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Vom Bauernbub zum Visionär
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Österreichische Post AG, MZ 02Z033225 M, Klipp Zeitschriften GmbH / Co KG, Mohsgasse 10, 8020 Graz, RETOUREN an: Weidenweg 8, 8502 Lannach
Wo andere Grenzen sehen, beginnt für ihn das Mögliche
Oktober 2025:
Feierliche Verleihung in der Wiener Hofburg (v.l.): Othmar Karas, Manfred Hohensinner, Andi Knoll.
Foto: feelimage.at
So funktioniert Österreich
Vor 12 Jahren geschmäht, nun Unternehmer des Jahres: Bergbauernbub und Visionär Manfred Hohensinner A
ls wir vom Steiermarkmagazin KLIPP im Jahre 2014 über seine Vision berichteten (siehe ePaper Seite 8-9), riskierte Manfred Hohensinner mit seinem FruturaProjekt in Blumau Kopf und Kragen – die Existenz für ihn und seine Familie. Die offizielle Steiermark mit ihren Verantwortlichen zeigte sich reserviert. Es gab praktisch nur Prügel und Ablehnung von Seiten der Interessensvertretungen, so Manfred Hohensinner damals. Nun erhielt der Bergbauernbub aus der Oststeiermark mit dem HERMES die begehrte Auszeichnung „Unternehmer des Jahres“. Zum zehnten Mal wurden die HERMES-Wirtschaftspreise an Unternehmen, welche die heimische Wirtschaft nachhaltig prägen,
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Klipp ePaper Oktober 2026
vergeben. Die Verleihung fand im Rahmen der „Gala-Nacht der österreichischen Wirtschaft“ mit rund 500 hochrangigen Gästen im Großen Festsaal der Wiener Hofburg statt. Ausgezeichnet werden die Sieger in zwölf Kategorien – darunter ein Sonderpreis für den „Entrepreneur des Jahres“. Dieser Ehrenpreis geht heuer an Manfred Hohensinner, Gründer und Eigentümer des Obst- und Gemüsespezialisten Frutura. Das Unternehmen ist heute Produzent und größter Vermarkter von Obst und Gemüse in Österreich und versorgt täglich bis zu 3 Millionen Menschen. Mit dem Umwelt- und Gesellschaftsprojekt BioBienenApfel hat
Hohensinner für den gesellschaftlichen Wandeln in Richtung Nachhaltigkeit und Artenschutz eine Plattform geschaffen. Othmar Karas, President European Forum Alpbach, in seiner Laudatio: „Aus dem Bergbauernbuben ist ein Lenker mit einer einzigartigen Erfolgsgeschichte geworden. Manfred Hohensinner hat ein Bewusstsein für mehr Nachhaltigkeit und Schutz des gemeinsamen Lebensraums geschaffen. Er hat gezeigt, dass Leadership nicht Lautstärke bedeutet, sondern Verantwortung zu übernehmen, wenn andere zögern. Er ist ein Visionär!“ Manfred Hohensinner: „Wir haben das große Glück, an einem der schönsten Plätze der Erde zu leben.
Deshalb tragen wir Verantwortung: Wir schützen unsere Umwelt, produzieren nicht nur Lebensmittel, sondern auch Vielfalt – denn ohne Biodiversität und den Schutz von Bienen und Insekten bleibt auch unser Leben ärmer.“ Das sind die weiteren Sieger: Dienstleistung: Advokat Unternehmensberatung, Wien Familien: Softcom Consulting, Wien Frauen: IFN Internorm, OÖ Handel:The Fitness Company, OÖ Immobilien: Immo-Contract, Wien Industrie: Energie AG, OÖ International: Agatex Feinchemie, Oberösterreich Logistik: Saexinger, Wien Employer Branding: adamp, Wien Klimaschutz: Novomatic, NÖ Innovation: Post, Wien
Foto: diemosbachers
Oktober 2026:
Vom Findelkind zum Tomaten-Pionier
Manfred Hohensinner erzählt seine “Wilde Zeiten”
Vom Bergbauernhof im steirischen Rabenwald an die Spitze des österreichischen Obst- und Gemüsehandels: In seinem neuen Buch „Wilde Zeiten“ erzählt Frutura-Mitgründer Manfred Hohensinner von einer außergewöhnlichen Lebensgeschichte, von Rückschlägen, großen Wagnissen und der Überzeugung, dass sich wirtschaftlicher Erfolg und Verantwortung für die Natur nicht ausschließen müssen.
