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Nr. 24 I 12. Juni 2014 I Tel. 0732/76 10-39 44 I www.kirchenzeitung.at Einzelpreis: € 0,95 I 4020 Linz, Kapuzinerstraße 84 I Jg. 69

Die Kornblume im Getreidefeld. Die Schöpfung bietet viel mehr als nur das Nutzbare.

chulja – Fotolia.com

Zeit des Wachsens – Zeit des Blühens Die Sommersonnenwende steht bevor – und damit die Zeit, in der sich die Natur allmählich von der Phase des Wachsens und Blühens auf die Zeit des Reifens umstellt. Der Blick in das Getreidefeld offenbart: Die Natur, überhaupt die Schöpfung, bietet viel mehr, als sich wirtschaftlich nutzen lässt. Sie erfreut und nährt mit ihrem Blühen nicht nur den Magen, sondern auch die Seele. Der Mensch, der sich diese

Botschaft zu Herzen nimmt, wird auch in seinem Leben schätzen, was nur auf den ersten Blick nicht so wichtig erscheint – und was man daher zu rasch zurückstellt. Es ist die Aufmerksamkeit für Beziehungen oder auch für die eigene Gesundheit. Und es ist ein Wertschätzen dessen, was sich an den Rändern des Lebens und der Gesellschaft abspielt. Die schönsten Blumen wachsen an den Rändern der Felder.

4 Oberösterreich. Reichersberger Pfingstgespräche. 6 Reportage. Heimatvertriebene in Marchtrenk. 9 Pfarren. Kirchenmusiker Josef Habringer. Magazin inpuncto. Zum Jubiläum „75 Jahre Pastoralamt“. Das Haus lädt zum Tag der offenen Türen am 27. Juni nachmittags. Seite 4

13 Panorama. Friedensgebet des Papstes. 18 Bewusst leben. Erdbeergenuss. 22 Impressum.


2 Meinung Kommentar

12. Juni 2014

Da gehen die Augen auf

Steuern: Großer Wurf nicht in Sicht

Hans Baumgartner

Manche sehen die Sache des Glaubens vorrangig als Kopfsache an: dass man von allem die richtige Ansicht hat und gut darüber diskutieren kann. Aber Gott im Kopf begreifen zu wollen ist, als wollte man Essen durch Wissen um Ernährung ersetzen. Doch mit Rezepten im Kopf allein wird man nicht satt. Man muss schon essen. Kommenden Sonntag feiert die katholische Kirche die Dreifaltigkeit Gottes. Was wurde nicht alles darüber gedacht und formuliert. Doch auch die Fragen um Gott erschließen sich nicht im Denken allein. Eher öffnen sie sich dem, der sich auf den Weg mit Gott einlässt. Es ist wie bei Liebesgeschichten. Sie sind nie bloß eine Sache von klugen Gedanken. Liebe kommt und wächst im Miteinander-Gehen – ganz wörtlich, wie es eben Liebende tun. Würden sie ihr Verhältnis

bloß vernünftig begründen müssen, blieben sie wohl ziemlich sprachlos. Dreifaltigkeit: Das ist das erlebte Erbarmen Gottes, der sich den Menschen ganz öffnet und mit ihnen geht – von Anfang der Zeiten, als Mensch unter Menschen, bis ans Ende der Welt. Am Ende der Verkündigung Jesu steht ein Mahl. Gegessen wird dort – gemeinsam. So war es dann auch in Emmaus: Beim Essen. Da gehen die Augen auf.

Matthäus Fellinger Chefredakteur matthaeus.fellinger@ Kirchenzeitung.at

Kopf Der Woche: sr. Cristina Scuccia, Die „Stimme Italiens“

„Sister Act“ Nummer drei Zweimal hat die wunderbare Whoopi Goldberg als Ordensfrau in „Sister Act“ ordentlich „aufgerockt“. Nun trat eine leibhaftige Nonne in ihre Fußstapfen: Sr. Cristina Scuccia ist seit Donnerstag vergangener Woche die „Stimme Italiens“.

Youtube eine Berühmtheit, oft mit Hinweis auf Whoopi Goldbergs Auftritt in den „Sister Act“-Filmen. Nach dem Sieg im Finale von „The Voice of Italy“ winkt Sr. Cristina, die von Talentesuchern bei einem kirchlichen Event entdeckt wurde, ein Plattenvertrag.

Heinz Niederleitner

Zukunftspläne. Doch ihre Zukunft legt das Energiebündel in die Hände ihrer Oberin: „Ich will das Gehorsamsgelübde ernst nehmen“, sagt sie. Probleme damit hatte ja einst Jeanine Deckers, die als „Sœur Sourire“ in den 60er Jahren mit „Dominique“ einen Welthit landete, dann aber in einen tragischen Konflikt mit ihrem Orden geriet. Bei Cristina Scuccia war es die Musik, die sie zum Ordensleben brachte: „Nach der Firmung habe ich mich von der Kirche entfernt“, erzählt sie heute. Sie sang damals in einer Band und absolvierte später eine Musical-Ausbildung an der „Star Rose Academy“ des Ursulinenordens in Rom. Dort soll sie laut italienischen Medien auch ihre Berufung zum geweihten Leben verspürt haben. Wenn Cristina nicht im Wettbewerb singt, betreut sie Kinder in einer Ordenseinrichtung bei Mailand. Über die Musik knüpfe sie auch den Kontakt mit ihren Schützlingen. Ihre öffentlichen Gesangsauftritte seien nur eine andere Form, die christliche Botschaft zu verkünden, sagt sie. Nach ihrem Sieg stimmte sie das Vaterunser an und lud zum Mitbeten ein.

Der Schleier ihrer Ordenstracht weht hin und her, wenn „Suor Cristina“ Hits wie „The Time of my Life“ oder „Oh, What a Feeling“ singt. Schon seit Wochen ist sie auf

Rai 2

Der Befund, dass es im heimischen Steuersystem eine gewisse „Schieflage“ gibt, ist nicht neu. Seit Jahren stellt die keineswegs antikapitalistische OECD (Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung) fest, dass die Besteuerung von Arbeitseinkommen in Österreich überdurchschnittlich hoch und die Abgabenlast auf Vermögen und Vermögenszuwächse deutlich unter dem EU-Niveau liegt. Aber auch ein anderer Befund liegt seit Jahren auf dem Tisch: Österreich leistet sich viele und teure Doppelgleisigkeiten in der Verwaltung. Ein Problem, mit dem sich der ÖsterreichKonvent (2003–2005) ebenso eingehend befasst hat wie der Rechnungshof. Doch alle Vorschläge für eine vernünftige Staats- und Verwaltungsreform wurden bisher schubladisiert. Ein mittelfristig auf mindestens drei bis fünf Milliarden geschätztes Einsparungspotential ließ die Politik bisher auf der Straße liegen. Das Patt zwischen den mächtigen „Landesfürsten“ und der zögerlichen Bundesregierung verhinderte jeden tiefer gehenden Reformschritt. Diese Ausgangslage ist zu beachten, wenn jetzt wieder heftig über vermögensbezogene Steuern, von der SPÖ gerne „Millionärssteuern“ genannt, debattiert wird. Auf der einen Seite gibt es viele gute Gründe, die Steuer- und Abgabenlast gerechter zu verteilen und damit auch die Kaufkraft mittlerer und unterer Einkommensbezieher/innen zu stärken. Auf der anderen Seite liegt in neuen Steuern auch die Gefahr, dass die dringenden Strukturreformen weiter verschoben werden. Was es jetzt bräuchte, wäre ein großer Wurf: mehr Steuergerechtigkeit und klar vereinbarte Reformschritte. Danach schaut es noch nicht aus.

KirchenZeitung Diözese Linz

„Mein Ziel ist es zu zeigen, dass die Kirche überall und bei allen ist.“ Schwester Cristina Scuccia≠


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Im Gespräch 3

12. Juni 2014

Die Linzer Pastoraltheologin Hildegard Wustmans regt Nachgespräche zu den Predigten an

Wann ist eine Predigt gut? Wustmans: Nein, aber ich vermute, dass die Vorbereitungszeit unterschätzt und dass in eine Predigt zu viel hineingepackt wird. Einen Gedanken auszuführen genügt.

Von den 1,4 Millionen Bewohner/innen Oberösterreichs sind rund 129.000 Predigtexpert/innen. Das sind jene 13 Prozent der Katholik/innen, die Sonntag für Sonntag einen Gottesdienst besuchen und dabei eine Predigt hören. Hildegard Wustmans ermuntert sie, Rückmeldung zu geben und den Ärger über schlechte Predigten nicht hinterzuschlucken.

An Predigten wird häufig kritisiert, dass sie lebensfremd sind ...

Wustmans: Die biblischen Texte sind doch voller Leben. Da kommen Liebe, Verrat, Neid oder Heil zur Sprache. Das ist doch das pralle Leben. In der Predigt geht es darum, die Lebenserfahrungen, die im Bibeltext stecken, für die Jetzt-Existenz, für die Zuhörerinnen und Zuhörer, produktiv zu machen.

Das Interview führte Josef Wallner

Wie macht man eine Predigt? Können Sie erzählen, wie Sie eine Predigt vorbereiten?

Dr. Hildegard Wustmans: Das Entstehen einer Predigt braucht Zeit. Am Anfang steht die Auseinandersetzung mit dem Schrifttext, zumeist dem Evangelium des kommenden Sonntags. Ich lese den Text, lasse ihn auf mich wirken und spüre, wo mich der Text anstößt. Natürlich greife ich auch zu einem Bibelkommentar. Wenn ich so mit dem Text gehe, beginnt sich ein Thema zu zeigen. Das verknüpfe ich dann mit Situationen aus dem Leben: mit Begegnungen oder mit Zeitungsnachrichten.

Wie viel Politik gehört in eine Predigt und wie viel Moral?

Wustmans: Ich denke nicht in separaten Kategorien. Wenn ich als Predigerin Zeitung lese, werde ich einmal zur Politik Bezüge herstellen oder ein anderes Mal zur Ethik. Predigt muss mit der Welt zu tun haben, sie ist ein Prozess, der aus der Nähe mit den Hörerinnen und Hörern entsteht. Eine ganz praktische Frage: Wie lange soll eine Predigt sein?

Holen Sie sich auch Anregungen aus Predigtzeitschriften?

Wustmans: Nein. Mir ist ein Film, den ich gesehen habe, oder ein Theaterstück oder ein Roman eher eine Hilfe. Denn eine Predigt zu erarbeiten, ist etwas sehr Persönliches: Ich stelle meine Gedanken zu einem Bibeltext meinen Zuhörer/innen zur Verfügung. Ich lege Zeugnis ab. Warum steht eine Predigt im Regelfall unter dem Verdacht, dass sie fad wird?

Wustmans: Das ist kein Verdacht, sondern stimmt ja auch immer wieder. Ich glaube, weil wir zu viel über etwas reden. Wir müssen aber zu einem „Reden in“ kommen, wie Martin Nicol formuliert. Das heißt: nicht über die Trauer sprechen, sondern so reden, dass die Worte trösten. Wann ist eine Predigt gut?

Wustmans: Eine Predigt halte ich für gut, wenn sie im Kopf des Hörers, der Hörerin weitergeht. Predigt ist keine Vorlesung, kein Gebet, sondern Dialog.

Univ.Prof. Dr. Hildegard Wustmans stammt aus Kevelaer, Deutschland, und lehrt seit 2009 Pastoraltheologie an der KatholischTheologischen Privatuniversität der Diözese Linz. Sie ist auch für die Predigtausbildung der Studierenden zuständig. privat

Kontakt tritt. Dass erwartet man auch von einer Beziehung: dass die Partner sich immer wieder etwas zu sagen haben. Jetzt sind Seelsorger/innen oft 20, 30 Jahre in derselben Pfarre. Was können die Neues sagen?

Wustmans: Wenn ich die Leute gern habe und die Predigt als Kommunikation mit ihnen verstehe, ist das Predigen auch nach Jahrzehnten in derselben Gemeinde kein Problem. Denn die biblischen Texte werden immer wieder neu, weil sie ja stets in neue Situationen hineingesprochen werden. Und auch die Prediger sind nicht mehr die gleichen, wenn sie 30 Jahre älter geworden sind.

Kann man das jeden Sonn- und Feiertag schaffen?

Wustmans: Ja, weil ich das von einer Predigt einfach erwarte, dass der Prediger mit mir in

Haben Sie den Eindruck, dass die Predigt von den Prediger/innen zu wenig ernst genommen wird?

Wustmans: Der emeritierte Limburger Bischof Franz Kamphaus hat lange gepredigt, oft bis zu einer halben Stunde – und wir haben ihm fasziniert zugehört. Aber solche Prediger sind die Ausnahme. In sieben bis zehn Minuten kann man viel sagen, wenn man sich an einen Gedanken hält und nicht mehrere Themen anreißt. Was sollen Zuhörer/innen tun, wenn sie sich über eine Predigt ärgern?

Wustmans: Unbedingt Rückmeldung geben, aber nicht nur negative. Über die Predigt zu reden ist eine Dienstleistung an den Predigern. Denn das gibt ihnen die Chance, besser zu werden. Darüber hinaus möchte ich ermutigen, zu Nachgesprächen von Predigten einzuladen. Diese Treffen werden wie von selbst zu Glaubensgesprächen. XX Gemeinsam mit Maria Elisabeth Aigner (Pastoraltheologin in Graz) und Johann Pock (Pastoraltheologe in Wien) hat Hildegard Wustmans ein Buch zum Thema „Predigt“ herausgegeben: „Wie heute predigen? Einblicke in die Predigtwerkstatt“, Echter Verlag 2014, 276 Seiten, € 19,80. Die Autor/innen des Sammelbands sind in Österreich in der Predigtausbildung tätig, teils an Universitätsinstituten, teils in der praktischen Ausbildung in den Diözesen.


4 Oberösterreich

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KirchenZeitung Diözese Linz

Auf einen BlIck 75 Jahre Pastoralamt – Tag der offenen Türen Diözesanhaus Linz. 75 Jahre im Dienst der Seelsorge: Aus diesem Anlass laden das Pastoralamt und die Katholische Aktion am Freitag, 27. Juni 2014 zu einem Tag der offenen Türen in das Diözesanhaus Linz. Die „Nachbarn“ im Haus – KirchenZeitung, Caritas und „Freiwilliges Soziales Jahr“ – beteiligen sich an diesem Fest. Auf dem Programm stehen u.a. Begegnungen und Gespräche bei Kaffee und Kuchen, Führungen mit Gebärdenübersetzung, Lesungen, Filme und Ausstellungen, Aktionen für Kinder, Blindenschrift und Gebärdensprache zum Kennenlernen, ein theologisches Millionen-Quiz sowie das Fotoprojekt „Der Dom und Du“ auf dem Dach. XX Freitag, 27. Juni, 13 bis 17 Uhr, Kapuzinerstraße 84, siehe auch das beiliegende Inpuncto „75 Jahre Pastoralamt“.

Willkommen im Diözesanhaus Linz.

Archiv

Inspiration des Feuers. Jugendliche feiern stimmungsvolles Pfingsten.

KJ OÖ

Die Katholische Jugend traf sich zu Pfingsten auf der Burg Altpernstein

„Bleib in deinem Element“ Der Aufforderung „Bleib in deinem Element“ folgten 70 Jugendliche und junge Erwachsene auf die Burg Altpernstein, wo vom 7. bis 9. Juni das Pfingsttreffen der Katholischen Jugend Oberösterreich stattfand. Unter den Teilnehmer/innen waren auch afghanische Flüchtlinge, die in einem Workshop von ihren Fluchterfahrungen erzählten. Die Grundelemente des Wochenendes bildeten vier litur-

gische Feiern: Das Entzünden des Pfingstfeuers mit einem Segen, der sich aus dem Stimmengewirr verschiedener Sprachen herauskristallisierte. Das Morgenlob, welches ermutigte dem eigenen Element treu zu bleiben. Dem Gottesdienst, bei dem gemeinsam eine Taube aus Kerzen gebildet wurde. Und der Sendungsfeier mit dem Entrollen der Vier-Elemente-Banner. (Feuer, Erde, Wasser, Luft).

Reichersberger Pfingstgespräche

Die Wertefrage ist kein Luxus „Werte sind kein ideologischer Überbau. Wir brauchen eine ethische Ordnung für unser Zusammenleben“, betonte Maximilian Fürnsinn, Propst des Stiftes Herzogenburg, beim Eröffnungsvortrag der Reichersberger Pfingstgespräche in der übervollen Stiftskirche. Die Tagung stand unter dem Thema Wertewandel. „Wer eine zukunftsfähige Entwicklung für die Gesellschaft will, muss sich aber – im Dialog – um die Weiterentwicklung der Werte bemühen“, so der Propst. Religion spielt dabei eine besondere Rolle. „Wir dürfen Gott nicht aus der Wertediskussion ausklammern. Aus der Spiritualität können viel Kraft und Hoffnung kommen.“ Der Glaube unterstütze den Aufstand des Menschen gegen Banalität und Enge. josef Wallner

Die Reichersberger Pfingstgespräche sind ein Ort des Nachdenkens über gesellschaftspolitische Herausforderungen: OÖVP-Landesgeschäftsführer Dr. Wolfgang Hattmannsdorfer (von links), Prof. Ernst Ulrich von Weizsäcker (Referent), Propst Maximilian Fürnsinn (Referent), Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, Dr. Petra Bahr (Referentin) und Prof. Rudolf Burger (Referent). Die Tagung stand unter dem Thema: „Braucht der Wandel Werte – brauchen Werte Wandel?“ oövp/wakolbinger


KirchenZeitung Diözese Linz

Oberösterreich 5

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Miteinander für Menschen in Not

„Freunde der Caritas“ unter neuer Leitung Vor 17 Jahren hat Anneliese Ratzenböck das Forum „Freunde der Caritas“ gegründet und seither geführt. Mittlerweile gehören ihm 130 Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Politik, Kirche und Kultur Oberösterreichs an. Die „Freunde der Caritas“ haben seither Projekte mit rund zwei Millionen Euro im In- und Ausland unterstützt. Möglich wurde damit wirkungsvolle Hilfe – unter anderem für krebskranke Kinder in Weißrussland oder für das Haus für Mutter und Kind in Linz. „Mir war immer wichtig, dass die ,Freunde der Caritas‘ wissen, wo ihre Spenden hinfließen, aber auch, dass dieser Kreis sich mit der Not auseinandersetzt“, so Ratzenböck.

Caritas-Direktor Franz Kehrer dankt Anneliese Ratzenböck (Mitte) für die 17 Jahre, in denen sie sich als Leiterin der Freunde der Caritas „mit Tatendrang und Herzenswärme für sozial schwächere Menschen eingesetzt hat“. Mag. Ingrid Trauner (links) hieß er als neue Obfrau herzlich willkommen. „Wir haben das Glück, in Österreich in einem der reichsten Länder der Welt zu leben. Das bedeutet für mich gleichzeitig die Pflicht, für andere Menschen etwas zu tun“, so Trauner. Caritas

Ein Jahr nach dem Hochwasser in Oberösterreich ist die Flutkatastrophe in Bosnien und Serbien ein Aufruf zur Hilfe

Bosnien: Hochwasser vereint die Leute Die Diözese Mostar in Bosnien könnte ohne Unterstützung von Partnerdiözesen wie Linz nicht überleben. Jetzt, wo das Land von der größten Flutkatastrophe seit Menschengedenken heimgesucht ist, zeigt die Kirche von Mostar eine beeindruckende Solidarität mit den betroffenen Regionen. Die Region um Mostar blieb als einziges Gebiet Bosniens von der Hochwasserkatastrophe verschont. Aber rund drei Millionen Menschen leiden im Länderdreieck Serbien,

Kroatien und Bosnien unter den Folgen der Flut. In Bosnien sind von den 3,8 Millionen Einwohnern circa 1,5 Millionen betroffen. Die Not kennt keine Grenzen. Neben der unendlichen Not hat die Katastrophe aber eine völlig überraschende neue Erfahrung gebracht: Bosnier, Serben und Kroaten, Muslime, Katholiken und Orthodoxe – über alle religiösen und nationalen Grenzen hinweg helfen die Menschen einander. Die Hilfsbereitschaft im ganzen Land ist enorm: Die

Caritas Mostar konnte schon über 30 LKWLadungen an Kleidung und Lebensmitteln in den Norden schicken. Tausende Spender und Hunderte Freiwillige sind dafür im Einsatz – und das Engagement dauert an. Damit Hilfsgüter nicht durch Zollformalitäten an Grenzen aufgehalten werden, nutzt auch die Caritas Linz ihre kompetenten Partner in Mostar und kann auf diesem Weg rasch Unterstützung bringen. Die Caritas Oberösterreich bittet weiterhin um Hilfe für die Flut­ opfer in Bosnien und Serbien. Josef wallner

Freiwillige aus Mostar – unter ihnen viele junge Leute – bereiten Hilfslieferungen für die Hochwasseropfer im Norden ihres Landes Bosnien vor.

