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Am Eis aufgewachsen Stina Martini und Severin Kiefer standen bei der Icechallenge am Stockerl
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Nie ein großer Plauderer Helmut Marko – der Mentor Sebastian Vettels
COVERSTORY
Foto: Herbert Kampl
10 Mit 94 Jahren hellwach Die Bergbäuerin Rosa Hussauf hat 14 eigene Kinder großgezogen
Seite 10 – Rosa Hussauf, 94, Mutter von 14 Kindern, nur 350 Euro Rente
12 Noch-Energie-Chef Oswin Kois Wohlgepolstert mit bis zu 20.000 Euro in die „Pensi“
Seite 12 – Noch-Energie-Chef Oswin Kois, wohlgepolstert in die Rente
I N H A L T
POLITIK 14 Heiße Debatte um Gemeinde-Fusionen Ex-VP-Vordenker Gerhard Hirschmann und Max Taucher 16 GKK-Chef Josef Pesserl: Höherer Solidaritätsbeitrag von Besserverdienern nötig
HINTERGRUND 20 30 Jahre Loipersdorf Verhaberte Gesellschaft 22 Fußballverliebte Strafjustiz in Graz 24 Schulnoten sind zu oberflächlich Wie man auch ohne Sitzenbleiben erfolgreich wird, zeigt die Waldorfschule
Seite 24 - Lernen fürs Leben
SONDERTHEMA
ohne Fleck
30 Was Holz alles kann
Seite 6 - Senkrecht nach oben mit Arschwackler und g’sundem Weiber-Schmäh: Andreas Gabalier
34 Wohnungen hoch im Kurs, Energiekosten möglichst niedrig
KULTUR 43 Kleines „Kistl“ ganz groß Die 12 Geschworenen – ein Klassiker
FREIZEIT 50 Die Wiege der Lipizzaner 350 Pferde toben sich „unter den Linden“ in Slowenien aus
STANDARDS Foto: Peter Manninger
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Seite 43 - Kleines Kistl, aber großes Theater
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Spots
26 Lilly Lotterblume 40 Gesundheit 36 Auto & Motor 47 Golf 52 Urlaubstipps
Seite 50 – Die Wiege der Lipizzaner – liegt aber nicht in Piber
54 Bücher
KLIPP November 2011
Jeder will sie …
IMPRESSUM Medieninhaber und Herausgeber: KLIPP Zeitschriften GmbH & Co KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at
…
Er ist der nächste prominente Kandidat.
Dr. Manfred Rath
Dr. Gunther Ledolter
Mag. Martin Sudi
Foto: Werzer’s
Officemanagement: Isabella Hasewend Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Ali Rosker, Reinhard Schuch, Michaela Vretscher, Helmut Dietl, Sylvia Einöder, Karin Klug, Michael Schröder, Petra Pauritsch, Maximilian Rombold, David Donnerer. Produktionsleitung: Isabella Hasewend Produktion: Martin Druschkowitsch, Hans Obersteiner, Christian Wallner. Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg Coverfoto (Kois): Herbert Kampl Druck: MA-TISK d.o.o. Maribor Abonnentenpreise: Jahresabo € 14,53, Zweijahresabo € 26,16, Studentenabo: 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr € 13,08 Vertrieb: Hurtig & Flink Foto: Der Plankenauer
Heute gibt es weit besseren Tragekomfort als früher …
aber nicht jeder kriegt sie: die elektronische Fußfessel. Sie ist die unsichtbare „goldene Nabelschnur“ zum Gefängnis. Scharf darauf sind vor allem die Reichen, Schönen und VIPs, damit sie nach einer Straftat das warme Betterl mit Daunen- und Seidendecke (daneben schnarchend die oder der Liebste) nicht mit dem oft knarrenden, unwirklich wirkenden Gefängnis- Darf endlich die ersehnte Fußfessel bett tauschen müssen. Andrea Herberstein ist tragen, muss nicht in die Zelle. die prominenteste Trägerin, nein nicht des British-Empire-Ordens, sondern der „goldenen Fußfessel“. Sie darf die achtmonatige Gefängnisstrafe zu Hause in ihrer Wiener Bleibe verbüßen. Da die Fusserl so verschieden sind, gibt’s für jede(n) eine Maßanfertigung. Die Justiz erstellt dabei ein genaues Tages- und Nachtprofil, damit sie, elektronisch verbunden, jederzeit weiß, wer gerade auf dem Topferl sitzt. Nur im Bett, beim Kuscheln und so, na ja, da wird sie gewöhnungsbedürftig sein. Aber besser so als anders. Nicht alle dürfen auch nachts zu Hause bleiben, andere Fußfesselträger müssen am Abend zurück in den Knast. Hannes Kartnig wird der nächste prominente Steirer mit Fußfessel sein. Es ist absehbar, dass die Modemacher bei ihren Designs bald auf den Fußfesselträger-Trend Rücksicht nehmen und damit auch eine Handfessel kreieren. Denn die entsprechende Größe haben ja manche schicke Armbanduhren bereits. Überraschungen könnte es dann bei der Frage geben: „Wie spät ist es bitte?“
Mag. Georg Siarlidis
Fünf Rechtsanwälte – ein Ziel:
Die beste Verteidigung
Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at Nächster Erscheinungstermin: Dezember 2011
Mag. Andreas Huber
Die Kanzlei Friedhofgasse 20, 8020 Graz Tel.: 0316/ 7085, Fax: DW 25 law-office@rath-partner.at www.rath-partner.at
Unterstützt von den Konzipienten: Mag. Bernhard Schöngrundner • Dr. Christoph Fritz • Dr. Mario Fluch • Mag. Wolfgang Ehß KLIPP November 2011
Stina Martini und Severin Kiefer standen bei der Icechallenge am Stockerl SPOTS
Am Eis aufgewachsen
Fotos: Andy Sillaber
Nach sechs Tagen waren im Ziel alle überglücklich – Weltrekord und Eintragung ins Guinness-Buch.
„Start“ war im Thermenhotel Stoiser in Loipersdorf
Mit dem Handbike 4.031 km quer durch Australien Kollegen des Rollstuhlclubs Enjo Vorarlberg. Die außergewöhnliche Leistung des Rollstuhlfahrer-Teams: Sie bewältigten die 4.031 Kilometer lange Strecke quer durch Australien von Perth nach Sidney in sechs Tagen, zehn Stunden und 42 Minuten. Damit gelang ihnen auch ein phänomenaler Weltrekord mit der Eintragung ins Guinness-Buch. Die Durchschnittsgeschwindigkeit von 26 km pro Stunde ist eine unglaubliche Leistung. Es waren klarerweise bewegende Augenblicke, aber es gab auch ganz, ganz gefährliche Momente. So übersah der Fahrer eines LKWs das Handbike-Quartett beinahe. Er drohte sie über den Haufen zu fahren, riss im letzten Moment das Lenkrad nach links. Den LKW hätte es dabei beinahe überschlagen. „Wir hatten unglaubliches Glück, dass da nichts passiert ist“, so Hubert Kilga.
Von Isabella Hasewend
U
nd was war der schönste Augenblick in der bisherigen Eiskunstlaufkarriere von Stina Martini? „Als zum ersten Mal die Hymne für mich gespielt wurde. Das war damals in Italien bei einem internationalen Bewerb. Und es ist einfach ein bewegender Augenblick, wenn da die österreichische Fahne gehisst wird und sie die Hymne für dich spielen“, erzählt die 18Jährige. Und dafür trainieren Stina und Severin 17 bis 20 Stunden pro Woche. Wiewohl sie wissen, dass sie es niemals an die absolute Weltspitze schaffen können. „Wir holen ein-
fach das Beste aus unseren Möglichkeiten heraus“, so Severin Kiefer. Österreichische Junioren-Meister sind sie bereits, ihr nächstes Ziel ist die Qualifikation für Olympia 2013 in Sotschi. Schon als Betrachter wird einem beim Zusehen ihrer Sprünge, Pirouetten und Schrittkombinationen „leicht schwindlig“. Und es wird klar: Alle, die sich da auf dem Eis bewegen, sind mit Schlittschuhen schon auf die Welt gekommen. „Mit drei bin ich zum ersten Mal auf dem Eis gestanden“, blickt Severin zurück. „Meine Eltern haben mich immer zum Eislaufen meiner vier Jahre älteren Schwester mitgenommen.“ Stina hat mit sechs Jahren mit dem Eiskunstlaufen begonnen. Die Gefahr von Verletzungen bei Stürzen im Bewerb oder Training ist immer gegeben. „Zum Glück sind wir bisher von gröberen Verletzungen verschont geblieben“, so die beiden. Und nach der aktiven Karriere? Nach kurzem Nachdenken: „Vielleicht in einer Show mitlaufen oder als Trainer …“ O 16 Teilnehmer gab’s aus steirischer Sicht an der Icechallenge. Klipp sprach stellvertretend mit Stina und Severin.
Foto:Bagdy
„2001 sind der Hubert Kilga und seine Sport-Kollegen erstmals mit ihren Handbikes von Vorarlberg auf Urlaub nach Loipersdorf zu uns gekommen“, schildert Gerald Stoiser den Anfang. Ein Jahr zuvor sind sie beim Heurigen zusammen gesessen und da wurde die Idee geboren, zum 20jährigen Urlaubsjubiläum, eben 2001, mit dem Handbike in die Steiermark zu fahren. 2003 wurde auch der Weg zurück nach Hause mit dem Handbike bewältigt. Hubert Kilga, der 1981 in Tobelbad war und in diesem Zusammenhang auch Loipersdorf kennenlernte: „Das war auch die Geburtsstunde für die späteren Herausforderungen – das Race across America im Jahr 2006 und im letzten Jahr das Race across Australia.“ Kilga war da nicht mehr selbst aktiv, sondern der Organisationschef des 20-köpfigen Begleitteams. Gefahren sind vier
Bei der Icechallenge in GrazLiebenau, einem der großen internationalen europäischen Eiskunstlauf-Events, standen sie im Junioren-Bewerb als 3. auf dem Stockerl – Stina Martini und ihr „Eislauf-Partner“ Severin Kiefer. Es waren mehr als 400 Aktive aus 29 Nationen am Eis, übrigens gut organisiert – eine „MammutAufgabe“ – von Eva Sonnleiter, Trainerin beim Grazer Eiskunstlaufverein. „Wir wollen damit versuchen, den Eiskunstlauf in Österreich wiederzubeleben.“
„Nachbesprechung“ bei der Präsentation des Bildbandes„Race across Australia“ im Thermenhotel: Das Betreuerteam Helmut Thaler, Rainer Nicolussi, Adolf Dax, Richard Bücsek und Hotelier Gerald Stoiser; sitzend: Jürgen Egle, Thomas Bechter, Hubert Kilga.
Erholung von den Strapazen: Entspannt wird natürlich vorschriftsmäßig auf den vorgesehenen Standplätzen.
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Arnie und sein Appetit auf Sulmtaler Der Terminator himself hat sein zu einem Museum umgebautes Geburtshaus in Thal bei Graz vor wenigen Wochen, begleitet von großem Medienrummel, eröffnet. Selbst Kanzler Werner Faymann war extra angereist. Freude logischerweise bei Initiator Peter Urdl, dass Arnie endlich sein Versprechen einlöste. Freude gibt’s aber auch bei Franz Jauk, dem Chef vom Tennisparadies in Graz-Straßgang, weil er Arnolds Karriere einfach unglaublich findet. Nicht zuletzt deshalb hat er bereits in den 90er-Jahren ein kleines, schmuckes Schwarzenegger-Museum in seinem Fitness-Zentrum in Graz-Liebenau eingerichtet. „Arnie hat das damals persönlich eröffnet“, so Franz Jauk. Heute gibt’s das Museum im Tennisparadies. Und weil immer wieder die Rede ist von Arnolds Trainingsgeräten: „Die Originale aus der Anfangszeit sind bei uns zu sehen“, sagt Jauk. Arnie
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Severin Kiefer als kleiner Eisprinz.
„The beer and sausages were absolutely incredible“, bedankte sich Arnie in einem Brief für das Sulmtaler-Würstel-Essen bei Franz Jauk (li.) im Sommer.
selbst und noch mehr seine Begleitung staunten natürlich über die Geräte aus seiner Sturm- und Drangzeit, als er das letzte Mal im Sommer bei Franz Jauk vorbeischaute. „Diesmal wollte er auch bei uns einen Stopp machen, aber er
musste dann doch früher abfliegen als geplant.“ Von den Sulmtaler Würsteln und dem Bier waren Arnie und Freunde im Sommer derart begeistert, dass er sich sogar in einem Brief dafür bedankte und verspricht: „I’ll be back.“ O
Das Beste im Lande
Wer auch einmal live dabei sein will, hat bei den nächsten Staatsmeisterschaften am 16./17.12. in Graz-Liebenau die Gelegenheit.
Wanted for Preisverleihung – Monique Schwitter und Christoph Dolgan sind die Preisträger des Hans Roth (Foto) Literaturpreises „rotahorn“. Sie überzeugten die Fachjury bestehend aus Barbara Frischmuth, Kurt Bartsch, Alfred Kolleritsch (Foto), Julian Kolleritsch und Norbert Mayer mit ihrem literarischen Können. Bei der feierlichen Verleihung am 29. 11. wird LH Franz Voves im Weißen Saal der Grazer Burg die Preisträger persönlich ehren.
Topqualität 2011 Viele Probenipper macht dieser Tage Thomas Schönwälder von der Vinofaktur – Genussregal in Vogau. Der Grund ist klar: Der neue Junker ist da. „Ich muss schließlich über den Geschmack unserer verschiedenen Jungweine Bescheid wissen“, schmunzelt der Geschäftsführer. In der Stadthalle herrschte großes Gedränge, weil die „Wein-Beißer“ den Junker bei dessen Präsentation natürlich selbst am Gaumen spüren wollten. Schönwälders Fazit – und er wird es wissen: „Der steirische Wein 2011 ist ein fruchtiger und mit feiner Säure ausgestatteter, kräftiger Jahrgang von Topqualität.“ So lautete auch das landesweite Fachurteil über den jungen ReKLIPP November 2011
bensaft mit dem Steirerhut. „Die heurige Reife verlief ohne grobe Beeinträchtigungen und brachte nach zwei schwachen wieder eine normale Ernte. Demnach ist die Säure etwas Thomas Schönwälder milder und die Frucht tritt freut sich über gutes Weinjahr. stärker hervor als in den vergangenen Jahren“, so Schönwälder. Wein-Guru Willi Sattler hob den Junker vor 20 Jahren im kleinen Rahmen aus der Taufe, nunmehr sorgen landesweit etwa 300 Bauern für herbstlichen Jungweingenuss. H.D.
Wieder einmal zum besten steirischen Spa-Hotel wurde das 5-Sterne-Hotel Steirerhof in Bad Waltersdorf vom Hotelführer „Relax Guide 2012“ gekürt. Freude bei den Gastgebern Werner und Gunda Unter- Die Gastgeber weger. Nach dem Unterweger „Vineus Award 2010“ als bestes Weinhotel und der „Gault Millau 2010“-Auszeichnung als bestes Wellness-Hotel ist der neuerliche Sieger-Platz eine Bestätigung dafür. O
Reges Gedränge um Getränke herrschte bei der Junker-Präsentation in der Grazer Stadthalle.
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it der Quetschn, seinem mittlerweile bekannt gewordenen Arschwackler und „an g’sundn Schmäh bei den Weibern“ katapultierte sich Andreas Gabalier zum Shooting-Star der Rustikal-Welle. Man mag zu volkstümlicher Musik stehen wie man will, oft wird aus dem „…tümlich“ sogar ein „dümmlich“, aber CDs verkaufen kann man
Senkrecht nach oben damit ausgezeichnet. Darüber kann sich auch Andreas Gabalier, der Lederhosen-Elvis, dank seiner Frisur, in seiner erst 30 Monate dauernden Karriere freuen. Die Tonträger reißen ihm seine Fans bei Live-Auftritten auf Showbühnen und in Fest-
zelten fast aus der Hand. 200.000 sind bereits über den Ladentisch gegangen. Fast vergessen sind die Zeiten, in denen der inzwischen 26Jährige in Graz Jus studierte und im Keller seine ersten Lieder einspielte. Wer viel Aufmerksamkeit auf
„I bin so schön, I bin so toll, drum is mei Kassa voll.“
Schladming: Riesen-Party Schladming stimmt sich auf die Alpine Ski-WM 2013 ein. Von 2. bis 4. Dezember gibt’s im Planai-Stadion Snow Break Europe 2011, Europas größtes Party-, Ski- und BoarderWeekend. Mehr als 20.000 Gäste werden beim großen Ski-Opening erwartet. Party-König Mickie Krause wird das verrückte Wochenende in der Hohenhaus-Tenne einläuten. 20.000 Fans werden erwartet.
Bei der Sängerin Steffi Werger gibt’s nur zwei Optionen
Für oder gegen Die österreichische Männerwelt schätzt zum Unterschied von südlicheren Ländern schwergewichtige Sängerinnen „net so sehr“. Die haben lieber Typen wie Christina Stürmer, die drei Mal in Steffi Wergers Pullover reinpassen würde. Bei der Steirerin ist es so, da gibt’s nur die Einstellung: Man mag ihre Lieder und Stimme oder nicht. Musikalisch kann ihr Christina Stürmer – die sich nach dem anfänglichen Höhen-
flug mit ihrer weiteren Karriere sehr schwertut – natürlich bei weitem nicht das Wasser reichen. Nach 13 Jahren Pause hofft Werger nun mit ihrer neuen CD „Südwind“, ihre Fans zum Kaufen zu animieren, wobei sie wieder auf ihre weiblichen Anhänger setzt. Der schwergewichtigen Steirerin ist zu wünschen, dass die im Verkauf besser läuft als seinerzeit ihre Idee mit dem Café in Graz-Straßgang. O
-Echo
Reaktionen: office@klippmagazin.at
Mariazeller Gen (KLIPP Juli 2011): Der Bericht ist sehr gut und ausführlich, und es ist schön, Positives aus unserem Ort zu hören. Wir schätzen unseren Pater Karl sehr für seine tollen Taten und das gute Gelingen unserer jetzt wunderschön restaurierten Basilika. Doch über den einen Satz konnte ich nicht hinweglesen: Als P. K. Schauer im Jahre 1992 als Superior nach Mariazell entsandt wurde, war die Basilika von der baulichen Seite eine Ruine. Das kann man so nicht schreiben. Das hat den Anschein, als hätte sein Vorgänger P. Veremund Hochreiter nichts gemacht. Vielmehr war die Restaurierung zu seiner Zeit schon voll im Gange. Möchte nur einiges aufzählen: Neueindeckung der Kuppel, der beiden Zwiebeltürme, des Mittelturms und der Nordseite des Kirchendaches mit Kupfer. Erneuerung der zum Teil schon morschen Unterkonstruktion der Dächer sowie viele andere Sachen im geistlichen Haus und die Errichtung des großen Pfarrsaals und der Kerzengrotte ohne großen Tamtam. Das sollte auch einmal gesagt sein, und es wäre korrekt, auch diesen Beitrag zu veröffentlichen. Emmerich Ganser, Mariazell
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Nach 13 Jahren gibt’s wieder eine neue CD vom „Sängerinnen-Schwergewicht“.
Die Zeit nach Horst Pirker
Styria im Umbruch Seit dem praktisch erzwungenen Rückzug Jahrzehnt unumstrittene Nummer eins das von Horst Pirker als Styria-General – seine Medienschiff weiter auf Erfolgskurs halten Strategie und Machtposition war etlichen können – da urteilen Branchen-Insider völlig Aufsichtsratsmitgliedern ein Dorn unterschiedlich. Denn zu Zeiten im Auge – ist klar, dass in der StyPirkers sah niemand in den beiria Media Group AG vieles im Umden von der Kreativität, Vision bruch ist. Seit dem Abgang Pirkers und Power her einen möglichen vor einem Jahr führen Wolfgang Nachfolger als Konzernchef. DaBretschko und Klaus Schweighoher wundert es nicht, dass mit dem fer die Medien-AG. Ob und wie Als Finanzchef neuer Deutschen Malte von Trotha ein beide ohne die über mehr als ein starker Mann, medienerfahrener Finanzmana„Import“ aus Deutschland: Malte von Trotha.
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große Geld macht er nicht mit seinen CDs, sondern mit seinen TVAuftritten, Konzerten und Zeltfesten. Da wirft er wie einst Elvis seine Schweißtüchel ins Publikum. Nur der Alpen-Elvis stellt sich dabei so an, als hätte er eine Kleenex-Box hinter dem Latz der Lederhose. Und jeder weiß, was sich hinter dieser verbirgt. „I bin so schön, I bin so toll, drum is mei Kassa voll.“ Aber nur wer tingelt, wie ein kleiner Vertreter bei Zeltfesten, der kassiert auch groß ab. Das tut Andreas Gabalier, der erst seit knapp zwei Jahren richtig gut im Geschäft ist. Er hat alle Chancen, ein Lederhosen-Mega-Seller zu
werden. Schon jetzt zahlt man ihm 15.000 Euro pro Abend, mehr als er streifen in Österreich nur Semino Rossi (25.000), DJ Ötzi und Hansi Hinterseer (50.000) ein. Niederlagen gehören zu großen Karrieren: Beim Grand Prix der Volksmusik 2009 war der Grazer nicht unter den Siegern. Pfarrer Brei aus der Südsteiermark stand als 3. mit seinem Beitrag „Das Leben“ sogar auf dem Stockerl. Alpen-Elvis Andreas Gabalier landete mit dem Titel „So liab hob i di“ nur auf dem 8. Platz.O
Sylvia Einöder, Michael Schröder
Helmut Marko – der Mentor Sebastian Vettels
Nie ein großer Plauderer
ger zum dritten Vorstand der Styria Media Group bestellt worden ist. Trotha war Vorsitzender der Geschäftsführung der Deutschen Presse Agentur (DPA). Da haben Bretschko und Schweighofer schon Recht, wenn sie von einer „willkommenen Ergänzung und Verstärkung des Vorstandes“ sprechen und dem neuen Kollegen Rosen streuen. Horst Pirker wiederum ist ja Chef des Media-Hauses von Red Bull und entwickelt dort weltweite TV-Strategien für Didi Mateschitz. Global journalistischen Content (Inhalt) zu entwickeln, war eine von Pirkers Visionen. Da es aber zu Hause in Graz in der Familie einen schwierigen Krankheitsfall gibt, könnte Familienmensch Horst Pirker sein Tun in Salzburg für Red Bull früher abbrechen. So spielt das Leben manchmal. Und Karriere war für Pirker nie das oberste Gebot. O KLIPP November 2011
Zu den ganz großen Plauderern hat Helmut Marko nie gehört. Abgesehen von seiner Zeit als Rennfahrer hat er stets in der zweiten Reihe recht zielstrebig und unauffällig seine Projekte umgesetzt – ob im Motorsport oder auch als (Immobilien-) Unternehmer und Hotelier. Und das ausgesprochen erfolgreich. 1971 gewann er die 24 Stunden von Le Mans und auf dem gefürchteten Straßenkurs der „Targa Florio“ auf Sizilien hält er noch immer den Rundenrekord. Durch einen Stein, der sein Visier beim Grand Prix von Frankreich durchschlug, verlor Marko ein Auge und beendete seine Karriere. Mit seiner Scheu vor öffentlichen Auftritten passt er gut in das Konzept von Didi Mateschitz. Markos Tätigkeit für Red Bull hat ihm im Laufe der Jahre sicher etliche Euro-Millionen beschert. Auf einer Liste der wohlhabendsten Grazer stünde er sicher im Spitzenfeld, denn vorn wollte Marko immer sein. Davon profitiert ja auch sein Schützling Sebastian Vettel, der mit Markos Gespür und Erfahrung nun mit 24 Jahren bereits Doppelweltmeister ist. Helmut Marko in „The Red Bulletin” (November 2011) über Sebastian Vettel: „Manchmal musste ich ihn bremsen.“ 2004 habe ich Sebastian am Hockenheimring seinen ersten Vertrag vorgelegt. Vorher waren Red Bull und er zwar Partner gewesen, aber es gab nichts Schriftliches. Wir brachten ihn bei Mücke Motorsport
„Manchmal musste ich ihn bremsen.“ Steuerte seine Karriere entscheidend mit – Helmut Marko. Legte Vettel erst 2004 seinen ersten schriftlichen Vertrag am Hockenheimring vor.
unter und steuerten seine Karriere. Im ersten Mücke-Jahr in der Formel BMW hat er 18 von 20 Rennen gewonnen. Dann haben wir ihn in die F3 gebracht, wieder mit Mücke. Die erste Saisonhälfte war durchwachsen. Danach forderte er massive Änderungen im Team und bekam sie. Jetzt wurde es deutlich besser, teilweise richtig gut. Wir hatten damals zwar noch kein eigenes Team, aber wir wollten Sebastian in die Formel 1 bringen. BMW hatte ähnliche Pläne mit ihm. Die Bayern waren Motorenlieferant für Williams und arbeiteten im Hintergrund schon an ihrem eigenen Team. Da war es vernünftig, Sebastian vorerst einmal zu BMW gehen zu lassen, um ihm Freitagstests zu ermöglichen. Wir hatten
vertraglich das Recht, ihn wieder zurückzuholen. Das wurde schlagend, als wir Minardi kauften und die Scuderia Toro Rosso daraus formten. Jetzt hatten wir ein Cockpit für ihn, und nach einem einzigen Rennen für BMW holten wir Sebastian wieder zu uns. Sebastian verstand immer, dass Fahren nur ein Teil des Jobs ist. Ohne Wissen und Unterstützung durch die richtigen Leute wirst du nicht viel gewinnen. Manchmal musste ich ihn bremsen, weil er zu früh zu viel wollte. Unser Arbeitsverhältnis war immer gut. Durch unseren Erfolg ist Sebastian reifer geworden, er ist nicht mehr so übermotiviert wie noch 2009. Und seine mentale Stärke ist unglaublich. O 7
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sich ziehen kann, der verkauft auch viele Tonträger. Diese Gleichung setzt Gabalier perfekt um. Er nennt sich Alpen-Elvis, singt über Sex auf der Flugzeugtoilette und gibt sich bei seinen Auftritten bergbauernbubenmäßig volksnah. Es stellt sich allerdings die Frage, ob eine Haartolle und der so genannte Arschwackler ausreichen, um ein Rock’n’Roller zu sein. Doch er ist eine starke Persönlichkeit. Das muss einer erst verkraften: Wenn sich Vater und Schwester mit Selbstmord von dieser Welt verabschieden und jetzt der Sohn und Bruder mit seiner Quetschn die Fans in Verzückung versetzt. Das
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Hochmut kommt vor dem Fall
Foto: Jungwirth
Weihnachts-Gospels in Graz Einen Mix aus neu einstudierten, besinnlichen Weihnachtsliedern hat Zeljka Hrestak zusammengestellt und dabei nicht auf die typischen Gospels und die beliebtesten graz gospel chor-Hits vergessen. Diese kann man am 9. und 10. 12. (19:30 Uhr) in der Grazer Heilandskirche beim Konzert des Grazer Gospel Chors live erleben. O Tickets: Zentralkartenbüro, www.grazgospelchor.at
Schon in der Steiermark kam bei seinen kritischen Kommentaren zu politischen Themen und Personen nicht immer Freude bei den ParteiObersten auf. Diese „Tradition“ hat sich SPÖ-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter bewahrt und auch in Wien für etliche Verstimmungen gesorgt. Seine jüngste Attacke: „Bei Erste-Chef Treichl bewahrheitet sich: Hochmut kommt vor dem Fall.“ Dieser ritt vor Monaten eine Attacke gegen Politiker: „Unsere sind zu blöd, zu feig und zu ahnungslos.“ Nun wird Treichl selbst zur Zielscheibe. Treichl überraschte bekanntlich mit der Nachricht, dass sein Institut Abwertungen von rund 1,7 Milliarden Euro vornehmen müsse und damit in die Verlust-
Versucht sein Glück nun in Kärnten In Graz hat Alfred Annawitt, der ehemalige Chef des Druckereikonzerns Let’s Print – er gehört zu knapp 50 Prozent noch immer der steirischen SPÖ –, mit seinem 14-tägig erscheinenden Magazin „Frontal“ mit einem TotalKonkurs einen gehörigen Bauchfleck gelandet. Die vollmundigen Ansagen bei der Magazin-Taufe vor drei Jahren und die späteren Statements, „man werde ein unüberhörbarer Gegenpol zum Meinungseinheitsbrei der Styria“ sein, blieben (leider) Seifenblasen. Drei Millionen Euro sollen die Gesellschafter verpulvert haben. Das Geld dafür hat sich das SPÖ-nahe Eigentümer-Quartett mit seinem Ausstieg als Gesellschafter bei der Let’s Print geholt. Praktisch über Nacht machte sie dieser zu Euro-Millionären. Nun folgt „Annawitt die Zweite“, hoffentlich wird er damit nicht zum „Leider-nein-Millionär“, wie sich Ex-Finanzminister Hannes Androsch in einem Interview einmal outete. In Klagenfurt startete er neuerlich als Unternehmer – diesmal werden im Druckbereich („a PRINT“ Bogen- und Rollenoffsetdruckerei) mehrere Millionen Euro investiert. In jenes Geschäft, das er zu kennen glaubt. Noch vor wenigen Jahren zeichnete Annawitt dafür verantwortlich, dass der Leykam-Druckstandort Graz aufgegeben wurde und hunderte hochwertige Arbeitsplätze damit Geschichte waren. Die Begründung damals: Im Süden Österreichs sei der Markt nicht mehr attraktiv genug. Hoffentlich hat er sich damals getäuscht. O
Günther Kräuter: schon immer kritisch, auch, wenn’s gegen die Eigenen ging.
