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2013 Das Jahr in Kleinwachau.

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2013

Das Jahr in Kleinwachau.

erlebt. gesehen. erz채hlt.

Barrierefreiheit Aktionstag macht Mut zur Selbsterfahrung.

Lampenfieber Sch체ler tanzen f체r die Umwelt.

Bauarbeiten In Kleinwachau kommt einiges ins Rollen.

Mein Foto des Jahres Besondere Augenblicke.

2014: Wir feiern 125 Jahre 1


inhalt

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Mein Foto des Jahres Besondere Augenblicke 4, 16, 26, 34, 40 Barrierefreiheit Aktionstag macht Mut zur Selbsterfahrung 6 Baustelle Kleinwachau Neue Konzepte für alte Häuser 9 Freiwilligendienste Eine Zeit, die reich macht 12 Schuljubiläum 20 Jahre staatliche Anerkennung 18

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Lampenfieber Schüler tanzen für die Umwelt 20 Erweiterung Fachkrankenhaus will Angebot ausbauen 28 Porträt Schauspieler Philipp Otto 30 Erfahrungsexport Epilepsieberatung in Litauen 31 Einweihung Neues Leben in der Schloßstraße 36

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Sitzgelegenheit Über die Entstehung eines Möbelstücks 42

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Foto: Robert Schultze

Ein starkes Team Von der Werkstatt auf den allgemeinen Arbeitsmarkt 47 Volltreffer Ralf Minge trainiert Kleinwachauer Fußballer 48

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Impressum 55


Liebe Leserinnen, liebe Leser, „Wer hat denn diese Jahreslosung ausgesucht? Da denkt man ja das ganze Jahr an Totensonntag.“ So hörte ich es im Januar von einer Mitarbeiterin. Sie hat damit fast Recht. „Wir haben hier keine bleibende Stadt“ – das erinnert uns daran, dass unser Leben begrenzt ist. Zweimal haben wir Trauergottesdienst in unserer Kirche gehalten. Von zwei Bewohnern haben wir endgültigen, bitteren Abschied genommen. „Wir haben hier keine bleibende Stadt“ – das erinnert daran, dass die Dinge nicht bleiben, wie sie sind. Vieles im Leben verändert sich. Zum Beispiel sind langjährige Mitarbeiter gegangen. Etliche Kleinwachauer sind in Außenwohngruppen gezogen. Im Talhaus wohnt gar keiner mehr. Die „Alte Tischlerei“ wird von der Förder- und Betreuungsstätte genutzt. Das Brunnenhaus hat einen Fahrstuhl. Manche Veränderung macht uns traurig, andere sind schön und lassen uns strahlen. Manche Veränderung macht uns unsicher. Die Jahreslosung geht aber weiter: „… die zukünftige Stadt suchen wir.“ Unser Leben treibt also nicht ziellos dahin. Wir haben ein Ziel: in der zukünftigen Stadt bei Gott zu Hause zu sein. Vollkommen werden wir erst in Gottes Stadt sein, wenn wir gestorben sind oder wenn Christus wiederkommt. Aber als Christen leben wir schon hier in der Gegenwart Gottes. Wir sind noch nicht in Gottes Stadt angekommen, aber einen Vorort haben wir schon erreicht. Wir treffen uns in guten und in schweren Zeiten in der Kirche und leben unseren Alltag unter Gottes liebevollen Augen. Wir müssen nicht allein bleiben, wenn wir Angst haben. Gott schenkt uns Menschen, die unsere Trauer mit uns tragen. Wir teilen unsere Freude miteinander.

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Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Hebräer 13,14

Mich erinnert die Jahreslosung nicht an den Totensonntag, sondern an den Ewigkeitssonntag. Ja, wir haben in diesem Jahr in Kleinwachau dunkle Stunden und Tage erlebt. Aber wir haben auch den Glanz von Gottes Ewigkeit gesehen. Er hat uns fröhliche, helle Zeiten beschert. Beeindruckende Geschichten haben wir erlebt. Auf den folgenden Seiten laden wir Sie ein, sich mit uns darüber zu freuen. So möge Gott auch weiterhin Seine Hand über Kleinwachau halten und schenken, dass es für viele ein fröhlicher Vorort des Himmels ist. Ihre Pfarrerin Elisabeth Roth

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„Das Foto zeigt mir ganz klar: Der beste Weg, Barrieren abzubauen ist, sie selbst zu erfahren.�


neue Wege finden W

arum sitzt der junge Mann auf dem linken Foto eigentlich im Rollstuhl? Er wirkt doch kerngesund! Das ist er auch. Er ist Ingenieur für Landschaftsarchitektur und hat im Juli beim Aktionstag Barrierefreiheit in Kleinwachau die Chance genutzt, Barrieren selbst zu testen. Das Foto wurde zu „Meinem Foto des Jahres”, weil es zeigt, wie wichtig es ist, Barrieren selbst zu erfahren. Auch ich schlüpfte an diesem Tag in einen Altersanzug. Belastende Gewichte erschwerten das Laufen, eine Spezialbrille schränkte meine Sehkraft ein. Dass wir in Kleinwachau in puncto Barrierefreiheit noch viel zu tun haben, das habe ich schon vorher gewusst. Wie schwer das Laufen wurde, wie langsam ich war, das war mir erschreckend neu. Im Zeitalter der Inklusion ist der Abbau von Barrieren in aller Munde. In unserer Einrichtung arbeiten wir seit vielen Jahren verstärkt daran. Nicht zuletzt aufgrund des hohen Alters einer ganzen Reihe von Bewohnerinnen und Bewohnern bleibt uns das ein großes Anliegen. Auch ziehen immer mehr Menschen mit schweren und schwersten Behinderungen in unsere Einrichtung. Daher werden wir in Kleinwachau das Wegenetz verändern müssen, Barrieren weiter abbauen. Studenten aus Dresden, u. a. auch der junge Mann vom Foto, zeigten uns im Juli mit wirklich tollen Ideen, wie das gehen könnte. Für

diese Hilfe sind wir sehr dankbar. Obwohl es noch eine Menge zu tun gibt, sind wir schon auf einem guten Weg. Das Brunnenhaus, das Verwaltungsgebäude unserer Einrichtung, wird gerade barrierefrei. Vor allem Dank der Inbetriebnahme des neuen Aufzuges. So können nun auch Rollstuhlfahrer einfach per Knopfdruck zu den Büros der Verwaltung gelangen. Im Talhaus, wo nach Auszug der Bewohner jetzt umfangreiche Bauarbeiten für die neue Seniorenstätte und die Physiotherapie laufen, werden bestehende bauliche Barrieren abgebaut. Barrierefreiheit zeigt sich aber auch in unserer Integrationsfirma Paso doble. Hier arbeiten mittlerweile 15 Beschäftigte in normalen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnissen. Ungefähr die Hälfte von ihnen ist in irgendeiner Weise schwerbehindert. Es macht mich froh, dass wir neben den Kleinwachauer Werkstätten hier ein weiteres Angebot etablieren konnten, und es ist für mich ein erster Schritt, auch die Barrieren in den Köpfen der Menschen abzubauen.

viel zu tun, um möglichst bald mit möglichst wenigen Barrieren konfrontiert zu werden. Weniger Barrieren, die das Zusammenleben von Menschen behindern. Und - Sie werden es schon erwartet haben: Wir sind wieder einmal auf Ihre Unterstützung angewiesen. Ganz sicher, der Abbau von Barrieren kostet Geld. Für Ihre Spenden sind wir sehr dankbar. Wir brauchen Ihre ehrenamtliche Mitarbeit z. B. in der Begleitung von Freizeitaktivitäten unserer Bewohnerinnen und Bewohner. Wir brauchen aber auch Ihre ideelle Unterstützung bei Politik, Behörden und Institutionen. Viele Genehmigungen und Fördermittel sind für unsere Aufgaben notwendig. Martin Wallmann Geschäftsführer

Auf dem Weg zur inklusiven Schule in Kleinwachau versperren uns noch viele Barrieren den Weg. Wir sind aber eifrig auf der Suche nach Lösungen. Sie werden es gemerkt haben, wir haben in Kleinwachau noch

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Aktionstag „Barrierefreiheit“. Studenten finden innovative Konzepte zum Abbau von Barrieren.

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in LEBEN OHNE HINDERNISSE - das ist unsere Vision. Und dieser VISION sind wir ein kleines Stück näher gekommen. Von April bis Juli befassten sich in einem einzigartigen Semesterprojekt 13 Studenten vom Institut für Landschaftsarchitektur der TU Dresden damit, Konzepte zur Beseitigung von Barrieren auf dem Gelände des Epilepsiezentrums zu finden. Innovative Ansätze ohne Budgetgrenzen waren dabei gefragt. Denn auf dem rund 20 Hektar großen Areal sind einige Wege zwischen den Häusern aufgrund der topografischen Lage nicht einfach zu bewältigen. Gerade die älteren Patienten und Bewohner sehen sich täglich auf dem Weg zur Seniorenstätte, zur Physiotherapie oder zur Kirche diesen Hürden ausgesetzt. Durch einen Problemlösebogen verschafften sich die Senioren Gehör und stießen auf studentische Unterstützung. Der Tag der Projektpräsentation wurde zu einem großen Aktionstag rund um das Thema Barrierefreiheit. In einem Begleitprogramm konnten die Mitarbeiter und Besucher testen, wie sich Barrieren wirklich anfühlen. Rollstühle, Rollatoren und ein Altersanzug sorgten für die nötige Realität. Auch die Studenten nutzten den Selbsterfahrungsparcours. „Das war einfach toll. Wir sagen immer 7% Steigung ist doch gar nicht viel, aber

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wenn man erstmal selbst in einem Rollstuhl sitzt, dann sehen 7% ganz anders aus“, sagte Diana Wenzel. Gemeinsam mit ihrer Kommilitonin Maria Wagner befasste sie sich ausführlich mit Kleinwachaus Wegen. „Nach unserem Einführungstreffen sind wir am Wochenende gleich nochmal nach Kleinwachau gefahren. Und wir haben erkannt, dass der kleine Wald neben dem Gartenhaus eine Menge Potenzial bietet“, fügt sie an. Die beiden Studentinnen im 8. Semester sprachen in ihrer Präsentation über ein Personenförderband in Endlostechnologie, mit dem man Steigungen bis zu 25% überwinden kann. „Mit einer besonders rutschfesten Bandoberfläche ist es vor allem für Rollstuhlfahrer geeignet und wird zum Beispiel in Skigebieten eingesetzt“, sagte Diana Wenzel und blickte dabei stolz ins Publikum. Außerdem schlugen sie vor, in den Wald neben dem Gartenhaus Wege zu führen, die aufgrund der geringen Steigung barrierefrei sind. Möglich wird das durch Stützwände aus CORTEN-Stahl. Deren auffällig rostige Farbe hat eine raumgreifende Wirkung und kann so als Leitelement die Orientierung verbessern - neben einer Stützwand also zugleich Wegweiser sein. Die beiden Studentinnen nannten sie „Sinneswege“ und planten dabei auch Farne, Waldmeister und Goldnessel mit ein, typische Pflanzen für die Region. Bei der Materialauswahl des gesamten Wegenetzes beschränkten sie sich auf vier Materialien. So soll der Lieferverkehr auf Asphalt rollen, die Fahrbahn zur Geschwindigkeitsreduzierung an beiden Rändern mit Pflaster optisch eingeengt werden. Eine Erleichterung für die Fortbewegung von Fußgängern und Rollstuhlfahrern sollen Betonsteinplatten und Holzdielen erreichen. Dieses Konzept klang so gut, dass Diana Wenzel und Maria Wagner dann auch den Publikumspreis des Epilepsiezentrums ernteten. „Wir haben vorher noch nie mit behinderten Menschen gearbeitet“, sagte Maria Wagner und fuhr fort: „Der menschliche Aspekt, die Herzlichkeit der Leute hier in Kleinwachau, ist einfach toll.“

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„So etwas sollte jeder, der mit alten Menschen arbeitet, einmal ausprobieren.”

nachgefragt alt sein auf probe

Die Hand umklammert fest den stützenden Rollator, die Füße schlürfen schwerfällig über den Asphalt. Ein junger Pfleger steht zur Seite, er hilft Elisabeth Möller auf dem schwierigen Anstieg. Sie sieht hochkonzentriert aus, womöglich um ein Stolpern zu verhindern. Doch die Frau, die in gebeugter Haltung so dahinschlürft, kennt sonst nur forschen Schritt. Was sie heute ausbremst ist ein Altersanzug, in den die Seniorenbetreuerin des Sächsischen Epilepsiezentrums geschlüpft ist. Eine schwere Weste, zusätzliche Gewichte an Händen und Füßen, eine Halskrause, Gehörschutz und eine Brille wirken auf die Frau einschränkend.

