Ausgabe Nr. 1 | 2015
www.visite-blog.de
klinikumbielefeld unsere kompetenz f체r ihre gesundheit
visi te Das Gesundheitsmagazin des Klinikums Bielefeld
Heuschnupfen Wenn er auf die Bronchien schl채gt
Ich habe eine allergie Was kann ich tun, wenn das Immunsystem 체berreagiert?
EDITORIAL
Liebe Leserinnen, liebe leser, Das Schlagwort „Allergie“ kennt hierzulande fast jeder - auch wenn sicherlich mit unterschiedlicher Interpretation. Wenn man Passanten in einer Fußgängerzone fragt, ob sie an einer Allergie leiden, dann antwortet fast jeder Zweite mit “Ja“. Zum Glück entspricht die Antwort nicht der tatsächlichen Häufigkeit der allergischen Erkrankungen in Deutschland. Wahr ist aber, dass die allergischen Erkrankungen in den letzten Jahrzehnten stetig zugenommen haben. Erklärungen dafür werden weiterhin gesucht. Mal ist die Umwelt daran Schuld; ein anderes Mal soll unsere hygienische Lebensweise dafür verantwortlich sein: Die modernen Lebensbedingungen - vor allem in den Großstädten - werden immer keimfreier. Unsere Kinder werden nicht mehr mit den sonst üblichen banalen Infektionen konfrontiert und somit wird die eigene Immunabwehrkraft nicht mehr gefordert. In der Tat sind Kinder auf dem Lande weniger allergieanfällig. Das klinische Spektrum der allergischen Erkrankungen ist breit. Vom Kontaktekzem, Arzneimittelreaktion über Heuschnupfen, Nahrungsmittelunverträglichkeit, Asthma bis zum anaphylaktischen Schock. Eine Allergie sollte auf keinen Fall allein per „Blickdiagnose“ festgestellt werden. Denn in solchen Fällen wäre diese nur eine vermeintliche Allergie, da weder in vivo- noch in vitro-Testungen bei dem betroffenen Patienten vorausgegangen sind. Eine solche angenommene Allergie ist für die Betroffenen meist von medizinischem Nachteil, beispielsweise bei einer vermeintlichen Penicillin-Allergie: Bei bestimmten Krankheitsbildern wird derjenige daher nicht mit Penicillin behandelt, obwohl das Antibiotikum das Mittel der Wahl ist. Daher sollte stets an den Satz erinnert werden: „Ohne Allergietest, keine Allergie!“. Dies sollte nicht nur für Patienten, sondern auch für die behandelnden Ärzte gelten. Allergologische Testungen sind in den meisten Fällen ambulant durchzuführen. Jeder speziell weitergebildete Arzt mit der Zusatzbezeichnung „Allergologie“ ist in der Lage, je nach Verdachtsdiagnose geeignete Allergie-Testungen durchzuführen. Bei Sofort-Typ-Allergie sind die entsprechenden Tests allerdings unter besonderen Vorkehrungen vorzunehmen, da der Patient ggf. mit einem anaphylaktischen Schock reagieren kann. Die Therapie hängt von der Form der Allergie ab. Bei bestimmten Allergietypen kann man nur symptomatisch therapieren; ansonsten ist eine ursächliche (kausale) - somit auch vielversprechende - Behandlung (z.B. spezifische Immuntherapie, Hyposensibilisierungsbehandlung) möglichst anzustreben. Hier gilt auch das gleiche Motto: „Ohne fachgerechte AllergieTests, keine sichere Allergie-Behandlung“.
Ihr Prof. Dr. med. Isaak Effendy Facharzt für Dermatologie - Allergologie und Phlebologie
3
inhaltsverzeichnis
Gesundheit & Wohlbefinden Der Pollenflug-kalender Wann fliegt was und wie kann ich mich schützen?
Titelthema 6
Ich habe eine Allergie Was kann ich tun, wenn das Immunsystem überreagiert?
8
Wenn der Heuschnupfen auf die Bronchien schlägt Der Etagenwechsel zum Allergischen Asthma
11
14
16
Rezepte Gefüllte Kalbsröllchen auf Rahmwirsing Herzplätzchen Westfälische Quarkspeise mit Backpflaumen
Vorbeugen durch ernährung
18
Wie Sie der Allergie schon im Kleinkindalter weniger Chancen geben
Prof. Dr. med. Isaak Effendy im interview
Nahrungsmittelallergien
19
Was Sie schon immer über Allergien wissen wollten
Ist eine gesunde ernährung immer gesund
22
Diagnose „Nahrungsunverträglichkeit“ – hilfreicher Austausch in einer Selbsthilfegruppe
IMPRESSUM Herausgeber Klinikum Bielefeld gem. GmbH Michael Ackermann, Geschäftsführer
Redaktion Axel Dittmar, Sandra Knicker, Lena Dresrüsse, Cathérine Wittop, Sarah Beckmann, Claudia Schloemann
Verantwortlich für den Inhalt: Axel Dittmar, Kliniksprecher
Konzeption screen concept - runge
Bildnachweis Claudia Schloemann (S. 25), Sven H. Hillert (S. 26), Theater Bielefeld (S. 30), mobiel (S. 31), Bielefeld Marketing GmbH (S. 32, S. 33), Fotolia screen concept - runge
Anschrift Klinikum Bielefeld gem. GmbH | Unternehmenskommunikation | Teutoburger Str. 50 | 33604 Bielefeld | info@klinikumbielefeld.de
inhaltsverzeichnis
Medizin erleben 24
Wieder eröffnet Das Patienten-Informations-Zentrum im Klinikum Bielefeld
26
27
Hybrid - OP am Klinikum Bielefeld eröffnet
Endspurt
Runtastic
Auf der Zielgeraden mit dem Theater Bielefeld: neue Inszenierungen vor der Sommerpause
Die Fitnessapp im Praxischeck
28
Bielefeld Entdecken
Darm mit Charme Science-Slam trifft Veranstaltungsreihe Bürger fragen – Ärzte antworten
In Bus und Bahn mit sicherem Gefühl
30
31
Das Verkehrsunternehmen moBiel richtet seinen Service auch auf ältere Menschen aus
Campus Festival bielefeld
32
Live-Musik, Open Air Hörsaal-Slam und Party am 25. Juni auf dem Campus Bielefeld
Zeitreise ins mittelalter
33
Sparrenburgfest vom 24. bis 26. Juli 2015
Rätselspaß für Kinder auf den Seiten 34 & 35
5
Titelthema
Ich habe eine allergie
Prof. Dr. med. Isaak Effendy Chefarzt der Hautklinik im Klinikum Rosenhöhe
Was kann ich tun, wenn das Immunsystem überreagiert?
Die Allergie ist vielfältig. Um das komplexe Krankheitsbild etwas verständlicher zu machen, wird die Allergie in vier Typen unterteilt:
1. Sofort-Typ-Allergie 2. Zytotoxische Reaktion 3. Immunkomplex-Krankheit 4. Spät-Typ-Allergie
Die Allergie kann jedes Körperorgan und jede Lokalisation betreffen. Es ist daher nicht verwunderlich, dass allergische Erkrankungen in verschiedenen medizinischen Fachgebieten diagnostiziert und behandelt werden. Zum Nachweis einer Allergie werden sinnvollerweise 4 wichtige diagnostische Schritte vorgenommen:
6
y
Anamnese (Vorgeschichte des Patienten)
y
Hauttestung (in-vivo-Testung)
y
Bluttestung (in-vitro-Testung)
y
Provokationstestung
Zu den allergologischen Hauttestungen gehören Epikutantest, Reibtest, Pricktest, Scratchtest sowie Intrakutantest. Je nach Allergie-Form werden entsprechende Hauttestungen angewandt. Die Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper erfolgt - mit Ausnahme der Spät-Typ-Allergie (verzögerte Reaktion) - bei allen Allergie-Formen. Die Anamnese (Befragung zur Vorgeschichte) hat insbesondere bei allergischen Erkrankungen eine sehr hohe Bedeutung. Denn nur durch die korrekt dargestellte Vorgeschichte kann eine sinnvolle und rationale Allergie-Diagnostik betrieben werden. Die Provokationstestungen sind in der Allergie-Diagnostik durchaus mit Risiken verbunden, jedoch sehr häufig zur weiteren medizinischen Klärung erforderlich. Die wichtigsten Provokationstestungen umfassen konjunktivale, nasale, bronchiale, orale sowie barenterale Provokationen. Der orale Provokationstest wird vor allem zur Diagnostik von Nahrungs- und Arzneimittelunverträglichkeiten eingesetzt. Die suspekte Substanz, deren Menge sich nach dem Schweregrad des allergischen Geschehens richtet, wird von dem Patienten eingenommen; die Dosis wird in 2-stündigen Intervallen gesteigert. Dabei steht der Patient unter Monitorüberwachung; Puls und Blutdruck werden fortlaufend automatisch kontrolliert. Die orale Provokationstestung wird in einem „einfach-Blind-Verfahren“ vorgenommen: Der Patient weiß nicht, welche Substanz er gerade einnimmt, da unter den Testsubstanzen auch ein Placebo zu finden ist. Dieses ist erforderlich, um psychische Einflüsse des Patienten auszuschalten. Bei der Testung kann es immer zu einer anaphylaktoiden Reaktion kommen, deshalb ist eine sorgfältige Überwachung des Patienten - am besten unter stationären Bedingungen - unbedingt erforderlich.
Titelthema
Der Sinn der Allergie-Diagnostik liegt in dem Auffinden der verantwortlichen Allergene. Nur erkannte Allergene können folgerichtig gemieden werden. Durch eine konsequente Meidung der verantwortlichen Allergene kann die einmal erworbene Sensibilisierung nach Jahren durchaus spontan verschwinden. Es gibt allerdings Allergene, die durch ihre weite Verbreitung nicht ganz gemieden werden können, z.B. Baumpollen, Hausstaubmilben, Nahrungsmittelbestandteile. Beim Letzteren sieht die therapeutische Strategie anders aus: Wenn man das Allergen nicht konsequent meiden kann, dann kann ein regelmäßiger, fachgerecht dosierter, langfristiger Kontakt mit dem Allergen durchaus von Vorteil sein. Die Immunabwehr des Behandelten wird das Allergen nach Jahren nämlich nicht mehr als solches erkennen bzw. einstufen. Dies stellt auch das ursprüngliche Konzept einer spezifischen Immuntherapie (Hyposensibilisierung-Behandlung) bei Sofort-Typ-Allergien (z.B. Insektengift-, Pollen-, Nahrungsmittel-Allergie) dar. Die Diagnostik und Therapie der allergischen Erkrankungen bedürfen Experten mit langjähriger klinischer Erfahrung. Ärzte mit der Zusatzbezeichnung „Allergologie“ sind darin geschult. Für Personen mit einer vermeintlichen Allergie ist es wichtig zu wissen, dass es ohne eine Allergie-Testung keine echte Allergie gibt; und ohne Allergie-Nachweis kann es auch keine rationale und sinnvolle AllergieBehandlung geben.
