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Königspost Summer Edition 2023: 28. Ausgabe

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KÖNIGS POST 28. AUSGABE / OKTOBER 2023

KING’S COLLEGE LONDON


REDAKTION

ZAZIE ATKINSON | MARTINA CIRAVEGNA | SASKIA COOKSON

Liebe Leserinnen und Leser, wir freuen uns, euch die zweite und letzte KönigspostAusgabe unter unserer Redaktion präsentieren zu können. Wir haben ein hektisches Jahr hinter uns, in dem wir unsere Bachelor-Arbeiten geschrieben, uns auf die Abschlussprüfungen vorbereitet und schließlich unseren Abschluss gemacht haben! Wir wollten das King's College London nicht ohne eine letzte Ausgabe der Königspost verlassen, und zwar eine, auf die wir sehr stolz sind. Wir haben eine neue Kolumne eingeführt: Essen, in der wir einige leckere Rezepte aus dem deutschsprachigen Raum sowie eine Reihe von Restaurantempfehlungen zusammengestellt haben, falls ihr euch mal in der deutschen Hauptstadt befinden solltet. Natürlich haben wir auch unsere klassischen Bereiche "Politik" und "Kultur", in denen ihr sicher spannende Artikel finden werdet. Wir wünschen euch viel Spaß beim Lesen und bedanken uns noch einmal ganz herzlich bei dem KCL German Department, insbesondere bei Catherine Smale, die uns alle auf unserem akademischen Weg und auch bei diesem Magazin immer unterstützt hat.

Herzlichen Dank! Euer Königspost-Team

KÖNIGSPOST


3 KULTUR „UNS GEHÖRT DIE WELT!“: QUEERE MIGRANTENUTOPIEN IN FARAZ SHARIATS FUTUR DREI (2020) ZAZIES LESELISTE: BUCHEMPFEHLUNGEN WO LIEGT DIE DEUTSCHE HEIMAT? KRITIK VON ‚DER GETEILTE HIMMEL‘

13 POLITIK MERZ-SCHMERZEN: LGBTQ+-MENSCHEN IN DEUTSCHLAND BRAUCHEN EINE STIMME IST DIE LETZTE GENERATION ZU WEIT GEGANGEN? SCHWEIZER FRAUENSTREIK: EIN WICHTIGER TAG FÜR DIE GLEICHSTELLUNG

24 ESSEN REZEPTE HUGO SPRITZ RUMKUGELTORTE BERLIN EMPFEHLUNGEN THAI PARK ZEIT FÜR BROT SCHWARZES CAFE

Oktober 2023, 28. Ausgabe

Inhalt


KULTUR KULTUR KULTUR FILM

LITERATUR


„Uns gehört die Welt" queere Migrantenutopien in Faraz Shariats Futur Drei (2020) Futur Drei ist eine Tragikomödie, ein traumhafter visueller Leckerbissen, der sich mit Themen wie Freundschaft, Faraz Shariat fordert mehr Diversität und queerer Liebe und Zugehörigkeit Inklusivität in der deutschen Filmbranche. auseinandersetzt, aber auch mit der Nicht in der Zukunft - jetzt! In seiner harten Realität alltäglicher Dankesrede für die First Step Awards für Fremdenfeindlichkeit und dem Umgang mit junge Talente (bei denen Futur Drei gewann) Geflüchteten in Deutschland. Er folgt sagte er: „Wie kann es sein, dass in Räumen dem Leben von Parvis, einem iranischen wie diesem noch 95 Prozent der Menschen Einwanderer der zweiten Generation, weiß sind?" Es müsse nicht nur eine größere der in der niedersächsischen Provinz Vielfalt in der Branche geben, sondern wir lebt. bräuchten dringend eine Abkehr von den müden Tropen, die sich in den letzten Jahrzehnten im deutschen Einwanderungsfilm entwickelt haben. Nämlich Integrationskomödien (wie Türkisch für Anfänger) oder Klischeegeschichten von der Sehnsucht nach der verlorenen Heimat. Während Regisseur*innen wie Fatih Akin seit Anfang der 2000er Jahre die Komplexität von Migration oder Postmigrationserfahrungen im Film kommentieren, steht Shariat, eine queere 29-jährige iranisch-deutsche Regisseurin, für eine neue Ära.

