W I N T E R 2 017 / 18
Das Magazin der Kliniken Valens
Seite 02
Generationenwechsel in Valens
02
Fokus 02 Generationenwechsel
in Valens
mit Mut und Tatkraft annehmen
Im Porträt
08 Parkinson-Erkrankung
05 Was macht ...?
10
G ENE R ATION EN W ECH S EL
20
in Valens
Bernhard Sutter, 21 Jahre nach dem Unfall Mein Leben mit Wurzeln an den Füssen Alice Zimmermann, acht Jahre später Aufgeben ist keine Option Julia Müller*, nach dem 4. September 2016
Knowhow
08
12 Thermalbad Valens
die Wellnessoase im Taminatal
Mittendrin 06 Augenblicke
Danke, Jürg Kesselring
Inhalt
14 Aktuelles
Kurzgeschichten, Rückblick und Erreichtes 18 Augenblicke Mitarbeiterfest «Manege frei»
Freiraum 24 Unsere Tipps PAR K IN S ON -E R K R A N K UN G
mit Mut und Tatkraft annehmen
Fit und gut ausgerüstet in die Wintersportsaison
Ausflugstipp: Panoramaweg Pizol
Ein Fitmacher für das Immunsystem
Eine besinnliche Geschichte
26 «Es muss nicht immer Skifahren sein» 27 Gut & Gesund
20
28 Die beiden Gärtner Finale 30 Rate mal
Gewinnen Sie ein Pocket-Quiz Gehirnjogging!
31 Agenda AUFG E B EN IS T K EIN E OP TION
Julia Müller* nach dem 4. September 2016 Wir sind um einen geschlechtergerechten Sprachgebrauch bemüht. Allerdings kann dies im Sinne einer besseren Lesbarkeit nicht immer umgesetzt werden. Selbstverständlich sind Frauen und Männer gleichermassen angesprochen.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Liebe Leserin, lieber Leser VOILÀ – hier halten Sie die aktuelle Ausgabe unseres Magazins in der Hand, das Sie in die spannende Welt des Rehabilitationsalltags der Kliniken Valens eintauchen lässt. Mit Geschichten, rund um unsere Patientinnen und Patienten, die Mut machen. Mit neusten Erkenntnissen aus der Forschung, mit Beiträgen unserer Mitarbeitenden, mit Heiterkeit und hilfreichen Tipps. Diese Ausgabe widmet sich mit Schwerpunkt dem Standort Valens. Das Titelthema handelt von unseren beiden Chefärzten (incoming und past) in Valens. Da ist einerseits Prof. Dr. med. Jürg Kesselring, der in seiner 30-jährigen Tätigkeit die Kliniken Valens massgeblich geprägt hat. Als Chefarzt für Neurologie und Neurorehabilitation im Rehazentrum Valens hat er nicht nur für einen internationalen Ruf gesorgt, sondern Werte wie Kompetenz, Qualität und Empathie gelebt und weitergegeben. Gleichzeitig freut es uns überaus, die Position des Chefarztes mit seinem Nachfolger, Dr. med. et Dr. sc. nat. Roman Gonzenbach, zu besetzen. (Generationenwechsel in Valens, Seite 02) Lesen Sie in unserer Rubrik «Fokus» über die Krankheit Parkinson, welche Therapiemöglichkeiten in den Kliniken Valens angeboten werden und die neue Studie unseres Prof. Dr. Veit Mylius, Leitender Arzt Neurologie. (Parkinson Erkrankung mit Mut und Tatkraft annehmen, Seite 08) Erinnern Sie sich noch an Bernhard Sutter? Der 42-jährige Churer lebt nun genau die Hälfte seines Lebens mit den Folgen seines schweren Arbeitsunfalls. Sein erstes Buch, das er drei Jahre nach dem Unfall schrieb, befasst sich mit seinen
Fortschritten in der Rehabilitation und mit der ersten Zeit nach dem Unfall. Nun hat er sein zweites Buch «Gewinner und die zwei Arten des trotzdem – Ich bin ein Spezial» herausgebracht. Ein eindrückliches Buch, in dem er tief in seine Seele Blicken lässt. (Was macht…? Seite 05) Wissen Sie eigentlich, dass wir im Rehazentrum Valens ein öffentliches Thermalbad – eine kleine Wellnessoase, betreiben? Wasser gibt Körper und Seele Auftrieb, es heilt, entspannt und macht Spass. Unser Bademeister Matthias Dietz gibt Ihnen Einblicke in unser Angebot und die Zusammensetzung unseres Thermalwassers aus der Tamina schlucht. (Thermalbad Valens – die Wellnessoase im Taminatal, Seite 12) Wie Sie fit und gut ausgerüstet die Wintersaison sportlich geniessen können, lesen Sie in unseren Tipps. Dr. med. Björn Janssen, Leitender Arzt Rheumatologie, stellt Ihnen ein Kräftigungs-Workout vor, das Sie gut in Ihren Alltag integrieren können. (Fit und gut ausgerüstet in die Wintersportsaison, Seite 24) Gerade in der kalten Jahreszeit sind Erkältungen und Grippe allgegenwärtig. Ernährungsberaterin Brigitte Corrodi und Chefkoch Martin Zeller, beide aus der Rheinburg-Klinik Walzenhausen, zeigen Ihnen, wie Sie auf genussvolle Art Ihren Vitamin-C-Haushalt im Körper stärken können. (Ein Fitmacher für das Immunsystem, Seite 27) Wir wünschen Ihnen viel Freude mit unserem Magazin und freuen uns weiterhin auf Ihre wertvollen Rückmeldungen!
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Dr. Till Hornung CEO Kliniken Valens
01 Originalton
Ein Generationenwechsel nach Wunsch
02 02 Fokus Fokus
Generationenwechsel in Valens
Dreissig Jahre in Valens für Patienten tätig, über dreissig Jahre geforscht, behandelt und zugehört, für Vorträge um die halbe Welt gereist. In der freien Zeit Cello gespielt und Gedichte geschrieben. Das ist Dr. med. Jürg Kesselring, Professor für Neurologie und Neurorehabilitation.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Zur eigenen Pensionierung «Mit 60 dann, wenn andere in Kloster gehen,will ich hinaus, will mehr von dieser Welt noch sehen. Die Kinder werden für sich selbst dann sorgen – Sie waren lange Zeit gehütet und geborgen. Kein altes Dogma wendet mehr den Blick zurück. Was zählt ist der zur Zukunft hin gelenkte Augenblick: das ist die Richtung, die der Richter richten soll, mit dieser Orientierung erst wird unser Leben voll. Noch wurde eine grosse Aufgab’ mir gestellt,mich nochmals zu bewähren in der MS-Welt. Acht Jahre sind dafür gesetzt, die will ich nutzen bis zuletzt. Doch dann hinaus, von Tieren, von Geschichte lernen, von der Kultur, von schönen Frauen schwärmen, ein eig’nes Bild von dieser Welt zu malen, gestützt von Wissen, Können, nicht zu zahlen und doch für jeden – jede! – offen zubereitet, der – die! – ein Stück des Weges mich begleitet. Der Gott des Himmels nicht ein strenger Rächer, ein lieber Vater, der sich an mir freut, den, mich zu fördern, gar nichts reut, aus Linien formt die schönsten Fächer. So hab’ich es an meinem Vater selbst erfahren, der von den ersten Tagen bis zu hohen Jahren nur Schenken wollte und mit seinem Rat so manchen Wunsch mir werden liess zur Tat.
Dr. med. et Dr. sc. nat. Roman Gonzenbach hat per 1. September 2017 die Nachfolge von Prof. Dr. med. Jürg Kesselring als Chefarzt für Neurologie und Neurorehabilitation im Rehazentrum Valens übernommen.
Noch steh’ich mitten im Berufe drin und finde in der Tätigkeit für andre Sinn. Doch für die Zukunfts halt’ich Wünsche offen: da mag’s dann heissen: Glauben, Lieben, Hoffen!»
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
03 Fokus
Prof. Dr. med. Jürg Kesselring war von 1987 bis im Herbst 2017 Chefarzt Neurologie im Rehazentrum Valens. Sein Bekanntheitsgrad ist hoch, auch über die Landesgrenzen hinaus. Sogar in Wikipedia gibt es einen eigenen Eintrag über den 66-jährigen Bad Ragazer. Kesselring ist verheiratet mit Verena, die ebenfalls Ärztin ist, und Vater von drei inzwischen erwachsenen Kindern. Jürg Kesselring befasst sich seit Jahren mit dem menschlichen Gehirn, dem zentralen Nervensystem und den damit verbundenen Krankheiten. Für das Krankheitsbild der Multiplen Sklerose (MS) hat er geforscht und oft von seinen Patienten gelernt – durch aufmerksames Zuhören und Beobachten. Er war aktiver Präsident der Schweizerischen MS-Gesellschaft und wurde gar zum ersten Ehrenpräsidenten ernannt. Er hat Fachartikel verfasst und Bücher herausgegeben. Sein langjähriger Valenser Weggefährte und stellvertretende Chefarzt Dr. Serafin Beer über seinen Chef: «Sein jahrzehntelanges, unermüdliches, sehr einfühlsames Engagement für die MS-Patienten hat mich immer sehr beeindruckt.» Nun wurde Professor Jürg Kesselring pensioniert. Vor 12 Jahren hat er selbst ein Gedicht mit dem Titel «Zur eigenen Pensionierung» geschrieben. Ein Auszug daraus:
04 Fokus
Dank für das grosse Engagement Die Kliniken Valens wünschen Jürg Kesselring, dass er seine gesteckten Ziele erreichen kann und viele seiner offenen Wünsche in Erfüllung gehen. Für Valens ist Prof. Kesselring ein Glücksfall. «Den guten Ruf haben die Kliniken Valens zu einem grossen Teil Jürg Kesselring zu verdanken. Dank seines Engagements, seiner Vortragstätigkeiten und der Rehabilitationserfolge kommen jährlich allein schon über 600 MS-Patienten ins Taminatal, insgesamt mehr als 1’500.», erwähnt CEO Till Hornung. «Wir freuen uns, dass wir unseren Neurologie-Professor in einem kleinen Pensum als Botschafter und Senior Expert in unseren Reihen behalten können. Für sein immenses Wirken gebührt Jürg Kesselring ein grosser Dank.»
«Den guten Ruf haben die Kliniken Valens zu einem grossen Teil Jürg Kesselring zu verdanken.»
