchstleistung ist daher eine entsprechende Entspannungsphase. Und die lässt sich wiederum eben messen über diese Variabilität“, sagt Klaus Landauf. So zeigten die Tests überraschend, dass Sportler nach einem Wettkampf oder Training sich bereits in der Erholungs- und Entspannungsphase glaubten, doch der Heartman zeigte unmissverständlich an: Keine Rede davon. „Aber nur, wer diese Phasen wirklich erreicht, kann auf der anderen Seite die absolute Spitzenleistung erbringen“, stellt Experte Klaus Landauf fest.

Homero Diaz aus Mexiko, einer der weltbesten Enduro-Piloten, beim Check der Herzratenvariabilität.

Eine Belastung ganz anderer Art checkt Klaus Landauf im März bei einem 100-Kilometer-Wüstenlauf in der Sahara. Da coacht er einen österreichischen Triathleten. „Ich will genau analysieren, warum das der Körper aushalten kann.“ O

25


KLIPP-SPEZIAL Es braucht beste Produkte, engagierte Mitarbeiter und eine kompetente Unternehmensführung, um für die Zukunft gerüstet zu sein. Die Prognosen einer drohenden Abwanderung der Jugend hängen wie ein Damoklesschwert über dem Murtal. Doch mit der Initiative Kraft.DasMurtal steuert man wirksam gegen. Und bei einer derartigen Dichte an

E

s ist noch ein weiter Weg, doch die ersten Schritte sind getan. Dazu zählt auch der Tag der offenen Tür. Mehr als 4.500 Besucher gab es beim ersten Tag der offenen Tür, der auch heuer wieder durchgeführt wird. Staunend haben die Besucher entdeckt, wie viele attraktive Arbeitgeber es in der Region gibt, und erkannt, wie groß die Chancen für die Jugend sind, auch in der Region einen guten Arbeitsplatz zu bekommen. Beispielsweise bei AL-KO in Obdach. Geschäftsführer Klaus Rainer: „Wir erzeugen sämtliche motorisierten Gartengeräte, bis hin zum Rasenroboter, der jüngst entwickelt worden ist. Zur Zeit beschäftigen wir 270 Leute.“

(international) erfolgreichen Wirtschaftsbetrieben hat das Murtal alle Chancen, sogar zu einer Modell- und Vorzeigeregion zumindest österreichweit zu werden. Klipp war bisher schon mehrmals vor Ort beim Lokalaugenschein im Murtal und bringt diesmal und in den nächsten Ausgaben Beispiele für diese optimistische Einschätzung.

zweite Fahrzeug, jeder BMW, VW hat eine Lenkung, in der Blankstahl aus Judenburg verarbeitet wurde. Der Stahl selbst kommt aus Donawitz. „Mir ist

kein besserer Stahl bekannt“, bemerkt Ewald Thaller. Im Forschungsfokus: nicht mehr hydraulikunterstützte Lenkungen, sondern elektromotorunterstützte zu ent-

Schließen oder verkaufen …

Klaus Rainer, Geschäftsführer von AL-KO: „Beim Tag der offenen Tür staunten die Besucher, was alles in der Region erzeugt wird.“

26

… lautete der Auftrag an StahlJudenburg-Geschäftsführer Ewald Thaller in den 90er-Jahren. „Nichts von dem ist passiert. Unsere Leute waren immer qualifiziert und daher haben wir die Produktionsstruktur rasch ändern können.“ Heute ist Stahl Judenburg mit 470 Mitarbeitern der führende ZahnstangenHersteller in Europa. Nahezu jedes

Die neue SKS-Eigentümerin Barbara Isack-Heller kam erst im Juni 2010 in die Region.

KLIPP Feber 2012


KLIPP-SPEZIAL Fotos: Heimo Ruschitz

wickeln, weil der Kraftstoffverbrauch solcher Lenkungen wesentlich niedriger ist. „Wir arbeiten auch sehr eng mit der Montan-Uni Leoben zusammen“, sagt Thaller, der auch als Projektpate für den so genannten Bereich „Attraktiver Arbeitgeber“ steht.

seit der Übernahme bei SKS gestiegen ist. „Nur nix verändern, wie es in der Region für mich oft spürbar ist – das ist nicht meines. Ich habe am Anfang den Eindruck gehabt, dass Krise das Lieblingswort für viele Leute hier ist. Und ich weiß gar nicht, ob sie das Wort Zuversicht kennen. So nach dem Motto: Wir

schaffen das, wir sind gut. Was mich zuversichtlich stimmt: Das Potenzial ist da.“ „Unsere Initiative ist der erfolgreiche Versuch von sehr vielen Einzelkämpfern, die alle einen sehr guten Job machen – egal, ob in der Holzindustrie, bei Sandvik oder in einem anderen Segment –, etwas Gemein-

gensteuern“, erinnert sich Wehr. „Es ist uns gelungen, die Meinungsbildner oder auch Wirtschafskapitäne, wenn Sie so wollen, für die Initiative zu begeistern. Die Region wurde meist schlechtgeredet, obwohl das Standing der Wirtschaftsbetriebe und der Ruf gut waren. Aber der Begriff Industrie ist gar

Ewald Thaller, Geschäftsführer von Stahl Judenburg: „Die Region hat viele attraktive Arbeitgeber. Auch wir sind einer.“

sames für uns und für die Region zu machen“, sagt Stadtwerke-Judenburg-Direktor Manfred Wehr. Er ist Mit-Initiator der Initiative Kraft.DasMurtal. Eine von ihm 2005 in Auftrag gegebene Studie brachte eine erschreckende Erkenntnis: 60 Prozent der Jungen wollen weggehen, da sie keinen ihrer Ausbildung gemäßen Job in der Region zu finden glauben. Das hieß höchste Alarmstufe für Manfred Wehr. „Denn ich bin am ursächlichsten getroffen, verkaufe dann kein Wasser, keinen Strom, keinen Müll mehr und kann gar nichts dafür, dass ich weniger Kunden habe. Mir war klar: Wir müssen dort ansetzen und ganz, ganz kräftig ge-

Manfred Wehr, Stadtwerke-Chef: „Unsere Initiative schweißt viele erfolgreiche Einzelkämpfer zusammen. Wir ziehen an einem Strang.“

Neu in der Region „Wir bauen Anlagen für die Großindustrie – so zum Beispiel für Siemens oder auch Sandvik“, beschreibt Barbara Isack-Heller, geborene Wienerin und seit 2010 neue Eigentümerin des Unternehmens SKS in Fohnsdorf, den Produktbereich. Sie war 15 Jahre im ExportGeschäft tätig, hat mehrere Firmen saniert und sich im Juni 2010 selbstständig gemacht. Damals hat sie die SKS von den alten Eigentümern gekauft. „Es war eine reine Kopf-Entscheidung und ich gebe zu – es ist für mich natürlich sehr gewöhnungsbedürftig“, so Barbara Isack-Heller. Innerhalb von knapp zwei Jahren ist es der Pferde- und Hunde-Liebhaberin gelungen, SKS in die Verdien-Zone zu bringen. Sie kommt nicht aus der Region und mit ihrer beruflichen Erfahrung macht sie das Bild der Unternehmer- und Manager-Persönlichkeiten im Murtal bunter. Noch hat sie sich in der Region nicht ganz eingelebt und musste auch die Skepsis bei Mitarbeitern abbauen, die ja vor allem männlich sind. „Da kommt eine Frau, noch dazu nicht aus der Branche – da muss man einiges in den Köpfen verändern“, sagt sie. Kein Zufall, dass auch der Frauen-Anteil KLIPP Feber 2012


KLIPP-SPEZIAL

Josef Pichler (im Verkauf): „Wir, Sandvik, sind in Sachen Qualität unschlagbar.“ Hubert Pletz, Geschäftsführer von Wuppermann: „Der Kraft-Pass ist ein Selbstläufer und kostet praktisch nichts.“

nicht vorgekommen, obwohl die Industrie hier für 85 Prozent der Arbeitsplätze verantwortlich ist.“ Manfred Wehr, der selbst aus der Region kommt, aber auch lange Jahre in Ostdeutschland als Manager gearbeitet hat: „Wir müssen uns fragen: Welche Aufgaben gehören in der Region wohin? Und wie viel Infrastruktur braucht die Region?“ Seine Vision: „Dass die sieben Ortstafeln, die es jetzt gibt – Judenburg, Zeltweg, Fohnsdorf usw. – in mittle-

drei Kindern. „Man muss aber so ehrlich sein und erwähnen, dass man den Lehrlingen bisher auch wenig geboten hat. Wir brauchen sie aber für die Zukunft. Es ist ja offensichtlich, dass viele dann mit der Matura allein nicht wirklich was beruflich anfangen können.“ Kein Zufall, dass sich Hubert Pletz vor allem um die Lehrlingsfrage innerhalb der Initiative kümmert. Sie ist kein „Selbstläufer“. Das ist hingegen der so genannte „Kraft-Pass“, den Pletz

Sie kennen die Welt In Zeltweg baut die Sandvik Mining and Construction GmbH Bohrmaschinen für die ganze Welt. Die Bergbau-Giganten werden rund um den Globus eingesetzt und vom Standort Zeltweg zum jeweiligen Einsatzort – auch unter Tag – transportiert und in Stellung gebracht. Präzisionsarbeit ist dabei gefragt – auf höchstem Niveau. Wolfgang Saria ist gelernter Maschinenbauer und war viele Jahre rund um den

Sie arbeiten in einer wunderschönen Gegend, wo andere Urlaub machen rer Zukunft einmal nur Ortsteile einer größeren Einheit werden, die zum Beispiel Stadt Aichfeld heißen könnte.“ Nur der Zusammenschluss allein würde die Finanzkraft schon heben, weil sich damit der Zufluss von Bundesmitteln und Bundesanteilen an Steuern praktisch verdoppeln könnte und würde. „Da rede ich noch gar nicht von den Synergien in der Verwaltungen“, womit Manfred Wehr auch die aktuelle Diskussion der Gemeindefusionen anspricht. Auch Hubert Pletz, Geschäftsführer des Unternehmens Wuppermann, europaweit bedeutend bei der Bearbeitung von Bandstahl, kommt aus der Region. Er selbst hat bei AL-KO in Obdach gelernt und sich dann selbst beruflich weiterentwickelt. Als „ehemaliger Lehrling“ weiß er um die Nachwuchsprobleme in der Region. „Viele Eltern bei uns glauben, das Kind müsse unbedingt studieren, der Lehrberuf sei nichts wert“, sagt der Familienvater von

28

ebenfalls mitverantwortet. „Wir wollen, dass die Leute mehr in der Region einkaufen, die Wertschöpfung eben hier bleibt und so auch unser Lebensraum gestärkt wird. Ob beim Einkaufen, in der Therme, im Fitness-Klub, im Sportgeschäft, bei den Liften in der Region – überall gibt es großzügige Rabatte für die Inhaber des „Kraft-Passes“. Pletz hat die Geschäftspartner dafür begeistern können und mittlerweile ist der „Kraft-Pass“ ein Selbstläufer. „Die rund 6.500 aufgelegten Pässe sind an den Mann gebracht und damit kommen wir in alle Familien hinein“, freut sich Hubert Pletz. Was ihn noch mehr freut: „Die ganze Aktion hat nicht einmal tausend Euro gekostet – nämlich nur das Drucken der Pässe.“

Globus unterwegs, neun Jahre davon in den USA. Auch Günther Mitterbacher arbeitet im Auftrag von Sandvik öfters im Ausland, weil die Experten aus Zeltweg für den bestmöglichen Ablauf beim Aufstellen der Maschinen und Geräte sorgen können. Da wird einem schnell klar, wie schön und wertvoll Österreich ist, speziell Einkommen und Arbeitsbedingungen sind im Vergleich zu anderen Kontinenten gut. Grundsätzlich kommt man leicht in Versuchung von fernen Ländern zu schwärmen, solange sie mit Urlaub in Verbindung gebracht werden. Die fremde Welt sieht anders aus, wenn man dort in das Alltagsund Berufsleben eintaucht. Nach jeder Rückkehr meiner Montageeinsätzen fällt mir mehr und mehr auf, dass in der

Region Murtal viel passiert. Die Bevölkerung ist zunehmend stolz auf die Region und auf die Leistungen der Unternehmen.

Steirische Lebensader Der Ursprung der Mur liegt zwar im angrenzenden Salzburg, doch sie „betritt“ bei Predlitz die Steiermark, wie wir in der Volksschule gelernt haben. Völlig klar daher, dass auch der Raum Murau zur Initiative Kraft.DasMurtal gehört. So gesehen auch kein Zufall, dass der Obmann der Initiative Heinz Bartelmuss aus Teufenbach kommt. Das Familienunternehmen IBS „Paper Performance Group“ ist Weltmarktführer für einzigartige Technologien und Produkte rund um das Thema Papiermachen. „Wir decken dabei unterschiedlichste Bereiche und Aufgabenstellungen ab“, so Heinz Bartelmuss. „Unsere Firma IBS beschäftigt in Österreich am Standort Teufenbach rund 240 Mitarbeiter, 90 weitere sind es in Knittelfeld. Dabei ist die örtliche Wertschöpfung wichtig, denn sie bringt uns Lebensqualität.“ Es ist nicht allzu lange her, da engagierte Heinz Bartelmuss bei IBS einen Experten aus Brasilien für die Produktion in Teufenbach, der sich nun dort angesiedelt hat.

„Dahoam is dahoam“ In wunderschöner Umgebung, nahe der Kärntner Grenze, befindet sich einer der führenden Betriebe im Sondermaschinenbau. Der Standort Obdach ist zugleich die Heimat des Firmenchefs. Und die liebt er. „Hier habe ich alles was ich brauche und die Landschaft ist herrlich“, betont Hampel. Karin Lackner, Marketingleiterin der Hage GmbH teilt diese Meinung ebenso. Sie kehrte KLIPP Feber 2012


KLIPP-SPEZIAL Foto: R. Sudy

Karin Lackner: „Das soziale Umfeld hat mich veranlasst, wieder daheim Fuß zu fassen.“

nach ihrem Grazer FH Abschluß zurück ins Murtal. „Das soziale Umfeld und die Arbeit haben mich veranlaßt daheim wieder Fuß zu fassen“, so Lackner. Auch Schulfreunde von ihr sind mittlerweile nach der Ausbildung wieder heimgekehrt und haben attraktive Arbeitsplätze gefunden. Ferner sind die Lebenskosten am Land bedeutend günstiger. „Dahoam is Dahoam“ fügt sich

Günther Mitterbacher (li.) und Wolfgang Saria kennen die Welt durch ihre berufliche Tätigkeit: „Da wird einem schnell klar, wie schön und wertvoll Österreich ist, wie gut man hier lebt.“

demnach gut in ihre Auffassung. Dieses Sprichwort besingt Hampel auch in einem seiner Musiktitel. Von Kindheit an hat er musiziert und gab 1998 sein Musikerdebüt. Die erste CD entstand 2009: „Maulspur“ – „Eine Mischung aus STS sowie Ludwig Hirsch“, beschreibt er seine Musik – nun ist ein weiterer Tonträger in Arbeit. Der Name Hampel steht aber auch für professionel-

le Technik. Das Unternehmen – Bruder Stefan zeichnet fürs Kaufmännische verantwortlich – ist längst zu einem international gefragten Spezialisten für die Realisierung von Sonderwünschen im Maschinenbau avanciert.