Zone komme. Wochen vorher hat es geheißen, es gäbe rund 800 Millionen Euro Überschuss. Kräuter zweifelt damit auch die Rechtmäßigkeit von Treichls Bonus aus dem Jahr 2010 an. Dieser betrug 1,3 Millionen Euro. „Stimmt die Bilanzierung nicht, könnte dies Untreue sein“, meint Kräuter. Heikel findet er auch einen Aktien-Deal Treichls: Dieser habe 2009 erst Aktien zum Tiefstkurs gekauft und sie zum fast fünffachen Wert wieder verkauft. Der Gewinn betrug über 650.000 Euro und war steuerfrei. Kräuter: „Hat Treichl von der problematischen Bilanzierung letzten November gewusst, wäre dies Insider-Handel.“ O
Wer wünscht sich seinen eigenen Song? KLIPP macht’s in Zusammenarbeit mit Songwriter Dieter Czerny möglich Von Sylvia Einöder „Es ist schon vorgekommen, dass meine Frau mir einen guten Morgen wünschte und zur Arbeit ging, als ich noch immer am Tüfteln war“, erzählt Dieter Czerny (www.meinsong.eu). „365songs365days“ lautet das ehrgeizige Projekt des unermüdlichen Songwriters, das er am 10.10.2010 in Angriff nahm: Ein ganzes Jahr lang schrieb Czerny täglich einen neuen Song und spielte ihn selbst ein, um ihn auf der Internetplattform youtube zu präsentieren. Dort erzielte er bisher 17.000 Klicks und freut sich über die zahlreichen positiven Rückmeldungen. Der Mu-
siker sieht sich selbst als „das genaue Gegenteil der heutigen Musikszene“: Er komponiert, textet, spielt und singt alles selbst und bei Auftritten ausschließlich live. „Zwischen ein und drei Uhr früh ist meine kreativste Phase, in der ich oft bis zu fünf Ideen für neue Songs entwickle“, erzählt der 34Jährige, der hauptberuflich eine Praxis für Vitalitätsmanagement leitet. Insgesamt sind 140 englische, 140 deutsche und 85 instrumentale Songs innerhalb dieses Jahres entstanden. Alle Lieder sind nach wie vor unter „365songs365days“ auf youtube abrufbar. Für KLIPP-LeserInnen verlosen wir einen Song, den Czerny auf Ihre persönlichen Wünsche abgestimmt für Sie schreibt und aufnimmt. Einfach Name und Telefonnummer an isabella.hasewend @klippmagazin.at senden! O
-Song
Christoph Thoma (Grazer Spielstätten) blickt einer weiterhin guten Kooperation mit Gerhard Reiner (re.) entgegen.
Volksbank auf der Bühne „Wir schaffen mit dieser Kooperation gesellschaftspolitische Werte und unterstützen insbesondere die junge Kulturszene“, begründet Volksbank-Graz-Bruck-Vorstandsvorsitzender Gerhard Reiner das seit 2009 laufende Sponsoring der Grazer Spielstätten. Gerade die Kasematten, das Orpheum sowie der Dom im Berg finden abseits kultureller Großevents großen Anklang. Da die Zusammenarbeit passt, wird das Sponsoring zumindest bis 2014 laufen. O KLIPP November 2011
Eventmacher Hubert Neuper ist der steirische Hannes Jagerhofer
Macht schon
stolz
Lange hat er sich gesträubt, doch im letzten Abdruck hat Hubert Neuper, in seinen jungen Jahren erfolgreicher Skiflieger, wieder der Ehrgeiz gepackt. Er will es halt allen wieder einmal beweisen, dass er es ist, der es innerhalb weniger Monate schafft, das „geilste SkifliegenEvent“ auf die Beine zu stellen. Ort ist die Kulm-Schanze bei Tauplitz/ Bad Mitterndorf, vom 12. bis 15. Jänner 2012. Alle werden sie vorn dabei sein wollen – nicht nur Österreichs Adler, sondern der gesamte österreichische VIP-Zirkus. Danach wird sich „Hupo“ wieder entspannen müssen. Wahrscheinlich beim Golfspielen auf Ibiza. Er ist besessen und fasziniert vom Spiel mit dem kleinen, weißen Ball.
Es gibt mehrere Städte in China, die acht Millionen Einwohner haben und die keiner außerhalb des Landes kennt. Von uns Steirern gibt es nur rund 1,2 Millionen „Exemplare“, und darunter sind einige, mit deren Namen weltweit jeder etwas anfangen kann. Ihre Karrieren sind „outstanding“ – einmalig –, wie es im Alpen-Englisch heißt. Es ist ein Zufall, dass abgesehen von Wien die meisten wirklichen VIPs aus der Steiermark kommen.
Foto: Gepa
Arnold Schwarzenegger ist in Thal bei Graz groß geworden.
Frank Stronach, zur Schule gegangen in Weiz.
Thomas Muster, geboren in Leibnitz.
Neben den Giganten gibt’s noch einige Dutzend von Kapazundern, die in ihrem Beruf weltweit bedeutend sind. Stellvertretend sind nur zwei genannt: Dirigent Nikolaus Harnoncourt kommt aus dem weststeirischen Stainz.
Sigi Wolf, erfolgreicher Manager in Russland, aus der Region Gleichenberg.
KLIPP November 2011
Weiß, wie’s geht: Hupo bittet im Jänner 2012 wieder zum Vortanzen auf dem Kulm.
Seine Lebensmenschen sind natürlich die Frau und die zwei Kinder, Neupers Vorbilder Baldur Preiml und Didi Mateschitz. In Sachen „hätt i …, war i …“: Neupers Traum sind eine Golf-Weltreise und ein Treffen mit Paul McCartney. Hätte ihm das jemand geschenkt, so stünde er im Jänner nicht als der Macher am Kulm unter Hochspannung, obwohl alles okay wird. O
Gold und Brillanten
Didi Mateschitz, aufgewachsen in St. Marein im Mürztal.
357 Gramm 18-karätiges Weißgold, dazu in Kontrast 6 Medaillen in 18karätigem Gelbgold, 116 Brillanten mit 0,58 Karat auf einer 116 cm langen Kette aus schwarzem Edelstahl, beliebig längenverstellbar – dieses Unikat aus der Schmuckmanufaktur Ableitner ist im Museum der Bodybuilding-Legende Arnie in Thal bei Graz zu bewundern. Damit nicht genug gibt es auch noch den steirischen Panther und das Staatssiegel der USA mit dem „Star-Spangled Ban-
SPOTS
Noch immer ein bunter Hund
Die 6 Medaillen in Gelbgold stellen bedeutungsvolle Abschnitte im Leben der steirischen Bodybuilder-Legende dar. Peter Urdl (li.), „Arnie’s-LifeMuseum“-Chef in Thal, und Juwelier Andreas Ableitner
ner“. Den Preis des Unikats hat Auftraggeber Peter Urdl „vergessen“. O
Die Obersteirerin Tamara Tippler ist schnell unterwegs
Hofft auf den Sprung ins Rampenlicht „Du musst dich schon trauen, denn da bist nach drei Sekunden schon 120 km/h schnell“, beschreibt Tamara Tippler, 20, Ski-NachwuchsHoffnung aus Mautern in der Obersteiermark, die Damen-Abfahrt in Zauchensee, wo sie im Vorjahr als Vorläuferin erstmals im Weltcup dabei war. Dass sie auch von der Kondition her gut drauf ist, das kriegen auch ihre Freunde zu Hause im Ort zu spüren. Wenn sie mit ihr biken, dann kommen die anderen „fertig gefahren“ nach Hause und die Zeitsoldatin („vorerst auf ein Jahr“) bereitet sich schon auf die nächste Trainingseinheit vor. Jetzt ist sie erstmals in Kanada beim Training in der Weltcup-Damen-Mannschaft, Ende November geht’s von dort nach Norwegen zu den ersten EuropacupRennen. Ihre Disziplinen sind Abfahrt und Super G, wo sie im Vorjahr bei der Gesamtwertung 3. bzw. 4. wurde. Heuer hofft sie darauf, dass sie erstmals im Weltcup eine Chance bekommt. „Wenn du das Ziel nicht kennst, ist kein Weg der richtige“, schreibt sie auf ihrer Autogrammkarte. Die Olympischen Winterspiele in Sotschi sind ihr großes Ziel. Nicht zuletzt deshalb, weil sie in der letzten Saison schon drei Mal auf dem Stockerl stand. O
Ein Bild ohne jede Theatralik oder Dramatik: „Waldstück“ nennt sich die großformatige Arbeit der Nachwuchskünstlerin Laura Stadtegger. Wie ein Bühnenbild wirkt das Motiv auf den Betrachter. Die Malerin bringt sich dabei selbst in das Bild ein. Das Werk entstand im Rahmen der Klausur 2011 der Styrian Art Foundation und fand auch anlässlich der Ausstellung in der erneuerten HypoZentrale in Graz viel Beachtung.
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COVERSTORY
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or Wald am Schoberpass biegt man auf der alten Bundesstraße links in die Liesing ab, „Liarsing“, sagen die Einheimischen. Rasch türmen sich links und rechts die bewaldeten Berghänge. Langsam schlängelt sich die sandige Forststraße – vor mehr als 20 Jahren in den Wald geschlagen – nach oben. Gleichsam am Ende nach sieben Kilometern steht der Hussauf-Hof – unser Ziel. Von dort hat man einen herrlichen Rundumblick ins Tal und auf die umliegenden Bergspitzen.
Die Bergbäuerin Rosa Hussauf hat 14 eigene Kinder großgezogen
Mit 94 Jahren hellwach
Rosa Hussauf hat 14 eigene Kinder großgezogen. Als Bergbäuerin hat sie ein Leben lang hart geschuftet, viel durchgemacht. Das Gehen fällt schwer, doch sonst ist sie gesund und hellwach. Das zeigte sie auch beim KlippGespräch. „Jo, jo, do sieht ma überall hin“, sagt später die 94-jährige Rosa Hussauf, die fast 80 Jahre dort oben hart gearbeitet und gelebt hat. Heute wohnt sie im Tal im Haus ihrer jüngsten Tochter, die auf sie schaut. „In die Liarsing bin i mit 14 Jahren zum Orbeitn komman, nach der Schul’ von Scheifling her“, beginnt sie mit ihrer Lebenserzählung. „Meine Eltern habn gsogt, sie wissen a Platzl und hoben mi do her gesteckt.“ Als Dienstmagd am Anwesen des Hauses Lichtenstein. Die Scheuchers – so der Mädchenname von Rosa Hussauf – waren eine Keuschlerfamilie aus Scheifling im Murtal, mit 14 Kindern und zwei Kühen. „Grad so viel, dass ma net verhungert san.“ Der Üllmeier, die kleine Landwirtschaft des Jägers in der Liesing, befand sich nicht weit weg vom Hussauf-Hof. „Zwei Jahr hab i dort als Dirn gearbeitet, dann bin i zurück nach Scheifling auf einen Bauernhof. Denn die Frau war so bös, wir hoben olles essen müssen, egal, wie es geschmeckt hot“, erinnert sich Rosa Hussauf. „Er wor eh a guata Maunn.“
Tag für Tag geschuftet bis in die Nacht In der Zeit in der Liesing hat die damals 15-Jährige auch ihren späteren Mann Anton kennengelernt. Er war eines von zwölf Kindern auf dem Hussauf-Hof. „Der is dann noch Scheifling komman, hot mi einpockt
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„Da war der Toni, der Ludwig, die Gretl, der Hans ...“, die Mutter von 14 Kindern entschuldigend, dass ihr beim KLIPP-Gespräch nicht gleich alle der Reihe nach einfallen.
und wieda in die Liarsing brocht. I hob mir gedocht, vielleicht geht’s ma dort bessa und bin mit. Er hot a Madl braucht zum Orbeiten am Hof.“ Ihr Toni war 14 Jahre älter als Rosa. Geheiratet haben sie im April 1937, schon ein Jahr vorher ist das erste Kind da gewesen. Natürlich hieß es auch Anton. „Bei der Hochzeit is er noch im Bettl gelegn und di wor eher heimlich, denn es brauchten ja net olle zu wissen“, erzählt sie. In der Ehe ist die Familie dann gewaltig gewachsen – 13 Kinder sind noch dazugekommen. Entbunden hat die Bergbäuerin die meisten am Hof. Die „Letzte“, ihre jüngste Toch-
ter Veronika ist im Krankenhaus Rottenmann zur Welt gekommen. „Da war der Toni, der Ludwig, die Gretl, der Hans …“, entschuldigt sie sich, dass ihr beim Gespräch nicht gleich alle der Reihe nach einfallen. „Aber i hob si net aufg’schrieben.“ Natürlich auch nicht die Namen der 35 Enkelkinder und 14 Urenkel.
Ein Leben voller Entbehrungen Wie schwer und voller Entbehrungen das Leben am Bergbauernhof war – das elektrische Licht, der Strom und eine befahrbare Straße haben den Hussauf-Hof erst Mitte der 70er-Jahre „erreicht“. „I hab
g’mäht, Holz g’schnittn, die Kühe gemolken, olles hob i gmocht und natürlich a die Familie und di Kinda versorgt. Es wor gaunz schön schwer“, beschreibt Rosa Hussauf ihren Tagesablauf. Mit den Buben hat sie natürlich mehr zu tun gehabt als mit den Dirndln. „Denn die worn schlimmer und i hob’s imma zuwisteckn müssen zur Orbeit. Und lernen wollten’s ah net so recht.“ Da der Tag nicht gereicht hat, war die Bergbäuerin und Mutter bis spät in die Nacht auf den Beinen. „Ich hab das Brot ja selbst gebacken, hab gestrickt und genäht. Schlafen gangan bin i so um zwölf herum und um vier oda fünf musste i schon wieda auf sein. Aba so vül Zeit haben wir uns scho gelassen“, beschreibt sie verschmitzt den Umstand, dass sie ja 14 Kinder zur Welt gebracht hat. Die viele Arbeit und die Anstrengungen haben dazu geführt, dass sie bei weiteren drei Schwangerschaften das Kind verloren hat. „Im Winter hamma alles, was ma im Tal eingekauft haben, mit dem Rucksack aufi zaht“, beschreibt sie eine Beschwerlichkeit. Eineinhalb Stunden haben die Kinder von der Schule nach Hause gebraucht, hinauf bis zum Hof. „Und wenn’s g’rauft hoben, dann waren’s drei Stunden“, wirft die Tochter ein. Besonders hart war der Winter, ist doch die Gegend um den Schoberpass bis heute ein Schneeloch. „Wir haben keine g’scheiten Schuhe, kein g’scheites Gwand gehobt. Beim Haus hat’s überall eina zogn“, erzählt Rosa Hussauf. Zum Essen hat es genug gegeben – zum Glück. „In der Früh hamma a Koch g’hobt, an Brennsterz – der wird aus Mehl, Wassa und aus Fett gemacht. Zu Mittag gab’s oft Fleisch, G’selchtes oda Rindfleisch mit Knödel. Ohne Fleisch wärma net so groß g’wordn“, sagt die Altbäuerin. Am Abend stand dann eine Schottsuppen am Tisch. Die wird aus gekochter Buttermilch gemacht. An Obst hat es nur Äpfel, Zwetschken, Preiselbeeren und Brombeeren gegeben. „Aba für die Marmelade hätt ma Zucker braucht und do hot’s aba daran gefehlt“, schnippt sie mit den Fingern, dass zu wenig Geld im Haus war. Die Schulhefte für die Kinder hat die Gemeinde zur Verfügung geKLIPP November 2011
Es sind nicht alle Kinder auf den Fotos. Rechts oben: der 1.240 Meter hoch gelegene Hussauf-Hof in der Liesing, bei viel Schnee im Winter vom Tal aus nicht erreichbar.
stellt und die Buben haben schon mit 13, 14 Jahren im Wald bei der Holzarbeit ihren Mann stellen müssen.
Schwagerin auf der Alm „Jo, i hob viel mitgmacht in mein Lebn“, sagt Rosa Hussauf. „Aba g’arbeit hab i imma gern.“ Mit einer monatlichen Bergbauernrente von 350 Euro dankt ihr die Republik Österreich für 80 Jahre Arbeit. Bis vor drei Jahren war sie jeden Sommer noch als Schwagerin auf der Alm. TV-Star Sepp Forcher und viele andere holten die außergewöhnlich üstige Bergbäuerin vor die Kamera. Zum Hussauf-Hof gehört die Liesingkar-Hütte. „Dort hab i auf die neun oder zehn Kühe g’schaut und
Die jüngste Tochter Veronika schaut seit einem Jahr auf die Mutter.
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Butter und Steirerkas g’mocht.“ Er wird aus der sauren Milch gemacht, die gekocht wird, dann kommt Salz und Pfeffer dazu und er kommt in ein Behältnis. Das wird täglich umgedreht – rund 14 Tage lang, je nachdem, wie kalt oder warm es ist, dauert die Herstellung des Steirerkas. Es ist so ein Bröselkas wie der Ennstaler. „G’sund is er“, sagt die Altbäuerin, „der Steirerkas, er mocht frisch und munta.“ Auf der Alm, da heißt es jeden Tag, so um drei, vier in der Früh bereits aufzustehen und die Kühe zu melken. Und das Buttermachen selbst ist auch keine einfache Arbeit, „denn du musst alleweil rühren, es is haklich, weilst sauber arbeiten musst.“ Richtig in „Pension“ ist die Mutter von 14 Kindern erst seit dem Vorjahr. Da ist sie vom Berg ins Tal zur jüngsten Tochter, die sie betreut und wo sich die Mutter sichtlich wohl fühlt, weil auch die anderen Kinder öfters vorbeischauen. Denn sie war trotz der vielen Arbeit nicht streng. „Wennst net brav bist, kriegst des und des net, habe ich zu den Buben und Dirndln gesagt. Und dos hot g’reicht.“ Das war ihr strengstes Erziehungsinstrument. „Aba es kann sich keiner von uns erinnern, dass er eine eingfangan hat“, lobt die Tochter die Mutter. „Si wor und is anfoch eine unglaubliche Frau.“ O
COVERSTORY
Luxuspension für Oswin Kois: Man weiß, Gerechtigkeit gibt’s im Leben, wenn man so will, nur insoweit, als am Ende jeder von uns irgendwann sterben muss. Sobald man daher über zu hohe oder zu niedrige Pensionen oder Renten diskutiert, kommt das Argument: Da wird primitiv mit dem Neid gearbeitet. Die Idee, dass es da viel mehr um die Frage geht, wie ausgewogen die Pensionsmodelle in Österreich sind, Linksdenker würden sagen, wie gerecht, wird sofort weggewischt. Genau das ist aber der Anlass für unsere Titelgeschichte in diesem Heft. Daher darf man Oswin Kois nur als ein Beispiel für die Schieflage des Systems sehen. Er fährt einfach gut damit, ist aber klarerweise nicht der Einzige.
Knapp vor seinem Dienstantritt in der Energie Steiermark brachte Klipp eine umfangreiche Reportage über die Gage und die später einmal anfallende Pension von Vorstandschef Oswin Kois. Aus aktuellem Anlass bringt Klipp nun den Report über den bevorstehenden Pensionsantritt (März 2012) des Noch-Energie-Steiermark-Chefs. Foto: Herbert Kampl
A
ls er nach einer 13-jährigen Dienstzeit in der E-Wirtschaft am 1. August 2009 seinen Spitzenjob in der Energie Steiermark antrat, hatte Oswin Kois bereits einen Pensionsanspruch zwischen 13.000 und 16.000 Euro im Monat – und das 14 Mal im Jahr. Warum diese „Ungenauigkeit“: Der exakte Betrag hängt davon ab, welche Performance die jeweilige Pensionskasse in dem betreffenden Jahr schafft. Dass der Pensionsanspruch aber ein absoluter Spitzenwert ist, lässt sich daran ablesen, dass der Vizekanzler der Republik Österreich als Aktivbezug „nur“ 17.952 Euro im Monat erhält. Oswin Kois hat die längste Zeit seiner Berufskarriere im Landesdienst verbracht und es als Bürochef von Peter Schachner-Blazizek bis zum Hofrat gebracht. Hätte er dort als solcher seine volle Dienstzeit abgedient, würde er als Pensio-
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nist rund 5.000 Euro im Monat überwiesen bekommen. Der Umstieg in die E-Wirtschaft hat es ihm ermöglicht, nicht nur in die Elite der Spitzenverdiener in Österreich, sondern auch in die Kaste jener aufzusteigen, die sich eine Luxuspension sichern konnten. Oswin Kois war bis Juli 2009 Geschäftsführer der Verbund-Tochter ATP (Austrian Thermal Power) mit Sitz in Graz. Als solcher hatte er dort eine Jahresgage von rund 270.000 Euro. Bei seinem Umstieg zur Energie Steiermark musste er sich mit weniger zufrieden geben. Denn das Land hatte beschlossen, dass kein Manager im halböffentlichen Bereich (die Energie Steiermark gehört zu 75 Prozent dem Land) mehr als der Landeshauptmann verdienen darf. Und das waren zu diesem Zeitpunkt rund 216.000 Euro im Jahr, im Monat 16.320 Euro.
Aktuelle Bruttomonatsbezüge der wichtigsten Politgrößen Bundespräsident Bundeskanzler Vizekanzler (mit Ressort) Nationalratspräsident Minister Landeshauptmann Rechnungshofpräsident Staatssekretär Landesrat Volksanwalt Nationalratsabgeordneter Bundesratsabgeordneter
22.848 20.400 17.952 17.136 16.320 16.320 14.688 14.688 14.688 13.056 8.160 4.080 Quelle: APA/Rechnungshof
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te Pension zu erlangen, so war der Umstieg in die Elektrizitätswirtschaft für ihn ein Glückssprung. Sein Abschied in die Pension kommt nach nicht einmal drei Jahren als Vorstandschef der Energie Steiermark doch überraschend. Gesundheitliche Gründe werden genannt, warum sich Oswin Kois in die „Frühpension“ begibt. Über seine (Miss-)Erfolge wird zu einem späteren Zeitpunkt zu berichten sein. Der Schritt in die Rente ist klarerweise von ihm gut überlegt. Erhält er doch damit die Chance, aufgrund der zurzeit geltenden Sonderregelungen wohlgepolstert seinen Ruhestand genießen zu können. Die Pensionen von staatsnahen Konzernen und Gesellschaften sind ein gut gehütetes Firmengeheimnis. Ganz im Gegensatz zu den Gagen und Gehältern in der Poli-
tik. Die Energie Steiermark wird von ihren Pensionisten stark in die Pflicht genommen. So gibt es dort einige ehemalige hochbetagte Manager, deren Pension sogar in einer Höhe zwischen 20.000 und 27.000 Euro pro Monat liegt. Man muss allerdings hinzufügen, dass diesen Herren bisher schon ein ganz, ganz langes Leben beschieden war. Knapp zwei Dutzend frühere Manager und Prokuristen können auf eine Pension zwischen 10.000 und 20.000 Euro im Monat zurückgreifen. Erst in der zweiten Hälfte der 90erJahre kam es zu einer Änderung der Pensionsmodelle in der Elektrizitätswirtschaft. Die leistungsbezogenen Zusagen für Manager und führende Angestellte wurden gleichsam abgestellt, es kam zu beitragsorientierten Zusagen für die Pension. Mit leistungsbezogen war gemeint, dass ein Manager im Fall der Pensionierung im besten Fall 80 Prozent seines Aktivbezuges später als Pension ausbezahlt bekommt. Was beträchtliche Pensionsrück-
stellungen in Unternehmen nötig macht. Mehr und mehr geht man heute dazu über, Spitzenmanagern klarerweise eine entsprechende Jahresgage zu bezahlen, diese müssen jedoch selbst in ihrer aktiven Zeit für ihre Pension vorsorgen. Das geschah auch in der Energie Steiermark bei den Vorgängern von Oswin Kois. Ihre Gage war mit Erfolgsprämien höher als jene von Kois, aber das Unternehmen hat keine Pensionsverpflichtungen nach deren Ausscheiden zu erfüllen. Auch für Kois muss die Energie Steiermark so gesehen keine Pensionsrückstellungen mehr in Zukunft leisten. Er bezieht seine Luxuspension über die Pensionskasse des Verbunds. Aber wie heißt es doch: Alles im Leben ist relativ. Walter Fremuth hieß der Generaldirektor des Verbundkonzerns 1979 bis 1993. Um es vorsichtig zu formulieren: Die Pension des bald 80-jährigen Fremuth schlägt jene von Kois bei weitem. O
Illustration: Zoe Alexandra Zambalos
Sein Pensionskonto beließ Oswin Kois allerdings in der Pensionskasse des Verbunds. Klipp schrieb im Juli 2009, dass Kois damals schon einen Anspruch auf eine 16.000Euro-Rente gehabt habe. Kois wollte damals nur richtiggestellt haben, dass er keine Pension von der Energie Steiermark beziehe oder beziehen werde. Die Höhe selbst stellte er nicht in Abrede. In der Elektrizitätswirtschaft ist Oswin Kois seit Juni 1996 tätig. Mit seinem Ausscheiden im März 2012 wird er dann nicht ganz 16 Dienstjahre zusammenbringen. Wenn man bedenkt, dass üblicherweise 30 und mehr Dienstjahre nötig sind, um eine wohldotier-
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COVERSTORY
System nicht ausgewogen
POLITIK
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enn ich Verwaltungsreform höre, wird mir schlecht“, sagt Gerhard Hirschmann, der selbst Personalreferent in der Landesregierung war und in seiner Zeit immerhin hunderte Dienstposten nicht mehr nachbesetzen ließ. Seit 2003 geißelt er, dass dringende tiefgreifende Verwaltungsreformen in Bund und Land nicht vom Fleck kommen. Unter Franz Voves kamen wieder 800 dazu. Die größte Verwaltungsvereinfachung und -reform wäre die, wenn der überflüssige Landtag sagen würde, fünf Jahre keine Gesetze mehr zu beschließen. Denn kein Mensch hat mehr den Überblick, was es an Normierungen gibt. Jeder Bürgermeister braucht schon zwei, drei Anwälte, um nicht wegen Amtsmiss-
Reizvokabel Verwaltungsreform brauch vor Gericht zu landen. Die Gesetzgebungsmaschinerie hat ein exponentielles Wachstum und ist nicht zu bremsen. Die Regulierungswut und die Dichte der Bürokratie
sind es, die uns erwürgen. „Die Bundesländer haben alle verschiedene Gesetze – was den Naturschutz, die Wohnbauförderung, die Raumplanung usw. betrifft. Es ist das eine Art
Für die zwei – Gerhard Hirschmann und Max Taucher – ist das Thema „Reform“ ein Reizvokabel. Jeder der beiden hat die Verwaltung und Bürokratie im Laufe des Berufslebens auf unterschiedliche Weise erlebt. Beide wissen daher sehr genau, was Sache wäre.
Selbstlegitimation der Politik und der Beamten. Und alles zulasten der Steuerzahler“, so Hirschmann. Es gelte, die Bundesverwaltung in den Ländern, dort, wo es Doppelgleisigkeit gibt, etwa im Schulbereich, zu beseitigen. Man brauche auch keine Bezirkshauptmannschaften, sondern müsste die Gemeinden aufwerten und genau definieren, was eine Gemeinde zu leisten hat. Denn zur Zeit sind die Bürgermeister die am schlechtesten bezahlten Hausmeister in der Region.
+ KLAR
Heiße Debatten um Gemeinden Ländlichen Raum nicht weiter schwächen
B
eim steirischen Gemeindereformprozess gibt es bei vielen Bürgermeistern der kleinen Gemeinden auch die berechtigte Sorge, ob der Gemeindereformprozess nicht dazu führt, dass viele kleine Gemeinden von der Landkarte verschwinden und damit der ländliche Raum weiter geschwächt wird. Vergessen wir nicht, dass mit der Abschaffung des Gemeindenamens automatisch ein starker Identitätsverlust verbunden ist. Die Landesregierung sollte daher sehr genau über unsere Grenzen nach Deutschland und in die Schweiz blicken und hinterfragen, welche Auswirkungen diese Fusionen hatten. Die systematische Zerstörung der Infrastruktur im ländlichen Raum durch Auflösung der Postämter, Gendarmerieposten, Bezirksgerichte und Finanzämter sowie die Vernichtung einer intakten Nahversorgung haben den ländlichen Raum in der Steiermark in den letzten Jahren empfindlich getroffen und die Abwanderung zusätzlich beschleunigt. Die Abwanderung unserer gut ausgebildeten Jugend ist in erster Linie auf den Mangel an qualifizierten Arbeitsplätzen zurückzuführen und wird durch Gemeindezusammenlegungen nicht behoben werden können. Bei diesem Reformprozess, der an sich lobenswert ist, fehlt aber eine klare politische Zielsetzung. Zum Beispiel: Die Steiermark möchte keine Gemeinden mehr unter 1000 Einwohnern, oder nach
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Abschluss des Reformprozesses will man statt 542 Gemeinden nur mehr 250 Gemeinden haben. Die Bürgermeister wurden durch Aussagen wie „Es wird kein Stein auf dem anderen bleiben“ ziemlich verunsichert. Wenn man so einen politischen Reformprozess einleitet, ist man aber auch verpflichtet, den Bürgermeistern und Gemeinden zu sagen, was man am Ende des Tages erreichen will – es fehlt also die klare Zielformulierung. Vielmehr hat man nun in den Bezirksbürgermeisterkonferen-
zen den Bürgermeistern den Ball zugespielt und ihnen mitgeteilt, sie sollen von sich aus Vorschläge machen, mit welcher Nachbargemeinde sie allenfalls fusionieren möchten. Da mutet man den Bürgermeistern doch einiges zu: Sie sollen sich sozusagen selbst wegrationalisieren. Da gibt es bereits einige „Vorzugsschüler“ unter den Bürgermeistern. In erster Linie wird es Gemeinden der ÖVP treffen, und da gibt es unter den Bürgermeistern schon einigen Aufruhr, die ihrem Landes-
parteiobmann LHStv. Schützenhö- Max Taucher: „Bürgerfer bereits meister können sich mitgeteilt ha- auch einen anderen ben, dass sie Landesparteiobmann sich auch ei- vorstellen.“ nen anderen Landesparteiobmann vorstellen können, wenn er nicht ihre Interessen vertritt. Die Einwohnerzahl einer Gemeinde sagt noch lange nichts über die wirtschaftliche Effizienz einer Gemeinde aus. O
Pirkas Mann in Caracas war Bürgermeister Andreas Grauf
Es kommen schwere Zeiten auf ihn zu Die Klipp-Story über einen in Cara- nehmungen und Niederschriften der cas verhafteten steirischen Bürger- Flughafenpolizei in Caracas hermeister wegen Geldschmuggel in nimmt. der Höhe von zumindest 100.000 Mit der Polizei wird es BürgermeisEuro löste erwartungsgemäß viel ter Andreas Grauf auch im eigenen Land zu tun bekommen. Neugierde aus. EigentGrauf ist ja im Brotberuf lich gab’s in der Klippnicht Bürgermeister von Redaktion die Hoffnung, Pirka, sondern GesellPirkas Bürgermeister schafter und verantwortAndreas Grauf – denn er licher Geschäftsführer war es – würde selbst das der Seniorenheim-GrupGeheimnis über seinen pe „Gemeinsam statt Trip nach Caracas zweieinsam“ (GSE) mit Sitz felsfrei aufklären. Denn Hoffentlich bleibt ihm in Pirka. Und in Sachen was er, von den Medien sein gewinnendes Lachen erhalten. Seniorenheime war er in aufgespürt – bis hin zum den letzten Monaten sehr Profil –, als Erklärung lieferte, brachte nicht wirklich volle aktiv. Bereits im Sommer ließ er Klarheit. Erhellend könnte da si- seinen Bürgermeister-Kollegen in cherlich sein, wenn man die Wahr- Seiersberg wissen, dass er das
Seniorenheim Minze in Laßnitzhöhe gekauft habe. Für mehr als drei Millionen Euro habe es, so hieß es, die KräuterGarten-Gruppe mit Mehrheitsgesellschafter Harald Fischl mit Brief und Siegel, sprich notariellem Vertrag, an Grauf und Freunde verkauft. Der Schönheitsfehler dabei: Trotz der wiederholten Zusage, die Überweisung der Millionen vorzunehmen, blieb diese aus. Die Verkäufer fühlen sich getäuscht, betrogen und hinters Licht geführt und haben daher bei der Staatsanwaltschaft eine Sachverhaltsdarstellung deponiert. Vorerhebungen laufen bereits, allfälliger Gerichtsort wäre das Straflandesgericht Graz. Andreas Grauf bliebe damit ein nochmaliger Flug nach Caracas erspart. O KLIPP November 2011
Radikalreformer Gerhard Hirschmann: Bürgermeister sind die am schlechtesten bezahlten Hausmeister in der Region.