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m 19. Oktober 2026 präsentierte Manfred Hohensinner sein Buch „Wilde Zeiten – Wenn nachhaltige Qualität Märkte erobert“ in der Luftburg Kolarik in Wien. Die Präsentation brachte zahlreiche langjährige Wegbegleiter, Frutura-Teammitglieder und Medienvertreter zusammen. Zu den Gästen zählten auch Othmar Karas, Erster Vizepräsident des Europäischen Parlaments a. D., und Gerhard Drexel, Aufsichtsratsvorsitzender von SPAR. Hohensinners Geschichte beginnt an der Pforte eines steirischen Klosters, wo er 1963 als Neugeborener abgelegt wird. Er wächst bei Zieheltern auf einem abgelegenen Bergbauernhof im Rabenwald auf. Harte Arbeit und bescheidene Verhältnisse prägen seine Kindheit. Ein alter Birnbaum wird zu seinem Rückzugsort.
Eine Dörrbirne als Ausgangspunkt Sein Weg zum Unternehmer verläuft alles andere als geradlinig. Hohensinner arbeitet als Landwirt, Lkw-Fahrer und Versicherungsverkäufer, bevor er gemeinsam mit zwei weiteren Landwirten beginnt, eine damals wenig beachtete Spezialität neu zu vermarkten: die Dörrbirne. Die Idee, einem unscheinbaren heimischen Produkt mehr Wert zu geben, wird zum Ausgangspunkt für den Aufbau von Frutura. Heute ist das Unternehmen Produzent und Österreichs größter Vermarkter von frischem Obst und Gemüse. In „Wilde Zeiten – Wenn nachhaltige Qualität
Märkte erobert“ beschreibt Hohensinner diesen Weg mit seinen Höhen und Tiefen. Er erzählt von wirtschaftlichen Rückschlägen, persönlichen Erfahrungen, ungewöhnlichen Ideen und Menschen, die auch dann an ihn geglaubt haben, wenn der Erfolg alles andere als sicher war.
gen mit unternehmerischen Erfahrungen und Gedanken über die Zukunft. Das Buch ist ab sofort im österreichischen Buchhandel erhältlich.
„Mich interessiert an einer Geschichte nicht zuerst, wie groß etwas geworden ist. Mich interessiert, was es gebraucht hat, um dorthin zu kommen: Menschen, die an eine Idee glauben, die Bereitschaft, Rückschläge auszuhalten, und der Mut, auch einmal einen anderen Weg zu gehen“, sagt Hohensinner über sein Buch.
Eine Lebensgeschichte mit Blick nach vorne Die Wertschätzung für Lebensmittel begleitet Hohensinner seit seiner Kindheit und prägt sein unternehmerisches Denken bis heute. Sein Buch beschäftigt sich deshalb auch mit der Zukunft der Landwirtschaft und der Verantwortung gegenüber kommenden Generationen. Diese Haltung findet sich ebenso in seinem Einsatz für den Artenschutz wieder. Mit der Initiative BeeWild engagiert er sich für zusätzliche Lebensräume für Wildbienen und andere Nützlinge und möchte Menschen zum Mitmachen bewegen. „Wilde Zeiten“ verbindet persönliche Erinnerun-
Manfred Hohensinner: Wilde Zeiten – Wenn nachhaltige Qualität Märkte erobert. edition a, 2026 | Gebundene Ausgabe | ISBN: 978-3-99001-845-3
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„Du läufst gegen eine Gummiwand“ Frutura-Chef Manfred Hohensinner spricht im KLIPPInterview Klartext. Sicherung der Lebensmittelversorgung hängt am seidenen Faden.
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ie Menschen bei uns bekommen gar nicht so mit, was sich in der Welt durch den Klimawandel tut. Bei den Früchten, die bei uns gefragt sind – nehmen wir zum Beispiel die Bananen. Da war es so trocken, dass durch den Panama-Kanal nicht einmal mehr die Schifffahrt funktionierte. Auf der Gegenseite in Ecuator hat es so viel geregnet, wie seit Menschen Gedenken noch nie. Da sind die Plantagen, die Anlagen, alles unter Wasser gestanden. Und da benötigt man Kanäle für die Entwässerung. Wenn man in zwei
In gewissen Bereichen produzieren wir zu viel und andere machen wir gar nicht. Was gehört her? Wir müssen Österreich anschauen und uns fragen, in welchen Regionen wir was machen können. Und wie machen wir es dort? Das wäre der richtige Zugang. Und das der Bevölkerung auch sagen. Tagen das Wasser nicht mehr weg bringt, dann sterben die Bananen-Stauden ab. Das sind eben extreme Probleme. Und beides wirkt sich dann auf die Qualität aus, auf Krankheiten, und, und, was da kommt. Das ist ein monatelanger Prozess heuer, wo wir enorme Qualitätsprobleme bei den Produzenten feststellen müssen. Das zieht sich durch wie ein roter Faden. * Wenn ich heuer an den Winter denke und beispielsweise an Marokko oder teilweise in Spanien, die ganze Beeren-Produktion, Himbeeren. Niederschläge wie noch nie. Dementsprechend wird ja alles feucht, Beeren, wie wir wissen, schimmeln und verderben dann. Bei uns sind es die Erdbeeren, wenn es so viel geregnet hat. * Oder nehmen wir die Trauben her. Wir haben im Winter keine Trauben-Saison in Europa. Die müssen wir dann importieren, die kernlosen Trauben, weil sie die Menschen eben wollen. Die kommen dann (Anlassbezogen aus dem November 2024) 4