Auch sie kommt aus der Region und steht für eine erfolgreiche Jugend: Gewinnerin der ORF-Castingshow „Helden von morgen“ Cornelia Mooswalder.

Zauberformel Kombiwandsystem

der Pexider-Chefs Werner Stoißer und Herbert Pexider aus Teufenbach bei Murau kann unmissverständlicher nicht sein: „Mit Ziegeln alleine macht man heute kein Geschäft mehr.“ €CO-PEX lautet daher ein neues Verfahren bei der Herstellung von Ziegelwänden. Es senkt Baukosten, schont die Umwelt und

Mit Ziegeln alleine macht man heute kein Geschäft mehr. Die Strategie

Lesen Sie weiter auf Seite 32


STEIRISCHER PIONIER AUF Die in Katsch an der Mur ansässige KLH Massivholz GmbH ist führender Hersteller von großformatigen Massivholzplatten. Die fertig zugeschnittenen Bauelemente werden auf die Baustelle geliefert und dort in kürzester Bauzeit montiert. Entstanden ist alles aus einer Idee.

V

om malerischen Murtal aus wird eine weltweite Vertriebsstruktur gelenkt, die ihresgleichen sucht. KLH (Kreuzlagenholz) vertreibt ihr Know-how in 18 europäischen Ländern – die Verbindung von Tradition, fundiertem Handwerk und moderner Holzbautechnologie wird bei international re-

geführt werden. Gleichzeitig hielt sich die Akzeptanz von Holz als Baustoff in Grenzen, vielmehr waren Holzbauten damals mit einem Barackenimage behaftet; dass Holz brennt, wusste jeder, dass Holz berechenbar brennt, leider keiner“, so Sonja Moder, Vertriebsund Marketingleiterin von KLH.

Produktion in Katsch an der Mur: Dort werden mit einem selbst entwickelten Verfahren …

nommierten Bauvorhaben verwirklicht. Dabei wird großes Augenmerk auf Umwelt und Energieverbrauch gelegt.

Was mittlerweile tagtägliches Geschäft ist, war zu Firmengründerzeiten eine mühselige Angelegenheit. Aus einer Idee heraus begann man in einer Garage die ersten Elemente zu fertigen und über ein Forschungsförderungsprojekt reifte schließlich KLH heran. „Das Produkt war völlig unbekannt und musste erst am Markt ein-

ZULASSUNGEN UND ZERTIFIKATE

I Europäisch Technische Zulassung I CE-Kennzeichnung I Technische Zulassung für Deutschland, Frankreich, Spanien, Russland I ISO 9001:2008 Qualitätsmanagement I ISO 14001:2004 Umweltmanagement I Umweltproduktdeklaration nach ISO 14025 I PEFC-Zertifizierung 30

Forschung und Entwicklung begleitete die KLH von Anfang an, 1999 wurde der heutige Produktionsstandort eröffnet und so wie mit dem Image beim Holz ging es auch mit der KLH steil bergauf. Die Mitarbeiteranzahl am Standort Katsch beträgt zwischenzeitlich stolze 135, die jährliche Produktionskapazität zwischen 80.000–85.000 m3. Produziert werden vorwiegend Wand-, Decken- und Dachelemente.

Anspruchsvolle Architektur im Holzbau – kein Widerspruch „Je anspruchsvoller und gewagter die Konstruktion, je mehr technisches Know-how im Projekt erforderlich, umso eher wird auch in KLH gebaut“, betont KLH-Geschäftsführer Christian Loimayr. „Mit mehr als 12 Jahren Erfahrung in unterschiedlichsten Projekten und Ländern und mittlerweile weit über 10.000 Referenzen weltweit haben wir uns natürlich eine gewisse Marktposition aufgebaut. Es liegt somit auf der Hand, dass wir nicht als reiner Lieferant gesehen werden, son-

… die großformatigen Massivholzplatten für die Bauprojekte im In- und Ausland gefertigt.

dern als lösungsorientierter Projektpartner und Projektbegleiter, was uns deutlich vom Mitbewerb unterscheidet.“ Das Dienstleistungsangebot der KLH Massivholz GmbH umfasst die generelle Erstberatung im Projekt, Beratungsleistungen in Bezug auf Konstruktion, Statik und Bauphysik bis hin zur Lieferung der passgenauen Elemente auf die Baustelle. „In den firmeneigenen Forschungseinrichtungen können spezielle Aufbauten geprüft und Messungen durchgeführt wer-

den“, so Johannes Habenbacher, Statiker und Leiter der Abteilung F & E.

Holz macht’s möglich Die gefertigten Holzplatten finden sowohl im Bau von Einfamilienhäusern, im mehrgeschossigen Wohnbau, in öffentlichen Gebäuden, im Industrieund Gewerbebau und bei Umbauten sowie im Brückenbau Anwendung. „Der hohe Vorfertigungsgrad, die rasche Montage und das geringe Eigengewicht sind nur einige der Vorzüge des Baustoffes Holz“, betont Loimayr, der selbst in einem KLH-Haus lebt.

Das spricht für KLH:

I ökologisch nachhaltig und wertbeständig I aktiver Klimaschutz – in einem m3 Holz ist 1 Tonne CO2 gespeichert I gesundes und behagliches Raumklima bei deutlich niedrigeren Betriebskosten I Architektonische Freiheit und Individualität I Mehr Nettowohnnutzfläche durch den Einsatz von schlanken Bauteilen I Statisch hochtragfähige und montagefreundliche Elemente I CNC-gesteuerter Zuschnitt garantiert passgenaue Elemente auf der Baustelle I Schnelle und trockene Bauweise KLIPP Feber 2012


WELTMARKTKURS GF Christian Loimayr: Holz gewinnt als Baustoff immer mehr an Bedeutung.

Mit „Murray Grove“ in London gelang KLH der bisweilen hochgradigste Geschosswohnbau.

Umwelt und Nachhaltigkeit sind zentrale Themen „Wir setzen uns mit dem Thema Umwelt und Nachhaltigkeit sehr bewusst und tagtäglich auseinander. Das beKLIPP Feber 2012

ginnt beim Einkauf und zieht sich über die gesamten Prozesse durch – von der Verwertung der Nebenprodukte zur eigenen Energieversorgung bis hin zur ISO-Zertifizierung nach ISO 14001 (Umweltmanagement) und der kürzlich publizierten Ökobilanz oder vielmehr Umweltproduktdeklaration nach ISO 14025“, so Bernd Oswald, ebenfalls Geschäftsführer und verantwortlich für Beschaffung, Produktion, Logistik und IT. Erwähnenswert ist in diesem Zusammenhang auch die Tatsache, dass seit Jahresbeginn in der KLH ausschließlich Ökostrom verwendet wird.

Vom Trend zur Realität – HOLZ IN DER STADT Ausgehend von den ersten mehrgeschossigen Massivholzbauten in Österreich besteht europaweit reges Interesse, mehrgeschossige Wohnbauten in Holz zu errichten. „Holz, insbesondere die Brettsperrholz- oder KLH-Bauweise, ist Stand der Technik. Es gibt bei jedem Projekt unterschiedliche Anforderungen, aber kaum noch

Problemstellungen, die im Holzbau nicht gelöst werden könnten“, so Habenbacher. Sicher ist, dass man mit Holz in Zukunft hoch hinauswill – die Begrenzung in der Geschosshöhe liegt primär in den unterschiedlichen Bauordnungen, nicht im Baustoff Holz. Speziell KLH-Massivholzplatten sind auf den mehrgeschossigen Wohnbau ausgerichtet. Best-practise-Beispiel ist Murray Grove, ein 9-geschossiges Stadthaus in London. Dass es noch höher geht, wird ein in den nächsten

Monaten errichtetes Referenzprojekt der KLH Massivholz GmbH auf internationalem Terrain beweisen.

„Kraft.DasMurtal“ Die Innovation von KLH spiegelt die Potentiale des Wirtschaftsstandortes Murtal wider. Internationale Aufträge unterstreichen das Fachwissen des Unternehmens sowie die Kompetenz der örtlichen Fachkräfte. Die Initiative „Kraft.DasMurtal“ will gerade diese Kompetenzen offenlegen. O

Zahlen und Daten: Jahresumsatz 2011: 49 Mio. Euro Vertriebstöchter: 2 (KLH UK Ltd. mit Sitz in London, KLH solid wood Skandinavia AB mit Sitz in Stockholm) Vertriebsorganisationen in Europa: 15 Exportquote: 75% Hauptmärkte in Europa: Österreich, Frankreich, UK, Deutschland, Italien Europäische Märkte im Aufbau: Polen, Tschechien, Slowakei, Spanien, Portugal Internationale Geschäftsbeziehungen mit: Türkei, Kanada, Japan, Taiwan, Australien, Mittlerem und Nahem Osten

31

Werbung

„Das Schnittholz beziehen wir weitgehend aus Österreich und aus nachhaltig bewirtschafteten Wäldern, wenngleich es hin und wieder zu Engpässen kommt.“ Der Kooperation mit Holzbaubetrieben, Fertighausherstellern, Baufirmen und anderen Projektbeteiligten tut dies keinen Abbruch. Sowohl beim Steirischen als auch beim Kärntner Holzbaupreis gingen KLHProjekte als Siegerprojekte hervor. Die Jury bewertet hier nicht nur den Konsens zwischen Baukörper und Natur, sondern auch den innovativen Ansatz eines Gebäudes, die zeitgemäße und ressourcenschonende Umsetzung und das dahinterstehende Energiekonzept. „Insofern leisten wir einen wesentlichen Beitrag zur Umwelt. Auch in den Kategorien Sonder- und Kommunalbauten mischten wir vorne mit“, freut sich Loimayr.


I AiZ Unternehmerzentrum, I AL-KO Kober, I ANTEMO Anlagen & Teilefertigung, I APS Austria Personalservice, I ATB Motorenwerke, I Berlinger Bau, I bfi Steiermark BZ Aichfeld, I e2group umweltengineering, I EagleBurgmann, I Elektrotechnik Ofner, I Energieagentur Obersteiermark, I Franz Lercher Sägewerk, I Ritz Mayer Spedition, I Gladik Bau, I HAGE Sondermaschinen, I Hager Naturbrot, I Haingartner Sägewerk, I HERK, I HOESC’H Bausysteme, I Holzinnovationszentrum, I Hotel Restaurant Hubertushof, I IBS Austria, I ideum, I Ingenieurbüro Arnold Stengg, I Johann Pabst Holzindustrie, I Kaltenegger Gruppe, I KBG Kunststoffverarbeitung, I KLH Massivholz, I Kufner Textilwerke, I Lachtal Lifte, I Lerchertrain, I Mondi Zeltweg, I MTS Zechner, I Murauer Stadtwerke, I neuson Hydrotec, I 1. Obermurtaler Brauerei, I Obersteirische Molkerei, I H. Pexider, Projekt Spielberg, I RAUTER Fertigteilbau, I Sandvik, I Schaffer Sägewerk, I SKF Economos, I Stadtwerke Judenburg, I Stahl Judenburg, I Stolz Möbeltischlerei, I Styria Federn, I VAE Eisenbahnsysteme, I Wuppermann Austria, I ZAM Steiermark, I Zechner Bau, I Zeiringer, I Zellstoff Pöls, I Zeman Bauelemente

32

Murau ist Bier Heinz Bartelmuss, Obmann von Kraft.DasMurtal: „Die örtliche Wertschöpfung ist wichtig, weil sie die Lebensqualität für die Menschen bringt.“

sorgt für höhere Wärmedämmung sowie besseren Schallschutz – alles unter einem Hut. Das simple ausgeklügelte System – Tonziegel werden einfach in ein Porozell-Dämmelement eingeschoben – schont das Geldbörserl zu gut 10 % und außerdem die Umwelt. Es besteht aus anerkannten, ökologischen und ökonomischen Systemkomponenten und wurde vom Teu-

fenbacher Ziegelunternehmen Pexider sowie der Hirsch Servo in Glanegg entwickelt. Das bisweilig übliche Dübeln und Kleben von Dämmelementen fällt weg. „Die Technologie ist simpel, umweltfreundlich und kann überall dort optimal eingesetzt werden, wo’s schnell gehen soll und ein angenehmes und massives Wohnklima gewünscht ist“ so Geschäftsführer Herbert Pexider.

„Produktionsbetriebe sichern regionalen Wohlstand ab“

E

s ist verhängnisvoll, wenn ein Staat, ein Land, eine Region zu wenig darauf achtet, zeitgemäße, industrielle Produktionen zu halten, zu fördern, anzusiedeln oder zu unterstützen. Die Konsequenzen derartiger Versäumnisse werden täglich in den Medien sichtbar – nicht zuletzt am Beispiel Griechenland. Die Steiermark als Wirtschaftsraum muss daher breit aufgestellt sein, um die Zukunft gut zu meistern. „Best of Production“ ist daher eine Initiative, die steirische Unternehmen unterstützt und fördert, ihre Produktivität zu optimieren. Nach dem Motto „Wir wollen die Besten werden – Wir sind die Besten – Wir wollen die Besten bleiben“ soll die Spitzenleistung steirischer Produktionsstandorte nachhaltig gesichert werden. In der Vergangenheit spielte sich der Wettbewerb – zugespitzt formuliert – zwischen Standorten in Kapfenberg und Weiz ab. Heute sitzen die Mitbewerber in Asien oder sonstwo. Es geht nicht darum, schneller zu arbeiten, sondern effektiver und effizienter. Und jeder Beschäftigte strebt ein Erfolgserlebnis an, möchte mit einem guten Tag nach Hause gehen. Interessante Details bringen zwei Studien des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) und von Joanneum Research (JR) zu Tage: Im Vergleich zu Beschäftigung und Wertschöpfung leistet der produzierende Industriesektor mit 152.000 Beschäftigten überproportionale Steuerund Abgabenzahlungen. Während im Jahr 2008 der produzierende Sektor 30 Prozent der Beschäftigten und 36,4 Prozent der Wertschöpfung aufwies, waren es bei der Lohnsteuer 38 Prozent, bei der Kommu-

Quelle: Land Steiermark A14 – Wirtschaft und Innovation.

