Skip to main content

Neuland 59

Page 1

59 neuland

Neues Projekt Nachula

Schwungvoll: KKL Frühlingskonzert

Seite 4

Seite 12

Pläne für Israels Entwicklung Seite 16


Liebe Freunde des KKL-JNF Ishay Haramaty, unser langjähriger, beliebter und sehr verehrter Schaliach (Delegierter) und Geschäftsführer, hat uns nach über 5½-jähriger Tätigkeit verlassen und ist nach Israel zurückgekehrt. Ishay Haramaty verdient unsere grosse Anerkennung für seine ausgezeichnete und sehr erfolgreiche Arbeit. Er hat in dieser Zeit unzählige wunderschöne Projekte für die lokale Bevölkerung Israels, aber auch für Touristen aus dem In- und Ausland realisiert. Das Schöne und Spezielle ist, dass er immer dafür gesorgt hat, eine Balance zwischen allen Projekten, die der KKL-JNF zu bieten hat, zu bilden: Alle Farben unseres Logos sind dabei vertreten: Grün = Wald, Forstwirtschaft und Freizeit; braun = Erde, Gemeinden, Landwirtschaft und Ausbildung; blau = Wasser. Somit ist der KKL-JNF Schweiz in all diesen wichtigen Projekten vertreten, die das Leben in Israel für die gesamte Bevölkerung vor Ort verbessern helfen. Wir danken ihm herzlich für seine ausgezeichnete Schlichut und wünschen ihm und seiner Familie in Israel alles Gute. Toda Raba. Ich freue mich sehr, Ihnen gleichzeitig unsere neue Schlicha (Delegierte) und Geschäftsführerin für die Schweiz, Frau Judith Perl-Strasser, vorzustellen, die Mitte Mai ihre Tätigkeit in Zürich aufgenommen hat. Frau Perl-Strasser kommt ursprünglich aus Wien und arbeitete seit 1994 beim KKL-JNF Jerusalem, zuletzt als ausgezeichnete und sehr beliebte Leiterin der deutschsprachigen Länder. Wir wünschen ihr einen guten und erfolgreichen Start und viel Freude bei ihrer neuen, interessanten und anspruchsvollen Arbeit. Bitte beachten Sie den Beitrag Neustart und Abschied von Judith Perl- Strasser und Ishay Haramaty auf den Seiten 16 und 17 im Neuland. Arthur Plotke Präsident - KKL Schweiz

Titelbild: Familie auf der Beobachtungsrampe Hula Agamon-See


Editorial Liebe KKL-JNF Freunde Die vorliegende Ausgabe von „neuland“ bietet mir die erste Gelegenheit, Sie alle persönlich anzusprechen. Ich beginne dieses Editorial auch mit Persönlichem, nämlich mit einigen Informationen zu mir: Ich bin 1990 im Alter von 16 Jahren aus der Ukraine nach Israel eingewandert. Heute bin ich glücklich verheiratet mit Mazal, einer im Lande geborenen Sabra, und gemeinsam ziehen wir unsere drei Kinder gross - Atir, Yarden und Nevo. Wenn ich mich in zwei Worten definieren müsste, würde ich sagen, ich bin ein stolzer Zionist. Ich habe in verschiedenen Positionen führender zionistischer Organisationen gearbeitet. Somit kann ich auf 20 Jahre Erfahrung in Sachen Spendensammlung für zionistische Aktivitäten und die Entwicklung jüdischer Gemeinden in der Diaspora zurückblicken. Eine wichtige Einsicht war das Leitprinzip aller meiner Arbeit: Das Schicksal des jüdischen Volkes in der Diaspora und die Zukunft des Staates Israel sind eng miteinander verbunden. Und jetzt, nach meiner kürzlichen Ernennung zum Exekutivdirektor der Division des KKL-JNF für Ressourcen und internationale Beziehungen im August 2018 freue ich mich über das Privileg, mich für die Festigung der Verbindung zu Ihnen, unseren Freunden in der Schweiz, einsetzen zu können, Ihre Handschrift, Ihr Einfluss als Spenderin und Spender des KKL-JNF, den Sie ausgeübt haben, ist überall in ganz Israel deutlich sichtbar, und dies vor allem in den Randgebieten des Landes, die der besonderen Unterstützung bedürfen. Gerade erst im letzten Jahr konnten wir mit Ihrer Hilfe die wunderschöne Promenade im Park von Yerucham fertigstellen und die Erschließung des Landes für Wohnungen in Ein Yahav in der Arava vorantreiben. Zudem stellten wir das Projekt des barrierefreien Obstgartens im Kinderdorf «Jordan River Village» fertig, und sind nun im Begriff, einladende Picknickecken sowie Freizeit- und Naturbereiche in Yad Vashem in Jerusalem ebenso wie eine spektakuläre, malerische Promenade mit Blick auf den Montfort-See in Galiläa (vgl. dazu auch Seite 8) einzurichten. In diesem Jahr werden wir auch den „grünen Gürtel“ weiter ausbauen, der die Stadt Beer Schewa umgibt. Nun würde ich Ihnen gerne für Ihre treue und engagierte Partnerschaft mit dem KKL-JNF und den Menschen in Israel danken. Gerne stehe ich Ihnen jederzeit zur Verfügung und werde mich freuen, von Ihnen zu hören und möglichst viele von Ihnen kennenzulernen. Gemeinsam werden wir die zionistische Vision im Lande Israel Wirklichkeit werden lassen.

Mit freundlichen Grüssen Ronnie Vinnikov Exekutivdirektor der Division des KKL-JNF für Ressourcen und internationale Beziehungen


4

neuland 59

Neues Projekt

Ein „Bijou“ für den Norden - mit Schweizer Hilfe Der KKL-JNF Schweiz unterstützt ein neues Projekt: Das Nachula-Gelände im Norden Israels soll zu einem Vogelbeobachtungs-Zentrum und Seepark ausgebaut werden und so auch die sanfte Ökologie fördern

E

in Besucherzentrum im Norden, bei dem die Tierbeobachtung, aber auch ökologischer Anschauungsunterricht im Mittelpunkt stehen: Das ist der Nachula-Wasser- und Wildtierkomplex, den der KKL-JNF plant. Ein nördlicher Garten rund um den KKL-JNF-Hula-Seepark (Agamon). Dieser soll ökologische und pädagogische, aber auch Abenteuer- und Freizeit-Elemente für die ganze Familie anbieten. Nachula ist dabei ein Zusammenzug von Nachal (Fluss) und Hula, dem gleichnamigen Tal und See. Gelegen ist dieser 20 km südlich der Grenzstadt Kiryat Schmonah an der libanesischen Grenze. Bereits jetzt existiert dort der Natur- und Vogelpark des KKL-JNF mit dem Namen „Agamon Hula“. Schon jetzt wird dieser Ort jährlich von vielen Menschen aus dem In- und Ausland besucht: Das

