Das Jahr in Kleinwachau | 2017
erlebt. gesehen. erz채hlt.
Neue Station 5 Einblicke in den Alltag im Klinikneubau
Schulcampus Pl채ne f체r inklusiven Schulstandort
Mehr Platz Neue Lagerhalle f체r die Werkstatt
Mein Foto des Jahres Besondere Augenblicke
INHALT Mein Foto des Jahres Besondere Augenblicke 4, 12, 20, 32, 40
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Nachhilfe für Politiker Wahlveranstaltung für Menschen mit Behinderungen 6 Schul-Campus für alle Arbeit an Plänen für inklusiven Schulstandort 14 Kita Baumhaus Modernes Ruhe-Konzept 19 Es geht um jedes Gramm Ketogene Diät kann helfen, Anfälle zu verhindern 22 Die neue Station 5 Einblick in die Krankenhausstation für Menschen mit Behinderungen 24
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MZEB Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung 28 Das neue Tannenhaus Modernes Wohnprojekt statt Zwischenlösung 34 Einzelfallhilfe Besondere Betreuungsangebote im Bereich Wohnen 38 Mehr Platz für gute Arbeit Neue Halle für die Werkstatt in Radeberg 42
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Mitarbeiter-Gesundheitstag Tolle Tipps, Infos und Kultur 50
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Jahresspendenprojekt Sportförderung 52 Impressum 55
G Liebe Leserinnen, liebe Leser, Gott sei Dank: Manche Dinge bleiben nicht, wie sie sind. Auch nicht in Kleinwachau. Da gibt es neue Räume im Krankenhaus. Es gibt neue Möglichkeiten bei der Behandlung von Epilepsie. Es gibt neue Möglichkeiten, sich über Politik zu informieren. Es gibt neue Bewohner und neue Mitarbeiter in Kleinwachau. Gott sei Dank: Manche Dinge bleiben, wie sie sind. Auch in Kleinwachau. Es gibt Mitarbeiter mit viel Berufserfahrung. Bewohner leben schon lange wie eine Familie zusammen. Gewachsene Verbindungen zu Politikern helfen, unsere Anliegen im Blick zu behalten. Patienten fühlen sich in der bekannten Umgebung im Krankenhaus geborgen. Bewahrenswertes und Neues – beides hat seinen Platz. Gott sei Dank!
Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir. Hebräer 13,14 Jahreslosung 2017
Manchmal gehen die Meinungen auseinander: Was soll bewahrt und was soll verändert werden? Als christliche Einrichtung wollen wir uns auf Gott verlassen. Er spricht: Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch. Von dem Geist, den Gott uns gibt, wollen wir uns leiten lassen. Nicht nur von dem, was andere uns sagen. Wir haben auch in diesem Jahr versucht, mit Gottes Hilfe das für Kleinwachau gute Maß von Bewahren und Verändern zu finden. Die folgenden Seiten berichten davon. Beurteilen Sie selbst, wie gut uns das gelungen ist. Ihre Pfarrerin Elisabeth Roth
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„Es braucht heute wie damals Menschen, die für etwas einstehen. Herr Hutschenreuther hat uns gezeigt, wie so etwas geht.”
AKZEPTANZ & ÄNGSTE E
s fällt schwer, unter den 500 engagierten Mitarbeitern, die inzwischen in Kleinwachau und unseren Tochterunternehmen angestellt sind, eine oder einen hervorzuheben. Ich mache es aber diesmal trotzdem: Markus Hutschenreuther hat mit einem umfangreichen Projekt in den letzten beiden Jahren viel für die politische Bildung der Bewohner Kleinwachaus und der Beschäftigten der Werkstatt getan. Schon im letzten Jahr gab es Besuche bei den Parteien im sächsischen Landtag – darüber hatten wir bereits berichtet. Unmittelbar vor der diesjährigen Bundestagswahl fand im Ratssaal der Stadt Radeberg ein Forum mit Kandidaten unterschiedlicher Parteien statt. Ich persönlich fand es eine ganz besondere Erfahrung, denn die Kandidaten bemühten sich wirklich, ihre Ziele in einfacher Sprache zu formulieren. Im Gegenzug stellten die Bewohnerinnen und Bewohner den Politikern sehr konkrete Fragen. Ich glaube, so muss in Zukunft Politik passieren: auf Augenhöhe. Das Wahlergebnis war letztlich aber auch in Radeberg eher
ernüchternd. Welche Konsequenzen müssen wir daraus ziehen? Aus meiner Sicht gibt es keine Alternative zum Weg der Inklusion. Gerade die Bewohner unserer ambulanten Wohnangebote erlebe ich als sehr aktive Bürger. Sie sind Wähler, Nachbarn, Kunden im Supermarkt um die Ecke – sie sind Teil der Gesellschaft und vor allem sind sie willkommen und akzeptiert.
Öffnung. Diesen Weg hatte Pfarrer Taut bereits in den 1980er Jahren begonnen: weg von der „Anstalt“ und hin zu einem ganz normalen Teil von Liegau-Augustusbad. Es braucht also heute wie damals Menschen, die für etwas einstehen. Herr Hutschenreuther zum Beispiel hat uns allen gezeigt, wie so etwas geht: mit einer zündenden Idee und einem festen Willen.
Immer mehr Akzeptanz findet auch das Projekt eines inklusiven Schulcampus hier auf dem Gelände des Epilepsiezentrums. Förderschüler aus Kleinwachau und Grundschüler aus Liegau-Augustusbad sollen Nachbarn werden – in einem gemeinsamen Haus. Keine Frage, das schürt auch Ängste. Ängste, die wir in einer Bürgerversammlung versucht haben zu nehmen. Auf Augenhöhe eben. Interesse, konstruktive Diskussionen und aktive Förderer machen dieses Projekt so spannend und vielleicht sogar beispielgebend für andere.
Martin Wallmann Geschäftsführer
Für das Epilepsiezentrum Kleinwachau jedenfalls ist es eine weitere Etappe auf dem Weg der
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eutschland hat gewählt. Und Helga Naumann auch. Die 66-Jährige hat in den vergangenen Jahren noch nie eine Wahl verpasst. Egal ob Landtags- oder wie jetzt Bundestagswahl. „Mich interessiert Politik“, sagt sie. Die Nachrichtensendung „Sachsenspiegel“ auf dem MDR ist am Abend bei ihr zu Hause Pflichtprogramm. Wenn im Fernsehen zu später Stunde noch politische Gesprächsrunden laufen, hört sie sich an, was die Politiker zu sagen haben. „Die reden ja immer ganz schön viel.“ Was sie dann allerdings gar nicht leiden kann: Wenn die schick gekleideten Damen und Herren der Parteien bei all den vielen Worten trotzdem um Probleme herumreden. Oder wenn sie sich lauthals streiten. Das ist ihr in solchen Momenten schon beim Zuschauen ein bisschen unangenehm. Wenn Helga Naumann etwas zu sagen hat, dann kommt sie gleich auf den Punkt. Dann findet sie ehrliche Worte, ohne Dinge aufzuhübschen. Das ist auch so, wenn sie von ihrer Anfangszeit in Kleinwachau erzählt. Aufgewachsen ist sie eigentlich in Chemnitz. Aus gesundheitlichen Gründen kommt sie im Jahr 1973 nach Kleinwachau. „Die Wohnverhältnisse damals waren alles andere als ideal“, erzählt sie. Gerade die großen Schlafsäle hätten sie gestört. Privatsphäre gab es dort nicht. Für die damals junge Frau eine zusätzliche Belastung. Das ist noch heute an der Art und Weise spürbar, wie sie über diese Zeit in ihrem Leben spricht. Nach der Wiedervereinigung ändern sich die Bedingungen Schritt für Schritt zum Besseren.
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Ab 2007 wohnt Helga Naumann in einer Außenwohngruppe auf der Radeberger Schloßstraße. Eine schöne Zeit sei das gewesen. „Aber mit Mitte 60 wollte ich das nicht mehr“, sagt sie. Mit zwei Mitbewohnerinnen aus der Gruppe sucht sie nach etwas Eigenem. Einer kleinen Wohnung, in der die älteren Damen ihr Ding machen können. Betreutes Wohnen soll es werden. Doch bevor es soweit ist, kämpfen sich alle erst einmal durch den Behördendschungel. „Das hat viel Kraft und Nerven gekostet“, sagt sie. Das ständige Hin und Her hätte sie oft aufgewühlt. Sie ist dankbar, dass die Kleinwachauer Mitarbeiter ihr geholfen haben. Irgendwann steht endlich fest: Sie bekommen die Wohnung. Seit Juni 2016 leben sie dort zu dritt. Dieses Kapitel hat ihr wieder einmal gezeigt, dass es wichtig ist, für seine Wünsche einzustehen. Dass sie dranbleiben muss, wenn sich etwas bewegen soll. Als das Epilepsiezentrum Kleinwachau im Jahr 2016 zu Begegnungen mit sächsischen Politikern einlädt, ist Helga Naumann mit dabei. Die Fahrt in den sächsischen Landtag – absolut spannend. Verschiedene Parteivertreter treffen sich mit den Bewohnern, um mit ihnen ins Gespräch zu kommen. Helga Naumann will den Politikern vor allem mit auf den Weg geben, was für Menschen mit einer Behinderung wichtig ist. „Mir ist aufgefallen, dass sie vieles, was uns bewegt, gar nicht wissen.“ So gäbe es beispielsweise viel zu wenig barrierefreie Wohnungen. Das will sie von den Politikern, dass sie sich auch um solche Themen kümmern. Das sagt sie ihnen auch ganz deutlich, als Politiker von CDU, SPD, Linken und Grünen bei einem Informationstag zur Bundestagswahl im Radeberger Rathaus vorbeischauen. Organisiert hat den Tag Markus Hutschenreuther, Mitarbeiter im Epilepsiezentrum. Zur Lebenswelt Behinderter, meint er, hätten alle Parteien ein ähnliches Profil. „Aber wir wollten unseren Leuten die Möglichkeit geben, sich ein besseres Bild zu machen, um vergleichen zu können.“ Jens Bitzka von den Grünen verspricht ein Wahlprogramm in leichter Sprache. Tilo Hellmann von den Linken macht deutlich, dass Inklusion eben nicht bedeute, einen schwerbehinderten Menschen einfach in eine Klasse mit 28 Schülern zu setzen. CDU-Politiker Gernot Krasselt formuliert: „Wir brauchen Ihre Hilfe, um zu wissen, was Ihnen wichtig ist.“ Und SPD-Mann Richard Kaniewski appelliert, mit Wünschen und Problemen immer offen auf die Politiker zuzugehen. Helga Naumann hört sich das alles an, stellt Fragen, zieht ihre Schlüsse. An ihrer Wahlentscheidung rüttelt der Termin allerdings nicht. „Ich wusste eigentlich schon vorher, wen ich wählen will.“ Mehr verraten wird nicht. „Es gibt ja ein Wahlgeheimnis“, sagt sie und lacht. Und schließlich ist sie in Sachen Wahl ein alter Hase.
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STOLZER
WELTMEISTER-VATER
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hristfried Vetter schmunzelt: „Ich weiß nicht, wie oft ich das in letzter Zeit gefragt wurde. Ich bin einfach mega stolz, was mein Sohnemann in seiner sportlichen Karriere erreicht hat“, antwortet er auf die Frage, wie er sich mit so einem berühmten Sohn denn fühle. Sprössling Johannes ist nämlich kein Geringerer als der amtierende Weltmeister im Speerwurf. Von klein auf unterstützte die Familie den Sohn und war natürlich im Sommer 2017 auch in London dabei, als der seinen Titel holte. Was für eine Sensation! Im Alltag ist Vetter Senior der stellvertre-
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tende Küchenchef in Kleinwachau. Er vollbringt im Brunnenhaus mit einem Team aus 13 Leuten ebenfalls sportliche Leistungen: täglich 190 Portionen Frühstück und Abendbrot und bis zu 580 Mittagessen. Das braucht eingespielte Organisation und Struktur. Und schmecken muss es natürlich auch. Zu den Aufgaben von Christfried Vetter gehören nicht nur Planung, Bestellung und Küchenstatistik, er steht auch selbst oft am Kochkessel. „Wir kochen frisch und jeder mit seiner eigenen kleinen Nuance – ich mag es deftig!“, sagt der Weltmeister-Vater. Neben der Cafeteria und den Häusern auf dem Campus versorgt die Küche auch die anderen Kleinwachau-Einrichtungen wie Tobiasmühle, die Kita und die Werkstatt in Radeberg. Unter Herrn Vetters Kollegen ist die Laufbahn des Sohns natürlich heiß diskutiert – jeder hatte da sein Aha-Erlebnis. Auch in Zukunft wird es für den Fanblock aus Freunden, Familie und Kollegen viel Gesprächsstoff geben: Die EM in Berlin 2018, die WM im darauffolgenden Jahr und Olympia 2020. Ganz Kleinwachau drückt dafür sicher die Daumen!
TOLLE URLAUBSERLEBNISSE DANK JAHRESSPENDENPROJEKT 2017
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ie gut Evelyn Schilling und Heilerziehungspflegerin Pia Mauksch miteinander können, merkt man den beiden sofort an: eine kleine Geste hier, ein Lächeln dort und beide wissen sofort Bescheid. Die jungen Frauen kennen sich schon, seitdem Evelyn Schilling von Pia Mauksch in der Jugendwohngruppe im Wiesenhaus betreut wurde. Auch jetzt, da Frau Schilling im Erwachsenen-Projekt wohnt, treffen sich die beiden oft zum Spazieren oder einfach zum Reden.
Mittel verfügen. Eine Reise für diese Menschen zu organisieren, ist mit hohem personellem und finanziellem Aufwand verbunden. Aus diesem Grund haben wir Spenden gesammelt, um Urlaub möglich zu machen. Wir möchten hiermit allen Spendern Danke sagen! Sie haben nicht nur Urlaubs-, sondern oft auch Herzenswünsche erfüllt. Evelyn Schilling jedenfalls hat den Urlaub in Bremen auf jeden Fall so richtig genossen. „Der war wirklich toll“, ruft sie lachend und streckt die Arme in die Luft.