von Saskia Cookson

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Er teilt seine Zeit zwischen Partys in LGBTQIA+-Clubs und (nach seiner Verhaftung wegen Ladendiebstahls) gemeinnütziger Arbeit in einem Flüchtlingsheim auf. Hier kreuzen sich jedoch seine Wege mit den iranischen Geschwistern Amon und Banafshe und entwickeln eine schwache Romanze mit Amon, während seine Freunde versuchen, den Flüchtlingsstatus zu erhalten. Shariat webt geschickt einen Wandteppich aus verschiedenen filmischen Formen zusammen, von Home-Video über Musikvideo-artige, nichtnarrative Sequenzen bis hin zu ergreifende Momente des Realismus. Um sowohl Shariats Verwendung formaler Techniken als auch die Art und Weise, wie er die kritischen Anliegen des Films begründet, zu untersuchen, ist die Eröffnungsszene des Films ein guter Ausgangspunkt. Es beginnt mit einem Homevideo des Regisseurs als kleines Kind, der in einem Sailor Moon-Kostüm herumtanzt, was dem Zuschauer sofort das semi-autobiografischen Wesen von Futur Drei demonstriert. Der Hier sehen wir Beispiele für Shariats Bildschirm wird kurz schwarz, dann sehen wir eine mittlere Nahaufnahme des Protagonisten experimentelle Mixed-Media-Montage sowie dafür, wie er die Schwierigkeit skizziert, ein Parvis, der vom neonpink-roten Schein eines queerer Einwanderer in Deutschland zu sein. Schwulenclubs beleuchtet wird, während er Sexuelle Situationen sind oft den Ort der eine Geburtstagsnachricht seiner iranischen rassistische Mikroaggressionen gegen Eltern hört. Parvil im Film. Später, als Parvil und ein Sexualpartner sich eine postkoitale Als Parvis den Club betritt, nimmt die Sequenz Zigarette teilen, wird ihm gesagt: „Ich stehe eine traumhafte Qualität an. Er fängt an, normalerweise nicht auf Ausländer [...] also, seinen Körper rhythmisch zur Musik zu ich meine, haarigere, Südindische Typen. bewegen, und aufgrund von Shariats Verwendung von Sounddesign und Inszenierung Türken, Griechen, keine Ahnung." Parvil sieht ihn verwirrt und verletzt an, steht aber (insbesondere Beleuchtung) erinnert der Film eher an ein Musikvideo als an einen Spielfilm. schließlich auf, um zu gehen, und spricht die ikonischen Worte aus: „Ich steh eigentlich Die Szene endet plötzlich, als ein Mann, den auch nicht so auf junggebliebene Parvis geküsst hat, ihm die gefürchtete, Kartoffeln." Ruhe, Stärke, Kraft! rassistisch aufgeladene Frage stellt:

„Woher kommst du eigentlich?"

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Migrationsnarrative werden oft durch die Last der Repräsentation eingeschränkt – das heißt, aufgrund des Defizits der Repräsentation von Einwanderung im Mainstream-Kino stehen migrantische oder postmigrantische Filmemacher unter immensem Druck, die schlüssige, universelle Erfahrung von Einwanderern zu erzählen und nicht individuelle Geschichten über individuelle Leben. Shariats Film widersetzt sich vollkommen diesem Druck. Innig, innovativ, intersektional - diese Geschichte ist eine kleine, die nur drei Menschen mit iranischen Wurzeln im Kontext der "Flüchtlingskrise" untersucht und wie sich ihre Beziehungen zueinander trotz ihrer sehr unterschiedlichen Situationen entwickeln. Wie der Spiegel überzeugend kommentierte: „Futur Drei ist nur weder literarisches Epos noch Psychogramm, sondern subversives Popcornkino." Ja, es ist zweifellos sehr wichtig, Filme zu haben, die sich mit der Erfahrung von Einwanderern befassen, aber es kann auch Spaß machen, sie anzusehen.

Wie Shariat erkenne ich an, dass es noch ein langer Weg ist, bis dem Einwandererkino der gleiche Respekt entgegengebracht wird wie dem weißen deutschen Film. Selbst wenn sie Preise gewinnen, müssen sich Regisseure mit Migrationshintergrund dem zweifelnden weißen Publikum stellen, das den Filmemachern nicht gratuliert, sondern sagt: „Oh, es muss eine positive Diskriminierung sein" oder „Sie haben nur wegen einer Diversitätsquote gewonnen..." Nichtsdestotrotz denke ich, dass wir eine Scheibe von ihm abschneiden und weiter für diese Sache kämpfen sollten. Als Antwort auf die allzu bekannte (und beiläufig rassistische) Frage „Woher kommst du eigentlich?" Shariats Film antwortet einfühlsam und leidenschaftlich:

„Uns gehört die Welt!"

Deshalb würde ich argumentieren, Futur Drei ist zu verstehen als Beispiel der queeren Migrantenutopie in Film und ich hoffe, dass in den nächsten Jahren wir noch immer mehr von Shariat sehen.

Diese Fotos wurden mit KI erstellt

Futur Drei Faraz Shariat 2020

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FOTOGRAFIE

SOMMER IN DER STADT

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FOTOGRAFIE

SOMMER IN DER STADT

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BUCH EMPFEHLUNGEN

Ministerium der Träume Hengameh Yaghoobifarah Dieser Roman erforscht Trauma, Trauer, Schwesternschaft und die Erfahrungen von Migrant*INNen in Deutschland aus der Perspektive einer queeren Frau. Mit zwei Erzählsträngen, die zwischen den Zeiten hinund herspringen, fesselt Yaghoobifarahs Schreibstil den Leser bis zum Ende.

Adas Raum - Sharon Dodua Otoo Dieser innovative Roman erkundet das Leben von vier verschiedenen "Adas", wobei die Erzählung durch Raum und Zeit reist, von einer jungen Ada in Ghana im Jahr 1459 bis zu einer Ada im heutigen Berlin. Jede der Frauen hat eine faszinierende Geschichte, die durch einen anderen Gegenstand erzählt wird, was das Buch zu einem echten Lesevergnügen macht.