Caritas


6 Thema

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KirchenZeitung Diözese Linz

Zum Thema Vor 70 Jahren kamen die Heimatvertriebenen in Oberösterreich an

Die Schmerzen und die Freuden Schränke und Regale, selbst der verglaste Balkon der privaten Wohnung im Linzer Lentia-Hochhaus sind vollgestellt mit Unterlagen und Büchern. Prof. Dr. Georg Wildmann und seiner Frau Erika ist es vor allem zu verdanken, dass die Geschichte der Heimatvertriebenen, insbesondere der Donauschwaben, so hervorragend dokumentiert ist. Seit fast 35 Jahren gibt er z. B. die Filipowa‘er Heimatbriefe heraus. Eine Reihe von Büchern, eine Unzahl an Einzelbeiträgen stammen von ihm. Ein Hauptanliegen ist, dass diese Ereignisse in den Geschichtsunterricht der Schulen besser Eingang finden. Georg Wildmann entging im Dezember 1944 jenem Gemetzel in Filipowa, als 212 Männer erschossen wurden. Ihm selbst gelang später die Flucht aus dem Todeslager Gakowa im heutigen Serbien und er kam als Flüchtling in Linz an. Die Frage der Vergebung ist eine Frage, mit der der Theologe Wildmann sein Leben lang ringt. Vergebung braucht das Stehen zur Wahrheit. Die Kirche feiert nicht nur das Fest der Sieben Schmerzen Mariä, hat Wildmann in einer Rede in Altötting betont – sie kennt auch das Fest der Sieben Freuden (5. Juli). So stellt er dem Leid der Vertreibung die Freuden gegenüber, nämlich die positiven Entwicklungen in den Jahrzehnten danach, sodass der Leidensweg nicht umsonst war. So wird heute die Vertreibung von Menschen aus ihrer angestammten Heimat international als Verbrechen gewertet. Dass 1950 in der Charta der Heimatvertriebenen festgehalten wurde: „Wir verzichten auf Rache und Vergeltung“, ist eine der Freuden. 85 Jahre ist Dr. Georg Wildmann eben geworden – und forscht und schreibt und sammelt weiter. m. F. XX www.donauschwaben-ooe.at

Ihre neue Heimat entstand mit Schaufeln und sehr viel Handarbeit Am kommenden Wochenende wird Marchtrenk zur Hauptstadt der Heimatvertriebenen. Die Hälfte der Bewohner haben hier eine Vertriebenen-Geschichte. Matthäus Fellinger

Es waren einfache Häuser, jedes exakt nach dem gleichen Plan. Die Familien selbst und ihre Nachbarn – das waren die Bauleute. Die Baugruben wurden ohne Bagger ausgehoben, mit Schaufel und Scheibtruhe. Auch die Ziegel wurden selbst gefertigt. So war es Mitte der Fünzigerjahre, als die Siedlungen der im und nach dem Zweiten Weltkrieg Heimatvertriebenen errichtet wurden. Im Süden von Linz zum Beispiel – oder in Marchtrenk. Knapp 40.000 waren es allein in Oberösterreich. Von den über 13.000 Einwohnern Marchtrenks sind heute die Hälfte Nachkommen der Siebenbürger und der Donauschwaben. Gegen Ende des Krieges flohen sie vor der heranrückenden Roten Armee etwa aus dem Grenzgebiet des heutigen Serbien, Ungarn und

Dr. Georg Wildmann erforscht seit Jahrzehnten die Geschichte der Heimatvertriebenen (siehe Spalte links).

KIZ/mf

Rumänien – dem Banat. Über 50.000 Menschen kamen dort in den Arbeits- und Vernichtungslagern um. Die fliehen konnten, haben damals alles verloren – und sie haben oft ihr Leben lang mit diesem Verlust gerungen. Zuerst lebten sie in Baracken, Mitte der Fünzigerjahre erfolgte die Einbürgerung – und sie bauten sich eine „Neue Heimat“. Stadtteile tragen seither diese Bezeichnungen. Eine Familiengeschichte. Die von einer Kindergruppe gebastelte Riesenblume zu seinem Fünfziger steht noch im Büro des Marchtrenker Bürgermeisters Paul Mahr. Die Geschichte derer, die in Österreich und Deutschland damals neue Heimat gefunden haben, wird an seiner Familiengeschichte deutlich. Mahrs Mutter stammte aus Ruma nahe Belgrad, der Vater aus Schöndorf im rumänischen Banat. Kennengelernt haben sie sich nach ihrer Flucht in Marchtrenk beim Kellerwirt, dem damaligen gesellschaftlichen Zentrum der Heimatvertriebenen. Es war auch das Stammlokal des Fußballvereins SV Viktoria, wo sein Vater später erster Torschützenkönig wurde. „Wir sehen heute vieles anders als unsere Eltern, die ihren Besitz verloren haben“, sagt Paul Mahr. Auch ein Schuldeingeständnis seitens der Länder, in denen Massenvernichtungen verübt wurden, ist ihm nicht mehr so wichtig, sagt er. Es wäre auch schwer zu erreichen. Allerdings: Die Erinnerung wachzuhalten, das ist auch dem Bürgermeister ein Anliegen – gerade in seiner Stadt, die so sehr von dieser Geschichte geprägt ist. Irgendwann um die 30 kommt das Interesse an der Geschichte, erzählt er in seinem lichtdurchfluteten Amtszimmer. Auf dem Platz vor dem Rathaus wird gebaut. Marchtrenk ist eine wachsende Stadt. Zusätzliche Schulplätze werden gebraucht – und noch mehr Kindergartenplätze. Paul Mahr hat den Stammbaum seiner Familie bis in das Jahr 1771 zurück erforscht, als damals die Schwaben aus dem Schwarzwald-


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Thema 7

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Oben: So sahen die Häuser aus, die ab 1954 serienweise in Nachbarschaftshilfe errichtet wurden: hier am „Wegscheider Spitz“ zwischen Harter Plateau und Kremstalbahn am Stadtrand von Linz. Wildmann

Zum Thema Links: Paul Mahr ist selbst donauschwäbischer Abstammung. Seit einem Jahr ist er Bürgermeister von Marchtrenk. Muckenhuber Unten: Schautafeln werden auf dem Friedensweg die markanten Stationen des 20. Jahrhunderts vor Augen führen. KIZ/mf

gebiet auf Booten – den berühmten „Ulmer Schachteln“ – in das zugesprochene neue Siedlungsgebiet im Banat aufgebrochen sind. Um das Erbe zu sichern, engagiert sich Mahr in der Landsmannschaft der Donauschwaben als stellvertretender Vorsitzender. Friedensweg führt durch die Stadt. Anlässlich des Erinnerungstages am 13./14. Juni wird, beginnend in der katholischen Pfarrkirche, auch der „Friedensweg“ eröffnet. All die Katastrophen, aber auch Wunder des 20. Jahrhunderts werden hier in Erinnerung gerufen. Die Zeit zum Beispiel, als im Ersten Weltkrieg die „Schwarze Stadt“ – benannt nach den Teerpappedächern – entstand, in der bis zu 35.000 Kriegsgefangene lebten. Im Lagerspital wurden damals so viele Patient/innen behandelt wie heute im Klinikum Wels-Grieskirchen, erzählt der Bürgermeister. Der 1915 errichtete Wasserturm erinnert in Marchtrenk noch heute an das Lager. Für Paul Mahr ist das die Frage, die sich aus der eigenen Familiengeschichte und der Ge-

schichte der Stadt Marchtrenk stellt: Wie gehen wir miteinander um? Die damals gute Integration der Heimatvertriebenen ist immer noch Ansporn: Rund 10 Prozent der Marchtrenker/innen kommen heute aus den Ländern Ex-Jugoslawiens und aus der Türkei. Prob­leme, betont Mahr, gab es keine. Und das lässt sich für ihn für die heutige Zeit lernen: die großartige Nachbarschaftshilfe, in der die Menschen damals ihre Heimat neu geschaffen haben.

Erinnerungstag: 70 Jahre neue Heimat Erstmals begehen die Heimatvertriebenenverbände in Österreich den Erinnerungs- und Bedenktag gemeinsam. Heuer sind es 70 Jahre, dass die ersten Flüchtlinge und vertriebenen Donauschwaben und Siebenbürger ankamen, später auch die Sudetendeutschen. Der Erinnerungstag beginnt am Vorabend, Freitag, 13. Juni, 19 Uhr beim Mahnmal mit einer ökumenischen Abendandacht. Am Samstag, 14. Juni, 10 Uhr wird der Festgottesdienst in der katholischen Kirche gefeiert. Am Nachmittag um 14 Uhr geht beim Volkshaus die offizielle Dank- und Gedenkfeier über die Bühne. Erzbischof em. Robert Zollitsch – selbst Donauschwabe –, die Linzer Bischöfe Ludwig Schwarz und Maximilian Aichern, der evang. Bischof Michael Bünker und Superintendent Gerold Lehner werden ebenso erwartet wie Landeshauptmann Josef Pühringer. Am Ende des Gottesdienstes wird der „Friedensweg“ eröffnet. Der Gedenkweg soll auf Schautafeln die Geschichte des 20. Jahrhunderts in Marchtrenk in Erinnerung bringen.


8 Aus Oberösterreichs Pfarren Stenogramm „„ Kirchdorf/Inn. Kürzlich fand in Kirchdorf am Inn die Einweihung des restaurierten Bildstockes „Adambauer Marterl“ statt. Rund 80 Besucher/innen feierten die Andacht, geleitet von Pfarrer Klemens Pillhofer. Das Marterl steht am Kirchensteig, der Teil des Schlosswanderweges ist. „„ Seitenstetten. „It’s Summertime“ – das Jugendlager für 14- bis 16-Jährige findet im Jugendhaus Schacherhof in Seitenstetten (Mostviertel) von 6. bis 11. Juli statt. Den Teilnehmer/ innen bietet die actionreiche Woche: Kontakte knüpfen, kreativ sein, Spaß haben, Outdoor- und Nachtaktivitäten, Gottesdienst anders erleben, die eigenen Fähigkeiten erforschen und einsetzen, Werwolf spielen und vieles mehr. Anmeldeschluss ist der 16. Juni. Details und Anmeldung: www.schacherhof.at

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Wie die 200-Katholiken-Pfarre Gosau die Renovierung ihres Pfarrhofs meistert

Evangelische und Katholiken ziehen an einem Strang Beim Pfarrhof in Gosau läuft derzeit eine große Renovierungsaktion. Dass die Arbeiten dabei so gut voranschreiten, liegt vor allem an der gelebten Ökumene in der Salzkammergut-Gemeinde. Rund 200 Katholiken leben in Gosau. Eine kleine Pfarrgemeinde, für die Renovierungen eine besondere Herausforderung sind. 450 Jahre ist der renovierungsbedürftige Pfarrhof alt. Er diente der Pfarre durch viele Epochen, auch als sich Evangelische und Katholiken gar nicht grün waren. Heute ist das längst anders. Bemerkenswert, wie die Erneuerung des Pfarrhofes abläuft. Die evangelische Bevölkerung, die in Gosau in der Mehrheit ist, hilft selbstverständlich mit. „Das funktioniert alles sehr gut“, erzählt Alois Neissl. Der 81-jährige Pensionist hat sich sehr für die Renovierung engagiert. Quer über konfessionelle Grenzen haben Frauen und Männer aus Gosau und den Nachbargemeinden ihr Fachwissen und ihre Arbeitskraft eingebracht. Für das gute Klima zwischen Evangelischen und Katholiken machen die Gosauer einen besonders verantwortlich: Jakob Hammerl, seit 1966 Pfarrer in Gosau. „Er ist eine allseits geachtete Persönlichkeit“, erklärt Alois Neissl. Start der Renovierung 2012. Nachdem 2009 der kleine idyllische Friedhof von der Osttiroler Firma Kreil, Fachkräften der HTL Hallstatt und zahlreichen freiwilligen Helfern neu gepflastert wurde, startete die Reno-

Spaß bei der Ferienwoche im Jugendhaus Schacherhof. Privat

„„ Altmünster. Die „Spalmooskapelle“ in Altmünster ist Ausgangspunkt der Wallfahrt auf das Richtberg-Taferl in Reindlmühl. Die Kapellenbesitzer, Franz und Anna Ludhammer, ließen die Kapelle wegen starker Baufälligkeit völlig abtragen und neu aufbauen. Baulich und stilistisch präsentiert sich die Kapelle nun wieder in schöner Form. Das ländliche Glaubens-­Kleinod wurde gemeinsam mit über 150 Verwandten, Nachbarn und Freunden der Familie im Rahmen einer Maiandacht am 25. Mai von Konsistorialrat Alfons Einsiedl feierlich gesegnet.

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Der Pfarrhof in Gosau. 450 Jahre hat das Gebäude auf dem Buckel. pfarre

vierung des Pfarrhofs im Jahr 2012 mit der Entfernung der alten und dem Einsetzen der neuen Kastenfenster. Im Frühjahr 2013 wurden die Fenster innen verputzt und die Pfarrstube bekam einen neuen Eichenholz-Fußboden sowie eine neue Wandvertäfelung. Wie bereits bei der Altargestaltung unter tatkräftiger Mithilfe von Schülern der HTL Hallstatt. Um die Wärmedämmung zu verbessern, wurde Ende April dieses Jahres der Dachboden mit einem neuen Pfostenboden und einer begehbaren Isolierung versehen. Abgeschlossen wird das Projekt „Pfarrhof Gosau“ mit einem neuen Außenverputz. Geplante Fertigstellung: Herbst 2014. Paul Stütz

Pichl: Der Kirchturm hatte über 30 Einschusslöcher Seit Mai läuten in der Pfarre Pichl bei Wels keine Glocken mehr. Sie sind nicht nach Rom geflogen ... Der Glockenstuhl wird erneuert. Auf dem Turmdach haben die Spengler an Seilen befestigt gearbeitet. Sie besserten über 30 Einschusslöcher aus. Diese stammen wahrscheinlich von Flobertgewehren, aus denen in den letzten Jahrzehnten immer wieder einmal zum „Spaß“ auf den Kirchturm abgefeuert wurde. In schwindelnder Höhe ragt im Mo-

ment eine Leiter aus dem Kirchturm – eine Himmelsleiter (siehe Bild) –, die benötigt wurde, um das Turmkreuz herunterzunehmen. „Wir dürfen von Glück reden, dass das Turmkreuz nicht ein Sturm heruntergeholt hat, da der Kern schon völlig verrostet war“, sagt Pfarrassistentin Elisabeth Lamplmayr. Am Samstag, 21. Juni wird um 16 Uhr die feierliche Turmkreuzsteckung mit Altbischof Maximilian Aichern stattfinden. Bild: Pfarre


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Aus Oberösterreichs Pfarren 9

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Mag. Josef Habringer, geboren 1952 in Desselbrunn, studierte Theologie, Gesangspädagogik, Sologesang, Lied und Oratorium in Linz, Salzburg und Wien. 14 Jahre war er als Pastoralassistent in der KHG Linz tätig. Er gründete den KHG-Chor, aus dem das Collegium Vocale Linz hervorging. Seit 2002 war er Leiter des Kirchenmusik-Referats. Mag. Andreas Peterl wird im September 2014 sein Nachfolger im Pastoralamt. Josef Habringer bleibt Domkapellmeister. Im Bild links: Das „Te Deum der 1000“ im Mariendom 2009 war einer der Höhepunkte für Josef Habringer. Archiv, linz09

Kirchenmusiker/innen sind in Pfarren unersetzlich

Es zählt die Begeisterung Ein Festgottesdienst ohne Musik? – Kaum vorstellbar. Josef Habringer arbeitet seit 1989 im Kirchenmusik-Referat. Er ist mitverantwortlich dafür, dass die Chorlandschaft in der Diözese Linz blüht. An die 100 Einführungstage für das neue Gotteslob haben er und sein Team bis Anfang Juni gehalten. Anfang September ist damit Schluss. elisabeth Leitner

Zumindest für Josef „Josi“ Habringer. Er geht in Altersteilzeit und gibt die Leitung des Kirchenmusik-Referats ab. Der Musikwelt bleibt er als Domkapellmeister, Chorleiter und Sänger weiterhin erhalten. „Die Dommusik mache ich irrsinnig gerne!“, erzählt Habringer – und das, obwohl er immer dann zu arbeiten hat, wenn andere „Feierabend machen“. Für jeden Sonnund Feiertag organisiert er die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes im Mariendom. Oft sieht man ihn singend, dirigierend oder lesend im Altarraum stehen. Leidenschaftlich gern spielt der begeisterte Musiker und Theologe Tennis und liest, wenn es die Zeit erlaubt. Einsatzort: Pfarre. Habringer telefoniert. Ein Einführungstag wird geplant. Sein Kollege spielt im Nebenraum ein paar Takte am Klavier. Der Raum atmet Musik. Habringer war als Diözesanverantwortlicher für die Erstellung des neuen Gotteslobs zuständig. Viel Energie und Zeit steckt das Team nun auch in die praktische Einführung des neuen Got-

teslobs in den Pfarren. An die 100 Mal ist das Kirchenmusik-Referat bis Anfang Juni zum Einsatz gekommen, um das neue Liedgut in kirchlichen Einrichtungen bekannt zu machen. Habringer hofft, dass das neue Gesangund Gebetbuch wieder mehr dazu einlädt, die Stimme zu erheben. Die Fähigkeit zu singen verkümmert immer mehr, bedauert Habringer. „Kirche ist oft der einzige Ort, an dem noch gesungen wird. Dabei tut Singen dem Menschen gut. Es ist heilsam, gesundheitsfördernd und stiftet Gemeinschaft – siehe Fußballplatz“, sagt er schmunzelnd mit Blick auf die kommende Fußball-WM. Nicht nur das Liedgut des neuen Gotteslobs wird durch das Kirchenmusik-Referat unter das Volk gebracht: Mehr als 30-mal im Jahr wird in Pfarren und Bildungshäusern ein Abend veranstaltet, um Chorliteratur bekannt zu machen oder Sänger/innen und Kantor/innen zu schulen. Ein Höhepunkt ist für Habringer die alljährliche Singwoche mit an die 150 Teilnehmer/innen. „Das ist eine Woche zum Auftanken: mit Musik und spirituellen Impulsen“, berichtet Habringer, der neben dem Domchor noch das Collegium Vocale und die „Voices“ leitet. Ohne Musik – kein Gottesdienst. Musik im Gottesdienst ist unverzichtbar. Sie ist Ausdruck des Lebens- und Glaubensgefühls und vermittelt Festlichkeit. „Musik öffnet uns zudem hin und wieder ein Fenster in die Welt, die hinter der unmittelbar erfahrbaren Welt liegt“, meint Josi Habringer. Musik kann –

etwa bei Begräbnissen – tröstlich und heilsam sein. „Wenn Worte versagen, ist Musik, die die Menschen berührt und stimmig ist, wie ein Fenster in den Himmel.“ Stimmig heißt: dem Anlass entsprechend. Es geht nicht um die perfekte musikalische Gestaltung, sondern um Begeisterung: „Wenn bei der Erstkommunion ein neuer Erstkommunionchor singt, zählt die Freude, mit der das Fest musikalisch gestaltet wird, auch wenn vielleicht qualitativ etwas auf der Strecke bleibt.“ Chorleiter/innen gesucht. Im Kirchenmusik-Büro klingelt wieder das Telefon. Ein Chorleiter braucht neue Literatur. Ob ihm hier jemand weiterhelfen könne? – Klar, denn genau dafür ist Habringers Abteilung zuständig: Chorleiter/innen, Organist/innen und Kantor/innen bekommen hier Anregungen und Tipps für die Gestaltung des nächsten Gottesdienstes. Ein großes Notenarchiv steht zur Verfügung. Dass interessierte Musiker/innen eine Ausbildung im Diözesankonserveratorium erhalten können, bezeichnet Habringer als Segen. Er unterrichtet dort u.a. Stimmbildung und Chorleitung. Nur eines kann er nicht: Chorleiter/innen und ­ Organist/innen aus dem Hut zaubern. „Hier braucht es mehr Offenheit, junge Musiker in den Pfarren anzusprechen und eventuell mit Musikschulen zusammenzuarbeiten“, versucht Habringer neue Wege anzudenken. XX Aktuelle Sommerkurse: siehe Seite 23.


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Brasilien: Vom 12. Juni bis 13. Juli geht die Fußball-Weltmeisterschaft über die Bühne

Katholische Frauenorden befürchten, dass rund um die WM sexuelle Gewalt gegen Kinder zunehmen wird. jugend eine welt

WM verschlimmert den Menschenhandel Im Zuge der Fußball-WM, zu der rund 600.000 ausländische Gäste erwartet werden, warnen katholische Frauenorden in Brasilien vor einem Anstieg sexueller Ausbeutung und rufen in einer Kampagne dazu auf, Menschenhandel anzuzeigen. Die Hilfsorganisation Jugend Eine Welt, die Projekte der Don-Bosco-Schwestern in Nordost-Brasilien unterstützt, weist in diesem Zusammenhang auf das riesige Problem der Kinderprostitution hin. „Das Nationale Forum gegen Kinderarbeit schätzt die Anzahl der Kinderprostituierten auf eine halbe Million“, so Jugend-Eine-WeltVorsitzender Reinhard Heiserer. „Wir befürchten, dass es durch die WM zu einer Zunahme sexueller Gewalt gegen Kinder kommen wird, darunter Kindesmissbrauch, Kinderprostitution und Kinderhandel.“ „Talitha Kum“ („Mädchen, steh auf!“) heißt das internationale Netzwerk der Ordensleute gegen Menschenhandel, das die neue Brasilien-Kampagne vor kurzem im Vatikan vorstellte. Don-Bosco-Schwester Estrella Castalone ist Generalsekretärin des Netzwerks: „Unsere Schwestern öffnen ihre Häuser für die Opfer des Menschenhandels. Besonders wichtig sind unsere Initiativen im Bereich der Prävention. In unseren Schulen vermitteln wir Jugendlichen Werte, die mehr bedeuten als das Geld, das Menschenhändler ihnen bieten können.“ u www.jugendeinewelt.at u www.talithakum.info

Viel Wut und Frust statt Fußballfieber Sie ist noch nicht da, die Fußball-Euphorie. Dagegen gibt es Unmut und Frust – wegen der Milliarden, die für die Fußball-WM in Brasilien ausgegeben wurden. Das Volk reagiert mit Protesten. Auch Thomas Bauer von der Landpastoral CPT der katholischen Kirche in Brasilien steht der WM im Land kritisch gegenüber. susanne huber

Fußball – das ist in Brasilien wie eine ­Religion. Immer und überall wird dort dem runden Leder nachgejagt. Das südamerikanische Land mit 202,6 Millionen Einwohner/innen hat an jeder Fußball-WM teilgenommen, war 1950 zum ersten Mal selbst WM-Gastgeber und ist insgesamt fünf Mal Weltmeister geworden. Die Freude unter der Bevölkerung war überwältigend, als Brasilien im Jahr 2007 erneut den Zuschlag bekam, die Fußball-WM auszutragen. Nun ist es soweit. Vom 12. Juni bis 13. Juli geht das Sportereignis über die Bühne. Doch von Fußball-Euphorie kann keine Rede mehr sein. „Die Stimmung war noch nie so schlecht, der Unmut noch nie so groß“, sagt Thomas Bauer. Der gebürtige Vorarlberger lebt seit 18 Jahren in Brasilien und ist Mitarbeiter der CPT (Comissão Pastoral da Terra), der Landpastoral der katholischen Kirche im Land.

