2015
Das Jahr in Kleinwachau.
erlebt. gesehen. erzählt.
Einsatz für Aufklärung 10 Jahre Epilepsieberatung in Dresden
Magische Momente Vorhang auf für Theaterprojekt der Förderschule
Leben begleiten Vom Umgang mit Leben und Sterben
Mein Foto des Jahres Besondere Augenblicke
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INHALT
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Mein Foto des Jahres Besondere Augenblicke 4, 10, 18, 28, 38 Olympisches Feuer Kleinwachauer Team bei den Winterspielen 6 Werkstatt der Schmetterlinge Theaterprojekt der Förderschule 12 Gegen das Vergessen Schüler gedenken der Opfer des Nationalsozialismus 15 Einsatz für Aufklärung 10 Jahre Epilepsieberatung in Dresden 20
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Trotz Epilepsie glücklich Bundesweiter Patiententag 24
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Mehr Platz Neubau am Fachkrankenhaus gestartet 26 Zuhause bis zum Schluss Der Umgang mit Leben und Sterben 30 Die Leah kommt! Schulprojekt erobert Radeberg 32 Metallbearbeitung im Zweischichtbetrieb 40 Einsatz für Flüchtlinge Arbeitsplatz im Erstaufnahmelager 44
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Paso doble Trägerübergreifende Zusammenarbeit 46 Jahresspendenprojekt Talhausgarten wächst 48 Impressum 51
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N Liebe Leserinnen, liebe Leser, wenn Sie seit Februar wieder einmal in Kleinwachau waren und dabei das Brunnenhaus betreten haben, ist es Ihnen sicher aufgefallen: Gleich hinter der Tür werden Sie von Bildern mit freundlichen Gesichtern empfangen. Menschen unterschiedlichen Alters sind abgebildet. So verschieden sie sind, haben sie Eines gemeinsam: Sie alle haben einen Teil ihrer Lebenszeit in Kleinwachau verbracht - als Bewohnerin, Patientin, Schüler oder Beschäftigte. Sie repräsentieren Menschen, die Kleinwachau zu dem machen, was es ist. Und neben ihnen an der Wand steht der Satz: „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ Einander annehmen – dazu haben wir in Kleinwachau genug Gelegenheiten. In allen Bereichen begegnen sich Menschen, die in ihrer Verschiedenheit immer wieder neu üben, einander ehrlichen Herzens anzunehmen. Und auch über Kleinwachau hinaus hatten wir viele Gelegenheiten dazu: Mit Grundschülern aus Liegau-Augustusbad, jungen Freiwilligen aus anderen Ländern, Offiziersschülern aus Dresden und vielen anderen. Auf den folgenden Seiten können Sie von diesen Begegnungen lesen.
Wir Nehmethier haben einander keine an, wie bleibende Christus Stadt, euch angesondern nommen die zuhat zum künftige Lobe suchen Gottes. wir. Römer 15, Vers 7 Hebräer 13,14
Jahreslosung 2015
Zu Gottes Lob – miteinander so umgehen, dass Menschen spüren: Kleinwachau lebt von Gottes Güte. „Nehmt einander an, wie Christus euch angenommen hat zu Gottes Lob.“ Dieses Wort wird uns auch im nächsten Jahr begleiten. Es ist der Leitspruch Kleinwachaus, an dem sich Menschen hier seit vielen Jahren orientieren und der uns auch weiter leiten wird. Gott sei Dank! Ihre Pfarrerin Elisabeth Roth
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Foto: Bernd Goldammer
„Soldaten in einer christlichen Einrichtung? Für uns ein besonderer Segen.”
VORURTEILE ÜBER BORD WERFEN D
ie Bundeswehr in Kleinwachau? Soldaten in einer christlichen Einrichtung? Für uns ist das mittlerweile kein Widerspruch mehr, eher ein Segen. Es ist ein besonderer Segen, da die Soldaten helfen und anpacken. Das zeigt auch mein „Foto des Jahres“. Sie sehen unseren Bewohner Duc Thi Nguyen Hoang und den Soldaten Jonas Unkrig, beide Hand in Hand während des Sommerfestes. Auch im Winter helfen die angehenden Offiziere, wenn unsere Bewohner in großer Zahl den Weihnachtsmarkt im Dorfkern von Liegau-Augustusbad besuchen. Soldatinnen und Soldaten schieben Rollstühle, stützen unsere Bewohner beim Laufen. So können alle, die es wünschen, am Weihnachtsmarkt teilnehmen. Unsere Bewohner genießen es, auch einmal von anderen Helfern umsorgt zu werden. Aber auch den Soldatinnen und Soldaten scheint es Freude zu bereiten.
Die jungen Leute verlassen nach diesen Hilfseinsätzen unsere Einrichtung immer sehr froh und zufrieden. Als wir vor mehr als fünf Jahren die Zusammenarbeit mit der Offizierschule des Heeres Dresden begannen, wurde diese Idee jedoch überwiegend von kritischen Fragen begleitet. Schließlich ist Kleinwachau für seine pazifistische Tradition bekannt. Soldaten in Tarnuniform - was haben die in einer diakonischen Einrichtung zu suchen? Gelingen konnte diese fruchtbare Zusammenarbeit also nur, weil Klischees und Vorurteile über Bord geworfen wurden.
angenommen. Ich wünsche mir, dass das große Engagement in Kleinwachau, aber auch in unserer Gesellschaft weiter Früchte trägt und so zum Segen für uns alle wird. Martin Wallmann Geschäftsführer
Auch heute leben wir in einer Zeit, die von Skepsis, Vorurteilen aber auch von Angst geprägt ist. Und gerade jetzt wollen wir wieder mutig sein. Wir haben Ideen und Vorschläge zur Betreuung von Flüchtlingen an die zuständigen Behörden überreicht. Bisher wurden unsere Angebote nicht
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Olympisches Feuer: Kleinwachauer Team bei den Special Olympics Winterspielen 2015 in Inzell.
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uf der Fahrt nach Inzell regnete es noch in Strömen. Doch am nächsten Morgen empfing der Wintersportort die Kleinwachauer Delegation mit strahlendem Sonnenschein. Ideales Wetter, um in den Qualifikations-Wettbewerben gute Ergebnisse zu erzielen. Dabei war die Konkurrenz groß. Nicht nur aus dem schneereichen Süden Deutschlands waren zahlreiche Athleten angereist, sondern auch aus Österreich und der Schweiz. Sogar die Niederlande hatten gut trainierte Teams zu den Special Olympics Winterspielen entsandt. Am nächsten Tag starteten die Wettbewerbe jedoch bei heftigem Schneefall. Hochmotiviert stellten sich die Kleinwachauer Ski- und Schneeschuhläufer auf die neuen Bedingungen ein. Belohnt wurden sie mit Medaillen, guten Platzierungen und sogar mit einer Goldmedaille für den einzigen sächsischen Alpin-Sportler: Benjamin Pietzsch. Kampfgeist war auch am dritten Tag nötig. Der dichte Flockenwirbel nahm ständig zu und erschwerte die Sicht. Der nasse, schwere Schnee stellte hohe Anforderungen an die Kraft und Ausdauer der Sportler. Daher waren sie froh über die begleitenden Angebote zur Erwärmung, zur Verbesserung der persönlichen Fitness, zur Entspannung und zum Materialtest, die sie in den Wettkampfpausen nutzen konnten.
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Besonders die Langstrecken-Langläufer mussten hart um ihre Platzierungen kämpfen. Jeder versuchte, Reserven zu mobilisieren. Dabei half ihnen die sportliche Stimmung, die im Team herrschte. Die Athleten motivierten und unterstützten sich gegenseitig. Nicht nur bei der Medaillenjagd, sondern auch beim Verkraften der starken Konkurrenz. Neben den sportlichen Erfolgen gehörten diese Team-Erlebnisse zu den wichtigsten Erfahrungen aus Inzell. Das unkomplizierte Miteinander, die gegenseitige Akzeptanz der jeweiligen Stärken, Schwächen und Eigenheiten ließen Behinderung oder Nichtbehinderung unbedeutend werden. Die Aufmerksamkeit aber wurde so auf das Wichtige gelenkt: die gemeinsame Begeisterung für verschiedene Varianten des Wintersports, die Freude am Schnee und am sportlichen Kampf mit diesem Element. So hatten die Kleinwachauer Teilnehmer auf der Rückreise nicht nur zahlreiche Medaillen im Gepäck. In Erinnerung bleiben Stolz über das eigene Können, das gute Gefühl der Gemeinschaft, neue Bekanntschaften und jede Menge Lebensfreude!
Medaillenspiegel: 3 x Gold Benjamin Pietzsch – Alpin Riesenslalom Tim Schlaubitz – Skilanglauf 3 km Rocco Seifert – Schneeschuhlauf 800 m 1 x Silber Elvira Michael – Skilanglauf 100 m 2 x Bronze Tim Schlaubitz –Skilanglauf 5 km Elvira Michael – Skilanglauf 50 m
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TAG DER OFFENEN TÜR
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Fachkrankenhaus
So ähnlich könnte er bald sein, der Blick auf das Kleinwachauer Fachkrankenhaus mit der neuen Station 5. Zum Tag der offenen Tür am 27. März 2015 erfolgte der Spatenstich für die Klinikerweiterung. Daneben gab es Vorträge und Beratungsangebote zum Thema Epilepsie. Zum ersten Mal veranstalteten die verschiedenen Bereiche einen gemeinsamen Tag der offenen Tür. So war das Informationsangebot besonders vielfältig und das Besucherinteresse groß.
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Förderschule
Auf den ersten Blick sah es aus wie in einer Werkstatt: Mit speziellen Werkzeugen wurde Holz für den beliebten Feueranzünder „k-lumet" gespaltet und zusammengesetzt. Besucher konnten verfolgen, wie Schüler der Werkstufenklasse Werkstattarbeiten testeten. Der Einblick in verschiedene Unterrichtsformen war Schwerpunkt am Tag der offenen Tür. Daneben gab es etwas zu feiern: die Einweihung des sanierten Therapiebades.
Wohnen
Stolz zeigt Annett P. von ihr gemalte Aquarelle. Sie sind Teil einer Ausstellung, die im Wiesenhaus am Tag der offenen Tür eingeweiht wurde. Die Liegauer Malerin Ursula Stoschek hatte zusammen mit Alexander Zeisig in Radeberg einen Aquarellkurs angeboten, bei dem zahlreiche tolle Bilder entstanden. Die Gäste konnten außerdem Beratungsangebote zu verschiedenen Wohnformen wahrnehmen.
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Werkstatt
Gerade noch hatte Martin Sander letzte Hand angelegt, Regale aufgestellt und Produkte einsortiert. Am Tag der offenen Tür sollte alles fertig sein, denn der Werksverkauf am Standort Kleinwachau erwartete seine Gäste mit einem neu eingerichteten Verkaufsraum. Als Beschäftigter der Keramikwerkstatt ging Herr Sander mit Engagement in die Vorbereitungen und konnte verdient auf das Geschaffene anstoßen.
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SOMMERFEST HEISSE RHYTHMEN UND ERFRISCHENDE IDEEN
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icht nur die Sommersonne heizte den Kleinwachauern und ihren Gästen an diesem Festtag kräftig ein - acht verschiedene Musik- und Tanzformationen sorgten für ein buntes Kulturerlebnis und vielfältigen Klang. Wer trotz der hohen Temperaturen um die 38 °C das Tanzbein schwingen wollte, fand auch dazu reichlich Gelegenheit. Bedingt durch die Krankenhausbaustelle wurde vorwiegend an der Werkstatt und der Schule gefeiert. Dass die beiden Festzentren durch einige Höhenmeter getrennt waren, konnte die Besucher schon ins Schwitzen bringen. Daher war der große Rollstuhlkremser als Pendelverkehr zwischen beiden Orten sehr beliebt. Aber auch für diejenigen, die zu Fuß unterwegs waren, hatte das Gelände ruhige und schattige Oasen mit verschiedenen Erfrischungen und Wasserspielen zu bieten. Wichtige Unterstützung kam dabei wieder aus der Offizierschule des
Heeres Dresden. Zu den Aufgaben der Soldaten gehörten diesmal nicht nur Standbetreuung und Mobilitätshilfe für behinderte Festbesucher, sondern auch für die eine oder andere Abkühlung zu sorgen. Die Betreiber der Imbiss-Stände ließen sich von der Hitze jedoch nicht abhalten, Leckeres für die Besucher zu brutzeln und zu kochen. Die höchsten Temperaturen wurden dabei wohl am Lehmbackofen der Förderschule erzielt, wo die begehrten Pizzabrötchen angeboten wurden. Mit sinkender Sonne stieg noch einmal die Stimmung auf dem Festgelände: Die Jindrich Staidel Combo sorgte mit tschechischer Spaß-Jazz-Polka für einen heiteren Ausklang. Musikalisch kabarettistische Einlagen brachten zwischendrin das Publikum zum Lachen. Bei der anschließenden Aftershow-Party tanzten die Festgäste bis in die Nacht.