7
Titelthema
Wenn der Heuschnupfen auf die Bronchien schlägt
Dr. med. Bertram Ruprecht Leitender Arzt des Department Pneumologie im Klinikum Bielefeld Mitte
Der Etagenwechsel zum Allergischen Asthma Des einen Freud, des anderen Leid – der Frühling mit seiner Blütenpracht. Die meisten unserer Mitmenschen können sich unbeschwert über blühende Wiesen, Sträucher und Bäume freuen. Doch etwa jeder Fünfte leidet: Niesattacken, Fließschnupfen oder verstopfte Nase, juckende, brennende oder tränende Augen. Heuschnupfen ist die häufigste Form einer Allergie in Industrieländern. Viele Betroffene verspüren zudem einen unangenehmen Juckreiz im Hals, an der Rachenschleimhaut. Manche dieser Patienten neigen zu Entzündungen im Hals-NasenOhren-Bereich, etwa in den Nasennebenhöhlen, wenn die Schleimhäute hier besonders empfindlich reagieren. Es kommt zu Schwellungen, die den Sekretabfluss und die Belüftung behindern. Das begünstigt wiederum Infektionen. Anders, als der Name „Heuschnupfen“ vermuten lässt, haben die Betroffenen in der Regel keine Allergie gegen Heu. Auch sind sie nicht die ganze Zeit über erkältet. Ihnen machen hingegen Pflanzenpollen, kleinste Blütenstaubteilchen in der Luft, zu schaffen. Gegen diese Teilchen entwickeln sie im Rahmen ihrer Allergie eine bestimmte Art von Antikörpern, die wiederum dazu beitragen, dass die Schleimhäute permanent leicht entzündet sind. Sie schwellen deswegen an und produzieren übermäßig Schleim, der die Nasenwege zusätzlich verengt. Hasel, Birke, Erle, Roggen, Gräser - und seit einigen Jahren auch noch die Beifuß-Ambrosie. Dies sind
8
nur einige Pflanzen, die Pollenallergikern Probleme machen können. Von Januar bis in den späten Oktober hinein fliegen deren Pollen, in besonders milden Jahren auch schon im Dezember. Wer „Glück“ hat und nur auf sehr wenige Pollen-Arten reagiert, hat vielleicht nur zwei Wochen im Jahr Beschwerden. Andere, mit sehr breitem Allergenspektrum, müssen inzwischen fast das ganze Jahr über leiden. Klimawandel und eine „Globalisierung“ der allergenen Pflanzen sind mit daran schuld. Gerade wenn die Symptome nicht besonders lange anhalten, werden sie häufig nicht ernst genommen, nicht wenige Allergiker halten deswegen einen Arztbesuch für überflüssig. Doch vielen von Ihnen droht weiteres Ungemach: Etwa 40 Prozent derjenigen, die an Heuschnupfen leiden, entwickeln im Laufe der Jahre ein allergisches Asthma Bronchiale. Die Schleimhäute der
Titelthema
unteren Atemwege, der Bronchien, sind ganz ähnlich aufgebaut, wie die der oberen Atemwege, z.B. der Nasenwege, und können deswegen auch ganz ähnlich reagieren. Die Nasenschleimhäute haben normalerweise eine hervorragende Filter-Funktion. Pollen, wie auch andere Partikel in der Atemluft, werden von ihnen größtenteils abgefangen und gelangen so gar nicht in die Lunge. Wenn die Nase dicht ist, müssen wir durch den Mund atmen. Auf diesem Weg können die Pollen quasi ungehindert bis in die tiefen Atemwege gelangen und dort dann allergische Reaktionen hervorrufen. Am Anfang fehlen häufig typische Symptome eines Allergischen Asthma Bronchiale. Bei Kindern zeigt sich dieses Asthma nicht selten zunächst nur in Form von Belastungsluftnot – z.B. beim Spielen oder auf dem Sportplatz. Die Symptome spielen sich jetzt „eine Etage tiefer“ ab – dies ist der gefürchtete Etagenwechsel. Nicht selten rücken die Atemwegsbeschwerden mehr und mehr in den Vordergrund, der Heuschnupfen spielt für viele dieser Allergiker keine so große Rolle mehr. Doch betroffen von der Allergie sind jetzt die gesamten Atemwege, wir haben es nun mit einer „United Airways Disease“ zu tun. Deswegen ist der Ausdruck „Etagenwechsel“ eigentlich falsch. Vielmehr müsste man eigentlich von einer Ausdehnung der allergischen Erkrankung sprechen.
Gibt es Risikofaktoren für einen Etagenwechsel? In allererster Linie spielen genetische Faktoren eine Rolle. Jüngere Allergiker sind häufiger betroffen. Wenn die Eltern einen Etagenwechsel durchgemacht haben, bedeutet dies auch ein höheres Risiko für deren Nachwuchs. Auch Faktoren wie Frühgeburt und Luftverschmutzung, aktives und passives Rauchen erhöhen möglicherweise das Risiko. Muss es schicksalhaft zur Entwicklung des Allergischen Asthmas beim Heuschnupfen-Patienten kommen? Nein! Eine angemessene Therapie kann tatsächlich dieses Risiko nachhaltig senken – wenn man frühzeitig und konsequent damit anfängt. Heuschnupfen kann man mit anti-entzündlichen und anti-allergischen Medikamenten in aller Regel sehr gut behandeln. Diese Medikamente werden entweder direkt „vor Ort“ (topisch) in Form von Sprays oder Tropfen eingesetzt, oder aber als Tabletten (nur im Notfall auch als Spritzen) „systemisch“ gegeben. Dabei ist die Bekämpfung der Entzündung der oberen Atemwege auch ein gewisser Schutz für die unteren Atemwege. Auch durch die Vermeidung bzw. Reduzierung des Allergen-Kontaktes (z.B. durch Pollenfilter im Auto, durch richtiges Lüften zur richtigen Zeit, durch Haarewaschen vor dem Schlafengehen und keine Straßenkleidung im Schlafzimmer in der Pollensaison, u.ä.) schützt man seine Atemwege.
9
Titelthema
die Therapie schwieriger und nicht selten riskanter. Doch auch wenn bereits ein Allergisches Asthma Bronchiale vorliegt, lässt sich dieses meist noch gut behandeln, mit entzündungshemmenden und mit bronchienerweiternden Asthma-Sprays. Heilen können diese Therapien das Asthma allerdings nicht, doch meistens gelingt es mit Ihnen, die Symptome der Erkrankung gut zu kontrollieren. Für Patienten mit besonders schwerem Allergischem Asthma gibt es seit wenigen Jahren auch sogenannte monoklonale Antikörper gegen das Immunglobulin IgE, welches bei Allergien eine entscheidende Rolle spielt. Diese Antikörper neutralisieren das IgE und verhindern dessen Allergie-Wirkung. Allerdings ist diese Therapie sehr aufwändig und äuder Beschwerden ßerst teuer.
Die effektivste und nachhaltigste Vorbeugung vor diesem Etagenwechsel stellt jedoch die sogenannte Spezifische Immuntherapie, die Hyposensibilisierung, dar. Der Körper wird hierbei langsam an die auslösenden Allergene „gewöhnt“ und reagiert dann nur noch schwach oder gar nicht mehr allergisch auf sie. Während früher eine Hyposensibilisierung nur mit Injektionen durchgeführt werden konnte, gibt es für immer mehr Allergene jetzt auch wirksame Tropfen oder Tabletten, die unter die Zunge eingebracht werden.
30 - 40 % Reduzierung
Für den Heuschnupfen-Patienten bleibt der wichtigste Ratschlag: Nehmen Sie Ihre Erkrankung ernst und konsultieren Sie frühzeitig einen Arzt. Sie verbessern damit Ihre Chancen, dass es gar nicht erst zu einer solchen belastenden und nicht selten auch gefährlichen Ausweitung ihrer Erkrankung zu einem Allergischen Asthma kommen braucht!
Im ersten Jahr hat man meist noch keinen vollen Erfolg, aber immerhin schon eine Reduzierung der Beschwerden um 30 bis 40 Prozent. Im Laufe der weiteren Therapie nimmt der Erfolg in der Regel deutlich zu. Je früher eine solche Immuntherapie im Verlauf der Erkrankung begonnen wird, desto größer sind die Erfolgsaussichten, dass auch die Entwicklung eines Allergischen Asthmas verhindert werden kann. Aber auch nach zehnjähriger Erkrankungsdauer lassen sich durchaus noch Erfolge erzielen. Selbst wenn bereits ein Allergisches Asthma entstanden ist, kann bis zu einem gewissen Schweregrad eine Spezifische Immuntherapie noch Sinn machen, doch die Erfolge sind häufig geringer,
10
Titelthema
im Interview Prof. Dr. med. Isaak Effendy stellt sich unseren Fragen zu Allergien, deren Ursachen, Symptomen und Wirkungen Visite: Können Sie uns erklären, was man genau unter einer Allergie versteht und was im Körper bei einer allergischen Reaktion abläuft? Prof. Dr. med. Effendy: Unter einer Allergie versteht man eine abnorme Reaktion des Immunabwehrsystems auf Substanzen, die sonst bei gesunden Menschen (Nicht-Allergikern) keine allergische Reaktion verursachen. Mit anderen Worten reagiert das Immunabwehrsystem eines Allergikers auf sonst harmlose Substanzen (Nahrungsmittel, Baumpollen, Staubmilben, Duftstoffe usw.) so überempfindlich, dass die betroffene Person krank wird (Allergie). Eine Allergie ist – einfach dargestellt – eine übermäßige Reaktion des Immunabwehrsystems des Betroffenen. Visite: Welche Allergien treten besonders häufig auf? /Konnten Sie in den letzten Jahren irgendwelche Trends zur Häufigkeit von Allergien beobachten? /Warum häufen sich in den vergangenen Jahrzehnten die Erkrankungen an Allergien? Effendy: Inhalationsallergie (Sofortreaktion-Allergie) kommt besonders häufig vor: Die Patienten reagieren allergisch auf inhalative Substanzen wie Baumpollen, Hausstaubmilben, Tierepithelien usw. Diese nahmen in der Tat in den letzten Dekaden stetig zu. Eine mögliche Erklärung hierfür ist die Hygiene-Hypothese: In den Industrieländern werden Kinder mit den hohen Hygienestandards immer seltener mit Kinderkrankheiten konfrontiert. Ihr potentes Immunsystem wird dadurch sozusagen nicht ausgelastet bzw. kaum herausgefordert. Auf Grund dessen kämpft das Immunabwehrsystem nicht wie sonst gegen die Krankheitserreger, sondern gegen
andere Fremdkörper, welche eigentlich harmlose Substanzen sind – sozusagen als Ersatzgegner. So kann die zunehmende Häufigkeit der Allergien durchaus erklärt werden. In den nicht-industriellen Ländern kommen Allergien vergleichsweise seltener vor. Visite: Bei welchen Symptomen würden Sie Menschen raten, die sich unsicher sind ob sie an einer Allergie leiden oder nicht, einen Arzt aufzusuchen? Effendy: Häufige Symptome einer Allergie sind Niesen, Juckreiz, Augenschwellung sowie Fließschnupfen. Diese Beschwerden können sowohl saisonal als auch ganzjährig auftreten. Dieses könnte ein typisches Zeichen einer Inhalationsallergie (Typ-I-Allergie) sein. Es gibt aber auch sogenannte Kontaktallergien (Typ-IV-Allergie). Wie der Name schon sagt, entsteht eine Kontaktallergie – unter dem Bild eines Ekzems (Dermatitis) – erst durch einen chronischen Kontakt mit bestimmten Substanzen, die häufig auch in dem jeweiligen Berufsleben bzw. Haushalt vorhanden sind (Zement, Kleber, Schmuck, Parfum, Kosmetika usw.). Visite: Welche Methoden gibt es, eine Allergie festzustellen? Effendy: Bei Verdacht auf eine Inhalationsallergie (Typ-I-Allergie) werden kutan-vaskuläre Testungen (Pricktest und Intrakutantest) vorgenommen: Die verdächtigen Substanzen werden auf der Haut der Unterarme geprickt bzw. intrakutan injiziert. Die Testung dauert in der Regel 2 Stunden. Anschließend wird eine Blutuntersuchung auf spezifische Antikörper erfolgen. Wenn beide Testungen positiv sind, dann liegt eine Typ-I-Allergie vor. Bei der Kontaktallergie wird eine Epikutantestung durchgeführt: Die verdächtigen Substanzen werden auf den Rücken für 48 Stunden aufgeklebt. Nach 2 und 3 Tagen wird die Hautreaktion abgelesen.
