Skip to main content

Klipp_2010-05

Page 1


.000.000 €* * das sind in „echtem“ Geld 720 Millionen Schilling Juli

Steirer, verschuldet, gewann im Eurolotto

Was würden Sie damit

INHALT

SPOTS

4Eine Ärztin, die nicht nur Rezepte schreibt

Schreiben ist eine Sucht COVERSTORY

8Vielfacher Millionär, doch am Boden geblieben

POLITIK

142005 erlebte die FPÖ ihren Supergau

Die Blauen nun im Aufwind

15Voves und die Spö unter Druck

16Grüne nehmen Top-Beamte mit Nebenbeschäftigungen ins Visier.

Dabei auch G. Kappl 17Für Millionäre

Österreich eine Steueroase WIRTSCHAFT

18Volksdroge Fußball – das System ist faul

HINTERGRUND

22Aufdecker von Kaprun mundtot machen

AUTO & MOTOR

26E-Mobilität

SONDERTHEMA

29Unser Wald – unser Holz

GESUNDHEIT

38Nicht alles hilft, was in der Werbung glänzt

LEBEN & LEUTE

40Schlüsselmuseum

FREIZEIT

42Einmal Venedig und zurück Mit dem Kajak am Canale Grande

46Adrenalin pur!

„Canyoning“ bringt den Kick. Kneifen gibt’s nicht. Als Frau in der Gruppe mit Mut voran.

STANDARDS

4Spots

23Lilly Lotterblume

24Auto & Motor

38Gesundheit

48Urlaubstipps

50Bücher

Seite 8 – Steirischer Glückspilz gewann im Eurolotto 52 Millionen Euro
Seite 22 – Aufdecker von Kaprun mundtot machen
Seite 46 – Canyoning – Adrenalin pur!
Seite 18 – Volksdroge Fußball – das System ist faul

www.lifepr.de

Froh-Botschaft für das weibliche Geschlecht Bärenstark ohne Muskelberge

Viele Frauen haben eine Schwäche für muskelbepackte (muskulöse) Männer, die Bilder-Typen. Umgekehrt ist das ja nicht so. Zwei Grazer Forscher beweisen nun, dass man auch ohne Muskelberge bärenstark sein kann Damit können weibliche Wettkämpferinnen rank und schlankbleiben–wasfürBikerinnenoderunsereSkiasse, aber auch vor allem für Kletterer ganz wichtig ist. Sie hängen in steilen Felswänden wie Fledermäuse und trotzen der Schwerkraft. Oft entscheidet das letzte QuäntchenStärkeüberSiegoderNiederlage.Gleichzeitig sind ausgeprägte Muskeln auch das Verhängnis von Kletter-Sportlerinnen, wie Privat-Dozent Markus Tilp vom Institut für Sportwissenschaft der Uni Graz in der Zeitschrift Unizeit erklärt: „Eine Zunahme an Kraft ist in der Regel auch mit der Vergrößerung des Muskels verbunden. Für die Athletinnen bedeutet das jedoch eine zusätzliche Last, die sie bewegen müssen.“ In ihrer Studie können nun Tilp und sein Diplomant Ingo Filzwieser einen Weg aufzeigen, wie Muskeln an Kraft, nichtaberanGewichtgewinnen.DasSchlüsselwortdort heißt: kombinierte Elektrostimulation. „Bei dieser Methode lernt der Muskel, seine einzelnen Fasern koordinierter zu aktivieren“, berichtet der Sportwissenschaftler. Gott sei Dank! Schöne Aussichten!

IMPRESSUM

Medieninhaber:

KLIPP Zeitschriften KG, 8020 Graz, Friedhofgasse 20, Tel. 0316/ 42 60 80-0, Fax-Dw 122 office@klippmagazin.at

Herausgeber: KLIPP Zeitschriften KG

Officemanagement: Isabella Hasewend

Redaktion und Autoren: Jürgen Lehner, Ali Rosker, Reinhard Schuch, Helmut Dietl, Carmen Reiterer, Karin Klug

Produktion: Martin Druschkowitsch, Hans Obersteiner, Christian Wallner.

Lektorat: Mag. Dr. Günter Murgg

Druck: MA-TISK d.o.o. Maribor

Abonnentenpreise: Jahresabo € 14,53, Zweijahresabo € 26,16, Studentenabo: 2 Jahre € 18,16, 1 Jahr € 13,08

Vertrieb: Hurtig & Flink

Erscheinungsort: Graz, Verlagspostamt: 8020 Graz, P.b.b. www.klippmagazin.at

Nächster Erscheinungstermin: August 2010

Eine Ärztin, die nicht nur Rezepte schreibt Schreiben ist eine Sucht

Als praktische Ärztin in Eibiswald und mit einer Familie, die sie auf Trab hält, steht Barbara Hagen mit beiden Beinen fest im Leben. Sie weiß, was Alltag heißt und wie genau die Zeit eingeteilt werden muss. Vor allem deshalb, weil es ja auch die Manie der Familie für alte Autos, Boote und neue Motorräder gibt. Das ist die „sichtbare Realität“, aber es gibt auch noch eine stille Seite, die nur in ihrem Kopf entsteht. Seit einigen Jahren schreibe ich in Foren im Internet. Und das finde ich gut, weil da gibt’s Kritik und Kommentare. Das ist viel besser, als wenn du allein in die Schreibmaschine schreibst oder in den Computer und kein Echo hast.

Das Schreiben ist für mich wie zu einer Sucht geworden. Wenn man einmal was angefangen hat, dann will man das einfach auch zu Ende bringen. Da muss ich mich stark zurückhalten, weil ich ja daneben auch noch viel zu tun habe.

Auf die Idee, ein Buch zu schreiben, bin ich eigentlich vor zwei Jahren gekommen, als ich in einem Forum von einem Preisausschreiben des Heyne-Verlages gelesen habe. Und weil ich gerade an einer Geschichte gearbeitet hatte, die inhaltlich entsprochen hat, reichte ich sie ein. Ich war leider eine der 1400, die nicht gewonnen haben. Aus Wut darüber habe ich das Manuskript kommentarlos an den ersten anderen Verlag, der auf Google aufgetaucht ist, gemailt. Das war das Buch „Genesis –der 8. Tag“.

Auch das 2. Manuskript, das ich beigefügt hatte, wurde genommen: „Wüstengötter“ – eine reine Fantasy-Geschichte und meine Antwort auf die ganze „Herr-der-Ringe-Literatur“ mit verkappten Königen, schönen Elfen, bösen Orks und strahlenden Helden: Kein gütiger Herrscher, kein Held, nur ein Bettler, der seine Ruhe haben will und im Laufe seines Lebens gelernt hat, wie man sich durchschlägt. Leicht zu lesen, mein persönliches Ventil, wenn ich mich abreagieren will. Nicht ganz jugendfrei, doch ein un-

heimlicher Spaß beim Schreiben. Die Fortsetzung kommt noch heuer heraus, ich habe meine Hauptperson nicht im Stich lassen können. Der Vertrag ist schon unterschrieben. Ach ja, „Wüstengötter“ gibt es auch als Hörbuch.

Meine Familie hat etwas zwiespältig auf mein neues (altes) Hobby reagiert. Von „Hättest du nicht besser den Cadillac aufpolieren können?“ (natürlich mein Mann) bis zu „Wow, krieg ich ein Buch mit Widmung?“ (mein Sohn). Beide haben es noch nicht geschafft, ein Buch weiter als biszumzweitenKapitelzulesen,ich bleibe daher ein ziemlicher Einzelkämpfer.

Die Sache mit dem Philosophen im eigenen Land…

Ein Spätberufener

Als Familienname existiert Fuchs in Österreich tausendeMale,istdasalsolandläufigeinWaldund Wiesenname. Wer sich allerdings als bildender Künstler, Maler Anerkennung in der Kunstszene geholt hat, der muss schon einiges „draufhaben“. Nicht zuletzt deshalb, weil ja mit dem neben Niki Lauda bekanntesten Kapperlträger Prof. Ernst Fuchs der Name international auch schon besetzt ist. Noch mehr, wenn, wie beim Grazer Jery Fuchs, seine Leidenschaft für die Malerei nicht sein Brotberuf ist, sondern er seine Karriere als Maschinenbauer in der Versicherungsbranche gemacht hat. Eh schon wissen, der Philosoph im eigenen Land gilt immer wenig. Daher stellt Fuchs im Herbst in Linz aus, wo unter dem Motto „Wirtschaft trifft Kunst“ in einer renommierten Anwaltskanzlei seine gestische, abstrakte Malerei zu bestaunen ist, wo eben ein Hauch von Gegenständlichkeit drinnen ist. Er ist ein Spätberufener und malt

einfach aus Leidenschaft. Und wann gefällt einem ein Bild überhaupt? „Das ist, wie wenn du eine Frau triffst, die du nicht kennst und die dir gefällt. Du kennst keine Marotten von ihr und gar nichts und dennoch gefällt sie dir. So ist das auch in der Malerei.“ Für Fuchs liegt das Urgeheimnis der Malerei in der Frage: „Was machen zwei Farben miteinander?“ Und die Wirksamkeit kann man auch in seinem Atelier bestaunen, seine Wohnung hat er zum Teil mit seinen Bildern belegt. Die Gruppe derer, die zumindest einen Fuchs zu Hause haben, wird immer größer. Dazu zählen Salzburger Spitzenpolitiker, österreichische Bank-Manager und Industrie- und Wirtschaftskapitäne. Seine kräftigenFarbensprechenoffensichtlich eine breite Gruppe an. Jahrelang hat er auch Bilder für „Licht ins Dunkel“ beigesteuert. Zufrieden macht ihn eine Bemerkung, wenn Leute seine Bilder anschauen: „Das gefällt mir. Wer ist der Künstler?“ Und wenn der Nachsatz ausbleibt: „Was soll das sein?“

Jery Fuchs: „Mit einem Bild ist es so wie nit einer Frau…“

Anton Heesen: Wenn es Neues gibt ist er immer vorne dabei.

Anton van Heesen möchte bei dem, was er tut, immer besondersgutsein.Mitseinem McDonald’s in Graz-Straßgang, in der Nachbarschaft des Metro-Marktes, hat er wieder die Pionier-Rolle für den Hamburger-US-Konzern übernommen. Denn sein neues Reich hat nur noch wenig mit einem McDonald’s alten Stils zu tun. Vom Konzept und der Architektur her ist

Einmal Pionier, immer Pionier

es ein gelungener Mix von Kaffeehaus, Konditorei und traditionellem McDonald’s-Restaurant. „Wer schon länger nicht bei McDonald’s war, der ist natürlich überrascht“, freut sich Anton van Heesen über den Erfolg. Die Gäste kommen aus allen Altersgruppen auf einen Kaffee mit Mehlspeise oder auch zum Frühstück vorbei. „Easy Morning“ nennt sich der neue Auf-

tritt von McDonald’s, wo man diverse Frühstückskombinationen kriegt – für Experimentierfreudige, Neuentdecker, für Traditionsbewusste (Wiener Frühstück) und für BurgerLiebhaber. „Frühstücken gehen liegt im Trend“, so Anton van Heesen. „Und die Leute wollen am Morgen einfach die Vielfalt, die es bei uns gibt, genießen.“

Heesen und sein 80-köpfiges Team in Straßgang waren ein so genanntes Test-Restaurant. Seit wenigen Wochen gibt’s „Easy Morning“ in allen 170 McDonald’s-Restaurants in

Wein-Ritter Alois Paul feierte

Der Lendplatz ist zum jetzigen Zuhause von Alois Paul und seiner Frau Gertrude geworden. „Schuld daran“ ist sein Friseur Musyl, wo er sich regelmäßig verschönern lässt. „Von ihm habe ich seinerzeit erfahren, dass die Räume zu haben waren. Früher war dort sogar ein Schnaps-Tschecherl.“ Mittlerweile liegt die Eröffnung von „Spezialitäten Paul“ 35 Jahre zurück,habendiePaulsdasHausam Lendplatz gekauft, sind von Seiersberg zum Wohnen in die Stadt gezogen. Nicht nur dieses Jubiläum wurde mit Freunden, Gästen und allen Bekannten an drei Tagen gefeiert (mit Kaffeepreisen von damals), sondern auch die Wein-Ritter gaben Anlass. Alois Paul ist einer von ihnen. Sie verliehen ihm das Domizil-Schild. Damit ist „Spezialitäten Paul“ auch ein offizieller Treff für die regelmäßigen Tafelrunden.

Der Ex-Seiresbrger Alois Paul mit „seinem“ Bürgermeister und Freund Werner Breithuber.

Vor 15 Jahren gründeten die Wein-Ritter das „ConsulatSteiermark“.MitvollemNamenheißen sie Ordo Equestris Vini Europae. Der Orden geht auf den vom Habsburger Herzog Otto dem Fröhlichen im 14. Jahrhundert gegründeten St. Georgs Templeisen Orden zurück. Aus der früheren Schnapsbude haben die Pauls im Laufe der Jahre

durch Ausbau, Umbau und Vergrößerung ein schmuckes Kaffeehaus mit Vinothek („Meine Frau hat eine Hand fürs Schöne“) gemacht, wo’s angefangen vom Szigeti-Sekt über Schinken und, und viele Spezialitäten gibt. Vom Marktfahrer, über Richter, Ärzte, bis zum Senats- und Hofrat trifft sich alles dort. „Die Bauern vom Markt zählen zu meinen liebsten Gästen“, sagt Alois Paul, der täglich schon um 6:00 Uhr seinen Gä-

Österreich. Für ihn bedeutet „Easy Morning“ aber „early morning“, denn er muss schon manchmal um drei, dann wieder um halb fünf Uhr früh aus den Federn. „Aber ich mach das gern, weil ich spüre, wie gut das angenommen wird.“

Es war Anton van Heesen, der McDonald’s in den 80er-Jahren nach Graz gebracht hat. Am Jakominiplatz standen die Grazer Schlange um begehrte faschierte Laiberl. Mit vielenAktivitätensammelteerSympathiepunkte für McDonald’s und baute weitere Standorte in der Conrad von Hötzendorfstraße und beim Zentralfriedhof auf. Auch am Hauptplatz sollte ein McDonald’s einziehen, fast alles war fix, doch letztendlichsahmandavonab.Heute wird dort Sacher-Kaffee serviert.

Gertrude Paul: zuständig für das Schöne.

sten Kaffee serviert. „Ich bin da Aushilfskellner meiner Frau“, feixt er, der noch vielen als Sturm-Präsident in Erinnerung ist. „Einmal Fußball, immer Fußball, ich liebe Sturm, bin aberkeinFanatiker,ichhabevieleroteFreunde.“ Alle seine Freunde halfen ihm und seiner Frau auch über die schwerste Zeit hinweg, spendeten TrostundgabenHalt,alsdiebeidenvor14Jahren den einzigen Sohn verloren. Er hätte das Autohaus in Seiersberg übernehmen sollen, das Paul seit Jahren verpachtet hat. Ein Schicksalsschlag, an dem Menschen reifen. „Wie schnell das gehen kann – heute ist man noch da und morgen nicht mehr.“

Weil er mit Menschen gern zu tun hat, ist das Paul am Lendplatz so etwas wie ein Dorfbrunnen geworden. „Erst dann, wenn du dich für andere einzusetzen beginnst und den Neid besiegt hast, wirst du zu einem wahren ritterlichen Menschen“, lautet eine Kernbotschaft der Wein-Ritter. Und „Eidgenosse“ und Wein-Ritter (Eques de Vino) Alois Paul, der bald schon zum Proconsul ernannt wird, versucht danach zu leben.

Martin Wiegele wechselte im Jahr 2003 als erfolgreicher Amateur in den Profi-Golf. Ein mutiger Schritt. Nach spektakulären Erfolgen kam eine Durststrecke, mit etlichen Auf und Abs. Auch am Anfang des heurigen Jahres lief es gar nicht gut. Als außer ihm selbst keiner mehr daran glaubte, lief es plötzlich. Er ist heute die Nummer eins im österreichischen Golf und liegt damit in der Weltrangliste auch vor Markus Brier. Wiegeles zwei TurnierSiege – einer davon sogar auf der European Tour in Frankreich – haben ihn in der Weltrangliste weit nach vorne gebracht, mit der Chance auf mehr. Für alle Nicht-Golfer: In keiner anderenSportartentscheidenZehntelMillimeter beim Putten (Einlochen) über Sieg oder Niederlage. Nicht zufällig gibt es beim Golfen – sieht man von TigerWoodsab–kaumSeriensiege.Martin Wiegele gelang dieses Kunststück mit einem Sieg bei einem ChallengeTurnier in Seltenheim in Klagenfurt und unmittelbar darauf sogar auf der Tour in Frankreich. Sozusagen als Draufgabe glückte ihm in Klagenfurt auch noch ein Hole in One, also mit einem Schlag kam er ins Loch. Wiegele gewann als Sonderpreis ein Auto im Wert von 40.000 Euro. Aber es wird noch unglaublicher, denn ein Jahr zuvor hatte Wiegele am selben Loch auch ein Hole in One geschossen und dabei ebenfalls ein Auto gewonnen. „Der Platz mag mich offensichtlich.“

Golfer trainieren wie andere Spitzensportler täglich mehrere Stunden und es kommt beim Wettkampf natürlich auf die Tagesverfassung an. Störende Einflüsse zerstören eine gute Leistung oft in wenigen Sekunden. So etwa auch beim Biathlon, wo das Schießen andere gute Leistungen beim Langlaufen praktisch zunichte macht. Wie sehr die Psyche eine Rolle spielt, zeigte sich auch erst jüngst bei Mega-Star Tiger Woods, der mit seinen familiären Problemen plötzlich irgendwo im Klassement bei den Turnieren steht, jüngst nichteinmaldenCutgeschaffthat.Das heißt, er kam nach zwei Tagen nicht unter die besten 64.

Nichts ging mehr im Spiel bei Martin Wiegele. Doch dann kam die herbeigesehnte Wende zum Guten. Und nun:
Lust auf mehr

Ganz egal, ob Profi-, Amateur- oder Hobby-Golfer – nur, wenn man von der Golf-Muse geküsst wird oder mit ihr auf du und du ist, gelingt großes Golf. Wiegele-CoachAliRosker:„Entscheidend für einen Sieg ist, ob dir das kurze Spiel gelingt, also der Schlag aufs Grün, zur Stange. Und zwar so, dass du praktisch mit dem nächsten Schlag einlochen kannst.“ Ist man in Form, gelingen (mit Glück) ganz lange Putts und sonst verschießen Spitzensportler auch große Chancen aus einem Meter Entfernung und weniger. Ans Geld denken die Spieler in solchen Situationen nicht (bewusst), doch ans Siegen sicher, wenn sie in hoffnungsvoller Position spielen.

So schnell geht’s im Profi-Golf. Wie im Lift: einmal im obersten Stockwerk, dann plötzlich wieder im Keller. Beim BMW Open in München (2 Mio. Euro) Preisgeld) und in Paris (3 Mio. Euro) klappte es nicht mit dem Cut. Die nächste Chance in der gleichen PreisLiga gibt’s in Schottland.

Glück gehört auch dazu

Herr Faustmann, Sie spielen selbst Golf. Nein, das habe ich nie versucht. Möglicherweise irgendwann in der Zukunft werde ich es probieren. Ich kenn mich dabei nicht aus.

Warum sponsern Sie dann Martin Wiegele?

Erwin Faustmann: Das ist durch den Trainer Ali Rosker zustande gekommen, weil er mich angesprochen hat und ich für uns darin eine neue Chance gesehen hab’.

Und was versprechen Sie sich davon?

Erwin Faustmann: Wir betreiben ja Studios in Graz St. Peter, in Hartberg, in Lafnitz und in Graz auch in der Wienerstraße. Unsere Möbelmanufaktur macht also Sonder-Anfertigungen in allen möglichen Bereichen. So zum Beispiel auch im Büro-Bereich, bei Autohäusern, aber logischerweise auch für Private. Unsere Produkte sind für – wenn Sie so wollen –den gehobenen Anspruch. Und Golfer zählen für mich eben auch zu dieser Gruppe, die das wollen und die eine solche Werbung registrieren. Denn Martin Wiegele kommt ja auch oft in den Medien in der Steiermark vor. Wir merken jetzt durch seine ganz tollen Leistungen, dass unsere Werbung auch registriert wird, weil wir auch darauf hin angesprochen werden. Natürlich wäre es fein, wenn’s gut weitergeht, weil wir auch weiter expandieren und davon was haben.

Foto: Gepa Pictures
Raus aus der Krise
Coach Ali Rosker: „Martin kann sicher noch was drauflegen

Jazzsommer 2010 in Graz vom 8. bis 24. Juli

Noch mehr Vielfalt

Es ist wieder einmal so weit: Mit dem Jazzsommer 2010 befindet sich Graz in bester Gesellschaft mit den etablierten Jazzfestivals der Welt. Jazzsommer-Gestalter Gogo Jesernik: „Auch heuer werden wieder zahlreiche heimische und internationaleKünstlerdieJazzfansaufden Schlossberg-Bühne-Kasematten undimDomimBergbegeistern.Unter ihnen Helen Schneider, Maceo Parker oder Randy Crawford und das Joe Sample Trio, Mike Stern in der Besetzung mit Meisterschlagzeuger Dave Weckl und der Trompeter-Legende – dem Grammy-Gewinner – Randy Brecker.“

Mit Jazzanova, Shantel und Carl Craig kommen echte Stars aus der elektronischen Szene mit JazzBackgroundindieMurstadt.„Unser Programm wurde dadurch noch wesentlich vielseitiger und moderner“, beschreibt Organisator Gogo Jesernik.„UnsereNightlineimp.p.c.und Dom im Berg wird nicht nur bei unserem jungen Publikum mit nationalen und internationalen DJs für eine tolle Atmosphäre und super Stimmung sorgen.“

Am vierten Wochenende verwandelt sich der Dom im Berg für drei Tage zur Concert Hall der Superlative. Mit Live-Konzerten und Dance Partys wird sich der JazzSommer Graz 2010 von seinen Freunden bis ins nächste Jahr verabschieden. ❖

30. Juli – 7. August 2010

La Strada – Internationales Festival für

Figuren- und Straßentheater in Graz

Seit Jahren widmet sich das Festival La Strada auf vielerlei Weise seiner Stadt: Es erkundet ihre Räume, ihre Geschichte, ihr soziales Gefüge, ihren Umgang mit der Kunst. Denn gerade die Stadt wird im Alltag oft nur in Ausschnitten wahrgenommen: als Schlaf- und Arbeitsplatz, als Einkaufs- und Ausgehmöglichkeit, als Baustelle, Stau- und Lärmverursacher. Die Stadt als sozialer Raum, als kreativer und rekreativer Raum wird hingegen kaum thematisiert. Das ist Sache der Kunst und auch ein Hauptanliegen von La Strada. Im Theater Next Liberty werden im heurigen Programm zwei feinsinnige Figurentheaterproduktionen gezeigt: Der französische Maskenspieler und Pantomine Jean-Michel Debarbat (Compagnie Lug) zeigt

mitseinerProduktion„Pantin,c’est l’heure“, dass es manchmal nur einenTräumerbraucht,umdieWelt lebendig zu machen. So einen wie diesen scheuen, tolpatschigen

Clown, der so gern ein weltberühmter Tänzer wäre. Geschichten werden zu einer eindringlichen Collage zusammengeführt, aufwühlend, radikal, leibhaftig.

Traumhaft-bizarr geht es auch bei Ilka Schönbein vom Theater Meschugge zu – sie verquickt Puppenspiel, Schauspiel und Tanz zu einer Meditation über das Leben und Sterben. Poetisch, atemberaubend kunstvoll in Szene gesetzt. La Strada 2010 zeigt in gewohnter Fülle anspruchsvolle Projekte mit leichtfüßigem Tiefgang und gibt Impulse für unvergessliche Augenblicke, Begegnungen und emotionalen Austausch zwischen Publikum, Künstlern und der Stadt. Das gesamte Festivalprogramm und alle Details finden Sie auf www.lastrada.at.

Kartenvorverkauf:

Graz Tourismus, Herrengasse 16, ÖT-Verkaufsstellen in ganz Österreich

Information und Kartenbestellung:0720733748

Jazzsommer-Organisator Gogo Jesernik Foto: Reinhard Weixler

Hubert S.: Er selbst spricht nicht über seinen Glückstag, sondern schweigt und lächelt – Menschen aus seiner Umgebung erzählen. Dieses Foto in Piberstein wurde aus völlig anderem Anlass „geschossen“.

Glückspilz

Steirer, verschuldet, gewann 52 Millionen im Eurolotto

● Es ist völlig sinnlos, sich vorstellen zu wollen, wie viel das ist – 52 Millionen Euro oder umgerechnet 720 Millionen Schilling. Nur so viel: Selbst, wenn die Verzinsung nur bei rund zwei Prozent im Jahr liegt, können Sie pro Tag 3.600 Euro ausgeben und Sie werden dennoch täglich reicher.

● Solche Geschichten werden üblicherweise in Hollywood ausgedacht und verfilmt, zum Glück schreibt sie aber auch das Leben. Einem hoch verschuldeten, sich ewig abmühen-

den Familienvater und Geschäftsmann steht das Wasser bis zum Hals. Die Banken beginnen inoffiziell bereits mit der Aufteilung und dem Abverkauf von Grund und Boden, selbst das Familienhaus soll nicht ganz verschont bleiben.

● Die Glücksfee taucht auf, küsst den Glücksritter und sagt: „Du hast soeben 52 Millionen Euro gewonnen.“ Und von einer Sekunde zur anderen schaut die Zukunft für den verschuldeten Weststeirer ganz anders aus.

Ein wahres, fast modernes Märchen, das sich in der Weststeiermark zugetragen hat. Der Held in diesem Märchen heißt Hubert, sein Nachname tut in einem Märchen nichts zur Sache. Er selbst erzählt nie über sein Treffen mit der Glücksfee. Daher musste sich Klipp bei anderen umhören, damit Sie, liebe Leser, die Geschichte weitererzählen können. Weil sich ja doch jeder wünscht, dass ihm ein solches Glück ebenfalls widerfährt, und sich überlegt, was er mit so viel Geld tun würde, dass er mit der Hälfte oder mit einem großen Teil zufrieden wäre und alle Kirchenglocken im Ort läuten lassen würde.

Einst Bürgermeister

Hubert, unser Glücksritter, war bis zur Mitte des Jahres 1997, also vor gut 13 Jahren, Bürgermeister im weststeirischen Maria Lankowitz. Bei seiner erstmaligen Wahl im Jahre 1981 war er mit 28 Jahren der Jüngste seiner Zunft und heftig beklatscht. Er kam aus einfachsten Verhältnissen, wuchs in der Ära Kreisky heran und wurde früh politisch aktiv. Als Landessekretär der sozialistischen Jugend nahm er sich kein Blatt vor den Mund. Seine leicht aufbrausende Art beim Einsatz für mehr Chancengleichheit für seine Mitmenschen brachte ihn in Konflikt mit den Spitzen der steirischen SPÖ. Die wollten ihn nicht wirklich. Aus Platzmangel war sein Büro in der Parteizentrale in der Hans-Resel-Gasse in Graz der Kopierraum.Esgäbenirgendwoanders einen Platz im Haus, meinte der damalige Parteisekretär Walter Gratsch. Doch Hubert ging unbeirrbar seinen Weg, für ihn gab es nur heiß oder kalt. Er stieg zum Bezirkssekretär in der Weststeiermark auf, galt mit seiner hemdsärmeligen bestimmendenArtalseinejungePolitHoffnung.

AlsBürgermeistervonMariaLankowitz bewies er seine Durchschlagskraft. Daneben wurde er auch zum Präsidenten des JugendherbergeVerbandes der Steiermark gewählt. Dort gelang es ihm, den Neubau einer Jugendherberge nach Maria Lankowitz zu holen. In dieser Zeit veranlasste die Republik Österreich auch die Rekultivierung des ehemaligen Bergbaugeländes in Köflach. Die Verantwortlichen der GrazKöflacher-Bahn-Gesellschaft mit ihrem Generaldirektor Peter Prohaska und Franz Vranitzky, damals noch Länderbank-Chef, später aber

auch Bundeskanzler, förderten das Projekt.

Alles schien bestens zu laufen, bis sich die Ereignisse überschlugen. Umtriebig, wie unser Märchenheld Hubertwar,gelangesihm,dieinter-

Dazu kamen verregnete Sommer und das Minus auf den Konten stieg bedrohlich. Das Einnahmenloch wurde größer und größer. Seine SPÖ hatte ihn völlig fallen gelassen. Huberts Mutter war ge-

begann: mit dem Einsatz von 21 Euro gewann er sage und schreibe 52 Millionen Euro, also 720 Millionen Schilling!

Der Weststeirer möge sich melden

.000.000

Das sind in „echtem“ Geld 720 Millionen Schilling
Und was macht man mit so viel Geld?

nationale Tennis-Damen-Turnierwelt auf die Freizeitanlage Piberstein zu holen. Tennis stand damals ganz hoch im Kurs – nicht zuletzt dank Thomas Muster. Als dann die Haftungen schlagend zu werden drohten, die Hubert als Bürgermeister unterschrieben hatte, kam es zum Putsch gegen ihn. Seine eigene Fraktion stürzte ihn als Bürgermeister. Eine Schlammschlacht unter den Genossen war die Folge. Monatelange Ermittlungen der Staatsanwaltschaft folgten ebenfalls.

Böser Absturz

Als Bezirkssekretär hatte Hubert mit der Begründung gekündigt, es sei ihm in der Politik alles viel zu viel geworden. Die GKB wollte sich in dieser Zeit von der Freizeitinsel Piberstein trennen. Unter den Kaufinteressenten war auch Hubert –und er bekam den Zuschlag. Ein befreundeter Bankdirektor ermöglichte die Finanzierung der damals 337 Millionen Schilling (rund 24,5 Millionen Euro), die für das Projekt bezahlt werden mussten. Hubert war großer Hoffnung. Die von der GKB in den Bilanzen vorgelegten Zahlen erwiesen sich aber als nicht solide.

schockt und litt mit ihrem Sohn. Dabei hatten die Genossen viel vorgehabt. Nach der Kündigung als Bezirkssekretär designierte die Partei ihn als Landtagskandidaten, doch der große Crash machte alles zunichte. Den Bürgermeister verloren, als Präsident des JugendherbergeVerbandes zurückgetreten und auch den Platz auf der Landtagsliste eingebüßt. Ein tiefer Fall, höher wurden nur die Schulden bei der Bank, weil die Zinsen für die Freizeitinsel Piberstein nicht zu verdienen waren.