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„Vorhang auf Lebensfreude ist ansteckend.”
VORHANG AUF! DAS HAT SO VIEL SPASS GEMACHT
Hinter uns liegt ein aufregendes und an Eindrücken reiches Jahr. Den Höhepunkt bildete unsere Theateraufführung Anfang Mai 2015 mit über 200 Zuschauern. Selten konnten wir als Förderschule solch eine breite Öffentlichkeit erreichen. Das Ergebnis macht uns bis heute stolz!
auf. Das ist ein ergänzendes Angebot zu schon trainierten und eingeführten Strategien der Verhaltensschulung und -regulierung. Schülerinnen und Schüler können so noch besser als bisher für das Lernen bereit gemacht und Störungen möglichst rechtzeitig behoben werden.
Aber auch sonst war wieder viel los. Alle Feste des Kirchenjahres finden in unserer Schule Beachtung. Wir feiern pro Schuljahr mindestens fünf Gottesdienste, die von den Schülern und Pädagogen selbst vorbereitet und durchgeführt werden. Wir erprobten unsere Kraft zum Waldtag und zum Familiensportfest.
Viele Partner unterstützen uns im Prozess der Bildung und Erziehung. Hervorragend klappt die Zusammenarbeit mit unseren Kooperationspartnern „Baumhaus“ in Radeberg, den Grundschulen Liegau-Augustusbad und Wachau, der Förderschule Radeberg und vielen Praktikumsbetrieben in der Nähe.
Die Unterrichtszeit wird durch Projekte, Methodenvielfalt und Differenzierung effektiv genutzt. In diesem Jahr nahmen wir die Methode der Körperorientierten Arbeit in unser Repertoire
Zu den rührigsten Unterstützern der Förderschule Kleinwachau gehören die Eltern. Mit Rat und Tat stehen sie uns in den Klassen und der Schule zur Seite. Ohne ihren Beistand hätten wir das Theater-
projekt nicht stemmen können – wie so manches nicht! Lebensfreude ist ansteckend. Das sehen Sie auch auf meinem Foto des Jahres! Ilona Lisowski Schulleiterin
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„Werkstatt der Schmetterlinge” Theaterprojekt der Förderschule begeisterte mit magischen Momenten.
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odolfo aus der Werkstatt der Insektenmacher hat einen Traum. Von einem Wesen so schön wie eine Blume und leicht wie ein Vogel. Nun ist er zusammen mit seiner Freundin Fedora auf der Suche. Er schaut sich in der Natur um und sucht nach Ideen, wie er seinen Traum verwirklichen kann. Rodolfo-Darsteller Tom Brietenhagen spielt seine Rolle mit Hingabe. Wie alle anderen jungen Schauspieler auch bewegt er sich ganz selbstverständlich auf der Bühne, auch der Text ist sicher. Rodolfo und Fedora (Caroline Schöne) müssen außer ihren eigenen Rollen ebenso den Gesamtablauf im Blick haben, denn ab und zu sind sie auch Starthelfer für die Auftritte anderer. Nacheinander tummeln sich auf der Bühne allerlei Pflanzen und Tiere, die fantasievolle Gestaltung all der farbenprächtigen Kostüme lässt das Publikum staunen. Aber auch Musik und Tanz gibt es in dem Stück. Ein wunderschöner Beitrag ist dann der Auftritt der Tanzgruppe der Grundschule Liegau-Augustusbad. Doch nicht nur vor - auch hinter der Bühne spielt sich so einiges ab: Schattentheater und Taschenlampeninstallationen sorgen für magische Momente. Inspiriert von so viel Schönheit kommt Rodolfo endlich die Idee, wie er seinen Traum „von einem Wesen so schön wie die Blumen“ verwirklichen kann. So entstehen schließlich die Schmetterlinge. Es ist beindruckend zu erleben, wie geschmeidig sich die kleinen Tänzerinnen zunächst in ihren Raupen-Anzügen bewegen und später daraus als tanzende Schmetterlinge hervorschlüpfen.
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Alle der ca. 60 Kleinwachauer Schülerinnen und Schüler haben im Stück eine Rolle oder eine Funktion, ob auf oder hinter der Bühne, als Kostümbildner, Kulissenbauer oder Techniker. Bereits zum Schuljahresstart gab es erste Vorbereitungstreffen und Ideensammlungen. Die Hauptarbeit jedoch wurde in der Theaterprojektwoche geleistet, die der Aufführung voraus ging. „Dabei hatten wir professionelle Hilfe“, erzählt Schulleiterin Ilona Lisowski. „Das Projekt begleitete Frank Hohl vom Theaterpädagogischen Zentrum Dresden. Zusammen mit seiner Assistentin Kathrin Wiedemann beriet er und übte mit uns, ließ sich seinerseits stark von den Fähigkeiten der Schüler inspirieren. Die Zusammenarbeit mit den Theaterleuten macht große Freude.“ Auch der Theaterpädagoge Frank Hohl klingt begeistert über die Teamarbeit mit den Förderschülern: „Alle waren sehr engagiert, haben sich vom Stück inspirieren lassen und hatten tolle Einfälle für Beiträge, Kostüme und Kulissen. Die Schüler haben sehr unbefangen auf der Bühne agiert und auch selbst gute Ideen für ihre Requisiten beigesteuert. Die Aufführungen sind prima gelungen!“ Neben den farbenfrohen Bildern und dem Applaus der Gäste bleiben für die Förderschüler wichtige Erfahrungen. „Theaterspielen macht Spaß und strengt an“, fasst Ilona Lisowski das kreative Projekt zusammen. „Wir schlüpfen in andere Rollen. Wir denken uns in eine andere Welt hinein. Die Probentage laufen anders ab als ein gewöhnlicher Schultag - das ist das Anstrengende. Und das Aufregende, Schöne ist: Wir verkleiden uns. Wir treten vor Publikum auf. Wir beschäftigen uns mit Technik, Material, mit dem Inhalt des Stückes und mit der Entstehung einer Inszenierung und einer Aufführung. Durch die Arbeit in Gruppen und die Zusammenführung ihrer Ergebnisse zu einem Ganzen können die Förderschüler etwas über die Komplexität unserer Welt erfahren. Das Wichtigste für die Schüler allerdings ist die Außenwirkung einer Theateraufführung. Wir bekommen Gäste. Alle schauen zu, jeder gibt sich große Mühe.“ Mit diesen öffentlichen Aufführungen haben es die Förderschüler geschafft, auf sich aufmerksam zu machen. Und dabei haben sie gezeigt, wie unterschiedlich ihre Begabungen sind. Froh waren die Kleinwachauer über die Beteiligung der Tanzgruppe der Grundschule Liegau-Augustusbad. Schließlich wurde so aus der Theateraufführung ein gemeinsames Erlebnis für Förderschüler, Grundschüler und einem applaudierenden Publikum.
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GESCHMACK GETROFFEN PRAKTIKUM IN DRESDNER HOTELKÜCHE
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m Herzen der Dresdner Altstadt, direkt im Zentrum der Touristenströme rund um die Frauenkirche, dort ist Daniel Börners Arbeitsplatz. Seit einigen Monaten absolviert der junge Mann aus der Kleinwachauer Förderschule ein Praktikum im Hilton Hotel. In der Küche des Mitarbeiterrestaurants wird er von Jan Barth angeleitet. Der Koch lobt die Geschicklichkeit des Jugendlichen und freut sich über dessen Fortschritte: „Daniel hat sich prima entwickelt. Mittlerweile ist er wirklich eine echte Hilfe im Arbeitsprozess. Er hat sogar schon selbst eine Suppe gekocht. Schritt für Schritt werden wir nun an weiteren Stationen seine Fähigkeiten und Möglichkeiten testen. Als nächstes beim Aufbau des Buffets.“ Daniel Börner ist der erste Förderschüler, der im Dresdner Hilton Hotel eine solche Möglichkeit erhält. Schon seit einigen Jahren besteht zwischen dem Hotel und der Kleinwachauer Förderschu-
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le eine Kooperation. Besonders profitiert davon das Schülercafé, das von den Hotelexperten regelmäßig Kochstunden und Servierlehrgänge erhält. Auch Daniel Börner nahm daran teil. So entstand bei ihm der Wunsch, sich in diesem Berufsfeld auszuprobieren. Inzwischen besucht er die Ausgangsklasse der Werkstufe seiner Schule. Neben den Praktikumstagen erhält er im Hotel zusätzlich eine intensive Förderung in Deutsch und Mathematik. Denn auch die theoretischen Voraussetzungen für eine spätere Tätigkeit müssen stimmen. Seine Ausbildung könnte später aus zertifizierten Praxisbausteinen bestehen, die ihm einen Abschluss ermöglichen. Solche Bausteine zu erarbeiten und anzubieten, ist das Ziel einer Projektgruppe der Diakonie Sachsen. Diese beschäftigt sich mit der Ausbildung von Förderschulabsolventen und Beschäftigten von Behindertenwerkstätten. Davon würden nicht
nur die Förderschüler, sondern auch viele Gewerke profitieren. Für Daniel Börner stehen die Chancen nicht schlecht. Das Engagement seiner Pädagogen und der Hilton-Mitarbeiter sind ihm jedenfalls sicher. Und eine gute Ausrüstung: Stolz zeigt er sein persönliches Messerset, das jeder Küchenmitarbeiter erhält. Für die Messer ist er nun also selbst verantwortlich, für seinen persönlichen Einsatz auch. Den stellt er aber bereits Tag für Tag gut unter Beweis.
GEGEN DAS
VERGESSEN
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uch in Kleinwachau wurden Menschen Opfer des Nationalsozialismus. Seit vielen Jahren halten wir zum bundesweiten Gedenktag am 27. Januar eine Andacht vor dem Mahnmal, welches an die 111 Kleinwachauer Opfer erinnert. Ihre Namen füllen in der Kleinwachauer Kirche ein weißes Plakat mit deutlicher Länge. Die Schüler der Kleinwachauer Förderschule nahmen sich 2015 auf ganz besondere Art und Weise dieser Opfer an. In einem Projekttag erfuhren sie von den Menschen hinter den Namen, von Einzelschicksalen der Opfer, die damals in Kleinwachau lebten. Die Pädagogen nutzten auch eine interaktive Chronik, deren Erlebnisberichte und Interviews das Thema Euthanasie für die Schüler verständlicher machten. Die Lehrer erklärten den Schülern, was Euthanasie bedeutet. Sie machten dabei deutlich, dass Menschen mit Behinderung damals als „lebensunwertes Leben“ eingestuft wurden. Das war für die Förderschüler nicht leicht zu verstehen. „Greifbar wurde es dann über 111 weiße Luftballons“, sagte Pädagoge Stephan Röhricht. „Die Schüler haben auf jeden Ballon den Vornamen eines Opfers geschrieben. Jeder Luftballon stand also für einen Menschen, der sterben musste. Als die Schüler dann die Wiese mit den vielen Ballons sahen, haben sie verstanden, wie hoch die Zahl der Opfer in Kleinwachau war.“ Es bleibt auch in Zukunft unsere Verantwortung, der Opfer des Nationalsozialismus zu gedenken. Die Schüler der Kleinwachauer Förderschule werden die offenen Fragen weiter im Religions- und Ethikunterricht aufarbeiten. Mehr Informationen über die schwere Zeit Kleinwachaus während des Nationalsozialismus erhalten Sie im Internet auf unserer interaktiven Chronik. www.kleinwachau.de/geschichte
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DANKESCHÖN!