Was macht er danach? Das ist die große Frage, wenn sich die ersten Wogen um den Plötzlich-Rücktritt von Bauernbundpräsident Fritz Grillitsch gelegt haben. So war es auch bei einem, der den Fritz Grillitsch mag – Ex-Vizekanzler Josef Pröll. Bei ihm war relativ bald klar, dass er vom Polit-Ring in den RaiffeisenKreis überwechselt. Bei Fritz Grillitsch wird Ähnliches erwartet.
Grillitsch (Foto) und Pröll: beide bald gemeinsam im „Raiffeisen-Ring“
Geschichte ist damit auch das jährliche Eisstockschießen zu Hause bei Grillitsch in der Obersteiermark. Zu diesem lud er und kamen die gesamte ÖVP-Bundesprominenz – ob Schüssel oder Pröll –, aber auch Bekannte und Freunde aus anderen politischen Gruppierungen. Das G’riss um die Einladungen war groß. Schüssel baute bei einem seiner Besuche einen kapitalen „Rückenfleck“ auf dem glatten Eis. Grillitsch selbst dürfte auf dem Wiener Eis durch Telekom-Zahlungen gestolpert sein. Bevor der brisante Prüfbericht in seinem ganzen Umfang veröffentlicht wird – da zwang man Grillitsch gleich zum Rücktritt. Es dürfte zu kurz gegriffen sein, wenn die steirischen Freunde von Grillitsch in der ÖVP an eine Kommandoaktion des niederösterreichischen ÖAAB glauben. In diese soll auch der Bauernbund eingeweiht sein. Ein Grillitsch lässt sich nicht so leicht aus dem Ring boxen, wenn da nicht wirklich etwas Strittiges gewesen sein soll. O
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nen Pfarrer mehr, keine Gendarmerie mehr, kein Postamt. Da ist der Bürgermeister die einzige „öffentliche Person“. Natürlich gäbe es Gemeinden, wo ein Ortskern mit dem anderen fast verbunden ist. Dort machen möglicherweise Fusionierungen Sinn. Aber was in jenen Gemeinden, wo die beiden Ortskerne mehrere Kilometer voneinander entfernt liegen? Hirschmann: „Was soll ich da zusammenlegen? Das Verhängnisvolle in der Bürokratie: Es gibt keine Benchmarks, keine Vergleichszahlen zwischen den Bundesländern, was da oder dort eine Körperschaft oder ein Beamter kostet. Weil in jedem Land andere Strukturen vorgegeben sind.
Wobei nicht einmal die Aktivgehälter der Beamten das Problem sind, sondern die Pensionen.“ Kleiner Hirschmann-Nachsatz: „Diese sind ja ausgesprochen langlebig, aufgrund ihrer Unterforderung während des Berufs-
lebens.“ Die jetzigen Reformabsichten, von seinem Parteifreund Hermann Schützenhöfer und Franz Voves losgetreten, sieht er als positive symbolische Schritte, dass man etwas verändern kann, wenn man nur will. O
Seit 20 Jahren Nach dem Zerfall Jugoslawiens und jenem des Ostblocks war unser Nachbarland der erste Staat, der sich in Graz einen Honorarkonsul leistete. Kurt Oktabetz, in seiner beruflichen Laufbahn auch LeykamGeneraldirektor, füllt diese Funktion des Konsuls seit 20 Jahren aus. Sein ehemaliges Unternehmen Sloweniens Mann hatte nämlich schon Anfang der 90er-Jahre bei Mar- in Graz Konsul burg einen Druckstandort aufgebaut. O Kurt Oktabetz
Korruption, wo man hinsieht Hochmütig sagt man bei uns in Österreich, so etwas könne nur in Italien, Griechenland oder irgendwo in einem Ostblockstaat wie Rumänien, Bulgarien passieren. Die Rede war von breit angelegter Korruption und Steuerhinterziehung. Nun vergeht praktisch keine Woche, wo nicht auch in Österreich Korruptionsfälle ans Tageslicht kommen. Wieder einmal haben wir uns überschätzt. So gibt es neue brisante Fakten im Finanzfall von Exfinanzminister Karl Heinz Grasser. Im Jahr 2009 habe das Finanzamt Kitzbühel bei seiner Frau eine Betriebsprüfung angesetzt. Gerade in dieser Phase wechselten die Grassers ihren Wohnsitz von Kitzbühel nach Wien. Dadurch sei auch die Zuständigkeit für eine Grasser-Firma an das Finanzamt Wien, 1, übergegangen. Damit wurde eine frühere Studienkollegin von Grasser im Finanzamt zuständig – und diese widerrief einfach die Prüfung. Wie halt immer: Grasser kann sich an gar nichts mehr erinnern. Aber Faktum ist: Jetzt ermittelt das Finanzamt Wien im Rahmen eines Finanzstrafverfahrens. Die Studienkollegin und Finanzbeamtin wurde mittlerweile suspendiert. Bei den ÖBB greift Konzernchef Christian Kern durch. Insgesamt wurden mehr als zehn Manager gefeuert und Strafanzeigen in mehreren Ländern eingebracht. In der Türkei, Russland und Rumänien sollen Zöllner und Unternehmer im großen Stil geschmiert worden sein, um an Aufträge zu kommen. Aus dem Hofstaat von Jörg Haider sind ja mehrere ehemalige Mitarbeiter unter Korrupti-
Scheuch (li.) und Grasser sind nicht mehr in derselben Partei, aber eines haben sie gemeinsam: schwerer Korruptionsverdacht.
onsverdacht. Der Prominenteste und Aktuellste ist Uwe Scheuch, der ja zu unbedingter Haftstrafe wegen Amtsmissbrauch in Sachen Staatsbürgerschaftsverleihungen verurteilt worden ist. Das Obergericht, die zweite Instanz, in Graz muss nun darüber entscheiden, ob Scheuch ins Gefäng-
nis muss bzw. Chance auf eine Fußfessel bekommt – die für VIPs günstige und vorteilhafte Nabelschnur, ohne dass man wirklich Zellenluft schnuppern muss. „Wie ihr da oben, so wir da unten“, könnte man sagen. Viel Staub hat auch die Affäre um die FahrscheinKontrolleure in der Grazer Bim ausgelöst. Dort sollen ja Bekannte und Familienmitglieder gratis gefahren sein. So war es möglich, dass die Mitarbeiter der Securitas, jener Firma, die das überprüfen sollte, in vergangenen Jahren im großen Stil schwarzfahren konnten. Der sechsstellige Schaden soll nun von der Securitas an die Holding bezahlt worden sein. Dennoch ermittelt die Staatsanwaltschaft. O
Von 0 bis 24 Uhr aufsperren Der Vorschlag kommt von Sabine Wendlinger-Slanina. Sie ist eine von 4 Vizepräsidenten in der „Männerburg Wirtschaftsbund“ (Wendlinger-Slanina-Originalton in einem Interview). Mit 30 hat die heute 49-Jährige die Elektrofirma des Vaters übernommen und ist außerdem Obfrau der Wirtschaftskammer-Regionalstelle Graz. Da sie auch auf der Landtagsliste der ÖVP auf einer Nachrückposition steht, wird sie in absehbarer Zeit auch im steirischen Landtag für den Wirtschaftsbund auftreten. Ihr Vorschlag, von 0 bis 24 Uhr aufzusperren, zumindest in der Grazer In- Streitbarer Vornenstadt und am Sonntag, damit diese konkurrenzfähig schlag von Vizepräsidentin Sabine bleibt, zeigt: Die Vizepräsidentin weiß, wie man heiße DisWendlinger-Slanina kussionen in der Öffentlichkeit auslöst. Ihr Vorschlag zeigt aber auch, dass er nicht gründlich durchdacht worden ist. Wenn die Grazer City, wie sie meint, nur so konkurrenzfähig bleibt, dann müssten die Geschäfte in konkurrenzfähigen Innenstädten rund um die Uhr offen sein. Nur so nebenbei: Sollten dann auch die Straßenbahnen 24 Stunden im Einsatz sein? Oder was machen Dienstnehmer, die auch Kinder zu Hause haben? O
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Denn selbst wenn man fusioniert, fällt deswegen kein Gemeindeweg weg, kein Kanal, gibt’s keinen Sozialfall weniger. In 200 Gemeinden unter 1.000 Einwohnern gibt es kei-
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Höchstbeitragsgrenze gehört weg E
r ist als Obmann der ranghöchste Funktionär der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse: Josef Pesserl. Das Defizit der Gebietskrankenkassen war in den letzten Jahren ein heiß diskutiertes Thema. Doch zum Glück hat sich seit einem Jahr das Blatt gewendet. Es gibt wieder Überschüsse. Wie steigen die Beiträge? Pesserl: Für 2011 gehen wir davon aus, dass sie um drei Prozent steigen. Das hängt aber auch mit den Lohnerhöhungen zusammen. Die Steiermärkische Gebietskrankenkasse hat rund 670.000 Versicherte und insgesamt 890.000 Beitragsleistende, weil da auch die Pensionisten dabei sind. Und wie hoch sind da die Einnahmen? Pesserl: Die betragen pro Jahr rund 1,1 Milliarden Euro. Und wofür werden diese ausgegeben? Pesserl: 350 Millionen Euro für ärztliche Hilfe, 310 Millionen für Medikamente und 380 Millionen Euro für Krankenanstalten.
GKK-Obmann Josef Pesserl: „… ist kein solidarischer Beitrag.“
In den letzten Jahren beklagten Krankenkassen-Funktionäre immer wieder die hohen jährlichen Steigerungen. Pesserl: Erfreulicherweise betrug diese im letzten Jahr nur ein Prozent. Heuer registrieren wir bereits wieder eine größere Steigerungsrate. Wie interpretieren Sie das? Pesserl: Das hat mit den Leistungserbringern zu tun und auch mit den Versicherten selbst. Wie groß war der Überschuss im Jahr 2010? Pesserl: Er betrug 54 Millionen Euro.
Sind damit die Schulden der Steiermärkischen Gebietskrankenkasse Vergangenheit? Pesserl: Nein. Innerhalb der letzten zehn Jahre haben wir ein kumuliertes Defizit von 270 Millionen Euro angehäuft und mit den Konsolidierungsvereinbarungen mit dem Bund und Schuldenerlässen stehen wir jetzt bei 150 Millionen Euro. Warum ist das so? Warum gibt es in der Steiermark noch immer diese Probleme? Pesserl: Die Steiermark, Kärnten und Wien finden die schwierigsten Rahmenbedingungen vor, brauchen am meisten. Die Beitragseinnahmen sind von Bundesland zu Bundesland völlig verschieden. Wenn wir in der Steiermark das Pro-Kopf-Einkommen von Oberösterreich hätten, dann würden unsere Einnahmen um 70 Millionen Euro höher liegen und damit gäbe es keine Schulden mehr. Pro Kopf beträgt der Durchschnittsbeitrag in der Steiermark 1.287 Euro, in Oberösterreich 1.315 Euro.
+ KLAR
Steuergerechtigkeit Österreich zählt zu den wenigen Ländern Europas, wo sich die Vermögenden ihres Reichtums erfreuen können, ohne ihren fairen Anteil am Gemeinwohl beitragen zu müssen. Wer hierzulande Vermögen hat, wird kaum belastet: Nur 1,3 Prozent der gesamten Steuereinnahmen kommen aus vermögensbezogenen Steuern. Das durchschnittliche europäische Niveau bei der Vermögensbesteuerung ist viermal so hoch. ArbeitnehmerInnen, die mit täglich geleisteter Arbeit ihren Lebensunterhalt bestreiten, werden hingegen kräftig zur Kasse gebeten: Lohnsteuern, Sozialversicherungsbeiträge und Verbrauchssteuern schlagen sich ordentlich aufs Börsel. Zugleich fehlt es an allen Ecken und Enden an den notwendigen Mitteln für den
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Sozialstaat. Ein aktuelles Beispiel dafür ist die Pflegefinanzierung. Hier greift Vater Staat jedoch bei Menschen, die Pflege benötigen, sehr wohl auf ihre Vermögen zu, um diese Pflegeleistungen zu finanzieren. So ist nur allzu oft das mühsam ersparte Eigenheim eines pflegebedürftigen Pensionisten schnell weg. Die wirklich großen Vermögen bleiben jedoch unangetastet. Um klarzustellen, von welchen Summen wir hier reden: Das reichste Prozent der gesamten österreichischen Bevölkerung besitzt ein Vermögen von durchschnittlich 5,4 Millionen Euro, die reichsten zwei bis zehn Prozent haben ein Durchschnittsvermögen von 612.000 Euro. Sie könnten eine zusätzliche Steuerlast leichter tragen als der Mittelstand.
Wir meinen daher, dass diese Gruppe ihren solidarischen Beitrag zum Erhalt der sozialen Sicherheit und des gesellschaftlichen Zusammenhalts leisten soll. Mit einer Vermögensbesteuerung ließe sich unter anderem die dringend benötigte Pflegefinanzierung sicherstellen, die Gewerkschaften haben hier auch schon ein Modell vorgelegt. Es geht nicht darum, Autos oder Eigenheime der Mittelschicht zu besteuern, sondern um jene großen privaten Vermögen, die bei wenigen Superreichen konzentriert sind. Wir wollen diese Reichen auch nicht schröpfen oder enteignen – aber wir fordern Steuergerechtigkeit. Dwora Stein, Chefredakteurin O Quelle: Kompetenz – Das GPA-djp Mitgliedermagazin, August/September 2011
Weil auch immer von der Sparsamkeit in der Verwaltung gesprochen wird: Wo liegt da die Steiermark? Die anderen würden besser arbeiten oder sparsamer. Pesserl: Das ist ein Märchen. Beim Verwaltungsaufwand – das ist der Sach- und Personalaufwand – sind wir mit 2,23 Prozent die Besten in Österreich. Sie fordern als sozialdemokratischer Funktionär im Gesundheitswesen mehr soziale Gerechtigkeit. Was ist Ihre Position zur Höchstbeitragsgrundlage? Pesserl: Sie wäre entbehrlich, gehört meiner Meinung nach weg. Jeder bezahlt bis zur Höchstbeitragsgrundlage von 4.900 Euro. Ab dann geht es runter. Und da ist für mich der solidarische Ausgleich nicht mehr gegeben. Wenn sich derjenige mit 1.500 Euro Einkommen 3,9 Prozent Krankenversicherungsbeitrag leisten können muss, dann wird sich wohl der, der 8.000 Euro Einkommen hat, auch die 3,9 Prozent leisten können. O
Noch nie da gewesen Erstaunen löste eine Meldung über das First-Class-Banking-Haus Krentschker aus, die der Betroffene nicht als „erstklassig“ empfand. Der 2012 auslaufende Fünfjahresvertrag mit Michael Vollath, dem zweiten Vorstandsdirektor neben Georg Wolf-Schönach, werde nicht verlängert. Vollath ist damit in seiner ersten und letzten Runde. Für den Grazer Banken-Platz und innerhalb der Steiermärkischen eine „Premiere“, wurde doch nie einer (unfreiwillig) nicht verlängert. Für den Mittfünfziger nicht leicht zu verdauen. Sein Draht zur Konzernmutter soll nicht der beste gewesen sein. Erstaunen gab es schon beim Einstieg ins Bankhaus Krentschker, als sich Vollath einen Audi Q7 als Dienstkutsche aussuchte, obwohl die Führungscrew in der Konzernmutter mit Gerhard Fabisch eine Klasse tiefer im Auto sitzt. Dieser wollte übrigens auch noch eine andere Weichenstellung vornehmen, so ein Mitglied des Aufsichtsrates. Die Idee fand allerdings keine große Gegenliebe bei Vize-Aufsichtsratschef KLIPP November 2011
Der Autohandel erfreut sich derzeit Umsatzzahlen wie noch nie und die Branche brummt weltweit, nur Elektrofahrzeuge kommen trotz aller PR-Bemühungen der Hersteller nicht so richtig von der Stelle. Ändern will das nun der heimische Automobilzulieferer AVL, dessen CEO Helmut List im Rahmen der AVL-Tagung „Motor & Umwelt“ vor wenigen Tagen in Graz ein neues modulares Baukastensystem zur Elektrifizierung des Antriebs präsentierte. Das System mit Namen „AVL e-Fusion“ soll sowohl eine wesentliche Kostenersparnis als auch eine signifikante Reduktion im Verbrauch bringen. „Diese AVL-Innovation setzt neue Maßstäbe zur Senkung der Kostenhürde und wird damit ein Wegbereiter für eine breitere Akzeptanz von Hybrid- und Elektrofahrzeugen“, ist sich Helmut List sicher. „Der reine Elektroantrieb ist zwar derzeit eine sehr kleine Nische, aber eine, die Schritt für Schritt größer werden wird. Die wichtigere Form der Elektrifizierung ist die Hybridisierung, die Kombination zwischen E-Motor und Verbrennungsmotor.“ Damit schlägt „eFusion“ zwei Fliegen mit einer Klappe, ist sie doch für beide Technologien geeignet. Kernstück des Systems ist ein Aggregat, das aus einem Benzinmotor, einer integrierten Kupplung und einem Elektromotor besteht. O
Als der Media Markt und Saturn noch nicht da waren
Er war als Diskonter schon da „Gaschler-Kreuzung in der Wiener Straße für drei Wochen gesperrt“, warnt ein Straßen-Bauschild die Autofahrer. Es kommt ganz selten vor, dass in Graz nach lebenden Persönlichkeiten, wie etwa einem Schwarzenegger, ein eigener Platz oder eine Straße benannt wird. Auch Fritz Gaschler wurde auf diese Weise geadelt. Allerdings nicht mit Brief und Siegel der Gemeinde, sondern er war es, der die Wiener Straße 333 zu einer ganz bekannten Adresse in Graz gemacht hat. Dort platzierte er seinen Elektrodiskontmarkt und war damit der Initiator für das neue Einkaufszentrum im Norden von Graz. Heuer wird „30 Jahre Gaschler“ gefeiert. Begonnen hat Fritz Gaschler in der Grabenstraße, er verkaufte dort seine Elektrogeräte von den Waggons herunter. Seine Werbeaktionen waren und sind legendär. Er bewarb und präsentierte Farbfernseher, Waschmaschinen, CD-Player, Staubsauger, Kühlschränke und, und schon vor zwanzig Jahren so in den Medien, wie das Media Markt und Saturn heute tun. Und das zu Preisen, die die Mitbewerber das
Peter Schachner und so sagte die Bewerberin ab. Eine Wiener Bankerin sollte angeheuert werden und mittelfristig sogar Michael Vollath den Vorsitz der Firstbekam keine Class-Banking-PriVerlängerung bei vatbank übernehKrentschker. men. Eines bleibt aber: Krentschker wird seine Zweigstelle in Wien, die ganz gut läuft, mit dem oder der Vollath-Nachfolger(in) verstärken, weil in der Millionenstadt Privatbanken für potentielle (ausländische) Anleger ungebrochen fast eine magnetische Anziehungskraft haben. O
Fürchten lehrten. Natürlich wollte er als Kaufmann auch etwas verdienen, doch die Konsumenten waren ihm als Kunden wichtig. Er wollte nicht, dass die Konsumenten von der Industrie „getupft“ werden, wie Gaschler pointiert immer wieder meinte. Merkur bietet heute Bestpreisgarantie an. Gaschler tat das schon vor 30 Jahren. Werbung hat er im Blut. Dennoch ist er klug genug, um zu wissen, dass er gegen die europaweit tätigen Konzerne nicht gewinnen, aber sich neben ihnen behaupten kann. Mit unzähligen Klagen bei Gericht oder bei der Arbeiter-
Wegweiser zum bewussten Genuss Wir leben in einer Zeit, in der unser Geschmack manipuliert wird und uns das Vertrauen in unser tägliches Brot genommen wird. Dagegen anzukämpfen – dieser Aufgabe haben sich die Slow-Food-Jünger verschrieben. Slow Food formuliert die Lebensmittelqualität mit dem Dreiklang „gut, sauber und fair“. Was wir essen und trinken, muss von Rohstoffen bester Qualität, schmackhaft und gesund sein. Die Lebensmittel sollen im Einklang mit der Natur stehen und auch
Schande über Klipp Texte werden in der Redaktion üblicherweise auf Band diktiert und dann abgeschrieben. Der Autor des Berichts „Ungarn ehrt seinen Konsul“ dachte nie im Traum daran, dass der Komponist Franz Liszt zum nicht existierenden „Kommunisten Franz List“ mutiert. Keinen Ruhm werden wir auch für unseren Text zum „Fame-Store“ ernten, wo auch der unsägliche Fehlerteufel zuschlug. Es gibt eben solche Momente, aber wir lernen aus Fehlern. Nicht nur Sie als Leser ärgern sich über Klipp zu Recht, sondern auch die Autoren und der Lektor. Also bis zum nächsten Mal. O
KLIPP November 2011
Fritz Gaschler (im Bild mit Sohn Roman) meidet Interviews und lässt lieber seine Preise sprechen – auch nach 30 Jahren als selbstständiger Elektrodiskonter.
kammer versuchten ihn Mitbewerber zu ärgern oder zu blockieren. Es gab Lieferstopps der Industrie, Boykotte von Herstellern. Doch Fritz Gaschler ließ sich von seinem Weg nicht abbringen. Er ließ und lässt stets seine Preise für sich sprechen. Als Diskonter hat er es Millionen Familien im Laufe der Jahrzehnte ermöglicht, sich mehr zu leisten. Nicht als Wohltäter, sondern in einem Fairplay zwischen Verkäufer und Käufer. Fritz Gaschler ist bekannt und gefürchtet wegen seiner Ausbrüche, wo er dann sehr laut wird, wenn ihm etwas gegen den Strich geht. Bei Ungerechtigkeiten spürt man: Der umsichtige Familienpatriarch hat sich seine Babyhaut und sein Herz am rechten Fleck zum Glück erhalten. Niemand hat ihn auf seinem geraden Weg stoppen können, nicht einmal ein Schussattentat, das ihm beinahe das Leben gekostet hätte. Wenn er wüsste, dass es im Klipp eine Laudatio zu seinem 30-jährigen Firmenjubiläum gibt, hätte er das mit allen Mitteln zu verhindern versucht. Aber die Chance für einen „Ausbruch“ mit lautem Ausgang bleibt ihm ja. O
Praktischer neuer Slow-Food-Guide 2012: holt 400 steirische Betriebe vor den Vorhang.
dafür soll es eine soziale Gerechtigkeit geben – nämlich, dass diese angemessen bezahlt, zu fairen Bedingungen in den Handel kommen. Die Slow-Food-Lebensmittelqua-
lität bedeute Nachhaltigkeit, die anspruchsvoller ist als öko oder bio. Für den Slow-Food-SteiermarkGuide wurde nach kritischen Kriterien recherchiert und auch getestet. Es werden dort mehr als 400 Betriebe – Restaurants, Wirtshäuser, Buschenschenken, Almhütten, Landwirte mit Hof-Verkaufsladen, Manufakturen, Bäcker, Fleischer, Hofkäsereien, Öl- und Getreidemühlen, Nahversorger und Bauernmärkte – vor den Vorhang gebeten. Die kochen, anstatt aufzuwärmen, bzw. produzieren hochwertige, schmackhafte Lebensmittel im Einklang mit der Natur. O
Wir vom Klipp sind dort aktiv dabei. Sie auch? Dann diskutieren Sie mit uns über aktuelle Themen auf Xing oder Facebook. 17
POLITIK
AVL e-Fusion
Ein Patient beschwert sich beim Arzt: „Ich habe noch andere Meinungen eingeholt, aber kein anderer Arzt bestätigt mir Ihre Diagnose.“ „Macht nichts“, sagt der Arzt, „warten wir halt auf die Autopsie …!“ Ein wunderbares Konzert. Als der letzte Ton verklungen ist, setzen alle Leute zum Applaus an, da springt in der ersten Reihe eine Dame auf und ruft in den Saal: „Ist ein Arzt anwesend?“ Betretene Stille. Eine Stimme meldet sich: „Ja, ich bin Arzt, was gibt es denn?“ „War das nicht wunderbar, Herr Kollege?“, sagt die Frau.
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Helmut Schüller (am Foto mit Flüchtlingshelferin Ute Bock): Tritt der Sprecher der Aktion „Aufruf zum Ungehorsam“ auf, gibt’s heiße Diskussionen.
Dort, wo er auftritt, sind die Kirchen voll. Der Pfarrer von Probstdorf in Niederösterreich Helmut Schüller hat sich als Sprecher der PfarrerInitiative „Aufruf zum Ungehorsam“ ganz stark hinausgelehnt. Es gibt Stimmen in der Kirche, die ihn aus der Spur nehmen wollen. Es geht Schüller um die Notwendigkeit der
+ KLAR
Humor „Sie dürfen sich nicht aufregen“, sagt der Arzt zum Patienten, „am besten, Sie kümmern sich gar nicht um fremde Dinge.“ „Dann muss ich aber den Beruf wechseln, Herr Doktor“, sagt der Mann, „ich bin nämlich Zollbeamter.“
Foto: Lea Friessner
sigkeit, psychische GeDie Grüne-Abgeordnete walt, Bedenkenlosigkeit, Ingrid Lechner-Sonnek das gehört zur Grundaushat nach elf Jahren als stattung vieler unserer poKlubobfrau das Staffellitischen Aufsteiger.“ holz in jüngere Hände ge„Das tut weh“, äußert sie legt, bleibt aber als Abgesich. „Zum einen, wenn ordnete bis zur nächsten man von sich selbst als PoWahl im Landtag. Zu Grüne-Klubobfrau litikerin ein ganz anderes ihrem Abschied hat sie ei- Ingrid LechnerBild hat und sich fragen nige Grundsatzgedanken Sonnek zog sich muss, ob überhaupt noch über die Politik in einer zurück. wahrgenommen wird, dass logischerweise grünen Broschüre verpackt. Da liest man nicht alle Menschen in der Politik korrupt sind, nur auf den eigenen unter anderem Folgendes: „Abgehobene Figuren, die den Vorteil bedacht und nur am Macht,kleinen Mann‘ beschwatzen und erhalt interessiert. Dass sich immer gleichzeitig ,verraten‘“ – so be- mehr Politikerinnen ,Es gilt die Unschreibt Hans Rauscher im August schuldsvermutung‘ gleich auf die 2011 das Bild von PolitikerInnen in Visitenkarte drucken lassen sollten, der öffentlichen Meinung (Der Stan- rundet das unschöne Bild noch dard, 17. 8. 2011). „Rücksichtslo- mehr ab.“ O
Eine zweifelhafte Ehre
N
ausreichenden Versorgung der Gemeinden mit Priestern und die Notwendigkeit der sachlichen Auseinandersetzung mit diesem Problem. Auch in der übervollen Kirche in Graz-Gösting ging der ehemalige Generalvikar und Caritas-Direktor mit der Amtskirche hart ins Gericht. Wesentlich sei nicht die Frage, wie viele Priester es gäbe, sondern wie viele Pfarren man für eine gute Seelsorge brauche. Priestermangel sei global feststellbar, auch in Osteuropa haben sich nach der Wende nicht, wie man erwartet hat, die Kirchen, sondern nur die Supermärkte gefüllt. Die Kirche müsse demokratischer denken. Die Ordensgemeinschaften hingegen leben seit Jahrhunderten die Demokratie. So heißt es in der Benediktus-Regel: Der Abt höre auf die Mönche, ganz besonders auf die jüngsten. O
stirbt, hat schlecht getimt. Was sollen unbedarfte Mittfünfziger schon auf die Beine gestellt haben? In archaischen Stammeskulturen wurden schließlich auch den Ältesten die meisten Würden zuteil. In „besonders begründeten Ausnahmen“ kann der Grazer Gemeinderat gnädig von der Altersbeschränkung absehen, heißt es. Bloß geschehen ist das noch nie. Der Gemeinderat wartet mit der nächsten Ehrungsrunde zu, bis wieder ein paar Geehrte das Zeitliche segnen. Zumindest den Hinterbliebenen bringt der „BürgerInnen“Titel etwas: Die Stadt sponsert einen Grabkranz, der schließlich auch nicht billig ist. S.E.
ur 110 AusExkurs ins 18. erkorene, Jahrhundert die die als Aktualität dieses „BürgerInnen“ vom Ehrentitels. Der Gemeinderat geehrt erste Grazer „Bürwurden, dürfen sich ger“ wurde 1720 so nennen. Die Gegeehrt. Inzwischen ehrten erhalten eihätte man viele nen Bürgerbrief. Es In Graz gibt’s nur 110 „Bürger“, Stunden Zeit gedie anderen Grazer bilden den scheint, der gemei- „gemeinen Pöbel“. habt, sich treffendere und vor allem ne Pöbel beherrscht die steirische Landeshauptstadt. zeitgemäßere Titel auszudenken. Das Fußvolk darf sich die Geehrten mehrheitlich als prominente, er- Die Errungenschaft des Alters graute Eminenzen vorstellen. Denn Unter 60 ist man in Graz einfach unter 60 gibt’s keine Ehrung. nicht „ehrenwert“ – wer früher Ob sich das „BürgerInnen-Service“ der Stadt Graz auch nur um jene 110 Auserwählten kümmert? Demnach muss es in den zuständigen Büros im Rathaus sehr gemütlich zugehen. Dieter Hengl heißt der Mann und er ist Vorstand in der Freiheit, Gleichheit, Bank Austria für das Corporate und Investment BanBrüderlichkeit … king. Logisch, dass er sich bei seinen Besuchen in der „Der Ausdruck Bürger stammt aus Steiermark zu Hause fühlt, hat er doch in Graz auch einer voraufklärerischen Zeit, bevor studiert. Die Zahlen der Bank Austria in der SteierBank-Austriaunsere demokratische Verfassung mark lösen auch bei ihm Zufriedenheit aus. Das Vorstand Dieter eingeführt wurde, und ist an einen Geschäftsgesamtvolumen beträgt immerhin 10,2 Milli- Hengl: ein echter bestimmten Besitz gebunden. Wenn arden Euro. „Damit zählen wir mit 28 Standorten und Steirer man heute von Bürgerrechten 400 Mitarbeitern zu den Top-drei-Banken in der Steispricht, meint man ja genau das Geermark, im Exportgeschäft sind wir sogar die Nummer eins bei Großgenteil – seit der französischen Reunternehmen und KMUs“, so Dieter Hengl. Das Volumen der Finanzievolution ist das ein egalitärer Berungen stieg im ersten Halbjahr auf mehr als 5 Milliarden Euro. „Damit griff“, verdeutlicht der Grüne Peter haben wir die Wirtschaft in der Steiermark offensiv unterstützt.“ O Hagenauer mit seinem historischen Foto: Rathaus/Hans Wiesenhofer
POLITIK
Es gilt die Unschuldsvermutung Er füllt die Kirchen
Ein Obersteirer in Wien
KLIPP November 2011
Allerheiligenstimmung in Fohnsdorf Wie die hochverschuldete Gemeinde aus der finanziellen Misere kommen könne, weiß derzeit niemand. Ein Investor für die tiefrote Zahlen schreibende AqualuxTherme ist nicht in Sicht. Während es für den Fohnsdorfer Bürgermeister Johann Straner langsam eng wird, ist Landeshauptmann Franz Voves fein raus. Von Sylvia Einöder
D
ie Gemeinde ist nicht mehr in der Lage, aus eigener Kraft die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden“, heißt es in einem Bericht des Bundesrechnungshofes. Weiters kritisiert der Rechnungshof, dass auch die Therme „von sich aus nicht in der Lage ist, ihre finanziellen Verpflichtungen aus dem eigenen Betrieb zu finanzieren“. Gegen den abgesetzten und nun wieder amtierenden Bürgermeister Johann Straner, der den Bau der Therme entgegen allen wirtschaftlichen Bedenken durchsetzte, ermittelt die Staatsanwaltschaft Leoben wegen Amtsmissbrauchs und Untreue. Massive Kritik übt der Rechnungshof an Planung, Bau und Betrieb der Therme. Die staatsanwaltschaftlichen Erhebungen gegen Straner und seine Berater könnten sich noch über Jahre ziehen. VP-Ortsparteiobmann Franz Felber: „Der Rechnungshof hat klar bestätigt, dass unsere seit Jahren bestehenden Bedenken völlig berechtigt sind.“ Im Kreuzfeuer der Kritik steht vor allem Straners Art der Amtsführung: Fehlerhafte Buchhaltung, falsche Gemeinderatsbeschlüsse, Ämterkumulierung werden ihm vorgeworfen. Straners Doppelfunktion als Bürgermeister und Geschäftsführer der gemeindeeigenen Versorgungsbetriebe sei „teilweise unvereinbar“ gewesen. Auch, dass die Gemeinde eine Leihgebühr für Straner als ÖBB-Bediensteten entrichten musste, kritisierten Rechnungshof und Aufsichtsbehörde. Straner selbst KLIPP November 2011
Bei der Eröffnung der Therme im Jahr 2007 trat der Fohnsdorfer Bürgermeister Johann Straner noch Seite an Seite mit LH Franz Voves ...