Hubert suchte verzweifelt einen Ausweg, nach Verbündeten oder zumindest nach Hilfe. Die fand er beim damaligen ÖVP-Landesrat und Tourismusreferenten Gerhard Hirschmann. Diesem gefiel der Einzelkämpfer und er sah in der Freizeitinsel Piberstein ein mögliches Leitprojekt für den Tourismus in der Weststeiermark. Mit Landeshilfe kam es zum Bau einer Konzertbühne, es folgten große Veranstaltungen und so konnte sich Hubert über Wasser halten. Bis sich seine finanzielle Situation mit dem Lottogewinn im Vorjahr völlig drehte und für Hubert eine Art zweites Leben

So lautete die Nachricht der Lottogesellschaft im Rundfunk. 52 Millionen Euro waren auf ein Los aus Österreich entfallen. „Schau einmal nach“, hatten ihn seine Familie und Bediensteten aufgefordert. So nebenbei tat er es auch, denn es war viel zu tun im Restaurant an diesem Wochenende.IneinerPauseholteer sich dann den Schein aus dem Auto, nahm die Kronenzeitung zur Hand –und bekam weiche Knie, einen Schweißausbruch und leichte Schwindelgefühle. Er war der Gewinner. Unglaublich. Seine Familie und die nächste Umgebung bekam die schicksalhafte Erkenntnis mit. Doch so, als ob nichts sei, bedienten Hubert und die Seinen die Gäste weiter. Wiewohl er sich geschworen hatte, die Bude zuzusperren und keinen mehr hineinzulassen, sollte irgendwann einmal ein solcher Tag passieren.

Sein erster Weg führte Hubert mit seiner Frau, einer Krankenschwester, an das Grab seiner Mutter. Tränenflossendort,auchbeimspäteren „Vater unser“ in der Kirche beim Dankgebet. Noch zwei Tage dauerte die Nachdenkphase, dann meldete sich Hubert bei der Lottogesellschaft. Am nächsten Tag schon parkte ein unauffälliges Auto mit Wiener Kennzeichen in Piberstein. Wie in solchen Fällen üblich, bot der Herr der Lottogesellschaft Hubert jede Beratung und Unterstützung an. Bis hin zum Psychiater und Psychologen, den er kopfschüttelnd ablehnte.

Und wie sag ich’s meiner Bank?

Der geneigte Leser muss wissen, dass für Lottogewinne nie eine Steuer zu zahlen ist. Klar zu denken hatte er schon in seiner Bürgermeisterund Politiker-Zeit gelernt. Seine Bank ließ Hubert wissen, dass er einen ernsthaften Interessenten für den Kauf der gesamten Freizeitinsel Piberstein habe. Dieser wünsche allerdings eine rasche Entscheidung. Und wie viel die Bank bereit wäre, von den aushaftenden Krediten nachzulassen. Bei den Geldmännern vor Ort kam echte Freude auf, war doch Piberstein ein Sanierungsfall mit hohem Restrisiko. Daher stimmten sie einem saftigen Nachlass – „Lieber fort mit Schaden …“

– zu. Wie sich die Bankmanager gefühlt haben, als sie später erfuhren, dass Hubert selbst der Interessent war – dazu gehört nicht viel Phantasie.

Die erste Aktion war also die Entschuldung von Piberstein und die Bereinigung der Eigentumsverhältnisse. Hubert kaufte den Gemeinden Köflach und Maria Lankowitz sowie zwei weiteren Gesellschaften derenFirmenanteileanderFreizeitinsel ab. Seit November 2009 gehören ihm damit 100 Prozent der Firma.

Am Boden geblieben

Was Freunde aber an ihm so mögen: Hubert hat sich um keinen Millimeter verändert, schnapst weiter seine Bummerl aus und ist persönlich völlig am Boden geblieben. Ein neuer A4, eine Sauna im Haus, ein Appartement in Saalbach-Hinterglemm, wo er mit Familie seit 38 Jahren im Winterurlaubt–daswar’sdann,was er sich wirklich leisten will. Er will garkeineneueRealitätfindeninder Welt „der Reichen und Schönen“, seine alte Welt genügt ihm. Die neuen Möglichkeiten nützt Hubert also nicht für sich, sondern für die Region. Weiteres Land um die Freizeitinsel will er kaufen und Piberstein ausbauen. Bisher eine biedere Freizeitwelt, die mit negativem Eigenkapital ums Überleben

kämpfte, soll Piberstein zur Freizeitperle werden. Vieles ist schon geschehen in der kurzen Zeit. Er investierte 4,5 Millionen Euro, und 80 Prozent davon an Wertschöpfung blieb bei den regionalen Firmen. Das Wellness-Hotel mit PanoramaSauna steht bereits schmuck da. Piberstein soll ein Zentrum für Fußball-Trainingscamps werden. Kapfenberg und Brünn haben schon gebucht. Ein Kunstrasen-Fußballplatz und eine Ballspiel-Halle sollen folgen. Nun fällt es Hubert leicht, locker zu sein. Selbst jenen Exgenossen gegenüber, die seinen Parteiausschluss betrieben, als er 2005 für die Liste Gerhard Hirschmann kandidierte. Und einige der alten Mitstreiter, aber auch welche, die er

vorher überhaupt nicht gekannt hat, tanzen nun bei ihm regelmäßig an, wollen ihm Projekte und Investments schmackhaft machen. Hubert hört sich das an …

Wie im Märchen UndweilzujedemMärchen,auchzu modernen, Königskinder gehören: Hubert hat eine Tochter, als Biochemikerin die erste Akademikerin in der Familie. Sie machte Hubert und seine Frau kürzlich zu glücklichen Großeltern. Ihr Auserwählter – und auch das ist schicksalhaft – ist der SohneinesehemaligenengenMitarbeitersvonHubertinderGemeinde, der beim Sturz von Hubert im Jahre 1997 durch die eigene Gemeinderatsfraktion auf der anderen Seite stand. Sein Schwiegersohn wird nun

versuchen – er ist in der Bank beschäftigt –, Huberts Vermögen zu vermehren und damit die Vorgangsweise seines Vaters völlig zum Vergessen zu bringen.

PS: Der einzige Wermutstropfen in diesem Märchen, wenn es überhaupt einer ist: Hubert, unser Held, musste den Lottogewinn mit einem Franzosen teilen. Sonst würden sein Schwiegersohn und seine Tochter, die die Firma seit wenigen Tagen führen – Hubert schaut nur noch als Vorsitzender des Aufsichtsrats darüber –, heute 104 Millionen Euro veranlagen müssen. Und da hätte dann doch vielleicht die Gefahr bestanden, dass sich Hubert nicht einen A4, sondern einen A4 gekauft hätte. ❖

Renoviert und schmuck herausgeputzt: das Sporthotel Piberstein. Von den Millionen profitiert auch die Umgebung von Hubert S.

Die junge Grazer Mode-Designerin Lena Hoschek auf dem Weg zu einem Namen

Doppel „S“ für Sinnlich und sexy

Eine junge Frau mit dem steirischen Panther als Tattoo am Unterarm–dasgibt’ssicherselten, möglicherweise nur ein Mal. Die noch dazu einerseits „wilde Jungs“ mag, die mir ihr die Nächte durchmachen, aber auch Musik und Geschwindigkeit. „Ich höre gerne Punk, Rock, HeavyMetal,aberauchSwing,Blues–ohne Musik kann ich einfach nicht sein. Dazu gehören auch schnelle Autos, vor allem die aus den 40er- und 50er-Jahren, wie ein Mustang oder Aston Martin. Mm, was noch … wäre ich ein Mann, würde ich sagen Wein, Weiber und Gesang“, beschreibt sich die Grazer Mode-Designerin Lena HoschekimGesprächmitG’sund-Redakteurin Hedi Grager. Die junge Designerin ist dabei, europaweit mit ihren Kreationen beachtet zu werden. Und ihre Mode: „Ich liebe das Weibliche und mache meine Mode eigentlich fürMänner,denneineFrausollteKleider tragen, die ihre Formen und Konturen gut zur Geltung bringen. Das schönste Kleidungsstück, das eine Frau besitzen kann, ist ein Dirndl.“

Wie man einen Skandal überlebt

Für den sehr wahrscheinlichen Fall, dass Sie etwas machen, worauf Sie nicht ganz so stolz sind – und den sogar noch wahrscheinlicheren Fall, dass dieser Vorfall auf die Titelseiten gelangt –, kommt hier Ihr Fünf-Punkte-Plan zur Wiedergutmachung.

1.

Erzählen Sie so schnell wie möglich Ihre Seite der Geschichte. Je schneller Sie die öffentliche Meinung beeinflussen können, desto eher kommen Sie mit erhaltenem Image davon. Falls der Skandal wirklich gewaltigist,schiebenSieallesaufIhre schreckliche Kindheit.

2.GelobenSieBesserung.Gestehen Sie Ihre Fehler ein, und versprechen Sie, sich helfen zu lassen, dann behalten Sie die Fans auf Ihrer Seite. Ihre Rettung könnte Sie sogar zum Vorbild für andere machen. Ironie des Schicksals, nicht wahr?

3.Seien Sie still und lächeln Sie.

4.Tun Sie Gutes für wohltätige

Zwecke. Eine altruistische Geste lässt Ihr schlechtes Benehmen zu Schnee von gestern werden. Lassen Sie sich bei der ehrenamtlichen Arbeit in einem Land der Dritten Welt knipse, oder adoptieren Sie ein bis zwei Waisenkinder.

5.Wennallesandereversagt,machen Sie Witze darüber. Nichts ließ George Michaels berüchtigte VerhaftungineineröffentlichenToilette so lächerlich erscheinen wie das nachfolgende Musikvideo, in dem er den Vorfall parodiert.

Skandale, von denen Sie sich erholen können

➞ Sich mit einer Hure erwischen lassen.

➞ Seines Geburtslandes verwiesen werden.

➞ Ein Video, in dem Sie betrunken einen Hamburger verzehren.

➞ Ein Sexvideo (außer, man will US-Präsident oder Papst werden).

➞ Intime Memorien von jemand Berühmten plagiieren.

➞ Sucht nach Heroin, Kokain, Glücksspiel, Sex, Scrabble.

➞ Verhaftung wegen Trunkenheit am Steuer, ein paar Stunden hinter Gittern, dann neu gefundene Spiritualität.

➞ Ein kurzer Gefängnisaufenthalt und neu entdeckte Bescheidenheit.

➞ Botox-Überdosis, die Sie kurzzeitig vom Hals aufwärts lähmt.

➞ Nicht gewalttätige Modeverbrechen.

Quelle: „Wie man berühmt wird“ von André de Guillaume (Bastei Lübbe)

Foto: Wohlgemuth

Vize-LH Hermann Schützenhöfers Er- und Bekenntnis

„Wachse jedes Mal um ein paar Zentimeter“

Mit diesen treffenden Worten beschrieb Tourismus-Landesrat Hermann Schützenhöfer die Bedeutung der Ausbildungsstätten in Bad Gleichenberg beim Spatenstich. „Vor allem dann, wenn ich im Ausland bin und der Hotelmanager oder Chefkoch mir sagt, er war in Gleichenberg.“ Mit dem 8-Millionen-EuroAus-undZubauunddergelungenen Architektur des anerkannten Duos Szyszkowitz-Kowalski soll die Zukunft der Tourismusschulen Bad Gleichenberg abgesichert werden.

Rund 500 Absolventen durchlaufen dort eine Zwei-, Drei- oder FünfJahresausbildung. Da ab 2015 die schwachen Geburtenjahrgänge ins Ausbildungsalter kommen, wird es für sämtliche Bildungseinrichtungen schwierig, genügend Nachwuchs anzulocken. Daher denkt man in Gleichenberg auch über weitere attraktive Tourismuskollegs nach, die ausbildungshungrige junge Menschen aus EU-Nachbarländern nach Gleichenberg locken sollen.

Golfen und Jagen schaffen Nähe

Rohani räumt ordentlich auf

Über 3.000 handgeknüpfte Teppiche liegen auf Schloss Kornberg bis 17. Oktober. Über so viele in seinem Palast würde sich auch ein orientalischer Scheich freuen. Kommen dort allerdings einer oder mehrere abhanden, so gäbe es Alarm. In Kornberg bei der Teppichausstellung von Rohani kommt hingegen Freude auf in so einem Fall. Denn Neysan Rohani, der Sohn von Huschang Rohani, wird künftig die Geschäfte führen und mit seinen Ideen auch neue Wege gehen. Viel hat sich angesammelt in den Jahren (und damit so manche Sorge). Huschang Rohani hatte den Ehrgeiz, sich mit schönen Dingen zu umgeben, die exklusivsten Stücke für seine Kunden zu habenundzuzeigen.„Ichhab‘beimEinkaufeneinfachoftnichtwiderstehen können, auch wenn meine Familie mich immer wieder aufmerksam gemacht hat.“

Beim Wort Abverkauf tun sich die Rohanis schwer, denn sie selbst waren nie Verfechter dieser in der Branche in Verruf geratenen Methode. Doch Sohn Neysan wagt sich auch über diese Klippe. „Weil wir uns ja nicht verabschieden, sondern diese durch neue Programm-Ware ersetzen werden.“ Eine TeppichManufaktur will er aus dem Geschäft machen, mit kleineren Muster-Teppichen will er seine Kunden begeistern. Dann kann jeder die Größe und das Design bestellen, was er will. „Du kannst zig Teppich-Stöße haben – jenen, den der Kunde will, der ist oft nicht dabei“, so Neysan Rohani. Und der neue Weg hat den Vorteil, dass nicht so viel Kapital blockiert ist. „Wir werden auch mehr mit Einrichtungshäusern kooperieren, gemeinsame Ausstellungen machen“, sagt er und lässt aufhorchen:RohaniundReyhanisindfastnamensgleich,aberdieVäterwarenscharfe Konkurrenten. Die Söhne verstehen einander und gut und denken über gemeinsame Auftritte nach.

Lachen ist die beste Medizin

Liebe vergißt

„Warumsprichstduständigvonmeinenfrüher begangenen Fehlern?“ sagte der Ehemann.

„Ich dachte, du hättest sie vergeben und vergessen.“

Ordentlich aufgestellt für die FirmenChronik, wie bei einer Firmung: Georg Tilg (links), Rudi Oberrauter (rechts) mit – wie könnte es anders sein – in der Mitte, an die beiden Geburtstagskinder angelehnt, Minister Mitterlehner.

Die Jagd war und ist für Männer ein unverdächtiges Hobby, um sich abzuseilen, abzuschalten, auszuspannen, in geselliger Runde gute Geschäftskontakte zu knüpfen. Für das beliebt gewordene Golfen gilt das auch. Dort gibt’s halt das gemeinsame Leiden und Freuen über die Schläge und vergebenen Chancen. So etwas schafft Nähe. Die beiden nächst genannten haben einander auch beim Golfen kennengelernt. Deshalb laden Rudi Oberrauter (Fuchs & Partner) und Georg Tilg (Captura Wirtschaftsberatung) regelmäßig diverse Runden zum Netzwerkgolfen ein. Denn weder Tilg, noch Oberrauter sind Jäger. Die 400 Gäste beim 10-Jahres-Fest von Fuchs & Partner und 3 Jahre Captura (Tilg spaltete sich bekanntlich von der Trend AG ab) am Firmensitz in der Grazer Schubertstraße waren natürlich nicht alles Golfer. Aber etliche davon werden in Zukunft sicher mit auf die Runde gehen, wenn Tilg und Oberrauter zum Spiel rufen.

„Ich habe tatsächlich vergeben und vergessen“, antwortete die Ehefrau, „aber ich möchte sicher sein, dass du nicht vergißt, dass ich vergeben und vergessen habe.“

Weisheit schweigt

Vier Mönche beschlossen, einen Monat zu schweigen. Zunächstgingallesgut,abernachdemerstenTagsagteeinMönch:„Ich bin nicht sicher, ob ich meine Zellentür zugeschlossen habe, als wir das Kloster verließen.“

Ein anderer sagte: „Du Narr! Wir haben beschlossen, einen Monat zu schweigen, und nun hast du das Schweigen gebrochen.“

Der dritte sagt: „Und du? Du hast es auch gebrochen.“

Sagte der vierte: „Gott sei Dank bin ich der einzige, der noch nicht gesprochen hat.“

Friedliche Hunde

Nach einer heftigen Diskussion mit seiner Frau sagte ein Mann: „Warum können wir nicht friedlich zusammenleben wie unsere beiden Hunde, die sich nie zanken?“

„Das stimmt“, pflichtete seine Frau bei, „aber binde sie mal zusammen, dann wirst du sehen, was passiert.“

Quelle: Zeiten des Glücks, Anthony de Mello, Herder Verlag

Kurator Peter Florian, wirtschaftlicher Leiter Peter Kospach, Architekt Michael Szyszkowitz und Schulleiter Wolfgang Haas mit dem Zukunft sichernden Projekt.
Foto: Foto

Neysan Rohani mit seinem Vater Huschang: Hofübergabe auf Schloss Kornberg bei Feldbach.

Hätten Sie genug Platz dafür gehabt?

Eine kleine Geschichte zum Schwindligwerden:DieEuropäische Zentralbank (EZB) sammelte bei den Banken jüngst fast eine halbe Billion Euro, als 500 Milliarden Schilling, ein. Für

sechs Tage wurden den Banken dafür 111 Milliarden Euro zur Überbrückung gegeben. Damit der Geldmarkt nicht kollabiert und Sie, wie ich, ohne Sorge beim Bankomat 100 oder 200 Euro abheben können. Hätten Sie genug Platz dafür in ihrem Tresor zu Hause gehabt, die paar Netsch aufzubewahren? Dann bitte melden Sie sich das nächste Mal bei der EZB.

Österreich - Argentinien 1 : 0

Wenn einer eine Reise tut, so kann er was erzählen, heißt es so schön. Markus Habisch, Geschäftsführer der steirischen Jungbauern, kann das nur bestätigen. Wenn es „Max“ im Urlaub in die Ferne zieht, fällt sein Blick immer auch hinter die touristischen Kulissen eines Landes. „Erleben underlernenkannmanunterwegsso einiges!“ Kürzlich tauchte der engagierte Jungpolitiker quasi privat in den argentinischen Stadt- und Land-Alltag ein und wurde Zeuge einer vollkommen anderen Welt. Eine Welt, in der Fußball zur Religion erhoben wird und Landwirtschaft auf völlig anderer Ebene funktioniert.

KLiPP: Sie haben sich in Argentinien nicht nur dem angenehmenLebensstilgewidmet.Erlebt man da einen generellen Kulturschock?

Markus Habisch: Esgibtnatürlich Unterschiede, aber keinen Schock. Buenos Aires etwa ist bei weitem nicht so perfekt wie europäische Städte und es herrscht erst mal der Eindruck enormer Hektik. In Wahr?heit sind die Leute aber rela-

tiv gelassen. Es sei denn, es geht um Fußball. Im Zuge der südafrikanischenWMherrschtauchinArgentinien Ausnahmezustand. Eine vollkommen andere Welt eben. Das Leben in der Hauptstadt spielt sich generell mehr oder weniger auf der Straße ab und ich hab mich teilweise mit Händen und Füßen verständigt, mich aber zu jeder Tages- und Nachtzeit sicher und gut aufgenommen gefühlt.

KLiPP: Die Reise führte Sie auch ins landwirtschaftliche Kernland, die Pampa! Wie haben Sie dort die markantesten Unterschiede in der Agrarstruktur gegenüber Österreich wahrgenommen?

Habisch: Als steirischer Bauernreferentgaltlogischerweiseauchmein privates Interesse der Landwirtschaft. In Argentinien stehen riesige Flächen zur Verfügung. Rinderzucht, Milch und Soja können daher auf durchschnittlich 2.000 ha großen Bauernhöfen güns?tig produziertwerden.ImmerhinistArgentinien weltweit der fünftgrößte Rindfleischexporteur. Österreich hingegen erwirtschaftet insgesamt nur ein Viertel von dem, was die

In Buenos Aires, einer Stadt voll mit Musik gelingt das leicht. Markus Habisch: „Habe mich teilweise mit Händen und Füßen verständigt. „

„Gauchos“ exportieren, nämlich 3 Mio. Tonnen. Eine Dimension auf völlig anderer Ebene. Zuchtrinder und teilweise sogar Milchkühe bewegen sich aufgrund des warmen Klimas das ganze Jahr im Freien. Aus diesem Grund ist die Haltung wesentlich kostengünstiger als bei uns und im Schnitt besitzt ein Betrieb etwa 150 Kühe. Das ist circa 15-mal mehr als hierzulande. Die weltbekannten Steaks sind ja zugegebenermaßen schmackhaft, aber dennoch handelt es sich bei nahezu allen Landwirtschaftsprodukten um Massenware. Und die Böden werden mittelszweidurchgängigerErnteanbauten, ohne Regenerations?zeit, gentechnisch regelrecht ausgesogen.

KLIPP: Kann man dabei noch von Qualität sprechen?

Habisch: Genau das ist der springende Punkt: Südamerikanische Produkte sind zwar gut, aber österreichische Bauernerzeugnis?se sind qualitativ wesentlich hochwertiger, via AMA-Gütesiegel geprüft und mit Sicherheit gesünder. Anders als beim Fußball ist Öster?reich im Ver?gleichsmatch von landwirtschaft?lichen Qualitätsprodukten gegen?über Argentinien eine Nasenlänge voraus! Wenn wir unsere Kurs?taktik beibehalten, könnten wir in Sachen Qualität durchaus auf 2 : 0 erhöhen.

Die steirische FPÖ ist seit 2005 nicht mehr im Landtag vertreten, erlebte damals ihren Supergau. Jörg Haider hatte sein oranges BZÖ gegründet. Auch die steirischen Wähler wandten sich von der blauen, alt aussehenden Rumpf-FPÖ ab. Sie schaffte kein Mandat bei der Landtagswahl 2005. Für die kommende im Herbst sieht es hingegen wieder gut aus. Da könnte die FPÖ zum Zünglein an der Waage werden, zum Steigbügelhalter für die Wahl des neuen Landeshauptmannes. Denn die Blauen sind nun wieder im Aufwind. Ein Gespräch mit dem Parteichef und Spitzenkandidaten Gerhard Kurzmann.

Der studierte Historiker sitzt im Nationalrat, gilt für viele als langweilig, zu wenig „schmissig und kantig“, ohne viel Profil. Seine FPÖ-Treue geht auf familiäre Wurzeln zurück. Die Kurzmanns waren in Pachern in Slowenien beheimatet. Partisanen verschleppten und ermordeten den Sohn von Kurzmanns Großmutter. Lange Jahre forschte die Familie vergeblich. „Bis heute wissen wir nicht, wo er liegt“, so Gerhard Kurzmann. Klar, dass es die Kurzmanns störte, mehr noch empörte, als Jugoslawiens Diktator Tito seinerzeit in Österreich als großer Staatsmann begrüßt wurde. Und: Vaclav Havel hat sich für die Gräueltaten der Tschechen an den Deutschen nach Kriegsende entschuldigt. Von slowenischer Seite ist so was bis heute in Richtung Österreich ausgeblieben.

2005 erlebte die FPÖ ihren Supergau

Nun Aufwind für Blau

Was für einen FPÖ-Politiker selten ist: Sie treten im Vergleich zu Strache und Co. viel konzilianter auf. Kurzmann: Ich halte nichts davon, dass man sich in der Politik dauernd beschimpft. Meine Überzeugung muss nicht die des anderen sein. Aber ich vertrete nachhaltig die FPÖ-Positionen.

Wie sieht das zum Beispiel in der Ausländer-Politik aus – Stichwort Zogaj?

Kurzmann: Ich habe deutlich gemacht, dass der Fall Zogaj einer ist, wie’s nicht laufen soll, dass man nicht 122 Anträge stellen soll können. Meine Vorstellung beim Asylrecht: Am Anfang gibt es eine Entscheidung,dannnocheineBerufung und das sollte es dann gewesen sein. Denn jetzt ist es auch eine menschliche Frage, wie man damit umgeht. Durch die schlechten Gesetze in Österreich ist so der Fall Zogaj zu einemProblemgeworden.DieFamilie hat das System ausgenützt und es ist zu Verfestigungen gekommen, die nicht wünschenswert sind.

Das sagen Sie als Menschenrechtssprecher Ihrer Partei?

Kurzmann: Ja, es wäre das falsche Signal gewesen, hätte der Oberste Gerichtshof diesen Beschluss nicht bestätigt. Zuwanderung bei politischen Flüchtlingen – ja, aber nicht aus wirtschaftlichen Gründen.

Hätten die Zogajs neben Ihnen gewohnt. Würden Sie auch so argumentieren?

Kurzmann (eher ausweichend): Es gibt einige, die wirklich helfen wollen – selbstlos, wie der Pfarrer – und daneben besteht aber eine „Zuwanderungsindustrie“, die das System schamlos ausnützt. Es gibt zu viele Profiteure. Nehmen Sie nur jene, die ihre schleißigen Wohnungen zu schlimmsten Preisen vermieten, oder Berater, die hohe Honorare verlangen. Österreich ist von sicheren Drittstaaten umgeben, daher kann es so gesehen keinen politischen Flüchtling geben. Die Zuwanderung aus wirtschaftlichen Gründen ist für mich kein Menschenrecht.

Doch wir brauchen aber Zuwanderer für unsere Wirtschaft.

Kurzmann: Ja, aber die richtigen. Das wird noch ein dramatisches Problem. Ab 1. Juni 2011 steht es jedem EU-Bürger frei, in Österreich zu arbeiten. Ungarn, Slowenen werden unseren Leuten die Arbeitsplätze wegnehmen. Denn die letzten beißen bekanntlich die Hunde, und das sind wir Steirer und die Burgenländer. Die zu uns kommen, verdienen zu Hause 600 bis 700 Euro. Und wir hatten im Winter jetzt schon bis zu 50.000 Arbeitslose in der Steiermark allein. Wir fordern daher, dass die Regierung mit der EU in Nachverhandlungen tritt.

Was ist das Unbefriedigendste für Sie in der EU?

Kurzmann: Der Hauptmangel ist, dass es keinen Schutz gegenüber multinationalen Konzernen gibt. Die zahlen nicht nur keine Steuern, sondern entziehen sich auch jeder nationalstaatlichen Kontrolle. Die negativen Folgen spürt jeder von uns.

Unser Geld für unsere Leute – plakatiert die FPÖ.

Kurzmann: Es ist unverantwortlich aus meiner Sicht, wenn eine Bundesregierung Milliarden ins AuslandtransferiertunddiesesGeld aber nicht hat, sondern am Kapitalmarkt aufnehmen muss, wie im Fall Griechenland. Und wir diskutieren hier, wie lange wir unser Gesundheitssystem noch aufrechterhalten können. Das kann man ja wohl nicht der österreichischen Bevölkerung zumuten, die Hilfspakete fürs Ausland schnürt und damit die eigenen Bürger abzockt. Ich kann doch nur Hilfe ans Ausland geben, wenn die Strukturmaßnahmen im eigenen Land gesichert sind.

Aber wenn wir nicht in der EU wären, wäre Österreich heute mit seinem Schilling tot.

Kurzmann: Ist die Schweiz tot? Die EU hat es nicht geschafft, den Euro gegen Spekulationen abzusichern, sondern der österreichische Steuerzahler muss fürchten, dass es zum völligen wirtschaftlichen Zusammenbruch der Euro-Staaten kommen kann.

Weg von der großen Politik zur Landespolitik. Ihr Ziel für die Wahl im Herbst.

Kurzmann: Erst einmal wieder in den Landtag zu kommen und einen Stimmenanteil von neun bis zehn Prozent. Das hängt klarerweise davon ab, ob die Steirer wollen, dass wir zum Zünglein an der Waage werden. Eine dritte Partei in der Regierung würde auf jeden Fall die Demokratie beleben.

Und wen könnten Sie da als Landeshauptmann unterstützen?

Kurzmann: Das hängt von vielen Faktoren ab und man soll das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erlegt ist. Entscheidend ist auch, wer stimmenstärkste Partei wird, denn die hat Anspruch auf den Landeshauptmann. Aber es gibt daneben auch andere demokratische Lösungen, sage ich offen. 50 Prozent plus eine Stimme sind eine demokratische Mehrheit. Egal, wohin wir uns wenden werden, ein Teil der FPÖ-Wähler ist sehr SPÖ-kritisch, der andere wiederum ÖVP-kritisch. Als Parteiobmann kommst du so gesehen immer in die Ziehung, bist du im Dilemma. Aber logischerweise ist eine Regierungsbeteiligung unser Ziel.

Die Latte ist damit ziemlich hoch gelegt.

Kurzmann: Ja, aber 2005, als ich die Partei übernommen habe, gab es nur wenige, die uns eine Chance zum Überleben einräumten. Wir haben wirklich nicht gewusst, wie es weitergeht. Denn nach 15 Jahren Jörg Haider an der Spitze war dieser plötzlich weg. Es war der Supergau schlechthin und ich hab’ die Partei geführt ohne politisches Mandat. Aber ich gehöre der FPÖ 33 Jahre an, für mich war das daher eine innere Verpflichtung.

Und wie lange werden Sie dieser nachkommen?

Kurzmann: Die nächsten vier, fünf Jahre noch, denke ich.

Sie sind von Beruf Historiker, haben in Graz studiert. Mit welchem Thema haben Sie dissertiert?