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Frau Möller, wie fühlen Sie sich? „Der erste Eindruck ist niederdrückend. Das Gewicht zieht mich fast in die Kniebeuge. Da beugt sich ehrlich gesagt auch mein Selbstwertgefühl.” Aber so schlecht kann das Gefühl doch nicht sein. Sie haben ja einen jungen Helfer an der Hand! „Das ist aber auch wichtig, jemanden zur Seite zu haben, der einen unterstützt. Selber fühle ich mich mit dem Ding gar nicht so sicher. Alles um mich herum ist so schnell und rauscht förmlich an mir vorbei. Ich muss mich hier richtig konzentrieren.” Auf was denn zum Beispiel? „Na das fängt schon beim Loslaufen an. Da muss ich die Füße richtig heben, sonst schlürf ich vor mich hin und irgendwann kann man da ja auch stolpern.”

Was ist denn sonst noch anders als im „wahren” Leben? „Wenn mich jemand anspricht, muss ich erst mal stehen bleiben und mich dann in die richtige Richtung drehen, damit ich auch etwas verstehe. Mit dem Hörschutz klingt ja alles viel dumpfer, da schrei ich bestimmt ein wenig.” Ist es nicht etwas dunkel mit der riesigen Sonnenbrille? „Das ist keine Sonnenbrille. Die Brille soll einen Tunnelblick darstellen, also gucke ich quasi durchs Schlüsselloch.“ Und das Fazit? „Mit dem Anzug ist es richtig kräftezehrend. Da braucht man vor allem Motivation zum Laufen! So etwas sollte jeder, der mit alten Menschen arbeitet, einmal ausprobieren.”


bauarbeiten neue Konzepte für alte Häuser

1.

brunnenhaus

Im Brunnenhaus, dem Verwaltungsgebäude Kleinwachaus, gab es im Jahr 2013 zahlreiche Umzüge. Es wurde Platz geschaffen für den Einbau eines Aufzuges. Dieser gibt nun vor allem Rollstuhlfahrern und älteren Menschen die Möglichkeit, einfach per Knopfdruck in die jeweilige Etage zu gelangen. Also ein barrierefreier Zugang zu so wichtigen Anlaufstellen wie dem Sozialdienst, dem Wohnbereichsleiter, der Pfarrerin, der Küche, der Mitarbeitervertretung und natürlich dem Geschäftsführer. Bis Ende 2013 gehen die Arbeiten weiter. So wird im Erdgeschoss die gesamte WC-Anlage neu gestaltet. Hier entsteht auch eine Toilette für Rollstuhlfahrer. Darüber hinaus soll der Empfangsbereich mehr Offenheit erfahren. Besonders die Flure sind schon jetzt offener geworden. Die schweren Schwingtüren mitten in den Gängen wurden gegen moderne, gläserne Brandschutztüren am Treppenhaus ausgetauscht. Das schafft helle Gänge, die barrierefrei überwindbar sind. Die Bauarbeiten machen auch nicht im Dachgeschoss des Hauses halt. Hier werden die Gästewohnungen komplett saniert. Auch brandschutztechnisch ist das gesamte Haus auf den neuesten Stand gebracht worden. Während der Ausschachtungsarbeiten für den Fahrstuhlschacht stießen die Arbeiter übrigens auf eine historische Kostbarkeit: Sie fanden einen fast 100 Jahre alten, sehr gut erhaltenen Strohhut.

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2.

Küche

Wichtig für Kleinwachau ist und bleibt, dass hier noch wirklich selbst gekocht wird. Die Küche ist nicht an Drittanbieter ausgelagert und das Küchenpersonal wird demzufolge nach Tarif bezahlt. Bereits 1992 gab es im Bereich der Küche umfassende Renovierungsarbeiten. Zu diesem Zeitpunkt war sie aber nur für 250 Portionen am Tag konzipiert. In den letzten Jahren haben sich vor allem die Mittagsportionen auf 500 Einheiten verdoppelt. Die jetzigen Renovierungsarbeiten sind also eine Antwort auf den gestiegenen Anspruch an Logistik und Hygienemaßnahmen. Die neue Küche wird vor allem im Bereich der Essensausgabe deutlich moderner werden. Vertäfelung, Tablettstrecke und Lichtdesign werden auf die Gäste einladend wirken. Darüber hinaus werden neue Tische für vielfältige Stellmöglichkeiten sorgen. Doch auch da, wo wirklich handfest gekocht und

3.

Talhaus

Am 30. Juli fand die Abschiedsfeier „110 Jahre Wohnen im Talhaus” mit derzeitigen und ehemaligen Bewohnern und Mitarbeitern statt. Der Hintergrund dieser Veranstaltung war aber kein trauriger. Vielmehr blickten wir mit Fotos und alten Filmaufnahmen auf die Geschichte des Hauses zurück. Am 31. Juli wurde das Talhaus dann leer gezogen und als Wohnheim geschlossen.

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gebacken wird, gibt es Verbesserungen. Der produzierende Teil der Küche erhält einen komplett neuen Raum für die Abwascharbeiten. Somit vergrößert sich auch die Produktionsfläche der Köche.

Ab Juli 2014 soll es einer vielfältigen neuen Nutzung dienen. Im Kellergeschoss entstehen Praxisräume für einen Allgemeinarzt, der vorwiegend die Versorgung auf den Wohnbereichen übernehmen soll. Zugleich wird er auch den Bewohnern Liegau-Augustusbads zur Verfügung stehen. In das Erdgeschoss des Talhauses zieht die Verwaltungsleitung des Wohnbereiches ein. Auf den restlichen 230 m2 bekommt die Physiotherapie des Epilepsiezentrums neue Räume. Mit sechs Behandlungs- und zwei großen Gymnastikräumen verdoppelt sich die Nutzungsfläche im Vergleich zur bisherigen Fläche im Krankenhaus. Das gesamte Obergeschoss des Talhauses wird dann der Kleinwachauer Seniorenbetreuung gehören. Neben verschiedenen Gruppenräumen und einem Gemeinschaftsraum wird es auch eine Kreativ- und Bastelwerkstatt geben.


geplante Fertigstellung: 30. Juni 2014

Obergeschoss

» Senioren-Begegnungsstätte mit Gemeinschaftsräumen, Kreativraum

erdgeschoss

» Physiotherapie (Behandlungsräume, 2 große Gymnastikräume) » Verwaltung Bereich Wohnen

kellergeschoss

» 3 Praxisräume Allgemeinarzt » Wirtschaftsräume

Die Bauarbeiten sind jedoch recht kompliziert. Der Einbau eines Aufzuges ist mit der Erweiterung der Kellerräume verbunden. Dazu müssen die Außenmauern verstärkt werden. Da die Wände aus Naturstein sind, fordert dies eine aufwendige Trockenlegung. Daneben werden alle Elektro- und Sanitäranlagen komplett erneuert und das Treppenhaus neu gestaltet.

4.

Seniorengarten

Im Zuge des Semesterprojektes der Landschaftsarchitekturstudenten hat sich auch eine Gruppe mit der Gestaltung eines Seniorengartens beschäftigt. Dieser soll zwischen Scheune, alter Tischlerei und dem Talhaus entstehen. Das Gelände der alten Kiesgrube hinter der Scheune soll vor allem für Gartenbebauung genutzt werden. Zwischen dem Waldhaus und der Scheune wird Erdreich abgetragen und eine Mauer gebaut, so dass ein weiterer Weg an der Scheune vorbei führen kann.

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immer auf der suche nach freiwilligen helfern.

Eine zeit, die reich macht Karsten Bilz organisiert den Freiwilligendienst in Kleinwachau. Jeder, der sich für ein FSJ, ein Schülerpraktikum oder den Einsatz als „Bufdi” interessiert, ist bei ihm goldrichtig.

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Menschen unterstützen, sie in ihrem Alltag begleiten – das sind die Hauptaufgaben von freiwilligen Helfern in Kleinwachau. Der Koordinator für Freiwilligendienste hat diese Aufgabe von Volkmar Barthel, dem ehemaligen Wohnbereichsleiter, übernommen. Und so ist Karsten Bilz bestrebt, die Freiwilligenstellen auch weiter zu füllen. Er kennt sich aus mit allen fachlichen Abkürzungen: ob ICE (Initiative Christen für Europa), FSJ (Freiwilliges Soziales Jahr) oder BFD (Bundesfreiwilligendienst). Egal, um welche Abkürzung es sich auch handeln mag, hinter jeder steckt ein Mensch. „Und diese Menschen sind jeder für sich unterschiedliche Persönlichkeiten, die oftmals auf der Suche sind“, sagt Herr Bilz. Auf dieser Suche hilft er ihnen zumindest den bürokratischen Alltag zu erleichtern. Bei den ICE-Freiwilligen bedeutet das zum Beispiel: ein Konto auf der Bank einrichten, bei Behördengängen dolmetschen und auch mal Fahrräder organisieren, damit die oft jungen Leute zum Bahnhof nach Radeberg gelangen können. „Es ist eine Zeit, die reich macht“, lächelt Herr Bilz und fügt einer bewusst gesetzten Pause an: „Reich an Erfahrungen.“ Lebenserfahrung, Sprachkenntnisse, Akzeptanz und Toleranz – all das bietet freiwilliges Engagement.


freiwillig dabei ein freiwilliges soziales jahr bringt orientierung Geduldig macht es Gudula Vogler vor: sie spannt drei Wollfäden in einen Schraubstock und flechtet sie alle ineinander. Dabei wird sie mit großen Augen von Sandra K. beobachtet. Frau K. ist nicht etwa die Vorgesetzte von Gudula Vogler, sondern ein junges Mädchen, das im Berufsbildungsbereich der Kleinwachauer Werkstätten neue Fertigkeiten erlernt. „So Sandra, jetzt flechten Sie weiter. Richtig straff, ja?“, sagt die 19-jährige Gudula ihrer nicht viel jüngeren Anvertrauten. 24 kleine Säckchen haben die beiden in den letzten Tagen schon zusammengenäht. Auf einer Leiter aus Stöcken und Tannenzweigen sollen sie dann einen Adventskalender bilden. Die Wollfäden werden dafür sorgen, dass der Inhalt verschlossen bleibt. Das ist nur eine von vielen Arbeiten, die Gudula Vogler in ihrem Freiwilligen Sozialen Jahr (FSJ) verwirklicht. Seit September ist sie in Kleinwachau, obwohl dieser Schritt bei ihr anfangs nur in die Kategorie „Plan B“ fällt. „Meine Eltern brachten mich darauf, mal über ein FSJ nachzudenken, falls es mit dem Studium nicht klappt“, sagt sie. Mit dem Studium hätte es zwar geklappt, doch Gudula Vogler entscheidet sich bewusst für das FSJ in Kleinwachau. „Ich hatte früher nie etwas mit behinderten Menschen zu tun und ehrlich gesagt hätte ich auch eher einen großen Bogen um sie gemacht“, räumt die junge Frau ehrlich ein. Jetzt geht sie jeden Tag voller Wertschätzung auf genau diese Menschen zu. Ihre anfängliche Zurückhaltung hat sie abgelegt, den Wunsch vom Studium nicht. Sie selbst kann ein FSJ nur weiterempfehlen: „Es gibt einem einfach Zeit zum Durchatmen und zur Orientierung. Man kann in dieser Zeit vor allem auch testen, ob einem die Richtung überhaupt liegt.“ Gudula Vogler scheint die Richtung zu liegen. Denn Sandra K. hat in der Zwischenzeit den Wollfaden fertiggeflochten. Ganz ohne weitere Hilfe.

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Nebo

lucia

chicho

initiative christen für europa Er ist 23 Jahre, kommt aus Serbien und sein Vorname „Nebojša” bedeutet „der Unerschrockene”. Durch die harten Lebensumstände in der Heimat musste er das Veterinärmedizinstudium abbrechen. Angekommen in der Sackgasse des Lebens nennt Nebo es selbst Gottes Fügung, dass er auf das Freiwilligenprogramm der Initiative Christen für Europa stößt. Nach charitativen Einsätzen in Bulgarien und der Slowakei führt es ihn nach Kleinwachau. Er hat für sein Leben wieder einen Sinn gefunden - und eine tolle Freundschaft obendrein. Die Ordnung in Deutschland gefällt ihm sehr, obgleich er die doch ruhigere Gangart seiner Landsleute vermisst. Stufe für Stufe will er sein Leben weitergehen und sieht Kleinwachau als ein kleines Stück im großen Lebenspuzzle.