Generationenwechsel in der Führung Dr. med. Dr. sc. nat. Roman Gonzenbach ist in die grossen Fussstapfen seines Vorgängers Kesselring getreten. Der 40-jährige St. Galler absolvierte sein Medizinstudium an der Universität Zürich. Im Rahmen eines MD-PhD-Programmes bei Prof. Martin Schwab erforschte Gonzenbach die Regeneration und Plastizität des Nervensystems nach Rückenmarksverletzungen und einem Schlaganfall. Er war als stellvertretender Oberarzt in der Schulthessklinik in Zürich tätig. Seit zwei Jahren arbeitet er als Leitender Arzt Neurologie im Rehazentrum Valens und wurde von seinem Vorgänger gut eingearbeitet. Gonzenbach liegt die auf den Patientennutzen ausgerichtete Rehabilitation am Herzen. «Wir wollen mit einer exzellenten und modernen Therapie und einer menschlichen Betreuung durch die verschiedenen Disziplinen ein hohes Funktionsniveau erreichen, damit unsere Patienten mit möglichst wenig Einschränkungen leben können.», erklärt der neue Chefarzt eines seiner Ziele. Weitere Ziele sind, die grosse Expertise in der Neurorehabilitation zu erhalten und weiter auszubauen. Auch die Zufriedenheit der Patienten wollen wir weiter steigern. Einen hohen Stellenwert geniesst die Forschung, mit der wir das wissenschaftliche Fundament für unsere Tätigkeit erweitern.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
s a W ht c a m ? ...
Bernhard Sutter, 21 Jahre nach dem Unfall Es gibt wohl kaum einen Mitarbeitenden des Rehazentrums Valens, der Bernhard Sutter nicht kennt. Der 42-jährige Churer kommt seit der Hälfte seines Lebens regelmässig nach Valens. Nicht der schönen Aussicht wegen, sondern weil er durch einen tragischen Arbeitsunfall vor 21 Jahren schwere Schädel-Hirnverletzungen erlitt. Zur Erinnerung: Im September 1996, er war Hochbauzeichner und arbeitete nebenbei als Dachdecker, verlor er auf einem Hausdach das Gleichgewicht und prallte aus neun Metern Höhe ungebremst auf den blanken Beton. Er erwachte einen Monat später aus dem Koma und nichts war mehr wie vorher. Auf einem Auge blind, ein gebrochenes Becken und noch viel schlimmer, die schweren Hirnverletzungen. Er konnte nicht mehr gehen und sprechen und das starke ständige Zittern machte jede koordinative Bewegung unmöglich. Ein langer Weg begann und er wusste: «Mit einer solchen Hirnverletzung wie ich sie habe, wird eine Reha nie zu Ende sein». In seinem ersten Buch «Verlierer oder Gewinner? – Eine Reha-Biografie», das er drei Jahre nach dem Unfall veröffentlichte, verarbeitet er mit Gedichten den Unfall und die neue Lebenssituation und berichtet über seine Rehabilitationsfortschritte in Valens. Das aber nach drei Jahren der Weg noch nicht geebnet war, ist klar. Bernhard Sutter ist ein Kämpfer mit einem eisernen Willen. Und ein begnadeter Sportler. So folgt ein Etappenziel dem anderen. Der erste «Riesenerfolg» war der sogenannte «Schnürsenkelmoment» im ersten Jahr nach dem Unfall, während der Reha in Valens. Er schaffte es nach gefühlten 200 Anläufen, die Schnürsenkel selbst zu binden, ein Gefühl der Freiheit und Selbstständigkeit erfüllte ihn mit grossem Stolz. Der nächste Meilenstein war die Befahrung des Albula Passes, drei Jahre nach dem Unfall, auf einem Fahrrad mit Stützrädern. «Ich bin ein Gewinner!» 21 Jahre später; ein Bernhard Sutter der trotz vieler Niederlagen, Unverständnis und Vorurteilen noch stär-
ker geworden ist, veröffentlicht sein zweites Buch mit dem Titel: «Gewinner und die zwei Arten des trotzdem – Ich bin ein Spezial». Darin beschreibt er in eindrücklicher Weise die dunklen Seiten, gepaart mit zahlreichen Erfolgsmomenten der letzten Jahre. Wie etwa das selbstständige Fahrradfahren ohne Stützräder und die Teilnahme am Churer Mittenberg-Rennen. Der bisher grösste Glücksmoment in seinem Leben war die Hochzeit 2014 mit seiner Frau Nicole, mit der er seit zwölf Jahren glücklich das Leben teilt und geniesst. In dieser neu erschienenen Fortsetzungsgeschichte lässt er tief in seine Seele blicken. Gedankenanstösse sind garantiert wenn man als Leser die Welt des «Andersseins» aus der Perspektive des Betroffenen kennenlernt.
Neues Buch:
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Gewinner und die zwei Arten des trotzdem – Ich bin ein Spezial Reha Biographie Teil 2 Bernhard Sutter, 2017 ISBN 978-3-9524711-1-1
05 Im Porträt
«Es ist herrlich und ein Riesengeschenk, wenn man jeden Schritt als Zugabe erleben darf.»
Danke Zahlreiche Ehrengäste machten das Jubiläumssymposium 2017 für Jürg Kesselring persönlich und einzigartig
06 Mittendrin
Jürg Kesselring
Jürg Kesselring spielt auf dem Rega-Landeplatz vor der Klinik. Neu nach ihm benannt: J.K. Heliport
Schon damals im Einsatz für das IKRK
Ein Überraschungsgast für Jürg, an der Vaduz Classic: Anne-Sophie Mutter
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Im Zentrum seines Handelns steht immer der Mensch
07 Mittendrin
Prof. Dr. Kesselring ist auch als Poet erfolgreich
Ein beliebter Referent
Noch heute im Einsatz fĂźr das IKRK
Spass darf nie zu kurz kommen V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
«Parkinson-Erkrankung mit Mut und Tatkraft annehmen»
08 Fokus
Veit Mylius, seit Mitte 2014 in der Klinik für Neurologie in Valens tätig, beschäftigt sich klinisch insbesondere mit Schlaganfall, Morbus Parkinson und Kopfschmerzen. In einem internationalen Forschungsprojekt hat er einen Fragebogen entwickelt, dessen Anwendung es erstmals erlaubt, die Ursache der Schmerzen bei Parkinson-Erkrankten herauszufinden.
Die Parkinson-Krankheit – in der Fachsprache «Morbus Parkinson» – entsteht durch eine Eiweissablagerung («Lewy-Körperchen»), vor allem im zentralen Nervensystem und tritt im Alter zunehmend auf. Die Veränderungen können bereits Jahre vor dem eigentlichen Krankheitsbeginn in den Nervenzellen des Magens nachgewiesen werden, sodass der vermutete Auslöser wahrscheinlich über den Magen-Darm-Trakt aufgenommen wird und sich dann über das Rückenmark ins Gehirn ausbreitet. Die Krankheit tritt meist spontan auf, bei jungen Patienten ist aber eine Erblichkeit häufig. Gerade untersucht wird der Einfluss von Kaffee- und Nikotingenuss auf die Erkrankung. Krankheit bringt zahlreiche Einschränkungen «Erst wenn über die Hälfte der Nerven in der sogenannten schwarzen Substanz (‹Substantia nigra›) degeneriert ist, werden die Bewegungen beeinträchtigt, was klinisch den eigentlichen Krankheitsbeginn markiert», erklärt Professor Mylius. Dies äussere sich in einer allgemeinen Bewegungsverlangsamung, einer Muskelsteifigkeit («Rigor»), einem Zittern in Ruhe («Tremor») und einer Fallneigung. Und diese Einschränkung kann auch von anderen Symptomen wie Verlangsamung im Denken, Stimmungsschwankungen, Schmerzen oder Bewegungsunruhe begleitet sein. «L-Dopa, eine Verform von Dopamin oder andere Medikamente, die wie Dopamin wirken, müssen regelmässig eigenommen werden», antwortet Veit Mylius auf die Frage nach helfenden Medikamenten: «Weil die Lewy-Körperchen die Produktion von Dopamin in der schwarzen Substanz vermindern, fehlt die feine Steuerung der Bewegung. Daher hilft die regelmässige Einnahme von Medikamenten, wobei darauf geachtet werden muss,
L-Dopa eine halbe Stunde vor oder mindestens eine Stunde nach dem Essen einzunehmen». Weil die Krankheit fortschreitend verlaufe, sind aus Sicht von Mylius eine Anpassung der medikamentösen Therapien und ein regelmässiges körperliches Training sehr wichtig.
«Mit der Diagnose Parkinson ist bei guter medikamentöser Einstellung oft ein gutes Weiterleben möglich.» Gesamtheitliche Sichtweise wichtig In Valens werden gezielt Therapien und Medikation eingesetzt, sagt Veit Mylius, der vor kurzem zum Titularprofessor an der Philipps-Universität Marburg ernannt wurde: «Mit der Diagnose Parkinson ist bei guter medikamentöser Einstellung oft ein gutes Weiterleben möglich. Dafür ist ein gründliches Verständnis der Erkrankung für die Patienten, Angehörigen und das Umfeld sehr wichtig, was wir in Valens mit der Hör und Sprechstunde aufgenommen haben.» Am Anfang könne durch die Therapien und die Medikation oft sogar die Arbeitsfähigkeit erhalten bleiben, im Verlauf mache die Erkrankung aber oft Anpassungen im Alltag nötig, etwa beim Essen oder beim Gehen. Er betont auch, dass die regelmässige Medikamenteneinnahme für die Therapie sehr wichtig ist: «So können Bewegungseinschränkungen durch die Medikamente gleichbleibend verbessert und Phasen schlechter Bewegung (OFF) vermindert werden.» Wichtig sind laut Prof. Mylius auch regelmässige physiotherapeutische Massnahmen, weil sie die Sturzgefahr minimieren und Kraft- und Bewegungsausmass ver-
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
bessern können. Er erwähnt, dass – eher überraschend für den Laien – sich in frühen Phasen Tanz und Tai Chi als besonders effektiv erwiesen haben. Weniger überraschend ist hingegen, dass allgemeine körperliche Aktivität oder etwa Nordic Walking bereits grosse Effekte auf die Beweglichkeit und andere Symptome haben.