Kurzmann: Das Kriegswesen unter Maximilian dem Ersten in den österreichischen Erbländern und dem Reich. v

Foto: Parlamentsdirektion / Mike Ranz

Glaubwürdigkeit

von LH Franz Voves – an Taten gemessen – schwindet

300 Arbeitsplätze verlagert + KLAR

Natürlich tut’s weh, wenn man drei Monate vor der Wiederwahl im Land den Finger auf eine Wunde legt. Aber wer sich so weit aus dem Fenster lehnt und „starke Steiermark in sozialer Harmonie“ plakatiert, der wird an seinen Taten gemessen. Und da ist es erhellend darzustellen, wie Franz Voves dort vorgeht, wo er als Hausherr und „Unternehmer“ das Sagen hat.

Landeshauptmann Franz Voves fordert zu Recht mehr Verteilungsgerechtigkeit, höhere Vermögenssteuern und eine nachhaltige Arbeitsmarktpolitik. Seine Aussage „Nimm a Cola und schleich‘ di“ über Investoren und Unternehmer, die mit dem Vorwand der Krise Standorte schließen oder anBillig-Standorteverlagern,istlegendär. So weit, so gut. DiesteirischeSPÖistMehrheitsgesellschafter des Druckkonzerns Let’s Print, vormals auch Leykam Medien AG mit dem Hauptsitz in der Graz. Der Konzern zählt zu den Größten in Österreich. Allein am Druck-Standort Graz gab es rund 300 Arbeitsplätze und es handelte sich dabei zu einem großen Teil um hochqualifizierte Mitarbeiter. Die Arbeit dort bot daher die Existenz für eben soviele Familien. Voves ließzu,denDruck-StandortGrazzu schließen. Die Arbeitsplätze selbst wurden nach Slowenien und ins Burgenland ausgelagert. Als SPÖ-Vorsitzender ist Franz Voves der oberste Eigentümer-Vertreter. Trotz eindringlicher Apelle der Belegschaftundvonihrauchvorgelegter Alternativ-Lösungen, die

kompetent waren, die Lebensfähigkeit des Druck-Standortes Graz bewiesen hätten, gab es das Aus. Noch heute sind Fachkräfte auf Arbeitsplatz-Suche, in Arbeitsstiftungen„zwischengelagert“.Ehemalige Leykam-Mitarbeiter hängen damit an der Infusionsnadel des Staates, erhalten ihr Geld vom AMS. Das Management bot den Mitarbeitern an, entweder nach Marburg oder nach Neudörfl im Burgenland, verbunden teilweise mit Lohn- und Gehaltseinbußen, umzusiedeln. Nur wenige konnten das aus familiären Gründen auch annehmen.

Unnachgiebig da, nachgiebig dort

Für die Leykam-Mitarbeiter unverständlich, dass das Spitzen-Management durch die Haltung von Franz Voves neben ihren gut dotieren Jahresgagen von 140.000 bis 200.000 Euro durch einen umstrittenen Deal nicht weniger als rund 22 Millionen Euro kassieren konnte. Die Manager waren nämlich auchMinderheitsgesellschafterdes Druck-Konzerns, stiegen vor zwei Jahren als Gesellschafter aus und konntensichdamitihreBeteiligung gleichsam vergolden lassen. Ihre Beteiligung hatten die Manager

seinerzeit um wenig Geld im Vergleich dazu gekauft.

Franz Voves und Peter Schachner hatten jene für den DruckkonzernMehrheitseigentümer steirische SPÖ ungünstige, vertragliche Vereinbarung geschlossen, die dann zur Auszahlung von rund 22 Millionen Euro führte. Schon mit einem Teil dieses Geldes hätte man standortsichernde Investitionen in Graz tätigen können, zeigen sich Belegschaftsvertreter verbittert. Nach einer ursprünglichen Vereinbarung, die Voves und Schachner umstießen, hätte rund ein Zehntel dieser Summe ausgereicht. Die Pikanterie am Rande: Mit einem Teil der Millionen gründeten die Ex-Gesellschafter das PolitMagazin Frontal, das Voves und die Seinen längere Zeit mit Glaceehandschuhen anfasste und wohlwollend berichtete. Bis es offensichtlich zum großen Konflikt mit den Herausgebern kam, die Voves dann in der Folge auch als „Umfaller“ titulierten. Es geht also nichts über Loyalität und Dankbarkeit.

Ein Robin Hood?

Weil Franz Voves mit seiner Forderung nach mehr Verteilungsgerechtigkeit gern oft auch als steirischer Robin Hood dargestellt wird. Diese

historische Figur ging selbst mit guten Beispielen voran. Franz Voves als Landeshauptmann verdient sichergutundkönnteauchmitgutemBeispielvorangehen–etwa,indem er mit seinen Getreuen einen diesmal gemeinnützigen Fonds errichtet, der Menschen in Not einfach hilft und diese unterstützt, die durch die Krise in diese Situation geraten sind. Gern verweist er in seinerBiographiedarauf,dasserin einer Wohnung mit WC am Gang aufgewachsen sei und sein Vater ja KP-Gemeinderat in Graz war. Den Gerechtigkeitssinn bzw. Sinn für soziale Gerechtigkeit habe er von ihm geerbt. Voves sei gegönnt, dass er in einer Villa mit einem Marmorpool zu Hause ist und sich heute nicht mehr mit einem WC am Gang begnügen muss. Die Nachfolger seines Vaters, die Mandatare der KPÖ, zeigen wie’s gehen kann, wenn man wirklich will. Sie haben seit Jahren einen solchen Fonds, in densieeinenTeilihrerhohenPolitgagen einfließen lassen. Wer die Welt verändern will, muss bei sich selbst anfangen. Voves attackiert zu Recht die Privilegien von SpitzenEinkommen, doch auch er ist ein Profiteur davon. Nur, wer selbst entsprechende Handlungen setzt, schafft Vertrauen und wirkt glaubwürdig. Populismus wird bald einmal entlarvt und daher wenden sich dann die Wähler ab und nicht nur die Ex-Beschäftigten der Leykam. Nichts gegen Durchschnittspolitiker. Sich selbst überschätzende Typen, wie Voves, aber auch Faymann, sorgen dafür, dass deren Partei, die SPÖ und ihre Grundwerte schlechter wegkommen. Weil die beiden Genannten das politische Mandat und die Macht im Sinne ihrer Wähler gebrauchen, das sie ihnen bei den letzten Wahlen als Vorschuss gegeben haben.

Franz Voves: Tritt gern als modernen „Robin Hood“ auf.
Kurt Fleckers Abrechnung mit Voves: „Leiser Populist und Wort gebrochen.“

Top-Beamte und deren Nebenbeschäftigungen im Visier. Auch Landes-Buchhaltungschef Gerhard Kapl ist einer

Bald ein zweites Finale

„Er steht bereits im WMFinale“, schrieb die Kleine Zeitung wohlwollend über Gerhard Kapl, sinngemäß, vom Klosterschüler zum erfolgreichen Tausendsassa. Er war („arbeitete“) mehr als sechs Wochen bei der Fußball-WM in Südafrika. Zu Hause zeichnet sich ein zweites Finale ab. Die Grünen „kümmern sich“ auch um den Leiter der Landesbuchhaltung und dessen lukrative Nebenbeschäftigungen.

Das graue Haupthaar sitzt stets perfekt“, zeigt sich der Kleine-Reporter beeindruckt vom Erscheinungsbild beim großflächigen Interview, in dem Kapl als „Steirer des Tages“ vorgestellt wurde. Nicht so schwierig, zeigt das Foto doch einen alten Herrn,beisolcheniststarkgelichtetes Kopfhaar keine Seltenheit und daher leicht perfekt zu legen. „Seinen Job als Leiter der Landesbuchhaltung erledigt er mit Akribie, die andere manchmal schon beängstigend finden. Für ihn ist normal, dass er um 23 Uhr noch in seinem Büro sitzt.“ Hoffentlich allein, kann man nur sagen. Möglicherweise sieht er auch als Fußballexperte gern fern, denn für Mitarbeiter wäre das ja nicht der ideale Chef. Möglicherweise handelt es sich da auch um Besprechungen mit seinen Fußballfunktionären (Anm. d. Red.: Wäre das eine amtliche Mitteilung, müsste man diese sogar gendern).

Was an dieser Stelle unbedingt gesagt gehört: Gerhard Kapl ist Präsident des Steirischen Fußballverbandes und als solcher für den Männer- und Frauen-Fußball oberster Verantwortlicher. Wobei man ja weiß, dass der Männer-Fußball gut läuft. Im Frauen-Fußball aber gibt es starken Nachholbedarf und daher ist ein intensives Funktionärsengagement gefragt. Und der Herr Präsi-

dent hat, wie das Interview in der Kleinen zeigt, natürlich beste Kontakte, über Jahrzehnte schon, zu den wichtigsten Medien und Sportreportern. Daher wird ihm das auch gelingen. Er ist unter anderem Trauzeuge von Reportern und ist auch sonst Bekannten und Freunden äußerst behilflich, wenn es um den Fußball bei großen Ereignissen und Tickets geht.

Was an dieser Stelle auch nicht vergessen werden darf: Gerhard Kapl ist – weil in Afrika – logischerweise seit sechs Wochen nicht mehr im Büro gewesen. Denn er ist als FIFASecurity-Officer in Südafrika in der Soccer City in Johannesburg – dem Final-Ort der Fußball-WM – der oberste Sicherheitschef und als solcher natürlich dauernd im Einsatz. Ein Grün-Funktionär verwundert:

„Hat ein Spitzen-Beamter so viel Urlaub oder gibt’s da eine geheime Sonderregelung?“

Niemand weiß das. Außer Kapl und möglicherweise einige Damen und Herren in der Regierung. Gerhard Kapl erzählt ja sichtlich stolz, dass er 600.000 Meilen pro Jahr im Flugzeug zurücklegt, um für die FIFA und UEFA Stadien zu inspizieren.

„Wie geht das zusammen?“, stellen sich da die Kritiker die Frage,

„wenn jemand als Landes-Buchhaltungschef so viele Wochen weg ist. Ein Schelm, der da denkt – er fehle nicht, andere füllen die Arbeitslücke. Andere Top-Beamte sind konfrontiert mit Überstunden, weil so viel Arbeit anfällt. Und auch sie sind in der Lage zu delegieren und wahrscheinlich nicht unfähiger als Buchhaltungschef Kapl.“ Das gibt kein gutes Bild in der Öffentlichkeit unddaherwerdemandiesenDingen ganz genau auf den Grund gehen, heißt es im Grünen-Klub.

Gerhard Kapl, 64, geboren in Wels Job und Funktionen: Leiter der Landesbuchhaltung, Mitglied des ÖFB-Präsidiums (Leiter Schiedsrichterkommission sowie Stadion und Sicherheit), Präsident des Steirischen Fußballverbandes, Chefankläger und Delegierter der UEFA, SecurityOfficer der FIFA, Aufsichtsrat Steiermark Tourismus, Stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender in der GGW (Gemeinnützige Grazer Wohnungsgenossenschaft).

Kein gutes Bild gab es für Gerhard Kapl schon vor zwei Jahren. Da verschwanden (Klipp berichtete) wichtige Unterlagen über Schiedsrichter, Spesen-Abrechnungen, gab’s UngereimtheiteninderKassaführungdes Verbandes, Verdacht auf Manipulationen und Missbrauch von Sportförderungsmittel. Kapl verweigerte den misstrauisch gewordenen Schiedsrichter-Kollegen die Einschau in ihre beim Fußballverband deponierten Belege. Als durch ein Urteil des Obersten Gerichtshofs aber grünes Licht gegeben wurde, blieben dann exakt jene Unterlagen unauffindbar, die in den Gerichtsverfahren angefordert worden waren. Den „Urkunden-Diebstahl“ konnte die Kripo nicht klären, das Verfahren wurde daraufhin eingestellt.

PS: Der Finder der verschwundenen Urkunden möge sich melden, es winken 5.000 Euro Finderlohn.

Kann er die Grünen stärker machen?

Spitzenkandidat Werner Kogler weiß, dass er bei potenziellen Wählern nur dann registriert und gehört wird, wenn er klar, verständlich und kurz bleibt. „Starke Grüne braucht die Steiermark für mehr soziale Gerechtigkeit“, plakatiert er daher. Es reiche nicht, über Verteilungsgerechtigkeit zu reden, wenn gleichzeitig die Superreichen im Land auch unter einem SPÖBundeskanzler geschützt werden. Es reiche auch nicht, Green Jobs, „diesen Begriff breit zu plakatieren und nichts umzusetzen, hier gehören wirkliche Initiativen her.“

In Oberösterreich mit dem Grünen Landesrat Rudi Anschober habe man es vorgemacht. 20.000 neue Grüne Arbeitsplätze sind in der vergangenen Regierungsperiode in Oberösterreich entstanden. Damit hätte man die steirische Arbeitslosenzahl mehr als halbiert.

Für Millionäre und Vermögende Österreich eine Steueroase

Sie hätten klarerweise keine Freude, wenn man ihnen etwas wegnimmt. Bei Dietrich Mateschitz wären es geschätzte 57 Millionen Euro, bei Karl Wlaschek 43,5 Millionen, Heidi Horten 39,1 Millionen, beim Swarovski-Clan 31,9 Millionen, bei Frank Stronach 26 Millionen, Martin Schlaff 21,7 Millionen, Thomas Prinzhorn und Julius Meinl 13 Millionen und bei Hannes Androsch auch immerhin noch 5,8 Millionen Euro.

DieRegierunghat sich darauf geeinigt, dass die Neuverschuldung wieder reduziert werden muss. Dabei soll der Schwerpunkt mit 60 Prozent auf Kürzungen bei den Ausgaben gelenkt werden. Das kann Sparen bei den kleinen Leuten bedeuten. Wir meinen: Es wäre auch bei den Einnahmen einiges zu holen und haben die Steuerprivilegien der Spitzenverdiener und Vermögenden unter die Lupe genommen.

Steuerflucht

Mit dem Geld abziehen können nur die Reichen. Während die DurchschnittsverdienerInnen einen beachtlichen Teil ihres Einkommens an den Staat abführen, verschieben Vermögende das Geld lieber ins Ausland. In einer Studie des Schweizer Unternehmens Helvea werden die in der Schweiz veranlagten Gelder aus Österreich auf 14 Milliarden Euro geschätzt, 12 Milliarden Euro davon nicht versteuert. Und das ist eine „äußerst vorsichtige Schätzung“, mehr als das Doppelte dieses Betrags sei „nicht unrealistisch“.

Steuerfreie Gewinne durch Privatstiftungen

Privatstiftungen sind in österreichischen Steueroasen für Multimillionäre.Bekanntwurdensie,alsBilla-Gründer Wlaschek 1996 Billa um 15 Milliarden Schilling an Rewe verkaufte, ohne einen Schilling Steuern zahlen zu müssen. Seither haben viele Privatstiftungen genutzt. Mittlerweile sind in die Stiftungen Vermögen in der Höhe von

60 Milliarden Euro eingebracht worden. Ein Beispiel, das die Steuerentgänge durch die Stiftungsprivilegien verdeutlicht: 2007 kaufte die Voest das Unternehmen Böhler-Uddeholm. Eine österreichische Investorengruppe verkaufte ihren Anteil und machte dabei einen Gewinn von 607 Millionen Euro. Sie zahlte dafür nicht einen Cent Steuern! Gäbe es eine Vermögenszuwachssteuer für Stiftungen von 25 Prozent – wie die Kapitalertragssteuer für Sparbücher –, dann hätte der Staat hier 150 Millionen Steuern eingenommen. Eine Summe, mit der der Bund bereits die Mindestsicherung finanzieren könnte.

Steuerfrei zocken

Gewinne aus dem Verkauf von Aktien sind steuerfrei, wenn die Aktien ein Jahr gehalten wurden. Unter dem Motto: „Billig einkaufen, steuerfrei gewinnen“ sorgt das für steuerfreie Einkommen für die Reichen. Ein Bank-Chef kaufte Anfang März 2009 25.000 Aktien der Bank, in der er arbeitet, zu je 7,4 Euro. Eine Woche zuvor hatte sich die Bank mit der Bundesregierung auf eine Staatshilfe von 1,89 Milliarden Euro geeinigt. Ein Jahr später steht der Kurs bei 29 Euro. Das Aktienpaket ist nun mehr als 725.000 Euro wert, eine Wertsteigerung von 293 Prozentbzw.–beiVerkauf–einGewinn von mehr als 500.000 Euro. Dieser Gewinn ist steuerfrei, weil die Spekulationsfrist von einem Jahr abgelaufen ist.

Wenn Manager aus eigener Tasche Aktien kaufen, ist das nichts Ver-

werfliches. Dass diese Gewinne hingegennichtbesteuertwerden,istein nicht zu rechtfertigendes Steuerprivileg, das beseitigt gehört. Nun wird wieder gezockt. Viele haben billig gekauft und können jetzt nach einem Jahr steuerfrei mit Gewinn verkaufen. Die Verzögerung der Einführung der Vermögenszuwachssteuer war absolut verantwortungslos. Wer Gewinne aus Aktienverkäufen hat, soll genauso Steuer zahlen wie die SparbuchbesitzerInnen für ihre Zinsen!

Steuerprivilegien für Großunternehmen

2005 hat sich Ex-Finanzminister Grasser für Konzerne ein besonderes Zuckerl einfallen lassen: Die Gruppenbesteuerung. Ein Konzern

mitMutterinÖsterreichkannVerluste, die er irgendwo anders auf der Welt gemacht hat, sofort mit Gewinnen in Österreich gegenrechnen. So zahlt er hier weniger oder gar keine Steuern. Dabei wurde weit über das hinausgegangen, was in der EU angerechnet werden muss. Dieses Privileg wäre so, wie wenn ein Mittelverdiener die hohen Unterstützungskosten für seine arbeitslosen Familinmitglieder im Ausland beim Jahresausgleich geltend machen könnte.

Die Bank Austria konnte ihren Gewinn im Krisenjahr 2009 mit 1,1 Milliarden Euro stabil halten. Steuern zahlt sie in Österreich aber keine, das macht die aktuelle Rechtslage möglich. Die Bank hat zwar 182 Millionen Euro an Ertragssteuern gezahlt, jedoch nichts davon in Österreich. So entgehen dem Staat Jahr für Jahr Millionen an Steuereinnahmen.

Quelle: „Kompetenz“, Mai/Juni 2010

Auch Politik muss Mut zum Risiko zeigen

Eine kürzlich präsentierte Standortanalyse des Joanneum Research, von der Wirtschaftskammer Steiermark beauftragt, hat ergeben, dass die „regionalen Disparitäten“ zunehmen werden. Die Obersteiermark wird teilweise weiter entvölkert und verliert weiterhin Arbeitsplätze, der ZentralraumrundumdenSpeckgürtelGrazgewinntmassiv.Ermachesichgroße Sorgen und es gelte diese Regionen zu stärken, betonte Landesrat Christian Buchmann bei der Präsentation in der Wirtschaftskammer.

Ich bin geschäftsführenden Obmann des Forum St. Lambrecht, dem Institut für Gemeinde- und Regionalentwicklung. Von der Abwanderung ist der Bezirk Murau am meisten betroffen. Im „Murauer Memorandum“ aus dem Vorjahr fordern daher die 34 Gemeinden des Bezirkes die Schaffung eines Wachstums- und Technologiefonds mit einer breit angelegten Betriebsansiedlungsoffensive, verbunden mit steuerlichen Begünstigungen.

Firmengesellschaften die der Körperschaftsteuer unterliegen, sollen bei Ansiedlung in solch gefährdeten Regionen nur den halben Körperschaftsteuersatz bezahlen (12,5%). Einzelunternehmer die der Einkommenssteuer unterliegen, sollte ebenfalls nur der halbe Steuersatz gelten. Bei jedem Arbeitsplatz der durch eine solche Betriebsansiedlungsoffensive geschaffen wird, soll der Mitarbeiter der diesen neuen Arbeitsplatz erhält, ebenfalls steuerbegünstigt und zu 50% von der Lohnsteuer befreit werden. Das wären echte Anreize für neue Betriebsansiedelungen bzw. Betriebsgründungen in solchen gefährdeten Regionen.

In der Studie wird Mut zum Risiko gefordert. Das kann aber nicht nur für die Unternehmer gelten, sondern muss auch für die steirische Wirtschaftspolitik Geltung haben und deshalb wird dieser Mut für diese gefährdeten ländlichen Räume vom Forum St. Lambrecht von der steirischen Wirtschaftspolitik dringlich eingefordert

Prof. Max Taucher

Reaktionen: office@klippmagazin.at

Die fußballverrückten Expräsidenten Hannes Kartnig (Sturm), Rudi Roth (GAK) samt Anhang werden sich vor Gericht wegen Krida-Verdacht und Steuerbetrug-Verdacht verantworten müssen

Volksdroge Fußball –das System ist faul

Es wird ein schwerer Gang. Hannes Kartnig, Expräsident von Sturm, und weitere Vereinsfunktionäre müssen vor Gericht. Hannes Kartnig und Mitglieder des Vorstands sind bereits wegen „Grob fahrlässiger Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen“ (§159 Strafgesetzbuch) und Steuerhinterziehung (§33 Finanzstrafgesetz) angeklagt. Rudi Roth und den Expräsidenten Stephan Sticher, Harald Sükar und Harald Fischl könnte eine solche drohen. Es geht in jedem Fall um mehrere Millionen Euro.

Wie aus den Gutachten des Gerichtssachverständigen herauslesbar, haben sie das nicht wegen „persönlicher Bereicherung“ gemacht (das wäre Untreue gegen ihren Verein), sondern der eine hat es für seine „Schwoazn“ getan, der andere für seine Roten. Es wird zum Teil schmerzliche Urteile geben für die ehemaligen Fußballpräsidenten. Frei geht in jedem Fall, weil es nicht auf der Anklagebank sitzt, aber leider das österreichische Fußballsystem.Denndiesesistfaulundverlogen.

Kein Fair Play und korrupt Wie reformbedürftig er ist und wie viele Fouls der Fußball macht, erleben zur Zeit hunderte Millionen Zuseher der WM in Südafrika via Bildschirm. Da gibt es reguläre Tore, die die ganze Fußball-Welt mitbekommt, nur das SchiedsrichterTeam auf dem Spielfeld erkennt sie nicht an. Da werden Tore anerkannt, die wegen Foul und Abseits keine sein dürften, weil das Schiedsrichter-Team ebenfalls versagt. So wer-

den Mannschaften benachteiligt, um mögliche Titelchancen gebracht, verlieren diese Millionen, die Fans verärgert und, und. Fair Play im Fußball gibt’s nicht. Dageht’sbeimKartenspielenam Stammtisch korrekter zu. GewinnersinddieFIFAundderen Hintermänner – beide Begriffe fallen immer öfter in Zusammenhang mit KorruptionundGeschäftemacherei in Milliardenhöhe. Nicht zuletzt deshalb, weil man den Wahrheitsbeweis auf dem Spielfeld, wie er in anderen Sportarten üblich ist, mittels Video nicht zulässt.

Das Drama GAK

Doch zurück in unseren Froschteich nach Österreich. Rudi Roth, seines Zeichens auch ungarischer Honorarkonsul, in den 70er-Jahren selbst Tormann beim GAK, galt bis jetzt als Sportsmann ohne Tadel. Doch nun belastet ihn und die Nachfolger Harald Sü-

Ex-Präsident Rudi Roth steht schwierige Zeit bevor

kar und Stephan Sticher, seine Vorgänger Peter Svetits und Harald Fischl das Gutachten des Gerichtssachverständigen Dr. Fritz Kleiner. Roth war von 30. Mai 2001 bis 24. Juni 2005 Präsident des GAK und ist lebenslang zum Ehrenpräsidenten ernannt worden. In seiner Zeit wurde der GAK in seiner hundertjährigen Geschichte das erste und einzige Mal österreichischer Fußballmeister. Nach seinem Abschied übernahm Harald Sükar die Präsidentschaft, diesem folgte Stephan Sticher. Er musste am 2. März 2007 allerdings den ersten Konkursantrag einbringen. Der Spielbetrieb ging weiter, doch der GAK erholte sich von dort an nicht mehr, kämpfte bis vor wenigen Tagen praktisch ums Überleben und nur eine Geldspritze in der Höhe von 455.000 Euro – bezahlt vom Ehrenpräsidenten Rudi Roth – rettete den GAK vor wenigen Tagen vor dem endgültigen Aus.

Erst jetzt tut sich die echte Chance auf, als Amateurverein – ohne angestellte Profifußballer und Bedienstete – ohne Schulden neu zu starten. Im 1.000 Seiten umfassenden Gutachten mit Beilagen des Gerichtssachverständigen werden Ausgaben in der Höhe von 1,3 Millionen Euro ohne Belege (Schwarzgeldzahlungen), Ungereimtheiten und Unregelmäßigkeiten aufgelistet, gibt es den Vorwurf gefälschter Bilanzen, die vor, während oder nach der Zeit Rudi Roths erstellt wurden. Es geht um nicht nachvollziehbare Ein- und Umbuchungen von mehreren hunderttausend Euro, um AusbuchungenvonVerbindlichkeitenzuLasten des GAK, um Verkürzung von Ticket-Einnahmen, aufklärungsbedürftige Überweisungen ausländi-

Ex-Präsident Hannes Kartnig und weitere Sturm-Vorstandsmitglieder haben Anklage bereits zugeschickt bekommen.

scher Sponsoren aus dem Steuerparadies Virgin Islands, weiters auch um Prozesse und Forderungen gegenüber Frank Stronach und Expräsident sowie Ex-Sport-Direktor Peter Svetits, um Subventionen der Stadt Graz, des Landes Steiermark

§ 159 Strafgesetzbuch:

sowie einen Schuldennachlass der Finanz. Gesamt geht es dabei um 14 Millionen Euro.

Schadensbegrenzung

Für Rudi Roth galt es in den letzten Wochen, gleich zwei Fronten beru-

Grob fahrlässige Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen (1) Wer grob fahrlässig seine Zahlungsunfähigkeit dadurch herbeiführt,dass er kridaträchtig handelt (Abs.5),ist mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr zu bestrafen. (2) Ebenso ist zu bestrafen,wer in Kenntnis oder fahrlässiger Unkenntnis seiner Zahlungsunfähigkeit grob fahrlässig die Befriedigung wenigstens eines seiner Gläubiger dadurch vereitelt oder schmälert,dass er nach Abs.5 kridaträchtig handelt.

(3) Ebenso ist zu bestrafen,wer grob fahrlässig seine wirtschaftliche Lage durch kridaträchtiges Handeln (Abs.5) derart beeinträchtigt, dass Zahlungsunfähigkeit eingetreten wäre,wenn nicht von einer oder mehreren Gebietskörperschaften ohne Verpflichtung hiezu unmittelbar oder mittelbar Zuwendungen erbracht,vergleichbare Maßnahmen getroffen oder Zuwendungen oder vergleichbare Maßnahmen anderer veranlasst worden wären.

(4) Mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren ist zu bestrafen,wer

1.im Fall des Abs.1 einen 800000 Euro übersteigenden Befriedigungsausfall seiner Gläubiger oder wenigstens eines von ihnen bewirkt, 2.im Fall des Abs.2 einen 800000 Euro übersteigenden zusätzlichen Befriedigungsausfall seiner Gläubiger oder wenigstens eines von ihnen bewirkt oder 3.durch eine der in den Abs.1 oder 2 mit Strafe bedrohten Handlungen die wirtschaftliche Existenz vieler Menschen schädigt oder im Fall des Abs.3 geschädigt hätte.

(5) Kridaträchtig handelt,wer entgegen Grundsätzen ordentlichen Wirtschaftens 1.einen bedeutenden Bestandteil seines Vermögens zerstört,beschädigt,unbrauchbar macht,verschleudert oder verschenkt, 2.durch ein außergewöhnlich gewagtes Geschäft,das nicht zu seinem gewöhnlichen Wirtschaftsbetrieb gehört,durch Spiel oder Wette übermäßig hohe Beträge ausgibt, 3.übermäßigen,mit seinen Vermögensverhältnissen oder seiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit in auffallendem Widerspruch stehenden Aufwand treibt, 4.Geschäftsbücher oder geschäftliche Aufzeichnungen zu führen unterlässt oder so führt,dass ein zeitnaher Überblick über seine wahre Vermögens-,Finanz- und Ertragslage erheblich erschwert wird,oder sonstige geeignete und erforderliche Kontrollmaßnahmen,die ihm einen solchen Überblick verschaffen,unterlässt oder 5.Jahresabschlüsse,zu deren Erstellung er verpflichtet ist,zu erstellen unterlässt oder auf eine solcheWeise oder so spät erstellt,dass ein zeitnaher Überblick über seine wahre Vermögens-,Finanz- und Ertragslage erheblich erschwert wird.

Steuerbetrug-Verdacht: Es geht um zumindest 9 Millionen Euro.

higen zu müssen. Als bekannt wurde, dass es laut SachverständigenGutachten für Ausgaben in der Höhe von 1,3 Millionen Euro keine Belege gibt und damit keine Steuern geleistet wurden – die Einnahmen stammten aus Ticket-Verkäufen, die nicht gemeldet worden waren –, ließ Roth 600.000 Euro an die Finanz und weitere 40.000 Euro an den Österreichischen Fußballbund überweisen. Letzterer erhielt von jedem Kartenverkauf einige Promille und ist damit geschädigt worden. Praktisch am selben Tag drohte das endgültige Aus für den GAK, da 450.000 Euro für die Bezahlung der Konkursquote fehlten. Die verheerende Optik – auf der einen Seite zahlt Rudi Roth ein, auf der anderen gibt’s das Begräbnis des GAK –brachte Roth dazu, noch einmal in die Tasche zu greifen. Man könne nicht das eine tun (die Finanzsteuer nachzahlen) und das andere lassen, sodass der Verein untergeht. Ein Glück, dass Rudi Roth nicht zuletzt auch aufgrund des Verkaufs von FirmenanteilenandieungarischeMOL – dieser liegt schon länger zurück –und seiner Rossi-Stiftung über die nötigen Mittel verfügt.