Vor kurzem waren sie sogar gemeinsam im Urlaub. Das war in Bremen – sechs Tage, in denen es viel zu erleben gab. „Da waren wir und da und da“, sagt Frau Schilling und zeigt voll Freude auf die Ansichtskarte, die die Urlauber an das Wiesenhaus geschickt hatten. Zu Evelyn Schillings Reise-Highlights gehören der Besuch auf dem Bremer Markt inklusive Stadtmusikanten und Shopping-Tour, die Nordsee, der Serengeti-Park mit Giraffen, Löwe, Tiger und Spucklamas, der Nachmittag auf dem Trampolin und der gemütliche Grillabend. Doch fragt man die 22-Jährige, was das Allerbeste war, schmunzelt sie, gestikuliert mit dem Oberkörper und sagt: „Die Pinguine, die haben sich so komisch bewegt!“
Spendeneinnahmen Jahresspendenprojekt „Urlaub möglich machen“: 17.348 EUR (Stand Ende November 2017) Vielen Dank für Ihre Spende!
Für die Bewohner Kleinwachaus gibt es jedes Jahr einen kleinen Katalog mit Urlaubsangeboten. Evelyn Schilling hatte sich die Reise nach Bremen ausgesucht, weil sie das Meer liebt. Möglich geworden ist ihr Wunsch dank Spenden. „Wir haben das Problem, dass einige Bewohner sich einfach keinen Urlaub leisten können. Das ist schade, denn gerade für Menschen wie Frau Schilling ist es so wichtig, mal etwas Neues zu erleben“, erklärt Heilerzieherin Pia Mauksch. Schwierig ist es vor allem bei Erwachsenen, die wegen ihrer Erkrankung auf permanente Betreuung angewiesen sind und nur über geringe eigene finanzielle
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ENERGIE-MANAGER KLEINWACHAU SETZT AUF NACHHALTIGKEIT
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s gibt Hack. Richtig viel sogar. „Insgesamt 160 Kubikmeter pro Woche“, sagt Jens Tetschke. Natürlich nur in der Heizsaison. Der Verantwortliche für Bau- und Gebäudemanagement im Epilepsiezentrum Kleinwachau steht vor einer riesigen Grube, deren Dach sich automatisch öffnen und schließen lässt. Hier können große Laster halten und ihre Ladung direkt in den riesigen Lagerraum kippen. Hack eben – nicht Fleisch, sondern Holz-Hackschnitzel. Die braucht Kleinwachau für die Wärme. Das ausgeklügelte Heizsystem basiert sogar auf drei unterschiedlichen Methoden. Im Blick hat alles ein Energiemanagement-Team. Das kümmert sich nicht nur darum, dass keiner kalte Füße bekommt. Jens Tetschke gehört zu diesen Energiemanagern. Ihr Ziel: Im Epilepsiezentrum soll Energie möglichst effizient verbraucht werden. Das heißt, kostengünstig und so, dass die Umwelt wenig belastet wird. „Das
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geht nicht von heute auf morgen, das ist ein längerer Weg“, sagt Tobias Oertel, Referent für Unternehmensorganisation und -entwicklung, der ebenfalls zum Team gehört. Ein gutes Stück voran ist Kleinwachau in den vergangenen Jahren schon gekommen. Bereits seit 2004 gibt es auf dem Dach des Wiesenhauses eine Solaranlage. Ein kleiner Kasten am Eingang des Gebäudes verrät, wie viel Strom aus Sonnenenergie seitdem schon produziert worden ist. Momentan gibt es die Idee, auch weitere Dächer auf dem Areal mit solch einer Photovoltaikanlage zu versehen. Dafür sind das Dach der Werkstatt, des Fachkrankenhauses A und des künftigen Tannenhauses in der Diskussion. Vom Wiesenhaus ist es nur ein kurzer Weg zum wohl wärmsten Punkt auf dem Gelände: dem Heizhaus. Im Jahr 2011 wurde das Heizsystem komplett um-
gestellt. Drei Systeme sorgen dafür, dass niemand friert. Im gemütlich warmen Heizhaus rattert das Blockheizkraftwerk tagtäglich vor sich hin. Ein Motor treibt den Generator an, wodurch Strom und auch Abwärme produziert werden. Im Herbst und Frühling unterstützt der riesige Gaskessel im Raum nebenan das System. Wenn es draußen richtig kalt ist, wird die Hackschnitzel-Heizung ein paar Häuser weiter angeworfen. Das Material dafür stammt aus Wäldern der Region. Klein gehäckseltes Holz. Ob Generator, Gas oder Hack: alle drei funktionieren unabhängig voneinander. Bei Havarien könnten sie so einander auch ersetzen. Der Anschluss an das hauseigene Nahwärmenetz wird beim Neubau von Gebäuden in Kleinwachau gleich mit eingeplant. Umweltbewusstes Handeln hört in Kleinwachau mit all dem aber längst nicht auf. Stück für Stück werden die Lampen auf LED-Leuchtmittel umgestellt. Regenoder Brunnenwasser wird für die WC-Spülungen verwendet. Mit den Versorgern gibt es seit 2017 Verträge über Ökostrom und -gas. Bei der Gestaltung der Wege im Gelände werden möglichst wenig Flächen versiegelt. Ersatzpflanzungen bei Neubauprojekten sind selbstverständlich. Zuletzt wurden im Zuge des Krankenhaus-Neubaus 5.000 qm Wald aufgeforstet. Auch in der hauseigenen Küche spielt der Gedanke der Nachhaltigkeit eine wichtige Rolle. Regionalität ist ein Aspekt, z. B. bei der Auswahl der Lieferanten für Bäcker- und Fleischereiprodukte. Die Eistheke bietet ein in Dresden handwerklich hergestelltes Eis, ohne künstliche Farbstoffe, ohne künstliche Aromen und ohne gehärtete Fette. Der Kaffee kommt bereits seit einigen Jahren aus fairem Handel. Für umweltbelastende To-go-Behälter wie Einweg-Kaffeebecher ist seit diesem Jahr ein Aufpreis fällig, von dem zumindest eine pädagogische Wirkung erwartet wird. „Und wir ordern Papier aus nachhaltiger Wirtschaft“, erklärt Tobias Oertel. Mitarbeiter aus verschiedenen Bereichen treffen sich regelmäßig zur Sitzung des Energieteams. Sie nehmen Tipps und Hinweise aus den verschiedenen Bereichen Kleinwachaus entgegen und achten auch bei ihren Kollegen darauf, dass diese Standby-Geräte ausschalten, Computer und Licht nach der Arbeit ausmachen oder richtig lüften, anstatt die Fenster ewig in Kippstellung zu belassen. Einen Wunsch hätten Oertel und Tetschke für die nächsten Jahre noch: Elektroautos für die Kleinwachauer Autoflotte.
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„Ein durchlässiger Raum zwischen Profanem und Sakralem.”
STILLES & LAUTES E
s gibt Orte, an denen die Geräusche des Alltags verschwinden und man allein ist mit seiner inneren (Un)Ruhe und seinen Gedanken. Orte, die in ihrer Stille und Geborgenheit Kraft geben. Stille eröffnet eine Weite und den inneren Blick über das eigene tägliche Leben hinaus. Stille ist ein Suchen nach Begegnung mit dem Eigenen, dem Anderen und dem Göttlichen. Dieser Grundgedanke gehört zu den Wurzeln unserer christlichen Kultur – nur haben wir das heute bei der ungebrochen immer und überall stattfindenden Kommunikation fast vergessen. Nun werden Sie fragen, was hat Stille mit einer Schule zu tun? Wenn der Unterricht beginnt, verstecken sich Geräusche hinter Klassenzimmertüren. Nur das Plätschern des Brunnens ist hier im Eingangsbereich unserer Förderschule noch zu hören. Genau hier versteckt sich ein Raum, der mitten im Leben der Schule angesiedelt ist: ein Podest im Eingangsfoyer, etwas abseits aber mittendrin. Der Ort wird oft für Pausen und Gespräche genutzt. Er ist öffentlich und dennoch bietet er Schutz für Geborgenheit und Vertrauen. An
diesem Ort wollen wir zukünftig als Schule mit unseren Schülern Raum für Gedenken, Gehör für Nöte und Sorgen schaffen, gleich ob im Gespräch oder im Gebet. Ein Ort der Hoffnung, der Zuversicht und des Trostes. Mit einfachen religiösen Ausdrucksformen soll das Göttliche liebevoller Bestandteil unserer Gemeinschaft sein. Gott wird damit präsent mitten im Leben. „Ein durchlässiger Raum zwischen Profanem und Sakralem.“ Mit diesen Worten wurde unser Konzept zum Ort der Stille von der Evangelischen Schulstiftung Sachsen gewürdigt und mit dem 3. Förderpreis prämiert. Noch ist alles eine konzeptionelle Idee, die in der Umsetzung getragen werden soll vom gemeinsamen Gestalten der Schüler und Eltern.
und der Grundschule Liegau-Augustusbad zeigt, wie eine Vision Gestalt annimmt. Es ist faszinierend zu erleben, wie sie ansteckt und begeistert. Insofern gehören Getöse, Aufregung und Lautstärke genauso zu Schule und Kita wie Stille oder Ruhe. Sie vereint uns und gibt uns Kraft und Mut für die kommenden großen und kleinen Aufgaben.
Matthias Dieter Bereichsleiter Bildung
Stille und Ruhe als Kennzeichen von Vielfalt, Individualität und Gemeinschaft - davon erzählt auch der Beitrag aus der Kita Baumhaus. Die Kollegen setzen hier ein neues Ruhe-Konzept um. Laut von sich reden macht dagegen eine andere Idee. Der geplante gemeinsame Schulcampus von unserer Förderschule
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as Bild, das am Computer entstand, sieht schon mal schick aus. Es zeigt eine Zukunftsvision. Direkt neben der Förderschule des Epilepsiezentrums Kleinwachau wächst da ein Neubau aus dem Boden. Unten, eingebettet in den Hang, befindet sich eine Sporthalle. Direkt darüber erstrecken sich moderne Zimmer für die Grundschule Liegau-Augustusbad. Gemeinsame Räume verbinden die beiden Schulen miteinander. Noch ist die Visualisierung Fiktion. Doch Alexandra Baumgärtel und Matthias Dieter investieren derzeit viel Energie, damit sie Realität werden kann. Die Schulleiterin der Grundschule und der Leiter der Förderschule wissen, dass ein gemeinsamer Schulcampus etwas gänzlich Neues für das Dorf Liegau-Augustusbad wäre. „Am wichtigsten ist es deshalb, alle bei dieser Idee mitzunehmen“, sagt Alexandra Baumgärtel. „Die Schüler, die Eltern, die Kollegen und auch die Bürger aus dem Ort.“ Noch vor einem Jahr sprachen die Verantwortlichen lediglich von einer Turnhalle, die die Grundschule dringend braucht. Schon seit Längerem kann der Sportunterricht für die derzeit 85 Grundschüler nur dadurch abgesichert werden, dass der flächenmäßig zu kleine Mehrzweckraum genutzt wird. Einen Sportplatz gibt es
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nicht. Auch aus Kostengründen entstand deshalb die Idee, eine Turnhalle für Grund- und Förderschule zu bauen. Doch die würde nur kurzfristig Platzprobleme lösen. „Immer wieder ziehen junge Familien nach Liegau, unsere Schülerzahlen bleiben über die Jahre konstant oder steigen“, erklärt die Schulleiterin. Im jetzigen Schulgebäude stieße man dann schnell an Grenzen, besonders was die individuelle Förderung oder den Gruppenunterricht betrifft. Ein Schulneubau wäre da durchaus sinnvoll. Der könnte in Zukunft in direkter Nachbarschaft der Förderschule entstehen. Matthias Dieter gefällt der Gedanke durchaus. Schon seit Jahren kooperieren die beiden Einrichtungen zusammen. Es gibt gegenseitige Besuche bei Festen und Kulturveranstaltungen oder gemeinsame Fortbildungen für die Lehrer. „Trotzdem gibt es noch genug Dinge, die vor so einer Entscheidung geklärt werden müssen“, sagt Dieter. Die von den Vereinten Nationen geforderte Inklusion, die Teilhabe aller, sei ein großes visionäres Ziel. „Dazu braucht es auch Augenmaß.“ Die Bedürfnisse aller müssten berücksichtigt werden. Ängste gibt es auf beiden Seiten. Manche Förderschüler und ihre Eltern fragen sich, ob es dann lauter wird im Schulgebäude, ob der Platz noch für alle reicht. In der Elternschaft der Grundschule, so schildert Alexandra Baumgärtel, gibt es die Sorge, dass sich Lerninhalte verändern oder die Kinder nicht mehr die Voraussetzungen fürs Gymnasium schaffen. Das sei aber unbegründet. „Beide Schulen bleiben eigenständig, mit ihren eigenen Lehrplänen.“ Es soll aber trotzdem geschaut werden, wo ein Miteinander möglich ist. Beispielsweise bei Fächern wie Sport, Musik oder Werken. „Wichtig ist momentan, dass wir hinter dem Projekt stehen und es wollen“, sagt Matthias Dieter. Für Alexandra Baumgärtel wäre es wichtig, dass das momentane Wohlwollen aller schon bald konkreter wird. „Für die Kollegen und mich sind die Planungen ein deutlicher Mehraufwand. Wir benötigen die Sicherheit, dass unsere Ideen verwirklicht werden können.“ Von Seiten der Bildungsagentur bekommen sie positive Rückmeldung auf die Pläne und auch der Oberbürgermeister der Stadt Radeberg, Gerhard Lemm, zeigt klar Unterstützung: „Wir als Stadt bekennen uns ganz klar zu diesem Projekt. Jetzt geht es darum, die notwendigen Finanzmittel und eine hinreichende Summe an Fördermitteln zusammenzubekommen.“
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ICH HAB DAS IM GEFÜHL!