KLIPP-SPEZIAL

Private Häuselbauer, Geschoßbauten, Industrieanlagen und/ oder Bürogebäude können künftig vom Kombiwandsystem profitieren. Demnach geben sich die „Erfinder“ für die Marktpositionierung optimistisch. Nach einer Reihe erfolgreicher Tests und Zertifizierungen ruft €CO-PEX großes Interesse bei Händlern, Baumeistern sowie Hobbybaumeistern hervor. Für Produktionsnachschub sorgen derzeit rund vierzig Mitarbeiter im Drei-Schichtbetrieb am Standort Teufenbach. Mehr als 700 neue Hausbauer konnten im abgelaufenen Jahr für das Kombiwand-System begeistert werden.

Sie geben der Initiative KRAFT

Göss in Leoben ist der eine BierBrauer in der Obersteiermark mit Tradition. Der zweite sitzt in Murau. Die ansässige Brauerei ist eine starke Privatmarke am österreichischen Bierhimmel. Seit gut 500 Jahren wird in der Privatbrauerei Murau Wert auf guten Geschmack gelegt. Der Umgang mit der Umwelt steht dabei zusehends im Vordergrund – erst vor Kurzem wurde man mit dem ASRA (Austrian Sustainability Reporting Award) für den absolut besten Umwelt- und Nachhaltigkeitsbericht Österreichs ausgezeichnet.


KLIPP-SPEZIAL Foto: Heimo Ruschitz

Grundsätzlich stehen in der Brauerei Qualität, Umweltschutz und Nachhaltigkeit im Mittelpunkt. Außerdem befaßt man sich mit Innovationen und laufend neuen Bierkreationen: Das Preiselbeerbier (pb) – die Beeren stammen von den nahen Almen – sowie das „Zitro & Bier“ zählen zu Verkaufsschlagern. Ebenso das nam-

Die Airpower (Foto) und der Red-Bull-Ring bringen hunderttausende Besucher in das Murtal. Hubert von Goisern: Bei seinem Openair am Red-Bull-Ring im Sommer werden 30.000 mitsingen, wenn er seinen Hit „Brenna tuats guat“ anstimmt.

SFG-Chef Burghard Kaltenbeck: „In der Vergangenheit gab’s den Wettbewerb zwischen den Standorten in Kapfenberg und Weiz. Heute sitzen die Mitbewerber in Asien oder sonstwo.“

nalsteuer 40 Prozent und bei der Körperschaftssteuer sogar 44 Prozent der gesamten steirischen Zahlungen. Unternehmen und Mitarbeiter mit serieller Produktion erbringen mit einem Leistungsvolumen von 3,3 Milliarden Euro den größten Teil zur Finanzierung des gesamtstaatlichen und regionalen Wohlstands und tragen mit ihrer überdurchschnittlichen Leistungskraft

hafte „Black Hill“. „Fürs Bierbrauen verwenden wir immer österreichische Rohstoffe, sie stehen in Konsens mit umweltbewusster Bewirtschaftung“, bekräftigt Geschäftsführer Josef Rieberer. Dieser Umweltgedanke findet zurzeit aber

wenig Gehör am Getränkemarkt – der Absatztrend dort schwenkt zur Einwegflasche. „Dagegen stemmen wir uns. Wir befüllen unsere Flaschen bis zu 20 Mal und sparen somit Energie und Ressourcen“, so Rieberer. O

weniger produktive Wirtschaftssektoren mit. Mit dem BoP-Projekt soll nicht nur die Information unter und zwischen den Unternehmen gefördert werden, sondern auch das Bewusstsein der SteirerInnen selbst für den Beitrag zum regionalen Wohlstand, den die Produktionsbetriebe leisten. Daher gilt: Die Steiermark muss für Talente und Ressourcen auch künftig nicht nur attraktiv sein, sondern diese auch binden. Dies erfolgt im Hinblick auf Investoren, Arbeitskräfte und intellektuelle Fähigkeiten durch die Lebensqualität in einer Region. Aus diesem Grund will die Steiermark mehr bieten, als eine geeignete physische Infrastruktur in Form von Straßen, Brücken, Bussen, Flughäfen und Telekommunikationsnetzen. Die Steiermark arbeitet an der entsprechenden sozialen Infrastruktur, die es erleichtert, die für den Erfolg wichtigen Verbindungen herzustellen. Es sind die Netzwerke zwischen kleinen und großen Unternehmen in verbundenen Industrien zwischen den Lieferanten und Kunden, die zur Lebensqualität beitragen. O 33


U M W E LT | E N E R G I E

Solar-Nutzung hat in Gleisdorf schon lange Tradition.

Bis 2015 kommen 20 Prozent aus erneuerbaren Energien.

Der Gleisdorfer Weg für den Ausbau erneuerbarer Energien

Es macht nur vernetzt Sinn – besonders bei Biomasse Gleisdorf kommt seinem Klimaschutzziel wiederum einen Schritt näher! Warum? Weil der Bau des größten Gleisdorfer Biomasseheizwerkes, welches auf dem Betriebsgelände der Feistritzwerke-STEWEAG steht, nun begonnen hat.

I

m Gleisdorfer Klimaschutzprogramm sind bis zum Jahr 2015 insgesamt sechs Biomasseheizwerke geplant, und dieses neue Biomasseheizwerk ist bereits das fünfte Heizwerk, welches mit erneuerbarer Energie betrieben wird. Bei diesen raschen Projektumsetzungen sollte der Plan aus heutiger Sicht erreicht werden. Für alle Anlagen des neuen Biomasseheizwerkes „Gleisdorf Mitte II“, die für Wärme-, Warmwasser- und

Stromerzeugung gebaut werden, ist ein Investitionsbedarf von ca. 2,5 Millionen Euro notwendig, der den einheimischen Firmen zugutekommt. Mit dem Projekt wird ein wichtiger, aber auch ein weiterer großer Schritt für die Umsetzung des Gleisdorfer Klimaschutzprogramms gesetzt, denn die Wärmeversorgung des Innenstadtbereiches mit erneuerbarer Energie aus Biomasse und der Sonne wird beträchtlich erweitert. Bis zum Jahr 2015 sollen dann 20% des Wärmebedarfes mit erneuerbarer Energie abgedeckt sein. Dies sollte erreichbar sein, denn dieses Biomasseheizwerk liefert ca. 10% des gesamten Gleisdorfer Wärmebedarfes. Dieses Heizwerk mit einer Wärmeleistung von 1.600 Kilowatt (entspricht der Wärmeleistung von 160 Einfamilienhäusern) wird von den Stadtwerken Gleisdorf errichtet, ist

Wir bieten ein umfassendes Service Als Spezialist auf dem Gebiet der Elektrotechnik bieten wir Ihnen eine bemerkenswerte Bandbreite an Serviceleistungen an – egal, ob es sich um Krankenhäuser, Freizeitanlagen, Einkaufszentren, Kaufhäuser, Schulen oder private Gebäude handelt. Eine professionelle Arbeitstechnik unserer rund 60 Mitarbeiter sowie Qualität und Termintreue sind dabei selbstverständlich.

34

das größte in Gleisdorf und wird das Bezirkspensionistenheim, das neue Haus „betreutes Wohnen“ in der Schillerstraße, die neuen Siedlungshäuser in der Neugasse, die Betriebsgebäude der FeistritzwerkeSTEWEAG, das Lifecenter und weitere Gebäude in der Innenstadt mit Wärme versorgen. Dazu wird noch die Kraft der Sonne genutzt, denn auf dem Dach des Heizwerkes wird eine 400 m2 große Sonnenkollektoranlage und an der Fassade des Gebäudes eine 20-Kilowatt-Photovoltaikanlage montiert. Zusätzlich sind noch 2 Pflanzenöl-Blockheizkraftwerke für die Strom- und Wärmeerzeugung und ein kleines Windkraftwerk im Einsatz. Somit gibt es für das Bezirkspensionistenheim und die übrigen Objekte Wärme, Warmwasser und Strom zu 100% aus erneuerbarer Energie. Der Rohstoff für das Biomasseheizwerk ist Abfallholz aus der Region. Damit wird Abfall aus der Region in der Region energetisch sinnvoll verwertet und ein sinnvoller, nachhaltiger, regionaler Energiekreislauf mit kurzen Transportwegen geschaffen. Damit werden weitere wertvolle regionale Wirtschaftsimpulse gesetzt, und im Rahmen des Projektes „Klimaschutz Gleisdorf“, das im Jänner 2009 gestartet wurde, wird ein weiteres großes, geplantes Vorhaben erfolgreich umgesetzt. Seit 2009 sind nun schon ca. 7 Millionen Euro von Feistritzwerke-STEWEAG und Stadtwerke Gleisdorf in Zusammenarbeit mit Siedlungsgenossenschaften und Privatpersonen im Rahmen des Klimaschutzprogrammes der regionalen Wirtschaft zugutegekommen.

Wird mit Wärme aus Biomasse versorgt.

Das Gleisdorfer Energiekonzept ist anders als das anderer Städte, weil Gleisdorf zwar wie viele andere auch auf Biomasse und die Sonne setzt, aber die Erzeugung von Wärme, Warmwasser, Strom mit mehreren kleineren dezentralen Anlagen vor Ort bewerkstelligt und somit die Energie auf kurzem Wege (kurze Wärmeleitungen) zu den Häusern transportiert wird. Damit können die Anlagen sowohl im Winter als auch im Sommer mit hohen Wirkungsgraden betrieben werden, und die verschiedenen Anlagentypen (Biomasse, Sonnenkollektoren, PflanzenölBlockheizkraftwerke, Photovoltaik) werden entsprechend dem Energieangebot und dem Energiebedarf optimiert eingesetzt. Ganz entscheidend für die wirtschaftlich vernünftige, erfolgreiche und sinnvolle Nutzung: Die einzelnen Anlagen sind über Wärmeleitungen vernetzt und zusätzlich mit Glasfaserleitungen (auch als Lichtwellenleiter bezeichnet) verbunden. Damit kann das Zusammenwirken der Heizwerke, Sonnenkollektoren, Pflanzenöl-Blockheizkraftwerke, Photovoltaikanlagen automatisch oder händisch gesteuert werden. Für die händische Steuerung sind alle Erzeugungsanlagen in eine zentrale Fernwirkanlage eingebunden, wo auf Bildschirmen schematisch die Anlagen dargestellt sind. So wie Wasser, Abwasser und Müll ist die Energie, zumindest ein großer Teil davon, eine kommunale Aufgabe. Feistritz- und StadtwerkeGeschäftsführer Walter Schiefer: „Für uns hat der regionale Kreislauf Vorrang. Wir sind keine Klima-Fantasten. Unsere Investitionen müssen wir auch wieder verdienen.“ O KLIPP Feber 2012


U M W E LT | E N E R G I E

Österreich braucht Atomstromimporte?

Ü

berhaupt nicht. Österreichs Kraftwerke können beinahe doppelt so viel Strom liefern wie benötigt. Das Problem der Stromversorgung ist nämlich nicht das, über längere Zeiträume genug Strom bereitzustellen, sondern im Moment des höchsten Bedarfs – und dieser Moment dauert oft nur Stunden, Minuten oder gar Sekunden – die nötige Leistung liefern zu können. Da ist tatsächlich höchste Vorsicht geboten: Ist hier nur eine Sekunde lang weniger Strom im Stromnetz, als die Verbraucher (Haushalte, Industrie) nachfragen, kommt es zum plötzlichen Spannungsabfall, sogenannten Blackouts, und damit zu großflächigen und schädlichen Stromausfällen. Um diese zu verhindern, müssten dann große Teile des Versorgungsgebiets zwangsweise vom Netz getrennt werden. Allerdings – damit haben wir Österreicher kein Problem. Österreichs Kraftwerkspark ist ohne Probleme imstande, diese kurzfristige Maximalleistung zu liefern. Zum Ver-

KLIPP Feber 2012

gleich: Die maximal nachgefragte elektrische Leistungsspitze in Österreich (die ist traditionell an einem kalten Wintertag) liegt bei rund 9500 Megawatt (mW). Im Durchschnitt liegt dieser Wert zwischen 3000 und 4000 Megawatt. Die installierte Leistung aller Kraftwerke zusammen – das heißt, wenn alle gleichzeitig laufen – liegt aber bei rund 20.000 Megawatt. Weil allerdings nie alle Kraftwerke mit voller Leistung laufen können (sie sind entweder in Wartung, müssen repariert werden, oder die Flüsse führen gerade im Winter wenig Wasser zur Stromerzeugung), rechnet der staatliche Stromregulator E-Control mit der sogenannten „gesicherten Leistung“, also dem, was im schlechtesten Fall in die Leitungen gespeist werden kann. Die E-Control kommt dabei auf einen Wert von mindestens 12.000 bis 13.000 Megawatt. Das ist zwar deutlich weniger als die gewaltige installierte Leistung, aber immer noch deutlich mehr, als

Österreichs Verbraucher bisher maximal nachfragten. Rein von den Kapazitäten her gäbe es also in Österreich keinen Bedarf an neuen Kraftwerken. Gegebenenfalls müssten alte Standorte erneuert werden. Richtig ist allerdings auch – und das ist ein wahrer Kern der Energiesparlüge –, dass die österreichischen Kraftwerke teilweise regional nicht optimal verteilt sind und der erzeugte Strom in Einzelfällen nur unter großen Verlusten zum Verbraucher kommt. Die Schlussfolgerung aus diesem Faktum wäre aber, den Netzausbau zur Verteilung der Energie voranzutreiben, nicht, neue Kraftwerke zu bauen. Richtig ist auch, dass die Strombosse ihre Kraftwerkskapazitäten nicht nur für Österreicher reservieren, sondern auch ans Ausland verkaufen. Damit stehen sie tatsächlich nicht mehr zur Deckung des Inlandsbedarfs zur Verfügung. So gesehen ist tatsächlich auch eine Importabhängigkeit zu argumentieren. Diese allerdings

ist eine rein kaufmännische/politische Entscheidung und kein technisches Naturgesetz. Umweltschützer, die also die Atomstromimportabhängigkeit Österreichs unreflektiert anprangern, liefern damit ungewollt das Argument, in Österreich weitere Gaskraftwerke zu bauen oder Wasserkraftwerke in ökologisch sensiblen Gebieten durchzusetzen, die keinen inländischen Bedarf, sondern lediglich die Gewinninteressen der Strombosse bedienen. Das mag durchaus legitim sein – aber unter Umständen nicht von öffentlichem Interesse. O Quelle: „Die 50 größten Energiespar-Lügen“ von Markus Groll, Krenn Verlag

35


MOTOR

Ein Vielkönner

AUTO

&

Der Skoda Superb Combi 4x4 im KLIPP-Wintertest

Ui, ist das angenehm, gerade bei diesen arktischen Temperaturen in den letzten Wochen. Nach dem Skifahren oder in der Früh sich ins Auto zu setzen, und die Sitzheizung im Testfahrzeug wärmt uns alle rasch auf.

