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120 JAHRE VISION UND EINSATZ

120 Jahre KKL-JNF Alles begann im Stadtcasino Basel | Seite 4 bis 7


Copyright: KKL-JNF Schweiz

Inhalt

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Der KKL-JNF von der Gründung 1901 in Basel bis zur Staatsgründung 1948 - eine historische Reise

«Nachhaltigkeit ist nach Corona wichtig» - das grosse Gespräch mit dem neuen Weltvorsitzenden des KKL-JNF, Avraham Duvdevani

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Den Schweizer Wald oberhalb von Tiberias in Israel gibt es seit 35 Jahren – nun sind dort Veränderungen geplant

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Was wäre Schawuot ohne Käsekuchen? Undenkbar! Ein spezielles Rezept stellen wir Ihnen hier vor

Ein Besuch bei Hiruy Amare, dem Leiter der Pflanzschule Golani im Wald von Lavi, ist auch ein Eintauchen in eine spannende Familiengeschichte


Editorial Liebe Freundinnen und Freunde des KKL-JNF 120 Jahre KKL-JNF sind für mich ein ganz besonderes Ereignis und eine gute Gelegenheit, Rückschau zu halten. Ich bin schon ca. 50 Jahre mit dem KKL-JNF verbunden, wie auch der unvergessene Ehrenpräsident des KKL-JNF, Max Guttmann s.A. aus Basel, der von Kindesbeinen an mit Herz und Seele für den Jüdischen Nationalfonds tätig war. Ich konnte mich schon in jungen Jahren mit den Idealen und Arbeiten des KKL-JNF identifizieren und wollte mich dann auch aktiv daran beteiligen, sei es in den Ortsmissionen, später im Vorstand und nun als Präsident. Angefangen hat eigentlich alles mit einem der damals so populären KKL-Bälle in Basel, an dem ich meine liebe Frau kennengelernt habe. Und Basel war nicht nur ein Zentrum des KKL-JNF, sondern auch der Ort, wo am 29. Dezember 1901 die Teilnehmer des 5. Zionistenkongresses im Stadtcasino den Jüdischen Nationalfonds gründeten, mit dem Ziel, Boden in Eretz Israel zu erwerben. Vor 120 Jahren sassen in Basel Männer mit Visionen und Träumen zusammen, und heute können wir mit grossem Stolz sagen, der KKL-JNF hat alle diese Träume zur Wirklichkeit gemacht. Nebst der Aufforstung in Israel mit 250 Millionen Bäumen, den wunderbaren Wäldern, dem Bau unzähliger Wasserreservoire, Parkanlagen in den Städten, Kibbutzim und Moschawim stellt der KKL-JNF seit einigen Jahren seine Tätigkeit verstärkt in den Dienst der Umwelt. Diese Ausgabe des neuland stellt verschiedene spannende, auch neue Projekte vor, die wir realisiert haben oder am Bearbeiten sind. Und wenn Sie mich fragen, welch neues Projekt mir besonders gefallen hat, dann ist dies der KKL-JNF Hula Seepark mit dem modernen, imposanten Besucherzentrum, das im November 2019 eingeweiht wurde. Das Hula-Tal liegt an einer der wichtigsten Vogelzug-Routen der Welt – zweimal jährlich (im Frühling und im Herbst) benutzen über eine halbe Milliarde Wasser-, Greif- und Singvögel den Agamon-See als idealen Rastplatz auf Ihrem Weg nach Afrika und wieder zurück. Hula ist eine einzigartige Ökotourismus-Stätte, die ihren Besuchern*innen ein seltenes Naturerlebnis bietet – eng verbunden mit der Historie des Landes und Geschichten über die ersten Pioniere Israels. Ohne Ihre jahrelange und fortwährende Unterstützung sähe Israel nicht so aus, wie es sich heute präsentiert. Und dafür danke ich Ihnen allen, unseren treuen Spender*innen und Gönner*innen, auch im Namen unserer Geschäftsführerin und Schlicha, Frau Judith Perl-Strasser, und den KKL-JNF Teams in der Schweiz und in Israel ganz herzlich.

Toda Raba! Chag Sameach! Mit herzlichem Schalom Ihr Arthur Plotke Präsident KKL-JNF Schweiz

Mitteilung des KKL-JNF Schweiz Der KKL-JNF Schweiz (gegr. 1905) ist eine unabhängige, selbstständige Organisation, die unter dem Namen «Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz)/ Keren Kayemeth Leisrael (Schweiz)» im Handelsregister registriert ist. Unsere Schweizer Projekte befinden sich ausschliesslich im israelischen Kernland und dort vor allem in der Peripherie, um auf diesem Weg die sozio-ökonomisch benachteiligten Bevölkerungsgruppen in Israel zu fördern und ihre Lebensbedingungen zu verbessern. Unsere Tätigkeiten in Israel umfassen u.a. Aufforstung, Klimaschutz, Wasserwirtschaft, alternative Energien, Erziehung sowie R & D. Besonders stolz sind wir auf die bisher 250 Millionen gepflanzten Bäume und die 240 gebauten Wasserreservoire. Unsere Projekte dienen dem Wohle der gesamten Bevölkerung, egal welcher Religionen und Herkunft. Die vom KKL-JNF betriebenen Parks, Wälder und Erholungszentren stehen jedermann offen. Nebst der wichtigen Arbeit in Israel setzen wir uns dank internationaler Kooperationen auch im Ausland für Aufklärung, Nachhaltigkeit und Umweltschutz ein. Eine Auflistung sämtlicher aktuellen Projekte befindet sich auf unserer Homepage: www.kklschweiz.ch Wir stehen mit bestem Wissen und Gewissen hinter all unseren Projekten in Israel.


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120 Jahre KKL-JNF

Basel war erneut Gründungsort Der historische Erste Zionistenkongress lag erst gerade etwas mehr als vier Jahre zurück. Und wieder ist das Stadtcasino von Basel Schauplatz jüdischer und allgemeiner Geschichte. Wir schreiben Sonntag, den 29. Dezember 1901.

Es ist der Fünfte Zionistische Kongress, im Gegensatz zum ersten im Jahre 1897, der Ende August, also im Hochsommer stattgefunden hat, regiert nun der Winter vor den Toren des Stadtcasinos. Erneut ist die Stadt am Rhein Gastgeberin des Kongresses, vier der bisherigen fünf Kongresse sind in der Schweizer Grenzstadt über die Bühne gegangen.

So begann alles: Der 1. Zionistenkongress im Basler Stadtcasino 1897

wolle genug Zeit haben, so das Argument von Bodenheimer, um eine exakte juristische Formulierung für die Aufgaben des KKL-JNF zu erarbeiten. Doch da hatte man die Rechnung ohne Theodor Herzl (1860-1904), den eigentlichen «Vater» des modernen Zionismus, gemacht. Herzl, der bei dieser Abstimmung selbst nicht im Saal anwesend war, erfuhr sofort das Resultat und schlug dem Kongress daraufhin vor, die Abstimmung

Johann (Yona) Kremenetzky

Einer der Väter dieses geplanten Nationalfonds war Professor Zvi Hermann Schapira (1840-1898), Mathematiker und Rabbiner. Er war allerdings kurz nach dem Ende des Ersten Zionistenkongresses gestorben und durfte so die Umsetzung seiner Idee leider nicht mehr erleben. Professor Zvi Hermann Schapira

Zitieren wir die Basler «National-Zeitung», die prominent über den gesamten Kongress berichtete: «Dr. Schalit referiert über den vom Wiener Komitee ausgearbeiteten Entwurf zu Gründung eines Jüdischen Nationalfonds. «Dieser sollte», so der Delegierte Schalit weiter, «ein unantastbares Vermögen des Jüdischen Volkes sein».

Allerdings hätte es im Dezember 1901 um ein Haar wieder nicht geklappt. Die formelle Gründung war vorher von einem Kongress zum nächsten verschoben worden, weil die Delegierten andere Prioritäten gesetzt hatten. Und auch an diesem Dezember-Tag sah es nicht nach einem historischen Beschluss aus: mit 81 zu 54 Stimmen hatte der Kongress nämlich bereits den Vorschlag des Juristen Max J. Bodenheimer angenommen, die Gründung des Fonds erneut auf den nächsten Kongress zu verschieben. Man

Dr. Max J. Bodenheimer

zu wiederholen und aufzuteilen. Und zwar in eine grundsätzliche Bestimmung über die Errichtung des Fonds sowie eine Abstimmung über die genauen Aufgabenbereiche des KKL-JNF. Dieser Vorschlag kam von Herzls Stellvertreter, David Wolffsohn, der dann später auch Herzls Nachfolger werden sollte.


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Was sonst noch geschah

Ereignisse im Dezember 1901

«Es steht euch frei, die Gründung des Fonds um zwei weitere Jahre oder auch bis zur Ankunft des Messias zu verschieben» rief Theodor Herzl den Delegierten vor der erneuten Abstimmung etwas polemisch aber wirksam zu, worauf aus dem Plenum sofort ein vielstimmiges «Nein, nein!» zurück ertönte. Es war eindeutig, dass Theodor Herzls eindringlicher Appell eine klare Wirkung zeigen sollte. Um 19:40 Uhr konnte er selbst verkünden: «Der Jüdische Nationalfonds ist gegründet worden!» Diese zweite Abstimmung hatte kurz vorher mit einer deutlichen Mehrheit von 105 gegen 82 Stimmen geendet. Mit besonderer Hingabe hatte sich auch Johann (Yona) Kremenetzky für die Errichtung des Jüdischen Nationalfonds eingesetzt. Der in Odessa (heute Ukraine) geborene Elektroingenieur war ebenfalls ein treuer Mitarbeiter Herzls und bei der ersten und negativen Entscheidung des Kongresses über eine Verschiebung der Gründung des KKL-JNF buchstäblich in Tränen ausgebrochen. Nach der Gründung des Fonds wurde er folgerichtig auch ihr erster Vorsitzender. Kremenetzky verstand die grossen finanziellen Herausforderungen, die vor dem Jüdischen Nationalfonds lagen, denn der Fonds sollte nicht einfach nur Land erwerben, sondern auch die Erde in Eretz Israel bearbeiten und urbar machen. Johann Kremenetzky ging denn auch sofort mit gutem Beispiel voran: Mit zehn Pfund war er nämlich der erste Spender des KKL-JNF.

02. Dezember

Auf der ersten Sitzung des neu gewählten Kongresses der USA in der Hauptstadt Washington äussert sich der neue Präsident Theodore Roosevelt zu den Grundzügen seiner Politik. Er will an der sogenannten Monroe-Doktrin festhalten. Diese sieht eine Eindämmung des Einflusses europäischer Staaten auf den amerikanischen Kontinent vor; zugleich kündigt er eine Kontrolle von Konzernen an.

04. Dezember

Auf Antrag des bayerischen Zentrum-Politikers und Bauernführers Georg Heim billigt der Landtag mit 77 gegen 51 Stimmen in München eine Aufnahmebeschränkung für Juden in der Justizverwaltung. Der bayerische Justizminister Leopold Freiherr von Leonrod lehnt den Antrag wegen rechtlicher Bedenken aber ab. Zwischen Bayern, Baden und dem (damals zu Deutschland gehörenden) Elsass wird ein Vertrag über den Ausbau des Oberrheins bis Basel zum Grossschiff fahrts-Weg geschlossen. Zugleich soll der Oberrhein von Strassburg bis Sanderheim reguliert werden. Zu einem kuriosen Eisenbahnunfall, bei dem zum Glück niemand verletzt wird, kommt es in Frankfurt am Main. Der aus Ostende kommende Orient-Express fährt mit grosser Wucht über den Prellbock am Ende des Bahnsteigs hinweg, und die Lokomotive kommt mit ihrem Tender erst im Bahnhofswartesaal der 1. und 2. Klasse zum Stehen. Nach amtlichen Angaben ist der stark verspätete Zug mit zu grosser Geschwindigkeit in den Bahnhof eingefahren.

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120 Jahre KKL-JNF

Vision gegen Vernunft

Emotionales Gründungsdrama Die ersten 47 Jahre des Jüdischen Nationalfonds (KKL-JNF), von der Gründung 1901 bis zur Geburt Israels im Mai 1948. Vor fast 120 Jahren wurde der Jüdische Nationalfonds, oder wie er auf Hebräisch heisst «Keren Kayemeth LeIsrael», kurz KKL-JNF, gegründet. Am 29. Dezember 1901, dem letzten Sonntag des Jahres, um 19:40 Uhr beschloss der fünfte Zionistenkongress an seinem Tagungsort, dem Basler Stadtcasino, die Errichtung eines Fonds, dessen Aufgabe es sein solle, Land zu erwerben, auf dem später der Jüdische Staat errichtet werden solle (s. auch Artikel auf Seite 4 und 5). Der erste Hauptsitz des Jüdischen Nationalfonds befand sich in Wien. Dort erblickte dann die ehemals nicht wegzudenkende Blaue Büchse das Licht der Welt. Auf Anregung eines Bankbeamten aus Galizien bestellte der erste Vorsitzende des KKL-JNF, Johann Kremenetzky, Hunderte von Blauen Büchsen, die ab 1903 in jüdischen Haushalten und Gemeinden aufgestellt wurden, um die Mittel für den Landaufkauf in Eretz Israel zu sammeln. Bis heute gilt die Blaue Büchse als Symbol für den Aufbau des Landes Israel und die Verbundenheit von Juden und Nichtjuden weltweit mit der Vision des Jüdischen Nationalfonds.