Hula-Tal liegt nämlich an einem der wichtigsten Vogelzug-Routen der ganzen Welt; zweimal jährlich ziehen mehr als eine halbe Milliarde Wasser-, Greif- und Singvögel über den Agamon und unterbrechen so ihre lange Reise zwischen Afrika und Europa. Im Laufe der Jahre hat sich dort ein einzigartiges Öko-System von internationaler Bedeutung entwickelt. Inzwischen gilt der Park vor allem auch als vorbildliches Beispiel für das Zusammenspiel von Natur, nachhaltigem Tourismus und Landwirtschaft – eng verbunden auch mit der Geschichte Israels. Vor einigen Jahren wurde der Agamon-Park auch von der bekannten britischen Zeitschrift BBC Wildlife zu einem der zehn wichtigsten Tier-Beobachtungsstätten der Welt gewählt.


neuland 59

Der KKL-JNF ist im Hula-Tal seit den 1950er Jahren aktiv, legte Sümpfe trocken und stärkt auch heute die umliegenden Gemeinden, aber auch die regionale Landwirtschaft. Nun will er, auch mit Schweizer Hilfe, dazu beitragen, das Nachula-Gelände als nördlichsten Teil des Parks zu entwickeln. Dazu gehören neben Vogelbeobachtungs- und Vogelfütterungs-Stellen auch Spieltunnels, Tunnels in Form nachgebauter Tierhöhlen. Dazu gibt es u.a. auch einen „Pfad der Sinne“, das ist ein Weg mit unterschiedlichen Oberflächenstrukturen wie Holz, Kies oder Sand. Oder die „Archimedes-Schraube“, eine Vorrichtung, um Wasser aus einem niedrigen Becken hochzupumpen und zu den Dämmen zu leiten und ebenso Dämme, um darin zu waten. Ausserdem werden auch neue Bäume und Blumen angepflanzt – Pistazien, Feigen, Platanen, Johannisbrot und Papyrus, Anemonen und Zyklamen. Spenderinnen und Spender dieser Teile im Park sollen angemessen gewürdigt werden.

«Pfad der Sinne»

Entwickelt wird dieses wichtige Projekt nun auch mit Hilfe der Schweizer Spenderinnen und Spender. Das grosse Konzert vom 24. März (vgl. dazu auch Seiten 12/13) wurde deshalb als Benefiz-Konzert organisiert und die Einnahmen fliessen vollumfänglich in dieses spannende und ebenso wichtige Projekt im Norden Israels.

Archimedes-Schraube in Aktion Linke Seite: Visualisierung einer Idee

5


6

neuland 59

Interview

„Ein Grund stolz zu sein“ neuland im Gespräch mit Omri Bonneh, KKL-JNF Direktor für Nordisrael Wieso engagiert sich der KKL in dieser Gegend über einen so langen Zeitraum? Omri Bonneh: „Die Aktivitäten des KKL-JNF über die letzten 80 Jahre hat entscheidend mitgeholfen, das HulaTal so zu entwickeln, wie es sich heute präsentiert. Also mit einer Art Mosaik aus Feldern, Kanälen und anderen Wasserelementen. Noch bevor Israel entstand, hat der KKL-JNF in dieser Gegend dafür gesorgt, dass Sümpfe trockengelegt, und Landwirtschaftsflächen für neue Bewohnerinnen und Bewohner angelegt wurden. Vor allem die Trockenlegung der Sümpfe, die besonders stark für die herrschende Malaria-Krankheit verantwortlich waren, bildeten dabei eine wichtige Aufgabe. Diese Aufgabe wurde nach 1948 dem Jüdischen Nationalfonds sozusagen als „nationale Aufgabe“ vom ersten Ministerpräsidenten David Ben Gurion weiter übertragen. Später ging es dann auch darum, Probleme, wie das wertvolle Wasser am besten gespeichert und weiter benutzt werden könnte, zu lösen sowie das landwirtschaftliche Management zu verbessern. Als ein Teil dieser Projekte wurde der Hula Agamon-See

Spannende Einblicke in die Wasserwelt

als Ziel für den sogenannten Öko-Tourismus entwickelt, auch mit Blick darauf, für die Einwohnerschaft dieser nördlichen Region eine zusätzliche Einnahmequelle zu schaffen. Dieses Ziel ist mit rund 400 000 Besucherinnen und Besuchern pro Jahr sicher erreicht worden. Nun soll weiter in diesen sanften Tourismus investiert werden. Der KKL-JNF sieht das Hula Agamon-See-Projekt als eine Möglichkeit, das obere Galiläa weiter zu entwickeln. Touristisch, aber auch umweltschonend.“

Dr. Omri Bonneh


neuland 59

Diese Region spielt auch für die Vögel eine grosse Rolle. Ist sie nun wichtiger für Menschen oder für Tiere? „Wir glauben daran, dass die zugegeben heikle Balance zwischen der Landwirtschaft und dem Öko-Tourismus auf der einen sowie der Ökologie auf der anderen Seite möglich ist. Ein Konflikt, der beispielsweise in dieser Gegend entstand, war genau der zwischen den Touristen und den Vögeln. Um die Tiere möglichst wenig zu stören, hat der KKL-JNF verschiedene Fahrzeuge entwickelt, um den Besucherinnen und Besuchern trotzdem zu ermöglichen, das Gebiet zu besuchen. Sei es zu Fuss, mit Velos aber auch kleinen „Safari-Wägelchen“. Ein anderes Problem sind die Kraniche, die hier überwintern und immer mehr wurden. Die Bauern beklagten sich, dass diese Vögel ihre Ernte beschädigen würden. Der

KKL-JNF hat sich daraufhin dafür eingesetzt, dass die Kraniche zwar gefüttert, aber dann auch weggejagt werden, damit sie den Ernten möglichst wenig schaden können. Damit das erreicht werden konnte, brauchte es eine fast generalstabsmässige Zusammenarbeit zwischen dem KKL-JNF, den ortsansässigen Bauern, den Behörden sowie Umweltschutz-Organisationen.“ Was möchten Sie den Spenderinnen und Spendern in der Schweiz mitgeben? „KKL-JNF Schweiz und seine Spender gehörten zu den ersten, die sich in unserer Nordregion engagierten. Ihre grosszügigen Spenden ermöglichten wichtige Teile unserer Projekte. Das ist ein schöner Grund für die Sponsoren in ihrem Land, stolz zu sein.“

Oben: Kraniche im Hula-Tal Links: Vogelbeobachtung am Hula Agamon-See

7


8

neuland 59

Projekte

Anziehungspunkt im Norden: die Montfort-Promenade Vor dem Postkarten-Hintergrund des Montfort-Sees im Norden von Israel wandern, joggen oder mit dem Velo Fitness betreiben. Mit der Hilfe des KKL-JNF entsteht hier eine Promenade, die das alles möglich macht. Entlang der Route werden zudem schattenspendende Bäume gepflanzt