Was man von hier aus sehen kann - Mariana Lekey Im Genre des magischen Realismus angesiedelt, erzählt Lekey die Geschichte einer Dorfgemeinschaft und deren Umgang mit einem geheimnisvollen Omen, das der Großmutter der Protagonistin im Traum erscheint. Obwohl das Thema auch Trauer umfasst, hat dieser Roman einen hoffnungsvollen Ton und ist eine herzerwärmende Geschichte. -9-

von Zazie Atkinson


Wo liegt die deutsche Heimat? ‚Der geteilte Himmel‘ von Christa Wolf ist ein Blick auf die Schwierigkeiten, in einem geteilten Deutschland ein Gefühl der Zugehörigkeit zu finden ... ...

VON

AMALIA HAJIEVA - 10 -


D

as ist die Sehnsucht: wohnen im Gewoge und keine Heimat haben in der Zeit. So hat sich der österreichische Dichter Rainer Maria Rilke die Heimat vorgestellt.

Diese Sehnsucht verfolgt Deutschland seit der Reichsgründung 1871, und wurde nach der National Sozialistischer Regierung und während der Teilung Deutschlands vertieft. Nach einem Jahrhundert, im Jahr 1963, veröffentlichte die deutsche Schriftstellerin Christa Wolf den Roman „Der geteilte Himmel,“ wo sie in einer experimentellen, aber auch sozial realistischen Art, die Schwierigkeiten der Nachkriegszeit und die Sehnsucht nach einer Zugehörigkeit durch eine Liebesgeschichte erkundet. Das ganze Buch hindurch verfolgen wir Ritas Suche nach dem Gefühl, eine Heimat zu haben und dadurch zu etwas zu gehören. Obwohl die sozialistischen Werte und Moral, die Rita eventuell annimmt, eine zentrale Rolle in ihrer Heimat spielen, ist die gestaltende Rolle ihres Freundes Manfred in ihrer Selbstverwirklichung auch wichtig zu beachten. Die Geschichte fängt an mit dem Eindruck, dass Ritas Leben sich schnell um den zehn Jahre älteren Manfred dreht, der als ihre erste Liebe auch ein Vorbild für sie war. Rita, die „oft genug mit sich selbst uneinig war,“ fand durch Manfred den Mut, sich für eine Lehrerausbildung zu bewerben. Obwohl Rita durch ihre Lehrausbildung und ihre Arbeit im Waggonwerk eine sozialistische Selbstverwirklichung entwickelte, blieb Manfred immer noch ein Teil ihrer Entwicklung, allerdings weniger als zuvor.

Auch wenn Rita im Sanatorium liegt, vermutlich wegen eines Selbstmordversuchs, nachdem Manfreds Weg in West-Berlin durch den Mauerbau unumkehrbar geworden ist, äußert sie, dass sie sich durch ihre Beziehung mit Manfred sicher und stabil fühlt. Als sie zusammen liegen, fragt er: „Was wünscht du dir jetzt?“ antwortet sie, „Immer das gleiche […] eine einzige Haut um uns, ein Atem für uns beide.“ Diese Dynamik wiederholt sich so, dass die Leserschaft am Ende den Eindruck bekommt, dass Manfred ein grundlegendes, stabiles Beisein für sie ist; die Veränderungen, die sie seit ihrer Beziehung in sich selbst sah, waren Schritte in ihrer Selbstverwirklichung. „Was ich nicht weiß, weißt du,“ sagte Rita zu Manfred, den sie größtenteils als weisere, höhere Macht wahrnahm. Ritas Suche nach Stabilität und Sicherheit in Manfred ist ein Beispiel, dass Manfred teilweise Ritas Heimat geworden ist. Ritas implizite Suche nach verschiedenen sozialistischen Vorbildern in ihrer Genoss*innen und im Sozialismus ist weiterhin ein Versuch, zu etwas zu gehören. Dass eine Person das Gefühl einer Heimat verursachen kann, ist ein Motiv in vielen Liebesgeschichten. Außerdem spiegelt das „Heimat“ Konzept die gegensätzlichen Erfahrungen von Rita und Manfred und ihre Beziehung wider. Ein unübersehbarer Unterschied ist der Altersunterschied: Manfred wurde 1930 geboren und Rita im Jahr 1940. Rita ist mit einer fürsorglichen Mutter und Tante aufgewachsen, in einem Dorf, in dem ihr „das Leben dieser Bäume vertrauter als ihr eigenes“ erschien.

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Sie ist als Kind auf der Wiese mit Stabilität und Beständigkeit der Natur aufgewachsen – als Erwachsene sehnt sie nach der gleichen Stabilität. Manfred, der den Wechsel vom Nationalsozialismus in den Sozialismus als ein Volljähriger erlebte, hat einen ganz anderen Weltblick. Manfred hingegen beschwert sich, dass seine Generation „alle ohne Eltern aufgewachsen sind.“ Daraus entstand „dieser kalte spöttische Mensch,“ wie ihn Rita beschrieb. Diese kälte entstand durch seine abwesenden Eltern, und durch die Widersprüche, die er in der Schule sah, als eine extreme Ideologie durch eine andere ersetzt wurde – daraus entstand ein ausgebildeter, bourgeoise Mann, der alles, sogar seine Beziehung mit Rita, zynisch betrachtete. Diese ganz unterschiedlichen Weltanschauungen beeinflussen ihre Erwartungen von einer physischen Heimat (die Umgebung, in der man wohnte) und somit ihre Zukunftspläne. Rita bleibt freiwillig im Osten und Manfred rein pragmatisch im Westen.