Gleich am ersten Tag in Kleinwachau musste Lucia einen Grand mal Anfall erleben. „Das war für mich wirklich eine Katastrophe”, sagt die 24-jährige Ungarin. Doch jetzt, ein gutes halbes Jahr später, findet sie „ihre” Kinder- und Jugendgruppe im Wiesenhaus 1 „den besten Platz, den ich treffen konnte.” Sie scheint ihre Gruppe wirklich lieb gewonnen zu haben. Und so wird der Abschied gewiss auch ein wenig wehmütig werden. Denn Lucia geht nach ihrer Zeit in Kleinwachau zurück nach Budapest. Dort studiert sie Medizin und möchte im nächsten Jahr ihre Bachelorarbeit schreiben. Beeindruckt an Deutschland hat sie vor allem, dass die Bevölkerung sehr offen mit behinderten Menschen umgeht. „Da besteht in Ungarn noch eine Menge Nachholbedarf", fügt sie vehement an.

10 Jahre Theaterschule, abgeschlossenes Soziologie-Studium und ein weiteres freiwilliges Jahr in London im Visier - Narciso hat einen Plan. Auch Kleinwachau scheint Teil dessen zu sein. „Hier kann ich sehr gut helfen und endlich mal die Praxis kennenlernen“, sagt der 22-jährige Spanier. In seinem Studium habe er nur theoretische Kenntnisse vermittelt bekommen, die Praxis in Kleinwachau scheint ihn zu motivieren. Zum ersten Mal in seinem Leben hat er hier einen epileptischen Anfall hautnah erleben müssen. „Das war anfangs ein großer Schock, aber jetzt weiß ich damit umzugehen, egal in welchem Land ich gerade bin.“ An Deutschland jedenfalls liebt er die tolle Organisation, nur die Tomaten schmecken ihm hier nicht und Siesta gibt es leider auch keine.

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„Das Foto strahlt eine der Stärken unserer Schule aus: gegenseitig helfen, einander bedenken und füreinander sorgen.”


Ein paukenschlag voll gegenseitiger Hilfe

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as Jahr 2013 begann für uns mit einem Paukenschlag:

20 Jahre Schule Kleinwachau! „Mein Foto des Jahres” zeigt zwei Geburtstagsschüler. Beide sind mit unserem Schulshirt bekleidet. Paul, ein Jugendlicher ohne körperliche Einschränkungen ist einer der Ältesten und Mitarbeiter der Schülerfirma „Kleinwachauer Jugendladen”. Er reicht einer unserer jüngsten Schülerinnen Vivien, die im Rollstuhl sitzt, ein Stück Geburtstagstorte. Das Foto strahlt eine der Stärken unserer Schule aus: sich gegenseitig helfen, einander bedenken und füreinander sorgen. Die Entscheidung, unsere Schulpforten öfter und weiter zu öffnen, bringt Früchte: Zahlreiche Schüler absolvieren im letzten Abschnitt ihrer Schulzeit Praktika auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt. Ein Schüler fand seit Sommer 2013 seine berufliche Perspektive in einem Radeberger Autohaus. Auch

das Teilprojekt des Radeberger Lionsclubs „Handwerker in die Schulen“, hat sich etabliert. Dabei kommen Vertreter von Handwerksbetrieben der Region zu uns und stellen wesentliche Arbeiten und Fertigkeiten ihres Berufs vor. Der Kleinwachauer Handwerker Herr Garten und der Küchenleiter Herr Janke haben uns ebenfalls unterstützt. Danke!

verbindet uns innerhalb der Feriengestaltung eine unkomplizierte, fröhliche und anerkennende Kooperation. Wir helfen einander, denken aneinander und sorgen füreinander – ganz wie Paul und Vivien auf dem Foto links. Ilona Lisowski Schulleiterin

Mit Erfolg, Spaß und öffentlicher Beachtung trafen wir uns mit Lesefreunden der Radeberger Mittelschule „Pestalozzi“. Zu unserem Lesenachmittag kam ein prominenter Vorleser: Radebergs Oberbürgermeister Herr Lemm. Mit der Teilnahme einer Gruppe von tanz- und trommelbegeisterten Schülern und Erwachsenen an der Kinderturnshow in Dresden zeigten wir Präsenz und Talente. Stolz sind wir auf die Öffnung unserer Ferienbetreuung. Das Angebot, auch Kinder, die nicht unsere Schüler sind, zu betreuen, wird allmählich angenommen. Mit dem Hort der AWO-Kindertagesstätte Liegau-Augustusbad

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Jubiläum: 20 Jahre staatliche Anerkennung der schulischen Arbeit in Kleinwachau.

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as Geburtstagsmotiv war bewusst gewählt: vier verschiedenfarbige Hände mit jeweils fünf Fingern. Zählt man die zusammen, dann kommt natürlich die Geburtstagszahl 20 heraus. Die Farben wiederum beziehen sich auf die verschiedenen Bereiche Kleinwachaus, die gemeinsam zur erfolgreichen Entwicklung der Förderschule beigetragen haben. Außerdem stehen sie stellvertretend für die Gruppen von Mitwirkenden, die Hand in Hand schulische Arbeit tragen, begleiten und unterstützen: Schüler, Eltern, Pädagogen und viele externe Partner. Ende Januar 2013 war es dann soweit. Mit einer abwechslungs- und erlebnisreichen Festwoche feierte die Kleinwachauer Förderschule den 20. Jahrestag ihrer staatlichen Anerkennung. Unter den Gästen und Gratulanten auf der Festveranstaltung am 23. Januar waren zahlreiche Partner und Unterstützer der Schule aus Wirtschaft, Politik und verschiedenen Institutionen. Viele, die auf unterschiedlichste Weise bei Aufbau und Entwicklung der schulischen Arbeit in Kleinwachau mitgewirkt haben, nahmen die Gelegenheit wahr, das Erreichte zu feiern und Erinnerungen wie auch Wünsche und Visionen für die Zukunft auszutauschen. Die Festgemeinde traf sich in der Kleinwachauer Kirche zum Gottesdienst, der von unserem Posaunenchor feierlich umrahmt wurde.

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Der Weg der Schule in den letzten 20 Jahren wurde verglichen mit dem Weg der Heiligen Drei Könige zum Stall von Bethlehem: Ein Weg voller Fragen, Irrtümer, Sackgassen und Lösungen, die letztendlich zum Ziel führten. Das Kleinwachauer Schulhaus verwandelte sich in diesen Tagen in ein bunt und ideenreich gestaltetes Festgelände und bot viele Attraktionen für große und kleine Geburtsagsgäste. Ein Höhepunkt war das eindrucksvolle Konzert des Liedermachers Gerhard Schöne. Damit erfüllte sich ein langgehegter Traum. Viele Kinder, Jugendliche, Mitarbeiter und Einwohner der Umgebung sangen die alten und lauschten den neuen Liedern. So wurde der Abend dem Motto „Wir feiern mit dem Dorf” gerecht. Ein Treffen ehemaliger Schüler und Mitarbeiter der Kleinwachauer Schule beschloss die Festwoche. Szenen aus der Geschichte der Kleinwachauer Förderschule wurden dabei von Schülerinnen und Schülern anschaulich dargestellt. Rhythmische, musikalische und tänzerische Elemente schafften es, die Zuschauer und Gäste mit in das Programm einzubeziehen.

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Kleinwachau tanzt den Taffi-Tanz

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as Lampenfieber ist ihnen kaum anzumerken. Im Gegenteil: Ein Lachen strahlt über die Gesichter der 16 Förderschüler aus Kleinwachau. Und trotzdem sind sie alle „ein klein wenig sehr“ aufgeregt, wie es die 14-jährige Lea mit wippenden Füßen erzählt. „Bei der Generalprobe war ich schon ein wenig zittrig“, sagt sie. Im gleichen Moment muss die Schülerin auch schon auf die Bühne und ruft noch hinterher: „Aber die Leute hier sind alle klasse!“ Die Leute, das sind 223 Schüler aus neun verschiedenen Schulen aus Dresden und der Umgebung. Sie alle gestalten die Kinderturnshow, ein Projekt der Deutschen Turnerjugend. Im Mittelpunkt steht dabei das Miteinander von Kindern mit und ohne Behinderungen ganz nach dem Motto „Wer sich bewegt kann etwas bewegen“. Und Leas Bewegungen gehen hoch hinaus: ganz in Grün gekleidet springt sie auf dem Trampolin wie ein kleiner Frosch in die Höhe. Ihre aufgeklebten Froschäuglein wippen passend im Takt. Überhaupt haben sich die Schüler und Lehrer viel Mühe bei den detailreichen Kostümen gegeben. Die Kinder scheint das sichtlich stolz zu machen. Stolz sind natürlich auch die Eltern in der seit Wochen aus-

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verkauften Turnhalle der Graf-Stauffenberg-Kaserne in Dresden. Auch Lea ist mit Unterstützung angereist: „Meine ganze Familie ist bei der Premiere dabei. Ich hoffe, dass ihnen der Taffi-Tanz gefällt, denn ich finde ihn super!“ Der Affe „Taffi“ ist der Hauptdarsteller des Bühnenprogramms der Kinderturnshow. Er lebt zusammen mit dem „Graslöwen“ im Wald und ärgert sich mächtig über die Umweltverschmutzung der Menschen. Die Menschen verdrecken einfach alles. Das verärgert die Tiere so sehr, dass sie sich zusammenschließen und mit Liedern und Tänzen gegen diese Verschmutzung lauthals demonstrieren. Die Affen, gespielt von den anderen Förderschülern aus Kleinwachau, trommeln förmlich ihre Wut heraus. Und der „Graslöwe“ würde am liebsten alle Menschen auffressen - nur leider ist er Vegetarier. Am Ende aber siegt das Gute und der Wald wird wieder sauber. Damit sich auch die Erwachsenen diese Botschaft einprägen, versammeln sich alle Kinder auf der Bühne und singen förmlich mit erhobenem Zeigefinger auf die ältere Generation ein. „Halte die

Umwelt fit!“ ist ihre Botschaft, die jeder mit nach Hause nehmen soll. Neben einem gestiegenen Umweltbewusstsein nehmen die Förderschüler aus Kleinwachau aber ganz andere Dinge mit. Tina Stöhr, die Rhythmiktrainerin der Schüler, überblickt schon jetzt die Vorteile der Bewegungs-Show. Über vier Monate probte sie mit den Schülern jeden einzelnen Schritt der Choreographie. Ihr Fazit: „Es ist einfach toll, wie gut sich die Schüler die Choreographie gemerkt haben. Sie haben vor allem gelernt, sich zu konzentrieren. Und damit werden sie sich auch später schneller neue Sachen einprägen können.“ Lea unterdessen ist noch immer ganz in ihrer Rolle. Für einen Fotografen springt sie nochmals auf die Bühne und stellt sich zu drei anderen Kindern. Dabei ist Lea die einzige mit einem Handicap und es ist sie, die sofort ihre Hände um die Schultern der anderen Schüler legt. Es scheint so, als nähme sie das schwere Wort „Inklusion“ ohne nachzudenken selbst in die Hand. Ein kleiner Frosch, der heute sehr hoch gesprungen ist.

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„Viel besser als Filme gucken!”

Lesefreunde machen Schülern Lust auf Bücher

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enny, Armin, Anne Lene und André sind wahre Freudenbringer. Die vier Schüler der Mittelschule Pestalozzi aus Radeberg sind „Lesefreunde“ und vermitteln anderen Menschen Freude am Lesen. Für die Kleinwachauer Schüler haben sie ganz besondere Bücher im Gepäck. Schon bei den Buchtiteln können sich die Schüler das Lachen nicht verkneifen. Denn in einer Schule ist ein Buch wie „Hilfe, ich habe meine Lehrerin geschrumpft!“ eher selten. Doch die 12-jährige Jenny Gollnow aus Radeberg sorgt genau mit diesem Buch für eine Menge Lacher. Ihr gleichaltriger Klassenkamerad Armin Rohrmann aus Wallroda liest aus Dagmar

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Chidolne‘s Buch „Millie in Berlin“. Mit dieser Geschichte entführt er die Schüler auf Millies Reise durch den Berliner Großstadtdschungel, der für Millie abrupt im Krankenhaus endet. Angeregt von diesen Geschichten greifen auch die Förderschüler zu ihren Büchern und zeigen den Lesefreunden ihr Können. Die Idee hinter dem Projekt: Jugendliche kennen die Lesevorlieben anderer Jugendlicher selbst am besten. Deshalb haben die Meinungen und Empfehlungen Gleichaltriger häufig einen viel höheren Stellenwert und sind motivierender als die Ratschläge von Eltern oder Lehrkräften. Das Projekt „Lesefreunde“ setzt

bewusst auf diesen Effekt. Der Leseclub ist Teil des Ganztagesangebotes der Radeberger Mittelschule. Tipps und Anregungen erhielten die Lesefreunde vor drei Jahren in einem Projekt der Stiftung Lesen. In Workshops entwickelten die Schüler gemeinsam mit ihrer Lehrerin, wie sie lebendig und packend vorlesen können. Für Kleinwachau suchten die jungen Lesefreunde dann passende Bücher aus und übten bewusst langsam zu lesen. „Und das ist viel besser als Filme gucken“, sagt Lesefreund Armin. „Denn schließlich muss man sich beim Lesen die Bilder selbst vorstellen.“