D

er künstlich angelegte Montfort-See liegt im Osten der Stadt Ma’alot-Tarshiha. Die heute vereinte Stadt hat 45 000 Einwohnerinnen und Einwohner, die sowohl der jüdischen, der islamischen als auch der christlichen Religion angehören. Der Name der Stadt steht auch für Koexistenz und Toleranz. Ma’alot wurde 1948 gegründet, die arabische Stadt Tarshiha soll gemäss Aufzeichnungen ihre Ursprünge schon zur Kreuzfahrer-Zeit haben, ist also mehrere Jahrhunderte alt. 1963 wurden die beiden Gemeinden zusammengeschlossen. Der KKL-JNF leistete von Anfang an einen wesentlichen Beitrag zur Gründung von Ma’alot. Die Zusammenarbeit mit dieser Gemeinde im Norden nahm im Laufe der Jahre in den Bereichen Landschaftsgestaltung, Ökologie und Naturentwicklung zu und hält bis heute unvermindert an. „Weil wir uns die Entwicklung der Randgebiete Israels beim KKL-JNF als ein wichtiges Ziel gesetzt haben, haben wir seinerzeit auch die Idee eines Sees unterstützt und das Projekt gefördert“, sagt Pnina Ceizler, Koordinatorin für KKL-JNF-Projekte in Nordisrael. „Heute möchten wir helfen, die Promenade als neuen Pfad und damit als zusätzliche Attraktion einzurichten. Die Promenade wird noch mehr Besucherinnen und Besucher an den wunderschönen Ort locken und auch den Einheimischen den See näherbringen.“ Der Montfort-See ist Teil eines ökologischen Parks, der eine Vielzahl touristischer Attraktionen für Menschen fast jeden Alters anbietet. Es lassen sich hier zahlreiche Sportarten wie Kajak- oder Tretbootfahren betreiben, es gibt aber auch einen Campingplatz, eine Rollschuh- und Go-Kart-Bahn und vieles mehr. Obwohl die Arbeiten zur Gestaltung der Promenade noch nicht abgeschlossen sind, können schon jetzt Sportlerinnen und Sportler beobach-

tet werden, die hier ihr Fitness-Programm absolvieren. Wie Roei Elrom von der Stadtverwaltung von Ma’alot-Tarshiha bei einem Treffen vor Ort ausführt, wird die neue Promenade gleichzeitig verschiedene wichtige Aufgaben übernehmen, wenn sie dann fertig gestellt ist: So wird sie den Zugang zur Natur ebenso erleichtern wie die weitere Entwicklung einer Sportund Freizeitkultur fördern. Sie soll auch die regionale Wirtschaft unterstützen und vielleicht sogar stärker ankurbeln: „Darüber hinaus hat sie auch die Bedeutung als sauberer und grüner Weg, der die verschiedenen Touristenattraktionen miteinander vernetzt, ohne dass unsere Gäste hier auf irgendeine Art und Weise gestört werden oder dass der Umwelt geschadet wird“. Das Projekt im Norden Israels könnte also einen gewissen Vorbildcharakter erhalten – und der KKL-JNF hilft dabei tatkräftig mit.


neuland 59

Tu Bischwat 2019

Umfangreiche Feierlichkeiten Auch in diesem Jahr beging der KKL-JNF das Neujahrsfest der Bäume

D

ie Feierlichkeiten umfassten zum einen Führungen durch Pflanzenschulen des KKL-JNF ebenso wie die Verteilung von Setzlingen an Kindergärten und weitere Schulungseinrichtungen. Es wurden aber auch wie immer an diesem Tag Bäume gepflanzt; Veranstaltungen, an denen im ganzen Land etwa 10 000 Menschen teilnahmen. An den Anpflanzungen beteiligten sich u.a. Regierungsstellen, aber auch Gemeindevertreterinnen und –vertreter und wie schon erwähnt, auch Schulen und Kindergärten. Ausserdem gab es in der Knesset, dem Parlament, eine zentrale Pflanzungszeremonie. Diese stand in Zusammenhang mit dem 70. Geburtstag Israels im letzten Jahr. Ca. 2000 Schülerinnen und Schüler, aber auch Soldatinnen, Studenten sowie Seniorinnen und Senioren pflanzten gemeinsam etwa 740 Blumensetzlinge in den Nationalfarben Blau und Weiss in der Form der Zahl 70.

Juli Edelstein, Vorsitzender der Knesset, nahm an einer Zeremonie im „Wald der Mädchen“ auf der sogenannten „Friedensinsel“ in Naharayim teil. Diese wurde im Andenken an den 22. Jahrestag des Massakers an sieben Schülerinnen aus Bet Schemesch durchgeführt. Danny Atar, Weltvorsitzender des KKL-JNF, pflanzte seinerseits einen Baum im Gedenken an Rona Ramon s.A. und zwar in Mizpeh Ilan. Die Witwe des ersten israelischen Astronauten, Ilan Ramon s.A., war kurz vorher im Alter von erst 54 Jahren an Krebs gestorben. In Mizpeh Ilan soll ein Vorbereitungsseminar nach Assaf Ramon s.A. benannt werden. Der Sohn von Ilan und Rona war 2009 bei einem Trainingsunfall im Alter von 21 Jahren ebenfalls früh ums Leben gekommen. Montfort-Promenade

Tu Bischwat Aktivitäten

9


10

neuland 59

Innovation

Neue Wege um in der AravaWüste Datteln wachsen zu lassen

E

in innovatives Forschungsprojekt, das auf der Verwendung eines riesigen Lysimeters basiert, wurde kürzlich mit der Unterstützung der amerikanischen Freunde des KKL-JNF gestartet. Ein Lysimeter ist ein Gerät, mit dem sich in der Landwirtschaft der Niederschlag zur Bestimmung von Boden- und Pflanzenverdunstung bestimmen lässt. Das Lysimeter-System wurde in der Forschungs- und Entwicklungsstation der südlichen Arava installiert, um die Beziehungen zwischen Pflanzen, Land und Wasser zu untersuchen. Der Lysimeter konnte dank der grosszügigen Unterstützung einer Familie aus Philadelphia gebaut werden. Ein Lysimeter ist normalerweise ein kleiner Behälter, der in einem Labor aufgestellt wird und für eine Topfpflanze bestimmt ist. Im Arava-Gebiet, der Senke vom Toten Meer bis zum Golf von Akaba in Südisrael, wurde ein System von 16 Lysimetern auf einem Grundstück von Dattelbäumen installiert. Dies ist das einzige System von solchen Proportionen einer Dattelpalmenplantage auf der ganzen Welt. Die ersten Bäume wurden vor etwa einem Jahr gepflanzt und die Forscher haben damit begonnen, Daten zu sammeln. Gleichzeitig überwachen sie die reguläre Entwicklung

des noch im Test befindlichen Systems. Es wurde bereits damit begonnen, ein Forschungsprogramm zu erstellen, das auf dem Lysimeter basiert und Daten von Satelliten und Drohnen sammelt. Heutzutage kommt nicht nur in Israel die Landwirtschaft kaum noch ohne High-Tech aus. Das Leben in der südlichen Arava, der weit von den grossen Städten gelegenen Region in Israel ist nicht einfach. Es ist eine der trockensten Wüsten der Welt, die extremen Temperaturen und sehr wenig Regen ausgesetzt ist. Im Sommer steigt die Temperatur bis zu 47 Grad Celsius und fällt in der Nacht dafür unter 0 Grad. Die Verdunstung von Wasser als Folge der intensiven Sonneneinstrahlung ist etwa doppelt so hoch wie in anderen Regionen in Israel. In einem solchen Gebiet ist es besonders schwierig, Landwirtschaft zu betreiben, aber die Anwohner beweisen, dass mit Entschlossenheit, Innovation, Pionierarbeit und Kooperation nichts unmöglich ist. Datteln sind die Hauptfrucht der südlichen Arava und eine zentrale Einnahmequelle für die rund 4000 Einwohner, die in zehn Kibbuzim und zwei Gemeinschaftsdörfern leben. Arava-Datteln gelten als die besten der Welt und die Arava ist der grösste Exporteur von Datteln nach Europa. Kein anderer Baum hat sich dieser unwirtlichen Wüste so angepasst und fühlt sich sowohl wie die Dattelpalme.