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aus Südafrika oder auch aus Südamerika, Chile und werden so auf Flächen angebaut, kultiviert, dass es keine Regenzeit gibt. Und was passiert durch den Klimawandel? Es regnet. Dann werden die so gesehen über das Wasser geschickt – zu uns nach Europa. Da gibt’s verdorbene Ware ohne Ende. Der Produzent kann nichts dafür. Wir können nichts dafür. Wer bezahlt
Wir haben aber nur noch einige Bereiche, wo wir Vollversorger sind. Bei der Milch, teilweise im Fleischbereich und dann wird es schon ziemlich schwierig. Mir fällt im Obstbereich noch der Apfel ein – durch den Frost aber auch nicht mehr sicher. Und das war es dann. Wir sind zu einem kompletten Importland geworden. den Schaden? Auf der anderen Seite würden sie Investitionen benötigen, um Regendächer zu bauen. Sie haben aber keine entsprechenden Einnahmen. Wie auch bei uns diese Schutznetze gebaut und installiert werden. Etwa bei den Kirschen. * Denken wir an den Frost heuer. Wenn die Bauern nicht massivst beheizt hätten. Da wird pro Hektar eine Energie von 10.000 Euro verheizt – müssen verheizt werden. In einer Nacht. Jetzt ist das gemacht worden. Wir haben Kirschen. Aber es regnet jeden Tag. Wenn die Kirschen reif werden und es regnet drauf – was passiert? Sie platzen. * Auf der einen Seite brauchst du einen Frostschutz, auf der anderen Seite ein Bewässerungssystem, wenn es trocken ist. Du brauchst ein Hagelnetz. Ohne geht es sowieso nicht. Und ich brauche einen Regenschutz. Damit ich Kirschen produzieren kann. Das kostet in Summe auf den Hektar 100.000 Euro. * Genau diese Themen haben wir aber weltweit. Der Klimawandel lässt keine Region aus. Die Sicherstellung der Lebensmittelproduktion ist damit bei Gott nicht so sicher, wie wir glauben. Besser gesagt, wie sie immer dargestellt wird. Das Grundproblem, das wir haben und das eben analysiert werden muss: Wo können wir in Zukunft überhaupt noch produzieren? Wo geht
es noch? Wir haben viele Gebiete – da wird es zu heiß und zu trocken. * Auf der anderen Seite auch ein Riesen-Thema bei uns: immer wieder Frost-Probleme. Die Winter werden immer wärmer. Es kommt alles zwei, drei Wochen früher. Aber die Spätfröste kommen wie das Amen im Gebet. Es fallen damit viele Bereiche weg, wo man nicht mehr produzieren kann, wo es nicht mehr geht, wo man das nicht mehr finanzieren und bezahlen kann. Wenn ich zehn Jahre produziere und davon neun Jahre mir der Frost alles ruiniert – das hält niemand aus. * Das dritte Thema ist das Wasser-Management. Und das vierte große, große Thema ist die Betriebsnachfolge. Die jungen Leute scheuen davor zurück. Ich kann heute alles machen, aber mit diesem Unsicherheitsfaktor an Finanzierung und Kosten. * Wir haben so viele Themen, die uns tagtäglich beschäftigen. Wir betreiben jeden Tag Krisenmanagement. Wie bekommen wir was? Und auf der anderen Seite müssen wir uns der Aufgabe stellen, wie wir langfristig Produktionen überhaupt sicherstellen können. * Ein spannendes Thema, logischerweise langfristige Produktionen zu sichern. Muss ich Investitionen setzen? Wir haben oft sehr lange Trockenperioden. Da muss ich schauen, wie ich das bewässern kann. Dann habe ich auf der anderen Seite die Tatsache, dass ich das
Selbstversorgungsgrad in Österreich Gemüse 59% Tomaten 20% Obst vor allen anderen Widrigkeiten schützen muss. Um dieses Zusammenspiel zu managen, um diese Veränderungen abzufangen, braucht es viel Technik, sehr viel Know-how und persönlichen Einsatz. Und dazu kommt, dass durch die ganze Situation – Krieg, Inflation, Unsicherheit – die Menschen natürlich sparen. Das ist ja völlig verständlich. Es gibt also eine riesige Verunsicherung, weil wir so
etwas noch nie erlebt haben, mit Krieg usw. * Wir haben daher die komplexe Situation: Auf der einen Seite müssen die Menschen sparen. Auf der anderen Seite müssen wir aber investieren, um dem Klimawindel irgendwie Paroli zu bieten. Aber es fehlen schlicht und einfach die finanziellen Mitteln dafür. Diesen Spagat zu schaffen, versuchen wir