Kartnigs Situation

Im Fall von Hannes Kartnig geht es um knapp 9 Millionen Euro hinterzogener Steuern, wie das Gutachten auflistet. Fahrlässige Krida, möglicherweise auch betrügerische, ist ein weiterer Vorwurf in der Anklageschrift für den Prozess. Da geht es um 4,5 Millionen Euro. Sturm wäre bereits im Juli 2003 nach Analyse desWirtschaftsgutachterszahlungsunfähig gewesen. Der Sturm-Vorstand mit seinem Präsidenten hätte den Überblick über die Geschäfts-

Foto: der Plankenauer
Foto: der Plankenauer
Foto: der Plankenauer

§ 33 (Auszug)Finanzstrafgesetz:Abgabenhinterziehung

(1) Der Abgabenhinterziehung macht sich schuldig,wer vorsätzlich unter Verletzung einer abgabenrechtlichen Anzeige-,Offenlegungs- oder Wahrheitspflicht eine Abgabenverkürzung bewirkt.

(2) Der Abgabenhinterziehung macht sich weiters schuldig,wer vorsätzlich a) unter Verletzung der Verpflichtung zur Abgabe von dem § 21 des Umsatzsteuergesetzes 1972 entsprechendenVoranmeldungen eineVerkürzung von Umsatzsteuer (Vorauszahlungen oder Gutschriften) oder b) unter Verletzung der Verpflichtung zur Führung von dem § 76 des Einkommensteuergesetzes 1972 entsprechenden Lohnkonten eine Verkürzung von Lohnsteuer oder Dienstgeberbeiträgen zum Ausgleichsfonds für Familienbeihilfen bewirkt und dies nicht nur für möglich,sondern für gewiss hält.

tätigkeit offensichtlich verloren gehabt. Auch 1,4 Millionen Euro Landesförderung für Sturm hätten damit nicht mehr fließen dürfen. In der Sprache des Strafgesetzbuches heißt das „bewusstes Verschweigen der Zahlungsunfähigkeit“.

Krida und Steuerbetrug

Für die (Straf-)Juristen scheint die Sache klar zu sein. Rudi Roth und Hannes Kartnig haben geduldet, veranlasst, gewusst, dass ein Teil der Gagen schwarz ausgezahlt wurde. Der Verein wollte sich damit Steuern ersparen. Damit ist der Tat-

bestand der Abgabenhinterziehung (Steuerbetrug) gegeben. Je nach Höhe gibt es dafür unterschiedliche Strafen (siehe Kasten). War den Präsidenten Roth und Kartnig und auch anderen verantwortlichen Funktionären bewusst, dass sich der Verein die Ausgaben für die Gagen oder Provisionen eigentlich gar nicht leisten kann, wenn man sie voll versteuert, dann gibt’s den Vorwurf der grob fahrlässigen Beeinträchtigung von Gläubigerinteressen. Besser bekannt unter dem Begriff Herbeiführen einer vorsätzlichen Krida. Mildernd ist dabei möglicherweise der Umstand, dass die Transaktionen nur aus „Liebe zum Fußball, zu ihrem Verein“ gemacht wurden und nicht zur persönlichen Bereicherung. Mildernd auch der Umstand, dass sie sogar persönlich eigenes Geld über Jahre hindurch in den Verein hineingesteckt haben. Unverständlich für viele, warum das sonst so kostenbewusste Geschäftsleute tun. Fußball wirkt auf manche so wie eine schöne Frau: Allzu rasch führt dieser Zustand dazu, dass das Hirn ausgeschaltet wird. Inwieweit ist Schadenswiedergutmachung eine Milderung? Auch diesen Umstand werden die Gerichte abzuwägen haben. Rudi Roth hat das in einem großen Umfang bereits versucht. Auch BentleyFahrer Hannes Kartnig unternimmt Anstrengungen in dieser Richtung. Wobei vor

Gericht der GAK mit geringeren Summen in der Kreide steht als Hannes Kartnig. Ein weiterer Milderungsgrund könnte sein, dass es keine Wiederholungsgefahr gibt. Dennoch würde es Kritik geben gegen eine derartige „Ablassjustiz“, die im Mittelalter von der katholischen Kirche praktiziert wurde. Wirfst du genügend in den Opferstockrein,dannerlasseichdirdeine Sünden. Pech nur für jene, die nicht genügend Geld dafür haben.

Wochenende für Wochenende

Die Vergehen, für die Hannes Kartnig und Rudi Roth angeklagt werden, dann am Pranger stehen und möglicherweise auch verurteilt werden, spielen sich Woche für Woche im österreichischen Fußball ab. Ungestraft! Zugegeben mit kleineren Beträgen bei den Vereinen, die Halbprofis in ihren Reihen haben. Doch auch da zahlen deren Funktionäre unter der Hand drei- und vierstellige Euro-Beträge, damit ihre Lieblinge dann überhaupt aufs Spielfeld laufen. Viele Wehwehchen („Trainer, i bin net fit“) werden durch das Rezept „mehr Geld“ geheilt und zum Verschwinden gebracht. So lernen die Kicker jenes Verhalten,dasdannbishinaufindie Topligen des Fußballs beibehalten und zur gelebten Unkultur wird. Jeden Sonntag füllen 300.000 Besucher jene Plätze, wo knapp 400 Amateurvereine um den Aufstieg kämpfen. Ihre Erfolge, ihre Niederlagen sind den Medien bestenfalls eine Randnotiz wert. Doch 83.000 steirische Kicker laufen – wie die Großen – nicht nur der Ehre nach, auchdemGeld:Nichtwenigerals60 Millionen Euro schwer sind die „Rübenligen“. Gute Teile davon Schwarzgeld. Finanz und Krankenkasse drücken fest beide Augen zu. Sonst hätte das eingespielte System längst die „rote Karte“ bekommen. Die (Amateur-)Vereine gelten jedoch steuerlich als „gemeinnützig“. Daher: Keine Umsatzsteuer (es gilt

Auch Ex-GAK-Präsident Peter Svetits im Visier des Gerichts, im Bild als „Handlanger“ mit seinem großen Gönner Frank Stronach (rechts).
Schon im März 2010 zeichnete sich’s ab ...
Foto: der Plankenauer

die „Liebhabereivermutung“ bei Sponsor-, Werbe- und Festeinnahmen) und nur selten Körperschaftssteuer (wenn die Gewinne aus Bällen, Kantinen etc. 7.300 Euro überschreiten). Und auch hier sind immer wieder Ausnahmeregelungen möglich. Einnahmen aus der Kantine werden pauschaliert gehandhabt, die Würstel- und Bierbude eignet sich also perfekt, um „Schwarzgeld“ weißzuwaschen, weil es auch keine effektiven Kontrollen gibt. Nach der neuen Sportgesetz-Regelung können Spieler und Trainer monatlich 540 Euro Aufwandsentschädigung erhalten, ohne dafür irgendwelche Abgaben entrichten zu müssen. Möglich, dass es damit zu einer Besserung kommt. Leider haben wir schon so viele Regeln und Gesetze, dass Breitensport gar nicht mehr leicht machbar ist und jeder Miniverein schon einen Steuerberater benötigt. Die Spieler selbst werden oft als raffgierig, Sauger und skrupellos bezeichnet. Doch in jedem Systemmusseinerbereitsein,zugeben,damitderanderenehmenkann. Diese Binsenwahrheit gestand auch Hannes Kartnig ein: „Wir waren einfach zu blöd und großzügig.“

Wien ist anders

Ein Slogan, mit dem die Bundeshauptstadt wirbt, und es stimmt tatsächlich.Dennesistauffälligund seltsam, dass es auf Wiener Boden bisher keinen großen Finanzskandal um einen der Traditionsklubs gegeben hat. Das letzte Mal stand Rapid wegen eines geheimnisvollen 5-Millionen-Euro-Sponsor-Betrages im Zusammenhang mit dem Ankauf der Abfangjäger kurze Zeit im Visier der Öffentlichkeit. Dann gab esauchMeldungenüberFrankStronachs Austria und deren Finanzgebarung. Aber jedes Mal, wenn man als Außenstehender das Gefühl hatte, jetzt kommt’s zu unangenehmen Enthüllungen, herrscht in den Medien wieder totale Funkstille. Rapid war praktisch drei Mal in Konkurs, man erinnere an den KomplettCrash mit der Rapid-Aktie, die Vereine wurden von der Finanz geprüft, es gab Steuernachlässe in Millionenhöhe und viele Ungereimtheiten, doch kein Wiener Großklub musste vors Gericht. Hauptsponsor von Rapid ist die Wien Energie, die Wiener Austria wird vom Verbund mit Euro-Millionen unterstützt.

Bei der Ruhe, die in Wien herrscht, ist es seltsam, dass nur in der Steiermark, vorher aber auch in Tirol, ein wenig auch in Salzburg, die Spürnasen der Finanz genügend Belege dafür fanden, um gegen Sturm und GAK vorzugehen. Wie bereits oben gesagt: Wien ist anders. Es geht nicht darum, den Profifußball völlig zu kriminalisieren. Aber es hängt schon von der Strenge der Kontrollenab,wievielealkoholisierteFahrzeuglenker ich in Wien, Tirol, der Steiermark oder sonstwo aus dem Verkehr ziehe. Denn eines ist doch logisch: Dieselben Fußballprofis, die im Laufe ihrer Karriere einmal in Wien, Salzburg, Linz, Klagenfurt oder in Graz gespielt haben, hätten dann nur in Graz Schwarzgeld kassiert und wären an ihren anderen Arbeitsstätten immer völlig nach geltendem Steuerrecht bezahlt worden? Da darf sich jeder seinen Reim drauf machen.

Doch Österreich befindet sich in guter Gesellschaft. Das kann trostvoll sein, wenn man die Bestechungs- und Steuerskandale in den Ländern Italien, Spanien und der Türkei verfolgt. Und beileibe nicht nur im Fußball wird schwarz kas-

siert. Die öffentliche Hand und die Politik schauen bei dem Treiben zu und helfen dabei noch mit Förderungen. Im Falle von GAK und Sturm waren es allein in den letzten fünf Jahren jeweils rund 14 Millionen Euro, die da an Förderungen gegeben wurden bzw. Steuerabgaben von der Finanz erlassen wurden. In echtem, altem österreichischen Geld sind das 200 Millionen Schilling für jeden Verein oder 40 Millionen pro Jahr. Natürlich muss und kann man dem entgegenhalten und hinzufügen, dass die Vereine durch ihre Aktivitäten auf der anderen Seite wieder für Steuereinnahmen sorgen. Weil sich Woche für Woche Zigtausende in Bewegung setzen (beim Cup-Finale Sturm gegen Mattersburg waren es 20.000), die als Fans die Spiele sehen wollen, dabei Treibstoff verfahren, gut essen, oft allzu viel trinken und feiern. Damit sorgen sie wiederum dafür, dass Geld zurück in die öffentlichen Kassen fließt. Das System Fußball ist faul, doch offensichtlich konnten schon die Römer nicht, aber auch wir können es nicht, ohne „Brot und Spiele“ leben. ❖

Deutscher Autor fordert Gerechtigkeit für die Opfer der Gletscherbahn-Katastrophe

Aufdecker von Kaprun mundtot machen?

Es war im April dieses Jahres beim Internationalen Brandschutzforum in Graz. Gerechtigkeit für Kaprun forderte erneut der deutsche Publizist Hubertus Godeysen. Bei der Gletscherbahn-Katastrophe gab es vor knapp zehn Jahren 155 Tote und im Jahr 2004 einen Freispruch für alle 16 Angeklagten. Nun ist Godeysen vom ehemaligen Kaprun-Richter Manfred Seiss wegen übler Nachrede und Rufschädigung angezeigt worden. Darauf reagierte Godeysen: Er brachte gegen den Richter eine Anzeige wegen Nötigung und versuchter Erpressung bei der Staatsanwaltschaft Graz ein.

In einer APA-Meldung vom 9. Juni 2010 heißt es: DieAnzeigevonManfredSeissdiene dazu, um den Aufdecker des „Kaprun Komplotts“ (siehe ZEIT-Artikel vom 5.11.2009) mundtot zu machen und diesen von weiterer Arbeit in Zeitungen vor allem in Sachen Kaprun abzuhalten, heißt es in der Anzeige. Dies könnte nicht nur den Sachverhalt der Nötigung, sondern allenfalls auch jenen der Erpressung erfüllen. Es soll nämlich möglicherweise zum Vorteil der Teilnehmer am Komplott verhindert werden, dass der Aufdecker weiter recherchiert und seine Arbeit ordnungsgemäß und unbeeinflusst erfüllt. „Jedenfalls fühlt sich der Journalist und Anzeiger in der freien Ausübung seiner Berufstätigkeit massiv beeinträchtigt. Es besteht auch die Vermutung, dass mit dieser Vorgangsweise des ehemaligen Kaprun-Richters nunmehr das aufgedeckte Komplott und die insgesamt verwerfliche Vorgangsweise der beteiligten Personen weiterhin verheimlicht werden soll.“

Es blieb Hubertus Godeysen, Autor der angesehenen deutschen Wochenzeitung „Die Zeit“, vorbehalten, im Herbst 2009 schockierende Tatsachen über die Kaprun-Katastrophe zu enthüllen, nachdem die heimischen Medien sich in nobler Diskretion zurückgehalten hatten. „Es gibt neue technische Beweise, die von der Staatsanwaltschaft Heilbronn, deutschen Sonderermittlern der Kriminalpolizei und Sachverständigen festgestellt wurden und die Betreiber der Kapruner Gletscherbahn und die Genehmigungsbehörden massivst belasten. Die neuen Erkenntnisse sind so erdrückend, dass jeder Rechtsstaat gezwungen ist, ein Wiederaufnahmeverfahren sofort einzuleiten“, sagte Hubertus Godeysen in unmissverständlicher Klarheit.

Ein „Herzeigeverfahren“

Einzelrichter Manfred Seiss begründete sein umstrittenes Kaprun-Urteil am 19. Februar 2004. „Da hat Gott für einige Minuten im Tunnel das Licht ausgemacht.“ Weder die Geschäftsführung der Gletscherbahnen AG noch die Prüforgane, welche die Konstruktion bewilligt hatten, treffe irgendeine Schuld. Verantwortlich sei vielmehr ein simples Haushaltsgerät, ein Heizlüfter aus deutscher Produktion, der in die Kabine eingebaut worden war.

Die Welt war schockiert und zweifelt bis heute an der Rechtsstaatlichkeit des Kaprun-Verfahrens. Neue Erkenntnisse belegen jetzt nicht nur Manipulationen der Beweismittel im Kaprun-Prozess, sondern auch Manipulationen an den später von der Republik Österreich an die deutsche Staatsanwaltschaft offiziell übergebenen Beweisgegenständen.

Doch Ex-Justizminister Dieter Böhmdorfer erklärte öffentlich den Kaprun-Prozess zu einem „Herzeigeverfahren der österreichischen

Justiz“ und beleidigt mit dieser Aussage alle korrekt und mit Anstand arbeitenden Richter und Staatsanwälte in Österreich, so Godeysen. Der deutsche Journalist erhielt von vielen Richtern, Staatsanwälten und Justizmitarbeitern große Zustimmung für seine Arbeit. „Die vertraulichen Gespräche mit österreichischen Juristen haben mir gezeigt, dass sich eine schweigende Mehrheit in der Justiz für das Kaprun-Verfahren, die massiven Vertuschungen und den jämmerlichen Umgang mit den Opfern der Katastrophe sehr schämt.“ Weiters spricht Godeysen von erschreckenden Berichten über politischen Druck auf Staatsanwälte und Richter, der seit 2000 massiv zugenommen und viele junge, anfänglich engagierte Juristen in die Resignation getrieben habe.

Auch Informanten sollen eingeschüchtert werden

Mit der Klage des Kaprun-Richters, so Godeysen, soll nicht nur er eingeschüchtert werden, sondern

Hubertus Godeysen: „Massive Vertuschungen und jämmerlicher Umgang mit den Opfern.“

auch seine Informanten und Quellen aus der österreichischen Justiz. „Eine Richterin und ein Staatsanwalt haben sich bereits aus Angst zurückgezogen, weil sie glauben, dass ihre vertraulichen Informationen bei mir jetzt nicht mehr sicher sind, obwohl ich ihnen den Schutz des deutschen Presserechts zugesichert habe.“

Godeysen nimmt in seiner Anzeige auch Bezug auf ein Interview des von ihm kritisierten Richters Manfred Seiss in einem Salzburger Medium. Dort bestätigt dieser, dass er mit Verteidigern und Gutachtern am letzten Prozesstag und dann am Tag der Urteilsverkündung in Salzburger Szenelokalen unterwegs war, „weil es gut gelaufen ist“. Diese lapidare Begründung hatte besonders bei japanischen Opfern für breite Empörung gesorgt und zu Reaktionen des Außenministeriums geführt.

Der deutsche Journalist: „Für mich ist Kaprun zu einem Synonym für die Unfähigkeit geworden, eine Katastrophe mit 155 Toten verantwortungsvoll und menschlich aufzuarbeiten. Bis heute hat sich kein Verantwortlicher bei den Hinterbliebenen entschuldigt und sein Mitempfinden zum Ausdruck gebracht.“

Nach den Erkenntnissen aus Deutschland reichten die Opferfamilien und die zwölf Überlebenden, unterstützt von deutschen Gutachtern, mehrere Anzeigen bei der Staatsanwaltschaft und im Justizministerium in Wien ein. Neuerlich wurden diese Anträge abgeschmettert. Bernd Geier, Sohn eines Überlebenden aus München: „Wir Opfer haben jeden Glauben an die österreichische Justiz und den Rechtsstaat Österreich verloren. Unsere Hoffnungen auf Gerechtigkeit ruhen ausschließlich auf deutschen Gerichten, dem Europäischen Gerichtshof und in den USA.“

Klipp berichtete ausführlich darüber in der Ausgabe Oktober 2009

BeimGeldhörtsichdieFreundschaft auf. Das sehe ich auch bei mir in der Familie. Wenn unsere Kleinste dem großen Bruder Geld borgt, weil er mit seinem Taschengeld nicht auskommt, dann gibt’s immer wieder Streit und Zank. So wie jetzt auch in der steirischen SPÖ.

❃

Ichhab‘einpaarTypen,dienichtsehr hilfreich sind mit einer hausgemachten politischen Sonderdummheit –watschtdaVovesverbalundöffentlich seine steirischen Nationalratsabgeordneten Spindelegger, Muchitsch, Hackel und Faul ab. Die probendenAufstandgegendiePartei, weil sie in Zukunft nicht mehr 500 Euro Parteisteuern und 200 Euro an denWahlfondsderLandes-SPÖüberweisen werden. Sie würden ohnehin schon üppige Zahlungen an die Bundes-SPÖleisten,lautetdasArgument. „Die vier Typen“, von denen Voves spricht,sindimmerhinalsParlamentsabgeordnete ranghohe Vertreter der Republik Österreich . Entscheidend für den Erfolg eines Wahlkampfes sei dieMotivation,wurdeindiesemInterview weiter festgehalten. Wie weit die vier Typen diese bei einem derartigen Rülpser von Voves noch verspüren –die Antwort werden wir am 26. Septemberhaben.

❃

Immer dann, wenn die Zustimmungsraten für einen Spitzenkandidaten vor Wahlen auf hundert Prozent klettern, jede kritische Haltung und Äußerung vonFunktionärenundMandatarenals schädigend, unsolidarisch gegeißelt wird, dann steht’s um die Siegeschancennichtwirklichgut.

❃

Es kann sein, dass ich um einiges intellektueller bin als du, aber du bist hundertmal gescheiter als ich. Das ist die Voves-Antwort in einem Kleine-Zeitung-Interview auf die Frage um den Vorwurf von Parteifreund Flecker, er sei ein Vorsitzender ohne Intellektualität und Moral. Und 99,56 Prozent Zustimmung beim Landesparteitag seien wohl auch der Beweis dafür, hörte ich bei der Zeitungslese-

Hallo, meine Lieben! LILLY LOTTERBLUME

stunde von meinem Allerliebsten vor demEinschlafen.

❃

Arge Turbulenzen zwischen der KAGes und der Medizinischen Universität. Für den klinischen Mehraufwand überweist der Bund an die Universität 27 Millionen Euro. RektorSmolle müsstedieseSumme ebenandasLandunddieKAGesweiterleiten. Doch er tut dies nicht, sondern behält sich ein Körberlgeld ein. Das sei kein Durchlaufposten, reklamiert er. Die Argumente von Smolle selbstsindjedochdürftig.InderMed. Uni gab es schon in der vergangenen Jahren arge Probleme mit Finanzen, es kam auch zum Austausch von Verantwortlichen. Was tun? – ist nun die große Frage. Das Land möchte das Geld haben. Sollte es zu keiner Einigung kommen, dann wird der Steuerexperte und Professor Romuald Bertl als unparteiischer Schlichter auftreten, erzählt der Herwig aus der Burg. Des einen Leid ist eben meist desanderenFreud.DenndieHonorare des anerkannten Experten sind nicht gerade schmal, wie die Herrschaften des Landes, aber auch der Energie Steiermark wissen. Doch wie heißt es dann auch wieder: Guter Rat istteuer.

❃

FranzVoves habeWortbruchbegangen und Kurt Flecker muss diese Äußerung als Hohn empfinden. „Ich werd‘ihmimmerdankbarseinfürdas, was er mir an Unterstützung angedeihen ließ.“ Das „Immer“ währte ziemlich kurz, denn bei der ersten Chance hat er sich Fleckers entledigt. Der große SPÖ-Fehler: Voves sei durch den Wahlsieg 2005 gewissermaßen heroisiert worden. Er habe geglaubt, erseiselbstsogut.Erhättedabeibleiben sollen, nett zu sein, freundlich zu seinundGitarrezuspielen,anstattimmer wieder zu versuchen, populistische Politik zu machen. Und damit aucheinChaosheraufzubeschwören, wie in Graz. Edlinger und Riedler habengewerktundVoveshatsogetan, als hätte er damit nichts zu tun. Doch irgendwann fällt einem eine solche Haltung auf den Kopf. Ganz besondersdann,wennjedeandereMeinung

in einer Sache sofort als Intrige aufgefasstwird.

❃

Da wurde geflötet „ich schätze die Elke, ich den Wolfgang“ und dann bleibt nichts mehr davon übrig. So schnell geht das in der Politik. WochenlangbeschäftigtendieGrazerPolitiker ElkeEdlingerundWolfgang Riedler die Medien, waren sie reizvolle Schlagzeilen-Lieferanten. Edlinger wollte Riedler wegen Erfolglosigkeit ablösen. Sie gewann die herbeigeführte Kampfabstimmung ganz knappundversprach,auchihreKritiker in der Partei in die Arbeit einbindenzuwollen.Dassahsoaus,dasssie sofort nach alter Sowjet- und DDRManier die Anhänger Riedlers und damitihreKritikerausdemParteivorstand und -Präsidium eliminierte. Frei nach der Devise: Nur tote Indianer sind gute Indianer. Das war dann doch zu viel und unklug. Denn Edlingers Kandidat für die Nachfolger Riedlers in der Grazer Stadtregierung fandinderParteikeineMehrheit. Ein Mann namens Vychodil – den meisten Funktionären vorher überhaupt nicht bekannt. Riedler hoffte, darauf hin vorerst verbleiben zu können, was Edlingerentschiedenablehnte.Völliges Chaos war die Folge. Erst da griff Landesparteichef Franz Voves ein und setzte durch, dass sich beide in die Polit-Rente vertschüssen müssen.

In der Not frisst der Teufel fliegen, zitiert die Ute eine alte Volksweisheit. Der junge Johannes Florian Schwarz suchte lange einen Job und bekam diesen in der Büro-Umgebung von Kurt Flecker. Dieser wollte aus ihm einen Politiker machen. Schwarz sitztalsAbgeordneterimLandtagund hätte es nun beinahe geschafft, Riedlers Nachfolger im Grazer Stadtsenatzuwerden.DaswareineSchnapsidee,zitiertdieUteeinenhohenFunktionärausderSPÖ-Zentrale,undwäre die noch größere Katastrophe für die SPÖ in Graz und für die Chancen bei der kommenden Landtagswahl gewesen.DerJohannesFlorianseieinHerummuffler, gehe zum Lachen in den Keller, sei kontaktarm und ohne Ausstrahlung, könne andere nicht begei-

stern und sei im Landtag bis heute eine graue Maus geblieben. Das wäre genaudasSignalgewesen,dasGrazin dieser Phase gebraucht hätte, feixt Otto aus dem Landhaus. Das sah zum Glück auch Landeshauptmann Franz Voves so, der Schwarz als Landesangestellten keine Karenzierung geben wollte. Schwarz wird bald ein hoffentlich strahlender Vater. Zu diesem Anlass würde ein Karenzierungswunsch durchgehen und er könnte für seine berufliche und politische Zukunft bei der Nachwuchsarbeit zu Hause viel lernen. Nicht im Tunnelblick durch dieWeltzugehenundsichtbarzudanken, wenn man gegrüßt wird, wären auf jeden Fall zwei wichtige Dinge, so derRene,derihnauchgutkennt.

DieeuropäischePolitikhatihnimmer interessiert, daher wäre Karl-Heinz Herber gerne Europa-Abgeordneter geworden. Doch bei der Kandidatur landete er hinter dem Obersteirer Jörg Leichtfried auf der Liste – für ihn natürlich enttäuschend. Als KlubobmannimGrazerRathausdienteer bereits – weil immer verbindlich und nie wirklich laut – Alfred Stingl, dann Walter Ferk und bis jüngst auch WolfgangRiedler. MiteinemweiterenKarrieresprunghatteHerpernicht mehr gerechnet. Die Selbstzerstörung von Wolfgang Riedler und Elke Edlinger machteihnnunzumgeschäftsführenden Parteichef, zumindest bis zum Herbst. Bei der geheimen Wahl erhielt er hundert Prozent der Stimmen – ein Ergebnis fast für das Buch derRekorde.AlsodocheinspäterBeweis für sein politisches Talent. Schafft er es, für die Zeit nach ihm einen Spitzenkandidaten zu finden, der ÖVP-Bürgermeister Siegfried Nagl 2013 wirklich herausfordern könnte, dann wäre Herper als PolitPensionär in Zukunft auch an Wahlsonntagen in der Grazer SPÖ ein gern gesehener Gast und würde etliche Schulterklopfer um sich versammeln.

Daswär’s,biszumnächstenMal, Eure Lilly

E-Auto-Konzerne geben sich weltweit grün wie nie zuvor

Fast nur Versprechungen

Alle reden darüber – die E-Mobilität am Auto-Sektor. Für politisches Marketing eignet sich das Thema hervorragend und ist daher höchst aktuell. In der Realität gibt es sie in unseren Breitengraden kaum. Fast alle Konzerne präsentieren hochtrabende Pläne für eine neue, elektrisch betriebene Fahrzeug-Generation, die „großen Fahrspaß“ und Öko-Verträglichkeit miteinander vereint. Bloß, kein Einziger verfügt heute bereits über ein marktfähiges E-Auto.

Der neue DS3 von Citroën

Er hat das gewisse Etwas

Sobald die Fans mehr oder minder verstohlen ein Auto bestaunen, durch die Windschutzscheibe das Innere erspähen wollen, wird klar – man fährt ein interessantes Auto. Beim Citroën DS3, den Klipp mehrere Wochen testen konnte, war das der Fall. Das neue Kraftpaket lockt vor allem Lifestyle-Autoliebhaber. Es ist optisch ansprechend, wirkt individuell und zukunftsweisend.

Während Mini oder Fiat 500 die Ästhetik von vorgestern aus der Lade holen, wählt Citroën eben den anderen Weg. Ein Auto muss beim Einsteigen dem Lenker das Gefühl geben:„IchhabdasgewisseEtwas.“ Und beim DS3 ist das gegeben. Die SportsitzeundauchdasandereInterieur sind unübersehbare Belege dafür.

Eine Premiere bei Citroën: Es gibt das Fahrzeug auf Wunsch auch zweifarbig. Außerdem werden diverse Dach-Tattoos angeboten, Zierleisten und Außenspiegel-Kappen. Für Kids, die im Fond mitfahren, genau richtig – die Konsolen sind schillernd, die Sitzbezüge cool, aber auch die Fußmatten sind nicht nullachtfünfzehn. Und nun zu den Fahreigenschaften. Der 156 PS star-

ke 1.600-Kubikzentimeter-Motor undseingutesDrehmomentmachen denCitroën1.616VTHPSportChic so richtig heiß. Aufgrund seines kurzen Radstandes rumpelt es auf der Autobahn natürlich mehr für jemanden, der üblicherweise mit größeren Fahrzeugen vertraut ist. Das Fahrwerk ist straff abgestimmt und mit größeren Rädern bestückt. Doch der Tritt ins Gaspedal bringt Fahrspaß. 214km/h Höchstgeschwindigkeit sind für einen „Kleinen“ wirklich beachtlich. Beachtlich sind auch die vielen Möglichkeiten, das Fahrzeug wirklich nach seinen eigenen Wünschen zu stylen. Mehr als eine Million Varianten gibt es dazu und die Händler haben für Interessenten eine eigene

3D-Konfiguration bereit. Wer mit KleinkindundgarnochHundunterwegs ist, der tut sich beim Dreitürer schwer, alles rasch und gut zu verstauen. Das Fahrraum-Innere vermittelt Sicherheit, doch damit ist wiederum die Sicht nach draußen und nach hinten nicht optimal. Was wiederum zu verschmerzen ist, weil man ja unter den Schnellsten sein kann und sich daher ohnehin nach vorne orientiert.

Infos:

Citroën 1.6 16V THP Sport Chic, 156 PS, Treibstoff: Benzin (Tankinhalt 50l), Verbrauch: 6,7l/100km (Mischwert), Preis inkl. NOVA und 20 % MWSt. € 21.390,–

SelbstgroßvolumigeLimousinen und rassige Sportflitzer sollen in Zukunft einen Elektromotor unterderHaubehaben.Beidenkleinen Fahrzeugen tut man ohnehin so, alsseidievölligeElektrifizierungnur eine Frage von wenigen Jahren. Dabei sind zahlreiche Fragen rund um das Elektroauto offen.