Hilfe, die Mut macht

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erge von Schutt, unbrauchbar gewordene Möbel und Hausrat türmen sich um das Haus von Van Le thi hong und Binh Le thanh in Pirna Pratschwitz. Die beiden haben vor zwei Jahren das Gasthaus „An der alten Mühle” gekauft. Durch jahrelange Arbeit in einem Imbisswagen haben sie sich das Geld dafür gespart. Nach und nach richten sie ihr vietnamesisches Restaurant ein - bis das Hochwasser im Juni 2013 alles zerstört. Noch während das Wasser das Elbtal in Atem hält, beschließen Jugendliche aus der Kleinwachauer Förderschule, den Betroffenen zu helfen. Die Mitarbeiter der Pirnaer Fluthilfe schicken sie zu der vietnamesischen Familie nach Pratzschwitz. Im Fernsehen haben die meisten Schüler schon Bilder von den Hochwasserschäden gesehen. Doch der Anblick der enormen Zerstörung, die das schlammige Wasser bei Van und Binh und bei ihren Nachbarn angerichtet hat, ist beklemmend. „Vieles war kaputt, Wasserschaden überall”, schildert Schülerin Lisa Schenkl ihre Eindrücke und erzählt weiter: „Herr Meißner und ich haben den Fernseher mit der Schubkarre zum Müll gefahren. Ich habe das Wohnzimmer ausgeräumt.” „Es war schlimm”, sagt ein anderer. „So etwas habe ich noch nicht gesehen. Wir wussten erst gar nicht, wo wir anfangen sollen”. Doch die Jungen und Mädchen mobilisierten alle Kräfte. Sie befreiten das Haus von zu Sperrmüll gewordener Einrichtung. Sie versuchten zu bergen und zu säubern, was vielleicht noch brauchbar war. Am Schluss überreichten sie der Familie eine Spende aus den Einnahmen ihrer Schülerfirma. Der riesige Schaden, die Trümmer der Existenz und das damit verbundene Leid der Familie beschäftigt die Schüler noch lange nach dem Hilfseinsatz. Im neuen Schuljahr fuhren die Schüler erneut in das kleine Dorf an der Elbe. Sie übergaben die Spenden, die bei der Kleinwachauer Sommerfest-Tombola gesammelt wurden. Van Le thi hong und Binh Le thanh haben viel aufgeräumt. Das Erlebnis großer Hilfsbereitschaft macht sie optimistisch, dass sie ihr kleines Lokal irgendwann wieder eröffnen können.

„Es war schlimm! Alles kaputt. Wir wußten erst gar nicht, wo wir anfangen sollen.”

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Kartoffelsuppe mit „brasilianischem flair”

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o gibt es denn so etwas: deftige Kartoffelsuppe in einem brasilianischen Café? Das klingt exotisch und irgendwie ist es das auch. Denn das „Café Brasil“ ist ein besonderes Café. Es wird von den Förderschülern des Sächsischen Epilepsiezentrums betrieben. Die Schüler erfahren ihren praktischen Unterricht hier. Dabei lernen sie in der voll ausgestatteten Lehrküche kochen und servieren. Sie achten aber vor allem auch auf eine genaue Abrechnung der Gäste. Dieses kulinarische Kleinod hat sich bis ans Dresdner Hilton Hotel an der Frauenkirche herumgesprochen. Dort arbeitet Mandy Aderhold und betreut das Programm „Blue Energy“ für soziales Engagement und Nachhaltigkeit. Die gelernte Köchin wohnt in Liegau-Augustusbad und kennt das Epilepsiezentrum recht gut. Ihre eigenen Kinder hatten mit den Förderschülern aus Kleinwachau gemeinsam Sportunterricht. Und damit ist auch schon die Brücke geschlagen, auf der nun Kartoffeln und Möhren, gesponsert vom Hilton Hotel, nach Klein-

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wachau rollen. „Wir werden euch heute ein paar Tipps und Tricks zeigen, wie man richtig professionell mit den Zutaten umgeht“, sagt Frau Aderhold, während sich Carolina schon voller Vorfreude die große Kochmütze aufsetzt. Und dann geht es ran ans Gemüse: putzen, schneiden, anschwitzen und mit Zwiebel und Knoblauch würzen. Carolina lernt zum Beispiel, dass man die Paprikakerne ganz einfach rausklopfen kann, anstatt mit der Messerspitze detektivisch nach jedem einzelnen zu suchen. Am Ende wird der große Topf durchgerührt und abgeschmeckt. Die deftige Kartoffelsuppe geht weg wie warme Semmeln. Den Schülern treibt es so bei den sommerlichen Temperaturen Schweißperlen auf die Stirn. In Brasilien ist das aber auch nicht anders. Besuchen auch Sie das „Café Brasil“ in der Kleinwachauer Förderschule. Geöffnet hat es jeden Donnerstag (außer in der Ferienzeit) von 10.30 Uhr bis 13.00 Uhr.


mai

nehmen zum Kleinwachauer Sch端ler am Radeberger Rosso dritten Mal erfolgreich rb teil. Majores-Kunstwettbewe

und sonst...

Juli

Zum Kleinwacha uer Sommerfest zeigen Sch端ler noch einm al ihren Tanz aus der Kinderturnshow.

FERIEN

Oktober

spenden hauer der Kleinwac t is ll e n io it Schon trad der Liegauer meinsam mit e g f, u la st rb He . Grundschule Das Becken des Therapieb ades ist dringend sanierungsbe d端rftig. Viele Spender unterst端tzen das Projek t, unter ihnen das Hilton Hotel Dresden.

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Foto: Detlef Ulbrich

„Menschen wie Philipp Otto helfen dabei, der Krankheit Epilepsie ihr Mysterium zu nehmen."

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Das Stück „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull" läuft im aktuellen Programm des Societaetstheaters Dresden. www.societaetstheater.de


frei von Epilepsie die erkrankung entmystifiziert

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chauen Sie doch einmal nach links. Sie sehen den Dresdner Schauspieler Philipp Otto. Er ist förmlich in seinem Metier. Eine Momentaufnahme mitten aus seinem aktuellen Stück „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“. Aber was macht dieses Bild zu „Meinem Foto des Jahres“? Die Antwort ist ganz einfach: Philipp Otto hatte Epilepsie und bekennt sich dazu. Obwohl er jetzt anfallsfrei ist, geht er offen mit seiner Vergangenheit um. Seine Erkrankung bestand seit dem 28. Lebensjahr. Er hatte Auren, aber auch Anfälle mit Bewusstseinsverlust und große Anfälle mit Sturz. Für einen Schauspieler extrem ungünstig. Medikamente nützten ihm zu diesem Zeitpunkt nicht viel. Als wir den Anfallsursprung auf eine Schädigung im rechten Schläfenlappen zurückführen konnten, entschloss er sich zur epilepsiechirurgischen Operation und wurde anfallsfrei. Diese Operation fand vor anderthalb Jahren statt, seither ist bei ihm unter Medikation kein Anfall mehr aufgetreten. Die schauspielerische Leistung hat dabei nicht gelitten. Erfreulicherweise ist das kein Einzelfall. Seit fast zehn Jahren ist Epilepsiechirurgie ein erfolgreiches Angebot unseres Hauses. Wir arbeiten dabei in enger Kooperation mit dem Uni-

versitätsklinikum Dresden. Unsere Zusammenarbeit geht aber auch darüber hinaus. Gemeinsam mit den Dresdner Kollegen bieten wir ein intensives Fortbildungsprogramm mit vielen bekannten Gastwissenschaftlern an. Im April 2013 zeigte unser Kleinwachauer Symposium Kontroversen in der Epilepsieberatung auf. In diesem Jahr waren wir auch selbst auf nationalen wie internationalen Kongressen vertreten, so zum Beispiel in Montreal und Interlaken. Wir haben neue Studien durchgeführt, unter anderem mit einem neuartigen Stimulationsgerät im Ohr. Durch dessen tägliche Stimulation soll es in der Lage sein, Anfälle zu verhindern. Darüber hinaus intensiviert sich die Arbeit mit unseren Epilepsiepatienten Jahr für Jahr. Wir können mittlerweile immer jüngeren Kindern eine differenzierte Diagnostik und Therapie anbieten. Bei Menschen mit Behinderung verzeichnen wir häufig schwierige Begleiterkrankungen, dabei wird die Differentialdiagnose anfallartiger Störungen zunehmend anspruchsvoller. Einen Schwerpunkt unserer Arbeit sehen wir bei psychosomatisch erkrankten Menschen mit Anfällen. Oft kommen sie von weither nach Kleinwachau und profitieren von unserer täglichen Arbeit.

So, wie es unser „geheilter“ Patient Philipp Otto macht. Er ist seit Langem wieder zurück auf der Bühne und spielt in seinem aktuellen Stück von Thomas Mann den Felix Krull, einen Hochstapler. Dabei müssen Sie wissen, dass Felix Krull epileptische Anfälle simuliert, um vom Militär ausgemustert zu werden. Wer kann das besser als ein Mann, der selbst unter epileptischen Anfällen litt und offen mit dieser Krankheit umgeht. Menschen wie Philipp Otto helfen dabei, der Erkrankung Epilepsie ihr Mysterium zu nehmen. Dr. med. Thomas Mayer Chefarzt

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Fachkrankenhaus für Neurologie will Therapieangebot ausbauen.

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as Fachkrankenhaus für Neurologie am Sächsischen Epilepsiezentrum Radeberg gehört deutschlandweit mit seinen 47 Betten zu den größten und erfahrensten Kliniken für Anfallserkrankungen des Gehirns. Auch wenn die letzte Erweiterung der Klinik noch keine zwei Jahre zurück liegt, wird bereits über den Bau einer neuen Station nachgedacht. Chefarzt Dr. med. Thomas Mayer, gleichzeitig der 1. Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie, meint hierzu: „Unsere Erfahrungen zeigen, dass jeder Anfallspatient sich mit ganz unterschiedlichen Problemen rund um die Erkrankung auseinandersetzen muss.“ Auch Nils Holert, Leiter der Kinderstation des Fachkrankenhauses, betont die Notwendigkeit maßgeschneiderter Angebote: „Die vor vier Jahren neu konzipierte Kinderstation bietet mit ihren Rooming-In-Zimmern, der Krankenhausschule und vielfältigen Spiel- und Freizeitmöglichkeiten hierfür optimale Bedingungen“. Um allen Patienten mit ihren unterschiedlichen Anfallsformen (Epilepsien sind dabei die häufigsten), Begleiterkrankungen und oft schwierigen Lebenssituationen ideale therapeutische Möglichkeiten zu bieten, wurden spezialisierte Behandlungsschwerpunkte entwickelt. So gibt es beispielsweise ein breites therapeutisches Angebot für Patienten mit zusätzlichen Angststörungen und Depressionen, für Patienten mit Schwierigkeiten in Ausbildung oder Beruf und für Patienten mit zusätzlicher Intelligenzminderung. In eng verknüpften Teams arbeiten Neurologen und Psych-

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Foto: © Lothar Sprenger

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Erweiterung geplant.


iater, Psychologen, Neuropsychologen, Sozialarbeiter, Ergo- und Physiotherapeuten, Gestaltungs-, Körper- und Musiktherapeuten, Pädagogen und Erzieher mit den Pflegekräften zusammen.

wann sollte ein aufenthalt in unserer Klinik erwogen werden?

» Bei Unklarheit hinsichtlich der Ursache der Anfälle. Nicht immer ist es Epilepsie. » Bei fehlender Anfallsfreiheit trotz regelmäßiger Medikamenteneinnahme. » Bei psychisch verursachten Anfällen. » Bei starken Nebenwirkungen der Medikamente. » Bei epilepsiebedingten Gedächtnisstörungen, Depressionen oder beruflichen Schwierigkeiten.

Foto: © Lothar Sprenger

„Durch die geplante Erweiterung der Klink werden wir unsere Angebotspalette weiter ausbauen können“, meint Dr. Mayer, der mit seinem Team in der Klinik Behandlungsangebote für alle Altersgruppen vorhält. „Und wer weiß schon, dass Epilepsiepatienten unter bestimmten Bedingungen Autofahren dürfen, Nachtschichten und Diskobesuche nicht in jedem Fall meiden müssen und manchmal auch Berufe wie Krankenschwester oder Tischler ausüben können“, wie die Sozialarbeiterin Frau Lippold hervorhebt.

Foto: © Lothar Sprenger

Das Herzstück des Fachkrankenhauses bildet die DiagnostikStation, auf der neurochirurgische Eingriffe zur Anfallsbehandlung vorbereitet werden können, aber auch Gedächtnisprobleme aller Art untersucht werden und ungeklärte Ohnmachten mit modernster Technik analysiert werden.

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portrÄt „ich war eher beruhigt, wenn alle es wussten.”