Wir alle sind gegen Gentechnik. Völlig in Ordnung. Wir aber importieren in Österreich 500.000 Tonnen gentechnikveränderten Soja. Der wird an unsere Schweine verfüttert, damit wir billiges Schweinefleisch haben. Warum sieht man dort nicht hin? als Frutura im Obst- und Gemüsebereich in unserem Kleinraum zu bewältigen. Ich muss aber auch hinzufügen, dass es ja kein Thema ist, das jetzt von heute auf morgen ganz überraschend gekommen ist. Man sieht diese Entwicklung seit 20 Jahren. Seit, sagen wir 15 Jahren, sieht man das ganz klar, was die Experten vorausberechnet haben. * Wir haben uns seinerzeit mit unserem Geothermie-Projekt deswegen sehr schwer getan, weil man das nicht sehen wollte. Eben da in Blumau. Wir haben das vor 15 Jahren gesehen, was auf uns zukommt. Jetzt sind wir mitten drinnen, haben aber auch komplett geänderte Rahmenbedingungen. * Ein anderes Thema, weil es gerade aktuell ist: das Renaturierungsgesetz. Ich finde die Diskussion beschämend. Als ich vor über 40 Jahren die Landwirtschaftliche Fachschule besucht habe, wurde uns damals genau dieses System gelehrt. Und mit diesem System hat man sehr viel Schaden verursacht. Der Boden ist heute tot – in vielen Bereichen der Landwirtschaft. * Nehmen wir die Lebensmittel-Produktion heute her. Es geht nur, wenn man logisch nachdenkt: 80 Prozent der Produktion sind nur möglich, weil wir Biodiversität haben, also Bestäubung. Wenn wir diese aber
nicht mehr haben, dann haben wir schlicht und einfach keine Lebensmittel mehr. Wir tun aber alles dafür mit unserem System, damit jedes Jahr noch weniger werden. * Wir haben in den letzten Jahren ganz tolle Projekte gestartet. Etwa im Kartoffel-Bereich in Niederösterreich. Dort sind ja alles große Monokulturen. Und Monokulturen sind per se eigentlich Biodiversitätswüsten. Und wir haben uns gesagt, wir möchten beweisen, dass es anders möglich ist. Und wir haben den Bauern gesagt: „Wir bezahlen das. Wir machen pro zehn Hektar Kartoffelfläche ein Hektar Biodiversitätsfläche.“ So ungefähr im Abstand von 1,5 Kilometer. Denn das ist etwa der Radius, wo die Insekten und Bienen fliegen. Bei rund 130 Hektar haben wir 14 Hektar Biodiversität angesetzt. Wir haben das als Frutura selbst bezahlt. Obwohl wir direkt ja nichts davon haben. Und wenn wir das ansähen, haben wir gesehen, dass irrsinnig schnell wieder die Lebewesen zurückkommen. Da haben wir dann natürlich auch die Nützlinge, die zurückkommen. Die gehen die Schädlinge an, die Kartoffeln zerstören. Genau das ist dann auch passiert und das ist das Schöne. * Und heuer kommen die gleichen
Bauern und sagen zu uns: „Wir wollen das Projekt auf die gesamte Fläche ausbreiten – auf 300 Hektar.“ Und auf der anderen Seite sagen wir, nicht wir als Frutura, sondern die Politik: „Wir brauchen keine Renaturierung.“ Also die Gesundung der Böden in der Biodiversität wird in Frage gestellt. Gerade umgekehrt ist es. Es ist Tatsache: Wenn wir beim Boden keinen Humus aufbauen, durch diese intensive, falsche Landwirtschaft in den letzten Jahrzehnten, stehen wir vor dem Problem, haben wir den Humusanteil auf unseren Ackerböden herunter gefahren, sprich ausgebeutet den Boden. * Der Humusanteil in den österreichischen Ackerböden liegt bei zwei Prozent. Nötig wären aber sechs Prozent. Die Monokulturen sorgen dafür – Mais ohne Ende zum Beispiel. Diese Böden sind de facto tot. Die sind nur noch Wurzelhalter. Die Pflanze lebt nur noch von dem, was ich ihr künstlich zuschieße. Ob das Gülle ist oder Dünger – egal was. Und in diesen toten Böden habe ich auch keine Bodenlebewesen mehr, geschweige denn Mikroorganismen oder einen entscheidenden Mitspieler – der Regenwurm. In den toten Böden sind kaum noch Regenwürmer. In einem gesunden Boden sind pro
Fotos: Philip Platzer
KLIMAWANDEL
Tomaten in dem mit Thermalwasser beheizten Glashäusern von Frutura in Bad Blumau Hektar 25.000 kg Regenwürmer. Und was macht der Regenwurm? Er bohrt pfeilgerade zwei, drei Meter tiefe Löcher in den Boden, kommt raus und holt sich dann oben den Humus. Und was ist der super Nebeneffekt: Der Boden nimmt das Wasser auf wie ein Schwamm und wenn es trocken ist, gibt er es zurück. Der tote Boden kann nichts mehr aufnehmen. Es rinnt ab. Der andere Nebeneffekt ist, wenn ich den Boden aufgebaut habe mit sechs Prozent Humusanteil, dann speichert mir dieser Boden im Jahr ca. 50 Tonnen CO2. * Wenn wir jetzt schlau wären und
wir würden es schaffen, in Österreich den Humusanteil in unseren Ackerböden nur um zehn Prozent zu erhöhen – von 2 auf 2,2 Prozent –, könnten wir 70 Prozent unserer Schadstoffe aus der Mobilität, die wir verursachen, in den Böden speichern. Das funktioniert so. Und jetzt gehen wir zurück in die Steinzeit und sagen: Wenn wir das Renaturierungsgesetz beschließen, stellen wir die Lebensmittelproduktion sicher. Es ist genau umgekehrt. Die offizielle Vertretung sagt ja heute: Wenn das Renaturierungsgesetz beschlossen wird, ist die Sicherstellung der Lebensmittelproduktion gefährdet. Es ist genau umgekehrt.