Der Vorarlberger Thomas Bauer ging 1996 nach Jacobina, eine Stadt im Nordosten des brasilianischen Bundesstaates Bahia. Dort arbeitet er bei der CPT (Comissão Pastoral da Terra), der Landpastoral der katholischen Kirche in Brasilien, und setzt sich ein für Landlose und für Familien, die von ihrem Land vertrieben werden. thomas bauer

Es braucht Reformen. In den halbtrockenen Regionen im Nordosten des Landes, im Bundesstaat Bahia, wo Thomas Bauer tätig ist, gab es Monate vor einer Fußball-WM stets nur zwei Themen: „Ob es genug geregnet hat und wie die Fußball-WM verlaufen wird. Das ist dieses Mal ganz anders. Jetzt hörst du vor allem negative Aussagen zur WM. Statt den brasilianischen Nationalfarben an den Wänden siehst du kritische Graffiti, die sich gegen das Sportereignis richten und die sozialen Probleme im Land aufzeigen.“ In Brasilien braucht es Reformen, sowohl im Gesundheits-, im Bildungs- als auch im Infrastrukturbereich. Lehrer/innen an öffentlichen Schulen streiken, weil sie keinen vernünftigen Lohn bekommen; öffentliche Transportmittel sind überteuert und von miserabler Qualität; es gibt zahlreiche Straßen mit Schlaglöchern. „Es sind oft grundlegende Dinge, die nicht funktionieren“, so Thomas Bauer. In Salvador da Bahia warten die Leute auf eine Hochbahn, an der seit 16 Jahren gebaut wird und die noch immer nicht fertiggestellt wurde. „Doch innerhalb von zwei Jahren wird dort ein Fußballstadion neu gebaut. Das erzeugt Wut und Frust in der Bevölkerung.“ Große Gegensätze. Besonders im Argen liegt der Gesundheitsbereich, erzählt Thomas Bauer. „In Brasilien gibt es große Gegensätze. Du hast auf der einen Seite in São Paulo eines der modernsten Spitäler der Welt, zur Krebsbehandlung, wo sich sogar Leute aus dem Ausland behandeln lassen. Auf der anderen Seite sterben Menschen an einfachen Infektionen oder werden gar nicht behandelt, weil es in öffentlichen Krankenhäusern an Ärzt/innen fehlt. Das ist katastrophal. In die öffentlichen Dienste wird kein Geld gesteckt. Und so kommt es zu immer mehr Privatisierungen von Spitälern, Schulen und Universitäten.“ 11 Milliarden für die WM. Was die Kosten der WM betrifft, so wurde seitens der brasilianischen Regierung versprochen, insgesamt etwa eine Milliarde Euro für Renovierungen von Stadien und Infrastrukturmaßnahmen zur WM auszugeben. „Jetzt schaut es so aus, dass über elf Milliarden Euro dafür aufgebracht wurden, unter anderem für zwölf neu gebaute Stadien, es wurde nichts renoviert. Von diesen ausgegebenen Geldern kommen


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Thema 11

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Ein Graffiti des brasilianischen Künstlers Paulo Ito auf einem Tor vor einer öffentlichen Schule in São Paulo wirft einen kritischen Blick auf die Fußball-WM und zeigt eines der sozialen Probleme des Landes auf. reuters (2)

85 Prozent aus öffentlichen Mitteln. Das heißt, die brasilianische Bevölkerung zahlt der FIFA schlussendlich die Fußball-WM“, kritisiert der CPT-Mitarbeiter. FIFA bestimmt. Laut aktuellen Umfragen ist fast die Hälfte der brasilianischen Bevölkerung gegen die Fußball-WM im eigenen Land. „Grund dafür sind nicht nur die fehlenden Reformen im Land, das Vorgehen der brasilianischen Regierung im Hinblick auf die enormen WM-Kosten und die Zwangsumsiedlungen von Menschen im Zuge der WM-Bauten, sondern auch die Handlungsweisen des Weltfußballverbandes FIFA, der die Demokratie und Souveränität des Landes verletzt“, so Thomas Bauer. Die FIFA kann bestimmen, dass z. B. im Umkreis von zwei Kilometern rund um die FIFA-Zonen Straßenhändler/innen ihre Produkte nicht verkaufen dürfen. „Die Hauptsponsoren der FIFA haben das Exklusivrecht für den Verkauf ihrer Waren, die sie – das kommt noch dazu – seit 2007 steuerfrei ins Land bringen.“ Öffentliche Plätze wie Parks nahe den WM-Austragungsstätten werden für die lokale Bevölkerung während der WM gesperrt. Taxifahrer/ innen, die in diesen Bereichen arbeiten, dürfen nicht fahren. Wirtschaftliche Interessen. Die FIFA kann offensichtlich tun und lassen was sie will und stellt sich über die Gesetze eines WM-Gastgeberlandes. Ein weiteres Beispiel dafür ist

laut Thomas Bauer ein Vorfall in Belém. „In der Stadt im Norden Brasiliens hätte ein WMStadion neu gebaut werden sollen. Dort gibt es eine sehr erfolgreiche Fußballmannschaft. Doch weil es in der Amazonas-Hauptstadt Manaus eine Freihandelszone gibt, hat CocaCola Druck ausgeübt und so wurde das Stadion nicht in Belém, sondern in Manaus gebaut. Deren beste Fußballmannschaft spielt allerdings nur in der 5. Landesliga. Das heißt, es geht vor allem um wirtschaftliche Interessen, die im Vordergrund stehen. Da hat die Bevölkerung keinen Einfluss darauf.“ Die Bevölkerung still halten. Aus Angst vor Ausschreitungen während der WM gehen Polizei und Militärkräfte, die speziell in den USA dafür geschult wurden, gegen die Be-

Fußball-WM-Gegner/innen demonstrieren in der brasilianischen Stadt Goiânia.

völkerung vor allem in den Favelas, den Armenvierteln der großen Städte wie Rio, vor. In weiterer Folge gibt es extra für die Zeit während der Fußballweltmeisterschaft Justizbeamte, die so organisiert sind, dass sie innerhalb von 24 Stunden über Fälle von Festnahmen oder Ausschreitungen sofort richten können. „Wenn man weiß, dass sich Prozesse normalerweise jahrelang hinziehen, ist das ein Wahnsinn.“ Im Moment wird außerdem ein neues Anti-Terror-Gesetz diskutiert, das ermöglichen soll, Leute, die bei Demonstrationen während der WM dabei waren, bis zu 20 Jahren in Haft zu stecken. „Es wird alles unternommen, damit die Bevölkerung ja still ist und nicht auf die Straße geht.“ Zeichen setzen. Trotzdem protestieren WMGegner/innen weiterhin. Vor dem Parlament in der Hauptstadt Brasilia versammelten sich kürzlich Demonstrant/innen mit zwölf riesigen aufgeblasenen Fußbällen – sie stehen für die zwölf WM-Stadien – und ließen langsam die Luft aus den Bällen entweichen. Damit kritisierten sie die extrem schwachen Leistungen der brasilianischen Regierung hinsichtlich dringend nötiger Reformen im Land. Thomas Bauer hofft, dass die Lage nicht eskaliert und die brasilianische Bevölkerung es schafft, mit ihren Protesten ein klares Zeichen zu setzen, „damit notwendige Verbesserungen für die Menschen endlich umgesetzt werden und sich in Zukunft auch die Strukturen der FIFA zum Positiven ändern.“


12 Panorama

12. Juni 2014

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zur Sache „Zeichen der Zeit“ Eine Kirche ohne soziales Profil höre auf, Kirche Jesu Christi zu sein, sagte der evangelischmethodistische Superintendent Lothar Pöll zum Auftakt der Dialogveranstaltung zum Projekt Sozialwort 10+. Es gebe Erwartungen auch aus der Politik, dass die Kirchen an der Lösung gesellschaftlicher Probleme mitarbeiten. Dabei sollten die Kirchen keine „Besserwisser“ sein, sagte Pöll, der Vorsitzender des Ökumenischen Rates der Kirchen in Österreich ist. Es sei aber Aufgabe für Christen, mit der frohen Botschaft in einer Zeit der Krisenstimmung und der Demokratieverdrossenheit den Menschen neue Visionen für die Zukunft zu geben – für eine Zukunft, „in der wir vielleicht nicht so reich an materiellen Gütern sein werden, aber an menschlichen Beziehungen und spirituellen Schätzen“, betonte Pöll.

Superintendent Pöll und Bischof Scheuer Innsbrucks Diözesanbischof

Manfred Scheuer ging der Frage nach, was heute die Zeichen der Zeit sind, welche zu deuten laut dem letzten Konzil Pflicht der Kirche ist. Vermutlich habe es zur Zeit des Zweiten Vatikanums vor 50 Jahren mehr Optimismus gegeben, sagte Scheuer. Die Auffassung, dass sich Freiheit und Humanität einfach linear fortentwickeln, sei Vergangenheit. Mit Technik verbänden viele Menschen heute Bedrohungen (Gentechnik). Gestiegene Mobilität sei auch eine Belastung und die letzten Jahre hätten Überzeugungen ins Wanken gebracht, wonach sich die liberale Marktwirtschaft selbst regulieren und allen Wohlstand bringen könne.

Die wichtigsten Themen zur Weiterentwicklung des Ökumenischen Sozialworts wurden in Innsbruck zunächst in kleinen Gruppen diskutiert. Nie (2)

Projekt Sozialwort 10+ präzisiert Themenfelder für verstärktes soziales Augenmerk der Kirchen

Kirchen schärfen Sozialprofil Auf Bereiche wie Bildung, Arbeitszeitverteilung und Finanzwirtschaft sollen die christlichen Kirchen Österreichs künftig besonders achtgeben. So lautet das Fazit aus der ersten Dialogveranstaltung des Projekts Sozialwort 10+. Zehn Jahre nach Erscheinen seines Sozialworts stellt der Ökumenische Rat der Kirchen in Österreich den Text im Projekt Sozialwort 10+ zur Diskussion: Wie aktuell sind die Aussagen dort heute? Und welche Schwerpunktsetzungen sind im sozialen Profil der Kirchen angesichts der neuen Situation (Finanz- und Wirtschaftskrise) notwendig? Der Text an sich ist nach wie vor aktuell, kam als grundsätzliche Antwort aus den rund 60 Lesekreisen zurück. Diese haben sich seit Start des Projekts Sozialwort 10+ durch die Katholische Sozialakademie Österreichs im November 2013 damit beschäftigt. Bei der Frage, welchen Themenbereichen die christlichen Kirchen mehr Aufmerksamkeit schenken sollen, kam aber eine große Zahl

Geldanlage mit gutem Gewissen Beim Thema ethische Finanzwirtschaft sollen nicht nur die christlichen Kirchen Vorreiter sein, wie beim Dialogforum zu hören war. Praktisches Wissen für ethische Geldanlage bieten Kurse der Katholischen Sozialakademie im November in Linz und im Frühjahr 2015 in Innsbruck. Die Kurse wenden sich an Investor/innen und Finanzdienstleister/innen und wirken so in die Gesellschaft. Nähere Informationen unter: XX www.geldundethik.org

an Rückmeldungen. Bei der ersten von drei Dialogveranstaltungen vergangene Woche in Innsbruck arbeiteten die Teilnehmer/innen nun Schwerpunktsetzungen heraus. Nicht zufällig hatten die Schöpfer des Sozialworts das Thema Bildung 2003 an den Beginn des Textes gestellt. Die höchste Bedeutung für die Teilnehmer am Dialogforum hatte auch ein Bildungsthema: Die Kirchen sollen sich dafür einsetzen, dass Bildung Grundkompetenzen für die Lebensbewältigung biete. In den Diskussionen wurde die Verengung von Bildung auf rein wirtschaftlich nutzbaren Fertigkeitserwerb kritisiert. Die andauernde Finanzkrise machte sich in der Forderung bemerkbar, die Kirchen sollten „Lobbyismus für eine soziale Finanzwirtschaft“ betreiben und sie sollten alternative Wirtschaftskonzepte (Gemeinwohlökonomie, Wachstumskritik, etc.) mittragen. Menschenrecht Sozialstaat. Brennende The-

men sind auch die Entlastung von Familien, die Entwicklungszusammenarbeit und der Einsatz für Flüchtlinge. Angesichts der steigenden Arbeitslosigkeit, viel unbezahlter Arbeit und der Tatsache, dass andere Menschen mehr arbeiten, als gesund ist, genoss die Frage, wie Arbeit besser verteilt werden kann, hohes Interesse am Dialogforum. Zustimmung erhielt auch der Satz, dass der Sozialstaat ein Menschenrecht sei. Weitergearbeitet wird bei den Dialogveranstaltungen im Oktober in Wels und im Dezember in Wien. In Wels sollen auch Vertreter anderer Religionen sowie aus der nichtkirchlichen Zivilgesellschaft gehört werden. Heinz Niederleitner


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Panorama 13

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Spirituelles Treffen: Palästinenserpräsident Abbas, Papst Franziskus, Israels Präsident Peres und der orthodoxe Patriarch Bartholomaios I. Reuters

Gebet um „Frieden zwischen Gleichen“ In einer einfachen und ruhigen Feier fand am Sonntagabend in den vatikanischen Gärten das Friedenstreffen statt, zu dem Papst Franziskus Israels Präsidenten Shimon Peres und den Palästinenserpräsidenten Mahmoud Abbas eingeladen hatte. Gekommen war auch Bartholomaios I., der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel und Ehrenoberhaupt der Orthodoxie.

Der Papst forderte von Israelis und Palästinensern den Mut zu Friedensverhandlungen. Um Frieden zu schaffen sei weit mehr Mut erforderlich als zum Kriegführen. Israels Präsident Peres rief Israelis und Palästinenser zu Kompromissen und Opfern für den Frieden auf. Beide Parteien müssten hierbei Partner auf Augenhöhe sein, es müsse um einen „Frieden zwischen Gleichen“ gehen,

263.000 Österreicher in Energiearmut

Papst internationalisiert Vatikan-Finanzaufsicht

„Kein Kind soll in Österreich im Mantel in der kalten Wohnung die Hausaufgaben machen und in einem schimmligen Zimmer schlafen müssen“, forderte Caritas-Präsident Michael Landau bei der Präsentation einer Studie zur Energiearmut. Rund 263.000 Menschen müssten in Österreich in nicht angemessen geheizten Wohnungen leben. Angesichts dessen verlangt Landau zum Beispiel Hilfen zur Gebäudesanierung und Energieeffizienzprogramme auch für Bedürftige sowie eine österreichweite Garantie, dass im Winter nicht Strom- und Gasabschaltungen klirrend kalte Behausungen verursachen.

Papst Franziskus hat den Vorstand der vatikanischen Finanzaufsicht komplett neu besetzt. Bisher stammten alle fünf Vorstandsmitglieder aus Italien. Künftig wird nur mehr Maria Bianca Farina als Italienerin dem Gremium angehören. Die weiteren Mitglieder sind internationale Fachleute wie der Harvard-Jurist Juan Zarate oder Yuvaraj Pillay, Präsidentenberater aus Singapur. Im Vatikan laufen nach internationaler und kircheninterner Kritik am Umgang mit Geld Reformprozesse, zum Beispiel in der Vatikan-Bank. Entstanden ist auch ein „Wirtschaftsministerium“ unter Kardinal George Pell.

sagte Peres. Abbas forderte die Achtung von Freiheit und Menschenwürde in einem „souveränen und unabhängigen Staat“ der Palästinenser. „Wir wollen Frieden für uns und unsere Nachbarn“, sagte der Palästinenserpräsident. Vor den Ansprachen beteten Vertreter/innen von Juden, Christen und Muslimen nacheinander um Frieden im Nahen Osten.

Weltkirche „„ Mehr Kirchenbesucher in Großbritannien. Christliche Einwanderer aus Ländern wie Polen, Rumänien oder aus Afrika vergrößern laut einer aktuellen Statistik die Zahl der Kirchgänger in Großbritannien. „„ Obama würdigt Kirche. „Heute bedanken wir uns für den Mut der katholischen Kirche und für den furchtlosen Geist des heiligen Johannes Paul II.“ So erinnerte US-Präsident Barack Obama in Warschau an die Rolle der Kirche beim Fall des Kommunismus 1989 in Polen. Beruhigung aus dem Vatikan: Ein Pressefoto des emeritierten Papstes Benedikt XVI. mit Rollator hatte in Italien Aufregung verursacht. Erzbischof Georg Gänswein beruhigt: „Es geht ihm gut, die Beine lassen nach, aber seine Gesundheit ist in guter Verfassung.“ Reuters


14 Zu Gast

12. Juni 2014

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Die Oö. Cursillobewegung feierte ihr 50-Jahr-Jubiläum am Pfingstmontag im Stift Kremsmünster. Mehr als 500 Cursilliastas und Freunde der Bewegung kamen zum Gottesdienst (im Bild) und zum Vortag von P. Anselm Grün OSB. Seine Ausführungen standen unter dem Thema: „Gutes bewahren – Neues wagen. Mit dem Geist Gottes gemeinsam in die Zukunft.“ Er rief die Cursillobewegung auf, zu würdigen, was in diesen 50 Jahren gewachsen ist, und auch in Zukunft dafür Sorge zu tragen, dass die Sehnsucht der Menschen nach „dem Anderen” wach bleibt. Er ermutigte zu genügend Selbstvertrauen, dass es in der Welt Verwandlung hervorruft, wenn Menschen Gott in sich wirken lassen. Wohlgemuth

Vor 50 Jahren wurde in Oberösterreich der erste Cursillo-Glaubenskurs gehalten

Die Sehnsucht wecken „Es geht darum, die Sehnsucht nach echter Begegnung mit Christus zu wecken, die uns zu uns selbst und den Menschen führt“, beschreibt Brigitte Kieweg den Sinn der Cursillo-Glaubenskurse. Sie gehört dem Oberösterreich-Leitungsteam der Bewegung an. Josef wallner

Eine Gruppe von 25 Frauen und Männern sowie fünf Priester tragen und organisieren die Angebote in Oberösterreich. Das sind ein-

Brigitte Kieweg ist verheiratet und lebt in Losenstein: „Ich hatte immer ein schlechtes Gewissen, weil ich spürte, dass ich nicht alles im Leben so richtig machen konnte, wie ein gläubiger Mensch das eigentlich tun sollte. Beim Cursillo habe ich erfahren, dass Gott mich liebt, so wie ich bin, mit meinen Licht- und Schattenseiten. Das hat mich zu einem sehr verzeihensfähigen Menschen gemacht.“ Puchner

mal zwei bis drei Cursillos im Jahr, die „klassischen“ Drei-Tages-Kurse, die der gesamten Bewegung ihren Namen gaben. Dazu kommen dann noch Cursillos für Jugendliche, für Gefangene, Tage zum Innehalten, Vertiefungscursillo und an zehn Orten der Diözese regelmäßige Treffen, wo Cursillo-Teilnehmer wieder auftanken können. „Die Zeiten, zu denen es für Kurse Wartelisten gab, sind vorbei“, sagt Brigitte Kieweg. Aber die Rückmeldungen derer, die an den Kursen teilnehmen, sind sehr ermutigend. „Es ist schön zu erleben, wie die Herzen der Menschen berührt werden, wenn sie weiterfragen und beginnen eine persönliche Beziehung zu Christus aufzubauen.“ Das persönliche Zeugnis als Schlüssel. Die Methode bei den Cursillos ist das persönliche Lebens- und Glaubenszeugnis. „Man muss dazu kein Doktor oder Magister der Theologie sein, sondern wir sind QdE“, meint Kieweg schmunzelnd. QdE steht für „Qualifiziert durch Erfahrung“: „Wir bringen uns selbst ein. Wir reden von unseren Lebenssituationen – von den schwierigen und schönen, wir erzählen, wie wir den Glauben erleben und wie er uns hilft.“ Die oberösterreichische Cursillobewegung freut sich, dass sie im Laufe der Jahrzehnte ihren Beitrag leisten konnte, in unzähligen Menschen die Freude am Glauben zu wecken und wachzuhalten.

Cursillo heißt „Kleiner Kurs“ Cursillo ist Spanisch und heißt kleiner Kurs. Er dauert drei Tage und wird von einem ehrenamtlichen Leitungsteam, von Laien und einem Priester, begleitet. In Impulsreferaten und durch ihr Lebens- und Glaubenszeugnis führen sie in die wesentlichen Themen des christlichen Glaubens ein. Der Cursillo ist ein Impuls und ein lebensnaher Weg, um zu sich selbst, zum Mitmenschen und zu Gott zu finden. Er ermutigt, bewusst als Christ zu leben. „Cursillo“ steht auch für die Gemeinschaft, die dieses Werk trägt und die Kurse anbietet.