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hilipp Otto ist Schauspieler. Das freiberufliche Leben auf den Bühnen Deutschlands treibt ihn zwischen Hamburg, Stuttgart und seinem liebgewordenen Dresden hin und her. Ein Leben wie ein Montagearbeiter. Und doch anders. Voller Kreativität und Schaffensgeist. Die klatschenden Hände des Publikums als Lohn des Tages vor Augen, das nächste Ziel im Navi schon geparkt. Dann ein Autounfall, Auren, Panikattacken, der erste Sturz. In seiner „kleinen Bude“ in Hamburg wacht er auf dem Fußboden auf. Er fühlt sich wie nach einem komatösen Mittagsschlaf und fragt sich selbst: „Sag mal, bin ich jetzt wirklich grad umgefallen?“ Plötzlich steht das Leben Kopf: Diagnose Epilepsie. Und das als Schauspieler. Bei den vielen Reisen. Den Führerschein ist er los, die Bahn sein neues Gefährt. „Das ist ein Gefühl, als würde ein Cowboy sein Pferd verlieren. Man büßt ein gravierendes Stück Freiheit ein“, sagt er, fährt sich mit der Hand durch die Haare und holt neuen Anlauf: „Zwangsläufig bin ich dann nur noch Zug gefahren. Und Sturzanfälle im Zug sind wirklich nicht witzig. Du wachst auf dem Boden des Bordbistros auf und guckst in verschrockene Gesichter. Du erklärst ihnen, dass du Epilepsie hast, es nicht dein erster Anfall ist und es dir wieder gut geht und trotzdem rufen sie den Notarzt. Das nervt. Zum Schluss wirst du dann noch vom Rettungsdienst im Rollstuhl durch den ganzen Zug geschoben. Na toll!“ Die Anfälle machen auch auf der Bühne nicht halt. Er erzählt es seinen Kollegen. Eingeweiht in das Geheimnis funktionieren alle wie ein Team. Vor tausend Zuschauern ist das auch wichtig. „Es war wirklich gut, mich zu öffnen und ich war viel beruhigter, wenn die Menschen um mich herum es wussten“, sagt er heute.

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Die Zahl der Anfälle wächst stetig an, die Suche nach Hilfe treibt Philipp Otto zur Recherche. In Dresden erfährt er auf der langen Nacht der Wissenschaften vom Epilepsiezentrum in Kleinwachau. Die MonitoringStation ist seine neue Bühne. Nur die Zuschauer sind anders: Kameras. Sie zeichnen seine Anfälle auf. Jeden kleinsten Moment. „Da dacht ich mir: Komm Junge, Hände über die Bettdecke!“, schmunzelt er. Die Ärzte lokalisieren den Ausgangspunkt seiner Epilepsie und raten ihm zur operativen Entfernung des betroffenen Areals im Gehirn. „Ich hatte nicht erwartet, dass es am Ende so viel Mut braucht, der Operation zuzustimmen“, erinnert er sich mit leiser Stimme. Er lässt sich beraten, findet ehemalige Patienten wie Ines Preußer. Sie machen ihm Mut, für den er heute noch dankbar ist. Am Universitätsklinikum Dresden wird er operiert, der Eingriff gelingt. Nach zehn Tagen Klinikaufenthalt erholt er sich zu Hause bei seiner Familie. Von der Narbe ist heute nichts mehr zu sehen. Seit anderthalb Jahren ist Philipp Otto anfallsfrei. „Das allein ist schon ein riesiges Geschenk“, freut er sich ehrlich. Sein Lachen, sein schauspielerisches Talent, seine Fähigkeit sich Texte zu merken und immer wieder abzurufen sind bei ihm nicht verloren gegangen. Im Rückblick möchte er jedem Patienten raten, offen mit der Erkrankung Epilepsie umzugehen. Und noch einen Tipp hat er: „Je mehr Infos man selbst über die Krankheit bekommt, desto sattelfester wird man im Umgang mit ihr.“ Philipp Otto ist wieder sattelfest. Der Cowboy hat sein Pferd zurück und darf wieder Auto fahren. Seinen Alltag geht er nun etwas ruhiger an: „Ab und zu ist es besser, mal einen Gang runter zu schalten.”


mobil mit Epilepsie ein thema, das bewegt

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b Zukunftsvisionen wie autonomes Fahren oder moderne Alternativen wie E-Bikes, die Beiträge zum diesjährigen Epilepsieforum Dresden sprachen das Grundbedürfnis aller Menschen an: Mobilität. Denn mobil zu bleiben ist für Menschen mit Anfallserkrankungen nicht immer einfach. Mögliche Gefahren und persönliche Freiheit gegeneinander abzuwägen fällt oft schwer. Das zeigte Dr. med. Thomas Mayer in einem spannenden Eröffnungsvortrag. Der Chefarzt des Sächsischen Epilepsiezentrums Radeberg ist selbst begeisterter Radfahrer. Gemeinsam mit seinem Team brachte er interessante Vorträge und Experten zum Epilepsieforum nach Dresden – und das schon zum elften Mal. So sagte er: „Mobil sein ist heute eine wichtige Voraussetzung in allen Bereichen des Lebens. Epilepsie-Patienten fürchten bei Verlust des Führerscheins eine starke Einschränkung ihrer eigenen Mobilität. Dabei muss es doch nicht immer das Auto sein. Bus, Bahn und Fahrrad sind gute Alternativen.” Eine weitere Alternative zeigte Frau Dreßel von den Dresdner Verkehrsbetrieben (DVB). Sie wies auf Mobilitätshilfen in Bus und Bahn hin und stellte den Begleitservice in der sächsischen Landeshauptstadt vor. So können sich behinderte oder von Krankheit eingeschränkte Menschen kostenlos vom Serviceteam der DVB in öffentlichen Verkehrsmitteln begleiten lassen. Von ihren eigenen Erfahrungen berichteten Patienten in einem Podiumsgespräch. Sie zeigten, dass auch

mit Epilepsie tolle Reisepläne möglich sind. Für weitere Bewegung sorgten am Rand der Veranstaltung die Testangebote der Firma Fahrrad XXL Emporon. Mit den mittlerweile recht verbreiteten E-Bikes lässt sich manch lange Strecke nun doch mit wesentlich geringerem Kraftaufwand meistern. Und dann hatte das Team des Sächsischen Epilepsiezentrums Radeberg noch einen besonderen Vortrag zu bieten. Unter der Überschrift „Unabhängig in die Zukunft“ stellte Bennet Fischer von der Freien Universität Berlin ein Forschungsprojekt vor, über das momentan viele deutsche Tageszeitungen berichten: autonomes Fahren und das eigens dafür entwickelte Forschungsfahrzeug. Ausgestattet mit speziellen Sensoren ist es bereits seit zwei Jahren völlig selbstständig auf Berliner Straßen unterwegs. Aus juristischen und versicherungsrechtlichen Gründen muss ein Testfahrer aber jederzeit das Auto abbremsen können. Die Ingenieure und Informatiker vom Projekt AutoNomos gehen schon jetzt einen Schritt weiter und arbeiten an einem System, das einen epileptischen Anfall erkennen kann und infolgedessen das Fahrzeug sicher zum Anhalten bringt und einen Notruf absetzt. Bis zur Serienreife bleibt das natürlich alles noch Zukunftsmusik. Sollte es aber in Zukunft Autos geben, die keinen Unfall mehr bauen, egal wer am Steuer sitzt, dann hätten auch Menschen mit Epilepsie einen Grund weniger, sich über Mobilität Sorgen zu machen.

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Publikationen Liste der veröffentlichten wissenschaftlichen Arbeiten aus dem Fachkrankenhaus

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Neben der täglichen Arbeit mit unseren Patienten legen wir einen hohen Wert auf Forschung und Fortbildung. Dazu gehört eine vielfältige Fortbildungsreihe, die wir in Kooperation mit dem Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden durchführen. Darüber hinaus publizieren wir unsere Forschungsergebnisse in Fachzeitschriften und auf nationalen und internationalen Kongressen. Hier finden Sie einen Auszug unserer Veröffentlichungen aus den Jahren 2012 und 2013: • Böhme, U. (2013). „Wo wohnst du…“ Innovative Wohnprojekte und rechtliche Voraussetzungen. In: Tagungsband Sozialarbeit bei Epilepsie 12, 48-56. • Brückner, K. E. & Lutz, M. T. (2012). Schwerpunktheft Neuropsychologie. Zeitschrift für Epileptologie. 25 (4), 241-242. • Brückner, S. (2013). Erwerbstätigkeit und berufliche Rehabilitation in Sachsen. In: Sozialarbeit bei Epilepsie 12, 125-142. • Brückner, S., Fritzsche, K., Lippold, M., Nietzsch, V., Mayer, T. & Lutz, M. T. (2013). Effekte der klinischen Sozialberatung von Epilepsiepatienten zum Thema Schwerbehindertenrecht. Poster P63, präsentiert auf der 8. Dreiländertagung in Interlaken, 08. bis 11. Mai 2013. • Coban, I., Lippold, M. Thorbecke, R. (Hrsg.) (2013). Sozialarbeit bei Epilepsie 12, Bethel-Verlag: Bielefeld. • Finzel, M. Brückner, S., Lutz, M. & Mayer, T. (2012). Correlation of psychiatric and social outcome after temporal lobe epilepsy surgery. Poster präsentiert auf: 2nd International Congress on Epilepsy, Brain and Mind in Prag, March 28-31, 2012. • Holert, N. & Kieliba, U. (2013). Psychogene Anfälle bei Kindern und Jugendlichen. In: Tagungsband Sozialarbeit bei Epilepsie 12, 210-215. • Kempf, H., Saar, J., Wilde, B. & Zechert, C. (2013). Soziales Kompetenztraining für Menschen mit Epilepsie. In: Tagungsband Sozialarbeit bei Epilepsie 12, 76-87. • Kundmüller, S. & Schaffer-Röhricht, H. (2013). Körper- und Gestaltungstherapie. In: Tagungsband Sozialarbeit bei Epilepsie 12, 70-75. • Lutz, M. (2013). Kognitive Beeinträchtigungen bei neuen Antiepileptika. In: Tagungsband Sozialarbeit bei Epilepsie 12, 143-146. • Lutz, M. T. & Kieliba, U. (2012). Aufmerksamkeitsstörungen bei Epilepsie. Zeitschrift für Epileptologie, 25 (4), 247-251. • Lutz M. T. & Mayer T. (2013). Clinical validation of an online tool to determine appropriateness for an epilepsy surgery evaluation. Poster P592, präsentiert auf: 30th International Epilepsy Congress, Montreal, Canada, 23 – 27 June 2013. Epilepsia, 54 (Supplement s3), 186. • May, T., Mayer, T., Holert, N., Brandt, C. et al. (2012). Concentrations of Stiripentol in Children and Adults With Epilepsy: The Influence of Dose, Age, and Comedication. Therapeutic Drug Monitoring. 34(4):390-397. • Mayer, T. (2013). Zur Geschichte des Sächsischen Epilepsiezentrums Radeberg gGmbH. In: Sozialarbeit bei Epilepsie 12, 12-16. • Mayer, T. (2012). Bleiben die Patienten auf der Strecke? Editorial. DNP – Der Neurologe & Psychiater, 13 (7-8), 3-4. • Mayer, T., Hopp, P. & Lutz, M. Neue Studien zur Epilepsie. (2012). DNP – Der Neurologe & Psychiater, 13 (7-8), 24-29. • Mayer, T., Hopp, P. & Lutz, M. Neue Studien zur Epilepsie. (2013). DNP – Der Neurologe & Psychiater, 14 (4), 24-28. (Abst. 3.226 ), 2012 • Mueller, A., Kovacevic-Preradovic, T., Kluger, G. et al. (2012). Retrospective evaluation of antiepileptic drugs in patients with CDKL5 mutations. Poster 3.226 präsentiert auf: American Epilepsy Society (AES) 66th Annual Meeting. November 30 - December 4, 2012; San Diego, California. • Reichel, E. & Lippold, M. (2013). Epilepsieberatungsstelle und Netzwerk Epilepsie und Arbeit in Sachsen. In: Sozialarbeit bei Epilepsie 12, 176-186. • Runde, G. (2013). „Den Stein ins Rollen bringen“ Umgang mit schwierigen Beratungssituationen. In: Tagungsband Sozialarbeit bei Epilepsie 12, 88-90. • Schlotter, S. (2013). Epilepsie und Autismus. Einfälle - Die Mitgliederzeitschrift der Deutschen Epilepsievereinigung e.V. (in Vorbereitung)


Erfahrungsexport Epilepsieberatung in litauen

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iagnose Epilepsie. In der Gesellschaft Litauens ein Schlagwort, das aufgrund fehlender Aufklärung noch immer eine Menge Vorurteile erntet. Betroffene schämen sich, empfinden die Diagnose als Strafe oder Makel. Patienten verschweigen die Erkrankung vor ihrem Arbeitgeber. Der Grund: Angst vor Kündigung, Angst vor der Öffentlichkeit. Diesem Missstand hat sich eine Frau angenommen: Dr. Polina Sediene. In Kaunas betreibt sie seit April 2013 die erste Epilepsieberatungsstelle Litauens. In der gut eine Autostunde von der Hauptstadt Vilnius entfernten Stadt leben ca. 400 epilepsiekranke Kinder. Frau Sediene will gerade deren Familien erreichen, um die Ausgrenzung und Isolation schon im Kindesalter abwenden zu können. Dabei wird sie auch vom Sächsischen Epilepsiezentrum Radeberg unterstützt. Mit den Erfahrungen der Epilepsieberatung Dresden unterstützt insbesondere Maria Lippold das Engagement von Dr. Sediene in Litauen. Gegenseitige Besuche und Erfahrungsaustausch stehen im Mittelpunkt der Zusammenarbeit. Gefördert durch die Osteuropa-Hilfe der Aktion Mensch ist Kleinwachau als deutscher Träger für die Durchführung und Finanzierungssteuerung verantwortlich. Vor Ort in Litauen wird das Projekt durch die dortige

Dr. Polina Sediene (links) bei einem Treffen mit der Kleinwachauer Sozialpädagogin Maria Lippold

Bereich. „Das soll sich ändern“, sagt Dr. Polina Sediene. Die junge, engagierte Frau rührt kräftig die Werbetrommel für die Beratungsstelle. Medien, Mediziner und Patienten sollen aufmerksam werden. Der Erfolg lässt nicht lange auf sich warten. Gemeinsam mit der Neurologischen Universitätsklinik in Kaunas schließt sie eine Kooperation. Mit Unterstützung der Chefärztin kann Dr. Polina Sediene nun wöchentlich Eltern epilepsiebetroffener Kinder und Jugendlicher direkt in der Uniklinik beraten. Das erleichtert Hilfesuchenden den ersten Kontakt.