N

och komfortabler wäre nur eine Standheizung, die gegen Aufpreis auch zu haben wäre. Doch der Skoda Superb Combi 4x4 – schon von seiner Länge und vom Sitzkomfort eine echte Limousine – bietet viele überraschende Details. Das Auffallendste für uns: der Parklenk-Assistent. Einparken auf Verdacht war gestern. Nur die Automatik auf R stellen oder in der Folge dann auf D, Lenkrad loslassen und schon sucht er sich seinen Platz. Die Parksensoren hinten und vorne unterstützen dabei, wann gebremst werden muss. Ist der Vorgang abgeschlossen, heißt es „Lenkrad übernehmen“. Gewöhnungsbedürftig am

Selbst Präsident Klaus vertraut dem Skoda Superb als Staatskarosse.

Anfang, weil man ja der Technik vertrauen muss und das Auge selbst oft nicht so exakt alles im Blickfeld hat. „Das ist cool“, so der Familiennachwuchs, der staunend das Manöver mitverfolgt. Weil sich der Superb ja vorher auch schon selbst die Parklücke sucht, abtastet, ob sie wohl groß genug ist, und erst dann kann das Einparken beginnen. Und wer für ein Auto rund 40.000 Euro als Obergrenze angeben will, der kann am Skoda Superb fast nicht vorbei, mit seinen vielen Fähigkeiten. Auch der Allrad-Antrieb und

Klipp-Testmodell: Superb Combi 4x4 Elegance TDI DSG 5-türig Modell 3T538X15 • 140 PS / 103 KW, DG6-Automatik-Getriebe• Farbe: Black-Magic Perleff. • Exklusiv-Paket mit Parklenk-Assistent • Heckklappe mit elektrischer Öffnung • Innendekor in Aluminiumoptik „Mirage“ • Kartenmaterial Mittel- und Osteuropa • Ladeboden variabel und ausschiebbar • Leder-Interieur „Glamour“ • Leichtmetallräder 7,5J x 18"• Multifunktionslenkrad • Preis rund 40.000 Euro • Einstiegsmodell Skoda Superb: ab rund 26.600 Euro

36

die Automatik mit der zusätzlichen Variante „S“ für „Sportlicheres Fahren“ sind – von Klipp auf Schneefahrbahn und Eis mehrfach getestet – top. Praktisch ist das schlüssellose Zusperr- und Startsystem „Kessy“, angenehm auch die automatische Abblendung bei den Außenund Innenspiegeln und auch, dass die meisten anderen Funktionen für Radio

Wirkt gediegen und luxuriös.

und Telefon am Lenkrad eingebaut und bedienbar sind. Und weil nicht nur für Frauen Kofferraumtüren ein Problem sein können: Die Heck-

Skoda-Spartenleiter Mag. Werner Kuss, Autohaus Kuss: „Von dem, was er kann, spielt der Skoda Superb sicher in der Oberliga. Er ist bewährt, eine gute Option zum Passat oder zum A6. 2013 kommt eine überarbeitete Version von der Formgebung her. Da wird unter anderem das Logo nicht mehr im Grill, sondern auf der Motorhaube eingesetzt sein.“

klappe elektrisch zu öffnen und zu schließen, bringt wirklich Komfort. Wie konkurrenzfähig der Skoda Superb als Limousine ist, zeigt auch, dass er in der Tschechei bis hinauf zu Präsident Klaus als Staatslimousine eingesetzt wird. Was für die Herrschaften dort gerade recht ist, muss ja wohl auch „billig“ für einen Normalsterblichen sein. O

Ein männlicher Mazda

Der neue Takeri

Der rassige Takeri ist sofort als Mazda erkennbar, wirkt dabei frisch und sehr maskulin. Takeri leitet sich ab von dem japanischen Wort für männlich. Das Konzeptauto gibt auf dem Genfer Autosalon 2012 (8. bis 18. März) die Richtung für zukünftige Mazda-Modelle vor. Der dynamische Viertürer ist mit dem hocheffizienten Skyactiv-Dieselmotor, dem Sechsstufen-Automatikgetriebe Skyactiv-Drive und dem Start-Stopp-System i-stop ausgerüstet. Außerdem verfügt er als erstes Fahrzeug über das neue i-ELOOP-System („Intelligent Energy Loop“) zur Bremsenergierückgewinnung. Diese rückgewandelte Energie hilft, den Kraftstoffverbrauch um bis zu zehn Prozent zu senken. O KLIPP Feber 2012


Sanieren Sie sich grün! Mit dem KAPO Energiesparbonus. Nutzen Sie den KAPO-Energiesparrechner und KAPO verdoppelt Ihre eingesparten Energiekosten.

Sie suchen immer noch eine bessere Alternative zu KAPO? Sparen Sie sich die Energie. Apropos Energie sparen: Alljährlich zu Beginn der Heizsaison rücken die altbekannten energetischen Schwachstellen vieler Häuser wieder schmerzhaft ins Bewusstsein. Holzfenster mit ihren überlegenen Dämmeigenschaften sind der beste Weg, Energie – und damit Kosten – zu sparen.

Konditionen und Informationen zur Aktion finden Sie unter www.kapo.co.at Aktion gültig bis 31.3.2012

KAPO Fenster und Türen GmbH Hambuchen 478 A-8225 Pöllau 0664/811 08 89 sanierung@kapo.co.at

www.kapo.co.at kapo_240x325+3_sanieren.indd 1

19.10.11 15:30


TOURISMUS

Im Traditionskurort Bad Gleichenberg liegen die Wurzeln dafür

Tourismusschmiede mit Vision Ein großer Tag verlangt das Besondere. Doormen in Concierges-Kleidung halfen den Gästen bei der Ankunft aus dem Auto und zeigten ihnen über die neue Zugangsstiege höflich den Weg ins Haus. So geschehen beim feierlichen Eröffnungsakt der umgebauten Tourismusschulen Bad Gleichenberg. von Helmut Dietl

D

as professionelle Wissen, mit Gästen stilvoll umzugehen, gehört zur Tradition der Tourismusschmiede. Damit wird auch nachvollziehbar, warum mehr als 6.000 Absolventen in 130 Län-

Ein großer Tag: Die angehenden Absolventen der Tourismusschulen empfangen die Festgäste zur Eröffnung.

dern als Visitenkarte für eine profunde Ausbildung stehen. Seit 66

Jahren erlernen hier angehende Hotel- und Fremdenverkehrsfachkräfte alles von der Pieke auf: vom Zwiebelschälen bis zum Management. Im Laufe der Jahre wurde das Bildungsangebot Schritt für Schritt an die veränderten Marktanforderungen angepasst.

Eine Hochburg Der kürzlich fertiggestellte Aus- und Umbau ist ein weiterer Baustein, um junge Talente auf den Ernst des (Berufs-)Lebens vorzubereiten. Hotelfachschule, Aufbaulehrgang für Tourismus, Höhere Lehranstalt für Tou-

rismus und das Kolleg für Tourismus und Freizeitwirtschaft (auch englischsprachig) werden in Bad Gleichenberg angeboten. Die Fachhochschule liegt in unmittelbarer Nachbarschaft und auch die Landesberufsschule für Koch und Kellner befindet sich vor Ort. Beeindruckt zeigten sich die Gäste bei der Führung durchs Haus von der neuen attraktiven Lobby, der Rezeption, Lehr- und Internatsküche, der Mediathek, dem umgebauten Internat sowie vom neu errichteten Restaurant. Im Vordergrund stehen modernste Technik

Jüngste Urlaubsstudie zeigt die Trends auf

Am liebsten wird gefaulenzt Knapp 70 Prozent der SteirerInnen werden sich 2012 wieder eine verdiente Auszeit gönnen. Unter dem Motto “Daheim ist daheim“ urlaubt man gerne im eigenen Land. „Das Zuhause ist einen Urlaub wert“, heißt es immer öfter. Bereits rund 55 Prozent haben schon einmal bewusst Urlaub daheim gemacht – das nahe Umfeld erfreut sich offensichtlich zunehmender Beliebtheit. Dabei wird am liebsten gefaulenzt – rund 60 Prozent frönen dem Nichtstun. Essen und Trinken ist zu einem zentralen

38

Betätigungsfeld avanciert. Außerdem zählen der Besuch von Sehenswürdigkeiten, wie auch Sport und Ausgehen zu den Dauerbrennern bei der Feriengestaltung. Abenteuer und Sinnsuche gehören ebenso zu einem perfekten Urlaub. Für knapp ein Viertel der Befragten – und hier besonders bei Männern und den Jüngeren bis 20 Jahre – soll der Urlaub zum Abenteuer werden. 2012 wird vorsichtiger mit dem Geld umgegangen werden. Damit ist die Bustouristik auch wieder im Steigen begrifKLIPP Feber 2012


Pärchentage im Thermenhotel Stoiser in Loipersdorf TOURISMUS

ROMANTISCHE AUSZEIT

N

Sinnvolle Investition Grundsätzlich untermauert der Umbau den hohen Stellenwert des Tourismuslandes Steiermark. Die Hälfte der 8,3 Mio. an Investitionskosten trägt das Land Steiermark, eine Million Euro kommt vom Bund, der Rest sind Eigenmittel des Hotelfachschulvereins sowie der Wirtschaftskammer Steiermark. Gerade in der touristischen Bildung – die Branche ist sehr praxisbezogen – bedarf es einer perfekten Hardware. „Jetzt ist eine noch bessere Ausbil-

fen. Fast die Hälfte der SteirerInnen beurteilen die Preise in Österreich für die erbrachten Leistungen als gerechtfertigt bzw. passend. Die Gäste wünschen sich ferner besondere Gastfreundlichkeit. „In der Vergangenheit stand hauptsächlich das Produkt im Vordergrund, nun ist es der Mensch als Individuum. Wahrer Luxus im Urlaub ist, wenn man auf nette Menschen trifft und die Probleme des Alltags vergessen kann“, sind sich Tourismusschulen-Direktor Wolfgang Haas und SteiermarkTourismus Chef Georg Bliem einig. Egal, ob In- oder Ausland: Kurzurlaube und Tagesausflüge gewinnen in jedem Fall an Bedeutung: Fast 70 Prozent der befragten haben in den vergangenen drei Jahren Kurzurlaube gemacht. Die KLIPP Feber 2012

dung – wie in einem echten Hotelbetrieb – möglich“, bekräftigt Haas.

Freude am Beruf entscheidend Die Voraussetzung dafür ist aber ein tiefes Verständnis gegenüber Trends in der Hotellerie und Fremdenverkehrswirtschaft. „Und das sind in unseren Schulen auch die wichtigsten Botschaften“, so die Verantwortlichen mit Kurator Peter Florian an

Wirtschaftsmotor Tourismus Österreichs Tourismus ist eine Wirtschaftsmacht, die rund 22 Mrd. Euro pro Jahr umsetzt, 3 Mrd. Euro pro Jahr investiert und mit 74.000 Unternehmen 242.000 Menschen Arbeit gibt.

der Spitze. „Unsere Gebäude bekommen durch die einmalige Architektur nun eine Strahlkraft, die weit über unsere Grenzen hinaus wirken soll. Es bietet sich uns nun verstärkt die Möglichkeit, Schüler aus dem In- und Ausland für unseren Beruf zu interessieren und die Tourismusschulen Bad Gleichenberg als einzigartige Bildungsstätte für den Tourismus zu positionieren.“ O

jährlich erstellte Urlaubsstudie der Tourismusschulen Bad Gleichenberg mit der Projektleiterin Claudia Brandstätter besagt, dass viele Feriendestinationen bereits vorab via Internet beschnuppert werden. Demnach nimmt das Internet als Urlaubsberater und Buchungsmöglichkeit weiter zu. Vorne steht mit knapp 54 Prozent zwar noch das Reisebüro, jedoch dicht gefolgt von den Internetplattformen mit knapp 47 Prozent. Daneben bringen soziale Netzwerke Buchungen: Fast 70 Prozent nutzen Facebook und Co. Und weil auch das Zwischenmenschliche im Urlaub nicht zu kurz kommen sollte: Der Urlaubsflirt etwa, war 2011 weiblich, mehr als 40 Prozent der Frauen waren flirtbereit. O

bietet aber auch zahlreiche Aktivmöglichkeiten zu jeder Jahreszeit. Romantische Pärchentage: ab 286 Euro pro Person im DZ, inkludiert sind 2 Nächte mit HP, 2 Morgentarifkarten für die Therme, 1 x Frühstück in den Federn; 1 Flasche Champagner, Früchtespießchen u. Zotter-Schokolade am Zimmer; 1 Pärchenmassage, 1 Himalaya-SalzTepidarium sowie alle Stoiser-all-inclusive-Leistungen.

Thermenhotel Stoiser, 8282 Loipersdorf 153, Tel.: 03382/ 8212, thermenhotel@stoiser.com, www.stoiser.com

Werbung

und Funktionalität – alles läuft kommunikativ und ist einem Hotelcharakter nachvollzogen. „Dabei tut sich schnell eine Art Campus-Gedanke auf, zumal optimale Rahmenbedingungen fürs Leben und Lernen geschaffen wurden“, sind sich Schulleiter Wolfgang Haas und Hotelfachschulverein-Kurator Peter Florian einig. Dem Architektenteam SzyszkowitzKowalski ist ein spannender Verbindungstrakt zwischen dem altehrwürdigen Internatsgebäude und dem Schulgebäude gelungen. Allerdings war während der Bauphase Geduld gefragt – musste man doch mit Entbehrungen bei laufendem Schulbetrieb zurechtkommen.