11
Titelthema
Visite: Was sollte man als Allergiker direkt nach einem Insektenstich tun? Effendy: Eine Insektengift-Allergie ist eine sehr gefährliche Erkrankung, die sogar tödlich enden kann. Es handelt sich meist um eine Bienengift- bzw. Wespengiftallergie. Ist nach einem Insektenstich eine lokale Hautrötung vorhanden, bedeutet dies noch keine Allergie. Bekommt aber die Person nach einem Insektenstich eine massive Schwellung der Haut, generalisierten Juckreiz, Übelkeit oder gar Bewusstlosigkeit, dann kann es sich um eine bedrohliche Typ-I-Allergie handeln. Solche Personen sind unbedingt und umgehend zu behandeln.
„Nur erkannte Allergene können effektiv vermieden bzw. behandelt werden.“
Visite: Was versteht man unter einer „Neurodermitis“ und wie ist sie zu behandeln? Effendy: Neurodermitis ist ein Synonym für das atopische Ekzem. Es handelt sich hierbei um eine anlagebedingte Erkrankung auf die sog. atopischen Krankheitsformen. Patienten mit atopischer Anlage können verschiedene Krankheiten entwickeln: Neurodermitis (atopisches Ekzem), Inhalationsallergie sowie allergisches Asthma. Auch diese Erkrankung ist in den Industrieländern häufig zu beobachten. Durch die abnorme hohe Hautempfindlichkeit sind Personen mit Atopie-Neigung sehr anfällig für die Entwicklung eines Ekzems, Hautinfektionen sowie übermäßige Hauttrockenheit. Visite: Was raten Sie Eltern mit an Asthma erkrankten Kindern? Effendy: Ich empfehle zunächst eine geeignete allergologische Untersuchung, um herauszufinden, ob es sich bei den Kindern tatsächlich um ein allergisches Asthma handelt. Durch diese allergologische Untersuchung können die tatsächlichen Allergene festgestellt werden. Nur erkannte Allergene können effektiv vermieden bzw. behandelt werden. Falls dies nicht möglich ist, kann nur eine symptomatische Therapie vorgenommen werden.
12
Visite: Wodurch wird ein „anaphylaktischer Schock“ ausgelöst, wie äußert er sich und was ist im Notfall zu tun? Effendy: Ein anaphylaktischer Schock ist die gefährlichste allergische Reaktion bei einer Typ-I-Allergie (Sofortreaktion). Bei der Reaktion zwischen den eigenen Antikörpern gegen das eingedrungene Allergen (z.B. Wespen- bzw. Bienengift) wird das Kreislaufsystem einbezogen. Durch die dabei erfolgte Histaminfreisetzung können Quaddeln am ganzen Körper, Schwellung der Schleimhäute sowie Erweiterung der Blutgefäße auftreten, was zu Atemnot sowie Blutdruckabfall und schließlich zu einem anaphylaktischen Schock führen kann. In solchen Fällen muss der Patient sofort intensiv behandelt werden. Trägt der Patient ein Notfallset bei sich, können erste Behandlungsmaßnahmen vor Ort vorgenommen werden. Wenn das nicht der Fall ist, ist die Notarzt-Konsultation absolut notwendig. Visite: Welche Medikamente zur Behandlung von Heuschnupfen gibt es und wie wirken sie? Effendy: Unter Heuschnupfen verstehen wir eine allergische Rhinokonjunktivitis (Entzündung der Augen- sowie Nasenschleimhaut), welche durch inhalative Allergene verursacht werden. Sind die Allergene bekannt, dann sind sie zu meiden. Wenn dies nicht möglich ist, wie bei überall vorkommenden Gräser- und Baumpollen, kann zuerst eine symptomatische Behandlung durch Antihistaminika erfolgen. Falls diese symptomatische Behandlung nicht zum Erfolg führen sollte, dann kommt eine spezifische Immuntherapie (Hyposensibilisie-
Titelthema
rung) in Frage. Diese kausale Therapie ist allerdings mindestens über 3 Jahre durchzuführen. Neuerdings gibt es auch eine sog. sublinguale Hyposensibilisierungsbehandlung (SLIT), bei der der Patient die tägliche Behandlung selbst vornehmen kann.
„Leidet der Patient an ganzjähriger Inhalationsallergie, dann ist eine Dauergabe von oralen Histaminika nicht sinnvoll.“ Visite: Was halten Sie von einem Allergie-Pass? Effendy: Ein Allergie-Pass ist von praktischer Bedeutung. Er ist allerdings nur sinnvoll, wenn die ursächlichen Allergene bei dem Betroffenen durch fachgerechte allergologische Untersuchungen festgestellt worden sind. Dies gilt insbesondere bei Medikamenten-Allergie. Der Patient sollte somit in Zukunft nicht mehr die Medikamente bekommen, die er nachweislich nicht vertragen hat. Ein AllergieAusweis ohne vorherige allergologische Testung ist – mit nur wenigen Ausnahmen – leider nicht hilfreich, weder für die Patienten selbst noch für die behandelnden Ärzte. Visite: Welche praktischen Tipps für den Alltag haben Sie für Betroffene (z.B. HeuschnupfenAllergiker)? Effendy: Patienten mit Heuschnupfen sollten ihre ursächlichen Allergene kennen. Dies kann bei jedem Allergologen festgestellt werden. Bei einer saisonalen Pollenallergie reicht in den meisten Fällen eine saisonale Einnahme von einem oralen Histaminikum aus. Leidet der Patient an ganzjähriger Inhalationsallergie (z.B. durch Hausstaubmilben), dann ist eine Dauergabe von oralen Histaminika nicht sinnvoll. Hier sollte eine kausale spezifische Immuntherapie erfolgen. Darüber hinaus ist Patienten mit solcher Allergie unbedingt zu empfehlen, Hausstaubmilben in der Wohnung bzw. im Haus konsequent zu reduzieren. Informationsbroschüren über solche Allergie-betreffenden Maßnahmen sind in jeder allergologischen Praxis verfügbar.
13
gesundheit und wohlbefinden
Der Pollenflug kalender
Legende Pollenflug Farbskala
Wann fliegt was und wie kann ich mich schützen? Der Frühling ist da und die Pollen im Anmarsch. Allergiker merken meist als Erste wenn die Natur sich wieder in Blüte zeigt. Der Wind sorgt dabei für die Verbreitung des Blütenstaubs. Im Augenblick sind es die typischen Gräser, Raps, Hopfen, Hafer, Weizen und einige andere, die für tränende Augen, Niesen und auch Husten sorgen. Nach Kontakt mit den Schleimhäuten der Nase und der Atemwege setzen Pollen Proteine frei, die eine Abwehrreaktion des Körpers bewirken. Das kann sich bis in den Oktober hinziehen. Während dieser ganzen Zeit ist es für Allergiker wichtig, auf Pollenflug-Vorhersagen zu achten und bei starkem Pollenflug das Freie zu meiden. Aktuelle Daten sind unverzichtbar, weil je nach Witterung der Blühbeginn der Pflanzen variiert. Für jeden Pollenallergiker ist es wichtig zu wissen, auf welche Pollen er überempfindlich reagiert. Baum-, Kräuter- und Gräserpollen, wozu auch Getreide wie der Roggen gehört, haben die größte Bedeutung. Der Pollenallergiker sollte daher den Allergologen in Praxis oder Krankenhaus aufsuchen, um sich dort testen zu lassen. Diese Testung umfaßt neben einer Haut- auch eine Bluttestung (RAST), bei denen Antikörper gegen die Allergene im Blut nachgewiesen werden. Bei der Hauttestung wird dem Patienten eine geringe Menge des Pollenallergenextraktes in die Haut injiziert; liegt eine Allergie gegen die verabreichten Pollen vor, so wird 20 Min. nach der Injektion eine Quaddel mit Rötung entwickelt. Hilfe gibt es mittlerweile auch auf dem Smartphone. Die Stiftung Deutscher Polleninformationsdienst hat dazu eine App herausgebraucht.
14
Vorkommen möglich Vor- / Nachblütezeit Hauptblütezeit
Wie gehe ich den Pollen aus dem Weg? Mit der Vorhersage der allgemeinen Pollenbelastung direkt auf Ihr Handy kommen Sie leichter durch den Frühling! Jetzt mit verfeinerter Standortbestimmung nach PLZ. Sie haben da so eine Vermutung? Mit dem Allergie-Screening-Fragebogen können Sie prüfen, ob möglicherweise eine allergische Erkrankung bei Ihnen vorliegt. Ein erster, unkomplizierter Schritt zur Besserung. Mit dem persönlichen Pollentagebuch können Sie ein Profil Ihrer individuellen Belastung erstellen und mit der messbaren Pollenbelastung abgleichen. Als Diagramm veranschaulicht, können Sie diesen Abgleich im PDF- Format direkt an Ihren behandelnden Arzt weiterleiten. Sie wollen den Therapiestart nach Ende der Pollensaison im Herbst nicht verpassen? Mit dem Erinnerungsservice kein Problem: Dieser übernimmt für Sie die einmalige Erinnerung an einen Arztbesuch zur Abklärung einer möglichen Allergie und deren Behandlung.
Praxistipps
Halten Sie bei sonnigem Wetter Türen und Fenster geschlossen. Lüften Sie, wenn es draußen feucht ist. Vermeiden Sie während der Blüte Ihrer „Problempflanze“ längere Aufenthalte im Freien. Tragen Sie eng anliegende (Sonnen-)Brillen. Verschieben Sie sportliche Aktivitäten besser auf die Morgen- oder Abendstunden. Duschen Sie am besten vor dem zu Bett gehen, um die Pollen zu entfernen. Halten Sie die Fenster im Schlafzimmer über Nacht geschlossen.
gesundheit und wohlbefinden
Jan.
Feb.
Erle
Jan
Hasel
Jan
März
April
Mai
Feb. - März
April
Mai
Feb. - März
April
Mai
Ulme
Feb.