‚Im deutschen Fall wird die Heimat grundsätzlich bei jedem durch Zufall definiert.‘

Am Ende hatte Manfred recht – für Manfred war das Gefühl des Vertrauten und Sicheren gleichgültig, also das Gefühl einer Heimat. Das Motiv des Himmels spiegelt die gegensätzlichen Weltblicke im Thema „Heimat“ wider. Außerhalb des Titels wird der Himmel sehr oft im Buch als eine Metapher für die Hoffnungen und das Glauben der Menschen erwähnt. In einem geteilten Land, ist der Himmel offenbar nicht geteilt, dennoch ist der Himmel ein „Gewölbe von Sehnsucht und Hoffnung,“ und deswegen „teilt [er] sich zuallererst.“Wenn Hoffnung und Sehnsucht sich im Heimatbegriff manifestieren, dann ist Deutschland keine einheitliche Heimat für die Bevölkerung. Die Heimat einer deutschen Person und damit deren Weltblick wird vielmehr von deren Generation gestaltet. Im deutschen Fall wird die Heimat grundsätzlich bei jedem durch Zufall definiert. Rita war zufällig eine halbe Generation jünger als Manfred, aber durch diesen Zufall, sind die beiden mit gegensätzlichen Vorstellungen von Heimat aufgewachsen, das heißt: gegensätzliche Werte, gegensätzliche Lebenseinstellungen, gegensätzliche Weltblicke. Wolfs Buch wirft die Frage auf, wie sich dieser sich ständig verändernde Heimatbegriff seit dem Kalten Krieg entwickelt hat. Haben die jüngeren Generationen, die in einem vereinten Deutschland aufgewachsen sind, ein konstantes Heimatgefühl erfahren?

„Du bist leider ein Kind und ich bin leider ein alter Mann. Das wird nicht gut ausgehen mit uns.“

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POLITIK


MERZSCHMERZEN Laut Friedrich Merz sei Sexualität „kein Thema für die Öffentlichkeit.“ Die steigende Zahl von transund homophoben Hassverbrechen widerspricht seinen Behauptungen.

von Martina Ciravegna

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LGBTQ+-MENSCHEN IN DEUTSCHLAND BRAUCHEN EINE STIMME Im Jahr 2020 behauptete Friedrich Merz, der derzeitige CDU/CSUBundestagsfraktion Vorsitzender und somit Oppositionsführer im Bundestag, dass sexuelle Orientierung keine Frage für die öffentliche Diskussion sei. Eine solche Äußerung führt aber zu Verwirrung, da er selbst beim CDUParteitag von seiner Ehefrau mehrere Male gesprochen hat. Das könnte für gutwillige Menschen widersprüchlich aussehen, aber für queere Menschen beweist es uns eindeutig, dass eine der sexuellen Orientierungen noch eine Stelle in der Öffentlichkeit einnehmen darf, die heterosexuelle. Die Behauptung Merz’ war eine Antwort auf die Frage, ob er Vorbehalte hätte, wenn ein*e zukünftige Bundeskanzler*in schwul wäre. Leider stimmt ein bemerkenswerter Teil der Bevölkerung der Aussage von Merz zu und argumentiert, dass Queersein kein politisches Thema ist. Trotzdem, wenn man auf der Straße aufgrund seiner Sexualität oder geschlechtlicher Identität beleidigt oder angegriffen wird, wirkt es ziemlich politisch. Laut Deutsche Welle sind queerfeindliche Taten in den Kategorien „sexuelle Orientierung“ und „Geschlecht / sexuelle Identität“ seit 2020 sogar um 50 Prozent beziehungsweise 66 Prozent gestiegen. Somit fiel Deutschland als sicheres Urlaubsziel für LGBTQ+-Menschen vom dritten auf den siebzehnten Platz zurück.

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Obwohl die öffentliche Meinung gegenüber queeren Menschen in Umfragen als tolerant eingestuft wird, wurden sie in der Öffentlichkeit noch für ihre Sichtbarkeit etwas bestrafen.Merz’ Kommentar sowie alle Äußerungen, die alles, was nicht cisgender und heterosexuell ist, als Privatsache bezeichnen, unterstützen implizit die Vorstellung, dass die Existenz queerer Menschen anstößig ist. Sie sollten deswegen bestritten werden. Aber ist für euch nicht schon alles in Ordnung? Ach, das wär doch schön! Es stimmt, es könnte schon schlechter für LGBTQ+Menschen in Deutschland sein. Gleichgeschlechtliche Paare haben Recht auf Ehe und Kinderadoption. Queere Themen sind im Unterricht einbezogen und die Mehrheit von Deutschen nimmt LGBTQ+-Menschen an. Die nach Paragraph 175 bestraften schwulen und bisexuellen Männer wurden 2017 für ihre Verfolgung während der NS-Zeit und danach entschädigt. Gleichzeitig haben aber 30% der Schwulen, Lesben und Bisexuellen und 40% der Trans*Personen Diskriminierung am Arbeitsplatz erfahren. Man kann noch wegen seiner sexuellen Orientierung gekündigt werden, wenn man für eine kirchliche Firma arbeitet.