VW hat nun erstmals zugegeben, dass man sich eigentlich nicht vorstellen könne, vor 2020 mehr als 1,5 bis 2 Prozent E-Fahrzeuge auf den Straßenzuhaben.DieAutokäufersehen das aufgrund früherer Versprechungen der Industrie jedoch völlig anders. Anstatt gemeinsam an einer Lösung der wichtigsten Probleme zu arbeiten, entwickeln die OEMs und die Powertrain-Supplier unter größter Geheimhaltung munter vor sich hin. Diese abgeschottete Entwicklungsarbeit führt jedoch unweigerlichzum„BratenimeigenenSaft“,zu Betriebsblindheit und zu unnötigen zeitaufwändigen Sackgassen-Entwicklungen.

Helfen würde wohl nur ein internationales Entwicklungsprogramm, im Zugedessennichtnurdieungelösten technischen Probleme (zum Beispiel leistungsfähige und erschwingliche Batterien) interdisziplinär unter Einbindung der europäischen Forschungslandschaft in Angriff genommen würden.

Das wichtigste ungelöste Problem in Zusammenhang mit dem E-Auto ist die mangelnde Energiedichte der marktfähigen Batterien und damit zusammenhängend deren großes Gewicht bzw. die kurze Reichweite der Fahrzeuge. Keine befriedigende Lösung gibt es für die Stromversorgung der Hilfssysteme im Fahrzeug. Sowohl Heizung, Klimaanlage, Sitzverstellung als auch Fensterheber benötigen große Mengen Energie zulasten der Fahrzeugreichweite.

FragenüberFragen,anderenLösung die Konzerne unter größter Geheimhaltung ohne gemeinsame Grundlagenforschung arbeiten, wiewohl gemeinsamekonzentrierteForschungsarbeit effektiver wäre. Quelle: Fazit

Das Peugeot 308 CC Cabrio

Macht auch bei Regen gute

Klar,einCabriowillmansooft esgehtoffenfahren.Dochda spielt das Wetter nicht immer mit. So leider auch bei meiner Testfahrt nach Salzburg. Aber der Peugeot 308 CC hat mich überzeugt und macht auch bei Regen eine gute Figur.

Von außen ist er schwungvoll und dynamisch – ob als freches Cabriolet oder in meinem Fall als Coupé. Die mit roten LEDs besetzte Heckfront ist sicher ein stilistisches Highlight.ImInnenraumhatmirdie so genannte Airwave-Nackenheizung besonders gut gefallen. In den Kopfstützen der Vordersitze des Fahrzeugs ist ein Gebläse integriert,

Figur

das in Temperatur, Stärke und Ausrichtung geregelt werden kann. Außerdem verfügt der Peugeot 308 CC über eine 2-Zonen-Klimaautomatik und beheizbare Vordersitze. Fahrkomfortelemente sorgen dafür, dass Vibrationen weder an die Sitze noch an das Lederlenkrad oder den Fußboden weitergegeben werden. Aufgrund der guten Karosseriesteifigkeit und des bemerkenswerten Vibrationsverhaltens lässt sich das Coupé wirklich angenehm fahren. Auch ohne „oben ohne“ hat man durch die gute Straßenlage viel Fahrspaß. Übrigens: Zu haben ist der Peugeot 308 CC (Active-ProModelle) ab rund 28.000 Euro.

Mit neuem

„Taktgefühl“

Verkehrslandesrätin Kristina Edlinger-Ploder setzt neuen Taktverkehr durch und macht Ostbahn zur S-Bahn. Ab Dezember 2010 sorgt ein zeitgemäßer Fahrplan auf der Strecke von Graz nach Fehring für Aufatmen bei den Pendlern.

Der neue Fahrplan auf der Strecke von Graz nach Fehring wird verdichtet und vertaktet, womit nun auch die Ostbahn, als Teil des bestehenden S-Bahn-Systems, als S3 bzw. S31 geführt werden wird. In der Folge ergibt sich für die Weizer Bahn ebenfalls die Aussicht auf Vertaktung. Vorerst aber werden mittels drei neuer Betriebsausweichen alle Züge knapp vor der vollen Stunde in Graz ankommen bzw. knapp nach der vollen Stunde abfahren. Sozusagen ein „Kinderspiel im Kopf“: Ungünstige Anschlüsse sind weiter kein Thema, wasselbstinHartbergschonbaldRealitätwerdenkönnte.AlsVorgeschmack aufdieverdichteteAnbindungwirdauf denvierbetroffenenBahnhöfenam10. JulieinSchienen-FestivalüberdieBühne gehen. Quasi als Einstand gibt man sich an den jeweiligen Stationen in Laßnitzhöhe, Gleisdorf, Feldbach und Fehring kulinarischen und musikali-

schen Genüssen sowie einem Kinderprogramm hin.

Was den Fahrgästen auf S1 (Graz –Bruck) und S5 (Graz – Spielfeld) bereits seit 13. Juni an vermehrtem Komfortzuteilwird,legtsichnunebenauch auf den Osten um. „Die S-Bahn bietet generell einen landesweiten Takt an, der speziell den Anliegen der Pendler zugutekommt“, erklärt die S-Bahn-Initiatorin Edlinger-Ploder. Der regelmäßige Taktverkehr macht die Nutzung des Schienenverkehrs überaus attraktiv – mittlerweile finden sich über vierzig Prozent aller steirischen Arbeitsplätze im Großraum Graz wieder. Ein Drittel davon, etwa 60.000, egal ob Arbeitnehmer oder Studenten, fährt täglich hin und zurück.

Vorausgesetzt, man will das Geld dafür ausgeben, dann sind E-Fahrräder ein Topverkehrsmittel

Einfach unschlagbar

Das ist bei einigermaßen stabilem Wetter ein E-Fahrrad in diesen Monaten. Speziell auch im Arbeitsalltag, wenn man im Business-Outfit mehrmals zu Terminen außer Haus muss und Schwitzen Pfui ist.

Vorausgesetzt natürlich, dass es ohne Probleme läuft und die Technik mitspielt. Was bei unserem Testrad der Marke BionX der Fall war. Täglich kam es mehrmals zum Einsatz und selbst ein 20 Zentimeter tiefes Schlagloch – unerwartet und praktisch mitten auf der Straße – setzte zwar der Fel-

ge zu, dennoch blieb es funktionstüchtig. Was Importe aus dem asiatischen Raum oft so nicht schaffen.

Unser logischerweise subjektives Urteil einfach auf den Nenner gebracht: So macht Fahrradfahren jedem Spaß. Vor allem bei Fahrten im Umkreis von etwa sieben Kilometern. Eine Distanz, die bei einem Großteil der Stadtfahrten zurückgelegt wird. Ganz egal, ob es nun nach Liebenau ging oder nur zum Freiheitsplatz in Graz, nach Andritz, zum Bahnhof oder nach Leonhard – wir waren mit dem BionX schnell dort. Ohne Schweiß, ohne Stress auf der Suche nach einem geeigneten Parkplatz. Und sicher mindestens so schnell wie mit dem Auto, weil man ja Abkürzungen nehmen kann,

die nur mit dem Fahrrad machbar sind. Unser Fahrrad war auch mit einem entsprechendenSchloss ausgestattet, das so rasch niemand knackt, noch dazu, wenn es auch an eine Eisenstange, einen Fahrradständer oder ein Parkschild gekettet wird. Weil es auch in Graz bereits mehrere E-Tankstellen gibt: Wir haben keine benötigt, denn die Reichweite mit einer vollen BatterieLadung liegt bei rund 50 Kilometern. Schon lange vorher waren wir wieder im Büro und konnten dort das Rad an derStrom-Steckdosewiederaufladen. Das Test-BionX hatte 21 Gänge und zu jedem Gang kann die vierstufige Elektromotor-Unterstützung dazugeschaltet werden. Mit 25 km/h auch bergaufunterwegszusein–dakommt Freude auf! Noch dazu, wenn die natürliche Klimaanlage – der Fahrtwind –angenehmkühlendwirkt.

Großes Missverständnis

Es gibt nicht wenige Hobby-Radler, die beim Wort E-Räder abwinken, weil sie einfach „auch in Zukunft selber treten wollen“. Das Missverständ-

Stromtankstelle für Elektromobile

Die entstehende Elektromobilität erfordert eine entsprechende Infrastruktur.

Elektroniker der FH Joanneum Kapfenberg entwickelten daher mit ihrenPartnerneineStromtankstelle. Ob Elektrofahrrad oder -auto –Strom ist der „Sprit“ der Zukunft.

„Anstecken und Strom tanken“ „Wer über diese Ladestation Strom tanken will, braucht den Stecker seines Elektromobils nur anzustecken“, sagt Thomas Messner vom Studiengang „Advanced Electronic Engineering“, der mit seinem Kollegen Heimo Sirnik die Hard- und Software der Ladesäule entwickelt hat. Über einen im Stecker eingebauten RFID-Chip identifiziert sich

der Besitzer des Elektrofahrzeuges. Im Vorhinein ist nur eine einmalige Registrierung notwendig, um das eigeneElektromobilfürdieStromtankstellen freizuschalten. Auch wenn die Bedienung einfach ist, dahinter steckt eine komplexe Infrastruktur, in welche die Stromtankstelle eingebettet ist. Ein Ladestellen-Server verwaltetnichtnurdenLadevorgang mit der entsprechenden Freischaltung, sondern ist auch Teil eines umfassenden Informationssystems, das auch Parkraumbewirtschaftung, Parkgebührenverrechnung und Kundenservice mit einschließt. v

nis dabei: Auch auf dem E-Bike – es ist kein Moped – muss man treten. Der Vorteil des E-Bikes ist der, dass man mit der selben körperlichen Anstrengung wie ohne E-Motor längere Distanzen zurücklegen kann, dass man bei weniger Freizeit, die man hat, auch schwierigere Strecken mit Steigungen in dieser Zeit schafft, dass man dennoch gut nach Hause kommt, wenn man bei einer Tour seine Kräfte überschätzt hat. Ganz besonders dann, wenn es kräftigen Gegenwind gibt–denTodfeindallerRadfahrer.

Tipps für Kinderräder

Radfahren für Kinder ist wichtig. Es fördert die Geschicklichkeit, das Selbstvertrauen und natürlich auch die Gesundheit. Eine dänische Studie hat gezeigt, dass Kinder, die mit dem Fahrrad zur Schule kommen, fitter sind als ihre Kollegen. Und das unabhängig davon, wie viel Bewegung sie in ihrer Freizeit machen. Worauf man beim Kauf eines neuen Kinderfahrrads achten soll: RutschsichereGriffemitverdickten • Lenkerenden

Reifen mit glatter Oberfläche und • Innenprofil haben ein besseres Brems- und Kurvenverhalten als Reifen mit grobem Profil. Eine3-bis7-Gang-Nabenschaltung • ist anfangs ausreichend. Bremsen sollten gut mit den Hän- • den erreichbar sein. Eine Rücktritt-Bremse ist für kleinere Kinder leichter zu betätigen.

Sattel: für Stadtfahrten breiter, • leicht gepolstert und gefedert, für längere Fahrten schmal und mehr nach vorn geneigt

Beleuchtung nach StVO • Kettenschutz und Kotbleche schüt- • zen vor Schmutz auf dem Gewand. Ein Kettenschutz verhindert auch, dass sich Hose und Schuhbänder in der Kette verfangen können. Fahrradständer, damit das Rad sorgfältig abgestellt werden kann.

Weitere Infos im Elternleitfaden, erhältlich unter monika.zachhuber@ kinderbuero.at, claudia.areh@stmk. gv.at

KLIPP testete das Bionx von Magna einen Monat lang. Unsere Office-Managerin Isabella Hasewend am Start, ihr Kollege Helmut Dietl mit der Styriette in voller Fahrt.
Thomas Messner (li.) und Heimo Sirnik mit „ihrer“ Stromtankstelle
Foto: Heimo Ruschitz

Klaus Sever war mit einem EBike bei der Crocodile Trophy 2009 dabei. Es ist eines der schwierigsten Etappenrennen, dauert zehn Tage und führt quer durch die australische Wildnis. Er zählt daher ganz sicher zu den wirklichen Experten, was E-Bikes und denVerwendungszweckbetrifft.„Im Moment dreht sich bei den E-Fahrrädern fast alles um die Akku-Leis-

tung und das Gewicht“, so Klaus Sever.„Sicherlichganzwichtig,aber wesentlich ist ebenfalls, im Vorfeld abzuklären, wofür jemand das Fahrrad braucht. Etwa, um zur Arbeit zu fahren oder Touren, mit oder ohne Steigungen oder einfach nur, um in der Freizeit damit herumzugondeln.

Daher ist ein Gespräch mit dem Fachmann absolut zielführend, bevormansichzumKaufentscheidet.“

Praktisch: „Normale“ Fahrräder kann man zu vernünftigen Kosten aufrüsten.

Nicht zuletzt auch deswegen, weil ja E-Fahrräder auch ihren Preis haben und die so genannten „preiswerten“ rund 20 Prozent billiger sind als die hochwertigen. Eine mögliche „Tragödie“beiden„billigeren,schweren Rädern“ – oft bis zu 30 kg schwer –ist die: Geht einem der Strom aus, dann lassen sich diese nur noch schwerfahren,benötigtmanfastden ÖAMTC als Abschleppdienst. Untersuchungen haben ergeben, dass bei den meisten Fahrten eine durchschnittliche Distanz von sieben Kilometern zurückgelegt wird. Es ist daher zu hinterfragen, ob es sinnvoll ist, einen „Hochleistungsakku“ mitzuschleppen, der zwar 50 Kilometer Reichweite hat, vom Gewicht her daher schwerer ist, aber dessen Leistungskapazität man nicht benötigt. „Ich kann es nicht oft genug betonen“, so Klaus Sever, „wie beim Auto ist das auch beim Fahrrad. Eine ausführliche Probefahrt ist wichtig, weil man nur dann sieht, ob das Rad zu einem passt.“

Und wie sieht es aus, wenn man ein normales Fahrrad mit E-Motor aufrüsten will? Klaus Sever: „Es gibt viele, die sich auf ihrem Fahrrad wohlfühlen, großartig sitzen und sich daher kein neues E-Bike anschaffen wollen. Für sie bieten zum Beispiel wir bei Weichberger die Möglichkeit, das Fahrrad aufzurüsten und dieses damit ganz exakt auf die Wünsche des Betreffenden abzustimmen. Meist sind diese aufgerüsteten Fahrräder dann auch doch um etliche Kilosleichterundfahrensichpraktisch wie ein normales Bike.“ v Klipp wollte sich selbst davon überzeugen und muss Klaus Sever Recht geben.

Experte Klaus Sever (bei der Crocodile Trophy 2009 mit E-Bike): „Vorher im Klaren sein, wofür man das Bike brauchen will.“
Symbolfoto

Solarhauptstadt Gleisdorf mit Feistritzwerken-STEWEAG

Vorreiter auch bei E-Mobilität

Schon in den 90er-Jahren des vorigen Jahrtausends erarbeitete sich Gleisdorf den Ruf als „Solarhauptstadt Österreichs“, mit den Feistritzwerken als Anbieter und Entwickler von Alternativ-Energie-Projekten ausgezeichnet. Viele Gemeinden – auch Graz – sprechen heute aufgrund der Klima-Belastung von dringend erforderlicher E-Mobilität. Gleisdorf ist auch da Vorreiter und „lebt“ diese schon seit Jahren.

Unser E-Fuhrpark umfasst 36 Fahrzeuge – darunter seit den 90er-Jahren auch zwei Elektro-Autos, ein Fiat Panda und ein Peugeot, Elektro-Minicars, Elektro-Quads, E-Roller, ein Segway und natürlich Elektro-Fahrräder und E-Bikes“, führt Feistritzwerke-STEWEAG-Geschäftsführer Walter Schiefer an. „Hinzu kommen noch sechs Pflanzenöl-Fahrzeuge. Mit den Elektro-Fahrzeugen legen wirca.10.000KilometerimJahrzurück und mit den Pflanzenöl-Autos fahren wir im Jahr ca. 50.000Kilometer. Wir wollen damit Bewusstsein schaffen und das Umdenken unterstützen. Daher kann jeder Gleisdorfer E-Fahrzeuge kostenlos testen.“

E-Autos sind derzeit das Thema in der Öffentlichkeit, doch leider gibt es am Markt noch kein wirkliches Angebot. Der Kfz-Fuhrpark der Feistritzwerke-STEWEAG umfasst insgesamt30Fahrzeuge(ohneElektrofahrzeuge).„Wirwürdensofort15 E-Autos kaufen, sobald der Fahrzeugpreis bei 20.000 bis 25.000 Euro liegt. Noch die große Hürde: E-Autos kosten je Auto rund 40.000 Euro, und das ist wirtschaftlich nicht vertretbar, abgesehen davon, dass man sie in dieser Zahl gar nicht bekommt“, erklärt Walter Schiefer. „Von den Betriebskosten her – drei Euro auf 100 Kilometer – sind EAutos unschlagbar. Der Fiat Panda ist bereits seit 1992 im Einsatz.

Zwei Mal mussten die Batterien getauscht werden, aber er funktioniert tadellos.“

Die E-Autos werden in Gleisdorf mit Sonnenstrom gespeist – natürlich aus der eigenen Anlage. Kommt es zur großen Umstellung, dann wird auch das Projekt Solar Car-Board (Flugdach mit Photovoltaikanlage) realisiert, sodass sämtliche E-Fahrzeuge mit selbst erzeugtem Solarstrom fahren. Die Feistritzwerke-STEWEAG betreiben auf ihrem Betriebsgelände 30.000-Watt-Peak-PhotovoltaikAnlagen, die im Jahr circa 30.000 Kilowattstunden Strom erzeugen.

Damit könnte man circa 200.000 Kilometer mit Elektroautos fahren oder 3.000.000 Kilometer mit Elektrofahrrädern. Walter Schiefer: „Wir erzeugen jedenfalls viel mehr Sonnenstrom mit Photovoltaik, als wir für unsere derzeitige ElektroMobilität benötigen.“ Demnächst wird die achte Solar-Elektro-Tankstelle in Betrieb genommen, sieben öffentliche – unter anderem beim Hauptplatz, Bahnhof, Rathaus, Betriebsgelände der Feistritzwerke-STEWEAG, Solarstadion, Schwimmbad – gibt es bereits. AberauchohnezusätzlicheE-Autos gelang den Gleisdorfern eine deut-

liche Verbesserung der Energie-Bilanz ihres Kfz-Fuhrparks. So konnten die gefahrenen Jahres-Kilometer von 700.000 auf 500.000 Kilometer gesenkt werden. Geschafft wurde das mit einem ausgeklügelten Workforce(Arbeitseinsatz)Programm. Mit Hilfe der Computer-Technik wird das Routing von Dienstfahrten optimiert, wer wann wohin fährt. „Unsere Mitarbeiter sitzen damit viel weniger im Auto und damit können wir unsere Service-Leistungen für die Kunden noch weiter verbessern“, so Walter Schiefer. 400.000 Kilometer sind das realistische „Endziel“. v

Geschäftsführer Walter Schiefer, Bürgermeister Christoph Stark und Umweltreferent Karl Hierzer (v. l.)
36 mit Solarstrom betriebene Fahrzeuge befinden sich im Fuhrpark. Darunter Pkws, Elektro-Minicars, Elektro-Quads, E-Roller, ein Segway, Elektro-Fahrräder und E-Bikes“.
Fiat Panda beim Laden.

… sichern unsere Zukunft

Allzu oft neigt der Mensch dazu, Wertvolles, das er gleichsam vor seiner Haustür findet, zu wenig zu schätzen. Der heimische Wald und damit auch die heimischen Bauern mit ihrer Arbeit für künftige Generationen zählen dazu. Erst allmählich wird uns Konsumenten bewusst, wie wichtig die heimischen Produkte für unser Überleben sind.

Von Helmut Dietl

Der Wald spielt besonders bei uns im Alpenraum eine bedeutsame Rolle: Er ist Wirtschafts-, Lebens- und Erholungsraum, er liefert erneuerbare Rohstoffe, er garantiert sauberes Trinkwasser und schützt uns vor Naturkatastrophen. Sozusagen eine beeindruckende Auflistung und gleichzeitig auch eine verheißungsvolle Zukunftsprognose, die, wenn wir sie richtig handhaben, unsere Lebensqualität erhalten und auch steigern kann. Nicht verwunderlich daher die Devise der diesjährigen „Woche des Waldes“: „Unser Wald in guten Händen.“

Vielerlei Funktionen

Wald kann man allerdings nicht auf Holz reduzieren. Der Wald reinigt und speichert Trinkwasser. Er ist Lebensraum für zahlreiche Tierund Pflanzenarten. Er bietet Entspannung und Schutz vor Lawinen.

Er säubert die Luft, beherbergt Heilpflanzen. Er steckt aber auch voll ideeller Werte. Für viele MenschenistereinKraft-Ort,einOrt,an demmanderHektikdesAlltagsentfliehen kann. Er ist ein Lehrstück in Langsamkeit und Langfristigkeit, eine Inspirationsquelle und ein Raum, gefüllt mit Kindheitserinnerungen. Der Forst ist ein wichtiger Bestandteil der Heimat und vielerorts, wie eben im „Grünen Herz“, ein Teil der eigenen Identität.

Mit dem Wald wird vorgedacht

Wer kann heutzutage in allgemein wirtschaftlicher Hinsicht mit dem Datum 2050 etwas anfangen? Der

Mehr als 60 Prozent der Steiermark sind mit Wald bedeckt Der Begriff „Wertschöpfung“ kann auf verschiedeneWeise verstanden werden.Die ökonomische Wertschöpfung jedenfalls ist bemerkenswert und etwa 50.000 Beschäftigte sitzen im wahrsten Sinne des Wortes auf den Zweigen dieser Wirtschaft.Das geerntete Holz ist ein nachwachsender Rohstoff – alle 3 Sekunden wächst ein Kubikmeter Holz nach – mit unschlagbarer Ökobilanz.„MancheWerte entstehen erst durch die Bewirtschaftung des Menschen“,beschreibt Dipl.-Ing.Hans Grieshofer vom steirischen Forstverein die Lage.Vor allem die Nutzung des Waldes als Energielieferant könne verstärkt werden und würde die Unabhängigkeit von Erdöl schaffen.

Wald kann es: Er bietet Aussichten, die in keiner Wirtschaftsprognose zu finden sein werden. Waldbesitzer haben mehr oder weniger einen Generationenvertrag geschlossen. Sie verwerten Bäume, die ihre Vorfahren vor langer Zeit gepflanzt haben, und verjüngen gleichzeitig den Wald,indemsieneueBäumchenanpflanzen. Diese wiederum können von den Nachfahren in sechzig bis achtzig Jahren genutzt werden. Das isteininheutigerZeitnahezuirrwitziger Vergleich, zumal Konzernmanager ausschließlich über Quartalsbilanzen rätseln. ❖

Ein Thema der Anzeigenredaktion

Foto v.l.n.r: DI Hans Grieshofer (Land&Forst Betriebe Steiermark, Organisation der Waldwoche), Dir. DI Anton Aldrian (Obmann des Steiermärkischen Forstvereins, Dir. der HLF Bruck), Landesrat Johann Seitinger, Vizepräs. Hans Resch (LK Steiermark)

DieArbeitsstättederinternationalen Medienvertreter wird einebetonttransparenteHolzund Glas-Konstruktion sein. Auf den BaustoffHolzwurdebeimEntwurfder so genannten „WM-Halle Neu“ großer Wert gelegt. Authentizität und heimische Wertschöpfung waren ausschlaggebend dafür, dass das oberösterreichische Architekturbüro „Riepl Riepl Architekten“ den Zuschlag erhielt. Die Botschaft der Planer:„DaslebendigeMaterialsolldem ÄußerenundInnerennachFertigstel-

Realisierte Nachhaltigkeit in Schladming - die neue D a Weltmeisterliche Holz-Akustik a

Nichts ist wichtiger bei Großveranstaltungen als der gute Ton –in mehrfacher Hinsicht gemeint. Die neue Dachstein-TauernHalle in Schladming – bei der Ski-WM das Medien-Center für rund 1.000 Journalisten – soll bereits beim Weltcupfinale 2012 ihre Generalprobe ablegen und schon dort weltmeisterliche Akustik bieten. Klanghaften Erfolgsmeldungen aus der Welt des Skisports steht somit nichts mehr im Wege.

lungeineganzbesondereAtmosphäre verleihen.“ Die zeitgemäße und moderne (Holz-)Architektur wird auf einem in Massivbauweise errichteten Erdgeschoßsockel aufgesetzt werden und durch den hohen Vorfertigungsgrad soll der Aufbau relativ flott vonstattengehen. Mag. Christoph Gahleitner vom Linzer Architekturbüro „Riepl Riepl“ hebt indes auch die raumakustischen Anforderungen –jene bestehen ebenfalls aus Holz –hervor. Alle Räumlichkeiten und im Speziellen der kleine sowie der große

Saal–beidewerdenetwa1.400Personen Platz bieten – sollen akustisch anspruchsvoll ausgeführt werden: „Dafür wollen wir aber keine teuren Plattenwerkstoffe verwenden, sondern wir möchten die Raumakustik mittels,Holzlatten‘steuernundsoden natürlichen Charakter des Bauwerks widerspiegeln. Generell wollen wir nicht nur auf den Werk- und Baustoff Holz aufmerksam machen, sondern auch darauf, dass Holz im Sinne der Akustik und Atmosphäre besser wahrgenommenwird.“

Home sweet Home

Holz – Schalldämpfer und perfekter Klanggeber Mittels selektiver Schalllenkung sollen die Geräusche innerhalb der Säle so transportiert werden, dass ein optimaler Akustikeffekt und wenig Nachhall erzielt wird. Demzufolge ist es wichtig, im Bereich des Senders oder VortragendenglatteHolzlattenzuverwenden. „Im hinteren Teil der Säle

„Beispielhafter

Wohnbau“

Neun vom Land geförderte Wohnbauprojekte wurden durch ein Schiedsgericht mit der Urkunde „Beispielhafter Wohnbau“ausgezeichnet.Der„BeispielhafteWohnbau“dokumentiert,dassesin der Steiermark auch guten geförderten Wohnbau geben kann und längst schon gibt. Die Vergabe, vorgenommen von Landesrat Johann Seitinger, erfolgte an Neubauten, unter ande-

rem im Geschoßbau, sowie an bestehende Altbauten, die sich einem Facelifting unterzogen haben. Unter den Preisträgern finden sich unter anderem die Fürstenfelderstraße in Gleisdorf, das Objekt St. Peter-Hauptstraße sowie das Gerberhaus in Frohnleiten. Weitere Sieger-Projekte und Informationen sind unter: www.landentwicklung.at zu finden. ❖

k auch nach der WM

wird die Form der Elemente – sie sehen aus wie eine Vertäfelung – durchlässiger. Das heißt, die Abstände der Schlitze liegen weiter auseinander, womit der Schall gezielt zu den Besuchern gelangen kann“, erläutert Gahleitner. Es handelt sich dabei um Erfahrungswerte, welche bereits Generationen zurückreichen – früher haben die Leute eben gewusst, wie’s

geht; diese kommen nun wieder verstärktzumEinsatz.

Die erste Beschichtung der raumakustischen Maßnahmen entsteht via Vlies und wird mit waagrechten Tannen- und Lärchenschlitzen vollendet. Klarerweise wird bei der Errichtung der Halle hauptsächlich auf heimisches Holz zurückgegriffen. Daraus ergibt sich eine automatische Wertschöpfung im eigenen Land und die Abwicklung erfolgt fast ausschließlich durch regionale Firmen. Auch Ing. Joachim Reitbauer, Chef von Pro Holz Steiermark, sieht sich in seiner AbsichtzurAnhebungdesHolzanteiles in der Bauwirtschaft bestätigt:

„Der gesamte Komplex wird von Holz dominiert und bindet außerdem die Beschallungstechnik ein.“ Um im Winter vor etwaiger Feuchtigkeit geschützt zu sein, bedient sich die Außenfassade sogenannter sägeroher Holzbretter.„WirmöchtendasThema

Holz einsetzen und es zelebrieren“, heißt es auch seitens der Bauleitung.

Ein Vorhaben für mehr als 14 Tage Ski-WM

Das projektierte Mediencenter wird nicht nur die notwendige InfrastrukturfürdieWeltmeisterschaftimWinter 2013 bieten und abdecken, sondern birgt zugleich die Absicht, einen langfristigen Brennpunkt im Geschehen der Gemeinde Schladming zu bilden. Das parkartig gestaltete Umfeld sowie die Verbindung mit dem Freibad und den Hotels ermöglicht eine lebendige Ergänzung zum historischen Stadtzentrum. Ein deutliches Zeichen also, dass die Formkurve des obersteirischen Skiortes auch nach der Alpin-Weltmeisterschaft nach oben zeigen soll. Via Kongresse oder Musikdarbietungen möchte man auch in der Zeit danach gut „im Geschäft“ bleiben, wofür mehrere kleine Seminarräume angedacht wurden. Daneben heben ein zugehöriges Café sowie eine GroßküchemitentsprechendenLagerräumen die Absicht einer flexiblen Weiterverwendung zusätzlich hervor. ❖

Auch Ing.Joachim Reitbauer,Geschäftsführer von pro:Holz Steiermark,begrüßtedieakustischeInnovation:„DiebewussteAuseinandersetzungmit der Raumakustik ist ein stark vernachlässigtes Thema und daher versuchen wir sie zu propagieren.“ Mit dieser Technik begegnet man einem relativ jungen und zukunftsträchtigen Markt.Dennoch gehört Akustik zu den wohl ältesten Zweigen der Physik und entwickelte sich vermutlich aus musikalischen Untersuchungen,die bereits unsere Vorfahren betrieben.Sobald Menschen zusammenkamen,um Musik,Theater oderVorträge zu hören,musste räumlich die Akustik bedacht sein.„Und heute sind wir wieder genau dort und bauen auf diesem uralten Wissensstand auf“,weiß Reitbauer.„Mit Hilfe von pro:Holz soll die Welt auch von kleinen Betrieben und deren Können in Kenntnis gesetzt werden.“

Holz verschafft sich Gehör

DI Armin Hutter aus dem oststeirischen Birkfeld ist einer der gefragtesten Experten, wenn es um die schwierige Thematik Beschallung und Akustik in (kleinen undgroßen)Räumengeht.DerBeleg dafür ist eine Referenzliste, die weit überdieGrenzenÖsterreichshinausreicht. Veranstaltungssäle, Hotels, Schulen und auch private Klangfreaks setzen auf das Know-howdesausgebildetenArchitekten. DenKerndesProblems,wennesumdieHörqualitätin Räumen geht, beschreibt Armin Hutter so: „Schall pflanzt sich immer fort, indem die Luft in Schwingungen versetzt wird. Die Schallwellen werden beim AuftreffenaufeinHindernisdurchReflexionundAbsorption beeinflusst, was bei falscher Anordnung von schallreflektierendenzuschallabsorbierendenElementenzu den hinlänglich bekannten Problemen in der Klangwahrnehmung führt. In der Raumakustik geht es Hutter vor allem darum, ein komplexes Ganzes zu schaffen.JederNutzersollnebenakustischoptimiertenVerhältnissen auch ein optisch ansprechendes Äußeres vorfinden.BeiderPlanungstehtimmerderMenschim Mittelpunkt. So kann Hutter, da es ein im Handwerk verwurzeltesUnternehmenist,individuellaufdieWünsche der Nutzer eingehen. Er entwickelt Raumkonzepte,dienebenderOptimierungderNachhallzeitenauch aufeineoptimaleSchalllenkungeingehen.