Caritas getragen. Obwohl Dr. Polina Sediene ihr einfaches Büro mit einem Mitarbeiter teilt, bleibt sie im Grunde Einzelkämpferin. Denn in Litauen engagieren sich nur wenige Fachkräfte im sozialen

Im September 2013 dann der große Erfolg. In der Hauptstadt Vilnius diskutiert Dr. Polina Sediene auf breiter Bühne mit Pädagogen und Politikern über psychosoziale Fragen von Menschen mit Epilepsie. Sie ist angekommen, zumindest in den Köpfen der Politiker. Die litauische Regierung hat vor kurzem ein Gesetz erlassen. Bis 2019 sollen Menschen mit Behinderungen in pädagogische Einrichtungen und in die Arbeitswelt integriert werden. Menschen mit Epilepsie werden dabei ausdrücklich als Zielgruppe genannt. Frau Sediene weiß, dass dieser Beschluss in den meisten Stadtverwaltungen völlig unbekannt ist. Das will sie nun ändern.

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breite schultern können helfen

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m Jahr 2013 wurden im Wohnbereich lange vorbereitete Pläne verwirklicht - für fast alle Bewohner und Mitarbeiter war das mit Veränderungen verbunden. 60 Bewohner sind in diesem Jahr umgezogen, zum Teil innerhalb ihrer Gruppe, meist jedoch in neue Zusammenhänge. An dieser Stelle möchte ich allen Beteiligten Dank sagen! Danke für das Planen, das gemeinsame Erarbeiten von Alternativen, das Einpacken von Gegenständen, das Schleppen von Möbeln, das Renovieren von Zimmern, das zugewandte Unterstützen bei allem Neuen. Bei der Suche nach „Meinem Foto des Jahres” bin ich auf eine Zeichnung einer langjährigen Bewohnerin Kleinwachaus gestoßen. Sie zeichnete ihren Gruppenverantwortlichen. Das Bild steht für mich für die hohe Flexibilität und das Engagement aller Mitarbeiter Kleinwachaus. Die breiten Schultern und die großen Hände zeugen von der Bereitschaft, tatkräftig mit anzupacken und Menschen mit Behinderungen im Alltag zu begleiten. Angepackt haben wir in diesem Jahr sehr viel. Die Schließung des Talhauses verlangte allen eine Menge ab. Im Konkreten bedeutete das den schrittweisen Auszug der Bewohner in andere Gruppen, das Lösen bestehender, das Anbahnen neu-

er Beziehungen, die Gestaltung eines neues Wohnumfeldes. Im Wiesenhaus ist in diesem Jahr eine Wohngruppe für Menschen mit Autismus entstanden. Trotz des Gegensatzes der Worte „Autismus“ und „Gruppe” geht es darum, mit Hilfe besonderer Begleitung und Förderung ein Leben in der Gemeinschaft zu ermöglichen. Das haben wir geschafft! Auch auf der Schloßstraße in Radeberg wurde eine Menge erreicht. Neben dem Einzug in 17 neue Wohnungen haben wir neue Räume für die Ambulanten Dienste in Betrieb genommen. Damit wurde eine eigenständige Abteilung innerhalb des Wohnbereichs geschaffen. Ehemalige Bewohner Kleinwachaus sind als Mieter und Nutzer von Wohnungen in Liegau-Augustusbad und in Radeberg angekommen. Es bleibt ein wichtiges Anliegen, für diese Bürger nun auch Angebote der Stadt Radeberg zu erschließen und Begegnung zu ermöglichen.

reich war das Jahr 2013 von Veränderungen geprägt. Die Alte Tischlerei, bisher Teil der Seniorenstätte, wird nun als Förder- und Betreuungsstätte der Werkstatt genutzt. Neun Seniorinnen treffen sich jetzt tagsüber in der Caféteria der Tobiasmühle. Die inhaltliche Arbeit orientiert sich stark an den Möglichkeiten der Stadt Radeberg. Im Laufe des nächsten Jahres wird für diese Gruppe ein entsprechendes Angebot in Radeberg entstehen. Andreas Oschika Leiter Bereich Wohnen

Die Förder- und Betreuungsstätte und die Angebote der Seniorenstätte ermöglichen den Bewohnern einen Wechsel im Tagesablauf. Diese verschiedenen Milieus sind wichtiges und konsequentes Prinzip in der Strukturierung des Alltags der Bewohner. Auch in diesem Be-

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Neues Leben in Radebergs ältesten Häusern. Wohnen auf der Schloßstraße.

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ie Sanierung und der Umbau der historischen Häuser auf der Radeberger Schloßstraße hin zu einer barrierefreien Wohnanlage sind nun Realität. 350 m³ Beton, 60 km Leitungen, 25.000 Ziegelsteine und hunderte von Arbeitsstunden stecken in den Gebäuden.

„Kürzlich besuchte ich die Baustelle und erlebte, wie eine der neuen Bewohnerinnen auf der Straße vor dem Haus mit einem Radeberger ins Gespräch kam. Als die junge Frau feststellte, dass sie ja Nachbarn waren, meinte sie: Da können wir ja mal was zusammen machen!” Architekt Mario Schubert erzählt diese kleine Begebenheit zur Einweihung der neuen Wohnanlage am 22. Juni. Er fügt hinzu: „So ein unkompliziertes Miteinander, das ist mein Wunsch für dieses Haus!” Das Datum ist bewußt gewählt: es ist Stadtfest in Radeberg.

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Viele Gäste nehmen diese Gelegenheit war und schauen sich um in den neuen barrierefreien Wohnungen. Mit dabei ist auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich. Er hat gleich Stephan Pöhler mitgebracht, den sächsischen Landesbeauftragten für die Belange behinderter Menschen. Auch Radebergs Oberbürgermeister Gerhard Lemm begrüßt mit zuversichtlichen Worten die neuen Mieter und ihre Gäste. Und dann greifen viele zu Pflanzhandschuhen und Gießkanne. Mit bunten Sommerblühern werden die Blumenkästen des neuen Hauses bepflanzt. Wie ein i-Tüpfelchen beleben sie die Balkone. Um den guten Geist des Hauses kümmert sich währenddessen Karen Hobelsberger. Sie gestaltet mit ihrer Kettensäge eine Figur, die den Garten der Wohnanlage beleben soll. Mitten im Radeberger Zentrum bietet die neue Wohnanlage ihren Mietern ein hohes Maß an Lebensqualität und Unabhängigkeit. Die Wohnungen sind weitestgehend barrierefrei zugänglich. Mit technischer Unterstützung ist es möglich, auch mit Epilepsie in den eigenen vier Wänden zu leben.

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freude beim auspacken jana geiSSler zieht in die schloSSstrasse

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ie gehört zu den ersten Mietern in der neuen Wohnanlage auf der Schloßstraße in Radeberg: Jana Geißler. Schon anderthalb Monate vor der offiziellen Einweihung packt sie zusammen mit ihrer Mutti die Umzugskartons aus. „Wir haben uns eine Menge Kisten besorgt und eine ganze Woche lang gepackt“, sagt sie und stellt den gelben Aktenordner gleich neben den roten. Im Regal herrscht schließlich Ordnung. Ordentlich, so hat Jana Geißler ja auch ihre alte Wohnung in einer Dresdner Wohnstätte übergeben. Jetzt heißt es aber weiter fleißig auspacken in Radeberg. „Wir sind mit drei vollgepackten Autos an-

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gekommen“, sagt ihre Mutti Petra Geißler. „Das Zimmer ist sehr gemütlich und modern. Das ist toll. Jetzt müssen wir aber erst mal den Schrank einräumen“, fährt die Mutti fort. Sie ist es, die sich besonders für ihre Tochter freut: „Ich bin wirklich total überwältigt, wie schön es hier ist und mit welcher Freundlichkeit wir empfangen wurden.“ Dabei kennt Jana Geißler Kleinwachau schon sehr lange. Seit 1994 arbeitet sie in der Werkstatt im Montagebereich. Um von ihrer alten Wohnung in Dresden pünktlich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln nach Kleinwachau auf Arbeit zu kommen, klingelte ihr Wecker bisher schon vor 6 Uhr. Ab jetzt kann sie länger schlafen.

Doch bevor sie sich heute zur Ruhe legt, muss Jana Geißler noch einkaufen gehen. „Der Kühlschrank ist neu und leider leer, den werde ich gleich vollmachen“, sagt sie. Obwohl zu diesem Zeitpunkt die Bauarbeiten noch nicht ganz abgeschlossen sind, freut sich Jana Geißler schon auf die Einweihungsfeier. Nicht nur wegen der Feier selbst, sondern vor allem wegen dem Tag: 22. Juni 2013. Das ist Frau Geißlers Geburtstag. Und den feiert sie in diesem Jahr zusammen mit der Schloßstrasse in Radeberg.


März

Juli

Wechselnde Auss tellungen im Wie senhaus. Hier : Bilder von Ur sula Stoschek .

September fest. Höhepunkt des Jahres: das Sommer

und sonst... August Gartenfest in der Tobiasmühle.

Juli

rengarten.

io Ernte im Sen

Senioren in Ra deberg.

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„Robin Kowtsch hat eine ganz klare Motivation zur Bewegung: Den Hund ausführen. Einfach nur Laufen wäre bei Weitem nicht so attraktiv."


perspektivwechsel durch bewegung

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s war ein wirklich bewegtes Jahr für die Werkstatt und es begann mit einer personellen Veränderung: Hartwig Reichel, der „Vater der Kleinwachauer Werkstätten” hat Kleinwachau verlassen. Dieser Umstand bewegte Emotionen und Gemüter, sowohl der Mitarbeiter als auch der Beschäftigten. An dieser Stelle möchten wir uns nochmals für seine engagierte und kreative Arbeit bedanken! Das brachte natürlich auch Bewegung in mein Aufgabengebiet. Ich wurde damit vertraut, für eine Übergangszeit in seine Fußstapfen zu treten und die Werkstattleitung zu übernehmen. Eine große Herausforderung, die nur mit einem super Team zu meistern war! Bewegung hilft uns, neue Sichtweisen anzunehmen und alternative Perspektiven zu finden. Manchmal fällt es uns schwer in Bewegung zu kommen und wir benötigen Motivation. Auch Robin Kowtsch aus der Fördergruppe unserer Werkstatt geht das so. Seine Gruppe hat ein neues Konzept erarbeitet: mit viel Bewegung an der frischen Luft wird dort der Alltag gestaltet. Deswegen ist es auch „Mein Foto des Jahres“ geworden. Denn Robin hat eine ganz klare Motivation zur Bewegung: die Hündin

Tamona ausführen. Einfach nur laufen wäre ja bei Weitem nicht so attraktiv. Die Motivation für Veränderungen im Bereich der Werkstatt sind in erster Linie die Bedarfe der betreuten Menschen. Mit dieser Sichtweise sollte es uns weiterhin leicht fallen, uns auf Veränderungen einzulassen. Im Bereich Hauswirtschaft gab es so einige Veränderungen. Durch gestiegene Hygieneanforderungen und immer weniger geeignete Beschäftigte für die anspruchsvollen Arbeiten ist die schwere Entscheidung gefallen, diesen Dienstleistungsbereich aufzulösen. So wurde im Sommer eine der beiden Hauswirtschaftsgruppen geschlossen, die andere folgt Ende des Jahres. Die Reinigungsarbeiten werden dann durch das Integrationsunternehmen Paso doble ausgeführt. Die Beschäftigten der Hauswirtschaftsgruppe haben alle einen neuen Platz gefunden und tolle neue Erfahrungen machen können. Nach vielen Jahren Hauswirtschaft tut ein Tätigkeitswechsel ja auch gut.

auch im Integrationsunternehmen Paso doble ist Bewegung drin. Nach neun Jahren auf einem Einzelarbeitsplatz in der Werkstatt konnten wir Katja Zimmermann in das Integrationsunternehmen vermitteln und damit auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Es hat sich im Jahr 2013 so einiges bewegt. Mein Dank gilt allen, die sich darauf einlassen konnten, die an den Veränderungen mitgewirkt haben und sie weiterhin mitgestalten werden! Susanne Hartung amtierende Werkstattleiterin

In der „Alten Tischlerei“ konnten wir einen neuen Förder- und Betreuungsbereich und damit Platz für zehn Personen schaffen. Und

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Holzbearbeitung zum Draufsitzen. Kleinwachauer Werkstätten bauen Hocker und Bank in Eigenproduktion.