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enn der 11-jährige Louis vom Zirkus schwärmt, funkeln seine Augen. Seine Oma hatte ihn manchmal zu Vorstellungen mitgenommen und diese Erlebnisse wirken nach: „Zirkus fand ich schon immer toll, besonders Akrobatik und die Clowns. Wenn ich groß bin, werde ich ein berühmter Komiker.“ Er ist auf dem besten Weg dazu. Während Louis so erzählt, probiert er nebenbei Hüte auf, die er aus einer bunten Kiste nimmt. Er schlüpft dabei von einer Rolle in die nächste. Aus Jim Carrey wird Johnny Depp alias Käptn Sparrow, gleich darauf Bud Spencer oder Charlie Chaplin. „Für den brauche ich noch ein Bärtchen, das male ich mir gleich auf. Das ist meine Lieblingsrolle.“ Am nächsten Tag zeigt er, was das heißt. Die Schüler der Kleinwachauer Förderschule sind mitten in den Proben für ein neues Zirkusprojekt. Gemeinsam mit zwei Zirkuspädagogen aus Dresden. Jeder sucht sich Kunststücke und Rollen heraus, die am besten zu ihm passen. Louis ist in einen viel zu großen Mantel geschlüpft, weiße Handschuhe, Stock und Melone – kein Zweifel, das ist Charlie Chaplin. Mit der einsetzenden Musik beginnt Louis sich ebenso
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geschickt-komisch, federnd und geschmeidig wie sein großes Vorbild zu bewegen. Dabei zeigt er genau das richtige Gefühl für Situationskomik und Rhythmus. Der Slapstick wirkt so gekonnt, als würde Louis öfter auf der Bühne stehen. „Nee, so oft geübt habe ich das nicht“, meint er auf Nachfrage. „Aber ich hab es ja im Film gesehen. Und dann mache ich es einfach nach, ich hab das im Gefühl!“ Louis ist ein Naturtalent und das Zirkusprojekt der Schule ist seine Chance. Schon lange hat er sich darauf gefreut. Und sehr gehofft, dass seine „Nummer“ mit in die Abschlussvorstellung aufgenommen wird. Nach den tollen Proben hatten sich schon viele darauf gefreut. Doch dann macht ihm ausgerechnet ein winzig kleines Tierchen einen Strich durch die Rechnung: Nach einem Insektenstich kann Louis plötzlich kaum noch laufen. Die Vorstellung findet ohne ihn statt. Seine Enttäuschung ist riesig. Doch es gab eine zweite Chance für ihn - zum Kleinwachauer Sommerfest. Und da zeigte der kleine Künstler vor großem Publikum, was in ihm steckt. Er tanzte sich sofort in die Herzen der Zuschauer. Für seine perfekte Bühnenshow erntete Louis stürmischen Applaus.
MEHR ALS WORTE
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m Hauswirtschaftsunterricht werden heute Martinshörnchen gebacken. Butter, Zucker und Mehl sind schon abgewogen, was fehlt noch? „Ei“, antwortet William. Aber die Stimme kommt nicht aus seinem Mund, sondern aus dem Tablet, das vor ihm auf dem Tisch liegt. William hat eine geistige Behinderung und sein Sprachvermögen ist beeinträchtigt. Dass er sich dennoch auch sprachlich am Unterricht beteiligen kann, liegt an dem Konzept der sogenannten „Unterstützten Kommunikation“. Doch dahinter verbirgt sich mehr als Worte und Technik. Das Konzept beruht auf einem umfangreichen System von visuellen Hilfsmitteln zur Wortfindung. Dazu gehören zunächst vor allem Gebärden, Symbole und Bildtafeln. „Nichtsprechende Schüler können damit ganz gut ihre Handlungen oder den Alltag strukturieren“, weiß Petra Wiciak. Die Pädagogin ist Lehrerin in Kleinwachau und beschäftigt sich intensiv mit dem System der Unterstützten Kommunikation. „Aber Gefühle, Eigenschaften oder Entscheidungen auszudrücken, ist schon schwieriger“, erklärt sie weiter. Darum wurde das System erweitert, z. B. um Symbole für „mehr“ oder „weniger“. Und die technische Entwicklung eröffnet inzwischen ganz neue Möglichkeiten: Spezielle Tablets, sogenannte „Talker“ können nicht nur eine fast unbegrenzte Zahl von Bildern und Symbolen enthalten, sondern diese sogar mit einer Sprachausgabe verknüpfen. „Das motiviert die Schüler natürlich sehr und ist ein zusätzlicher Lerneffekt beim Spracherwerb. Darum wird an unserer Schule das System vorangebracht. Möglichst viele Kollegen erlernen den Umgang mit der entsprechenden Technik und den zugehörigen Programmen. Bei den betreffenden Schülern werden auch Eltern und Therapeuten einbezogen.“ Bei William funktioniert das schon ganz gut, sein „Talker“ begleitet ihn nach dem Unterricht nach Hause. Gemeinsam mit seiner Mutti kann er sogar kurze Sätze abspeichern, mit denen er dann beim „Morgenkreis“ in der Schule von seinen Erlebnissen in der Freizeit erzählt. Gerade ist etwas Mehlstaub auf dem Bildschirm gelandet, doch das macht dem robusten Gerät nichts aus. Mit seiner Hilfe wird William zuhause vom Backtag berichten – eine echte „Kostprobe“ vom gelungenen Gebäck gehört natürlich dazu!
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LUXUS FÜR KOLLEGE KÄFER FREIWILLIGES ÖKOLOGISCHES JAHR
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ie Pfefferminze ist unfair. Wie Tentakel hat sie ihre stark duftenden Triebe auf dem kleinen Beet in alle Richtungen ausgebreitet. Nach drei Wochen Urlaub wartet jetzt viel Arbeit auf Sophie Buhle. Sie steht mitten im sprießenden Kraut, das an der Rückseite der christlichen Kindertagesund Familienbildungsstätte Baumhaus in Radeberg wuchert. Mit einer Gartenschere in der Hand wird sie dem Grün gefährlich. Schnipp. „Für den Tee werden die Blätter getrocknet“, erzählt sie nebenbei. Die 18-Jährige absolvierte ihr Freiwilliges Ökologisches Jahr (FÖJ) in der Kita. Ende August war das auch schon wieder vorbei. Eigentlich hatte sie sich vor gut einem Jahr schon für eine Ausbildung zur Tischlerin entschieden. „Aber da gab es nur Maschinen. Das war nicht meins“, erzählt sie. Sich über ihren Traumberuf bewusst zu werden, dabei sollte ihr auch das FÖJ helfen. Über den Verein Grüne Liga Sachsen bekommt sie Kontakt zur Kita Baumhaus. Im September 2016 kommt sie zum Probearbeiten vorbei. Noch in der gleichen Woche kann sie anfangen. Nicht nur die Pfefferminze hat sie seitdem im Blick. Sophie Buhle jätet Unkraut, pflückt Erdbeeren oder buddelt im Kartoffelbeet. Wenn das Wetter schlecht ist, gibt es drinnen ebenso viel zu tun: Staub wischen, Stifte anspitzen, eingerissene Bücher kleben, die Obstmahlzeit
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vorbereiten. Und natürlich das Spielen mit den Kindern. „Am Anfang sahen die für mich alle gleich aus“, erzählt sie und muss dabei lachen. „Nach zwei Monaten kannte ich dann aber schon alle 85 mit Namen.“ Ihr Herzensprojekt aber steht im Garten. Ein Insektenhotel hat sie dort gebaut. Ein Teil stand schon, als sie mit dem FÖJ begann. Nun krabbeln dort Feuerkäfer durch löchrige Ziegelsteine, suchen Asseln zwischen Zapfen ein ruhiges Plätzchen. Zwei Kammern sind noch frei. Die kurz geschnittenen Schilfhalme müssen dort eingeschichtet werden. Dann ist die luxuriöse Bleibe für Krabbeltierchen fertig. „Für die Kinder ist das toll, weil sie die Insekten gut beobachten können.“ Die Kinder, die wird sie zwar vermissen, für Sophie Buhle aber hat das Jahr in der Kita eine wichtige Erkenntnis gebracht: Erzieherin will sie lieber nicht werden. Wahrscheinlich wird es doch etwas Handwerkliches. „Sattlerin würde mich reizen“, verrät sie. Haben Sie Interesse an einem FÖJ in der Kita Baumhaus? Einfach anrufen oder E-Mail schreiben: Telefon: (03528) 41 56 14 E-Mail: baumhaus@kleinwachau.de » www.baumhaus-radeberg.de
MODERNES RUHE-KONZEPT IN DER KITA BAUMHAUS
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urz vor eins in Radeberg. Kleine Körper kuscheln sich auf kurze Matratzen. Darüber türmen sich Deckenberge, Licht dimmt sich durch den Vorhangstoff, Bücher sind aufgeschlagen – noch einmal auf die Toilette, jetzt aber, der letzte Schlafanzugjunge huscht in den Raum: Tür zu. Mittagsruhe. „Wir orientieren uns an den Bedürfnissen der Kinder“, sagt Andrea Kretschmann, Leiterin der Radeberger Kita „Baumhaus“. Wie sehr wünschen sich etwa 90 Prozent aller Erwachsenen einen klitzekleinen Mittagsschlaf, wie sehr wünschen sich viele Kinder keinen Mittagsschlaf. Doch Kinder brauchen Ruhe und Entspannung, müssen Kraft schöpfen und Energie – für die Herausforderungen der Welt, die sie jeden Tag neu entdecken. „Manche Dreijährige benötigen dringend eine Pause, während andere gar keinen Schlaf mehr brauchen“, erläutert Pädagogin Kretschmann. Es sei auch für Kinder ein Unterschied, ob sie schon morgens um 6 Uhr oder erst um 8.30 Uhr aufstehen müssen.
Die Kita „Baumhaus“ wechselte im Januar 2017 in die Trägerschaft des Epilepsiezentrums Kleinwachau und betreut in Radeberg 85 Kinder. Bis zu acht Integrationsplätze können hier besetzt werden. Statt auf Pauschalrezepte setzt man in der Kita auf die persönlichen Bedürfnisse der Kinder sowie auf Werte wie Barmherzigkeit und Nächstenliebe. „Wir orientieren uns am kirchlichen Jahreskreis und rücken christliche Werte in den Vordergrund“, sagt Kretschmann. Der Pfarrer komme regelmäßig, wie auch der Gemeindepädagoge, Gottesdienste würden gemeinsam gestaltet und Feste gefeiert. „Wir nehmen alle Kinder auf, unabhängig von ihrer Religionszugehörigkeit“, erklärt die Kita-Chefin. Dann zieht sie ein Foto hervor. Es zeigt fröhliche Hortkinder, die „Danke“ sagen. Das sind die Momente, die erfüllen – wertvolle eben. Die Kita feiert ihr 10-jähriges Bestehen. Feiern Sie mit: » 3. November 2018
Weil eben alles nicht mehr so gleich und der Alltag vieler Menschen so verschieden ist, haben die Pädagogen reagiert und ein individuelles Schlafkonzept für Kinder aller Altersgruppen erstellt. Grundlage sind detaillierte Schlafprotokolle der Kinder. „Diese Protokolle haben bestätigt, was wir vermutet haben – das Bedürfnis nach Ruhe ist unabhängig vom Alter, doch abhängig vom Alltag ganz verschieden ausgeprägt.“ Kretschmann erläutert weiter, dass es jetzt eine Tiefschlafgruppe, eine Kurzschlafgruppe und eine Wachgruppe gibt. „Nach dem Mittagessen wechseln unsere Kinder von ihrer Stamm- in ihre Schlafgruppe und haben dort eine Stunde nur für sich.“ Während die Tiefschläfer schon träumen, können sich die Kinder der Wachgruppe Bilderbücher ansehen. Weil manche Kinder schwer zur Ruhe finden, legen sich die Erzieherinnen neben sie und begleiten sie in den Schlaf. „Die Konzentrationsfähigkeit ist pädagogisches Thema und immer eine Herausforderung“, sagt Kretschmann. „Wir arbeiten mit einem systemischen Ansatz, Familien haben bei uns einen hohen Stellenwert.“
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„Einmal einen Blick in dieses moderne neue Gebäude werfen, das wollten sich wenige entgehen lassen.”
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as vergangene Jahr 2017 stand für mich ganz im Zeichen unseres Krankenhaus-Neubaus. Und nicht nur für mich: Der Tag der offenen Tür lockte viele neugierige Besucher an. Einmal einen Blick in dieses moderne neue Gebäude werfen, das wollten sich wenige entgehen lassen. Sie trafen auf Mitarbeiter, die ebenso stolz auf ihre Arbeit wie auf den schönen Neubau waren. Es ist wirklich ein herrliches Gefühl, ein so hochmotiviertes Team zu haben. Auch jedes Mal, wenn ich bei einem Vortrag Bilder des Gebäudes zeige, denken die wenigsten an eine Station für Menschen mit Mehrfachbehinderung. Für mich ist dieses Gebäude deshalb immer wieder ein Spiegel dafür, wieviel es unserer Gesellschaft wert ist, sich behinderter Menschen anzunehmen. Dank der Klinikerweiterung können wir nun auf fünf Stationen mit 53 Betten sehr gut arbeiten. Und dabei ist das eigentlich
Neue die Station 2 für allgemeine Epileptologie. Hier hat sich ein starkes Team geformt, um sich ganz neuen Herausforderungen zu stellen. Eine weitere gute Nachricht: Für die Versorgung unserer oft schwerkranken Menschen erhalten wir von den Kassen nun höhere Zuschüsse. Außerdem waren unsere Bemühungen um ein Medizinisches Zentrum für Erwachsene mit Behinderung (MZEB) erfolgreich. Am 2. Januar 2018 wird es losgehen, alle Voraussetzungen sind bereits geschaffen.
tung „Update“ im Brauhaus Waldschlösschen ausgebucht. Schön, überraschend und äußerst erfolgreich war es, dieses 2017. Viel mehr geht in einem Jahr nicht!