ErlebnisTherme BADESPASS IN DEN SEMESTERFERIEN! Ob Kurzurlaub oder Tagesausflug in den Semesterferien – eine Vielzahl an Wasserattraktionen sorgt für unvergesslichen Badespaß und ungetrübtes Freizeitvergnügen in der H2O Therme. Unter der Sonnenkuppel locken die breiteste Doppelreifen-Rutsche Österreichs, der Colorado River, ein Strömungskanal, die stündliche Welle im Acapulcobecken, ein Edelstein-Whirlpool, ein Baby-Jumbo-Pool, ein Clown- sowie ein Sternenpool und vieles mehr. Bereits zum Frühstück startet das Familien- und Animationsprogramm: Kinderschminken, Bobby-CarRennen, Thermenrallye und Kinderdisco zählen neben den beiden Rutschen zu den Highlights der Kids. Während es für kleine Gäste immer neue Überraschungen zu entdecken gibt, entspannen sich die Eltern im wohligen Thermalwasser bei 34 Grad. Prickelnde Champagnerliegen, 7 Wärmequellen in der kinderfreien Sauna-Landschaft und ein bunter Cocktail an der Pool-Bar sind ideal, um sich eine Auszeit vom Alltag zu gönnen. www.hoteltherme.at

Werbung

Beeindruckende Architektur lässt die Prominenz von Schützenhöfer über Voves, Kurator Florian bis zu WK-Präsident Herk klein aussehen.

ur schnell Katzenwäsche, rein in den Bikini, Bademantel an und ein paar Schritte in die Therme. Das Morgenschwimmen hat seinen ganz besonderen Reiz. Retour ins Zimmer zum romantischen Frühstück in den Federn. „Das klingt ja direkt kitschig, lachte meine Freundin, als ich von den Pärchentagen im Thermenhotel Stoiser in Loipersdorf erzählte“, schwärmt ein Gast. Das vielfach ausgezeichnete 4-SterneHotel Stoiser hat als einziges Haus an der Therme Loipersdorf einen hauseigenen Bade- und Saunabereich sowie ein exklusives Gesundheitszentrum. Auf über 2000 m2 trifft in diesem Refugium Fernost auf Steiermark. Zwischen hawaiianischer Lomi-Lomi-Nui-Massage und steirischer Weintresterpackung gönnt sich der Gast eine Auszeit im Himalaya-Salz-Tepidarium. Die Region

39


GESUNDHEIT

R

oman Wilfinger aus Hartberg, heute 82, gilt österreichweit als der Biopionier. Doch keine Rede davon, dass er gesunde Ernährung schon mit der Muttermilch mitbekommen hat. Zwischen dem 30. und 45. Lebensjahr, also im besten Alter, machten ihm Zivilisationskrankheiten Probleme. „Von Bandscheibenleiden über Nierenkolik, Magen-Darm-Beschwerden, Tinnitus, hohe Cholesterinwerte bis Bluthochdruck habe ich alles kennengelernt. Auch mehrere Tage im Krankenhaus waren dadurch erforderlich“, so Roman Wilfinger. „Erst 1976 mit der Eröffnung des Ring-Gesundheitszentrums und der Biobäckerei habe ich die einzig-

Roman Wilfinger senior

Hildegard von Bingen und dem Wissen unseres Naturheilarztes Dr. Richard Brodnik verdanke ich es, dass ich in meinem Alter keine Gewichtsprobleme habe. Ebenso ist Übergewicht – heutzutage die Geißel der Menschheit – für mich ein Fremdwort.“

Wie halten Sie sich so fit? artige Biovollwertnahrung kennengelernt und begonnen, mich intensiv mit dem Thema Ernährung zu befassen“, schildert er. „Es war eine Fügung, dass ich einen Biolandwirt kennengelernt habe, der auch Autodidakt in Sachen Ernährungsphysiologie war und der mir Hilfestellung für das Kochen von Biovollwertnahrung geleistet hat bzw. geholfen hat, interessierte Landwirte für Bioanbau zu finden, was in diesen Jahren noch sehr schwierig war. Jedenfalls war ich fest davon überzeugt, dass dies eine Gesundheitsnahrung ist, und habe sie daher auch ab 1976 mit viel Erfolg unseren Kurgästen angeboten. Heute ist diese lactovegetabile Vollwertkost noch immer unser Schwerpunktangebot im Rahmen der RingGlückskur. Viele Stammgäste haben damit auch ihre Gesundheits- und Gewichtsprobleme in den Griff bekommen.“ „Seit dieser Zeit ernähre ich mich zu rund 80 Prozent fleischlos bzw. bio und vollwertig. Ich bin keineswegs ein Fanatiker, aber ich erlebe es selbst, dass mir diese Ernährungsform gut tut. Heute weiß ich auch, dass durch diese Vollwertnahrung eine Entschlackung, Entgiftung, Entsäuerung und Entwässerung im Körper stattfindet. Nicht nur dem gesunden Essen, sondern auch der Anwendung der vielen Kräuter nach

40

Mit Zuversicht in die Zukunft

Und so halte ich mich fit … Roman Wilfinger: „Mein tägliches Fitnessprogramm spielt sich ausschließlich in der Natur ab. Seit rund 45 Jahren laufe und gehe ich täglich im Durchschnitt rund zwei Stunden. Dies bergauf, bergab, über Wiesen und durch Wälder mit Hundebegleitung. Gymnastik mache ich ebenfalls im Wald. Im Urlaub, je nach Saison, sind noch Schwimmen, Skifahren und Langlaufen meine Sportarten.“ „Mein Weg zum Erfolg und Glück war und ist, Gott sei Dank, einer, der das Leben auch noch im Alter lebenswert macht.“

Altern heißt wissen, was ich will

Nicht stehen bleiben Von Karin Klug*

A

ltern heißt Dinge sehen, die es einmal gab, nun nicht mehr gibt. Das alte Haus, das einst hier stand. Die Wiese, blumenbuntgesprenkelt, mit Schmetterlingen und der scheckigen Nachbarskatze, die hindurchschlich. Heute ein Betonbau in schlichtem Grau. Die alte Eiche, Inbegriff von Unendlichkeit, im Vorjahr vom Blitz gespalten. Abgetragen. Unscheinbare kleine Fichtenbäumchen heute. Dinge sehen, die es einmal gab. Dafür vieles nicht mehr sehen, was heute ist. Die Nachbarin kommt, um die Zeitung vorzulesen. Altern heißt Erinnerungen anhäufen. Ja, regelrecht zu hor-

ten in den Schädelkammern. Je älter, desto mehr. Immer voller wird der Kopf mit Bildern, Filmen, Tonspuren. Oft schon scheinen sie die Wirklichkeit zu überwuchern. Manchmal nicht mehr zu trennen, was war gestern, was ist heute. Klarer und detaillierter steht die Erinnerung da vor uns – und manchmal versperrt sie eben den Blick auf das, was ist. Jetzt ist. Wie durch einen Filter, einen Schleier blicken wir hindurch. Die Erinnerungen tönen das Jetzt, färben es ein, verleihen ihm eine einzigartige Patina. Altern heißt wissen, was ich will. Und was ich nicht will. Und manchmal starr werden in diesem Wollen und Nichtwollen. Geschlossene Gesellschaft. Nicht mehr bereit für allzu viele neue Erfahrungen, Ein-

drücke. Zu raumgreifend die bisherigen. Zu überbordend die nachfolgenden. Als wenn wir zu wenig Platz hätten in unseren Köpfen. Da ist doch noch Raum genug. Umschichten also. Altern heißt Begegnungen sammeln. Berührungen. Augenblicke. Und Abschiede. Zwangsläufig. Je älter, desto öfter wird wohl ein Abschied genommen. Die eigene Welt wird kleiner, das Rundherum größer, fremder, undurchschaubarer, manchmal bedrohlicher. So viel Veränderung. Wie noch Schritt halten, wenn doch die Füße schmerzen. Und die Schritte kleiner geworden sind. Nur die eigene, gerade überschaubare Welt ringsum, die ist noch vertraut. Bis zum letzten Staubkorn hin. Liebgewonnen. Im täglichen Kampf ans Herz gewachsen vielleicht. Ritualisierte Gesten. Gewohnheiten. Wiederholungen. Leben im Detail. Und in der Langsamkeit. Das Tempo ist ein anderes geworden. Und doch: Hie und da blitzt unerwartet Neues auf. Unentdecktes, Unerforschtes. Ragt vorwitzige Neugier über den Tellerrand. Bricht ein neuer Gedanke durch, bahnt eine neue Vorliebe sich an, nähert sich ein Mensch, bis gestern noch unbekannt. Und da ist ja noch Platz, Platz genug. Im Kopf und in den Herzen. Altern heißt Wissen, das sich anhäuft im Lauf der Jahre, Berge an Erfahrungen, Erkenntnissen. Wohin aber damit, wohin mit den Gedanken, Geschichten, den Bildern, die sich in den Vordergrund drängen. Wo soll man sie verwahren, sammeln, sichtbar, haltbar machen? Altern heißt wohl: bis zum Schluss sich neue Welten erschließen, nicht stehenbleiben. Schritthalten im Trippelschritt. Da sind noch Erfahrungen, die gemacht werden wollen, nicht immer gern, nicht immer leicht, aber das Morgen wartet nicht, kennt keine Rücksicht, keine Nachsicht, nach jeder Nacht steht es von neuem da mit all seinen Herausforderungen. „Man begegnet der Zukunft mit der eigenen Vergangenheit.“ Pearl S. Buck O * Karin Klug arbeitet als freie Psychologin in Graz. KLIPP Feber 2012


Früh übt sich … „Schon früh wollte ich in der Küche helfen. Das Kochen habe ich von meiner Mutter geerbt, da bin ich mir sicher. So habe ich schon bald meinen Ehrgeiz darangesetzt, eine Biskuitroulade herzustellen, die mindestens ebenso gut schmeckte und aussah wie die meiner Mutter. Und meine Mutter hat mich darin unterstützt, wofür ich ihr bis heute dank-

Bei Starkoch Johann Lafer gehen Urlaub und Heimat durch den Magen

Kulinarischer Botschafter hann Lafer. Auslöser war sein internationaler Erfolg als Kochkünstler. „Zum Restaurant ,Le Val d’Or‘ wurden die rustikale Turmstube und das gediegene Stromburg Hotel eröffnet. Im nahe gelegenen Guldental haben wir in den Räumen des ehemaligen Le Val d’Or die Kochschule mit dem

daher, dass die Startauflage seines neuesten Kochbuches „Meine Heimatküche“ 50.000 Stück sind. Eine für österreichische Verlage kaum vorstellbare Zahl. Damit zeigt der Gräfe und Unzer Verlag aus München auch gleich, um welches Kaliber es sich bei Johann Lafer auf dem

Gebackene Apfelknödel mit PreiselbeerGewürz-Ragout und Mostschaum

Steirische Fischsuppe mit Zander, Saibling, Forelle, Waller, Lachsforelle und Kartoffeln.

Namen ,Table d’Or‘ eingerichtet. Im gleichen Gebäude haben wir auch ein Fernseh- und Fotostudio.“ Während andere seiner Kollegen in Versuchung kommen, die Künste des jeweilig anderen leicht abzuwerten, gelingt es Johann Lafer auf sympathische Weise, immer die richtigen Worte zu finden. Nicht zufällig

Buchmarkt handelt. „Für mich ist Heimat überall dort, wo der Duft und der Geschmack einfachen Genusses an Kindheit erinnert“, streut Johann Lafer bei der Buchpräsentation in Österreich seinem Heimatland natürlich Rosen. Er war für dieses Buch im letzten Jahr für etliche Foto- und Recherchetage in der

Fotos: Gräfe und Unzer / Meine Heimatküche / Foto: Joerg Lehmann.

Wenn er einen Abstecher in die Steiermark tut, dann umschwirren ihn die versammelte touristische Prominenz, Kollegen und Essensgenießer. Jene Fernsehzuseher, die gern auch auf deutschen Kanälen Fernsehentspannung und Unterhaltung suchen, wissen, was er dort für ein Star ist. Der gebürtige Steirer Johann Lafer lockt dort mit seinen Kochshows Millionen vor die Flimmerkiste.

B

egonnen hat Johann Lafer, aufgewachsen in St. Stefan im Rosental in der Oststeiermark, seine Ausbildung Mitte der 70er Jahre im Restaurant GösserBräu in Graz. Von dort an ging’s mit der Karriere ständig nach oben. Ins Scheinwerferlicht kam er, als er im Münchner Restaurant von Eckart Witzigmann den Posten des ChefPâtissiers übernahm und mit Witzigmann mehrere Bücher verfasste. Liebe geht bekanntlich durch den Magen. Von Mai 1983 an wurde der Steirer Küchenchef im Restaurant Le Val d’Or seiner späteren Ehefrau Silvia Buchholz in Guldental im Bundesland Rheinland-Pfalz. „1994 haben wir das Restaurant auf die Stromburg im Hunsrückstädtchen Stromberg verlegt“, erzählt JoKLIPP Feber 2012

bar bin. Mit neun Jahren bekam ich meine eigene Rührschüssel und einen Schneebesen für mich allein geschenkt. Da war mein Eifer entfacht, und ich stand fortan öfter in der Küche als meine Schwestern. Trotzdem strengte ich mich in der Schule an – ich lernte gern. Meine Lehrer empfahlen mich für die höhere Schule, doch dafür war das Geld zu knapp. Schließlich rückte ich mit meinem Herzenswunsch heraus, und meine Eltern gaben nach – ich durfte Koch lernen. Mit meinem Vater fuhr ich nach Graz, um mich im berühmten Gösser-Bräu vorzustellen. Sechzehn Jahre war ich alt und zuvor ganz selten in der steirischen Hauptstadt gewesen. Das Leben in der großen Stadt war mir fremd, ich hatte fürchterliches Heimweh und wollte eigentlich nur zwei Dinge: kochen lernen und möglichst schnell wieder nach Hause fahren.“ Und wenn ich heute so zurückdenke an das selbst gebackene Brot meiner Mutter und den Duft, der ihre Küche stets durchzog, dann fällt mir der Satz des steirischen Dichters Peter Rosegger ein, der auch erkannte: „Wie reich war ich doch, als ich arm war.“ O

41

GENUSS

Steiermark. Auf 192 Seiten zeigen 200 Fotos und 75 Rezepte die Vielfalt der steirischen und österreichischen Küche. Es gibt klarerweise auch traumhaft schöne Landschaftsund Menschenfotos. „Die Steiermark ist also eine echte GenussDestination“, macht Lafer für unser Bundesland Werbung.


Fotos: Toni Muhr

ARCHITEKTUR Biowohnhaus in Frohnleiten: Es wurden ausschließlich heimische und natürliche Materialien verwendet.

Mag das Besondere Von Isabella Hasewend

L

ogischerweise spielen da auch die Kosten eine Rolle: Eine hohe Planungsqualität bedeutet auch einen höheren und intensiveren Zeitaufwand, der sich im Endeffekt für den Nutzer immer lohnt und auch eindeutig am Ergebnis abzulesen ist“, so die Architektin Marion Wicher, die im Jahr 2002 gemeinsam mit ihrer Partnerin Ruth Berktold das Architekturbüro „yes architecture“ gründete. Keinesfalls herkömmlich, auch vom Aussehen her, ist ein von Marion Wicher realisiertes Biowohnhaus in Frohnleiten. Die Zedernholzschindeln sind besonders auffällig und machen schon optisch viel her. Die großzügige Villa wurde von einer Marion Wicher Unternehmerfamilie in Auftrag gegeben, die auch beruflich viel mit Holz zu tun hat.