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ie Sanierung des Therapiebades ist abgeschlossen und täglich ist zu sehen, mit welcher Freude das neue Becken genutzt wird. Und das nicht nur beim Schwimmunterricht der Förderschüler. Hier erfolgen ganz unterschiedliche Therapien für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, für Bewohner und Patienten. Das Ziel dabei ist es, Beweglichkeit und motorische Fähigkeiten zu erhalten und weiter zu fördern. Nachdem das alte Becken aus dem Jahr 2002 deutlichen Verschleiß zeigte, starteten wir einen Spendenaufruf. Wir wollten die Beckenhülle aus Hartkunststoff gegen ein robustes und langlebiges Edelstahlbecken austauschen. Insgesamt kostete der Umbau 71.000 EUR. Dank zahlreicher Unterstützer konnte der Umbau zu 100% durch Spenden finanziert werden. Dafür sind wir sehr dankbar. Eingeweiht wurde das Becken am 27. März 2015 mit einer Beckentaufe. Um unserer Freude größeren Ausdruck zu verleihen möchten wir Ihnen in einem Film zeigen, wie dankbar wir für diese Spenden sind.
Sie finden das Video und zusätzliche Informationen auf unserer Internetseite unter www.kleinwachau.de/spenden
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LIEBLINGSFARBE: B
STADTFEST
ojekt mit Gemeinsames Kunstpr ule der Liegauer Grundsch
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TAG SCHNUPPER
Verleihu ng des Rosso-M Kunstpr ajoreseises fü r Radeb erger Schüler
ieren sich im hüler inform sc n fe u auer st rk e W er Kleinwach d h ic re e sb g Dienstleistun Werkstätten
WERKUNTERRICHT
Praktische Plasteverar beitung: Grundschüler und Förderschüler ste llen beim gemeinsamen Werkunterricht Maske n her
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„Völlig unverkrampft hat er über Epilepsie gesprochen: Eckhart von Hirschhausen.”
UNÜBERTREFFLICH DREILÄNDERTAGUNG UND HIRSCHHAUSEN
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as Jahr 2015 war für mich von der 9. Dreiländertagung der Deutschen und Österreichischen Gesellschaften für Epileptologie und der Schweizerischen Liga gegen Epilepsie geprägt. Diese fand Ende April in Dresden statt und ich durfte deren Tagungspräsident sein. Das allein war schon eine große Ehre. Aller Ehren wert war auch der Einsatz der zahlreichen Helfer, die zum Gelingen des Kongresses beigetragen haben. Es war ein Kongress mit einem wirklich umfassend interessanten Programm, zusammengestellt von Tagungssekretär Dr. Martin Lutz. Zudem war es ein wirklich erfolgreicher Kongress mit 1.100 Gästen. So viele Besucher hatte die Dreiländertagung noch nie gezählt. Und das trotz des Streiks der Deutschen Bahn. Eines der Glanzlichter während dieser sonnigen vier Tage war natürlich der Kabarettist Eckart von Hirschhausen. Er ist selbst Arzt und gelernter Neuropädiater und weiß somit, wovon er
redet. Völlig unverkrampft hat er zur Auftaktveranstaltung über Epilepsie gesprochen. Sein Vortrag war charmant und witzig - zugleich emotional und mitfühlend. Er erzählte die Geschichte von einem Kind, das er selbst als Arzt früher in Berlin betreute. Eine Begegnung zwischen einem behinderten Mädchen mit Epilepsie und einem damals jungen Arzt, der heute auf großen Bühnen steht und mit Humor heilen hilft. Für uns alle im Saal war das ein motivierender Kongressauftakt.
Moderatorin redete offen über ihre eigene Epilepsieerkrankung. Auch wenn das Jahr noch viele Höhepunkte hatte, die Dreiländertagung und Eckart von Hirschhausen bleiben eben doch unübertrefflich. Dr. Thomas Mayer Chefarzt
Der Eindruck der Tagung war gesetzt und so sprachen mich sehr viele Gäste an und versicherten mir, wie wohl sie sich fühlten. Sie fanden die Tagung sehr gelungen, einige meinten sogar, der Kongress könnte doch nun jedes Jahr in Dresden stattfinden. Und das auch aufgrund des sehr gut frequentierten Patiententages, dem zweiten bundesdeutschen Patiententag überhaupt. Dabei trat eine ganz besondere Frau auf: Milka Loff Fernandes. Die ehemalige
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Einsatz für Aufklärung: 10 Jahre Epilepsieberatung in Dresden.
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ie Sozialarbeiterinnen Elisabeth Reichel (li) und Maria Lippold (re) haben drei ganz entscheidende Dinge zu bieten: Zeit, offene Ohren und einen bedeutenden Erfahrungsschatz. Schließlich informieren die beiden bereits seit 10 Jahren in der Epilepsieberatungsstelle Dresden Betroffene, Angehörige, aber auch Arbeitgeber zu allen Fragen rund um die Erkrankung. „Ungefähr eintausend Anfragen erreichen uns im Jahr“, sagt Maria Lippold und macht dabei deutlich, dass diese aus allen Teilen Deutschlands kommen. „Wir beraten ja nicht nur in der Stadt Dresden. Jeder, der sich bei uns persönlich, per Telefon oder E-Mail meldet, erfährt von uns Hilfe.“ Diese Hilfe tragen die beiden auch direkt nach außen. Pro Jahr führen sie etwa 20 Fortbildungen in Kindergärten, Schulen oder anderen sozialen Einrichtungen durch. „Wir leisten bei diesen Vor-Ort-Terminen vor allem Aufklärungsarbeit. Durch die Informationen gelingt es dem Personal Ängste abzubauen und mit den Besonderheiten der Epilepsie richtig umzugehen, insbesondere mit den Anfällen“, betont Maria Lippold den Sinn ihrer Arbeit. Familien, deren Kinder unter Epilepsie leiden, machen sich verstärkt Sorgen um ihre Kleinsten, wenn diese in den Kindergarten sollen. „Menschen benötigen Informationen. Und mitunter ist es hilfreich von Erfahrungen anderer Eltern zu hören. Wir zeigen den Eltern Perspektiven auf und können ganz praktische Tipps mit auf den Weg geben“, fügt Elisabeth Reichel an.
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Die Epilepsieberatungsstelle in der Wolfshügelstraße 20 in Dresden steht allen Altersgruppen offen. Die Beratung ist kostenfrei, ein Überweisungsschein wird nicht benötigt. Auf Wunsch kann das Gespräch auch anonym erfolgen. Das Beratungsangebot ist dabei fast unbegrenzt. Informationen erhält man hier zu Epilepsie mit deren Erscheinungsbildern, Therapiemöglichkeiten sowie Unterstützung bei der Bewältigung der Krankheit. Beraten wird man unter anderem zu Führerscheinrichtlinien, zur Berufswahl trotz Epilepsie, zur Gefährdungsbeurteilung am Arbeitsplatz und zum Kündigungsschutz. Dabei nehmen auch Arbeitgeber das Beratungsangebot an, wie Elisabeth Reichel berichtet. „Das sind vor allem kleine Firmen, die ihre Mitarbeiter nicht verlieren möchten. Die Chefs erhalten bei der Beratung so auch eine gewisse Sicherheit, den Mitarbeiter richtig einzusetzen, ohne dass der sich selbst gefährdet“, fügt sie an. Für viele Ratsuchende sind die beiden Frauen eine wichtige Stütze im Umgang mit Behörden. „Die Betroffenen stoßen bei Behörden oft auf festgefahrene Strukturen. Mit unserer Unterstützung lösen wir diese Konflikte und können vermitteln“, weiß Maria Lippold um ihre helfende Funktion. Sie ist es auch, die bei Unklarheiten zur Beurteilung des Behinderungsgrades hilft. Denn Menschen mit Epilepsie haben je nach Ausprägung der Krankheit unterschiedliche Ansprüche auf einen Grad der Behinderung. „Wir wollen die Betroffenen auch dafür sensibilisieren, dass sie mit einem Behindertenausweis nicht abgestempelt sind. Vielmehr schafft er einen Ausgleich für entstandene Nachteile“, sagt Maria Lippold. Mittlerweile blicken die beiden Frauen vor allem stolz auf das Geschaffene zurück. So hat sich zum Beispiel ein Treff junger Menschen etablieren können, der einmal im Monat stattfindet. Beim Grillen oder auch im sommerlichen Biergarten tauschen sich die 20- bis 35-jährigen über ihre Erkrankung aus. Moderiert wird das von Elisabeth Reichel. „In dieser lockeren Runde gehen die Betroffenen wirklich sehr offen mit ihrer Erkrankung um. Hier entstehen auch Freundschaften“, weiß die Sozialarbeiterin zu berichten und hofft weiterhin auf ein gutes Miteinander in der Gruppe. Epilepsieberatungsstelle Dresden Telefon: (0351) 48 10 27 0 E-Mail: epilepsieberatung@kleinwachau.de www.epilepsieberatung-dresden.de
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TREFFEN DER
EPILEPSIE-SPEZIALISTEN
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r hatte Ende April 2015 eine Menge zu tun. Denn der Chefarzt des Sächsischen Epilepsiezentrums, Dr. Thomas Mayer, ist zugleich Geschäftsführer der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie. Als Tagungspräsident versammelte er knapp 1.100 Epilepsiespezialisten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz im Internationalen Congress Center Dresden zur 9. Dreiländertagung. Das sehr umfangreiche wissenschaftliche Programm bot den Teilnehmern einen umfassenden Überblick über den neuesten Forschungsstand und aktuelle Trends zu Diagnostik und Therapie von Epilepsien. Die Dreiländertagung findet aller zwei Jahre an unterschiedlichen Orten statt und zählt zu den wichtigsten deutschsprachigen Kongressen im Bereich der Epileptologie. Im Interview erklärt Dr. Thomas Mayer, warum dieser Kongress so erfolgreich war. Herr Mayer, es war für Sie eine einzigartige Veranstaltung zu der Sie rund 1.100 Gäste gewinnen konnten. Warum war dieser Kongress für Epileptologen so wichtig? Wissenschaftler und Ärzte leben nun einmal vom Austausch, von Erfahrungen und von Innovationen. Und genau das konnte der Kongress bieten. In der Epilep-
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tologie haben wir auch Austausch mit vielen anderen Berufsgruppen, was unsere Arbeit sehr belebt. Diese Berufsgruppen trafen alle in Dresden zusammen und erlebten dabei noch eine Menge mehr. Neben den Vorträgen gab es ein spannendes Rahmenprogramm aus Kultur, Fußball, Musik und einem Epilepsie-Quiz. Was waren in Ihren Augen die Highlights? Wir haben hochrangige Preise für wissenschaftliche und kulturelle Leistungen vergeben. So zum Beispiel den Sybille-Ried-Preis. Der ging an Marion Witt und Hans König für ihr Theaterstück „Steile Welle”. Aber auch sonst gab es viel Neues: Die Gruppe der jungen Epileptologen formierte sich, das Weltärzte-Orchester spielte für einen guten Zweck in der Kreuzkirche auf. Und schließlich outete sich Eckart von Hirschhausen als hochinteressierter neuropädiatrischer Epileptologe. Sein lebendiger Vortrag beim Präsidentensymposium war ein gelungener Auftakt. An was haben Sie sich an diesen vier Tagen ganz persönlich freuen können? Ich kenne einfach so viel tolle Menschen, die sich auf diesem Feld engagieren. All diese Menschen zu treffen, mit ihnen zu sprechen, zu lachen und zu diskutieren, das war wirklich etwas ganz Besonderes.