Dr. Thomas Mayer Chefarzt
Einen unerwartet öffentlichkeitswirksamen Paukenschlag erzielten wir mit unserer Teilnahme an einer im New England Journal of Medicine publizierten Studie über Epilepsiechirurgie. Für diese europaweite Studie lieferten auch wir wichtige Daten. Dazu können Sie auf den nächsten Seiten mehr lesen. Viel Aufmerksamkeit erhielten auch unsere Fortbildungen. Erstmals war unsere Veranstal-
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ährend Wolfgang Suchner akribisch Sojamehl abwiegt, scherzt er: „Ich hätte nie gedacht, dass ich einmal mit einer Küchenwaage hantieren würde.“ Der freiberufliche Schauspieler, Musiker und Regisseur aus Wuppertal erlernt im Epilepsiezentrum Kleinwachau das Rüstzeug für die ketogene Diät. Zur Seite steht ihm dabei Diätassistentin Antje Böhme, die ihm mit ihrer herzlichen Art zur Hand geht. Auf dem Speiseplan stehen heute Zupfkuchen-Muffins und selbstgemachte Schokolade. Klingt irgendwie nicht nach Diät und Verzicht, oder? Bei dieser Frage muss Antje Böhme schmunzeln: „Ketogene Diät bedeutet nicht, auf Essen zu verzichten. Es geht darum, was man isst. Kohlenhydrate sollen durch Fette ersetzt werden. Weil aus Fett sogenannte Ketonkörper gebildet werden. Sie versorgen das Gehirn genauso mit Energie wie Zucker, können aber das Anfallsrisiko verringern. Wir greifen also nur auf bestimmte Zutaten zurück und lassen andere komplett weg.“ Wolfgang Suchner ist mittlerweile mit Teigkneten beschäftigt. „Beim Brot ist Frau Böhme besonders streng, da darf ich nur mein selbstgebackenes essen“, sagt er, lacht und fährt fort: „Es ist schon eine große Umstellung, jede Mahlzeit selbst zuzubereiten, wahnsinnig genau zu sein und mir vor allem Reflexe wie Schnell-mal-den-Löffel-
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ablecken abzugewöhnen. Das Essen schmeckt aber super, ich hab mich richtig schnell dran gewöhnt.“ Antje Böhme nickt zustimmend. „Wir möchten die Kohlenhydrate, die Herr Suchner am Tag zu sich nimmt auf 10 bis 15 Gramm reduzieren – zum Vergleich: der ‚Normalbürger‘ isst täglich 200 bis 250 Gramm davon und allein ein Apfel enthält schon 17 Gramm. Deshalb müssen wir extrem genau sein, wirklich jede Zutat abwiegen und unsere Muffins auch in völlig gleiche Portionen aufteilen“, erklärt die Diätexpertin. „Deshalb ist Frau Böhme auch absolute Expertin am Silikonschaber“, ergänzt Wolfgang Suchner, der gerade dabei ist, mit eben diesem Utensil auch noch den letzten Teigrest vom Mixer abzubekommen. Die Therapie wird in Kleinwachau seit April 2017 angeboten. Sie richtet sich besonders an Menschen mit schwer behandelbaren Epilepsien wie Wolfgang Suchner: „Ich habe einen angeborenen Blutschwamm im Kopf und bin vor 26 Jahren bei einer Trompetenprobe umgefallen. Seither bekomme ich epileptische Anfälle. Die Idee mit der ketogenen Diät kam von Dr. Mayer, der mich seit vielen Jahren behandelt. Das war mal ein ganz anderer Weg, den ich gern probieren wollte – nicht nur immer Tabletten nehmen.“ Nach einem Vorbereitungsgespräch mit Antje Böhme wurde dann auch gleich gekocht. „Ich entwickle einen Ernährungsplan mit 15 bis 20 Rezepten, die Herr Suchner erlernen soll. Mit der Zeit nehme ich mich immer mehr zurück und unterstütze ihn nur noch. Schließlich soll er sich zuhause selbst ketogen ernähren können“, schildert Antje Böhme ihre Methode. Die ersten drei Wochen der Therapie finden für Erwachsene und Kinder sowie deren Eltern stationär in Kleinwachau statt. Während dieser Zeit werden die Patienten medizinisch überwacht, um festzustellen, wie der Körper auf die Ernährungsumstellung reagiert. Danach folgt eine mehrmonatige Testphase zuhause. Zeigen sich danach beim Kontrolltermin Erfolge, kann die Therapie auf zwei bis drei Jahre verlängert werden. Auch für Vegetarier oder Veganer gibt es eine ketogene Diät. Der Teig für die Zupfkuchen-Muffins ist mittlerweile im Ofen, Wolfgang Suchner strahlt freudig und erinnert sich: „Anfangs klang das für mich alles ganz schön fett, aber das Essen ist es gar nicht. Und ich denke, ich schaffe es auch, das Kochen in meinem Alltag unterzubringen. Mein halber Freundeskreis redet jedenfalls schon vom ketogenen Essen.“
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DIE NEUE STATION 5
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as als erstes ins Auge fällt, ist die runde Architektur des Gebäudes, das Ende März 2017 eingeweiht wurde. Im Zentrum der Station erstreckt sich eine Versorgungsinsel mit hellem Dienstzimmer. Dahinter angedockt ein modernes, großes Patientenbad. Von dem umlaufenden Kreisgang gehen nach außen hin die Patientenzimmer ab. Stationsleiterin Claudia Audehm ist begeistert: „Unsere Patienten können sich hier grenzenlos bewegen und wir sind im Ernstfall auf kürzestem Weg zur Stelle.“ Doch das ist nicht der einzige Vorteil der Station für schwerstmehrfachbehinderte Patienten. Alles ist hier komplett barrierefrei und mit Video-Monitoring bestens auf Menschen mit Anfallserkrankungen eingestellt. Die zehn Zimmer sind hell und geräumig, große runde Dachluken werfen Sonnenlicht in den Tagesraum, in dem gebastelt, gespielt oder gegessen wird und direkt vor der Tür wartet ein Garten mit einem behindertengerechten Hochbeet. „Hier erleben Patienten Radieschen und Kräuter von der Aussaat bis zur Ernte. Kürbisse hatten wir auch jede Menge, daraus haben wir in unserer Küche Suppe gekocht“, erzählt Claudia Audehm. Kochen, Waschen und Einkaufen zählen zu einem Therapieangebot auf der Station. Es nennt sich „Aktivitäten des täglichen Lebens“ und soll Patienten auf den Alltag vorbereiten. Zur Entspannung dienen Therapiebad, Auszeit- und Snoezelenraum. In letzterem kann auf einem Wasserbett bei Stimmungslicht, Musik und leichten Vibrationen entspannt werden. Das ist aber kein netter Zeitvertreib, wie die Stationsleiterin weiß: „Gerade in brenzligen Situationen mit schwerstmehrfachbehinderten Menschen hilft uns der Raum sehr, die Lage zu entzerren. Hierhin können sich Patienten zurückziehen und Ruhe finden.“ Solche Details, angenehme Farben und das offene Raumkonzept machen die neue Station aus: „Wir konnten von Anfang an bei der Gestaltung mitreden und haben sehr auf Wohnlichkeit geachtet. Patienten nehmen das gut an. Wenn sie Kreise und die Farbe Türkis sehen, wissen viele gleich: ‚Hier ist Zuhause‘“, sagt die Schwester mit einem Lächeln. Zu den Patienten der Station gehören schwerst- und leichtbehinderte Personen sowie Menschen mit Intelligenzminderung. Das Team unter Stationsarzt Dr. Rebstock besteht aus 22 Fachleuten, darunter Pflegefachkräfte, Pädagogen und Ärzte sowie eine Psychologin und eine Sozialarbeiterin. Sie arbeiten eng mit den anderen Fachabteilungen der Klinik zusammen, wie der EEG-Abteilung, der Ergo- und der Physiotherapie.
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EIN SICHERES GEFÜHL DURCH ROOMING-IN
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oswitha Klembt ist sichtlich erleichtert: „Ich hatte wirklich Horror, mit meinem Sohn herzukommen. Und jetzt will er gar nicht mehr weg. Ihm gefällt, dass die Mutti mit im Zimmer schläft“, erzählt sie über den Aufenthalt im Epilepsiezentrum Kleinwachau. Die Mutter lebte mit ihrem Sohn Andre für eine Behandlung ganze zwei Monate auf der neuen Station 5 – ermöglicht durch das Rooming-In für Angehörige erwachsener Patienten. Rooming-In, das kennt man vielleicht von der Geburtsstation eines regulären Krankenhauses – wenn Kind und Eltern nach der Geburt gemeinsam im Zimmer liegen. Die Erfahrung hat jedoch besonders bei schwerstmehrfachbehinderten Patienten gezeigt, dass eine erfolgreiche Therapie oftmals nur möglich ist, wenn Vertrauenspersonen mit in der Nähe sind. Gerade Erwachsene, die noch nie in ihrem Leben alleine waren, betrifft dies. Sie können oft mit der völlig veränderten Situation im Krankenhaus nicht umgehen. Ihnen fehlt das Vertraute, der gewohnte menschliche Bezugspunkt – Mutter oder Vater. Es kann durchaus dazu kommen, dass diese Patienten sich aus Angst völlig in sich selbst zurückziehen, aggressiv werden oder Nahrung verweigern. Oft akzeptieren sie nur die Eltern oder Geschwister als Pflegepersonen. „Mein Sohn war noch nie alleine. Das hat in normalen Krankenhäusern überhaupt nicht funktioniert. Selbst eine Zahn-OP war fast nicht zu machen“, schildert Roswitha Klembt ihre
Erfahrungen. Um Eltern und ihren erwachsenen Kindern diesen Leidensweg zu ersparen, besitzt die neue Station 5 zwei große Patientenzimmer, die mit einem weiteren Bett bestückt werden können. Die abgestimmte Koordination zwischen den Teams der Station und der Aufnahmeabteilung sorgt beim Rooming-In für reibungslose Abläufe. Das Team der Aufnahmekoordination kümmert sich neben Befunden, Krankengeschichte und medizinischem Bedarf des Patienten eben auch darum, ob und wie der Patient von einem Angehörigen begleitet werden kann. „Wir müssen uns ein möglichst genaues Bild vom Patienten machen: Warum wünschen sich die Eltern, ihn zu begleiten?“, sagt Simone Holert. Sie ist für Koordination und Beratung in der Aufnahmeabteilung zuständig. „Manche Eltern wollen nur sehen, hier ist alles in Ordnung, mein Kind wird gut versorgt. Ihnen können wir ein Rooming-In für einen kurzen Zeitraum anbieten. Andere Patienten wären ohne Angehörige jedoch nicht zu versorgen – hier ist das Rooming-In eine Entlastung für Patient und Pflegekräfte und über den gesamten stationären Aufenthalt möglich“, so Simone Holert. Für erwachsene Personen ist dieses Rooming-In also ein völlig neues Angebot. Auf der Kinderstation des Epilepsiezentrums gibt es dieses Angebot bereits seit vielen Jahren. Darüber hinaus bietet Kleinwachau auch mehrere Apartments zur Übernachtung von Angehörigen an.
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EPILEPSIE-CHIRURGIE EUROPAWEITE STUDIE MIT DATEN AUS KLEINWACHAU
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echs von zehn Epilepsie-Patienten werden durch eine Operation anfallsfrei, wenn die epileptischen Anfälle in einer spezifischen Region des Gehirns entstehen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie, die im Herbst 2017 in der renommierten Fachzeitschrift „The New England Journal of Medicine“ veröffentlicht wurde. Ausgewertet wurden dafür Daten von 36 Epilepsiezentren aus 12 europäischen Ländern, darunter auch die von 50 Patienten vom Epilepsiezentrum Kleinwachau aus Radeberg. „Wir sind sehr stolz, bei dieser Studie mitgewirkt zu haben. Schließlich schaffen es nur wenige Artikel in das ‚New England Journal of Medicine‘ – das ist schon eine große Ehre“, freut sich Dr. Thomas Mayer sichtlich. Der Chefarzt des Epilepsiezentrums Kleinwachau weiß um die Bedeutung der Publikation, schließlich handelt es sich bei dem Magazin um das meistzitierte ärztliche Journal weltweit. „Wir haben als einziges Epilepsiezentrum aus Mitteldeutschland an dieser Studie teilgenommen und konnten so unsere über Jahre gesammelten Erkenntnisse wissenschaftlich weitergeben“, fügt Dr. Thomas Mayer an.