Cursillo in Oberösterreich Die Cursillobewegung entstand in den Jahren 1940 bis 1949 auf Mallorca im Rahmen der Vorbereitung einer Jugendwallfahrt. Mittlerweile gibt es die Cursillobewegung auf allen Kontinenten. Zu Pfingsten 1960 wurde der erste Cursillo in Österreich gehalten, in Oberösterreich im April 1964. Seither fanden in OÖ ungefähr 240 Cursillos statt, an denen etwa 9000 Frauen, Männer und Jugendliche teilgenommen haben. XX www.cursillo-ooe.at


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Glaube 15

12. Juni 2014

Innsbruck-Allerheiligen: die Computeria

Wo sich eine neue Welt auftut „Sesam öffne dich“ heißt das Geheimwort bei Ali Baba. In der Innsbrucker Pfarre Allerheiligen heißt es „Computeria“ – nicht geheim, sondern für alle „älteren Semester“ zugänglich, öffnet sie zweimal wöchentlich ihre Pforte, um die neue „digitale (Geheim-) Welt“ zu entdecken und zu erproben. Im „Europäischen Jahr des aktiven Alterns und der Solidarität zwischen den Generationen 2012“ startete die zuständige Fachabteilung (JUFF) des Landes Tirol das Projekt Computeria. Der Name kommt aus der Schweiz und ist eine Kreuzung aus „Computer“ und „Cafeteria“. Er verdeutlicht die Grundidee: einen Begegnungsort für ältere Menschen zu schaffen, in dem sie sich neuen Technologien annähern können. Gute Orte schaffen. Im Zuge dieses Projektes sei sie gefragt worden, ob sie im Rahmen ihrer SelbA-Kurse (Training für ältere Menschen) nicht eine Computeria organisieren könnte, erinnert sich Christa Lang. „Da man diese beiden Dinge aber schwer kombinieren kann, ich die Idee aber gut fand, habe ich in der Pfarre herumgefragt, ob es ein Interesse gibt, so etwas anzubieten. Pfarrer Franz Troyer unterstützte die Idee sofort“, erzählt Lang. Er meinte, es wäre gut, wenn es in der Pfarre einen weiteren Platz gäbe, wo sich ältere Menschen gerne treffen, unabhängig davon, wie nahe sie der Kirche sonst stehen. „Es passte auch gut in das Konzept, dass wir als Stadtrandpfarre Menschen verschiedenen Alters Bildungsangebote machen, für die sie nicht extra in die Stadt hineinfahren müssen“, sagt die langjährige Pfarrmitarbeiterin. Mit Hannes Raggl, dem ehemaligen Lokführer und Computerbegeisterten seit Anfang der neuen Informationswelt, fand sie einen fachkundigen Mitgestalter des neuen Projektes. Lernen auf ihre Weise. E-Mailen, chatten, posten, twittern und skypen – immer öfter will auch die ältere Generation an den neuen Kommunikationsformen teilhaben – auch weil viele wichtige Informationen – etwa von Behörden – heute nur mehr unter „www“ zu erhalten sind. „Das Interesse und die Neugier bewegt immer mehr ältere Menschen, sich mit Computern zu beschäftigen“, berichtet Hannes Raggl. Doch sie möchten es in ihrem eigenen Tempo tun, in einem geselligen Rahmen, ohne Druck und ohne hohe Kosten. In der Computeria wird alterstypisches Lernverhalten berücksichtigt. In entspannter Atmo-

Hannes Raggl und Christa Lang, der ehemalige Lokführer und die langjährige Pfarrmitarbeiterin und SelbA-Trainerin, haben in der Pfarre Allerheiligen eine Computeria eröffnet. Christa Lang präsentierte sie beim PGRKongress in Mariazell. Innblick/vanessa Weingartner

sphäre kann der Umgang an eigenen, selbst mitgebrachten Laptops oder auch Tablets, in aller Ruhe ausprobiert, gelernt und geübt werden. Raggl und seine Helfer/innen stehen den Gästen zur Seite und gehen individuell auf Fragen und Wünsche ein. „Im Unterschied zu einem herkömmlichen EDV-Kurs ist man nachher nicht allein, sondern man kommt immer wieder, kann immer wieder nachfragen, immer wieder üben“, Pfarrgemeinden erklärt Christa Lang. Dabei unterauf dem Weg stützen sich die Besucher/innen auch gegenseitig, teilen ihr Wissen Serie: Teil 2 von 4 und geben Tipps. „Unsere Leute wollen die Zeit so intensiv nützen, dass in der ,Cafeteria‘ nicht mal Kaffee ausgeschenkt wird“, schmunzelt Hannes Raggl.

Lebens. Zeichen

Gewitter im Kopf. Zusätzlich wird der Computer als Hilfsmittel für Gedächtnistraining genützt. Christa Lang bringt ihr Wissen der Gedächtnisförderung auf spielerische und zugleich anspruchsvolle Weise in die Computeria ein. Schüttelreime, Matrix-Rechnungen und Suchbriefe werden als E-Mail versandt und müssen am und mit dem Computer gelöst werden. Oftmals ziehen die Benutzer/innen das Internet zu Rate, suchen nicht mehr, sondern „googeln“ und „searchen“ ganz selbstverständlich durch das World Wide Web. „Da geht richtig ein Neutronenblitzgewitter im Kopf ab“, lacht Christa Lang, „und die Aufgaben machen wesentlich mehr Spaß als ewig die gleichen Kreuzworträtsel.“ V. Weingartner/H. Baumgartner

Persönlich Ermutigend fand ich den Pfarrgemeinderatskongress in Mariazell. „Da war wirklich Freude am Glauben spürbar. Ich bin dankbar, dass ich das auch in meiner Pfarre immer wieder erleben darf, bei Gottesdiensten mit einer ganz lebendigen, fast heiteren Stimmung, bei den vielen Mitarbeiter/innen, die gerne dabei sind, in der Freiheit, in der wir vieles erproben können. Spannungsfelder erlebe ich dort, wo das Kirchenrecht in Spannung zu dem steht, was Jesus gelebt und verkündet hat; wo seine barmherzige Zuwendung zu den Menschen, sein Hinhören und Hinschauen auf den Glauben, die Nöte und das Leben oft außen vor bleiben. Zukunftsspuren erlebe ich in vielen Akzenten, die Papst Franziskus setzt. Der traut dem Geist Gottes wieder etwas zu und rückt vieles, was seit dem Konzil ins Stocken geraten ist, erneut in den Blick. Und es ist eine neues Miteinander spürbar. Christa Lang


Sonntag

Dreifaltigkeitssonntag – Lesejahr A, 15. Juni 2014

Immer wieder ganz anders Wer bist du wirklich? Selbst wenn diese Frage einem Menschen gestellt wird, ist sie letzten Endes nicht beantwortbar. Wer ist Gott wirklich? Wie, mit welchen verschiedensten menschlichen Wort-Versuchen, sprechen die Schriften der Bibel von Gott? Gott ist nicht einfach zu „haben“ in einem Namen oder nur einem Wort. Immer ist Gott „größer“ und „anders“, als Menschen glauben und denken. Eines aber ist gewiss, darauf baut und hofft gläubiges Vertrauen: Gott ist ,ich bin wo du bist‘.

1. Lesung

2. Lesung

Evangelium

Exodus 34,4b.5–6.8–9

2 Korinther 13,11–13

Johannes 3,16–18

Am Morgen stand Mose zeitig auf und ging auf den Sinai hinauf, wie es ihm der Herr aufgetragen hatte. [...] Der Herr aber stieg in der Wolke herab und stellte sich dort neben ihn hin. Er rief den Namen Gottes aus. Der Herr ging an ihm vorüber und rief: Gott ist ein barmherziger und gnädiger Gott, langmütig, reich an Huld und Treue. [...] Sofort verneigte sich Mose bis zur Erde und warf sich zu Boden. Er sagte: Wenn ich deine Gnade gefunden habe, mein Herr, dann ziehe doch, mein Herr, mit uns. Es ist zwar ein störrisches Volk, doch vergib uns unsere Schuld und Sünde, und lass uns dein Eigentum sein.

Im Übrigen freut euch, kehrt zur Ordnung zurück, lasst euch ermahnen, seid eines Sinnes und lebt in Frieden! Dann wird der Gott der Liebe und des Friedens mit euch sein. Grüßt einander mit dem heiligen Kuss! Es grüßen euch alle Heiligen. Die Gnade Jesu Christi, des Herrn, die Liebe Gottes und die Gemeinschaft des Heiligen Geistes sei mit euch allen!

Denn Gott hat die Welt so sehr geliebt, dass er seinen einzigen Sohn hingab, damit jeder, der an ihn glaubt, nicht zugrunde geht, sondern das ewige Leben hat. Denn Gott hat seinen Sohn nicht in die Welt gesandt, damit er die Welt richtet, sondern damit die Welt durch ihn gerettet wird. Wer an ihn glaubt, wird nicht gerichtet; wer nicht glaubt, ist schon gerichtet, weil er an den Namen des einzigen Sohnes Gottes nicht geglaubt hat.


Wort zum Sonntag

,Ich bin wo du bist‘ Das Arbeitsjahr neigt sich langsam dem Ende zu. Ich spüre es besonders, weil sich eine „Jahresmüdigkeit“, wie ich es nenne, bemerkbar macht. Alles, was an Problemen, Konflikten oder Zusätzlichem daherkommt, scheint doppelt zu belasten und es fehlt die Energie, die Dinge froh anzupacken. Da tut eine Bergtour gut: den Körper spüren, zur Ruhe kommen, die Gedanken sich ordnen lassen, Abstand bekommen und – oben angekommen – sehen, wie wunderbar Gottes Schöpfung ist und wie klein das Gewusel da unten mit all den Problemen wird. In der ersten Lesung hören wir von Mose. Er hat die nicht leichte Aufgabe, das Volk der Israeliten durch die Wüste zu führen. Was hat er da schon an Widerstand erleben müssen, wie oft immer wieder vor sein Volk hinstehen und es auf den einzigen Rückhalt, den er hat, nämlich auf JHWH, einschwören müssen. Und wie oft hat das Volk gemurrt, weil es unzufrieden war, bis dahin, dass es ein goldenes Kalb zu seinem Gott erklärt hat. Und nun steigt Mose auf den Berg Sinai. Allein. Und Gott offenbart sich ihm mit seinem Namen: JHWH. Wie damals beim Dornbusch. Ein Theologe hat diesen Namen mit ,Ich bin wo du bist‘ übersetzt. Und bei dieser Gottesbegegnung beschreibt Gott zudem, wie er ist: barmherzig, gnädig, langmütig, treu. Nichts anderes wünscht sich Mose, als dass dieser Gott mit ihnen geht.

knünz. blick von den „drei schwestern“

Bekenntnisfragen glauben Sie

und ich antwortete

so wurde ich gefragt

ich baue darauf

an den lebendigen Gott

dass er mich hält

Zum Weiterdenken Welcher der drei göttlichen Personen fühle ich mich am nächsten?

und ich antwortete ich lebe davon

und was denken Sie

dass Gott an mich glaubt

vom Heiligen Geist

,Ich bin wo du bist‘ – bei den schwierigen Gesprächen. ,Ich bin wo du bist‘ – bei meiner Ohnmacht, wenn ich die Nachrichten höre. ,Ich bin wo du bist‘ – wenn ich die Natur erwandere. Wie tröstlich ist es, dass ich Gott immer bei mir weiß. In keiner Situation bin ich allein. JHWH stärkt mir den Rücken, gibt mir Mut und das richtige Wort, ist mir fester Boden unter den Füßen. Jedem Menschen ist dieser Name Gottes zugesagt. So wünsche ich besonders jenen, die diesen Beistand nötig brauchen, dass sie den ,Ich bin wo du bist‘ stärkend spüren.

und ich antwortete

Brigitte Knünz

und was halten Sie

dass er uns beide tief verbindet

ist Leiterin der Gemeinschaft

von Jesus Christus

mehr als wir uns denken können

Werk der Frohbotschaft Batschuns, Vorarlberg. Die Autorin erreichen Sie unter

Andreas knapp

u sonntag@kirchenzeitung.at


18 Bewusst leben in kürze Faire WM – auch auf der Fernsehcouch Das Fußballschauen auf der Couch ist sooo anstrengend und geht daher meist mit reichlicher Verpflegung einher. „die umweltberatung“ empfiehlt für die WM Getränke aus Mehrwegflaschen und faire Bio-Snacks. Zu WM-Zeiten finden Getränke und Knabbereien großen Absatz. Bier ist in den meisten Geschäften in Glas-Mehrwegflaschen erhältlich, und diese sollten die erste Wahl sein, nicht nur weil Glas appetitlicher als Dosen ist: „Bierdosen sind dreimal klimaschädlicher als Mehrwegflaschen. Bier in Einwegglasflaschen verursacht sogar fünfmal mehr Treibhausgasemissionen als Mehrweg-Bier. Acht zu null für die Mehrwegflaschen also“, erklärt Mag. Elmar Schwarzlmüller, Ressourcenexperte von „die umweltberatung“. Rote Karte für die Dosen. Dosen sind nicht nur für das Klima schlecht. Das aluminiumhältige Bauxit wird oft unter fragwürdigen ökologischen und sozialen Bedingungen abgebaut. Aluminium wird daraus mit hohem Energieverbrauch gewonnen, und es fällt giftiger Rotschlamm an, der in Auffangbecken lagert. Bricht der Damm eines solchen Auffangbeckens, kommt es zu ­einer Katastrophe wie 2010 in Ungarn. Faire Bio-Knabbereien. Beim Knabberzeug ist mittlerweile die Auswahl an Alternativen groß. „Nüsse aus fairem Handel und Knabbergebäck aus biologischer Landwirtschaft sorgen für knusprige Gaumenfreuden und Fairplay in ökologischer und sozialer Hinsicht“, sagt Mag. Gabriele Homolka, Ernährungswissenschafterin von „die umweltberatung“. „Und damit der Sixpack vom vielen Passivschauen nicht zu sehr schwillt, sind handliche Sticks von Gurken oder Karotten eine gute Abwechslung für eingefleischte Fußballfans.“ XX www.umweltberatung.at

12. Juni 2014

KirchenZeitung Diözese Linz

Interessantes, Überraschendes und Köstliches zur Königin der Beeren

Erdbeergenuss in aller Munde Die Erdbeerfelder laden wieder zum Selberpflücken ein und auch in den Regalen der Lebensmittelhändler sind zunehmend heimische Erdbeeren zu finden. brigitta hasch

Nein, Erdbeeren sind keine Beeren, sondern Sammelnüsse. Die gelben Punkte auf der Oberfläche der Frucht sind die eigentlichen Früchte (Samen). Die Erdbeere ist somit nur eine Scheinbeere. Botanisch betrachtet gehören Erdbeeren zu der Pflanzenfamilie der Rosengewächse. Die heutigen E ­ rdbeersorten sind allerdings keine Züchtung aus den Walderdbeeren, sondern stammen von der amerikanischen Scharlach-Erdbeere ab, die im 18. Jahrhundert aus Nordamerika eingeführt wurde. Prinzipiell sind sogar die Blüten und Blätter der Erdbeerpflanze essbar. Wirkungen und Mythen. Bereits in der Antike galt die Waldfrucht als ein beliebtes Heilmittel, besonders als Erdbeer-Wasser. Der sirupartige Saft löschte nicht nur den Durst, sondern beugte Masern und Pocken vor und stillte Nasenbluten. Ihre wertvollen Mineralstoffe sollen außerdem vor Leber- und Gallenleiden schützen. Noch heute verkaufen Apotheken getrocknete Erdbeerblätter, die als ungesüßter Tee aufbereitet gegen Blasenentzündung, schlechten Atem und Akne helfen sollen. Kosmetikerinnen empfehlen für frischen Teint und schöne Haut eine Gesichtsmaske aus Erdbeersaft und Milch. Eher zweifelhaft ist die angeblich betörende oder sinnliche Wirkung der Erdbeere. Viele Vitamine, wenig Kalorien. Erdbeeren bestehen zu 90 Prozent aus Wasser. Trotzdem bieten reife Früchte ein echtes Geschmackserlebnis. Ihr Gehalt an Fruchtsäuren, Fruchtzucker und Aromastoffen ist dafür verantwortlich. Bei besonders wohlschmeckenden Sorten stehen Zuckergehalt und Säure in einem harmonischen Verhältnis. Aber auch die Festigkeit des Fruchtfleisches und

der Saftgehalt beeinflussen den Geschmack. Erdbeeren haben mehr Vitamin C als Orangen. Dazu enthalten sie auch die Mineralstoffe Kalium, Magnesium, Zink, Mangan, Phosphat und Kupfer. Und sie bieten Carotinoide, Gerb- und Farbstoffe. Ihr durchschnittlicher Energiegehalt liegt bei 33 Kilokalorien (138 Kilojoule) pro 100 Gramm. Kauf und Lagerung. Einmal gepflückte Erdbeeren reifen zu Hause nicht mehr nach. Deshalb sollte man nur wirklich reife Früchte kaufen. Sie sind allerdings auch sehr anfällig gegen Schimmelpilze. Und sie sind sehr druckempfindlich. Erdbeeren sollte man demnach also möglichst frisch verzehren oder verarbeiten. Wer einen ganzen Kübel nicht rasch verbrauchen kann, hat mehr davon, sich kleinere Mengen zu besorgen. Der möglicherweise günstigere Preis landet sonst leider verschimmelt im Müll. Erdbeeren lassen sich allerdings gut einfrieren, sowohl im Ganzen, noch besser als Mus. So kann man Erdbeerkuchen oder Vanillepudding mit Erdbeersauce ein ganzes Jahr über genießen. Erdbeeren für Selbstversorger. Erdbeeren naschen „von der Hand in den Mund“, davon sind besonders Kinder immer wieder begeistert. Im Garten, aber auch in Balkonkistchen lassen sich verschiedenste Sorten sehr gut anbauen. Die Auswahl an Erdbeerpflanzen ist groß und umfasst Hänge- und Klettervarianten, große und kleinere Früchte, ein- oder mehrjährige Exemplare. Wichtigste Voraussetzung für ein Gedeihen ist viel Sonne. In der Wachstumsphase benötigen die Erdbeeren regelmäßiges Gießen, etwas Bodenpflege und Düngung. Dazu werden die Jungpflanzen am besten mit einer dünnen Kompostschicht abgedeckt. Etikettenschwindel. Die gesamte Erdbeer­ ernte der Welt würde nicht ausreichen, um die verkauften Erdbeerjoghurts mit echten Früchten herzustellen. Auch der Fruchtgehalt in fertigen Müslimischungen oder Eissorten in meist geringer, als man es gerne haben würde. Zeit und Aufwand lohnen sich also allemal, sich mit einem Korb voll frischer Erdbeeren selbst in die Küche zu stellen.


KirchenZeitung Diözese Linz

Bewusst leben 19

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Einkochzeit. Erdbeermarmeladen gibt es in vielen Kombinationen mit anderen Früchten. FOTOLIA.COM (2)

Beerige Rezeptvorschläge Erdbeerstrudel. 500 g Blätterteig (tiefgekühlt oder nach eigenem Rezept), 300 g Topfen, 100 g Staubzucker, 2 Dotter, 1 Ei, 1/2 Pkg. Vanillezucker, 1/2 Zitrone (Saft und Schale), 2 cl Rum, 1 Pr. Salz, 300 g Erdbeeren, 1 Ei zum Bestreichen. Blätterteig ausrollen. Alle Zutaten (außer den Erdbeeren) zu einer Fülle glatt verrühren und auf den Teig streichen. Mit halbierten Erdbeeren gleichmäßig belegen. Teig zu einem Strudel einschlagen, mit Ei bestreichen und auf ein gefettetes Backblech legen. Bei 200 °C etwa 40 Minuten backen.  Rezepte aus dem Pfarrhaushalt, Band 2, auch als Einstiegsgeschenk für ein Jahresabo der KirchenZeitung erhältlich.

Erdbeer-Balsamico-Marmelade. 350 g Erdbeeren, 100 ml Balsamessig Erdbeere, 100 g Gelierzucker. Ein Drittel der Erdbeeren in Stücke schneiden und mit dem Essig leicht köcheln lassen, bis ein Großteil der Flüssigkeit verdampft und die Masse sirupartig eingekocht ist. Die restlichen Erdbeeren schneiden, mit Gelierzucker aufkochen, vom Herd nehmen und pürieren. Wieder auf den Herd stellen, 5 Minuten sprudelnd kochen. Die mit dem Essig gekochten Erdbeeren hinzufügen, noch einmal aufkochen und rasch in vorbereitete Gläser füllen.

Erdbeercreme. 500 g Bio-Erdbeeren, 1/2 Biozitrone, 3 EL Zucker, 250 ml Schlagobers, Biskotten. Erdbeeren waschen, je nach Größe vierteln oder achteln. Die Hälfte mit Zucker und ein paar Tropfen Zitronensaft pürieren. Obers steif schlagen und vorsichtig unter die pürierten Erdbeeren heben. Creme in Schüsseln verteilen und mit restlichen Beeren und Biskotten garnieren.  Günstig und gut kochen, aktion leben österreich

 Himmlisches im Glas, Brigitte Mramor, Verlag Welt der Frau.