Studie zu Ursache von Schmerzen Valens spielt auch in der internationalen Parkinson-Forschung eine wichtige Rolle. Die Zusammenarbeit mit der Neurologie des Kantonsspitals St.Gallen und anderen führenden Kliniken in der Parkinson-Forschung in Brasilien, Frankreich und Deutschland stärkt die Kompetenz für die Versorgung der Patientinnen und Patienten. Und worum genau geht es beim neusten Projekt «Schmerz bei Parkinson»? «In Zusammenarbeit mit Kliniken in Sao Paulo, Paris, Athen und Marburg haben wir einen Schmerzfragebogen entwickelt, der es erstmalig ermöglicht, anhand des Fragebogens die Ursache der Schmerzen herauszufinden», erläutert der Neurologe: «Im Wesentlichen müssen die mit Parkinson verbundenen Schmerzen von anderen Schmerzen unterschieden werden, bevor die verschiedenen Parkinson-spezifischen Schmerzen unterteilt werden können. Meistens liegen Schmerzen durch Muskel- oder Gelenksteifigkeit vor, danach folgen Schmerzen durch eine motorische Unruhe in Phasen, wenn die Medikamente nicht mehr so gut wirken.
Prof. Dr. Veit Mylius, Leitender Arzt in der Klinik für Neurologie, Rehazentrum Valens.
Eine der Studien-Erkenntnisse lautet, dass vergleichbare Schmerzen bei Parkinson-Patienten öfters zu Depressionen führen als bei Nicht-Parkinson-Patienten. Damit ist die Therapie von Schmerzen bei Morbus Parkinson sehr wichtig, da diese auch die Lebensqualität und die Stimmung verschlechtern können. Nochmals Mylius: «Schon häufiges körperliches Training kann die Schmerzen vermindern helfen, ebenso eine bessere Einstellung der Medikamente. Manchmal müssen wir auch nach einer anderen Ursache für die Schmerzen suchen, z.B. Veränderungen der Wirbelsäule durch die Haltung oder eine Nervenschwäche an den Füssen.»
09 Fokus
ie es anfängt – und was Valens für Therapien W anbietet Was sind erste Zeichen einer Erkrankung? «Das kann eine Verminderung der Geruchswahrnehmung sein oder eine Schlafstörung mit Bewegungen im Schlaf und lebhaften Träumen», antwortet Veit Mylius. Aber nicht alle Patienten mit dieser «REM-Schlaf-Verhaltensstörung» entwickeln einen Morbus Parkinson (etwa 60-70 Prozent). Aktuelle Studien wollen herausfinden, wie man den Verlauf der Erkrankung durch eine frühe Therapie bereits in dieser Phase beeinflussen kann. Das Therapie-Angebot in Valens ist sehr vielfältig, wie Mylius mit seiner Aufzählung zeigt: «In der Physiotherapie in Valens gibt es speziell geschulte Therapeuten, die beispielsweise die «Big Movement Therapie» anbieten, in der grosse Bewegungsumfänge trainiert werden. Ausserdem gibt es ein spezielles Training zur Sturzprophylaxe. In der Ergotherapie werden besondere Hilfsmittel beim Tremor eingesetzt. Für die Behandlung von sprechmotorischen Beeinträchtigungen und Schluckstörungen wenden wir die spezifisch für Parkinsonerkrankte entwickelte Therapiemethode «Lee Silverman Voice Treatment (LSVT)» an. Auch die Einstellungsphase nach der Implantation einer Tiefenhirnstimulation (DBS) kann bei uns in Zusammenarbeit mit der Neurologie im Uni-Spital Zürich und im Kantonsspital St.Gallen stattfinden.» Daneben gibt es laut Veit Mylius eine Reihe weiterer Aktivitäten. So finden als wichtige Informationsplattform regelmässig Patientenseminare statt. Zudem wird zusammen mit der Betroffenenvereinigung Parkinson Schweiz eine jährliche Fortbildung für Patienten und Angehörige in Valens organisiert. Der nächste Parkinson-Tag wird am 21. Juni 2018 stattfinden und sich besonders den Fragen der Angehörigen widmen.
«Schon häufiges körperliches Training kann die Schmerzen vermindern helfen, ebenso eine bessere Einstellung der Medikamente.» Gute Aufklärung und neues Wissen Veit Mylius, der in seiner Freizeit Klavier spielt, Langlauf betreibt und sich auch für Architektur begeistert, will den Patientinnen und Patienten, aber auch den Angehörigen in der «Hör- und Sprechstunde» eine gute Aufklärung anbieten, «weil schon das die eigenen Ressourcen mobilisieren kann, um die Parkinson-Erkrankung mit Mut und Tatkraft anzunehmen». Er schätzt daneben die Unterstützung durch die vielen Aktivitäten der Selbsthilfegruppe Parkinson Schweiz (www. parkinson-schweiz.ch), die eine gegenseitige Stärkung der Patienten und der Angehörigen möglich mache. Und schliesslich bilanziert er: «Forschungsprojekte und eine internationale Vernetzung ermöglichen es zudem, neues Wissen direkt an den Patienten weiterzugeben und die bestmöglichen Therapien anzuwenden.»
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
10 Im Porträt
Mein Leben mit Wurzeln an den Füssen Alice Zimmermann verspürt eine grosse Verbundenheit zu den Kliniken Valens, ist sie doch regelmässig seit ihrer Hirnblutung vor acht Jahren zur Rehabilitation in Valens. Mit ihrer selbst verfassten Krankengeschichte möchte sie Betroffenen Mut machen.
Die Vorstellung und Einbildung von Wurzeln an den Füssen gibt mir Halt, Stehvermögen und zugleich ein besseres Gleichgewicht. Ich liebe die Erdverbundenheit. Wahrscheinlich findet man in meiner Malerei deshalb so viele Bäume mit einem Wurzelwerk. Es ist zu einem Ritual geworden, meine täglichen Übungen auf dem Laufband und dem Gymnastikvelo. Mit einem Stab trainiere ich alle mir gezeigten Übungen, die ich in der Reha in Valens gelernt habe. Alle Wiederholungskurse gaben mir immer wieder Mut und Freude an der Bewegung. Das ist gross artig, wie man die Muskeln wieder aufbauen kann. Mein aufrechter Gang, wenn auch hinkend, erfüllt mich immer wieder mit Stolz. Der für mich folgenschwerste Tag, war ein Montag im Juni 2009. Ich war an einer Gemeindeversammlung und wollte unbedingt für das Projekt Pflegezentrum – es ging um eine Demenzstation und Einzelzimmer – einstehen. Nach meinem Votum und Gutachten pflichteten mir fast
alle der Anwesenden bei. Am Ende der Veranstaltung erschreckten mich starke Kopfschmerzen und ich fühlte das Rieseln von Blut bis zum Nacken. Ein befreundetes Ehepaar erkannte blitzschnell meine Sprachprobleme und handelten. Notfallarzt, Krankenwagen, Blaulicht zum USZ, Zürich. Das war 50 Kilometer entfernt. Es verblieb mir Zeit zum Nachdenken. Ich erkannte die Diagnose und war zum Sterben bereit. Meinem geliebten Ehemann zu folgen, nach einem Jahr der Trauer, wäre mir willkommen gewesen. Ich hatte fünf Jahre meinen Ehemann gepflegt, mit einer vasculären Demenz, das alles erfüllte mich mit Zufriedenheit. Das Testament, die Patientenverfügung, Garten, Haus alles in bester Ordnung. Dann folgte eine Notfall-Hirnoperation. Die intercerebrale Blutung wurde gestillt und das Hämatom ausgeräumt. Von der Intensivstation weiss ich gar nichts. Ich nahm mein Leben wieder wahr auf der neurochirurgischen Bettenstation. Ich erschrak, als ich zum ersten Mal in den Spiegel schaute, ein glattrasierter Schädel, ein riesiger Verband, eine Facialsparese rechts, das war nicht mehr «ich, die Alice». Zum Glück besuchte mich ein rettender Engel in Gestalt einer Therapeutin. Sie animierte mich im Kehlkopf Töne zu formen. Es gelang mir. Ich hörte endlich meine Stimme wieder. Am nächsten Tag kam meine Schwägerin zu Besuch und ich empfing sie mit der Tonleiter. Nach zwölf Tagen wurde ich liegend zur Reha nach Valens verlegt, mit einem Wortschatz von «Ja» und «Nein» und einer Tonleiter im Gepäck. Und die Diagnose: Schluckstörungen, globale Aphasie (Sprachstörung), Hemiplegie (Halbseitenlähmung) rechts, Facialsparese (Lähmung der Gesichtsmuskulatur) rechts.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Alice Zimmermann 40 Jahre Krankenschwester AKP 32 Jahre Stiftungsrätin «Paul Schiller Stiftung, Zürich» Wohnort: Luzern «Was mir immer geholfen hat» – Selbstdisziplin – Veränderungen – Lernen – Mentaltraining – Seelisches Gleichgewicht – Achten auf mein Körpergewicht – Spielen: Rummikub, Halma, Scrabble – Freundschaften pflegen und erhalten – Selbstständigkeit im Handeln und Entscheiden – Üben, üben üben
Malen ist Therapie und Herausforderung zugleich.
nahm Hilfeleistungen an, das Haus und der Garten jedoch blieben immer gleich gross. Ein Jahr später fand meine Auswanderung vom Rhein an den Vierwaldstättersee statt. Meine junge Nichte mit Familie ist glücklich in meinem ehemaligen Zuhause und ich bin es auch in meiner neuen Alterswohnung in einer Siedlung mit allen Dienstleistungen.
Ich kochte Saltimboca, Ratatouille und Teigwaren. Die beiden Therapeutinnen, die ich eingeladen hatte, gaben mir ein Lob und vier Sterne. Nach dem guten Einleben, mit der Hilfe meiner langjährigen, treuen Freundin, benutzte ich die geschenkte Zeit für Schreibübungen, Therapie, Gymnastik und bald darauf folgte mein erster Malkurs. Ich habe in meinem ganzen Leben nie gemalt. Die ersten Pinselstriche waren eine Herausforderung an mich und meine linke Hand, zudem war ich nie ein Linkshänder. Meine Konzentration verbesserte sich und in der Folge auch meine Leistungsfähigkeit. Ich habe mich versöhnt mit meinem gelähmten Arm, ich male mit der Seele. Mein Mut steigerte sich. Ich fahre mit dem Bus, alle Einkäufe und Telefonate tätige ich selber. Ich gehe ohne Schiene am rechten Bein und ohne den Schultergürtel. Vor zwei Jahren bin ich in den Aphasiechor Zentralschweiz eingetreten und habe wieder singen gelernt. Es haben sich beim Singen viele Freundschaften entwickelt. In meiner Wohngemeinschaft wurde auch ein Tanzkurs angeboten und jetzt bin ich froh um meine Wurzeln an den Füssen. Sie geben mir Halt und Vertrauen. Diese Zeilen widme ich all jenen Menschen, die mit Defiziten leben müssen.