Die Anfänge in Eretz Israel Nachfolger Kremenetzkys wurde der 1865 in Stuttgart geborene Jurist Max Bodenheimer, und mit seiner Wahl zum Vorsitzenden des Jüdischen Nationalfonds wechselte das Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds von Wien

Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges 1914 legte Max Bodenheimer den Vorsitz des KKL-JNF nieder und der Hauptsitz des Fonds wechselt nach Den Haag, wo eine Kommission den Fonds bis 1919 leitete. 1919 wechselt der Hauptsitz dann nach London, und der in Den Haag geborene Nehemia de-Lieme wird Vorsitzender. DeLieme war sich als Banker und Ökonom der schwierigen finanziellen Situation des Jüdischen Nationalfonds bewusst, setzte einen Schwerpunkt auf die landwirtschaftliche Erschliessung des erworbenen Grundes und reduzierte die Landkauftätigkeiten des Fonds. Im Oktober 1920 führte De-Lieme eine Delegation an, die ins britische Mandatsgebiet Palästina reiste, um sich ein Bild von der Arbeit des lokalen Büros zu machen und um in der Jezreel-Ebene Ländereien zu begutachten, die vom KKL-JNF aufgekauft werden sollten.

Am 15.10.1920, zwei Tage vor Ankunft der Delegation, unterzeichnete Jehoshua Hankin, der für das Eretz-Israel Büro tätig war, entgegen aller geschäftlichen Vernunft einen Kaufvertrag, mit dem der KKL-JNF 50000 Dunam Land von einem in Beirut wohnenden Grossgrundbesitzer erwarb. Der Vorstand des KKL-JNF billigte rückwirkend diesen Kauf und als Nationalfondsbüchse mit einer Palästinakarte De-Lieme als Vorsitzender des Vorstands sein Veto gegen die Bilnach Köln. Unter Bodenheimer wurde in ligung einlegte, wurde ihm das Vetorecht der Stadt Jaffa das Eretz-Israel-Büro er- von der Zionistischen Führung entzogen. öffnet, welches die Aufgaben des KKL-JNF De-Lieme trat daraufhin von seinem Amt vor Ort ausführte, also die Landkäufe und die Errichtung landwirtschaftlicher zurück und Menachem Ussishkin wurde Gemeinden auf dem erworbenen Grund 1922 neuer Vorsitzender des KKL-JNF, deskoordinierte. Das Büro in Jaffa war auch sen Hauptbüro nun endlich in Jerusalem mit der Pflanzung des ersten Waldes be- angesiedelt wurde. traut. Es war dies der Ben Shemen-Wald, wo im Jahr 1908 12000 Bäume gepflanzt Schwerpunkte beim werden konnten. Zu all den Aufgaben des Landkauf Jüdischen Nationalfonds kam dann ab In den folgenden Jahrzehnten bis Ende 1912 auch die Unterstützung von Einwanderern vor allem aus dem Jemen, die sich 1941, also mitten im Zweiten Weltkrieg, in in den landwirtschaftlichen Gemeinden denen Ussishkin bis zu seinem Tod in jenem niederliessen und vom KKL-JNF Hilfe bei Jahr 1941 Vorsitzender des KKL-JNF war, wurde unter anderem auch der Grundder Urbarmachung des Landes bekamen.


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stein des Hadassah-Krankenhauses in Jerusalem gelegt. Dies auf Boden, den der KKL-JNF mit der Hilfe unzähliger Spender in der ganzen Welt erworben hatte. In den späten 30er Jahren des 20. Jahrhunderts war der Fokus des Landerwerbs auf zwei Regionen gelegen, die auch heute u.a. wieder den Schwerpunkt der Arbeit des KKL-JNF bilden: Galiläa im Norden und der Negev im Süden.

Die Jahre bis zur Staatsgründung benutzte er für eine Konsolidierung, aber auch für weiteren Landkauf. Er legte dabei den Fokus vor allem auf den Negev, also diesen Teil des Landes, dessen Erde wohl für Bäume und Pflanzen nicht als ideal geeignet war, der aber als Landreserve für den jüdischen Staat ganz besonders wichtig schien. Unterstützung erhielt er dabei nicht zuletzt von David Ben Gurion, dem späteren Ministerpräsidenten, der die Bewirtschaftung des Negev für gleich wichtig hielt wie Granott. Diese und andere Pläne verkündete Granott auch nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges, der für das jüdische Volk in der Katastrophe der Schoa, aber auch der Aussicht auf einen eigenen, souveränen Staat geendet hatte.

Nahalal um 1940

Nach dem Tod von Menachem Ussishkin wurde der KKL-JNF von einem Triumvirat, also drei Männern, geführt, welche den Jischuw (jüdische Bevölkerung Palästinas) sehr gut repräsentierten: Es waren dies Rabbiner Meir Bar-Ilan (früher Meir Berlin), einer der Mitgründer der Misrachi-Bewegung, dem religiösen Zionismus. Sowie Berl Katznelson, einem Arbeiter-Vertreter und Redakteur der sozialistischen Tageszeitung «Dawar». Und Avraham Granovsky, der seinen Namen in «Granott» hebräisierte, ein Veteran des KKL-JNF. Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges endete auch diese Epoche des Triumvirates beim KKL-JNF. Granott übernahm nun die alleinige Führung.

Am Tag nach der historischen UNO-Abstimmung vom 29. November 1947, an der die Gründung des jüdischen Staates eine Mehrheit fand, beschloss der KKL-JNF die Errichtung einer Kommission für den Negev, die für die Siedlungen im Süden zuständig sein sollte.

05. Dezember

An diesem Tag erblickt in Hermosa bei Chicago (Illinois/USA) Walt Disney das Licht der Welt. Seine Zeichentrickfilmund Comic-Figuren werden später die ganze Welt begeistern.

09. Dezember

Der Dichter und Autor Ödön von Horvath wird in Fiume (heute Rijeka/ Kroatien) geboren.

10. Dezember

In Stockholm und Christiania (heute Oslo) werden erstmals die Nobelpreise verliehen. Die Auszeichnungen gehen zurück auf eine testamentarische Stiftung des schwedischen Chemikers Alfred Nobel.

23. Dezember

In Wien verlobt sich der 41-jährige Komponist und Dirigent Gustav Mahler mit der 22-Jährigen Alma Maria Schindler, später Alma Mahler-Werfel.

Der KKL-JNF half mit, die Strasse zur Staatsgründung zu pflastern und befahrbar zu machen. Diese Verbindung wurde dann im Mai 1948 auch räumlich deutlich gemacht: Der vorbereitende Rat unter der Führung von David Ben Gurion diskutierte die aktuellen Pläne, den jüdischen Staat auszurufen in den Konferenzräumen des KKL-JNF in Tel Aviv in der Zvi-Hermann-Schapira-Strasse (siehe Artikel auf Seite 4.) Die eigentliche Ausrufung zwei Tage später, also am Freitag, dem 14. Mai 1948, fand dann allerdings an einem anderen Ort in Tel Aviv statt.

Bei den Kommunalwahlen in Norwegen beteiligen sich erstmals auch Frauen. Damit ist Norwegen führend in der Durchsetzung des Frauenwahlrechts in Europa.

29. Dezember

Das Theaterstück «Es lebe das Leben» des deutschen Schriftstellers Hermann Sudermann wird gleichzeitig in Berlin und Wien (Burgtheater) aufgeführt.

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Interview mit Avraham Duvdevani

«Nachhaltigkeit ist nach Corona noch wichtiger» Seit dem Herbst 2020, also mitten in der Corona-Krise, ist Avraham Duvdevani neuer Weltvorsitzender des KKL-JNF. Der gebürtige Jerusalemer nimmt hier zum ersten Mal Stellung zu aktuellen Themen rund um den KKL-JNF. Können Sie bitte zu Beginn in einigen Sätzen die Aufgaben des KKL-JNF beschreiben? «Die Aufgaben des KKL-JNF bestehen darin, in jenen Themenbereichen tätig zu sein, die im Rahmen des Abkommens, das unsere Organisation bereits 1961 mit der israelischen Regierung abgeschlossen hatte, festgelegt wurden. Sie werden durch die drei Farben im Logo des KKL-JNF sehr gut bildlich dargestellt: Braun steht für Landerwerb und deren Vorbereitung zur Schaffung neuer Gemeinden. Grün für: Wälder pflanzen, pflegen, erhalten und als Freizeit- und Erholungsort für die Gemeinschaft und die Familie gestalten. Als grösste grüne Organisation in Israel planen wir, uns intensiv für den Erhalt der Umwelt und der Bekämpfung der Klimakrise einzusetzen. Die Farbe Blau schliesslich für Erschliessung von Wasserquellen für die Landwirtschaft sowie Reinigung und ökologische Entwicklung von Flüssen und Bächen.» Was ist Ihre Vision als neuer Vorsitzender? «Rückkehr zu den wertvollen Quellen des KKL-JNF wie ich es oben beschrieben habe. Gleichzeitig versuchen wir, den aktuellen Anliegen und Erfordernissen Rechnung zu tragen.»

Der KKL-JNF wird als Teil der israelischen Vertretung an der Dubai Expo 21/22 teilnehmen, spielt die Organisation also eine Rolle im Friedensprozess? «Der KKL-JNF ist der Bitte der Konferenzorganisatoren und des Aussenministeriums gerne nachgekommen und wird sein Wissen und seine Erfahrung im Umgang mit Wüsten- und Wasserproblemen in den Nachbarländern einbringen und seinen Beitrag zur Förderung des regionalen Friedens leisten. Der KKL-JNF ist auf diese Bereiche spezialisiert und es besteht kein Zweifel, dass unsere Erfahrung und unser Wissen einen grossen Beitrag zum Fortschritt der Länder leisten werden.» Inwieweit war der KKL-JNF von der CoronaKrise betroffen? «Der KKL-JNF ist von Covid-19 natürlich genauso betroffen wie die gesamte israelische und globale Wirtschaft. Trotzdem haben wir so viel wie möglich weitergearbeitet. Es ist anzumerken, dass die Wälder des KKL-JNF in diesem Jahr als beliebtes Erholungsziel genutzt werden und wir deshalb mehr Arbeit bei der Pflege und Instandhaltung des Waldes hatten.»

Erwarten Sie, dass die Menschen demnächst in die Wälder und die Parks strömen werden, da Israel eine Rekordzahl an Geimpften hat, und sollte dies berücksichtigt werden? «Wie ich eben erwähnt habe, ist dies bereits geschehen. Im Moment, als der landesweite Lockdown aufgehoben wurde, strömten die Menschen im ganzen Land in unsere Wälder.»


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Werden Nachhaltigkeit und Umweltschutz auch nach Corona weiterhin wichtige Themen sein oder erwarten Sie, dass sich die Menschen nur noch um ihre Existenzen und ihr persönliches Leben kümmern werden? «Die Menschen machen sich Sorgen um ihre persönliche und wirtschaftliche Zukunft, aber auch Nachhaltigkeit und Umweltschutz müssen wichtige Themen auf der öffentlichen Agenda sein.» Sie haben viele Jahre lang die Zionistische Weltorganisation geleitet, wo sehen Sie Unterschiede zwischen Ihrer Arbeit in der Zionistischen Weltorganisation und Ihrer Arbeit im KKL-JNF? «Die Zionistische Weltorganisation gründete den KKL-JNF vor 120 Jahren mit dem Ziel, Land zu kaufen und Juden dort anzusiedeln, um die Gründung eines Staates im Heimatland unserer Vorfahren nach Herzls Vision vorzubereiten. Dies ist die primäre und einzigartige Rolle des KKL-JNF und die Zionistische Weltorganisation befasst sich nicht damit. Das Gleiche gilt für die anderen Funktionen des KKL-JNF, wie oben beschrieben. Die Zionistische Weltorganisation ist das oberste Gremium der nationalen Institutionen und diejenige, die den KKL-JNF, den Keren Hayessod und die Jewish Agency for Israel/Jüdische Agentur für das Land Israel («Sochnut») gegründet hat. Sie beschäftigt sich mit weiten Bereichen der zionistischen Bewegung und wir vom KKL-JNF arbeiten mit ihr zusammen.» Was ist die Botschaft, die Sie den Freunden des KKL-JNF Schweiz vermitteln möchten? «Sie können stolz darauf sein, dass die Zionistische Organisation im Jahr 1897 in Basel von unserem Staatspropheten Theodor Herzl gegründet wurde und ebenso der KKL-JNF auf dem fünften Kongress in Basel im Jahr 1901. Der KKL-JNF ist eine sehr wichtige Organisation, die

geholfen hat, den Staat zu gründen, die die Landschaft des Landes verändert, die Schaffung neuer Gemeinden unterstützt, die Peripherie entwickelt und die Umwelt und die Lebensqualität in Israel fördert.» Waren Sie schon einmal in der Schweiz? «Ja, sehr oft sogar. Die atemberaubende Schönheit des Landes und seine beeindruckenden Errungenschaften haben mich dabei jedes Mal aufs Neue erfreut und inspiriert.» Sie sind einer derjenigen, die 1967 an der Befreiung Jerusalems teilgenommen haben, haben Sie das Erlebnis mit Ihrer Familie und Ihren Kindern geteilt? Wie bedeutsam ist dieses Ereignis in Ihrem Leben? «Als gebürtiger Jeruschalmi und Israeli hat das Ereignis eine grosse Bedeutung in meinem Leben. Es ist klar, dass ich die Erlebnisse der Befreiung Jerusalems mit meiner Familie und auch mit anderen der jüngeren Generation teilte und teile. Sie, welche die Realität dieser grossen Tage nicht kannten. Ich habe da ein Ritual: Seit 54 Jahren erzähle ich in Vorbereitung auf den Jerusalem-Tag und am Jerusalem-Tag die Geschichte der Befreiung Jerusalems und des Heldentums der Gefallenen. Ich sehe darin eine Art Vollstreckung des Testaments der Gefallenen.» Heute ist es sehr verbreitet, auch nach dem 65. Lebensjahr, also der eigentlichen Pensionierung, weiterzuarbeiten, und Sie sind ein schönes Beispiel dafür. Würden Sie Menschen empfehlen, Ihrem Weg zu folgen und weiter zu arbeiten? «Im Alter von 65 Jahren hat der Mensch Kenntnisse und Erfahrungen in seinem Berufsfeld gesammelt. Soweit er die Kraft hat, sein Gesundheitszustand und die Gesetzgebung es zulassen, ist es ratsam, weiter zu arbeiten und beizutragen. Wenn nicht für ein Gehalt, ist es auch möglich, ehrenamtlich zu arbeiten und einen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten.»