Dass Holz in den letzten Jahrenzusehendswieder den Einzug in die Architektur geschafft hat und nun auch bei der Akustik mehr und mehr den Ton angibt, dazu hat nicht zuletzt Hutter beigetragen. Als er den elterlichen Tischlereibetrieb in dritter Generation übernahm, wollte er neue Wege gehen und begann mit dem Bau von akustisch optimierten Regalen für Hi-Fi-Geräte, was in dieser Phase viele als wenig zukunftsreich mit der Frage „Warum gerade in Birkfeld?“ kommentierten. Doch Hutter strafte alle Lügen und entwickelte das System der selektiven Schalllenkung zu einer ausgereiften Technik, die ihn eben zum gefragten Fachmann werden ließ.

Den Klang mit allen Sinnen wahrnehmen

Seine locker-lehrreiche Darlegung gibt Aufschluss über die erstaunlichen Möglichkeiten, die sich mit seinem Akustiksystem in Kombination mit dem heimischen Rohstoff Holz bewerkstelligen lassen. Die Besonderheit seiner Arbeit beschreibt Armin Hutter mit den Worten: „Richtwirkend sind Wand- und Deckenbauteile in Kombination mit Absorptionsgraden. Der springende Punkt bei der ganzen Sache ist aber, dass die Nachhallzeit vermindert, der Fre-

quenzverlauf linearisiert und die Präzision gesteigertwird,sodassderKlangmitallenSinnenwahrgenommen werden kann. Umgesetzt wurde dieses System vor kurzem unter anderem im Heimatort von Hermann Maier, im Saal Flachau, einem Veranstaltungssaal mit ca. 500 m2 ❖

„Team Styria“ findet Weg in den Formel-1-Zirkus.

Ton in Ton mit Gut Holz

Eine der größten Beschallungsanlagen der Welt ertönt seit

Herbst 2009 über der grandiosen Formel-1-Rennstrecke von Abu Dhabi und trägt steirische Handschrift.

Zeiten, in denen scheinbar weniger Auslandsaufträge ins Haus flattern und Umsätze stagnieren, sind auch für heimische Holzverarbeitungsbetriebe kein Honiglecken. Wie innovativ man dieser Tatsache dennochentgegentretenkann,bewies „Team Styria“ mit einem Projekt der Superlative.DieFormel1schenktebei derVerwirklichungfürden„optimalen Ton“ dem sogenannten zweiten Arbeitsmarkt vollstes Vertrauen. Was Fernando Alonso und Co auf der RennstreckeanKönnenandenTaglegen, gelang in Sachen Präzisionsarbeit und handwerklichem Geschick auch den Mitarbeitern von „Team Styria“.DieMannschaftrundumdenLeiter der Holzabteilung, Robert Wendler,erwiessichbeimBauvonetwa500 Lautsprecherboxen als Meister der Genauigkeit und hatte maßgeblichen Anteil am Erfolg des Gesamtprojektes. Wie alle übrigen Abteilungen arbeitet auch die Holzmanufaktur gemeinnützig und daher nicht gewinnorientiert. Das Unternehmen präsentiert sich dennoch als moderner Produktionsbetrieb, wobei der Mensch im Mittelpunkt steht. Den „Schwachen“ der Gesellschaft wird die Chancegeboten,NützlichesundGroßeszu

bewirken. Für gewöhnlich würde man annehmen, dass sich eine Tischlerei eher am sprichwörtlichen Wohnzimmerschrank orientiert, was im „Normalbetrieb“ ja auch der Fall ist. Aufgrund eines gut funktionierenden Netzwerkes kommen am speziellen Beispiel Abu Dhabis aber eben weitausgrößereBrockenbuchstäblichunters Sägeblatt.

Netzwerk ist unumgänglich

In Kooperation mit der oststeirischen Firma ITEC-Tontechnik sowie PKE und Siemens fertigte „Team Styria“ etwa 200 Außen- und 300 Innenlautsprechergehäuse aus Birkensperrholz und belieferte damit die wohl aufsehenerregendste Formel-1-Arena der Welt. Gewissermaßen Ton in Ton mit ITEC – diese steht mit beiden Beinen in der Formel 1 – wurden Tribünen, Teamgebäude, Medical Center und natürlich der VIP-Tower der Ölscheichs mit Lautsprechern ausgestattet. Rund 50.000 Zuschauer konnten vor Ort das Geschehen mittels elektroakustischer Versorgung aus der Steiermark verfolgen, und seit Beginn der ersten Formel-1-Aufträge erkämpfte sich „Team Styria“

Schritt für Schritt die Pole Position in Sachen Holz und Beschallung.

Individualität machte Sprung in die Formel 1 möglich Robert Wendler – er leitet drei steirische Holzabteilungen – übernahm mit seiner Crew eine mehr oder wenigerfixfertigeElektronikundverpackte diese in Holz: „Ausschlaggebend für dieAuftragszusagewarunsereBereitschaft für individuelle Anfertigungen unddieTatsache,dasswirunsimEntwicklungsprozess immer neuen Anforderungenstellen“,erzähltWendler weiter.Holzhatnun mal die besten Schwingungs- und Resonanzeigenschaftenund„Team Styria“ hat das nötige Know-how sowie die Maschinen, die für solch eine Größenordnung unabdinglich sind. Bei der Realisierung der Beschallungsanlage – diese ist auf allen Plätzen entlang der Rennstrecke sowohl für Kommentatorenals auch für MusikÜbertragung geeignet – sah man sich mit enormer Kompetenz konfrontiert. Nachdem man die Lautsprecherkästen (90 x 50 x 40 cm) fertigstellte,wurden diese im eigenen Haus mit einer speziellen PU-Be-

schichtung überzogen und so gegen extreme Witterung und Temperaturschwankung resistent gemacht. Formel-1-Zampano Bernie Ecclestone brauchte sich um nichts mehr zu kümmern:VonderPlanung,überEinbau der Elektronik und Lackierung, bis hin zur Logistik fand quasi alles auseinerHandstatt.„DerShowdown beim Grand Prix mit dem Touch von 1001 Nacht war beeindruckend. Und derTonkamvonuns,daswareinsensationeller Erfolg“, bringt Wendler das Megaprojektauf den Punkt. ❖

Präzision ist obers–tes Gebot bei Team Styria.
Der 5,5 km lange Yas Marina Circuit – die Lautsprecher kommen aus der Steiermark.

Milch steht für Reinheit und Gesundheit

Wer zu landeseigenen Milchprodukten – via rot-weiß-rotes AMA-Gütesiegel erkennbar – greift, unterstützt die Bauern und schafft heimische Arbeitsplätze. „Die Milchpreise sind aktuell zum Glück wieder um ein paar Cent angestiegen“, kommt die Botschaft von Landwirtschaftskammer-Vizepräsident Johann Resch. Dennoch stehen viele heimische Bauern mit dem Rücken zur Wand. Knapp 650 Milchbauern in der Steiermark werfen jährlich das Handtuch. „Zirka 33 Cent pro Liter zahlt derzeit der Handel, 2008 waren es schon einmal 46 Cent“, weiß Resch.

Viel hänge auch vom Ernährungsverhalten der Bevölkerung ab, betonte Kammerdirektor Werner Brugner. So gesehen hatte zum Beispiel der Käseskandal von Hartberg auch seine guten Seiten. Diesbezüglich verhalten sich die Kunden nun solidarisch und verstehen die Anliegen der Bauern. Mit dem Kauf von Regionalprodukten aller Art könne dem Preiskampf daher entgegengewirkt werden.

Milch von „Industriekühen“ aus dem EU-Raum, die in den Regalen der Diskonter zunehmend mehr Platz bekommt, ist in keinem Fall identisch mit der Milch einer grasenden Kuh aus unseren Breiten. Fettmenge und Eiweißgehalt sind gleich. Die Qualität der

Fette aber ist sehr unterschiedlich. Frisst die Kuh Gras, produziert sie mehr ungesättigte Fettsäuren – diese gelten als gesund. Besteht das tägliche Menü aus viel Kraftfutter, neh-

Vollmilch

Kammerdirektor Werner Brugner, Vizepräsident Hans Resch und Fritz Zöhrer (LWK) appellierten an die Konsumenten, heimische Milchprodukte zu bevorzugen.

zufüttern–kristallineFet-

te oder „mit Kalzium verseift“. Diese überleben den Pansen, gelangen bis in den Labmagen und verbessern so die Fettqualität.Aberdamit werden nicht die Werte einer Wiesen-Kuh erreicht, beweisen Untersuchungen von Ernährungsphysiologen. Auf der Wiese produzierte Bergmilch hat eine deutlich bessere Qualität. Fressen die Kühe im Sommer ausschließlich Gras, weist ihre Milch 20 Prozent mehr ungesättigte Fettsäuren und 70 Prozent mehr – ebenfalls als gesund geltende – konjugierte

Neuer Schwung für Vulcano Schinken

Der oststeirische ManufakturbetriebunterderLeitung von Franz Habel ist weit über die Grenzen Österreichs bekannt und besteht mit seinem Schinken-Betrieb bereits seit dem Jahr 2000. Mittlerweile gilt er als internationales Aushängeschild des oststeirischen Vulkanlandes, und Exporte nach China, in die Schweiz und nach Deutschland sind längst keine Ausnahme mehr. Nun will man mit oberösterreichischer Schützenhilfe weitere Auslandsreisen antreten. „Seit geraumer Zeit waren wir auf der Suche nach einem kapitalstarken Partner“, erklärt Habel den Clou der Sache. Durch die gute Auftragslage – speziell im Spätsommer und Herbst herrscht Hochsaison unter anderem beim Ab-Hof-Verkauf –sei man bis dato intern eingeschränkt gewesen und konnte die

große Nachfrage nicht mehr bewältigen. Dieses Szenario soll aber ab sofort der Vergangenheit angehören: Expansion, neue Märkte,

bessere Verkaufsförderung – alles Phrasen, die Ende Mai am Himmel über dem Hof der Feldbacher Schinkenmanufaktur kreiselten. Tatsächlich ermöglicht wurde das Ganze schließlich durch den oberösterreichischen Großindustriellen Christian Trierenberg, der mit sei-

ner „Tanngroup“ Weltmarktführer bei der Produktion von Zigarettenpapier ist. Einem starken Erweiterungskonzept steht somit nichts im Wege. Im Übrigen ist Trierenberg hierzulande längst kein Unbekannter mehr: Gemeinsam mit seiner Frau hat er beispielsweise im Bezirk Leibnitz ein paar Weingüter aufgekauft. Seine Affinität zur Steiermark ist unumstritten, verbringt er doch beinah seine gesamte Freizeit in den Weinhängen: „Schinken und Wein ist eben eine hervorragende Verbindung“, weist der erfahrene Geschäftsmann auf sein Hobby,denWeinbau,hin.Überdies sieht er in Habel den idealen Partner für qualitative Authentizität. Und bereits im Juli stellt sich das nächste Highlight am Gehöft der Schinkenmanufaktur ein: Das größte Schinkenfest Österreichs von 17. bis 18. Juli 2010. ❖

Linolsäurenauf.KraftfutterundSilomais, so Experten, wirken sich negativ auf die als gesund bewerteten Fettsäuren aus.

Auch geschmacklich gibt es je nach SpeiseplanUnterschiede,wiesichan der Käsesorte Gruyère belegen ließ. Frisst die Kuh nichts anderes als würzige Alpenkräuter in ihren vierstufigen Magentrakt hinein, schlägt sichdasimEndproduktnieder.Denn auf den Bergen ist die Botanik eine andere als im Talkessel oder in Schleswig-Holstein. Und sowieso eineanderealsaufdemMais-,Rapsoder Sojaacker. 49 Käselaibe aus verschiedenen Produktionsstätten ließen die eidgenössischen Forscher unter identischen Bedingungen reifen und nach neun Monaten blind verkosten. Die Tester bewerteten Geruch und Geschmack des Bergkäses als „deutlich prägnanter“, „pikanter“und„tierischer“.Undinderchemischen Analyse entpuppte sich ein großer Teil des alpinen Pflanzeninventars als reich an Terpenen.

(Quelle: „Die Zeit“ Nr. 6, Jänner 2009)

Neben der Industriemilch beunruhigt die Milchbauern eine andere Tendenz. Der Handel setzt vermehrt auch auf Haltbarmilch. Da bei der Frischmilch um jeden Cent gefeilscht wird, ist die ESL-Milch für den Handel ein Segen. Das haltbare Produkt kann nicht nur weiter transportiert,sondernauchlängergelagert werden. Das erhöht den Wettbewerb, wasdemHandelermöglicht,dieEinkaufspreise zu drücken. Allerdings bedeutet länger haltbare Milch auch, dass jene Kunden seltener kommen, die sich früher täglich frische Milch besorgten und dabei, so ganz nebenbei, noch dies und das in den Einkaufskorb packten. Also eine doppelschneidige Strategie … ❖

Heimischer Wein, Glas an Glas im direkten Vergleich

Topqualität auf breiter Front

Rankings und Besten-Listen sind aber so eine Sache. Nicht nur, wenn die vielzitierten Äpfel mit Birnen verglichen werden. Wer ist der beste Koch Österreichs, welches ist das beliebteste Hotel, wer ist unser bester Winzer bzw. welcher Wein die „Krönung“? Schwer genug war es also für die Fachjury, beim wichtigsten Wettbewerb aus 1529 eingereichten Tropfen die Crème de la Crème zu filtern.Insgesamt500Winzerhatten im Auswahlverfahren der 18 Kategorien einige Hürden zu bewältigen: „Es ist ein langer Weg und schwierig, das Semifinale oder das Finale zu erreichen oder gar Landessieger zu werden. Die Verkoster sind aber Profi genug, um das zu eruieren“, waren sich Weinbaudirektor Werner Luttenberger und Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Wlodkowski einig. Zum ersten Mal wurde heuer auch das Weingut des Jahres gekürt. ❖

Als beste Weine für 2010 stehen fest:

Welschriesling: Walter Frauwallner, Straden.

Weißburgunder: Franz Gruber, Kaindorf. Morillon: Seyfried, Gleisdorf. Sauvignon blanc: Thomas Burger, Groß Steinbach. Sauvignon blanc kräftig: Theresia u. Otto Riegelnegg, Gamlitz. Sämling88: Simon Engel, Tieschen.

Muskateller: Gründl vlg. Oberhofer, Labuttendorf. Riesling: Hans-Peter Temmel, Kitzeck.

TR/GTR: Giessauf-Nell, Klöch

Prädikate: Manfred Birnstingl, Leutschach

Kräftiger Burgunder: Alois Gollenz, Tischen.

Schilcher: Langmann-Lex, St. Stefan/Stainz. Burgunder: Walter Frauwallner, Straden.

Lagen SB/TR: Strauss K&G, Gamlitz.

Rotwein Klassik: Katharina Glatz, Bad Waltersdorf. Zweigelt kräftig: Alois Kapun, Leutschach. Rotwein kräftig: Anton und Ingrid List, Weinburg.

Gösser feierte in Leoben 150 Jahre

Bier braucht Heimat

Was wären die Leobner ohne ihr Gösser Bier? Diese Frage darf man in Leoben nur rhetorisch stellen. Das zeigte sich auch kürzlich beim 150-JahrFest in Leoben-Göss, wo 8.000 zum Anstoßen und zum Geburtstagswünschen kamen. „Gut, besser, Gösser“ – natürlich die Brauerei – ist eine Industrie-Ikone in der Steiermark. In den 50er- und 60erJahren des vorigen JahrhundertshattedieBrauereizuSpitzenzeiten 1.000 Mitarbeiter, heute sind es rund 150. Dennoch liegt der Ausstoß bei einer Million Hektolitern. „Wir waren schoneinmalbei1,4Millionen,aberderBierkonsum ist auch zurückgegangen“, erläutert Braumeister Andreas Werner. Göss war immer grün, von seinem Auftritt her, und auch die Flaschen kommen aus Österreich. Brauchte man früher eineinhalb Liter Wasser, um eine Flasche zu reinigen, so ist jetzt nur noch –

Sekt: Manfred Frühwirth, St. Anna/Aigen.

bekannt, stößt man in 31 Ländern der Welt mit Gösser Bier an. Gösser ist damit die bekannteste Biermarke aus Österreich. Jedes 10. in Österreich getrunkene Bier ist ein Gösser.

„Aunzapft is ...“ – 8.000 labten sich mit Gösser Zwickl.

und das noch dazu automatisch – ein achtel Liter notwendig. Man spart also Ressourcen und reagiert auch auf Umweltstandards.

Die Brauerei in Göss ist auf dem Weg zur ersten C02-neutralen Brauerei Europas. Sichtbares Zeichen ist auch der verliehene Umwelt-Preis „Energy Globe Styria Award“. Als Exportmarke

„Als ich mit dem Biertrinken begonnen habe, kostete ein Krügerl rund zwölf Schilling“, zieht Braumeister Andreas Werner einen Vergleich. „Ein Hilfsarbeiter verdiente damals 7.000 bis 8.000 Schilling. Heute zahlt man dafür von drei Euro aufwärts. Eine Kiste Bier erstand man in der Aktion bereits um 99 Schilling, heute kann man sie für 13 Euro ins Auto laden.“ Das wichtigste Kriterium für ein gutes Bier allerdings ist: „Dassesharmonischschmeckt. Nur süß ist nicht gut, nur bitter auch nicht. Die Zutaten Malz und Hopfen, aber auch das Wasser müssen passen. Und das ist beim Gösser der Fall“, lobt Ski-Ass Michael Walchhofer das Gösser, der in seinem Hotel in Zauchensee seine Gäste selbst – na, net – mit Gösser verwöhnt. Das Gösser war das erste Bier, das auch im Profisport beworben wurde. Wie immer – den Beginn machten die Damen. Vor dieser Zeit wagte man sich nicht daran, Bier und Leistungssport gedanklich zu verknüpfen. Bis zur Idee, dass es ja nach dem Wettkampf zur Entspannung dient. ❖

Heiße Siegernacht – 6 x höchster Genuss

Grün-Weiße Jubelstimmung beider„Genusskrone“-Gala im niederösterreichischen Wieselburg,derhöchstenAuszeichnung für regionale Lebensmittel. Gleich sechs Mal konnte sich die Steiermark als Sieger eintragen. BeidenKategorienKäse,Rohschinken, Obstprodukte, Brot und Fischprodukte haben insgesamt 137 Er-

zeuger den Einzug ins Finale geschafft und 26 davon (schon bei der Landesprämierung ausgezeichnet) kamen aus der Steiermark. Damit hatten die Steirer bereits im Vorfeld des Flaggen-Vergleiches die Nase vorne und stellten knapp ein Fünftel der Bundesfinalisten. „Die Genusskrone dient an und für sich als Kontrapunkt zum internationalen ,Ein-

Die glücklichen Sieger:

Holzofenbrot: Familie Lanz, Nestelbachberg 27, 8302 Nestelbach, Tel.: 03133/2458, brot@lanz.st

Walnussbrot:: Familie Tengg, 8501 Lieboch, Kainachstraße 70, Tel.: 03136/62276

Apfel-Balsamessig: Obsthof Neumeister, Wieden 17, 8345 Straden, Tel.: 03473/8249, www.obsthof-neumeister.at, info@obsthof-neumeister.at

Apfelschaumwein: Anton und Theresia Haspl, Riegersbach 33, 8250 Vorau, Tel.: 03337/2792, www.kuchlbauer.at, info@kuchlbauer.at

Apfelmost halbtrocken der Marke Caldera: Familie Boden, Zehensdorf 42, 8093 St. Peter am Ottersbach

Edelschinken vom Strauß: Maria und Alois Kowald, Bundesstraße 56, 8410 Neudorf ob Wildon, Tel.: 03182/2689, akowald@gmx.at

heitsbrei‘, und die jahrelange, konsequente Qualitätsarbeit der heimischen Direktvermarkter trägt Früchte“, unterstrich indes auch Landwirtschaftskammer-Präsident Gerhard Woldkowski. Voraussetzung für den finalen Endspurt: Die

Lebensmittel dürfen nur in österreichischen Kleinbetrieben hergestellt und verarbeitet werden; ebenso müssen auch die Rohstoffe unserer Natur entspringen. Alle Finalisten und Sieger sind unter www.genusskrone.at zu finden. ❖

Die Käseakademie in der Lipizzanerheimat ist vorerst einzigartig in Österreich

Auf zur Hofmolkerei Tax

Von Carmen Reiterer

AHofmolkerei – das klingt nach Monarchie und K&K-Zeit. Weit gefehlt, denn es handelt sich um einen bodenständigen und schmucken Bauernhof in Piberegg in der Weststeiermark. Dort gibt’s seit kurzem die erste (Schaf-)Käseakademie Österreichs.

bgebogen von der Autobahn sind wir von Graz aus kommend in einer guten Viertel Stunde in Köflach. Angeschrieben ist die Käse-Akademie im Ortskern nicht. Auch einige Passanten meinen: „Tut mir leid, keine Ahnung.“ Wir fahren Richtung Piberegg, vorbei an der Lipizzanerheimat Nun finden wir sogar ein Schild: 3 km, Hofmolkerei Tax. Eine schmale Bergstraße schlängelt sich den Berg hinauf und auf der Kuppe sehen wir schon unser Ziel. Die bäuerliche Molkerei und Käserei Tax.

scher

Produktion auf natürliche Weise

Der Chef, Rupert Tax, hat wenig Zeit: „Wegen des schlechten Wetter der vergangen Tage muss diese Woche auch noch die Kläranlage fertig gestellt werden.“ Im großen Produktionsraum läuft alles auf Hochtouren. Da stehen auf einer Palette

produzieren, daher haben wir Milch von Dezember bis Juli hin. Dann werden die Schafe belegt, daher haben wir auch dann keine Milch zur Verfügung. Mir geht es schon auch darum, den Konsumenten zu zeigen, dass auch Milchprodukte und Erzeugnisse einer jahresbedingten Schwankung unterliegen. Wir erzeugen für das gesamte Jahr auch mit der Restmilch einen Hartkäse, doch was wichtig ist, und was besonders auch vermittelt werden soll: Milchprodukte – besonders Schafsund Ziegenmilchprodukte – bleiben Naturprodukte“, so Rupert Tax.

kam es zur offiziellen Eröffnung der Käseakademie. LAbg. Erwin Dirnberger (Obmann der Steirischen Milchstraße): „Wir haben dieses Leader-Förder-Projekt, das durch Mittel der EU, des Bundes und des Landes Steiermark unterstützt wird, vor circa fünf Jahren geboren. Eigentlich sind wir auch sehr stolz darauf, es in dieser Form umgesetzt zu haben. Die Hofkäserei Tax bietet Einblick in die Tradition der Bergbauern,vermitteltumfassendes Wissen, und mit diesem Standort sind auch die Räumlichkeiten so dimensioniert, dass wir exklusive Schulungen stattfinden lassen können, passend zu den Produkten. Es ergibt eine schöne Einheit.“

Einheit von Mensch und Natur

Ein klarer Beweis dafür ist schon der Veranstaltungsraum mit Sichtfenster auf die Produktionshalle. Zwei riesengroße Fenster lassen auch einen Rundum-Blick in die Umgebung zu. Und dabei bekommt nicht nur das Gefühl, man sieht: Sie kann funktionieren, die Einheit von Mensch und Natur.

Authentisches Präsentieren Schulungswillige rund um den Käse und Milchprodukte, aber auch Ausflügler werden sich, wie wir, bergwärts bemühen. „In Österreich ist

diese Stätte einzigartig, wir wollen hier ein kleines Kompetenzzentrum werden, das zeigen soll, wie einerseitsBergbauernarbeiten,undauch, wie Qualitätsprodukte in Österreich erzeugt werden. Es geht uns um das authentische Präsentieren.“

„gut so!“

Dass im Eingangsbereich Zertifikate und Urkunden hängen, ist keine Überraschung, wenn man sieht, mit welchem Engagement und wie sorgsam die Bauern-Familie Tax und Mitarbeiter umgehen. „Natürlich garantieren wir, dass alles biologisch abläuft.“ Im Handel sind die Produkte mit dem Qualitätszeichen „gut so!“ versehen, vergeben durch die Organisation fairea gmbh. Das Qualitätszeichen steht für geschmackvolle, nachhaltig und fair produzierte Lebensmittel. Und bei einer Jause konnten wir uns davon überzeugen, dass das „gut so“ wirklich auch gut schmeckt. v

Hofmolkerei Tax

8580 Piberegg 3

Tel./Fax 03144 5536

info@molkereitax.at Kontakt

Rupert Tax: Garantieren, dass alles Bio ist

08-09_japanisches bad kr_00-00_japanisches bad.qxd 10.02.10 09:31 Seite 9

Nicht alles hilft, was in der Werbung glänzt

Lieber jung und frisch als faltig

Exklusiv, exklusiver, exklusivst

Unsummen geben vor allem Damen, aber zunehmend auch Herren für Cremes, Fluids und Milchen aus, ohne dass diese über die Produkte und ihre Bestandteile im Detail Bescheid wissen.

Die Kosmetik ist eine der am stärkstenwachsendenBranchen, mit jährlich zweistelligen Steigerungsraten. Laut EU-Richtlinien müssen Kosmetika eine genaue Inhaltsangabe aufweisen. Dennoch gehen die Hersteller sehr großzügig damit um. Denn wer gibt schon gern bekannt, dass er bedenkliche Chemikalien und Mineralöle in seiner Kosmetik verarbeitet hat oder schlicht und einfach aus Kostengründen so gut wie keine Wirkstoffe einsetzt. Mineralöle sind die durch Destillation aus Braunkohle, Steinkohle, Torf, Holz, Erdöl und gegebenenfalls auch anderen mineralischen Rohstoffen hergestellten Öle. Einige Hersteller deklarieren inzwischen ihre Kosmetik. Doch selbst hier fördert man Haarsträubendes zutage. Jeder Häuselbauer besteht heute auf möglichst formaldehydfreie Möbel, während die Kosmetik im Badezimmer diese Anforderung kaum erfüllt. Wer weiß schon, dass sich unter dem gängigen Konservierungsmittel Imidazolidinyl Urea ein hochkarätiger Formaldehydabspalter verbirgt? Nur wer zu Naturkos-

metik greift – und der Anteil derer nimmt zum Glück zu – muss sich darüber keine Gedanken machen.

Was braucht die Haut wirklich?

Initiator und Ottendorf-Areal-Eigentümer Werner Hochegger: „Ich wollte nur japanische Investoren, weil die das Projekt ganz sicher richtig umsetzen.“

Der ideale Emulsionstyp sind Wasser-in-Öl-Erzeugnisse. Erwiesenermaßen sind Fettcremes die wahren Feuchtigkeitsspender. Doch natürliche Öle sind teuer, Wasser ist billig. Was liegt daher näher, als dass die Kosmetikindustrie wasserreiche Feuchtigkeitscremes propagiert?

„Unlauterer Wettbewerb“

Kosmetikhersteller arbeiten mit unrealistischen Werbeversprechen, fast könnte man sagen mit unlauteren Methoden, wenn sie den Pflegeerfolg von Produkten („68 Prozent weniger Faltentiefe in acht Tagen“) mit Prozentangabenmessen.Esisttechnisch unmöglich, Faltentiefe, Straffheit etc. so zu messen. Streng genommen würde da vieles unter den Begriff „unlauterer Wettbewerb“ fallen.

Doch gegenseitige Klagen bleiben aus. Nicht zuletzt deshalb, weil man dieKundennichtdaraufaufmerksam machen und verunsichern will.

Die Burg Rabenstein bei Frohnleiten mit der „Hochegger Keuschn“ (ganz rechts oben) –Büro und Energieplatz für den Burgherrn.

Öl-Katastrophe im Badezimmer

Onsen

Die Kosmetikindustrie bedient sich „wahrer Chemiebomben“. Das ÖlUnglück im Golf von Mexiko erregt logischerweise weltweit großes Aufsehen. Während über die Millionen Liter Mineralöl, die durch Kosmetik (in erster Linie Reinigungsprodukte) weltweit in die Umwelt gelangen, kaum kritisch berichtet wird.

Der Einsatz von reinem Formaldehyd ist in der Kosmetik inzwischen verboten. Verwendet werden nun so genannte Formaldehydabspalter. Chemisch gesehen handelt es sich dann nicht mehr um eiweißverändertes, extrem allergisierendes Formaldehyd, aber die Wirkung ist ähnlich. Diese Substanzen sind für die menschliche Haut extrem problematisch und machen diese alt.