Blick auf einen Lysimeter


neuland 59 Das Ziel der südlichen Arava-Forschungs- und Entwicklungsstation ist es, die Landwirte durch angewandte Forschung zu unterstützen, welche Anbaumethoden, Ernteanpassung und die Bewältigung der klimatischen Bedingungen untersucht. Die Forschungsstudien ermöglichen es den Bauern, ihre Kulturpflanzen erfolgreich anzubauen und den Ertrag zu steigern.

Die aus dem Lysimeter gewonnenen Daten ermöglichen nicht nur die Durchführung verschiedener Experimente an Datteln, sondern liefern den Bauern auch wichtige Informationen über empfohlene Bewässerungsschnittstellen. Dies ermöglicht es den Landwirten, die besten Dattelpalmenplantagen zu entwickeln, trotz Grundwasser von geringer Qualität und Böden, die arm an organischen Materialien sind, aber reich an Salzen.

Yatir – unser Wald in Israel Alte Erinnerungen an den KKL-JNF

E

in runder Geburtstag stand vor der Tür und damit die Frage: Was tun? Eine Kreuzfahrt in der Karibik oder wollen wir den Traum vom Sonnenaufgang am Kilimandscharo verwirklichen? Die Kleinen und die Grossen begannen mit Planspielen wie dieser Tag ablaufen könnte. Zu dieser Zeit lebten wir schon einige Jahre in Israel, hatten München, die Geburtsstadt unser Kinder verlassen, aber nie vergessen.

weiss schon, dass die pakistanische Blattlaus ins Heilige Land eingeschleppt wurde und mit Hilfe hawaiianischer Biologen auch bekämpft und ausgerottet wurde? Nicht ohne Stolz nahmen wir die Worte des Staatspräsidenten Jahre später zur Kenntnis: “Bäume pflanzen ist nicht irgendein Job, es ist ein Wert an sich und verschafft unserem Land Unabhängigkeit”. Wir können sagen: wir sind dabei.

Eines Morgens stand der Jüngste vor uns, die weiss-blaue Büchse in der Hand, die die Vitrine im Wohnzimmer zierte, aber jahrelang ein unbeachtetes Dasein fristete. Und die Idee war geboren: Wir pflanzen Bäume, wollen ihr Wachstum in Israel miterleben. Die helfenden KKLJNF-Hände Abed, Eran, Dwinchi und Bonnie waren umgehend zur Stelle und wußten auch wo gepflanzt wird: Yatir am Nordrand der Negev-Wüste. Dort hatte sich der Überlieferung zufolge der Hirtenjunge David mit seiner Michal vor dem Schwiegervater König Saul verborgen, bevor er selbst zum König der Juden avancierte. Dieser Ort sollte es sein, wo unsere Pinien, Zypressen und Tannen in den Himmel wachsen sollten.

Godel Rosenberg

Ein Fest ohne Freunde? Das geht gar nicht. Die Einladungsmails flogen um den Globus und das Echo löste einen Sturm der Teilnahme aus. Sie wollten alle den Wüstenboden begrünen, die Moshes und die Esthers ebenso wie die Wolfgangs und Christians. Und niemand ahnte, als sich unsere Hände in die sandig-feuchte Erde von Yatir gruben, welches Wissen uns dabei zuflog: Wir sind Teil der 250 Millionen Bäume, die in Israel in den letzten 100 Jahren Wurzeln schlugen. Der junge Staat ist damit das einzige Land, das das 21. Jahrhundert mit mehr Bäumen begann als das Jahrhundert zuvor und der einzige Ort auf unserem Planeten, der der öden Wüste Land abtrotzte und urbar machte. Und wer

Godel Rosenberg (rechts) mit seiner Familie

11


12

neuland 59

Event

Musikalisch-schwungvoll den Frühling begrüsst Das KKL-JNF-Frühlingskonzert vereinte das Jewish Chamber Orchestra aus München und den ICZ-Kantor Michael Azogui

R

und 200 Personen bildeten im Grossen Saal des ICZ-Gemeindehauses nur einige Tage nach dem offiziellen Frühlingsbeginn einen würdigen und schönen Rahmen für das vom KKL-JNF Schweiz veranstaltete „Frühlingskonzert“. Arthur Plotke, Präsident KKL-JNF Schweiz, begrüsste mit warmen Worten die Gäste und hiess das Jewish Chamber Orchestra Munich (JCOM) herzlich willkommen. Bekannt geworden ist dieses bemerkenswerte Orchester nicht zuletzt durch seine Mitwirkung im „Tatort“ mit dem Titel „Die Musik stirbt zuletzt“ unter der Regie von Dani Levy. Dieser war im letzten Sommer zum ersten Mal ausgestrahlt worden. Gedreht worden war dieser Schweizer „Tatort“ aus der erfolgreichen ARD-Krimiserie im KKL Luzern und das Orchester aus München nahm dabei in der Handlung eine sehr zentrale Rolle ein. Und so erstaunte es auch nicht, dass beim Zürcher „Frühlingskonzert“ das Münchner Orchester sein zahlreiches Publikum begeistern konnte. Denn unter der magistralen

Regie von Daniel Grossmann, dem Gründer, künstlerischen Leiter und Dirigent des Münchner Orchesters, wurden die ausgewählten klassischen Werke wie Vivaldis „Vier Jahreszeiten“, aber auch die Salzburger Symphonie Nr. 1 von Mozart und weitere klassische Stücke, etwa von Felix Mendelssohn Bartholdy zum besonderen Genuss. Die Musikerinnen und Musiker, die aus verschiedenen Ländern stammen, überzeugten dabei bei ihrem erstmaligen Auftritt in der Schweiz mit ihrem musikalischen Vortrag. Besonders schön auch, dass Daniel Grossmanns Eltern (seine Mutter gehört zusammen mit ihrem Sohn zu den Begründern des Orchesters) ebenfalls anwesend sein konnten. Aber auch die Freundinnen und Freunde von Chasanut, also der synagogalen Musik kamen auf ihre Kosten. Zusammen mit Chasan (Kantor) Michael Azogui, der seit einigen Jahren an den Hohen Feiertagen und ausgewählten Schabbatot in der ICZ regelmässig seine melodiöse Stimme erklingen lässt, wurden jüdische


neuland 59

Klassiker wie Naomi Shemers „Yerushalayim Shel Zahav“ oder „Velyerushalayim Ircha“, aber auch Josef Rosenblatts „Hamavdil“ intoniert. Nicht zuletzt mit der Zugabe „Ose Shalom“ rissen das Orchester und Chasan Azogui das sonst als eher reserviert geltende Zürcher Publikum regelrecht von ihren Sitzen. Mit dem gemeinsamen Singen der „Hatikva“ endete ein Abend mit vielen musikalischen Höhepunkten. KKL-JNF Schweiz-Präsident Arthur Plotke sprach in seinem Dank sicher den meisten Anwesenden aus dem Herzen, als er der Hoffnung Ausdruck gab, das Münchner Orchester solle möglichst bald wieder in die Schweiz kommen. Arthur Plotke war es auch, der am Anfang des Abends Ishay Haramaty, den langjährigen KKL-JNF-Schaliach (Delegierter) verabschiedete und diesem für seine grosse