Anderes Thema: Die Klimakrise als Chance für den KKL-JNF: Der KKL-JNF hat es in den letzten Jahren geschafft, sich mit grünen Projekten in dieser Diskussion zu behaupten. Glauben Sie, dass der KKL-JNF auch weiterhin in diesem Bereich führend sein wird? «Ja. Nach meinem Plan noch stärker als bisher. Wenn die Details des Plans formuliert und genehmigt sind, wird er veröffentlicht.» Haben Sie überhaupt Freizeit und was machen Sie gerne in Ihrer Freizeit? «Die freie Zeit ist sehr begrenzt, so dass sie in erster Linie der Familie gewidmet ist. Ich nutze sie aber auch zum Torastudium und wenn noch Zeit bleibt, beschäftige ich mich mit meiner Sammlung von Haggadot für Pessach (ich habe mehr als 3000 davon).» Ihr Nachname bedeutet im Deutschen «Kirsche». Woher kommt der Name und mögen Sie Kirschen? «Der Name Duvdevani (Kirsche) ist eine Abwandlung des Namens Kirschenbaum.»

Avraham Duvdevani wurde 1945 in Jerusalem in eine religiöse Familie geboren. Als Fallschirmjäger war er unter denjenigen Armeeangehörigen, die 1967 im Sechs-Tage-Krieg Jerusalem befreiten. Später wurde er Vorsitzender der World Zionist Organisation (2010). Zuvor war er u.a. auch Generaldirektor der World Bnei Akiva, einer religiösen Jugendorganisation. Im November 2020 übernahm er seine neue Aufgabe beim KKL-JNF. Duvdevani ist verheiratet, er hat vier Kinder. Er lebt in Ramat Gan.

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Unsere aktuellen Projekte Kiryat Bialik Haus der Freundschaft «Das Haus der Freundschaft» in Kiryat Bialik ist zu einer sehr wichtigen Begegnungsstätte für äthiopische Neueinwanderer*innen geworden. Das «Haus der Freundschaft» wurde 2018 gegründet mit dem Ziel, nicht nur ein Gemeindeund Kulturerbe-Zentrum für äthiopische Jüdinnen und Juden zu schaffen, sondern auch eines, das für alle Einwohner*innen von Kiryat Bialik zu einem Begegnungsort wird. Mehr auf den Seiten 24-25

Sataf Besucherzentrum Die biblische Stätte Sataf befindet sich südwestlich von Jerusalem und wurde schon lange vor den Römern landwirtschaftlich genutzt. Zwei Quellen ergiessen sich vom Berg hinunter ins Tal und bewässern die landwirtschaftlich genutzten Terrassen – eine Hommage an die Jahrtausende alte hebräische Bewässerungstechnik, welche fast in Vergessenheit geraten ist. Einwohner*innen von Jerusalem und Umgebung dürfen in Sataf Schrebergärten anlegen und bearbeiten – eine Besonderheit für Israel. Aktuelles Projekt: neues Besucherzentrum

Schweizerwald Neuer Aussichtspunkt Der Schweizerwald im Norden Israels, oberhalb der Stadt Tiberias, zeichnet sich durch atemberaubende Aussichtspunkte auf den Kinneretsee aus. Der Wald zieht sich über steile Hänge und bietet spannende Ausblicke auf den See und die Golanhöhen. Dank Schweizer Spenden konnten im Schweizerwald in Israel bereits diverse Projekte realisiert werden. An Wochenenden und Feiertagen ist dieser wunderschöne Wald ein Anziehungspunkt für Jung und Alt. Aktuelles Projekt im Schweizerwald: neues Anerkennungszentrum mit einem atemberaubenden Aussichtspunkt. Mehr auf den Seiten 12-13

KKL-JNF Garten in Tayyibe Tayyibe ist eine israelisch-arabische Stadt in Zentralisrael mit ca. 44000 Einwohner*innen. Es wurde 1990 zur Stadt erklärt und liegt etwa 9 km nordöstlich von Kfar Saba. Im Rahmen des Grossprojekts «KKL-JNF Gärten für die Gemeinden Israels» wird auch in der Stadt Tayyibe ein Garten angelegt. Der Garten befindet sich im alten östlichen Viertel der Stadt und wird zwei Spielbereiche für Kinder aller Altersgruppen enthalten, einen geschützten Sitzbereich mit einer Pergola, überdachte KKL-JNF Picknicktische und Bänke, Wasserspender, eine dekorative Felslandschaft, Gartenarbeiten und Beleuchtung.

Nes Harim Jugenddorf und Wissensvermittlung Bienenweiden (Landesweit) Auch in Israel blicken Wissenschaftler*innen und Imker*innen mit grosser Sorge auf das Phänomen des Bienensterbens und suchen fieberhaft nach Lösungen. Schon seit längerem unterstützt der KKL-JNF die Honigproduktion im Kibbutz Yad Mordechai nahe des Gaza-Streifens, jetzt investieren wir auch in die Schaffung landesweiter „Bienenweiden“, die dafür sorgen sollen, dass die Bienen das ganze Jahr hindurch genügend Nahrungsnachschub erhalten.

Nes Harim unweit der Stadt Beit Shemesh ist nur eines von insgesamt fünf israelischen Schulungscamps, die alle vom KKL-JNF betrieben werden. Das Nes Harim Feld- und Waldzentrum des KKL-JNF befindet sich im Herzen des Waldes und zu ‹normalen› Zeiten kommen vor allem im Sommer tausende Besucher*innen aus dem Inund Ausland hierher, um mit der Natur in Kontakt zu sein.

Die weltweit vom Aussterben bedrohte Honigbiene sichert den Menschen den Genuss einer grossen Vielfalt von frischem Obst und Gemüse, ausserdem liefert sie auch den Rohstoff für zahlreiche pharmazeutische Produkte und schützt das ökologische System weltweit.

Das Zentrum bietet den Besucher*innen die Möglichkeit, mehr über die Forstwirtschaft aber auch den Zionismus und die Werte des KKL-JNF zu erfahren. Dank der grosszügigen Unterstützung der Freund*innen des KKL-JNF Schweiz wird dieses wichtige Wald- & Wiesenzentrum nunmehr rundum erneuert und barrierefrei umgebaut.

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Bienensterben

Kampf für das Überleben der Biene – der KKL-JNF hilft mit Honig ist nicht bloss an Rosch Haschana eine ganz wichtige Zutat, sondern auch an Schawuot, dem jüdischen Erntedankfest, bei der Zubereitung der traditionellen Speisen fliessen vor allem Milch und Honig. den Menschen nämlich auch den Genuss einer grossen Vielfalt von frischem Obst und Gemüse. Ausserdem liefert die Honigbiene auch den Rohstoff für zahlreiche pharmazeutische Produkte und schützt insgesamt das ökologische System in vielen Ländern. Die Bedeutung der kleinen Tiere geht also sehr weit über das blosse Produzieren von Honig hinaus.

Zu Schawuot erinnern wir an die «Erstlingsfrüchte», Häuser und Synagogen werden mit Blumen geschmückt, Kindern werden selbstgeflochtene Blumenkränze in die Haare gesetzt und opulente Obstund Getreidekörbe in die Hände gedrückt. Schawuot ist aber auch das «Fest der Thoragebung», und jüdische Kinder erwartet in diesem Zusammenhang ein wichtiges Ereignis: sie werden in die «Cheder» eingeschult, und damit sie daran eine «süsse» Erinnerung behalten, erhalten sie bei dieser Gelegenheit besondere Honigkuchen, auf denen Thoraverse stehen. Heutzutage symbolisiert das süsse Nahrungsmittel allerdings mehr denn je auch den Einsatz für die Bienen als wichtige Verbündete im Kampf um Ökologie und Umweltschutz, und die Bedeutung dieses Kampfes darf nicht unterschätzt werden. Es besteht nämlich die Gefahr des Bienensterbens. Eine Gefahr, weil die Honigbiene in der Natur die wichtigste Bestäuberin derjenigen Pflanzen ist, die der Mensch ständig auch als Nahrungsmittel nutzt. Der Beitrag der Honigbienen sichert

Jüngsten Schätzungen zufolge ist etwa ein Drittel der Bienen weltweit ausgestorben: Die Gründe dafür sind noch nicht ganz klar. Weil man sich auch beim KKL-JNF dieser Tatsache bewusst ist, möchte man die Bienen nun auf breiter Basis schützen. Das ganzheitliche ökologische Denken, das im KKL-JNF zunehmend an Bedeutung gewinnt, steht dabei im Zentrum. Konkret heisst das, dass man gemeinsam mit dem israelischen Imkerverband, dem Honey Council, plant, in ganz Israel rund 100000 Nektar produzierende Bäume und Sträuche zu pflanzen. Diese sollen den für die Bienen so lebenswichtigen Nektar produzieren als eine Art «Bienen-Tankstellen» bzw. «Bienenweiden». Auf diese Art und Weise soll sichergestellt werden, dass die Bienen das ganze Jahr durch genügend Nahrungsnachschub erhalten. In enger Zusammenarbeit mit dem israelischen Imkerverband sollen die Setzlinge kostenlos an die israelischen Bienenzüchter verteilt werden, um sie landesweit in ausgewählten Regionen anzupflanzen.

Diese Setzlinge wiederum stammen aus drei Baumschulen des KKL-JNF, die über das ganze Land verteilt sind. Gleichzeitig werden auf denjenigen Böden in Israel, die dem KKL-JNF gehören, rund 20000 Bienenstöcke aufgestellt. Schon seit längerem unterstützt der KKLJNF Schweiz auch die Honigproduktion im Kibbutz Yad Mordechai, dieser ist nahe des Gaza-Streifens gelegen. Im Kibbutz Yad Mordechai wurde nun ein Eukalyptus-Hain angelegt. Auf diese Weise will man die Honig-Produktion im Kibbutz ausbauen. Die Blüten des Eukalyptus blühen lange Zeit in der Jahreszeit, in der es nur sehr wenige Blüten anderer Pflanzenarten gibt. So verbessern sie die Qualität des Nektars ganz entscheidend. Ein weiterer Aspekt, der nicht zu vernachlässigen ist: Der Honighain ist auch ein wichtiger Verbündeter im intensiven Kampf gegen die Wüstenbildung, den sich der KKL-JNF ebenfalls seit langem auf die Fahnen geschrieben hat. Israel spielt in diesem Kampf eine mehr als wichtige Rolle, bei deren Unterstützung der KKL-JNF an vorderster Front dabei ist.

Spenden Sie jetzt! Mit Ihrer Spende helfen Sie dem KKL-JNF, dieses wichtige Projekt umzusetzen.

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Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz)

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IBAN: CH54 0900 0000 8002 1891 0 Stichwort: Bienenweiden

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35 Jahre «Schweizer Wald»

Eine «grüne Umarmung» für den Schweizer Wald in Israel Der Schweizer Wald oberhalb von Tiberias im Norden Israels wurde vor rund 35 Jahren eingeweiht. Nun soll die Waldfläche restauriert und neu auch ein Aussichtspunkt entstehen – wie damals auch diesmal wieder mit Schweizer Hilfe. Wer im Norden Israels oberhalb der Poriah-Höhe steht und seinen Blick auf die bloss etwa fünf Kilometer entfernte Stadt Tiberias und den See Genezareth richtet, dem muss auffallen, wie grün die gesamte Umgebung ist. Zu diesem Eindruck tragen nicht zuletzt die grossen Waldflächen bei, die ebenfalls ins Auge stechen. Ausserdem nimmt der Betrachter oder die Betrachterin im Hintergrund ebenso die nahen Golan-Höhen sowie den Berg Hermon wahr. Das ganze Gebiet ist aber auch ein Naturreservat. Das Wasser, welches hier durchfliesst, stammt aus einer nahen Felsspalte und fliesst dann weiter in ein Speicherbecken. Ein Poriah heisst die nahe Quelle, auf Arabisch «Ein el-Malkha», was «die salzige Quelle» bedeutet.