Pollenalarm zur Prüfungszeit Pünktlich zu den anstrengendsten Wochen im Schuljahr leiden viele Allergiker/innen an geröteten, tränenden Augen und rinnenden Nasen. Besonders Gräser und Roggen machen den Schülerinnen und Schülern aktuell das Lernen schwer. Nicht nur, dass die Augen angeschwollen sind, man unaufhörlich niesen und ständig zum Taschentuch grei-

fen muss. Es ist eine Zeit, in der man weder Konzentration zum Arbeiten aufbringen kann noch erholsamen Schlaf findet. Das führt zu Tagesmüdigkeit und dauernder Erschöpfung. Man möchte, man sollte, aber man kann einfach nicht lernen. Notendruck und Schularbeitenstress sind zu Schulschluss sowieso enorm hoch. Für Allergiker/innen ist diese Phase auch körperlich anstrengend.

Maßnahmen. Im Zimmer bleiben, Haare häufig waschen, nur in der Früh lüften sowie Bettwäsche und Kleidung oft wechseln sind grundsätzlich ratsame Dinge. Ist die Allergie aber gerade auf dem Höhepunkt, hilft all das nur mehr wenig. Augentropfen und Nasensprays sollten in diesen Wochen wenigstens zu einer Milderung der Symptome führen. Hier gibt es sowohl gut wirksame homöo-

pathische Mittel als auch klassische Arzneimittel. Diese Antihistaminika enthalten aber in der Regel Cortison. Ärztlichen Rat sollte man sich allerspätestens dann holen, wenn die Allergie asthmaähnliche Symptome, also Atembeschwerden, hervorruft. Die Therapien sind vielfältig: Globuli, Schüsslersalze oder Desensibilisierung mittels Tabletten oder Spritzen.


da geh ich hin „„ Musik, Musik, Musik. Die Linzer Musikschule lädt zum „City Open Air“. Von der Ju­ gendblaskapelle und dem Gitar­ reorchester über ein Akkordeon­ orchester bis hin zum Jazzchor und zu 29 Blechbläsern: Sie alle musizieren auf dem OK-Platz. XX Fr., 13. Juni, 16 bis 22 Uhr,

KK

Alles dreht sich um den Fußball Fußball ist die Sportart Nummer 1. Weltweit gibt es 265 Millionen Fußballspielerinnen und -spieler, überall wird gekickt. Und in den nächsten Wochen wollen viele Menschen vor dem Fernseher mit „ihren“ Mannschaften auch jubeln.

OK-Platz Linz, freier Eintritt.

lach mit piepmatz

Man sagt, dass es schon vor über 5000 Jahren erste Ballspiele gegeben hat, bei denen der Ball mit dem Fuß bewegt wurde. Urformen

„„ Zwei Freunde ­unterhalten sich: „Kennst du den Unter­ schied zwischen unserem Fuß­ ballteam und einem Marienkä­ fer?“ – „Die Marienkäfer haben mehr Punkte.“ „„ Das Nachwuchstalent zum Manager: „Wie hoch ist denn mein Gehalt?“ – „Zunächst 20.000 Euro monatlich, spä­ ter dann mehr.“ – „O.k., dann komm' ich später wieder!“

„„ Was ist der Unterschied zwischen einem Bankräuber und einem Fußballstar? Der Bank­ räuber sagt: „Geld her, oder ich schieße!“ Der Fußballstar hinge­ gen: „Geld her – oder ich schie­ ße nicht!“

XX Raten und gewinnen! Trage die gefragten Begriffe in der richtigen Reihenfolge Zeile für Zeile ins Rätselgitter. Die gelben Streifen ergeben die Lösung. Unter allen richtigen Einsendungen an KiKi verlosen wir fünf Exemplare des Fußball-Büchleins. Einsendeschluss: 23. Juni 2014.

din oder einen Brief­freund? Ich freu mich auf deine Post! kiki@kirchenzeitung.at, KiKi, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. Deine gitti

balduin baum

kiki-kontakt

Schlaukopf oder Wün­sche an KiKi? Suchst du eine Brieffreun­

des Fußballs kennt man aus England. Im 12. Jahrhundert spielten beim „Shrovetide Foot­ ball“ zwei Dörfer gegeneinander. Wie viele Spieler zu einer Mannschaft gehörten, war gleichgültig. Der Ball war groß wie ein Me­ dizinball und das Spiel dauert acht Stunden. Kein Wunder, denn das Spielfeld erstreckte sich über fünf Kilometer, einschließlich al­ ler natürlichen Hindernisse wie Bach, Fluss, Hecke oder Zaun. Zwei Steine markierten die Torlinie, über die der Ball – egal wie – beför­ dert werden musste. Das waren auch schon die einzigen Regeln für dieses wilde, ruppige Treiben. Erst um 1850 entstanden an engli­ schen Universitäten Fußballmannschaften mit elf Spielern. Dann dauerte es noch ein­ mal über 50 Jahre, bis diese Sportart von der Insel den Sprung auf das europäische Fest­ land schaffte. Fußball zum Lesen. Wer ist der wichtigste Spieler auf dem Platz? Wann gibt es einen Eckstoß? Was bedeu­ tet Abseits? Und was hat eine Schwalbe mit Fußball zu tun? Der blauhaarige Wu­ schelkopf Benni Blu fragt den früheren deutschen Teamspieler Andreas Hinkel und erklärt dir mit vielen Bildern alle Spielregeln.

„„ Der Fußballer ist gefoult worden und humpelt nun mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Spielfeld herum. Da meint der Trainer zum V ­ ereinsmasseur: „Bei dem weiß man nie so recht, ob man den Doktor oder den Theaterkritiker kommen lassen soll.“

„„ Schick deine lustigsten Witze an: piepmatz@kirchenzeitung.at oder an PIEPMATZ, Kapuziner­ straße 84, 4020 Linz. „„ Hast du Fragen an den

Die KirchenZeitung für Kinder 12. Juni 2014


12. Juni 2014

Besuch im Südsudan. Judith Mühlleitner (links im Bild) war Teil einer jungen Reisegruppe vom Verein proSudan.

PROSUDAN (2)

„Ich wollte dort sein, wo etwas passiert“

PAUL STÜTZ

bedingt was erleben, dort sein, wo etwas passiert“, erzählt Judith. Sie fuhr mit dem Moped durch die Hauptstadt Juba, ging alleine auf den Markt, in einen Buchladen, ließ sich die Haare von der gleichaltrigen Südsudanesin Sunday flechten. „Die coolsten Momente der Reise.“

„Ich weiß jetzt, dass ich im Falle einer Heirat 200 Kühe kosten würde“, lacht Judith Mühlleitner. Weiße Frauen sind im Südsudan exotisch und begehrt. „Du bist der Superstar, die lebende Puppe“, sagt die Studentin. Dutzende Heiratsanträge bekam die Vöcklabruckerin, als sie im April im jüngsten Land der Erde weilte. Die 20-Jährige war Teil einer jungen Reisegruppe, die gemeinsam mit Hans Rauscher, Gründer des Vereins proSudan, Projektpartner in dem afrikanischen Land besuchte. Bereits im Dezember 2013 war der Konflikt zwischen den Stämmen Nuer und Dinka

Normales Leben in Juba. Tatsächlich war es in der Hauptstadt Juba Mitte April noch vergleichsweise ruhig. Anders als in der Stadt Bentiu, wo genau in diesen Tagen ein schreckliches Massaker passierte. „Wir haben das gar nicht gecheckt, weil unser Leben in Juba normal verlief.“ Stammesfehden, der Kampf um Öl, hoher Analphabetismus und Armut verursachen die großen Probleme im Südsudan. Schwierig sei es, die Dimension des Konflikts zu begreifen, sagt Judith Mühlleitner. „Das Stammesdenken ist noch so extrem in den Köpfen der Menschen drinnen“,

Der Südsudan ist weit entfernt von einem dauerhaften Frieden. Und dennoch gibt es Hoffnung und positive Ansätze, berichtet Judith Mühlleitner von ihrem Besuch im jüngsten Staat der Erde.

cd-tipp

Judith Mühlleitner (20) aus Vöcklabruck reiste in den vom Bürgerkrieg gebeutelten Südsudan.

zu einem blutigen Bürgerkrieg eskaliert. „Ein paar meiner Freunde haben gesagt, dass ich spinne, als wir zu der Reise aufbrachen“, sagt Judith Mühlleitner. Sie hatte keine Angst. „Ihr könnt ruhig kommen“, hatten die Projektpartner vor Ort signalisiert. Für die Südsudanesen war der Besuch aus Österreich eine Bestärkung, dass sie nicht im Stich gelassen werden. „Ich wollte un-

aufgeschnappt

Intensive Auseinandersetzung mit Menschenrechten Am Montag, 2. Juni 2014 fand im Rahmen des UNESCO-Schul-Projektes der Tag der Menschenrechte für den 4. Jahrgang der größten oberösterreichischen Schule, des Linzer Technikums HTL Paul Hahn, statt. Neben Workshops, unter anderem geleitet durch das MauthausenKomite, die Muslimische Jugend und die Young Caritas, setzten sich die Schüler/innen mit den Themen Vorurteile, Interkulturelle Kompetenzen, Verschuldung, Menschenrechte, Armut, Behinderung und Globalisierung auseinander. Daneben konnten auch mehrere Diskutan-

szene

erzählt sie. Dennoch konnte die Studentin während der Reise deutlich spüren: „Die Leute wollen den Frieden, sind stolz auf ihr eigenes Land. Sie wollen, dass etwas Gutes daraus wird.“ Für dauerhaften Frieden braucht der Südsudan eine positive wirtschaftliche Entwicklung. Gute Ansätze gibt es in den Projekten, die der Verein proSudan unterstützt. „Das sind wirklich nachhaltige Sachen“, sagt Judith. Dazu zählt etwa die Sankt-Theresa-Schule in Juba. Hier wird qualitätsvolle Ausbildung für Tausende Kinder ermöglicht. Oder die Profilziegelmaschine, die der Verein mithilfe des Landes Oberösterreich anschaffen konnte. Die Maschine produziert 1500 Betonziegel pro Tag. Binnen kurzer Zeit hat man auch für größere Gebäude die nötige Anzahl von Ziegeln beisammen. Neue Schulen, Cafés und Geschäfte sollen so in nächster Zeit entstehen.  Informationen zu den Projekten im Südsudan: www.prosudan.at

xx

Rainer Schmidgrabten gewonnen werden, die mit ner, Direktor der den Schülern eineinhalb StunSchule, nahm in seiden über Themen aus ihrer jenen Einleitungsworweiligen Sicht debattierten. rat Efgani es ten zur Diskussion Etwa Bundesrat Efgani Dönnd Bu . ag Vortr gen Spannender ine Erfahrun htet über se Bezug auf Artikel 1 mez, PMM, der sehr persönlich R FFE Dönmez beric HO L . PAU mit Migration der Menschenrechtsseine Erfahrungen mit dem Theerklärung. Die Würma „Integration und Migration“ de des Menschen sei unveräußerliches Recht, schilderte. Gunther Trübswasser, das jeder Mensch von Natur aus habe. Dies Vorsitzender von SOS-Menschenrechte, betonmüsse aber jeden Tag neu gelebt und verinnerte die Bedeutung der Menschenrechte und dass licht werden, damit es nicht Lippenbekenntnis diese jedem Menschen in ungeteilter Weise zubliebe. Gerade als UNESCO-Schule habe das Linkommen. Er lud die Schülerinnen und Schüler zer Technikum hier einen besonderen Bildungsein, sich in ihrem späteren beruflichen Umfeld auftrag. dafür einzusetzen.


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12. Juni 2014

IMPRESSUM KirchenZeitung Diözese Linz Medieninhaberin: Diözese Linz. Herausgeber: Willi Vieböck. Chefredakteur: Matthäus Fellinger. Redaktion: Ernst Gansinger, Christine Grüll, Brigitta Hasch, Elisabeth Leitner, Paul Stütz, Josef Wallner. Verlagsleiterin: Ursula Schmidinger. Marketing: Monika Jellmair, Birgit Kubik. Anzeigen: Sigi Hafner. E-Mail: anzeigen@kirchenzeitung.at Sekretariat: Irmgard Draxler, Barbara Erber, Elisabeth Ecker, Alexandra Kaiser. Adresse: Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz. Tel. 0732/76 10-39 44, Fax: 0732/76 10-39 39. E-Mail: office@kirchenzeitung.at Leserbriefe an: leserbriefe@kirchenzeitung.at DVR: 0029874/10770 Kooperationsredaktion der Kirchenzeitungen OÖ, Tirol, Vorarlberg und Burgenland: Hans Baumgartner (Leiter), Susanne Huber, Brigitte Huemer, Heinz Niederleitner. Werbung: Walter Achleitner, Thomas Hödl, Bergstraße 12, 5020 Salzburg, Tel. 0662/88 44 52, Fax: 88 44 52-4, E-Mail: koopred@kirchenzeitung.at Hersteller: OÖN Druckzentrum GesmbH & Co KG, Medienpark 1, 4061 Pasching. Verlagsort: Linz. Jahresabonnement: Inland: € 46,20 (Abodauer mindestens ein Jahr und danach bis auf Widerruf, Kündigung zum Halbjahr, schriftlich mit 14-tägiger Kündigungsfrist). ART COPYRIGHT ©BILDRECHT, WIEN

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 ENTGELTLICHE EINSCHALTUNG

100 % mehr bei „Ambo-Terno“-Spielarten Prämienrunden bei Zahlenlotto „1–90“ haben bereits Tradition und sind bei den Spielteilnehmern überaus beliebt. Klar, gibt es doch eine ganze Menge mehr zu gewinnen. Jetzt aktuell 100 Prozent mehr bei den drei „AmboTerno“-Spielarten. Bei den Ziehungen von Dienstag, 10. Juni bis Samstag, 21. Juni 2014 werden alle Gewinne bei „Ambo-Terno“ verdoppelt. „Ambo-Terno“ kann man auf drei verschiedene Varianten spielen: Bei Ambo-Terno 3 wird auf drei aus 90 Zahlen gesetzt. Bei Ambo-Terno 4 tippt man vier Zahlen, und bei Ambo-Terno 5 kreuzt man fünf Zahlen an. Bei jeder der drei Ambo-Terno-Spielarten gewinnt man ab „zwei Richtigen“. Die Höhe des Einsatzes (zwischen 1 Euro und 500 Euro) und somit auch die Höhe des Gewinnes bestimmt der Spielteilnehmer selbst. Der Gewinn berechnet sich aus Einsatz mal Gewinnfaktor. Jede Spielart hat einen bestimmten Gewinnfaktor, der – aufgrund der aktuellen Verdoppelung – vom Zehnfachen bis zum 10.000-Fachen reicht. Die Zahlenlotto-Ziehungen finden jeweils am Dienstag, Donnerstag und Samstag statt. Die Ziehungsergebnisse werden um ca. 19.25 Uhr im Anschluss an „Bundesland Heute“ in ORF 2 bekannt gegeben.  ANGABEN OHNE GEWÄHR

TOTO

LOTTO

Ergebnisse Runden 23A 23 B

6 AUS 45

21X 2X2 111 2X2 1X2 212 3: 0:0

Mi., 04. 06. 14: 5 6 11 26 27 42 Zz: 22 J O K E R: 1 0 4 5 1 4

111 1X1 21X X21 22X 111

So., 08. 06. 14: 8 9 19 26 37 45 Zz: 39 J O K E R: 6 3 9 5 8 2

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Der Oberösterreicher Dr. Herbert Watschinger baute vor 50 Jahren für das Volk der Maasai in Tansania das Spital Wasso

Eine Rettungsinsel für die Maasai Die Frauen stehen dann allein da, ohne Möglichkeit, sich selbst und ihren Kindern auch nur recht und schlecht das Auskommen zu sichern. Die Statistik spricht Bände: Die durchschnittliche Lebenserwartung der Maasai Frauen liegt bei etwa 40 Jahren, während sie in Tansania landesweit 55 Jahre beträgt (in Österreich 83 Jahre). Das Spital in Wasso ist für die Maasai-Kinder und -Frauen eine Rettungsinsel, die einzige weit und breit.

Regina Watschinger und Kurt Haslinger von der Initiave „Pro Watschinger“ freuen sich: Das Spital, das Herbert Watschinger 1964 in Wasso, Tansania, gegründet hat, ist zwei Jahrzehnte nach dem Tod des Linzer Arztes und Priesters in guten Händen. Dafür sorgt Thomas Brei aus Wasserburg am Inn. Man wird sie im deutschen Sprachraum an den Fingern einer Hand abzählen können: jene Priester, die auch Ärzte sind. Dr. Thomas Brei aus der Erdiözese München gehört dazu. Nach Theologie- und Medizinstudium war er Kaplan, ehe er 2011 nach Tansania in ein Missionskrankenhaus entsandt wurde. Ende 2012 kam er schließlich in das abgelegene Wasso. Sieben Fahrtstunden auf holpriger Piste ist die nächste asphaltierte Straße entfernt. Dr. Herbert Watschinger hat dort 1964 ein Spital für das halbnomadische Volk der Maasai gegründet. Gemeinsam mit einem amerikanischen Priester war er der Erste, der sich um die rund 140.000 Maasai im Ngorongoro-Distrikt kümmerte. Die Region ist für ihre Nationalparks mit Löwen, Zebras und Elefanten weltberühmt, für den Ngorongoro-Krater und die Serengeti. Die Maasai profitieren aber kaum von dem Touristenstrom. Sie leben am Rand wie eh und je. Rund 90 Prozent der Behandlungen in Wasso entfallen auf Kindermedizin und Geburtshilfe. „Wir behandeln Kinder mit hilflosen Müttern im Schlepptau“,

Der Priester und Arzt Dr. Thomas Brei mit einem kleinen Patienten. PRIVAT

beschreibt Dr. Thomas Brei die Situation. Die männerdominierte Stammesgesellschaft der Maasai hat – so seine alltägliche Erfahrung – sehr grausame Züge. Die Frauen werden jung verheiratet, gebären ein Kind nach dem anderen und wenn der Mann ihrer überdrüssig geworden ist, schließt er eine weitere Ehe.

Oberösterreich hilft. Seit dem Tod Herbert Watschingers im Jahr 1991 gehören die Spitäler Wasso und Endulen, ebenfalls eine Watschinger-Gründung, der Erzdiözese Arusha. Aber ohne Hilfe aus Österreich würden die beiden Krankenhäuser nicht mehr bestehen. Dr. Regina Watschinger, eine Nichte des Arztes, und Bischofsvikar Josef Ahammer helfen mit der „Watschinger Foundation“ die Spitäler abzusichern. Ebenso wie „Pro Watschinger“, eine Initiative des Oö. Cartellverbands, die sich ihrem Bundesbruder Herbert Watschinger verpflichtet weiß. Mit Dr. Thomas Brei haben die Unterstützer aus Oberösterreich einen kompetenten Partner vor Ort. Darüber sind sie sehr froh. Zum 50. Geburtstag des Spitals macht „Pro Watschinger“ unter ihrem rührigen Leiter Dr. Kurt Haslinger den Maasai ein außerordentliches Geschenk. Der Cartellverband wird eine TBC-Station bauen und ausstatten. JOSEF WALLNER


KirchenZeitung Diözese Linz

Ausblick 23

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BILDUNG – SPIRITUALITÄT – KURS

Afrika in Ottensheim Ottensheim. Die Initiative für eine gerechte Welt lädt zu Afrikatagen: Am Freitag, 13. Juni 2014, um 20 Uhr (Pfarrsaal) berichtet Josef Geißler, Leiter der Caritas-Auslandshilfe, über Aufbrüche und Hoffnungen in der Demokratischen Republik Kongo. Um 21.30 Uhr wird der Film „Die Farbe des Ozeans“ gezeigt. Am Samstag, 14. Juni 2014 sind um 15.30 Uhr (Kirchenplatz) eine Modenschau afrikanischer Kleidung sowie Tuareg-Silberschmuck zu sehen, um 16.30 Uhr im Pfarrsaal der Film „Jugend in Agadez“. Am Sonntag, 15. Juni 2014 (10.30 Uhr, Pfarrsaal) referiert Dr. Stan Chu Ilo (Universität Toronto) über „Afrika – der verlorene Kontinent?“.

Bad Dachsberg, Bildungshaus  0732/76 10-34 43  Sommerkino am Teich, Kinoabend, Fr., 27. 6., 20 Uhr, Ltg.: Mag. Susanne Lammer. Bad Kreuzen, Kneipp-Haus  07266/62 81  Urlaub einmal ganz anders, Kneippen und Meditieren, So., 29. 6., 17 Uhr bis Fr., 4. 7., Ltg.: Sr. Huberta Rohrmoser.

KIZ/JW

Chorsingwoche & Orgelkurs Puchberg. Von 20. bis 25. Juli 2014 findet im Bildungshaus Schloss Puchberg wieder die „Chorsingwoche für Kirchenmusik“ statt. Gemeinsam singen, Literatur kennenlernen, ein großes Werk einstudieren und aufführen steht dabei auf dem Programm. Spirituelle Impulse und gemütliches Beisammensein sorgen dafür, dass es eine Woche zum Auftanken wird. Eingeladen sind Chorsänger/innen und Chorleiter/innen, die interessiert sind an großer Chor- und Orchesterliteratur, aber auch offen sind für Neues Geistliches Lied, Spirituals und Gospels. Anmeldung bis 4. Juli. Schlierbach. Die Sommerorgelkurse finden von 3. bis 22. August 2014 im Bildungszentrum Stift Schlierbach statt. Für Jugendliche und Organist/innen in der Praxis gibt es ein jeweils einwöchiges Kursangebot, dazu wird von 17. bis 22. August ein Basiskurs angeboten. Orgelwerke aus verschiedenen Epochen werden einstudiert, Anmeldung bis 25. Juli.  Info & Anmeldung: Tel. 0732/76 10-31 11, www.kirchenmusik-linz.at

Grünau, Marienheim  07616/82 58  Ignatianische Einzelexerzitien, So., 15. 6., 18 Uhr bis Mi., 25. 6., 9 Uhr, Ltg.: P. Josef Kazda SJ. Linz, Haus der Frau  0732/66 70 26  Blumenwochenende in Bad Dachsberg, Gestalten von Blumenarrangements, Sa., 28. 6., 15 Uhr bis So., 29. 6., 15 Uhr, Ltg.: Michael Lageder. Ried, Treffpunkt der Frau  07752/802 92  Körpersprache, ein Spiegelbild des Körpers und der Seele, Sa., 28. 6., 9 bis 18 Uhr, mit Dr. Harro Danninger.