März - April
Juni
Juli
Aug.
Sept.
Okt.
Mai
Weide
Feb.
März - Mai
Pappel
Feb.
März
April
Ahorn
Feb.
März
April - Mai
Juni
Juli
Eibe
Feb.
März
April - Mai
Juni
Juli
Birke
Feb.
März
April - Mai
Juni
Mai
Juni
Eiche
Feb.
März
April - Mai
Juni
Esche
Feb.
März
April - Mai
Juni
Hainbuche
Feb.
März
April - Mai
Juni
Raps
März
April - August
Esche
März
April - Mai
Juni
Sept.
Flieder
März
April - Mai
Juni
Platane
März
April - Mai
Juni
Rotbuche
März
April - Mai
Juni
Spitzwegerich
März
April
Mai - August
Ampfer
März
April
Mai - Juli
Löwenzahn
März
April
Mai - Juni
Juli
Fichte
März
April
Mai - Juni
Juli
Walnuss
März
April
Mai
Juni
Hopfen
April
Mai
Juni
Akazie
April
Mai - Juni
Juli
Rosskastanie
April
Mai - Juni
Juli
Weizen
April
Mai - Juli
Gräser
April
Mai - August
Sept. Aug.
Sept.
Aug.
Juli
Aug.
Kiefer
April
Mai - August
Holunder
April
Mai
Juni - Juli
Sept.
Okt.
Sept.
Okt.
Aug.
Sept.
Aug.
Sept.
Hafer
April
Mai
Juni - Juli
Roggen
April
Mai
Juni
Juli
Tanne
April
Mai
Juni
Juli
Gerste
Mai
Juni - Juli
Aug.
Linde
Mai
Juni - Juli
Aug.
Gänsefuß
Mai
Juni - August
Sept.
Beifuß
Mai
Juni - August
Sept.
Okt.
Goldrute
Mai
Juni - August
Sept.
Okt.
Brennessel
Mai
Juni - Oktober
Mais
Mai
Juni
Juli
Nessel
Mai
Juni
Juli - August
Ambrosia
Juli
Aug.
Aug.
Sept. Sept.
August - Sept
Okt. Okt.
15
gesundheit und wohlbefinden
Kalbsroulade mit Champignonfüllung
Zutaten für 4 Portionen
Zubereitung:
300 g
Champignons braun, fein gehackt
3 Stk.
Schalotten frisch, fein gewürfelt
6 Esslöffel
Weißwein
140 g
Kalbshack
1 Stk.
Ei
1 Esslöffel 3 Scheiben
mittelscharfer Senf Toastbrot ohne Rinde in feine Würfel
1 Zweig 1 Esslöffel 4 Stk.
Thymian Blattpetersilie
Salz, Pfeffer Kalbsfond
Parüren/Knochen 2 Stk. 1/4 Stk.
Karotten Knollensellerie
2 Stk.
Zwiebeln
1 Stk.
Tomate Thymian Lorbeer Pfefferkörner
1,5 Esslöffel 2,5 l 16
Pro Portion
Kalbsrouladen Oberschale leicht geklopft
750 ml
Schalottenwürfel in Butter glasig werden lassen, Pilze zugeben und mit 3 Esslöffel Wein ablöschen. Solange schmoren bis die Flüssigkeit verdampft ist. Abkühlen lassen. Hackfleisch, Ei, Senf und Zwiebelwürfel mit Salz und Pfeffer würzen und gut vermischen. Die zuvor in Butter gerösteten Brotwürfel und die fein gehackte Petersilie unter die Hackmasse heben. Schnitzel von beiden Seiten würzen und mit der Pilz-Hackfleischmasse bestreichen. Zusammenrollen und mit einem Zahnstocher fixieren. In der Pfanne in heißem Öl von allen Seiten scharf anbraten. Die Rouladen in einen Bräter legen. Mit Kalbsfond auffüllen und im vorgeheiztem Backofen bei 150°C (Umluft) ca. 40-50 Minuten garen.
Tomatenmark Kalbsbrühe Mehlbutter
Kcal.
296
KH
11,5 g
Fett
20,3 g
Protein
12,5 g
RouladenSauce Karotten, Knollensellerie und Zwiebeln walnussgroß würfeln. Pfanne vorheizen und das Röstgemüse von allen Seiten stark anbraten. Die Parüren bzw. Knochen beigeben und mitrösten. Tomatenmark zugeben und unterrühren. Mit Kalbsbrühe auffüllen und kochen lassen. Thymian, Lorbeer, Tomatenviertel und Pfefferkörner mitkochen. Nach ca. 2 Stunden die Sauce durch ein Haarsieb passieren. Und etwa auf 400 ml einreduzieren. Anschließend mit etwas Mehlbutter binden und mit Salz und Pfeffer würzen.
gesundheit und wohlbefinden
Herzplätzchen
Pro Portion Kcal. KH
Zubereitung: Kartoffeln schälen, Gemüse putzen und fein raspeln. Die Frühlingszwiebeln in feine Scheiben schneiden. Alle Zutaten gut miteinander vermischen und 5 min. ruhen lassen. Waffeleisen erhitzen mit Öl ausfetten und ca. 4 Waffeln ausbacken. Dazu passt super ein Sauerrahmdip. Wer mag, kann den Teig mit Speckwürfeln oder geriebenem Emmentaler verfeinern.
Zutaten für 4 Portionen
Fett Protein
250 g
Kartoffeln
250 g
Gemüse
131 19,1 g 4g 2,9 g
(Möhren, Zucchini und Frühlingszwiebeln) 1 2 Esslöffel 60 g
Ei Kartoffelmehl Frischkäse Salz Pfeffer
Westfälische Quarkspeise Zucker in einer Pfanne schmelzen und zerbröselten Pumpernickel hinzugeben. Gut durchrühren und karamellisieren. Auf Pergamentpapier streichen und auskühlen lassen. Pumpernickel-Krokant mit einem großen Messer klein hacken. Vanille-Quark Den Quark mit Vanillemark, Zitronenschale, Zitronensaft und Zucker verrühren, die steif geschlagene Sahne unterheben. Pflaumenmus Dörrpflaumen waschen, in eine Schüssel geben und mit Traubensaft übergießen, so dass die Früchte komplett bedeckt sind. Mit der Zimtstange und der Schale einer halben Zitrone einen Tag bei Zimmertemperatur marinieren. Die Pflaumen mit der Flüssigkeit bis kurz vor dem Siedepunkt erhitzen. Zitrone und Zimtstange entfernen dann im Mixer fein pürieren und kurz durchkochen. Orange schälen und Filets schneiden, Quarkmasse in Gläser füllen, mit einem Spritzbeutel das Pflaumenmousse in den Quark spritzen, mit Pumpernickel-Krokant und Orangenfilets garnieren.
Muskat
Zutaten für 4 Portionen 50 g
brauner Zucker
2 Sch.
Pumpernickel
250 g
Quark
2 Esslöffel
Zucker
1 Stk
Pro Portion Kcal.
415
KH
59,1 g
Fett
12,4 g
Protein
10,1 g
Zitrone (Bio) Vanilleschote
150 g
200 g
geschlagene Sahne
Backpflaumen
200 ml
Traubensaft
1/2 Stk.
Zimtstange Zitronenschale (Bio)
1
Orange
17
gesundheit und wohlbefinden
vorbeugen Durch ernährung Wie Sie der Allergie schon im Kleinkindalter weniger Chancen geben Verschiedene Studien bestätigen, dass Muttermilch sowohl aus ernährungsphysiologischer Sicht, als auch für die Vorbeugung von allergischen Erkrankungen die ideale Ernährung in den ersten Lebensmonaten ist. Muttermilch ist in ihrer Zusammensetzung den entwicklungsspezifischen Bedürfnissen des Säuglings angepasst. Sie ist das einzige Nahrungsmittel, das körpereigenes Eiweiß enthält, gegen das keine Allergie entwickelt werden kann. Allerdings ist auch Muttermilch nicht völlig frei von Allergenen. Denn Spuren aller Lebensmittel, so auch Allergene, können aus der Nahrung der Mutter in die Milch übergehen. Dieser frühe Kontakt des Kindes mit minimalen Mengen an Allergenen ist ein natürlicher Vorgang, der normalerweise dazu führt, dass sich das Immunsystem des Kindes langsam an fremde Eiweiße gewöhnt und diese zu tolerieren lernt. Zusätzlich enthält die Muttermilch bestimmte Immunfaktoren, die den Aufbau des kindlichen Immunsystems unterstützen und die Ausreifung der Darmschleimhaut fördern. Wissenschaftliche Untersuchungen haben gezeigt, dass sich Muttermilch äußerst günstig auf die Besiedlung der Darmflora auswirkt.
Tipps für Säuglinge mit Kuhmilchallergie Ernähren Sie Ihr Baby kuhmilchfrei, zum Beispiel mit speziellen Säuglingsmilchen auf EiweißhydrolysatBasis. Diese Nahrung wird vom Arzt verschrieben und von der Krankenkasse erstattet. Achtung: Liegt eine Kuhmilchallergie vor, dann müssen Sie trotz Spezialnahrung auf die Nährstoffversorgung Ihres Babys achten und eine Ernährungsberatung in Anspruch nehmen. Kontrollieren Sie das Zutatenverzeichnis von Beikost darauf hin, ob das Produkt kuhmilchfrei ist. 18
Bei gestillten Kindern entwickelt sich eine Darmflora mit einem hohen Anteil an gesundheitsfördernden Bifidusbakterien, die unter anderem die natürlichen Abwehrmechanismen des Darms verstärken. Damit gilt Muttermilch als der optimale Schutz vor Krankheiten und Allergien. Kinderärzte und Allergologen raten daher, Säuglinge – wenn möglich – in den ersten vier bis sechs Monaten ausschließlich zu stillen. Dies gilt insbesondere für Kinder, die aus einer Familie mit erhöhtem Allergierisiko stammen. Nicht allen Frauen ist es möglich, ausschließlich zu stillen. In diesen Fällen wird empfohlen, allergiegefährdete Kinder mindestens bis zum Alter von vier Monaten mit allergenarmer (hypoallergener) Säuglingsnahrung zu versorgen. Bei dieser auch als HANahrung bezeichneten Säuglingsnahrung ist das enthaltene Milcheiweiß bereits aufgespalten, um so die Allergenität zu senken. Ganz entscheidend für die allergiepräventive Wirkung der HA-Nahrung ist dabei die Art der Zerkleinerung des Milcheiweißes, d. h. es muss an den richtigen Stellen aufgespalten werden. Hierin unterscheiden sich die verschiedenen HA-Nahrungen. Damit ist auch ihr vorbeugender Effekt sehr unterschiedlich. Die ausdrückliche Empfehlung lautet daher, allergiegefährdeten Kindern grundsätzlich nur geprüfte HA-Nahrungen zu geben, deren allergievorbeugende Wirkung in kontrollierten klinischen Studien belegt ist. Nicht empfehlenswert sind Produkte auf Basis von Sojaeiweiß, die immer wieder als Ersatz zu tierischem Eiweiß angeboten werden. Die Ernährungskommission der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin weist ausdrücklich darauf hin, dass Säuglingsnahrungen aus Sojaeiweiß kein Ersatz für Kuhmilchprodukte sind. Sojanahrung ist nicht für die Ernährung gesunder Säuglinge geeignet und besitzt keinen allergiepräventiven Effekt.
gesundheit und wohlbefinden
Nahrungsmittelallergien (NMA) Gertrud Grundmann Oberärztin der Hautklinik im Klinikum Rosenhöhe
Was versteht man unter einer NMA ? Dass der Verzehr von Nahrungsmitteln (NM) nicht immer nur Genuss bedeutet, sondern dass bestimmte NM bei anfälligen Personen abnorme Reaktionen hervorrufen, ist schon seit der Antike bekannt. Immer mehr Menschen geben an, Probleme mit Nahrungsmitteln zu haben. Echte NMA sind jedoch weitaus seltener als angenommen. Etwa 5-7 % der Deutschen leiden an NMA, wobei Kinder deutlich häufiger betroffen sind als Erwachsene. NMA müssen abgegrenzt werden von anderen Arten von Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die häufig ähnliche Beschwerden verursachen, aber einen anderen Entstehungsmechanismus haben, wie z.B. Laktose- oder Fruktoseintoleranz. Bei einer Allergie erkennt unser Immunsystem Stoffe, die normalerweise keine Beschwerden auslösen, als fremd und leitet überschießende Abwehrreaktionen ein.