Schon in biblischen Zeiten wird die Gegend erwähnt, denn u.a. haben hier die Abgesandten der Prophetin Deborah Barak, den Sohn von Avinoam, getroffen und ihm den Willen Gottes verkündet. Nicht tausende von Jahren sondern nur gerade 35 Jahre zurück liegt die Begründung, warum dieser grüne Hort in Nordisrael auch als «Schweizer Wald» bekannt ist. Dies weil der zentrale Aussichtspunkt, einer der bedeutendsten Standorte der gesamten Gegend, seinerzeit mit Spenden des KKL-JNF Schweiz, also Gönnerbeiträgen aus unserem Land, errichtet und

vom damaligen Schweizer Aussenminister Pierre Aubert bei seinem Israel-Besuch im Jahre 1985 eingeweiht worden war (s. dazu auch den Kasten). Viel später, nämlich 2017, wurde dort im Schweizer Wald auf Initiative der B‘nai B‘rith-Logen AKL (Augustin Keller Loge) und ESFL (Evi und Sigi Feigel Loge) dank grosszügiger Spenden aus der Schweiz auch ein Memorial für den Schweizer Vizekonsul Carl Lutz, der im Zweiten Weltkrieg über 60000 Jüdinnen und Juden gerettet hatte, eingeweiht. Dieser «Schweizer Wald» wirkt sehr urtümlich, gerade so, als habe er schon zu den Zeiten der Prophetin Deborah existiert. Doch dieser Eindruck täuscht: Erst im 20. Jahrhundert, nämlich 1927, wurde unter der britischen Mandats-Regierung mit den ersten Anpflanzungen begonnen; 1934 gibt es einen Rückschlag, denn bei einem Erdrutsch sterben im nahen Tiberias 25 Menschen, die Gegend wird daraufhin zum Sondergebiet erklärt.

Auch nach der Staatsgründung richtet der KKL-JNF, der nun die Verantwortung übernimmt, deshalb sein Augenmerk ganz besonders auf diese Gefahr und setzt den aktiven Naturschutz fort; u.a. um möglichen Überschwemmungen nach starken Regenfällen vorzubeugen, werden daraufhin weiterhin mit grosser Anstrengung Bäume gepflanzt, doch blieben viele dieser Anpflanzungen leider nicht erhalten, weil sie zu wenig anpassungsfähig an die Umgebung waren. Darum änderte der KKL-JNF später seine Ideen in Bezug auf Anpflanzungen und zwar vor allem mithilfe eines Abwassersystems, dass sich auf vorhandene Kanäle und Wege im Wald stützt. Dabei ist es nicht einfach, an diesem Ort einen Wald «grosszuziehen», denn es gibt steile Abhänge, im Sommer grosse Hitze und dazu noch immer wieder Waldbrände. Mit den Jahren wurde dieser «Schweizer Wald» aber auch zu einer grossen Attraktion sowohl für eine einheimische Besucherschar, viele Schulklassen aber


Visualisierung des geplanten Aussichtspunktes

auch die Touristinnen und Touristen, die Israel in «normalen» Zeiten alljährlich besuchen. Uzi Eliyahu, Förster beim KKL-JNF, sagt: «Die Schweizer kamen damals in den achtziger Jahren, öffneten ihr Herz und dann auch ihre Geldbörsen. Das hat auch uns inspiriert.» (s. dazu auch das Interview mit Uzi Eliyahu auf Seite 14). So entstanden zahlreiche Park- und Picknickplätze entlang des sechs Kilometer langen Naturweges, dazu wurden weitere Fuss- und Velowege angelegt. Gleichzeitig musste allerdings der seinerzeit von Pierre Aubert eingeweihte Aussichtspunkt, der von vielen Gruppen genutzt wurde, renoviert werden. Vor zwei Jahren stürzte dann dort sogar eine Mauer ein. Ein anschliessender Untersuchungsbericht ergab, dass der gesamte Standort nicht mehr als sicher eingestuft werden konnte. Nun nimmt man dieses Unglück gleich zum Anlass, diesen überaus attraktiven

Ort noch attraktiver zu machen. So soll unweit des ursprünglichen Ortes ein neues Anerkennungszentrum mit einem atemberaubenden Aussichtspunkt entstehen. Die ehemaligen Spenderinnen und Spender aus der Schweiz sollen dort ebenso vermerkt und geehrt werden wie diejenigen, die hoffentlich noch dazu kommen. Über diesem neuen Aussichtspunkt soll es ein neues, grosses Dach geben. Dieses hat die Aufgabe, die vielen Gäste im Sommer vor der grossen Sonneneinstrahlung und im Winter vor dem Regen und starken Winden zu schützen. Dazu soll eine Schutzmauer künftig Einstürze komplett verhindern. Das Projekt würde dem Schweizer Wald damit eine Art «grüne Umarmung» geben. Dabei setzt man teilweise auch wieder, wie schon damals in den achtziger Jahren, auf die Grosszügigkeit des Schweizer Freundeskreises des KKL-JNF, denn klar ist wohl eines: Dieses ehrgeizige Projekt ist nicht umsonst zu haben...

«Das sieht aus wie in der Schweiz» Das sagte der damalige Präsident des KKL-JNF Schweiz, Dr. Robert Levy, anlässlich der Eröffnungsfeier: «Der neue Schweizer Wald – eine Herausforderung für das nächste Jahrzehnt! Diese Gegend birgt so viel Vertrautes in sich! Der See, die kleine Stadt Tiberias an dessen Ufer und dann so unmittelbar der steile Berg. Das sieht aus wie in der Schweiz.» «Ich bin sicher, dass dieses schwierige, aber besonders schöne Werk von unseren Freunden in der ganzen Schweiz mitgetragen wird.»

Spenden Sie jetzt! Mit Ihrer Spende helfen Sie dem KKL-JNF, dieses wichtige Projekt umzusetzen.

• Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz)

• IBAN: CH54 0900 0000 8002 1891 0 • Stichwort: Schweizer Wald Aussichtspunkt


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Gespräch

«Nicht die Landschaft der Schweiz, aber die ihr Ähnlichste, die wir hier haben» Uzi Eliyahu ist der Förster bei KKL-JNF, der für den Schweizer Wald verantwortlich ist. «Angesichts der steilen Hänge ist es kaum zu glauben, dass wir dieses Gebiet aufforsten konnten», sagt er. So wurde die «grüne Schutzmauer» zu einer Attraktion der Natur und des Tourismus. KKL-JNF hat in seinen 120 Jahren des Bestehens viele Wälder im ganzen Land gepflanzt, mehr als 250 Millionen Bäume. Unter ihnen befindet sich jedoch auch ein einzigartiger und besonderer Wald - der Schweizer Wald. Seine Einzigartigkeit beruht nicht nur auf der spektakulären Aussicht auf den See Genezareth, die grünen Bäume oder die Massen von Wanderern. Im Gegensatz zu den meisten Wäldern des Landes wird der Schweizer Wald nicht gepflanzt, um das Land zu verschönern, Naturliebhaber anzulocken und nicht einmal als grüne Lunge zu dienen, sondern als Schutzmauer, die die Stadt Tiberias vor Überschwemmungen und Erdrutschen schützt. Die Anpflanzung des Waldes begann bereits in den 1930-er Jahren, nachdem 1934 in Tiberias eine grosse Katastrophe eingetreten war: Schwere Überschwemmungen, die von den darüber aufragenden Hängen in die Stadt abrutschten, forderten sogar Menschenleben.

«Die Idee war, die Hänge durch das Pflanzen von Bäumen zu stabilisieren, deren Wurzeln Bodenerosion und Überschwemmungen verhindern», erklärt der 63jährige Uzi Eliyahu, Direktor des KKLJNF-Waldblocks Tiberias, der etwa 40000 Dunam Wald umfasst, einschliesslich des Schweizer Waldes. Eliyahu, der zur zweiten Generation des KKL-JNF gehört und mit seiner Familie im Moschav Kfar Zeitim in Unter-Galiläa lebt, geht die Waldwege entlang und erinnert sich an seinen Vater: «Er hat beim KKL-JNF die Maschinenbauausrüstung betrieben», sagt Eliyahu. «Er gehörte zu der Generation, die das Land aufgebaut hat und in Ausbildungsgebieten für Landwirtschaft und Siedlung tätig war. Als Kind hätte ich nie gedacht, dass ich eines Tages in seine Fussstapfen treten würde.» Und das kam so: Nachdem Uzi den Dienst in der Armee beendet hatte, begann er als LKW-Fahrer zu arbeiten. Dies, bis er vom Chef seines Vaters ein Angebot erhielt, wie dieser als Betreiber der Maschinenbauausrüstung für den KKL-JNF zu arbeiten.

Der Wald regeniert sich Nach einigen Jahren wechselte Eliyahu in die Forstabteilung des KKL-JNF und ist seitdem in der Aufforstung und der Begrünung tätig. Er ist unter anderem verantwortlich für die Wälder von Lavi, Turan, Massad, Ein Dor, Menahemia und eben auch den Schweizer Wald. «Angesichts der steilen Hänge den Schweizer Waldes ist es

kaum zu glauben, dass wir dieses Gebiet bewalden konnten», sagt er. «Das Wasser kann hier aufgrund des steilen Abhangs und des Mangels an Regen nicht in den Boden eindringen. Dieses Gebiet ist von Bränden betroffen, einige aufgrund von Brandstiftung. Trotzdem regeneriert sich der Wald und sieht grün und schön aus.» Aber wie geschieht dies? Auf diese Frage sagt Eliyahu: «Mit viel harter Arbeit, Engagement und persönlicher Pflege für jeden Baum. Der Wald erfordert sowohl bei der Errichtung als auch später eine sehr intensive Pflege, bis die Bäume stabil sind. Jeder Sämling, den wir pflanzen, ist von drei Eisensäulen und einem Netz umgeben.» Dies, so sagt der Förster, um es vor Rinderherden, die in der Umgebung weiden, zu schützen. «Anders, als es im Land üblich ist, töten wir das Unkraut in den Pflanzgebieten nicht ab, weil das Gras die Bodenerosion verhindert.» Und welche Bäume werden denn angepflanzt? Uzi Elyiahu: «Unsere heutige Auffassung ist, dass wir viele einheimische israelische Arten pflanzen müssen. Zum Beispiel


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sichtspunkt, wo ein neues Gedenkzentrum für unsere Freunde aus der Schweiz errichtet werden soll.» In der Vergangenheit richtete der KKL-JNF bereits ein Gedenk-Zentrum an einem Aussichtspunkt mit Blick auf den See Genezareth ein. Der KKL-JNF fördert nun einen Plan zur Sanierung des Standorts des ehemaligen und den Bau eines permanenten, neuen Zentrums mit einem beeindruckenden Aussichtspunkt in in einer überdachten Konstruktion. Die Arbeiten sollen in den kommenden Monaten beginnen.

pflanzen wir die Atlantische Pistazie, sowie Ziziphus und Johannisbrotbaum. In der Vergangenheit wurden Kiefern gepflanzt, aber sie haben die harten Bedingungen nicht überlebt und erwiesen sich als ungeeignet für diesen Lebensraum.

Das Lachen kehrt in den Wald zurück Im Schweizer Wald gibt es nicht nur Bäume und eine reiche Vegetation, sondern auch viele Tiere, darunter Wildschweine, Hirsche, Schakale, Füchse, eine Vielzahl von Vögeln und Greifvögeln und natürlich Menschen – Hunderttausende Besucher pro Jahr. «Die Gäste kommen, um die wunderbare Aussicht auf den See Genezareth und die grüne Natur zu geniessen», sagt Eliyahu. «Es ist zwar nicht die Landschaft der Schweiz, aber es ist die ihr Ähnlichste, die wir hier haben. Sie können solche Landschaften nirgendwo anders in Israel sehen. Familien aus dem ganzen Land kommen hierher, Jugendgruppen, Wanderer, die durch den Wald ziehen. Das Bildungsministerium hat den Schweizer Wald als wichtigen Wanderort im Norden definiert.»