Ried, St. Franziskus  07752/827 42  Vater – Kind – Kanu, Beziehung im/in Fluss, Sa., 28. 6., 8 Uhr bis So, 29. 6., 15 Uhr, Ltg.: Johann Hillinger. St. Gilgen, Kloster Gut Aich  06227/23 18  Die Kraft der Stille, Kontemplative Exerzitien, So., 15. 6. bis Fr., 20. 6., Ltg.: Mag. Susanne Gross. Seitenstetten, St. Benedikt  07477/428 85  LON III, Liedbegleitung ohne Noten, Gitarrenworkshop für Fortgeschrittene, Fr., 27. 6., 14.30 Uhr, Ref.: Walter Nimmerfall. Steyr, Dominikanerhaus  07252/454 00  Ein Tag in der Natur, Zeichnen und Malen, Sa., 14. 6., 9 bis 17 Uhr, Ref.: Reinhard Moser. Wels, Bildungshaus Puchberg  07242/475 37  Rhythmus für alle Sinne, Seminar mit Percussioninstrumenten und „Body Grooves“, Fr., 27. 6., 20 Uhr bis So., 29. 6., 12 Uhr, Ref.: Johannes Steiner, Herwig Stieger.

 Begegnungsfest in Stadl Paura. Am Freitag, 13. Juni, ab 14 Uhr laden die Caritas-Flüchtlingshäuser Lambach und Stadl Paura zu einem großen Familienfest auf dem ATSV-Sportplatz ein.  Benefizkonzert in Linz. Am Freitag, 13. Juni, 19 Uhr findet in der Ursulinenkirche ein Konzert zugunsten der Initiative „URBI@ORBI Kirche in der City“ statt.  Info: Tel. 0676/87 76-60 00.

ANGEBOT DER WOCHE

Schatzsuche für Neugierige Die Bibel entdecken in 25 Schritten. Ingrid Penner und Franz Kogler vom Bibelwerk Linz haben gemeinsam mit Andrea Schwarz, der wohl bekanntesten deutschsprachigen religiösen Schriftstellerin, das Buch „Die Bibel entdecken in 25 Schritten“ bearbeitet. Kein Buch für Besserwisser/innen, sondern eine

Einladung für Einsteiger/innen: eine Schatzsuche für Neugierige! Das Buch greift Fragen auf, die sich immer wieder für jene stellen, die die Bibel zur Hand nehmen, damit aber zunächst kaum oder gar nicht zurechtkommen. Es nimmt die Lesenden an der Hand, öffnet den Blick und führt heraus ins Weite.

Die KirchenZeitung und das Bibelwerk Linz verlosen fünf Exemplare des Buchs „Die Bibel entdecken“ von Andrea Schwarz.

Andrea Schwarz, Die Bibel entdecken in 25 Schritten, Verlag Herder, Freiburg 2014, 176 Seiten, € 15,40 (jetzt portofrei), ISBN 978-3-45130689-1.

 Zuschriften an: Bibelwerk der Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, Tel. 0732/76 1032 31, E-Mail: bibelwerk@dioezese-linz.at, Kennwort: „Die Bibel entdecken“.


24 Termine namenstag

Benno Zenker, BEd, ist im Fachbereich Arbeit der Katholischen Jugend OÖ tätig. Privat

Benno (16. Juni) Meinen Namen habe ich einem kurz vor meiner Geburt verstorbenen Verwandten zu verdanken. Er war ein geachteter Professor, daher war es ein größeres Anliegen, den Namen innerhalb der Familie weiterzugeben. Die Tradition, den Namenstag zu feiern, durfte ich immer wieder erleben. Vor allem meine Großmutter vermittelte mir das Bild, dass dies ein sehr wichtiger und feierwürdiger Tag ist. Selbst vergesse ich zwar meist darauf, aber es ist dann umso schöner, wenn man daran erinnert wird. Mein Bezug zum Namen ist ein durchwegs positiver. Er ist nicht zu lang und so rar gestreut, dass mich allein der Name schon zum Individuum macht – persönlich kenne ich eigentlich niemand, der denselben Namen „trägt“. Einzig manche Leute haken hie und da nach, ob das nur mein Spitzname sei, da ihnen der eigenständige Name nicht bewusst ist. Einen weiteren Verbindungspunkt habe ich noch: Der Schutzpatron von München ist der hl. Benno und ich selbst bin im nördlichen Umland davon aufgewachsen. Benno Zenker

12. Juni 2014

freitag, 13. 6. 2014 XX Bad Schallerbach. Marienfeier, Rosenkranz und Beichtgelegenheit, Pfarrkirche, 14 Uhr, hl. Messe mit Segen, 15 Uhr. XX Enns, St. Laurenz. Atrium-Serenade, Atrium der Pfarre oder Pfarrsaal, 19 Uhr, mit Martina Wirth, Ulrike Prinz, Peter Mayer, Nora Katzlberger. XX Freistadt. Orgelpunkt12 auf der Lorenz-Franz-Richter-Orgel, Stadtpfarrkirche, 12 Uhr, mit Wolfgang Kreuzhuber. XX Kleinraming. Antonio Fian, Lesung, Bibliothek, 19.30 Uhr. XX Linz. Ein Segen für Radfahrer/ in­nen anlässlich „30 Jahre B7“, Pleschinger See, 15.30 Uhr, mit Bischof em. Dr. Maximilian Aichern. XX Linz. Grillfest, Kolpinghaus, 17 Uhr. XX Linz. Genug für alle – Biblische Ökonomie, Vortrag, Cardijn-Haus, Kapuzinerstraße 49, 19 Uhr, Ref.: Barbara Rauchwarter. XX Linz. Lebendige Frauengeschich­ te(n) am Barbarafriedhof, Treffpunkt: Haupteingang, 14 Uhr.

Frauengeschichte(n) beim Rundgang am Linzer Barbara­ friedhof, Freitag, 13. Juni. Clemens Frauscher

XX Linz, Dompfarre. Tanz als Gebet, 19.30 Uhr. XX Linz, Pöstlingberg. FatimaWallfahrt zum Pöstlingberg, Kreuzweg ab Petrinum, 15 Uhr und 19 Uhr, hl. Messe, Basilika, 16 Uhr und 20 Uhr, Predigt: P. Siegfried Mitter­ egger SDB.

XX Linz, Ursulinenkirche. Benefizkonzert für URBI@ORBI, 19 Uhr. XX Münzbach. Fatimafeier, Pfarrkirche, Beichtgelegenheit ab 19 Uhr, Aussetzung und Anbetung, 19.30 Uhr, hl. Messe, 20 Uhr. XX Ottensheim. Afrika-Tage, Kongo – Aufbruch und Hoffnung, Präsentation, Pfarrsaal, 20 Uhr, Ref.: Josef Geißler, Die Farbe des Ozeans, Filmabend, Pfarrsaal, 21.30 Uhr. XX Rutzenmoos. Zuhause ist überall, Lesung, Gemeindesaal der evang. Pfarrgemeinde, 19.30 Uhr, mit Barbara Coudenhove-Kalergi. XX Sattledt. Der Gott des Gemetzels, bitterböse Komödie, Pfarrsaal, 20 Uhr, mit THEMA, Theater Marchtrenk. XX St. Marienkirchen. Die Herbstzeitlosen, Open-Air-Kino, Pfarrhofgarten, 20.30 Uhr, bei Schlechtwetter im Pfarrsaal. XX Schardenberg. Fatima-Wallfahrt, Pfarrkirche, Beichtgelegenheit ab 6.30 Uhr, hl. Messe, 7 Uhr, Rosenkranzprozession zum Fatimaheiligtum, 8.30 Uhr; im Fatimaheiligtum: Beichtgelegenheit ab 7.30 Uhr, Pilgermesse, 9 Uhr, Krankenmesse, 10.30 Uhr, anschl. Marienweihe, stille Anbetung. XX Traun. Querbeet, Konzert, Pfarrheim, 19.30 Uhr, mit der KöckerMusi und dem Kirchenchor. XX Vestenthal. Fatimafeier, Pfarrkirche, stille Anbetung, Beichtgelegenheit, 14.30 und 18.30 Uhr, Rosenkranz, hl. Messe, 15 und 19 Uhr. XX Wels, St. Josef. Anwesenheit unerwünscht!?, Roma und Sinti in Wels, Vortrag, Pfarrsaal, 20 Uhr, Ref.: Gitta Martl. samstag, 14. 6. 2014 XX Bad Leonfelden. Musikalische Andacht, Pfarrkirche, 20 Uhr, mit dem Ensemble Lentia Nova. XX Kremsmünster. Oö. Stiftskonzert mit Werken von J. Brahms, E. Grieg u.a., Stift, Kaisersaal, 20 Uhr, mit Julian Rachlin, Magda Amara. XX Linz. Jugendstil-Spaziergang, Treffpunkt: Domplatz, Mariendom, 14 Uhr, mit Elmar Weingartner. XX Marchtrenk. Erinnerungstag der Heimatvertriebenen in OÖ, Gottesdienst, Pfarrkirche, 10 Uhr, mit Diözesanbischof Dr. Ludwig Schwarz, Bischof em. Dr. Maximi­ lian Aichern, Erzbischof Dr. Robert Zollitsch.

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XX Natternbach. Musikalische Sonnenwende, Mehrzweckhalle der Schule, 20 Uhr. XX Ottensheim. Afrika-Tage, Markt und Modenschau, Kirchenvorplatz, 15.30 Uhr, Jugend in Agadez, Film, Pfarrsaal, 16.30 Uhr. XX Schlierbach. Volksmusik-Konzert, Genusszentrum, 20 Uhr, mit dem Ensemble ALMA. XX Seitenstetten. Buchpräsentation & Lesung Dietmar Gnedt zum Gedenkjahr 2014, Hofgarten, Stift Seitenstetten, 19.30 Uhr, mit dem Gandalf-Trio. XX Spital a. P. Bergmesse der Katholischen Jugend, Großer Pyhrgas, Gipfelkreuz, 11 Uhr, Infotel.: 0676/87 76 33 05. XX Timelkam. Hausmittel selbst gemacht – praktische Anwendung, Treffpunkt Pfarre, 14 Uhr, mit Barbara Schwarz, Sandra Hauser. XX Waizenkirchen. Minikurs Italienisch, Pfarrheim, 9 Uhr, mit Barbara Schweitzer; Minikurs Englisch, Pfarrheim, 9 Uhr, mit Brigitte Falkner. sonntag, 15. 6. 2014 XX Aigen i. M. Jugendkantorei Schlägl trifft St. Florianer Sängerknaben, Chor- und Orchesterkonzert, Pfarrkirche, 19 Uhr. XX Ansfelden. Kirtagsfestmesse, Pfarrkirche Berg an der Krems, 9 Uhr, mit dem Bezirksjägerchor LinzLand, Pfarrcafé, 10 Uhr; Hin und Retour – eine musikalische Reise durch verschiedene Länder, Chorkonzert, Pfarrkirche, 19 Uhr, mit dem Chor BergWerk. XX Berg b. A. Hin und Retour – eine musikalische Reise durch verschiedene Länder, Pfarrkirche, 19 Uhr, mit dem Chor BergWerk. XX Frankenburg. Durch Markt und Zeit, Heimatvereinswanderung, Treffpunkt: Preuner Wirt, 14 Uhr, mit Altbürgermeister Kons. Martin Kaiser. XX Haid/Ansfelden. Festmesse, Missa in G-Dur von M. Filke, Autobahnkirche, 9 Uhr, mit der Chorgemeinschaft Haid und Orchester. XX Hilkering. Konzert, Wallfahrtskirche, 19.30 Uhr, mit dem Ensemble Credible Style. XX Linz, Alter Dom. Arien und geistliche Konzerte von Händel, Vivaldi und Telemann, 10.30 Uhr, mit Claudia Ortner, Christiane Bähr.

ausstellungen – Flohmarkt XX Altenberg. Flohmarkt, Marktplatz, Sa., 14. 6., 7 bis 18 Uhr, So., 15. 6., Flohmarkt und Pfarrfest, 8 bis 13 Uhr. XX Linz. Horst Grafleitner Retrospektive, Wissensturm, Foyer, Erdgeschoß, Ausstellung von Mo., 16. 6. bis Do., 31. 7., jeweils Mo. bis Fr., 8 bis 21 Uhr und Sa., 10 bis 15 Uhr. XX Linz. blind map von Lorenz Estermann, Galerie Brunnhofer, Hafenstraße 33, Führung des ­Diözesankunstvereins, Mo., 16. 6., 15 Uhr, Anmeldetel.: 0676/87 76-44 40.

XX Ottensheim. Ikonen-Ausstellung, ­Dimitris Papaioannou, Raiffeisenbank, ­Hostauerstraße 21, Fr., 13. 6., Wein & Kunst, 14 Uhr, Ausstellungseröffnung, 16 Uhr. XX Schärding. Raumgestaltung, Werke von zehn Künstler/innen, Kubinsaal, Eröffnung, Sa., 14. 6., 20 Uhr, im Rahmen der Festwochen-Eröffnung, Ausstellung bis 15. 8., täglich 10 bis 18 Uhr. XX Wernstein a. I. Kubinfest für die ganze Familie, Kubin-Haus Zwickledt, Fr., 13. 6., ab 9 Uhr.

Kubinfest in Wernstein a. I.

Landesmuseen


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Termine 25

12. Juni 2014

XX Linz, Mariendom. Missa Matutina von J. J. Fux, 10 Uhr, mit dem Domchor. XX Maria Schmolln. WeißwurstFrühschoppen, Reinerlös für Schüler/innen in Rumänien, Klostergarten, 9 Uhr. XX Ottensheim. Afrika-Tage, Afrika – der verlorene Kontinent?, Vortrag, Pfarrsaal, 10.30 Uhr, Ref.: Dr. Stan Chu Ilo, Toronto. XX Peuerbach. Sportgeist – Mannschaftsgeist – Gottesgeist, Sportlergottesdienst, Pfarrkirche, 10 Uhr, mit Sportvereinen des Ortes, Musikgruppe aus St. Pius. XX St. Florian. Oö. Stiftskonzert mit Werken von J. S. Bach, F. Cibulka u.a., Stift, Sommerrefektorium, 11 Uhr, mit The Clarinotts. XX St. Florian. Frau Dr. Trallala, die fröhliche Musikambulanz, Familienkonzert im Rahmen der Oö. Stiftskonzerte, Stift, Barocker Gartensaal, 16 Uhr, mit Lilian Genn. XX St. Florian. Dreifaltigkeits-Triptychon von A. F. Kropfreiter, Stiftskirche, 18 Uhr, mit Klaus Sonnleitner. XX Schlägl. Choralamt, Stiftskirche, 10 Uhr. XX Sigharting. Messe und kleines Konzert, Pfarrkirche, 10 Uhr, mit den St. Petersburg Singers. XX Steyr. Missa brevis in C, KV 259, von W. A. Mozart, ­Michaelerkirche, 10.15 Uhr, mit der Kirchenmusikvereinigung Sancta Caecilia. XX Steyr. Perlen des Glaubens, Konzert, evangelische Kirche, 17 Uhr, mit Clemens Bittlinger, David Plüss. XX Timelkam. Konzert, St.-AnnaKirche Oberthalheim, 19 Uhr, mit dem Vokalensemble LALÀ. XX Viechtwang. Wallfahrt nach Frauenberg bei Admont, Abfahrt: Spitalskapelle, 8.45 Uhr, Rückkehr: ca. 18 Uhr. XX Wilhering. Festlich virtuose Trompetenmusik, Hochamt, Stiftskirche, 10 Uhr, mit dem Ensemble Trombastique. montag, 16. 6. 2014 XX Bad Mühllacken. Oase – neue geistliche Lieder und Texte, ­Kur­hauskapelle, 19.30 Uhr, nach der Abendmesse (Beginn: 19 Uhr), mit Pfarrer Rudi Wolfsberger. XX Wels, Herz Jesu. Stadtteilkonzert beim Pfarrheim, 20 Uhr, mit der Stadtmusik. dienstag, 17. 6. 2014 XX Lambach. Der Raum und seine Botschaften, ein musikalisch, spiritueller Abend, Kalvarienbergkirche, 19.30 Uhr, mit d„Laetamur“ und Stiftspfarrer P. Tobias Kellner OSB.

Ehevorbereitung

XX Linz. Kriminalpolitischer Arbeitskreis des Forums St. Severin, Oberlandesgericht Linz, Gruberstraße 20, 18 Uhr, mit dem Bundesminister für Justiz Dr. Wolfgang Brand­ stetter. XX Ried i. I. Hoffest anlässlich der Erweiterung des Sozialmarkts „G'schäftl“, Bahnhofstraße 36, 17.30 Uhr, mit den Riada Wüdschützn. XX St. Florian. Bibelrunde, Stift, Pfarramtsgang, Zimmer 13, 19.30 Uhr, mit Propst Johann Holzinger. XX Steyregg. Kleindenkmäler in Steyregg. Vielfalt und Formen, Pfarrsaal, 19.30 Uhr, mit Ing. ­Willi Kutscher. mittwoch, 18. 6. 2014 XX Ampflwang. Jesus liebt mich, Kinofilm, Pfarrsaal, 19.30 Uhr. XX Kremsmünster. Fußwallfahrt nach Adlwang, Treffpunkt: Bahnhof, 17 Uhr. XX Linz. Wildkräuter – Powerpflanzen vor der Haustür, Geschenke der Natur, Linzer City-Senior/innenTreff, Diözesanhaus, Saal, 4. Stock, 14.30 Uhr, Ref.: Mag. Wilbirg Benischek. XX Linz. Mit dem Koffer um die Welt, eine musikalische Reise, Thea­ tersaal der Jesuiten, Domgasse 3, 19 Uhr, mit P. Werner Hebeisen SJ. donnerstag, 19. 6. 2014 XX Aigen i. M. Stiftsliturgie, Deutsche Liturgie-Gesänge zum Fronleichnamsfest von H. Kronsteiner, 8.30 Uhr, mit Sänger/innen aus ­Aigen und Schlägl. XX Bad Mühllacken. Kommt, lasset uns anbeten, Gebet beim „Brot des Lebens“, Kurhauskapelle, 18.30 Uhr, mit Pfarrer Rudi Wolfsberger. XX Linz, Mariendom. Gemeindegesänge zum Fronleichnamsfest, 9 Uhr, Gestaltung: Dompfarre. XX Neuhofen a. d. K. Missa ­brevis in G-Dur von J. Haydn, Pfarrkirche, 8.30 Uhr, mit Kirchenchor und Orchester. XX St. Florian. Motetten von A. F. Kropfreiter, Stiftskirche, 8 Uhr, mit den St. Florianer Sängerknaben, Andreas Etlinger. XX Schärding. Missa in Angustiis – „Nelson-Messe“ von F. J. Haydn, Kurhauskirche, 17.45 Uhr, mit der Cantorey der Kirche der Barmherzigen Brüder, Helene Grabitzky. XX Traunkirchen. Seeprozession zum Fronleichnamsfest, Festgottesdienst, 8.30 Uhr, ­Seeprozession, 9.30 Uhr, hl. Messe, Pfarrkirche, 11.30 Uhr. XX Wilhering. Festmesse Op. 295 von R. Führer, Stiftskirche, 9 Uhr, mit dem Kirchenchor der Stiftspfarre. freitag, 20. 6. 2014

Ehe.wir.heiraten.aktiv XX Braunau, St. Stephan. Pfarrheim, Sa., 26. 7., 9 bis 18 Uhr.

XX Lambach. Oö. Stiftskonzert mit Werken von J. Haydn, B. Smetana, A. Dvorak, Stift, Sommerrefektorium, 20 Uhr, mit dem Pavel Haas Quartet.

samstag, 21. 6. 2014 XX Geretsberg. Wir pilgern auf dem Weg des hl. Wolfgang, Treffpunkt: Kirchenplatz, 8 Uhr, mit Mag. Markus Klepsa, OSR Norbert Nowy. XX Kirchberg b. M. Konzert, Pfarrkirche, 19.30 Uhr, mit den St. Petersburg Singers. XX Mondsee. Kapellenwanderung auf dem Mondseeberg, Treffpunkt: zweiter Parkplatz (Aussichtsplatz) an der Mondseebergstraße, 14 Uhr, mit OSR Annelu Wenter. XX Pichl b. W. Turmkreuzsteckung, 16 Uhr, mit Bischof em. Dr. Maximilian Aichern. XX St. Florian. „Neue Welt“, Oö. Stiftskonzert, Stiftsgärtnerei Sandner, 20 Uhr, mit dem Jazz-Duo Gansch & Breinschmid. XX Schöneben. Wallfahrt „Pater Engelmar Unzeitig“ der Mariannhiller Missionare, Treffpunkt: Fußgänger-Grenzübergang Sonnenwald, Nähe Gasthaus Blauer Hirsch, 13.30 Uhr, hl. Messe, Kirche Glöckelberg, Tschechien, 15 Uhr. XX Vöcklabruck. Sich treu erweisen, Bibelnachmittag, Mutterhaus der Franziskanerinnen, Salzburger Straße 18, 14 Uhr, mit ­einem Schwestern-Team. sonntag, 22. 6. 2014 XX Brunnenthal. Sommerkonzert mit Werken von W. A. Mozart, J. Haydn, L. van Beethoven, C. P. E. Bach, Barockkirche, 19.30 Uhr, mit L‘Orfeo Barockorchester. XX Linz, Christkönig. Oratorium „Messiah“ von G. F. Händel, Konzert unter der Patronanz der Wiener Philharmoniker, Friedenskirche, 16 Uhr, mit der Sinfonia Christkönig.