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ie Freude am Neuen merkt man Knut Richter förmlich an. Der Mann mit den vielen Ideen trägt heute ein rotes T-Shirt. Auf dessen Rücken steht „Gruppenführer“. Dabei muss der gelernte Tischler gar nicht viel führen, denn die Beschäftigten der Holzabteilung kennen jeden Handgriff aus dem Effeff. Das ist auch wichtig, denn die Produktion im Kleinmöbelbereich verlangt höchste Qualität. „Ziehen Sie mal ein bisschen fester“, sagt er zu Andreas Berger, während der gerade ein Stück sägeraues Escheholz aus dem Regal holt. Herr Berger ist Beschäftigter der Kleinwachauer Werkstätten. Obwohl sein Herz mehr für Metall schlägt, macht ihm die Arbeit mit Holz eine Menge Spaß. „Da kann man wenigstens auch mal Probe sitzen. Beim Metall geht’s nur um Schrauben und Nägel“, lächelt er gar nicht verschämt. Bei dem Produkt, welches heute gefertigt wird, steht Sitzen ja auch im Mittelpunkt.

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Das Team der Holzfertigung baut gerade eine Kleinserie eines neuen Hockers. Diese Eigenproduktion hat Knut Richter im März 2013 auf der Nürnberger Werkstättenmesse erstmalig der Öffentlichkeit vorgestellt. „Im November 2012 habe ich einfach mal einen Prototypen zusammengebaut. Es hat eine Weile gedauert, bis ich endlich die richtigen Bänder für die Oberfläche des Hockers fand“, sagt er und markiert ganz nebenbei mit seinem Bleistift ein Holzstück. Die Bänder kommen von einem Produzenten aus dem Kreis Bautzen und Herr Richters Bleistift kommt natürlich wieder hinters rechte Ohr. Da gehört ein echter Tischlerbleistift auch hin. Denn jetzt rollen die Maschinen an. Andreas Berger übernimmt das Holzzurichten. Zuerst wird die Groblänge geschnitten, dann das Brett gesäumt – also von seiner Rinde befreit. Nachdem die Bretter auf Breite geschnitten sind, wird daraus eine plane Fläche mit rechtem Winkel gemacht. „Abrichten“ nennt es der Fachmann und hobelt das Brett im nächsten Arbeitsschritt auf die richtige Dicke. Auf der Breitbandschleifmaschine wird das Holzstück dann auf Glanz geschmirgelt. Währenddessen steht Knut Richter schon an der Langbohrmaschine und überprüft mit gewissenhaftem Blick die Einstellungen der Dübellöcher: „Ich kontrolliere die Maßeinstellungen der Bohrer immer nochmal selbst. Denn die Maschine kommt aus Italien und da kann man sich auf die Maßeinheiten nicht ganz verlassen.“ Das Bohren übernimmt dann Peggy Krüger. Seit 13 Jahren arbeitet sie schon in der Werkstatt und hat hier auch ihre Liebe zum Holz entdeckt: „Es ist einfach eine schöne Arbeit und Holz riecht ja auch wirklich gut.” Die Stuhlbeine werden mit Holzdübeln verleimt und fest verbunden, die Oberfläche danach mit Möbelhartöl behandelt. Das zieht tiefschützend ins Holz ein und wirkt edel. „Da muss ich dann nur nochmal drüber wischen, das ist viel besser als lackieren", sagt Frau Krüger mit fachmännischer Stimme. Bei der Endmontage tackert sie dann eine Reihe Bänder an der Unterseite des Hockers fest und flechtet sie ineinander. Damit der Sitz auch wirklich bequem wird, stellt sie den Hocker einfach auf den Kopf und drückt eine Lage Schaumstoff gegen die Sitzfläche. „Jetzt schraube ich hier nur noch die Abdeckung drauf und dann ist der Hocker fertig“, strahlt Frau Krüger während der Akku-Schrauber die letzte Edelstahlschraube festzieht. Erwerben können Sie den Hocker im Werksverkauf der Kleinwachauer Werkstätten. Der Hocker kostet 51,35 EUR, die passende Bank 90,95 EUR.

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Neuer Produktionsleiter

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Sozialdienst Werkstatt

Die Produktion der Werkstatt planen, steuern und überwachen – das sind die neuen Aufgaben von Bernhard Fischer. Der 32-jährige Dresdner ist für diese Aufgabe in die Heimat zurückgekehrt. Zuvor leitete der Ingenieur für Holztechnik europaweit große Ladenbauprojekte. Diese Expertise setzt er nun in Kleinwachau ein. „Ich möchte, dass beide Werkstattstandorte, Kleinwachau und Radeberg, gleich ausgelastet sind“, sagt er recht zuversichtlich. Dabei ist es das

Ziel, kontinuierliche und langfristige Kunden als Auftraggeber zu binden. „Der offene und ehrliche Umgang zwischen den Mitarbeitern und den Beschäftigten hat mich vom ersten Tag an begeistert“, freut er sich über sein neues Team und muss am ersten Arbeitstag gleich zwei epileptische Anfälle miterleben. Das ist für Bernhard Fischer aber nicht neu. Als Zivildienstleistender am St.-Benno-Gymnasium Dresden betreute er Schüler mit Behinderungen als Alltagsbegleiter.

Maria Nacke sieht sich als Vermittlerin zwischen Werkstattbeschäftigten, Eltern, Betreuern und Kostenträgern. Seit Juli 2013 führt sie nun Aufnahmegespräche für die Werkstatt, beantragt Fahrdienste und Kostenzusagen. Dabei ist Maria Nacke ein bekanntes Gesicht in Kleinwachau. Freiwilliges Soziales Jahr, Einsätze in der Schule und im Krankenhaus liegen bereits hinter ihr. Für die Zukunft wünscht sie sich gutes Gelingen in ihrer Vermittlerposition und hofft, die Interessen ihrer „Kunden“ immer individuell vertreten zu können.

WERKSTATTLADEN » » » » » „Besuchen Sie uns in Radeberg!” 44

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Stolpener Straße 12 01454 Radeberg schöne, besondere Geschenke Produkte aus Kleinwachau und anderen deutschen Werkstätten Produkte aus fairem Handel Unsere Öffnungszeiten: Montag bis Freitag: 8.30 - 18.00 Uhr E-mail: werkstatt@kleinwachau.de Tel. (03528) 22 906 20


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3 Jahre Paso doble

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enschen mit Behinderungen eine Chance in der Arbeitswelt zu bieten - mit diesem Ziel wurde vor 3 Jahren das Kleinwachauer Integrationsunternehmen Paso doble gGmbH gegründet. Inzwischen sind hier 15 Menschen beschäftigt. Sie bieten Dienstleistungen auf den Gebieten Transport und Logistik, Reinigung und Hauswirtschaft, Winterdienst, Café und Catering sowie Raumvermietung. Thomas Weigelt organisiert den Bereich der allgemeinen Dienstleistungen. Mit seinen Kollegen hat er beispielsweise einen großen Teil der Umzüge im Wohnbereich bewältigt und das Talhaus noch vor den Umbauarbeiten beräumt. 2014 soll das Arbeitsfeld Reinigung und Hauswirtschaft unter der Leitung von Heike Walter ausgebaut werden. Bereits jetzt haben die Mitarbeiter einen großen Teil der Dienst- und Unterstützungsleistungen im hauswirtschaftlichen Bereich in Kleinwachau übernommen. Für Beschäftigte aus den Kleinwachauer Werkstätten bietet das die Chance auf einen Wechsel auf den allgemeinen Arbeitsmarkt. Am Standort Radeberg kümmert sich Elisabeth Jäpel um Café, Catering und die Vermietung des großen Tanzsaales. Am 2. November gab es dort die Paso-doble-Geburtstagsparty. Neben dem Café hatten auch die Außenstelle der Kleinwachauer Werkstätten und der Werkstattladen ihre Türen geöffnet. Viele Gäste nutzten die Gelegenheit, Einblicke in das Integrationsunternehmen in Radeberg zu bekommen.

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ein starkes team

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urzeit ist es ein fast aussichtsloser Kampf, den Katja Zimmermann täglich führt. Das Kleinwachauer Brunnenhaus ist eine Baustelle, an allen Ecken und Enden wird gehämmert, gesägt und gebohrt. Kaum ist ein Flur gewischt, hinterlassen Baustaub und die schweren Schuhe der Arbeiter ihre Spuren. Und doch schafft es Frau Zimmermann immer wieder, Ordnung und Sauberkeit ins Haus zu bringen. Denn das ist die Aufgabe der 29-jährigen, die seit Mai 2013 als Mitarbeiterin im Reinigungsteam des Paso doble für das Verwaltungsgebäude verantwortlich ist. Die Arbeit ist ihr nicht neu: seit neun Jahren sorgt sie im Brunnenhaus für saubere Büros, Flure und Sanitärbereiche. Gelernt hat sie das im Berufsbildungsbereich der Kleinwachauer Werkstätten. In den folgenden Jahren arbeitet sie als Werkstattbeschäftigte in einem kleinen Reinigungsteam im Brunnenhaus. Im Laufe der Zeit wird sie immer selbständiger, ersetzt erkrankte Kollegen und kennt sich schließlich so gut in ihrem Aufgabengebiet aus, dass man ihr eine Stelle im Kleinwachauer Integrationsunternehmen Paso doble anbietet. Nun ist sie allein zuständig für die Reinigung und hauswirtschaftlichen Unterstützungsarbeiten im Verwaltungsgebäude, dem angrenzenden Kirchsaal und den Gästezimmern im Dachgeschoss. Bei der Einarbeitung in veränderte Aufgabengebiete und neue Maschinen steht ihr Heike Walter, ihre Vorgesetzte aus dem Paso doble, weiter zur Seite. Mit dem Sprung vom geschützten Werkstattbereich auf den allgemeinen Arbeitsmarkt ist nicht nur größere Verantwortung im Arbeitsleben verbunden. Auch privat ist Frau Zimmermann nun finanziell unabhängig von staatlichen Unterstützungsleistungen. Zurzeit lebt sie mit ihrem Freund in einer kleinen Wohnung in Seifersdorf. Mit dem Rad oder dem Bus kommt sie jeden Morgen um 8 Uhr zur Arbeit. Die Zeit bis zum Feierabend um 14.30 Uhr vergeht schnell. Von den Mitarbeitern des Verwaltungsgebäudes erhält die junge Frau viel Wertschätzung: „Frau Zimmermann arbeitet gern und zuverlässig. Sie ist flexibel und hilft auch in anderen Bereichen aus, wenn Not am Mann ist. Seit ihrer Anstellung im Paso doble ist sie selbstbewusster und aufgeschlossener - es ist eine Freude, diese Entwicklung zu erleben!“ Mit dem Eintritt ins Integrationsunternehmen kann auch die technische Ausstattung des Arbeitsplatzes von Frau Zimmermann durch eine großzügige Förderung vom Integrationsamt des KSV Sachsen verbessert werden. Wichtigste Neuerung ist eine Reinigungsmaschine, die das mühsame Wischen der Fußböden deutlich erleichtert. Nun arbeitet Katja Zimmermann sozusagen wieder im Zweierteam - zusammen mit ihrem neuen blauen Wischautomaten.

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Sepp-Herberger-Urkunde für Kleinwachauer Fußballer und SV Liegau. Ehrliche Emotionen für Ralf Minge.