... als bekannt wurde, wie viel Steuergeld das Projekt frisst, ließ Franz Voves seinen Genossen ganz schnell allein im Regen stehen.
war gegenüber KLIPP zu keiner Stellungnahme bereit. Es gilt die Unschuldsvermutung.
Kuscheln statt aufdecken Im Gegensatz zu Straner ist SP-Landeshauptmann Franz Voves mit einem blauen Auge davongekommen. Bei der Eröffnung der Therme im Jahr 2007 traten Voves und Straner noch Seite an Seite auf. Als bekannt wurde, wie viel Steuergeld das finanziell desaströse Projekt „Aqualux-Therme“ frisst, ließ Voves seinen Genossen ganz schnell allein im Regen stehen. Im Vorjahr noch mit einer anonymen Anzeige konfrontiert, wurde das Verfahren gegen Voves eingestellt, wie Leobens leiten-
der Staatsanwalt Walter Plöbst bestätigt. Der damalige Vorwurf: Der
rote Gemeindereferent Voves hätte trotz eindringlicher Warnungen der zuständigen Beamten des Landes eine 18-Millionen-Euro-Garantie für den Bau der Aqualux-Therme in der Landesregierung machtvoll durchgeboxt. VP-Klubchef Christopher Drexler sprach noch vor einem Jahr von einem „begründeten Verdacht des Amtsmissbrauches“ gegen Voves. Mit der rot-schwarzen „Kuschel-Reformpartnerschaft“ scheint eine politische „Kleinigkeit“ wie diese großmütig vergessen. Ganz nach dem Motto: „Was du nicht willst, dass man dir tut, das füge auch keinem anderen zu.“ O
Raika-General Mair zur schwelenden (Banken-)Krise
Trotzdem positiv denken Die Fülle an unterschiedlichen und zum Teil nur lückenhaften Informationen erzeugt entsprechende Unsicherheit auf den Finanzmärkten. Nicht zuletzt verursacht durch diverse Rating-Agenturen. Mit dieser Situation umgehen zu können – das sei eine der großen Herausforderungen auch für Un- v.l.: Gert Heigl (Energie Graz) und ternehmen und Unternehmer. Markus Mair (Raiffeisen Steiermark). Trotz dieser schwierigen Rahmenbedingungen gäbe es viele intakte Märkte und besonders wichtig sei es, sich von diesen Krisenmeldungen nicht so stark beeinflussen zu lassen, dass man keine positive Perspektive für die Zukunft mehr schafft. Diese Aussagen kommen von Markus Mair, Generaldirektor der Raiffeisenlandesbank Steiermark. Er tätigte sie bei einer Diskussion über aktuelle Entwicklungen des Kapitalmarktes der Banken, Unternehmen und Staaten. Eingeladen hatte im Namen des Verbandes Österreichischer Wirtschaftsakademiker dessen Vorsitzender Gert Heigl, Geschäftsführer der Energie Graz. O
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POLITIK
Therme Fohnsdorf: Leere Kassen und ermittelnde Staatsanwaltschaft
HINTERGRUND
Skeptiker behielten nicht Recht. Brisantes Buch über Erfolgsgeschichte „30 Jahre Loipersdorf“
Ein Sittenbild über Verhaberung Was dabei herauskommt, wie’s zugeht, wenn einer, „der selbst nicht auf der Brennsupp’n dahergeschwommen ist“, aus dem Ausland zurück in seine Heimat kommt und dort für die Realisierung des größten Bauvorhabens, sprich die Therme Loipersdorf, verantwortlich wird, dabei auf eine geschlossene (verhaberte) Gesellschaft trifft, die sich Millionen-Aufträge geschickt zuschanzt – das kann man in der Semidokumentation „Das Wasserwunder“ nachlesen.
B
uchautor Horst Wagner* war von 1975 bis 1983 als Geschäftsführer dabei und dann wieder von 2005 bis zum Vorjahr.
Wunderwasser gefunden
Nach der Blechwanne folgte das erste Thermalbecken im Jahre 1976 …
Die gesamte Südoststeiermark erlangte durch den Bau der Therme Loipersdorf und jener von Waltersdorf, Blumau und Radkersburg zum heutigen Thermenland einen ungeheuren Wohlstandsschub. Es war der 10. Juli 1972. Im „vergessensten“ Winkel der „vergessenen Oststeiermark“ schießt gegen 11 Uhr Vormittag mit explosiver Gewalt eine mehr als 30 Meter hohe Fontäne aus Kohlensäuregas, vermischt mit Wasser, aus einem Bohrloch. Die heftige Eruption bringt den schweren Bohrturm zum Umkippen. Herabregnendes Wasser gefriert infolge der Druckentspannung sofort zu Eiskristallen und bedeckt mitten im Hochsommer die Bohrstelle ringsum mit einer Schneedecke. Verletzt wird Gott sei Dank niemand! Die Südoststeiermark sollte durch dieses Wasser den Ruf als „Armenhaus der Steiermark“ verlieren. Aber das konnte zu diesem Zeitpunkt noch niemand wissen. Das Ereignis erregt jedenfalls einige Aufmerksamkeit, und man besorgt
für das Wasser eine Analyse der Universität Innsbruck, Abteilung Bäderkunde. Das Ergebnis attestiert diesem Wasser eine außerordentlich hohe Heilkraft. Die Euphorie der Bevölkerung und die lokalen Medien – man spricht von zahlreichen Heilungen – tun rasch ein Übriges: Das „Wunderwasser“ ist gefunden. Das „Wunderwasser“ bringt in weiterer Folge die Entstehung eines Zentrums für ein (eigentlich) spirituelles Gesundheitsdenken. Aus dem zuvor unbekannten Flecken wird ein Mekka für ganzheitliches Wohlbefinden – lange bevor das Modewort „Wellness“ die Literatur „verunziert“. Obwohl das Vorhaben nicht unumstritten ist, fasst die steirische Landesregierung den Entschluss, mitten in der Niemandsgegend ein komplett neues Heilbad entstehen zu lassen. Entgegen allen Expertenmeinungen und Prognosen wird das Ganze ein überraschender Erfolg, der die Region aus ihrem Dornröschenschlaf erlöst.
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Doch wo Licht ist, ist auch Schatten Wie ein roter Faden zieht sich in den letzten 30 Jahren ein Interessenkonflikt durch die Geschichte zunächst eines Dorfes, dann einer ganzen Region – bis in unsere Tage herauf. Obwohl, oder gerade weil, in den Spitzenjahren mehr als zwei Millionen Gäste jährlich das Thermenland Steiermark stürmten. Rund 1,7 Millionen sind es gegenwärtig.
Heute unvorstellbar, wie alles begann In einer blechernen Badewanne und mit einer zur Umkleidekabine umfunktionierten Werkzeughütte ließ der Anrainer Karl Ferstl – ihm gehörte der Bohrplatz, wo das Wasser herausschoss – die Leute im „Wunderwasser“ baden. Diese schleppten es in Blechkanistern, Milchkannen und anderen Behältern nach Hause. Danach konnten die Gäste in einem provisorisch gemauerten Becken, 2 x 3 Meter groß, baden. Heute tummeln sich an star-
… und das wurde in der Folge daraus.
ken Tagen bis zu 2.000 Gäste im Thermalwasser. Schirmherr und Erfinder der Therme Loipersdorf war als TourismusLandesrat der verstorbene Landeshauptmann-Stellvertreter Franz Wegart – eine Politlegende (dem ÖAAB zugehörig) der Steiermark. Er engagierte mit Horst Wagner auch den ersten Geschäftsführer. Und dieser wiederum holte sich den Bio-Trainer Baldur Preiml und BioGuru Willi Dungl. Keinen wirklichen Zugang zu Loipersdorf fand, KLIPP November 2011
HINTERGRUND
EsEmEs Sieger im bit gekürt Im festlichen Rahmen des bit-Schulungszentrums wurde kürzlich der „eAward 2011“ vergeben. Das ist die höchste steirische Auszeichnung für IT- und Technologielösungen. Platz eins schaffte das Projekt L3T – „Lehrbuch für Lernen und Lehren mit Technologien“. Es ermöglicht den kostenlosen und schnellen Zugang zu Lehrtexten. O
H2O-Therme unterstützt Karlis Schulbox wie Wagner in seinem Buch schildert, Josef Krainer II (kommt aus dem Bauernbund). Im Jahr 1982 ließ dieser durch das Landeskontrollamt – der heutige Landesrechnungshof – die Therme Loipersdorf und deren Bau durchleuchten. In vorauseilendem Gehorsam zerriss der damalige Kontrollamtschef und Ex-Krainer-Bürochef sowie spätere Landesamtsdirektor Ortner im Bericht die Therme nach Strich und Faden. Er und viele andere sprachen von „zu teuer gebaut“ und schlossen eine Pleite mit schwerwiegenden Folgen nicht aus.
Franz Stoisers sprichwörtlicher Mut zum Risiko (Foto oben: bei der Eröffnung 1981 mit Champagner und Anzug). Sein ThermenHotel half Loipersdorf auf die Sprünge.
Sprung ins warme Thermalwasser riskierte, dessen Unternehmen bis dahin vor allem als Fliesenfirma erfolgreich war. Er begann mit dem Bau des heute 300 Betten umfassenden Thermenhotels, bekam damals aber die Zusicherung für die Verfliesung der Therme. Ein Riesenauftrag. Stoisers Mut zum Risiko des Hotelbaus ermutigte in der Folge andere private Investoren.
Glück im Unglück
„Natürlich gab’s Probleme und lief nicht alles so ab, wie von mir gewollt. Aber lese ich den Kontrollamtsbericht, dann muss ich noch heute den Kopf schütteln, was da für ein Blödsinn drinnen steht“, so Horst Wagner. Ein Mann war für den späteren Erfolg der Therme und die Entwicklung des Thermenlandes maßgeblich mitverantwortlich: der Grazer Unternehmer Franz Stoiser. Das Land und Horst Wagner suchten verzweifelt nach Hotel-Investoren für Loipersdorf. Niemand wollte „anbeißen“, bis Franz Stoiser den KLIPP November 2011
… gab es für die Therme – sie war großteils ein attraktiver Holzbau – am 24. 9. 1983 zu nächtlicher Stunde, nur zwei Jahre nach der Eröffnung des Prestigeobjektes. Da löste ein Brand in der Therme Großalarm im Bezirk aus. Sie brannte durch die Flammen praktisch völlig aus. Ein glimmender Saunaofen, zu nahe an der Wand, soll der Auslöser für das verheerende Flammenmeer gewesen sein. Die Brandruine lockte in der Folge tausende Neugierige an. Warum Glück im Unglück? Nur wenige Monate vorher drängten die Versicherungen darauf, die Prämien und die Versicherungssummen für die Therme kräftig anzuheben. Damit erhielt Loipersdorf 208 Millionen Schilling als Entschädigung nach dem Brand, wiewohl die Therme „nur“ mehr als 140 Millionen Schilling gekostet hatte. Mit der Entschädigung konnte die Therme noch prächtiger und großzügiger wiederaufgebaut werden. O
Der erste Schultag ist für Eltern und Kinder gleichermaßen aufregend. Da kommt „Karlis Schulbox“ für Schuleinschreiber gerade recht. Nicht überraschend, dass die Karli Printi GmbH die Schulbox in diesem Jahr im kinderfreundlichen Ambiente der H2O-Therme vorstellte. Die Box soll nicht nur eine Überraschung sein, sondern auch zu gesunder Ernährung anregen. Im Inneren der Box befinden sich ein Gutscheinheft für die Eltern sowie wertvolle Tipps zu Gesundheit und Familiensinn. Im vergangenen Jahr machten davon 12.400 Kinder Gebrauch, in diesem Jahr werden es österreichweit bereits 94.500 sein. O
Welcome-Box für Neo-Grazer Seit Anfang November erhält jeder, der sich in Graz mit Hauptwohnsitz neu anmeldet, die „Welcome Box“, ein umfangreiches Informationspaket. Da steht alles drinnen, was die Neo-Grazer über ihre Stadt wissen sollten, und dazu gibt’s auch ein Gratis-24-Stunden-Ticket oder eine Ermäßigung für eine Wochenkarte bei den Grazer Linien. Die von der Inhouse-Agentur Achtzigzehn mit Geschäftsführer Gerhard Goldbrich – sie betreut sämtliche Werbeaktivitäten der Holding Graz – gestaltete Welcome Box gibt’s natürlich auch in Englisch, Französisch, Russisch, Türkisch, Bosnisch, Kroatisch, Serbisch. O
Neues Arzneimittel gegen Brustkrebs Die Iason-Gruppe war Klipp schon vor Jahren eine Titelstory wert. Das Unternehmen mit Geschäftsführer Christoph Artner ist in Europa einer der anerkanntesten Spezialisten für radioaktive Arzneimittel bei der Diagnostik und Nachsorge von Brustkrebs. Die Materie ist so komplex wie auch der Name des neuen Heilmittels: PET-Tracer 16F-16alpha(18F)fluoro-17beta-Estradiol – kurz FES – ist ein experimenteller Tracer, der aus einer Analogsubstanz zu dem Östrogen Estradiol besteht. Artner: „Iason beteiligt sich damit an einer internationalen BrustkrebsStudie und finanziert diese auch mit, an der Kliniken in Italien, Österreich, Slowenien und Frankreich mittun.“ Die Arzneimittel-Zulassung von FES erhofft man in drei Jahren. O
New York liegt Faschingbauer & Schaar Die Grazer Agentur Faschingbauer & Schaar gewinnt in New York den ARC-Award und Galaxy-Award. Und zwar für den Geschäftsbericht der Andritz-Gruppe. Bereits zum dritten Mal in Folge wurden die Grazer mit einer Siegerurkunde bedacht. „Wir sind natürlich stolz darauf, weil das die anhaltende Qualität der Arbeit, die wir für unsere Kunden leisten, bestätigt“, so Dieter Faschingbauer. Mit anderen prämierten Arbeiten wird der Geschäftsbericht auch in einer Galerie in Zürich ausgestellt. O
Graz beliebt bei Kulturtouristen * „Das Wunderwasser – Die Entstehung und Erfolgsgeschichte der Therme Loipersdorf“, Styria Regional alle Fotos: Das Wunderwasser
Das Erreichen der Nächtigungsmarke von 800.000 ist ein realistisches Ziel für die Tourismusverantwortlichen in Graz, weil die steirische Hauptstadt bei Kulturtouristen und Kongressveranstaltern beliebt ist. Graz muss allerdings weiter daran arbeiten, seinen Bekanntheitsgrad als touristische Destination zu erhöhen. O
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Foto: Der Plankenauer
HINTERGRUND
Der Konkurs von Sturm und GAK treibt seltsame Auswüchse
Strafjustiz in Graz f ßballverliebt „Das Leder ist rund – alles ist möglich“ – diese alte Fußballweisheit hat auch die Justiz am Straflandesgericht in Graz erfasst.
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ort saß kürzlich eine bis dato unbescholtene Buchhalterin auf der Anklagebank. Sie hat ihren Arbeitgeber, ein oststeirisches Unternehmen, um insgesamt 250.000 Euro betrogen, indem sie diese Summe auf eigene Konten überwies. Mittels Internet und TANCodes, die das heute für Eingeweihte relativ leicht machen.
Urteil ist ein Toto-Zwölfer Richter Armin Wolf, bekannt als Law-and-Order-Mann, von Häfeninsassen sogar zeitweilig zum „Blutrichter“ geadelt, mit strenger Stim-
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me zur Angeklagten: Der Strafrahmen für ein solches Verbrechen betrage ein bis zehn Jahre! Einige der zuhörenden Schülerinnen einer Kosmetik-Klasse im Verhandlungssaal fahren erschreckt auf, offensichtlich im Gedanken an eine derart lange Zeit in einer Gefängniszelle. Nach längerer Beratung verlautbart der Richter, flankiert von zwei Schöffen, das Urteil: zwei Jahre. Dann kommt allerdings der entschärfende und mehr als tröstliche Nachsatz: auf drei Jahre bedingt. Als außenstehender Beobachter hätte man erwartet, dass die Angeklagte erleichtert und zu Tränen gerührt ist, nicht den Richter, auch nicht den Schöffen und auch nicht den Staatsanwalt, aber zumindest ihren Verteidiger anstrahlen oder ihm um den Hals fallen wird. Obwohl ein so mildes Urteil bei einer
derart hohen Schadenssumme so oft vorkommt wie die Wahrscheinlichkeit eines Toto-Zwölfers.
Unglaubliches Gutachten Aber nichts dergleichen geschah – auch keine Reaktion, kein Widerspruch oder gar Aufbegehren vom Staatsanwalt. Er bleibt völlig unbeeindruckt. Worauf eine der jungen Zuhörerinnen ihrer Nachbarin zuflüstert: „Siachst, so leicht kaunnst zu vü Göld kommen, ohne dass dir vül passiert.“ Was die jungen Zuhörerinnen im Verhandlungssaal nicht erkennen konnten: Dem Sachverständigen, in diesem Fall ein Psychiater, war ein unwahrscheinliches Kunststück, eine späte Meisterleistung, in seiner Berufskarriere gelungen. Er hatte in den letzten Monaten, also erst rund zwei Jahre nach ihrem Betrug, die Angeklagte wegen ihrer Tat und Motive „untersucht“. Die Diagnose in dem unglaublichen Gutachten: Die Angeklagte war zur Tatzeit nur eingeschränkt zurechnungsfähig. Weil sie, wie sie selbst vorgab, aufgrund einer psychischen Stresssituation zu dieser Zeit mit Geister-
heilern in Verbindung stand. Man beachte: Der Sachverständige erklärte nicht, es könnte so gewesen sein, sondern es war so. Obwohl dieser Gedankenaustausch mit den Geisterheilern bereits zwei Jahre vorher stattgefunden hatte. Einfach faszinierend (oder erschreckend?), zu welchen eindeutigen Diagnosen die Psychiatrie heute in der Lage ist.
Roter Faden zum GAK Ach so, was das alles mit „fußballverliebter oder fußballverrückter Strafjustiz“ zu tun hat? Entschuldigen Sie, liebe Leser, fast hätten wir das verschlampt. Obwohl wir nichts mit Geisterheilern am Hut haben oder gar in Verbindung stehen. Die Angeklagte war früher, vor ihrem schweren Betrug, über viele Jahre die einflussreiche Finanzchefin des GAK. Dort konnte sie im Laufe ihrer Tätigkeit ohne entsprechende strenge Kontrolle mit zigmillionen Euro jonglieren. Sie wird daher auch im kommenden GAK-Prozess nicht nur eine Beschuldigte, sondern für den Staatsanwalt sogar die wichtigste Zeugin der Anklage sein. Es würde natürlich kein gutes Bild in der ÖfKLIPP November 2011
PS: Einer vieler Zufälle in diesem Fall: Der routinierte GerichtssaalReporter der „Kleinen Zeitung“ erhält üblicherweise von der Justiz einen Verhandlungsspiegel im Voraus. Von der oben geschilderten Verhandlung wusste er nichts. O KLIPP November 2011
Reizthema Drogenkonsumraum – „Stadtpolitik blockiert“
Keine Fixerstuben Die Drogenszene in Graz nimmt bereits drastische Ausmaße an. Die Folge: Die Polizei ist nicht mehr in der Lage, die Szene wirksam zu kontrollieren. Dennoch gibt es in Graz keinen Konsumraum für drogensüchtige Menschen, in dem sie sich unter ärztlicher Aufsicht ihre Spritzen setzen können. Österreich hat im Gegensatz zur Schweiz und zu Deutschland keinen einzigen. Von Sylvia Einöder
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ogenannte Fixerstuben sind aber wichtig, tragen laut Studien zu einer Senkung der Todesraten bei, verringern die Anzahl der Neuinfektionen mit Hepatitis oder HIV und entlasten die AnrainerInnen. Besonders gefährliche Drogen können in Drogenkonsumräumen beispielsweise gegen Morphiumampullen ausgetauscht werden. Solche Räume sind im Gegensatz zu öffentlichen Toiletten hygienisch, bei Überdosierungen kann rasch medizinische Hilfe geleistet werden. Außerdem wird so ein regelmäßiger Kontakt zu Hilfseinrichtungen ermöglicht. Als schadensminimierendes Angebot tragen Drogenkonsumräume zur Sicherheit der Drogenabhängigen und ihrer Umgebung bei. 4Die Kommune sträubt sich „In der Steiermark gibt es keine koordinierte Initiative für einen Konsumraum. Obwohl die Fachleute einen solchen mehrheitlich befürworten, blockiert die stadtpolitische Ebene“, meint Ulf Zeder, Suchtkoordinator und Leiter des Referates für Sozialmedizin der Stadt Graz. 2010 lag bereits ein Landtagsbeschluss für die Einrichtung eines Konsumraumes vor, konnte aber aufgrund von Einwänden der Kommune nicht umgesetzt werden. Auch im neuen Konzept der SP-
Sicherheitsdirektor Josef Klamminger: „Ein Drogenkonsumraum in Graz würde die Dramatik entschärfen. Mit diesem Zugang könnten wir von der Exekutive gut leben.“
Gesundheitslandesrätin Bettina Vollath ist ein Drogenkonsumraum kein Thema.
schen oder Wäsche waschen nachgehen. „Es wäre sinnvoll, ergänzend zu unseren Angeboten ein Pilotprojekt ,Konsumraum‘ zu starten und dieses Projekt nach zwei Jahren zu evaluieren“, denkt Roland Urban, Fachbereichsleiter für Beratung und Streetwork bei der Caritas Graz-Seckau.
Konsumräume in Deutschland und der Schweiz
Grazer Caritas-Kontaktladen hilft Drogensüchtigen Allerdings gibt es in Graz seit 2004 den steiermarkweit einzigen CaritasKontaktladen, eine Anlaufstelle für Drogenabhängige. Zirka 80 Menschen suchen täglich den Kontaktladen auf, um medizinische Leistungen oder psychosoziale Beratung in Anspruch zu nehmen. Sie erhalten dort sterile Spritzensets und können Grundbedürfnissen wie essen, du-
Während es in der Schweiz bereits seit den Achtzigerjahren „Fixerstüblis“ gibt, erschwert die österreichische Gesetzeslage die Schaffung derartiger Räume. In Deutschland hingegen wurde ein eigener Paragraph eingeführt, um Drogenkonsumräume zu ermöglichen. In Wien, Linz und Vorarlberg gibt es zwar Petitionen der „Initiative Drogenkonsumraum“, politischen Anklang finden sie aber nicht. „In Graz wird es in absehbarer Zeit wohl keinen Drogenkonsumraum geben, eher noch in Wien“, meint Drogenexperte Zeder. O
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HINTERGRUND
fentlichkeit abgeben, würde man quasi die „Kronzeugin“ tagtäglich zur Verhandlung in Begleitung von Justizbeamten aus dem Gefängnis vorführen. Ja, auch das sollte zum besseren Verständnis noch erwähnt werden: Die ehemalige Finanzmanagerin hat bis zur ersten Verhandlung über ihren schweren Betrug im Frühjahr dieses Jahres nichts über Manipulationen, Schwarzgeld beim GAK sagen können. Das änderte sich erst danach völlig. Erhellend könnte da ein Beitrag aus der „Kleinen Zeitung“ über diesen Betrugsprozess sein. Da heißt es wörtlich: Das Gericht vertagt (Anm. d. Red.: Ein Urteil hätte durchaus schon erfolgen können.), weil ein psychiatrischer Gutachter „eventuelle verminderte Zurechnungsfähigkeit“ untersuchen soll. „Nützen Sie die Zeit“, rät Richter Wolf. „Ich würde nicht den Kopf hinhalten.“ Zwei Wochen später hatte die Angeklagte eine Einvernahme. Es ging um den GAK. Ab diesem Zeitpunkt belastet sie die GAK-Obersten massiv. Alle Manipulationen, die der Staatsanwalt heute den GAK-Verantwortlichen anlastet, führte die Exfinanzmanagerin, so gab sie bei ihren Einvernahmen an, auf Weisung der GAK-Obersten durch. Warum das erwähnenswert ist: Ein „Hilfst du mir da, helfe ich dir dort“ wäre nach österreichischem Recht nicht zulässig. Weil logischerweise die Gefahr besteht, dass die betreffende Person „zu vielem oder auch allem bereit ist“, nur um die eigene Haut zu retten. Subjektiv verständlich. Doch für die Wahrheitsfindung und die daraus folgende Rechtssprechung nicht gut. Ein Glück für den Staatsanwalt, dass der Gutachter der Exfinanzmanagerin des GAK nicht eine 100prozentige Unzurechnungsfähigkeit attestiert hat. Denn dann wäre sie für die Staatsanwaltschaft als Zeugin nicht zur Verfügung gestanden. Ihr schweres Foul an ihrem Arbeitgeber in der Oststeiermark war übrigens durch einen Zufall ans Tageslicht gekommen. Ihr Arbeitgeber hatte der 47-Jährigen voll vertraut. Dieses Vertrauen erarbeitete sie sich auch in ihrer Zeit beim GAK.
HINTERGRUND Norbert Hermann: Bei uns geht es um die Persönlichkeitsentwicklung.
Von Michael Schröder Das Bildungsvolksbegehren will den Anstoß zur Verbesserung des Schulsystems geben sowie Kinder und Schulen fit für die Zukunft machen. In der Waldorfschule sind viele der Forderungen schon seit 30 Jahren im Lehrplan enthalten. Trotz fehlendem Notendruck machen fast alle der Schüler Matura, da lohnt es sich, einmal genauer hinzusehen.
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ei uns ist noch nie einer sitzen geblieben! Das Wiederholen einer Klasse ist in der Waldorfpädagogik gar nicht vorgesehen. Wir betrachten die ganze Thematik aus einem etwas anderen Blickwinkel. Es geht doch nicht darum, ob ein Schüler einen oder zwei Fleck im Zeugnis hat, sondern darum, warum er schlechte Noten hat und was ich tun kann, damit sich das ändert. Bei uns gibt es gar keine Noten, weil es unwichtig ist, ob einer einen 2er oder 3er im Zeugnis hat. Wir sehen den Unterrichtsstoff als Mittel zum Zweck, die Persönlichkeit herauszubilden. Der Großteil des Unterrichtsstoffes wird sowieso wieder vergessen, außer ein Jugendlicher hat ein spezielles Interesse an einem Gegenstand. Deshalb brauche ich nicht zu benoten, ob ein Schüler brav auswendig gelernt hat, sondern achte darauf, ob er seine Persönlichkeit entsprechend seinem Potential entwickelt. So etwas kann man nicht mit einer Note aus-
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Wie man auch ohne Sitzenbleiben erfolgreich wird, zeigt d
Schulnoten sind zu oberfl ä drücken“, sagt der Waldorflehrer Norbert Hermann.