Liturgie Lesejahr A Lesereihe II Sonntag, 15. Juni 2014 Dreifaltigkeitssonntag. L1: Ex 34,4b.5–6.8–9 L2: 2 Kor 13,11–13 Ev: Joh 3,16–18 Montag, 16. Juni 2014 Hl. Benno, Bischof von Meißen. L: 2 Kor 6,1–10 Ev: Joh 14,1–6 L: 1 Kön 21,1–16 Ev: Mt 5,38–42 Dienstag, 17. Juni 2014 L: 1 Kön 21,17–29 Ev: Mt 5,43–48 Mittwoch, 18. Juni 2014 L: 2 Kön 2,1.4b.6–14 Ev: Mt 6,1–6.16–18 Donnerstag, 19. Juni 2014 Hochfest des Leibes und Blutes Christi, Fronleichnam. L1: Dtn 8,2–3.14b–16a L2: 1 Kor 10,16–17 Ev: Joh 6,51–58 Freitag, 20. Juni 2014 L: 2 Kön 11,1–4.9–18.20 Ev: Mt 6,19–23 Samstag, 21. Juni 2014 Hl. Aloisius Gonzaga, Ordensmann. L: 2 Chr 24,17–25 Ev: Mt 6,24–34 oder L: 1 Joh 5,1–5 Ev: Mt 22,34–40 Sonntag, 22. Juni 2014 12. Sonntag im Jahreskreis. L1: Jer 20,10–13 L2: Röm 5,12–15 Ev: Mt 10,26–33

Das Oratorium Messiah wird am Sonntag, 22. Juni in der Linzer Friedenskirche von der Sinfonia Christkönig unter der Leitung von Eduard Matscheko aufgeführt. Peter Beer XX Linz, Mariendom. Missa ­sexti toni von J. E. Eberlin, 10 Uhr, mit Chor, Solisten und Studierenden des Diözesankonservatoriums, Orchester der Dommusik. XX St. Florian. Spirituals und moderne Chorwerke, Stiftskirche, 10 Uhr, mit dem Chor Anklang. XX Schlägl. Deutsche Gesänge aus dem Werk „Lied der Kirche“, Stiftskirche, 10 Uhr.

XX Annahmeschluss Termine: Donnerstag vor Erscheinungsdatum.

aussaattage

16. 6.: Wurzel 17. 6.: Wurzel bis 14, ab 15 Blüte 18. 6.: Blüte 19. 6.: Blüte bis 8, ab 9 Blatt 20. 6.: Blatt 21. 6.: Blatt bis 19 22. 6.: Frucht ab 5

Aus: Aussaattage 2014, M. Thun.


teletipps Sonntag, 15. Juni

15. 6. bis 21. 6. 2014 des Medienreferats der Österreichischen Bischofskonferenz

dienstag, 17. juni

9.15 Uhr: stationen.Dokumen­ tation: Woran sollen wir noch glauben? – Unterwegs mit dem Würzburger Weihbischof Ulrich Boom (Religion). BR

20.15 Uhr: Prohibition – Eine amerikanische Erfahrung (1-3/5; Dokumentation) Die Zeit der Prohibition zwischen 1920 – 1933. arte

12.30 Uhr: Orientierung (Religion). ORF 2

20.15 Uhr: ORFeins Fb WM 2014: Brasilien : Mexico ORF 2 Universum: Wunderwelt Garten – Paradies für Mensch und Tier (2/2; Doku)

17.30 Uhr: Gott und die Welt: Nach dem Seitensprung – Ein zweite Chance für die Liebe? (Religion). ARD 20.15 Uhr: Titanic (Spielfilm, USA 1997) Mit Leonardo DiCaprio, Kate Winslet u.a. – Regie: James Cameron – Vielfach oscarprämierte Rekonstruktion des Untergangs des damals größten Passagierschiffes seiner Zeit. PULS 4 20.15 Uhr: ORFeins Fb WM 2014: Frankreich : Honduras ORF 2/ARD Tatort (Krimireihe) Montag, 16. juni 18.55 Uhr: Kurt ist jetzt ein ­Dia­mant – Das Geschäft mit dem Tod (Reportage) Film über die Bestattungsbranche zwischen Pietät und Profit. 3sat 20.15 Uhr: Uns trennt das Leben (Fernsehfilm, D 2010) Mit Anneke Kim Sarnau, Jannick Brengel u.a. – Regie: Alexander Dierbach – Dicht erzähltes Psychodrama mit einem komplex agierenden Schauspielerensemble. arte 20.15 Uhr: ORFeins Fb WM 2014: Iran : Nigeria ORF 2 Die Millionenshow

22.35 Uhr: kreuz & quer (Religion) „Frühchen zwischen Leben und Tod“: Der Film begleitet ein niederländisches Ehepaar, das vor einer fast unmöglichen Entscheidung steht. // (23.10) „Recht auf einen selbstbestimmten Tod“– Diskussion: Die Kontroverse zwischen einem selbstbestimmten begleiteten Tod und dem unbedingten Schutz des Lebens. ORF 2 Mittwoch, 18. juni 19.00 Uhr: stationen.Dokumen­ tation: Im Reich der Armen – ­Leben im Abseits (Religion). BR 20.15 Uhr: Aus der Mitte entspringt ein Fluss (Spielfilm, USA 1992) Mit Brad Pitt, Craig Sheffer u.a. – Regie: Robert Redford – Künstlerisch beachtlich erzählt der Film in ruhigen Bildern von zwei Brüdern. ATV II 20.15 Uhr: ORFeins Fb WM 2014: Spanien : Chile ORF 2 Almuth und Rita (Spielfilm) donnerstag, 19. juni 10.00 Uhr: Katholischer Gottes­ dienst zu Fronleichnam (Religion) Aus Heilbad Heiligenstadt. ARD

freitag, 20. juni 12.00 Uhr: Mit Frauenpower aus der Armut – Erfolgsgeschichten aus Honduras (Dokumentation) Zwei Frauen, die in einem der ärmsten Länder der Welt Kleinunternehmen aufgebaut haben. 3sat ORF/ORF-B

Do., 19.6., ORF III – Spezial zu Fronleichnam – Dokumenta­ tionen 15.05 Uhr: Vom Ende der Welt bis zum Anfang – Zu Fuß nach Jerusalem. ORF III 15.40 Uhr: Auf der Spur Mariens durch Kärnten. ORF III 16.05 Uhr: Wegzeichen – Marterln und Bildstöcke. ORF III 16.35 Uhr: Das menschliche Maß – Pilgern in Salzburg. ORF III 17.00 Uhr: Begegnung mit dem Glauben – Pilgern und Wallfahren in Niederösterreich. ORF III 0.20 Uhr: Die Muttergottes und ihre Erscheinungen. ORF III ­ 9.52 Uhr: Feierabend (Religion). 1 ORF 2 20.15 Uhr: ORFeins Fb WM 2014: Uruguay : England ORF 2/ARD Mord in bester Gesellschaft – Alles Böse zum Hochzeitstag (Krimireihe) 22.10 Uhr: Der Elefantenmensch (Spielfilm, GB 1980) – Mit John Hurt, John Gielgud u.a. – Regie: ­David Lynch – Die mit bemerkenswerter Behutsamkeit in schwarzweiß verfilmte Geschichte eines jungen, entstellten Mannes. ServusTV

20.15 Uhr: Gullivers Reisen – Da kommt was Großes auf uns zu (Spielfilm, USA 2010) Mit Jack Black, Emily Blunt u.a. – Regie: Rob Letterman – Schwungvolle, frei nach Jonathan Swift erzählte Komödie mit derbem Slapstick. Pro 7 20.15 Uhr: ORFeins Fb WM 2014: Schweiz : Frankreich ORF 2/ZDF Der Alte (Krimireihe) samstag, 21. juni 20.15 Uhr: Pollock (Spielfilm, USA 2000) Mit Ed Harris, Marcia Gay Harden, u.a. – Regie: Ed Harris – Porträt des amerikanischen Malers Jackson Pollock, der Anfang der 1950er zum Star avancierte und letztlich 1956 bei einem Autounfall ums Leben kam. ServusTV 20.15 Uhr: ORFeins Fb WM 2014: Deutschland : Ghana ORF 2 Mord in bester Gesellschaft – Die Lüge hinter der Wahrheit (Krimireihe) 21.50 Uhr: Thelma & Louise (Spielfilm, USA 1991) Mit Susan Sarandon, Geena Davis u.a. – Regie: Ridley Scott – Oscar-gekröntes Road-Movie, das meisterhaft gespielt und von der Regie hervorragend in adäquate Bilder umgesetzt wurde. ATV II

radiophon

Miriam Höhne

Prior Benedikt Felsinger Kräuterpfarrer, Stift Geras

So/Do 6.05 Uhr, Mo–Mi/Fr–Sa 5.40 Uhr: Morgengedanken. „Natur und Lebensinn schließen einander nicht aus, sondern bilden eine Einheit. Heilpflanzen sind nicht nur dazu da, um die Gesundheit zu stärken und so manches Leid zu mindern, sie sind auch eine Hilfe, um über das Leben nachzudenken.“ ÖR

Zwischenruf ... von Superintendent Manfred Sauer (Villach, Kärnten). So 6.55, Ö1 Erfüllte Zeit. U.a. Bibelkommentar von Josef Schultes zu „Das Ziel der Sendung Jesu“ (Joh 3,16-18). So 7.05, Ö1 Motive – Glauben und Zweifeln. So 19.04, Ö1 Einfach zum Nachdenken. So–Fr 21.57, Ö3 Gedanken für den Tag. „Wider den ‚Irrwahn‘ des Krieges“ – Zum 100. Todestag von Bertha von Suttner. Von Astrid Schweighofer, evangelische Theologin und Journalistin. Mo–Mi; Fr–Sa 6.56, Ö1 Religion aktuell. Mo–Mi; Fr 18.55, Ö1 Praxis – Religion und Gesellschaft. Mi 16.00, Ö1

Erfüllte Zeit. U.a. Bibelkommentar von Gerhard Langer zu „Die Rede über das Himmelsbrot in der Synagoge von Kafarnaum“ (Joh 6,51-58) Do 7.05, Ö1 Memo. „Bet‘, Kinderl, bet‘! Morgen kommt der Schwed‘...“ – Wie Gustav Adolf den deutschen Protestantismus gerettet hat. Do 19.04, Ö1 Radio Vatikan Eutelsat 1-Hotbird 13° Ost 12.034 MHz oder Intelsat Atlante 325.5° Ost – 4.097.75 MHz Täglich. 16.00 Treffpunkt Weltkirche (Satellit und Internet) 18.00 (Satellit) und 20.20 (Internet) Abendmagazin: (So) Reden über Gott und Welt (Di) Radioakademie: Evangelii Gaudium. Eine Sendereihe von Gudrun Sailer

Pfarre St. Anton

So 10.00 Uhr: Katholischer Gottesdienst. Aus der Pfarre St. Anton am Flugfeld/Wr.Neustadt. Mit Kurat Tom Kruczynski (Foto). ÖR Do 10.00 Uhr: Katholischer Gottesdienst. Aus der Pfarre St. Ursula/Wien. Mit Weihbischof DDr. Helmut Krätzl/P. Jörg Wegscheider. ÖR


KirchenZeitung Diözese Linz

Oberösterreich 27

12. Juni 2014

Die Missionsstelle der Diözese Linz bittet um finanzielle Unterstützung

Die Heimat lässt ihre Missionar/innen nicht im Stich Auf allen Kontinenten sind 77 Oberösterreicher/innen als Missionspriester und ­Ordensfrauen im Einsatz (im Bild: Sr. Franziska Antonia Gattringer aus St. Veit ist in Südafrika tätig). Wenn sie auf Heimaturlaub sind, haben sie in Andreas Reumayr, dem Leiter der Missionsstelle der Diözese, einen geschätzten Ansprechpartner: „Wir können nicht mit großen Summen helfen, aber wir lassen keinen Missionar und keine Missionarin im

Stich.“ Manchmal geht es um Schulgeld, dann wieder um eine kleine Solaranlage, um den Alltag ein wenig einfacher zu machen. „Mit unseren Beiträgen möchten wir unseren Missionaren zeigen, dass sie von der Diözese nicht vergessen sind und dass ihre Arbeit geschätzt wird“, erklärt Reumayr. XX Die Missionsstelle bittet um die Unterstützung ihrer Arbeit und um die Beachtung des beiliegenden Zahlscheins.

Privat

Im gedenken n Paulus Rubatscher, Priester der Diözese St. Pölten, ist am 4. Juni 2014 im 103. Lebensjahr verstorben. Er stammt aus Brixen (Südtirol) und machte eine Schneiderlehre, bevor er das Theologiestudium begann und 1946 in St. Pölten zum Priester geweiht wurde. Rubatscher war Pfarrer in Langegg im Waldviertel, Seelsorger im Bezirksaltenheim St. Pölten und für die „Bewegung für eine bessere Welt“ sieben Jahre in Rocca di Papa in Italien (daher der Name „P. Paolo“). 1979 kam er nach Oberösterreich, wo er Jahrzehnte in Reichenstein bei Pre-

garten Seelsorger war. 2013 übersiedelte er in das Alten- und Pflegeheim St. Elisabeth in Rainbach im Mühlkreis. Der Begräbnisgottesdienst wird am 12. Juni 2014 um 14 Uhr in der Pfarrkirche Pregarten g­efeiert, anschließend erfolgt die Beisetzung am Ortsfriedhof. n DDr. Manfred Brandl, emeritierter Pfarrer von Meggenhofen,

ist am 5. Juni 2014 im 72. Lebensjahr nach langer Krankheit verstorben. Brandl, er stammt aus Steyr, studierte Englisch und Geschichte in Wien und anschließend Theologie in Innsbruck. Nach der Priesterweihe 1971 war er Kooperator in Braunau a. I. und Kurat in Steyregg sowie Linz-St. Markus. Von 1975 bis 2003 war der Verstorbene Religionsprofessor an der HTL 1 in Linz. 1988

wurde er Pfarrprovisor in Steinerkirchen a. Innbach und Pfarradministrator in Meggenhofen (bis 2008). Die ­letzten Jahre verbrachte er im Altenheim der Franziskanerinnen in Gallspach. Die Diözese verdankt dem Verstorbenen das geschichtliche Werk: „­Gedenktage der Diözese Linz. Historischer Pfarrschematismus“ (Linz 1986). Die Totenwache wird am Donnerstag, den 12. Juni, um 19 Uhr in der Pfarrkirche Meggenhofen gehalten. Begräbnisgottesdienst mit anschließender Beisetzung findet am Freitag, den 13. Juni, um 14 Uhr in der Pfarrkirche Steinerkirchen/Innbach statt.


28 Kultur FÜR SIE GELESEN Erwin Kräutler Seit Papst Franziskus im Amt ist, ist die Kirche Amazoniens vom Rand der öffentlichen Aufmerksamkeit in die Mitte gerückt. Hier existiert Kirche auf die Art, wie sie sich jene 40 Bischöfe gegen Ende des Konzils vorgestellt haben, die sich im sogenannten „Katakombenpakt“ selbst verpflichtet haben, einfach unter den Menschen leben. In seinem Buch „Mein Leben für Amazonien“ charakterisiert Bischof Erwin Kräutler diese „franziskanische“ Kirche, die

mit „mütterlicher Liebe“ ihren Kindern nicht nur durch Briefe und Erklärungen begegnet, sondern die zärlich ist mit ihnen in „fühlbarer Gegenwart“. Die Lebensgeschichte Erwin Kräutlers für sich ist schon interessant, in diesem Buch begegnen einem aber auch die Charakterzüge eines neuen Erscheinungsbildes von Kirche. Sie erwartet weniger Respekt für sich, sondern begegnet selbst den Menschen respektvoll. Der Einsatz für die durch den Belo-MonteStaudamm bedrängten indigenen Menschen ist ein Beispiel, an dem es besonders spürbar wird. Kräutler benennt auch Konsequenzen. Eine Dezentralisierung der kirchlichen Entscheidungskompetenzen ist ein Gebot der Stunde, betont er. M. F Erwin Kräutler. Mein Leben für Amazonien, Tyrolia Verlag, Innsbruck 2014, 232 Seiten, € 22,95.

12. Juni 2014

KirchenZeitung Diözese Linz

Film: „Und in der Mitte, da sind wir“ ist ein überzeugendes Porträt des Ortes Ebensee

„Was soll man auf einem KZ-Friedhof?“ Für seinen Film hat Sebastian Brameshuber ein Jahr lang drei Jugendliche in Ebensee begleitet. Anlass war die Störaktion bei einer KZ-Gedenkfeier. MARKUS VORAUER

Es gibt zwei Einstellungen in Sebastian Brameshubers neuem Film „Und in der Mitte, da sind wir“, die in ihrer strengen Kadrierung – in der Auswahl des Bildausschnitts – die Haltung des Filmemachers jeweils in ein aussagekräftiges Bild fassen. Da ist einerseits dieses dunkle Loch, das wie ein Abgrund wirkt. Und dann jene Sicht durch eine Unterführung, die nur einen eingeschränkten Blick auf das Seeufer ermöglicht. Sie ist mal menschenleer, dann ist sie wieder Treffpunkt für die porträtierten Jugendlichen, die diesen Nicht-Ort als Rückzugsgebiet betrachten. Makabre Performance. Das vom üppig wuchernden Gestrüpp eingerahmte Loch ist der Eingang zum Stollen des KZ-Außenlagers Ebensee. Die Ereignisse, die sich 2009 dort abspielten, waren der Anlass für Brameshuber, den Film zu drehen. Mehrere Jugendliche störten eine Gedenkfeier im Stollen mit Softguns und Naziparolen und marschierten mit Sturmmasken. Der Vorfall verstärkte das ohnehin schon negative Image von Ebensee. Brameshuber, der in Gmunden geboren wurde, arbeitet dabei auch seine eigene Haltung zu Ebensee ab. Es hat als Arbeiterstadt einen schlechten Ruf im monarchistisch verklärten Bad Ischl. Über das Porträt dreier Jugendlicher, die der Regisseur über ein Jahr lang begleitete, versucht er einen Einblick in die Befindlichkeiten des Ortes zu bekommen.

Unterführung in Ebensee, ein Rückzugsgebiet für die Jugendlichen, die der Film porträtiert. FILMLADEN GMBH

Die Sorgen junger Menschen. Andreas (16) hat eine beängstigende Leidenschaft für Waffen, gleichzeitig ist er ein passionierter Gitarrist und träumt von einem Musikstudium. Ramona (15) muss eine Lehrstelle finden, weiß allerdings nicht, was sie interessiert. Ihre Verunsicherung äußert sich in kleinen Rebellionen gegen ihre Eltern, die in einem Haus auf dem Fundament des ehemaligen KZs wohnen. Michaels (15) Unsicherheit manifestiert sich in einem fantasielosen Musikgeschmack, später wird Michael zum Punk. Stets präsent ist das schwarze Loch im Berg, das wie ein Mahnmal an die Ereignisse im Zweiten Weltkrieg und an die Störaktion erinnert. Die Eltern versuchen sie als Lausbubenstreich abzutun. Die Jugendlichen wiederum haben andere Sorgen: Schularbeiten, Arbeitsamt, Kirtag sind wichtiger als eine Gedenkfeier im ehemaligen Konzentrationslager. Ramona bringt es überspitzt auf den Punkt: „Was soll man auf einem KZ-Friedhof?“ Porträt eines Ortes. Mit der Kamera bleibt Brameshuber auf Distanz. Seine Fragen, die aus dem Off widerhallen, stellt er aber mit Nachdruck. Das führt zu Situationen, die ausgesprochen authentisch wirken. So ist aus dem Film ein überzeugendes Porträt eines Ortes entstanden, der mit seinem Schicksal hadert, der aber für eine allgemeine Haltung steht: „In Ebensee tritt lediglich zutage, was anderswo aufgrund mangelnder Anlassfälle unter dem Teppich bleibt.“ Dieser Aussage des Regisseurs ist nichts hinzuzufügen.  Langversion: www.kirchenzeitung.at/kultur  Film ab 13. Juni im Moviemento Linz, Einführung und Diskussion am Freitag, 27. Juni, 21 Uhr.


KirchenZeitung Diözese Linz

Kunst & Kultur 29

12. Juni 2014

Kulturland

Kirche als Galerie: Arbeiten von Wolfgang Ernst im gotischen Kirchenraum. Bildrecht, Wien 2014/ Christoph Fuchs

Ausstellung in der Dominikanerkirche in Krems

Im Licht der Bienenkönigin Im leeren Kirchenraum präsentiert der Künstler Wolfgang Ernst Arbeiten aus Eisen, Glas und Papier – schlicht und mit unterschwelligem Witz. Christine GrüLl

In der Biografie von Wolfgang Ernst sticht ein Moment aus kirchlicher Sicht ins Auge: Monsignore Otto Mauer ermöglichte dem jungen Künstler Anfang der 1970er Jah­ re Einzelausstellungen in der Wiener Gale­ rie nächst St. Stephan. Nach dem Tod des Priesters und Kunstmäzens 1973 wandte sich Wolfgang Ernst von der Kunstszene ab und arbeitete zurückgezogen – bis heute. Der „kompromisslose Einzelgänger“, so der Aus­ stellungstext, zeigt nun in der Dominikaner­ kirche in Krems Skulpturen und Installatio­ nen aus Stahl, Papier und Leuchtstoffröhren.