Was passiert hier jetzt während der Corona-Zeit? «Während des Lockdowns, wenn es verboten ist, sich von zu Hause zu entfernen, treffe ich hier hauptsächlich die Bewohner und Bewohnerinnen der Gegend, die sich körperlich betätigen. Dies ist ein weiterer Vorteil des Waldes, der die Menschen dazu ermutigt, sich in der Natur zu bewegen – Gehen, Laufen und Radfahren. Und wieder kann man hier Stimmen der Freude und des Lachens hören.» Der KKL-JNF hat malerische Strassen, Radwege, Ferienparkplätze und Aussichtspunkte im Wald entwickelt, die den Besucherinnen und Besuchern dienen sollen. Eliyahu erklärt: «Der Wald wird von einer sanft gepflasterten Landschaft durchzogen, die wir kürzlich aufgewertet haben. Ein Fahrradweg führt auf einer herausfordernden Route durch den Wald mit spektakulären Ausblicken auf den See Genezareth und die Golanhöhen. Im Wald gibt es mehrere Parks mit Picknickplätzen, die wir weiterentwickeln möchten.» Und Eliyahu weiter: «Wir denken u.a. an Beobachtungspunkte des Carl-Lutz-Parks und den grossen Aus-

An diesem Punkt des Gesprächs wendet sich Eliyahu direkt an die Freundinnen und Freunde des KKL-JNF in der Schweiz: «Ohne Sie wäre dieser Ort verlassen und vernachlässigt. Wir alle danken Ihnen von ganzem Herzen, denn dieses Wunder ist nur dank Ihnen möglich. Die Wanderer, die den Wald besuchen, verstehen, wer die Menschen sind, dank denen sie diesen Ort geniessen können.» Und auch Eliyahu selbst hat eine Beziehung zu den Gästen aus der Schweiz, wie er uns erzählt: «Ich habe im Laufe der Jahre viele Zeremonien besucht und viele Gruppen aus der Schweiz und der ganzen Welt getroffen. Ich erinnere mich besonders an eine Frau namens Helga Gerhart, eine Reiseleiterin aus der Schweiz, die hier mit vielen Gruppen war. Ihre tiefe Liebe für den Ort war nicht zu übersehen. Ihre Augen glänzten jedes Mal, wenn sie den Schweizer Wald besuchte. Heute haben wir eine Bank im Wald, die ihren Namen trägt.» Über seine Arbeit hinaus sagt Eliyahu, dass er manchmal mit seiner Familie an Wochenenden und Feiertagen zu Spaziergängen zum Schweizer Wald kommt. So ergänzen sich Arbeit und Freizeit beim Förster.

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Wissensvermittlung

Alle geniessen in Nes Harim Das Schulungscamp in der Nähe von Jerusalem ist gerade während Corona-Zeiten attraktiv. tivität. So sagt der Direktor von Nes Harim, Simon Elbaz: «Die speziellen Bedingungen erlauben es uns, unser Zentrum das ganze Jahr über für die Menschen geöffnet zu halten, auch in Corona-Zeiten. Unsere Bildungsangebote reichen von Feld-Workshops über Vegetation, aber auch die Landschaft bis zu Angeboten in Technologie und Technik.»

Nes Harim, unweit der Stadt Beth Shemesh gelegen, ist nur eines von insgesamt fünf israelischen Schulungscamps, die alle vom KKL-JNF betrieben werden. Unterstützt wurde Nes Harim u.a. auch von Freundinnen und Freunden des KKL-JNF in der Schweiz. In normalen Zeiten kommen, vor allem im Sommer, Tausende von Besucherinnen und Besuchern aus dem In- und Ausland hierher, um mit der Natur in Kontakt zu sein, gleichzeitig aber auch eine spannende und kurzweilige Zeit zu erleben. Die Gruppen, welche Nes Harim besuchen, sind überaus heterogen: Es sind Schulkinder ebenso wie Rentnergruppen, Soldaten und ausländische Delegationen, aber auch andere regelmässige Gäste und Erstbesucher.

Zusätzliche Attraktivität wegen Jerusalem Die Nähe zur Hauptstadt Jerusalem gibt dem Ort, in den judäischen Bergen gelegen, dabei eine zusätzliche Bedeutung und auch eine gewisse Attrak-

Nach Nes Harim kommen immer wieder auch Menschen aus dem Süden des Landes, die in den letzten Jahren wiederholt unter Beschuss aus dem Gazastreifen gelitten hatten. David Keidar aus dem Kibbutz Nir Am, ebenfalls im Süden, kam mit Kindern und Enkelkinder nach Nes Harim: «Es ist grossartig, dass wir die Gelegenheit haben, Zeit mit meiner Familie hier, an diesem schönen Ort, zu verbringen.» Wer sich für Geschichte interessiert, der kommt in Nes Harim ebenfalls auf seine Rechnung: Freiwillige Helferteams, die Waldwege sanierten, stiessen nämlich vor einiger Zeit zufällig auf eine alte Olivenpresse, die im dichten Unterholz verborgen war. Dem allem will man hier Rechnung tragen. Und darum würden besondere Anstrengungen darauf verwendet, so Simon Elbaz, um Nes Harim auch für Menschen mit Handicaps oder speziellen Bedürfnissen zugänglich und ihnen eine Teilnahme

an Aktivitäten möglich zu machen: «Wir arbeiten beispielsweise ständig daran, die Einrichtungen barrierefrei zu machen, ein wichtiges Anliegen von uns.»

Grüne Klassenzimmer In Nes Harim gibt es auch Holzhütten für Benutzerinnen und Benutzer, gut ausgerüstete Klassenräume, in denen an NaturWorkshops, aber auch an Konferenzen und Unterrichtsstunden teilgenommen werden kann. Die sogenannten «grünen Klassenzimmer», also das Lernen unter freiem Himmel, bieten im Schutz der Bäume attraktive Orte für alle. Möglich ist normalerweise auch das Zelten in einem speziell dafür geschaffenen Aussenbereich. Noga Razo, Mitarbeiterin in Nes Harim, sagt: «Es gibt keinen besseren Ort als den Wald, um den Gästen einiges über Landschaft, Naturschutz und die Umwelt, welche wir schützen müssen, zu vermitteln.» Allerdings gibt es weiterhin viel zu tun: So ist beispielsweise die gleichwohl barrierefreie Entwicklung eines zusätzlichen Geländes, das mit zahlreichen Aussenspielgeräten und Sitzgelegenheiten ausgestattet ist, noch nicht abgeschlossen. Dafür möchte man gerne die Hilfe auch des Schweizer Freundeskreises des KKLJNF in Anspruch nehmen, wobei eine langjährige Spenderin des KKL-JNF Schweiz, die anonym bleiben möchte, bereits beschlossen hat, dieses Projekt grosszügig zu unterstützen. Denn es ist wohl unbestritten, dass ein besonderer Ort wie Nes Harim auch Besucherinnen und besuchern mit besonderen Bedürfnissen aufs Sicherste und Bequemste zugänglich gemacht werden muss: nicht umsonst steht der KKL-JNF zusammen mit seinen treuen Freunden und Freundinnen aus aller Welt im Dienste des Wohles aller Menschen in Israel.

Spenden Sie jetzt! Mit Ihrer Spende helfen Sie dem KKL-JNF, dieses wichtige Projekt umzusetzen.

• Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz)

• IBAN: CH54 0900 0000 8002 1891 0 • Stichwort: Nes Harim


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Erziehung

Die Vorbereitung des Bodens und die des Herzens «Wer sich um die kommenden Generationen sorgt, widmet sich der Erziehung» — Janusz Korczak schaftswesen des Jüdischen Nationalfonds KKL-JNF, die zu leiten mir eine Ehre ist, vor allen Dingen daran, die «Gefälle», die es in der israelischen Gesellschaft gibt, zu reduzieren und die formale und nicht-formale Erziehung in Israel und im Ausland zu stärken, insbesonders in der geographischen und demographischen Peripherie des Staates Israel. Der Jüdische Nationalfonds KKL-JNF wurde vor 120 Jahren gegründet. Das Ziel seiner Gründung war es, der ausführende Arm des Zionismus zu sein sowie der Gesandte des jüdischen Volkes im Lande Israel. Daher hat sich der KKL-JNF seit jeher grossen Aufgaben gestellt, wie u.a. der Aufbereitung des Bodens, der Bewaldung und Entwicklung des Landes. Aber bereits am Anfang des Weges haben die führenden Persönlichkeiten der zionistischen Bewegung verstanden, dass es unmöglich ist, zwischen den notwendigen Handlungen zur Schaffung von Niederlassungen im Lande Israel und dem wichtigen Faktor «Erziehung» einen Trennstrich zu ziehen, - also zwischen der praktischen «Vorbereitung des Bodens» und der pädagogischen «Vorbereitung des Herzens».

Im Rahmen der Aktivitäten erziehen wir zur Liebe zum jüdischen Volk, des Landes Israel und der jüdischen Traditionen, zur Kenntnis des Landes Israel, der Natur und Umwelt. All dies und mehr setzen wir um mittels zahlreicher und unterschiedlicher pädagogischer Programme zur Förderung von Führungsgeist und herausragenden Leistungen unter Jugendlichen in der erwähnten Peripherie, in Ortschaften mit einem grossen Anteil an Einwanderern, in Gymnasien, in Vorbereitungsseminaren auf den Militärdienst mit Schülern sowie Jugendlichen in verschiedenen Stufen auch im aktiven Dienst, in zionistischen Jugendbewegungen in Israel und im Ausland, in Kinder- und Jugendorganisationen sowie auch in städtischen Kulturzentren u.v.m.

…der planzt Bäume

Wir verstärken die Verbindung zwischen dem Volk und seinem Land, in dem wir sogenannte Feld- und Waldzentren betreiben. Dorthin kommen Kinder und Jugendliche in der Absicht, die Erde und die Natur zu spüren, das Land und seine Geschichte kennenzulernen, sowie um Dinge über sich selbst und die Umwelt zu lernen. Weiterhin unterhalten wir viele pädagogische Programme, die verbunden sind mit hunderten von Wanderwegen im ganzen Land, mit Seminaren über Themen des Zionismus, der Identität und der Liebe zum

Der bekannte polnische Kinderarzt Janusz Korczak, der im Jahre 1942 im KZ Treblinka von den Nazis ermordet wurde, schrieb einmal: «Wer sich um die kommenden Tage sorgt, der sät Weizen. Wer sich um die kommenden Jahre sorgt, der pflanzt Bäume. Wer sich um die kommenden Generationen sorgt, widmet sich der Erziehung.» In Erinnerung an diese wertvollen Gedanken arbeiten wir in der Abteilung für Erziehung und Gemein-

Land Israel. Wir entwickeln erlebnisreiche Materialien zur Weiterbildung und konzentrieren uns vor allem auf umfangreiche und fördernde Aktivitäten unter Schülern in der geographischen Peripherie – etwa in Galiläa und im Negev – aber auch der gesellschaftlichen Peripherie und unter Neueinwanderern.

Auch im Ausland aktiv Auch die jüdische Jugend im Ausland vergessen wir nicht. Wir sind unter Schülerinnen und Schülern und in jüdischen Gemeinden im Ausland mittels unserer pädagogischen Emissäre aktiv. Wir haben pädagogische Programme zur Ausbildung der führenden Persönlichkeiten der kommenden Generationen entwickelt und zur Förderung der gesellschaftlichen Involvierung der Jugendlichen, zur Stärkung der hebräischen Sprachkenntnis und zur Festigung der zionistischen Identität. Dies neben vielen weiteren Schritten, die wir gemeinsam mit unseren Partnern und Freunden im Ausland gehen möchten. Ich lade Sie nun alle ein, sich uns anzuschliessen und Partnerinnen und Partner auf dem pädagogischen Weg des Jüdischen Nationalfonds KKL-JNF zu sein und gleichzeitig unsere pädagogischen Inhalte und Programme zu verwenden. Für zusätzliche Informationen kontaktieren Sie Ihr Regionalbüro in der Schweiz und in Österreich: wir stehen Ihnen auch dort selbstverständlich jederzeit gerne mit Rat und Tat zur Verfügung! Sar-Shalom Djerby Direktor der Abteilung für Erziehung und Gemeinschaftswesen

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Expo Dubai 2021

Expo 2021 in Dubai – der KKLJNF ist dabei! Die Weltausstellung Expo 2021 in Dubai (Vereinigte Arabische Emirate) wirft bereits ihre Schatten voraus. An der grössten Wirtschaftsmesse der Welt, die am 1. Oktober dieses Jahres eröffnet werden soll, wollen 192 Länder dabei sein. Man erwartet rund 25 Millionen Besucherinnen und Besucher. Neue Technologien und Innovationen werden vorgestellt. Es geht aber auch um Vielfalt, Integration und Chancengleichheit. In diesem Jahr lautet das spezifische Motto: «Connecting minds, creating the Future», also «Gedanken verbinden, die Zukunft gestalten». Der Untertitel der Messe, die wegen Corona um ein Jahr verschoben wurde, heisst: «Opportunity, Mobility and Sustainibility», das heisst «Gelegenheit, Mobilität und Nachhaltigkeit». Für Israel und die jüdische Welt hat diese Messe an diesem Ort eine besondere Bedeutung. Nach der kürzlichen Unterzeichnung von Verträgen zwischen Ländern in der arabischen Welt und Israel bzw. deren Ankündigung ist auch der jüdische Staat ein willkommener Gast. Der israelische Pavillon trägt den Namen «Gates of Tomorrow», also: «Die Türen von morgen». Unter der israelischen Flagge dabei ist auch der KKL-JNF, wie bereits anlässlich einer Reihe vorangegangener Expos in den letzten Jahren: vielen Leuten wird noch der vom KKL-JNF mitgestaltete aufsehenerregende «grüne» Pavillon Israels mit dem inspirierendem Titel «Fields of Tomorrow» bei der Expo Milano im Jahre 2015 in lebhafter Erinnerung sein (alle nebenstehenden Fotos stammen von der Expo 2015 in Mailand). Unser diesmaliges Motto im Rahmen der Expo Dubai lautet: «KKL-JNF: Wir (er)finden nachhaltige Lösungen». Man darf gespannt sein!!

läuft vom Die Expo Dubai 2020 m 31. März 2022. 1. Oktober 2021 bis zu

erfahren? sem wichtigen Thema Wollen Sie mehr zu die er: info@kklschweiz.ch Kontaktieren Sie uns unt


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Philosophie-Stiftung 2021

Grosse Anerkennung für Aussergewöhliches Auch im letzten Jahr vergab eine Stiftung des KKL-JNF mit Ursprung in der Schweiz zahlreiche Stipendien an Student*innen in Israel Wittgensteins und Bubers. Mor ihrerseits mit der Religionsphilosophie von Emanuel Levinas. Motti Friedman, ehrenamtlicher Direktor des Geschichts-Instituts des KKL-JNF, ist bei der Auswahl der Stipendiatinnen und Stipendiaten seit zwei Jahren aktiv dabei. So auch im Jahre 2020.