GEMEINSAM FÜR EIN FAIRES ÖSTERREICH: WIRTSCHAFTSBUND. Wir verstehen die Bedeutung eines zuverlässigen Sozialstaates, denn unsere Stärke liegt im Zusammenhalt und der Solidarität mit anderen. Daher arbeiten wir jeden Tag hart daran, die Zukunft unseres Landes erfolgreich zu gestalten, damit Wirtschaftsstandort und soziale Sicherheit weiterhin Hand in Hand gehen. WWW.WIRTSCHAFTSBUND.AT
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WIRTSCHAFT
Ohne die Sumsi überleben
Fatale Entwicklung stoppen. BeeWild-Initiator Manfred Hohensinner: „Wir brauchen die Artenvielfalt für unser Leben.“
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Foto: Frutura / Philip Platzer
enn er ins Büro fährt, dann denkt er bei allen Sorgen und Problemen, die es in seinem Unternehmen täglich zu lösen gibt: „Ich
bin dem Leben dankbar, dass es mit mir so gut meint.“ Manfred Hohensinner ist Mitbegründer und Geschäftsführer der Frutura Obst & Gemüsezentrum GmbH. Frutura ist Produzent und größter Vermarkter für Obst- und Gemüse in Österreich und versorgt täglich bis zu drei Millionen Menschen. Der in der Oststeiermark aufgewachsene Landwirt hat anfangs zum Erhalt seines Bergbauernhofes in einer Fabrik und danach als LKW-Fahrer gearbeitet. Ab Mitte der 1990er-Jahre hat Hohensinner als Unternehmer maßgeblich zur Modernisierung der heimischen Landwirtschaft beigetragen. Gemeinsam mit seinen Partnern nutzte er als Erster in Österreich Geothermie zur Beheizung von Gewächshäusern, um regionale Lebensmittel ganzjährig und klimaschonend zu produzieren. Hohensinner setzt sich zudem mit seiner 2021 gegründeten Initiative BeeWild aktiv für Biodiversität, Artenschutz und nachhaltige Landwirtschaft ein. Er ist einer, der immer über den Tellerrand hinaus gedacht und gesehen hat. KLIPP hat eine seiner Visionen früh mitverfolgt. Etwa die Frutura Thermal-Gemüsewelt, die durch die Wärme des Thermalwas-
sers als erneuerbare Energiequelle in Blumau in der Oststeiermark betrieben wird. Mit seinen Mitstreitern setzte Hohensinner neue Maßstäbe im Bereich der nachhaltigen Landwirtschaft und verbindet ökologische Verantwortung mit wirtschaftlicher Effizienz. Frutura beschäftigt knapp 1000 Mitarbeiter, ist als familienfreundlicher Betrieb zertifiziert und kooperiert mit über 1000 weiteren Produzenten in Österreich sowie dem Ausland und garantiert damit nicht nur Versorgungssicherheit, sondern auch faire und langfristige Partnerschaften entlang der Lieferkette.
Foto: Frutura
Schon seit Jahrzehnten ein Visionär
Modellregion für ein neues Miteinander Wie das harmonische Zusammenleben von Mensch und Natur in der Praxis aussehen kann, zeigt BeeWild eindrucksvoll im steirischen Naturpark Pöllauer Tal. Dort entsteht Europas erste Lebensmusterregion – ein lebendiges Beispiel für naturnahe Raumgestaltung und ökologische Verantwortung. In dieser Modellregion werden nicht nur bestehende Lebensräume geschützt, sondern auch neue Biotope als sogenannte Trittsteine in der Landschaft angelegt. Ergänzend
dazu werden umfassende Bildungsangebote für alle Altersgruppen geschaffen, um das Wissen über ökologische Zusammenhänge tief in der Bevölkerung zu verankern.