„Schwule“ ist auch noch das häufigste Schimpfwort in Schulen. Weiterhin sieht die öffentliche Unterstützung, die queere Menschen bekommen, teilweise begrenzt aus. Als Beispiel nehme ich die „One-Love“Kapitänsbinde, die bei der FußballWeltmeisterschaft 2022 von verschiedenen europäischen Mannschaften getragen werden sollte, um die homofeindlichen Gesetze des WM-Gastgebers Katar zu reklamieren. Homosexuelle Handlungen werden in Katar mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft. Der Protest wurde schließlich aufgegeben, da FIFA sportliche Sanktionen für Spieler, die die Armbinde tragen, verhängt hätte. Als queerer Mensch muss ich sagen, dass es wirklich schön zu sehen war, wie der Deutsche Fußball-Bund eine ganze Bevölkerungsgruppe den Wölfen zum Fraß vorgeworfen hat, um elf verschwitzte Heterosexuelle vor ein paar gelben Karten zu schützen. Statt die „One-Love“-Kapitänsbinde zu tragen und mit den Folgen umzugehen, müsste der Kampf für die Rechte von Millionen Menschen verlassen werden, damit die nationale Fußballmannschaft gleich in der ersten Spielrunde ausscheiden könnte. Vielleicht klingt es dir ein bisschen übertrieben, solche Handlungen zu kritisieren, aber es tut weh, dass der Kampf gegen queerer Verfolgung für manche Menschen einfach zu unangenehm ist. Aktivismus funktioniert nicht, wenn man ihn nur dann macht, wenn es einem passt.

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In ähnlicher Weise, trotz der Reihe an Unternehmen, die beim CSD lautstark ihre Unterstützung verkünden, halten ein Drittel der Schwulen, Lesben und Bisexuellen ihre Sexualität am Arbeitsplatz geheim. Es gibt auf jeden Fall noch viel zu besprechen, zu verbessern, zu bekämpfen. Für einen solchen Kampf brauchen wir aber unsere Stimmen. Das heißt selbstverständlich nicht—wie manche behaupten—dass ich jedem in jedem Raum, den ich betrete, meine Sexualität erklären will, sondern einfach, dass ich mir selbst sein darf, ohne als unpassend abgestempelt zu werden. Queere Themen und Menschen gehören in die Öffentlichkeit. Sie sollten häufiger und offener angesprochen werden, statt als privates Thema versteckt zu werden. Positive und ernste Darstellungen in den Medien sind wichtig, um Queerfeindlichkeit in unserer Gesellschaft zu bekämpfen. Wenn LGBTQ+-Themen keinen Platz in der öffentlichen Diskussion verdienen, dann scheint es implizit, dass unsere Diskriminierungserfahrungen auch nicht diskutiert werden sollen. Außerdem lassen sich homofeindliche und transfeindliche Einstellungen nicht in Frage stellen, wenn man überhaupt nicht darüber reden darf. Vielleicht passt es Merz, denn er hatte sich früher gegen die Ehe für alle gestellt und hat schon mal das Schwulsein in Verbindung mit Pädophilie gebracht. Ist er homophob? Meine eigene Meinung ist deutlich geworden. Bleibt es aber eine Frage für die Öffentlichkeit?


IST DIE LETZTE GENERATION ZU WEIT GEGANGEN? von Jess McEvoy - 17 -


ZIELE, DIE WIR ALLE UNTERSÜTZEN Trotz aller Kontroversen setzt sich die „Letzte Generation“, ein Bündnis von Klimaaktivist*innen in Deutschland und Österreich, für Ziele ein, die alle wollen: die Einhaltung des 1,5-Ziels; der Ausstieg aus Kohle, Öl und Gas; und die 100km/h auf Autobahnen. Ihre Ziele sind verständlich, aber viele können ihre umstrittenen Methoden immer noch nicht überwinden. Der Unfalltod der Radfahrerin im vergangenen Jahr, für den die Letzte Generation vor Gericht für unschuldig befunden wurde, war der Höhepunkt der Kritik an der Gruppe. Es ist an der Zeit, dass die Bevölkerung aufhört, den Protesten die Schuld für die Störung ihres Lebens zu geben, und stattdessen erkennen, dass ein Aktionsplan des Bundestages zum Schutz des Klimas und damit unserer eigenen Lebensgrundlagen erforderlich ist. Die Letzte Generation spaltet die Gemüter, das versteht sich ja von selbst. Ein Kommentar in der Frankfurter Allgemeinen verglich die Klimakleber*innen mit Terror und sagte, dass sie die Grundrechte auf Leben, Leib und Eigentum verletzen, ein klarer Hinweis auf den Tod der Radfahrerin. Das ist eine lächerliche Übertreibung, die hier nicht zur Debatte steht. Die Letzte Generation befürwortet keineswegs Gewalt. Mit dem Tod der Radfahrerin haben sie sich aufrichtig entschuldigt