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ässig lehnt er an der Brüstung vor dem Vereinshaus. Er trinkt genüsslich einen Kaffee. Wie jeder andere Sportler trägt er einen Trainingsanzug. Und doch ist der Mensch darin für die Fußballer vom FC Kleinwachau etwas ganz Besonderes. Denn nur ihretwegen ist Ralf Minge nach Liegau-Augustusbad gekommen. 222 Spiele absolvierte der heute 52-jährige für Dynamo Dresden, in 36 Länderspielen trug er das Trikot der DDR-Nationalmannschaft. Als Trainer der U23-Mannschaft bei Bayer 04 Leverkusen arbeitet er seit 2012 fernab der Heimat. Und doch ist er vor allem eins: auf dem Boden geblieben. Als Botschafter von Special Olympics Deutschland engagiert sich Ralf Minge schon seit Langem für behinderte Sportler und sucht gar nicht erst nach Begründungen: „Das macht einfach richtig Spaß. Und vor allem ist es keine Einbahnstraße. Ich bekomme so viel zurück - einfach ehrliche Emotionen.“ Und diese Emotionen erwarten ihn auch beim FC Kleinwachau. Erst Ende April wurde die Unified Mannschaft des SV Liegau-Augustusbad vom DFB mit der Sepp-Herberger-Urkunde für das Miteinander von behinderten und nicht behinderten Fußballern ausgezeichnet. Und um dieses Miteinander geht es auch beim Spezialtraining mit Ralf Minge. Der lässt die ganze Mannschaft gleich mal zur Erwärmung aufstellen. Dann ein starker Pfiff in die Trillerpfeife und es bewegen sich Fußballmänner und Fußballfrauen rund um den Star des Tages. Es scheint, als hätte Ralf Minge eine Menge vor mit den ehrgeizigen Sportlern. Gewissenhaft stellt er kleine Hütchen auf eine Linie und lässt die Fußballer drum herum dribbeln. Beim Üben des Doppelpasses muss der Torwart schon öfter mal hinter sich greifen.

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Ralf Minge hält die Nachwuchs-Profis richtig auf Trab. Jeder einzelne bekommt Tipps und Anregungen. Das Abschlussspiel endet schließlich 1:1. Ein ausgeglichenes Ergebnis für eine Mannschaft, die einen sehr ausgeglichenen Gast-Trainer hat. Ganz locker packt Ralf Minge ein paar Bälle und fasst zusammen: „Ich denke, dass die Fußballer sich an das Training als einen besonderen Moment zurückerinnern werden, der vielleicht auch in den Köpfen bleibt. Letztendlich ist es nämlich wichtig, dass nicht die Siege in diesem Sport entscheiden, sondern vielmehr die Leidenschaft. Und die sollen die behinderten Sportler bloß nicht verlieren.“ Und genauso locker wie der Fußballprofi am Anfang seinen Kaffee trank gibt er noch Autogramme, hier und da ein Foto und dann verabschiedet er sich von jedem persönlich. So toll kann Fußball sein.

„Nicht die Siege entscheiden in diesem Sport, sondern vielmehr die Leidenschaft. Und die sollt ihr bloß nicht verlieren!” Einer aber schaut sich das Training genau an: Markus Rebs. Als Präsident des SV Liegau-Augustusbad liegt ihm viel an der Aktion: „Für die Kleinwachauer Sportler wird das ein nachhaltiges Ereignis bleiben. Für mich persönlich ist es eine Bestätigung, dass der seit 2005 gemeinsam mit dem Epilepsiezentrum eingeschlagene Weg der richtige ist.” Markus Rebs und der Trainer des FC Kleinwachau, Lutz Höhne, haben sich Anfang des Jahres für die Sepp-Herberger-Urkunde beworben. Der Erfolg - mit dem keiner so richtig rechnete - zeigt, dass ihr Engagement Vorbildcharakter hat. Beim SV Liegau wird gelebt, wovon andere nur reden: Inklusion. Damit die behinderten Sportler auch im Umfeld gute Bedingungen vorfinden können, gehen die 5.000 EUR Siegprämie direkt in Umbaumaßnahmen für eine behindertengerechte Toilette und einen barrierefreien Zugang zum Vereinsheim. Finanziell ist das nur ein Tropfen auf den heißen Stein, man hofft auf zusätzliche Fördergelder.

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führungswechsel im vorstand

er ehemalige sächsische Staatsminister für Soziales, Gesundheit und Familie, Dr. Hans Geisler, kennt Kleinwachau seit der Studienzeit. Es ist 1966 und Hans Geisler noch in der Promotion zum Doktor der Chemie an der TU Dresden. Als bekennender Christ ist er dort Mitglied der Evangelischen Studentengemeinde. Er besucht ein befreundetes Akademiker-Paar, das gerade ein Freiwilliges Soziales Jahr in Kleinwachau absolviert. Das gibt es schon 1966, trotz sozialistischer Regierung. In der Tobiasmühle, zu dieser Zeit noch ein Altenheim, hilft er mit seinen Kommilitonen beim Arbeitseinsatz. Kleinwachau lässt ihn nie ganz los. Vielfältig hat er später auch als Minister mit dem Epilepsiezentrum zu tun. 2003 wird er in den Vorstand des Förderverein Epilepsiezentrum Kleinwachau e.V. gewählt. Die Umwandlung des Epilepsiezentrums zu einer gemeinnützigen GmbH erfolgt 2007 unter der Verantwortung des damaligen Vorstandsvorsitzenden Prof. Lücke. Veränderungen im Gesellschaftsrecht begründen diesen notwendigen Schritt. Der Förderverein Epilepsiezentrum Kleinwachau e.V. wird mit seinen 16 ordentlichen Mitgliedern Träger der Kleinwachau - Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gemeinnützige GmbH. Zur Leitung der täglichen Geschäfte wird ein Geschäftsführer bestellt. Der Förderverein wirkt somit als Kontrollorgan des Geschäftsführers. 2010 übernimmt Dr. Hans Geisler den Vorstands-

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vorsitz des Fördervereins. Es ist eine Verantwortung, die er von Beginn an nur mit zeitlicher Befristung angeht. Jetzt, 2013, gibt er den Vorsitz an Jens Gerlach ab. Dr. Hans Geisler bleibt als stellvertretender Vorstandsvorsitzender unterstützend erhalten. Für Kleinwachau wünscht er sich: „Einen weiteren Ausbau individueller Wohnformen. Damit verbunden sehe ich natürlich auch die Reduzierung stationärer Wohnstätten. Wir müssen uns weiter öffnen und die Barrieren in den Köpfen der Bevölkerung abbauen.” Neuer Vorstandsvorsitzender des Fördervereins ist Jens Gerlach. Er tritt nun in die großen Fußstapfen seines Vorgängers, wie er selbst mit Respekt sagt. Der Diplom-Kaufmann aus Dresden ist als Wirtschaftsprüfer weit über die sächsische Landeshauptstadt hinaus aktiv. Die ehrenamtliche Arbeit im Förderverein sieht er nicht als Belastung, sondern eher als Mehrwert. Er empfindet Kleinwachau als einen besonderen Ort, der wirklich gelebt wird. Für die Zukunft wünscht auch er sich, Kleinwachau weiter zu öffnen: „Kleinwachau zeichnet sich ja gerade dadurch aus, dass es sich ständig weiterentwickelt und immer wieder neu am Leben und seinen Herausforderungen orientiert. Für diese Herausforderungen wünsche ich uns bei allen Entscheidungen eine gute Hand, viel Kraft und Freude sowie Gottes reichen Segen.“


therapie ist wichtig Seit 10 Jahren gibt es das Bewegungsbad der Kleinwachauer Förderschule. Neben dem Schwimmunterricht dient es vor allem vielen Therapieangeboten. Für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit körperlichen Beeinträchtigungen sind die Behandlungen im Bewegungsbad eine unersetzliche Möglichkeit, ihre Beweglichkeit und motorischen Fähigkeiten zu entwickeln und zu erhalten. Es wird intensiv von den Schülern, den Bewohnern des Wohnbereiches und den Patienten unseres Neurologischen Fachkrankenhauses genutzt. Diese Dauerbelastung zeigt jetzt deutliche Spuren: An der folienbedeckten Innenhaut sind Schäden entstanden, die dringende Renovierungsarbeiten notwendig machen. Das Badebecken muss gegen eines aus Edelstahl augetauscht werden. Ein Becken aus dem robusten Material Edelstahl ist nicht nur haltbarer als Folie, sondern auch besser zu pflegen und zu reinigen. Außerdem hält es den therapiebedingt notwendigen hohen Temperaturen länger stand. Eine nachhaltige Lösung also in puncto Kosten, Technik, Reinigung und Umwelt.

» Bitte helfen Sie mit Ihrer Spende! Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

SPENDENKONTO Empfänger Förderverein Epilepsiezentrum Kleinwachau e.V. IBAN DE25 3506 0190 1615 9600 94 BIC GENODED1DKD VERWENDUNGSZWECK Therapiebad Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung Ihre Adresse mit an. So erhalten Sie automatisch eine Spendenquittung von uns.

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täglich frisches Mittagsmenü Saalvermietung Catering

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Hier arbeiten Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam.

www.pasodoble-radeberg.de

Radeberg, Stolpener Str. 12 E-mail: kontakt@pasodoble-radeberg.de Tel. (03528) 22 906 22

www.epilepsieberatung-dresden.de


„Seitdem ist wieder über Jahr und Tag vergangen und unsere Freunde werden längst auf neue Nachrichten aus Kleinwachau ausgesehen haben.”

Im Wandel der zeit Seit 1890 gibt es in Kleinwachau einen Jahresrückblick und natürlich veränderte dieser immer wieder seine Form. Heute halten Sie ein völlig neu gestaltetes Heft in der Hand. Die Fotos und Geschichten sollen Ihnen zeigen, mit wieviel Engagement und Herzlichkeit hier in Kleinwachau gearbeitet wird. Das ist uns heute wichtig und war es früher auch. „Als im April 1890 der erste Bericht ins Land ging, ward es kund, dass die mühevolle Arbeit des Anfangs nicht vergebens gewesen war; er konnte bereits von

deutlich spürbarem Segen erzählen zum Trost und zur Ermutigung für alle, die im Vertrauen auf Gottes Hilfe das Werk begonnen hatten. Seitdem ist wieder über Jahr und Tag vergangen und unsere Freunde werden längst auf neue Nachrichten aus Kleinwachau ausgesehen haben.” So steht es am Anfang des Jahresberichtes von 1891. Wir hoffen, dass wir Ihnen mit unserem aktuellen Jahresrückblick Freude schenken konnten und Sie vielleicht schon bald auf neue Nachrichten aus Kleinwachau Ausschau halten.

IMPRESSUM Herausgeber Kleinwachau Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gGmbH Wachauer Str. 30 01454 Radeberg Tel.: 03528 / 431-0 E-mail: kontakt@kleinwachau.de www.kleinwachau.de

verantwortlich für den Inhalt Martin Wallmann (Geschäftsführer) konzept, Redaktion, Layout & Grafik Abteilung Öffentlichkeitsarbeit Alexander Nuck (Leitung) Patricia Wachsmuth

Fotos & BILDER Öffentlichkeitsarbeit des Sächsischen Epilepsiezentrums Radeberg, S.10 Norbert Mutschmann, S.11 Christine Tenne, Aaron Winkler, S.32 Springer Medizin, S.26 Detlef Ulbrich, S.28-29 © Lothar Sprenger, S.30 Robert Schultze, S.56 Annegret Koch Auflage: 3.000 Stück, kostenlose Verteilung frei Haus

Druck KONSTA Druck & Werbung Inhaber: Ralf Gauptys Radeberger Straße 34 01454 Feldschlößchen Chronik MARUNG+BÄHR Werbeagentur Prießnitzstraße 8 01099 Dresden www.marung-baehr.de 55


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Gott nahe zu sein ist mein Glück. Psalm 73,28

Jahreslosung 2014

2014 » » » » » » »

Wir laden Sie herzlich ein.

Tag der offenen Tür in der Kleinwachauer Förderschule 28. März 2014 Kleinwachauer Dampferausflug 28. März 2014

Kleinwachauer Epilepsiesymposium 3. Mai 2014 Brunnenhaus - Kirche Thema: „Epilepsie in der Öffentlichkeit” Tanz in den Mai 3. Mai 2014 Saal der Kleinwachauer Werkstätten Live: ¡Más Shake! mit Rod González (Die Ärzte) Kleinwachauer Sommerfest 5. Juli 2014 Jubiläumsfeier 125 Jahre Kleinwachau 20 Uhr live im Konzert: DIKANDA 12. Epilepsieforum 18. Oktober 2014 Dresden, An der Kreuzkirche 6 Weihnachtsmarkt der Förderschule 5. Dezember 2014

www.kleinwachau.de


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2013 Das Jahr in Kleinwachau. by Epilepsiezentrum Kleinwachau - Issuu