Auch bei den echten NMA unterscheidet man verschiedene Typen. Die für uns wichtigste ist die sog. IgE-vermittelte Soforttypreaktion (Typ I). IgE-Antikörper sind verantwortlich für das Entstehen von allergischem Schnupfen, Bindehautentzündung, Asthma, Nesselsucht (Urtikaria, Quincke-Ödemen), Magen-Darm-Allergie und schlimmstenfalls einem allergischen Schock. Sie entwickeln sich meist innerhalb der ersten Stunde nach Verzehr des Nahrungsmittel-Allergens. Reaktionen können aber auch unmittelbar bei Nahrungsaufnahme und mit einer Verzögerung von einigen Stunden auftreten. Wie äußert sich eine NMA ? Die NMA manifestiert sich häufig in den ersten Lebensmonaten und nimmt mit zunehmendem Alter ab. Die Sensibilisierung erfolgt in diesem frühen Alter auf relativ stabile Allergene über den MagenDarm-Trakt. Wichtige NM-Allergene im Kleinkindesalter sind Milch-, Hühnerei-, Fisch-, Weizen-, Erdnuß- und Sojaproteine. Mit zunehmender Reifung des Immunsystems bilden sich diese Allergien häufig wieder zurück.
19
In späterem Lebensalter erfolgt die Sensibilisierung eher über die Atemwege als über den Magen-DarmTrakt. Dabei bewirken Allergene, die wir einatmen (z.B. Birkenpollen) die Bildung von IgE-Antikörpern, die mit ähnlichen Proteinen in NM (z.B. Obst, Gemüse, Nüssen) kreuzreagieren. Am häufigsten spielen sich NMA mit ca. 50% an der Haut und den hautnahem Schleimhäuten (insbesondere Mundschleimhaut, Gaumen, Rachen) ab. Die Atemwege und der Magen-Darmtrakt sind zu jeweils 20% bei einer NMA betroffen. In ca. 10% der Fälle werden bei einer NMA Herz-Kreislaufreaktionen beobachtet. An der Haut treten Reaktionen wie Rötungen, Juckreiz oder Kribbeln, Schwellungen und/oder Quaddelausbildung (Nesselsucht) auf. Bei Erwachsenen äußert sich die NMA am häufigsten in Form eines oralen Allergiesyndroms (OAS). Hierbei tritt oft schon unmittelbar nach Genuss bestimmter NM (meist rohes Obst, Gemüse oder Nüsse) ein Juckreiz oder Kribbeln, ferner Schwellung von Lippen, Zunge, Mundhöhle oder Gaumen auf. Diese häufigtse Form der NMA kommt insbesondere bei Birkenpollenallergikern vor, die gleichzeitig unter allergischem Schnupfen und/oder Asthma leiden. Inzwischen leiden etwa 50% der Birkenpollenallergiker unter einem OAS. Bei der Neurodermitis können NMA Juckreiz, Nesselsucht und eine allgemeine Verschlechterung des Hautbildes sowie neue Ekzemschübe auslösen, sie sind aber nicht die alleinige Ursache der Ekzeme und der Hauttrockenheit. Da die Neurodermitis grundsätzlich nie Ausdruck einer ausschließlichen NMA ist, sind verdachtsweise Diäten, schon gar nicht über Jahre, keinesfalls zu empfehlen. Wie erkennt man eine NMA ? Aufgrund der steigenden Anzahl von Menschen mit nahrungsmittelbedingten Beschwerden wurden Untersuchungmethoden und Behandlungsmöglichkeiten in den letzten Jahren kontinuierlich
20
verbessert. Diagnose und Ursachenforschung erfordern oftmals detektivischen Spürsinn und die aktive Mitarbeit des Patienten und es empfiehlt sich ein stufenweises Vorgehen. Sollten Sie oder Ihr Kind betroffen sein, kann der Arzt mit Ihrer Hilfe ermitteln, ob und welche NM für Ihre Beschwerden verantwortlich sind. Dabei ist die wichtigste Maßnahme die gründliche Befragung (Anamnese) des Patienten. Manchmal können durch eine gute Befragung unnötige, teure Untersuchungen erspart werden. Oft ist es sehr hilfreich, den Patienten ein Tagebuch führen zu lassen, in dem er notiert, wann er welche NM (auch Genußmittel, Getränke und Medikamente sind hier zu protokollieren) zu sich genommen hat und wann welche Beschwerden aufgetreten sind. Orientierend an Ihren eigenen Beobachtungen können dann im weiteren bestimmte Nahrungsmittelallergene gezielt getestet werden. Für die Testung von NM kommt in erster Linie der sog. Pricktest zum Einsatz, der auch bei der Ermittlung von Allergien gegenüber z.B. Pollen, Tierhaaren und Hausstaubmilben durchgeführt wird. Als weitere Testmöglichkeit stehen ergänzend Antikörperbestimmungen im Blut zur Verfügung. Nicht immer können durch die genannten Methoden eindeutige Aussagen zu möglichen NMA gemacht werden, insbesondere wenn es sich nicht um typische Typ-I-Allergien handelt. In solchen Fällen, kann es, wenn nur einige NM zur Diskussion stehen, sinnvoll sein, einen zeitlich begrenzten Auslasstest, eine sog. Eliminationsdiät durchzuführen. Bessern sich die Beschwerden unter solch einem Auslasstest innerhalb von 2 Wochen nicht, ist ein Zusammenhang mit der Nahrungsaufnahme nahezu ausgeschlossen. Kommt es jedoch zu einer Besserung der Beschwerden, kann man im Anschluss sog. Provokationen mit ausgewählten NM durchführen. Unter einem oralen Provokationstest versteht man einen „Esstest“. Hierbei findet ein erneuter kontrollierter Verzehr der verdächtigen NM statt. Solch eine Testung sollte nur unter stationären Bedingungen und Notfallbereitschaft erfolgen. Die Allergietestung gehört immer in die Hand eines erfahrenen Allergologen.
Wie behandelt man eine durch manchmal mühevolle Detektivarbeit festgestellte NMA? Die beste, aber nicht immer einfache Therapie ist die Meidung des identifizierten Nahrungsmittel-Allergens (Karenz). Dies ist in vielen Fällen möglich, in manchen aber nicht oder nicht in ausreichendem Maß. Grundvoraussetzung ist eine sehr gute Aufklärung des Patienten. Dabei ist es hilfreich neben sog. „Verbotenlisten“ auch sog. „Erlaubtlisten“ auszuhändigen. Oft ist die Zusammenarbeit mit einem auf dem Gebiet der NMA erfahrenen Ernährungsberater/in sinnvoll. Probleme können insbesondere für berufstätige Allergiker entstehen, die ihre Nahrung außer Haus einnehmen müssen. Ein weiteres erhebliches Problem stellen sog. „versteckte Allergene“ (z.B. Spuren von Nüssen) dar. Wird einem Lebensmittel bspw. eine Gewürz- oder Aromamischung zugesetzt, ist diese zwar als solche ausgewiesen, aus welchen Einzelzutaten die Mischung besteht, geht jedoch nicht immer daraus hervor. NM-Allergiker mit schweren Reaktionen, insbesondere mit Herz-Kreislaufreaktionen in der Vorgeschichte sollten mit einem Notfallset (Kortisonpräparat, Antihistaminikum und adrenalinhaltige Fertigspritze) ausgestattet und in der Anwendung geschult werden. Dieses Notfallset sollte insbesondere beim Auswärtsessen immer mitgeführt werden.
21
gesundheit und wohlbefinden
Ist eine „gesunde Ernährung“ immer gesund?! Diagnose „Nahrungsunverträglichkeit“ – hilfreicher Austausch in einer Selbsthilfegruppe In jedem gesundheitsbezogenen Ratgeber prognostiziert eine gesunde Ernährung Gesundheit und Fitness. Krankheiten wie Übergewicht, Gicht, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen können demnach mit Sport und einer bewussten Ernährung vorgebeugt werden. Eine ausgewogene Ernährung wird meist veranschaulicht dargestellt durch die Ernährungspyramide. Sie zeigt den optimalen Ernährungstagesbedarf: reichlich Flüssigkeit, Getreideprodukte, Gemüse und Obst, Milchprodukte, Fisch, Fleisch, wenig fettreiche Lebensmittel etc., sind die Vorgaben, um sich gesund zu ernähren. Doch was, wenn die als „gesund“ geltende Nahrung nicht verträglich ist oder eine Allergie auslöst? Eine gesunde Ernährung nach den genannten Vorgaben ist nicht für alle wohltuend und gleichermaßen gesund. Menschen, die unter einer Nahrungsunverträglichkeit und/oder unter Nahrungsmittelallergie leiden, haben nach dem Essen Beschwerden und können wichtige Nährstoffe nicht aufnehmen, was zu Mangelerscheinungen führen kann. Eine Nahrungsmittelunverträglichkeit wird im Allgemeinen zusammen mit dem Begriff Nahrungsmittelintoleranz verwendet. Was wiederum auch eine Nahrungsmittelallergie sein kann. Hierbei reagiert der Körper überempfindlich auf eine bestimmte Substanz. Typische Nahrungsmittel, bei denen Allergien auftreten, sind Kuhmilch, Eier, Nüsse oder Fisch. Eine Histamin-Intoleranz stellt als „Pseudoallergie“ eine Besonderheit dar, weil hierbei das Immunsystem nicht mit beteiligt ist. Somit kann in diesem Fall nicht von einer Allergie gesprochen werden.