Selbsterklärende Zeugnisse Die Vorteile eines schriftlichen, verbalen Zeugnisses liegen laut Hermann auf der Hand. „Eine Note ist viel zu oberflächlich, uns geht es aber darum, dem Schüler eine möglichst präzise Rückmeldung zu geben, was er geschafft hat und wo es noch Nachholbedarf gibt. Und wenn
die Eltern dann das Zeugnis lesen, wissen auch sie sofort, wo sie ansetzen können.“ Allerdings ist die schriftliche Beurteilung von durchschnittlich 200 Schülern pro Fach für einen Lehrer eine zeitliche und arbeitstechnische Herausforderung. „So ein Zeugnis zu schreiben bedeutet viel Aufwand, ich muss mich mit dem Schüler auseinandersetzen, ich muss ihn mir vorstellen können, um seine Entwicklung einzuschätzen.
Waldorfpädagogik ist ein ganzheitliches Konzept, es reicht bis in die Architektur.
Aber nur so ist es möglich, eine wirklich aussagekräftige Beurteilung gewährleisten zu können.“
Kind sein dürfen Nicht für die Schule, für das Leben lernen wir, lautet ein altes Sprichwort. Allerdings scheint diese Volksweisheit über die Jahre vergessen worden zu sein. Nicht so in der Waldorfschule. Schon beim Betreten des Schulgeländes fallen sofort erste Unterschiede zu staatlichen Schulen ins Auge. Harmonisch angelegte Grünflächen, Bäume und Sträucher lassen die außergewöhnlichen Schulgebäude zu einer Einheit verschmelzen. Kieswege verbinden die Häuser, welche rund um das 800 Jahre alte Messendorfer Schloss angeordnet sind. Im unteren Bereich des Schlössels, wie es hier genannt wird, befindet sich die rein biologische Schulküche. In einer Zeit, in der jeder Volksschüler am besten schon einen fertigen Karriereplan vorliegen hat, um möglichst schnell in den Arbeitsmarkt eingegliedert werden zu können, erscheint die Waldorfschule als Oase der Ruhe. Keine Stichtage, an denen Zahlen und Fakten auswendig geKLIPP November 2011
HINTERGRUND Die erlernten handwerklichen Fähigkeiten sind so ausgeprägt, dass sich Waldorfschüler bei vielen Lehrberufen ein Lehrjahr anrechnen lassen können.
die Waldorfschule.
l ächlich konnt werden müssen, um eine gute Note im Zeugnis zu haben, dafür aber viel Zeit, um Erfahrungen zu sammeln. Selbsterfahrung und die Ausbildung der individuellen Fähigkeiten stehen im Mittelpunkt. Um diese zu fördern, hat die Waldorfpädagogik ihre eigene Vorgehensweise entwickelt. Einige Punkte davon finden auch immer wieder ihren Weg in den öffentlichen Diskurs. „Kein Sitzenbleiben, keine Noten, Blockunterricht für bestimmte Fächer (Epochenunterricht), das Verfassen wissenschaftlicher Arbeiten und Theaterspielen. Für uns ist das nichts Neues, das machen wir seit 30 Jahren“, meint Hermann dazu.
Epochenunterricht „Das bedeutet nichts anderes, als dass die ersten beiden Stunden jedes Schultages über die Zeit von ungefähr vier Wochen einem einzigen Gegenstand gewidmet werden. Das kann beispielsweise Physik, Deutsch oder Geschichte sein. Dieses Modell bietet den Vorteil, dass der Stoff zusammenhängend und unter Einbeziehung der Nacht abgehandelt werden kann. Heute weiß KLIPP November 2011
Die Arbeit mit den Händen bringt Abwechslung und fördert die kognitiven Fähigkeiten.
man, in der Nacht wird das Gelernte verarbeitet und am folgenden Tag kann darauf aufgebaut werden“, so Hermann. Auf diesem Epochensystem beruht auch die Beurteilung der schulischen Leistungen. Denn entgegen vielen Mythen, die sich in der Öffentlichkeit festgesetzt haben, muss auch in der Waldorfschule mitgearbeitet werden. Kein: Da schreibt jeder sein eigenes Zeugnis oder jeder Schüler kommt und geht, wie es ihm gerade gefällt. Dazu Hermann: „Wir beurteilen die Schüler nach jeder abgeschlossenen Epoche. Sollte eine nicht positiv abgeschlossen werden oder sollte sich ein Schüler nicht den Schulregeln entsprechend verhalten, kommt es zu einem Gespräch mit den Eltern. Das ist so eine Art Frühwarnsystem. Ist es einmal so weit gekommen, wird auch nach dem Grund für das schlechte Abschneiden gesucht. Hat der Schüler Probleme, eine persönliche oder familiäre Krise, oder ist er einfach faul? Sollte es sich um eine Krise
handeln, erwarten den Schüler keine schulischen Konsequenzen. Wir machen uns keine Sorgen, dass das Versäumte nicht innerhalb kürzester Zeit wieder nachgeholt werden kann, wenn die Krise überstanden ist. Sollte der Schüler jedoch faul sein, lohnt es sich auch hier, genauer hinzusehen, denn gerade diese benötigen Motivation und Unterstützung.“ Wird schließlich auch eine zweite Epoche negativ abgeschlossen, kommen erste Konsequenzen zum Tragen. „Dann schickt die Schulleitung den Schüler beispielsweise für vier Wochen auf einen Bauernhof oder in eine Tischlerei; dort kann er sich nicht vor der Arbeit drücken und sammelt neue Erfahrungen. Bei der Rückkehr sind die meisten wieder sehr lernwillig. So eine temporäre Trennung von der Schule war für viele schon der rettende Anker. Die letzte Konsequenz wäre der Schulausschluss.“ Dazu kam es aber laut Hermann erst zwei Mal in 30 Jahren Grazer Waldorfschule.
Entstehungsgeschichte Gegründet wurde die Waldorfschule von Rudolf Steiner, einem österreichischen Philosophen und Esoteriker. 1919 wurde die erste Waldorfschule in Stuttgart für Arbeiterkinder der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik eröffnet. In Österreich sind Waldorfschulen nicht staatlich anerkannt, können keine Matura abnehmen und bekommen dadurch nur eintausend Euro pro Kind und Jahr im Gegensatz zu staatlichen Schulen, die zwischen drei- und siebentausend Euro erhalten.Weltweit gibt es 1001 Waldorfschulen in 59 Ländern, darunter Exoten wie Taiwan oder Ägypten. In Österreich sind 15 Waldorfschulen beheimatet. Schüler: 309 • Lehrer: 43 • Schulgeld: 292 Euro/Monat nach Einkommen gestaffelt • Homepage: www.waldorf-graz.at
Handarbeit hilft beim Denken Ein weiterer Fokus der Waldorfschule liegt auf der Arbeit mit den Händen. Entsprechend vielfältig ist das Angebot: Weben, Spinnen, Schnitzen, Metallarbeiten, Bildhauerei, Plastizieren und Gartenbau sind wichtige Bestandteile des Schulkonzepts. „Wir machen das auch nicht ohne Grund, es gibt eine Verbindung von filigraner Handarbeit und der Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten, welche sich dann in anderen Bereichen wie beispielsweise dem mathematischen Verständnis niederschlagen. Langsam entdeckt man diese Zusammenhänge; Rudolf Steiner, der Gründer der Waldorfschule, wusste das schon vor 80 Jahren.“
Von den Schülern lernen „Unser Ziel ist es, unsere Schüler in ihren Stärken zu fördern und bei ihren Schwächen zu unterstützen. Jeder hat etwas, was er besonders gut kann, und das gilt es zu finden“, so Hermann. Mit diesem ressourcenorientierten Ansatz fährt die Waldorfschule seit ihrer Gründung vor über drei Jahrzehnten sehr gut. Die meisten Schüler machen extern Matura und sind dabei durchwegs sehr erfolgreich. Bevor sie allerdings die Schule verlassen, werden die Abgänger noch in die Lehrerkonferenz eingeladen, um sich zu ihrer Schulzeit zu äußern. „Da haben wir uns schon so einiges anhören müssen, wir haben aber auch viel von unseren Schülern gelernt.“ O 25
LILLY LOTTERBLUME
Hallo, meine Lieben! Ich weiß nicht, ich weiß nicht, was ich machen soll und mein Allerliebster ist mir da überhaupt keine Hilfe dabei. Er sagt nur: „Du wirst das schon richtig machen …“ Unsere Jüngste war so schwer verliebt und jetzt ist es auf einmal über Nacht aus. Sie tut mir so leid, weil sie sich fast wie in ihrer Kindheit bei mir anlehnt und Schutz sucht. Das tut gut, aber sie wissen ja, man kann da nicht wirklich helfen, sondern kann nur versuchen, zu trösten. Bei uns in der Nachbarschaft gibt’s auch einige türkische Zuwandererfamilien. Und da haben wir gehört, dass die mit ihrer Tochter kürzlich in die Türkei gereist sind, weil sie dort den Bräutigam ausgesucht haben. Und deren Tochter findet nichts dabei, weil sie ja in dieser Welt aufgewachsen ist. Die war ganz freudig aufgeregt, obwohl sie ihren Bräutigam gar nicht je vorher gesehen hat. Wenn ich dann daran denke, wie niedergeschlagen unsere Jüngste jetzt ist, dann denke ich mir: Solche Sorgen haben die Eltern der jungen Türkin nicht. O Das letzte Mal hat mir ja Frieda erzählt, dass der Jochen PildnerSteinburg, Präsident der Steirischen Industrie, nach Wien gehen soll und dort als Nachfolger von Industriellen-Präsident Veit Sorger vorgesehen ist. Und die Frieda meinte noch, damit wäre er neben dem gut vernetzten Fritz Grillitsch, dem Bauernbundpräsidenten, der ranghöchste steirische Vertreter auf dem Wiener Parkett. In der steirischen ÖVP, so erzählt die Frieda, waren die Funktionäre arg geschockt, als sie nun lesen mussten, dass der Grillitsch sich von einer Stunde auf die andere total aus der Politik zurückzieht. Es waren auch für ihn die Aufregungen so arg, dass er in Graz bekanntlich wegen Herzproblemen ins Krankenhaus musste. Alle, mit denen die Frieda über Grillitsch gesprochen hat, waren fast traurig, weil der Obersteirer auch in den anderen Parteien viele
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gute Freunde hat. Die Frieda hat immer wieder gehört, und sie geht ja in der ÖVP aus und ein, dass Grillitsch gute Chancen gehabt hätte, dem Hermann Schützenhöfer zu folgen, hätte er das im Auge gehabt. Nun ist es klarerweise vorbei damit. Schon einmal war Fritz Grillitsch knapp vor dem Sprung in die Landesregierung, damals noch zu Zeiten von Waltraud Klasnic. Er habe damals bereits, so erzählt die Frieda, die Zusage der damals allmächtigen steirischen VP-Chefin gehabt, die dann allerdings im Parteivorstand einen anderen vorschlug, ohne Grillitsch darüber zu informieren. Verständlich, sollte das so stimmen, dass der Grillitsch sich zu Klasnics Verdiensten kaum noch äußerte. O Weil die Frieda gerade von Klasnic geredet hat. Herwig Hösele war einer ihrer engsten Mitarbeiter und ist, so der Hubert, sicher ein belesener Mann. Kein Wunder, dass er viel über die Vorzüge und Nachteile der Demokratie, das passende Wahlrecht philosophiert. Doch mit einem scheint er ein Problem zu haben, mit dem innerparteilichen demokratischen Umgang. Der Hubert denkt da an die Zeit zurück, als Klasnic wegen der Energie Steiermark gewaltig Zoff mit Gerhard Hirschmann und Herbert Paierl hatte. Hösele spielte in dieser Auseinandersetzung eine wichtige Rolle. Heute bezeichnet er sich selber als „Wut-Bürger“, wegen der stärker werdenden Politikverdrossenheit in Österreich, und schließt sich dem Kreis jener an, die dagegen sogar ein Volksbegehren überlegen. Schon pikant. Oder pervers. Oder auch zum Schmunzeln. Hösele äußerte sich in den Medien im Sinne wie: „Irgendwann werden die Regierungsparteien von uns hören.“ Aber er selbst hat nicht gut zugehört und die Dinge richtig analysiert, als er im Regierungsbüro in der Grazer Burg die Fäden gezogen hat. Denn sonst wäre die Landtagswahl 2005 für Waltraud Klasnic nicht zu einem Desaster geworden,
so der Hubert. Dem klarerweise noch immer leid tut, dass die „Chefin“ damals so sang- und klanglos von der politischen Bühne abtreten musste. Bei ihrem 60er, zu dem ihr zwei Wochen nach der Wahl logischerweise viele Mitarbeiter gratulierten, kam aber keine Stimmung auf. Da war die Trauerarbeit wichtiger. O In der Steiermark durfte Gerhard Draxler seinerzeit nicht ORF-Landesdirektor werden, weil er für ÖVP-Landeshauptfrau Waltraud Klasnic zu viel rot und zu viel schwarz war. In Kärnten wurde er ORF-Landesdirektor unter Jörg Haider von der FPÖ. In Wien wurde er Informationsdirektor unter Wolfgang Schüssel von der ÖVP. Und nun wurde er wieder steirischer Landesdirektor unter dem roten Landeshauptmann Franz Voves. Was damit zum Ausdruck kommt, hat mir kürzlich der Josef erzählt. Dass Gerhard Draxler von seinem Job als Journalist was verstehen muss und alle jene eines Besseren belehrt hat, die ihn in der jeweiligen Phase jener politischen Gruppierung zugeordnet haben, die gerade dort an der Macht war oder ist. O Christoph Biro, Chefredakteur der Steirerkrone, zeigt immer wieder, so habe ich der Ute bei der letzten Tarock-Runde beim Diskutieren am Nebentisch zugehört, dass er von der Steiermark noch immer wirklich wenig weiß. Er kommt aus Wien und ist ein Bürgerlicher im alten Sinn des Wortes, tut sich schwer mit neuen Entwicklungen. Daher gefallen ihm auch Typen, die ihm schmeicheln und ihn als einen der Großen und Wichtigen im Lande darstellen. Mit Oswin Kois verlasse der vielleicht kompetenteste Manager die große Bühne, streut Biro dem NochEnergie-Steiermark-Chef Rosen. Das zeugt schon von wirklicher Sachkenntnis, lästert die Ute. Was
Kois in der einst skandalgebeutelten Estag gelungen sei, so der Herr Biro, suche seinesgleichen. Wer denke angesichts des Grünen E heute noch an die schmutzigen Schlagzeilen von früher? Und die Estag sei auch profitabel. Zweistellige Millionenbeträge dürfe das Land Jahr für Jahr kassieren, und dass der steirische Stromriese keinen Atomstrom ins Netz einspeist, stehe ebenfalls auf der Kois’schen Erfolgsliste, schreibt Biro in der Steirerkrone. Letzteres stimme in keinem Fall, hört die Ute aus der Energie-Steiermark-Zentrale von jemandem, der mit Stromhandel zu tun hat. O Warum gehe Kois überhaupt per 31. März, trauert Biro. Franz Voves könnte ihm da sicher die passende Antwort geben, rät die Ute dem Steirerkrone-Chefredakteur. Im Übrigen habe dieser Oswin Kois Handschlagqualität – ein Charakterzug, der heutzutage immer seltener zu finden ist, will das Biro-Lob kein Ende nehmen. Er meint damit aber hoffentlich nicht den Sack voller Energie-Steiermark-Inserate und die zigtausenden Euro dafür, welche die Krone im Laufe der letzten zweieinhalb Jahre einsackeln konnte, ätzt die Ute weiter. Aber wer weiß, so die Ute, vielleicht hat der Nachfolger von Kois eine ähnlich lockere Hand beim Geldausgeben, wenn’s darum geht, vor allem für sich als Person guten Wind zu machen. Denn viel will der Tarock-Runde nicht einfallen, als die Ute danach fragt, was dem Kois so alles gelungen sei. Da fielen dann Begriffe wie Murkraftwerk und Photovoltaik-Anlage auf der Firmenzentrale. Doch diese Projekte sollen schon die Vorgänger auf Schiene gebracht haben.
Bis zum nächsten Mal,
Eure Lilly
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WIRTSCHAFT
Der Weltraum. Unendliche Weiten. Wir schreiben das Jahr 2012 …
Österreich expandiert ins All Von Sylvia Einöder Österreich wird in wenigen Monaten seine ersten Satelliten „Tugsat-1“ und „uniBrite“ mit Hilfe eines indischen Raketenträgers ins All schießen. Die beiden Kleinsatelliten werden Veränderungen in der Helligkeit von sehr hellen Sternen messen, die größer als unsere Sonne sind. „Tugsat-1“ und „uniBrite“ sollen mindestens zwei Jahre arbeiten und dann in der Atmosphäre verglühen. Durch ihren Einsatz erhofft man sich, die Entstehung des Universums besser verstehen zu können.
TU Graz entwickelt Österreichs ersten Satelliten Unter der Leitung von Otto Koudelka haben Lehrende und Studierende des Instituts für Kommunikationsnetze und Satellitenkommunikation an der Technischen Universität Graz den rund sieben Kilo schweren und 400.000 Euro teuren Erdtrabanten „Tugsat-1“ entwickelt. Wie bei den Handys geht auch bei den Satelliten der Trend von größeren zu immer kleineren, leistungsstärkeren und günstigeren Modellen. Der zweite baugleiche Satellit „uni-
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Brite“ wird in Toronto gefertigt und von der Uni Wien finanziert. Österreichs Rolle wird es künftig sein, das Weltraumwetter zu beobachten.
Weltraum-ExpertInnen aus 42 Nationen in Graz Auch ein Symposium der Vereinten Nationen zur Rolle der Raumfahrttechnologie fand im September in Graz statt. Das von Joanneum Research organisierte Symposium beschäftigte sich mit dem Einsatz von Kleinsatellitenprogrammen für nachhaltige Entwicklung. Werner Balogh vom Büro für Weltraumfragen der UNO erklärt die großen Fragen des Symposiums folgendermaßen: „Wie kann Weltraummüll künftig vermieden werden und wie kann man den derzeitigen Weltraummüll zurückholen?“ Viele Bauteile für europäische Satelliten werden von österreichischen Firmen wie Siemens hergestellt. „'Made in Austria' ist im Weltraum ein etablierter Begriff“, betont Weltraumexperte Balogh. O Studierende der TU Graz haben den Kleinsatelliten Tugsat-1 mitentwickelt.
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HINTERGRUND
Jüngste Buchpublikation der Reihe „Grazer Gender Studies“
„Haustochter gesucht“ So lauteten in der Nachkriegszeit viele Schweizer Annoncen in österreichischen Zeitungen. Drei Grazer Zeithistorikerinnen erforschten die bisher unbeachteten Lebensgeschichten von Steirerinnen, die als junge Gastarbeiterinnen in der Schweiz ihr Glück versuchten. Von Sylvia Einöder
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er Anstoß für dieses Buch ist von meiner Mutter ausgegangen. Sie hat immer erzählt, wie gut es ihr als Hausmädchen bei ihren wohlhabenden Züricher Familien gegangen ist“, erzählt Rechtshistorikerin Anita Prettenthaler-Ziegerhofer. Insgesamt 15 Steirerinnen, die heute um die 80 Jahre alt sind, schildern in persönlichen Erfahrungsberichten ihre Schweizer Zeit als „Mädchen für alles“, Küchenhilfe oder Serviererin in „Tea Rooms“ und Gasthäusern in Zürich, St. Gallen oder am Vierwaldstättersee.
Marianne H. 1954 als Serviermädchen in einem Schweizer „Tea Room“
gerhofer. Ihre eigene Mutter hat einen Kulturtransfer mitgemacht und die feine Tischkultur ihrer Schweizer Familien übernommen: „Auch an Werktagen deckt meine Mutter den Tisch heute noch mit Damasttischdecke, Stoffservietten, Kerzen und Blumen.“
Auf ins Schlaraffenland! Krokoleder und die erste Banane Gewisse Traumvorstellungen von der Schweiz haben sich bewahrheitet: „Viele haben dort ihre erste Banane gegessen oder sind überhaupt erstmals vom Essen satt geworden“, zitiert Prettenthaler-Ziegerhofer die Erzählungen von Zeitzeuginnen. Den Großteil ihres Verdienstes schickten die jungen Frauen in die Heimat, doch gönnten sie sich von ihrem selbstverdienten Geld auch die ersten Luxusartikel: eine Krokoledertasche, Perlonstrümpfe oder Seidenhandschuhe. Beim Flanieren durch die Bahnhofstraße in Zürich kauften sich die Steirerinnen bei Sprüngli oder Nestle eine Tafel Schokolade, die auch ein beliebtes Mitbringsel war. „Wenn sie in ihren schicken Kostümen in die Steiermark zurückgekehrt sind, waren sie die mondänen Damen, was eine positive Signalwirkung auf weitere abenteuerlustige Steirerinnen hatte“, schmunzelt Prettenthaler-Zie-
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Während Österreich noch vom Krieg gezeichnet war, erlebten die Eidgenossen in den 1940er- und 50er-Jahren einen starken wirtschaftlichen Aufschwung. Es mangelte ihnen an heimischen Arbeitskräften in Haushalten und im Gastgewerbe, weshalb sie auf billige Kräfte aus den Nachbarländern zurückgriffen. „Vor allem Frauen aus den strukturschwächsten Ge-
genden – das waren die Süd- und Oststeiermark – ergriffen die Gelegenheit, in der Schweiz Geld zu verdienen. In manchen Orten der Südoststeiermark waren es bis zu dreißig Prozent der arbeitsuchenden Frauen ab dem 16. Lebensjahr. Bis 1951 brachen mindestens 1.200 Steirerinnen in die Schweiz auf“, betont Karin M. Schmidlechner, Herausgeberin der Reihe „Grazer Gender Studies“.
Schattenseiten des Paradieses „Österreicherinnen waren am Schweizer Arbeitsmarkt besonders beliebt, weil sie sich gut angepasst haben, fleißig waren und nicht zurückgeredet haben“, so Prettenthaler-Ziegerhofer. Manche Frauen erlebten auch die Kehrseite der Me-
Diese Steirerinnen erzählen im Buch „Haustochter gesucht“ von ihrer Schweizer Zeit als Gastarbeiterinnen.
daille: Häufig ignorierten die Chefleute die arbeitsrechtlichen Bestimmungen. „In manchen Familien wurden die Frauen richtig ausgenutzt, bei anderen fanden sie relativ angenehme Bedingungen und wurden praktisch wie Töchter behandelt“, erklärt Zeithistorikerin Ute Sonnleitner, die die 15 ehemaligen Gastarbeiterinnen interviewte.
„Gute“ und „schlechte“ Arbeitsmigration Die Aufarbeitung dieses Kapitels steirischer Frauengeschichte ist gleichzeitig ein interessanter Beitrag zur Migrationsforschung, mit der sich Schmidlechner seit den 1990er Jahren beschäftigt. Die Zeithistorikerin, die 1994 die Publikationsreihe „Grazer Gender Studies“ ins Leben gerufen hat, möchte auf die gegenwärtige Doppelmoral gegenüber Arbeitsmigrantinnen hinweisen: „Damals wurden die Gastarbeiterinnen für ihren Mut und Ehrgeiz bewundert. Heute werden Arbeitsmigrantinnen, die aus denselben Gründen nach Österreich kommen, kriminalisiert!“ O „Haustochter gesucht – Steirische Arbeitsmigrantinnen in der Schweiz“ ist bei Leykam in der Reihe „Grazer Gender Studies“, herausgegeben von Karin M. Schmidlechner, erschienen.
KLIPP November 2011
SONDERTHEMA
Was Holz alles kann Ernsthafte Projektidee: Motorhauben, Kotflügel, aber auch die Karosserie sollen aus recycelbarem Holzverbundstoff gefertigt werden.
Gerade jetzt im Herbst, wenn sich das Farbenspiel des Waldes von seiner schönsten Seite zeigt, wird bewusst, dass die Steiermark reich an Holz und kreativen Ideen ist. Von Helmut Dietl
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ogar die Automobilindustrie hat Interesse am (steirischen) Holz. Der seit Urzeiten vorhandene Rohstoff eignet sich nämlich genauso gut für moderne Karosserieverkleidungen bei Autos. Auch beim Hausbau fassen Holzverbundsysteme Fuß: Balkon- und Terrassen-Stahl etwa lässt sich hervorragend mit Holz ergänzen und ist ein optischer Hingucker. Es ist aber längst nicht nur die Fachwelt, sondern zusehends die Bevölkerung, die Wald und Holz mehr und mehr zu schätzen lernt, zumal Wiesen und Wälder als Erholungsräume gelten: Genießen in der Natur – abschalten, frei sein, Vögel zwitschern hören, Schwammerln suchen, verliebt sein, Düfte einatmen, … im Wald und Gebirge, so scheint es, streift sich der kleine Egoismus ab und das Herz weitet sich aus. Außerdem liefert der Wald sauberes Trinkwasser, schützt vor Naturkatastrophen und bietet Lebensraum für Tiere. Das heurige, internationale „Jahr der Wälder“ bietet eine optimale Gele-
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Menschen – vom Forstarbeiter bis zum Bauingenieur – sind damit verbandelt. „Daraus ergeben sich auch wertvolle Green Jobs“, bekräftigte Berlakovich.
10 Milliarden Euro Wertschöpfung
genheit, mehr Lust auf Holz zu machen und die zentrale Bedeutung der Waldwirtschaft aufzuzeigen. Rund 60 Prozent der steirischen Landesfläche sind mit Wald bedeckt. Dennoch neigt man dazu, das Wertvolle vor unserer Haustüre weniger zu schätzen. Allmählich wird aber klar, wie wichtig Holz für unser Dasein ist. „Die Holznutzung ist der beste Waldschutz und außerdem ein wichtiger Arbeitgeber“, erläuterte Umwelt- und
Landwirtschaftsminister Niki Berlakovich beim im Oktober über die Bühne gegangenen Waldgipfel und der Austrofoma, einer der größten Forsttechnikmessen, am Stiftsgelände in Rein. Über 20.000 Besucher konnten sich unter anderem ein Bild über naturschonende Forsttechnik machen. Steiermarkweit gesehen ist die Wirtschaft rund um den Forst einer der größten Arbeitgeber. Etwa 55.000
In Österreich und speziell in der Steiermark wächst mehr Holz nach, als wir verbrauchen: jede Sekunde ein Kubikmeter. Das entspricht der Größe von 8.000 Fußballfeldern. So gesehen hat der liebe Gott für jeden Landstrich einen Geschenk-Korb bereitgestellt. Dadurch ist das Potenzial zur Energienutzung im Steigen begriffen. „Dahinter stehen rund 145.000 Waldbesitzer mit einer Wertschöpfung von jährlich 10 Milliarden Euro“, betonte LWK-Präsident Gerhard Wlodkowski.
Mehr Holzanteil beim Bau gefordert
BM Land- u. Forstwirtschaft: Minister Nikolaus Berlakovich (5.v.l.), Landesrat Johann Seitinger (2.v.r.) und Gerhard Wlodkowski (1.v.r.) zeichneten die Waldbotschafter aus.
Der Wald bietet Aussichten, die in keiner Wirtschaftsprognose zu finden sein werden, denn Waldbesitzer haben einen Generationenvertrag geschlossen. Sie verwerten Bäume, die ihre Vorfahren vor langer Zeit gepflanzt haben und verjüngen gleichzeitig den Wald. Das ist ein in heutiger Zeit nahezu irrwitziger Vergleich, zumal Konzernmanager ausschließlich über Quartalsbilanzen rätseln. Ziel müsse mitunter sein, den Holzanteil bei Geschoßbauten von derzeit 5 auf mindestens 15 Prozent anzuheben. O KLIPP November 2011
SONDERTHEMA
Die Fichte sorgt bei Musikinstrumenten für den besten Klang:
SCHAFFER HOLZ VERSCHAFFT SICH GEHÖR Im obersteirischen Eppenstein findet man einen der gefragtesten Lieferanten, wenn es um das Thema Resonanzholz geht. Somit tragen Musikinstrumente auf der ganzen Welt steirische Handschrift. Von Helmut Dietl
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in Beleg dafür sind Auszeichnungen und vor allem die japanische Firma Yamaha – einer der renommiertesten Musikinstrumente-Hersteller und Abnehmer. Für gewöhnlich würde man annehmen,
Farbe, Faser und Jahresringe müssen bei Tonholz perfekt sein.
Hans Schaffer sorgt bei Yamaha für den richtigen Ton.
dass ein Sägewerk auf Teufel komm raus ausschließlich Schnittware produziert. Anders jedoch in Eppenstein: Dort beweisen rund 90 Mitarbeiter, dass sich sowohl traditionelle Schnittarbeit als auch Präzisionsarbeit bei feinstem Resonanzholz gut unter einen Hut bringen lassen. Aufgrund ihrer geschulten Augen kommen hier überaus heikle Stämme unters Sägeblatt. Demzufolge schenkt Yamaha bei der Verwirklichung für den „optimalen Ton“ Schaffer Holz vollstes Vertrauen. „Unsere Firma erlangt dadurch im wahrsten Sinne des Wortes Anklang rund um den Globus“, so der Unternehmer Hans Schaffer. Im Werk selbst nimmt man freilich klassische Sägeprodukte in Angriff. Da wird Schnittholz – 70 % Fichte und 30 % Lärche – seit Jahrzehnten produziert. Die besten Fichtenstämme werden allerdings für den Musikinstrumentenbau herangezogen. Das ist nur etwa
1% aller Hölzer, die durchs Werk marschieren. Sodann folgt ein mehrstufiger, firmeninterner Verarbeitungsprozess auf höchstem Niveau. Danach wird das Exklusivsortiment – bereits seit Mitte der 90-er Jahre – unter anderem auf die Reise Richtung Japan geschickt, wo es hauptsächlich für Resonanzböden von Klavieren eingesetzt wird, aber auch bei Streichinstrumenten Anwendung findet.