Das Ende der Farbigkeit. Eine ­schwarze Wand trennt das Kirchenschiff zum Chor hin ab. Die Türöffnung ist verhängt. Die Ins­ tallation aus Ziegeln und Edelstahl heißt „Projekt Eingang“. Dahinter liegen „Sper­ ren“, dreikantige Objekte, auf dem Stein­ boden. An einer Wand leuchtet ein geflü­ geltes Stahlobjekt, eine andere Installation trägt den Titel „Lichtspeicher“. Die Worte „Absturz Rein“ oder „Bienen Königin“ sind hier zu lesen. Schriftzeichen waren von An­ fang an Teil der Kunst von Wolfgang Ernst, schreibt der Kunsttheoretiker Lászlo F. Földe­ nyi im Katalog: „Bei Wolfgang Ernst geht der Gebrauch der Sprache stets mit existenziel­ len Fragestellungen einher.“ XX „Licht Blei & Schatten“, Körnermarkt 14, bis 19. Oktober täglich von 11 bis 18 Uhr, www. zeitkunstnoe.at

n Konzert in der Justizanstalt Garsten. Die Kulturini­ tiative „drinnen & draussen“ lädt am Freitag, 13. Juni, 19.30 Uhr zum Konzert mit dem Duo Catch Pop String Strong und Paul Schuberth. Eintritt inklusi­ ve Buffet. XX Kartenreservierung: E-Mail: georg.kamptner@justiz.gv.at

n Orgelkonzert in Pürnstein. Im Rahmen der Orgeltage spielt Suzanne Z'Graggen aus Solo­ thurn, Schweiz, am Freitag, 20. Juni, 20 Uhr im Orgelsaal von Gustav Auzinger, Pürnstein 37. XX Anmeldung aus Platzgründen unbedingt erforderlich: Tel. 07282/59 64, E-Mail: orgel.puernstein@gmx.at.

n Konzert im Mariendom Linz. Die Florianer Sängerkna­ ben die Jugendkantorei Schlägl musizieren gemeinsam mit Rose­ marie Schobersberger und Diet­ mar Meran samt 40-köpfigem Orchester am Sonntag, 29. Juni, um 20 Uhr das Gloria und die „Mass of the Children“ in latei­ nischer Sprache von John Rutter. XX Karten: DomCenter Linz, Tel. 0732/94 61 00. XX Verlosung: Die KirchenZeitung verlost 5 Karten, KW: Jugendkantorei Schlägl, Fax 0732/76 10-39 44, Email: service@kirchenzeitung.at

n Konzert in Enns-St. Laurenz. Am Freitag, 13. Juni, 19 Uhr findet die jährliche A ­ triumSerenade in der Pfarre, bei Schlecht­wetter im Pfarrsaal statt.

Der Phönix aus dem Wasser Das Linzer Theater Phönix präsentiert in der Spielsaison 2014/15 Stoffe, die die Welt bedeuten. Mit einer gehörigen Portion Ironie. Insgesamt sechs Stücke und zwei Gast­ spiele stehen auf dem Programm, darun­ ter die bearbeiteten Klassiker „Der Sturm“ von William Shakespeare mit 36.000 Litern Wasser auf der Bühne und Molières „Don Juan“, nicht als Frauenverführer, sondern

als Mensch, der Grenzen überschreitet. Ein Klassiker aus jüngerer Zeit sind die 1980 ver­ filmten „Blues Brothers“, die mit rasanten Autofahrten auf die Bühne kommen. In Phi­ lipp Löhles schwarzer Komödie „Wir sind keine Barbaren!“ steht das Fremde in Person eines mysteriösen Flüchtlings vor der Tür. „Das Interview“, u.a. von Theo van Gogh, der vor zehn Jahren von einem islamischen Fundamentalisten ermordet wurde, ist ein Kammerspiel, bei dem zwei Gesprächspart­

ner jeweils hinter die Maske des anderen bli­ cken wollen. Ein Auftragswerk an den jun­ gen Autor Flo Staffelmayr wird im Rahmen des Internationalen Jugendtheaterfestivals SCHÄXPIR im Juni 2015 uraufgeführt. Die Saison startet mit der Premiere von „Sturm“ am 11. September. Christine Grüll XX Karten: Tel. 0732/66 65 00, www-theaterphoenix.at. Das Phönix-Team freut sich, wenn reservierte Karten verlässlich abgeholt werden!


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12. Juni 2014

KirchenZeitung Diözese Linz

DAnk

Geburtstag

n St. Peter am Wimberg. Die Musikkapelle St. Peter widmete einen Teil des Erlöses aus dem Frühlingskonzert der Finanzierung des neuen Gotteslobs der Pfarre. Domkapellmeister Josef Habringer, der seine Wurzeln in St. Peter hat, stellte dabei das Gotteslob auch vor. Als zusätzlichen Beitrag bastelten die Mitglieder der Musikkapelle über 500 Engel aus Seiten des alten Gotteslobs, die regen Absatz fanden. Die Pfarre gratuliert zu dem gelungenen Konzert und dankt für die finanzielle Unterstützung. Die Engelaktion erbrachte 800 Euro, davon werden 400 Euro für die Renovierung der St.-Anna-Kirche in Steinbruch zur Verfügung gestellt. Privat

n Am 18. Juni 2014 wird KonsR P. Berthold Brandl vom ­Orden der Kapuziner, wohnhaft im Alten- und Pflegeheim Riedberg, 85 Jahre alt. Er stammt aus Moosbach, Bayern, und wurde 1962 zum Priester geweiht. Nach priesterlichen Tätigkeiten in Vorarlberg war P. Berthold von 1979 bis 1986 Pfarrprovisor in Riedberg. Anschließend war er Hausoberer im Kapuzinerkloster in Ried und Krankenhausseelsorger – zuletzt auch im Hospiz – im Krankenhaus Ried. Seit der Auflösung des Klosters 2010 ist P. Berthold Seelsorger der Redemptoristinnen im Kloster St. Anna und übernimmt nach Möglichkeit seelsorgliche Dienste im Alten- und Pflegeheim Riedberg.

n Hochburg. Bundesrat Ferdinand Tiefnig verlieh kürzlich das Ehrenzeichen des Landes Oberösterreich an Hubert Kaufleitner (Mitte). Er ist ein Begeisterter: Kunst und Kultur sind ihm ein Lebensinhalt, für den er sich ehrenamtlich engagiert. Mit ganz besonderem Einsatz ist er dabei für seine Heimatpfarre Hochburg tätig. Er übernahm die große Aufgabe der Bauleitung für die Sanierungsarbeiten an der Pfarrkirche. Bei all die-

Steinbach am Ziehberg. Die Goldhauben-, Hut- und

Bauerngruppe Steinbach finanzierte der Pfarre das neue Gotteslob und die dazugehörigen Orgelbücher. Im Rahmen einer kleinen Feier vor dem Sonntagsgottesdienst überreichte Obfrau Maria Glinz Pfarrer P. Josef Riegler (3. von l.) eine Spende von 3.660 Euro. privat sen Aufgaben ist ihm aber auch die Kommunikation nach außen wichtig: Kaufleitner initiierte im Zuge der Oö. Landesausstellung 2012 ein Vermittlungsprogramm unter dem Motto „Kirche am Weg“, für das vier weitere Pfarren gewonnen werden konnten. privat

Im Gedenken

TT Entgeltliche Einschaltung

Menschen mit Beeinträchtigungen benachteiligt

n Pfarre Traun-St. Martin. Am 26. Mai 2014 starb die langjährige Organistin Josefine Staska. Sie kam 1955 in die neu gegründete Pfarre Traun-St. Martin und arbeitete von da an als Seelsorgshelferin und Organistin in der Pfarre. Nach ihrer Pensionierung bei der Diözesanfinanzkammer

AK fordert Verbesserungen Die Mindestsicherung, die die frühere Sozialhilfe ersetzt, benachteiligt Menschen mit Beeinträchtigungen. Sie bekommen unterm Strich weniger Geld heraus. Die Arbeiterkammer fordert die Erhöhung sowie Regelungen gegen Benachteiligungen.

D

ie Höhe der Mindestsicherung errechnet sich durch die Berücksichtigung der Einkommen aller im Haushalt lebenden Personen (Ausnahmen bestehen z.B. bei der Familienbeihilfe). Dieser Mindeststandard beträgt in Oberösterreich für Alleinstehende oder Alleinerziehende 888,10 Euro inklusive Wohnaufwand, zwölfmal pro Jahr netto. Für

volljährige Personen, die Familienbeihilfe bekommen, liegt dieser Satz bei 658,10 Euro. Für Menschen mit Beeinträchtigungen kommt ein geringerer Satz zur Anwendung. Der AK sind außerdem mehrere Fälle bekannt, wo volljährige Personen keine oder eine geringere Mindestsicherung bekommen, weil die Behörde deren Eltern zu Unterhaltsleistungen heranzieht. Die AK kritisiert, dass die Mindestsicherung nur unzureichend vor ­Armut schützt, weil sie unter der aktuellen Armutsgefährdungsschwelle liegt. Die AK fordert daher die Erhöhung der Mindestsicherung über die

Armutsschwelle und klare rechtliche Regelungen, damit die Benachteiligung ganzer Gruppen – wie es derzeit bei Menschen mit Beeinträchtigungen der Fall ist – gestoppt wird. Infos zur bedarfsorientierten ­Mindestsicherung: ooe.arbeiterkammer.at.

Arbeiterkammer Oberösterreich Volksgartenstraße 40, 4020 Linz Telefon 050/69 06

Pfarre

1989 war sie hauptamtlich Organistin und auch in den Nachbarpfarren tätig. Die Pfarre dankt Josefine Staska für ihren Einsatz und für die Verlässlichkeit. n Magdalenaberg. Maria Mayr-Kern ist am 3. Juni 2014 verstorben. Die langjährige Sekretärin im Pastoralamt war Mesnerin und die gute Seele der Wallfahrtskirche am Magdalenaberg bei Pettenbach. Die Pfarre sagt für ihren Dienst, den sie mit Leib und Seele ausgeführt hat, Danke.


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Leserforum 31

12. Juni 2014

Messe ohne Priester Es ist gut möglich, dass das Ehepaar Heizer mit seiner Haus-Messe ohne Priester theologisch nicht falsch liegt, wenn es sich dabei auf die Zeit des hl. Paulus beruft. Übersehen wird aber, dass im Gegensatz zu der damals überschaubaren Christenschar heute 1,2 Milliarden Katholiken in aller Welt leben. Sie benötigen dringend wie auch in allen profanen Gebieten befugte Fachleute, denen sie sich anvertrauen können. Heute ist es Standard, dass Anwärter auf Spezialberufe Prüfungen ablegen, angelobt und vereidigt werden, so bei den Ärzten, Anwälten und vielen anderen. (...) Die Prüfungsinstanzen setzen Grenzen und Regeln fest, die die Befugten einzuhalten haben. Nur so können die „Laien“ zu den Angelobten Vertrauen fassen und dürfen von ihnen Lösungen und Hilfe erwarten. Selbstermächtigung ist strafbar. Warum soll das im Profanen anerkannte System nicht auch in den religiösen Bereichen weiter gelten? Es war und ist nicht Aufgabe der kirchlichen Reformbewegungen, die Priester abzuschaffen oder ihre Entbehrlichkeit aufzuzeigen. Vielmehr muss für radikal erweiterte Zulassungsbestimmungen zum Priesteramt eingetreten werden. Gemeindeleitung und befugte Seelsorge müssen sichergestellt sein, bestehende Grenzen und Strukturen sind zu berichtigen, die „Zeichen der Zeit“ zu ergründen. Das Modell „Hauskircheneucharistie“ ist aber ungeeignet, weil es dazu führt, dass Kirche untertaucht in die Fragwürdigkeit. Selbstermächtigung schafft keine Vertrauensbasis. DI Hildebrand Harand, Wilhering

Die Frage, ob Jesus beim Ehepaar Heizer nicht nur anwesend ist, weil zwei oder drei in seinem Namen versammelt sind, sondern auch in Brot- und Weingestalt, habe ich mir und anderen gestellt und bisher nur Nachdenken als Antwort erhalten. Vielleicht freut sich ­Jesus, dass endlich auch eine Frau die Wandlungsworte spricht und damit ihrem Glauben und ihrer Sehnsucht Ausdruck verleiht?

haben verschiedene Zugänge zu Gott. Gegenseitiger Respekt und Wertschätzung erleichtern uns die Akzeptanz des Andersseins und Andersdenkens. Ich glaube, dass in diesem Sinn der Pfarrer und der PGR handelten. Ich verstehe auch die Sorge von Sr. M. Leopolda Hradecky, alles was fremd ist, kann Angst erzeugen, doch vertrauen wir den Verantwortlichen, vertrauen wir aber auch den Kindern und jungen Menschen, die ihren ­ eigenen Weg zu Gott finden. Mein Pfarrer hat einmal zu mir gesagt, das Leben ist nicht immer so, wie es die Kirche vorschreibt. Ich danke ihm noch heute von Herzen für diese Worte, die Schuld und Schmerz von mir nahmen. Ich fühle mich in meiner Kirche angenommen, so wie ich bin, und dass ich die Liebe Gottes immer wieder erfahren darf. TheresIa Wineroither, Traun

Steuerreform Millionenshow mit Armin Assinger. Die Kandidatin hat bereits € 30.000,– „erraten“. Sie zögert bei der Beantwortung der nächsten Frage, möchte aber noch mehr gewinnen, riskiert und verliert. Für mich schwer nachvollziehbar. Warum sind Menschen mit dem Vielen, dass sie bereits besitzen, noch immer nicht zufrieden? Noch unverständlicher ist für mich die hartnäckige Weigerung von Finanzminister Spindelegger, den Vermögenden auch nur einen Cent mehr von i­hrem Überfluss wegzunehmen, obwohl lt. AK-OÖReichtumsticker die reichsten 10 Prozent der österreichischen Bevölkerung insgesamt mehr als 900 Milliarden Euro besitzen und stündlich um 3,2 Millionen Euro reicher werden. (...) Hans Riedler, Linz

Christa Falkensteiner, Bad Ischl

Kirche zum Wohlfühlen? Zum Leserbrief „Kirche – keine Vergnügungsstätte“, Nr. 21

Eine junge Kirche zum Wohlfühlen – diesen Bericht habe ich wegen des Leserbriefes von Sr. M. Leopolda Hradecky, dass die Kirche ein Haus Gottes ist und nicht zu einer Räuberhöhle verkommen soll, nachgelesen. Soll nicht gerade in der Kirche Raum und Platz für alle sein, wo sonst? Wohlfühlen in der Kirche kann Heimat sein, Geborgenheit, Halt und Stütze beinhalten und im Vordergrund steht nicht das Vergnügen, sondern der Glaube, aber auch Leichtigkeit und Lebensfreude. Wir

„„ Korrektur. In der jüngsten Ausgabe vom 5. Juni wurde auf Seite 7 irrtümlich ein falsches Bild veröffentlicht. Es zeigte P. Stefan Kitzmüller und nicht P. Johannes Nepomuk Unterberger, der bei Familie Schwarzbauer in Eferding nach dem Hochwasser geholfen hat. Wir bitten um Nachsicht. Foto: Archiv

Religions-Verspottung Zum Leserbrief „Atheistische Provokation“, Nr. 22

Ich glaube nicht, dass gläubige Menschen (...) dulden müssen, dass die Religion und mit ihr Gott in unserem Land verspottet wird. In e­ inem Land, das heuer das Jubiläum des hl. Florian feiert, eines Mannes, der für ­seine Gesinnung starb, in dem der selige Franz Jägerstätter lebte, der seinen Glauben noch angesichts des Fallbeils hochhielt, sind wir durch diese Beispiele angerufen, entschieden für die Wahrheit und die Verteidigung des Grundwertes der Religion einzutreten. Die politischen Strömungen des Faschismus, Nationalsozialismus und Kommunismus haben sehr deutlich gezeigt, wohin uns der Atheismus führt. Man wird mir jetzt entgegenhalten, dass wir in Österreich das Recht auf Meinungsfreiheit besitzen, aber muss unsere Toleranz wirklich so weit gehen, dass wir jeden Angriff eines frechen und aggressiven Atheismus hinnehmen? Lasst uns endlich aufwachen aus dem Schlaf der Sicherheit und Gleichgültigkeit! Wir Christen dürfen uns nicht im Elfenbeinturm verstecken, denn wir tragen Verantwortung für die Gestaltung der Gesellschaft, auch in Europa. Mag. Elisabeth Linhart-Steiner, Vöcklabruck

Ein Papst-Bild Ein Bild, das ohne Worte spricht, ist jenes in der KiZ vom 29. Mai, auf dem Papst Franziskus gebeugt und im Blickfeld eines, wahrscheinlich israelischen Sicherheitsbeamten, vor der Sperrmauer zwischen „Israel und Palästina“ still im Gebet verweilt. Meine persönliche Empfindung dazu: Wann kommt der Tag, an dem auch diese Mauer wieder fällt und umgelegt vielleicht zu einer Straße wird, auf der die „Geschwister der Kinder Abrahams“ nicht mehr nebeneinander, sondern miteinander verkehren werden? Seit dem Fall der „Berliner Mauer“ sowie des „Eisernen Vorhanges“, einem von „pfingstlichem Geist“ geführten Schachzug, sind andererseits wieder viele Gräben und Mauern zwischen Menschen entstanden – im Kleinen wie im Großen! Meine Erinnerungen an eine Pilgerreise ins Hl. Land vor 29 Jahren (als es die Sperrmauer noch nicht gab) habe ich mit der hoffnungsvollen Überschrift versehen: „Es kommt der Tag!“ Trotz der vielen Dunkelheit unserer Zeit glaube ich fest daran! Josef Litzlbauer, Pühret

Veröffentlichungen bedeuten keine Zustimmung. Kürzungen vorbehalten. Zusendungen an: KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz; leserbriefe@kirchenzeitung.at


unter uns Menschen sind auch nur Hühner Hühner sind gesellig, hacken manchmal auf anderen herum und reden gerne über die Eier, die sie gelegt haben. Menschen auch.

DENK mal

Es kreucht und fleucht Überall kreucht und fleucht es in der warmen Jahreszeit, oft auf sehr vielen Beinen. Den Tausendfüßler im wörtlichen Sinne gibt es allerdings nicht.

Eindeutig ein Hundertfüßer. Wikimedia

Matthäus Fellinger

Bis zu 750 Beine kann ein Tausendfüßer haben. Die meisten Arten haben aber viel weniger. Es gibt auch den Hundertfüßer und den Wenigfüßer. Tausendfüßer haben ihre Beine nicht gleich von Anfang an. Mit jeder Häutung kommen weitere Segmente und damit auch Beinpaare dazu, bis die Tiere erwachsen sind.

Domspatz Das Unentschieden ist wohl nur eine der Gemeinsamkeiten zwischen Fußballfans und Kirchenmitgliedern.

Hummel, die sich mit Gebrumm nähert, stört die Idylle. Frage. Wie viele Beine kommen in der eben geschilderten Begebenheit vor?

Während ich meine Federn äh Kleider zum Aussteigen glattstrich, dachte ich noch: Menschen sind wie Hühner. Nur weniger ehrlich. Aber das ist für ein friedliches Miteinander sicher von Vorteil.

Machen Sie mit. Schicken Sie Ihre Antwort bis 20. Juni. Wir verlosen unter allen richtigen Einsendungen zwei Bücher. Adresse: KirchenZeitung, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz, E-Mail: service@kirchenzeitung.at Die Gewinner/innen von Denk Mal Nr. 22 stehen erst nach der Fußball-WM fest. Die Frage lautet: Wie viele Tore werden insgesamt geschossen?

Christine Grüll Christine.Gruell@kirchenzeitung.at

merk-würdig „Wo ist unsere Gesellschaft gelandet? Wie viel Verschwendung und Gedankenlosigkeit muss noch passieren ...? Pfarrer Wolfgang Pucher, Vinzenzgemeinschaft, kritisiert, dass ein Viertel der Lebensmittel im Müll landet.

KirchenZeitung Diözese Linz, Kapuzinerstraße 84, 4020 Linz P.b.b. GZ 02Z031277 W – Nicht retournieren

Nun zur Denkaufgabe. Da trifft ein Wanderer auf einen 86-beinigen Tausendfüßer, der sich mit zwei Waldameisen offensichtlich um einen Pflanzenrest streitet. Die listige Spinne beobachtet das Geschehen von ihrem Netz aus mit Interesse und Appetit. Nur die

Kürzlich durfte ich im Zug einer Frau zuhören, die ihrem Mitreisenden viel zu erzählen hatte. Laut und ausdauernd sprach sie von den vielen Aufgaben, die sie an ihrem Arbeitsplatz zu bewältigen hatte und wie sie das alles mit Fleiß schaffte. Ihr Tonfall war positiv aufgeregt, manche Wörter trompetete sie förmlich heraus. Ich konnte die Frau nicht sehen. Aber vor meinem inneren Auge entstand das Bild eines flügelschlagenden Hendls, das ihr frisch gelegtes Ei anpries. Dann kam die Rede auf eine Arbeitskollegin, die die Rednerin nicht mochte. Worte wie „Luder“ fielen. Der Erzählton wurde schärfer, ein wenig zischend und scharf wie ein spitzer Hühnerschnabel. An der nächsten Zughaltestelle stieg die besagte Arbeitskollegin ein. Blitzschnell wechselte das Thema zum Wetter. Das restliche Gespräch verlief glucksend.


KiZ-ePaper 24/2014