BeeWild – Gemeinsam für die Artenvielfalt BeeWild ist weit mehr als ein gewöhnliches Artenschutzprojekt. Die Initiative, von Frutura-Geschäftsführer Manfred Hohensinner ins Leben gerufen, versteht sich als Bewegung für eine lebenswerte Zukunft und verfolgt das Ziel, den natürlichen Lebensraum heimischer Tier- und Pflanzenarten dauerhaft zu sichern. Gleichzeitig soll das gesellschaftliche Bewusstsein für die immense Bedeutung der Bio-
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auch wir nicht Getragen wird BeeWild von einer beeindruckenden Allianz prominenter Persönlichkeiten, die sich als Arten-Schutzpatron:innen engagieren. Mit dabei sind unter anderem der vierfache Formel1-Weltmeister Sebastian Vettel, die international gefeierte Opernsängerin Elīna Garanča, Ex-Tennisprofi Dominic Thiem, Volks-Rock’n’Roller Andreas Gabalier sowie die SkiAlpin-Doppelweltmeisterin und Sängerin Lizz Görgl. Ihr öffentlichkeitswirksames Engagement trägt
Ein kleiner Schritt mit großer Wirkung Ob als Privatperson, als Unternehmen, als Bildungseinrichtung oder als landwirtschaftlicher Betrieb – so wird man Artenschutz-Patron: auf beewild.com kann man auswählen, wie viele Quadratmeter Biodiversitätsfläche man schützen möchte. Es beginnt bei 1 Euro für 1 m². Dafür erhält man dann die gewünschten Quadratmeter Biodiversitätsfläche, für ein Jahr bewirtschaftet, ein personalisiertes Zertifikat mit den GPS-Koordinaten der Fläche sowie auch eine Kennzeichnung vor Ort. Der Schutz der Artenvielfalt kann also ganz einfach
sein – nach dem Motto: Holen wir uns die Natur zurück! Wildbienen, Heuschrecken, Schmetterlinge oder Vögel, aber auch Blumen wie Arnika oder Kuckucksblumen brauchen jetzt unsere Hilfe. Manfred Hohensinner: „Ich erinnere noch einmal daran: Wir leben alle
im gleichen Lebensraum. Es gibt keinen zweiten für uns. Automatisch haben wir daher alle eine Verantwortung dafür, dass das einigermaßen so bleibt. Da kann ich mich nicht entkoppeln davon. Weil ich nehme den Lebensraum ja jeden Tag in Anspruch. Schon mit einem Euro pro Jahr erhalten wir ihn.“
Fotos: zVg
Prominente Stimmen für die Natur
maßgeblich dazu bei, die Botschaften von BeeWild einem breiten Publikum zugänglich zu machen und Begeisterung für aktiven Artenschutz zu wecken.
Foto: Frutura
diversität gestärkt werden. Dabei ist Mitmachen ganz einfach: Schon mit einem Euro pro Jahr lässt sich ein Quadratmeter ökologisch wertvoller Lebensraum erhalten. So wird jeder Beitrag – ob klein oder groß – zu einem wirkungsvollen Baustein für den Naturschutz.
Auch prominente Persönlichkeiten engagieren sich für BeeWild (v.l.): Sebastian Vettel, Andreas Gabalier, Lizz Görgl, Dominic Thiem und Vittoria Ferragamo
(Anlassbezogen aus dem Sommer 2025) Klipp ePaper Oktober 2026
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Ein Bauer als Visionär. Die unglaubliche Geschichte von Manfred Hohensinner und seiner Frutura. Von null auf 205 Millionen Euro. Und jetzt sprudelt auch eine heiße Thermalquelle in Blumau
Ein Traum erfüllt sich
„Hier hat alles 1998 angefangen“, zeigt Manfred Hohensinner dem Klipp-Team auf seinem Bauernhof im Rabenwald bei Pöllau die Dörrbirnen-Öfen. „Auch jetzt sind sie in Betrieb. Der Prozess dauert drei Tage. Jeden Tag werden die fertigen Dörrbirnen herausgeklaubt und frische kommen nach. Der Großteil geht in die Bäckereien für Früchtebrot und viel davon auch in die Schweiz. Beheizt wird die Anlage mit Hackschnitzeln, und von uns dreien – meinen Partnern, dem Hans und dem Franz – hat jeder eine solche Anlage.“ Sechs Kilo grüne Birnen braucht es für ein Kilo Dörrbirnen. Sein Ernährungstipp nebenbei: „Es gibt auch die weichen – die werden mit Dampf wieder aufbereitet und sind irrsinnig gut für die Verdauung, haben viel Energie, kein Fett und daher werden sie auch