Text: Alice Zimmermann V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
11 Im Porträt
Im Rehazentrum Valens bekam ich eine massgeschneiderte Therapie. Ich bin heute noch dankbar für die liebevolle Pflege, das ganze Team erleichterte mir den Schritt ins Leben zurück. Ich bekam geduldige Anleitung mich selber zu pflegen, die Zähne mit links zu reinigen und den Rollstuhl zu lenken. Nach vier Wochen intensiver Therapie konnte ich den Rollstuhl verlassen, sowie – zur Freude meines ganzen Umfeldes – den Dreipunktestock benützen. Die Sprache hatte sich auch verbessert. Kurze Sätze waren meine Favoriten, die ich aber immer in meinem Hirn vorbereiten musste. Meine Familie, meine Freundinnen, meine Bekannten gaben mir Mut, Vertrauen und begleiteten mich auf dem harten Weg ins Leben zurück. In meinem ganzen Leben verspürte ich eine Veränderung, ich war sensibler, dünnhäutiger geworden, bei jedem Anfall von Kopfschmerzen verfolgten mich Suizid-Gedanken. Nach sieben Wochen wurde ich vorbereitet auf mein Leben Zuhause. Ich fuhr mit dem Postauto, natürlich in Begleitung, nach Bad Ragaz. In meinem Kopf war ein Rezept zu einem Mittagessen vorbereitet. Als ich in einer Metzgerei meine Wahl des Fleisches richtig aussprechen konnte, war ich überglücklich, er verstand mich, der Metzger… Ich kochte Saltimboca, Ratatouille und Teigwaren. Die beiden Therapeutinnen, die ich eingeladen hatte, gaben mir ein Lob und vier Sterne. Am 12. August 2009 trat ich meine Heimreise mit einer Fusshebeschiene am rechten Bein und mit einem Schultercuff am rechten Arm an. In meinem Heim jedoch türmten sich die Probleme erst richtig auf. Ich konnte nicht mehr Rechnen, Schreiben, Texte formulieren und für alle Therapien musste ich einen langen Weg zurücklegen. Ich
Rubrik 14
Thermalbad Valens – die Wellnessoase im Taminatal Tief unter Valens sucht Europas wasserreichste Akratotherme den Weg durch das Berginnere. Das Wasser stammt aus dem Einzugsgebiet des Tödi, versickert entlang der kristallinen Gesteinsschicht und tritt rund zehn Jahre später in der Taminaschlucht mit 36,5° C wieder zutage. Über eine Pipeline gelangt das heilende Wasser ins öffentliche Thermalbad nach Valens.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Angaben zur Quelle: Akratotherme (Wildwasser) Mineralisation der Quelle: Natrium 27,2 mg/l Kalium 2,3 Magnesium 13,9 Calcium 55,2 Chlorid 32,4 Fluorid 1,32 Sulfat 25,0 Hydrogencarbonat 225,1
Wasser gibt Körper und Seele Auftrieb, es heilt, entspannt und macht Spass. Das Angebot im Thermalbad umfasst Sprudelliegen, Massagedüsen und Nackendüsen. Schwimmbretter und -Nudeln stehen zur freien Verfügung. Sauna, Solarium und ein öffentliches Restaurant mit Sonnenterrasse runden das Angebot ab. Geschichtliches Bereits die Römer kannten die heilende Wirkung des Thermalwassers, insbesondere bei rheumatischen und chronischen Krankheiten. Die Heilkraft der Therme von Pfäfers wird 1240 von Mönchen entdeckt. Kranke werden in Körben in die Schlucht abgeseilt, um in den Felslöchern zu baden. 1535 wirkt Paracelsus als Badearzt in der Schlucht. 1718 sind die Bauarbeiten für das heute noch bestehende, barocke Bad in der Taminaschlucht beendet. Das Alte Bad Pfäfers ist heute Kultur- und Begegnungsstätte. 1970 wird auf der Sonnenterrasse von Valens das Rehabilitationszentrum gebaut, später folgte der Bau des Hotels Valens und des öffentlichen Thermalbades.
ph-Wert 8,23 Quellschüttung 700 – 7000 l/Min. Temperatur Quelle 36,5° C Wassertemperatur Thermalbad 34° C
«
Was gefällt Ihnen besonders an Ihrer Tätigkeit als Bademeister? Matthias Dietz (MD): Ich liebe den Umgang mit unseren Gästen. Gerne sorge ich für einen reibungslosen Ablauf im Thermalbad und in der Wellnessanlage. Es ist schön zu sehen, wenn sich die Leute freuen und gerne hier sind. Wir haben ein tolles Team und freundliche, angenehme Gäste.
«
Woher kommen die Badegäste hauptsächlich? Die meisten Badegäste kommen aus der Region, viele Einheimische. Es gibt aber auch immer wieder Gäste aus dem Raum Zürich oder aus der Region Rapperswil. Es sind treue Gäste, die den teilweise weiten Weg für ein paar entspannende Stunden in unserem schönen Bad nicht scheuen.
«
Im Thermalbad Valens dürfen schon Kleinkinder baden. Gibt es da Schwierigkeiten? Schwierigkeiten nicht wirklich. Es ist vielmehr ein Interessenskonflikt. Es gibt Ruhesuchende und Familien mit Kindern. Und da gibt es manchmal betreffend Lärmimmissionen schon zu diskutieren. Wir appellieren hier an die Vernunft und fördern eine gegenseitige Rücksichtnahme.
«
Ein bleibendes Erlebnis? Bleibend vielleicht nicht gerade, aber exakt der heutige Tag ist speziell. Am Morgen gab es bei der Wasseraufbereitungsanlage einen Rohrbruch. Dadurch mussten wir das Bad kurzfristig schliessen. Da ist es unangenehm, angereiste Badegäste zu enttäuschen. Bei geplanten Revisionen können wir glücklicherweise zu bestimmten Zeiten in unser Therapiebad ausweichen.
«
Wie oft prüfen Sie die Wasserqualität? Da gibt es klare Vorschriften. Die Wasserwerte werden täglich drei Mal kontrolliert. Und zwei Mal im Jahr schicken wir Proben an das Amt für Verbraucherschutz für eine externe Kontrolle.
«
Sie und Ihre Badeangestellten haben den Rettungskurs absolviert. Hatten Sie schon Einsätze? Einen richtigen Rettungseinsatz mit ins Wasser springen und retten nicht. Aber es gibt kleinere Zwischenfälle von Unwohlsein eines Badegastes. Diese betreuen wir gerne und rufen wenn nötig den diensthabenden Arzt.
«
Bademeister Matthias Dietz.
Was bieten Sie dem Wellnessgast alles? Gerne halten sich unsere Gäste im hellen Thermalbad mit Massagedüsen und Sprudelliegen auf. Zudem wurde unser Saunabereich vor drei Jahren komplett umgebaut. Wir bieten eine hübsche Sauna mit regelmässigen Aufgüssen und Ruheliegen, ein kleines Dampfbad und ein Solarium an. Unsere kleine Wellnessoase ist überschaubar und gilt für viele Gäste als Geheimtipp.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
13 Knowhow
Öffnungszeiten: Mo – Fr: 08.00 – 20.30 Uhr Sa/So/Feiertage: 10.00 – 20.30 Uhr Badeschluss jeweils 20.00 Uhr Thermalbad Valens, CH-7317 Valens Telefon 081 303 16 06, Fax 081 303 16 18 www.hotel-valens.ch, info@hotel-valens.ch
Aktuelles Kurzgeschichten, Rückblick, Erreichtes und Aktuelles aus den Kliniken Valens.
Esther Gamper gewinnt ENPHE Master-Thesis Award
14 Mittendrin
FEES-Zertifikat
Wir gratulieren zu zwei FEES-Zertifikaten. Alexandra Liebs, M.Sc., Teamleiterin Logopädie im Rehazentrum Valens, und Dr. med. Alrun Geller, Assistenzärztin in der Rheinburg-Klinik Walzenhausen, haben kürzlich das FEES-Zertifikat erworben. Dieses befähigt sie, apparative Schluckuntersuchungen selbstständig, bzw. im Auftrag des Arztes, durchzuführen und zu beurteilen sowie ein Schluckuntersuchungsteam zu leiten. Bei der FEES (fiberoptic endoscopic evaluation of swallowing) handelt es sich um eine fiberendoskopische Untersuchung des Schluckakts und ist ein Diagnostikverfahren in der Neurologie.
Rezertifizierung Swiss Reha An allen drei Standorten fand kürzlich die Rezertifizierung durch SW!SS REHA statt. SW!SS REHA ist der Dachverband der führenden Rehabilitationskliniken der Schweiz. Die Rezertifizierung haben wir mit Erfolg bestanden!
Mit grosser Freude durfte Esther Gamper, Leiterin Physiotherapie in der Rheinburg-Klinik Walzenhausen, an der diesjährigen Konferenz des European Network of Physiotherapy in Higher Education in Reykjavík die Lorbeeren für ihre Masterarbeit «Outdoor walking training in severe COPD, a feasibility randomized controlled trial» ernten – sie erreichte den 1. Platz. Esther Gamper untersuchte in ihrer Studie ein Intervall Outdoor Walking Training (Gehtraining) im Vergleich zu einem herkömmlichen Fahrradergometertraining. In die Studie eingeschlossen wurden 16 Patienten mit der Lungenerkrankung COPD, GOLD-Stadium III-IV, die im Rehazentrum Walenstadtberg stationär trainierten. Die Outdoor Walking-Gruppe absolvierte 4x pro Woche ein Outdoortraining und zusätzlich 2x pro Woche ein Fahrradergometertraining für jeweils 30 Minuten. Die Fahrradergometer-Gruppe trainierte 6x pro Woche 30 Minuten ausschliesslich auf dem Fahrradergometer. Diese Interventionen liefen über 3 Wochen, ein Follow-up erfolgte nach 3 Monaten. Die Patientinnen und Patienten der Walking-Gruppe waren mit dem Training sehr zufrieden und zeigten nach drei Wochen eine signifikante Verbesserung der Lebensqualität (p=0.042, 95%CI 1.06-49.94, effect size (d)=1.19). Die Machbarkeit des Outdoor Walking Training und des Studiendesigns konnte als gegeben festgestellt werden. Durch die Ergebnisse der innovativen Arbeit von Esther Gamper werden neue Möglichkeiten für die Rehabilitation von Patientinnen und Patienten mit COPD dargestellt.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Patientenausflug Der beliebte Patientenausflug der Rheinburg-Klinik führte die Patienten und Mitarbeitenden auch heuer zum Bodensee. Mit dem Bus ging es von Walzenhausen nach Romanshorn. Dort angekommen, wurde das Transportmittel gewechselt und es ging weiter mit dem Schiff nach Rorschach. Das Café Mozart war ein geeignetes Etappenziel und die Rheinburg-Klinik lud alle Teilnehmer zu Kaffee und Kuchen ein. Bei strahlendem Sonnenschein konnte noch gemütlich an der Seepromenade entlang geschlendert werden, bis es wieder zurück nach Walzenhausen ging.