Niedrigenergiehaus Die Fassade besteht aus handgespaltenen Zedernschindeln. Darunter befindet sich eine hochwertige Holzkonstruktion mit Weichfaser-

42

platten, Hanfdämmung und mehrlagigem Lehmverputz auf Schilfrohrmatten. Es ist kein Passivhaus, sondern ein Niedrigenergiehaus, braucht also sehr wenig Energie. Die benötigte Restenergie für Heizung und Warmwasser wird von einer Erdwärmepumpe bereitgestellt. Heizschlangen in den Wänden und in den Fußböden sorgen für gesunde Strahlungswärme.

Genügend Platz Der ausladende Grundriss von rund 300 Quadratmetern bietet ausreichend Platz für die Familie. In fast allen Räumen sind Dielen aus antikem Eichenholz verlegt, die ein besonderes optisches Highlight sind. Außerdem verfügt das Gebäude über zwei offene Höfe mit Terrasse, einem Schwimm-Biotop und Ballspielwiese, die ausreichend Platz zum Austoben für die vier Kinder bietet. „Ein wesentlicher Faktor dafür, dass sich das Haus Biowohnhaus nennt, ist sicher die Verwendung von ausschließlich heimischen und natürlichen Materialien“, so die Architektin Marion Wicher von yes architecture mit Büros in München, New York und Graz. „Es wird immer viel darüber gesprochen, wie viel Energie ein Haus verbraucht, jedoch nie darüber, wie viel Energie notwendig ist, um die Baumaterialien dafür zu produzieren, heranzuschaffen und in der Folge später einmal auch zu entsorgen.

Diese Unmengen von Energie sind im Fall des Biowohnhauses in Frohnleiten weggefallen.“

Beliebte Motive für Werbung Die hiesige Niederlassung von yes architecture steht unter der Leitung von Marion Wicher und realisierte unterschiedlichste Bauaufgaben, von Büro-, Geschäftsund Veranstaltungszentren über öffentliche Plätze, städtebauliche Interventionen bis hin zum Wohn- und Einfamilienhausbau. Das Design von Marion Wicher konnte schon mehrere nationale und internationale Preise erringen. „Die Menschen sprechen mich aufgrund meines Stils natürlich immer wieder an, ähnliche Objekte zu machen.“ Außerdem sind die Objekte von Marion Wicher auch beliebte Motive in der Wer-

In fast allen Räumen des Biowohnhauses sind Dielen aus antikem Eichenholz verlegt.

Foto: Wolfgang Croce

Die Grazer Architektin Marion Wicher: „Ich liebe die Herausforderung und mache auch aus scheinbar gewöhnlichen Aufgaben besondere Projekte.“

bung – beispielsweise von BMW, Bank Austria, im Neckermann-Katalog. „Auch Prefa oder Gaulhofer wirbt jeweils mit einem Haus von uns“, so Marion Wicher. „Die Firmen werben unter anderem auch deswegen mit unseren Häusern, weil wir als Architekten auch an der Entwicklung von Produkten Anteil haben oder auch an neuen Montagemöglichkeiten tüfteln und diese umsetzen. Diese Errungenschaften werden dann später von der Industrie übernommen und weiterentwickelt“, erklärt die Architektin. „Da wir aber die Ersten sind, die diese neuen ,Methoden‘ anwenden und umsetzen, sind die Objekte von Architekten nicht nur wegen ihrer besonderen Ästhetik, sondern auch wegen ihrer Innovation begehrte Werbesujets.“ Und nicht zuletzt auch in Film und Fernsehen sind die Objekte von yes architecture zu sehen, wie etwa in der ORF-KrimiSerie „Schnell ermittelt“ oder in „Tochter zweier Väter“ von Reinhard Schwabenitzky. O

Ein Kellerstöckl von yes architecture, das nicht nur international Preise abgeräumt hat (von Europa bis in die USA), sondern auch weltweit publiziert ist.

KLIPP Feber 2012


Er war nicht „noch niemals“, sondern „schon vielmals“ in New York FOTOKUNST

Ein Fotograf entdeckt immer Neues Eines war dem bekannten Grazer Fotografen Peter Manninger natürlich klar: „New York, insbesondere Manhattan, zu fotografieren, ist gar nicht leicht, weil es ja schon millionenfach geschehen ist und jeder die Bilder irgendwo im Kopf hat. Doch meine Perspektive und der Zugang waren diesmal einfach Schnappschüsse.“

N

icht mit dem Stativ und komplizierten technischen Zubehör herumzurennen, sondern einfach Schnappschüsse zu schießen.“ Dazu hat er eine alte russische Kamera im Gepäck, die sich „Horizont“ nennt. Es ist eine Panorama-Kamera, nicht zu verwechseln mit einem „Fischauge“. Die Aufnahmen, die Manninger schoss, sind keine Ausschnitte, sondern eben das Bild in seiner Vollansicht. „Natürlich musst du als Fotograf dein Instrument beherrschen. Das KLIPP Feber 2012

ist wie bei einem Musiker“, so Peter Manninger. Seine „Horizont“ hat ein Weitwinkelobjektiv und man muss sich natürlich dennoch inspirieren lassen von der Gunst des Augenblicks. Denn gerade in New York sind die Lichtverhältnisse das ganz Besondere. „Oben herrschen ganz andere als unten.“ Alles, was er fotografierte, geschah ohne Belichtungsmesser. „Das Licht spüre ich einfach.“ Was ihn an New York, das er im Laufe der Jahre oft besucht hat, faszi-

niert: „Es ist die Lebendigkeit, die einen dort fasziniert. Man fühlt sich, wie gesagt, sofort zu Hause. Schon allein durch die vielen Immigranten.“ Der Auslöser für seine New-YorkReise: „Du fährst dorthin, holst dir einen Kick ab, bleibst fünf Tage dort und davon zehrt man dann wieder sehr lange“, erzählt Peter Manninger. In den kommenden Jahren will er sich stärker auf diese StädteFotografie, wie er sie sieht, konzentrieren. So gibt es zum Beispiel

schon Venedig und einige andere europäische Städte. Bekannt geworden ist Peter Manninger in unseren Breiten als Fotograf für die Tirol Werbung. Ein Highlight ist sein „Weihnachtsbild“ – der Großvater oder Vater mit einem Buben im Schnee. Ein Bild, das nun auch in Wien bei einer Ausstellung zeitgenössischer Fotografie zu sehen ist. Peter Manninger lebt in Graz. O

43


Foto: CH/www.visitnorway.com

FREIZEIT Kayaking im Hardangerfjord

KLIPP-Mitarbeiter auf Tour in Norwegen

Teures Naturparadies

Von David Donnerer

Gletschertouren und Kajakfahren Ein Ausflug auf einen Gletscher ist neben den Fjorden, das sind weit ins Festland hineinreichende Meeresarme, typisch für Norwegen. Es ist eine ungemeine Herausforderung,

44

Foto: CH/www.visitnorway.com

M

ühsam stampfe ich ihm mit meinem Tourenpickel hinterher, die Beine sind wegen der Steigeisen schon schwer. Plötzlich bleibt der Anführer der Gruppe stehen. „Schaut rechts, da seht ihr etwas ziemlich Beeindruckendes“, ruft er zurück. Als ich seiner Anweisung folge, verschlägt es mir die Sprache. Ich blicke in eine riesige, tiefe Gletscherspalte, aus der wohl niemand so schnell wieder herauskommen würde. Auf der norwegischen Gletscherzunge Nigardsbreen des Jostedalsbreen, des größten europäischen Festlandgletschers, sind solche Momente nicht selten. Doch das ist nicht das Einzige, was ein Besucher in Norwegen erleben kann.

Die Stadt Bergen – wie der Name schon sagt, von Bergen umgeben.

bei eiskaltem Wind, Schneefall und Nebel stundenlang durch eine Eiswüste zu marschieren. Dabei sind Fehltritte verboten, denn ein Sturz in eine Gletscherspalte beendet schnell eine Expedition. Nicht nur für mich besonders beeindruckend und ein Erlebnis sind die Fjorde, wenn man am Fährendeck steht und links und rechts sich majestätische Berge erheben. In einem Kajakboot wird dieses Erlebnis noch um ein Stück intensiver. Ich fühle mich als ein nichtssagender Punkt in einer riesigen, vielfältigen Landschaft, die ihresgleichen sucht. Die beeindruckende Natur mit unzähligen

Fjorden, Gebirgsketten und Seen ist das touristische Hauptaccessoire dieses nordeuropäischen Landes und der Hauptgrund, warum man Norwegen besuchen sollte.

Kajakfahren am „Hässlichen See“ Wer Norwegen bereist, erlebt Abenteuer. Idealerweise sollte man im Sommer oder Frühherbst anreisen, wenn es noch nicht so eiskalt wie im Winter ist. Für Gletscherwanderungen und Kajakfahrten empfiehlt sich etwa IceTroll in Jostedalen. Zunächst fährt man mit dem Kajak im Styggevatnet, was in Norwegisch

„Hässlicher See“ bedeutet, mehrere Kilometer bis zur Ostseite des Gletschers Jostedalsbreen. Auf dem Weg dorthin gehören einstürzende Gletscherstücke, die für heftige Wellen im See sorgen, zu den Höhepunkten in einer sonst kargen, „hässlichen“ Landschaft. Anschließend wandern wir mehrere Stunden auf der Gletscherzunge Nigardsbreen, wobei wir alle aus Sicherheitsgründen mit Seilen verbunden sind, falls jemand in eine Gletscherspalte stürzen sollte – passiert ist dies bisher aber noch nicht, weiß der Argentinier Carlos, ein IceTroll-Veteran, zu berichten. Natürlich besteht Norwegen nicht nur aus unberührten Landschaften und vielfältiger Natur, sondern auch aus einigen Städten. Neben der Hauptstadt Oslo im Osten und der ehemaligen olympischen Stadt Lillehammer gibt es sonst nur wenige touristisch attraktive Großstädte im 4,9-Millionen-Einwohner-Land. Doch die Hafenstadt Bergen im Westen Norwegens, zweitgrößte des Landes, ist einen Abstecher wert. Die Hafenpromenade bietet Souvenirshops en masse, perfekt für ein Geschenk für meine daheimgeblieKLIPP Feber 2012

Foto: Jens Henrik Nybo/www.visitnorway.com

Ein eiskalter Wind bläst mir Dutzende Schneeflocken ins Gesicht. Graue Wolken verdecken die letzten Sonnenstrahlen. Dichter Nebel umgibt mich und lässt nur ein Sichtfeld von wenigen Metern zu. Genau so viel, um zu sehen, wohin mein Vordermann marschiert.


Von Head Pro Ali Rosker im Golfclub Erzherzog Johann, Maria Lankowitz www.golfschule-ali.at office@golfschule-ali.at

Auch im reichen Norwegen: die „Wohnstätten“ von Obdachlosen in Oslo.

benen Verwandten. Die Seilbahnen sollte man ebenfalls ausprobieren. Von einem der zahlreichen Berge, die Bergen umgeben, haben wir eine sehenswerte Aussicht auf die Stadt. Auch das „Bergenhus“ ist einen Besuch wert, wenn man, so wie wir, mehr über die Geschichte Bergens erfahren möchte.

Oslo, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum Keine Reise in Norwegen wäre wohl vollkommen ohne einen Besuch der Hauptstadt Oslo, dem kulturellen und wirtschaftlichen Zentrum dieses skandinavischen Landes. Oslo befindet sich am nördlichsten Ende des Oslofjords und ist umgeben von Bergen und zahlreichen Inseln, wie etwa der größten Insel Malmøya. Zu den Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt zählt zweifelsohne das „Nobel Peace Center“ gegenüber dem Osloer Rathaus, wo jährlich der Frie-

densnobelpreis vergeben wird. Auch das königliche Schloss, Residenz von König Harald V. und die Festung „Akershus“ in der Nähe des Hafens, gehören zu den Hauptattraktionen der Stadt. Das Munchmuseum ist für Kulturfans geeignet. Als Sportfan interessiert mich da aber schon eher die berühmte Skisprungschanze Holmenkollen, die oberhalb der Stadt liegt.

Hausaufgaben: Griff – Stellung (Ansprechposition) – Rückschwung

Hohe Preise und soziale Armut Doch Norwegen hat nicht nur seit der Utøya-Tragödie im Juli seine Schattenseiten. Wer in den Städten unterwegs ist, braucht ein pralles Geldbörserl, denn Norwegen gehört zu einem der teuersten Länder Europas. Die Hotels kosten nicht nur durchschnittlich 150 Euro pro Nacht, auch die Preise fürs Essen sind irrational hoch. Die Lebensmittel sind im Schnitt 20 Prozent teurer als in anderen Reiseländern und ein Restaurantbesuch unter 40 Euro ist selten. Bei diesen hohen Kosten ist es wenig überraschend, dass soziale Probleme und Armut besonders in den Städten allgegenwärtig sind. Bettler sind in Oslo oder Bergen keine Seltenheit, wie wir auf unseren Spaziergängen durch Oslo bemerken. Öfters stoßen wir auf Zelte von Obdachlosen, die die exorbitanten Wohnkosten nicht bezahlen können. Da ist es nebensächlich, dass das nasskalte Wetter in Norwegen ein Problem ist und dafür sorgt, dass nur im Sommer und im Frühherbst ein Besuch lohnenswert ist. Wer aber über die (hohen) Reisekosten und das oftmals miese Wetter hinwegsieht, den erwartet ein Land mit einer beeindruckenden und vielfältigen Natur, die zum Verweilen einlädt. Sei es im Kajakboot, auf einer Fähre oder bei einer Gletscherwanderung. O Ungemeine Herausforderung: bei eiskaltem Wind, Schneefall und Nebel stundenlang durch Eiswüste marschieren.

KLIPP Feber 2012

Drei goldene Regeln

Zum Griff: Beide „V“ zeigen in etwa Mitte rechte Schulter. Der Griffdruck – wenn man sich eine Skala von eins bis zehn vorstellt – sollte nie über fünf sein (zehn ist ganz fest). Um Ihnen ein Bild zu vermitteln: Der Vogel in Ihrer Hand sollte nicht entfliehen können, aber Sie dürfen ihn auch nicht erdrücken.

Zur Stellung (Ansprechposition): Schulter, Hüfte, Knie, Füße und auch Augen unbedingt parallel zur Ziellinie.

Die Ball-Position ist etwas vor der Mitte. Von der Körperstellung her achten Sie darauf, dass der Oberkörper gerade (Rücken nicht gekrümmt!) nach vorne gebeugt bleibt und auch die Knie leicht gebeugt sind.

