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Königspost Summer Edition 2021: 24. Ausgabe

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Königspost 24. Ausgabe, Juni 2021

Politik

& Gesellschaft Kultur

& Geschichte Eure Stimme


INHALTSSEITE Politik & Gesellschaft Der deutsche Migrationskomplex ..................... 3 Der Anstieg der deutschen ................................ 4 Verschwörungstheorien

Kultur & Geschichte Die Opferung der Kultur ................................... 6 Lou Andreas-Salomé ........................................ 8

Eure Stimme Das Auslandsjahr ............................................ 10 Solidaritee ...................................................... 11 Deutsches Berufsleben .................................... 12 Anders London ................................................ 14

writeAUT 2020/21 Kleine Freundschaften .................................... 16 Die, die wir vermissen ..................................... 17

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REDAKTIONSBRIEF Liebe Leser*innen, trotz der vielen Herausforderungen dieses Semesters, einschließlich der ewigen Lockdowns und der OnlineUnterrichte, scheint es, einen Hoffnungsschimmer am Horizont zu geben! Zwar ist die Pandemie nicht vorbei, aber in den letzten Monaten haben wir viele Fortschritte gesehen. In dem Vereinigten Königreich haben schon über 44 Millionen Menschen ihre erste Spritze bekommen. Eine tolle Entwicklung! Hoffentlich wird es so weitergehen und wir drücken die Daumen, dass sich die Situation sowohl in Europa als auch weltweit so schnell wie möglich verbessert. Diese 24. Ausgabe der Königspost besteht aus einer Konstellation interessanten und relevanten Artikeln, die von KCL Studierenden geschrieben wurden und euch eine spannende Lektüre anbietet. Verschwörungstheorien, Kolonialismus, Auslandsjahre. Mit diesen Themen und vielen anderen setzen die Beiträge auseinander und das Schönste: sie sind nicht nur ein Beweis für die Vielfältigkeit von Interessen und Erfahrungen, sondern auch von der deutschsprachigen Gemeinschaft hier am King’s, egal welches Niveau. Darüber hinaus setzen wir die Zusammenarbeit mit dem writeAUT Literaturwettbewerb fort, damit ihr die Texte der KCL Kandidaten wieder vergnügen könnt. Wir danken alle, die an dieser Ausgabe teilgenommen oder mitgeholfen haben, von den Proof-Readers bis zu den Designer. Dass ein solches Projekt trotz einer Pandemie noch realisiert werden kann, ist wirklich einer der großartigsten Aspekte des 21. Jahrhunderts. Trotzdem hoffen wir auch auf die Rückkehr einer gewissen Normalität, damit wir wieder alle zusammen und im gleichen Raum die nächsten Ausgaben feiern können… Bis dahin wünschen wir euch viel Spaß beim Lesen!

Euer Königspost-Team 2


Politik & Gesellschaft

DER DEUTSCHE MIGRATIONSKOMPLEX Das Deutschland, das wir langsam vergessen

Das März-Gesetz und was dies jetzt für Migranten heißt

Der Bildwandel Deutschlands von einer der jüngsten und problematischsten Nationen Mitteleuropas zu dem Deutschland, wie wir es heute kennen, könnte als historisches Phänomen bezeichnet werden. Eine Nation die sich für die brutale Jagd gegen Andersartigkeit einsetzte, um “white supremacy” durch die Linse der gewünschten sogenannten Herrenrasse aufrechtzuerhalten, hat sich nun als Verteidiger der Einwanderung, der Innovation und der Vielfalt markiert - und das neue Einwanderungsgesetz, das gerade für Nicht-EU-Bürger deutlich mehr Mobilität vorsieht, bestätigt diese Volldrehung. Vor allem wenn man zurückblickt und sieht, dass es dasselbe Land und dieselben Politiker waren, die die Nation als “kein Einwanderungsland” geprägt haben.