Kürzlich fand das 3. KLV-Open in der Tennishalle in Bad Ragaz statt. Mit grosser Begeisterung haben 15 Mitarbeitende in den Disziplinen Tennis und Badminton teilgenommen. Gespielt wurde in 2er Teams, wobei sich die Zusammensetzung der Spieler nach jedem Match wieder neu formierte. Die siegreichen Helden waren einmal mehr «Alle Mitenand»! Die Teilnehmerzahl konnte gegenüber dem Vorjahr weiter gesteigert werden. Eine Fortsetzung des Turniers erfolgt im nächsten Jahr und ist für November 2018 geplant.
Gesundheit heute Das Rehazentrum Valens wurde vom Team der Sendung «Gesundheit heute» besucht. Chefarzt PD Dr. med. Stephan Bachmann und Therapiedirektor Dr. Peter Oesch geben Einblicke in die berufliche Rehabilitation. Zu sehen am 17. Februar 2018, 18.10 Uhr, auf SRF 1.
CEO Till Hornung Präsident der Ostschweizer Privatkliniken Der Verband Ostschweizer Privatkliniken (OPK) wahrt und fördert die gesundheitspolitischen, medizinischen, juristischen und wirtschaftlichen Interessen der Privatkliniken in den Ostschweizer Kantonen. In den 21 Mitgliedskliniken werden von den insgesamt 3’700 Mitarbeitenden jährlich über 32’000 Patienten behandelt. Dr. Till Hornung, CEO der Kliniken Valens, wurde zum neuen Präsidenten dieses Verbandes gewählt. Für ihn und die Kliniken Valens ist es eine grosse Ehre, diese gewichtige Organisation anzuführen. Vertreter von verschiedenen Privatkliniken aus den Kantonen AI, AR, GR, SG, SH und TG bilden zusammen mit Till Hornung den Vorstand. Weitere Informationen unter: www.verbandopk.ch
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
15 Mittendrin
3. KLV Open
16 Mittendrin
Masterstudium erfolgreich abgeschlossen
Den Universitätslehrgang zum «Master of Science in Physiotherapie» hat Physiotherapeut Daniel Riese (Foto: 2. v. l.) an der Donau-Universität Krems in Österreich nach 2 1/2-jähriger Studienzeit abschliessen können. Die Masterthesis «Effektivität eines Beobachtungstrainings für Physiotherapeuten und Physiotherapeutinnen zur Verbesserung der Interobserver-Reliabilität bei der Untersuchung der «Movement control tests of the low back», welche auf Grundlage einer in Valens und Walenstadtberg durchgeführten Studie verfasst wurde, bekam in der Begutachtung der Universität Bestnoten und Daniel Riese konnte sein Diplom mit Auszeichnung entgegennehmen. Herzliche Gratulation!
Nachdiplom in Betriebswirtschaft Wir gratulieren unserem Personalfachmann Michael Wildhaber ganz herzlich zu seinem kürzlich erlangten Abschluss des Nachdiploms in Betriebswirtschaft an der höheren Fachschule der HF Rheintal in Buchs. Für Michael Wildhaber ist die Weiterbildung in Betriebswirtschaft die perfekte Ergänzung zum HR-Management. Betriebswirtschaft, einmal nicht aus Personalsicht, sondern aus Managementsicht von Führungskräften vermittelt zu bekommen hat ihn angespornt, seine Diplomarbeit auf eine wichtige zukünftige Frage zu vertiefen. «Wie können Unternehmen optimale Eintrittsvoraussetzungen für Mitarbeitende aus dem Ausland schaffen um auch in Zukunft am Arbeitsmarkt attraktiv zu sein?» Die Diplomarbeit zeigt die heutige Situation der Kliniken Valens auf, gibt einen Ausblick in die Zukunft und in welchen Bereichen in Bezug auf den Eintritt und die Beschäftigung von ausländischem Fachpersonal noch Potenzial besteht.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Titularprofessur PD Dr. Veit Mylius wurde kürzlich die Titularprofessur vom Dekan der PhilippsUniversität Marburg überreicht. Seit drei Jahren ist Prof. Dr. Veit Mylius in der Klinik für Neurologie in Valens tätig. Seine klinischen Schwerpunkte liegen beim Schlaganfall, Morbus Parkinson und den Kopfschmerzen. Aktuell leitet er eine Studie zur Verbesserung der Sprache mit nicht-invasiver Hirnstimulation in Zusammenarbeit mit Oberarzt Peter Eisenhut und der Valenser Logopädie. Des Weiteren untersucht er einen mit einem internationalen Team entworfenen Schmerzfragebogen bei der Parkinson Erkrankung (siehe auch unter www.tms-zentrum.com). Er wird dabei von der Schweizerischen Parkinson Vereinigung unterstützt. Wichtige Anliegen für die Zukunft sind ihm die nicht-invasive Hirnstimulation in den klinischen Alltag zu integrieren und der weitere Aufbau der Musiktherapie.
17 Mittendrin
Christian Todisco fehlt
Überraschend mussten sich die Mitarbeitenden des Rehazentrums Valens von einem langjährigen, engagierten und humorvollen Mitarbeiter verabschieden. Patientenbegleiter Christian Todisco ist auf dem Heimweg von einem Mitarbeiterfest an einem Herzinfarkt verstorben. Christian war äusserst beliebt bei Patienten und Mitarbeitenden. Er begleitete unsere Patienten zu den Therapien, half und unterstützte, war präsent und immer zu Spässen aufgelegt. Er bereicherte den Reha-Alltag auf angenehme Weise. Christian war oft auch an Mitarbeiteranlässen im Einsatz, ob als DJ, für eine Tanzeinlage oder im Service. Wir vermissen Christian in unseren Reihen, sind aber dankbar, ihn gekannt zu haben.
Spielerische Rehabilitation Die Firma Mindmaze hat eine neue spielerische Möglichkeit, sogenannte Exergames, für die Rehabilitation entwickelt. MindMotion® GO ist eine Medizinproduktesoftware, welche die physische Rehabilitation von Erwachsenen in der Klinik und zu Hause unterstützt. Die Exergames werden insbesondere bei neurologischen Patienten eingesetzt. Die Software beinhaltet Rehabilitationsübungen für die obere Extremität, den Rumpf und die untere Extremität, audio-visuelles Feedback und grafische Bewegungsdarstellungen für Patienten sowie Leistungsparameter für Therapeuten. Die Kliniken Valens setzen MindMotion® GO seit einiger Zeit mit gutem Patientenfeedback ein und sind involviert in Produktentwicklung und Forschung.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Augenblicke unseres Mitarbeiterfestes «Zirkus»
18 Mittendrin
Chefarzt Dr. med. Martin Rutz als versierter Zauberer
Spannende Darbietungen, wohin das Auge blickt.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
19 Mittendrin
ÂŤEine wunderbare Heiterkeit hat meine ganze Seele eingenommen.Âť
20 Im Porträt
Aufgeben ist keine Option Der 4. September 2016 hat das Leben von Julia Müller* verändert: An diesem Tag erlitt sie ein Schleudertrauma, mit deren Folgen sie seither zu kämpfen hat. Doch Aufgeben kam für die junge Frau nie in Frage und dank eines Reha-Aufenthaltes in der Klinik Valens ist sie heute mehr denn je davon überzeugt: Alles wird gut. An einem Sonntagabend Anfang September 2016 hatte Julia Müller einen Autounfall auf dem Weg zur Arbeit. Der Schaden am Auto war das eine, Benommenheit, Zittern, Gleichgewichtsprobleme, Gangunsicherheit, Ziehen in Nacken und Schulter, Kopfschmerzen und Schwindel das andere. Das Schreiben und Lesen sowie die Gesprächsführung bei der Arbeit waren unmöglich zu meistern. «Am nächsten Morgen waren die Beschwerden noch schlimmer. Zusätzlich haben meine Hände gekribbelt, der Nacken war steif und ich konnte fast nicht mehr laufen. Ich ging sofort zum Arzt, wo ich dem Gespräch nicht folgen konnte und Gelesenes sofort vergessen habe. Er gab mir Schmerzmittel und empfahl Ruhigstellung für zwei Wochen», erinnert sich die Schweizerin. Die Beschwerden besserten sich allerdings nicht – im Gegenteil: Eine Woche später hatte sich das Kribbeln bis in die Beine ausgebreitet, sie litt unter starken Beinkrämpfen, einer angespannten Kiefermuskulatur, Schlafproblemen und einer allgemeinen Verlangsamung der Beine. Es wurde normal für sie, von älteren Menschen mit Rollator und Stock überholt zu werden. Im Haushalt und bei alltäglichen Tätigkeiten war sie auf Hilfe angewiesen. Wegen der Licht- und Lärmempfindlichkeit war sie nur noch mit Sonnenbrille und Oropax unterwegs. Die einst reiselustige Person konnte nicht mehr alleine Bus- oder Zugfahren und musste sich jedes Detail notieren, weil sie sich nur wenig merken konnte. Ärzte-Odyssee. Die gelernte Arzt- und Spitalssekretärin sowie Fachfrau für Gesundheit suchte verschiedene Spezialisten und Therapeuten auf. Unterschiedlichste Tests ergaben die Diagnose «vegetative Dystonie», ein
Dr. Björn Janssen, Leitender Arzt Rheumatologie, Rehazentrum Valens.