Sie erklärten, dass die Sicherheit von jeder Einzelnen bei allen ihren Protesten an erster Stelle steht. Diese Art von Reaktionen könnte jedoch darauf hindeuten, dass die letzte Generation eher provoziert als die Menschen dazu bringt, tatsächlich über das Klima zu sprechen. Es gibt zwei Seiten des Arguments: Ja, es gibt den Eindruck, dass sie nur ein Mediendrama erzeugen und die wichtigen Veränderungen in der Klimapolitik in den Hintergrund geraten sind. Aber ist dies ein notwendiger Schritt zum Wandel? Und ist das unbedingt die Schuld der Letzten Generation? Sie sind schließlich nicht verantwortlich für die Reaktionen anderer auf ihre Proteste. WIRKSAME POLITIK Historisch betrachtet wird offensichtlich, dass Veränderungen selten, wenn überhaupt, durch einfache politische Verhandlungen gekommen sind, sondern eher durch störende Bewegungen zustande. Nehmen wir zum Beispiel die AntiAtomkraft-Proteste in den 1970er Jahren. Standortbesetzungen, Großdemonstrationen und unterstützende Kundgebungen von „langhaarigen Hippie-Student*innen“ verhinderten den Bau eines Kernkraftwerks in Wyhl, so die Historikerin Astrid Mignon Kirchhof.

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Trotz Verteufelung in der Presse, waren ihre Proteste doch erfolgreich, und 2023 wird (hoffentlich) schließlich das endgültige Aus für die Atomkraft kommen. Haben die Oppositionellen der Letzten Generation die Triumphe ihrer Jugend vergessen? Könnte es sein, dass man mit einem einfachen Haarschnitt und einem Wechsel des Modestils auch die Werte vergisst, für die man einst so leidenschaftlich eintrat? Obwohl es sicher ist, dass Störungen ein notwendiger Schritt zur Veränderung sind, gibt es auch das Argument, dass diese Störungen ungerechterweise die Arbeiterklasse treffen und nicht die herrschende Klasse der Regierung, die das Ziel der Demonstrationen ist. Fridays for Future, die verträgliche Unterorganisation der Letzten Generation, kritisierte die Proteste in Hamburg im April, bei denen sich die Demonstranten an einer Straße vor dem Tunnel klebten. Sie sagten, dies sei eine unfaire Maßnahme, die sich gegen die Bürger*innen richtet, die es sich nicht leisten können, in der Innenstadt zu wohnen, und die aufgrund des mangelnden Ausbaus nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln fahren können.

Der Schaden, den die Klimaproteste der Letzten Generation der Arbeiterklasse zufügen, ist unendlich viel geringer als die Bedrohung, die sie durch die herrschenden Klassen erfährt. Tatsächlich wurde berechnet, dass die reichsten 20 % der Einkommensbezieher 80 % der Kohlenstoffemissionen verursachen. Das zeigt, dass es die Wohlhabenden sind, die tatsächlich Druck auf die Lebensgrundlage der Menschen ausüben, und nicht die weitgehend harmlosen Proteste der Letzten Generation. Die Argumente gegen das Handeln der Letzten Generation lassen sich auf lange Sicht leicht als unbedeutend erweisen. Was sind die Alternativen? Fast jeder groß angelegte Protest wird auf einige Weise als unbequem betrachtet. Selbst diejenigen, die niemanden belästigen, wie zum Beispiel das berüchtigte Bewerfen von Kunstwerken mit Suppe, werden immer noch als "sinnlos" und "irrelevant" kritisiert. Es scheint, dass die Letzte Generation in jedem Fall schlecht wahrgenommen wird. Vielleicht liegt es am mangelnden Verständnis zwischen der Generation Z und der Generation X: Hat die Generation X die Proteste ihrer Jugend gegen die Atomkraft vergessen? Sind sie so gefangen im Alltagsstress und der Unannehmlichkeit, wegen der Proteste nicht rechtzeitig zur Arbeit zu kommen? Eines ist sicher: Es wird keine Arbeit mehr geben, wenn der Bundestag keinen echten Aktionsplan aufstellt. ◆

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r e z i e w Sch k i e r t s n e u ung a l l e r t F ichs e l G ür die gf

ei n w

Ta r e g i ich t

ak d i a S ra a S n o v

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Wirklich so progressiv? Die überraschende Geschichte des Frauenrechts in der Schweiz Der Kampf um das Frauenstimmrecht markierte eine revolutionäre Zeit und führte letztendlich zum Sieg in der ganzen Welt. Doch wenn man auf den deutschsprachigen Raum zurückblickt, ist es für viele überraschend, wie lange einige Länder das Frauenwahlrecht noch nicht einmal in ihren Gesetzen verankert haben. Die Schweiz war eines der letzten europäischen Länder, das den Frauen das Wahlrecht in der direkten Demokratie gewährte. Lange Zeit herrschte die Meinung, dass es genügt, wenn die Männer für die Familie wählen. Nur durch viele Jahre der Demonstrationen und Proteste wurde das Frauenstimmrecht im Jahre 1971 im Gesetzbuch festgeschrieben.