Holz wird mit allen Sinnen wahrgenommen Der springende Punkt bei der ganzen Sache ist die Qualität des Holzes, sodass der Klang mit allen Sinnen wahrgenommen werden kann. Die Stämme, die sich für den Musikinstrumentenbau eignen, haben einen Brusthöhendurchmesser von mehr als 50 cm und somit ein ansehnliches Alter. Pro Klavier werden circa 0,050 m3 Fichtenholz für
den Resonanzboden benötigt. Hierfür muss das Holzstück auf einer Länge von mindestens 1,5 m absolut fehlerfrei sein. „Und fehlerfrei heißt, das Holz darf keine Äste, Harzgallen oder Risse aufweisen. Es muss eine einheitliche Farbe und eine perfekte Faser mit geradem Verlauf sowie einen engen Jahresringabstand besitzen“, erläutert Schaffer. Warum aber gerade Holz aus der Obersteiermark? „Die heimische, hochalpine Fichte – wir beziehen sie im Umkreis von 60 Kilometern – hat nun mal die besten Schwingungs- und Resonanzeigenschaften“, freut sich Schaffer. Dieser kleine, aber feine Teil des gesamten Firmenabsatzes erweitert sozusagen das Produktvolumen, wenngleich man für ein fertig gebautes Klavier im Premiumsegment bis zu 100.000 € hinblättern muss. O
10 Jahre Holzcluster Steiermark
Es war eine Vision D
as Birkfelder Familienunternehmen Hutter Acustix – man hört da leicht den Asterix mitschwingen – erhielt beim Wettbewerb „Steirische Erfolgsgeschichten“ anlässlich der 10-Jahres-Feier vom Holzcluster Steiermark die Sieger-Palme durch ein Publikumsvoting. Etliche gelungene Akustiklösungen wären laut Lehrbüchern gar nicht möglich. Erst jüngst wurde Acustix bei der Eingabe eines Projekts zur Zertifizierung belächelt, dann aber staunten die Experten der Hochschule und lobten das Projekt. KLIPP November 2011
Vor zehn Jahren war der Familienbetrieb noch eine traditionelle Tischlerei. So gesehen erfolgte der Aufstieg parallel zum Erfolg des Holzclusters Steiermark und Holzinnovationszentrums Zeltweg (HIZ). Acustix-Chef Armin Hutter: „Wir als Unternehmer profitieren vor allem durch die Vernetzungstätigkeit des Holzclusters der unterschiedlichsten Produktionsbereiche – von der Forst- über die Sägeindustrie bis hin zum Endverbraucher. Dabei erweist es sich als großer Vorteil, dass durch die Vernetzung der Cluster-Tätigkeit in den
Betrieben untereinander die gleiche Sprache gesprochen wird.“ Symbolisch mit einem Holzschlüssel eröffnet wurde auch das Engineering Center Wood (ECW), eine Prototyping-Werkstatt. Diese wird Unternehmen zugänglich und nutzbar gemacht. „Dort können standardmäßig
Erstversuche maschinell umgesetzt werden, ohne dabei die eigenen Kapazitäten der Produktionsstraße abschalten zu müssen und damit den Output im Kerngeschäft zu gefährden“, so HIZ-Geschäftsführer Joachim Reitbauer. O
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WOHNEN & ENERGIE
Wohnungen hoch im Kurs Für nichts strengen sich die Menschen mehr an als fürs Wohnen. Viele wollen ein schmuckes Haus, können es sich aber nicht leisten. Traum und Wirklichkeit liegen oft weit auseinander.
Bei neuen Wohnungen in Bestlage: Schallmauer von 5.000 Euro pro Quadratmeter in Graz schon durchbrochen.
Suche nach den eigenen vier Wänden.
Raiffeisen Immobilien. Außerdem gibt es in Graz viele Singlehaushalte – Tendenz steigend. „Es ist ein Trend zur Miete erkennbar, weil die Menschen an die Grenzen der Leistbarkeit stoßen“, so Lallitsch weiter. Seit dem Jahr 2000 stiegen – konform mit der Inflationsrate – die Preise fürs Eigenheim um bis zu 30 Prozent. Weniger Wohnbauförderung auf Sicht heißt aber auch, dass es noch schwieriger wird, die vom Preis her passende Wohnung zu finden.
Viel Nachfrage – wenig Angebot
Zu Hause wohler fühlen mit Holz
Der Bevölkerungszuwachs in Graz und Umgebung löst eine Knappheit bei Eigenheimen aus. Der Trend „weg vom Sparbuch, hin zum Grundbuch“ tut sein Übriges. Neben Anlegern sahen sich – angesichts der unsicheren Wirtschaftslage – in den vergangenen 3 Jahren besonders viele Privatpersonen nach Immobilien um. Die Folge ist ein Anstieg der Immobilienpreise. Der Markt sei damit, so die Raiffeisen-Experten, leergefegt, zumal die Wohnbautätigkeit im Parallelzeitraum schleppend war. „Bedingt durch den Nachfrageboom ging selbst schwer Vermittelbares gut weg“, erklärt Nikolaus Lallitsch von
Seriöse Studien belegen einmal mehr – darunter ist auch eine des Joanneum Research –, dass Wohnen „im Holz“ gesund ist. Für ältere Menschen ist das keine Überraschung, denn subjektiv und instinktiv wird von Generation zu Generation überliefert: Mit Holz wohnt sich’s einfach besser, der Schlaf wird ruhiger und erholsamer, das Lebensgefühl, die Tagesstimmung ebenfalls. Dieses Ergebnis zeigt sich übereinstimmend in den Studien verknüpft mit der Folge, dass sogar die Inhaltsstoffe von Holz die Herzschlagrate positiv beeinflussen. Man erholt sich schneller und ist dann wieder belastbarer. H.D.
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ie seit Jahren schwelende Finanzkrise führt dazu, dass Wohnungen boomen. Wer ein eigenes Heim erwerben will, der tendiert zur Eigentumswohnung. In Graz beginnen die Preise für Neubauwohnungen bei rund 2.700 Euro pro Quadratmeter und erreichen in Spitzenlagen sogar mehr als 5.000 Euro pro Quadratmeter. Wer nicht über die nötigen Eigenmittel für die Anzahlung und (Kredit-)Finanzierung einer Eigentumswohnung verfügt, der muss natürlich vorerst mieten. Die Nachfrage nach Mietwohnungen in den Städten ist auch heuer wieder stark gewachsen. Damit
klettern auch die Mietpreise weiter nach oben. Neben der guten Lage zählen mittlerweile vor allem auch die Energieund Betriebskosten zu den wichtigsten Entscheidungskriterien bei der
Barrierefreiheit würde viel helfen Einen überlegenswerProzent wirklich barten Vorstoß versucht rierefrei. Die GesellBau-Bundesinnungsschaft würde sich dadurch eine Menge meister Hans-Werner Frömmel. Die öffentliGeld bei der teuren che Hand sollte bunHeimpflege sparen. desweit geeignete AnAbgesehen davon, reize und Förderungen dass der Großteil der Kranken lieber zu für den Umbau in barrierefreie Wohnungen Bau-Bundesinnungsmeister Hause gepflegt werden würde. Denkbar und Häuser schaffen. Hans-Werner Frömmel „Damit könnten die Menschen län- wäre auch ein Förderscheck, so wie ger in den eigenen vier Wänden es ihn für die thermische Sanierung bleiben, in familiärer Umgebung ge- gibt, der in Österreich doch etliches O pflegt werden.“ Derzeit sind nur vier ausgelöst hat. 32
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Schon weiter als im wirklichen Alltag: Die Dächer des neuen Spielzeugbauernhofs von „Playmobil“ sind bereits mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet! Foto: Playmobil
Zukunftstrend Photovoltaik
Power von oben D
ie Dächer der „Playmobil“Spielzeughäuser für die Kleinen sind bereits mit Photovoltaik-Modulen ausgestattet. Doch die wirkliche Welt ist nicht so innovationsfreudig: Nur 0,2 Prozent des österreichischen Stroms entstehen derzeit durch PV. Die großen Energiekonzerne erzielen enorme Gewinne. „Wir müssen hin zur Eigenstromversorgung und wegkommen von der Förderung. Wir sind erst ganz am Anfang“, sind sich die Experten einig. Ernst Konrad, Landesinnungsmeister der Elektriker: „Die entscheidende Frage ist, wie groß die Solarstrom-Anlage dimensioniert werden soll. Die Messgröße dafür ist Kilowatt Peak (kWp), also die Spitzenleistung einer Anlage, die bei optimaler Sonneneinstrahlung an schönen Sommertagen zur Mittagszeit erreicht wird. 3 bis 5
kWp reichen für ein Einfamilienhaus. Wenn auch ein Schwimmbecken oder eine Klimaanlage installiert ist, braucht man entsprechend mehr. In einem durchschnittlichen Jahr werden pro kWp 900 bis 1.000 Kilowattstunden erzeugt.“ Immer wieder hört man von schlechterer Leistung als gedacht bei Photovoltaik-Anlagen. „Die Gründe liegen dabei zu einem großen Teil in Fehlern bei der Installation. Ganz wichtig sind die richtige Ausrichtung und die Neigung der Module. Da muss der wirkliche Fachmann für diese Energieform her“, so Konrad. Immer wieder hört man auch, dass die Module selbst Probleme bereiten können. „Das sollte man bedenken, dass die Billigsten nicht immer das halten, was sie versprechen. Man Lesen Sie weiter auf Seite 35
Jung und modern Italienische Fliesen sind nicht zuletzt aufgrund ihres Designs immer gefragt. Mit vier Verkaufsstandorten Österreich, eine davon in Werndorf südlich von Graz, zählt Colazzo Fliesen bereits zu den „etablierten Anbietern“. Dem Trend entsprechend: „Unser Angebot richtet sich jetzt verstärkt auch an Single-Haushalte und Jungfamilien“, so Marco Colazzo kürzlich bei der Präsentation der neuen Kollektion. O
Marco Colazzo mit neuer Fliesenkollektion
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sollte sich von mehreren Firmen zuerst ein unverbindliches Angebot erstellen lassen und dann schriftlich ein exaktes. Dort müssen dann auch die Kosten für die Installierung und die Unterkonstruktion usw. angeführt sein. Diese Nebenkosten werden allzu oft verschwiegen“, warnt Ernst Konrad. Unter Photovoltaik (PV) versteht man die direkte Umwandlung von Licht in elektrische Energie mittels Solarzellen. Angewendet wird diese Technologie zur Stromerzeugung auf Dachflächen, Freiflächen neben Gebäuden, an Außenfassaden, Schallschutzwänden, bei Parkscheinautomaten, Straßenbeleuchtungen oder Taschenrechnern. PV-Installationen werden von der EU gefördert und boomen – allein 2010 gab es eine Verdoppelung gegenüber dem Vorjahr. Der Energiebedarf wird immer höher und noch immer entstehen durch 90 Prozent des heutigen Energieverbrauches CO2-Emissionen. Dank eines stärkeren Umweltbewusstseins und begrenzter Fossilressourcen geht der Trend in Richtung erneuerbare Energien. Denn die Sonne liefert uneingeschränkt Energie.
Lichtblick für künftige Energieversorgung
zu verbessern: „Wir erhöhen gerade die Effizienz der Nanokomposit-Solarzelle, damit sie bald marktfähig wird“, erklärt Chemiker Gregor Trimmel von der TU Graz. Joanneum Research verfügt über ein eigenes Institut für Energie, Wasser und Nachhaltigkeit mit 80 MitarbeiterInnen: „Wir haben den höchsten Auftragsstand unserer Geschichte“, so Prokurist Helmut Wiedenhofer. In der Steiermark gibt es ein breites Spektrum an Firmen, die in der Zulieferung einzelner Komponenten oder der Fertigung von PV-Modulen in ihrer Gesamtheit tätig sind. Große Unternehmen wie der Weltmarktführer ISOVOLTAIC AG mit Headquarter in Lebring, Blue Chip Energy in Güssing, PV Products in Wernersdorf oder AT&S in Leoben berichten von einer rasanten Entwicklung am Weltmarkt.
Moderne Kachelöfen verursachen kaum mehr Feinstaub Die Prüfstelle des Österreichischen Kachelofenverbandes prüft sämtliche Öfen, die von österreichischen Hafnern gesetzt werden, seit 1994 auf deren Emissionswerte wie etwa Feinstaub. Der Durchschnittswert des abgegebenen Feinstaubs liegt seither zwischen 35 und 40 Milligramm, also weit unter dem gesetzlich erlaubten Richtwert. O
Viele innovative Köpfe rauchen derzeit im Land, um die PV-Technologie
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Fortsetzung von Seite 33
Heimischer Strom sorgt für Arbeitsplätze.
„Fairsorger“ als Alternative Wie der Anteil von sauberem Strom erhöht werden kann, zeigen die sogenannten Fairsorger. Dabei handelt es sich um einen Zusammenschluss 16 privater und kommunaler Stromerzeuger, die mit „ökostyria“ weiß-grünen Strom anbieten. Das Stromaufkommen aus Wind-, Bio- und Solarenergie nimmt bekanntlich in ganz Europa zu. Bis 2020 soll auch Österreich seine Bioenergie erhöhen und die Windkraftleistung auf 3000 MW verdreifachen. Spätestens seit der Reaktorkatastrophe in Japan wurde den Menschen einmal mehr der Bedarf an sauberen Energiequellen aus dem eigenen Land vor Augen geführt. „Wir lie-
fern Energie, die ausschließlich in Kleinkraftwerken, überwiegend aus Wasser, aber auch Sonne und Wind erzeugt wird“, betont Olaf Schänzer vom Ökostyria-Marketing. Zwar liegt der Preis etwas über dem anderer Anbieter, dafür wurde der Strom garantiert CO2-frei gewonnen. Rund neun Prozent der Stromerzeugung in der Grünen Mark werden etwa aus Kleinwasserkraftwerken gewonnen. In zehn Jahren könnte sich die Steiermark – rund 440 Klein- und Kleinstwasserkraftwerke speisen derzeit ins Netz – nahezu die gesamte Stromversorgung aus erneuerbarer Energie beschaffen. Dennoch wird weiter Atomstrom importiert. H.D.
Selbstversorger Rogner-Therme Wir bieten ein umfassendes Service Als Spezialist auf dem Gebiet der Elektrotechnik bieten wir Ihnen eine bemerkenswerte Bandbreite an Serviceleistungen an – egal, ob es sich um Krankenhäuser, Freizeitanlagen, Einkaufszentren, Kaufhäuser, Schulen oder private Gebäude handelt. Eine professionelle Arbeitstechnik unserer rund 60 Mitarbeiter sowie Qualität und Termintreue sind dabei selbstverständlich.
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Geht man in der Geschichte des Ortes Bad Blumau ein wenig zurück, so stößt man auf ungewöhnliche Anfänge der Therme. Als man Ende der 70er-Jahre in die Tiefe bohrte, löste das Ergebnis Enttäuschung aus, zumal man statt des erhofften Erdöls „nur“ Wasser fand. Die Etablierung der Rogner Therme wurde dennoch zur Erfolgsgeschichte und auch bei der Versorgung mit Eigenenergie setzt man auf gesunde Umwelt. Im Osten von Bad Blumau steht eine europaweit einzigartige Anlage: Hier werden aus einer Bohrung innovativ Strom, Wärme und natürliches CO2 aus dem Erdmantel gewonnen. Die geothermische Beheizung der gesamten Therme erfolgt das ganze Jahr über aus der eigenen Thermalwasserquelle. In weiterer Folge werden auch Strom und natürliches CO2 gewonnen. „Mit unserer Geothermie
Die Geothermieanlage der Therme Bad Blumau sorgt für Strom, Wärme und CO2.
ersparen wir der Umwelt im Jahr etwa 4.500 Tonnen an Treibhausgasen. Das hat denselben Klimaschutzeffekt, wie wenn jährlich rund 2.700 PKWs weniger auf der Straße wären“, so Robert Rogner jun. Das gewonnene CO2 wird seit 2003 unter anderem für die Badewasseraufbereitung verwendet. O H. Dietl
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Bei Kuss in Graz-Andritz wird in die Zukunft gedacht und investiert
Warmwassers wird schon seit geraumer Zeit über Solaranlagen erwärmt.
Geschäftsführer Franz Kuss mit Sohn Dieter: „Wir verkaufen nicht nur umweltfreundliche Autos, sondern wir leben das auch. Wir sparen damit Ressourcen und arbeiten umweltschonend.“
I Umweltbewusst und zukunftsorientiert Schonung der Umwelt – ökonomisches Umgehen mit wertvollen Energieressourcen – im Autohaus Kuss sind das keine Schlagworte, es wird gelebt. Die Geschäftsführung des Autohauses Kuss hat beträchtliche Summen für die Erzeugung und Verwendung von umweltschonender Energie und umweltschonenden Rohstoffen aufgewendet. I Elektrische Energie Die 2010 und 2011 auf den Flachdächern der Betriebshallen montierten Photovoltaik-Elemente, neueste Technologie, erzeugen ca. 150.000 kWh Strom pro Jahr.
Das entspricht einer Energieverbrauchsmenge von ca. 30 Einfamilienhäusern. Mit dieser Strommenge kann ca. 1/3 des Eigenbedarfes abgedeckt werden. Die so durch Sonnenenergie erzeugte Strommenge vermindert den CO2-Ausstoß um 105.000 kg pro Jahr. I Warmwasser Ein beträchtlicher Teil des für die SB-Autowaschanlagen benötigten
I Brauchwasser In Auffangbehältern mit ca. 90.000 Liter Fassungsvermögen werden die Regen-Dachabwässer gesammelt, filtriert und in den Autowaschanlagen verwendet. Neben dem Effekt, ein für die Autowäsche optimal weiches und kalkarmes Wasser zu verwenden, werden auch beträchtliche Mengen wertvolles Trinkwasser gespart. I Erdgas-Tankstelle und erdgasbetriebene Fahrzeuge In der Produktpalette des Autohauses gibt es auch verschiedene Typen
von erdgasbetriebenen Fahrzeugen. Die Vorteile von Erdgasmotoren liegen im geringeren Verbrauch, im günstigeren Leistungspreis gegenüber Diesel- und Benzin-Motoren – und vor allem: Bei der Verwendung von Erdgas entsteht kein Feinstaub. Auch der Ausstoß von CO2 ist wesentlich geringer. Neben der Kuss-Gastankstelle in der Weinzöttlstraße gibt es in Graz
weitere acht und in Österreich 180 Gastankstellen, deren Zahl ständig ansteigt. Das Autohaus Kuss ist bereits jetzt mit seiner Angebotspalette von umweltschonenden Fahrzeugen der Marken VW, Audi, Skoda und Seat, dem sparsamen Umgang mit wertvollen natürlichen Rohstoffen sowie durch die Investitionen in die Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie für die aktuellen und in Zukunft zu erwartenden ökologischen Anforderungen bestens gerüstet. O
Autohaus Kuss, Graz-Nord, Weinzöttlstr. 7–15 Tel.: 0316/ 6716 11 www.auto-kuss.at
Quartett wurde bei der Autogala des ARBÖ in Wien mit dem Großen Österreichischen Automobilpreis prämiert, der wichtigsten Auszeichnung des Landes. Ja, klar, alle Beurteilungen sind letzten Endes subjektiv. Die Bewertungen nahm eine namhafte Expertenjury von Autojournalisten, ehemaligen Rallye-Größen, Technikern und Lesern des Magazins „Freie Fahrt“ vor. In der Kategorie „Start“ (Verkaufspreis eines Automodells laut Preisliste bis 20.000 Euro) geht der Ford Focus mit 85 von jeweils 195 möglichen Punkten als Erster über die Ziellinie. In der Kategorie Ford Focus Kompaktklasse: Im populären Segment bis 20.000 Euro gewinnt er.
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ord Focus, Audi Q3 und Audi A6 sind die beliebtesten Autos der Österreicherinnen und Österreicher. Zum Umweltauto des Jahres 2011 gekürt wurde der Full-Hybrid Audi A6 gewinnt Premium-Kategorie: Die Ingolstädter triumphieren auch in der Diesel Peugeot 3008. Dieses Kategorie von 40.000 bis 90.000 Euro.
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MOTOR
„Wir engagieren uns gegen eine überhastete und gerade jetzt völlig unnötige Einführung dieser umstrittenen Treibstoffsorte“, sprach sich ARBÖ-Präsident Heinz Hofer in seiner Festrede unter anderem gegen die Einführung von E10 Foto: ARBÖ/Henisch aus. „Ich will gar nicht auf die technischen Fragen – wie geringeren Energiehaushalt, höhere Kosten, problematische Umweltbilanz und teils umstrittene Motorenverträglichkeit – eingehen. Es sei nur eines angemerkt: Im Jahr 2010 wurden bereits 142 Millionen Tonnen Getreide zu Biosprit verarbeitet. Mit dieser Menge könnte man laut Greenpeace-Berechnungen 420 Millionen Menschen ein Jahr lang ernähren oder alle 8,4 Millionen Österreicherinnen und Österreicher 50 Jahre lang. Lebensmittel gehören daher auf den Teller und nicht in den Tank!“ O
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Gegen die Einführung von E10
AUTO
Das sind die beliebtesten Autos der Österreicher
Reifen zum Greifen sind nicht nur empfehlenswert:
„Medium“, Listenpreis 20.001 bis 40.000 Euro, holte sich der Audi Q3 mit 90 Punkten den Sieg. In der Kategorie „Premium“, Listenpreis 40.001 bis 90.000 Euro, gewann der Audi A6 mit 159 Punkten die Gold-
medaille. Mit dem ersten FullHybrid-Diesel, Peugeot 3008 Hybrid4, bietet Peugeot eine Kombination aus Elektro- und Dieselmotor. Dieser verbraucht gerade mal 3,8 Liter. O
Der Audi Q3 siegt beim „Großen Österreichischen Automobilpreis 2011“ in der Kategorie „Medium“, bis 40.000 Euro. Bei der Präsentation des Siegers im Autohaus Kuss in GrazAndritz herrschte starkes Gedränge um den attraktiven 5-Türer.
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Foto: ADAC
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MOTOR
Peugeot 3008 Hybrid4: Wegen seiner Kombination aus Elektro- und Dieselmotor gewinnt er den Umweltpreis.
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bauweise) bzw. 5 mm (Diagonalbauweise) verfügen.
Strenges Slowenien Völlig unmissverständlich gelöst hat unser Nachbarland Slowenien die Winterreifen-Diskussion: Fahrzeuge mit einem Gesamtgewicht von bis zu 3,5 Tonnen müssen von 15. 11. bis 15. 3. eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern an allen vier Rädern aufweisen. Es können auch Sommerreifen mit dieser Mindestprofiltiefe verwendet werden. Für LKW mit Anhänger und LKW mit Gefahrengut sowie Sondertransporte gilt in Slowenien ein generelles Fahrverbot bei winterlichen Verkehrsverhältnissen. Eine Einschränkung gibt’s laut ÖAMTC: Eine Winterreifenpflicht für ausländische Fahrzeuge gilt nur bei winterlichen Straßenbedingungen. Verstöße gegen diese Bestimmungen werden mit Strafen zwischen 125 und 418 Euro geahndet. Bei juristi-
Preissprünge
Der Exportanteil von Remus liegt bei 95%. Beim Messeauftritt auf der IAA in Frankfurt war das Echo groß.
Neues von Remus Ultraleichte Titanium-2-Anlagen und „the green Monster“ (das schwarz verchromte Edelstahl-Endrohr der WMS Corvette) sind die neuesten Entwicklungen am Sportauspuff-Sektor von Remus und lösten auch beim Autosalon in Frankfurt (IAA) Staunen aus. Mit 920.000 Besuchern eines der großen europäischen Auto-Events. „Wir spüren nun eine positive Stimmung und sehen, dass der Zubehör- und Tuningsektor wieder im Aufwind ist“, so Juniorchefin Sonja Kresch. O KLIPP November 2011
Fast täglich erleben die Autofahrer den gleichen Ärger: Die Treibstoffpreise gehen mehr rauf als runter, im Gegensatz zu den kommenden Temperaturen. Obwohl sich der Ölpreis auf den Weltmärkten seit Monaten bei ca. 100 Dollar (+/10) pro Barrel bewegt, also sehr stabil ist. Wie kommt es dann zu diesen Preissprüngen an den Zapfsäulen? Gerhard Annawitt, Chef des Treibstoffdiskonters A1 mit rund 80 Tankstellen österreichweit: „Weil der Ölpreis mit den Treibstoffpreisen direkt nichts zu tun hat. Denn die Benzin- und Dieselpreise werden auf der Börse in Rotterdam bestimmt.“ Manche meinen, die Preissprünge gäbe es, weil die Inder, Chinesen oder Asiaten von Tag zu Tag mehr Autos fahren. Annawitt: „Das hat damit nichts zu tun, in den Treibstoffpreisen ist natürlich auch Spekulation drinnen, seit der Finanzkrise sicher steigend. Ich schätze, so an die 30 Prozent.“ O 39
MOTOR
Versicherungsschutz: Hat man einen Unfall verursacht, übernimmt üblicherweise die Kfz-Haftpflichtversicherung den Schaden des Unfallgegners. Die Vollkaskoversicherung übernimmt die Kosten für die Reparaturen am eigenen Auto. Die Angaben beziehen sich auf „normal zustande gekommene“ Unfälle. Unangepasste Bereifung oder Geschwindigkeit, nachgewiesene riskante Fahrweise etc. oder Alkohol/Drogen und etwaige rechtswirksame Verurteilungen können ebenfalls zu empfindlichen Regressforderungen und zum Teil auch Vertragskündigungen der Versicherung nach Regulierung führen. O
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s herrscht jetzt die Ruhe vor dem (Schnee-)Sturm“, so Reifen-Experte Georg Krameritsch (Reifen Weichberger). „Wer noch nicht auf Winterreifen umgerüstet hat, sollte dies so schnell wie möglich tun. Denn jetzt bekommt man rasch einen Termin, die Auswahl ist groß und die Preise für den Kunden sind attraktiv.“ Von 1. November 2011 bis 15. April 2012 gilt die situative Winterreifenpflicht. Pkw, Kombi und Lkw mit einem höchstzulässigen Gesamtgewicht bis zu 3,5 Tonnen dürfen in Österreich in diesem Zeitraum bei winterlichen Fahrbahnverhältnissen, also bei Schneefahrbahn, Schneematsch oder Eis, nur in Betrieb genommen werden, wenn an allen Rädern Winterreifen montiert sind. Alternative: Ketten an den Antriebsrädern. Winterreifen sind mit M+S (auch M.S. oder M&S) gekennzeichnet und müssen über eine Mindestprofiltiefe von 4 mm (Radial-
Reifen-Experte Georg Krameritsch: „Kein Risiko eingehen.“
AUTO
Sie sind Pflicht
schen Personen liegt das Strafmaß sogar zwischen 125 und 4173 Euro. Wer bei Schnee und Glatteis mit Sommerreifen unterwegs ist, riskiert hohe Strafen. Auch bei einem nicht verschuldeten Unfall kann einem eine Teil- bzw. Mitschuld aufgrund nicht angepasster Bereifung angelastet werden. Sofern man mit Sommerreifen unterwegs war und einen Unfall verursacht hat, wird sich der Versicherer auf die geltende Rechtslage (Winterreifenpflicht) berufen, einem mindestens „grobe Fahrlässigkeit“ unterstellen. Möglicherweise gibt’s dann auch eine Regressforderung von Seiten der Versicherung. Wenn es doch einmal zu einem Unfall kommen sollte, dann gilt für den
GESUNDHEIT
Wunderwaffe der Natur Das Gute liegt so nah, nämlich im Hochmoor von Garanas, der Nachbargemeinde von Schwanberg – 6.000 Jahre altes Moor. Bei Beschwerden des Stütz- und Bewegungsapparates eingesetzt, also in Heilmoor-Anwendungen, eine wahre Wunderwaffe der Natur. Von Helmut Dietl
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as Moor ist durch seine Fülle an bioaktiven Pflanzenstoffen ein wertvolles Hilfsmittel in der Physiotherapie, wirkt schmerzlindernd und kann zu Entgiftungen und Entspannungen genutzt werden“, so Gerald Andracher, Ärztlicher Leiter des Heilmoorbades Schwanberg. „Warm auf die Haut aufgetragen öffnen sich die Poren für die Wirkung des Heilmoores. Und so werden unsere Moor-Anwendungen zu einem besonderen Erlebnis.“ Verknüpft mit Bewegungstherapie, medizinischen Bädern, Massagen, Elektro- und Unterwasser-Therapie wird der Heilungsprozess beschleunigt.