Ungleichgewicht des Nervensystems, sowie Halswirbelsäulendistorsion, also Schleudertrauma. Schlussendlich aber hiess es stets: Abwarten und Tee trinken. Eine Physiotherapie verschlimmerte ihren Zustand sogar. «Mein Hausarzt erkannte zum Glück bald, dass es so nicht weitergehen konnte. Immerhin war ich seit dem Unfall ausser Gefecht gesetzt und bei so gut wie allem auf Familie und Freunde angewiesen», erzählt Julia. Im November reichte ihr Hausarzt die Verordnung für eine Rehabilitation ein. Da es jedoch drei Gutachten für die Abklärung der Notwendigkeit des stationären Aufenthaltes vonseiten der Versicherung bedurfte, dauerte es noch über ein halbes Jahr, bis sie Anfang Juni nach Valens kam. «Die Erwartungen waren nicht gerade gross», gibt die ehemalige Spitzensportlerin im Footbag (ein kleines mit Granulat oder Sand gefülltes Stoffsäckchen) zu, doch «Aufgeben war für mich sowieso niemals eine Option.» Dr. Björn Janssen, Leitender Arzt der Rheumatologie in Valens, war dann auch der erste, von dem sich Julia Müller wirklich ernst
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Tägliches Training. Seit dem Aufenthalt in Valens sind mehrere Monate vergangen. Körperlich geht es Julia Müller heute sehr viel besser als im Frühjahr, sie kann ihren Haushalt wieder alleine meistern, wobei sie nach wie vor täglich ihre Übungen machen muss, drei Mal in der Woche zur medizinischen Trainingstherapie sowie zusätzlich einmal pro Woche zur Physiotherapie geht. Eine Arbeitsstelle zu finden sei nicht einfach, daher hat sie sich für einen Kurs in Zürich angemeldet, um einerseits das Bus- und Zugfahren zu trainieren und andererseits die Konzentration weiter aufzubauen. «Ja, es ist nicht immer leicht. Doch ich bin davon überzeugt, dass es gut wird. Aber abwarten bis Besserung eintritt, bringt nichts. Es braucht tägliches Training und Bewegung. Die Fortschritte, die ich in Valens gemacht habe, helfen mir sehr dabei weiter zu trainieren, nicht aufzugeben und vermehrt Dinge zu machen, die Freude bringen», sagt sie und lächelt.
genommen fühlte. Nicht nur konnte er ihr konkrete Übungen zeigen, etwa um den Schwindel zu reduzieren oder die nach wie vor eingeschränkte Sicht zu verbessern. Er machte ihr auch wieder Mut. Und das obwohl nicht gleich alles so lief, wie sie es sich vorgestellt hat: «Ich habe mich zum Beispiel sehr auf eine Wassertherapie gefreut. Mein Körper aber hat das überhaupt nicht vertragen. Schon beim ersten Versuch musste ich mit dem Rollstuhl abtransportiert werden.» Es galt also erst einmal herauszufinden, welche Therapien überhaupt möglich waren – oder wie Julia sagt, «welche Therapien mein Körper akzeptiert. Ich musste wieder lernen, auf meinen Körper zu hören, ihn zu fordern, ohne ihn zu über- oder unterfordern.» Veränderungen hat sie dem behandelnden Team klar kommuniziert, woraufhin die Therapien sofort angepasst wurden. Mehr als Bewegungstherapie. Die Behandlung einer HWS-Distorsion beschränkt sich nicht auf die strukturelle Arbeit am Nacken, sondern sollte immer eine Ganzkörperaktivität weg vom Schmerz sein. Das interdisziplinäre Programm in Valens umfasst daher neben Physio- und Ergotherapie, Wasser- und Krafttraining sowie anderen Therapieformen auch sogenannte Coping-Strategien. Letztere zielen darauf ab, das Schmerzgedächtnis umzuprogrammieren. Denn: «Meist tritt schon nach einem halben Jahr eine Chronifizierung der Schmerzen ein. Das heisst, dass das Gehirn Schmerzen meldet, wo es dafür gar keinen Grund mehr gibt», weiss Dr. Janssen. Für Julia Müller war dieser fächerübergreifende Ansatz ein wesentlicher Punkt auf dem Weg zur Besserung. Darüberhinaus konnte sie sehr viel Kraft aus dem Kontakt mit anderen Patienten schöpfen. Während sie sich mit einer Patientin mit ähnlichen Beschwerden besonders gern austauschte, war sie selbst es, die eine UNO-Spielegruppe ins Leben rief: «Man redet und denkt sowieso zu viel über die Beschwerden nach. Das Kartenspiel sorgte neben dem Training für Ablenkung und Spass.» Damit nicht genug gab sie den Ergo- und Physiotherapeuten in Valens einen Footbag-Workshop und konnte sich in den letzten beiden Wochen ihres sechswöchigen Aufenthaltes einem Arbeitstraining unterziehen, bei dem es darum ging, die Konzentration aufzubauen. Und schliesslich fand sie sogar ihren Weg ins Wasser, indem sie ihren Körper jeden Abend im Thermalbad langsam daran gewöhnte.
Bewegung statt Ruhe. Und Aufklärung. Menschen mit einer HWS-Distorsion leiden meist noch lange nach dem eigentlichen Unfall unter Schmerzen und Bewegungseinschränkungen. Die Betroffenen gewöhnen sich eine Art «Schonhaltung» an, da sie glauben, dadurch die Schmerzen verhindern zu können. Eine Entscheidung mit weitreichenden Folgen: Nicht selten können sie ihren Kopf oft gar nicht mehr bewegen, klagen über Konzentrationsschwierigkeiten, Kopfschmerzen, Schwindel und andere Beschwerden. Sie sind in ihren Alltagsaktivitäten mitunter derart eingeschränkt, dass es zur Arbeitsunfähigkeit kommt. Viele Ärzte sind übrigens nach wie vor der Meinung, dass die Beschwerden durch Ruhigstellen besser werden – laut Dr. Björn Janssen, Leitender Arzt für Rheumatologie in Valens und FA für Physikalische Medizin und Rehabilitation, ein falscher Ansatz. Zudem brauche es «teaching» und «spiegeln»: Bei Letzterem wird den Patienten aufgezeigt, welche Schonmechanismen sie sich unbewusst angewöhnt haben. Und es gilt, Hintergründe zu erklären, wobei Dr. Janssen etwa mit Skelettmodellen und Anatomiebüchern arbeitet. «Verstehen Betroffene erst einmal, dass nichts gebrochen bzw. beschädigt ist, ist schon viel gewonnen.»
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
21 Im Porträt
*Name geändert und der Redaktion bekannt
22 Publireportage
AUTO WALSER AG Mobilitätspartner der Kliniken Valens Die Mitarbeitenden der Kliniken Valens profitieren von der Partnerschaft mit der Auto Walser AG aus Wangs: Beim Kauf eines Neuwagens gibt es attraktive Sonderkonditionen und einen Wertgutschein für individuelle Leistungen der Auto Walser AG. Detailinformationen und zwei Rechenbeispiele finden Sie auf der Rückseite des VOILÀ Magazins. Ein paar Mitarbeitende der Kliniken Valens haben bereits vom Angebot profitiert, wie auch György Olah, Pflegefachmann im Rehazentrum Walenstadtberg. György Olah hat bereits vom Angebot profitiert
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
«Ich habe mich für einen BMW X1 x-drive entschieden. Zwar hat der Dieselmotor ‹nur› 150 PS (Turbo) aber er fährt sich rassiger als mein alter 306 PS Mercedes. Gerade hier am Berg ist dieses Fahrzeug hervorragend für alle Jahreszeiten. Es fährt sich wie es sich für einen BMW gehört, schön straff. Die Lenkung ist sportlich und das Getriebe variiert zwischen einer 6oder 8-Gang Automatik, je nach Wunsch des Fahrers. Ich bin sehr zufrieden damit. Ich habe von Auto Walser einen 500 Franken Gutschein und nochmals einen 500 Franken Gutschein von den Kliniken Valens erhalten. Dieses Geld investiere ich in neue Winterreifen. Ich bedanke mich nochmals ganz herzlich für euren Einsatz.»
Ein starker Partner – über die Region hinaus Die Auto Walser AG mit Sitz in Wangs führt die Marken BMW und Suzuki und ist Werkstattpartner von Toyota. Die Erfüllung der Kundenwünsche und die Erhaltung der hohen Qualität prägen heute wie am ersten Tag das Firmenleitbild. Durch kompetente Beratung, gut ausgebildetes Personal und ein Team, das Freude an der Arbeit hat, wird die Zufriedenheit jedes Kunden sichergestellt. Die Auto Walser AG ist ein kompetenter Ansprechpartner bis weit über die Region hinaus.
23 Publireportage
Auto Walser Bahnhofstrasse 56 7323 Wangs autowalser.ch info@autowalser.ch
Tankstelle TERZOL: Discountpreise für Kliniken Valens Hauseigene Tankstelle TERZOL: Alle Mitarbeitenden der Kliniken Valens profitieren von Tages-Discount-Preisen und zusätzlich einer Preisreduktion von 2 Rp. pro Liter. Die Tankkarte kann ganz einfach gegen Vorlage des Mitarbeiterausweises bei Auto Walser gelöst werden.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
e r e s Un ps Tip
24 Freiraum
Fit und gut ausgerüstet in die Wintersportsaison Dr. med. Björn Janssen, Leitender Arzt Rheumatologie am Reha zentrum Valens, verrät Ihnen, wie Sie sich optimal für Sport in der kalten Jahreszeit vorbereiten:
01 Nach der Saison ist vor der Saison. Ein gutes Training kann nur funk tionieren, wenn es konstant über das ganze Jahr ausgeführt wird, d.h. nicht erst 1 Monat vor dem ersten Schnee anfangen zu trainieren, sondern jede Woche 2-3x Sport machen.
02 Kraft- und Ausdauertraining kombinieren. Es gibt viele Methoden die Ausdauer und Kraft zu trainieren. Für das Skifahren legen Sie im Bereich der Kraft vor allem den Fokus auf den Rumpf und die Beine. Der Bereich Oberschenkel bis untere Wirbelsäule ist ihre «Power-Plattform», um die Kontrolle auf der Piste zu behalten. Zeitlich muss das Training keine Stunden in Anspruch nehmen. So ist eine Verbesserung der Kraft und Ausdauer z.B. durch das «7-Minute-Workout» wissenschaftlich erwiesen, am besten 4-5x/Woche. Eine Kombination mit einem 23 Minuten Ausdauer training z.B. Joggen oder auf dem Heimtrainer 2-3x/Woche, ist eine perfekte Vorbereitung. Somit kommen Sie pro Woche auf eine zeitliche Belastung von max. 2-3 Stunden. Bei Unsicherheiten wenden Sie sich an eine Fachperson.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
03 Ist das Material noch auf dem neuesten Stand? Fragen Sie sich vor dem ersten Schneekontakt, wann ich die Ski das letzte Mal beim Service hatte. Überprüfte Ski und Skischuhe können vor Verletzungen schützen. Fragen sie ihr Fachgeschäft.