22
Nahrungsunverträglichkeiten, wie Histamin-, Gluten-, Glutamat-, Laktose- und Fruktose-Intoleranz führen zu Durchfall, Bauchkrämpfen, Blähungen, Übelkeit, Migräne, Abgeschlagenheit und vieles mehr. Menschen mit diesen Unverträglichkeiten haben es im Alltag schwer, weil eine Ernährungsumstellung unweigerlich zu umorganisierten Einkaufs- und Kochgewohnheiten führt. Der Tagesablauf dreht sich viel mehr und bewusster um die Nahrungsaufnahme. Ein Café- oder Restaurantbesuch kann für Betroffene dadurch auch schnell zur Last werden. Nahrungsunverträglichkeiten verändern die Alltagsstruktur, welche sich im Laufe der Zeit negativ auf das Sozialleben auswirken kann. Ein Austausch mit Gleichbetroffen ist hilfreich!
„...die Ernährungspyramide. Sie zeigt den optimalen Ernährungstagesbedarf. Doch was, wenn die als gesund geltende Nahrung nicht verträglich ist?“ Frau Christa Krugmann hat als Selbstbetroffene vor fast fünf Jahren die „Selbsthilfegruppe für Menschen mit Nahrungsunverträglichkeiten Bielefeld“ gegründet. In dieser Gruppe werden im Gespräch Erfahrungen und Symptome zu den Nahrungsmittelunverträglichkeiten Laktose-Intoleranz, Fruktose-Malabsorption und Histamin-Intoleranz ausgetauscht. Die Gruppe besteht aus festen Stammmitgliedern und wechselnden Betroffenen. „Neue Betroffene sind willkommen“, so Frau Krugmann.
gesundheit und wohlbefinden
Selbsthilfegruppe für Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten Bielefeld Treffpunkt: jeden 1. Dienstag im Monat um 18 Uhr (Voranmeldung wünschenswert) im Bildungszentrum des Franziskus-Hospital Weitere Informationen erhalten Sie in der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld: Telefon:
0521. 96406 96
Unter dem Dach der Selbsthilfe Kontaktstelle des „Paritätischen“ in Bielefeld finden die Treffen der Selbsthilfegruppe jeden 1. Dienstag im Monat um 18 Uhr im Bildungszentrum des Franziskus-Hospitals unter der Leitung von Frau Christa Krugmann statt. In die Selbsthilfegruppe kommen sowohl Personen, die schon eine Diagnose vom Arzt erhalten haben, als auch Personen, die bislang nur einen Verdacht auf eine Nahrungsallergie oder -intoleranz haben. Menschen mit einer Laktose-Intoleranz haben es - im Vergleich zu anderen Intoleranzen - ein wenig leichter. Sie können sich mit dem Mittel Laktat (Lactat) schnell Linderung verschaffen, falls keine Möglichkeit besteht, auf laktosefreie Lebensmittel auszuweichen. Bei den anderen ist dies nicht gegeben, jedenfalls noch nicht in Deutschland. Daher ist
die Bereitschaft einer Ernährungsumstellung vorausgesetzt und unumgänglich. Frau Krugmann beschäftigt sich seit vielen Jahren mit Literatur zu dem Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten und besuchte diesbezüglich viele Vorträge. Daher weiß sie, dass die Entwicklung solcher Unverträglichkeiten aus einer nicht intakten Darmgesundheit resultiert. Darmentzündungen und Antibiotika-Therapien sind Beispiele und führen zu einem Ungleichgewicht der Bakterienstämme, der sogenannten Darmflora. Inhaltsstoffe unserer Nahrungsmittel wie Konservierungsstoffe, Geschmacksverstärker, zugesetzte Aromen (es gibt über 300 E-Nummern) können ebenfalls zu einer Schädigung der Darmschleimhaut und Darmflora beitragen. Dies führt ursächlich zu Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien. Eine regelmäßige Zusammenarbeit mit Heilpraktikern, Ernährungsberatern oder Allergologen gibt es mit der Selbsthilfegruppe nicht. Frau Krugmann lädt jedoch Heilpraktiker oder Ärzte zu Vorträgen ein, um ihren Mitgliedern die Möglichkeit eines medizinischen Austauschs zu bieten. Die Selbsthilfegruppe besteht aus einem Team, das Betroffenen eine Hilfestellung für den Alltag bietet. Der Austausch und die Informationen über eine gesunde und spezielle Ernährung, Essverhalten, Diagnoseverfahren, Nahrungsergänzung, Tipps zum Kochen und Bewegung werden erörtert. Sein persönliches Ziel bestimmt jede und jeder Betroffene selbst.
23
Medizin erleben
Wieder eröffnet! Das Patienten-Informations-Zentrum im Klinikum Bielefeld Oft ist bei Patienten ein ähnlicher Ablauf erkennbar: Zuerst erhalten sie eine Diagnose, dann werden ärztlicherseits Therapiemöglichkeiten aufgezeigt und schließlich erfolgt eine Umstellung auf eine der Erkrankung angepassten Lebensweise. Eines haben alle Phasen gemeinsam: Der Patient benötigt Informationen. Und die erhält er bei Interesse im Patienten-Informations-Zentrum (PIZ) im Klinikum Bielefeld Mitte, eine zusätzliche Anlaufstelle bei Fragen rund um die Themen Gesundheit und Krankheit. Mit der Diagnose kommen viele Fragen Nach einem Herzinfarkt und der Behandlung im Klinikum Bielefeld möchte Herr Müller herzgesünder leben. Aber wie? Zunächst sind allgemeine Informationen über das Krankheitsbild „Herzinfarkt“ für ihn wichtig. Deshalb besucht er das Patienten-Informations-Zentrum (PIZ). Leiterin Sandra Knicker stellt ihm verschiedene Informationsmaterialen zum Thema Herzinfarkt sowie zu Herzgesundheit, Rauchentwöhnung und anderen Risikofaktoren zum Mitnehmen zusammen. Da Herr Müller zu Hause keinen Internetzugang hat, kann er im PIZ an einem PC mit Internetzugang selbst recherchieren und nach Herzsportgruppen suchen. Auch ein persönliches Gespräch ist für Herrn Müller möglich, denn das PIZ bietet Ruhe und ein offenes Ohr für Probleme der Patienten. Herr Müller wird nun mit Unterstützung der verständlichen Informationsmaterialen versuchen, seine Lebensweise an die Erkrankung anzupassen. Dies ist für ihn jedoch leichter gesagt, als getan. Herr Müller hat im PIZ ein Faltblatt der Selbsthilfegruppe „Herzpatienten im Gespräch“ erhalten und möchte zum nächsten Gruppentreffen im Klinikum gehen. Hier wird er sicherlich noch weitere Informationen erhalten – dieses Mal von anderen Patienten, die das Gleiche erlebt haben wie er.
24
Betroffene geben ihre Erfahrungen weiter - Selbsthilfe als Unterstützungsangebot Als Selbsthilfebeauftragte steht die PIZ-Leiterin Sandra Knicker im Namen des Klinikums, welches zudem 2014 erneut als „Selbsthilfefreundliches Krankenhaus“ zertifiziert wurde, mit mehr als 20 verschiedenen Selbsthilfegruppen in Kontakt. Das PIZ ist für die Patienten und Angehörigen eine Anlaufstelle für Informations- und Kontaktmöglichkeiten zu verschiedenen Selbsthilfegruppen. Dabei arbeitet das PIZ eng mit der Selbsthilfe-Kontaktstelle Bielefeld zusammen. Von einigen lokalen Gruppen werden Seminarräume im Klinikum Bielefeld für regelmäßige Treffen der Gleichbetroffenen genutzt, die sich gegenseitig bei der Bewältigung einer Erkrankung, in schwierigen Lebenssituation oder besonderen sozialen Lage unterstützen, gegenseitig informieren und motivieren.
Medizin erleben
Zentral im Foyer ist das PIZ besser für Patienten und Besucher zu erreichen Seit mittlerweile sieben Jahren gehört das Patienten-Informations-Zentrum zum Klinikum Bielefeld dazu. Die Aufgaben und Ziele des PIZ haben sich trotz des Umzuges im Januar 2015 in die Eingangshalle des Klinikums nicht verändert – im Gegenteil: „Das PIZ wird häufiger aufgesucht, es kommen mehr Patienten und Besucher. Teilweise zufällig oder aus Interesse, am meisten jedoch mit einer konkreten Anfrage“, so die Leiterin Sandra Knicker. Das Patienten-Informations-Zentrum bleibt somit neben den Ärztinnen und Ärzten oder den Pflegekräften eine wichtige Anlaufstelle bei Fragen zu Gesundheit und Krankheit im Klinikum Bielefeld. Durch die Expertise der Leiterin, die nach ihrer Ausbildung zur Gesundheits-und Krankenpflegerin ein Studium der Gesundheitswissenschaften (BSc) an der Universität Bielefeld absolvierte, werden individuell und nach neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen Informationen zu Anfragen von Patienten oder Besuchern gesucht. Hier achtet Frau Knicker auf patientengerechte Literatur und geprüfte Internetseiten, die Gesundheitsinformationen laienverständlich vermitteln, sodass es nicht zu unnötigen Ängsten kommen kann.
Umfangreiche Möglichkeiten zur Informationsbeschaffung Aufgrund der vielfältigen Anfragen wird im PIZ keine Beratung angeboten, vielmehr können die Besucher das Informationsangebot nutzen, um sich weitergehend über bestehende Krankheiten und zur Verfügung stehende Unterstützungsmöglichkeiten zu informieren. Anfragen werden hier nämlich sowohl persönlich als auch telefonisch, per Email oder postalisch bearbeitet. „Einzige Voraussetzung ist, dass wir im PIZ nur zu einem Krankheitsbild recherchieren, wenn auch eine gesicherte Diagnose von einem Arzt gestellt wurde. Wir möchten vermeiden, dass sich Patienten selbst eine Diagnose stellen“, erklärt die PIZ-Leiterin. Hierfür stehen laienverständliche, aber auch medizinisch fachliche Bücher und Broschüren sowie ein Internetzugang zur Verfügung. „Das PIZ ist ein ergänzendes Angebot des Klinikums Bielefeld und soll keinesfalls das Gespräch mit dem behandelnden Arzt oder anderen Akteuren im Gesundheitswesen ersetzen“, so Sandra Knicker weiter. Da das Serviceangebot des PatientenInformations-Zentrum im Klinikum Bielefeld allen Besuchern kostenlos zur Verfügung steht, können Patienten wie Herr Müller jederzeit zur Informationsbeschaffung, Unterstützung bei Fragen oder aus persönlichem Interesse zu Frau Knicker in das PIZ kommen.
Kontakt Klinikum Bielefeld Patienten-Informations-Zentrum (PIZ)/ Selbsthilfebeauftragte Sandra Knicker Tel.: 05 21. 5 81 - 22 77 Mail: piz@klinikumbielefeld.de
Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 10 bis 14 Uhr persönlich und telefonisch.
www.klinikumbielefeld.de
Bei Bedarf werden Patienten auf Station besucht, wenn sie nicht in der Lage sind das PIZ selbst zu erreichen.
Das PIZ befindet sich in der Eingangshalle im Klinikum Mitte.
Anfragen per Email können jederzeit gestellt werden.