13

Arbeit über die Jahre herzlich dankte. Gleichzeitig hiess der Präsident die Nachfolgerin, Judith Perl-Strasser, herzlich willkommen (vgl. dazu auch die Gespräche mit beiden in dieser Ausgabe des neuland). Judith Perl-Strasser zeigte dann bei ihren Begrüssungsworten sofort, dass sie eine sehr engagierte Schlicha für die Sache des KKL-JNF sein wird. Mit wenigen Worten umriss sie anschliessend die anspruchsvollen Aufgaben, die der Jüdische Nationalfonds bis 2040 auch mit Hilfe von Schweizer Spenderinnen und Spendern, anpacken will. Dazu gehört, dass mit Hilfe des KKL-JNF versucht werden soll, mehr Menschen an der Peripherie Israels, sprich im Norden (Galil), aber auch im Süden (Negev) anzusiedeln.

„Das erste Mal ist immer speziell“ Gespräch mit Daniel Grossmann, Gründer und Leiter des Jewish Chamber Orchestra Munich neuland: Herr Grossmann, wie ist es für Sie, zum ersten Mal in der Schweiz hier in Zürich aufzutreten? „Das ist natürlich immer etwas Spezielles, keine Frage. Zum einen gibt es in Zürich eine bedeutende jüdische Gemeinschaft und zum anderen ist Zürich eine bekannte und wichtige Musik- und Kulturstadt. Das ist für uns vom Orchester ein ganz wichtiges Erlebnis.“ Und dass es gerade ein Konzert des KKL-JNF ist, welches Sie zum ersten Mal in die Schweiz bringt, was ist das für ein Gefühl? „Ich finde, der KKL-JNF ist eine sehr sympathische Institution, in München hatte ich schon früher mit der Organisation zu tun und es war immer eine sehr angenehme Zusammenarbeit!“.

Ihr Orchester wurde ja umbenannt, bei der Gründung hiess es noch anders. Wieso eigentlich? „Bei der Gründung 2005 nannten wir uns `Orchester Jakobsplatz`. Damit verorteten wir das Orchester dort, wo es seit einigen Jahren das grosse Jüdische Münchner Gemeindezentrum gibt. Für die Münchner ist das klar, aber wenn man München verlässt und das machen wir mit unseren Gastspielen sehr häufig, kennt kaum jemand diesen Jakobsplatz. Mir war es wichtig zu signalisieren, dass es bei uns um jüdische Themen geht. Und ich finde deshalb, dass der Name jetzt sehr viel aussagekräftiger ist als vorher.

Das Jewish Chamber Orchestra Munich (links) Dirigent Daniel Grossmann (rechts)


14

neuland 59

Interview

„Die ermordeten jüdischen Komponisten waren mir sehr wichtig“ neuland im Gespräch mit dem Schweizer Filmregisseur Dani Levy Dani Levy, der KKL-JNF veranstaltete kürzlich ein Frühlingskonzert mit dem Jewish Chamber Orchestra Munich (JCOM) – es war eine Premiere für die Schweiz. Und natürlich hat das mit dem „Tatort“ zu tun, der im letzten Sommer ausgestrahlt wurde und bei dem Sie ja Regie führten. Freut Sie das? „Selbstverständlich! Das Orchester war ein sehr witziger und spannender Partner bei diesem „Tatort“. Die Protagonisten waren ja nicht einfach nur als Musikerinnen und Musiker gefragt sondern auch als Schauspieler, die eine bestimmte Rolle einnehmen mussten. Was mir ausserdem sehr am Herzen lag, war die Auswahl dieser von den Nazis ermordeten jüdischen Komponisten, von denen wir ja im „Tatort“ Werke spielten, die heute weitgehend unbekannt sind. Wie zum Beispiel die 2. Symphonie von Marcel Tyberg, von denen es erstaunlicherweise auch heute kaum Noten oder Aufnahmen gibt. Dabei sind das sehr spannende, leider eben weitgehend verschwundene Orchesterstücke. Mir ging es eben auch um die Entdeckung einer ganzen Musikkultur, die von den Nazis durch die Ermordung dieser jüdischen Komponisten vernichtet wurde und leider heute auch aus unserer Wahrnehmung verschwunden ist.“

War eigentlich von Anfang an klar, dass Sie mit dem JCOM aus München zusammenarbeiten würden oder hätte es da Alternativen gegeben? „Als Filmemacher geht es mir einmal darum, dass so ein Orchester sich auch gut ins Bild setzen lässt. Im Film stammen die Musikerinnen und Musiker ja aus Buenos Aires, das heisst, es geht hier eigentlich um ein fiktionales Orchester, das es zu besetzen galt. Wir sahen uns zuerst das `21st Orchestra` an, das ja im KKL Luzern, also dem bekannten Kulturzentrum, wo der „Tatort“ aufgenommen wurde, angesiedelt ist. Da musste ich mir dann selber eingestehen, dass dieses Orchester nicht glaubwürdig jüdische Musiker aus Südamerika verkörpern könnte. So gingen wir auf die Suche und stiessen schliesslich auf die Münchner, die ja auch nicht ein rein jüdisches Orchester sind sondern viele verschiedene Elemente verkörpern, aber eben auch und nicht zuletzt die jüdischen, also das, was wir brauchten. Zusammen mit dem Gründer und Leiter Daniel Grossmann und anderen Protagonisten der Truppe fanden wir deshalb, dass dieses Orchester aus München für unsere Pläne eher glaubwürdig sein würde. Wir haben das JCOM dann noch mit anderen jüdischen Musikern aus verschiedenen Städten ergänzt. Um es filmisch glaubwürdiger zu machen, trugen die Musiker dann teilweise ja auch noch Kippot (traditionelle Kopfbedeckung), so wurde sofort klar, dass es sich hier um ein jüdisches Orchester handeln sollte. Ich muss sagen, dass Daniel Grossmann dann in der Folge schon die grosse Entdeckung war, eben, weil er sich auch den ermordeten jüdischen Komponisten annimmt und sich damit auseinandersetzt, zum Teil auch einen emotionalen und durchaus persönlichen Zugang zum Thema hat.“ Gerade Daniel Grossmann überzeugte als Dirigent auch beim Frühlingskonzert das Zürcher Publikum, er wirkt sympathisch, er hat Charisma. War das für den „Tatort“ auch wichtig?


neuland 59

„Im Film spielte er ja nicht den Dirigenten und Geschäftsführer des Orchesters, sondern es ist der Schauspieler Gottfried Breitfuss. Aber Daniel Grossmann hat eine unglaublich charmante und witzige Art, mit einer Stress-Situation, wie sie bei einer Filmproduktion nun einmal vorkommt, umzugehen. Die Musiker mussten ja teilweise live, teilweise in Play-back (also mit Einspielungen) spielen. Sie mussten einerseits einen musikalischen Event gestalten und gleichzeitig hinter der Bühne als Schauspielerinnen und Schauspieler agieren, das war für sie wohl extrem aufregend und ungewohnt. Und da überzeugte Daniel Grossmann quasi als Moderator und Organisator.“

ter-Post, der ja vor über 20 Jahren für viele Schlagzeilen und Gesprächsstoff gesorgt hat, zu verfilmen. Darauf freue ich mich sehr!“.