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Die Studie wurde federführend unter Regie des Erlanger Neuropathologen Professor Ingmar Blümcke durchgeführt. Darin eingeschlossen sind Daten von insgesamt 9.523 Patienten. Nach einer Schätzung der Weltgesundheitsorganisation WHO sind weltweit circa 50 Millionen Menschen an Epilepsie erkrankt. Rund 30 % der Epilepsiepatienten sind dabei pharmakoresistent, sprechen also trotz der Einnahme von mindestens zwei Medikamenten nicht gut genug auf diese an und haben weiterhin epileptische Anfälle. Für einige dieser Patienten ist ein epilepsiechirurgischer Eingriff eine mögliche Behandlungsoption. Den Behandlungserfolg dieser Operationen am Gehirn hat die Studie nun untersucht. Sie zeigt dabei auch auf, dass zwischen dem ersten epileptischen Anfall und einer erfolgten Operation im Durchschnitt 16 Jahre vergehen. Dabei erhöht gerade ein zeitiger chirurgischer Eingriff die Erfolgsaussichten auf Anfallsfreiheit deutlich. „Allerdings zögern viele Ärzte und Patienten, weil sie einen hirnchirurgischen Eingriff nur als letzten Ausweg betrachten“, erklärt Professor Hol-
ger Lerche, Koautor der Studie und ärztlicher Direktor der Abteilung Neurologie der Universität Tübingen. Bei Tom Körner aus Grimma ging es dagegen schnell. Mit knapp 30 Jahren hatte er einen ersten Anfall, kurze Zeit später häuften sich diese. Auf Medikamente sprach er auch nach zweijähriger Behandlung nicht an. Schließlich lieferte die Diagnostik im Epilepsiezentrum Kleinwachau den Hinweis, dass ein epilepsiechirurgischer Eingriff mit hohen Erfolgsaussichten auf Anfallsfreiheit verbunden war. Es vergingen weniger als vier Jahre zwischen dem ersten Anfall und der erfolgreichen Operation, bei der im Universitätsklinikum Dresden ein Teil des Schläfenlappens entfernt wurde. Heute ist der 33-jährige KFZ-Mechaniker anfallsfrei. Er darf Auto fahren, kann seinen Beruf ohne Einschränkungen ausführen und hat an Lebensqualität gewonnen. „Mir ist es wichtig, dass andere Menschen von dieser Behandlungsmethode erfahren. Nur wenige wissen, was Epilepsie überhaupt ist. Und viel weniger können sich vorstellen, dass auch eine Operation helfen kann“, sagt der junge Mann. Elke Eschrich aus Kamenz stimmt dem nur zu. Die 51-jährige Verkäuferin hatte 2006 ihren ersten epileptischen Anfall, wurde in Kleinwachau prächirurgisch untersucht und schließlich 2012 am Gehirn operiert. Auslöser ihrer Epilepsie war ein gutartiger Tumor. Nach der Operation war sie vier Jahre lang anfallsfrei. Womöglich durch stressauslösende Faktoren sind ihre Anfälle jetzt wiedergekommen, jedoch in schwächerer Intensität als vor der Operation. „Ich würde mich auch heute wieder für diese Operation entscheiden. Meine Lebensqualität hat sich wirklich verbessert, für viele wirke ich wie ein neuer Mensch“, sagt Elke Eschrich. Sie pocht förmlich darauf, dass Patienten sich auch selbst über Behandlungsmethoden informieren sollen und auch den Mut haben sollten, sich Zweitmeinungen bei Spezialisten einzuholen. „Je mehr Hausärzte und Neurologen über die Behandlungsmöglichkeiten von Epilepsie wissen, desto schneller können Patienten wieder an Lebensqualität gewinnen“, sieht auch Dr. Thomas Mayer seine Kollegen in der Pflicht. „Neben einem umfassenden Fortbildungsprogramm für Ärzte bieten wir den Patienten vielfältige Informationsmöglichkeiten direkt an. Wir betreiben in Dresden eine Epilepsieberatungsstelle und organisieren jedes Jahr im Herbst das Epilepsieforum Dresden für Patienten und Interessierte. Wir machen hier eine ganze Menge Aufklärungsarbeit“.
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AB JANUAR 2018
KLEINWACHAU ERÖFFNET MZEB
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ährend bundesweit rund 250.000 Kinder und Jugendliche bereits in Sozialpädiatrischen Zentren (SPZ) multiprofessionell und facharztübergreifend behandelt werden können, standen diese Möglichkeiten für erwachsene Behinderte bisher nicht zur Verfügung. Diese Lücke in der ambulanten Versorgung hat der Gesetzgeber nun geschlossen und die Einrichtung von „Medizinischen Zentren für Erwachsene mit geistiger oder mehrfacher Behinderung“ (kurz: MZEB) ermöglicht. Ab dem 2. Januar 2018 betreiben wir im Epilepsiezentrum Kleinwachau solch ein MZEB, in dem behinderte Menschen ab dem 18. Lebensjahr ambulant behandelt werden können. Bereits 2015 hat eine Gruppe der Kleinwachauer Klinik ein entsprechendes Behandlungskonzept entwickelt. Zu den Schwerpunkten des MZEB Kleinwachau gehören internistische, neurologische und psychiatrische Angebote. Ebenso werden Ergo- und Physiotherapie und Beratungen durch den Sozialdienst regelmäßig stattfinden. Zusätzlich können auch weitere medizinische Fachdisziplinen herangezogen werden, hierfür konnten wir bereits mehrere Kooperationsvereinbarungen mit Orthopäden, Urologen, Gynäkologen, Zahnärzten und Augenärzten treffen. Im Fokus steht also die Verbesserung der medizinischen Betreuung behinderter Menschen generell, die
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Konzentration von umfassenden Untersuchungen an nur einem Ort und die Verhinderung von unnötigen Doppeluntersuchungen. Um im MZEB Kleinwachau behandelt zu werden, muss keine Epilepsie-Erkrankung vorliegen. Sie können sich zum Beispiel bei folgenden Problemen an uns wenden: • Demenz bei Menschen mit Intelligenzminderung • herausforderndes Verhalten • unklare Beschwerden wie zum Beispiel Gewichtsverlust, Bewegungsstörungen, Schmerzen • Schlafstörungen • Diabetes mellitus, Übergewicht, Untergewicht • anfallsartige Störungen • Syndromdiagnostik • für Zweitmeinungen vor Eingriffen Unser Team besteht aus erfahrenem Personal, das mit der Behandlung behinderter Menschen sehr vertraut ist. Wir kommunizieren in einfacher Sprache und mit anderen modernen Kommunikationsmethoden wie z.B. Unterstützter Kommunikation. Für mehr Informationen oder Terminvereinbarung können Sie das MZEB direkt kontaktieren: Telefon: (03528) 431-2929 E-Mail: mzeb@kleinwachau.de » www.kleinwachau.de/mzeb
HELFEN IST DIE BESTE MEDIZIN * *SEHEN SIE DAS AUCH SO? DANN HABEN WIR ETWAS GEMEINSAM. Sie schätzen die Atmosphäre einer hochspezialisierten Medizineinrichtung. Sie mögen es, wenn Menschen für die Gesundheit anderer Menschen alles geben. Und Sie wissen auch: medizinische Versorgung und Pflege sind mehr als nur Know-how – sie brauchen Seele und genügend Zeit. Gern würden wir Sie im Team unserer Fachklinik im Epilepsiezentrum Kleinwachau begrüßen.
WIR HABEN UNSER ANGEBOT ERWEITERT. DESWEGEN SUCHEN WIR UNTERSTÜTZUNG: •
Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w)
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MTA-F – Medizinisch-technische Assistenten für Funktionsdiagnostik (m/w)
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Gesundheits- und Kinderkrankenpfleger (m/w)
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Heilerziehungspfleger (m/w) für die stationäre Arbeit als Pädagogische Fachkraft in der Pflege
DAS KÖNNEN SIE VON UNS ERWARTEN: •
eine spürbar herzliche Arbeitsatmosphäre
•
wirklich Zeit für die Wünsche und Bedürfnisse unserer Patienten
•
ein absolut spannendes Fachgebiet der Neurologie
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umfangreiche Fortbildungsangebote
• Bezahlung nach Diakonie AVR Sachsen inkl. Jahressonderzahlung und Kinderzuschlag •
Wochenend-, Feiertags- bzw. Nachtzuschläge
•
29 Tage Jahresurlaub
wir zahlen zusätzlich 5,2 % vom Bruttolohn in Ihre betriebliche Altersvorsorge • •
vergünstigtes Mittagessen, betriebliche Gesundheitsförderung
Hilfe am Menschen ist für Sie eine Herzensangelegenheit? Dann bewerben Sie sich bei uns. Unsere Pflegedienstleiterin Frau Dr. Schiller beantwortet gern Ihre Fragen: Tel.: (03528) 431-1155 oder E-Mail y.schiller@kleinwachau.de Initiativbewerbungen schicken Sie bitte per E-Mail an folgende Adresse: bewerbung@kleinwachau.de
Kleinwachau Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg Personalabteilung Wachauer Straße 30 01454 Radeberg
VERÄNDERUNGEN IM
MVZ DRESDEN
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ie ärztliche Leitung des MVZ (Medizinisches Versorgungszentrum) auf der Wolfshügelstraße 20 in Dresden hat jetzt Frau Dr. med. Sibylle Jost übernommen. Sie ist Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie. Und auch ein neues und zugleich bekanntes Gesicht finden Sie nun im MVZ: Frau Dr. med. Susanne Hallmeyer-Elgner. Sie ist eine erfahrene Neurologin, die 1998 ihre ärztliche Tätigkeit am Uniklinikum Dresden begann und dort seit 2008 als Oberärztin den Bereich der Epileptologie, inkl. Video-EEG-Monitoringstation, Epilepsieambulanz und EEG-Labor leitete. Nun möchte sie sich mehr der ambulanten Versorgung von an Epilepsie
erkrankten Menschen widmen. Hierzu zählen insbesondere auch die Beratung und Aufklärung zu epilepsiechirurgischen Therapien, aber auch Epilepsieschulungsprogramme (MOSES) und Fahrtauglichkeitsbeurteilungen für Patienten. Mit ihrem Wissen und langjährigen Erfahrungsschatz im gesamten neurologischen Fachgebiet sowie ihrer weiterhin sehr guten Vernetzung zum Uniklinikum Dresden wird Frau Dr. Hallmeyer-Elgner das MVZ bereichern. Im Sommer 2017 haben der ehemalige Leiter des MVZ, Dr. med. Christoph Stappenbeck, und Frau Dr. med. Birgit Methfessel (FÄ Neurologie) sich mit einer eigenen Praxis in Dresden niedergelassen. Über viele Jahre arbeiteten beide erfolgreich im MVZ. Zur Verabschiedung hoben das Geschäftsführer Martin Wallmann und Chefarzt Dr. Thomas Mayer deutlich hervor. „Sie haben aus dem MVZ wirklich etwas gemacht“, sagte Martin Wallmann vor dem gesamten Team. „Sie und wir alle können stolz sein, dass sich das MVZ mittlerweile recht gut in Dresden etabliert hat“, ergänzte Thomas Mayer. Frau Methfessel und Herr Stappenbeck freuen sich auf die neuen Herausforderungen der Selbständigkeit, machten aber deutlich, wie sehr ihnen die Arbeit im MVZ-Team gefallen hat. Mehr Infos zum MVZ: » www.npz-dresden.de
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Epilepsieberatung Dresden Psychosoziale und medizinische Beratungsstelle für Betroffene und Angehörige mit Fachbibliothek Wolfshügelstraße 20 01324 Dresden - Weißer Hirsch Tel.: (0351) 48 10 27 0 Fax: (0351) 48 10 27 1 E-Mail: epilepsieberatung@kleinwachau.de www.epilepsieberatung-dresden.de Die Beratungen sind kostenfrei und vertraulich. Ein Überweisungsschein ist nicht erforderlich. Öffnungszeiten: Dienstag: 9 - 12 Uhr und 15 - 17 Uhr Mittwoch: 9 - 12 Uhr Donnerstag: 9 - 12 Uhr und 14 - 16 Uhr und nach Vereinbarung
MVZ - Neurologisch-psychiatrisches Gesundheitszentrum Dresden GmbH Wolfshügelstraße 20 | 01324 Dresden
Neurologie Epileptologie Psychotherapie Psychiatrie
Telefon Fax E-Mail
(0351) 26 83 56 3 (0351) 26 54 68 6 kontakt@npz-dresden.de
www.npz-dresden.de
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„Heilsame Begegnungen können Teilhabe möglich machen.”
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in Jahr ist vergangen, es lebt fort in der Erinnerung. In meinen Erinnerungen sind das besonders die Begegnungen mit den Menschen in der Tobiasmühle. Dort leben Frauen und Männer mit unterschiedlichsten Begabungen und Beeinträchtigungen in einer grünen Oase etwas abseits im Rödertal. Die Bewohnerinnen und Bewohner der Tobiasmühle laden alljährlich zu einem Gartenfest ein, damit viele Menschen diesen schönen Ort kennenlernen können, damit aus dem „Ab-seits“ ein „In-seits“ werden kann. Woher kommt eigentlich der Name Tobias-Mühle? Der Namensgeber Tobias stammt aus dem Buch Tobit. Am Ende der Erzählung des Buches Tobit macht Tobias seinen blinden Vater wieder sehend. Die Heilung geschieht durch die behutsame Berührung der Augen bei der Begegnung
von Vater und Sohn. So, wie die Tobiasmühle zu Kleinwachau gehört, gehören Begegnung und Berührung zu den Grundlagen unserer Arbeit. Nur so sind Anteilnahme, Verstehen und Heilung möglich.
schaffen, die einen sicheren und guten Wohnort und angemessene Hilfen bieten – mitten in der Gesellschaft. Rudolf Möller Leiter Bereich Wohnen
Wir richten die Aktivitäts- und Betreuungsangebote in den unterschiedlichen Wohnbereichen Kleinwachaus immer wieder neu aus. Damit sollen alle Bewohner das Passende für ihre individuellen Bedürfnisse finden. Die Einzelfallhilfe ist ein gutes Beispiel dafür. Sie ermöglicht es Menschen mit besonderem Unterstützungsbedarf (wieder) am gesellschaftlichen Leben teilzuhaben. Auch der Bau des Tannenhauses als Haus mit einem besonderen Pflegeschwerpunkt zeugt von unserem Bestreben. Immer wird es uns darum gehen, Orte der Begegnung zu
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ine einzelne Treppenstufe erinnert an der kleinen Böschung noch an das ehemalige Gebäude. „Früher wurden hier Kartoffeln und Erdbeeren angebaut. 1974 entstand dann eine Baracke für Mitarbeiter“, erzählt Wohnbereichsleiter Rudolf Möller und zeigt auf die Wiese schräg gegenüber des Kleinwachauer Krankenhauses. Der zuerst namenlose Bau wurde später Tannenhaus genannt, diente verschiedenen Zwecken und wurde 2014 schließlich abgerissen. In Anspielung an das alte Gebäude wird der geplante Neubau an gleicher Stelle ebenfalls Tannenhaus heißen. Doch mit einer Baracke hat das Projekt so gar nichts gemein: Ab Mitte 2018 soll hier ein modernes Doppelhaus entstehen – eine Kombination aus Wohn- und Pflegeheim. In der einen Haushälfte werden 20 Wohnangebote für Menschen mit Epilepsie und schweren Behinderungen realisiert. Die andere Hälfte soll Platz für eine Pflegeeinrichtung mit ebenfalls 20 Plätzen bieten. Grund für den Neubau war ursprünglich die anstehende Sanierung des Berghauses, des zweitältesten Gebäudes in Kleinwachau. Doch statt wegen der Umbauten einen zeitweiligen Ersatzbau für die Bewohner zu errichten, entsteht also gleich ein komplett neues Haus: das Tannenhaus. Die 22 Plätze des Berghauses sollen in dem neuen Gebäude mit aufgehen. Der Neubau wird komplett barrierefrei und aktuellsten Standards entsprechen. Er wird zudem vollständig mit Einzelzimmern und individuellen Sanitärzellen ausgestattet sein. Anschlüsse für die Installation von Miniküchen werden ebenfalls vorbereitet. So können die Apartments später unkompliziert zu ambulanten Lösungen erweitert werden.