Israelische Studenten*innen profitieren immer wieder von der Unterstützung durch den KKL-JNF

Die Stiftung trägt den Titel «Stiftung zur Förderung der Philosophie in Israel» und wurde bereits 1995 unter dem Original-Namen «Keren Kayemeth Leisrael KKL: Philosophie in Israel» gegründet. Ihre Herkunft basiert auf dem letzten Willen eines grosszügigen Spenders aus der Schweiz. Dieser hatte allerdings vorgeschrieben, dass sein vollständiger Name und seine Identität mit grösster Diskretion behandelt werden, was selbstverständlich auch geschieht. Die Stiftung hat sich zum Ziel gesetzt, das Studium und die Erforschung der Philosophie an den israelischen Universitäten sowie den Forschungsabteilungen des KKL-JNF aktiv zu unterstützen. Dazu können Spenden für Stipendien, die Finanzierung von Forschungsaufträgen und ähnliche Aktivitäten gehören. Die letztjährige Zeremonie fand, wie viele andere solche Anlässe, der pandemiebedingten Realität geschuldet leider wiederum nur online (per Zoom) statt.

An der Zeremonie ergriff wie gewohnt u.a. auch Arthur Plotke, Präsident des KKLJNF Schweiz, das Wort. Er verwies inter alia auf das bevorstehende 120-Jahr-Jubiläum des Jüdischen Nationalfonds und den Gründungsort Basel. Der Präsident aus der Schweiz blickte, dies im Beisein des KKL-JNF-Weltvorsitzenden Avraham Duvdevani sowie des Geschäftsführers von KKL-JNF Israel, Amnon Ben-Ami, stolz weiter in die Geschichte. Er erwähnte nämlich, dass nur vier Jahre nach der Gründung des weltweiten KKL-JNF auch der Schweizer Ableger gegründet wurde. An der Zeremonie wurden 37 Stipendien für Master-Abschlüsse sowie 22 Stipendien für Doktorandinnen und Doktoranden in Anerkennung ihrer Leistungen im Bereich der Philosophie vergeben. Nur zwei durften, stellvertretend für alle anderen, persönlich dabei sein, nämlich Nitzan Faivish und Mor Henk. Nitzan beschäftigt sich in seinen Studien vor allem mit der Sprach-Philosophie

«Für die Ausgewählten ist das eine sehr grosse Sache, sei es in ihrer Tätigkeit als Wissenschaftler*innen, oder als Erzieher. Das kommt letzten Endes auch Israel und der gesamten israelischen Gesellschaft zugute.» Für nicht wenige der Studierenden, so Moti Friedman weiter, wäre das Studium ohne die angebotene Hilfe der Philosophie-Stiftung mit den Stipendien sogar überhaupt nicht möglich gewesen. Wie der KKL-JNF Schweiz-Präsident Arthur Plotke in seinen Ausführungen deshalb folgerichtig sagte, seien auch im betroffenen Berichtsjahr zahlreiche Stipendien-Anträge eingetroffen. Man habe leider nur 59 Studierende auswählen können, so der Präsident. Dabei habe gegolten: «Jeder Antrag wurde genau geprüft und erst dann entschieden». Arthur Plotke beschloss seine Rede mit dem Satz: «Möge Ihre Arbeit gebührend anerkannt werden und Ihre philosophische Vision hilfreich für die Menschheit sein und intellektuelle Einsicht für die Zukunft bringen.»

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Neuland 2021 Tubischwat

Tu Bischwat gefeiert —

Das Neujahrsfest der Bäume wurde auch in diesem Jahr in der Schweiz und in Israel feierlich begangen – diesmal vor allem Online Tu Bischwat in der Schweiz An normale Tu Bischwat-Feiern, wie wir sie aus früheren Jahren kennen, war leider auch in diesem Jahr wegen Covid-19 überhaupt nicht zu denken. In Israel lief der Festtag fast ausschliesslich virtuell ab (s. weiter unten). Für die Menschen in der Schweiz wiederum organisierte der KKL-JNF in diesem Jahr, in dem Reisen nach Israel zumindest vorläufig weiter nicht möglich erscheinen, eine InternetIsrael-Reise: Die Interessierten konnten sich nämlich auf ihrem Computer einen rund 25minütigen Film anschauen. Auf diese Art war es für die Zuschauerinnen und Zuschauer trotzdem möglich, sich auf eine Art Mini-Israel-Reise zu begeben und gleichzeitig auch noch das Tu BischwatFest zu feiern. Nach einer kurzen Begrüssung durch den Präsidenten des KKL-JNF Schweiz, Arthur Plotke die im KKL Büro Zürich aufgenommen worden war sowie der Delegierten des KKL-JNF für die Schweiz und Österreich, Judith Perl-Strasser, die in Zürich aufgenommen worden war, ging es dann virtuell übers Mittelmeer nach Israel: Dort richtete Förster Uzi Eliyahu (Interview Seite 14) im Schweizer Wald im Norden

Israels zuerst das Wort an die Menschen in der Schweiz. Dann ging diese spezielle und sozusagen einzigartige Reise weiter, nämlich nach Sichron Jakov. In diesem Ort nämlich wohnt das Ehepaar Iris und Beny Meisner. Sie übernehmen in diesem Film in ihren Muttersprachen Französisch und Schweizerdeutsch die Gastgeber-Rolle. Das aus Genf und Luzern stammende Ehepaar, das seit ihrer Alyiah vor 18 Jahren in Sichron Jakov lebt, erinnert im Film u.a. auch an eine bedeutsame historische Baumpflanzung im Ort. Vorgestellt wird dann im Film weiter eine Baumschule in Eshtaol und zu sehen ist auch eine Baumpflanzung in altbekannter Tu-Bischwat-Tradition im sogenannten Präsidenten-Wald zwischen Zora und Eshtaol. Einmal abgesehen von dieser speziellen Israel-Reise wurde der KKL-JNF aber auch in diesem Jahr in den Jüdischen Schulen und Kindergärten aktiv: Weil sonst die übliche Tu Bischwat-Aktion der deutschen und französischen Schweiz in diesem

Jahr ebenso entfallen musste, wurden von der Abteilung Erziehung und Bildung in Jerusalem verschiedene Poster, Sticker, Spiele und andere Gegenstände, die in Zusammenhang mit dem Neujahrsfest

der Bäume stehen, speziell in die Schweiz geschickt. All diese Dinge wurden in Jüdischen Schulen in Zürich und Genf verteilt. So konnten die Lehrpersonen zusammen mit den Schülerinnen und Schülern und später die Kinder mit ihren Familien auch zu Hause das Fest trotz allem gebührend feiern. Wie immer ein besonderer Feiertag war Tu Bischwat auch für die Jüdische Gemeinde Bern (JGB). In diesem Jahr meldete sich das Dachgarten-Team der Gemeinde mit Daniel Lis, Karin Rom und Darja Pisetzki ebenfalls virtuell zu Wort und liess die Interessierten an der Pflanzung eines kleinen Holunderbäumchens teilnehmen – und dies bei offensichtlich «arktischen» Temperaturen, die Ende Januar noch in der Schweiz herrschten. Bei dieser Gelegenheit war auch zu erfahren, dass die bisher an Tu Bischwat vorgenommenen Anpflanzungen gute Früchte tragen, zum Beispiel der Etrog, aber auch Oliven und Granatäpfel. In diesem Sinne solle es weiter gehen, erklärt JGB-Vertreter und Vorstandsmitglied des KKL-JNF Schweiz Daniel Lis im Film – ein Versprechen für die Nach-Corona-Zeit, nicht nur in Bern.


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— trotz der Pandemie Tu Bischwat in Israel Auch in Israel musste man sich einiges einfallen lassen. So wurde der beliebte Tu Bischwat-Seder online gefeiert und zwar gerade in vielfachen Ausführungen. Familien, Jugendliche, aber auch Soldatinnen und Soldaten und verschiedene Berufsgruppen nahmen in grosser Zahl daran teil. Speziell war in diesem Jahr aber vor allem, dass die Menschen nicht wie sonst an diesem Tag üblich in die Wälder gingen, um Bäume anzupflanzen. Dies natürlich wegen des herrschenden Lockdowns. Stattdessen waren in der ganzen Woche von Tu Bischwat grüne Lastwagen des KKL-JNF im ganzen Land, von Norden bis Süden, unterwegs. Sie fuhren ebenso vor Spitälern vor, wie vor Alters- und Pflegeheimen, Aufnahmezentren aber auch Militärbasen. Wo immer sie Halt machten, wurde jeweils eine Bühne aufgebaut, es wurden Tu Bischwat- und andere Lieder gesungen und Geschenke verteilt. Es herrschte gute

Stimmung überall dort, wo der Truck jeweils stoppte. Die vorgeschriebenen Hygiene-Massnahmen wurden selbstverständlich überall ganz strikt eingehalten. Und dennoch fanden auch in diesem Corona-Jahr einige Baumpflanzungen statt, etwa in der Binyamin Region und zwar in der Ökologie-Farm Siach Hasadeh. Dort mit dabei war auch KKL-JNF-Weltvorsitzender Avraham Duvdevani, gemeinsam mit regionalen Vertretern. Die Hauptpflanzung ging aber im Wald von Mevo Modiin vonstatten. Dort waren Vertreterinnen und Vertreter von Organisationen, aber auch Privatpersonen und medizinische Teams, mit von der Partie. Weil das Neujahrsfest der Bäume in diesem Jahr mit dem Auschwitz-Befreiungstag (27. Januar) zusammenfiel, wurde auch dafür eine eigene Zeremonie veranstaltet: Ein spezieller Waldbaum wurde in Kiriat Motzkin, nördlich von Haifa, gepflanzt. Dies im Gedenken an die sechs Millionen Opfer der Schoa. Ganz nach dem Motto: «Wir pflanzen Hoffnung für die Zukunft indem wir die ehren, die umkamen, aber auch diejenigen, welche diese Hölle überlebten.» Und schliesslich wurden auch diejenigen mit einer Baumpflanzung geehrt, welche im Unabhängigkeitskrieg von 1948 ihr Leben für die Gemeinschaft gaben. Im Ort Neve Daniel wurde so 15 Mitgliedern des Nabi Daniel Konvois gedacht. Sie hatten damals Nachschub an Material und Lebensmittel in das von arabischen Armeen belagerte Gebiet von Gusch Etzion gebracht. Auf dem Rückweg

ins umkämpfte Jerusalem mussten sie ihr Leben lassen. 15 Olivenbäume wurden zu ihrem Gedenken eingepflanzt. Auch hier hatte es sich KKL-JNF-Weltvorsitzender Avraham Duvdevani nicht nehmen lassen, persönlich dabei zu sein. Ein Veteran von damals, Mordechai Adika, der im Unabhängigkeitskrieg zu den Verteidigern von Gusch Etzion gehört hatte, war ebenfalls anwesend und gab so dieser Feierstunde ihren ganz besonderen Glanz. Natürlich besteht trotz all dieser spannenden Aktivitäten in der Schweiz und in Israel die grosse Hoffnung, dass Tu Bischwat im nächsten Jahr wieder «normal» gefeiert werden kann – in allen Schulen, aber auch Wäldern, Städten und Dörfern Israels.

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Porträt

Hiruy Amare – der Mann, der in seiner Pflanzschule Wälder züchtet Schon in seiner Kindheit in Äthiopien, während er auf den Feldern seiner Familie in der Landwirtschaft arbeitete, hörte Hiruy Amare Geschichten von Israel. Als Leiter der KKL-JNF Pflanzschule Golani im Wald von Lavi, zu dem auch der Schweizer Wald gehört, sieht er heute zu, wie die Samen, die er ausstreut, spriessen und zu Wäldern heranwachsen.

Bis zur vierten Klasse lernte Hiruy an der örtlichen Schule, und als er ins Oberschul-Alter kam, wurde er zum Lernen in die nahegelegene Stadt Asla geschickt: «Schon in jungem Alter war ich also gezwungen, mich selbstständig mit dem Leben auseinanderzusetzen.»