NACHGEFRAGT MILKA LOFF FERNANDES Wir haben mit der Moderatorin Milka Loff Fernandes beim Patiententag in Dresden gesprochen. Lesen Sie hier das Interview: Foto: Jens Koch
Frau Fernandes, Sie haben sich als Epilepsiebetroffene geoutet. Welche Veränderung hat die Krankheit Epilepsie in ihrem Leben hervorgerufen? Welche nicht??? Immerhin kann ich sagen, dass ich mittlerweile keine Angst mehr vor Anfällen habe. Diese Angst lähmt nämlich gewaltig. Andererseits lebe ich nun viel bewusster. Ich nehme die Signale meines Körpers und meines Geistes viel ernster, und ich spreche darüber, um eventuelle Knotenpunkte unmittelbar zu lösen. Warum haben Sie 2014, obwohl Sie da bereits einige Jahre anfallsfrei waren, ihre Epilepsie öffentlich gemacht? Zum einen fand ich das komisch, dass man als Epileptiker oft auf eine ganz eigenartige Weise stigmatisiert wird, während man jemanden, der z.B. einen Herzinfarkt überlebt schon fast als Märtyrer einer leistungsorientierten Gesellschaft feiert. Ich wollte irgendwie auch zeigen, dass es jede/n treffen kann und dass das nicht bedeutet, dass man Brei im Kopf hat. Sie selbst haben auf dem Patiententag in Dresden vor einem breiten Publikum über Ihre Erkrankung gesprochen. Warum ist es so wichtig, offen mit Epilepsie umzugehen und was kann dadurch bewegt werden? Ich weiß nicht, was dadurch bewegt werden kann. Hauptsache ich bewege mich. Es hat mich schon echt Überwindung gekostet, so offen über meine Epilepsie zu sprechen. Das tut es immer noch. Ich rede nicht so gerne über unangenehme Dinge. Doch ich möchte ermutigen. Ich möchte, dass wir als Epileptiker trotzdem mit Selbstbewusstsein in den Tag gehen können und jede Herausforderung meistern
„Es hat mich schon echt Überwindung gekostet, so offen über meine Epilepsie zu sprechen.” können, ob diese nun von außen oder von innen kommt. Und ich möchte Aufmerksamkeit generieren für diese Krankheit. Wer weiß, vielleicht fühlt sich ja jemand, der sonst nie mit Epilepsie zu tun hat, dadurch inspiriert, tatsächlich mehr über die Erkrankung herauszufinden und fängt so vielleicht mit einem Betroffenen ein Gespräch an, das sonst nie stattgefunden hätte. Auf unserem YouTube-Kanal sehen Sie das komplette Interview mit Milka Loff Fernandes. www.youtube.com/kleinwachau
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TROTZ EPILEPSIE GLÜCKLICH BUNDESWEITER PATIENTENTAG IN DRESDEN
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m Samstag, dem 25. April 2015, fand im Internationalen Congress Center Dresden der zweite bundesweite Patiententag statt. Mehr als 300 Besucher überzeugten sich, dass Betroffene trotz Epilepsie glücklich sein können. In einer Videobotschaft machte der Komiker und Arzt Eckart von Hirschhausen als Schirmherr den Betroffenen Mut. Er forderte die Besucher auf: „Macht den Mund auf und werdet sichtbar. Ich wünsche mir, dass ihr euch traut und auf die Straßen und Plätze rausgeht. Schließlich hat jeder Mensch Anfälle - auf die eine oder andere Art.” Erfahrene Epilepsiespezialisten machten in Vorträgen aktuelle Themen der Epileptologie für die Betroffenen verständlich. In einer offenen Runde stellten sich die Experten den zahlreichen Fragen der Besucher. Auch die Selbsthilfegruppen präsentierten ihre aktuellen Arbeiten. Schließlich wurden Erfahrungen Betroffener ganz praktisch greifbar, indem drei Personen über Glück und Unglück ihrer Epilepsieerkrankung berichteten. Darunter war auch die ehemalige VIVA-Moderatorin Milka Loff Fernandes. Sie ist mittlerweile anfallsfrei und machte den Betroffenen vor allem Mut: „Ich möchte, dass wir als Epileptiker trotzdem mit Selbstbewusstsein in den Tag gehen können.” Abgerundet wurde der Patiententag durch die Preisverleihung des Fotowettbewerbes „Außer Kontrolle”. 77 Einreichungen haben bei dem vom Sächsischen Epilepsiezentrum Radeberg ausgeschriebenen Wettbewerb teilgenommen. Der Chefarzt des Sächsischen Epilepsiezentrums Dr. Thomas Mayer war von der Resonanz der Einreichungen begeistert: „Da zeigt sich, dass Menschen im Blick auf die Krankheit Epilepsie durchaus Kreativität beweisen.”
Auf unserem YouTube-Kanal sehen Sie das Grußwort von Eckart von Hirschhausen. www.youtube.com/kleinwachau
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PREISGEKRÖNT DIE GEWINNER DES FOTOWETTBEWERBES Dürfen wir vorstellen: die Gewinner des Fotowettbewerbes „Außer Kontrolle - Fang die Krankheit Epilepsie ein.” 1. Preis, 500 EUR Preisgeld „Schreie vom Balkon“ Frank Brandhoff aus Dresden Über sein Bild erzählt Frank Brandhoff: „Ich dachte erst: Epilepsie? Na toll, wie soll man denn das fotografieren? Später kam mir die Idee, dass für die Betroffenen selbst die Epilepsie nicht nur eine Krankheit der stetigen Anfälle, sondern noch viel häufiger eine Krankheit des stetigen Erwachens ist. Insbesondere, wenn der Anfallsbeginn nicht bewusst erlebt wird. Und mit Erwachen kennen wir uns alle aus. Da kann jeder mitreden. Ich wollte also dieses Erwachen als Bild haben. Erwachen als einen Übergang von Ahnungslosigkeit zu Gewissheit. Aber ich hatte keine Idee, wie ich das umsetzen könnte. Irgendwann ploppte das Bild plötzlich vor meinem Auge auf. An dieser Stelle habe ich entschieden, am Wettbewerb teilzunehmen. Ich musste nur noch zu diesem Haus hingehen und das Foto machen. Der schwierigste Teil war dann nur noch, meine Frau zu überzeugen, ihre Hand für das Foto beizusteuern.”
2. Preis, 300 EUR Preisgeld „versiv“ Heike Eitel aus Esslingen
3. Preis, 200 EUR Preisgeld „firework“ Thomas Schneider aus Innsbruck
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MEHR PLATZ
DRASTISCHE NEUBAU GESTARTET BILDER
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eherzt griffen der Geschäftsführer des Sächsischen Epilepsiezentrums Martin Wallmann und Dr. Thomas Mayer, Chefarzt, zum Spaten und markierten so symbolisch den Ausbau des Fachkrankenhauses für Neurologie. Was am 27. März 2015 mit dem ersten Spatenstich begonnen hat, das soll Ende 2016 als eine der modernsten Kliniken zur Versorgung schwerbehinderter Epilepsiepatienten eröffnet werden. Diese Spezialisierung macht die Erweiterung des Sächsischen Epilepsiezentrums zu einem einzigartigen Bauprojekt im Freistaat Sachsen. Das betonte auch Barbara Klepsch, die Ministerin für Soziales und Verbraucherschutz des Freistaates: „Nicht nur für das Sächsische Epilepsiezentrum ist es heute ein besonderer Tag, sondern auch für den Freistaat Sachsen. Es ist schließlich der richtige Zeitpunkt, um die Gesellschaft zu sensibilisieren. Wir sprechen viel von Inklusion, aber hier in Kleinwachau wird sie bereits gelebt.“ Auch Frau Klepsch griff beherzt zum Spaten, schließlich fördert der Freistaat Sachsen den 4,95 Mio. EUR teuren Bau zu 80%. „Von der Antragsstellung bis zum Spatenstich hat es nur ein Jahr gedauert. Ich glaube, das ist beispielgebend für die gute Zusammenarbeit des Freistaates Sachsen und des Sächsischen Epilepsiezentrums“,
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betonte Ministerin Klepsch. Nach anderthalbjähriger Bauzeit werden drei Etagen eine nutzbare Fläche von 1.600 Quadratmeter bieten und somit genug Raum für Behandlung, Ergotherapie aber auch Seelsorge. Zusätzlich entsteht ein allgemeinärztlicher Bereich im Gebäude. Martin Wallmann, Geschäftsführer des Sächsischen Epilepsiezentrums, ist sichtlich stolz auf die Umsetzung des Baus: „Dem Wunsch nach Abbau von Barrieren kommen wir mit dieser neuen Klinik vielfältig nach. Wir werden nicht nur barrierefreie Räume haben. Nein, wir sind mit dieser Klinik schon einen Schritt weiter und sehen uns und unser neues Haus als einen akzentsetzenden Punkt in der barrierefreien Gesundheitsversorgung des Freistaates Sachsen.“ Kernpunkt des Baus ist die neu entstehende Station 5. Auf 12 Betten wird hier die Behandlung von Menschen mit teils schweren, komplexen Behinderungen und Epilepsie erfolgen. Menschen, die in anderen Krankenhäusern nur schwer eine Aufnahme finden. Das bedeutet im Kern: mehr Platz und modernste Räume für Therapie und Diagnostik. Denn gerade bei der Behandlung behinderter Epilepsiepatienten nimmt die Beobachtung der Patienten einen wesentlichen Stellenwert ein. Schließlich ist es eine Patienten-
gruppe, die sich oft nur schwer verständlich machen kann. Dr. Thomas Mayer, Chefarzt des Sächsischen Epilepsiezentrums, sieht mit der baulichen Erweiterung große Vorteile für seine Patienten: „Wir können auf der neuen Station 5 dann eine noch höhere Qualität in der Pflege, Beobachtung und Betreuung behinderter Menschen anbieten. Möglich wird das durch den Zugewinn an Räumlichkeiten. Wir bauen acht Einzelzimmer und zwei Doppelzimmer, alle mit eigenen Nasszellen.“ Ausgebaut wird dann auch das bestehende Rooming-in. Das bedeutet, dass Begleitpersonen im Patientenzimmer oder in zusätzlichen Zimmern übernachten können. Dieses Angebot gibt es bereits seit mehreren Jahren auf der Kinder- und Jugendstation. Auf drei Geschossen wird sich der neue Bau neben den bisherigen zwei Krankenhausgebäuden harmonisch einfügen. Und doch werden die moderne Architektur und die runden Formen durchaus auffallen. Das ist auch gewollt, wie Architekt Steffen Burucker erklärt: „Wir wollten nicht einfach eine Kiste platzieren, die sich dem Nachbarhaus anpasst. Wir sehen das neue Haus als Dreh- und Angelpunkt. Es kann die Bewegungen auf dem Klinikgelände aufnehmen, innen wie außen.“ Hinter der Form steckt also ein Nutzen. Vielmehr sogar Beobachtungen und Analysen. Schließlich sammelte das Architekten-Team von buruckerbarnikol+thoma Meinungen und Wünsche von Ärzten, Pflegern und Patienten des Hauses. Das Ergebnis ist eine runde Form, die einen klaren Vorteil verspricht: Die Patienten können sich im Gebäude bewegen, ohne dabei auf Sackgassen zu treffen. Am 5. Oktober 2015 wurde schließlich der Grundstein gelegt, passend zum Tag der Epilepsie. Gefüllt war die Schatulle mit aktuellen Tageszeitungen, dem Kleinwachauer Jahresrückblick, dem Mitarbeiter- und Bewohnermagazin und mit neuen und alten Fotos des Krankenhausgebäudes. Die Fertigstellung des neuen Hauses ist Ende 2016 geplant. Mit Hilfe einer Webcam können sich Interessierte über den aktuellen Baufortschritt auf der Homepage www.kleinwachau.de/baustelle informieren.
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„Herrn Zahn und mich verbinden viele gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen.�
LEBEN BEGLEITEN S
eit April 2015 bin ich der Bereichsleiter für das Wohnen in Kleinwachau. In besonderer Weise bin ich also zuständig für das Leben, für das Zusammenleben in unserer Einrichtung. In diese neue Aufgabe kann ich die Erfahrungen aus meiner eigenen langjährigen Arbeit im Wohnbereich und im Qualitätsmanagement einbringen. 1984 - in diesem Jahr begann ich in Kleinwachau zu arbeiten. Schon am ersten Tag meiner Tätigkeit begegnete ich Herrn Zahn, der seit 1954 im Talhaus lebte. Damals war er ein Kind, genauso fröhlich wie die Kinder, die heute hier leben, lernen und - wie Sie auf den nächsten Seiten lesen können - sogar am Zirkusspiel aktiv teilnehmen. Die Welt kam zu Herrn Zahn in Form vieler Postkarten, die er immer wieder sortierte. Er erweiterte bald seinen Aktionsradius durch einen eigenen Rollstuhl, durch die Arbeit in der Förderstätte, durch Ausflüge und Urlaubsfahrten.