Moderner Leitbetrieb im Schilcherland
Das heilende Moor in der Hand von Gerald Andracher, dem Ärztlichen Leiter
Tormannlegende Gernot Fraydl und Schwanberg-Miteigentümer
„Seit Mitte der 70er-Jahre wird im weststeirischen Schwanberg Moor für Heilzwecke verwendet“, verweist Geschäftsführer Josef Bischof auf die Tradition. Verantwortlich dafür ist nicht zuletzt Gernot Fraydl, älteren Fußballfans noch als Teamtormann-Legende bekannt. Nach 15 Monaten Umbauzeit zeigt sich der örtliche Kurbetrieb nunmehr als serviceorientiertes 4-Ster-
Ausgedehntes Therapiezentrum und 144 Betten im neuen Gesundheitshotel
ne-Gesundheitshotel mit 144 Betten, einem ausgedehnten Therapiezentrum sowie einem Hallenbad inklusive Saunalandschaft und Gastronomie-Räumlichkeiten. Damit avanciert man zu einem der Leitbetriebe im Schilcherland. „Wir möchten aber auch klassische Urlaubsgäste ansprechen und peilen eine Verdoppelung der Nächtigungszahlen auf etwa 30.000 an“, so Josef Bischof. Ferner können Tagesgäste den Wellness-Bereich nutzen. Für ambulante Therapien zahlen die Krankenkassen Zuschüsse. O
Das Heilmoor hilft bei: I Subakuten und chronischen rheumatischen Erkrankungen der Gelenke, Muskeln, Bänder, Sehnen und Nerven I Arthrosen I Spondylosen I Nachbehandlungen von Verletzungsund Operationsfolgen (Narbenkosmetik) I Primärer und sekundärer Sterilität I Lokalbehandlungen von Entzündungsresten nicht tuberkuloser Art der Gelenke, des Brust- und Bauchraumes I Prostata-Erkrankungen I Chronischen und entzündlichen Frauenkrankheiten
5 Jahre Pionierarbeit in der Kinderklinik Judendorf-Straßengel
Thomas streicht sein Nutellabrot jetzt selbst
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ine spezielle Abteilung für Kinder-Rehabilitation gab es in ganz Österreich nicht, bis Primar Peter Grieshofer 2006 den Entschluss fasste, die Klinik Judendorf-Straßengel zu errichten. Damals war das Gebiet Kinder-Rehabilitation österreichweit unbeachtet – heute schaut die Fachwelt auf das Vorzeigemodell von JudendorfStraßengel: „Wir behandeln hier auch Kinder aus den USA, den Arabischen Emiraten oder aus Russland“, erzählt Primar Grieshofer. TherapieRoboter wie der Kinder-Lokomat oder der Kinderhand-Roboter bieten bis zu 24 Kindern und Jugendlichen ideale Voraussetzungen für den Weg ins alltägliche Leben. Vor allem angeborene Erkrankungen und Behinderungen, kindliche Schlaganfälle, Schädel-Hirn-Trauma, Verletzungen des Rückenmarkes und vererbte Krankheiten
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„Er ist viel kräftiger geworden“, freuen sich Therapeutin (Bild) und Mutter.
bilden den Behandlungsschwerpunkt. Das Beispiel Judendorf-Straßengel war Vorbild für die 2007 in Wilhering bei Linz eröffnete KinderRehabilitation. Der achtjährige Thomas sitzt aufgrund eines Sauerstoffmangels während der Geburt im Rollstuhl, auch seine Handmotorik ist beeinträchtigt. „Thomas ist zum ersten Mal hier, ich bin durch Eigenrecherche auf die Kinder-Rehabilitation in Judendorf-Straßengel gekommen“, erzählt seine Mutter. Der teure Klinikaufenthalt wird von der Krankenkassa bezahlt. „Durch die täglichen Therapien ist er viel kräftiger geworden“, freut sich die Wienerin über die vielen kleinen Fortschritte ihres Sohnes. Nach einer vierwöchigen Therapie kann er sich beispielsweise das Nutella selbst auf den Kornspitz
streichen oder seine Jausenbox selbst öffnen. Damit Thomas daheim nicht Primar Peter Grieshofer hat interviel Unterrichts- national beachtetes Vorzeigemodell entwickelt. stoff nachholen muss, erhält er in der Klinik Einzel- und Gruppenunterricht. Auch eine psychologische Behandlung gehört zu seiner Therapie. „Thomas macht regelmäßig Konzentrationsübungen und Rollenspiele. Für seine Eltern sind die psychologischen Tests ein wichtiges Feedback: Wo steht mein Kind in seiner Entwicklung, gibt es altersgemäße Fortschritte?“, erklärt Ergotherapeutin Verena Klement. „Am lustigsten sind die Rollenspiele und das Brotbacken!“, zeigt sich der aufgeweckte Bub begeistert. „Wir kommen sicher wieder nach Judendorf-Straßengel!“, sind sich Thomas und seine Mutter einig. Sylvia Einöder, Michael Schröder
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Vier Buchstaben erschütterten vor 25 Jahren die Welt – AIDS
Geheimnisvolle Gefahr und Tabu verstorben waren. Ihr Schicksal hat mich nachhaltig berührt und erschüttert.“ Es gab damals keine wirksamen Medikamente. Max Kronawetter, damaliger Leiter der AIDS-Station am LKH Graz, erinnert sich mit Schrecken an den anfänglichen Umgang mit den Betroffe-
völkerung viel langsamer durch als in der Fachwelt. So liest man in der 25-Jahr-Broschüre der AIDS-Hilfe: „An einen Patienten kann ich mich erinnern. Als seine Mutter erfahren hat, dass er AIDS hat, hat sie ihm das Essen hinausgestellt zum Hund. Er hat nicht mehr
In 30 Jahren verstarben in Österreich 1.500 Patienten an AIDS. Täglich sterben in Südafrika 1.500 Menschen an AIDS. nen: „Man hat ja nicht einmal gewusst, wie die Krankheit übertragen wird. Das waren damals Auswüchse! Wenn ein Patient telefoniert hat, hat die Schwester danach sofort den Telefonhörer abgewischt. Unseren Patienten konnten wir zu Beginn überhaupt nicht helfen, die sind alle innerhalb von einem Jahr elendiglich zu Grunde gegangen.“ Das Wissen um die tatsächlichen Ansteckungsmöglichkeiten sickerte bei der Be-
mit der Familie essen dürfen. Da waren einige solcher Dinge.“ Dr. Ursula Beran war vor 20 Jahren als junge Ärztin auf der AIDS-Station des LKH Graz. Durch das familiäre Klima dort lernte sie viele Schicksale kennen: „Ich erinnere mich an homosexuelle Infizierte mit aufopfernden Freunden oder Müttern; ich begegnete Angehörigen, die vom Partner oft unwissentlich angesteckt worden waren; ich hatte Kontakt mit Blu-
tern, die mit dem Schicksal haderten, weil sie über die Blutprodukte ,völlig unschuldig‘ infiziert worden waren. Nie werde ich eine Mutter vergessen, die erst über die tödliche AIDS-Erkrankung ihres kleinen Sohnes von ihrer eigenen Infektion erfuhr und in einem fortgeschrittenen Krankheitsstadium Selbstmord begehen wollte, der ihr nicht gelang, weil wir sie suchen ließen.“ Vor einem nachlässigen Umgang mit der Aidsgefahr warnt die Leiterin der Aidshilfe Steiermark, Lola Fleck: „Leider sind die Zahlen der Neuinfektionen mit österreichweit 500 pro Jahr stabil. Weltweit sind rund 33 Millionen Menschen mit dem HI-Virus infiziert. In Österreich sind es knapp 10.000, davon ungefähr 1000 in der Steiermark. Von diesen 10.000 sind inzwischen 1.500 verstorben. Jährlich lassen sich in der Steiermark 2.100 Personen anonym und kostenlos testen. Eine Gefahrengruppe sind Personen mittleren Alters, die werden dann unvorsichtig.“ O S. Einöder, M. Schröder
GESUNDHEIT
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s war gespenstisch, gab es doch Experten, die das Ende der Menschheit prophezeiten und von der verheerendsten Pest der Neuzeit sprachen. In den frühen 80er-Jahren, als sich die verheerende Immunschwäche AIDS (Acquired Immune Deficiency Syndrome) auszubreiten begann, wusste niemand, wie man damit umgehen soll. Weil der Virus anfangs vor allem junge homosexuelle Männer traf, war in den Medien rasch der Ausdruck „Schwulenpest“ zur Hand. AIDS war ein Tabuthema und wurde mit Personengruppen wie Schwulen, Prostituierten oder Drogensüchtigen assoziiert, mit denen niemand etwas zu tun haben wollte. Die erste AIDS-Hilfe- und Beratungsstelle in Graz gab es in einem abgeschotteten Raum des HygieneInstituts der Uni Graz. Walter Jehna, Gründer der AIDS-Hilfe Steiermark, erinnert sich an die schwierigen Anfänge: „Schon die geeigneten Räumlichkeiten für die AIDS-Hilfe zu finden war wegen der vielen Ressentiments ein Problem.“ In den ersten Jahren starben viele Infizierte: „Die Homosexuelle Initiative (HOSI) Steiermark musste aufgelöst werden, da bis auf zwei Personen alle Aktivisten
Eine bekannte ORF-Stimme verführt ihr Publikum mit Chansons …
„Ich wollte immer auf die Bühne“ K U LT U R
Von Sylvia Einöder Ein breites Publikum kennt Heilwig Pfanzelter als Programmsprecherin und Lottofee. Dass die Moderatorin auch singen kann, beweist sie mit ihren stimmungsvollen Chanson-Abenden. KLIPP traf Heilwig Pfanzelter nach der vielbeklatschten Präsentation ihres aktuellen Programms „Paris, Paris!“ im Grazer Orpheum. Ein Spaziergang über die Champs-Elysées, ein Café au lait in Saint-Germain oder eine Bootsfahrt auf der Seine – Heilwig Pfanzelter entführt für einen amüsanten und kurzweiligen Abend in die Stadt der Liebe. Mit viel Ausdruckskraft, Charme und Esprit singt und erzählt sie abwechselnd auf Französisch und Deutsch von lockeren und ernsteren Liebeleien und Pariser Lebensgefühl – „la vie en rose“ eben. Dabei verschmilzt das dunkle Timbre ihrer kräftigen Stimme wunderbar mit dem Französischen. Ein kongenialer Bühnenpartner ist ihr Pianist Otmar Binder. KLIPP: Warum zieht Sie die französische Sprache so magisch an? HP: Der Klang fesselt mich einfach. Bei Französisch geht meine Seele auf. Vor 10 Jahren habe ich das erste Chanson auswendig gelernt, ohne ein Wort Französisch zu sprechen. Zum Glück hatte ich eine wunderbare Lehrerin. Auch jene Leute, die kein Französisch sprechen, können durch das Hin- und Herwechseln – eine Strophe in Deutsch, eine Strophe in Französisch – meinem Programm folgen.
Chanteuse Heilwig Pfanzelter beeindruckte das Grazer Publikum mit einem deutsch-französischen Feuerwerk aus Chansons, Gedichten und Monologen.
KLIPP: Wo hat denn Ihre Liebe zu den Chansons ihre Wurzeln? HP: Als ich das erste Mal Edith Piaf im Radio hörte – ich war acht oder neun Jahre alt –, hat mich ihre Stimme unglaublich elektrisiert und berührt wie auch heute noch. Seit den Kindertagen besteht meine Liebe zu den Chansons. Ich verehre alle großen Chansoniers, die alten Klassiker eben. KLIPP: In den Texten geht es viel um die Liebe. Haben Ihnen die Chansons auch Glück in der Liebe gebracht? HP: Im Gegenteil! (lacht) Eine langjährige Beziehung zerbrach, weil meine Auftritte immer mehr wurden. Er hatte mit Chansons nicht so viel am Hut, aber in meine Programme kommt er immer noch. Vielleicht hat meine Vorliebe für das Französische damit zu tun, dass ich meinen ersten Kuss von einem Franzosen bekam. (lacht) KLIPP: Woran, glauben Sie, liegt Ihr Erfolg als Chanteuse?
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HP: Es ist mir ganz wichtig, immer authentisch zu sein. Jedem Lied möchte ich meine persönliche Note verleihen. Ich bin von der Zehenspitze bis zur Haarwurzel erfüllt von dem, was ich mache, und das spüren die Leute. Obwohl ich permanent mit Proben beschäftigt bin, habe ich das noch nie als Arbeit empfunden. Die Bühne ist eine große Kraftquelle für mich, dafür bin ich meinem Publikum sehr dankbar. KLIPP: Kennen Sie Lampenfieber? HP: Oh ja! Ich brauche viel Konzentration und Ruhe vor jeder Vorstellung. Die Nervosität kommt schon Tage vorher in Schüben. Wenn ich am Tag der Premiere ins Theater komme, bin ich ganz ruhig und konzentriert. Während der Vorstellung kann ich meine Kraft nicht in die Nervosität stecken, da muss ich ganz bei mir sein. Pfanzelter war von 1986 bis 2002 Fernsehsprecherin beim ORF und ist seit 2002 Synchronsprecherin für die Religionsabteilung des Fernsehens und Hörfunks. Sie ist eine der bekanntesten Stimmen Österreichs. KLIPP: War es für Sie als Sprecherin ein natürlicher Schritt, auch zu singen? HP: Nachdem ich vom Theater zum ORF kam, hat mir bald die Bühne gefehlt. Zu Beginn meiner Bühnenkarriere war meine Bekanntheit schon ein Vorteil. Es gab aber auch diese Skepsis: „Aha, jetzt singt sie auch. Kann die das?“ Oft werde ich an der Stimme erkannt, schon von hinten. Meine Stimme empfinde ich als großes Geschenk. Ich feile ständig an neuen Techniken, habe jahrelang Gesangsunterricht genommen und arbeite auch als Stimmtrainerin. KLIPP: Wie lässt sich die Fernseharbeit mit den Bühnenauftritten vergleichen? HP: Wenn man in die Kamera spricht, weiß man, es schauen Hunderttausende zu. Im Theater ist alles viel intimer. Für viele einsame Menschen war ich als Fernsehsprecherin trotz dem „Kastl“ zwischen uns eine Bezugsperson – das weiß ich aus vielen Reaktionen – zum Beispiel am Heiligen Abend. Aber diese Theaterluft zu atmen und das Publikum zu spüren, kann keine Kamera der Welt wettmachen. KLIPP: Am 8. Dezember findet in Wien die Premiere Ihres neuen Weihnachtsabends „Noch immer leuchten die Sterne“ statt. HP: Ich trage Geschichten, Gedichte und Chansons vor, zum Beispiel „Leise rieselt der Schnee“ auf Französisch, das meine verstorbene Französischlehrerin extra für mich übersetzt hat. Das ist einfach wunderschön. Gerade im Advent möchte ich die Leute dazu inspirieren, einmal innezuhalten, und ihnen eine Achtsamkeit für sich und die Zeit, in der wir leben, vermitteln. O KLIPP November 2011
Das in einem romantischen Hinterhof gelegene Theater der Komödianten St. Leonhard zählt sicherlich zu den Geheimtipps der steirischen Theaterszene. Das „KiStL“ – so der aus der Abkürzung der Theatergruppe entstandene Name – in der Grazer Rechbauerstraße 63 steht seit 2001 unter der Leitung von Eva Schäffer, Kulturjournalistin und Schauspielerin.
Die 12 Geschworenen – ein Klassiker
Kleines „Kistl“ ganz groß Staaten heute noch Realität und durch die jüngsten Ereignisse rund um die Hinrichtung von Troy Davis von ungebrochener Aktualität.
Die zwölf Geschworenen … wurden das erste Mal im Grazer Rittersaal des Landhauses im Jahre
Von Petra Pauritsch
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s ist ein kleines, aber feines Theater, in dem man sich wohl fühlt und das familiäre Flair durch und durch inhaliert – eine super Truppe, die da dahintersteht“, schwärmt der Nachbar und bekannte (Theater-)Fotograf Peter Manninger. Das seit knapp über 20 Jahren existierende Theater nimmt sich zu Beginn der Spielsaison 2011/12 ein ganz großes Meisterwerk vor – „Die zwölf Geschworenen“. Der Filmklassiker aus dem Jahre 1957, in dem Henry Fonda als zweifelnder Geschworener Nr. 8 brillierte, feierte am 28. Oktober bei den Komödianten in St. Leonhard Premiere. Inszeniert wurde das erfolgreiche Justizdrama von Eva Schäffer, die einen wahrlich schweren Stoff der amerikanischen Filmgeschichte auf die Bretter der Grazer Kleinkunstbühne bringt. Und das Premierenpublikum zeigte sich beeindruckt von der Leistung des Ensembles. Inhaltlich verfolgt das kammerspielartige Drama die Diskussion von zwölf Geschworenen, die darüber zu richten haben, ob der mutmaßliche 18-jährige, in einem Heim aufgewachsene, Täter schuldig oder unschuldig ist. Im Falle einer Verurteilung droht dem Angeklagten die Todesstrafe – in den Vereinigten KLIPP November 2011
Fotos: Peter Manninger
nen hohen Bekanntheitsgrad besitzt und in den Köpfen der Theaterbesucher noch gut verankert ist. „Ich kann mich noch gut an den Film erinnern, Details sind mir wieder durch die heutige Aufführung ins Gedächtnis gerufen worden. Ein toller Inhalt und einmal ein völlig anderes Stück, das das „KiStL“-Ensemble auf die Bühne gebracht hat“, so Lisbeth Dayé, ein Premierengast. Auf die Frage, warum gerade „Die zwölf Geschworenen“ auf dem Spielplan der Komödianten in St. Leonhard stehen, antwortete die Prinzipalin des „KiStLs“: „Für ein hochmotiviertes, in der Unterschiedlichkeit seiner Mitglieder ungemein reizvolles Ensemble wie die Komödianten in St. Leonhard bietet sich das Stück ,Die zwölf Geschworenen‘ geradezu an. Für jeden der zwölf Darsteller ist die jeweilige Rolle – ob kleiner, ob größer – eine spannende, starke Herausforderung.“
In uns allen steckt ein Schauspieler Im Mittelpunkt der Jury-Beratung: die alles beweisende, auffällige Mordwaffe, die es dann plötzlich zwei Mal gibt.
1960 aufgeführt. Am 28. Oktober stellte sich das „KiStL“ der großen Aufgabe, dieses erfolgreiche Stück dem Publikum näherzubringen. Eine Aufgabe, die auf den ersten Blick nicht gerade einfach zu bewältigen erscheint. Denn gerade bei Filmvorlagen sieht man sich der Gefahr ausgesetzt, nicht zu sehr dem Original zu gleichen, aber auch nicht zu sehr von diesem abzuweichen. Umso schwerer wird das Unterfangen, wenn die Verfilmung ei-
Das mehr oder weniger fixe Ensemble der Komödianten in St. Leonhard stellt ein abwechslungsreiches Potpourri berufstätiger Menschen dar, die trotz zeitraubenden Broterwerbs oder Ausbildungen ihre Freizeit in das Theaterspiel stecken. Das gewisse Etwas verspricht die bunte Mischung von SchauspielerInnen, die beruflich ganz unterschiedlich orientiert sind. So weisen die Komödianten neben ProfischauspielerInnen auch AmateurdarstellerInnen auf, die im „echten“ Leben gar nicht so viel mit Theater am Hut haben. Oder steckt in uns allen ein Schauspieler, verlangt das Leben von uns nicht in vielen Situationen ein bisschen Scharade? Muss beispielswei-
se ein Lehrer nicht auch ein bisschen schauspielern, um seine Meute im Zaum halten zu können, verlangt der Beruf eines Angestellten nicht auch ein bisschen Improvisation, wenn er mit Kunden im Gespräch ist, oder muss ein Studierender seinen KommilitonInnen manchmal etwas vorspielen, damit sein Vortrag Wirkung und Glaubwürdigkeit bekommt? Genau diese Basis nehmen die DarstellerInnen des Kistls aus ihrem alltäglichen Leben mit, den letzten Feinschliff erhalten sie durch die Profischauspielerin Isabella Albrecht, die sie in Atem- und Sprechtechnik sowie in Dramatik unterrichtet. „Schauspielerei ist meine große Leidenschaft. Auch wenn die Probenzeit oft sehr intensiv ist und das Private neben dem Beruf teilweise auf der Strecke bleibt, gibt es für mich nichts Schöneres, als vom Publikum auf der Bühne goutiert zu werden“, so Norbert Hermann, Geschworener Nr. 8. Und so ist es kein Wunder, dass dieses Ensemble seine ansprechende Einzigartigkeit durch das Leben selbst erhält und dies in seinem Kunstschaffen zum Ausdruck kommen lässt. So wie im Stück „Die zwölf Geschworenen“ sind auch die Komödianten in St. Leonhard in dieser Produktion zwölf Menschen, die unterschiedlicher nicht sein können und die versuchen, aus ihrer Lebens- und Kulturerfahrung großes Theater für eine kleine Bühne zu adaptieren. Warum sollte also nicht eine kleine Bühne Großes schaffen?
Info: „Die zwölf Geschworenen“ laufen noch bis 11. Dezember, ab Februar 2012 folgt ein Klassiker ganz anderer Art – „Ein idealer Gatte“ von Oscar Wilde. O 43
K U LT U R
Nur der Geschworene Nummer 8 hob nicht die Hand und stimmte anfangs für unschuldig.
MODE
Im Trachtoutfit erscheint man(n) doppelt fesch.
Männertracht & Lodenpracht Früher, da fanden nur die eingefleischten Fans den Weg zum Heimatwerk in die Sporgasse. Heute boomen die Trachtenkreationen. Besonders Mann will sich derzeit trachtig zeigen. Der „Leobner Anzug“ und der „Altsteirer Anzug“ geben sich zeitlos, adrett und dennoch mit Pep sowie frischen Elementen. „Für Frauen hatten wir immer schon ein reiches Angebot. Jetzt sind wir in der glücklichen Lage, Weiblein und Männlein gleichermaßen bedienen zu können“, bekräftigt Geschäftsführerin Monika Primas. Nahezu alles wird in der Steiermark kreiert und produziert. Kooperiert wird demnach mit den besten Betrieben und der „Meisterstraße“. Stoff und Verarbeitung sind ebenso bei der Neukollektion von Handschuhen, Mützen und Lodenumhängen gelungen, auch das Dirndl kommt nicht zu kurz. Weil Weihnachten bald da ist: Nach dem Einkauf kann man einen Lebkuchen, eine Zirbenkugel oder gravierte Glasobjekte mit dem steirischen Panther mitnehmen. H.D.
Das Dream-Team Fußball-Evergreen Mario Haas und Ex-Playmate Esther Rieser am Laufsteg
Fame am Laufsteg D
ie Eröffnung des Fame Mode-Stores im Sommer dieses Jahres war schon ein Highlight. Mit der ersten Modeschau des Hauses Fame im Casino setzte Store-Leiterin Angelina Oswald einen weiteren Akzent. Dabei wurde in passendem Ambiente gezeigt, was er und sie in der kälteren Jahreszeit tragen. Glaubwürdig präsentiert von, Ladies first, Esther Rieser (Ex-Playmate), Jasmin Lösch, Anja Platzer. Nicht weniger attraktiv die männlichen Mo-
dels: Mario Haas, Roman Kienast und Jürgen Säumel – alle ausgeborgt von Sturm Graz –, die sich auf dem Laufsteg genauso gut zurechtfanden wie auf dem Spielfeld. Von Store-Leiterin Angelina Oswald weiß man, dass aus ihrer Sicht Boss den perfekten Schnitt hat. Davon konnte sich das Publikum im Casino überzeugen. Bei den weiblichen Models gefielen die eleganten, kreativ designten Kleider von Piú & Piú und die lässigen Jeans von Robin’s.
Fame-Family: Jürgen Säumel (Sturm Graz), Jasmin Lösch (Grazetta), Roman Kienast (Sturm Graz), Store-Leiterin Angelina Oswald, Anja Platzer (Germany’s next Topmodel), Ex-Playmate Esther Rieser, Mario Haas (Sturm Graz) und Geschäftsführer Karl Heinz Arlati (v.l.)
VÖRÖSMARTY – Graz
FREIZEIT
Global Family für einen guten Zweck – kein billiger Schmäh
Gutscheinheft im Wert von 2.000 Euro kostet 50 Euro
G
lobal Family Charity Resort wurde 2007 von Karl G. Auer als touristische Hilfsorganisation gegründet. Ziel des Vereins ist es, finanziell bedürftigen Familien mit zum Teil unheilbar erkrankten oder traumatisierten Kindern und Gewaltopfern Urlaube zur Verfügung zu stellen, um Kindern und Eltern zumindest für kurze Zeit Entspannung und Leichtigkeit zu
Global-Family-Gründer Karl Auer mit Otto: Hilfe für die Schwächsten
... oder ins Alpenschlössl im Alpendorf in St. Johann im Pongau. Nur zwei Beispiele von dutzenden Urlaubs- und Freizeitangeboten im Gutscheinheft
2 for 1 ist der unschlagbare Vorteil für die Gutscheinheft-Besitzer: Man verreist zu zweit, zahlt aber nur für eine Person, zum Beispiel in die Villa Giustinian in Oberitalien …
schenken. In den vier Jahren des Bestehens von Global Family konnten über 1.000 Menschen mit der Unterstützung von rund 100 österreichischen Hoteliers den oft ersten Urlaub ihres Lebens genießen. Prominente Testimonials des „Reisebüros der Menschlich-
keit“ sind Otto Waalkes, Toni Polster, Karl Markovics, Stermann & Grissemann, Monika Weinzettl, Willi Resetarits und viele andere.
Und so funktioniert’s Sie bestellen Ihr „Two-for-One“Gutscheinheft für nur 50 Euro, am
besten per E-Mail an 2for1@globalfamily.net" oder per Post an: Global Family Charity Resort e.V., Straubingerstraße 1A, 5020 Salzburg Das Gutscheinheft beinhaltet Angebote für Hotel Arlberg Hospiz (St. Christoph), Hotel Klosterbräu (Seefeld), Wellnesshotel Alpenschlössl (St. Johann), Hotel Goldener Berg (Oberlech), Hotel Schloss Prielau (Zell am See), Hotel Post (Ischgl), Hotel Papageno (Wien), Austria Trend Hotel Lambrechterhof (Bratislava), Toni Mörwald Restaurants & Hotel, Hotel Restaurant Erzherzog
Johann (Graz), Thermenhotel 4 Jahreszeiten & Golf (Lutzmannsburg), Sky Club Austria, Paragliding School Gröbming, Alpienne Naturkosmetik, Golfclub Murau, Kreischbergbahnen/ Murtal Seilbahnen, Lifestyle Fitness Studios Österreich und Deutschland, Sekt Bar Shop Szigeti, Fairway 2 Hotel, insgesamt 120 Golfplätze und 50 Hotels „2for1“, und neu: Alpina Sport- und Wellnesshotel St. Johann inkl. Platzreife GC Goldegg, Sportalm Seefeld mit Zimmer & Golfplatzreifekurs, weitere Restaurants, Wein. O
Zu den Superstars nach Shanghai, New York und London wird geflogen
Aber gespielt wird in den Tenniscamps in Istrien
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arum ist Tennis gegenüber dem Trendsport Golf ins Hintertreffen geraten? „Wenn das Angebot und das Umfeld stimmen – und bei uns ist das der Fall –, dann spielen die Leute viel und gern Tennis“, beantwortet Heinz Wagner diese Anfrage elegant indirekt. Seit 1982 organisiert er, zu Hause in Deutschfeistritz, nördlich von Graz – dort führt Wagner Tennis eine Halle und ein Reisebüro –, gemeinsam mit seinem Team Tennis-Camps in Istrien. Außerdem gibt es Flugreisen zu großen Turnieren. Im kommenden Jahr sind das anlässlich des 30-jährigen Firmenjubiläums Reisen Shanghai, New York
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und London. Mit den Tenniscamps in Istrien zählt Heinz Wagner mit seinem Mitbewerber Hannes Zischka zu den größten Camp-Veranstaltern, die jährlich viele tausende Urlauber auf die kroatische Halbinsel bringen. Ne-
ben den bekannten Standorten Porec, Pula, Rovinj, Medulin und Vrsar wurde für 2012 auch wieder Umag in das Programm aufgenommen. „Unseren Erfolg messen wir an den sehr guten Buchungszahlen, und in
den letzten fünf Jahren sind die Teilnehmer-Zahlen, für uns klarerweise erfreulich, außerordentlich stark gestiegen“, so Heinz Wagner. So viel zur Eingangsfrage, warum Tennis gegenüber Golf … O KLIPP November 2011
GOLFTRAINING Tür auf zum Golfen-Trockentraining Wenn bei uns die Minusgrade „herrschen“ und das Üben und Training im Freien aufgrund von Kälte und Nässe nicht möglich ist, dann sollte man sich „indoor“ Zeit nehmen, um seine Schwungtechnik für die kommende und oft schon sehnsüchtig erwartete Golfsaison zu verbessern.
A
m vorletzten Loch geschah es am 2. Tag in Singapur: Martin Wiegele fabrizierte ein Doppel-Boogey und damit verpasste er den Cut für die letzten 60 und die neuerliche Aufstockung seines Preisgeldkontos. Ein gutes Ergebnis in Singapur hätte ihm im „Race to Dubai“ geholfen. Dort geht es im Dezember für die besten 60 Golfer in der Preisgeldrangliste um
KLIPP November 2011
E-Mail: office@golfschule-ali.at
Putten – im Büro oder zuhause Die besten Unterlagen dafür sind ein Teppichboden oder ein Teppich. Nehmen Sie zum Einlochen eine Schale oder ein Häferl, beginnen Sie aus einem Meter mit den Putts und steigern Sie, je nach Möglichkeit, bis auf drei Meter. Sie können alle möglichen Varianten üben. So z.B. Putten nur mit der rechten Hand oder nur mit der linken. Diese Übungen eignen sich gut für das Wahrnehmen des Schlägerkopfes.
Übung für die Kopfhaltung Stellen Sie sich 30 cm vor einer Wand auf, berühren Sie diese dann mit der Stirn. Ihre Hände verschränken Sie vor der Brust oder auch am Rücken, die Schulter 90 Grad nach rechts und nach links aufdrehen. Halten Sie dabei aber den Kopf völlig ruhig. Die ruhige Kopfhaltung ist wichtig für den Rückschwung. Obwohl diese „unnatürlich“ ist, ist sie für den Rückschwung äußerst wichtig.
Internet: www.golfschule-ali.at
Schwungtechnik Nehmen Sie die Ansprechposition 30 cm von der Wand entfernt ein, drehen Sie Ihre Schultern um 90 Grad und machen Sie mit verkehrtem Schaft einen Rückschwung. Das Eisen verkehrt in die Hand zu nehmen ist deshalb sinnvoll, weil es dann kaum zu einer Beschädigung der hinter Ihnen liegenden Wand kommen kann. Beim Rückschwung sollte der Schaft die Wand nicht berühren. Der häufigste Fehler dabei ist eine zu flache Schaftebene. Ein weiterer Fehler: Die Hände werden am Beginn des Rückschwunges zu weit vom Körper weggedrückt, sodass die Schwungebene nicht optimal ist. Das Gewicht ist am Ende des Rückschwunges stark auf den rechten Fuß verlagert.
Noch lebt die Chance Golfaushängeschild Martin Wiegele 7,5 Millionen Euro Preisgeld. Weil er ja in Spanien am schwierigen Kurs von Valderrama als 12. immerhin 50.000 Euro kassierte, steht Wiegele bei 350.000 Euro Preisgeld für die Saison. Er liegt damit zwischen Platz
70 und 80 in der Preisgeldrangliste. Der 60. wird für Dubai rund 500.000 Euro auf dem Konto haben müssen. Die fehlenden Euros könnte Wiegele eben noch in Singapur, Hongkong (3,5 Millionen Euro) und Malaysia
(1 Million Euro) schaffen. Was da möglich ist, zeigte Martin Kaymer. Ihn hat der Steirer in Spanien hinter sich gelassen, das Turnier in China gewann Kaymer. Der Sieger-Scheck dort: 800.000 Euro. Privat gibt’s das große Saisonfinale: Martin Wiegele heiratet zu Weihnachten. Schafft er Dubai, dann wird das auch die Haushaltskasse des Hochzeitspaares kräftig auffüllen. O
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FREIZEIT
Von Head Pro Ali Rosker im Golfclub Erzherzog Johann, Maria Lankowitz
GEWINNSPIEL
Seehotel Großherzog von Mecklenburg –
Regional ist erste Wahl Ankommen, abtauchen und auftanken – im Seehotel Großherzog v. Mecklenburg kann man die Seele baumeln lassen und sich vom Alltagsstress erholen.