Ein neuer Anfang

Hiruy Amare Tadesse, wie sein vollständiger Name lautet, ist 59 Jahre alt und wohnt mit seiner Frau in Kiryat Bialik. Gemeinsam haben sie vier Kinder grossgezogen, und das jüngste ist ein Sohn im Alter von 21 Jahren, der gegenwärtig in der israelischen Armee Dienst leistet. Amare wurde im Städtchen Horota in der Nähe der Hauptstadt Addis Abeba geboren; sein Vater war in der Landwirtschaft tätig; er züchtete Getreide und Gemüse, und vor allem Teff – das nationale Getreide Äthiopiens. «Als Kind half ich der Familie bei der Landwirtschaft – ich habe mit einem Pflug gepflügt, der von Ochsen gezogen wurde, habe den Boden bearbeitet, geerntet und alle landwirtschaftlichen Arbeiten verrichtet», erinnert er sich.

Sein Leben änderte sich anfangs der Neunziger Jahren, genau 1991, drastisch. Denn einige Monate nach der Operation Shlomo, in deren Verlauf Tausende von jüdischen Familien und Einzelpersonen aus Äthiopien über eine Luftbrücke nach Israel gelangten, machten auch Amare und seine Familie Alyiah: «Ein Teil meiner Familie war schon in den achtziger Jahren über den Sudan nach Israel eingewandert. Auf dem Weg haben wir eine Anzahl von Verwandten verloren, denen es leider nicht gelang, Israel zu erreichen. Von der Familie hatten wir Geschichten über Israel gehört, und als Juden war es uns klar, dass wir dort leben wollten. Wir wurden im Voraus darauf vorbereitet, dass hier nicht immer alles wunderbar ist, und dass wir auch auf Hindernisse treffen würden, die nicht leicht sein würden.»

Es sei auch nicht leicht gewesen, mit Israel an einen Ort zu gelangen, an dem eine ihnen unbekannte Sprache gesprochen wurde und überhaupt eine andere Kultur vorherrschte: «Ich konnte überhaupt kein Hebräisch, aber ich sprach Russisch, aus der Zeit meines Studiums in der Ukraine, und so konnte ich mit den Einwanderern sprechen, die aus den Ländern der ehemaligen Sowjetunion stammten. Oft wurde ich sogar zum Dolmetschen herangezogen.» Nach dem Abschluss von Kursen, welche der KKL-JNF zusammen mit der Jewish Agency und dem Arbeitsministerium organisierte, wird Amare 1993 vom KKL-JNF als Forstinspektor eingestellt. «Es war nun meine Aufgabe, in den Wäldern Nord-Israels umherzustreifen. Dies, um die Gesundheit des Waldes und die Dichte des Baumbestandes zu prüfen. Die Ergebnisse halfen dabei, Entscheidungen zu treffen, wo und wie der Wald behandelt werden musste» umschreibt er heute seine damalige Tätigkeit. Nach sechs Jahre wechselt er in die Pflanzschule Golani des KKL-JNF. Dort wird er Assistent des Managers und nach Pensionierung des Managers zu dessen Nachfolger ernannt. Zum Bereich der Pflanzschule gehört auch der Schweizer Wald.


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Ein Oleh Chadasch, ein Neueinwanderer, der aus Äthiopien stammt: Hatte und hat Hiruy Amare nicht immer wieder mit Vorurteilen zu kämpfen? Sehr selten, sagt er dazu: «Manchmal kommt es vor, dass Leute ins Büro kommen und fragen, wo der Manager ist und dann überrascht sind, wenn sie hören, dass ich das bin.» Er arbeite hart und bemühe sich, bei der Arbeit erfolgreich zu sein, und das sei aus seiner Sicht der beste Weg, gegen Vorurteile zu kämpfen.

«Ich strebe danach, als Vorbild für meine Gemeinde zu dienen und allen Bürgern des Landes zu beweisen, dass die Hautfarbe nicht relevant ist.» Ein anderes Thema ist die Beziehung von vor allem jungen Menschen zur Erde und zum Boden. Von Äthiopien her war der Pflanzenschul-Leiter gewohnt, dass dort diese Beziehung stark und fest war. Das sei in Israel anders, schwieriger: «Manchmal kommt es mir vor, als ob die junge Generation sich nur für Computer und Smartphones interessieren würde. Es kommen Jugendliche in die Pflanzschule, die wollen die Erde nicht anfassen und sich die Finger schmutzig machen. Ausser der Produktion von Setzlingen erfüllt hier die Pflanzschule also auch eine wichtige erzieherische Aufgabe, nämlich die Verbindung der Menschen zur Erde zu festigen.»

Ein Beitrag für die Welt Allzu viel Zeit über solche grundlegenden Dinge nachzudenken, hat Hiruy Amare allerdings nicht. Er muss nämlich in Zeiten ausserhalb von Corona auch zahlreiche ausländische Delegationen empfangen. Diese möchten den ganzen Prozess der Waldzüchtung, vom Samen bis zum Setzling, erlernen. Da gibt es auch immer lustige Momente, erzählt Amare: «Wenn Delegationen aus Russland eintreffen, macht es mir Spass, sie zu überraschen und mich auf Russisch an sie zu wenden. Es gab auch schon Delegationen aus Äthiopien und aus weiteren afrikanischen Ländern.» Mit seinem Ursprungsland gibt es dabei eine ganz besondere Verbindung. Es ist das Projekt «Samen der Hoffnung», bei dem sich Israel im afrikanischen Land an der Gemüsezucht im Land beteiligt. Vor einigen Jahren konnte Hiruy Amare nach Äthiopien reisen und auch über die Arbeit des KKL-JNF berichten. Bei einem Rundgang durch den nahegelegenen Lavi-Wald ist nicht zu übersehen, wie sehr Hiruy Amare den Aufenthalt in der Natur mit dem Panorama des grünen Waldes geniesst: «Die Arbeit in der Pflanzschule stärkt meine Verbindung zum Land ungemein», sagt er. «Bei jedem Ort, an dem ein Baum steht, der in meiner Pflanzschule gewachsen ist, habe ich das Gefühl, ich selbst sei auch dort.»

Die Golani-Pflanzschule des KKL-JNF In den drei israelischen Pflanzschulen, die alle vom KKL-JNF betrieben werden, geht es darum, Setzlinge verschiedener Baumarten zu setzen und zu pflegen. Gilat im Süden, Eshtaol in der Landesmitte und Golani für den Norden, das sind die drei Pflanzschulen. Im Fokus sind Waldbäume für natürliche Haine, zum Beispiel Mandel-, Nadel- oder auch Johannisbrotbäume. Die Golani-Pflanzschule züchtet als einzige auch Zedern, den Baum des Libanon. Dieser kann auch Schneestürmen widerstehen. Zudem ziehen die Mitarbeitenden auch Eukalyptusbäume für Imker und als Brennholz. Darüber hinaus werden auch Zierpflanzen für Parks und öffentliche Gärten gezüchtet. Die Pflanzschule begleitet den gesamten Prozess, angefangen mit dem Samen des Baums, der im Wald wächst. Hiruy Amare, der seit 18 Jahren in der Pflanzschule arbeitet, rechnet, dass er in dieser Zeit nicht weniger als fünf Millionen Setzlinge ausgegeben hat. Was die Schädlingsbekämpfung betrifft, so werden die entsprechenden Mittel nur sehr zurückhaltend eingesetzt. Hiruy Amare sagt dazu: «Die Zucht in Saatkästen erfolgt separat, ohne natürlichen Boden, und dass reduziert die Menge der Schädlinge um ein Wesentliches. Dennoch gibt es Krankheiten und Parasiten.» Der schlimmste Feind seien hier die roten Milben, welche die Terebinthen angreifen, sowie Pilze, welche die Blätter von Eiche, Eukalyptus und Judasbaum schädigen. Beim Anwachsen würden viele Pflanzen unter Problemen an den Wurzeln leiden.

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Neues Integrationsprojekt

«Alle unsere Träume haben sich erfüllt» «Das Haus der Freundschaft» in Kiryat Bialik ist zu einer sehr wichtigen Begegnungsstätte für äthiopische Neueinwanderer*innen geworden. Dort kommen sie nicht zuletzt auch mit alteingesessenen Israelis in Kontakt. Das Projekt wird auch vom KKL-JNF Schweiz unterstützt.

Das fünfzig Tage nach Jom Kippur begangene Sigd-Fest ist der wichtigste Feiertag der äthiopischen Jüdinnen und Juden. Es ist auch ein israelischer Nationalfeiertag. Vor dem Sigd-Fest, das im letzten Jahr am 15. November begangen wurde, erzählte Ora Tesama, die Leiterin des «Hauses der Freundschaft» neuland, wie sich dieses Gemeinde- und Kulturerbe-Zentrum für äthiopische Juden in Kiryat Bialik auch mit Hilfe des KKL-JNF entwickeln soll. Man habe das «Haus der Freundschaft» 2018 gegründet, «mit dem Ziel, nicht nur ein Gemeinde- und Kulturerbe-Zentrum für äthiopische Juden zu schaffen, sondern auch eines, das für alle Einwohnerinnen und Einwohner von Kiryat Bialik zu einem Begegnungsort wird», erklärt Ora Tesama, um gleich anzufügen: «Heute darf ich mit Gewissheit feststellen, dass sich all unsere Träume erfüllt haben.» Durch ihre Lebensgeschichte kennt Ora Tesama aus eigener Erfahrung die Herausforderungen, mit denen sich die äthiopischen Olim und Olot, die Neueinwanderer*innen in Israel, auseinandersetzen müssen. Im Alter von zehn Jahren machte sie sich im Rahmen der «Operation Moses» auf den mühsamen Weg von Äthiopien über den Sudan nach Israel. Nach Abschluss des renommierten Gymnasiums von Kfar Chassidim begann sie als Mitarbeiterin des Ministeriums für die Integration von Neueinwanderern mit äthiopischem Olim zu arbeiten. Später diente sie auch als Gesandte der Jewish

Agency in Äthiopien. 2014 wandte sich die Gemeindeverwaltung von Kiryat Bialik an Ora Tesama und bat sie um ihre Hilfe im Umgang mit dem grossen Zustrom von äthiopischen Einwanderern, die sich im Tzur-Shalom-Viertel der Stadt niedergelassen hatten.

Grössere Integrationsschwierigkeiten als andere «Während dieses Zeitraums nahm die Vision vom Schaffen eines kulturellen und pädagogischen Zentrums für äthiopische Juden allmählich Form an», erklärt Ora Tesama. «Ich wusste, dass diese Menschen aus Äthiopien etwas brauchten, um sie in ihrer Gemeinschaft zu bestärken und ihnen zu ermöglichen, auch weiterhin ihr Kulturerbe aktiv leben zu können.» Es sei deutlich zu erkennen, sagt Ora Tesama dass sie grössere Integrationsschwierigkeiten hatten als andere Einwanderergruppen: «Die meisten stammten aus abgelegenen Dörfern in Äthiopien und hatten noch nie zuvor Erfahrungen mit einer modernen Stadt und Wirtschaftssystemen eines Industriestaates gesammelt. Nun waren ihre Familienverbände auseinandergerissen worden und ihre traditionellen Werte und Glaubenssätze standen vor einer enormen Herausforderung.» «Das Haus der Freundschaft» sei ein Gemeindezentrum im wahrsten Sinn des Wortes. Es diene der gesamten äthiopischen Einwanderergemeinde in Kiryat Bialik und über dessen Grenzen hinaus, vom Kindergarten bis zum Seniorenalter.

Ora Tesama, die Leiterin des «Haus der Freundschaft», hier im Gespräch

Die Architektur dieser ansprechenden Einrichtung wurde vom traditionellen äthiopischen Tukul beeinflusst, einer Lehmhütte mit konusförmigem Strohdach, die von ausgedehnten Freiflächen umgeben ist. Wenn die äthiopischen Einwandererinnen und Einwanderer nun hierherkommen, ist ihnen völlig klar, dass dies ihr Zuhause ist. Hier hätten sie das Gefühl, zusammenkommen zu können, ohne sich wegen ihrer traditionellen Bräuche fremd zu fühlen. «Gleichzeitig lernen sie aber auch Hebräisch und werden ganz allmählich mit unserem israelischen Lebensstil vertraut gemacht.»

Welche Rolle spielt der KKL-JNF? Diese Frage beantwortet Ora Tesama klar und deutlich: «Der KKL-JNF spielt hierbei eine enorm wichtige Rolle. Der gesamte


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Schulklassen sind gekommen «Dank» der Corona-Krise habe sich nun sogar gezeigt, wie lebenswichtig das «Haus der Freundschaft» inzwischen für die Stadt geworden sei: «So beherbergen wir derzeit zum Beispiel vormittags fünf Schulklassen einer nahegelegenen Schule, die nicht genügend Klassenzimmer besitzt, um ihre Schüler in die erforderlichen kleinen «Kapseln» aufzuteilen.»