So verbinden ihn und mich viele gemeinsame Erlebnisse und Erinnerungen. In all den Jahren meiner Tätigkeit hier im Wohnbereich prägten die Begegnungen mit den unterschiedlichsten Menschen die Arbeit. Froh bin ich darüber, dass dies auch heute noch so ist. Immer noch lernen junge Menschen durch die Arbeit hier das eigene Leben neu zu bewerten und bringen uns „frischen Wind“. So zum Beispiel ganz aktuell eine Radeberger Schülerin. Über ihr ehrgeiziges Begegnungs- und Freizeitprojekt können Sie auf den nächsten Seiten mehr erfahren.
Mitarbeiter dafür Sorge trugen, dass Herr Zahn die letzten Tage in seinem gewohnten Kleinwachauer Zuhause erleben durfte und für viele ein Abschiednehmen möglich war. Leben bis zuletzt zu begleiten ist etwas, was unsere Arbeit besonders macht.
Rudolf Möller Leiter Bereich Wohnen
Auch Herr Zahn lernte viele dieser jungen Menschen kennen und verdankt ihnen Begegnung und Unterstützung. In diesem Jahr verstarb er auf seiner Wohngruppe im Wiesenhaus. Für mich war es ein besonderer Abschied, da wir uns ja schon lange kannten - wir waren vertraut. Wie gut, dass die Mitarbeiterinnen und
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Zu Hause bis zum Schluss. Der Umgang mit Leben und Sterben.
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m Dachgeschoss des Wiesenhauses sitzen sie gemütlich bei Kaffee und Kuchen beisammen. Es sind drei Frauen, denen ihr Alter unverkennbar anzusehen ist. Die eine ist 75 Jahre alt, die andere zählt 85 Lenze und die Älteste aus der Runde feiert bald ihren 91. Geburtstag. Gemeinsam spielen sie Memory, Gedächtnistraining im wahrsten Sinn des Wortes. Beim Umdrehen und Wiederfinden gleicher Bilder erzählen die betagten Damen, dass sie bereits mehr als 40 Jahre in Kleinwachau leben. 40 Jahre: Das ist eine lange Zeit! Jetzt genießen sie dankbar ihren Lebensabend. Auch wenn ihre Bewegungen langsamer geworden sind, so richtig müde scheint noch keine von ihnen zu sein. Kein Wunder also, dass der Ton am Spieltisch auch mal lauter wird, wenn das Hörgerät zu leise ist. Die Wohngruppe besteht jedoch nicht ausschließlich aus Senioren. „Die Altersstruktur ist hier bewusst gemischt“, berichtet Rosemarie Reißmann. Sie ist Mitarbeiterin im Betreuungsdienst. In Früh- und Spätdiensten unterstützt das Betreuungsteam die 18 Bewohner in deren Alltag. Es mag einer regelmäßigen Abfolge gleichen: Wecken, Grundpflege und gemeinsames Frühstück. Gefolgt von Tagesangeboten in der Seniorenstätte oder der Förderund Betreuungsstätte, bevor die Bewohner schließlich in die Wohngruppe zurückkehren. Am Ende sind es aber
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die Details, die das Nacheinander von Handlungsabläufen und Pflegedokumentation durchbrechen. „Den Bewohnern geht es doch nicht jeden Tag gleich gut oder gleich schlecht. Es gibt Tage, da braucht es eine Umarmung oder ein längeres Gespräch“, erklärt Frau Reißmann. „Gerade unsere älteren Bewohner werden einfach langsamer, die Zeit wird es aber nicht. Da brauchen wir alle Geduld, schließlich sollen sich die Bewohner wohlfühlen.“ Ein Wohlgefühl von einem Zuhause - das ist es, was das Betreuungsteam auch denen bieten möchte, die es nicht mehr zum gemeinsamen Memoryspiel am Kaffeetisch schaffen. Bewohner, die aufgrund von schweren Erkrankungen zu schwach sind. „Uns ist vor allem der Kontakt mit den Angehörigen wichtig, auch und vor allem wenn es darum geht, einem Menschen in seiner vertrauten Umgebung das Sterben zu ermöglichen“, sagt Rosemarie Reißmann. Gerade dann ist es für die Sterbenden besonders wichtig, sich beschützt, umsorgt und auch heimisch zu fühlen. Die wenigsten möchten in den letzten Stunden allein sein. Am Ende sind es vielleicht auch nur noch Blicke, die warme Hand, die einen nicht loslässt. „Wenn man Menschen lange begleitet hat und sie dementsprechend gut kennt, dann ist eine solche Situation auch immer eine seelische Belastung für den Mitarbeiter. Das Loslassen fällt auch uns meist sehr schwer“, berichtet Frau Reißmann. Unterstützt wird das Betreuungspersonal in diesen schwierigen Situationen auch von einem erfahrenen Palliativdienst und von der Kleinwachauer Pfarrerin. „Gerade die älteren Bewohner gehen mit dem Tod anders um. Der Glaube gibt ihnen einen starken Halt“, weiß Frau Reißmann. Trauer und Sterben gehören in Kleinwachau also auch zum Leben dazu. Der Umgang mit der schmerzvollen Situation ist familiär. „Wenn ein Mensch in seinem Zimmer stirbt, dann zünden wir in dem Raum eine Kerze an. Danach können sich die Bewohner von ihm verabschieden. Bei der Aussegnung sitzen die Mitarbeiter und Bewohner gemeinsam zusammen und erinnern sich des verstorbenen Menschen. Oft helfen besonders diese Gespräche beim Loslassen“, sagt Rosemarie Reißmann. Auch wenn man letztendlich von Menschen loslassen muss, gehen sie nicht in der Vergessenheit unter. Neben dem Spieltisch, an dem gerade noch froh Memory gespielt wird, stehen zwei Fotos erst kürzlich verstorbener Bewohner. Sie tragen einen schwarzen Trauerflor. Auch das ist eine Art Memory: In Erinnerung bleiben.
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DIE LEAH KOMMT! SCHULPROJEKT EROBERT RADEBERG
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iese junge Frau ist anziehend. Das liegt nicht nur daran, dass es beim Ausflug in den Blindengarten gerade kalt geworden ist und René T. Hilfe mit seinem Handschuh braucht – nein, generell ist die herzliche Art von Leah Stange allgegenwärtig. Die 17-jährige packt an und kommt dabei auch noch an, zumindest im Herzen der Bewohner der Radeberger Schloßstraße. Hier leben Menschen mit Behinderung mitten in der Stadt in eigenen Wohnungen. Für sie organisiert die Gymnasiastin seit Sommer 2015 jeden dritten Donnerstag ein Treffen, bei dem eines im Vordergrund steht: Die Stadt Radeberg kennenlernen und so mitten in der Öffentlichkeit erscheinen. Ganz bewusst passiert das auch beim Ausflug in den Radeberger Blindengarten. Die Gruppe nimmt den öffentlichen Bus und damit eine früher unüberwindbare Hürde. Einer in der Gruppe, René T., ist auf einen elektrischen Rollstuhl angewiesen. Diesen in den Bus zu bekommen, stellt sich als ganz unproblematisch dar. Der Busfahrer senkt den Bus ab, klappt routiniert eine Rollstuhlrampe aus und Herr T. findet seinen Platz im Bus. „Dabei habe ich den Rollstuhl extra vorher beim Nahverkehr angemeldet, das wäre für die Radeberger Stadtlinie also gar nicht nötig gewesen“, klingt Leah Stange beruhigt. Auf der Fahrt erzählt sie vom Ursprung ihres Engagements: „Es hat mich einfach interessiert wie Menschen mit Behinderung in Radeberg leben. Da habe ich mir schließlich die Frage gestellt: Lebt es sich denn gut hier?“ So richtig beantworten konnte die Gymnasiastin die Frage damals noch nicht und machte sie so zu einer „Mini-Doktorarbeit“, wie sie es lächelnd beschreibt. Dahinter steckt ein Schulprojekt des Radeberger Humboldt-Gymnasiums. In „Besonderen Lernleistungen“ befassen sich Schüler wissenschaftlich mit Themen,
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bei denen sie zugleich die praktische Umsetzung beweisen. Ziel ist es dabei, etwas Neues zu schaffen, Dinge zu etablieren. Angefangen hat das Projekt für Leah Stange mit einem Praktikum in der Schloßstraße. Sie lernte praktisch von Grund auf kennen, womit sie sich nun zielbewusst beschäftigt. „Am Anfang war ich schon aufgeregt. Ich hatte mich gründlich vorbereitet und musste schließlich lernen, dass ich mich einfach auf die behinderten Menschen einlassen muss, dass ich die Dinge auch auf mich zukommen lassen muss“, sagt sie rückblickend. Mittlerweile hat sich der Donnerstagtreff etabliert, zumindest bei den behinderten Menschen. Nun möchte Leah Stange die Öffnung nach außen vorantreiben und appelliert dabei vor allem an den Mut der Radeberger, sich beim offenen Treff zusammen mit behinderten Menschen auszutauschen, Dinge zusammen zu unternehmen. „Natürlich ist es schwierig, nicht-behinderte Menschen für solch einen regelmäßigen Treff zu finden. Die spürbare Distanz kann man einfach nicht leugnen. Aber ich glaube daran, dass es Menschen gibt, die diese Distanz durchbrechen wollen“, sagt die junge Radebergerin euphorisch. Für den Aufbau neuer Mitstreiter will sie auch selbst kämpfen. Beim Tag der offenen Tür am Radeberger Humboldt-Gymnasium wird sie im Januar 2016 ihr Projekt vorstellen, die „Besondere Lernleistung“ vor den Lehrern auswerten und hoffentlich mit neuen Mitstreitern den Donnerstagtreff ausbauen. Für ihren eigenen Weg nach dem Abitur hat Leah Stange auch schon einen Plan: „Meine Zukunft liegt in der Arbeit mit Menschen“, sagt sie mit Blick auf ihr geplantes Sozialpädagogikstudium. Den Treff will sie aber weiter begleiten, dazu unbedingt Unterstützer finden die anpacken, helfen, inspirieren und dabei auch eigene Grenzen überwinden. Interessierte sind also immer willkommen. Der Plan für das nächste Treffen steht auch schon. Im Winter wollen sie gemeinsam den Film „Ziemlich beste Freunde“ anschauen. Diesen Titel hätte eigentlich auch Leah Stanges „Mini-Doktorarbeit" verdient.