Demnächst soll es in Ottendorf eine Probepumpung im Beisein der Japaner geben. 42° heißes Vulkanwasser kommt aus 800 Meter Tiefe. Ryokan-Initiator Werner Hochegger: „Für die Japaner sind die Millionen, die investiert werden sollen, Peanuts.“

Eine wirksame Strategie Billige Rohstoffe werden als Wundermittel angepriesen, teure werden schlechtgemacht (Wasser, Bioalkohol). Wobei Bioalkohol einer der wertvollsten Rohstoffe der Kosmetik ist, denn kaum ein anderer ermöglicht die Desinfektion und Konservierung auf so sanfte Weise.

Ein Robatayaki (Restaurant) für Ottendorf

Doch der Alkohol (landläufig in der Kosmetik auch als Weingeist bezeichnet) hat einen entscheidenden Nachteil: Er ist aus fiskalischen Gründen teuer. Was lag da für die Kosmetikindustrie näher, als Gesichtswasser „alkoholfrei“ anzupreisen.

Ähnliches trifft auf den billigsten Wirkstoff zu: Wasser. 80 bis 95%ige Wassercremes sind heute keine Seltenheit mehr. Die „hydratisierende“ Wirkung der Produkte wird beworben, obwohl jeder Dermatologe bestätigt, dass ein Zuviel an Wasser (bzw. an Öl-in-Wasser-Emulsionen) die Haut sogar austrocknet. v

Ich gebe zu, ich hatte gelegentlich mit einem ausgeprägten Fluchtreflex zu kämpfen: Um Gottes willen, nichts wie weg hier – wollte mir mein gut erzogenes, gesellschaftlich genormtes Überich harsch befehlen... Trotzdem, ich bin geblieben – und ich habe es nicht bereut.

Von Karin Klug

Das Tantra Schnupperseminar. Für Einsteiger und Anfänger. So wie mich. Schon mal was gehört von Tantra? Wenig? So wie ich. Was geistert da an Vorstellungen durch den Kopf - seltsame Techniken und Verrenkungen, die der gesteigerten sexuellen Ekstase dienen sollen, die kein normaler Mensch braucht, Gruppenorgien, exhibitionistische Selbstbefriedigung, ausgeflippte Selbst-Sinn-Suche usw. - die Palette der wüsten Phantasien ist lang. Vor allem jener, die sich noch nie damit befasst haben.

Ich hatte mir vorgenommen, mich darauf einzulassen. Freunde, die schon geschnuppert hatten und allesamt begeistert waren - das hat Spuren hinterlassen bei mir. Der Schnuppertag in Graz kam gerade recht. Anmelden, hingehen, ausprobieren. Schlimmstenfalls geh ich halt wieder...Jaja, die Ängste und Zweifel.

Ich bin geblieben.

Und habe mir am Ende des Tages so viel Neues und Anregendes, so viel Energie und Berührtsein, Momente der Nähe mitgenommen. Und das wichtigste: das Wissen um meinen Mut. Meine Stärke. Ich habe mich getraut. Ich habe mich eingelassen und ich habe losgelassen – und es war gut. Es war gut, sich anderen zeigen zu können, trotz aller Angst, zu erleben, dass auch andere Menschen mit Ängsten und Unsicherheiten kämpfen – supercool ist niemand. Nur der vielleicht, der sich zeigen kann, der seine Grenzen überwindet.

Was ist passiert an diesem Tag? Es ist Sonntag, früher Vormittag. Im Seminarzentrum trudeln Menschen ein. Einige sitzen schon in der Küche beisammen, trinken Tee, plaudern. Ich kenne niemanden. Ist mir auch recht so. Lieber ein bisschen anonym – dann gibt’s weniger Zeugen. Jaja, dieUnsicherheitmachtsichimBauch bereits startklar. Ein verstohlener Rundumblick:weristallesda?Kenne

Fortsetzung: Therme Loipersdorf

TANTRARAAA...

POLITIK

Bgm. Gutzwar (Fürstenfeld) wollte Hansjörg Tengg.

Keine Rede von Selbstbefriedigung und Gruppenorgien, aber Einlassen und Loslassen - JA!

ich womöglich doch jemanden? Wie viele Männer, wie viele Frauen sind es? Wie alt? Wie gekleidet? Und vor allem: Passe ich dazu? Es sind Männer und Frauen jeden Alters. Locker, bunt, bequem gekleidet. Alle schauen normal aus. Vom Manager bis zur Krankenschwester, von der Physiotherapeutin zum Computerfachmann, vom Spitzensportler zur Biologin, vom Weltenreisenden zum Paar mit acht Kindern – wie ich später erfahre. Keine armen Irren, Sexbessenen oder sonstwie Gestörten. Trotzdem: Den abwegigen Gedanken, dass ich mit diesen fremden Menschen in intime Vertrautheit gehen könnte an diesem Tag, den verdränge ich gleich wieder. Zu angsterregend.

Also Lächeln ins Gesicht und so tun, als wär alles bestens. Ein Seminar wie jedes andere auch. Nichts Besonderes. Im großen Seminarraum sucht sich jeder, jede ein Plätzchen. Matten liegen herum und Sitzkissen, wir habenDeckenmitgebracht -ehewiruns versehen, hat der Tag begonnen. Die beiden Kursleiter reden nicht lange herum, wir beginnen gleich mit einer Meditationsübung in Bewegung. Irgendwas mit Herzchakra. Wie üblich mein erster Gedanke: Ich mag nicht. Was soll das?

Und doch: In den fließenden gleichförmigen Bewegungen lösen sie sich allmählich auf, diese widerständischen Gedanken, sie zerrinnen einfach,irgendwannbinichnurmehrBewegung. Arm vor, Arm zurück, Schritt zur Seite, Schritt zurück – die Musik trägtmichundlässtmeineÄngsteund Gedanken davon treiben. Ich fühle

Land zog sich zurück

mich tatsächlich erfrischt, gestärkt, zentriert nach dieser Übung. Ja, das war gut. Dann geht’s schon weiter mit verschiedenen Übungen - durch den Raum gehen, sich selbst wahrnehmen, den anderen wahrnehmen, kleine Begrüßung, leichtes Berühren. Mit der Hand, den Fingerspitzen. Vorsichtig. Achtsam. Ohne dass viel erklärt werden muss – wie achtsam fremde Menschen doch miteinander umgehen können. Ich staune.

Das schafft Intimität ImmerwiederkommenneueAnregungen von unseren Kursleitern. Meine Ängste schwappen gelegentlich hoch, mein Fluchtreflex taucht hin und wieder noch auf – hartnäckig ist der. Und ebenso lass ich mich immer wieder drauf ein - ein gutes Gefühl! Ich habe mich überwunden, ich begegne anderen Menschen, sehe in ihre Augen, lasse in mich sehen. – kein verschämtes Abwenden, kein Verbergen, so tun als ob – das funktioniert hier nicht. Ich sehe in große tiefe Augen, kleine verhangene, strahlende, warme, sinnliche, kecke Augen, es gibt so vieles zu entdecken in diesen Augen der anderen. Alle sind sie offen und bereit sich zu zeigen. Ein unbeschreibliches

Urschler (Großwilfers-

Gefühl. Das macht Nähe. Das schafft Intimität.InWindeseile.Eshatnichts zu tun mit irgendwelchen Pornophantasien. Das ist tatsächliche Begegnung.Tieferundintensiveralsesinso manchen langjährigen Beziehungen der Fall ist. Wann habe ich meinen Partner je so lange so intensiv in die Augen gesehen, mich gezeigt und ihn wahrgenommen–ausderTiefemeines Menschseins. Abseits von Eitelkeiten und Überheblichkeiten, von Oberflächlichkeiten und ohne ein fertiges Bild vom anderen parat zu haben, in das er gefälligst reinzupassen hat?

Springender

500.000 Euro Honorar für Experten

Kaum jemand nicht berührt Mittags fallen wir beim Italiener ein, Pizza und Pasta, Rotwein und Cappuccino – ein genussvolles Essen für einen genussvollen Tag. Weitergeht’samNachmittagbisinden Abend hinein. Wir tanzen. Wir spielen. Wir liegen auf unseren Decken, atmen, schaukeln mit dem Becken und sind so ganz hier und in diesem Moment. Der Alltag ist weit, weit weg, keine störenden Gedanken an Arbeit, Arzttermine oder Einkaufslisten. Wir alle sind hier, miteinander, geborgen, in geschütztem Raum. Wir alle haben unsere Ängste und Zweifel - und wir alle kämpfen dagegen an. Wir wollen unssozeigenwiewirsind,ohneAngst und ohne Scham, einander berühren, einander wahrnehmen. Einige von uns haben schon das eine oder andere Tantraseminar besucht, für die meisten ist es das erste Mal. Kaum jemand, der nicht berührt ist. In der Abschlussrunde fallen Worte wie Dankbarkeit, Fülle, Frieden, Lebenslust, Liebe – und das sind sicher keine leeren Floskeln. Ich werde wiederkommen. Gerne.

Infos unter: www.tantra.at oder www. namaste.at v

Es gibt so vieles zu entdecken in den Augen der anderen.
Bgm.
dorf): keine Freude damit. Horst Wagner: auch er auf der Linie Urschlers.

Hanns Schell arbeitet ständig daran, sein Lebenswerk noch attraktiver zu machen – vom

Hobby-Sammler

zum Kulturträger Schatztruhe inmitten von Graz

„Hat man einmal mit dem Sammeln begonnen, dann kann man sich nicht mehr entziehen“, erzählt Hanns Schell bei unserem Treffen in seiner „Schatztruhe“ mit zahlreichen erlesenen Spezialitäten, beheimatet im Bezirk Lend. „Begonnen hat alles damit, dass ein Mitarbeiter unseres Familienunternehmens (Odörfer) historische Schlösser ins Schaufenster der Eisenwarengroßhandlung zum Vergleich mit den modernen stellte.“ Das war 1964. Heute werden auf drei Stockwerken rund 13.000 Objekte gezeigt, darunter Kostbarkeiten und Raritäten.

werden auch bei internationalen Auktionen erworbene Antiquitäten in die bestehenden Abteilungen integriert. „Vor kurzem haben wir diese Stücke bei einer Versteigerung in Paris angekauft“, berichtet Direktorin Mag. Martina Pall, seit 14 Jahren im Museum beschäftigt sowie Autorin mehrerer Fachpublikationen,

Werkstatt unter den Fittichen des Restaurators Manfred List, der seit derMuseumsgeburtmitgeschickten Händen und viel Geduld am Neuerstrahlen der Exponate arbeitet, oder sie glänzen bereits in den Vitrinen, wie etwa ein MeisterstückSchlossmitvierRiegelninFormvon Spielkarten aus Frankreich, 18. Jh.

Die Kunst des Verschließens

Rarität an Rarität reiht sich da in den Vitrinen. „Wer nicht opfert, der

wird kropfert“, steht auf einem mit Marmor ummantelten Opferstock, daneben Klingelbeutel, Sakramentshäuschen. Über den Hintergrund der Sarg- und Witwerschlüssel, versperrbaren Zuckerdosen und Tantalusflaschen klärt mich der Besitzer auf. Er eilt weiter zu den Schaukästen für Schüler, an denen die unterschiedlichsten Systeme wie etwa Klankelschlüssel oder Fallriegelschloss auszuprobieren sind, legt Geheimverschlüsse bei schweren Eisentruhen, Tresoren und Prunkkassetten bloß, zeigt Schatullen mit Reliefintarsien aus diversen Hölzern, lässt mich in bemalte Hochzeitstruhen und unknackbare Geldschränke blicken. Im Zuge der Reise durch die Kulturgeschichtewirdderfreundliche,humorvolle Hausherr nicht müde, die eine oder andere Vitrine zu öffnen, um in das Innenleben besonders graziler Stücke eintauchen zu lassen, wobei die „große Liebe zum Detail“ erkennbar wird. Sammler Hanns Schell präsentiert einige seiner Lieblingsobjekte, etwa die bei Sotheby’s ersteigerte BergkristallKassette aus Venedig um 1600, „die Verpackung für Taufgewänder eines Thronerben.“ Reich ziselierte VorhangschlössermitBuchstaben-oder Zahlenkombinationen folgen, weiters die Kuriositäten: Schlüssel mit inliegenden Geheimbotschaften,

Pistolen- und Hammerschlüssel, Schlösser mit Klingel oder Spielwerk und ausgefallenen Sicherungen, etwa ein Selbstschuss-Schloss. „Der Fantasie beim Austüfteln von Vorrichtungen, sein Hab und Gut zu schützen, wurden wahrlich keine Grenzen gesetzt“, merkt der Museumshausherr an.

Auf Fotos zu sehen ist Schell als Familienvater von sechs Kindern, bärtig und braungebrannt als Extrembergsteiger, Erstbezwinger von Siebentausendern und am Gipfel von vierAchttausendern.„DieErlebnisse bei meinen Expeditionen waren eine Stütze für das normale Leben; das Bergsteigen hat mir auch geholfen, Rückschläge leichter zu überwinden,manlernt,sichinGeduldzu üben,…undkaummehretwaskann einen in Panik versetzen …“ Auch nicht der Umstand, dass beim alljährlichen internationalen Schlossund Schlüssel-Sammlertreffen in Würzburg „Sicher ist sicher“ Ende Juli für mehrere Monate 200 ausgesuchte Exponate der Hanns SchellCollection dort ausgestellt werden.

Infos: www.schell-collection.com

Hanns Schell mit einem seiner Favoritenstücke: Die Bergkristall-Kassette aus Venedig um 1600, bei Sotheby’s ersteigert.
Der Restaurator Manfred List mit einem französischen Schloss aus dem 19. Jh.
Kuriositäten: wie etwa die Pistolenschlüssel

Flugshow „Airpower“ für Ende Juni 2011 fixiert

Was ein Wahljahr so alles auslöst …

Loopings statt Formel-1-Runden in Zeltweg. Die sechste Auflage der „Airpower“ – das Spektakel kostet rund 4 Millionen Euro – soll im kommenden Jahr die 300.000-Besucher-Marke sprengen und zusätzlich etwa 50.000 Nächtigungen bringen.

Was ein Wahljahr so alles auslösen kann und möglich macht: Im Vorjahr war das Spektakel „Airpower“ lange ZeitungewisswegenFinanzierungsproblemen. Sicher nur ein Zufall, heuer, im Jahr der Landtagswahl, gab Verteidigungsminister Norbert Darabos schon jetzt im Beisein von Landeshauptmann Franz Voves eine Zusicherung ab. Wissend, dass die 280.000 Besucher bei der letzten Airshow im Vorjahr für die Region doch mit 20 Millionen Euro Wertschöpfung einen wichtigen Impuls darstellten.

„Das Geld, das das Bundesheer für die Airpower ausgeben wird, ist mit demFührungsstabdesHeeresabgesprochen“, verteidigte indes Minister Darabos den dafür notwendigen Finanzaufwand. „Darüber hinaus

soll die ,Airpower‘ die Leistungsfähigkeit unserer Luftstreitkräfte dokumentieren und für Werbung sorgen.“ Wie auch in der Vergangenheit tritt Red Bull mit zirka 900.000 Euro als Hauptsponsor ins Rampenlicht.

Vor einem Jahr zeigten mutige Flugpiloten aus 19 Ländern mit 170 Fluggeräten ihre Künste überm Aichfeld. Man rechnet, dass im kommenden Jahr die 300.000-Besucher-Marke fallen könnte, denn bereits 2009 wurden an zwei Veranstaltungstagen rund 280.000 Besucher gezählt. Einen Konsens zur Zufriedenheit aller wird es dennoch nicht geben: „Gäbe es keine ,Airpower‘, würde die Wirtschaft leiden, gibt es eine ,Airpower‘, leidet die Umwelt.“

Es war schon immer so: Der Blickwinkel bestimmt den Standpunkt einer Sache. Die Fohnsdorfer und die Menschen in der Umgebung freuen sich offensichtlich daran, denn sonst würden nicht 150.000 Besucher zum Plantschen in die Therme Aqua Lux kommen. Und außerdem, man muss ja Thermen nicht nur für Urlaubsgäste planen. Gerade auch Einheimische haben einen Anspruch darauf, mit Wellness verwöhnt zu werden. Es werde für andere Projekte viel, viel mehr Geld ausgegeben, unnötig, wie für die Eurofighter, die bei uns in Murfeld stationiert sind. Die Therme besuchen täglich hunderte Erholungshungrige, die Eurofighter werden nie zum Einsatz kommen. Denn, gegen wen, fragen sich die

Fohnsdorfer, gegen die Italiener, Deutschen, Spanier, Ungarn, Slowenen, Liechtensteiner, Slowaken, Kroaten? Allein der Betrieb der Eurofighter kostet im Jahr so viel wie die gesamte Therme auf ein paar Jahre hin gerechnet. Und wem nutzen sie oder wen freut das? Die Militärs und die Piloten ausgenommen wirklich niemand. ❖

BÜCHER

Bestsellerliste

Belletristik

DerFeind im Schatten

Henning Mankell Zsolnay

SchönerSchein

Donna Leon Diogenes

DerKoch

Martin Suter Diogenes

LetzteNachtinTwisted River

John Irving Diogenes

AllesüberSally

Arno Geiger Hanser

Sachbuch

TirolerKüche

Maria Drewes Tyrolia

DerWeltenwandererGregorSieböck

Gregor Sieböck Tyrolia

VatikanAG

Gianluigi Nuzzi EcowinVerlag

Kriegstagebuch

Ingeborg Bachmann Suhrkamp

DerMensch im Gleichgewicht

Martin Weber Ennsthaler

Im Namen der Republik

Gabriele Hasmann Molden

Sei es der Fall Kampusch, die Causa Hypo Alpe Adria oder seien es Aufsehen erregende Prozesse wie jener des Josef F.: Die Aufmerksamkeit, die der Justiz in der Öffentlichkeit zukommt, bleibt ungebrochen. Die Autorin hat Repräsentanten der Richter- und Staatsanwaltschaft zum Interview gebeten und niedergeschrieben, was sie zu erzählen haben. Und es menschelt. So werden die Töchter und Söhne der Justitia oftmals auch in die emotionale Enge getrieben …

Vom Zauber des Privaten

Martin Simons Campus

Heute kann man über alles reden, solange es nur persönlich ist. Selbstentblößungen jeder Art sind gesellschaftlich weithin akzeptiert. Prominente inszenieren ihr Liebesleben hemmungslos in Gala oder Bild. Die facebook-friends oder twitterfollowers sind nicht weniger nah als die eigene Familie. Aber ist das wirklich ein Zugewinn an Autonomie und Freiheit? Verlieren wir uns nicht selbst, wenn wir unser Innenleben mit zu vielen teilen? Martin Simons erkundet unseren heutigen Umgang mit Freundschaft, Liebe, Einsamkeit und Scham in seiner ganzen Widersprüchlichkeit.

Das Spiel meines Lebens

Thomas Vanek Ecowin

Vorhang auf für Thomas Vanek. Am 19. Jänner 1984 als Flüchtlingskind in Baden bei Wien geboren, in Zell am See und Graz aufgewachsen, wagt er im Alter von 14 Jahren den Sprung nach Nordamerika. Das Spiel seines Lebens hat er von seinem Vater gelernt: Eishockey. Dies ist die unglaubliche Geschichte dieses Spiels und der Karriere von Thomas Vanek.

Seichtgebiete – Warum wir hemmungslos verblöden

Die geheime Kraft der Träume

Denise Linn Kailash

Träume sind nicht nur geheime Botschaften der Seele, sondern auch der geistigen Welt. Denise Linn eröffnet über spirituelle Traumarbeit einen neuen Zugang zu den allnächtlichen Reisen. Die von ihr vorgestellten Techniken – wie luzides Träumen, Wahrträumen oder das TraumJournal – befähigen jeden, selbst zum „Wanderer zwischen den Welten“ zu werden und die Antworten der Träume im Hier und Jetzt zu verankern.

Baustelle Body

Sonya Kraus Bastei Lübbe

Sonya Kraus kennt alle geheimen Tricks des Showbiz, wenn es darum geht, Uschi Unscheinbar auf Grace Glamour zu tunen. Schonungslos ehrlich und mit viel Humor erzählt das Ex-Model spektakuläre Anekdoten von Schlauchbootlippen bis Lockeneisenbranding. Ihre erfolgreiche Beauty-Bibel verrät, wie Sie sich wirkungsvoll aufbrezeln. Zur Nachahmung dringend empfohlen.

Lob der Krankheit – Warum es gesund ist ab und zu krank zu sein

Bert Ehgartner Bastei Lübbe

Anstatt harmlose Infekte und Kinderkrankheiten zuzulassen, versucht die moderne Medizin mit Antibiotika, Fiebersenkern und Impfungen möglichst jedes Risiko von vornherein zu vermeiden. Doch jedes dieser Arzneimittel greift direkt in die Arbeit des Immunsystems ein, manipuliert und stört es in der Entwicklung. So leben wir heute inmitten einer Epidemie der chronischen Krankheiten, die alle eine gemeinsame Ursache haben: ein aus der Bahn geworfenes Immunsystem.

Alle Bücher

unter:

in Graz, Liezen, Deutschlandsberg, Hartberg, Kapfenberg, Leoben und Feldbach

Michael Jürgs C. Bertelsmann

Die uns täglich verabreichte Dosis an Blödmachern im Fernsehen, im Internet, in Zeitschriften, in Ratgeberbüchern hat die Gesellschaft verdummt. Wo kein Tabu mehr gilt, prägen falsche Vorbilder das Verhalten von Unterschicht und Oberschicht. In diesen Seichtgebieten der Nation geht die Demokratie baden. Rette sie, wer kann. Michael Jürgs’ Pamphlet ist nicht nur eine kritisch-sarkastische Bestandsaufnahme dieser Zustände, sondern zeigt auch, wie man sie beheben könnte.

Köstliche Wege von Stainz nach Maribor Peter Lexe, Peter Just Styria Verlag

Auf den Spuren von Erzherzog Johann lässt sich Genüssliches entdecken. Wieder einmal zeigt Peter Lexe, wo man kulinarisch aus dem Vollen schöpfen kann. Seine neue Reise durch die Süd- und Weststeiermark bis in die Stajerska macht deutlich, dass die Mischung aus Tradition und Innovation einmalige Ergebnisse liefert. Es gibt in der Region eine unglaubliche Vielzahl an Wirtshäusern, Winzern und Produzenten, deren Spezialitäten zum begeisterten Verkosten anregen.

erhältlich

Das große Saunabuch

Robert Kropf Kneipp Verlag

Sauna ist ein Langzeittrend und gesund für Körper und Seele. Und inzwischen heißt es: Privates Spa statt Kellersauna. Design und Technik entwickeln sich rasant und bieten in den eigenen vier Wänden, im Wellnesshotel und Spa Verwöhnoasen mit Mehrwert. Das große Saunabuch zeigt Trends und Designer-Saunen, informiert über Saunaarten, Tools und Ausstattung und erklärt im Detail, was die Sauna für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden tun kann.

Change! Die Botschaft des Friedensnobelpreisträgers

Barack Obama Herder

Barack Obamas Weg in das wichtigste Amt der Welt vollzog sich in atemberaubender Geschwindigkeit und veränderte das politische Klima in Amerika und weltweit praktisch über Nacht. Mit kaum einem Politiker der letzten Jahrzehnte werden weltweit so viele Hoffnungen und Sympathien verknüpft. Die Verleihung des Friedensnobelpreises an den amerikanischen Präsidenten drückt dies aus. Wer ist Barack Obama, wofür steht er, was will er? Dieses Buch gibt darüber Auskunft.

Globale Güterketten

Karin Fischer, Christian Reiner, Cornelia Staritz Promedia

Die vergangenen Jahrzehnte waren von einer dramatischen Zunahme an grenzüberschreitenden ökonomischen Transaktionen geprägt. Das Resultat ist eine qualitative Neustrukturierung von Güterketten, in denen die Produktion von Waren und Dienstleistungen in einzelne Herstellungsschritte aufgeteilt und global verteilt wird. Damit verbunden sind eine Ausweitung von Produktionskapazitäten in Entwicklungsländern sowie eine generelle Neuverteilung ökonomischer Aktivität im Weltmaßstab. Das Buch beschäftigt sich mit den daraus entstehenden entwicklungspolitischen Konsequenzen.

Grand Cru

Martin Walker Diogenes

Ein geheimes Paradies auf Erden, das ist das Périgord. Oder vielmehr war, denn die Weinberge der Gegend sollen von einem amerikanischen Weinunternehmer aufgekauft werden. Es gärt im Tal, in den alten Freund- und Seilschaften, und in einem Weinfass findet man etwas völlig anderes als Wein – eine Leiche.

FILME

THE DUST OF TIME

Drama

Darsteller: Willem Dafoe, Bruno Ganz, Michel Piccoli, Irène Jacob, Christiane Paul

Regie: Theodoros Angelopoulos

A., ein amerikanischer Filmregisseur griechischer Abstammung, kehrt in die römischen Filmstudios zurück, um den Dreh an einem Film fortzusetzen, den er aus unbekannten Gründen abgebrochen hat. Der Film handelt von der Liebe einer Frau – seiner Mutter – zu zwei Männern, die sie ein Leben lang liebte, von denen sie bis zum Ende wiedergeliebt wurde. Die Liebenden verlieren sich und finden sich wieder, sie suchen einander auf einer Reise durch den Raum und die Zeit, vorbei an den bedeutenden Ereignissen der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts in Sibirien, Nordkasachstan, Italien, Deutschland, Amerika.

PREDATORS

Action, Science Fiction

Darsteller: Topher Grace, Adrien Brody, Laurence Fishburne, Danny Trejo, Alice Braga

Regie: Nimród Antal

Eine Gruppe von Elitekämpfern aus den unterschiedlichsten Teilen der Welt landet auf unerklärliche Weise auf ei-nem fremden Planeten. Schon bald ahnen sie, warum: Sie wurden geholt, um Teil eines mörderischen Spiels zu werden, in dem sie als Beute ausgesetzt sind. Und die Jäger sind die Predators. Royce führt die skrupellose Gruppe an, die mit Ausnahme des Arztes Edwin aus menschlichen Predators besteht: Söldner, japanische Yakuza, Schwerverbrecher und Mitglieder der Todesschwadron. Doch die Jäger werden nun selbst gejagt und systematisch eliminiert – von einer neuen Rasse Predators!

SIN NOMBRE

Drama, Abenteuer

Darsteller: Paulina Gaitan, Marco Antonio Aguirre, Kristian Ferrer, Édgar Flores, Marcela Feregrino

Regie: Cary Fukunaga

Gewalt gehört zum Alltag von Casper: Als Mitglied der brutalen Gang Mara SalvatruchaführtereinLebenaufder Überholspur – Abbremsen unmöglich. Als sich die Ereignisse überschlagen, trifft Casper eine folgenschwere Entscheidung und flieht aus den Fängen der Gang. Auch Sayra sehnt sich nach einer besseren ZukunftundkehrtihrerHeimatdenRücken.DasSchicksalführtsiemitCasperindemMomentzusammen,indemersichentscheidet,SayrazurettenunddafürseineigenesLebenzuriskieren.Gemeinsam stürzen sich die beiden in ein gefährliches Abenteuer. Mutig steht Sayra Casper auf der Flucht vor der Mara zur Seite, während sie durch die mexikanische Landschaft der Hoffnung auf ein neues Leben entgegenfahren. Fotos: 2009 polyfilm ahnen

Fotos: Filmladen Filmverleih
Fotos: 2010 Twentieth Century Fox

Einmal Venedig und zurück

Mit dem Kajak am Canale Grande

Da schaukelt es durch die Vaporetti und private Motorboote schon ordentlich, aber mitdenGuidesanmeinerSeitehabe ich keine Angst gehabt, als wir plötzlich auf dem Canale Grande herausgekommen sind. Ein unvergesslicher Eindruck – schon allein von der Perspektive her; die kleinen Tourenkajaks und die riesigen Vaporetti und Gondeln“, erzählt Fritz Auer.

Die Anreise erfolgte mit zwei VWBussen. Bei Burano wurden die Boote ins Wasser gelassen. „Es waren rund 20 kg schwere Hartschalenboote. Die sind kompakt, haben hinten eine Auftriebskammer, wo

Ja, das gibt’s. Fritz Auer, Universitätsdirektor der Technischen Uni Graz, erfüllte sich diesen jahrelang gehegten Traum. Zu fünft und mit steirischem Guide, Karl Krammer von den Naturfreunden, paddelte er von Burano ausgehend über Murano bis nach Venedig und dort durch die engsten Kanalgässchen. Höhepunkt und aufregend – kleines Kajak neben Gondel und Vaporetto am Canale Grande.

man das Gepäck für die 3-TagesTour verstauen konnte.“ Eher schwierig, vor allem bei Ebbe und Flut, ist das Ein- und Aussteigen, weil die Boote ja tief unten liegen.

„Aber da hilft einer dem anderen“, sagt Fritz Auer, „gibt’s auch eine spezielle Technik mit den Paddeln.

Du musst dich schnell hinsetzen, einen tiefen Schwerpunkt bilden, sonst kippst du natürlich.“

Elf Kilometer galt es am ersten Tag hinter sich zu bringen. Fritz Auer selbst war das Küken, denn die anderen waren erfahrene Kajakfahrer. „Ich bin nur in ruhigen Gewässern

auf den oberösterreichischen Seen gefahren, mache das seit drei Jahren. Aber mit den Führern an unserer Seite habe ich keine Angst gehabt.“ Karl Krammer garantiert sogar, Neulinge, die einen Einführungstag im Kajakfahren hinter sich haben, durch die Lagune zu bringen. Und dort war die kleine Gruppe ein bestauntes Fotomotiv. „Die Leute haben uns fotografiert und wir die Leute. Also, es war auch ein großes Hallo.“ Leicht kritisch wird es nur beim Überqueren der so genannten Wasserstraßen oder von größeren Kanälen. „Doch da haben wir so gesehen das einüben können draußen in Burano und Murano, wo

Erstes Probesitzen vor dem Start und die ersten Paddel-Versuche in der Lagune von Venedig.
Einfahrt in die Lagunenstadt. Erster Stopp mit Kaffeepause beim Krankenhaus.