04 Bei Neuanschaffungen von Ski sollten Sie unbedingt das Material in einem Fachgeschäft kaufen und nicht im Internet. Eine optimale Anpassung der Schuhe und der Ski schützt langfristig vor Verletz ungen und Überbelastungen.
05 Wenn Sie länger nicht auf den Ski gestanden sind, dann kann ein Tag mit einem Skilehrer zum Auffrischen der Technik helfen.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
25 Freiraum
7-Minute-Workout
«Es muss nicht immer Skifahren sein»
24 Freiraum
Wenn man im Winter an die Pizolbahnen denkt, denkt man unweigerlich auch ans Skifahren. Sind keine Bretter zur Hand oder man fährt nicht gerne Ski, bietet eine Wanderung auf dem Panorama-Höhenweg eine herrliche Alternative. Kein Grund also, zu Hause zu bleiben.
Von der Talstation in Bad Ragaz geht es mit der Gondelbahn nach Pardiel und weiter mit dem Sessellift zum höchsten Punkt auf 2’200 m.ü.M. Geniessen Sie dort den Panoramaweg zwischen Laufböden und der Pizolhütte. Der Rundweg bietet Einblicke ins UNESCO Welterbe Sardona und einen einmaligen Blick über das Rheintal bis zum Bodensee. Mit gutem Schuhwerk und Wanderstöcken ist der 3,5 km lange Weg ein Genuss. Ein reichhaltiges kulinarisches Angebot bieten das Laufbodenstübli wie auch die Pizolhütte. www.pizol.com
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Gut & gesund Ein Fitmacher für das Immunsystem Brigitte Corrodi, Ernährungsberaterin der Rheinburg-Klinik Walzenhausen verrät, wie man das Immunsystem fit hält: Wer in der kalten Jahreszeit niest, hustet oder sich schneuzt, hört oft den guten Rat: «Du musst Vitamin C zu dir nehmen!» Richtig! Denn unsere Abwehrzellen brauchen Vitamin C als Sprit, um gegen Viren und Bakterien aktiv zu werden. Extrem viel Vitamin C auf relativ kleinem
Raum, das ist das Geheimnis der Sanddornbeere. Sie enthält pro 100g vier bis fünf Mal mehr Vitamin C als eine Zitrone oder Orange. Als Saft, Likör, Sanddorn-Öl oder Tee stärkt sie das Immunsystem und wirkt vorbeugend bei Erkältungskrankheiten. Aber auch in Gelees, Kuchen, Marmelade und Suppe schmeckt die Beere richtig lecker. Erhältlich sind die Produkte der Sandbeere im Reformhaus oder im Bioladen.
27 Freiraum
Sanddorntorte Ein Rezept von Martin Zeller, Küchenchef der Rheinburg-Klinik Teig 300g Butter 300g Zucker (Muscovado – Rohrzucker) 1 Prise Salz 1 Msp. Zitronenschale, gerieben 1 Pkg. Vanillezucker 3 Eier ½ TL Zimtpulver 1Msp. Nelkenpulver 1 EL Stroh-Rum 400g Mehl 300g Baumnüsse geröstet und gerieben 1 Pkg. Backpulver
Zubereitung Die weiche Butter mit Zucker, Salz, Zitronenschale und Vanillezucker verrühren. Die Eier nach und nach unterrühren und die Geschmacksträger (Zimt, Nelkenpulver) dazugeben. Mehl, Baumnüsse und Backpulver untermengen. ½ Stunde ruhen lassen. Das Backrohr auf 180° vorheizen. Eine Tortenform oder eine Springform mit Butter ausstreichen und mit Mehl bestreuen. Zwei Drittel des Teiges in die Form drücken, mit einer Teigkarte glattstreichen, mit Sanddornkonfitüre dick bestreichen, dabei am Rand einen fingerbreiten Streifen frei lassen. Den restlichen Teig in einen Spritzsack füllen (glatte Tülle Nr. 5), über die Torte gitterartig verteilen und als Rand in die Form spritzen. Mit dem Ei bestreichen. Im vorgeheizten Backrohr backen, erkalten lassen, aus der Form lösen und mit Puderzucker bestreuen.
Füllung 500g Sanddornkonfitüre (falls zu wenig süss, mit flüssigem Waldhonig abschmecken) Butter zum Ausstreichen der Form, Mehl zum Bestäuben der Form, 1 Ei zum Bestreichen, Puderzucker zum Bestreuen
Backtemperatur: 180 Grad Backzeit: 60 Minuten
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Aus den Fabeln des Abu Simbel – Die beiden Gärtner
28 Freiraum
Eine besinnliche Geschichte
Die Sterne funkelten über der Wüste, die Reisenden der Karawanen sassen noch einmal beisammen, um nach der gleissenden Hitze des Tages die Kühle der Nacht zu geniessen. Auch an diesem Abend unterhielten sie sich mit Geschichten und erzählten einander vom Laufe der Dinge in fremden Ländern. Heute war die Reihe an Ibn Hakim, dem Staatsschreiber aus El Iberal, der also begann: «Meine Heimat ist eines der schönsten, der gesündesten und reichsten Länder der Welt; doch ist das Leben bei uns schwer, ja gar unerträglich. Verbrecher sind überall, aber auch einfache Bürger sind wenig vertrauenswürdig und wer im Basar einkauft, wird betrogen. Das Übel wächst und wächst, obwohl unser Herrscher Tag und Nacht danach betrachtet, das Böse auszumerzen. Er unterhält die grösste Polizeimacht aller Länder und er gibt ihr mehr Mittel als irgendeinem anderen Teil seiner Staatsverwaltung. Tagaus, tagein empfängt er Berichte von seinen Spitzeln. Seine Richter sind streng und unbarmherzig gegen die Angeklagten. Er unterhält die grössten Gefängnisse der Welt und sie sind übervoll. Es stehen mehr Galgen an unseren Strassen als anderswo und wahrlich die Raben werden nicht hungrig. Allein, man möchte glauben, dass die Bösen, je mehr er sie bekämpft,
desto schneller sich vermehren. Nun hat er mich ausgesandt, andere Länder zu bereisen und zu erfahren, warum es dort besser gelingt, das Böse zu verhüten.» Da hob der weise Abu Simbel seinen Blick und fragte: «Sag an, Staatsschreiber von El Iberal, was tut denn dein Herrscher zur Belohnung der Guten?» Ibn Hakim antwortete: «davon habe ich nie gehört.» Abu Simbel dachte nach und dann begann er zu erzählen: «Es waren einmal zwei Gärtner, Nachbarn, deren Garten Seite an Seite lag. Beide liebten ihren Garten über alles. Doch darüber, was für Ihren Garten gut sei, dachten sie verschieden. Der eine pflegte seinen Garten nach dem Grundsatz: Mein Garten wird am schönsten wenn ich mit allen Mitteln verhindere, dass Unkraut wächst. Infolgedessen suchte er ständig nach Unkraut. Jede Pflanze, bei der auch nur der geringste Zweifel bestand, ob sie Kraut oder Unkraut sein könnte, riss er aus nach dem Motto: reisse lieber ein gutes Kraut zu viel als ein Unkraut zu wenig aus. So arbeitete er fleissig jeden Tag. Die Arbeit nahm kein Ende, denn in jeder Lücke, die er beim Ausreissen schuf, wuchs natürlich kein gutes Kraut mehr nach, sondern Unkraut. Und so wucherte das Unkraut, und er riss aus und riss weiter aus, und da er
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
«Weil er sich auf das gute Kraut konzentrierte, fand er nämlich auch viel gutes Kraut.» «Du hast wohl zugehört, Ibn Hakim», entgegnete Abu Simbel, «aber du hast nicht genau hingehört. Natürlich muss jeder Gärtner einmal Unkraut entfernen; der Unterschied zwischen den beiden Gärtnern besteht nicht darin, dass der eine kein Unkraut ausreisst, sondern vielmehr darin, dass er sich vorwiegend den guten Kräutern widmet. Siehe, auch in meinem Land hat der Herrscher eine wirksame Polizei. Er hat sie auch einem seiner besten Minister übergeben und dieser erfüllt seinen Auftrag gewissenhaft. Mein Herrscher selbst aber beschäftigt sich mit der Förderung der Guten. Er belohnt die Weisen, die an seinem Hof weilen, grosszügig. Er fördert junge Menschen durch den Bau von Schulen und Universitäten, für die er die besten Lehrer aus allen Ländern bestellt. Seine Spitzel haben die Aufgabe, diejenigen, die Gutes tun, zu melden, auf dass sie geehrt werden. Er pflegt die Wissenschaften und die schönen Künste und wer dort Grosses leistet, ist besonderer Auszeichnungen gewiss. Freilich, auch in meinem Land gibt es Verbrecher und Betrüger; aber welche Rolle spielen sie schon? Irgendwo im Abseits ist da und dort einer zu finden aber weit wichtiger, als den letzten davon auch noch der Strafe zuzuführen, ist meinem Herrscher, dass kein Guter der Belohnung
entgehe. Es ist schön, in meinem Land zu leben. Die Weisen, Künstler, die Fähigen aus allen Ländern streben dorthin und die glücklichen Bewohner künden den Ruhm ihres Herrschers.»