Wollen auch Sie am Donnerstagtreff teilnehmen? Dann melden Sie sich bitte hier: Telefon: (03528) 22 99 18 E-Mail: donnerstagtreff.radeberg@gmail.com
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SOMMERLAGER DER AKTION SÜHNEZEICHEN SCHAFFT
TOLERANZ
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it ihren 23 Jahren wirkt Svetlana Tolstyakova schon ziemlich angekommen in ihrem jungen Leben. Ein klarer Blick, gefestigte Entschlüsse und fabelhafte Deutschkenntnisse machen die junge Frau aus St. Petersburg so sympathisch. Sie ist bereits zum zweiten Mal in Kleinwachau und will hier auch jetzt einfach nur helfen. Diesen Gedanken teilt sie mit weiteren vier Teilnehmerinnen des Sommerlagers der Aktion Sühnezeichen. Seit 1958 trägt Aktion Sühnezeichen Friedensdienste im Rahmen von kurz- und langfristigen Freiwilligendiensten zu Frieden und Verständigung bei, setzt sich für Menschenrechte ein und sensibilisiert die Gesellschaft für die Auswirkungen der nationalsozialistischen Geschichte. Jährlich absolvieren rund 180 Freiwillige in 13 Ländern ihren langfristigen Friedensdienst. In zwei- bis dreiwöchigen internationalen Sommerlagern helfen tausende junge und ältere Menschen in Ost- und Westeuropa, Israel und den USA beim Erhalt jüdischer Friedhöfe, bei Arbeitseinsätzen an den Anlagen von NS-Gedenkstätten und bei der Hilfe direkt am Menschen. Diese Arbeit mit Menschen ist es auch, die Svetlana beim Sommerlager in Kleinwachau antreibt: „Hier bin ich wirklich nützlich und ich fühle mich auch sehr willkommen.“ Drei Wochen
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ihrer Semesterferien opfert die junge Studentin der Medizintechnik, um zum Beispiel bei der Ausgabe von Mahlzeiten und der Gestaltung von Freizeiten zu helfen. Und dabei lernt sie vor allem Toleranz, sagt sie während sie gemeinsam mit Martin Greiling den Geschirrspüler einräumt. Außerdem knüpft sie an: „Es sind vor allem die Bewohner, die mir Toleranz entgegenbringen. Schließlich ist ihnen völlig egal, welche Sprache ich spreche oder woher ich komme. Ihnen ist es eben wichtig, dass man nett und hilfsbereit ist.“ Herr Greiling schmunzelt im Hintergrund und verstaut die nächste Tasse im Spülautomat. Im Vordergrund des Sommerlagers stehen inhaltlich der Umgang mit Behinderungen und das „Euthanasie“-Programm der Nationalsozialisten. So besucht die Freiwilligengruppe unter anderem auch die Gedenkstätte Pirna-Sonnenstein. Toleranz schaffen und Vorurteile abbauen, das kann das Sommerlager der Aktion Sühnezeichen bewirken. „Ich habe jedenfalls gelernt, dass man keine Angst vor behinderten Menschen haben muss“, sagt Svetlana Tolstyakova.
Weitere Informationen zur Aktion Sühnezeichen finden Sie im Internet: www.asf-ev.de
LANDESPOLITIK VERSTÄNDLICH ERKLÄRT Auf den Plätzen der Abgeordneten im Plenarsaal des Sächsischen Landtags sitzen Besucher aus Kleinwachau. An ihrem „Politischen Tag“ wollen sie die Arbeit der Abgeordneten kennenlernen und verstehen, welche Ziele die verschiedenen politischen Parteien verfolgen. Unter den Gästen ist Matthias Giebe. Er wohnt auf der Radeberger Schloßstrasse und ist Vorsitzender des Bewohnerbeirates. Politik findet er oft schwer verständlich, die Sprache schwierig. Doch an diesem Tag erlebt er, dass das auch ganz anders sein kann. In einfachen klaren Sätzen erklärt Volkmar Zschocke, was die Politiker im Sächsischen Landtag tun. Herr Zschocke ist sächsischer Fraktionsvorsitzender der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Die Besucher haben viele Fragen an ihn. Sie wollen wissen, über welche Themen entschieden wird, wie lange die Redner sprechen dürfen, wo Zuschauer sitzen und ob das Rednerpult höhenverstellbar ist. Das sei es, erfahren sie, und das wird auch regelmäßig gebraucht. Denn einer der Abgeordneten spricht von seinem Rollstuhl aus. Überhaupt ist der Landtag weitgehend barrierefrei eingerichtet. So kann auch der Rollstuhlfahrer aus der Besuchergruppe problemlos an der anschließenden Führung teilnehmen. Später, im Sitzungsraum der Grünen-Fraktion, werden die Fragen der Besucher noch konkreter. Dabei wird deutlich, dass viele das aktuelle Zeitgeschehen genau verfolgen. Volkmar Zschocke erfährt hautnah, welche Probleme die Menschen beschäftigen. Mobilität und Barrieren im Alltag - diese Themen liegen bei den meisten obenauf. Matthias Giebe ist begeisterter Radfahrer, daher ist für ihn das Radwegekonzept der Partei besonders interessant. Viele Fragen haben die Gäste aber auch zum aktuellen Umgang mit Flüchtlingen. Energiepolitik, Tierhaltung und Ernährung kommen ebenso zur Sprache. Zum Schluss sprechen die Gäste noch das Thema Assistenz beim Wahlvorgang an. Die Stimmzettel überfordern viele. Dennoch möchten sie ihre Stimme direkt am Wahltag abgeben. Herr Giebe staunt, denn dazu haben die Abgeordneten der Partei bereits einen Gesetzentwurf formuliert. Sogar in einfacher Sprache. Nun sind alle gespannt, wie andere Parteien sich vorstellen werden - beim nächsten „Politischen Tag“ in Dresden .
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MANEGE FREI!
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s war eine quirlige Atmosphäre, die der Sommerzirkus der Evangelischen Jugend Dresden mit seinem großen bunten Zirkuszelt ins Epilepsiezentrum Kleinwachau gebracht hatte. Wie ein Ufo landete die gelb-rote Manege direkt auf der Wiese vor dem Brunnenhaus. Dazu eine große Schar junger Akrobaten. Die rund 50 Teilnehmer waren gerade mal zwischen zehn und 14 Jahren alt und zum Ende der Sommerferien in bester Stimmung. Zehn Tage lang waren sie zu Gast auf dem großen Areal in Liegau-Augustusbad, zelteten hier und erfuhren vor allem sich selbst in einer neuen Rolle, wie es Peter Otto vom Stadtjugendpfarramt Dresden erklärte: „Die Kinder sollen durch den Zirkus, durch die Rolle in die sie schlüpfen, ihre Persönlichkeit weiterentwickeln.“ Für die meisten von ihnen war es eine Begegnung mit einer anderen Welt. Menschen mit Epilepsie, darunter konnten sich die kleinen Kreativen anfangs kaum etwas vorstellen. Das änderte sich aber durch David und Elisa aus der Kleinwachauer Jugendwohngruppe. Die beiden waren Teil der bunten Akrobatik, ganz inklusiv also und unkompliziert, wie Peter Otto unterstrich. „Wir suchten nach einem neuen Ort für unseren Zirkus und wollten schon immer mal ein inklusives Zirkusstück durchführen. Und Kleinwachau ist dafür einfach ideal. Die Kinder wollten anfangs viel über die Krankheit Epilepsie wissen. Vor allem,
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wie die Betroffenen im Alltag mit der Erkrankung umgehen“, sagte er. Antworten auf diese Fragen fanden sie schließlich überall im Epilepsiezentrum Kleinwachau. Und so freute sich der Bezirksjugendwart auch darüber, dass seine Schützlinge mit einer hohen Sozialkompetenz an den kreativen Auftrag herangegangen sind. Luisa Schaefer aus Ottendorf-Okrilla brachte das mit ihren eigenen Worten auf den Punkt: „David und Elisa sind doch total nett. Und ehrlich gesagt ziemlich normal.“ Die Worte der 12-jährigen klangen auch während der Zirkusvorstellung noch nach. Für eine gute Stunde verzauberten die Nachwuchsartisten das zahlreiche Publikum des Epilepsiezentrums und damit Bewohner, Patienten und Angehörige. Dann hatte auch Luisa Schaefer ihren Auftritt, bei dem sie schließlich ein Gespür für Gleichgewicht beweisen musste. Beim Seiltanz stand sie mit ihren Ballerinas auf einem schmalen Seil, ihre Arme glichen mit behutsamen Bewegungen die Macht der Schwerkraft aus. „Wenn ich auf dem Seil stehe, konzentriere ich mich nur noch auf das Atmen. Ich zähle dann immer die Sekunden. Das war anfangs ganz schön schwer“, sagte sie. In Workshops hatten die Kinder sich zuvor auf die Vorstellung vorbereitet, über Tage akribisch geübt und vor allem viele Freunde gefunden, wie Luisa Schaefer es zusammenfasste. Ganz normale Freunde eben, bei denen Behinderungen niemanden zu behindern schienen.
OSTERN
SOMMERFEST
Osterfeuer
UND SONST... TANZ IN DEN
MAI
AUGUST
den nellen Tanz in Beim traditio von ckige Kl채nge Mai gab es ro terte s. Das begeis ag b h as C n e d acht. e bis in die N rt ie fe m u lik Pub
Gottesdienst zum Anfassen . Beim Sommerfest lautete das Mo tto: Auf Gottes Baustelle.
FASCHING
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„Jeder, der einen Neuanfang macht, freut sich auf ein Lächeln.”
AUSBLICK AUF NEUES I
ch erinnere mich noch ganz genau: Ich war auf dem Weg zu langjährigen Bekannten an die bulgarische Schwarzmeerküste. Dort erhielt ich einen Anruf aus Kleinwachau, ob ich als Bereichsleiter Arbeit zur Verfügung stehen würde. Nach einer kurzen Bedenkzeit sagte ich zu. Seitdem ist viel zu tun, aufzuarbeiten, neu zu sortieren - Termin an Termin. Zum Glück gibt es viele Menschen, die mich offen aufgenommen haben. Auf deren Hilfe kann ich bauen, dafür bin ich sehr dankbar. Jeder, der einen Neuanfang macht, freut sich auf ein Lächeln. Lachen steckt an, verbindet, es tut einfach gut. So erging es sicher auch Kathrin Pfützner. Sie hat sich in ihrem Beruf noch einmal komplett umorientiert. Aus einem Freiwilligendienst in unserer Werkstatt wurde schließlich eine Anstellung. Wie sich die Mutter von drei Kindern auf etwas völlig Neues eingelassen hat, erfahren Sie auf den nächsten Seiten. Diese Zeilen können für mich (noch) kein Jahresrückblick sein, sondern vielmehr ein Ausblick auf
das neue Jahr. Ziel der Kleinwachauer Werkstätten für 2016 soll die Erarbeitung einer stabilen wirtschaftlichen Grundlage sein. Dazu werden wir den bereits eingeschlagenen Weg fortsetzen. Das bedeutet ganz praktisch den Ausbau des Metallbereiches. Wir können dieses Ziel erreichen, wenn wir unseren Ruf als verlässlicher Partner der Wirtschaft weiter festigen. Aber wir werden auch verschiedene Arbeiten auf den Prüfstand stellen müssen. Apropos: Die oft genannte und zugleich oft verwünschte Wirtschaftlichkeit hat ja einen tieferen Sinn. Sie soll letztendlich dazu dienen, weitere Investitionen für die Arbeit der Menschen in der Werkstatt zu ermöglichen. Wir haben es in der Hand, wofür wir unser erwirtschaftetes Geld ausgeben!
tionsunternehmen sind wir nun dafür gut aufgestellt. Und hoffentlich werde ich Ihnen im nächsten Jahresrückblick berichten, wie wir in unserem Bereich gemeinsam an der Umsetzung der Ziele gearbeitet haben. Ich glaube, dass ich dann auch wieder von Offenheit und Fröhlichkeit im Umgang miteinander schreiben kann. Ich freue mich darauf! Hubertus Schreiber Bereichsleiter Arbeit
Zusätzlich zu unserem Hauptziel werden wir 2016 unseren Berufsbildungsbereich neu gestalten. Dem Integrationsunternehmen Paso doble werden wir 2016 ein neues, moderneres Äußeres verleihen und dann den Schritt nach Dresden wagen. Als trägerübergreifendes Integra-
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Metallbearbeitung im Zweischichtbetrieb. Neue Lagerflächen sollen die Erweiterung beflügeln.