In der Schweiz war der Film von Michael Steiner über den aus dem orthodoxen Milieu stammenden Wolkenbruch, also der Verfilmung von Thomas Meyers Buch ein grosser Publikumserfolg. Hat Sie das überrascht? „Ja, ehrlich gesagt schon ein wenig. Allerdings haben seinerzeit in der Schweiz erstaunlich viele Zuschauerinnen und Zuschauer meine Komödie `Alles auf Zucker!`, die sich ja eines ähnlichen Themas annimmt, gesehen. Für mich ist es einfach ein weiterer Beweis, dass auch ein Film, der in einem speziellen, für viele Menschen sogar exotisch wirkenden Lebensbereich, angesiedelt ist wie das orthodoxe Judentum, grundsätzlich zu einem grossen Erfolg werden kann. Ich finde das eigentlich sehr ermutigend.“ Kommen wir zurück zu Ihnen: Wie sehen denn Ihre nächsten Projekte aus? „Das erzähle ich an dieser Stelle sehr gerne: Mein nächster Film hat nämlich mit der Schweiz, genauer mit Zürich, zu tun. Wir sind daran, den Raub auf die Zürcher Fraumüns-

Zur Person Dani Levy wurde 1957 in Basel geboren; nach einer Zeit als Clown im Zirkus Basilisk kam er ans Theater Basel. Bekannt in der Schweiz wurde er durch seine Rolle als „Peperoni“ in der TV-Serie „Motel“. Mit seinem ersten Film „Du mich auch“, der im noch geteilten Berlin spielt, wurde Levy dann auch in Deutschland bekannt. Dieser Film begründete seinen Erfolg als Schauspieler und später dann auch als Regisseur. Dani Levy verfilmte in der Folge auch jüdische Themen wie „Meschugge“ und dann vor allem die Komödie „Alles auf Zucker!“. Der Tatort „Die Musik stirbt zuletzt“ mit Dani Levy wurde im KKL Luzern gedreht und in den drei deutschsprachigen Ländern ausgestrahlt. Seit 25 Jahren ist Dani Levy mit anderen Künstlern an der Berliner Filmfirma X-Filme beteiligt. In den Räumen der X-Filme fand auch das Interview mit „neuland“ statt. Dani Levy lebt mit seiner Frau und seinen beiden Kindern in Berlin.

15


16

neuland 59

Neustart und Abschied

Judith Perl-Strasser: „Unsere Spender sind vor allem unsere Partner“ Die neue Schlicha des KKL-JNF in der Schweiz im Gespräch mit neuland neuland: Frau Perl-Strasser, was möchten Sie in Ihrem neuen Amt erreichen? „Ich sehe unsere Spenderinnen und Spender in erster Linie und vor allem als unsere Partner beim Projekt `Israel`, denn darum geht es ja schliesslich beim KKL-JNF. Wir möchten sie deshalb gerne so gut als möglich involvieren und ihnen bewusst machen, dass sie mit ihrem Geld die Zukunft von Israel mitgestalten und mitformen können. So soll mit Hilfe des KKL-JNF und seiner Unterstützer rund um den Erdball das Land noch schöner und lebenswerter gestaltet werden.“ Heute ist es schwierig geworden, Leute zu motivieren, sich in ihrer Freizeit für Projekte zu engagieren. Auch in den jüdischen Gemeinden. Wie wollen Sie das schaffen? „Wir möchten gerne unseren Plan `Israel 2040` ins Zentrum rücken. Dort geht es ja darum, die Peripherie des Landes, also den Negev im Süden und den Galil im Norden, weiter zu entwickeln. Und zwar indem dort nicht bloss Arbeitsplätze und Wohnraum geschaffen sondern auch die Lebensqualität gesteigert werden soll, um diese Peripherie vor allem für junge Leute und Familien attraktiver zu machen. Wir sind sicher, dass diese Ideen gerade bei jungen aber auch älteren Leuten in der Schweiz gut ankommen und Unterstützung finden werden.“ Viele in den jüdischen Gemeinden der Schweiz bringen den KKL-JNF vor allem einmal in Verbindung mit den jährlichen Channuka-Kerzen oder den Tu Bischwat-Früchten, die sie jeweils erhalten, vielleicht auch den Baumspenden. Wie bringt man die Aufmerksamkeit auf die ehrgeizigen Projekte, die Sie eben skizziert haben? „Dieses grosse Projekt ist zwar eine Initiative des KKLJNF, aber wir können das alles nur in Zusammenarbeit mit dem israelischen Staat in Angriff nehmen. Und da gibt es die Idee, das Gesamt-Projekt in verschiedene Teile, quasi Kuchenstücke, aufzuteilen. Jede und jeder Interessierte kann sich da also sein Kuchenstück sichern, das heisst, sich einbringen, um Teil dieser Vision zu sein. Wir sind sicher, dass dies attraktiv ist.“

Man hört es Ihrem Deutsch an, sie stammen aus Wien, sind also deutschsprachig. Ist das für Sie so eine Art „Heimvorteil“? „Das denke ich schon, auch wenn ich seit 25 Jahren in Israel lebe und mein Deutsch vielleicht deshalb ein wenig eingerostet ist. Manchmal erfinde ich einfach ganze Ausdrücke oder benutze Worte, die kaum noch gebraucht werden. Das Schweizerdeutsch ist dabei natürlich eine ganz spezielle Herausforderung, der ich mich aber zu stellen gedenke.“ Sie sind vor 25 Jahren aus Überzeugung auf Aliah gegangen, weil Sie finden, in Israel kann man unbelasteter als in der Diaspora Teil des jüdischen Volkes sein. Wie gerne kommen Sie nach Zürich? „Sehr gerne, natürlich. Ich sehe es als grosse Verantwortung, für Israel in der Schweiz und auch in Österreich neue Freundinnen und Freunde zu gewinnen und die bereits bestehenden Freundschaften zu pflegen und auf diese Weise zu sichern. Ich möchte auch von hier aus mithelfen, Israel weiterhin zu verbessern und zu verschönern. Es soll ja nicht so sein, dass meine Kinder eines Tages aus Israel wegziehen, nachdem ich als junge Frau aus zionistischer Überzeugung ins Land gekommen bin. Jedenfalls, um das auch noch zu sagen, mein Mann und ich sind schon sehr aufgeregt, diese Herausforderung hier anzunehmen.“