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irekt im schön gestalteten Ortskern von Boltenhagen kann man sich im freundlichen Ambiente dieses Hauses verwöhnen lassen. Das 4-Sterne-Haus verfügt über 150 geschmackvolle Zimmer unterschiedlicher Kategorien sowie über ein Panorama-Spa mit einmaligem Ostseeblick. Als Gastgeber ist das Seehotel auch ein verantwortungsvoll handelndes Unternehmen, das auf Rohstoffe aus der lokalen und ökologischen Landwirtschaft baut, die der Küchenchef und sein Team mit viel Engagement und Liebe täglich zubereiten. Mit BIOLAND steht dem 4-SterneHaus zudem Deutschlands größter Ökologischer Anbauverband zur Seite, der neben der jährlich stattfindenden EG-Öko-Zertifizierungskontrolle des Gesetzgebers parallel
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noch einmal die Einkäufe überwacht und kontrolliert. 2010 wurde das Seehotel Großherzog v. Mecklenburg vom Landwirtschaftsministerium Mecklenburg Vorpommern für seine 100%ige regionale ökologische Speisekarte ausgezeichnet und ist Förderer von Slow Food Deutschland, einer weltweiten Vereinigung, die verantwortungsvolle Landwirtschaft und Fischerei sowie artgerechte Viehzucht fördert und zum Erhalt der regionalen Geschmacksvielfalt beiträgt.
Neben einem hoteleigenen Kräutergarten, in dem ein Schatz von 100 verschiedenen Kräutern wächst, produziert das Seehotel seit 2009 auch seinen eigenen Strom mit dem Blockheizkraftwerk im Hotel und reduziert somit seinen CO2-Ausstoß. Am 4. Mai 2011 eröffnete das Hotel im traditionsreichen Ostseebad gemeinsam mit Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus seine Kräuterschule.
Urlaub in Mecklenburg
Gewinnfrage: Wofür wurde das Seehotel Großherzog von Mecklenburg vom Landwirtschaftsministerium ausgezeichnet? Weitere Informationen: Zu gewinnen gibt es 2 verlängerte Wochenenden für jeweils 2 Personen, 3 Übernachtungen inklusive Halbpension im ****Seehotel Großherzog v. Mecklenburg im Ostseebad Boltenhagen.
Seehotel Großherzog von Mecklenburg
Antworten nur an Klipp Zeitschriften, Friedhofgasse 20, 8020 Graz, oder isabella.hasewend@klippmagazin.at
Tel.: +49 38825 50 - 0 www.seehotel-boltenhagen.de
KLIPP November 2011
LEUTE
41 Projekte rittern um den Tourismusinnovationspreis der WK Steiermark
hab, Bundesrat und Obmann der Fachgruppe Hotellerie in der Wirtei der festlichen Verleihung am schaftskammer Steiermark. „Den21. November am Campus 02 noch wird die gesamte Teilnehmerstehen die Kreativen im Ram- schar bei der festlichen Preisverleihung am Campenlicht. pus 02 im Den TourisRampenlicht mus-Standort stehen“, so Steiermark Perhab weiter. nachhaltig Die Expertenfestigen und Jury prüft bei das Angebot der Bewertung ausbauen. unter andeDas ist die rem, ob auf die Idee hinter dem Touris- Franz Perhab: „Man darf gespannt sein, wer die Erschließung TIP-Trophäe heuer in Händen halten wird.“ neuer Märkte, musinnovaImageverbestionspreis TIP, der alle zwei Jahre verliehen serung sowie Verlängerung der Saiwird. 41 Konzepte sind von Touris- sonen Rücksicht genommen wird. mus-Organisationen und Einzel- Bedingung ist ferner, dass das einpersonen heuer eingereicht wor- gereichte Projekt innerhalb der letzden. „Es können natürlich nicht alle ten fünf Jahre umgesetzt wurde Teilnehmer mit dem TIP-Award oder sich in der Realisierungsphase nach Hause gehen“, so Franz Per- befindet.
Der Tierholzpark auf der Riesneralm (TIP-Sieger 2009) bereichert das touristische Angebot in der gesamten Region.
KLIPP November 2011
Foto: Petz
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Seit Ende September sind alle eingebrachten Projekte auf der WKPlattform (www.wko.at/stmk/tip) ersichtlich und geben einen vielseitigen Vorgeschmack: Etwa ein Urlaub für die Sinne, ein Foto-Ansichtskarten-Kalender oder die Verleihung einer Harley.
2009 überzeugten die Riesneralm Bergbahnen die Jury mit dem Projekt „Tierholzpark Riesneralm“. Platz 2 ging an die Initiatoren der „Sommercard Schladming-Dachstein“ und auf dem 3. Platz landete das „Drehbuch des Hotel Kongress“ aus Leoben. „Diese Beispiele zeigen nur zu gut, dass es wichtig ist, stets Neues zu schaffen und ausgetretene Pfade zu verlassen“, hofft Franz Perhab darauf, dass die Hotellerie- und Gastronomiebetriebe sich künftig noch stärker für den TIP engagieren. O
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LEBEN
Von Helmut Dietl
&
NACHHALTIGE IDEEN GEFRAGT
FREIZEIT
Foto: Archive of the Stud Farm Lipica
350 Pferde toben sich „unter den Linden“ in Slowenien aus Weltberühmt ist das „Ballett“ der weißen Pferde in der Spanischen Hofreitschule Wien, die Wiege der Lipizzaner – in ihrer uns bekannten Erscheinung – liegt allerdings in Slowenien, nahe der Grenze zu Italien. Von Michaela Vretscher
D
ie Zufahrt zum Kern des Lipizzanergestüts führt über eine Straße entlang der Weiden, schneeweiß umzäunt, wo man den Pferden zum ersten Mal begegnet. Ausgelassen toben sie in diesem riesigen Areal auf saftigen Wiesen im Schatten alter Bäume: Eiche, Feldahorn, aber auch Linde – auf Slowenisch „Lipa“ –, die als Namensgeberin fungiert. Freundlich empfangen werde ich von Uljana, seit 20 Jahren mit zahlreichen Aufgaben rund ums Gestüt betraut. Bei der Führung gewährt sie mir interessante Einblicke, beginnend mit dem im Mai dieses Jahres eröffneten Museum „Lipikum“. In der modern ausgestatteten Sammlung kann alles – teilweise mittels Computern und Filmen – über die Herkunft der Lipizzaner und die Ge-
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Die Wiege der Lipizzaner schichte des Gestüts in Erfahrung gebracht werden. Im Jahre 1580 gründete der Habsburger Erzherzog Karl II. von Innerösterreich das Gestüt in Lipica auf dem ehemaligen Besitz des Bischofs von Triest und ließ dem ausdauernden, langlebigen Karstpferd, das aufgrund seiner Schnelligkeit schon im Altertum für Wagenrennen eingesetzt wurde, Blut der spanischen, italienischen und arabischen Artgenossen einverleiben. Im Verlaufe von zahlreichen Zuchtreihen entstanden die Lipizzaner mit ihren typischen äußeren Merkmalen und Eigenschaften, wie etwa „ergiebige Gangart“, lebhaftes Temperament, Kooperationsbereitschaft. Nachvollziehbar im Museum
sind auch die Ahnenreihen der Tiere, wobei der Zuchtkern des Gestüts sechs ursprüngliche klassische Hengstlinien – darunter Pluto und Maestoso – und 17 klassische Stutenstämme – etwa Europa, Sardinia, Famosa – umfasst. „Derzeit leben 344 Lipizzaner hier im Gestüt, weltweit gibt es nur rund 6.000 reinrassige Lipizzaner“, berichtet Uljana. Ein Film zeigt die Entwicklung von der Geburt der schwarzen Fohlen – 27 erblickten das Licht des Karstes
„Haben Andalusier, Neapolitaner und Araber den Lipizzaner maßgeblich mit geformt, so bildete das einheimische, bodenständige Karstpferd die Basis der Zucht.“ Heinz Nürnberg, Lipizzaner-Forscher
in diesem Jahr – bis zum geschulten Pferd. Fotos beweisen hohe Staatsbesuche; in einer Vitrine sind die Ausrüstung und Pokale von erfolgreichen Reitern zu sehen. 1952 gründete man in Lipica die Abteilung der Hohen Reitschule und Dressur, erste Auftritte auf internationalem Leistungsniveau folgten vier Jahre später, 1984 konnte die Mannschaft bei den Olympischen Spielen in Los Angeles Erfolge verbuchen.
Foto: Archive of the Stud Farm Lipica
Viel Platz zum Austoben für die Karst-Pferde
KLIPP November 2011
FREIZEIT
DER WINTERFLUGPLAN GEHT AN DEN START
Foto: Ing. Dalibor Gregor
Wiener Hofreitschule – das große Vorbild. In Lipica begann man erst 1952 mit der „Hohen Reitschule“ und Dressur.
Die „Wanderung“ der Lipizzaner in andere Länder/Gestüte im Verlaufe von Kriegswirren zeigt ein Zeichentrickfilm. Vorbei an historischen tierärztlichen Instrumenten, einem Kentauren – dem Mensch-PferdeMischwesen aus der griechischen Mythologie – und vielen weiteren informativen Stationen, verlassen wir das Museum in Richtung Wölbstall, Foto: Sibil Slejko
Pferde-Liebhaber Königin Elisabeth und Prinz Philip in Lipica
dem ältesten erhaltenen Stallgebäude im alten Ortskern aus dem Jahre 1703 – seit jeher Unterkunft der Zuchthengste. Ein Angestellter macht sich soeben an den verzierten Gitterstäben zu schaffen; etwa 90 MitarbeiterInnen sind rund um das Gestüt beschäftigt, ca. 60 in der Gastgewerbe- und Hotelbranche sowie in diversen Freizeitbereichen.
Das Schloss – erbaut auf der ehemaligen Sommerresidenz des Bischofs von Triest – wurde als Wohn- und Verwaltungsgebäude benutzt und soll nun eine Umgestaltung – u. a. für Seminare – erfahren. Zahlreiche Heiratswillige zieht es zur Vermählung in die Kapelle des hl. Antonius von Padua, und auch am Tag meines Besuches ist der Raum, ausgestattet mit drei Steinaltären, bereits für eine bevorstehende Zeremonie geschmückt. Weiter geht es an mehreren Stallungen – für (trächtige) Stuten, Wallache, Junghengste – über Reithallen zum Hippodrom, wo ein Einspänner seine Runden dreht. Auf dem Weg begegnen uns Kutschen mit Gruppen von Gästen, und auf einer eingezäunten Fläche warten Ponys darauf, von kleinen Besuchern geritten zu werden. Heuer findet im September hier auch erstmals die Weltmeisterschaft im Pony-Gespannfahren statt. Meine ausführliche Reise durch die Welt der vierbeinigen Schönheiten in diesem herrlichen Gebiet nimmt ein Ende. Doch bevor ich das Areal hinter mir lasse, genieße ich die Ruhe bei den grasenden weißen Gestalten auf der Weide … und werde von einem Jungtier mit sanftem Blick verabschiedet. O
Gestüt Lipica in Slowenien Das slowenische Kulturerbe umfasst insgesamt 311 Hektar, jährlich 100.000 Besucher • Gestütsbesichtigungen je nach Saison ab 9 Uhr bis 18 Uhr zur vollen Stunde • Vorführungen der klassischen Reitschule: April bis Ende Oktober • Reitkurse, Kutschenfahrten, Ponyreiten, Naturlehrpfad • Galerie Avgust Cernigoj mit mehr als 1.400 Werken des Künstlers (geb. 1898, † 1985) • Internationaler Schauplatz von traditionellen Reitsportveranstaltungen, div. weitere touristische Angebote (Tennis, Golf, Minigolf, Hotels, Kasino) Nähere Informationen: www.lipica.org.
KLIPP November 2011
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urlaubstipps
Foto: Achensee Tourismus, Verwöhnhotel Kristall
Foto: Walchhofer
Langlauf-Wochen in Tirol
Ski-Spezialtraining in Altenmarkt-Zauchensee
Über 200 Loipenkilometer zwischen den
von 2. 1. bis 10. 4. 2012 gibt’s im Kristall
Endlich wieder in Schwung kommen: Wer
auf die Piste. Neben der Fahrtechnik, die
majestätischen Gebirgszügen von Rofan
die „Langlauf-Wochen“: Ab 602 Euro pro
unter professioneller Anleitung fit für die
unter anderem mit Hilfe von Videoanaly-
und Karwendel machen die Landschaft der
Person im Verwöhn-Doppelzimmer kostet
Ski-Saison werden möchte, kann in Alten-
sen verbessert wird, steht auch Material-
Region Achensee rund um das Verwöhn-
eine Woche Aufenthalt mit zahlreichen
markt-Zauchensee in der Adventzeit ein
kunde auf dem Programm.
hotel Kristall in Pertisau zu einem der
Specials.
spezielles Training absolvieren (Preis: 130
abwechslungsreichsten nordischen Zent-
Infos: Tel.: 05243/ 5490
Euro). Unter dem Titel „Skifit & sicher“
Infos: Tel.: 06452/ 5511
ren Tirols. Von 24. 11. bis 18. 12. 2011 und
geht’s drei Tage lang mit dem Skilehrer
www.kristall-pertisau.at
Zweite Person nächtigt kostenlos Pistenspaß ohne Wartezeiten am Lift,
und welche Kategorie Sie buchen, die
110 Pistenkilometer im größten Skigebiet
zweite Person nächtigt kostenlos. Der
Osttirols, Schlipfkrapfen statt Fertigpizza
Aufpreis für die Halbpension beträgt nur
und Wellness unterm Sternenhimmel. Vom
35 Euro. Buchbar mit dem Kennwort „2
8. bis 27. Jänner 2012 gibt’s im Wohlfühl-
für 1 + Klipp“.
hotel Outside in Matrei ein besonderes
Infos: Tel.: 04875/ 5200
Angebot für Klipp-Leser: Egal wie lange
www.hotel-outside.at
Foto: TVB Ötztal, Babile, Foto Mario (Alpen-Wellness Resort Hochfirst)
www.altenmarkt-zauchensee.at
Urlaubs Spirit am Berg in Kärnten
Obergurgl-Hochgurgl: Berge zum Greifen nah
Schon die außergewöhnliche Lage des
tiker im Hotel. So gastiert etwa Extrem-
Umringt von einer imposanten Bergkulis-
„Schönes wohnen – Tradition bewahren“
4-Sterne-Wellnesshotels garantiert Ent-
Bergsteiger Gerfried Göschl von 4.–11.12.
se und direkt an der Skipiste der Region
tauchen Winterurlauber im Hochfirst in
spannung: Auf 1.750 m Seehöhe, mitten
im Mountain Resort Feuerberg. Besinnlich
Obergurgl-Hochgurgl liegt das Alpen-
ein exklusiv-gemütliches Wohlfühlambien-
auf den Skipisten der Gerlitzen Alpe mit
wird’s vom 11.–16.12. bei Meditationen mit
Wellness-Resort Hochfirst. Schon beim
te ein.
Blick über beinahe ganz Kärnten, ist der
Hotelchef Erwin Berger und Laszlo Bös-
ersten Anblick des Vier-Sterne-Superior-
Alltag schnell vergessen. Unter dem Titel
zörmenyi, umrahmt vom Adventsingen.
Urlaubsdomizils und seiner Umgebung
Infos: Tel.: 05256/ 63250
„Spirit am Berg“ gastieren Künstler, Pro-
Infos: Tel.: 04248/ 2880
atmet die Seele auf. Unter dem Motto
fisportler, Philosophen, Dichter und Mys-
www.hochfirst.com
www.hotel-feuerberg.at
Ski-Erfolgsgarantie im Böhmerwald
Winternostalgie im Südtiroler Ultental
Wer zwar das Skifahren gelernt hat, aber
Skikurs wieder zum alten Schwung gefun-
Die Weite des 40 Kilometer langen Süd-
An den Südhängen der Ortlerausläufer und
zuletzt im Jahre Schnee auf den Brettern
den zu haben. Angebot: 6 Übernachtungen
tiroler Ultentals ist wie geschaffen für
an den Nordhängen des Deutschnonsbergs
gestanden ist, der kommt im Skigebiet
mit HP, 29. 1. bis 4. 2. 2012, Fünf-Tages-
Naturerlebnisse abseits von Pisten oder
gibt es viele leichte bis anspruchsvolle
Hochficht in Oberösterreich garantiert
Skipass, fünftägiger Skikurs sowie Leih-
Loipen. Immer mehr Menschen gehen mit
Routen.
wieder auf die Piste. Denn die Ferienre-
ausrüstung, ab 435 Euro pro Person.
Schneeschuhen auf Wanderschaft, um
gion Böhmerwald gibt Wiedereinsteigern
Infos: Tel.: 07281/ 20065
eine unberührte Natur zu entdecken, die
Infos: Tel.: +39/0473/795387
das Versprechen, nach einem fünftägigen
Ski- oder Langläufern verborgen bleibt.
www.boehmerwald.at
sti pps
www.ultental.it
Erholung fängt beim Buchen an Die Silvretta Montafon mit der neuen
Card bequem genutzt werden. Dabei fängt
Verbindung zwischen Nova und Hochjoch
die Erholung schon beim Buchen an. Eine
ist das größte Skigebiet Vorarlbergs.
einfache Navigation lässt jeden schnell
Skipass, Übernachtungen im Tal, Skikurs,
finden, worauf er sich am meisten freut.
Ausrüstung sowie alle Bergerlebnisse
Vorfreude ist programmiert.
und Events sind jetzt elektronisch über die neue Web-Präsenz buchbar. Vor Ort
Infos: Tel.: 05557/ 6300-208
können die Angebote mit der Montafon
www.silvretta-montafon.at
Foto: TVB Tirol West
Gratis Kinder-Winterwochen in TirolWest
Solaria-Ski-Challenge in Ischgl
Eltern mit einem oder mehr Kindern ab
Skiausrüstung, 5 Tage Betreuung in Tobi’s
Es steht zwar der Spaß an erster Stelle,
inklusive Halbpension, Skiausrüstung und
Jahrgang 2005 und jünger können vom
Kindergarten, 1 Überraschungsgeschenk
dennoch werden die Teilnehmer der 2. So-
Skikurs und natürlich Après-Ski, Rahmen-
14.–28.1. und 10.–17.3.2012 folgende Leis-
für jedes Kind und, zusätzlich auf Wunsch,
laria-Ski-Challenge in Ischgl (27.11.–2.12.)
programm und Wellness-Verwöhneinheiten
tungen kostenlos in Anspruch nehmen,
täglich Kinder-Mittagessen in Tobi’s Kin-
als Abfahrtsprofis das Abschlussrennen
vom Team des 4-Sterne-Hotels Solaria.
wenn sie sich mindestens sechs Nächte
dergarten zum Vorzugspreis von 10 Euro.
bestreiten. 20 Personen zwischen 20 und
in der Ferienregion TirolWest aufhalten:
Infos: Tel.: 05442/ 65600
99 Jahren, alles absolute Skianfänger,
Infos: Tel.: 05444/ 5205
5 Tage Skipass, 5 Tage Skikurs, 5 Tage
sind eingeladen auf die Übernachtungen
www.tirolwest.at
www.solaria.at
urlaubstipps
Foto: OÖ. Tourismus/ Erber
Bücher Kommst du Freitag? Dorit Kowitz Herder
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as hat eine Zugverspä tung in Hamburg mit dem zerstochenen Reifen am Berli ner Ostbahnhof zu tun? Was gibt’s jeden Sonntagabend zu heulen, und warum führt all das geradeaus zur Frage nach dem Sinn? Nach dem Sinn, so zu leben, als Paar: du immer hier und er, oder sie, immer woanders. Nach der Angst davor, dass er fremdgeht. Danach, ob es eine Familien planung geben wird. Eine Liebe auf Distanz kann schön sein und sie kann nerven. Das Buch zu ei nem Phänomen unserer Zeit.
CD-Tipps „Die verborgene Sprache der Blumen“ von Vanessa Diffenbaugh Lübbe Audio Victoria Jones kennt von Geburt an nur Waisen häuser und Pfle gefamilien und ist am liebsten allein. Einzig für Blumen interes siert sie sich, und für ihre verborgene Be deutung, in die Elizabeth sie eingeweiht hat. Elizabeth ist die Einzige, die ihr jemals das Gefühl von einem Zuhause gegeben hat. Mit 18 Jahren ist Victoria schließlich auf sich allein gestellt, ist obdachlos, bis sie einen Job in einem kleinen Blumenladen findet …
„Ausgelöscht“ von Cody McFadyen Lübbe Audio Während Smoky Barrett und die anderen Gäste auf das Brautpaar warten, hält ein Lieferwa gen vor der Kirche und eine Frau wird hinausgesto ßen. Ihr Kopf ist kahl geschoren, die Haut ist blutig. Sie wurde vor sieben Jah ren entführt. Weitere Frauen werden aufge funden, die seit Jahren verschwunden waren. Sie alle können nicht mehr sprechen, denn ihnen wurden zentrale Nervenbahnen im Ge hirn durchtrennt …
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Auf der Strecke Bielefeld & Hartlieb Diogenes
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er erfolgsverwöhnte junge Au tor Xaver Pucher hatte noch viel vor. Doch unterwegs zu seinem Agenten, dem er sein neues Manuskript überrei chen wollte, wird er im Schlafwagenabteil auf der Strecke zwischen Wien und Berlin ermordet. Zwei Kommissare kümmern sich um den Fall – Berliner Schnauze trifft Wiener Schmäh: Thomas Bern hardt aus Berlin und Anna Habel aus Wien ermit teln gemeinsam. Was sagt mir meine Kindheit? Dr. Julia Umek Kneipp Verlag
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ie Autorin widmet sich der spannenden Frage, wie viel unserer Persönlichkeit bereits in der Kindheit festgelegt wurde und wodurch. Sie zeigt, wie wichtig die ersten Lebens jahre sind und wie sie sich auf unser späteres Le ben auswirken können. Den Folgen einer viel leicht schwierigen Kindheit sind wir aber nicht machtlos ausgeliefert … Vom Aussteigen & Ankommen Jan Grossarth Riemann
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infach leben, unabhängig wer den. Das wünschen sich viele Menschen. Einen Sommer lang hat Jan Grossarth, Redakteur der FAZ, Aussteiger besucht und ihren Alltag geteilt. Be wundernd und verwundert beschreibt er seine Reise von Vorpommern bis Norditalien. Ich mache keine Diät mehr! Karin Lobner Kneipp Verlag
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ie Psychotherapeutin Karin Lobner räumt auf mit den My then rund ums Übergewicht. Sie gibt zahlreiche Anregungen, die Ihnen den Weg weg von Ihren Gewichtsproble men einfacher machen. Probieren Sie die Tipps der Reihe nach durch oder suchen Sie sich her aus, was zu Ihnen passt – egal wie: Beginnen Sie – jetzt! Kindergärten, Krippen, Horte Bettina Rühm DVA ine gute Betreuung und frü he Förderung für alle Kin der gehören zu den wichtigsten Zukunftsaufgaben. Der Bau von neuen Einrichtungen wie auch der Umbau oder die Erweiterung bestehender Häuser ist daher ein wichtiges Thema für Städte, Gemeinden sowie karitative oder kirchliche Ein richtungen – und nicht zuletzt für Architekten und Planer.
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Du blutest, du blutest Falkner Residenz Verlag
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van, ein Kind, ein unschuldiger Anarchist wie alle Kinder, nimmt an der Welt Maß, an einer Welt, die moralisch in Trümmern liegt. Er wird zum Anführer einer Revolte von Kindern, die die Stadt mit Gewalt überziehen, in die Apokalypse stürzen … Falkner baut aus All täglichkeiten, aus Splittern unserer Lebenswirk lichkeit ein Szenario, das sich nach und nach zu dem monströsen Fiebertraum entwickelt, der un sere Welt vielleicht schon ist. Ihre Sprache ist hart und poetisch, ihre Haltung schonungslos und ra dikal. So war die Zeit Gunter Haug Bastei Lübbe
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1. März 1945. Es ist der 13. Geburtstag von Gretel, und ihre Heimatstadt Rothenburg liegt im Bombenhagel. Das Don nergrollen ist bis nach Creglingen zu hören, wo der 12 Jahre alte Walter lebt. Dieser Moment ist der Auftakt für zwei authentische Lebensge schichten im Zeichen des Neubeginns. Die perfekte Infografik Dona M. Wong Redline Verlag
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ahlen, Daten und Fakten so aufzubereiten, dass sie sofort für jedermann verständlich sind und nicht fehlinterpretiert wer den, ist eine Kunst für sich. In der datenlastigen Welt von heute ist es erfolgsentscheidend, die Sprache von Bildern und Grafiken perfekt zu be herrschen, um sich schnell verständlich zu ma chen und Geschäftspartner zu überzeugen. Wie funktioniert Wirtschaft? Pirmin Fessler, Stefan Hinsch Promedia
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as Buch ist eine Einfüh rung zum Begreifen öko nomischer Prozesse im Zeit alter der Globalisierung, die dazu dienen mag, auch die Krisenerscheinungen besser verstehen zu kön nen. Es geht den Autoren um eine Zusammen fassung und verständliche Darstellung des öko nomischen Denkens, aber auch um eine kriti sche Hinterfragung des Mainstreams. Terrorlisten – Die schwarzen Löcher des Völkerrechts Victor Kocher Promedia
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er Schweizer Journalist Victor Kocher geht den Auswüchsen der Kontrollgesellschaft nach. Un ter dem Deckmantel des Antiter KLIPP November 2011
rorkampfes entzieht die UNO verdächtigen Per sonen einen guten Teil ihrer Bürgerrechte. Wes sen Name einmal auf eine sogenannte Terrorliste gesetzt wird, der verliert mit einem Schlag seine persönliche Freiheit, hat keinen Zugang mehr zu Bankkonto oder Kreditkarte und kann keine Lan desgrenze mehr überschreiten. Ehrliche Arbeit Norbert Blüm Gütersloher Verlagshaus
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orbert Blüm ist ein Freund deutlicher Worte und als ge lernter Werkzeugmacher weiß er, wovon er spricht, wenn er über Arbeit redet. Der frühere Arbeitsminister legt hier eine kluge Analyse unserer modernen Wirt schaftswelt vor und wagt mutige Prognosen dar über, wie ein tragfähiges Zukunftskonzept ausse hen muss. Einfach leben – Das große Buch der Spiritualität und Lebenskunst Anselm Grün Herder
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Filme hotel lux Komödie Darsteller: Michael Herbig, Jürgen Vogel, Thekla Reuten, Alexander Senderovich, Valery Grishko Regie: Leander Haußmann
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er Komiker und Paro dist Hans Zeisig muss 1938 mit falschen Papieren aus Nazi-Berlin fliehen. Ei gentlich träumt er von Hol lywood, doch dann landet er in Moskau und gerät in das berüchtigte Exilantenhotel LUX. Es ist der Zufluchtsort kommunistischer Funktionäre aus aller Welt und insbesondere aus Deutschland. Der sowjetische Geheimdienst verwechselt Zeisig mit dem abtrünnigen Leibastrologen Adolf Hitlers. So gerät der unpolitische Entertainer zwischen die Fronten blutiger Intrigen in Stalins Machtapparat. Fotos: Bavaria Pictures/Stephan Rabold
infach leben heißt: Immer mehr im Einklang mit sich selber sein. Frei und authen tisch leben und seinen eigenen Rhythmus finden. Offen sein, in jedem Augenblick, für das, was jetzt gerade ist – in der heilsamen Begegnung mit der Natur, in jeder Phase unseres eigenen Le bens und ganz besonders in den Festen und Ritu alen des Jahreskreises mit ihrer tiefen Symbolik.
melancholia Drama
Unser Friaul – Menschen, Feste, Gärten, Wein Gisela Hopfmüller, Franz Hlavac Styria Regional
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it dem Kauf eines Hau ses im Friaul begann sich vor einigen Jahren für die Autoren ein „zweites Leben“ in ihren journa listischen Alltag einzufügen. Dieses Buch ist kein nüchterner Reiseführer, sondern schildert au thentische Begegnungen mit Land und Leuten. Für interessierte Friaul-Besucher gibt es zudem jede Menge Geheimtipps. Gelebte Nachhaltigkeit Kurt Mitterer, Volker Buchegger, Bernhard Witzeling Linde populär
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as Buch stellt die wesent lichsten Kriterien für eine nachhaltige Unternehmensent wicklung vor. Zehn Interviews mit namhaften österreichischen Topmanagern und Unterneh men geben Impulse und bieten wertvolle Ein blicke und Tipps für heutige und künftige Füh rungspersönlichkeiten.
KLIPP November 2011
Darsteller: Kirsten Dunst, Charlotte Gainsbourg, Kiefer Sutherland, John Hurt, Stellan Skarsgård Regie: Lars von Trier ass ein riesiger Pla net namens Melan cholia sich unaufhaltsam durch das Weltall bewegt und immer weiter auf die Erde zusteuert, ahnen die Hochzeitsgäste von Justine und Michael noch nicht. Doch das prachtvolle Fest, das nach der Trauung auf dem herrschaftlichen Landsitz der Brautschwester Claire und ihres rei chen Ehemannes John stattfindet, steht dennoch unter keinem guten Stern. Fotos: Concorde Filmverleih/ Christian Geisnaes
real steel Action Darsteller: Hugh Jackman, Dakota Goyo, Anthony Mackie, Evangeline Lilly, Kevin Durand Regie: Shawn Levy
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harlie Kenton war einst ein erfolgreicher ProfiBoxer, bis Hightech-Roboter die Menschen im Ring ablös ten. Jetzt schlägt er sich als Promoter mit selbstgebauten Robotern vom Schrottplatz in Untergrundkämpfen durchs Leben, unterstützt durch die attraktive Tochter seines ehemaligen Trainers. Gerade als er ganz unten angekommen ist, taucht Charlies 10-jähriger Sohn unerwartet bei ihm auf … Fotos: Dream Works II Distribution/ Greg Williams 55