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ittlerweile sind es 27 Beschäftigte, die im Metallbereich der Kleinwachauer Werkstätten arbeiten. Im Vergleich zum Jahr 2014 hat sich die Mitarbeiterzahl verdoppelt. Der Metallbereich ist gewachsen, ebenso das Auftragsvolumen. Um die vielen neuen Aufträge abarbeiten zu können, wird sogar im Zweischichtbetrieb gearbeitet. Die Beschäftigten sind dabei hochmotiviert, Abwechslung scheint das Zauberwort dafür zu sein. Sie führen ihre Arbeiten meist im Rotationssystem aus, so dass sie sich ständig mit unterschiedlichen Aufgaben abwechseln können. Langeweile kann da gar nicht aufkommen. Bei so viel aufblühendem Potential, neuen Maschinen und verschiedensten Produkten werden die Räume der Radeberger Außenstelle langsam zu eng. „Wir werden in den nächsten Monaten zusätzliche Lagerflächen aufbauen, die wir dringend benötigen. Es soll also ein Rohwarenlager und ein Fertigteillager entstehen“, sagt Jörg Heintzsch. Er ist zuständig für den
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Metallbereich, als gelernter Zerspanungsmechaniker liegt ihm das schließlich im Blut. Er und seine Mitarbeiter bearbeiten eine ziemlich breite Produktpalette. Zum Beispiel bohren und schneiden sie Gewinde in Entwässerungsrinnen, die ihren Einsatz später im Straßenbau finden. Rund 1.000 Stück werden so am Tag an den drei Bohrmaschinen-Halbautomaten bearbeitet. Das Besondere: Teilautomatisierte Prozesse minimieren den Kraftaufwand für die Beschäftigten. Gebohrt wird also auf Knopfdruck oder ganz bequem mit einem Fußpedal. Dass Qualitätskontrolle beim Gewindeschneiden sehr wichtig ist, das weiß auch Jaqueline Scholz. Die 37-jährige macht diese Arbeit nicht ganz mit links, wie sie selbst sagt: „Ich habe da meine Schokoladenseite und die ist eben rechts. Ich kann leider nur an der rechten Maschine arbeiten, aber das kann ich gut.“ Bei der Arbeit helfen ihr eigens angefertigte Vorrichtungen. Diese vereinfachen den behinderten Beschäftigten die Positionierung der Gussteile an der Maschine. Die Beschickung und das Abnehmen erfolgt also per Hand, der Bohrvorgang dann aber völlig automatisch. Je nach Material können die Maschinen mit unterschiedlichen Parametern für Drehzahl und Vorschub eingestellt werden. Auch hohe Vorschübe sind möglich, wodurch schnell und effektiv produziert werden kann. Neben Grauguss kann auch Aluminium und Stahl bearbeitet werden. Es sei die Abwechslung des Rotationsprinzips, also an einer Maschine stehen zu können, an der anderen dann zu sitzen, die für Motivation bei den Mitarbeitern sorgt. Es scheint auch Jaqueline Scholz sichtlichen Spaß zu bereiten. „Nur die Pressmaschine macht mir persönlich keinen Spaß“, sagt sie dann aber doch deutlich. Diese von Druckluft betriebene Extenderpresse ist eine Leihgabe eines Hakenherstellers. Bis zu 26.000 Stück Metallhaken werden hier in den Kleinwachauer Werkstätten für Baumarktregale verarbeitet. Neben den hohen Qualitätsansprüchen ist Termintreue dabei sehr wichtig. Auch für die Automobilzulieferindustrie wird in Kleinwachau gearbeitet. Zurzeit sind das Konfektionierungsdienstleistungen für Bleche. „Aber jeder neue Auftrag ist eine Motivation für unsere Arbeit“, weiß Jörg Heintzsch. Die Beschäftigten jedenfalls sind motiviert. Sie gehen auch sehr selbständig an ihre Arbeit heran. Und die scheint ihnen wirklich Spaß zu bereiten.
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EIN PLATZ AN DER
SONNE Kristin Kiepisch strahlt mit dem blauen Himmel um die Wette. Bei einem Herbstspaziergang konnte sie Sonne und gute Laune tanken. Nun kommt sie mit den anderen Besuchern des Förder- und Betreuungsbereiches wieder zurück in die neuen Gruppenräume. Auch hier fallen Sonnenstrahlen durch die großen Fenster und machen die freundlichen Zimmer noch heller. Es sind die Räume der ehemaligen Kleinwachauer Wäscherei. Anfang Oktober 2015 zog hier der Förderund Betreuungsbereich der Werkstatt für behinderte Menschen ein. Das neue Domizil wird dringend gebraucht, denn der Bedarf an Betreuungsplätzen für externe Besucher ist groß. Deshalb wurde das Wäschereigebäude umgebaut. Neben Gruppen- und Ruheraum entstanden behindertengerechte Sanitärräume mit höhenverstellbaren Waschbecken und eine barrierefreie Küche. 12 Menschen können nun in dem umgestalteten Haus betreut werden. Die Besucher des Förder- und Betreuungsbereichs sind Menschen, die aufgrund ihrer Behinderungen nicht in den Kleinwachauer Werkstätten arbeiten können. Verschiedene Angebote fördern gezielt solche Fähigkeiten, die für das alltägliche Leben wichtig sind. Dazu gehören Mobilisierungs- und Orientierungstraining, hauswirtschaftliche Betätigung, kreatives Gestalten, Wahrnehmungsübungen und basale Stimulation. Logopädie, Ergo- und Physiotherapie ergänzen das Angebot. Die betreuten Menschen fühlen sich sichtlich wohl in den neuen Räumen. Schnell haben sie sich eingelebt, wozu sicher auch die entspannte Athmosphäre der kleinen Gruppe, die großzügige Raumgestaltung und die naturnahe Lage beitragen. Sie lassen sich auch nicht durch den Baulärm stören, der noch im Herbst 2015 auf der Wiese neben dem Haus herrscht. Hier entsteht ein Freibereich mit Terasse, Sitzecken und Bepflanzung. Gespannt beobachtet Kristin Kiepisch mit den anderen die Baumaschinen und freut sich dabei schon auf einen weiteren „Platz an der Sonne“.
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FREIWILLIGENDIENST HALF BEI BERUFLICHER NEUORIENTIERUNG
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s gibt viele gute Gründe, sich für einen Freiwilligendienst zu entscheiden. Die meisten Freiwilligen möchten sich beruflich neu orientieren oder Leerzeiten sinnvoll überbrücken. In manchen Fällen öffnen sich unerwartete Perspektiven: So bei Kathrin Pfützner. Die Mutter von drei Kindern beschloss im Sommer 2014, sich beruflich umzuorientieren. Ein erstes kurzes Praktikum in der Werkstatt des Epilepsiezentrums Kleinwachau bei Radeberg ermutigte sie, diesen Weg weiterzuverfolgen. Die ausgebildete Herrenmaßschneiderin entschied sich für einen Freiwilligendienst aller Generationen (FDAG) in Kleinwachau. Noch während ihres Freiwilligendienstes bewarb sich Kathrin Pfützner auf eine ausgeschrie-
bene Stelle in der Werkstatt für Menschen mit Behinderung. Diese Bewerbung war erfolgreich. Seit April 2015 arbeitet sie nun im Montagebereich der Kleinwachauer Werkstätten und freut sich, dass ihre berufliche Neuorientierung über den FDAG so gut geklappt hat. Dankbar blickt sie auf ihre Zeit mit den Paritätischen Freiwilligendiensten Sachsen zurück, weil ihr von den Referentinnen viel Mut gemacht wurde, ihren eigenen Weg zu finden und sich auszuprobieren. Sie lernte ihre eigenen Rahmenbedingungen zu erkennen und entsprechend auch Grenzen zu setzen. „Unsere Generation, Menschen über 45 Jahre, sind aufgrund ihrer Erfahrungen und gemeisterten Herausforderungen ein Potenzial für die Gesellschaft”, ist Kathrin Pfützner überzeugt.
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„Ich spüre, wie sehr wir gebraucht werden.”
EINSATZ FÜR FLÜCHTLINGE
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m zur Arbeit zu kommen, muss Kathrin Haase (re.) nun immer eine Stunde früher aufstehen. Zuvor arbeitete sie in der Kleinwachauer Keramikwerkstatt, nur wenige Autominuten von ihrem Wohnort Radeberg entfernt. Nun macht sich die 33-jährige jeden Morgen nach Dresden auf, steht im täglichen Stau vor dem Stadtrand und nimmt auch ihre Kollegin Yvonne Haase mit. Doch diese Umstände machen ihr wenig aus. Sie weiß: Dort, wo sie hinfahren, werden sie dringend gebraucht. Das Ziel der beiden ist das Erstaufnahmelager für Flüchtlinge in der Turnhalle der Offizierschule des Heeres Dresden. In Kooperation mit der Volkssolidarität Dresden managen die beiden Frauen morgens und mittags die Essenausgabe. Sie haben den Überblick über den Bestand an Lebensmitteln und Geschirr, sie erledigen Bestellungen und sorgen für Ordnung hinterm Tresen. Die Anfrage zu dieser Tätigkeit kam für Kathrin Haase an einem Freitag im September 2015. Viel Zeit für die Entscheidung hatte sie nicht. Noch am selben Tag sah sie sich gemeinsam mit zwei Kolleginnen den Arbeitsplatz an. Zunächst war sie erschüttert: „Wir alle kennen die Fernsehbilder. Doch wenn man den betroffenen Menschen direkt gegenüber steht, in die Gesichter schaut, die Familien und Kinder sieht, den Schlafsaal, die Enge – das muss man erstmal verarbeiten“, erzählt sie. „Ich musste sofort an meine Familie, an mein Kind denken - wie wäre das für uns? Die dritte Kollegin war so fassungslos, sie konnte diese Arbeit nicht antreten. Aber schließlich habe ich in den fremden Gesichtern auch sehr viel Hoffnung gesehen. Ich habe gespürt, wie sehr wir hier gebraucht werden. So haben Yvonne und ich entschieden: Wir packen es an! Das habe ich auch meinem kleinen
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Sohn erklärt, der nun schnell lernen musste, morgens allein zur Schule zu starten.“ Mit großem Engagement und bewundernswerter Flexibilität stellen sich beide Frauen den neuen Anforderungen. „Vier Tage hatten wir Zeit zum Einarbeiten“, berichten sie. „Am Anfang herrschte ziemliches Durcheinander, doch das besserte sich. Inzwischen haben wir unseren Rhythmus gefunden und die Menschen haben sich an das System gewöhnt. Die Kinder fangen an zu spielen, sitzen nicht mehr nur verschüchtert herum. Die Leute geben uns zu verstehen, wie froh sie sind, dass wir da sind.“ Kathrin Haase hat sogar angefangen, nach Feierabend daheim am Laptop Englisch zu lernen. „Ein Mann fragt mich immer auf Englisch nach den deutschen Begriffen. Jetzt kann ich mich verständigen und manchmal sogar den Menschen dabei helfen, Deutsch zu lernen.“ Der Umgang mit Menschen, egal welche Sprache sie auch sprechen, gelingt Kathrin Haase mühelos. Sie lässt sich nicht aus der Ruhe bringen, ebenso wenig wie ihre Kollegin Yvonne Haase. „Sollte doch mal jemand über die Stränge schlagen, sind ja auch noch der Sicherheitsdienst und die Leute vom DRK da“, meint sie. Für Yvonne Haase ist das Arbeitsfeld komplett neu, bisher hatte sie stets in Holzwerkstätten gearbeitet. Kathrin Haase dagegen hatte als Jugendliche schon einmal eine Ausbildung zur Hauswirtschafterin begonnen. Vielleicht kann sie hier nun anknüpfen. Eines ist für sie jedenfalls klar: „Ich bleibe hier, solange ich gebraucht werde. Es ist für mich auch eine Bewährungsprobe. Schließlich möchte ich irgendwann fit sein für eine Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.“
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Neue Schrumpftunnel für Verpackungen
In den Kleinwachauer Werkstätten werden verschiedenste Produkte sortiert, komplettiert und verpackt. Von Bändern, über Spiele, Nagelscheiben bis hin zu den Eigenprodukten reicht dabei die Produktpallette. Um den gestiegenen Ansprüchen der Auftraggeber gerecht zu werden, können diese Produkte nun auch in Folie eingeschweißt werden. Dafür hat die Werkstatt ihr Sortiment um zwei Schrumpftunnel erweitert. Auch für die Beschäftigten ist das eine neue, motivierende Arbeit, die sehr gern gemacht wird. Dabei werden die Produkte zunächst in eine Folie eingelegt und durchlaufen dann den Tunnel bei variabel einstellbaren Temperaturen. Dadurch schrumpft die Folie und liegt schließlich eng an dem Produkt an, quasi als schützende Hülle.