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Klipp ePaper Oktober 2026
Drei Bauern aus dem Pöllauer Tal „Wir kommen nicht aus dem Obst- und Gemüsebau, sondern aus der Milch- und Rinderwirtschaft“, macht Manfred Hohensinner gleich zu Beginn des Gesprächs klar, dass alle drei „Quereinsteiger“ sind. „Das einzige Produkt, was uns mit dem Obst verbunden hat, sind die Dörrbirnen, die wir von unseren Eltern übernommen haben. Aber gekannt haben wir uns vorher nicht allzu gut.“ Durch Zufall erfolgte später der erste Kontakt zu Spar. „Ruf‘ einmal an bei der Spar, vielleicht brauchen die Dörrbirnen“, forderte ihn ein Obsthändler auf. Das tat Hohensinner. Die Antwort von Spar: „Ja, schicken Sie uns ein Muster!“ Fein verpackt in mehrere Geschenksackerl geschah das. Drei Wochen später: Die Spar nahm die Dörrbirnen in ihr Programm auf und bestellte 18 Tonnen. „Das war eine gewaltige Menge für uns. Wir haben mit Helfern die Dörrbirnen in der Keller-Küche abgepackt“, so Hohensinner. „Die erste Investition war ein Wagerl, mit dem wir die Birnen ins Haus gebracht haben.“ Groß war die Freude darüber, dass die Dörrbirnen bei Spar zu einem Verkaufshit wurden. Hohensinners Bauernhof ist heute ein Schmuckstück. „Damals war aber bei uns alles baufällig. Ich war viele Jahre LKW-Fahrer und nur am Wochenende zu Hause.“ Tausende Kilometer war er in Russland und Osteuropa unterwegs. „Transportiert habe ich immer Obst und Gemüse. Das hat mir die Augen geöffnet – für viele Dinge. Aber ich wollte die Landwirtschaft immer weiterführen und sie sogar ausweiten. Das war auch der Grund dafür, dass ich
Fotos: Heimo Ruschitz
„Damit können wir den Markt das ganze Jahr mit heimischer Ware versorgen und ersparen uns damit einen Teil der Importe und tun auch was für die Umwelt“, begründet Frutura-Gründer Manfred Hohensinner die sechs Millionen Euro teure Bohrung.
von Sportlern gern genommen.“
Auf dem Bohrfeld in Bad Blumau: Die Frutura-Partner Hans Schwarzenhofer und Manfred Hohensinner. „Halbe Miete“ geschafft, jetzt muss auch zweite Bohrung Wasser bringen. im Jahr 1998 sogar einen neuen Milchviehstall bauen wollte.“ Dazu kam es aber nicht mehr. Denn eine Idee ließ ihn nicht mehr los. „Ich habe irrsinnige Mengen an Zwetschken aus Ungarn, Rumä-
nien und Serbien nach Österreich geführt“, sagt Manfred Hohensinner. Die wurden dann über den Großhandel an die Diskonter und Märkte weiterverkauft. Immer wenn er schlechte Ware oder
Foto: Frutura
Die Spannung steigt. Man sieht es Frutura-Miteigentümer Manfred Hohensinner an. Es liegt was in der Luft – in diesem Fall im Boden. Es geht um das erhoffte heiße Thermalwasser, auf das man in 3.300 Meter Tiefe bei der Bohrung auf einem Feld in Blumau gestoßen ist. Aber wie viel? Und dann als Ostergeschenk die erlösende Nachricht und der Jubel: Das von der Frutura beauftragte Bohrteam ist auf 125 Grad heißes Wasser gestoßen – die heißeste je in Österreich angezapfte Thermalwasserquelle. Sie sprudelt stark genug, dass in den geplanten riesigen Glashäusern schon im Frühjahr 2015 Gurken, Tomaten, Paprika reifen und an den Konsumenten gehen.
Zweiter von links: Projektleiter Bertram Mayer mit Frutura-Gesellschaftern (v.l.) Franz Städtler, Hans Schwarzenhofer und Manfred Hohensinner.
Wo alles 1998 begann: Die Dörrbirnen-Öfen am Bauernhof in Rabenwald bei Pöllau.