Das neue “Fachkräfteeinwanderungsgesetz” trat am 1. März 2020 in Kraft. Da Deutschland in Bezug auf die Einwanderung als innovativ, fortschrittlich und zukunftsweisend gefeiert wird, ist dies eine monumentale Veränderung für Nicht-EU-Bürger. Hier sind zwei der Änderungen, die das März-Gesetz laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge[2] mit sich brachte: Nicht-EU-Bürger mit zweijähriger Berufsausbildung können nun ohne Hochschulabschluss nach Deutschland kommen. Dies war vorher nicht möglich. Die Einführung eines Visums zur Arbeitsplatzsuche gewährt arbeitslosen Nicht-EU-Bürgern ein 6-monatiges Zeitfenster, um nach Deutschland zu kommen und einen Job zu finden,während sie in der Zwischenzeit sogar einen 10Stunden-Job haben dürfen und dann nach Erfolg ihren Aufenthalt verlängern können. Dies setzt allerdings voraus, dass sie in der Lage sind, sich selbst zu unterstützen und eine Deutschkenntnis von einem B1 Niveau vorlegen können.

Wirklich so revolutionär? Canva

Nur zwei von diesen vielen Veränderungen zeigen uns, dass Deutschland in gewisser Weise zum europäischen Zentrum für Einwanderung geworden ist und dass dieses Gesetz, das stark auf Nicht-Europäer ausgerichtet ist, die Frage aufwirft: Wer profitiert hiervon, die Bundesregierung selbst oder die Migranten? Während Migranten unter dem Deckmantel der „westlichen Demokratie und der liberalen Ideale“ die Möglichkeit haben, nach Deutschland zu ziehen, ist der eigentliche Gewinner dieser Umsetzung kein anderer als die deutsche Regierung und dann natürlich die deutsche Wirtschaft.

Das “nicht-weiße" Gesicht Deutschlands im Wandel Wir werden gezwungen, uns der Tatsache zu stellen, dass sich das Gesicht Deutschlands verändert. Mit der derzeitigen Gesamtbevölkerung von 83,7 Millionen sind ungefähr 21% davon Menschen mit Migrationshintergrund. Zusätzlich zeigte die Studie 2019 der Bundeszentrale für politische Bildung[1], dass 12,4% der Bevölkerung Nicht-Einheimische und 13,6% der Deutsche mit Migrationshintergrund sind, das heißt Nachkommen von Einwanderern der ersten oder zweiten Generation. Das sind einfach weitere Beweise für dieses Argument. Und Angela Merkels wöchentlicher Podcast, in dem sie der Nation (oder zumindest denen, die sich den Podcast anhören) erklärt, dass Deutschland ein Land der Vielfalt ist, setzt ganz einfach das Sahnehäubchen auf. Eines bleibt sehr klar: Um ein weltweiter Konkurrent zu bleiben braucht Deutschland Migranten und ist sich dessen sehr bewusst. Das blondhaarige und blauäugige Modell stirbt langsam, aber viel interessanter ist, dass das Einwanderungsgesetz von 2020 den Tod dieses Modells bestätigte. [1] Bundeszentrale für politische Bildung. “Bevölkerung Mit Migrationshintergrund.” bpb.de. Bundeszentrale für politische Bildung, September 19, 2020. https://www.bpb.de/nachschlagen/zahlen-und-fakten/sozialesituation-in-deutschland/61646/migrationshintergrundi#:~:text=Von%20den%2021%2C2%20Millionen,selbst%20Migranten%20(erste%20Generation).

Zwar kann man sich nach den Schrecken der Teilung Europas von 1914 bis 1990 wieder als tolerantere Nation bezeichnen, aber es ist klar, dass alle zukünftigen potentiellen Staatsbürger einen wichtigen Beitrag zur deutschen Wirtschaft leisten und im Gegenzug ganz einfach mit der Staatsbürgerschaft belohnt werden. Ist Deutschland also wirklich so revolutionär, wie wir es uns vorgestellt haben?

Ehis Ilozobhie 3

[2] “Fachkräfteeinwanderungsgesetz.” BAMF, March 5, 2021. https://www.bamf.de/SharedDocs/Meldungen/DE/2020/20200301amfachkraefteeinwanderungsgesetz.html?nn=282388.


Der Anstieg der deutschen Verschwörungstheorien:

Politik & Gesellschaft

wie der Rechtsextremismus alternative soziale Medienplattformen benutzt um falsche Erzählungen zu verbreiten. Obwohl die Beliebtheit der politischen Rechtsextremen in Deutschland im letzten Jahr nachgelassen zu haben scheint, sind alternative soziale Medienplattformen, die von rechtsextremen Gruppen bevölkert werden, zu beliebten und immer größer werdenden Brutstätten für die Verbreitung von Verschwörungstheorien geworden.