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Das Tannenhaus soll das Spektrum des Epilepsiezentrums also um ein Pflegezentrum für Menschen mit komplizierten Epilepsien erweitern. Wohnbereichsleiter Rudolf Möller über die Beweggründe: „Bei uns leben Personen, die im höheren Alter oft pflegebedürftig werden. Wir möchten nicht, dass diese Menschen nach ihrer langen Zeit in unserer Einrichtung plötzlich ausziehen müssen. Schließlich haben wir hier in Kleinwachau die beste medizinische Versorgung, mit Notfall-EEG und Fachärzten direkt vor Ort. Wir wollen die Pflegeplätze also direkt hier bei uns im Epilepsiezentrum anbieten. Menschlich ist das einfach die beste Variante.“ Bestimmte Pflegeleistungen dürfen laut Gesetz jedoch nur von spezialisierten Dienstleistern erbracht werden. Neben der Kooperation mit privaten Pflegediensten aus der direkten Umgebung denkt der Wohnbereichsleiter auch über einen eigenen Pflegedienst nach, der ebenfalls in dem Neubau ansässig sein könnte. Eine Verhinderungsbetreuung mit fünf Plätzen würde das künftige Angebot im Tannenhaus jedenfalls vervollständigen. So könnten hier zum Beispiel behinderte Menschen aufgenommen werden, wenn deren Eltern und Angehörige in den Urlaub fahren. Die Kosten des Bauvorhabens belaufen sich auf ca. 5,4 Millionen Euro, wovon knapp die Hälfte mit Fördermitteln finanziert werden soll. Voraussichtlich Ende 2019 wird das Haus bezugsfertig sein. Das Berghaus soll nach seiner Sanierung auf neue Weise genutzt werden. Hier werden niederschwellige Wohnangebote für Menschen mit Epilepsie und anderen Behinderungen geschaffen. Geplant ist eine Mischung aus ambulanten und stationären Unterkünften. Wohnen könnten hier vor allem Schüler der Förderschule, die beim Start in ein selbstständiges Leben unterstützt werden. Daneben könnten auch Erwachsene hier ein Zuhause finden, wenn sie zwar selbstständig sind, aber nach einer schweren Episode ihrer Epilepsie noch nicht allein wohnen können. Menschen, die sich in einer akuten Krankheitsphase befinden und deswegen eine Wohnung mit naher medizinischer Versorgung benötigen, könnten künftig ebenfalls in das Berghaus ziehen. Auch Übernachtungsmöglichkeiten für Mitarbeiter Kleinwachaus oder Patienten, die ein ketogenes Diät-Programm durchlaufen, könnten im Berghaus entstehen.
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VOM ASSISTENZDIENST ZUR ANSTELLUNG
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aniela Grafe lacht: „Auf den Dienstagnachmittag freue ich mich jedes Mal.“ Denn da bekommt sie Besuch von Gabriele Wendt. Frau Wendt hat eine „Persönliche Assistenz“ für Daniela Grafe übernommen, eine wichtige Unterstützung für die junge Frau, die an Epilepsie und einer geistigen Behinderung leidet. Die 39-Jährige lebt in den Wohnangeboten des Epilepsiezentrums Kleinwachau auf der Radeberger Schloßstraße. Sie freut sich über die Hilfe: „Es ist prima, dass mich Gabi Wendt unterstützt. Sie hilft mir beim Einkaufen, beim Kochen und hat ganz viele tolle Ideen.“ Während Daniela Grafe das sagt, kommt Frau Wendt auch schon mit Fotos, Album und Klebstoff. Hier werden Erinnerungen festgehalten und auch Frau Grafes Gedächtnis trainiert, weiß ihre Assistentin. Überhaupt findet Gabriele Wendt diese Tätigkeit absolut bereichernd: „Wir schaffen hier etwas gemeinsam, das erfüllt mich sehr.“ Für die Tätigkeit als Assistentin hat Frau Wendt vor zwei Jahren am Elementarkurs „Persönliche Assistenz“ des Epilepsiezentrums Kleinwachau teilgenommen. In dem Kurs werden theoretische Grundlagen zu Gesetzen, sozialpolitischen Entwicklungen und Methoden der Behindertenhilfe und Pflege vermittelt. Er informiert über verschiedene Krankheitsbilder
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und bietet auch Möglichkeiten der Selbsterfahrung. Vermittelt werden darüber hinaus Kommunikation, Rollenverständnis und Aufgaben eines Assistenten. Silke Teuerle vom Epilepsiezentrum koordiniert den Assistenzdienst und wünscht sich mehr neue Helfer: „Als Assistent unterstützen Sie einen oder wenn gewünscht auch mehrere behinderte Menschen, die ihr Leben selbstbestimmt gestalten wollen. Sie begleiten zum Beispiel bei Spaziergängen, gehen ins Kino oder zum Sportverein. Hilfe beim Einkaufen kann dazugehören, die Begleitung zum Arzt oder einfach nur das Gespräch bei einer Tasse Kaffee oder Tee.“ Eine persönliche Assistenz kann ehrenamtlich oder nebenberuflich geleistet werden. Voraussetzung für die Aufnahme als vermittelbarer Assistent ist jedoch die Teilnahme am Elementarkurs. Für den nächsten können Sie sich bereits jetzt anmelden. Für Gabriele Wendt führte dieser Kurs nun sogar zu einer Anstellung im Epilepsiezentrum. Sie arbeitet seit August 2017 als Mitarbeiterin im Betreuungsdienst in den Wohnangeboten Radeberg als Elternzeitvertretung. Anmeldung für den nächsten Kurs: E-Mail: assistenzdienst@kleinwachau.de Telefon: 0177-34 47 95 1
GEWINNEN IM
EIGENEN TEMPO
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er Elisabeth Fritzsche erlebt, dem fällt ziemlich schnell folgendes Sprichwort ein: „In der Ruhe liegt die Kraft.“ Dass dieser Spruch auch zu sportlichen Wettkämpfen passen kann, beweist die 63-Jährige immer wieder aufs Neue. Sie weiß genau, wie sie ihre Kräfte einteilen muss und lässt sich niemals von Hektik ringsumher anstecken. Seit vielen Jahren ist sie erfolgreiches Mitglied im Kleinwachauer Special-Olympics-Team, im Sommer beim Boccia und im Winter beim Schneeschuhlauf. Dabei hat Elisabeth Fritzsche für den Wintersport kaum Trainingsmöglichkeiten. Das hindert sie aber nicht, einmal im Jahr ihre Schneeschuhe einzupacken und mit den anderen Sportlern aus Kleinwachau zu den Winterspielen der Special-Olympics zu fahren. So auch 2017, da ging es ins hessische Willingen. Eine Woche lang jeden Tag viele Stunden Bewegung an frischer Winterluft, das tut ihr gut. Schon die oftmals langen Fußmärsche zu den Wettkampfstätten sind für sie
eine Herausforderung, die sie von Tag zu Tag besser bewältigt. Es wirkt sich messbar auf ihre Trainings- und Wettkampfzeiten aus. In Willingen holt Elisabeth Fritzsche gleich zwei Silbermedaillen im Schneeschuhlauf. Die Freude über die Medaillen hält jeder Erschöpfung Stand. Selten lässt sie einen Punkt im Rahmenprogramm aus, seien es Ausflüge, Einkaufsbummel oder die abendliche „Athletendisco“. Während die anderen längst erschöpft am Rand sitzen, dreht sich Elisabeth Fritzsche unermüdlich zur Musik. Manchmal braucht sie eine kurze Pause, doch schnell ist sie wieder mitten im Geschehen. Sie genießt die Musik, die eindrucksvollen Bilder von Eröffnungsfeier und Abschlussfeuerwerk – überhaupt die fröhliche Atmosphäre. Für die anderen im Team ist „Betty“ Fritzsche der Ruhepol inmitten der sonst recht aufregenden Wettkampfwoche. Ihre Anwesenheit sorgt dafür, dass für alle Wege und Aktivitäten genügend Zeit eingeplant wird, denn es hätte gar keinen Sinn, sie zu drängen. Elisabeth Fritzsche lässt sich nicht unter Druck setzen, sie hat ihr eigenes Tempo. Und so erledigt sie eins nach dem anderen. Und alle, auch die Jüngeren und Schnelleren im Team, sind jederzeit bereit, ihr zu helfen und haben ihre Bedürfnisse im Blick. Dieser Teamgeist ist neben den sportlichen Leistungen das Beeindruckende, was man unter den Kleinwachauer Sportlern erleben kann. Sie zeigen, wie Inklusion gelingen kann: Indem man dafür sorgt, dass sich jeder im Team entfalten kann, ganz unabhängig davon, wie schnell das geht.
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DER SCHWIERIGE ZÄRTLICHE EINZELFALLBETREUUNG DÄMMT KONTROLLVERLUSTE Björn Böhm stapft stolz in sein Appartement. Er zeigt auf sein Bett, sein Poster, sein Trikot und die Mütze. Alles ist in schwarz-gelb gehalten, den Vereinsfarben von Dynamo Dresden. Der junge Mann lacht und sieht zur Seite. Ja, Fußball ist seine Leidenschaft und auch seine Liebe. Bei Dynamo hellt sich sein Gesicht auf, dann erzählt er und träumt, dann spinnt er Zukunftspläne und wiegt sich in Erinnerungen. Björn Böhm ist ein besonderer Fan. Der 34-Jährige leidet unter einer starken Epilepsie, einer mittelschweren geistigen Behinderung und sogenannten Impulskontrollstörungen. Er weiß nicht warum, doch wenn ihm in der Vergangenheit etwas nicht gefallen hat oder er sich verletzt fühlte, ist er einfach ausgerastet. Hat wild um sich geschlagen, er wusste sich einfach nicht anders zu helfen. Deswegen musste Björn Böhm die Werkstatt im Epilepsiezentrum verlassen und schließlich auch seine Wohngruppe in der Tobiasmühle.
Herr Böhm ist jedoch groß und stark, er hat Kraft. Seine Schläge zwiebeln und schmerzen – sie verletzten nicht nur den Körper, sondern auch die Seele der anderen. „Herr Böhm war nicht imstande, seine Gefühle zu deuten, geschweige denn angemessen zu äußern“, erklärt Wolfgang Frankhauser, einer seiner Einzelfallbetreuer. Selbst er sei anfangs stark geboxt und gestoßen worden. Trotz allem war für Wolfgang Frankhauser immer wichtig, dass er einen Kontrollverlust bei Herrn Böhm nicht ausweichen darf, sondern Herrn Böhm in seiner Lebenskrise begleiten muss, um ihm Sicherheit und Orientierung zu geben. Damit Herr Böhm nicht auch das komplette Wohnheim verlassen musste, haben sich die Fachkräfte des Epilepsiezentrums Kleinwachau für die Einzelfallbetreuung stark gemacht – mit Erfolg. „Herr Böhm ist seit etwa einem Jahr nicht mehr gewalttätig“, erzählt Frankhauser. Zwischen den Einzellfallbetreuern und Herrn Böhm entwickelte sich die wichtigste Basis – das Vertrauen. Ermöglicht haben das gezielte Lernmethoden und Übungen, auch im Bereich der sozialen Kompetenz. Jetzt wohnt Björn Böhm in einem separaten Appartement der ehemaligen Wohngruppe, versorgt sich selbst zum Frühstück sowie Abendbrot und wäscht die eigene Wäsche selbst. Damit er eine Tagesstruktur beibehält, besucht er am Vormittag in Begleitung seines Einzelfallhelfers die Werkstatt zum therapeutischen Arbeiten. „Ein Riesenerfolg“, konstatiert Frankhauser. Schafft er das Tagesziel, kauft er sich vom Bonus sein Lieblingsgericht in der Cafeteria – eine Knackwurst. Für den Nachmittag gibt es einen Wochenplan, in dem neben Aufgaben wie Reinigung und Einkauf auch Platz ist für Kultur und Hobbies. Björn Böhm spielt Computer und verehrt Helene Fischer. Als Frankhauser das erzählt, geht Björn Böhm zum Regal. Dort zieht er keine Schlager, sondern Abba aus der Sammlung. Herbstsonne flutet den Raum, „The winner takes it all“ tönt durch die Boxen und Björn Böhm wiegt sich im Takt. Selbstvergessen und wunderbar zärtlich – von Gewalt ist hier keine Spur mehr.
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SIE WERDEN MIT FREUDE ERWARTET * *DER BESTE LOHN: DIE FREUDE DER BEWOHNER. Die Bewohner unserer Einrichtung wünschen sich jemanden, der mit Freude für sie da ist. Bei uns stehen Sie mitten im Leben. Genauer: im Leben der Bewohner. Sie helfen Menschen mit Behinderung und Epilepsie durch den Alltag. Sie erleben die täglichen Herausforderungen und Freuden hautnah mit, managen und schaffen Höhepunkte. Würde, Vertrauen, Freude: Unsere diakonischen Wohneinrichtungen in Kleinwachau sind bunt, modern und herzlich.