Schon im kommenden Jahr könnten Paprika, Tomaten, Gurken in den Wintermonaten aus den Gewächshäusern in Blumau kommen. nicht völlig problemlose Ware am LKW hatte, gab es Probleme. „Und der Konsument wusste nicht, ob das jetzt inländische oder ausländische Ware war.“
Ziel war eigene Marke Damals schoss ihm in den Kopf: „Warum versuche ich das nicht selbst? Aber mit einer ganz anderen Philosophie. Da war für mich klar, dass ich Zwetschken verkaufen will, wo der Produzent bekannt ist. Und in der Steiermark haben wir seit Generationen gute Zwetschken. Und unser Ziel war es, daraus eine eigene Marke zu machen.“ Hohensinner und seine zwei Partner stellten dann bei der Spar das erste Qualitätszwetschken-Projekt vor. „Ich als kleiner Bergbauer legte bei Spar und Hofer offen, was unsere Kosten waren. Und das gefiel natürlich, weil die anderen Großhändler keine Transparenz zeigten. Ich machte Spar und Hofer aber verständlich, dass sie diese Kosten auch bezahlen müssten, denn sonst hätten sie ja in Zukunft auch keine Lieferanten.“ Von 1998 an bis heute gab es
viele Höhen und Tiefen mit entsprechender Dramatik. „2003 – nur um eine Zahl zu nennen – haben wir etwa 3,5 Millionen Euro umgesetzt und heuer werden es 205 Millionen Euro sein. Die Einkaufsmanager bei den beiden Handelsriesen spürten sofort, dass wir drei anders ticken als die traditionellen Obst- und Gemüsebauern.“ Daher beauftragte die Spar die Frutura damit, ein Genussapfel-Projekt auf die Beine zu stellen. Jubel bei der Frutura. Doch dann der Tiefschlag: Am 5. Oktober 2004 wurde die erste eigene Frutura-Produktionshalle eröffnet. Doch Hohensinner und Co. hatten keinen schriftlichen Vertrag mit ihren Lieferanten in der Tasche und waren plötzlich mit der Tatsache konfrontiert, dass keiner der großen Apfelbauern aus der Umgebung die Frutura belieferte. „Wir haben trotz Zusagen keinen einzigen Apfel aus der Gegend bekommen. Denn die großen Obstbauern, die selbst lagern, haben plötzlich auf einmal in uns einen Konkurrenten gesehen. Wir waren völlig am Ende und ich möchte niemandem eine solche Situation wünschen. Wenn die Kinder keine Decke über dem Kopf haben,
keine Zukunft, weil eben praktisch alles verpfändet war für unser Projekt. Wir wurden auch als nicht kompetent hingestellt. ‚Das sind ja Milchbauern, die haben Schulden wie der Hund Flöhe‘, hieß es unter den Obstbauern. Und damit war dieses Projekt gestorben.“ Beim Erzählen dieser Vergangenheit kann Manfred Hohensinner die Tränen nicht zurückdrängen. Besonders geschmerzt hat ihn auch die Unterstellung der Apfelbauern: „Das Geld, das die euch versprechen, werdet ihr nie sehen!“ Doch selbst diese existenzbedrohende Entwicklung brachte die drei nicht auseinander. „Aber ich wünsche keinem meiner Mitbewerber oder niemandem dieses Gefühl, wenn du drauf und dran bist, Haus und Hof zu verlieren.“ Und doch fand Manfred Hohensinner einen Ausweg. Als Fernfahrer hatte er in Sizilien eine Rosetta Narzissi kennengelernt, die an seine Auftraggeber Gemüse und Obst lieferte. Und sie schwärmte von ihren Bauern, von der Art, wie sie die Früchte produzieren, und, und. Er setzte sich mit ihr in Verbindung, flog nach Sizilien und das war dann letztendlich die Rettung. Denn Hofer und Spar waren bereit, Zitrusfrüchte aus Sizilien mit der Frutura abzuwickeln. „Wir haben uns dann im Ausland sehr gut entwickelt – im Inland sind wir gar nicht wahrgenommen worden. Und erst 2007 gab’s dann wieder den Schritt zurück nach Österreich. Ohne Italien, ohne die Importe für Spar und Hofer von dort wären wir mausetot gewesen.“ Doch Importe sind eine äußerst sensible Sache für Obsthändler und bringen tagtäglich Probleme – daraus entstand die Idee mit Blumau: „In der kalten Jahreszeit importieren wir 100 Prozent des Gemüses. Man kann darüber diskutieren, ob man das alles braucht, aber es ist halt einmal so, dass es der Konsument beansprucht“, so Manfred Hohensinner. „Die klassischen Exportländer von Obst und Gemüse, Italien und Spanien, bekommen auch immer mehr Probleme mit dem Klima. Es ist ein Zirkus ohne Ende. Und wenn du die Möglichkeit hast, das zu Hause zu produzieren, dann ist das ja wohl ein Vorteil. Du pflückst sie heute und morgen sind sie im Geschäft. Und wenn wir das nicht tun, dann machen es andere. Weniger Importe
Frutura-Reifungsanlage für Bananen in Hartl bei Kaindorf: die größte in Österreich.
... in der Kellerküche, wo jahrelang der Verpackungsraum war. Beide Töchter arbeiten auch bereits bei Frutura.*
heißt auch weniger Verkehr, weniger CO2-Ausstoß, mehr Lebensqualität. Wir sollten daran denken, dass wir praktisch nur Verwalter sind und unseren jungen Bauern eine Zukunft ermöglichen müssen. Und das macht es nötig, die Sachen umzudenken oder neu zu denken.“
* mit seiner ersten Frau Maria (Anlassbezogen aus April/Mai 2014) Klipp ePaper Oktober 2026
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