Im Vergleich dazu erhielten Frauen in Deutschland das Wahlrecht 1918, wie auch in Österreich, also 53 Jahre früher als in der Schweiz! Nach dem Ersten Weltkrieg wurde dieses Recht schnell vom deutschen Rat der Volksbeauftragten proklamiert und somit gleich in allen Bundesstaaten durchgesetzt. Auch in Großbritannien konnten die Frauen nach dem langen Kampf der Suffragetten in allen Ecken des Landes ab 1928 zum ersten Mal wählen. Weshalb brauchte es so viel länger in der Schweiz als im Rest von Westeuropas? Dazu gibt es viele unterschiedliche Meinungen. Im Endeffekt ist es einfach eine Mischung aus verschiedenen Faktoren, aber einige der wichtigsten sind: Lange Zeit gab es eine starke konservative Mehrheit, besonders auf dem Land, die sich gegen die Einführung des Frauenstimmrechts wehrte. Viele Frauen waren lange dagegen oder einfach passiv. Besonders verbreitet war die Perspektive, dass eine direkte Demokratie das Volk schon ausreichend repräsentiere und Frauen sich auch ohne politische Rechte genug entfalten könnten. Es ging den Schweizerinnen auch ohne Frauenstimmrecht besser als die meisten Frauen im Ausland. Somit wurde die Situation von vielen als progressiv genug verstanden. - 21 -


Religion war sehr stark in den meisten Gebieten verankert, besonders in der Deutschschweiz und im italienischsprachigen Raum. Die christlichen Verbände wollten die bestehenden Geschlechterrollen erhalten und wehrten sich daher zum Teil stark gegen die Einführung des Frauenstimmrechts. Da die Schweiz nicht aktiv in den beiden Weltkriegen kämpfte, erfolgte keine radikale Veränderung der Gesellschaft. Die essentielle Beitrag zur Kriegsversorgung von Frauen in Deutschland, Frankreich und Großbritannien förderte die Ansicht, dass Frauen wahlberechtigt waren. Somit wirkte der Erste Weltkrieg als Katapult für das Frauenstimmrecht, sobald die Frauen auch Männerarbeit effizient verrichten konnten. Obwohl in dieser Zeit viele Frauen in der Schweiz mitwirkten, reichte dies nicht aus, um die Bevölkerung zu überzeugen. Im Bund der Gegnerinnen wurde behauptet, dass die Gleichberechtigung in Russland und Deutschland den Frauen nur Nachteile gebracht habe und sie weg von den Pflichten im Haus entferne. Nach einem 100-jährigen Kampf wurde das Stimm- und Wahlrecht 1971 auf Bundesebene eingeführt. Die Abstimmung der schweizen Bevölkerung und die Umsetzung des Gesetzes dauerten aber sehr lang. Es klappte erst beim zweiten Versuch, nach einer gescheiterten Abstimmung im Jahr 1959. Ein Grund für die Ablehnung dieser ersten Abstimmung war die obligatorische Teilnahme am Zivilschutz, über die 1957 abgestimmt worden war und gegen die die Frauen protestierten. Bei dieser ersten Abstimmung lehnten 66.9% der abstimmenden Männer das Frauenstimmrecht ab, obwohl einige Kantone der Westschweiz den Zuschlag erhielten. In einigen frankophonen Orten in der Waadt, Genf und Basel folgte daraufhin ein Frauenstimmrecht auf kantonaler Ebene. Trotzdem bedeutete es, dass in diesen Kantonen die Frauen nur bei kantonalen Abstimmungen mitreden konnten. Auch nach dem zweiten erfolgreichen Versuch im 1971 brauchte es noch Jahrzehnte in einigen Kantonen, um dies praktisch umzusetzen. Der letzte Kanton war Appenzeller Innerroden im Jahr 1990! Auch wenn dies jetzt schon über 50 Jahre her ist, sind die Rechte der Frauen immer noch ein wichtiges Thema. Deshalb ist jedes Jahr der 14. Juni ein unglaublich wichtiger Tag in der Schweiz: Der Frauenstreiktag. Jedes Jahr gehen viele Menschen in den großen Städten der Schweiz auf die Strasse, um zu zeigen, wie viel für eine echte Gleichberechtigung noch geändert werden muss.

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Was Passiert am 14. Juni? Der 14. Juni spielt in der Schweiz eine besonders wichtige Rolle in Bezug auf das Frauenrecht und die Gleichberechtigung. Am 14. Juni 1981 wurde der Gleichstellungsartikel "Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit." mit 60% vom Volk angenommen. Doch zehn Jahre später, am 14. Juni 1991, gingen die Frauen und diesmal auch viele Männer auf die Straße und streikten gegen die bleibende Ungerechtigkeit am Arbeitsplatz. Sie forderten die Umsetzung des Gleichstellungsartikels von 1981, sowie die gleiche Ausbildung für Frauen und Maßnahmen gegen sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz. Auch sexistische Werbung und Gewalt in der Ehe waren große Themen. Mit dem Motto "Wenn Frau will, steht alles still", wurde dieser Frauenstreik weltweit in den Medien präsentiert. Hunderttausende von Menschen gingen auf die Straße und der Streik führte zur größten öffentlichen Mobilisierung in der Schweiz seit dem Landesstreik von 1918.

Im 2019 gab es dann eine grosse Wiederholung des Frauenstreiks, an dem auch ich selbst als Jugendliche teilnahm. Dieser Streik führte zu einem unglaublich revolutionären Resultat bei den Wahlen im Herbst: Der Anteil der Frauen im Nationalrat stieg von 32 auf 42 Prozent an. Nicht nur das, aber auch für Väter wurde in derselben Zeit eine Verlängerung des Vaterschaftsurlaubs vom Parlament unterstützt und danach vom Volk angenommen. Das zeigt, dass auch heutzutage noch viel mit einem Frauenstreik erreicht werden kann.