25
Medizin erleben
„Hybrid“-OP am Klinikum Bielefeld Mitte eröffnet Am Klinikum Bielefeld Mitte geht derzeit ein ganz besonderer Operationssaal an den Start: das Klinikum Bielefeld eröffnet einen sogenannten „Hybrid“-OP! Nutzen werden den derzeit modernsten OP in der Region die Klinik für Kardiologie und internistische Intensivmedizin (Chefarzt Prof. Dr. med. Christoph Stellbrink), die Klinik für Gefäßchirurgie und Endovaskularchirurgie (Chefarzt Dr. med. Ralf-Gerhard Ritter) und die Klinik für Thoraxchirurgie (Chefarzt Prof. Dr. med. Ahmed Boseila). „Wir sind sehr stolz auf den Hybrid-OP. Durch die Investition von ca. 3 Mio. Euro bieten wir unseren Medizinern hervorragende Rahmenbedingungen für ihre spezialisierten Eingriffe! Wir leisten damit einen Beitrag zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in der Region. Im Hybrid-OP werden die Techniken der modernen Katheterintervention kombiniert mit klassischen Operationstechniken, unter Einsatz modernster Röntgentechnik und Bildverarbeitung. Minimal-invasive Behandlungstechniken, die vor wenigen Jahren noch gar nicht möglich waren, können so mit erheblich reduzierter Belastung für den Patienten stattfinden“, freut sich Michael Ackermann, der Geschäftsführer des Klinikums Bielefeld. Der Hybrid-OP ist ein hochmoderner, komplett ausgestatteter High-Tech-Operationssaal, in dem eine Hochleistungs-Röntgenanlage der Firma Siemens sowohl die 3-dimensionale Rekonstruktion von Herzhöhlen oder Gefäßen als auch die Fusion mit anderen Bildgebungstechniken (z.B. Kernspintomographie, Ultraschall) erlaubt. Durch diese Kombination können in einem HybridOP auf eine minimal-invasive, d. h. eine besonders schonende Art und Weise, komplexe Herz- und Gefäßkrankheiten behandelt werden, z.B. auch Herzklappenerkrankungen oder komplexe Herzrhythmusstörungen.
26
Dabei hat man sich im Klinikum Bielefeld entschlossen, einen Operationssaal der höchsten Reinluft-Bedingungen (Klasse Ia) mit einem sog. „Laminar Flow“ zu installieren. „Der OP-Saal ist im Prinzip so ausgestattet, dass sogar Operationen am offenen Herzen möglich wären,“ freut sich Prof. Stellbrink. Zum jetzigen Zeitpunkt sollen allerdings neben minimal-invasiven Eingriffen an der Mitralklappe vor allem komplexe Herzschrittmacher-Operationen, Eingriffe bei Herzrhythmusstörungen und an den Gefäßen durchgeführt werden. Profitieren werden vor allem Risikopatienten, für die eine Operation am offenen Herzen oft keine Option mehr darstellt. Nach einer Planungs- und Realisierungsphase von knapp einem Jahr und Investitionen in Höhe von circa 3 Millionen Euro wird dieser besondere Operationssaal auf 65qm das therapeutische Spektrum insbesondere für Patienten mit Herz- und Gefäßerkrankungen am Klinikum Bielefeld nochmals deutlich erweitern.
Medizin erleben
Im Interview: Martin Lehmann, Assistenzarzt der HNO-Klinik Visite: Hr. Lehmann, aus welchem Grund haben Sie sich die App „Runtastic“ heruntergeladen? Hr. Lehmann: Vor einigen Wochen habe ich diese App heruntergeladen, um wieder damit anzufangen, regelmäßig Sport zu treiben. Mittlerweile absolviere ich 3x pro Woche eine Laufstrecke von 10 Kilometern. Visite: Motiviert Sie die App, sich noch mehr sportlich zu betätigen? Hr. Lehmann: Ja auf jeden Fall! Mein fester Trainingsplan sorgt dafür, dass ich regelmäßig trainieren gehe. Durch „Runtastic“ bin ich quasi wieder zum Laufen gekommen. Mit der App kann man seine Laufergebnisse sogar noch auf Facebook teilen. Meine Freunde dort motivieren mich dann noch zusätzlich.
Runtastic Die Fitnessapp im Praxischeck Die App „Runtastic“ gehört mit mehr als 30 Milionen Nutzern zu den bekanntesten Fitnessapps. Per GPS wird die beim Laufen, Joggen oder Radfahren zurückgelegte Strecke ermittelt und dem Nutzer seine aktuelle Geschwindigkeit, die Durchschnittsgeschwindigkeit und die verbrauchte Anzahl an Kalorien mitgeteilt. Auch Martin Lehmann, Assistenzarzt der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde und der Kopf- und Halschirurgie des Klinikum Bielefeld, nutzt aktiv in seiner Freizeit diese App.
Visite: Welche Funktionen schätzen Sie besonders an „Runtastic“? Hr. Lehmann: Es ist sehr motivierend, dass man mithilfe der App seine Trainingserfolge ständig nachverfolgen kann. So kann man immer sehen, inwiefern sich seine Zeiten und Entfernungen verbessert haben. Auch gut ist die oben erwähnte Funktion, seine Ergebnisse mit seinen Freunden auf Facebook teilen zu können. Visite: Können Sie weitere Gesundheitsapps empfehlen? Hr. Lehmann: Typisch für mich als HNO-Arzt habe ich auf meinem Smartphone natürlich noch die „Hörtest-App“ installiert. Außerdem nutze ich „Heart Rate“, eine App zur Messung des Pulses. In der App „MyFitnessPal“, dokumentiere ich meine tägliche Ernährung. Das Ernährungstagebuch gibt mir einen sehr guten Überblick darüber, welche Nährstoffe ich über den Tag verteilt zu mir nehme. (Schon erstaunlich, wie viele Kohlenhydrate man so täglich zu sich nimmt…)
27
Medizin erleben
Darm mit charme Science-Slam trifft beliebte Reihe „Bürger fragen – Ärzte antworten“ Das Klinikum Bielefeld startet am 24. Juni 2015 eine spannende Veranstaltung. Die Bestseller-Autorin Giulia Enders berichtet aus Ihrem Buch „Darm mit Charme“ und trifft dabei auf große Fachkompetenz aus dem Klinikum Bielefeld. Die Referenten Chefarzt PD Dr. med. Jan Heidemann, Chefarzt Prof. Dr. Dr. med. Mathias Löhnert und Chefarzt Prof. Dr. med. Guido Schürmann FACS stellen sich wie gewohnt Ihren Fragen. Die junge Wissenschaftlerin erklärt spannend und unterhaltsam, was wir mit dem Darm für ein hochkomplexes und wunderbares, nur leider extrem vernachlässigtes Organ haben. Der Darm ist der Schlüssel zu Körper und Geist. Er ist ein fabelhaftes Wesen voller Sensibilität, Verantwortung und Leistungsbereitschaft – und er ist der wichtigste Berater unseres Gehirns!
„Darm mit Charme“ gehört zur Veranstaltungsreihe „Bürger fragen - Ärzte antworten“ des Klinikums Bielefeld. Die Veranstaltung findet im Cinemaxx Bielefeld statt. Karten erhalten Sie im Vorverkauf im CinemaxX Bielefeld oder auf www.cinemaxx.de
Weitere Referenten:
Chefarzt PD Dr. med. Jan Heidemann
Chefarzt Prof. Dr. Dr. med. Mathias Löhnert
Chefarzt Prof. Dr. med. Guido Schürmann FACS
-blog.de
visi te
Wir wünschen viel Spaß beim Lesen!
28
Anzeige
Unsere Kompetenz für Ihre Gesundheit. Mit vi|si|te, wollen wir den Dialog mit Ihnen verstärken – und eine Plattform schaffen, mit der wir Ihnen Einblicke in die verschiedenen Bereiche unseres Klinikums bieten. vi|si|te ist ein modernes, informatives Magazin über das Klinikum Bielefeld, die Menschen, die dort arbeiten und die Medizin, die hier praktiziert wird. Wir haben uns entschieden, in jeder Ausgabe von vi|si|te ein Schwerpunktthema in den Mittelpunkt zu stellen. Jetzt auch online auf www.visite-blog.de
Medizin erleben
Science-Slam und mediziniSche Fragerunde 24. Juni 2015 18:00 uhr
29
Bielefeld Entdecken
Endspurt
r Bielefeld: neue Inszenierungen
ate Auf der Zielgeraden mit dem The Sommerpause
Die Liebe mit all ihren Facetten bestimmt das Programm des Theaters Bielefeld auf den letzten Metern bis zur Sommerpause: Während draußen das schöne Wetter Frühlingsgefühle weckt, sind auf den Bühnen des Theaters Liebesdramen, Liebesodysseen und Liebesschwüre zu erleben. In Händels barocker Oper Xerxes, die am 03. Mai Premiere feiert, verstrickt sich die titelgebende Figur in skurrile Liebesgeschichten: Xerxes steigt nicht nur der Geliebten seines Bruders nach, obwohl er selbst bereits verlobt ist, sondern verehrt eine wohlgeformte Platane – diese Leidenschaften stehen ihm jedoch im Weg bei seinen Weltherrschaftsfantasien. Aber nicht nur mit ihrer kurios-komischen Handlung, sondern auch mit ihren verspielten Melodien weiß die Oper zu begeistern. Dramatischer geht es bei Richard Wagners Tannhäuser zu: Ab dem 31. Mai ringt der Künstler Tannhäuser mit verschiedenen Lebensentwürfen. Er steht zwischen zwei Frauen und beschwört damit nicht nur den weltberühmten Sängerkrieg auf der Wartburg herauf, sondern auch jede Menge Unglück. Mit kraftvoller, intensiver Musiksprache weiß Wagner seine Zuschauer in den Bann zu schlagen.
vor der
Auch beim Schauspiel ist die Liebe los: In Feydeaus Katze im Sack, das ab dem 16. Mai zu sehen ist, entspinnt sich eine turbulente Verwechslungskomödie um einen vermeintlichen Tenor, der zwar völlig unmusikalisch ist, dafür aber eine unwiderstehliche Anziehungskraft auf alle Frauen ausübt, mit denen er es zu tun bekommt. Das neue Stück von Tobias Rausch, das unter dem Titel Dunkle Materie – ein Weltraumabenteuer über die Liebe am 28. Mai Premiere hat, stellt sich dem Rätsel der Liebe, die mysteriös, verwirrend und doch unverzichtbar ist. Mit Der Hundertjährige, der aus dem Fenster stieg und verschwand (siehe Foto), verabschiedet sich das Theater Bielefeld am 02. Juli in die Theaterferien. Das Stück wird aber in der neuen Spielzeit ab dem 17. August wieder aufgenommen, genauso wie der Publikumsliebling Ewig jung. In der neuen Spielzeit warten dann auch spannende neue Premieren auf die Besucher: Klassiker wie Schillers Die Räuber oder Mozarts Zauberflöte, aber auch Wiederentdecktes wie Genets Die Zofen und Innovatives wie Schirachs interaktives Theaterstück Terror erobern die Bühnen. Karten für diese Vorstellungen erhalten Sie ab dem 1. Juni.