Judith Perl-Strasser Die neue Schlicha des KKL-JNF in der Schweiz wurde in Wien geboren, wo sie auch aufwuchs. 1994 wanderte sie nach Israel aus. Sie ist verheiratet, hat vier Kinder, studierte Übersetzerin und hat einen MA in Jewish Studies. Seit 1994 arbeitet sie beim KKL-JNF in Jerusalem, wo sie in den letzten Jahren in der Europaabteilung für die deutschsprachigen Länder und die Tschechische Republik verantwortlich war.


neuland 59

Ishay Haramaty: „Die jüdische Gemeinschaft der Schweiz ist sehr warmherzig“ Der langjährige Schaliach des KKL-JNF in der Schweiz, verlässt seinen Posten und geht nach Israel zurück – ein Blick zurück und nach vorne Knapp sechs Jahre leitete Ishay Haramaty das Zürcher Büro des KKL-JNF in der Schweiz. Und er blickt sehr gerne auf diese Zeit zurück, wenn man ihn darauf anspricht: „In meine Zeit hier fallen viele schöne Projekte, die wir durchführen durften. Und die ganz sicher viele Menschen auch und gerade besonders für den Staat Israel begeistert haben.“ Er habe dabei immer die Unterstützung und volle Sympathie der jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz gespürt, welche ihm und seinem Team die Arbeit deutlich erleichtert habe: „Dabei ist mir aufgefallen, dass die Schweizer jüdische Gemeinschaft eine besonders warmherzige ist, es gibt hier eine schöne Atmosphäre.“ Es sei wichtig, dass der KKL-JNF sein prestigereiches Hauptprojekt, die Peripherie Israels mithilfe des KKL-JNF und seiner Spender zu stärken und deutlicher ins Zentrum zu rücken (vgl. dazu auch das Interview mit der neuen Schlicha Judith Perl-Strasser) weiterverfolgen könne. Denn hier strebe man sehr anspruchsvolle Ziele an, sagt Haramaty. Aber natürlich freut er sich dennoch gleichzeitig auf der persönlichen Ebene sehr darauf, das Schweizer Kapitel abzuschliessen und nun nach Israel zurückzukehren. Denn dies bedeutet auch, dass er nun mehr Zeit mit der Familie, nicht zuletzt seinen Enkelkindern, verbringen kann: „Darauf haben meine Frau und ich uns schon sehr lange gefreut, nun wird es endlich Tatsache.“

Links: Arthur Plotke, Präsident KKL-JNF Schweiz Rechts: Ishay Haramaty, scheidender Schaliach

Dankbarkeit und auch ein bisschen Trauer waren denn auch an der Verabschiedung von Ishay Haramaty zu spüren, bei der gleichzeitig auch Judith Perl-Strasser vorgestellt wurde. Dies geschah im Rahmen einer kleinen Feier in den Räumen der ICZ, bei der auch Vertreterinnen und Vertreter des Vorstandes des KKL-JNF anwesend waren. Arthur Plotke, Präsident des KKL-JNF Schweiz, erinnerte dabei an die vielen Projekte, die man gemeinsam mit Ishay Haramaty durchführen durfte und gab dem Scheidenden den Satz mit: „Du hast Deinen Fussabdruck als Vertreter des KKL-JNF in der Schweiz hinterlassen – und zwar einen sehr deutlichen.“ Ishay Haramaty, so betonte Arthur Plotke weiter, sei eine überaus „verlässliche Säule der Organisation“ in der Schweiz gewesen – und daran werde sich mit seiner Nachfolgerin sicher nichts ändern, gab sich der KKL-JNF Schweiz-Präsident zum Schluss der Feier optimistisch.

Judith Perl-Strasser und Ishay Haramaty

17


18

neuland 59

Porträt

„Der Gemeinschaft etwas zurückgeben“ Roy Matas, neues KKL-Vorstandsmitglied, stellt sich vor Die Verbindung zum KKL-JNF läge bei ihm sozusagen schon in der Familie, erzählt Roy Matas: „Meine Grosseltern lebten in Tel Aviv in der gleichen Strasse, in dem der KKL seinen ersten Sitz in der Stadt hatte.“ Und zwar unweit des Ortes, wo 1948 von David Ben Gurion der Staat Israel proklamiert wurde. Sie seien 1948 dort eingezogen und geblieben, bis seine Grossmutter 2009 verstorben sei. Aber auch abgesehen von familiären Bindungen hält der 48-Jährige, der für sein Studium vor 14 Jahren aus Israel in die Schweiz kam und hier geblieben ist, den KKL-JNF für eine wichtige Organisation und er freut sich darüber, hier mitmachen zu dürfen. Der KKL-JNF Schweiz sei nicht zuletzt ein wichtiges Verbindungsglied zwischen Juden und Nichtjuden, hält Roy Matas fest: „Dies auch durch den Umweltgedanken, der eben auch in der Schweiz immer wichtiger wird. Roy Matas ist im Technologie-Bereich tätig, also dem Bereich, den der ausgebildete Ingenieur aus eigener Erfahrung am besten kennt. In der Technologie, aber auch in der Jugendarbeit, glaubt der dreifache Familienvater sich am besten für den KKL-JNF einbringen zu können. Zwei Bereiche, so nimmt Roy Matas an, die auch für den jüdischen Nationalfonds wichtig seien. Nicht zuletzt ist Roy Matas seit eineinhalb Jahren auch Schaliach (Delegierter) des Jugendbundes Haschomer Hazair in der Schweiz. Zwar seien auch jüdische Jugendliche in der Schweiz heute vermutlich schwieriger anzusprechen und für Anliegen zu gewinnen als frühere Generationen, vermutet Roy Matas. Denn sie seien heute auch durch die ständige Präsenz beispielsweise in den sozialen Medien absorbiert. Dennoch: „Ich stelle auch weiterhin ein sehr grosses Interesse an Israel fest. Sei es durch eine Israel-Reise oder sonstige Verbindungen zum Land.“ Und nicht wenige junge, aber auch ältere Besucherinnen und Besucher Israels, so denkt er, würden bei ihren Aufenthalten im Land auch auf die Arbeit des KKL-JNF aufmerksam und verfolgen diese auch weiter. „Und das nicht nur an den Chagim wie Pessach oder Sukkot, an denen Tausende Menschen in die vom KKL-JNF betreuten Wälder strömen und so die Natur erleben.“ Natürlich sei auch der KKL-JNF im Wandel und es werde in Israel viel über die Rolle des Jüdischen Nationalfonds diskutiert. Aber das, so nimmt Roy Matas an, sei durchaus positiv zu werten, auch im Bereich Nachhaltigkeit.