Auch dieses Jahr war der Frauenstreik ein sehr aktiver Tag. Allein in Zürich gingen wieder Tausende auf die Straße und forderten zum Beispiel die Durchsetzung der Lohngleichheit, die immer noch viel zu oft umgangen wird.

Der Frauenstreik erinnert uns jeweils auch immer daran, wie viel schon durch frühere Generationen von Frauen erreicht wurde. Weiterhin ist der Tag ein Ansporn, nicht aufzugeben, sondern weiterhin für eine bessere Zukunft für alle kämpfen. - 23 -


Gerichte und Restaurantempfehlungen aus dem deutschsprachigen Raum


© Martina Ciravegna

Berlin Spotlight: Restaurant Empfehlungen aus der Hauptstadt

Heute wollen wir euch auf eine kulinarische Reise durch Berlin mitnehmen, das oft nicht nur als Hauptstadt des Landes, sondern auch als kulinarische Hauptstadt Deutschlands angesehen wird. Die Stadt bietet ein vielfältiges Angebot an Speisen aus verschiedenen Kulturen der Welt. Wir freuen uns, euch drei Orte vorzustellen, die ihr als Besucher oder Bewohner Berlins unbedingt besuchen solltet.

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von Zazie Atkinson


Zeit für Brot.

In dieser beliebten Kette findet man die saftigsten, frischesten und unserer Meinung nach besten Zimtschnecken in Berlin und wohl auch in ganz Deutschland, mit Filialen in Frankfurt, Hamburg, Stuttgart, Heidelberg und Münster.

Schwarzes Cafe. Dieses Lokal hat rund um die Uhr geöffnet und bietet alles, was das Herz begehrt: einen Snack am späten Abend, ein paar Cocktails oder sogar ein Frühstück und einen frischen Kaffee. Das seit den 1970er Jahren eröffnete und beliebte Restaurant ist allein schon wegen seines Ambientes einen Besuch wert. Hinweis: Wie viele andere Lokale in Berlin akzeptiert auch dieses derzeit nur Bargeld. - 26 -


Im schönen Preußenpark in Wilmersdorf gelegen, beherbergt der Thaipark oder die Thaiwiese in den wärmeren Monaten eine Reihe von Streetfood-Händlern mit thailändischen Gerichten.

THAI PARK

Unsere Empfehlungen sind das Pad Thai, dessen Beliebtheit man schon von weitem an der langen Schlange erkennen kann, das Tofu-Erdnuss-Satay (oben gebildet) und das Kokosnusseis. - 27 -


HUGO SPRITZ COCKTAIL Rezept

Ursprünglich aus Südtirol stammend, wird dieses erfrischende Getränk im Sommer in ganz Deutschland, Österreich und der Schweiz getrunken. 2CL

HOLÜNDERBLÜTENSYRUP

150ML

SEKT

BIS ZU 100ML

SPRUDELWASSER

ZUM GARNIEREN

MINZBLÄTTER EISWÜRFEL

EINFACH ALLE ZUTATEN VERMENGEN UND GENIESSEN! - 28 -


RUMKUGEL TORTE REZEPT Eine exquisite Konditoreispezialität, die die köstliche Verschmelzung von luftigem Biskuitboden und verführerischen Rumkugeln zelebriert.

ZUTATEN FÜR DEN BODEN: 6 Eier 300g Zucker 300g Mehl 1 Paket Vanillezucker - 29 -

FÜR DIE FÜLLUNG: ½ Pfund Butter 1 Paket Vanillezucker 2 Eigelb 140g Zucker 6 Esslöffel Rum 1 Glas Sauerkirschen 1 Päckchen Vanillepudding


ZUBEREITUNG

RUMKUGEL TORTE

FÜR DEN BODEN : Den Backofen auf 180 Grad Celsius vorheizen. Die Eier trennen und das Eiweiß zu steifem Schnee schlagen. Zucker und Vanillezucker nach und nach in das Eigelb einrühren, bis eine cremige Masse entsteht. Das Mehl vorsichtig unter die Eigelbmasse heben. Den steifen Eischnee ebenfalls unter die Masse heben. Eine Springform einfetten und den Teig gleichmäßig in die Form gießen. Den Biskuitboden ca. 30 Minuten bei 180 Grad Celsius backen, bis er goldbraun ist. Anschließend abkühlen lassen.

ZUSAMMENSTELLUNG

FÜR DIE FÜLLUNG: ½ Pfund Butter 1 Paket Vanillezucker 2 Eigelb 140g Zucker 6 Esslöffel Rum 1 Glas Sauerkirschen 1 Päckchen Vanillepudding

1. die Masse in eine Schüssel geben und festdrücken 2. den Tortenboden als Deckel auflegen 3. Über Nacht im Kühlschrank ruhen lassen, dann stürzen und die Kuppel mit Schokoguss überziehen

GUTEN APPETIT! - 30 -


2023

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KÖ

S PO G I N

@koenigspostkcl kclkoenigspost@gmail.com

© Cover picture: George Taylor © Back picture: Jess McEvoy


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