Weitere Informationen: www.theater-bielefeld.de Kartentelefon: 0521-51 54 54
30
Bielefeld Entdecken
In Bus und Bahn mit sicherem Gefühl Das Verkehrsunternehmen moBiel richtet seinen Service auch auf ältere Menschen aus Bus- und Stadtbahnfahren ist gerade für ältere Menschen nicht immer einfach. Fahrgäste, die nicht mehr gut zu Fuß, seh- oder hörgeschädigt sind, stoßen auf viele Hindernisse, die ein unsicheres Gefühl hervorrufen können. Das Verkehrsunternehmen moBiel bietet Technik und Service, um älteren Fahrgästen die Scheu vor Bus und Bahn zu nehmen. Sicherheitseinrichtungen in Fahrzeugen In Bussen, Bahnen und an Haltestellen sorgen Sicherheits- und Servicekräfte, Sprechstellen, Kameras und Notbremsen dafür, dass sich Fahrgäste nicht unsicher fühlen müssen. Wer diese Einrichtungen kennenlernen möchte, wendet sich an das moBiel Haus: In individuellen Schulungen für Einzelne und Gruppen kann das sichere Verhalten im Nahverkehr trainiert werden. Verständliche Beratung Sowohl im moBiel Haus als auch im ServiceCenter moBiel können mit Hilfe moderner Technik sowohl Träger von Hörgeräten als auch von Cochlea-Implantaten besser beraten werden. Verständnisprobleme durch Nebengeräusche fallen so weg. Wer nicht persönlich vorbeikommen möchte, kann sich auch telefonisch beraten lassen. Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Seniorentelefons beantworten alle Fragen besonders langsam, laut und geduldig. Die Nummer des Seniorentelefons ist (05 21) 51-12 12.
Mitnahme von Rollstühlen Rollstühle bis zu einem Gesamtgewicht von 350 Kilogramm und auch Rollatoren können problemlos in Bussen und Stadtbahnen mitgenommen werden. An Hochbahnsteigen, die im Netzplan grau markiert sind, können Fahrgäste barrierefrei ein- und aussteigen. Im Bus gibt es Klapprampen, die vom Fahrpersonal ausgeklappt werden und den barrierefreien Einstieg ermöglichen. Tipp: Eine Plakette bescheinigt bei Eignung des Rollstuhls die unbedenkliche Mitnahme in Bussen und Stadtbahnen. Abos für Fahrgäste ab 60 Zwei Ticketangebote gibt es in Bielefeld für Fahrgäste ab 60 Jahren: Das »Premium 60plusAbo« (früher »Abo 60plus«) gilt ganztägig in der Preisstufe 1 BI. Eine Begleitperson egal welchen Alters fährt jederzeit kostenlos mit. Zusätzlich kann der Ticketinhaber den Bielefelder Nachtbus nutzen und wochentags ab 19 Uhr sowie samstags, sonn- und feiertags bis zu drei Kinder oder alternativ Fahrräder mitnehmen – oder sein Abo an andere Personen ab 60 Jahren verleihen. Für Bus- und Bahn-Fahrten in der ganzen Region gibt es seit dem 1. April zusätzlich das »60plusAbo«. Es gilt wochentags ab 8.00 Uhr sowie samstags und sonntags ganztägig für eine Person im gesamten Tarifgebiet »Der Sechser«.
Infos zu Sicherheitsschulungen, der Rollstuhlplakette sowie zu Tickets und Tarifen gibt es im moBiel Haus am Niederwall 9, Tel. 51-78 30.
31
Bielefeld Entdecken
Campus Festival Bielefeld Live-Musik, Open Air Hörsaal-Slam und Party am 25. Juni auf dem Campus Bielefeld Am 25. Juni ist es soweit: Dann steigt das erste Campus Festival Bielefeld. Auf mehreren Bühnen auf dem Campus Bielefeld treten namhafte Musik-Acts, Newcomer-Bands, DJs und regionale Gruppen auf. Das erstklassige Rock-, Pop- und HipHop-Programm führen die Rapper Alligatoah, der Reggae-Star Gentleman und Deutschlands IndieIkone Thees Uhlmann an. Außerdem dabei: Annenmaykantereit, Zugezogen Maskulin, Go Go Berlin, Olympique, Taymir, Schnipo Schranke, Chefboss, Drunken Masters, Kid Simius und K-Paul (Lexy & K-Paul). Das Campus-Festival wird ausgerichtet in einer Kooperation von Universität Bielefeld, Fachhochschule Bielefeld und dem Wissenschaftsbüro von Bielefeld Marketing. Ausführender Veranstalter ist die Bielefelder Agentur Vibra. Das Festival richtet sich mit seinem abwechslungsreichen Programm an alle Fans von starker LiveMusik. Auf insgesamt vier Bühnen geben sich am Donnerstag, 25. Juni, ab 15.30 Uhr angesagte Künstler und hoffnungsvolle Newcomer verschiedener Musikgenres die Klinke in die Hand. Das ist noch nicht alles: Erstmals wird hier auch der beliebte Bielefelder Hörsaal-Slam als Freiluftveranstaltung ausgetragen. Auf der Studierendenbühne – präsentiert vom Campusradio Hertz 87,9 – werden regionale Bands auftreten. Zum Ausklang gibt es abends eine After-Show-Party im Gebäude X der Universität. Das Veranstaltungsgelände befindet sich auf dem Campus zwischen Uni-Hauptgebäude und Gebäude X.
32
Ins Leben gerufen wurde das Festival von den Kooperationspartnern als sichtbares Event für den Hochschulstandort Bielefeld und die Entwicklung des Campus. Universität und Fachhochschule teilen sich künftig einen Campus, der bis 2025 zu einem der modernsten Wissenschaftsstandorte in Deutschland wächst. Gemeinsam mit dem Wissenschaftsbüro von Bielefeld Marketing wollen die beiden Hochschulen die Anziehungskraft des entstehenden Stadtquartiers weiter erhöhen. Denn dort wird derzeit nicht nur gebaut: Es wird studiert, geforscht, gearbeitet – und studentisches Leben findet hier statt. Die Universität möchte ihren Studierenden auch während der Umbauphase attraktive Events anbieten, die Fachhochschule die Identifikation mit ihrem neuen Standort stärken. Mit der Agentur Vibra wurde ein erfahrener Partner für das Festival gefunden. Vibra organisiert unter anderem seit 2006 das Serengeti-Festival in Schloß HolteStukenbrock und seit 2009 die Parklichter in Bad Oeynhausen. Unterstützt wird das Campus Festival Bielefeld vom Hauptsponsor Warsteiner.
Bielefeld Entdecken
Zeitreise ins Mittelalter Sparrenburgfest vom 24. bis 26. Juli 2015
Wenn Ritter, Gaukler, Handwerker alter Zünfte und Musiker mit Klängen vergangener Zeiten das Bielefelder Wahrzeichen bevölkern, dann ist wieder Sparrenburgfest. Vom 24. bis 26. Juli lässt die Bielefeld Marketing GmbH gemeinsam mit Mittelalter-Akteuren der Agentur Le Petit Festival längst vergangene Tage wiederauferstehen. Im höfischen Viertel unterhalb der Festungsmauern zeigt sich das Mittelalter aus der Sicht des Adels. Im Ritterlager erklingt Stahl auf Stahl. Das bäuerliche Quartier entführt die Besucher in das einfache Leben. Wer sich hier treiben lässt, erlebt Mittelalter zum Anfassen. Der Geruch nach Kardamom, Anis und Koriander lockt wiederum in die orientalische Welt. Mit viel Liebe zum Detail lassen die Akteure das Mittelalter lebendig werden. An den mittelalterlichen Marktständen können die Besucher den Vertretern der Zünfte wie etwa Schmied, Töpfer oder Kerzenzieher bei der Arbeit zuschauen und auch zur Hand gehen. Eine Falknerin zeigt die Eleganz der Nachtund Taggreifvögel. Stimmungsvolle Musik versetzt die Besucher in vergangene Zeiten. Der Wegezoll zum Sparrenburgfest beträgt sechs Euro (ermäßigt vier Euro). Kinder unter dem Schwertmaß von 1,20 Meter dürfen wie immer zollfrei passieren. Tickets sowie das Programm zum Sparrenburgfest 2015 gibt es ab Ende Juni in der Tourist-Information im Neuen Rathaus, Tel. (05 21) 51 69 99, oder online:
DEINE STADT AUF EINEN KLICK
www. BIELEFELD .JETZT TERMINE | TOUREN | TIPPS
www.bielefeld.jetzt/sparrenburgfest
33
R채tselspaSS
Bernd braucht Hilfe Kannst du der Helferin Bibi Biene den Weg zeigen um Bernd B채r die Medizin zu bringen?
Start
Ziel 34
RätselspaSS 31
34
32 33
30
35
Bibi Biene hat noch eine lange Reise vor sich und muss noch viele B lumen bereisen ...
36 37
29
38
28
39
27
40
26
41
25 42
24 44
43
23 22
Bernd Bär hat seine Medizin bekommen und ist überglücklich, nur wo ist er hin? Kannst du Bibi Biene helfen Bernd Bär zu finden?
20 19 18
21
1
17
2
16 11 10 12
3 4
15 13
14
9
5 6
8 7
... wie viele Blumen z
BIBIS WISSEN
ählst du? 15 16 17
Wie machen die Bienen Honig? Bienen saugen mit ihrem Rüssel einen süßen Saft aus den Blüten. Man nennt ihn Nektar. Er landet im Bienenmagen, der Honigblase. Dort vermischt ihn die Biene mit körpereigenen Stoffen. Dann würgt die Biene die Flüssigkeit wieder hervor und lagert sie in Waben aus Bienenwachs. Dort reift der Honig und verliert dabei das meiste Wasser. Übrig bleibt der zähflüssige, süße Honig.
Von einem Bienenvolk kann der Imker im Herbst etwa sieben Kilo Honig ernten, dafür muss er seine Bienen aber mit Zuckerwasser versorgen, denn eigentlich machen die Bienen den Honig, um für sich und ihre Brut immer genug Nahrung zu haben.
35
Mehr als Pflege. Mehr als Pflege.
Anzeige
•
Ambulante Pflege
•
Kompetent und zuverlässig • • • •
Ambulante Pflege Familienpflege Kompetent und zuverlässig Kinder und Haushalt gut betreut
Familienpflege Kurzzeitpflege Kinder und Haushalt gut betreut Entlastung bei Bedarf
•
Kurzzeitpflege
Patientenhotel In Ruhe gesund werden
• • •
Patientenhotel Senioren-Hausgemeinschaft In Ruhe gesund werden Selbstbestimmtes Wohnen in der Gemeinschaft
Senioren-Hausgemeinschaft (z. B. Breipohls Hof, Bielefeld-Senne)
Selbstbestimmtes Wohnen in der Gemeinschaft (z. B. Breipohls Hof, Bielefeld-Senne)
Entlastung bei Bedarf Ein Unternehmen der AWO Ostwestfalen-Lippe e.V. und Ein der gem. GmbH der Unternehmen Klinikum Bielefeld AWO Ostwestfalen-Lippe e.V. und der Klinikum Bielefeld gem. GmbH
Oelmühlenstraße 28 · 33605 Bielefeld · Tel. (0521) 55 75 255 www.zentrum-fuer-pflege-und-gesundheit.de Oelmühlenstraße 28 · 33605 Bielefeld · Tel. (0521) 55 75 255