„Boote ins Wasser!“ Das Hinabsteigen ist nicht ganz einfach.

es auch einen Canale Grande gibt. Da fährt alles nur halt langsamer, aber man muss schon aufpassen.“ Das Kommando lautet da, sich nebeneinander aufzustellen, zu warten, bis es frei wird, wie bei einem Fußgängerübergang, und dann setzen alle gleichzeitig über. Insgesamt macht die Tour rund 32 Kilometer aus. „Genächtigt haben wir in einer wunderschön gelegenen kleinen Pension in Murano mit

Herrlich gelegen – unser kleines Privathotel in Murano: Blick von der Frühstücksterrasse nach Venedig, unserem Ziel.

Blick auf Venedig.“ Von dort ging es am Morgen des zweiten Tages eben nach Venedig hinein. Den ersten Stopp gab es beim Krankenhaus. „Dort haben wir einmal Kaffee getrunken. Insgesamt haben wir zwei Pausen in Venedig gemacht. Ohne Guide findest du dort nie wieder hinaus“, sagt Fritz Auer. Karl Krammer selbst ist die Tour natürlich schon mehrere Male gefahren und merkt sich einfach die Zahl der Abzweigungen. „Denn ein exakter Plan – so etwas ist nicht vorhanden“, erklärterseinenGästen.Denhabenur dasMilitär.„Undnatürlichmusstdu gewisse Verkehrsregeln beachten. Die Gondeln und alle anderen haben Vorfahrt.“ Sie verringern zwar ihre Geschwindigkeit, aber Achtgeben ist immer angesagt. In den klei-

Die Route der 3-Tagesfahrt: Ausgangspunkt war in der Nähe von Burano, dann ging’s nach Murano und von dort mutig hinein nach Venedig.

nen Kanälen „schlichen“ sich die Kajakfahrer sozusagen an den Hauswänden entlang. Rund sechs Stunden waren sie da unterwegs. „Du siehst eben da die Palazzi und die Häuser aus einem ganz anderen Blickwinkel. Fotografieren ist schwierig, weil es halt immer schaukelt. Wir hatten Glück und auch schönes Wetter. Daher ging alles ohne großen Wellengang ab. Aber wenneswindigist,dannbrauchstdu zum Beispiel für eine Überfahrt von Venedig nach Murano hinaus statt einer halben Stunde zwei Stunden. Und das hat es in sich. Wir sind sogar ohne Schwimmwesten unterwegs gewesen, weil unser Guide meinte, die würden uns bei diesem Wetter eher zum Schwitzen bringen, undsiebehinderneinennatürlichin der Beweglichkeit etwas.“ Draußen dann bei der Rückreise in der Lagune ist es wieder ruhiger. Da fühlt man sich wie auf dem offenen Meer. Was die wenigsten wis-

sen: Es braucht keine besondere Erlaubnis, um mit dem Kajak nach Venedig am Canale Grande zu paddeln. „Doch wenn das irgendwann überhandnimmt und die Deutschen zum Beispiel das sehr intensiv organisieren wollen, dann kann ich mir vorstellen, dass das anders wird. Natürlich möchte ich nächstes Jahr wieder nach Venedig. Das war einfach so imposant“, kündigt Fritz Auer an. Da will er an Vogalonga teilnehmen. Das ist das Ruderfest Anfang Juni – ein Ruderspektakel, wo rund 1.500 Boote von San Marco aus auf einer Strecke von 32 Kilometern an einem Tag rudern. Große Zwölfmannruderboote oder auch kleine. Das wurde seinerzeit als Protestveranstaltung gegen die zunehmenden Motorboote ins Leben gerufen. 32 Kilometer an einem Tag gilt es da zurückzulegen. „Eine Strecke, für die wir drei Tage gebraucht haben. Klar, dafür muss ich vorher trainieren.“ ❖

Aufregende Fahrt am Canale Grande bis zur Rialto-Brücke.
Aufgestellt warten, bis die Luft rein ist und dann nichts wie rüber auf die andere Seite.
Vorbei an der Friedhof-Insel, zwei Drittel der Strecke sind geschafft.

Einmal Venedig und zurück

Mit dem Kajak am Canale Grande

Da schaukelt es durch die Vaporetti und private Motorboote schon ordentlich, aber mitdenGuidesanmeinerSeitehabe ich keine Angst gehabt, als wir plötzlich auf dem Canale Grande herausgekommen sind. Ein unvergesslicher Eindruck – schon allein von der Perspektive her; die kleinen Tourenkajaks und die riesigen Vaporetti und Gondeln“, erzählt Fritz Auer.

Die Anreise erfolgte mit zwei VWBussen. Bei Burano wurden die Boote ins Wasser gelassen. „Es waren rund 20 kg schwere Hartschalenboote. Die sind kompakt, haben hinten eine Auftriebskammer, wo

Ja, das gibt’s. Fritz Auer, Universitätsdirektor der Technischen Uni Graz, erfüllte sich diesen jahrelang gehegten Traum. Zu fünft und mit steirischem Guide, Karl Krammer von den Naturfreunden, paddelte er von Burano ausgehend über Murano bis nach Venedig und dort durch die engsten Kanalgässchen. Höhepunkt und aufregend – kleines Kajak neben Gondel und Vaporetto am Canale Grande.

man das Gepäck für die 3-TagesTour verstauen konnte.“ Eher schwierig, vor allem bei Ebbe und Flut, ist das Ein- und Aussteigen, weil die Boote ja tief unten liegen.

„Aber da hilft einer dem anderen“, sagt Fritz Auer, „gibt’s auch eine spezielle Technik mit den Paddeln.

Du musst dich schnell hinsetzen, einen tiefen Schwerpunkt bilden, sonst kippst du natürlich.“

Elf Kilometer galt es am ersten Tag hinter sich zu bringen. Fritz Auer selbst war das Küken, denn die anderen waren erfahrene Kajakfahrer. „Ich bin nur in ruhigen Gewässern

auf den oberösterreichischen Seen gefahren, mache das seit drei Jahren. Aber mit den Führern an unserer Seite habe ich keine Angst gehabt.“ Karl Krammer garantiert sogar, Neulinge, die einen Einführungstag im Kajakfahren hinter sich haben, durch die Lagune zu bringen. Und dort war die kleine Gruppe ein bestauntes Fotomotiv. „Die Leute haben uns fotografiert und wir die Leute. Also, es war auch ein großes Hallo.“ Leicht kritisch wird es nur beim Überqueren der so genannten Wasserstraßen oder von größeren Kanälen. „Doch da haben wir so gesehen das einüben können draußen in Burano und Murano, wo

Erstes Probesitzen vor dem Start und die ersten Paddel-Versuche in der Lagune von Venedig.
Einfahrt in die Lagunenstadt. Erster Stopp mit Kaffeepause beim Krankenhaus.

„Boote ins Wasser!“ Das Hinabsteigen ist nicht ganz einfach.

es auch einen Canale Grande gibt. Da fährt alles nur halt langsamer, aber man muss schon aufpassen.“ Das Kommando lautet da, sich nebeneinander aufzustellen, zu warten, bis es frei wird, wie bei einem Fußgängerübergang, und dann setzen alle gleichzeitig über. Insgesamt macht die Tour rund 32 Kilometer aus. „Genächtigt haben wir in einer wunderschön gelegenen kleinen Pension in Murano mit

Herrlich gelegen – unser kleines Privathotel in Murano: Blick von der Frühstücksterrasse nach Venedig, unserem Ziel.

Blick auf Venedig.“ Von dort ging es am Morgen des zweiten Tages eben nach Venedig hinein. Den ersten Stopp gab es beim Krankenhaus. „Dort haben wir einmal Kaffee getrunken. Insgesamt haben wir zwei Pausen in Venedig gemacht. Ohne Guide findest du dort nie wieder hinaus“, sagt Fritz Auer. Karl Krammer selbst ist die Tour natürlich schon mehrere Male gefahren und merkt sich einfach die Zahl der Abzweigungen. „Denn ein exakter Plan – so etwas ist nicht vorhanden“, erklärterseinenGästen.Denhabenur dasMilitär.„Undnatürlichmusstdu gewisse Verkehrsregeln beachten. Die Gondeln und alle anderen haben Vorfahrt.“ Sie verringern zwar ihre Geschwindigkeit, aber Achtgeben ist immer angesagt. In den klei-

Die Route der 3-Tagesfahrt: Ausgangspunkt war in der Nähe von Burano, dann ging’s nach Murano und von dort mutig hinein nach Venedig.

nen Kanälen „schlichen“ sich die Kajakfahrer sozusagen an den Hauswänden entlang. Rund sechs Stunden waren sie da unterwegs. „Du siehst eben da die Palazzi und die Häuser aus einem ganz anderen Blickwinkel. Fotografieren ist schwierig, weil es halt immer schaukelt. Wir hatten Glück und auch schönes Wetter. Daher ging alles ohne großen Wellengang ab. Aber wenneswindigist,dannbrauchstdu zum Beispiel für eine Überfahrt von Venedig nach Murano hinaus statt einer halben Stunde zwei Stunden. Und das hat es in sich. Wir sind sogar ohne Schwimmwesten unterwegs gewesen, weil unser Guide meinte, die würden uns bei diesem Wetter eher zum Schwitzen bringen, undsiebehinderneinennatürlichin der Beweglichkeit etwas.“ Draußen dann bei der Rückreise in der Lagune ist es wieder ruhiger. Da fühlt man sich wie auf dem offenen Meer. Was die wenigsten wis-

sen: Es braucht keine besondere Erlaubnis, um mit dem Kajak nach Venedig am Canale Grande zu paddeln. „Doch wenn das irgendwann überhandnimmt und die Deutschen zum Beispiel das sehr intensiv organisieren wollen, dann kann ich mir vorstellen, dass das anders wird. Natürlich möchte ich nächstes Jahr wieder nach Venedig. Das war einfach so imposant“, kündigt Fritz Auer an. Da will er an Vogalonga teilnehmen. Das ist das Ruderfest Anfang Juni – ein Ruderspektakel, wo rund 1.500 Boote von San Marco aus auf einer Strecke von 32 Kilometern an einem Tag rudern. Große Zwölfmannruderboote oder auch kleine. Das wurde seinerzeit als Protestveranstaltung gegen die zunehmenden Motorboote ins Leben gerufen. 32 Kilometer an einem Tag gilt es da zurückzulegen. „Eine Strecke, für die wir drei Tage gebraucht haben. Klar, dafür muss ich vorher trainieren.“ ❖

Aufregende Fahrt am Canale Grande bis zur Rialto-Brücke.
Aufgestellt warten, bis die Luft rein ist und dann nichts wie rüber auf die andere Seite.
Vorbei an der Friedhof-Insel, zwei Drittel der Strecke sind geschafft.

Das Bärenhotel am Berghang oberhalb von Olang in Südtirol gelegen

Ein Ausblick zum Träumen

Am Morgen genießt man beim Bio-Frühstück auf der Sonnenterrasse die traumhafte Südtiroler Bergkulisse und den Talblick. Am Abend nach einem ausgiebigen Wandertag rund um den Kronplatz bis auf 2.000 Meter hinauf kann man im Whirlpool im Freien liegend den Sternenhimmel genießen und das Gefühl spüren, alle Zeit der Welt zu haben.

Und nach dem Abendessen mit Tiroler Schmankerln spielen Hotelchef Eugen Ladstätter auf der Steirischen und seineSchwesteranderZitherfürdie Gäste auf. Wer diese Art von Urlaub sucht,fürdenistdasBärenhotel,am Berghang in Geiselberg über Olang gelegen, die richtige Adresse. Der Kronplatz bei Bruneck, nur 40 Kilometer von der Osttiroler Grenze entfernt, ist als Skiberg auch bei Österreichern natürlich gut bekannt. MankannvonihmanallenSeitenmit Seilbahnen rauf und mit Skiern oder Snowboard hinunter. Und noch lustiger wird es, wenn man mit der Seilbahn oft und oft am Bärenhotel der Familie Ladstätter vorübergegondelt istundgespürthat,dassdasdaunten ein gemütliches Familienhotel sein müsste. Weil sich die Gäste im Winter die Ski anschnallen und schon

nach100MeternaufderPistestehen. DasBärenhotelschmiegtsichauffast 1.300 Meter Höhe in den Hang hinein und es ist erholsam, wenn du im SommeraufderTerrassesitztundzur „grünen Piste“ hinüberblickst, auf der im Winter hunderte nach Olang runterkurven.

Heute gibt’s weder im Sommer noch im Winter Bären-Gefahr. Der Sage nach soll der Arndtwirt-Bauer vor vielen Jahren am nahe gelegenen Furkelpass von einem Bären angefallen worden sein. In seiner Angst machte er das Versprechen, dass die hofeigene hölzerne Kapelle zu einer Kirche für die Dorfgemeinde umgebaut wird.

Für Nordic Walker oder eben Wanderer, die es gemütlicher angehen, liegtdasBärenhotelaufhalberBerghöhe ideal. Weil sie von dort den

Kronplatz und die Gegend mit ihren Wäldern und Bergwiesen auf dem 220 Kilometer langen beschilderten Wegenetz praktisch umkreisen können. Wer mehr Schmalz in den Wadln hat, der kann natürlich auch „aufi“ ins Hochgebirge. Wer sich im Hotel ein Mountainbike ausborgt (im Preis inkludiert), sollte darauf achten, dass er es nur dann ins Tal hinunterlaufen lässt, wenn er auch wieder zurückstrampeln möchte. Denn steil ist es dort am Geiselberg allemal.

Und ja, weil Golfen halt immer öfter auch zum Sommerurlaub dazugehört. Oben am Berg geht natürlich nichts, aber unten im Tal in Bruneck – nur 10 Kilometer zum Fahren – da bietet der Golfclub Pustertal eine schöne Kulisse. Als Hotelgast gibt’s auch eine Ermäßigung beim Greenfee. Es ist ein Open-Country-Course mit 9 Löchern zwischen Wiesen, Wald und Biotop und hat

einen Abschlag, der sicher einmalig ist: Über eine Leiter erklettert man eine Kuppel mitten im Wald, fast wie ein Jägerstand, und schlägt von dort über den Wald ins Tal hinunter. Allerdings braucht man dazu auch die nötige Länge, denn sonst bleibt es beim Versuch und man darf dann unten im Tal droppen. Wer es aber schafft, für den bleibt dieser Abschlag lange in Erinnerung. v

Infos: Tel. +39 0474/ 592 001 www.baerenhotel.com

220-Kilometer-Wegenetz für Wanderer.
Abends kann man sich nach einem ausgiebigen Wandertag im Pool erholen.
Der Golfclub Pustertal bietet einen Open-Country-Course mit 9 Löchern.
Am Abend spielt Hotelchef Eugen Ladstätter auf der Steirischen auf.

Canyoning – so richtig etwas vorstellenkonnteichmirdarunter vorher nicht. Ich wusste nur, dass man im Neoprenanzug durch eine Schlucht geht, teilweise schwimmend … und auch springend, wie ich jetzt weiß. Ausgangspunkt für unseren Tagesausflug ist das 4-Sterne-Superior-Hotel Tannenhof im Alpendorf St. Johann im Pongau. „Warst du schon einmal Canyoning?“, erfrage ich die Erfah-

rung meiner Kollegen. „Nein, auch noch nie, bin mal gespannt, was uns da erwartet …“ Es sind also bis auf einen Kollegen, der so etwas Ähnliches (zu einer Zeit, als es noch nicht Canyoning geheißen hat) schon einmal gemacht hat, alles Neulinge. Gespannt und auch mit leicht mulmigem Gefühl steigen wir also in den Kleinbus, der uns abholt, und fahren Richtung Hallein ins Wiestal,wowirunsereCanyoning-Tourin

Adrenalin

„Canyoning“ bringt den Kick. Kneifen gibt’s nicht. Als Frau in der Gruppe mit Mut voran.

Drei, zwei, eins … Sprung. Ich stehe oben und schaue drei Meter tiefer aufs Wasser zwischen den Felsen. Nur nicht zu lange nachdenken, sonst überlege ich es mir noch. Ach was –einfach runter. Aaahhh …! Mein lauter Schrei dröhnt durch die ganze Schlucht. Und schon tauche ich ins Wasser ein. Wahnsinn! Was für ein Adrenalin-Kick!

Von Isabella Hasewend

der Almbach-Schlucht in Angriff nehmen wollen.

Einige Überwindung nötig

Ausgerüstet mit Helm, Canyoning-Gurt und im Neoprenanzug geht’s von der Straße über eine Leiter hinunter in die Schlucht. Nachdem uns unser Guide Raffael eine Einführung ins Canyoning und den Ablauf gegeben hat, starten wir auch schon los. Und nach einigen Metern kommt bereits der erste Sprung –rund drei Meter. Raffael wirft einen Stein ins Wasser. „Da ungefähr müsst ihr hinspringen“, zeigt er uns die Position zwischen den Felsen, wo wir ins Wasser eintauchen sollten. Na gut, vom 3- oder 10-MeterTurm im Freibad tut man sich leichter, da hat man ein vergleichsweise riesiges Schwimmbecken vor sich. Doch hier sieht die Sache schon andersaus,inderengenSchlucht.Und sokostetesmichschoneinigeÜberwindung, mich zwischen die Felsen indieTiefezustürzen.Dochdasirre Gefühl beim Sprung entschädigt für das mulmige Gefühl vorher. Nur am Anfang ist es etwas unangenehm, wenn das kalte Wasser unter den

Neoprenanzug strömt. Aber dieses erwärmt sich schon nach kurzer Zeit am Körper und ist dann auch kein Thema mehr.

Verdammt hohe acht Meter

Weiter geht’s die Schlucht entlang. Wir bleiben stehen und Raffael sagt: „Wer ca. 8 Meter springen möchte, geht da links hinauf, die anderen schwimmen dort rüber.“ Also, was tun? Acht Meter sind schon hoch. Das ist ja fast aus dem dritten Stock. Ich als einzige Frau in derGruppedürftejaeigentlichauch kneifen. Doch weil die anderen drei Männer alle springen, schließe ich mich an. (Wobei zwei Kollegen später zugeben, dass sie gekniffen hätten, wenn ich nicht gesprungen wäre.) Und die acht Meter sind schon verdammt hoch. Aber was soll’s,damussichdurchundeinfach runter. Jippiii! Einfach super! Im Laufe unserer Tour machen mir die SprüngeimmermehrSpaß.Wieweit ist’s denn noch bis zum nächsten? Dazwischen schwimmen und klettern wir weiter durch die Schlucht. Es ist wirklich ein echtes Abenteuer. Am so genannten „Spielplatz“

Aus rund zehn Metern hinunter – wie ein Sprung aus dem dritten Stock

pur!

gibt’s dann Fels-Rutschen, über die wir ins Wasser plumpsen.

Was für eine Gaudi!

Diesewirdauchnichtdurchdenfast am Ende unserer Tour beginnenden

Regen getrübt. Ob wir jetzt von unten oder von oben nass werden, ist doch auch schon egal. Ein Pluspunktistalso,dassCanyoningsogesehen (fast) wetterunabhängig ist. Doch leider geht auch die größte

Canyoning

Man versteht unter Canyoning(auchSchluchtelnoder Schluchting) das Begehen einer Schlucht von oben nach unten (in der Frühzeit des sportlichen Canyonings auchvonuntennachoben) in den unterschiedlichsten Varianten. Durch Abseilen, Abklettern, Springen, Rutschen, Schwimmen und manchmal sogar Tauchen gelangt man in geeigneter Ausrüstung durch die Schluchten. Als Erlebnissportart etablierte sich Canyoning vor gut zwei Jahrzehnten.

Infos:

Hotel Tannenhof 06412/ 5231-0

www.hotel-tannenhof.at

Absolute Outdoors Strobl: 03612/ 25343

www.canyoning.at

Gaudi irgendwann zu Ende. Nach rund eineinhalb Stunden Spaß, Abenteuer, Gruppenerlebnis und Adrenalin-Kick fahren wir begeistert und auch ein wenig müde von der Anstrengung zurück ins Alpendorf. Und da es am Schluss beim Regen doch etwas kühl im Neoprenanzug wurde, ist da der WellnessBereich inklusive Sauna-Landschaft im Tannenhof genau das Richtige, um sich zu erholen und zu entspannen.

Einfach mal ausprobieren

„Also das Canyoning war einfach klasse“, war sich unsere Gruppe beim Abendessen einig. Man muss es einfach einmal ausprobiert haben, und ich für meinen Teil werde es sicher auch mit Freunden wieder einmal machen. Zu diesem Schluss kamen auch die anderen Kollegen der zweiten Gruppe. Sie hatten den Tag mit Rafting auf der Salzach verbracht. Zwar haben sie sich nicht dazu überwinden müssen, irgendwo runterzuspringen, aber es hat ihnen trotzdem auch sehr gut gefallen und war ein Abenteuer. ❖

TannenhofAdventuretage

Das alpine Lifestyle Hotel hat auch ein spezielles Angebot für „Adrenalin-Junkies“: Die „Tannenhof-Adventuretage“ sind bereits ab 335,50 Euro pro Person im Doppelzimmer buchbar. Inkludiert sind 3 Übernachtungen inklusive aller Verwöhnleistungen sowie das Outdoor-Adrenalin-Paket für Einsteiger: Canyoning „Almbach“ + Rafting Salzach„sportiv“.

Der Einstieg ins Abenteuer

Wellnesspackages am Gardasee

EtwasNeueshatsichdasBoffenigoSmall & Beautiful 4-Sterne-Hotel am Gardasee für seine Gäste einfallen lassen, damit diese entspannt in die bunteste Jahreszeit starten können: Bei verschiedenen Kur- und Wellnessanwendungen wird nun das heilsame Thermalwasser der „Terme di Garda e Costermano“ eingesetzt.

Auch im hoteleigenen Hallenbad sorgt seit Herbst 2009 dieses besondere Heilwasser für Entspannung. Die Wellnesswochen versprechen Wohlbefinden pur –auch in der Geldbörse.

Infos: +39 045/7200178 www.boffenigo.it

Heifle Eisen auf der Turrach

Heiße Kurven für heiße Eisen – die Landschaft auf der Turracher Höhe hält an abwechslungsreichen Touren zwischen Bergen und Seen so einiges bereit. Biker erleben ein ganz besonderes Gefühl von Geschwindigkeit und Freiheit und lassen sich auf den beliebten Motorradtouren rund um das Hotel Kornock den frischen WindumdieNasewehen.NichtnurdieeindrucksvolleNatur,sondernvorallemauch die Gaumenfreuden, Wellness und spezielle Angebote locken Motorradfans und solche, die es noch werden wollen, in das HotelKornockaufdieTurracherHöhe.

Infos: 04275/ 8228 Fax www.kornock.at

Urlaubstipps

ís trachtige Ausseer Lebensgef¸hl

Die Urlaubsidee für Brauchtumsliebhaber: Tanz, Gesang, Pasch’n, heimische Volksmusik, Kultur, traumhafte Naturerlebnisse und Wanderungen – das Hotel Erzherzog Johann im Herzen der AlpenstadtBadAusseebieteteinebunte Vielfalt an Angeboten für unbeschwerte

Urlaubstage. Das typische Ausseer Lebensgefühl mit seinen gel(i)ebten Traditionen ist für die Gäste Entschleunigung pur vom hektischen Alltag.

Infos: 3622/ 52507 www.erzherzogjohann.at

Lachyoga in Zauchensee

letzte

durchs tauverset-

Wann haben Sie das letzte Mal aus ganzem Herzen gelacht? Wann sind Sie barfuß durchs taufrische Gras gelaufen? Wann hatten Sie zuletzt das Gefühl, Berge versetzen zu können?

Dass man lachen te

Dass man mit Yoga nicht nur ins Schwitzen kommen, sondern auch schallend lachen kann, zeigt die zertifizierte Lachyoga-Trainerin Renate Sattlegger beim Workshop im 4-Sterne-Hotel Enzian in Zauchensee. Infos: 064 52/ 40 61 www.enzian-zauchensee.at

Foto: www.foto-mueller.com

Goldrausch auf der Alm in Serfaus

Garantierte Aussicht auf Erfolg haben kleine Goldschürfer im Wasserspielpark „Murmliwasser“ in SerfausFiss-Ladis. Neueste Attraktion der interaktiven Erlebniswelt nahe der Mittelstation Komperdell in Serfaus ist eine Goldwaschanlage. Zahlreiche, mit Wasser und Sand gefüllte Holztröge bergen kleine Schätze wie Nuggets oder Messingstücke, die die Kinder wie einst die Goldschürfer mit dem Sieb

herauswaschen können. Natürlich steht den kleinen Goldsuchern dafür auch das richtige Werkzeug wie Goldwaschteller und Schöpfkellen zur Verfügung. Sogar „Edelsteine“ lassen sich dort entdecken und dürfen – wie alle anderen Reichtümer – von den Schatzsuchern mit nach Hause genommen werden.

Infos: 0043-5476-6239 www.serfaus-fiss-ladis.at

Foto: Boffenigo Small & Beautiful Hotel
Foto: Hotel Kornock
Foto: Hotel Erzherzog Johann in Bad Aussee

Urlaubstipps

Sonnenaufgangsfahrten in Zauchensee

Früh aufstehen lohnt sich in Zauchensee in diesem Sommer in doppelter Hinsicht. Die Sonnenaufgangsfahrten am 4. Juli, 1. August und 5. September bieten nicht nur ein ungewöhnliches Naturerlebnis inmitten der stillen Bergwelt, sondern auch ein verlockendes Frühstück auf der Alm. Abgerundet wird das Erlebnis

mit den besonders günstigen Tarifen der Gamskogelbahn. Nach dem Frühstück besteht die Wahl zwischen vielen verschiedenen Wanderrouten und moderaten Gipfelausflügen.

Infos: 06452/ 4000 www.zauchensee.cc

Regen-Relaxtage in Bad Hofgastein

Kaum zu glauben, dass es schon Sommer ist. Ein echter Lichtblick sind bei diesem Wetter und diesen Temperaturen die Regen-Relaxtage im Grand Park Hotel in Bad Hofgastein im Salzburger Land. Das einzige Fünf-Sterne-Haus im Gasteinertal bietet auf 2.000 m2 mit dem Grand Spa eine Wellnessoase, bei der es egal ist, ob es draußen regnet oder die Sonne scheint,dennverlassenmöchtemandieses Paradies ohnehin nicht. Im warmen, mit Thermalwasser gefüllten Hallenbad kann man schon ab 6 Uhr früh seine Kreise ziehen und danach im Bademantel in der Vital-Bar einen gesunden Frühstückssnack einnehmen.

Im 4-Sterne-Hotel Taubers Unterwirt in Feldthurns in Südtirol wird der Pulsschlag auf gesunde Weise bei geführten Nordic-Walking-Wanderungen, Biketouren, Kletterkursen oder „BergmönchWanderungen“ erhöht. Bergauf wird mit einem speziell entwickelten RucksackBike gewandert. Talwärts mutiert der

Infos: 06432/ 6356 www.grandparkhotel.at

Vuvuzela-freie Zone in Groflarl

Seele baumeln lassen statt Vuvuzela schwingen: Während ein Großteil der Weltbevölkerung vom WM-Fieber ergriffen wurde, sind vor allem weibliche Erdenbürger auf der Suche nach einem Impfstoff gegen das Virus mit hörbarem Ausmaß. Im Hotel Edelweiss Großarl im Salzburger Land liest man die Wünsche der Damen von den Augen ab, ganz gleich, ob es sich um Wellness, Kulinarik oder Bewegung handelt. Das familiär geführte 4-Sterne-Superior-Haus verfügt über ausgezeichnete WellnessKompetenz und animiert mit seiner fantastischenLagezuOutdoor-Abenteuern. Alternativ vertrauen sich die Damen den 14 Schönheitsexperten in der hauseigenen Beauty- und Vitalresidenz an. Infos: 06414/ 3000 www.edelweiss-grossarl.com

Bergmönch zum Downhill-Roller mit Fun-Faktor“, verspricht Hotelier Helmut Tauber. Und wieder im Tal angelangt, erhöht so mancher seinen Pulsschlag bei einer Shopping-Tour durch die italienischen Boutiquen im nahen Brixen. Infos: 0039/0472 855 225 www.unterwirt.com

S¸dtirols erstes Weinhotel

BeimGenussurlaubimidyllischgelegenen Weinhotel „Der Weinmesser“, eingebettet in Obstwiesen, vor einer herrlichen Bergkulisse gelegen, lässt sich Südtirols Sonnenseite, das Meraner Land, bestens erkunden. Ein Eldorado für Weinliebhaber und Feinschmecker, mit der Möglichkeit, jeden Tag aufs Neue die Natur zu genießen und abwechslungsreiche

Reinkuscheln und Wohlf¸hlen in Waltersdorf

Events zu besuchen. Ein Urlaub inmitten von Wäldern, Almwiesen und einem gemütlichenNetzvonWanderwegenlädtzu entspannenden und ebenso spannenden Aktivitäten ein: Radfahren, Mountainbiken, Wandern, Nordic Walking, Schwimmen, Golfen, Rafting, Paragleiten. Infos: +39 0473 945660 www.weinmesser.com

Wer sich so richtig verwöhnen lassen möchte, ist im führenden Spa-Hotel des Steirischen Thermenlandes mit einer der größten privaten Wohlfühlthermen genau richtig. Das 5-Sterne-Hotel „Der Steirerhof“ in Bad Waltersdorf liegt inmitten von 60.000 m2 Naturgarten mit traumhaftem Ausblick in die „Steirische

Toskana“. Eines der vielen Highlights des Steirerhofs ist gewiss die 2.500 m2 große hoteleigene Therme (nur für Hotelgäste) mit insgesamt 6 Pools, umfangreicher Saunalandschaft und Österreichs erstem Ladies Spa mit Sauna. Infos: 03333/ 3211-0 www.dersteirerhof.at

Foto: Grand Park Hotel
Foto: Karl Stanzel – Der Weinmesser

Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook