neuland 62
Im israelischen Wald Warum Aufforstung so wichtig ist Seite 4-5
Einmal in sieben Jahren
Blick in die Geschichte
Richtige Frau zur richtigen Zeit
Das Schmita-Jahr stellt besondere Anforderungen Seite 6
Der KKL-JNF 1948-2022
Anat Gold - ein Porträt
Seite 8-11
Seite 24-25
Inhaltsverzeichnis neuland 62
Weitere Artikel im neuland Der KKL-JNF war bei allen drei Schwerpunkten dabei Klima-Konferenz in Glasgow im November 2021, Expo Dubai sowie UNO-Klimaziele: Ein Rück- und Ausblick zugleich. Seiten 20 & 21
Ein effektives Modell für viele Länder In einer der ärmsten Regionen Afrikas engagiert sich der KKL-JNF, zusammen mit anderen Organisationen, um Wege aus der Armut aufzuzeigen. Seiten 14 & 15
Als «Schweizer Botschafter» nach Mexiko Als Botschafter der jungen jüdischen Schweizerinnen und Schweizer nach Mexiko gereist: Jonathan Bollag vertrat sein Land an der Zionist Leadership Academy in Mittelamerika. Seite 23
Eine aussergewöhnliche Reise-Begleitung 120 Jahre KKL-JNF - eine Ausstellung zum grossen Jubiläum erfreut auch Reisende auf dem Ben Gurion-Flughafen in Tel Aviv. Seite 22
Seite 07 | Seite 12 | Seite 13 | Seite 16 | Seite 17 | Seite 18 | Seite 19 | Seite 26 | Seite 27 | 2
In Israel wurde ein spezielles Tu Bischwat-Fest gefeiert Unsere aktuellen Projekte – eine Übersicht Vorankündigung Reise nach Israel Setzlinge für Bäume («Seeds for Trees») Die Baumschule Eshtaol – eine ökologische Attraktion Studie: Solarenergie soll in Israel gefördert werden Der KKL-JNF hilft ukrainischen Flüchtlingswaisen Vorschau auf das Gartenfest 2022 QR Code: Einfach erklärt
Titelbild: iStockphoto
Titelbild: Wadi Lotem, Region Haifa - Israel
Editorial neuland 62
Liebe Freundinnen und Freunde des KKL-JNF
B
eim Schreiben dieses Editorials tobt der furchtba-
den. Ferner arbeitet der KKL-JNF mit dem Tel Aviver Heschel Zen-
re Krieg in der Ukraine. Millionen Menschen sind auf
trum für Nachhaltigkeit zusammen, um die in Israel verfügbare
der Flucht, darunter viele Frauen und Kinder. Auch der
Solarenergie besser zu nutzen. Es ist leider eine Tatsache, dass
KKL-JNF beteiligt sind an der Hilfsaktion und bringt jüdische
unsere Welt zunehmend verschmutzt wird und der Übergang zu
Waisenkinder aus der Ukraine nach Israel in Sicherheit. Wir
erneuerbaren Energien nicht mit der dringenden Notwendigkeit
berichten darüber auf Seite 19.
zusammengeht, die globale Erwärmung zu stoppen.
120 Jahre nach der Gründung des KKL-JNF in Basel identifizie-
Ich möchte Ihnen bei dieser Gelegenheit auch mitteilen, dass wir
ren uns immer noch viele Spenderinnen und Spender mit einer
in den letzten 15 – 20 Jahren an die 120 verschiedene Schweizer
Organisation, die in erster Linie Bäume im ganzen Land pflanzt
Projekte in Israel, von Norden bis Süden, dank unseren Spende-
und Wälder angelegt hat. Dies freut uns einerseits sehr, ande-
rinnen und Spendern realisiert haben, vor allem in folgenden
rerseits sind unsere Aufgaben viel umfassender und vielseitiger.
Bereichen: Gemeinden, Tourismus, Umwelt & Freizeit, Ausbil-
Wir pflanzen nicht nur Bäume, wir pflegen auch unsere Wälder,
dung & Erziehung, Forschung, Archäologie u.v.m. Millionen von
erstellen behindertengerechte Waldwege, Kinderspiel-, Rast-
Bewohnerinnen und Bewohnern sowie Touristen schätzen und
und Picknickplätze. Bäume vermindern Luftbeschmutzung im
nutzen diese Anlagen und Infrastrukturen regelmässig, vor al-
immer dichter besiedelten Israel und sorgen ausserdem für
lem auch an den Feiertagen.
Sichtschutz vor Angriffen in Grenzgebieten. Der KKL JNF ist für die Forstwirtschaft Israels zuständig.
Dafür möchten wir Ihnen allen herzlich für Ihre jahrelange, sehr geschätzte Hilfe und Unterstützung danken. Unsere Schweizer
Wir sind auch in der Wasserwirtschaft tätig: Israel ist ein trocke-
Spenderinnen und Spender haben grosse Fussabdrücke in Is-
nes Land und Wasser eines der wichtigsten Güter. Der KKL-JNF
rael hinterlassen. Bitte besichtigen Sie unsere Projekte bei einer
hat bereits über 230 Wasserreservoire mit aufbereitetem Was-
Ihrer nächsten Reisen nach Israel. Wir helfen Ihnen gerne dabei.
ser für die Landwirtschaft errichtet. Wir reinigen auch Bäche und Flüsse zusammen mit anderen nationalen Institutionen. Gerade in der Forschung und Entwicklung im Umweltbereich
Toda Raba!
sind wir sehr aktiv tätig. Wir entwickeln neue landwirtschaftli-
Chag Haatzmaut Sameach!
che Technologien und sind auch bei der Nutzung von Biofiltern,
Mit herzlichem Schalom
der Reduzierung von Pestiziden mittels Forschung zur natürlichen Schädlingsbekämpfung und Rettung der Bienen sowie der Schaffung neuer Methoden, um den Wasserverbrauch zu senken, immer an vorderster Front dabei. Ich freue mich, Ihnen in dieser Ausgabe unsere beiden neu-
Arthur Plotke
esten Schweizer Projekte vorzustellen:
Präsident des KKL-JNF Schweiz
Die Baumschule Eshtaol, eine ökologische Attraktion, und eine Zusammenarbeit zur Förderung der Solarenergie in Israel. Die Baumschule Eshtaol zieht Pflanzen auf, mit denen neue Wälder gepflanzt oder erneuert werden. Auch Gewächshäuser lassen sich «intelligent» gestalten mit umweltfreundlicheren Metho-
P.S. An Jom Haatzmaut wird in Israel in den Parks und an Picknickplätzen des KKL-JNF landesweit eifrig grilliert. Darum möchten wir Ihnen mit dieser Ausgabe symbolisch einen feuerfesten, betont patriotischen Topfhandschuh überreichen, den Sie sicher auch hier in der Schweiz beim Grillieren oder Kochen ganz praktisch verwenden können.
Aufforstung ist wichtig – trotz allem BEITRAG VON GILAD OSTROVSKY*
widersprüchlichen Auswirkungen der Aufforstung auf das Klima
Wie wichtig ist die Aufforstung der israelischen Wälder mit Blick auf die Klimakrise? Ein Expertenstreit wirft ein Schlaglicht auf dieses bedeutende Thema.
ist in der Tat spannend, doch wird man der Diskussion nicht mit
W
ist. Da dieser Zeitraffer dem Alter der meisten gepflanzten Wäl-
Schlagworten gerecht. Die Klimaforschung zeigt, dass Jahrzehnte vergehen müssen, bevor ein Gleichgewicht zwischen einer Änderung der Albedo (das Mass der Helligkeit eines Körpers, die auch einen Einfluss auf das Klima hat) und der Aufnahme von Kohlenstoff erreicht
enn der KKL-JNF als Organisation, welche die
der in Israel entspricht, haben die meisten von ihnen bereits ein
Forstarbeit in und für Israel macht, einen Wald
Gleichgewicht erreicht oder sogar übertroffen. Untersuchungen
neu anpflanzt oder nach einem der leider zahlrei-
des Weizman-Institutes zeigen nun: Selbst in einem Gebiet, in
chen Feuer Wälder, die zerstört sind, rehabilitiert, verfolgt er
dem der Albedo-Effekt hypothetisch eine Erwärmung verur-
eine umsichtige Politik der Aufforstung. Diese wird ja auch
sacht, reguliert der Wald weiterhin die «lokale Temperatur» in
durch Aussaat von Samen umgesetzt. Leider wird diese Auf-
einer sehr signifikanten Weise.
forstungspolitik, die gerade in der Klimakrise eine grosse Rolle spielt, momentan ausgerechnet in Israel oft stark in Frage
Der Einfluss Israels als kleines Land auf die Mässigung des
gestellt.
globalen Klimas ist minimal. Dennoch werden wir von diesem beeinflusst, und daher sollte ein intaktes Waldsystems von
Zum Beispiel von Alon Rothschild, Koordinator für Biodiversität
grossem Interesse sein. Und tatsächlich bieten Wälder auf der
bei der Gesellschaft zum Schutz der Natur in Israel. Rothschild
lokalen Klimaebene echte Vorteile, insbesondere durch den küh-
behauptete nämlich, die Aufforstung leiste entgegen der weit
lenden Effekt, den sie erzeugen. Und abgesehen davon: Sind wir
verbreiteten Meinung keinen wirklichen Beitrag zur Milderung
nicht verpflichtet, uns darauf vorzubereiten, eine ständig wach-
der Klimakrise. Der wissenschaftliche Streit über die scheinbar
sende Bevölkerung in unseren unbebauten Gebieten «auffan-
4
Jetzt kommen die «Försterinnen und Förster der Zukunft» Der KKL-JNF ist nicht nur Israels inoffizielles «Forstministerium», er tut seit kurzem auch etwas zur Berufsausbildung von Försterinnen und Förstern. Er bietet nun nämlich erstmals einen berufsbegleitenden Kurs zur Ausbildung an. 29 junge Leute, darunter sehr viele Frauen (siehe dazu auch Foto links), nahmen in Nes Harim, dem landwirtschaftlichen Zentrum des KKL-JNF, an diesem erstmaligen Ausbildungskurs teil. Kurs-Verantwortlicher war Gilad Ostrovsky, Chef-Förster beim KKL-JNF. Die Kurs-Teilnehmenden waren Studentinnen und Studenten aus verschiedenen Gebieten wie der Landwirtschaft, der Biologie oder anderen verwandten Fächern. Der Kurs selbst bestand aus drei Teilen: Nach einem Theorie-Teil, der rund sechs Wochen dauerte, ging es auch um einen praktischen, dreimonatigen Teil, der vor allem unter dem Motto stand «Learning by doing» und natürlich nicht zuletzt in der Natur durchgeführt wurde. Schliesslich machten sich die Teilnehmenden gen» zu können, insbesondere während des langen israelischen Sommers und genauso in einer Zeit des Klimawandels? Die Ausdünnung der Wälder ist für die Bewirtschaftung des Waldes von entscheidender Bedeutung: Sie formt und stärkt ihn und verbessert seine Widerstandsfähigkeit gegen den Klimawandel und unzureichende Wasserversorgung. Ausgerechnet jetzt sollten wir in einem Land mit der Bevölkerungsdichte Israels unsere Aufmerksamkeit auf die Aufforstung als Mittel zur Verbesserung von Gebieten richten, die unter Versteppung leiden. Dies, um zusätzliche Grünräume an den Stadträndern zu schaffen. Alle diese Vorteile - Schatten, Kühlung, Erholung und Verhinderung von Hochwasser - sind nur einige der ökologischen Dienstleistungen, die die Wälder der Öffentlichkeit bieten und die Alon Rothschild erstaunlicherweise völlig ignoriert. Neben ihrem ökologischen Beitrag bieten Wälder auch eine Reihe von sozialen, kulturellen und ökologischen Vorteilen und sind Teil des ökologischen Korridorsystems Israels. * Gilad Ostrovsky ist Chef-Förster und Direktor der Forstabteilung des KKL-JNF
auch noch in den verschiedenen Abteilungen des KKL-JNF über Arbeitsprozesse kundig. Hanna Erdfarb, die aus Nes Harim selbst kommt, sagt: «Ich bin dem KKLJNF sehr dankbar für diese einzigartige Gelegenheit, diese Ausbildung zu bekommen, zusammen mit anderen jungen Menschen.» Ihre Kollegin Sagi Gottlib aus Pardes Hanna fügt hinzu, ihr «platze» wegen all dieser erhaltenen Information «fast der Kopf. Und Absolventin Nora Eini aus Bat Galim spricht vor allem die Tatsache an, dass so viele junge Frauen den Kurs absolvieren: «Der KKL-JNF hilft damit mit, aus dem Forstberuf nicht zuletzt auch einen Beruf zu machen, der Frauen fördert!». Umgekehrt sieht Gilad Ostrovsky diesen Kurs auch als Chance für den KKL-JNF an: Nämlich den Kontakt mit den nächsten Generationen auf einem ganz wichtigen Gebiet zu pflegen: «Das ist uns sehr wichtig!» 5
Ein ganz besonderes Jahr
Weiters hält sich der KKL-JNF während des Schmita-Jahres u.a. an die folgenden Parameter:
Behandlung vorhandener Bäume im Wald Die Arbeiten zur Erhaltung der bestehenden Wälder werden fortgesetzt, einschliesslich schädlings- und krankheitsbekämpfender sowie Brandschutzmassnahmen.
In einem Schmita-Jahr, in dem wir uns
wortungsvoll mit natürlichen Ressourcen
Setzlingsproduktion in den Baumschulen
gerade wieder befinden, ist der Festtag
umzugehen und den Boden nicht übermäs-
Tu Bischwat wie das gesamte Jahr in
sig zu bewirtschaften. Mit der Rückkehr
Setzlinge werden auf speziellen bodenfrei-
Israel eine spezielle Herausforderung,
des jüdischen Volkes ab der zweiten Hälfte
auch für den KKL-JNF.
des 19. Jahrhunderts in das eigene Land, aber spätestens mit der Staatsgründung
en Substraten vorbereitet (Aussaat, Bewegen, Vergiessen), die vom Boden getrennt sind, unter Beschattung, die mindestens 51% Abdeckung bietet.
Die Schmita-Gesetze sind vor allem für
1948, musste es eine praktische Lösung
das Land Israel relevant. Das Gebot, das
für die Schmita-Gesetze geben. Dabei war
Land sich selbst zu überlassen, bzw. es
man sich auch unter den massgebenden
brach liegen und damit ruhen zu lassen,
orthodoxen Rabbiner im Land nicht einig.
leitet sich aus der Torah ab: «Aber im sieb-
Es dauerte dann bis 2008, ehe die Knes-
Die Olivenernte im Herbst 5782/2022 ist
ten Jahr wird ein Sabbat der feierlichen
set ein Gesetz über das Sabbatjahr verab-
nach jüdischem Recht ohne Verbot erlaubt,
Ruhe für das Land sein, ein Sabbat für
schiedete.
da sie im Vorjahr gereift sind. Es gibt aber
noch deinen Weinberg beschneiden.» Weitere Hinweise auf Schmita finden sich in anderen biblischen Schriften, und gewisse jüdische Quellen widmen sich der
auch im Schmita-Jahr zwei Ausnahmen
In diesem Gesetz wurde beschlossen: ĺ Während des Schmita-Jahres werden
ökologischen Anordnung.
keine Baumpflanzungen für die Öf-
Dem Gebot des Sabbatjahres liegen ge-
auf dem Plant-a-Tree-Gelände für
sellschaftliche Konzepte wie die gleichmässige Verteilung und nicht zuletzt die Verringerung der Kluft zwischen Arm und Reich zugrunde. Geldverleihern wird befohlen, Schulden zu erlassen, und Landbesitzer sind angehalten, allen Menschen und Tieren freien Zugang zu ihrem Land und all seinen Erträgen zu gewähren. Das Land brach liegen zu lassen, steht auch im Einklang mit dem gewachsenen Umweltbewusstsein. Heute, wo ein Konsens darüber besteht, dass es wichtig ist, verant6
fentlichkeit durchgeführt, auch nicht Touristen und mit Schulkindern für Tu Bischwat. ĺ Der KKL-JNF verteilt keine Setzlinge an öffentliche Organisationen und Kommunen, einschliesslich Setzlinge für die Landwirtschaft. ĺ Die Vorbereitungen während des Schmita-Jahres für die Pflanzung im folgenden Jahr werden an Orten durchgeführt, die vom Rabbinat ausdrücklich genehmigt wurden.
beim Pflanzungsverbotes im SchmitaJahr, welche die entsprechende rabbinische Erlaubnis besitzen. Einmal, wenn es darum geht, bestehendes Land zu bewahren. Sowie bei der Sicherheit des Staates. Dazu KKL-JNF-Förster Hagai Yavlovich: «Die Dörfer entlang der Grenze zum Gaza-Streifen dürfen deshalb auch in diesem Jahr Anpflanzungen vornehmen, da sie die Bewohnenden vor Beschuss schützen können und so lebensrettend wirken.» Und Hagai Yavlovich sagt auch noch: «Wenn wir in der Landwirtschaft in diesen Monaten eine Pause einlegen, werden wir uns bewusst, dass das Land nicht einfach Privatbesitz ist. Es gehört niemanden und wir müssen dies respektieren.»
Bild: pexels-przemek-markowski
den Herrn; du sollst weder dein Feld säen
Olivenernte in vom KKL-JNF verwalteten Flächen
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In Israel wurde ein spezielles Tu Bischwat-Fest gefeiert Die diesjährigen Tu Bischwat-Feiern in
sphäre sangen alle die schönsten Tu Bisch-
Israel wurden unter zwei Hauptthemen
wat-Lieder und tanzten zu der Musik, die
durchgeführt: Einmal das Schmita-Jahr
von der «Musikbühne» des KKL-JNF-Trucks
und zum anderen die ersten Feierlich-
kam. Abschliessend erhielten die Teilneh-
keiten seit 2019, die nur wenig unter Co-
mer Päckchen mit getrockneten Früchten
rona zu leiden hatten.
und viele Überraschungen für das Fest.
Der KKL-JNF feierte Tu Bischwat, das Neu-
Die Zeremonien wurden mit
jahrsfest der Bäume, diesmal erstmals
musikalischer Unterstützung
wieder seit 2019 mit der breiten Öffentlich-
begleitet, dies mit
keit im ganzen Land. So fuhr der KKL-JNF-
Feiertagsliedern, Videos und Erzählungen, die sich mit der langen Tradition des Chag befassten. Alle Teilnehmenden genossen die Päckchen mit getrockneten Früchten nach bester Tu Bischwat-Tradition. Einen besonderen Raum nahm in diesem Jahr das Thema von «Schnat Schmita» ein: Zu Ehren die-
Arbeiten auch ein gewisser «fun»-Faktor nicht fehlen, ebenso wie bei den traditionellen Tu Bischwat-Sedarim, die ebenfalls wieder in vielen Gemeinden, Städten und Dörfern stattgefunden haben.
ses alle sieben Jahre begangenen Jahres, in dem das Land «ruhen» muss, erwidert der KKL-JNF sozusagen den Wäldern und Truck auf den Strassen durch das ganze
der Umwelt ihre Liebe.
Tu Bischwat in der Schweiz Im Gegensat z zu Israel fanden die diesjährigen Tu Bischwat-Feiern in der Schweiz auf-
Land, von Nord nach Süd und machte an ganz verschiedenen Orten Halt, um Men-
Organisierte Gruppen und Vertretungen
grund der epidemischen Lage auch dies-
schen in Krankenhäusern, Pflegeheimen,
der breiten Öffentlichkeit kamen des-
mal weitgehend online statt. So wurde wie
Militärstützpunkten, Wohnheimen, Stadt-
halb in die vom KKL-JNF betreuten Wälder
jedes Jahr ein Versand an Spenderinnen
zentren und weiteren Orten eine Freude zu
im ganzen Land, um dort bei zahlreichen
und Spender mit Datteln aus Israel durch-
bereiten.
Arbeiten mitzuhelfen, wie: Wiederherstel-
geführt. Dabei wurde diesmal besonders
lung zerstörter oder beschädigter Wälder,
auch auf die Aktion «Setzlinge für Bäume»
Vertreter des KKL-JNF, zusammen mit loka-
Zurückschneiden von Bäumen, aber auch
aufmerksam gemacht (s. dazu auch Seite
len Kräften, trafen sich mit dem Publikum
Sanierung und Reinigung von Wegen und
16). und ebenso auf das laufende Schmita-
und in einer besonderen Feiertagsatmo-
Strassen. Natürlich durfte bei allen diesen
Jahr. Auch die traditionelle Verteil-Aktion in den Schulen und bei Jugendbünden in verschiedenen Gemeinden fand in diesem Jahr wieder wie schon im letzten Jahr leider auch nur virtuell statt, stiess aber dennoch auf grosses Interesse. In Bern, wo ebenfalls nur online gefeiert wurde, gab es einen virtuellen Spendeaufruf für die Pflanzbehälter auf der Dachterasse des Gemeindehauses. Diese müssen ersetzt werden. Gleichzeitig kamen alle Schweizer Freundinnen und Freunde des KKL-JNF wieder in den Genuss einer Online- Israel-Reise, in der Hoffnung, dass solche Reisen bald ebenso wieder möglich sind wie alle anderen Aktivitäten (s. dazu auch Seite 13). 7
120 Jahre KKL-JNF
«Die am meisten geschätzte Institution des jüdischen Volkes» Die Geschichte des Jüdischen Nationalfonds von der Staatsgründung 1948 bis zur Gegenwart.
D
ass der KKL-JNF eine der wichtigsten Organisationen
Land in einen blühenden Garten zu verwandeln und Tausenden
bei der Gründung des Jüdischen Staates im Mai 1948
von neuen Einwanderinnen und Einwanderern Einkommen zu
war, zeigte sich schon kurz danach: Nur gerade zwei
verschaffen sowie Bildung, um die Bindung der Jugendlichen an
Tage, nachdem der Staat von David Ben-Gurion in Tel Aviv of-
das Land und den Staat zu stärken.
fiziell vor der Welt proklamiert worden und während bereits der Angriff arabischer Armeen auf das kleine Land in vollem Gang war, erhielt das Hauptbüro des Jüdischen Nationalfonds ein Schreiben von Aharon Chisling, dem Landwirtschaftsmi-
Erste Erfolge zeigen sich Erste Erfolge zeigten sich bald: Schon 1950 konnte man beim
nister der noch provisorischen Regierung Israels.
KKL-JNF mit Stolz sowohl auf acht Millionen neue Bäume (zwei
Diesen ersten Brief als Minister richtete Chisling offensicht-
lungen schauen, die im Galil, den Judäischen Hügeln und dem
lich stolz an den KKL-JNF als «die am meisten geschätzte Institution des jüdischen Volkes, die die Landbasis und die soziale und sicherheitspolitische Grundlage für den Aufbau des Staates gelegt hat». Die Verantwortlichen des KKL-JNF schrieben als Antwort an den Minister aus dem (noch) belagerten Jerusalem nach Tel Aviv zurück: «Der KKL-JNF, der seit seiner Gründung daran gearbeitet hat, die Einheit der hebräischen Landwirtschaft
Millionen in einem einzigen Jahr) als auch auf die 25 neuen SiedJerusalemer Korridor errichtet worden waren. Ein anderer Schwerpunkt befand sich im Norden: Dort richtete man sein Haupt-Augenmerk auf die Hula-Sümpfe. Die Trockenlegung dieser Sümpfe und die Rückgewinnung des schlammigen Bodens für die Landwirtschaft war das gross angelegte Unterfangen von KKL-JNF in seinem sechsten Jahrzehnt und das erste des noch jungen Staates.
in Erez Israel zu stärken, wird auch in Zukunft den Prinzipien der Landerlösung treu bleiben. Im Rahmen eines autonomen hebräi-
Mit Hilfe internationaler Firmen und aus dem
schen Regimes, frei von den feindlichen Einschränkungen, wird
Ausland gelieferter technischer Geräte war
der KKL-JNF bestrebt sein, nationale Landflächen für Einwande-
die Hula-Entwässerung bis dahin das grösste
rer und Siedler zu schaffen.» Worte, welche sogleich in die Tat
Entwicklungsprojekt des Staates.
umgesetzt wurden. Feierliche Pflanzungen an Tu Bischwat und Zeremonien der ErstAls Erbe der britischen Mandatsregierung übernahm diejenige
lingsfrüchte an Schawuot wurden in den sechziger Jahren zu
Israels zunächst einmal etwa 400.000 Dunam, meist Felsland,
einem festen Bestandteil der Lehrpläne der Schulen. Es gab in
einschliesslich grosser Gebiete im Negev, dem Süden Israels.
dieser Zeit kein Kind in Israel, das während seiner Schullaufbahn nicht mindestens einen Baum gepflanzt hat. Die berühmte
Der Anbau dieses Gebiets war nun sowohl
«Blaue Büchse» war in praktisch jedem Klassenzimmer des Lan-
aus Sicherheitsgründen als auch aus
des zu finden und als Zeichen der Verbundenheit auch auf vielen
bevölkerungspolitischer Sicht dringend.
Tischen und Kommoden jüdischer Familien in «Chuz Laaretz».
Die Tore des Landes hatten sich für die grosse Einwanderungs-
Bald stand aber eine ganz andere Herausforderung an, für das
welle geöffnet, und der KKL-JNF beteiligte sich an vorderster
ganze Land und damit auch für den KKL-JNF: Der Sechstage-
Front an dieser grossen, aber auch schwierigen Aufgabe. Die
Krieg im Juni 1967. Durch den Gebietszuwachs im Anschluss an
Regierung ihrerseits sah den KKL-JNF als lebenswichtig in drei
die zahlreichen Eroberungen war man während Jahren damit be-
Schlüsselbereiche an: Landgewinnung; Aufforstung, um das
schäftigt, zusätzliche Siedlungsgebiete zu erschliessen.
8
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Verlegung von Wasserleitungen im Negev
Partner des KKL-JNF: David Ben Gurion
Bäume pflanzen im Negev
Entwässern der Hula-Sümpfe mit schwerem Gerät
Alltägliches
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Auch der Jom Kippur-Krieg von 1973 bedeutete für den KKL-JNF wie für das gesamte Land eine grosse und schwierige Aufgabe. Und daran änderte sich auch in den folgenden Jahren kaum etwas: In jenen Jahren, so etwa ab 1975, entwickelte sich die moderne Forstwirtschaft Israels. Als Folge davon befasste sich der KKL-JNF nun nicht nur mit der Planung und Pflege von Wäldern, sondern schützte diese auch vor Feuer – nicht zuletzt vor Brandstiftung, die von antiisraelischen Elementen ausgingen. Die erste Intifada, der Palästinenseraufstand, hinterliess ab 1987 ihre Spuren nicht nur in Gebieten, in denen jüdische und arabische Gemeinden Seite an Seite standen, sondern eben auch in Wäldern, die zu den traurigsten Opfern gehörten. In seinem Krieg gegen die Flammen richtete man eine umfangreiche Feuerwehrtruppe ein, darunter Geländelöschfahrzeuge und 40 Wachtürme im ganzen Land. Am schlimmsten in diesem Zusammenhang war der gewaltige Waldbrand von 1989: Drei Tage lang stand der Berg Carmel in Flammen und verzehrte Zehntausende von Dunam, darunter die als «Kleine Schweiz» bekannten Hänge. Weitere 1.200 Brände brachen in diesem «heissen Sommer» aus, mehr als das Doppelte des Jahresdurchschnitts, und verschlangen 10.000 Dunam bepflanzten Wald und 40.000 Dunam natürliche Wälder.
Hoch zu Ross
Raketen und Einwanderer Die neunziger Jahre wiederum begannen mit Baumpflanzungen unter ungewöhnlichen Umständen: Scud-Raketen, die im Januar 1991 aus dem Irak abgefeuert wurden, waren in der Nacht zuvor in Israel gelandet. Dennoch wurden Reisende, darunter auch Zehntausende Neueinwandernde aus der zerfallenden Sowjetunion, an jenem Tag auf den Strassen des Landes gebeten, an KKL-JNF-Standorten anzuhalten, um einen Baum zu pflanzen. Die Informationsabteilung änderte ihr geplantes Wintermotto «Steh auf und pflanze» in: «Shtilim lamrot tilim – also Knospen trotz Scuds». Grosse Tu Bischwat-Pflanzzeremonien mussten wegen des Golfkrieges zwar abgesagt werden. Dennoch gelang es dem KKL-JNF, 20 Pflanzstellen entlang der Hauptstrassen vorzubereiten. Bei einer Zeremonie, bei der Kadettenpiloten an der Pflanzung teilnahmen, witzelte ein Beobachter: «Blumen pflanzten Bäume»; Glückliche Zeit nach der Staatsgründung
das hebräische Wort «Prachim» bedeutet sowohl «Kadetten» als auch «Blumen». Doch gab es immerhin am Ende jenes Jahres auch noch fröhliche Gesichter: Zum 90. Geburtstag des KKL-JNF versammelten sich im Stadt-Casino von Basel rund 1000 Personen, um das historische Ereignis gebührend zu begehen. Ab dem Jahre 2000, das auch in Israel mit gebührenden Feierlichkeiten begrüsst worden war, veränderte sich die Agenda auch des KKL-JNF, der bald auch seinen 100. Geburtstag feiern wird, ziemlich drastisch: Zum einen war die Bevölkerung Israels mit schwindelerregender Geschwindigkeit gewachsen, womit sich der Druck auf die Grünflächen des kleinen Landes noch verstärkte. Als Reaktion darauf verstärkte der KKL-JNF die Bemü-
Der Staat im Aufbau
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hungen, seine Wälder nicht nur als ein System zu etablieren, das lebenswichtige ökologische Dienstleistungen erbringt, sondern
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auch als wichtige Ressource für Erholung und Freizeit zugunsten der israelischen Gesellschaft stärker zu nutzen. Neue Parks und Freizeitanlagen, aber auch Naturreservate, entstehen nun im ganzen Land. Spätestens ab etwa 2010 waren die Auswirkungen des Klimawandels und der Umweltzerstörungen ein dominierendes Thema. Diese Bedrohungen erforderten neue Strategien bei der Bewirtschaftung der Wälder des Landes. Daher verfasste der KKL-JNF zum ersten Mal in Israel eine aktuelle Forstdoktrin, ein umfassendes und detailliertes Dokument mit Anweisungen und Richt-
Der Wald bei Carmel nach dem Feuer
linien.
Schwerpunkt Wasser Kaum weniger wichtig war und ist der Umgang mit einem der wertvollsten Güter der Welt: dem Wasser. Der KKL-JNF legte im ganzen Land nun umfangreiche Wasser-Reservoirs an. Unter anderem wurden Stauseen an verschiedenen Orten im Lande geschaffen. Diese Stauseen liefern etwa die Hälfte der Wassermenge, die in der gesamten israelischen Landwirtschaft verbraucht wird. Als vorläufig letzte besondere Herausforderung für den KKL-JNF wie eigentlich die gesamte Menschheit bricht ab Februar 2020 Covid-19 auch über Israel und den KKL-JNF herein. Zuerst werden alle Aktivitäten, beispielsweise für Jom Haazmaut, abgesagt. Als im Sommer aber die Leute wieder ins Freie gehen dürfen, werden die Parks und Freizeitanlagen, die der KKL-JNF betreibt, regelrecht gestürmt. Und im Sommer 2020 ist das Eröffnungskonzert zu den 120-Jahr-
Niram-Stausee im Negev 2004
Feierlichkeiten des KKL-JNF eines der ersten kulturellen Veranstaltungen, das überhaupt wieder stattfinden kann. Dieses Konzert im Amphitheater des Ben Shemen-Wald ist hoffentlich
Shlomi Shabbat beim Auftritt in Mitzpe Modiin - Ben Shemen Wald
ein Symbol dafür, dass das Leben in Israel nach dem Ende der Pandemie wieder in normalen Bahnen verläuft. Und diese längst vergessen ist, wenn der KKL-JNF 2026 auf 125 Jahre zurückblicken kann.
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Begehbares Kunstwerk am am Flughafen Ben Gurion
Projekte Karte Master CH 1-8 Kopie.pdf
1
17.03.22
15:37
Unsere aktuellen Projekte Heschel Solarenergie Studie zur Sonnenenergie
Die biblische Stätte Sataf befindet sich südwestlich von Jerusalem und wurde schon lange vor den Römern landwirtschaftlich genutzt. Zwei Quellen ergiessen sich vom Berg hinunter ins Tal und bewässern die landwirtschaftlich genutzten Terrassen – eine Hommage an die Jahrtausende alte hebräische Bewässerungstechnik, welche fast in Vergessenheit geraten ist. Einwohnerinnen und Einwohner von Jerusalem und Umgebung dürfen in Sataf Schrebergärten anlegen und bearbeiten – eine Besonderheit für Israel.
Zusammen mit dem Heschel Zentrum für Nachhaltigkeit arbeitet der KKL-JNF an einer Forschungsstudie. Die soll zeigen, wie die wichtige Solarenergie in Israel besser und effizienter unterstützt werden kann.
Aktuelles Projekt: neues Besucherzentrum
Eshtaol Pilotprojekt Gewächshaus In einer der drei Baumschulen des KKL-JNF im Zentrum Israels wird ein spannendes Pilotprojekt durchgeführt: Ein gewächshausartiges Gebäude wird über einem Betonuntergrund errichtet und bietet so auf vielerlei Arten Vorteile für die Setzlinge. Mehr dazu auf Seite 17
Mitte lmee r
Sataf Besucherzentrum
Mehr dazu auf Seite 18
Schweizerwald Neuer Aussichtspunkt Der Schweizerwald im Norden Israels, oberhalb der Stadt Tiberias, zeichnet sich durch atemberaubende Aussichtspunkte auf den Kinneretsee aus. Der Wald zieht sich über steile Hänge und bietet spannende Ausblicke auf den See und die Golanhöhen. Dank Schweizer Spenden konnten im Schweizerwald in Israel bereits diverse Projekte realisiert werden. An Wochenenden und Feiertagen ist dieser wunderschöne Wald ein Anziehungspunkt für Jung und Alt. Im Schweizer Wald im Norden Israels wird weiter am neuen Aussichtspunkt im geplanten Besuchs-Zentrum gebaut und geplant. Mehr dazu im nächsten neuland.
Nes Harim Jugenddorf & Wissensvermittlung und Aufnahme jüdischer Waisenkinder aus der Ukraine Setzlinge für Bäume Saatgut-Sammelstelle Das Sammeln und Verarbeiten von Saatgut ist im aktuellen Schmitajahr besonders wichtig; es geschieht im Moschav Beit Nehemiah unweit des Flughafens Ben Gurion. Mehr dazu auf Seite 16
Turkana Unterstützung für Bauern in Kenia Der KKL-JNF unterstützt Bauernfamilien in den ärmsten Teilen Kenias in Ostafrika, damit diese durch nachhaltige Anbaumethoden autark werden. Mehr dazu auf den Seiten 14 & 15
Nes Harim unweit der Stadt Bet Schemesch ist nur eines von insgesamt fünf israelischen Schulungscamps, die alle vom KKL-JNF betrieben werden. Das landwirtschaftliche Zentrum Nes Harim befindet sich im Herzen des Waldes und zu ‹normalen› Zeiten kommen vor allem im Sommer tausende Besucherinnen und Besucher aus dem In- und Ausland hierher, um mit der Natur in Kontakt zu sein. Das Zentrum bietet den Besucherinnen und Besuchern die Möglichkeit, mehr über die Forstwirtschaft aber auch den Zionismus und die Werte des KKL-JNF zu erfahren. Dank der grosszügigen Unterstützung der Spender des KKL-JNF Schweiz wird dieses wichtige landwirtschaftliche Zentrum nunmehr rundum erneuert und barrierefrei umgebaut. Aktuell werden dort vom KKL-JNF jüdische Waisenkinder aus der Ukraine liebevoll beherbergt und versorgt. Mehr dazu auf Seite 19
Grosse Vorankündigung
Israelreise 2022 Das lange Warten hat ein Ende: We are ready for take-off! S AV E TE: T H E DA 9 . 1 .0 1 1 .0 9 .–2 2 20 2
Endlich ist es wieder so weit: bereits diesen September heben wir gemeinsam mit Ihnen ab nach Israel! Der KKL-JNF Schweiz gemeinsam mit MIDBAR laden Sie alle herzlich zu einer unvergesslichen Rundreise durch Israel ein.
T
hemenschwerpunkte: Mensch und Natur, Ökologie, Weltklimawandel, Aufforstung, Desertifikation. Tauchen Sie ein in das Land Israel und geniessen Sie
10 Tage voller unvergesslicher Höhepunkte! Wir haben eine einmalige Tour für Sie vorbereitet, auf der Sie nicht nur auf touristischen Pfaden wandern werden: Als eine der ersten und grössten Umweltorganisationen Israels bieten wir Ihnen Einblicke in das Land Israel, die nur unseren Freunden und Spendern vorbehalten sind.
Weitere Infos folgen in Kürze, doch die Teilnehmerzahl ist limitiert. Für zusätzliche Informationen steht Ihnen unser KKL-JNF Büro unter info@kklschweiz.ch oder telefonisch unter: +41 44 225 88 00 jederzeit gerne zur Verfügung.
Bilder: iStockphoto
MEN ZUSA M EL : A FÜR ISR N , G ES T E R , HEU T E N! MORGE
Ein effektives Modell für viele Länder Gemeinsam mit anderen Organisationen versucht der KKL-JNF Menschen in Kenia mit einem Projekt eine andere Lebensperspektive zu geben.
D
ie Region Turkana mit 850 000 Menschen gehört zu den ärmsten Gegenden des afrikanischen Landes Kenia. Die Grenzgegend zu Südsudan, Uganda und
Äthiopien gehört zu den Krisenherden des Kontinents, auch wegen den vielen Flüchlingen, welche die knappen Ressourcen und das Ökosystem noch zusätzlich belasten. Genau hier wird die Initiative «Furchen in der Wüste» umgesetzt. Es handelt sich dabei um ein Programm, das den Bewohnenden der Region stabilere Quellen der Ernährungs- und Einkommenssicherheit bieten soll. Der KKL-JNF und das Arava-Institut für Umweltstudien haben diese gemeinsame Forschungsinitiative zur Entwicklung von Managementsystemen im Rahmen der Entwässerung sowie von Wassereinzugsgebieten in Turkana gestartet. Das Projekt trägt zur Entwicklung nachhaltiger Methoden der Beweidung, Aufforstung und Landwirtschaft in dieser Region bei, in der es an natürlichem Niederschlag fehlt. Bis heute befindet sich das Projekt in einem fortgeschrittenen Stadium der Umsetzung in zwei Ortschaften in Turkana. Im laufenden Jahr sind nun Arbeiten für einen dritten Ort geplant.
Ein Bollwerk gegen Extremismus Das Programm «Furchen in der Wüste» bietet eine praktische Ausbildung in der Wüstenlandwirtschaft und begleitet die jungen Bauern mit fortlaufender fachlicher, materieller und logistischer Unterstützung. Kurzfristig bietet das Projekt Ernährungs-
Zusammen mit allen Interessierten ist er in der Lage, sein um-
sicherheit für Hunderte von Familien vor Ort.
fangreiches Know-how weiterzugeben. Dies um lokale landwirtschaftliche Gemeinschaften im Entwässerungsmanagement
Das Projekt fördert die Selbstversorgung
und im Sammeln von Oberflächenabflüssen zu schulen - eine
durch Bildungsentwicklung und
nachhaltige Wassergewinnungsmethode, die dazu beiträgt, lo-
Umweltbewusstsein.
kale Grundwasserleiter und Brunnen wieder aufzufüllen. Das Projekt wird auch die Anzahl der Obst- und Schattenbäume in
Die Unterstützung solcher Programme ist von globalem Inter-
der Region erhöhen, was zur Kühlung der lokalen Temperaturen
esse, da gemäss der UNCCD (Übereinkommen der Vereinten Na-
führt. Ausserdem stellt es eine zusätzliche Nahrungs- und Ein-
tionen zur Bekämpfung der Wüstenbildung) Gebiete, die unter
kommensquelle dar und hilft auch, den Boden organisch anzu-
Wüstenbildung und Mangel an Nahrungsquellen leiden, beson-
reichern und seine Erosion zu verhindern. Darüber hinaus trägt
ders anfällig für extremistische Aktivitäten sind. Ganz im Sinne
es dazu bei, Land, welches bis anhin durch Überweidung und ex-
der UN-Klimaziele, zu denen sich der KKL-JNF bekennt (s. dazu
tremes Wetter geschädigt wurde, wieder fruchtbar zu machen.
auch Artikel auf Seiten 20 & 21), sieht er sich beim Kampf um
So werden auch natürliche Ökosysteme wiederhergestellt.
sauberes Wasser an vorderster Front. 14
neuland 62
Spenden Sie jetzt! Mit ihrer Spende helfen Sie dem KKL-JNF, dieses wichtige Projekt umzusetzen. - Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz) - IBAN CH54 0900 0000 8002 1891 0 - PC: 80-21891-0 - Stichwort: TURKANA - Projektnummer: 13380
Nachhall in der gesamten Region Der Beitrag des KKL-JNF besteht darin, es Familien in den ärms-
Der KKL-JNF ist bereit, sein Know-how durch ähnliche Koope-
ten Bezirken Kenias zu ermöglichen, durch nachhaltige Anbau-
rationsprojekte im Bereich der nachhaltigen Entwicklung zu
methoden autark zu werden.
teilen, damit weitere Regionen in Afrika Ernährungssicherheit erreichen können. Das Programm «Furchen in der Wüste», das
Die Erwartungen dabei sind, dass die positiven Auswirkungen in
sich in Turkana bewährt, kann als effektives Modell für andere
der gesamten Region nachhallen, da so mehr lokal produzierte
Länder dienen.
wichtige Lebensmittel verfügbar werden und die Abhängigkeit von in- und ausländischer Hilfe abnimmt. Die unmittelbaren
In der Tat stellte Maimonides, der jüdische Philosoph und Tora-
Projektbegünstigten sind die Familien und Gemeinschaften der
Gelehrte des 12. Jahrhunderts, fest, dass die höchste Form der
Absolventen des Programms sowie lokale Schulen, Mutter-Kind-
Nächstenliebe diejenige ist, die den Bedürftigen die Ressourcen
Ernährungszentren und Flüchtlingslager.
zur Verfügung stellt, um unabhängig zu werden.
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Setzlinge für Bäume Saatgut von guter Qualität ist eine Grund-Voraussetzung dafür, Wälder zu schaffen, die nachhaltig sind. Nur durch das Sammeln und Bereitstellen von Saatgut aus nachgewiesenen Quellen können geeignete Setzlinge produziert werden, um den Fortbestand gesunder Wälder zu gewährleisten.
In der Forstabteilung des KKL-JNF ist die Abteilung Saatgutsammlung und die Verwaltung der Baumschulen der KKL-JNFForstabteilung für die Entwicklung der Wälder verantwortlich. Dies, indem sie u.a. die Samen von mehr als 250 Baumarten sammelt. Ausserdem dient die Abteilung der Abteilung als Gen-Bank für einheimische und akklimatisierte exotische
Bis heute wurden in ganz Israel etwa 2.500
Baumarten.
sogenannte «Plus»- Samenbäume identi-
Spenden Sie jetzt!
fiziert. Diese sind einem speziellen Geo-
Mit ihrer Spende helfen Sie dem KKL-JNF, dieses wichtige Projekt umzusetzen.
Pro Jahr sammeln die Mitarbeitenden
informationssystem zugeordnet und es
jeweils zwischen vier und fünf Tonnen
werden genaue Aufzeichnungen über die
Früchte, die dann ca. 1,5 bis zwei Tonnen
zukünftige Verwendung geführt. Also bei-
Samen ergeben. Diese Samen werden in
spielsweise, wo und wann Früchte und
einem spezifisch dafür ausgestatteten
Samen gesammelt werden, so dass die
Kühlraum im Moschav Beit Nehemiah un-
Mitarbeitenden der Sektion bei Bedarf die
weit des Flughafen Ben Gurion gelagert.
höherwertigen Bäume nochmals genauer
Anschliessend verteilt man sie an die drei
anschauen können. All diese dienen dann
Baumschulen des KKL-JNF in Israel.
als eine Art permanente Datenbank für Setzlinge.
Bei der Auswahl ist man beim KKL-JNF im Übrigen überaus
Darüber hinaus liefert der KKL-JNF Repro-
streng
duktionsmaterial an akademische Einrichtungen und Programme zur Baum-
Es werden nämlich nur Früchte und ihre
verbesserung und Akklimatisierung. Die
Samen von identifizierten Elite- oder
Forstabteilung des KKL-JNF unterstützt
«Plus» -Bäumen in den Wäldern des Lan-
ausserdem die Forschung in Zusammen-
des gesammelt, die sich als besonders wi-
arbeit mit der Fakultät für Landwirtschaft,
derstandsfähig gegen Dürre, Krankheiten,
Ernährung und Umwelt der Hebräischen
Schädlinge und andere Probleme erwiesen
Universität in Rehovot sowie dem Land-
haben.
wirtschaft-Ministerium.
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- Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz) - IBAN CH54 0900 0000 8002 1891 0 - PC: 80-21891-0 - Stichwort: SEEDS FOR TREES - Projektnummer: 18653
Was Sie unterstützen Sammeln und Verarbeiten von Saatgut, Kauf von Dauerausrüstung, Austausch von Verbrauchsmaterialien nach Bedarf, Reparatur und Wartung des Saatgutlagers u.v.m.
Anerkennung des Spenders Eine angemessene Beschilderung zu Ehren des Spenders wird auffällig am Haupteingang der Samensammlung und der Waldbaumschulen im Moschav Beit Nehemiah angebracht.
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Die Baumschule Eshtaol – eine ökologische Attraktion Auch Gewächshäuser lassen sich «intelligent» gestalten. In der Baumschule Eshtaol in Israel ermöglicht solch ein intelligentes Gewächshaus es dem KKL-JNF, Setzlinge umweltfreundlicher aufzuziehen. Der KKL-JNF betreibt in Israel drei Baumschulen in Israel, in denen die Setzlinge für Bäume und Sträucher im ganzen Land grossgezogen werden: Die Golani Baumschule im Norden, die Gilat Baumschule im Süden und Eshtaol im Zentrum. Jede Baumschule zieht Pflanzen auf, mit denen dann neue Wälder gepflanzt oder bestehende Forste erneuert werden. Letzteres, wenn sie beispielsweise von Feuer beschädigt wurden. Gemeinden, Stadt- und Regionalverwaltungen und/ oder auch andere öffentliche Institutionen, darunter auch Einrichtungen der israelischen Armee, erhalten auch Setzlinge aus diesem Pool und werden so bei einer möglichst grünen Umwelt-Gestaltung unterstützt. Eshtaol nimmt gemeinsam mit den zwei anderen Baumschulen an einem innovativen Pilotprojekt teil, um
Der Untergrund lässt eine Wiederverwen-
Die Baumschule liegt an der Hauptstrasse
die Anzahl der aufgezogenen Setzlinge zu
dung ungenutzten Wassers zu, zudem
zwischen Tel-Aviv und Jerusalem und ist
erhöhen: Ein gewächshausartiges Gebäude
müssen wir deutlich weniger Unkraut-
eine Attraktion für Gäste aus dem In- und
wird über einem Betonuntergrund errichtet
vernichter einsetzen und haben auch kei-
Ausland. Diese können hier die ausserge-
und bietet so auf vielerlei Arten Vorteile für
nen Bewuchs durch Moose» erklärt Nurit
wöhnliche Erfahrung machen, zu erleben,
die Setzlinge.
Hibsher weiter und meint: «Wir werden ein
wie aus einem Setzling ein Baum wird.
intelligentes Gewächshaus haben, ausge-
Intelligentes Wachstum für Israel «Gegenwärtig findet die Aufzucht von Setzlingen in Beeten, also auf der Erde statt. Wir möchten die Pflanzen saisonal auf einem überdachten Betonuntergrund aufziehen», erklärt Nurit Hibsher, Direktorin der zentralen Forstabteilung des KKL-JNF, die verantwortlich für die Entwicklung der Baumschule in Eshtaol ist. Was aus westeuropäischer Sicht widersprüchlich erscheinen mag, nämlich die Errichtung eines Betonuntergrunds, ist im heissen israelischen Klima eine sinnvolle Massnahme: «Das System mit diesem speziell konstruierten Untergrund erlaubt uns eine wirkungsvollere Verwendung des Giesswassers.
stattet mit Sensoren für eine exakt abgestimmte Bewässerung. So werden wir viele Vorgänge automatisieren können. Das wird uns sowohl Zeit als auch Arbeit ersparen, derweil wir die jahreszeitlich optimalen Wachstumsbedingungen für die Setzlinge
Werden auch Sie Teil dieser einmaligen Erfahrung und sichern Sie gerade auch im Schmitta-Jahr 5782 das Fortbestehen und Wachstum der israelischen Wälder. Zusammen bringen wir die Wüste zum Blühen!
schaffen». Die Eshtaol-Baumschule entwickelt sich Hand in Hand mit technischen und wissenschaftlichen Innovationen. Nurit Hibsher: «Wir arbeiten sowohl mit dem Weizman-Institut als auch mit dem Institut für vulkanische Landwirtschaft zusammen bei allem, was die Verbesserung von Baumarten angeht, so z.B. der Entwicklung von Dürre-resistenten Baumsorten oder der Verbesserung der Wachstumsbedingungen für Setzlinge.»
Spenden Sie jetzt! Mit ihrer Spende helfen Sie dem KKL-JNF, dieses wichtige Projekt umzusetzen. - Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz) - IBAN CH54 0900 0000 8002 1891 0 - PC: 80-21891-0 - Stichwort: Eshtaol - Projektnummer: 18534
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Studie zeigt: Solarenergie soll in Israel gefördert werden Trotz der weltweiten Gefahr durch umweltschädliche Brennstoffe schreitet der Übergang zur Verwendung erneuerbarer Energien auch in Israel leider nur langsam voran. Einkommen und grossen Dachflächen waren. Verglichen mit denen, die noch keine Solaranlagen installiert hatten. Das Hauptpotenzial für den Einsatz von Sonnenkollektoren liegt jedoch in den landwirtschaftlichen und den industriellen Flächen. Obwohl sie die höchste relative Nutzung von Dachflächen haben (im Vergleich zu den Dächern von Privathäusern), ist es so, dass etwa ein Drittel der Dächer mit Solaranlagen nur teilweise abgedeckt waren. Feldforschung und eingehende Interviews zeigten, dass Hindernisse im Zusammenhang mit Regulierungsprozessen, der Bürokratie sowie den aktuellen Gebühren bestehen. Die Studie zeigte ausserdem, dass es ein ungenutztes Potenzial von 75% der Dächer der Regionalräte gibt (PrivathäuDer KKL-JNF arbeitet auch deshalb mit
sowie die allfälligen Hindernisse. Das Ziel
ser zusammen mit landwirtschaftlichen
dem Tel Aviver Heschel Zentrum für
dabei ist es, ein lokales Wirtschaftsmo-
und industriellen Strukturen).
Nachhaltigkeit zusammen. Es geht dar-
dell zur Erzeugung erneuerbarer Energien
um, herauszufinden, warum Israelis die
für alle Regionalräte zu entwickeln. Der Re-
Diese Erkenntnisse wurden den strategi-
verfügbare Solarenergie zu wenig nut-
gionalrat von Emek Yizre`el, einem Regio-
schen Arbeitsteams in den jeweiligen Re-
zen.
nalverband im Zentrum des Landes mit 15
gierungsstellen vermittelt. Derzeit wird in
Kibbutzim und Moschawim, wurde dabei
einer weiteren Phase dieses aktuell auch
für die Studie ausgewählt.
vom KKL-JNF Schweiz unterstützten Pro-
Es ist leider eine Tatsache, dass unsere Welt zunehmend verschmutzt wird, nicht
jekts nach angemessenen Lösungen ge-
zuletzt wegen der Verwendung fossiler
Die Forschungsstudie erstreckte sich über
Brennstoffe. Trotz unzähliger innovativer
einen Zeitraum von 13 Monaten, in denen
Ideen ist es frustrierend zu sehen, dass
die Dachflächen im Bereich von Emek Yiz-
Gleichzeitig werden im selben Projekt-
der Übergang zu erneuerbaren Energien
re`el untersucht wurden, darunter Dächer
rahmen auch lokale Interventionspläne
nicht mit der dringenden Notwendigkeit
von Privathäusern, öffentlichen sowie In-
entwickelt, vor allem um das regionale
zusammengeht, die globale Erwärmung
dustriegebäuden.
Bewusstsein für die bestehenden Vor-
zu stoppen. In Israel ist die relevanteste Form der erneuerbaren Energie die Sonne.
sucht.
teile der Installation von Solaranlagen Die Studie zeigte nun, dass
zu schärfen. Für den Jüdischen National-
die Auslastung der Dächer von
fonds, der als grüne Organisation nicht zu-
2020 startete das Heschel Zentrum für
Privathäusern extrem niedrig ist,
letzt für die Wälder und Freiflächen Israels
Nachhaltigkeit in Tel Aviv gemeinsam mit
es sind gerade mal 3,4%.
verantwortlich ist, bringt die Studie wich-
dem der wissenschaftlichen Abteilung des
tige Erkenntnisse.
KKL-JNF eine Forschungsstudie. Deren Ziel
Eine Umfrage unter den Bewohnenden er-
war es, die Möglichkeiten einer regionalen
gab, dass die Hausbesitzer, die sich für die
Behörde, den sogenannten Regionalräten,
Installation von Solaranlagen entschie-
bei der Energieerzeugung zu untersuchen
den hatten, Menschen mit relativ hohem
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«In dieser schwierigen Zeit ist das jüdische Volk vereint» Der Krieg in der Ukraine hat zur schlimmsten Flüchtlingskrise seit 1945 geführt – der KKL-JNF hilft ganz praktisch seit Kriegsbeginn
Der furchtbare Krieg, der seit dem 24. Februar in und um die Ukraine tobt, zieht auch jüdische Menschen in Mitleidenschaft. Zuerst und vor allem richtet sich der Blick auf jüdische Flüchtende aus der Ukraine, zum Beispiel auf 100 jüdische ukrainische Waisenkinder, die wie so viele andere Menschen vor dem Krieg geflohen sind. Diese Flüchtlinge, die entweder Waisen oder gefährdete Kinder und zwischen zwei und 18 Jahren alt sind, stammen aus einer staatlichen
Sozialeinrichtung,
namens
«Alumim» in Zhytomyr im Nordwesten der Ukraine, nicht weit von der Hauptstadt Kiew entfernt. Die Jüngsten unter ihnen sind erst zwei, während die Ältesten bereits achtzehn Jahre alt sind.
Erholungs- und Sportbereiche im Freien.
führt oft zu posttraumatischen Störungen,
Es bietet auch Ausflüge und Workshops in
mit denen man sich in Israel leider nur zu
Die Kinder aber auch die Mitarbeitenden,
natürlicher Umgebung, eine Vielzahl von
gut auskennt. Dies macht Extra-Einsätze
die sie begleiteten, kamen nach zehn Ta-
Abenteueraktivitäten und Camping in den
im psychologischen Bereich notwendig.
gen der Not und der Gefahr auf dem Weg
KKL-JNF-Wäldern rund um das Zentrum.
Freizeit- und Bildungsaktivitäten in der
endlich in ihrem sicheren Hafen Israel an.
Während ihres Aufenthalts lernen die Kin-
Natur und weitere Programme sollen das
Als der Krieg ausbrach, flohen sie an die
der Israel kennen, verbinden sich mit sei-
Hilfsprogramm abrunden.
rumänische Grenze, und als die Bombar-
nen Landschaften, Orten, Geschichte und
dierung sie dort einholte, überquerten sie
Kultur.
Rumänien und bestiegen von dort aus ein Flugzeug nach Israel, wo sie in die Obhut
«Wir vom KKL-JNF können nicht taten-
des KKL-JNF gelangten.
los zusehen, nachdem wir mit der Not-
Dieser hat sich darauf vorbereitet, die
lage der ukrainischen Juden konfrontiert
Flüchtlinge in der ersten Phase für einen
wurden» sagte beim Empfang der Ange-
ganzen Monat im eigenen landwirtschaft-
kommenen Avraham Duvdevani, KKL-JNF-
lichen Zentrum Nes Harim in der Nähe von
Weltvorsitzender. Um gleich hinzuzufügen:
Jerusalem aufzunehmen. Dort nehmen die Kinder, abgesehen davon, dass sie nach
«In dieser sehr schwierigen Zeit
allem, was sie durchgemacht haben, end-
ist das jüdische Volk vereint».
lich Ruhe und Frieden geniessen, an einer Vielzahl von regenerierenden, unterhalt-
Für diese Kinder und Jugendliche müssen
samen und lehrreichen Aktivitäten teil.
nun mit Ihrer Hilfe eine Vielzahl an Alltags-
Selbstverständlich ist der KKL-JNF bereit,
artikeln wie Bekleidung, Spielsachen, aber
die Kinder auch länger zu beherbergen,
auch Elektrogeräte oder Kinderbetten an-
wenn es die Situation erfordern sollte. Nes
geschafft werden. Auch ihre Seele darf
Harim bietet voll ausgestattete, winterfes-
allerdings nicht zu kurz kommen: Die ext-
te Blockhütten und Klassenzimmer sowie
reme Belastungssituation durch den Krieg
Spenden Sie jetzt! Mit ihrer Spende helfen Sie dem KKL-JNF, dieses wichtige Projekt umzusetzen. - Verein Jüdischer Nationalfonds (Schweiz) - IBAN CH54 0900 0000 8002 1891 0 - PC: 80-21891-0 - Stichwort: Jüdische Waisenkinder aus der Ukraine - Projektnummer: 19212
So hilft der KKL-JNF im Ukraine-Krieg noch weiter: KKL-JNF wird lebenswichtige humanitäre Hilfe für die Menschen in den jüdischen Gemeinden der Ukraine an drei grossen Grenzübergängen nach Polen, in die Slowakei und nach Ungarn verteilen.
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Glasgow, Dubai und der Klimawandel Die Klima-Konferenz von Glasgow gehört ebenso der Vergangenheit an wie die Expo in Dubai. Für den KKL-JNF heisst das aber auch, dass der Kampf um eine lebenswerte Zukunft auf diesem Planeten noch intensiver weitergeht.
So sagte etwa Ronnie Vinnikov, Leiter der Division für Ressourcenentwicklung und Aussenbeziehungen beim KKL-JNF mit 120 JAHRE VISION UND EINSATZ
Blick auf die Weltausstellung: «Die Teilnahme an dieser Weltausstellung hier in Dubai ermöglichte es uns, die Fähigkeiten, das Wissen und die Errungenschaften mit anderen zu teilen. Dinge,
Our Planet is on the brink
die wir uns in unserer 120-jährigen Geschichte hart erarbeitet haben.» Die Expo sei eine Gelegenheit
Together we can do it!
zur Schaffung regionaler Kooperationen im Kampf gegen nationale, aber auch regionale Klimakrisen, sagte Vinnikov in Dubai. Zahlreiche Veranstaltungen, u.a. auch eine Vortragsreihe des KKL-JNF während Channukah, waren der Nachhaltigkeit sowie der Erhaltung unserer Ökosysteme,
A
n der Klimakonferenz im vergangenen November im schottischen Glasgow nahm neben vielen anderen Staats- und Regierungschefs auch der israelische
Ministerpräsident Naphtali Bennett teil, er hatte den Klimaschutz schon vorher ausdrücklich zur Chefsache erklärt. In Glasgow kündigte er u.a. an, seine Regierung wolle Innovationen im grünen Bereich erleichtern und es wurde auch ein Umweltschutzprogramm in der Höhe von rund fünf Milliarden Dollar verabschiedet, für ein kleines Land von der Grösse Israels keine geringe Sache. Als israelische NGO-Organisation nahmen auch Vertreterinnen und Vertreter des KKL-JNF an der Konferenz von Glasgow teil und unterstrichen so die Bedeutung der Veranstaltung für Israel. Aber auch an der inzwischen beendeten Expo in Dubai nahm der KKL-JNF mit einem Stand teil (neuland berichtete), der stark frequentiert wurde. Neben der Verbesserung der Beziehungen des jüdischen Staates mit den arabischen Ländern rund um die GolfRegion, von denen gleich weiter unten die Rede ist, ging es auch bei der Expo um den Klimawandel und das Aufzeigen von Massnahmen, mit denen dieser bekämpft werden kann.
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aber auch der Suche nach alternativen Energiequellen sowie den Kampf gegen die Wüstenbildung gewidmet. Alle diese Themen sollen auch nach der Beendigung der Expo in Dubai weiterbearbeitet werden. Der Einsatz für ein Überleben unseres Planeten, so schwierig er auch ist, hat möglicherweise auch einen angenehmen Nebeneffekt: Er könnte Israel und die arabischen Golf-Staaten einander näherbringen. So sprach der Vertreter des KKL-JNF an der Expo, Nave Shachar, in Anwesenheit von Scheich Hamdan Ben Zaid, einem Vertreter der Herrschaftsfamilie in Abu Dhabi, über die Entwicklung von fortschrittlichen Technologien seiner Organisation im Bereich der Landwirtschaft unter Wüstenbedingungen sowie über den Wunsch des KKL-JNF, die Zusammenarbeit zwischen Israel und den Vereinigten Arabischen Emiraten auszuweiten. Es wird sich zeigen, was aus dieser Kooperation wird. Schliesslich ist der KKL-JNF auch sehr aktiv bei der UNOAgenda 2030, die mittels 17 mittel- und langfristigen Ziele, vor allem den Hunger bekämpfen und unseren Planeten vor der Zerstörung schützen will.
neuland 62
Der KKL-JNF als erfahrene und langjährige NGO hat diese 17 nebenstehenden Ziele übernommen und will sie nachhaltig umsetzen. Hier zwei wichtige und bestimmende Beispiele dieser 17 Ziele (oder wie sie auf Englisch heissen: 17 Sustainable Development Goals = 17 SDGs) und wie der KKL-JNF sie umsetzt: Bekämpfung der Armut (No Poverty) Der KKL-JNF investiert im eigenen Land in Bildung und Forschung, um die Förderung der Jugend in den geografischen und sozialen Randgebieten Israels zu ermöglichen, soziale Ungleichheiten zu verringern und die jungen Menschen mit der Fähigkeit auszustatten, sich einen würdigen Lebensunterhalt zu sichern. KKL-JNF gibt sein umfangreiches Wissen in den Bereichen Landwirtschaft, Ernährungssicherheit und Wassermanagement aber auch an nicht-israelische Kreise weiter. Zum Beispiel an Expertenteams aus Entwicklungsländern und solchen, die mit den Herausforderungen von Klimazonen mit geringem Niederschlag konfrontiert sind. Konkret versorgt der KKL-JNF verschiedene Länder in Afrika mit seinem Fachwissen und seinem know-how. Ebenso die beiden bevölkerungsreichsten Ländern der Welt, China und Indien. Umgekehrt erhält er Tipps und Ideen aus diesen Ländern.
Auseinandersetzung mit der aktuellen Klimakrise (Climate Action) Es ist klar: Um das Steuer herumzureissen, braucht es in der Klimakrise dringende Sofort-Massnahmen. Der KKL-JNF setzt in Israel beispielshaft auf entsprechende Aktionen, die wohl auch für andere Länder Vorbildfunktion haben könnten. So hat er seit seiner Gründung Bäume gepflanzt, um so einst karges Land in blühende Landschaften zu verwandeln. Als Verwalter der natürlichen und der gepflanzten Wälder im Land von mehreren Tausenden Hektaren schützt und fördert die Organisation die Artenvielfalt. Er beschäftigt sich auch aber mit weiteren Umwelt-Themen: So fördert er den öffentlichen Nahverkehr und baut selbst Velowege, um die Nutzung dieses umweltfreundlichen Verkehrsmittels gegenüber anderen zu fördern. Der KKL-JNF leistet aber auch seinen Beitrag zur Förderung des Umweltbewusstseins, etwa durch das Verbot von Plastik in den Wäldern. Er ist auch der Wächter im Kampf gegen die immer wieder aufflackernden Waldbrände. Kaum weniger engagiert ist die Organisation beim Kampf um sauberes Wasser, einem ganz wichtigen Aspekt der Klimakrise. So hat der KKL-JNF bis dato bereits 230 Wasserreservoirs gebaut, welche gereinigtes Wasser sowie Abflüsse für die landwirtschaftliche Bewässerung liefern. Die Stauseen wiederum stellen rund 40 Prozent des Wassers zur Verfügung, das für die Agrarwirtschaft im Land benutzt wird. Dadurch wird der Wasserhaushalt insgesamt verbessert.
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Eine aussergewöhnliche Reise-«Begleitung» Die KKL-JNF-Ausstellung «Art of Achievement» (Deutsch «Die Kunst des Erreichens») ist derzeit am Flughafen Ben Gurion zu Ehren des 120-jährigen Bestehens der Organisation zu sehen. Die Ausstellung umfasst Kunstwerke von Menashe Kadishman s.A., David Gerstein und anderen.
Die Ausstellung im Abflugbereich ist rund 130 Meter lang und ein Gratis-Angebot für die abfliegenden Passagiere entlang eines Boulevard, der zum Duty-Free-Bereich führt. Die Ausstellung betrachtet das zionistische Kapitel der Geschichte
Zu den Künstlerinnen und Künstlern, die ihre Werke in der Aus-
des Staates Israel aus einer doppelten Perspektive: Eine, die die
stellung präsentieren, gehören u.a. der verstorbene Menashe Ka-
Vision und die Errungenschaften seit der Gründung des KKL-JNF
dishman s.A., David Gerstein, Shahar Sivan, und viele andere. Die
in Basel 1901 betrachtet, und eine weitere, welche die kulturellen
Ausstellung ist jetzt bis Ende April und dann wieder von August bis
Schöpfungen, Landschaften und die Natur unter die Lupe nimmt.
Ende Dezember 2022 zu sehen.
Dazu wagt sie einen Blick in die Zukunft. KKL-JNF Weltvorsitzender Avraham Duvdevani sagte bei der Durch eine Serie von 43 Archivfotografien, zeitgenössischen Foto-
Eröffnung u.a.: «In diesem Jahr feiert der KKL-JNF seinen 120.
grafien und Kunstwerken werden die Passagiere einer Welt des
Geburtstag, und es könnte keinen besseren Weg geben, die-
Sehens, des Handelns und der Kultur ausgesetzt. Hier werden das
sen Meilenstein zu markieren, als durch eine Ausstellung».
Spirituelle und das Materielle miteinander verflochten – Fotogra-
Flughafenpassagiere bekämen kurz vor ihrem Boarding die grosse
fien neben Kunstwerken –, welche Ausdruck der faszinierenden
Schönheit Israels durch einzigartige Kunstwerke vermittelt: «Die-
Gesichter der Handlungsfelder des KKL-JNF im Laufe seiner Ge-
se Bilder unseres geliebten Landes werden die Passagiere bei ihrer
schichte sind. Dabei werden Materialien verwendet, die mit dem
Abreise aus Israel begleiten, damit sie sich daran erinnern, wonach
KKL-JNF verbunden sind und auf künstlerische Weise auch mit den
sie sich im Ausland sehnen.»
drei Farben, die diesen symbolisieren – grün, blau und braun. 22
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Als «Schweizer Botschafter» nach Mexiko Der Zürcher Jonathan Bollag nimmt an der Zionist Leadership Academy in Mittelamerika teil. Ein Porträt. Ja, er sei sich der Ehre bewusst, sagt Jonathan Bollag, wenn man ihn auf seine Teilnahme an der Zionist Leadership Academy und ihrer ersten Veranstaltung im mexikanischen Cancun anspricht, für die er als einziger Schweizer ausgewählt wurde. Dieses Seminar, von der World Zionist Organisation (WZO) und dem KKL-JNF Israel gemeinsam ausgerichtet, soll etwa 50 jüngeren Männern und Frauen im Alter zwischen 25 und 35 Jahren das Rüstzeug geben, später in ihren jüdischen Gemeinden auf der ganzen Welt Führungspositionen ausüben zu können, den KKLJNF weltweit zu unterstützen und dabei auch mit Israel in enger Verbindung zu stehen. Das Seminar, welches über ein verlängertes Wochenende stattfand, sei von langer Hand vorbereitet worden, erzählt Jonathan Bollag, der beruflich bei einer Schweizer Grossbank Projekte im Bereich der künstlichen Intelligenz betreut. Bereits seit letztem Winter seien die Kursteilnehmenden zusammen mit den Leitpersonen per Zoom miteinander verbunden gewesen und hätten an verschiedenen Lektionen zu politischen,
St.Gallen und weiteren Ausbildungsschritten heuerte Jonathan
sozialen und weiteren Themen teilgenommen und dabei auch
Bollag bei einer der beiden Grossbanken an, für die er eine Zeit-
einiges über die Situation der jüdischen Gemeinde in ihren Län-
lang auch nach New York entsandt wurde und für die er eben auch
dern erfahren. «Es war natürlich besonders spannend, von Kolle-
heute noch tätig ist.
gen oder Kolleginnen aus Nationen Berichte zu hören, aus deren jüdischen Gemeinden man sonst nicht so viel erfährt» erzählt
Diese Zeit im Ausland war wohl die einzige der letzten Jahre, in
Jonathan Bollag und erwähnt Länder wie Peru, Uruguay oder auch
der er nicht als Madrich und Schaliach des BA tätig war, vor al-
Costa Rica oder Portugal. Gerade in bezug auf den leider im Zu-
lem während der Zeit des Lockdowns sei die Betreuung der Zür-
sammenhang mit Corona in einigen Ländern wieder aufgeflamm-
cher Kinder und Jugendlichen eine «Herzensangelegenheit» ge-
te Antisemitismus habe so etwas wie das Motto «Geteiltes Leid
wesen, wie Jonathan Bollag es ausdrückt. Dass es in dieser Zeit
ist halbes Leid» geherrscht, sagt er.
beispielsweise möglich gewesen, z.B. «die einzige Jom Haazmaut-Feier in Kontinental-Europa» durchzuführen, darauf sei
Von der Konferenz, die im Herbst in Israel mit einem
er heute noch besonders stolz.
zweiten Teil über die Bühne gehen wird, erhofft er sich den Aufbau einer Art «jüdisches Netzwerk»
Nach seinem Verhältnis zu Israel befragt, sagt er, dass ihn im jü-
unter jungen Berufsleuten, das für später wichtig und
dischen Staat nicht zuletzt der technische Fortschritt beeindru-
nützlich sein könnte.
cke, der nun auch beim Klimaschutz zum Einsatz komme, etwa beim Streben nach einer nachhaltigen Landwirtschaft. Hier sieht
Dass Jonathan Bollag für dieses Programm ausgewählt wurde, er-
er auch eine ganz wichtige Aufgabe des KKL-JNF, auch interna-
scheint angesichts des Lebenslaufes des Zürchers irgendwie fast
tional. Fragt man ihn danach, ob er sich auch vorstellen könnte,
logisch. Seit der Jugend der religiösen Jugendorganisation Bne
eines Tages in Israel zu leben, meint er nach kurzem Nachden-
Akiwa (BA) eng verbunden, absolvierte er nach der Matura einige
ken: «Würde ich mich grundsätzlich nicht auch in Israel sehen,
Zeit an der religiös-zionistischen Jeschiwa Eretz Hazvi in Jerusa-
wäre ich bei den verschiedenen Ämtern und Tätigkeiten wohl
lem, eine Jeschiwa, «die mir sehr entsprochen hat», wie er betont.
am falschen Ort». Gemeint ist damit sicher auch seine Wahl als
Nach dem Studienabschluss in Betriebswirtschaft an der HSG in
Botschafter bei der Zionist Leadership Academy.
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Die richtige Frau zur richtigen Zeit Anat Gold hatte kaum Zeit in ihrer neuen Position anzukommen. Kurze Zeit nach ihrer Ernennung zur Direktorin für die zentrale Region des KKL-JNF brachen im August 2021 Waldbrände aus. Ein Interview. kennen», sagt Gold. Und obwohl sie nicht direkt an den Koordinierungsarbeiten zur Bekämpfung des Feuers beteiligt war, befand sie sich als Managerin doch vor Ort, um die Situation zu verstehen und für jede mögliche Hilfe zur Verfügung zu stehen, erzählt Anat Gold weiter: «Ich habe Menschen gesehen, die vier Tage hintereinander nicht geschlafen haben. Ich sah, wie die Feuerwehrleute Schulter an Schulter gegen die Flammen kämpften und sich gegenseitig unterstützten. Ich habe das Engagement meiner Mitarbeitenden in Aktion gesehen. Mitarbeitende, die für den Wald kämpften, den sie gepflanzt und geplant hatten», sagt sie: «Für die Leute, die hier arbeiten, ist es nicht nur irgendein 9-to-5-Job. Wir sind eine zionistische Organisation, in der jeder, der hier arbeitet, stolz darauf ist und sich den Werten der Organisation verbunden fühlt. Es ist nicht nur eine Organisation – wir sind eine Familie.» Zehn Dörfer und Städte in den Judäischen Hügeln, darunter Beit Meir – wo das Feuer ursprünglich ausbrach – Tzova, Givat Jaarim und Ein Rafa sowie das psychiatrische Krankenhaus Eitanim wurden evakuiert. «Bei all der verheerenden Zerstörung der Natur konnten wir eine noch grössere Tragödie verhindern und es kostete zum Glück keine Menschenleben», sagt Gold. Nach den Erfahrungen aus früheren Waldbränden, einschliesslich der Tragödie im Karmel-Gebirge vor knapp zehn Jahren, wird
D
der KKL-JNF mindestens sechs bis neun Monate warten, damit ie Waldbrände gehörten zu den grössten in der Geschich-
die Natur ihre Arbeit tun kann, bevor sie irgendeine Art von Inter-
te Israels. Ähnlich den grossen Waldbränden im Karmel-
vention in Betracht ziehen würden, berichtet Gold.
Gebirge 2010 zerstörten sie Tausende Hektar Wald. «Die
Grösse und das Ausmass dieses Feuers waren etwas ganz Be-
«Bald wird der Regen den schwarzen Staub wegwaschen
sonderes», sagt Gold heute.
und das Gelände wird feucht sein. Dann planen wir entsprechend», sagt sie weiter. Jenseits der 1.500 Hektar bepflanzten
Israelische Feuerwehrleute aus dem ganzen Land kamen, um die
und natürlichen Waldflächen, die verbrannten, hat das Feuer
Flammen zu bekämpfen, und mit ihrem Wissen über den Wald
ganze Ökosysteme im Wald verwüstet. Freundinnen, Freunde
und die Gegend vor Ort spielten die Feuerwehrleute des KKL-JNF
und Unterstützer spielen eine wichtige Rolle dabei, die Erholung
eine entscheidende Rolle bei der Unterstützung, erzählt Gold
des Waldes zu finanzieren, sobald der KKL-JNF mit dieser Arbeit
weiter. Wald-Ranger und Feuerwehrleute der Palästinensischen
beginnt.
Autonomiebehörde waren ebenfalls an der immensen Teamleis-
Auch können Spender zum Beispiel beim Kauf von Feuerlösch-
tung beteiligt.
geräten helfen, die zur Bekämpfung von Waldbränden jederzeit verfügbar sein müssen. «Wir müssen diese Ausrüstung vor-
«Als die Kollegen aus anderen Gebieten kamen, brachten
rätig haben, um sie im Notfall zur Hand zu haben. Und wir
unsere Feuerwehrleute sie zu den Orten, an denen sie die
brauchen Geld für mehr Arbeitskräfte, Lastwagen und Feuer-
Feuerstellen am besten erreichen konnten, weil wir das Feld
wehrschläuche», erklärt Gold weiter.
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neuland 62
Die 51jährige Anat Gold lebt zusammen mit ihrem Mann und
lität für kommende Generationen entwickeln können.» Da
zwei Kindern in Meitar, ausserhalb von Beer Schewa.
diese geografische Region aufgrund ihrer Bevölkerungsdichte den grössten Entwicklungsdruck habe, sei ein Spagat erforder-
Sie ist die erste Frau in der Position als
lich, diese Entwicklung möglich zu machen und gleichzeitig den
Leiterin einer KKL-JNF Aussendienststelle und
Schutz offener Gebiete für zukünftige Generationen sicher zu
Grossraumregion.
stellen, stellt Gold fest. «Das ist die grösste Herausforderung», sagt sie. «Wir verstehen, dass die Menschen Entwicklung
Gold hat u.a. einen Bachelor-Abschluss in Geographie von der
und Infrastruktur brauchen, aber unser Ziel ist es, auch den
Ben Gurion University in Beer Schewa. Sie begann ihre Karrie-
nächsten Generationen Freiräume zu erhalten.»
re beim KKL-JNF vor 26 Jahren als Koordinatorin in der Region Süd. In dieser Position leitete sie Programme, die Wäldern einen
Leider zeigt sich das Wachstum und die Zunahme der Besucher-
rechtlichen Status verliehen, dazu gehörten auch u.a. die Fest-
zahl des Waldes auch durch den zurückgelassenen Müll und den
legung von Grenzen.
Vandalismus in den Wäldern, erzählt Gold und wird dabei zum ersten Mal im Verlauf des Gesprächs so richtig wütend: «Es gibt
Später wurde sie zur Direktorin der KKL-JNF Planungsabteilung
nicht viele Wälder und der Ben-Shemen-Wald in der Nähe von
ernannt, einer Position mit nationaler Reichweite, in der sie für
Jerusalem wird von allen Bewohnenden des zentralen Gebiets
die Planung für das gesamte Land verantwortlich war und Mas-
und von Tel Aviv und dem Tiefland genutzt. Die Corona-Zeit
terpläne für Wälder und deren Verbindungen zu den lokalen Ge-
hat uns gezeigt, was in zehn bis zwanzig Jahren passieren
meinden, denen sie dienen, koordinierte. In ihrer neuen Funktion
wird und wie wichtig Freiräume für die Lebensqualität sind.»
ist Anat Gold für die Zentralregion verantwortlich, die sich von
Nicht weniger wichtig sei es, die Wälder wegen des Klimawan-
Yokneam im Norden bis zum Toten Meer im Süden erstreckt,
dels zu pflegen und in gutem Zustand zu halten.
und das am intensivsten genutzte Park- und Waldgebiet Israels ist, da es die meisten Bewohner Israels versorgt. Als Direktorin
Ihre Tochter, die heute in der Armee dient, habe noch zu Schul-
dieser Region ist Gold für die Planung, Entwicklung und Bewirt-
zeiten erklärt, dass die Arbeit ihrer Mutter auch deren Hobby sei,
schaftung aller Waldgebiete und Parks des KKL-JNF ebendort
erzählt Gold. Sie verbringe aber auch gerne Zeit mit Freundinnen
verantwortlich. Ihre langjährige Erfahrung in diesem Bereich
in Kaffeehäusern, verrät sie noch und sagt zum Schluss des Ge-
machte sie zur kompetentesten Kandidatin für die Position, die
sprächs: «Ich bin erst seit einigen Monaten in dieser Position,
lange als «Männerberuf» angesehen wurde.
doch denke ich bereits über Ideen und Programme nach, die ich in Zukunft machen möchte. Aber im Moment mache ich
Gold sieht sich als die richtige Frau zur richtigen Zeit: «Meine Aufgabe ist es, die Bevölkerung und die lokalen Behörden mit den Freiflächen zu verbinden und diese Orte als «Plus» für ihre Gemeinden zu sehen, damit wir sie und die Lebensqua-
erstmal eins nach dem anderen.»
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SAVE AVETHE THED DATE ATE S 120 JAHRE VISION EINSATZ 120 JAHRE VISION UND UND EINSATZ
ZÜRICH,SONNTAG SONNTAG ZÜRICH, 28.08.2022 28.08.2022
120 JAHRE VISION EINSATZ 120 JAHRE VISION UND UND EINSATZ
DERKKL-JNF KKL-JNFSCHWEIZ SCHWEIZORGANISIERT ORGANISIERT DER ANLÄSSLICHSEINES SEINES120-JÄHRIGEN 120-JÄHRIGENJUBILÄUMS JUBILÄUMS ANLÄSSLICH FÜRSEINE SEINEFREUNDE FREUNDEUND UNDGÖNNER GÖNNER FÜR EINGROSSES GROSSESGARTENFEST GARTENFESTFÜR FÜRJUNG JUNGUND UNDALT! ALT! EIN WEITEREINFORMATIONEN INFORMATIONENFOLGEN FOLGENIN INKÜRZE! KÜRZE! WEITERE „Wenn etwas wirklich erreichen willst, dann kein Traum.“ „Wenn dudu etwas wirklich erreichen willst, dann istist eses kein Traum.“ Theodor Herzl Theodor Herzl
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Der «Swiss QR-Code»
Unsere neuen Einzahlungsscheine: QR Zahlscheine Liebe Freunde und Gönnerinnen des KKL-JNF Schweiz, schon seit Sommer 2020 sind die neuen, sogenannten QR-Zahlscheine im Umlauf. Es handelt sich dabei um die neuen Einzahlungsscheine mit QR-Code. Ab sofort erhalten Sie zukünftig auch von uns die neuen Einzahlungsscheine mit QR-Code und diese lösen so unsere orangen und roten Einzahlungsscheine ab. Die zwei augenfälligsten Anpassungen sind die neutrale weisse Farbe des
Der «Swiss QR-Code» Der neue Einzahlungsschein beinhaltet den «Swiss QR-Code». «QR» steht für «Quick Response», also für «Schnelle Reaktion» oder «Schnelle Antwort». Der QR-Code besteht aus kleinen, schwarz-weissen Quadraten. Er beinhaltet alle wichtigen Informationen, die maschinell für die Zahlung einlesbar sind.
Einzahlungsscheins und der aufgedruckte QR-Code.
Das Wichtigste in Kürze hier für Sie zusammengefasst:
® Der Empfangsschein ĺ kann wie bisher bei der Post zum Abstempeln genutzt werden.
¯ Der Zahlteil mit QR-Code ĺ beinhaltet alle relevanten Informationen zur Zahlung im E-Banking und Verarbeitung von Rechnungen. ĺ enthält alle Angaben in Textform für die manuelle Erfassung.
° Die Perforation ĺ dient bei der Zahlung am Schalter dazu, den QR-Einzahlungsschein vom oberen Teil abzutrennen.
Das Bezahlen mit den neuen QR-Zahlscheine ist weiterhin wie folgt möglich:
Wichtiger Vermerk: Bestehende Daueraufträge können sich ändern.
ĺ Am Postschalter
Die Veränderung des Einzahlungsscheins kann auch auf schon
ĺ Via Online-Banking (E-Banking)
eingerichtete Daueraufträge einen Einfluss haben. Insbesondere
ĺ Via Mobile-Banking (App)
bei Daueraufträgen auf Basis eines ESR-Auftrags (oranger Einzahlungsschein) muss die Kontoverbindung überprüft werden.
dem digitalen Weg noch einfacher. Mit dem QR-Code fällt das
Bei weiteren Fragen oder Unklarheiten zögern Sie nicht, uns
mühselige Abtippen von Konto- und Referenznummer weg. Der
direkt zu kontaktieren und wir helfen Ihnen gerne weiter!
Bezahlprozess wird dadurch weniger fehleranfällig. Natürlich können Sie die Kontoangaben weiterhin auch manuell eingeben.
Bilder: Adobe Stock
Für alle Spenderinnen und Spender wird somit das Spenden auf
ISRAEL ALS ERBEN - EINE VERANTWORTUNG FÜR GENERATIONEN Zeigen Sie Ihre Verbundenheit mit Israel und machen Sie der nächsten Generation ein Geschenk! Mit Ihrem Testament zugunsten des KKL-JNF helfen Sie, die Zukunft des Landes zu sichern.
KEREN KAYEMETH LEISRAEL JÜDISCHER NATIONALFONDS SEIT 120 JAHREN FÜR ISRAEL UND SEINE MENSCHEN
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