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Wachauer Str. 30 01454 Radeberg schöne, besondere Geschenke Produkte aus den Kleinwachauer Werkstätten Montag bis Freitag geöffnet Telefon: (03528) 431-1765 E-Mail: werkstatt@kleinwachau.de
Arbeit | 45
PASO DOBLE
TRÄGERÜBERGREIFENDE ZUSAMMENARBEIT
Seit dem 1. Januar 2015 hat das Integrationsunternehmen Paso doble neben dem Epilepsiezentrum Kleinwachau zwei zusätzliche Gesellschafter. Als Partner konnten die Diakonie-Stadtmission Dresden und die Volkssolidarität Dresden gewonnen werden. Damit ist das Paso doble das erste trägerübergreifende Integrationsunternehmen in Sachsen. Im Folgenden erklären die jeweiligen Geschäftsführer, welche Visionen sie mit diesem Schritt verfolgen.
Pfarrer Christoph Stolte, Direktor Diakonie-Stadtmission Dresden „Mit der Unterstützung von nun drei gestandenen Gesellschaftern aus der Sozialwirtschaft wird das Paso doble leistungsfähiger und profitiert von diesem Verbund. Wir als Stadtmission Dresden sehen in der Zusammenarbeit einen wichtigen Weg, um auch unserem Auftrag besser gerecht zu werden. Bereits jetzt ist das Paso doble in zwei Kindertagesstätten der Diakonie in Seifersdorf und Fischbach sehr erfolgreich tätig. Darüber können Sie auf der nächsten Seite lesen. Meine Vision ist, dass das Paso doble diese Arbeit auch in Dresden fortsetzen kann.“
Clemens Burschyk, Geschäftsführer Volkssolidarität Dresden „Mit unserer Beteiligung am Integrationsunternehmen Paso doble ergänzen wir das Angebot der Volkssolidarität Dresden. Getreu unserem Leitmotiv ˊMiteinander – Füreinanderˊ verbinden wir damit auch die Hoffnung, für Menschen mit Behinderung langfristig sichere Arbeitsplätze schaffen zu können. Gleichzeitig sehen wir die Chance, gemeinsam Inklusion bei der täglichen Arbeit zu verwirklichen. Dabei vertrauen wir auf die Erfahrungen und Kompetenzen des Epilepsiezentrums Kleinwachau und freuen uns auf die zukünftige Zusammenarbeit mit den neuen Partnern. Die Volkssolidarität ist stolz, bei diesem ersten trägerübergreifenden Integrationsunternehmen dabei sein zu dürfen und begrüßt gleichzeitig die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Paso doble.“
Martin Wallmann, Geschäftsführer Epilepsiezentrum Kleinwachau „Mit dem Eintritt der neuen Partner in den Kreis der Gesellschafter des Paso doble geht für mich ein langersehnter Traum in Erfüllung. Zwei der größten Träger sozialer Arbeit in der Landeshauptstadt Dresden zeigen mit diesem Schritt ein klares Bekenntnis: Schaffung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderungen. Menschen, die sonst fast chancenlos am allgemeinen Arbeitsmarkt sind, bekommen im Paso doble ihre Chance. Dies ist auch Ziel des Modellprojektes ˊArbeit statt Plätzeˊ, welches in den vergangenen drei Jahren durch den Kommunalen Sozialverband gefördert wurde. Ich freue mich sehr auf den weiteren Ausbau der Zusammenarbeit.“
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FRANK DER MEISTER HAUS, GARTEN UND KÜCHE DER KITA SIND SEIN REVIER
„W
as gibt’s zu Mittag?“, fragt ein Vierjähriger, der durch die Küchentür linst. „Leckeres Hühnchen“, antwortet Frank Kramer, der gerade noch Babybrei pürierte und nun Fleisch, Erbsen und Kartoffeln aus den Wärmebehältern in Schüsseln füllt. Ein paar Sekunden später fragt der nächste Knirps und kurz darauf der dritte. Alle erhalten eine fröhliche, geduldige Antwort. „Wenn sie von draußen kommen, haben die Kleinen großen Hunger“, erklärt er und beeilt sich mit der Vorbereitung. Jeder Handgriff sitzt, Herr Kramer ist schließlich Küchenprofi. Über 15 Jahre arbeitete er in einem bayrischen Hotel, bis es den 51-jährigen wieder in die Heimat zog. Über eine Zeitarbeitsfirma fand er zunächst eine Tätigkeit im Café des Integrationsunternehmens Paso doble. Als im Mai 2015 die Anfrage nach einer Servicekraft für die Kita „Himmelsleiter“ kam, zögerte er nicht lange. Nun ist er der gute Geist des neuen Hauses in Seifersdorf. Neben der Arbeit in der Ausgabeküche ist er auch für alle anfallenden Hausmeistertätigkeiten zuständig. Wo immer es etwas zu reparieren, aufzubauen oder zu befestigen gilt, ist er zur Stelle. Zum Glück verfügt der gelernte Maurer über jede Menge handwerkliches Geschick. Das beeindruckt die Kinder, die am liebsten bei al-
lem helfen wollen. Frank Kramer ist ihr „Baumeister“, „Frank der Meister“ oder einfach „unser Frank“. Auch die Erzieherinnen schätzen den Kollegen sehr. „Für Kinder ist ein Mann im Kita-Team eine wichtige Bereicherung“, erklärt die Leiterin Konstanze Liepke. „Manches sieht er aus anderer Perspektive, erklärt Dinge auf seine Weise. Seine Erfahrung, Vielseitigkeit und Verlässlichkeit sind eine große Hilfe für uns, die Zusammenarbeit ist sehr angenehm.“ Frank Kramer spürt die Anerkennung, die die Mitarbeiterinnen, aber auch die Kinder und deren Eltern ihm entgegenbringen. „Die Kinder zeigen das auf ihre Weise. Manchmal werde ich überrascht mit einem selbst gemalten Bild oder einem selbst gefundenen ‚Glitzersteinchen‘. Natürlich bekommt alles einen Platz bei mir. Offensichtlich schmeckt den Kindern auch das Essen sehr gut, das ich ausgebe. Doch das ist nicht mein Verdienst, sondern die Leistung der Kleinwachauer Küche, auch das muss mal erwähnt werden!“ Im Lagerraum hängt eine Krone aus Papier. „Die habe ich kürzlich von den Kindern geschenkt bekommen“, erzählt Frank Kramer und fügt hinzu: „Da hab ich mich gefreut wie ein König!“
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VIELEN DANK! GEMEINSCHAFTSGARTEN WÄCHST Zu Jahresbeginn sah er noch recht kahl aus, der neue barrierefreie Gemeinschaftsgarten am Talhaus. Inzwischen hat sich bereits einiges getan: Eine Pergola überdacht die zukünftige Sitzecke, ringsum sind Sträucher gepflanzt. Auch Sonnenschirme wurden bereits angeschafft. Nun hoffen die zukünftigen Nutzer auf weitere Spenden. Denn als nächstes sollen unterfahrbare Hochbeete angeschafft werden. Diese sollen dafür sorgen, dass auch Menschen mit körperlichen Einschränkungen vom Rollstuhl aus bepflanzen und pflegen können. Der gesamte Garten ist so geplant, dass Senioren und Menschen mit schweren mehrfachen Behinderungen die Natur genießen und gestalten können. Der Entwurf geht übrigens zurück auf eine Idee junger Studenten der Landschaftsarchitektur. Die kreisförmig begrenzte Anlage ermöglicht Wege ohne Sackgassen und gibt Menschen mit Demenz Orientierung und Geborgenheit. Bekannte und neue Pflanzen und Kräuter schärfen die Sinne und regen zum Mitgestalten an. Bei den Senioren werden so Erinnerungen geweckt und Fähigkeiten lebendig gehalten. Für den Bau des Gartens wurden durch Kleinwachau bereits 60.000 EUR ausgegeben. Für Bepflanzung und Gestaltung werden insgesamt 16.000 EUR benötigt. Dank vieler Spender ist bereits mehr als die Hälfte der Summe zusammen gekommen. Doch bis zur Fertigstellung des Gartens ist noch einiges zu tun. Viele Pflanzen und Gartenmöbel werden benötigt. Eine Brunnenpumpe soll dafür sorgen, dass ein vorhandener Brunnen zukünftig zur Bewässerung genutzt werden kann. Und schließlich soll ein großer Apfelbaum später Schatten spenden und hoffentlich auch Früchte tragen! Deswegen sind wir auch weiterhin auf Ihre Spenden angewiesen.
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SPENDENPROJEKT 2016 Leider haben wir das Spendenziel von 16.000 EUR noch nicht erreichen können. Deswegen können Sie auch im Jahr 2016 mit einer Spende dazu beitragen, dass der Gemeinschaftsgarten am Talhaus ein bunter Ort der Begegnung und des Erlebens im Freien wird. Ihre Spende kann helfen, dass sich die Senioren aus dem Talhaus, aber auch die Bewohner des benachbarten Waldhauses und die Beschäftigten der Förder- und Betreuungsgruppe in diesem Gemeinschaftsgarten wohl fühlen werden. Aktueller Spendenstand: 8.900 EUR (Stand Nov. 2015)
Spendenziel: 16.000 EUR
helfen Sie » Bitte mit Ihrer Spende!
Verwendungszweck: Talhausgarten
Vielen Dank!
Bitte geben Sie bei Ihrer Überweisung Ihre Adresse im Verwendungszweck mit an. Sie erhalten dann automatisch von uns eine Spendenquittung.
SPENDENKONTO EMPFÄNGER Förderverein Epilepsiezentrum Kleinwachau e.V. IBAN DE25 3506 0190 1615 9600 94 BIC GENODED1DKD VERWENDUNGSZWECK Talhausgarten
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» Reinigungsdienste » Hausmeisterservice » Logistik & Transporte Hier arbeiten Menschen mit und ohne Handicap gemeinsam Telefon: (03528) 431-2222 E-Mail: kontakt@pasodoble-radeberg.de www.pasodoble-radeberg.de
Jahresspendenprojekt 2016:
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» Wählen Sie: 21, 30 oder 40 Wochenstunden » 310 - 410 EUR pro Monat
RUF AN! Karsten Bilz (Koordinator Freiwilligenarbeit) Telefon: (03528) 431-1121 E-Mail: k.bilz@kleinwachau.de
Foto: © Eisenhans - Fotolia.com
T L E W DIE
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! H C O D H C MA
IMPRESSUM HERAUSGEBER Kleinwachau Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg gGmbH Wachauer Str. 30 01454 Radeberg
VERANTWORTLICH FÜR DEN INHALT Martin Wallmann (Geschäftsführer)
KONZEPT, REDAKTION, LAYOUT & GRAFIK Telefon: (03528) 431-0 Abteilung Öffentlichkeitsarbeit E-Mail: kontakt@kleinwachau.de Alexander Nuck (Leitung) www.kleinwachau.de Patricia Wachsmuth
FOTOS & BILDER Sächsisches Epilepsiezentrum Radeberg, S. 4: Bernd Goldammer, S. 23: Jens Koch, S. 27: buruckerbarnikol + thoma architekten, S. 46: Diakonie-Stadtmission Dresden, Volkssolidarität Dresden, S. 51: Eisenhans- Fotolia.com AUFLAGE: 3.000 Stück, kostenlose Verteilung frei Haus DRUCK KONSTA Druck & Werbung, Inhaber: Ralf Gauptys Radeberger Straße 34, 01454 Feldschlößchen Kleinwachau | 51
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Gott spricht: Ich will euch trösten, wie einen seine Mutter tröstet. Jesaja 66, Vers 13
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Wir laden Sie herzlich ein.
Tag der offenen Tür in Kleinwachau 18. März 2016
Epilepsiesymposium 30. April 2016 Saal der Kleinwachauer Werkstätten Tanz in den Mai 7. Mai 2016 Saal der Kleinwachauer Werkstätten Kleinwachauer Sommerfest und Kirchspieltag Radeberger Land 25. Juni 2016 14. Epilepsieforum 1. Oktober 2016 Dresden, An der Kreuzkirche 6
Jahreslosung 2016
Weihnachtsmarkt der Förderschule 2. Dezember 2016
www.kleinwachau.de 52 | Kleinwachau