Zum Rückschwung: Während Sie zum Rückschwung ausholen, drücken Sie die Handballen gegen den Griff. Dadurch erreichen Sie einen 90-Grad-Winkel zwischen dem linken Arm und dem Schaft. Und dieser leichte Druck weg vom Körper ermöglicht Ihnen mit Leichtigkeit einen weiten Schwungradius. Achten Sie darauf, dass Sie die Schulter 90 Grad drehen, die Hüfte aber maximal nur 45 Grad und das Gewicht auf den rechten Fuß verlagert ist. Aus dieser Stellung heraus treffen Sie den Ball ganz leicht.

45

FREIZEIT

GOLFTRAINING


FREIZEIT

Passau - die barocke DREI_FLÜSSE_STADT Die ostbayerische Stadt Passau liegt an der Grenze zu Österreich und am Zusammenfluss der Flüsse Donau, Inn und Ilz. Sie wird deshalb auch die „DREI_FLÜSSE_STADT“ genannt. Mit ihrem Charme und Flair zählt Passau zu den schönsten Donaustädten.

H

och über den Flüssen thronen die Burganlage Veste Oberhaus und das Wallfahrtskloster Maria Hilf. In der historischen Altstadt befinden sich zahlreiche Sehenswürdigkeiten wie Bischofsresidenz, Rathaus, Kirchen- und Bürgerbauten. Inmitten der Altstadt erhebt sich der barocke Stephansdom. Zu den Höhepunkten eines Passaubesuches zählen die Orgelkonzerte auf der größten Domorgel der Welt im Stephansdom. Für die Errichtung des barocken Stadtbildes beauftragten die Passauer Fürstbischöfe nach dem Stadtbrand von 1662 italienische Barockmeister. Somit begeht Passau 2012 das 350-jährige Jubiläum als barocke Stadt mit Veranstaltungen wie Dommusik, Konzerten, Vorträgen, Lesungen, Stadtführungen und anderen Feierlichkeiten. Höhepunkt des Jubiläumsjahres ist das Barockfest „PASSAU PArockt“ von 31. August bis 2. September. Kulturliebhaber erfreuen die Aufführungen des Stadttheaters, der

46

Redoute und des Scharfrichterhauses sowie die zahlreichen Museen und Galerien. Zu den weiteren touristischen Höhepunkten zählen eine „Dreiflüsse“-Stadtrundfahrt, die Fahrten mit dem Kristallschiff sowie verschiedene Schiffsausflüge ins Donautal. Passau Tourismus bietet ganzjährig täglich interessante Stadtführungen durch die Altstadt sowie von Mai bis Oktober auch Domführungen an.

Passau ist auch ein Paradies für Wanderer und Radwanderer. Hier kreuzen sich große internationale Fernwanderwege und Fernradwege: die Goldsteig- und die DonausteigWanderwege, der Inn-Radweg aus der Schweiz, die Inn/Salzach-Radroute von den Tauern über Salzburg, der deutsche Donau-Radweg Donaueschingen – Passau und der österreichische Donau-Radweg Passau – Wien. Angenehmen Aufenthalt zur Erkundung der DREI_FLÜSSE_STADT verspricht das 4-Sterne-Hotel, das sich in der Gemeinde Sonnen befindet, somit nur einen Steinwurf von Passau entfernt ist. Es bietet seinen Gästen neben einer fantastischen Lage auch vielfältige Entspan-

nungs- und Erholungsmöglichkeiten. Der Name „Sonnen“ kommt nicht von ungefähr und hält, was er verspricht: Jahr für Jahr werden die Gäste hier mit bis zu 1850 Stunden Sonnenschein verwöhnt. Die 105 Gästezimmer des Sonnenhofs sind gemütlich und nach modernsten Gesichtspunkten konzipiert und ausgestattet mit Dusche/WC, Sat-TV, Telefon, verfügen teilweise über Minibar oder Kühlschrank und über eine eigene Terrasse oder einen Balkon. Im hauseigenen Restaurant kann sich der Gast mit nationalen Spezialitäten verwöhnen lassen oder auch einmal einen geselligen Abend an der Hotelbar verbringen. Genauso zu begeistern weiß der Wellnessbereich des Hauses. Genießen können die Gäste beispielsweise eine Ayurveda-Massage oder das hoteleigene Hallenbad. Außerdem stehen ihnen ein Ruheraum und ein Solarium zum Entspannen zur Verfügung. Für das Wohlbefinden wurde in diesem Hotel ein AquaBlue-Gerät installiert. So bekommt das Wasser beste Quellwasserqualität, das heißt, Sie duschen und schwimmen in quellreinem Wasser.

Urlaub in Passau Weitere Informationen: Gewinnfrage: Welches Jubiläum feiert Passau heuer? Zu gewinnen gibt es zwei verlängerte Wochenenden für jeweils 2 Personen, 3 Übernachtungen inkl. Halbpension im Sporthotel Sonnenhof. Antworten nur an Klipp Zeitschriften, Friedhofgasse 20, 8020 Graz, oder isabella.hasewend@klippmagazin.at

Tourist-Information Passau Tel. 0851/95598-0 www.tourismus.passau.de tourist-info@passau.de Sporthotel Sonnenhof Telefon: +49 (0) 85 84 - 980 - 0 www.sporthotel-sonnenhof.de

KLIPP Feber 2012


FREIZEIT

Fotos: Romantik-Hotel Seefischer

Fischersauna: bei 90 Grad entspannen und den Rundum-See-Blick genießen.

Viel Romantik im 4-Sterne-Haus Seefischer in Döbriach am Millstätter See

Wirklich g’mütlich Ber Gratis-Hotel-Skishuttle ist schon gut eingeheizt, als wir in Bad Kleinkirchheim die Retourfahrt zum Hotel antreten. Jetzt freuen wir uns auf die Sauna, froren wird doch auf der Piste bei Minus 15 Grad ganz gehörig. Von Isabella Hasewend

R

und 20 Minuten dauertdie Fahrt vom 13 Kilometer entfernten Skigebiet zum Seefischer nach Döbriach. zum 4-Sterne-Superior-Romantik-Hotel Seefischer, wie der Name schon sagt direkt am Millstätter See gelegen. Für jeden eine Oase der Ruhe, der Wasser und SeeFeeling-Idylle auch im Winter mag und nicht nur das Flair eines Skigebietes sucht. Die erste Aufwärm-Runde absolvieren wir am offenen Feuer bei einem heißen Tee. Und da lässt es sich um die offene Feuerstelle richtig g’mütlich sitzen.

Schnuckelige Fischersauna am See Danach geht’s eben in die Saunalandschaft des Hause. Dort wartet klein, aber fein und etwas versteckt ein Highlight auf uns: Die so genannte Fischersauna direkt am See. Da heißt’s zuerst ein paar Schritte durch die frische Luft, um ins schnuckelige Häuschen zu gelangen. Nichts wie

hinein in die 90 Grad heiße finnische Sauna, entspannen und den Rundum-See-Blick genießen. Ein Must für jeden Saunafan. Doch auch Saunafans haben ihre Grenzen. Denn Kärntens zweitgrößten See als Tauchbecken danach zu nutzen, lasse ich dann doch lieber aus. Das ist – zumindest im Winter und bei diesen Temperaturen – wohl nur was für ganz Hartgesottene. Die gelangen nach dem Saunieren über eine kleine Holzstiege ins wahrlich erfrischende Wasser des Millstätter Sees. Da kuschle ich mich lieber in meinen Bademantel und gehe zurück ins Vitalzentrum ins „Reich der Sinne“, um mich auf einem der Wasserbetten auszuruhen. Und weil ich mich an diesem Tag offensichtlich wirklich auspowern will, ziehe ich anschließend auch noch einige Runden im Indoor-Pool. Dort kann man auch rausschwimmen zum Außen-Pool – doch frische, kalte Luft habe ich beim Skifahren schon genug gehabt.

Apropos Skifahren Das kann man in Bad Kleinkirchheim auf über 100 Pistenkilometern in jeder Variante – egal, ob sportlich oder gemütlich. Ausreichend Schneekanonen sorgen für garantiert weiße Pisten – in einem absoluten Topzustand. Und auch für den Einkehrschwung gibt’s genügend urgige „Aufwärm-Stuben“. Mein Sitznachbar in der Gondel: „Von den Skipisten ist es nur ein Katzensprung

Einfach g’mütlich ist es im Seefischer und wir fühlen uns von Anfang an wohl – auch im Restaurantbereich.

KLIPP Feber 2012

ins Thermalwasser. Und das findest du nicht oft. Schon nach dem Abschwingen von der FranzKlammer-Abfahrt könnte man den Sprung über den Zaun ins dampfende Becken des ThermalRömerbades machen.“ Zwei Thermen, 16 HotelHallenbäder und 50 Saunen bietet Bad Kleinkirchheim.

Familienbande reichen nach Graz Wildkaninchen-Steak aus eigener Jagd haben wir beim Abendessen vor uns auf dem Teller. Noch jetzt spüre ich beimSchreiben fast den Geruch in der Nase. Hotelchef Michael Berndl hat sich zu uns gesetzt und erzählt uns von der Geschichte des Hauses: „Das Anwesen, auf dem sich heute unser Hotel befindet, war ursprünglich ein Bauernhof mit Haus, Scheune und dazugehörigen weiten Wiesenflächen.“ 1961 erwarb die Familie Florian das Areal und baute es durch Renovierungen und Grundstückszukäufe zum Seefischer, aus, wie man es heute kennt“, erzählt deren Schwiegersohn und Hotelchef Michael Berndl. „Seit Dezember 2005 leiten meine Frau Elisabeth und ich das Hotel.“ Daher ist das Romantik-Parkhotel in Graz auch das Schwesterhotel vom Seefischer. Und so wird es mir gleich noch ein wenig vertrauter … www.seefischer.at Tel.: 04246/ 77 12 0

Die Seefischer-Hoteliers Elisabeth und Michael Berndl mit ihren beiden Söhnen Maximilian (rechts) und Florian.

47


Luxuriös und trotzdem günstig urlaubstipps

Einmal angekommen, lassen sich die Gäste des 5-Sterne-Hotels Sassongher in Corvara nur mehr verwöhnen: Die Skipässe können an der Rezeption gelöst werden und der Hotel-Shuttle bringt die Gäste zu den

Foto: Berghof Crystal Spa & Sports.

Skiliften von Dolomiti Superski. Luxuriös den Komfort des Hotels mit dem Angebot

Frühlingsgefühle am Gletscher

DolomitiSuperKids, bei dem Kinder bis zu

Es ist ein Wintersportparadies par excel-

acht Jahren im Zimmer der Eltern kosten-

lence – der Hintertuxer Gletscher. Wenn

Spa & Sports. Perfekte Gastlichkeit und

los nächtigen und Kids bis zwölf zum hal-

anderenorts bereits der Frühling die letz-

Tiroler Tradition verbinden sich hier zu

ben Preis in den Genuss des Sassongher-

ten Schneereste besiegt hat, erlebt man

komfortabler Harmonie und treffen im lu-

Komforts kommen.

hier, auf 1.500 Metern Seehöhe, noch im-

xuriösen Spa auf intensive Regeneration.

Infos: Tel.: +39/ 0471/ 836085

mer grenzenlosen Skispaß. Ausgangspunkt

Infos: Tel.: 05287/ 8585

für frühlingshafte Sporterlebnisse auf

und trotzdem günstig genießen Familien

www.sassongher.it

Bio-Basenfasten und Yoga Der Fasching, Silvester und Weihnachten haben unliebsame Spuren hinterlassen, die es zu beseitigen gilt. Mit Bio-Basenfasten gelingt dieses Reinemachen ebenso sanft wie erfolgreich und nachhaltig. Schon fünf Basentage zeigen gute Erfolge. Überdies kann das Basenfasten mit Hilfe von Yoga in seiner Wirkung verstärkt werden. Dazu bietet das Biohotel Daberer im Kärntner Gailtal zwei spezielle Wochen vom 18. März bis

höchstem Niveau ist der Berghof Crystal

www.berghof.at

Urlau

Foto: WallnerMedia.at

1. April 2012 an. Infos: Tel.: 04718/ 590

www.biohotel-daberer.at

Foto: Altenmarkt-Zauchensee Tourismus

Foto: TVB Wildschönau

Ostereiersuche mit Lawinenpiepser

Unwiderstehliches Angebot für Damen

und

Metern Höhe ihren Liegestuhl nach dem

Im Schneeparadies Zauchensee gibt’s für

eine geführte Schneeschuhwanderung und

Gratis-Skipässe,

Oster­hasen auf Skiern: Die Wildschönau

Sonnenstand aus. Entspannten Skiurlaub

Damen ein attraktives Angebot: In der La-

eine Weinverkostung mit Heurigen-Atmo-

legt zum Ende der Wintersaison Gästen

zu fairen Preisen gibt’s in der Wildschö-

dies Week vom 24. bis zum 31. März zahlt

sphäre, bei der sechs österreichische Top-

ganz besondere Überraschungen ins Nest.

nau schon ab 22 Euro pro Übernachtung in

frau für die Skiwoche mit Verwöhnpension

Winzer ihre besten Tropfen präsentieren.

Kids bis zu 15 Jahren sausen gratis die

einer gemütlichen Frühstückspension.

im Vier-Sterne- bzw. Vier-Sterne-Plus-Ho-

piepsende

Eier

Pisten ins Tal hinunter, Ski-Minis suchen

tel ab 595 Euro. Inklusive sind neben dem

Infos: Tel.: 06452/ 5511

6-Tages-Skipass u. a. ein Tag Skiguiding,

www.altenmarkt-zauchensee.at

am Schatzberg mit Lawinenpiepsern nach

Infos: Tel.: 05339 8255-0

bunten Eiern und Eltern richten in 1900

www.wildschoenau.com


Firnzauber im Alpendorf Foto: Oczlon

urlaubstipps

Skisafari, romantische Fackelwanderungen, lustiges Eisstockschießen, professionelle Skikurse, Aqua Fitness, entspannendes Yoga oder gemeinsame Stretch- und

Winterspaß am Fuße des Wilden Kaisers

Relax-Übungen nach einem anstrengenden

„Doppelstockschub, Armschwungtechnik,

Sport einfach mehr Spaß“, erklärt der

im Hotel AlpenSchlössl im Alpendorf von

Beinabstoß … ich wollte doch einfach nur

Langlauftrainer des Hotels. Jeden Tag

St. Johann im Pongau macht jeden Win-

eine Runde langlaufen“, schmunzelt ein

haben die Gäste Gelegenheit, ein anderes

terurlaub zum Erlebnis. Um die Betreu-

Skitag – das Wochen- und Vitalprogramm

Gast des Fitness & Spa Resort Hotel Al-

Aktiv-Programm des Hotels zu testen –

ung ihrer Gäste kümmert sich die Familie

pina in Kössen. Direkt vor dem Hotel ist

Schneeschuhwandern, Rodeln, Winterwan-

Viehhauser höchstpersönlich und sorgt so

der Loipeneinstieg in die Langlauf- und

dern, Skifahren, betreute Fitness oder

für ein heimeliges Ambiente in der kalten

Skatingregion Kössen am Fuße des Wil-

einfach nur das Hotel genießen.