WIR SUCHEN UNTERSTÜTZUNG: • Fachkraft im Betreuungsdienst (m/w) mit Ausbildung als Heilerziehungspfleger (m/w) oder anderer Ausbildung • Mitarbeiter im Betreuungsdienst (m/w)
DAS KÖNNEN SIE VON UNS ERWARTEN: • hohe Wertschätzung als wichtige Basis für Ihre Arbeit • Schichtdienste nach Langzeitplanung oder Wünschekalender • umfangreiche Fortbildungsangebote • Bezahlung nach Diakonie AVR Sachsen inkl. Jahressonderzahlung und Kinderzuschlag • Wochenend-, Feiertags- bzw. Nachtzuschläge • 29 Tage Jahresurlaub • wir zahlen zusätzlich 5,2 % vom Bruttolohn in Ihre betriebliche Altersvorsorge • vergünstigtes Mittagessen, betriebliche Gesundheitsförderung
Sie helfen gern und sind überzeugt, dass behinderte Menschen ein Recht auf ein selbstbestimmtes Leben haben? Dann bewerben Sie sich bei uns. Unser Wohnbereichsleiter Herr Möller beantwortet gern Ihre Fragen: Tel.: (03528) 431-2020 oder E-Mail r.moeller@kleinwachau.de Initiativbewerbungen schicken Sie bitte per E-Mail an folgende Adresse: bewerbung@kleinwachau.de
Kleinwachau Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg Personalabteilung Wachauer Straße 30 01454 Radeberg Wohnen | 39
„Jeden Morgen eine herzliche Begrüßung und gute Wünsche für den Tag.”
VERÄNDERUNGEN & KONSTANTEN I
n den vergangenen zwei Jahren habe ich Ihnen viel über Veränderungen im Bereich Arbeit berichtet. Sowohl für die Kleinwachauer Werkstätten als auch für das Inklusionsunternehmen paso doble ist auch im letzten Jahr wieder viel passiert. Davon zeugen die Artikel in diesem Heft. Aber es gibt bei uns auch Konstanten. Eine dieser Konstanten ist eng verbunden mit meinem diesjährigen Lieblingsmotiv. Es zeigt Elisabeth „Betty“ Fritzsche zusammen mit Silke Thomschke und mir. Frau Fritzsche wohnt im Berghaus, nicht weit entfernt von der Werkstatt. Jeden Morgen, präzise wie ein Uhrwerk, stattet „Betty“ Fritzsche meinen Kolleginnen, Kollegen und mir in der Verwaltung einen Besuch ab. Es gibt jeden Morgen eine herzliche Begrüßung und gute Wünsche für den Tag. Manchmal ist der Besuch verbunden mit kleinen textilen Bastelarbeiten aus Wollresten, mit denen reihum alle bedacht werden. Man muss manchmal - wie
bei vielen Kunstwerken - schon etwas Fantasie haben, um den Titel zum Objekt richtig einordnen zu können. Nachmittags folgt dann das Verabschiedungsritual in ebensolcher Genauigkeit. Für mich sind solche Fixpunkte wichtig. Sowohl Werkstatt als auch das paso doble sind immer noch mitten in Veränderungen. Die Werkstatt ist auf gutem Weg, termin- und qualitätsgerecht verschiedensten Wünschen unserer Auftraggeber hinsichtlich Stückzahlen und Lieferzeiten zu entsprechen und sich schnell auf neue Anforderungen einzustellen. Paso doble hat erste Großaufträge in Dresden umgesetzt, weitere werden folgen.
Da tut es dann von Zeit zu Zeit gut, sich auf Konstanten zu besinnen. Und vielleicht können wir ja aus diesen kleinen, wertvollen Ritualen im Alltag Kraft und Gelassenheit schöpfen für die vielfältigen bevorstehenden Aufgaben. Das wünsche ich uns allen.
Hubertus Schreiber Bereichsleiter Arbeit
Die Veränderungen, die das Bundesteilhabegesetz im neuen Jahr in der Realität bringen wird, kann sicher noch niemand so richtig abschätzen. Auf jeden Fall bleiben die Aufgaben im Bereich Arbeit spannend.
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P
aul Klotsche hat sich auf diesen Tag schon lange gefreut. Auf den Moment, in dem er in der Halle steht, mittendrin, im großen Ganzen, zwischen all den Regalen mit all den Produkten, als Teil eines Aufbruchs – dem Ausbau der Metallverarbeitung am Standort Radeberg. Die Sonne wirft ihre Strahlen durch das Tor, der LKW knattert und Klotsche streift sich seine Handschuhe über. „Metall ist eine schöne Sache“, erklärt er und beginnt den Bestand zu inspizieren.
Der 21-jährige Beschäftigte steht inmitten der neuen Lagerhalle. Auf 16 Meter Breite und 40 Meter Länge finden sich hier Regale, Regalsysteme, Boxen, und Kisten verschiedener Art. Insgesamt gewinnen die Werkstätten Lagerkapazitäten von 1.000 Quadratmetern. „Wir möchten unsere Kunden besser bedienen“, sagt Abteilungsleiter Thomas Köhler. „Denn viele Auftraggeber haben Lagerkapazitäten angefragt.“ Weil der Platz in der Produktionshalle immer weniger wurde, habe man sich zum Bau einer Lagerhalle entschieden. Jetzt steht sie da, direkt neben dem Radeberger Werkstattgebäude, mit eigener Zufahrt, Wendeschleife, in hellem Grau, gerahmt in braune Streifen. Nach nur drei Monaten Bauzeit konnte die Lagerhalle im Oktober eröffnet werden. Die Schwerlastregalsysteme sind installiert, Gabelstapler bugsieren Waren hin- und her. Paul
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Klotsche rangiert mit einem Kollegen Kisten. „Wir können hier nach modernen Standards arbeiten“, erklärt er. Nach einer Einweisung dürfe er sogar den Elektro-Gabelstapler fahren. Augenglänzen, Blick zu den meterhohen Regalen. Die Lagerhalle ist mit moderner LED-Technik ausgestattet sowie einem Dunkelstrahler-Wärmesystem. „Es soll ja keiner frieren“, erklärt Abteilungsleiter Köhler und schiebt nach: „Logistik ist nicht nur der Transport, man muss auch wissen, wo etwas steht.“ Deswegen gibt es eine kleine Schaltzentrale am Kopf der Halle. Per Computer werden die Bestände verwaltet und koordiniert. Die Metallverarbeitung ist am Standort Radeberg zu einem wichtigen Wirtschaftszweig der Kleinwachauer Werkstätten geworden. Mit dem Kauf einer zweiten CNC-Fräsmaschine konnte der Umsatz im ersten Halbjahr 2017 bereits deutlich gesteigert werden. Kunden sind unter anderem Zulieferer für die Automobilindustrie. „Der Ausbau der Metallverarbeitung hat sich gelohnt“, resümiert Köhler. „Die Kunden wissen, dass wir ein zuverlässiger Partner sind.“ Paul Klotsche durchläuft gerade einen Förderungsprozess im Berufsbildungsbereich der Werkstatt. Es sind sogenannte Praxisbausteine, anerkannte Lehrinhalte also, die von IHK und Handwerkskammer zertifiziert sind. Später will er fest im Metallbereich anfangen. Das hat er jedenfalls schon klar gemacht. Mit guter Laune zeigt er die Werkstatt und erklärt Prozesse. An der stampfenden Fräsmaschine hält er an und zeigt auf seinen Kollegen, der gewissenhaft Teile einlegt. „Hier macht es Spaß. Am besten gefällt mir, mit Guss zu arbeiten“, sagt er. Durch die neue Lagerhalle sei jetzt „viel mehr Platz in der Werkstatt.“ Mehr Bewegungsspielraum also für die Produktion von Gewindeschneiden, Gitterrosten, Haken und vielen Teilen, die erst im Großen relevant werden – ohne die das Große jedoch nicht funktionieren würde. In zwei Schichten produzieren die Beschäftigten in der TÜV-zertifizierten Metallwerkstatt. Aufträge können schnell abgewickelt werden. „Die Werkstatt ist zudem bestrebt Endprodukte herzustellen, die Fräsmaschinen bieten die optimalen Voraussetzungen dafür“, sagt Abteilungsleiter Köhler. Er stellt klar: „Das Bedienen von CNC-Fräsmaschinen ist keine Beschäftigungstherapie, sondern qualifizierte Arbeit.“ Dieser Meinung ist auch Paul Klotsche. „Es fühlt sich wie ein richtiges Industrieunternehmen an“, sagt er und eilt wieder zum Gabelstapler.
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ALLTAG MIT LERNEFFEKT FÖRDER- UND BETREUUNGSBEREICH DER WERKSTATT
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er Förder- und Betreuungsbereich? Der gehört doch zum Wohnbereich in Kleinwachau, oder? Solche etwas unsicher vorgebrachten Beschreibungen hat der Leiter des FBB, Andreas Görne, schon oft gehört. Das Problem: Sie sind leider falsch. Viele, selbst alteingesessene Kleinwachauer, verwechseln nämlich den FBB mit der FBS, der Förder- und Betreuungsstätte. „Wir gehören aber nicht wie die FBS zum Wohnangebot des Epilepsiezentrums, sondern sind Teil der Werkstätten. Unser Angebot richtet sich an Menschen, die zuhause bei den Eltern und nicht in Kleinwachau wohnen“, erklärt Andreas Görne den Unterschied der beiden Einrichtungen. Ziel des FBB ist es, Menschen mit schweren und mehrfach unterschiedlichen Behinderungen Erfahrungen und einen Alltag abseits des Elternhauses zu ermöglichen. „Wir machen den Menschen Angebote und geben ihnen Entwicklungsmöglichkeiten. Wenn sie sich dadurch entfalten und Fähigkeiten verbessern, freuen wir uns sehr. Unser Ziel auf lange Sicht ist, dass einige der von uns Betreuten selbstständig in der Werkstatt arbeiten können“, erklärt Andreas Görne den Ansatz. Das Team hat den Förder- und Betreuungsbereich im Jahr 2015 in der alten Wäscherei aus der Taufe ge-
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hoben. Heute betreuen sie hier elf Menschen. Da für diese Sicherheit und Stabilität besonders wichtig sind, gibt es feste Rituale im Alltag wie zum Beispiel den Morgenkreis. Dabei wird gemeinsam gesungen und mit einfachen Symbolkärtchen erklärt, was für wen auf dem Tagesplan steht. Zum wöchentlichen Angebot des FBB gehören hauswirtschaftliche Aktivitäten wie das Falten von Esstüchern, Kochen oder Einkaufen. Dazu kommen tägliche Bewegungsangebote, Entspannung im Snoezelenraum und einmal pro Woche geführtes Reiten. Eine kleine Gruppe geht an drei Tagen in die Werkstatt nach Radeberg, um dort einfache Montage- oder Töpferarbeiten auszuführen. Hinzu kommen Ausflüge wie 2017 zum Beispiel zur Klangterrasse in den Kurort Rathen oder in den Sinnesgarten im Storchennest in Radeberg. Auch der regelmäßige Kontakt zu speziell trainierten Begegnungshunden ist Teil des Angebots: „Selbst Menschen, die sonst wenig Reaktion zeigen, blühen manchmal plötzlich auf, wenn sie einen Hund streicheln. Wir versuchen hier, ganz einfache Dinge auf eine gute Art näherzubringen. Dazu gehören eben auch grundlegende Sinnes-Erfahrungen oder kleine Erfolgserlebnisse“, so Andreas Görne.
BOCK AUF ARBEIT?
Sie sind mit Leidenschaft bei der Sache? Sie haben irgendwie eine falsche Arbeit? Sie wissen noch gar nicht, welche Arbeit Ihnen Spaß macht?
Wir helfen Ihnen! Wir finden Ihre Stärken. Wir beraten Sie bei der Suche nach Arbeit. Wir kennen viele Firmen. Wir helfen Ihnen bei Problemen. Wir bieten Haus-Wirtschaft und Gebäude-Reinigung. Wir bieten auch Rasen-Mähen und Metall-Bearbeitung. Sie können es erstmal ausprobieren. In der Förder-Schule, in der Werkstatt, in anderen Firmen. Oder in unserer Inklusions-Firma. Wir freuen uns auf Sie. Epilepsie-Zentrum Kleinwachau
KONTAKT: Inklusions-Beauftragte/r Telefon: (03528) 431-1880 E-Mail: kontakt@kleinwachau.de
Mehr Infos im Internet: www.kleinwachau.de/sfs
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NEUE AUFTRÄGE
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Voller Körpereinsatz
Mit vollem Körpereinsatz führt Tom Keyn den Akkuschrauber. „Man muss eine ganze Weile gleichmäßig und kräftig drücken, damit die Schraube fasst”, erklärt er. „Das ist zwar anstrengend, macht aber Spaß, solche großen Teile zu bearbeiten”, fährt er fort.
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„Die Chancen dafür stehen sehr gut”, meint Oliver Mehlhorn, Abteilungsleiter der Werkstatt in Kleinwachau, und ergänzt: „Die Arbeit ist prima angelaufen, die Beschäftigten haben sich toll eingearbeitet. Inzwischen sind auch Folgeaufträge in Aussicht.”
Buswartehäuschen made in Kleinwachau
Nachdem die Kleinwachauer Holzwerkstatt bereits mehrere Infotafeln für die Gemeinde Moritzburg hergestellt hatte, folgte ein größerer Auftrag. Drei Bushaltestellen aus Holz wurden komplett von Kleinwachau hergestellt. In der Tischlerei bearbeiteten die Beschäftigten selbstständig die Einzelteile auf Maschinen. Anschließend wurden sie versiegelt und mit Hilfe der Gruppenleiter montiert. Den Abbau der alten Bushaltestellen erledigte die Garten- und Landschaftsabteilung. Den Aufbau der Segmente übernahm dann das Inklusionsunternehmen paso doble. „Das war unser bisher größtes Projekt. Gern wollen wir weiter in dieser Richtung unterwegs sein“, sagt Oliver Mehlhorn, Abteilungsleiter der Werkstatt in Kleinwachau.