Garten und das Freigelände rund um das Gebäude, darunter auch die langen Pfade durch die anliegende Landschaft, wurden vom KKL-JNF geschaffen. Das ermöglicht den Olim, mit der Natur verbunden zu bleiben, so, wie sie es in ihren kleinen abgelegenen Heimatdörfern gekannt hatten.» Weiter schaffe der KKL-JNF auch einen Gemeindegarten, wo Kinder und Erwachsene Gemüse und Kräuter anbauen könnten, so wie sie es früher einmal in Äthiopien getan hatten. Kurz gesagt: der gesamte Aussenbereich und die damit verbundene Landschaftsarchitektur wurden vom KKLJNF gestaltet bzw. sind teilweise noch in Planung, und wurden in weiterer Folge vom KKL-JNF Schweiz «adoptiert», dem gerade solche Projekte besonders am Herzen liegen, die eine Brückenfunktion zwischen den Menschen aus den verschiedensten Gesellschaftsschichten und unterschiedlichem kulturellen und geschichtlichem Hintergrund, alteingesessenen Israelis und Neueinwanderern sowie der Umwelt und Natur, die wir alle teilen, übernehmen. Dabei müsse man wohl kaum erwähnen, dass die gesamte Anlage, einschliesslich Gebäuden und Garten, ausgesprochen ästhetisch und attraktiv gestaltet sei. Und diese Gestaltung sei bei vielen Menschen ausserhalb des «Hauses der Freundschaft» nicht unbemerkt geblieben: «Heute wird unsere Einrichtung von sämtlichen Gruppen der Gesellschaft häufig in Anspruch genommen.» Dieses Interesse hat für Ora Tesama aber auch eine Konsequenz: «Als uns

bewusst wurde, dass unsere grosse und schöne Anlage bei so vielen unterschiedlichen Gruppen und Organisationen gefragt war, beschloss ich, diese kostenfrei an sie alle zu vermieten − vorausgesetzt, sie gestatten den äthiopischen Olim und Olot, an ihren Tagungen teilzunehmen.»

Dies ist ein Ort, der seinen Benutzern respektvoll begegnet und im Gegenzug dafür auch von diesen geachtet wird. «Was die Ersteren auch mit allen erdenklichen neuen Themen und Gedanken einer anderen Welt konfrontiert. Ora Tesama: «Der Erfolg der letzten beiden Jahre lässt sich an der grossen Zahl der Menschen messen, die das ‹Haus der Freundschaft› und seine Angebote in Anspruch genommen haben. Dies ist ein Ort, der seinen Benutzern respektvoll begegnet und im Gegenzug dafür auch von diesen geachtet wird.»

Wegen Corona musste das eingangs erwähnte Sigd-Fest im letzten Jahr anders und bescheidener begangen werden als die beiden früheren Ausgaben. Man habe für 2020 beschlossen, einen mit Lautsprechern bestückten Lastwagen einzusetzen, der den ganzen Tag durch die von Äthiopiern bewohnten Viertel fahre und die traditionelle äthiopische Musik wie auch die Gebete vorspiele: «Dadurch wollten wir den Geist und die Stimmung des Feiertags auch dieses Jahr in die Stadt hinaustragen.»

Spenden Sie jetzt! Mit Ihrer Spende helfen Sie dem KKL-JNF, dieses wichtige Projekt umzusetzen.

• Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz)

• IBAN: CH54 0900 0000 8002 1891 0 • Stichwort: Haus der Freundschaft

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er, Liebe neuland-Les z, KKL-JNF Schwei es d e nd u re F be ie L

uland-Ausgabe in unserer letzten ne n ne Ih ch mi ich m Nachde t es mich, Sie in der rstellen durfte, freu Freund*innen in vo 20 /20 80 57 ot Schawu wie gute ot-Ausgabe bereits Gerne diesjährigen Schawu heissen zu dürfen. n me om llk wi lem sa ru Je ich in chen, den dort meiner Küche en, den Schawuotku ier pir . ins zu da Sie habe, nachzubacken möchte ich chter Jael gebacken To r ine me t mi en zusamm gänzlich ohne Mehl Kuchen ist, dass er m se die zeit an e er nd so Das Be und zusätzlich jeder Pessach gut eignet r fü ein ch ät au lit r he ibi da ns h se ist, sic Gluten liakie und jedweder für Menschen mit Zö . ist ss nu Ge er wahr ich wuot-Kuchen habe m klassischen Scha in der ich r de t mi Das Rezept zu diese , en nomm eundin Rimma über ilt von meiner guten Fr relang ein Büro gete jah l ae Isr FJN LKK s te de gu ng als ilu , te bin ab pa Euro r Schweiz ch jetzt, wo ich in de ts au or r er mi all die in d nd un eu , Fr be ha üro und treue tb up Ha er lem sa ru Kollegin im Je ite steht. und jederzeit zur Se kam als kleines gewandert: Rimma ein l ae Isr ch na ide frisch von der Uni Wir sind be , ich als junge Frau ine ra Uk gen, r de s au n Mädche hichten auch sein mö unsere beiden Gesc en n in ied ne ch rin rs de ve an So . inw Wien gen als Neue un hr fa Er re se un s ez r Lieblingsr epte so sehr haben un Dies ist eines meine . st eis . hw sc ge en Ihnen teilen möchte Israel zusamm nunmehr auch mit ich es lch we , ma von Rim das chens darauf, dass beim Backen des Ku Sie Sie en ht en Ac fn : Öf . ig ist ht Wic er gefüllt ichmässig mit Wass kühlt Backblech immer gle bis der Kuchen abge n, de än st Um n ine ke r muss te n, un re ad reduzie das Backrohr 200 Grad auf 160 Gr n vo ze . Hit ze Hit die die Sie enweise ist. Wenn . Reduzieren Sie stuf en ier ss pa te ch sa s da

Schawuotkuchen à la Rimma Aus der Küche von Judith & Jael

Zutaten

● 6 Eier – trennen in Eigelb und Eiweiss ● 750g weisser Streichkäse («gwina lewana») –

nicht Topfen/ Quark, hat in Israel fast Yoghurtkonsistenz, auch gut zum Mischen von Dips, für Aufstriche etc. ● 1 Becher Sauerrahm ● 1 1/2 Gläser Zucker ● 5 EL Cornflour e: Osem) ● 1 Päckchen Vanillepuddingpulver (bevorzugte Mark

Zubereitung

lech ● Das Backrohr auf 200 Grad aufheizen, das Backb mit Wasser füllen.

feste ● Eier trennen, das Weisse mit einem Glas Zucker zu

m

Schnee schlagen. ichen Zucker, ● In einem anderen Gefäss den Käse, Sauerrahm, restl Vanillepudding und Cornflour gut mischen. ● Den festen Schnee vorsichtig unterheben. «Sir Pele», ● Eine Kuchenform einfetten (ich habe eine sogenannte e Art von solch für einen «Wundertopf», den verwende ich gerne Kuchen... auch ein Jachnun-Topf eignet sich gut!), das fertige Teiggemisch einfüllen. sich oben n, eine goldbraune Schicht gebildet hat (kann auch länger dauer hängt vom Backrohr ab). de backen. ● Danach auf 160 Grad reduzieren, eine weitere Stun unter keinen ● Nach einer Stunde das Backrohr abstellen, aber Umständen öffnen! n lassen (sonst ● Geschlossen weitere zwei Stunden drinnen stehe fällt der Kuchen in sich zusammen).

bis ● Ins Backrohr stellen, ca. 15› bei 200 Grad backen:

Be Te Avon und Chag Schawuot Sameach! Ihre Judith Perl-Strasser Delegierte des KKL-JNF Israel in der Schweiz


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Porträt

Via Israel zum KKL-JNF nach Genf Cyril Picard ist das neue Gesicht der Organisation in der Westschweiz Er ist 35 Jahre jung, kommt aus der Nähe von Lyon, ist zweifacher Familienvater und vertritt seit kurzem den KKL-JNF von Genf aus für die Westschweiz. Sein Name ist Cyril Aaron Picard, und wenn man ihn nach seiner beruflichen Laufbahn fragt, sagt er zunächst einmal: «Ich habe mich in meinen Studien u.a. ausführlich mit der Baustatik befasst.» Dieses Wissen konnte er nach seinem Studienabschluss aktiv einsetzen. Cyril Picard zog es nämlich nach London. Dort konnte er dann bei einigen architektonischen Grossprojekten mitwirken, z.B. bei der Einrichtung des Olympischen Dorfes für die Spiele 2012. Er war aber auch bei Projekten der weltweit bekannten Architektin Zaha Hadid oder Sir Norman Foster beteiligt. Aus persönlichen Gründen veränderte sich daraufhin sein Leben – er beschloss nämlich, die jüdische Religion anzunehmen. Er ging diesen Weg konsequent, ein Weg, auf dem ihn das Oberrabbinat in Paris, später aber auch der Genfer Oberrabbiner Yitzchak Dayan, eng begleiteten. Kurz danach lernte er seine jetzige Frau kennen, Shahar, eine Israelin. Zusammen haben sie zwei Kinder, den knapp zweijährigen Liam und die achtjährige Nahla, die aus einer früheren Beziehung stammt. Nicht zuletzt, aber nicht ausschliesslich wegen seiner Frau, ist Cyrils Beziehung zu Israel eine tiefe: Sein erster Besuch im Lande 2014 sei schicksalshaft gewesen, denn diese Reise in den jüdischen Staat hätte bei ihm letztlich auch die Entscheidung ausgelöst, jüdisch zu werden, erzählt er. Der Aufenthalt hätte bei ihm einen tiefen Eindruck hinterlassen, ein Eindruck, der geblieben sei: «In Nicht-Corona-Zeiten reisen wir jedes Jahr nach Israel». Auch ihre Hochzeit feierten Cyril und Shahar in Israel. Die Beziehung zu Israel sei schliesslich auch entscheidend gewesen, das Angebot des KKL-JNF anzunehmen, sagt Cyril Picard: «Aufgrund meiner bisherigen beruflichen Tätigkeit war ich nicht unbedingt prädestiniert dafür.» Er habe aber gemerkt, dass er damit auch einen Beitrag für das Heilige Land leisten möchte:

«Dass dieser Beitrag jeweils in konkrete Projekte umgesetzt wird, macht es besonders attraktiv für mich.» Ausserdem könne er sich mit seinen christlichen Wurzeln besonders gut in die nichtjüdischen Spenderinnen und Spender des KKL-JNF und ihre Motive hineindenken, glaubt Cyril Picard: «Sie zeigen eine besondere Liebe für Israel und verdienen es darum, besonders aufmerksam begleitet zu werden.» Speziell am Herzen liegen auch ihm der Umweltschutz und die Nachhaltigkeit, der sich der KKL-JNF verschrieben hat:

«Diese Werte sollten uns allen in Fleisch und Blut übergehen. Wir müssen sie sowohl auf lokaler Ebene umsetzen, aber auch die globale Perspektive nicht aus den Augen verlieren» Dabei sei die aktuelle Pandemie leider ein grosser Spielverderber, sagt der 35jährige: «Traurig vor allem, dass wir unsere geschätzten Spenderinnen und Spender nicht persönlich treffen können». Corona zwinge den KKL-JNF auch in der Westschweiz dazu, sich neu zu erfinden. Hier müsse man ansetzen und solche Aktionen ausbauen, ohne Live-Auftritte zu vernachlässigen. Aber man schaue inzwischen schon vorwärts, blickt mit grossem Stolz und Vorfreude auf das bevorstehende 120-JahrJubiläum des KKL-JNF und die coronabedingt auf Sommer 2022 verschobenen Feiern in Basel, dem Ort der damaligen Gründung. Und was macht Cyril Picard in der Zeit, in der er nicht für den KKL-JNF arbeitet? In normalen Zeiten beginne sein Arbeitstag früh, erzählt er. Bereits um sechs Uhr versuche er, sich in einem Fitness-Center sportlich zu betätigen, bevor nach dem Gebet und dem Frühstück mit der Familie der Tag dann eigentlich anfange. Am Abend stehe er auch gerne in der Küche und koche für alle, das mache ihm sehr grossen Spass. neuland wünscht ihm, dass er auch nach Corona und im Jubiläumsjahr des KKL-JNF weiterhin Zeit für solche Aktivitäten hat.

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ISRAEL ALS ERBEN - EINE VERANTWORTUNG FÜR GENERATIONEN Zeigen Sie Ihre Verbundenheit mit Israel und machen Sie der nächsten Generation ein Geschenk! Mit Ihrem Testament zugunsten des KKL-JNF helfen Sie, die Zukunft des Landes zu sichern.

KEREN KAYEMETH LEISRAEL JÜDISCHER NATIONALFONDS SEIT 120 JAHREN FÜR ISRAEL UND SEINE MENSCHEN

KKL Treuhand-Gesellschaft AG Schweizergasse 22, 8001 Zürich, Postfach, 8021 Zürich Tel. 044 225 88 00, E-Mail: info@kklschweiz.ch

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Keren Kayemeth Leisrael

Impressum neuland 61 – Mai 2021

Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz) Schweizergasse 22 Postfach CH 8021 Zürich

Redaktion/Texte Peter Bollag, Arthur Plotke, Yves Kahn, Lior Pardo, Judith Perl-Strasser

Tel 044 225 88 00 www.kklschweiz.ch info@kklschweiz.ch IBAN CH54 0900 0000 8002 1891 0 PC 80-21891-0

120 JAHRE VISION UND EINSATZ

Layout pascii.net Fotos Archiv KKL-JNF Israel und Schweiz Papier Dieses Magazin wurde auf altpapierhaltigem und FSCzertifiziertem Papier gedruckt.

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