Jahreszeit.

den Kaisers. „Die Technik sollte man von

Infos: Tel.: 05375/ 2146

Infos: Tel.: 06412/ 40 600

Beginn an richtig lernen, dann macht der

www.hotel-alpina.at

www.hotel-alpenschloessl.at

bsti pps

Zeit für die Liebe Das 4-Sterne-Superior-Sporthotel Stock

Beauty- und Relaxwelt tauchen Paare in

in der Zillertaler Bergwelt zeigt sich von

Wellnessluxus der besonderen Art ein. Die

der „liebevollen“ Seite. Frisch Verliebte,

Gourmetküche des Hauses bezaubert all-

Hochzeitsreisende und alle, die schon vor

inclusive von früh bis spät mit Köstlich-

längerer Zeit Amors Pfeil getroffen hat,

keiten aus vorwiegend heimischen Quali-

kommen in den Genuss der ideenreichen

tätsprodukten.

Romantikpakete des Sport- und Wellness-

Infos: Tel.: 05285/ 6775

hotels. In der Wasserwelt, Saunawelt und

www.sporthotel-stock.com

Foto: Europäischer Hof

Rundherum verwöhnt in Radstadt

First Class im Nationalpark Hohe Tauern Das 4-Sterne-Hotel Europäischer Hof in

Mitarbeiter kümmern sich mit viel Sorgfalt

„Carpe diem“ – genieße und nutze den

die man sich vorstellen kann, kommt die

Bad Gastein strahlt nach einer Qualitäts­

und Aufmerksamkeit um das Wohlergehen

Tag. Nirgends trifft diese Redewendung

schwierige Frage: „Skifahren, Rodeln,

offensive in neuem Glanz. Schon beim Be-

der Gäste. Küchenchef Franz Schönegger

besser zu als im romantischen 4-Sterne-

Reiten, Langlauf, Fitness oder den ganzen

treten des Eingangsfoyers spürt man die

verwöhnt Gourmets im Hotelrestaurant,

Superior-Hotel Gut Weissenhof in Rad-

Tag im Bademantel verbringen?“ Zugege-

räumliche Großzügigkeit, die das Hotel

an der Hotelbar und in der Gasteiner Klau-

stadt. Als Gast wird man den ganzen

ben, das Angebot im Hotel ist vielfältig.

auszeichnet und die sich auch in den min-

se mit Salzburger Spezialitäten und inter-

destens 35 m großen, mit Vollholzmöbeln

nationalen Gerichten.

rundherum verwöhnt. Nach einem ausgie-

Infos: Tel.: 06452/ 7001-0

stilvoll eingerichteten Wohlfühlzimmern

Infos: Tel.: 06434/ 2526-0

bigen Frühstück mit allen Köstlichkeiten,

widerspiegelt. Die Hotelleitung und ihre

lieben und leider viel zu kurzen Tag lang

2

www.weissenhof.at

www.europaeischerhof.at


Bücher Töte mich Jon Osborne Lübbe

N

athan ist sehr ehrgeizig. Er möchte der Beste sein. Der beste Serienkiller aller Zeiten …

Breitbeiner – Warum wir Machos trotzdem mögen Judith Luig Quadriga

D

er Macho ist heute erfolgreicher als je zuvor. Wie macht er das? Rücksichtslos, egoistisch, einfältig – und trotzdem begehrt! Eine witzig-sarkastische Bestandsaufnahme der Männerwelt.

CD-Tipps „Töchter der Sünde“ von Iny Lorentz, gelesen von Anne Moll Lübbe Audio Auf Kibitzstein hat Marie Adler sich mit dem Würzburger Fürstbischof Gottfried Schenk zu Limburg arrangiert. Ihre Kinder sind mittlerweile erwachsen; Trudi und Lisa sind bereits verheiratet. Außerdem hat der Fürstbischof angedeutet, für Falko Adler eine passende Ehe stiften zu wollen. Das Leben könnte im Grunde für Marie nicht schöner sein, doch da geschehen zwei Dinge, die das Schicksal aller auf Kibitzstein verändern werden.

„Der Bauer als Millionär“ Indra Musikverlag & Musik-Data GmbH Raimund klassisch Volume 2: Romantisches OriginalZaubermärchen in 3 Akten mit Gesang; Libretto und Liedtexte von Ferdinand Raimund; Mitwirkende: Hermann Thimig, Inge Konradi, Franz Böheim, Susanne Schönwiese, Otto Tressler und viele andere; Wiener Rundfunkorchester, Dirigent: Otto Walter.

50

Todesfahrt Nicola Marni Page & Turner

I

m Roten Meer wird der Containerfrachter „Caroline“ von einer Handvoll Frauen gekapert, die in der Verkleidung harmloser Mekkapilgerinnen an Bord gekommen sind. Der Verlust dieses Schiffes ist fatal, denn seine Fracht besteht aus militärischer Ausrüstung; die Waffen könnten in die Hände feindlicher Milizen geraten. Spezialagent Renk erhält den Auftrag, das Schiff zurückzuerobern … Katzenjammer Frauke Scheunemann Page & Turner

G

eschafft! Endlich hat Dackel Herkules für Frauchen Carolin den richtigen Mann gefunden: Marc, Tierarzt und echter Hundeversteher. Als sie in der Wohnung über Marcs Praxis zusammenziehen, ist Herkules selig. Nur der Kater Herr Beck, Dackels bester Freund, bleibt skeptisch. Nach seiner Erfahrung ist das Leben reichlich kompliziert … G’sund und guat Walter Mooslechner Verlag Anton Pustet

D

er Förster Walter Mooslechner kennt den Gabentisch der alpenländischen Natur seit seinen Kindheitstagen im Großarltal. Seine Sammlung an erprobten, alten Rezepten, die sich auf Almen und Bauernhöfen seit Generationen bewährt haben, wurde für dieses Buch mit zahlreichen Abbildungen ausgestattet und von Arnika bis Zirbe geordnet. Immer mehr ist nicht genug! Petra Pinzler Pantheon

P

etra Pinzler zeigt, dass es für die Politiker höchste Zeit ist, die Frage ernst zu nehmen: Wie können wir dafür sorgen, dass Menschen in unserem Land zufriedener, glücklicher leben? Das Kabinett sollte sich schleunigst auf die Suche nach den Rahmenbedingungen für Glück machen … Wir Genussarbeiter Svenja Flaßpöhler DVA

M

ehr denn je leben wir heute in einer Kultur des Machens und nimmermüden Arbeitseifers. Hochmotiviert verausgaben wir uns in unseren Projekten und verlieren dabei nicht selten jedes Maß. Die Arbeit gilt uns als Genuss, während der Genuss umgekehrt zur Arbeit wird. Die Autorin beleuchtet die tiefe Ambivalenz heutiger Genussarbeit.

Dichter, Denker, Schulversager Jörg Dräger DVA

M

it Jörg Dräger benennt ein ausgewiesener Fachmann nicht nur die Probleme unseres Bildungssystems, sondern zeigt auch konkrete Lösungen auf. Klaus von Dohnanyi ordnet die Vorschläge gesellschaftspolitisch ein. Nur wenn wir alle für die Bildung unserer Kinder Verantwortung übernehmen und Kitas, Schulen und Ausbildung angemessen auf die Bedürfnisse einzelner Kinder und die Veränderungen unserer Gesellschaft reagieren, finden wir den Weg aus der Bildungskrise. Karlotta verzettelt sich Claire Singer Baumhaus ndlich Sommer! Karlotta freut sich auf sonnige Ferien mit ihrem Papa. Ihre einzige Sorge dabei ist nur, dass sie so lange auf die Liebesbotschaften ihres Schwarms Manolo verzichten muss. Doch mit dem, was kommt, hat sie nicht gerechnet …

E

Detox your Life Dr. Christian Matthai Kneipp Verlag

D

as Buch zeigt, wie man seinen Körper beim Entgiften unterstützen kann und welche Nahrungsmittel die bes­ten Detox-Waffen gegen freie Radikale sind. Ergänzt wird das Buch durch wertvolle Tipps, ­kulinarische Detox-Rezepte und einen DetoxWochenplan. Wolken, Wind & Wetter Stefan Rahmstorf DVA

I

m neuen Buch aus der erfolgreichen Kinder-Uni-Reihe erzählt der Potsdamer Klimaforscher Stefan Rahmstorf, was die Lufthülle unserer Erde Spannendes zu bieten hat. Er erklärt, was das Wetter vom Klima unterscheidet, warum am Nordpol keine Palmen wachsen, was Forscher aus einem drei Kilometer langen Eis am Stiel lernen und wieso ohne das Meer alles nichts wäre. Meditation im Alltag Mark Williams, Danny Penman Arkana

2

0 Minuten täglich, die Ihr ­Leben verändern. Das Meditationsprogramm zeigt, wie Sie inmitten Ihres anstrengenden Alltags Ruhe und Gelassenheit finden. Wissenschaftlich erprobt und mit Übungen, die Sie jeder­ zeit praktizieren können, ist es „das Beste, was Sie für sich tun können“. KLIPP Feber 2012


Filme

Die mutigsten Mäuse der Welt Frances Watts Boje

A

lex, Alice und Alistair glauben eigentlich, sie seien ganz normale Mäuse – bis zu dem Tag, an dem Alistair spurlos verschwindet. Alex und Alice machen sich auf die Suche nach ihrem Bruder und entdecken ein bis dahin ungeahntes Geheimnis … Eine Frau sein ist kein Sport Christine Nöstlinger Residenz Verlag

D

as Hausbuch für alle Lebens­lagen: Humorvollbissige, witzig-ironische Geschichten über den Alltag unter Mitmenschen, Männern und Kindern. Es versammelt die schönsten Glossen von Christine Nöstlinger und ist Trost und Rat in allen Lebenslagen. René Schnitzler, Zockerliga Wigbert Löer, Rainer Schäfer Gütersloher Verlagshaus

A

m Beispiel des einstigen Hoffnungsträgers Schnitzler zeigt dieses Buch, mit welchen Problemen die Fußballstars jenseits des Rasens zu kämpfen haben. Was er zu erzählen hat, ist explosiv und dramatisch, ein Enthüllungsthriller, wie man ihn im deutschen Fußball noch nicht erlebt hat. Und damit wächst der Druck auf Funktionäre und Klubs – denn es ist höchste Zeit zu handeln, anstatt die Probleme zu verwischen und zu beschönigen. Du sollst nicht hassen Izzeldin Abuelaish Lübbe

1

6. Januar 2009. Ein aufge­ lös­ter Vater berichtet live im israelischen Fernsehen: „Unser Haus wurde bombardiert, meine Töchter sind tot. Oh Gott, was haben wir getan?“ Izzeldin Abuelaish, Arzt aus Gaza, berichtet über einen fehlgeleiteten Raketeneinschlag, bei dem drei seiner Töchter ums Leben kommen. Sein Schicksal geht um die Welt. Dies ist seine Geschichte. Aufbruch in die Stille Petra Altmann Herder

D

ie bekannte Journalistin Petra Altmann stellt einfache meditative Entspannungsübungen vor. Sie greift zurück auf den Erfahrungsschatz der Klöster und der großen Ordensgründer. In leichter Form erschließt sie die spirituellen Impulse der KlosterÜberlieferung für Menschen heute. KLIPP Feber 2012

Zettl Komödie Darsteller: Michael Herbig, Senta Berger, Dieter Hilde­ brandt, Karoline Herfurth, Ulrich Tukur Regie: Helmut Dietl

D

urch glückliche Umstände, die er zum größten Teil selbst herbeigeführt hat, gelingt es ihm, mit Charme und von keinerlei Skrupeln geplagt, vom Chauffeur zum Chefredakteur einer neuen Online-Publikation aufzusteigen. Schon vor dem Launch deckt er mit Paparazzo-Urgestein Herbie Fried einen Skandal in der Politprominenz auf. Fotos: 2011 Warner Bros Ent.

Dame, König, As, Spion

Thriller

Darsteller: Gary Old­ man, Tom Hardy, Colin Firth, Mark Strong, Stephen Graham Regie: Tomas Alfredson Der pensionierte TopSpion George Smiley wird 1973 überraschend wieder aktiviert: An der Spitze des britischen Secret Service gibt es einen Maulwurf, einen Spion im Dienste des sowjetischen KGB. Smiley soll ihn entlarven. Doch er bekommt keinen Zugang zu geheimen Unterlagen und darf niemandem erzählen, weshalb er zurückgekehrt ist. Fünf Geheimdienstler geraten in sein Visier. Aber wer ist der wahre Verräter, der den Geheimdienst unterwandert und das ganze Land in Gefahr bringt? Smiley bleiben nur sein Instinkt, sein Verstand und seine alten Freunde, um den Verräter zu finden. Ein Fotos: ELMO Movieworld GmbH lebensgefährlicher Auftrag.

für immer liebe

Romanze

Darsteller: Rachel Mc­ Adams, Channing Tatum, Jessica Lange, Scott Speed­ man, Sam Neill Regie: Michael Sucsy

P

aige und Leo sind frisch verheiratet und schwer verliebt … Doch nach einem Autounfall erwacht Paige aus einem Koma und kann sich an nichts mehr erinnern – auch nicht mehr an ihren Mann Leo. Der lässt fortan nichts unversucht, um das Herz seiner Frau wieder aufs Neue zu erobern. Fotos: © 2011 Sony Pictures Releasing GmbH 51


Preis ab € 604.000.-

DAS HARTENAU - STATELY HOME In Geidorf wird‘s jetzt goldig! 141 m2 >VOUÅpJOL

200 m2 Garten

Swimmingpool

67 m2 Terrasse

Tiefgarage

-LY[PNZ[LSS\UN 4pYa

Preis ab € 373.900,-

SONNENLAGE IN ST. PETER (\ LYNL^ OUSPJO >VOULU HT 4VVZIY\UU^LN 111 m2 >VOUÅpJOL

240 m2 Garten

54 m2 Terrasse

26 m2 Keller

+VWWLSJHYWVY[

Ganztagssonne

KONTAKT THOMAS TAX Am Eisernen Tor 3, 8010 Graz thomas.tax@neuwohnen.at Tel.: 0664/80 307 443 by peritus immobilientreuhand gmbh

KAUFIMMOBILIEN MIETIMMOBILIEN ANLAGEIMMOBILIEN


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Steiermarkmagazin Klipp 1/2012 by Klipp Zeitschriften - Issuu