«Wer die Guten fördern will, kommt in Situationen, in denen er zugeben muss, dass andere besser sind.» «Wahrlich», sprach Ibn Hakim, «weise bist du, Abu Simbel und weise ist dein Herrscher. Ich werde zurückkehren und berichten.» Darauf erhoben sich die Reisegefährten und schritten zur Ruhe. Hier hätte die Geschichte enden sollen. Allein, es gibt eine Fortsetzung. Viele Jahre später bin ich Abu Simbel wieder begegnet. Ich erinnerte ihn an den Abend und fragte ihn, ob er gehört habe, dass der Herrscher von El Iberal die Lehre aus der Fabel von den beiden Gärtnern beherzigt habe. Er antwortete: «In einem Märchen hätte man weiter erzählt, dass Ibn Hakim zu seinem Herrscher zurückgekehrt sei und ihm berichtet hätte, was er erfahren hatte; und der Herrscher hätte seinen Sinn geändert. Er hätte die Besten seines Landes bestellt, um die Guten zu belohnen und zu ehren. Und in der Tat, die Verbrechen währen zurückgegangen, Vertrauen hätte sich unter den Bürgern ausgebreitet und Wohlstand und Glück wären bei den Bürgern eingekehrt. Allein, so geschieht es nur im Märchen. Die Wirklichkeit ist anders. Als Ibn Hakim zurückkehrte und berichtete, fürchteten die Ratgeber des Herrschers um ihre Positionen als Verfolger der Bösen. Sie verleumdeten den Staatsschreiber, bis ihn der Herrscher verbannte. Ibn Hakim starb verbittert im Ausland. In El Iberal blieb alles beim Alten.» Darauf konnte ich meine Enttäuschung kaum verbergen und sagte: «Es scheint, Abu Simbel, dass es einfacher ist, Leute zu gewinnen, die sich auf die Bekämpfung des Bösen konzentrieren, als solche, die Guten fördern wollen. Warum ist das so schwer zu ändern?» Da meinte Abu Simbel: «Siehe, wer Böse verfolgt, kann sich selbst immer besser fühlen als andere – und das tut gut. Aber wer die Guten fördern will, kommt in Situationen, in denen er zugeben muss, dass andere besser sind – und das fällt schwer. Ein Herrscher, der dem erfolgreichen Gärtner nacheifern will, muss dafür sorgen, dass seine Berater und Minister zu den allerbesten gehören, damit sie niemanden beneiden müssen und ihr Selbstgefühl nicht leidet, wenn andere Grossartiges leisten. Ein Herrscher wird solche Berater aber nur dann dulden können, wenn er selber noch besser ist als sie, denn sonst wäre er Ihnen ja unterlegen. Preis den Völkern, die solche Herrscher finden! Sie entgehen dem Schicksal von El lberal.»
Text: Jürg Kesselring
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
29 Freiraum
auch das gute Kraut ausriss, entstanden immer grössere Lücken und diese wurden immer mehr mit Unkraut gefüllt. Wer je den Gärtner traf, fand ihn schweissgebadet beim Ausreissen. Stets war er griesgrämig und haderte über das Schicksal der Welt, denn er sah nur noch Unkraut, wenn er sich im Garten befand. Und weil er sich so sehr auf das Suchen nach Unkraut konzentrierte, übersah er das wenige gute Kraut, das er noch hatte. So konnte er sich über seinen Garten auch nicht mehr freuen. Wen wundert es, wenn seine Ernte mager war. Ganz anders sein Nachbar: für ihn war das Wichtigste bei seiner Arbeit, das gute Kraut zu fördern. Er beschäftigte sich hauptsächlich damit, dieses zu düngen und zu wässern; und er tat alles, damit es diesem gut ging. Bei ihm wuchs nur wenig Unkraut, denn junge Unkrautkeimlinge kamen im Schatten der grossen gesunden Kräuter kaum auf. Nur dort, wo Gefahr bestand, dass ein Unkraut die guten Kräuter ernsthaft behinderte, entfernte unser Gärtner gelegentlich eine Pflanze. Wer immer diesen Gärtner traf, fand ihn im Liegestuhl, ausgeruht und fröhlich. Dazu hatte er guten Grund: Weil er sich auf das gute Kraut konzentrierte, fand er nämlich auch viel gutes Kraut und hatte somit stets Anlass zur Freude. Unnötig zu sagen, dass seine Ernte reichlich war. Unnötig auch zu sagen, dass sein Nachbar, der Unkrautgärtner, nie begriff, warum dem Faulpelz alles so gut gelang, während er, der doch so unglaublich fleissig war, kaum eine Ernte eingebracht.» Als Abu Simbel also geendet hatte, ging ein Raunen durch die Gruppe der Reisegefährten als Zeichen des Beifalls. «Deine Fabel habe ich wohl verstanden», meinte Ibn Hakim, «aber glaubst du wirklich, dass ein Gärtner auf das Jäten des Unkraut verzichten darf? Glaubst du wirklich, dass ein Herrscher nicht die Pflicht hat, die Bösen aufzuspüren, sie zu verfolgen und zu bestrafen? Würden nicht die Unkräuter den Garten, die Bösen den Start überdecken und schliesslich vernichten?»
Rate mal Voilà-Rätsel Viel Spass beim Knobeln!
Auf Shoppingtour Hanna ist auf Shoppingtour und kauft in einem Geschäft ein rotes Kleid und dazu ein paar passende Stiefel. Die Stiefel kosten CHF 65.00 mehr als das Kleid. An der Kasse bezahlt Hanna CHF 200.00. Was kosten die Stiefel und was kostet das Kleid einzeln?
Gewinnen Sie ein Pocket-Quiz Gehirnjogging!
30 Finale
Antwort Schicken Sie die Lösungen per Mail an: voilà@kliniken-valens.ch oder per Post an: Rehabilitationszentrum Valens, VOILÀ Magazin, Taminaplatz 1, 7317 Valens
Früchte für Hungrige Vor einer Kirche wird jeden Morgen ein Korb mit Früchten aufgestellt. Aus diesem dürfen hungrige Menschen für sich und ihre Familie Früchte herausnehmen. Damit aber der Korb nicht schon vom ersten Besucher komplett geleert wird, darf jeder nur ein Drittel mitnehmen. An diesem Tag waren zwei Frauen und ein Mann gekommen und jeder von ihnen hatte 1/3 der Früchte mitgenommen. Als der Pfarrer am Abend den Korb wieder reinholte, waren noch acht Früchte im Korb. Wie viele Früchte waren es am Morgen? Antwort
Wettlauf Zwei Läufer treffen sich zu einem besonderen Wettlauf. Der erste Läufer rennt um 08.00 Uhr mit einer Geschwindigkeit von 6 km/h los. Der zweite Läufer, der vier Stunden später losläuft, ist mit einer Geschwindigkeit von 9 km/h unterwegs. Wann holt der zweite Läufer den ersten ein? Antwort
Einsendeschluss: 31. März 2018
Herzliche Gratulation! Auflösung Rätsel Voilà-Ausgabe No 01/2017 Die Auflösung des Rätsels «Wie viele Piktogramme der Taminabrücke waren im Magazin versteckt?»: Es waren fünf Piktogramme versteckt. Eine kuschelige Fleecedecke gewinnen: – Bernhard Bickel, Wollerau – Erika Gamma, Mollis – Kurt Vogel, Zürich
Rehabilitationszentrum Valens CH-7317 Valens T +41 (0)81 303 11 11 www.kliniken-valens.ch
Rehabilitationszentrum Walenstadtberg CH-8881 Walenstadt T +41 (0)81 736 21 11 www.kliniken-valens.ch
Rheinburg-Klinik Walzenhausen CH-9428 Walzenhausen T +41 (0)71 886 11 11 www.kliniken-valens.ch
IMPRESSUM Herausgeber Kliniken Valens Redaktionsleitung Michaela Sonderegger, Eveline Scheidegger Text Karin Grabher, Christiane Mähr, Eveline Scheidegger, Michaela Sonderegger, Roger Tinner, Pascal Vögeli Titelbild Steffi Blochwitz, nordlichtphoto.com Bilder Eveline Scheidegger, Michaela Sonderegger, Steffi Blochwitz, Daniel Ammann Fotografie, Kliniken Valens, Bernhard Sutter, Pizolbahnen AG, shutterstock Email voila@kliniken-valens.ch Konzept und Gestaltung alea iacta ag, St.Gallen Druck B&O Druck, Bad Ragaz Auflage 4’000 Ex. / 2x jährlich
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
Imposante Zahlen zum Thermalbad in Valens
Agenda
140’000 l Wasser
15. Dezember 2017 Dialogveranstaltungen für Mitarbeitende Valens, Walenstadtberg und Walzenhausen im Dialog
rund 15’000 Badegäste pro Jahr
15. Dezember 2017 Jahresendapéro für Mitarbeitende Valens 21. Dezember 2017 Jahresendapéro für Mitarbeitende Walzenhausen
9. Januar 2018 Neujahrsapéro für Mitarbeitende Walenstadtberg 24. – 25. Januar 2018 Fachsymposium Gesundheit in den OLMA Messen St.Gallen Verstehen und Verstanden werden Kommunikation – Zentrale Kompetenz von Medizin und Pflege
50 Stk. Ausgabe frischer Handtücher an Badegäste/Tag
6x täglich wird das gesamte Thermalwasser im Becken umgewälzt, dh. neu aufbereitet
30 l frisches Thermalwasser werden pro Badegast zugeführt
17. Februar 2018 Gesundheit heute «Arbeitsplatzreintegration» Eine Sendung mit den Kliniken Valens SRF1, 18.10 Uhr
3. März 2018 Skitag für die Mitarbeitenden aller Klinikstandorte 17. – 25. März 2018 HIGA – Südostschweizer Frühlingsmesse, Chur
Das Team des Thermalbads in Valens freut sich auf Ihren Besuch.
V O I L À W I N T E R 2 0 17 / 18
31 Finale
Fassungsvermögen Becken
Mobilitätspartner der Kliniken Valens
Exklusiv bei Auto Walser erhalten Mitarbeitende der Kliniken Valens auf alle Suzuki Modelle 6% Sonderrabatt auf den Nettopreis sowie 13% Sonderrabatt auf sämtliche BMW Modelle. Berechnungsbeispiel Suzuki S-Cross
Berechnungsbeispiel BMW X1
Suzuki S-Cross, 4x4, Compact+ Boosterjet • ab CHF 25‘990.00 Netto • für Mitarbeitende ab CHF 24‘450.00 Netto
BMW X1, 4x4, xDrive 18d • ab CHF 44‘290.00 Netto • für Mitarbeitende ab CHF 36‘600.00 Netto
Leasing Variante • 48 Monate Laufzeit, ohne Anzahlung • 10‘000 km pro Jahr • CHF 391.00 pro Monat
Leasing Variante • 48 Monate Laufzeit, ohne Anzahlung • 10‘000 km pro Jahr • CHF 445.00 pro Monat
Beim Kauf eines Neuwagens erhalten Mitarbeitende einen Gutschein im Wert von CHF 500.Einlösbar z.B. für Winterräder, Zubehör, Kraftstoff, usw. bei Auto Walser. Mitarbeitende, die während 36 Monaten ein dezentes Kliniklogo am neuen Fahrzeug anbringen lassen, erhalten von den Kliniken Valens einen weiteren Wertgutschein von CHF 500.- für Auto Walser.
Auto Walser AG | Bahnhofstrasse 56 | 7323 Wangs | autowalser.ch | info@autowalser.ch