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Weiße Plastikbehälter werden auf leuchtend orangefarbene Rahmen geschraubt. Wenn das Ganze fertig ist, dann sind die WC-Spülkästen bereit für den Einbau in die Wand. Allerdings müssen die Bausätze noch komplettiert werden. Das heißt, zu jedem Kasten werden die passenden Bauteile verpackt. Da sich die Bausätze ändern können, ist Mitdenken wichtig. Für die Mitarbeiter in der Montagewerkstatt ist diese Herausforderung genau richtig. Nicht immer nur im Sitzen arbeiten, sondern die eigenen Kräfte einsetzen und dann sehen, was fertig geworden ist. Inzwischen sind sechs Mitarbeiter auf diesem Gebiet eingearbeitet, so dass sich die Teams von je drei Leuten bei Bedarf abwechseln können. Sie sind sehr froh über diesen Auftrag und hoffen, ihn noch eine ganze Weile ausführen zu können.
HOLZWERKSTATT » »
Wir arbeiten gern für Sie! alle Arten von Massivholzbearbeitung z. B. Latten, Kanthölzer gehobelt für Zäune, Balkone, Bänke und ähnliches individuelle Produktgestaltung für Privatkunden, Kommunen oder Industrie z. B. Gartenmöbel, Stadtmöblierung Fragen Sie uns einfach an: Kleinwachauer Holzwerkstatt Wachauer Str. 30 01454 Radeberg Tel. (03528) 431-1760 E-Mail: holz@kleinwachau.de
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WERKSVERKAUF
IN RADEBERG UND LIEGAU-AUGUSTUSBAD
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Produkte aus der Kleinwachauer Holz- und Keramikwerkstatt Verkauf von Brennholz (feines, grobes und Kaminholz) Wachauer Str. 30 01454 Radeberg OT Liegau-Augustusbad Tel. (03528) 431-1760 Montag - Freitag 9.00 - 15.00 Uhr Werksverkauf, Schauwerkstatt und Töpferkurse Stolpener Str. 12 01454 Radeberg Tel. (03528) 431-1810 Montag - Freitag 9.00 - 15.30 Uhr Töpferkurse nach Vereinbarung E-Mail: werkstatt@kleinwachau.de
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PASO DOBLE
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paso doble gewinnt Mitteldeutschen Inklusionspreis
Im Juni 2017 wurde das Inklusionsunternehmen paso doble mit dem MOSAIK Inklusionspreis Mitteldeutschland in der Kategorie Unternehmen ausgezeichnet. Bei der Preisverleihung im Fraunhofer-Institut in Halle (Saale) lobte der Chef des Landesarbeitsamtes Sachsen-Anhalt/Thüringen, Kay Senius, das Engagement der Radeberger, Menschen mit Behinderung unbefristete Arbeitsplätze zu schaffen. „Mit viel Engagement und einem mutigen neuen Unternehmensauftritt ist in dieser Firma Inklusion quasi Unternehmenskriterium“, sagte er in seiner Laudatio.
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Verliehen wird der Preis vom Verein „Mit Handicap leben“ aus Halle. Unter der Schirmherrschaft vom Ministerpräsidenten Sachsen-Anhalts, Dr. Reiner Haseloff, werden Menschen, Unternehmen, Initiativen oder Organisationen ausgezeichnet, die sich aktiv darum bemühen, Barrieren aus dem Weg zu räumen. Die Preisträger zeichnen sich dadurch aus, dass sie sich in besonderem Maße für Inklusion stark machen und das mit unterschiedlichsten Projekten umsetzen. » www.mosaik-mhl.de
mdr-Magazin „selbstbestimmt!“ berichtet über Superhelden vom paso doble
Ganze drei Tage war das mdr-Fernsehen zu Gast und brachte jede Menge Spaß bei den Dreharbei-
ten mit. Aufhänger der Ausgabe vom Mai 2017 war ein langer Beitrag über die Superhelden vom paso doble und deren freche neue Werbekampagne. Dabei kommen die Mitarbeiter selbst zu Wort, die ihre Gesichter für den neuen Markenauftritt geliehen haben. Moderator Martin Fromme zeigte neben diesen Werbe-Superhelden während der gesamten Sendung auch Einblicke in das Epilepsiezentrum Kleinwachau. Der mdr schreibt: „Mit einer so witzigen wie selbstironischen Plakat-Aktion wirbt das Unternehmen für seine Philosophie von Qualitätsarbeit – nicht trotz, sondern wegen der behinderten Menschen in der Belegschaft. Da posiert ein gehandicapter Sanitär-Mitarbeiter als Superman mit Saugglocke oder ein einarmiger Transportarbeiter als Käpt'n Hook. Wir können Hausdienst, uns macht Hausdienst Spaß, lautet die Botschaft. Über einen Betrieb, der Inklusion ernst nimmt und mit Fun-Faktor punktet.“ Den Beitrag gibt es noch in der mdr-Mediathek: » www.bit.ly/pasodoble-im-mdr
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Schraube locker? paso doble Hausmeisterservice WIR SCHAFFEN WERTARBEIT. GEMEINSAM. Menschen mit und ohne Behinderung. Hausmeisterservice Gebäudereinigung Renovierungsarbeiten Umzugs- und Transportservice Haushaltshilfe Hauswirtschaftsservice
www.pasodoble.de Telefon: (03528) 431 |-4922 22 paso doble
GESUNDHEITSTAG FÜR MITARBEITER – INFOS, TOLLE TIPPS UND KULTUR
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etriebliche Gesundheitsförderung bedeutet bei uns mehr als „nur“ Sport. Als attraktiver Arbeitgeber haben wir dem Thema einen ganzen Tag gewidmet. Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind es, die mit ihrem Einsatz täglich für Menschen da sind, die selbst Hilfe brauchen. Um auch am Arbeitsplatz
einen Beitrag zur Erhaltung ihrer Gesundheit zu leisten, haben wir eine Betriebliche Gesundheitsförderung aufgebaut – und das gilt selbstverständlich auch in unseren Tochterunternehmen. Und dabei geht es um mehr als Sport. Es sind abgestimmte Maßnahmen, Strukturen und Prozesse, die letztlich eine Kultur gesunder Arbeitsplätze und Arbeitsprozesse schaffen sollen. Wir reden also von gesundem Essen aus unserer hauseigenen Küche, vom Arbeits- und Brandschutz, vom Wiedereingliederungsmanagement nach langer Krankheit bis hin zu Mitarbeiterausflügen. Die Angebote sind daher so vielfältig, dass sie gleichzeitig nur schwer zu überblicken sind. Mit dem Gesundheitstag haben wir die Angebote der Betrieblichen Gesundheitsförderung nun sichtbar gemacht. Kreative Kurzvorträge zeigten während eines Gesundheits-Slams, dass Betriebliche Gesundheitsförderung modern, aufgeschlossen und unkompliziert ist. Entsprechenden Witz brachte Poetry-Slamer Maik Altmann ein, der den Tag moderierte. Rückenkurse, Muskelscreening, Feuerlöschübungen und Vorträge zum Zeitmanagement brachten den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern Informationen quasi zum Anfassen. Gesundes Frühstück und Mittagessen rundeten den Tag ab. Unterstützt wurde der Gesundheitstag von der AOK Plus.
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JUNI
Tag zum Feiern er ein wunderbarer ed wi – st fe er m m Das So er und Gäste. für alle Kleinwachau
JUNI
UND SONST... MÄRZ
„Genial Sozial“ – der E jungen insatz d Freiwilli ieser g en beim von Bän Aufarbe ken. iten
APRIL g der neuen ie Einweihun d m ah rn e b inisterin Sie ü esundheitsm G s n se h ac S Klinik : sch. Barbara Klep Im Eingangsbere ich des Klinikneubaus gi bt es nun auch einen Raum, der über die Geschich te Kleinwachaus info rmiert.
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FÖRDERN SIE BEGEISTERTE SPORTLER!
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eder, der gern Sport macht, weiß: Das fühlt sich toll an. Gemeinsam mit seiner Mannschaft einen Sieg einfahren – was für ein großartiges und aufbauendes Gefühl.
Auch viele Menschen mit einer Behinderung sind leidenschaftliche Sportler. In Kleinwachau gibt es Tischtennis- und Bocciaspieler, Fußballer, Radfahrer, Leichtathleten, Läufer, Schwimmer und Skifahrer. Sie alle eint die Freude an Bewegung und das Miteinander. „Ohne Sport wäre ich nicht glücklich. Danach bin ich zwar immer fertig, aber richtig froh, was ich geleistet habe“, sagt Mandy Schwarz. Die 29-Jährige spielt Fußball und ist Teil der Kleinwachauer Schwimmgruppe. 2017 holte sie beim regionalen Schwimmwettbewerb der Special Olympics in Riesa sogar eine Gold- und eine Silbermedaille. „Unser Wunsch ist es, dass die Kleinwachauer Sportler sich mindestens einmal im Jahr in einem Wettkampf beweisen können. Damit sie fürs Mitmachen aber keine großen Summen bezahlen müssen, sind wir auf Spenden angewiesen“, sagt Lutz Höhne, Beauftragter für Sport und Kultur.
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SPENDENPROJEKT 2018 Bei der Teilnahme an Wettkämpfen fallen neben Startgebühren auch Kosten für Fahrt, Verpflegung und Übernachtung an. Ein finanzieller Aufwand, den Menschen wie Mandy Schwarz oft nicht allein tragen können. Helfen Sie unseren Sportlern, ihre ehrgeizigen Ziele zu verwirklichen. Ermöglichen Sie ihnen mit Ihrer Spende, an spannenden Wettkämpfen teilzunehmen. Schenken Sie ihnen dieses aufbauende Gefühl!
Verwendungszweck: Sportförderung
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Vielen Dank für Ihre Spende!
Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung Ihre Adresse im Verwendungszweck mit an. Sie erhalten dann automatisch von uns eine Spendenquittung.
SPENDENKONTO EMPFÄNGER Förderverein Epilepsiezentrum Kleinwachau e.V. IBAN DE25 3506 0190 1615 9600 94 BIC GENODED1DKD VERWENDUNGSZWECK Sportförderung
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TOLLER URLAUB! DANK JAHRES-SPENDENROJEKT 2017 URLAUB MÖGLICH MACHEN SPENDENSUMME: 17.348 EUR
VIELEN DANK FÜR IHRE SPENDEN!
FSJ / BFD NSTE
FREIWILLIGENDIE H!
HI, ICH BIN SARA
Ich bin 16 Jahre alt und komme aus Dresden. Ich will Krankenschwester werden, bin aber noch zu jung dafür. Ich hatte keine Lust, die Zeit einfach nur zuhause abzusitzen. Ich wollte was Sinnvolles machen. Deshalb mache ich jetzt ein FSJ auf der Kinderstation des Krankenhauses hier im Epilepsiezentrum Kleinwachau. Das heißt: Ich spiele mit den Kleinen, gehe mit ihnen spazieren und richte ihnen auch mal die Haare oder passe auf, dass sie sich vor dem Essen die Hände waschen. Man gewinnt die Kinder total schnell für sich. Ich war kaum hier, als eins ankam und mich gleich umarmte. Von den Kollegen wurde ich auch super begrüßt. Wenn ich Fragen hab, kann ich jederzeit zu ihnen gehen. Ich weiß jetzt auch, was ich mache, wenn ein Kind einen epileptischen Anfall hat. Ich lerne jeden Tag neue Dinge und habe echt viel Spaß. Außerdem wohne ich in der Woche gleich auf dem Gelände hier – in einer WG. Das Tolle daran: Ich lebe mit Leuten aus Italien und der Ukraine zusammen. In unserer Freizeit reden wir ständig, vor allem auch auf Englisch, kochen oder schauen Filme. Als FSJlerin bekomme ich übrigens nicht nur das Taschengeld von 350 EUR und alle Sozialversicherungen, sondern auch freies Mittagessen und für die Wohnung hier in Kleinwachau brauche ich auch nichts bezahlen. Habt auch ihr Lust auf ein FSJ? Dann meldet euch einfach!
» in den Wohnbereichen » in der Förderschule » im Fachkrankenhaus » in der Werkstatt WIR » in der Kita
BIETEN:
FSJ: Einstieg 1.9. - 28.2. / 12 - 18 Monate / 350 EUR pro Monat + freies Mittagessen BFD: Einstieg jederzeit zum Monatsanfang 21, 30 oder 40 Wochenstunden 310 - 410 EUR pro Monat
RUF AN! Karsten Bilz (Koordinator Freiwilligenarbeit) Tel.: (03528) 431-1121 E-Mail: k.bilz@kleinwachau.de
H C A F EIN ! N E H MAC
IMPRESSUM HERAUSGEBER Kleinwachau Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gemeinnützige GmbH Wachauer Str. 30 01454 Radeberg Tel.: (03528) 431-0 E-Mail: kontakt@kleinwachau.de www.kleinwachau.de
VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT Martin Wallmann (Geschäftsführer) KONZEPT, REDAKTION, LAYOUT & GRAFIK Abteilung Öffentlichkeitsarbeit Alexander Nuck (Leitung) Patricia Wachsmuth Jana Mundus, Tony Wachtel
FOTOS & BILDER Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg, S. 14/15: Architekturbüro dauphin Radeberg, S. 34/35: PlanKonzept GmbH, S. 8,9,22,23,24,25: Thomas Kretschel, S. 10,11,15,19,30,31,38,42,43: Tobias Ebert, Titelseite: André Wirsig, S. 28: © zerbor/fotolia AUFLAGE: 3.000 Stück, kostenlose Verteilung frei Haus DRUCK: KONSTA Druck & Werbung, Inhaber: Ralf Gauptys Radeberger Straße 34, 01454 Feldschlößchen Kleinwachau | 55
Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst. Offenbarung 21,6 Jahreslosung 2018
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Wir laden Sie herzlich ein.
Tag der offenen Tür in allen Bereichen Jubiläum: 25 Jahre Förderschule Kleinwachau 21. April 2018 Epilepsiesymposium 28. April 2018 Saal der Kleinwachauer Werkstätten
Tanz in den Mai Live-Konzert: The Lazy Boys 5. Mai 2018 Saal der Kleinwachauer Werkstätten Kleinwachauer Sommerfest und Kirchspieltag Radeberger Land 23. Juni 2018
Epilepsieforum 6. Oktober 2018 Dresden, An der Kreuzkirche 6 Jubiläum: 10 Jahre Kita Baumhaus 3. November 2018
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