So sehr Roy Matas und seine Familie mit Israel verbunden sind und es nach eigenen Angaben auch bleiben, so sehr fühlen sie sich nun in der Schweiz heimisch. Beeindruckt ist Roy Matas nicht zuletzt von der Sicherheit, der Effizienz und der Sauberkeit der Schweiz. Auch funktioniere der öffentliche Verkehr hier grossartig, zuverlässig und absolut vorbildlich. Mit weniger Begeisterung nimmt Roy Matas dagegen die Situation für Jüdinnen und Juden in manchen Ländern Europas zur Kenntnis, auch solchen, die nicht allzu weit von der Schweiz entfernt liegen: „Ich finde es aber gut, dass die jüdischen Gemeinden sich im Kampf gegen den Antisemitismus nicht beirren lassen.“ Auch auf diesem Gebiet, so Roy Matas, fühle man sich in der Schweiz immer noch etwas sicherer als anderswo. Auf jeden Fall fühle sich die Familie hier so wohl, dass man sich entschieden habe, den Schweizerpass zu beantragen. Inzwischen sind die Matas` Schweizer geworden und Roy Matas und seine Frau durften bei den kantonalen Wahlen von Ende März wählen. Ein Umstand, der Roy Matas sehr stolz macht: „Ich habe mich vorher ausführlich über die politische Situation in Zürich informiert, damit ich auch wirklich mitreden – und –mitbestimmen kann!“


neuland 59

Umweltschutz

„Urban Gardening“ in Bern KKL-JNF Ortskommissionsmitglied Daniel Lis möchte Ökologie und Religion verbinden Daniel Lis blickt auf der Dachterrasse der Jüdischen Gemeinde Bern (JGB) um sich. In der unmittelbaren Umgebung weht die Flagge der benachbarten US-Botschaft im kräftigen Wind, weiter hinten sind die noch schneebedeckten Berner Alpen zu sehen. Vom Nebengebäude ragt die Hinterseite der „Zehn Gebote“ in die Luft, es ist die Synagoge der Berner Kehilla (jüdische Gemeinde).

die nach den Kidduschim eines jeweiligen Schabbat zwangsläufig anfallen, nicht einfach in einem Abfallsack entsorgen will, sondern sie auf der Dachterrasse kompostiert und so in Humus verwandelt, der wieder benutzt werden kann. Dies mit Hilfe von Kompostwürmern, „die irgendwie den Weg hier auf die Dachterrasse geschafft haben“, wie Daniel Lis schmunzelnd erzählt.

„Hier sehen wir die einzige freie Fläche der Gemeinde ausserhalb des Gebäudes“ erklärt Lis. Und diese Freifläche wolle man nutzen, um Gedanken der Religion, der Lebensmittel und der Ökologie nützlich miteinander zu verbinden.

Erfreulich sei, so fasst Daniel Lis das Projekt „Urban Gardening“ zusammen, dass die Jungen in der JGB mit von der Partie seien, auch im Rahmen des Religionsunterrichts.

Die Initialzündung, diese Dachterrasse häufiger zu benutzen, kam an einem jüdischen Feiertag. Einem, der allerdings, so sagt Daniel Lis, bis dann in Bern kaum begangen worden sei. Vor drei Jahren an Tu Bischwat, dem Neujahrsfest der Bäume, hätten Gemeindemitglieder erstmals einen Granatapfel gepflanzt. Der überraschende Erfolg dieser ersten Anpflanzung ermutigte Daniel Lis und einige weitere Mitstreiterinnen und –streiter, das Experiment fortzusetzen. In einigen Palettkisten wurden in der Folge Gemüse, Salat, ja sogar ein Olivenbaum angepflanzt: „Die Idee, die dahinter steckt ist, die landwirtschaftliche Bedeutung der jüdischen Feste noch deutlicher herauszustreichen.“ Daniel Lis, ein promovierter Judaist und Sozialanthropologe, setzt heute einen seiner Schwerpunkte in die Ökologie/Landwirtschaft und ist in diesem Zusammenhang auch überrascht, dass die landwirtschaftlichen Gesetze der Halacha, die ebenso klar formuliert sind wie beispielsweise die Speisegesetze oder auch die Gebote von Schabbat und den Chagim, oft weniger beachtet werden: „Dabei sind sie genauso wichtig wie die anderen.“ Der 44-jährige Vater zweier Kinder ist fasziniert von den Ideen der Permakultur; diese stammt aus dem angelsächsischen Raum und will vereinfacht gesagt, die bestehenden Ressourcen so gut als möglich nutzen und die Naturkreisläufe wieder herstellen. So können beispielsweise Bohnen, die angepflanzt werden, den Boden gleichzeitig mit Stickstoff anreichern, ohne dass man Kunstdünger einsetzen muss. In Bern heisst das u.a. auch, dass man die Küchenabfälle,

Der Naturschutz-Gedanke ist auch der Hauptgrund dafür, dass sich der Judaist und Sozialanthropologe nun auch beim KKL-JNF engagiert. Israel sei in vielen Dingen des Landschaftsschutzes an vorderster Front dabei, die Urbarmachung der Wüste sei dabei nur ein, wenn auch bekanntes Beispiel. Der KKL-JNF habe hier immer eine ganz wichtige Rolle gespielt. Hier möchte sich der Berner, der auch in Israel studiert hat und fliessend Ivrith spricht, gerne einbringen. Schön wäre es, so sagt er auch noch über sein Engagement beim KKLJNF, wenn die Schweiz eigene Projekte einbringen könnte. Als Hauptinitiant des Berner „Urban Gardening“-Projektes, das auf engstem Raum gedeiht, und vieler anderer Initiativen und Aktivitäten im grünen Bereich kann er da natürlich einiges an Erfahrungswerten in die Waagschale werfen.

19


Impressum neuland 59 – Juni 2019 Redaktion/Texte: Peter Bollag, Arthur Plotke, Doris Hummer. Layout: Lior Pardo Fotos: Archiv KKL-JNF Israel und Schweiz Papier: Dieses Magazin wurde auf altpapierhaltigem und FSC-zertifiziertem Papier gedruckt.

Foto: Yossi Zamir

Keren Kayemeth Leisrael Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz) Schweizergasse 22 Postfach 8021 Zürich Tel 044 225 88 00 www.kklschweiz.ch info@kklschweiz.ch PC 80-21891-0 CH54 0900 0000 8002 1891 0

Foto: JINIPIX

Über eine 1,5 Millionen Besucherinnen und Besucher verbrachten den Jom Ha’atzma‘ut (Unabhängigkeitstag Israels) in den Parks und Wäldern des KKL-JNF bei einer ihrer Lieblingsbeschäftigungen – dem Grillieren. Es war ein fröhlicher Festtag, den unzählige Familie von Familien für einen Ausflug mit Picknick nutzten. KKL-JNF Förster patrouillierten in den Wäldern und verteilten biologisch abbaubare Abfallsäcke an die Besucher. Am späteren Nachmittag verstärkten die KKL-JNF-Teams den Reinigungsvorgang, indem Sie die Müllsäcke aus den Wäldern entfernten und die Parkplätze reinigten. Auch am Wochenende nach dem Unabhängigkeitstag sind die Förster und Mitarbeiter damit beschäftigt die Wälder und Erholungsgebiete vom hinterlassenen Abfall zu säubern, um sie den Naturliebhabern wieder im ursprünglichen Zustand zu überlassen. In diesem Jahr stiegen die Besucherzahlen in allen KKL-JNF Parks und Wälder deutlich an

Bleiben Sie informiert... ...indem Sie uns Ihre E-Mail-

Adresse schicken. Entweder an info@kklschweiz.ch oder über unser elektronisches Kontaktformular unter www.kklschweiz.ch/kontakt


Turn static files into dynamic content formats.

Create a flipbook
Neuland 59 by kklschweiz - Issuu