Die Bundesregierung hat versucht, diese Bedrohung mit Verbote und strenge OnlineÜberwachung zu kontrollieren. Gruppen haben es jedoch geschafft, sich diesen Einschränkungen zu entziehen, indem sie sich weiter in den Schatten bewegt und von der öffentlichen Bühne entfernt haben. Welche Theorien werden durch die alternativen Plattformen verbreitet?

Der Anstieg des Rechtsextremismus in den letzten Jahren: ein kurzer Überblick

Deutschlands Beschränkungen und die Überwachung der gängigen soziale Medienplattformen wurde verschärft, um die Gefahr rechtsextremer Gruppen und die von ihnen verbreiteten falschen Erzählungen unter Kontrolle zu bringen. Jedoch ist es wichtig zu hinterfragen, ob dieses Verbot rechtsextremer Gruppen von Mainstream-Plattformen lediglich dazu geführt hat, dass ihre Anhänger auf alternative Plattformen verlagert wurden, die viel schwieriger zu überwachen sind. Einige Beispiele für diese Webseiten sind Discord, 4chan und 8chan.

Seit ihrer Gründung im Jahre 2013 als eine fremdenfeindliche Randgruppe mit angeblichen Neonazi-Verbindungen hat die Alternative für Deutschland (AfD) eine rasche Ausweitung der Popularität erfahren. Bis 2017 wuchsen sie zur drittstärksten politischen Partei und schrieben Geschichte, indem sie die erste rechtsextreme Partei seit 60 Jahren im Bundestag wurden. Deutschland ist natürlich nicht allein mit dieser Entstehung des Rechtsextremismus in der Mainstream-Politik. Wir erleben eine internationale und politische Verschiebung nach rechts, und eine Normalisierung der rechtsextremen Rhetorik und Ideen im öffentlichen Raum. Abgesehen von der öffentlichen Darstellung der Rechtsextremen gibt es viele unterirdische rechtsextreme und neonazistische Gruppen, die die Sicherheit der verwundbare Gruppen Deutschlands erheblich gefährden können – beispielsweise Flüchtlinge und queere Menschen.

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Politik & Gesellschaft

Die Bedrohung der Verschwörungenstheorien Verschwörungstheorien sind unterhaltsam und (natürlich) muss man kein Rechtsextremer sein, um sich mit ihnen zu beschäftigen. Aber es ist ihre äußerlich komische Natur, die uns vergessen lässt, dass sie auch unheimliche und gefährliche Folgen haben können. Wir haben bereits die Macht der Online-Mobilisierung des Rechtsxetremismus durch alternative soziale Medienplattformen gesehen – sie können verwendet werden, um Wahlen zu beeinflussen, rassistische Angriffe einzuleiten oder, wie wir kürzlich beim Aufstand in Washington DC gesehen haben, die Regierung anzugreifen. Aus der Verbreitung dieser falschen Erzählungen und Verschwörungen können gefährliche Handlungen entstehen. Obwohl der deutsche rechte "Flügel" im Moment nicht so stark in Erscheinung steht, wäre es nicht angebracht, die möglichen Folgen von COVID-19 zu übersehen, z.B. wirtschaftliche/politische Instabilität oder das Entstehen einer aktiven rechtsextremen Gruppe, die nach Sündenböcken sucht. Abschließend, was mich am meisten erschreckt, wenn der Rechtsextremismus diese alternativen Plattformen nutzt, sind, wie die Plattformen es ihnen ermöglicht, Jugendliche abzuzielen, was die Möglichkeit für eine ganz neue Generation von Rechtsextremen eröffnet.

Google images

Schon bereits vor der Corona Pandemie hatte der Rechtsextremismus Deutschlands eine Vergangenheit mit der Verbreitung falscher Erzählungen und Verschwörungen durch alternative Plattformen. Ein offensichtliches Beispiel ist die Leugnung des Holocausts. Qanon hat jedoch während der Pandemie in Deutschland besondere Unterstützung gefunden und ist bei den Deutschen beliebter geworden als anderswo in der nichtenglischsprachigen Welt. Qanon, oder Q, ist die Theorie, dass eine geheime Gruppe von satananbetenden Pädophilen, die einen internationalen Kinderhandel betreiben. Warum ist diese Theorie in Deutschland so beliebt? Vielleicht, weil es die Unterströmung von Antisemitismus, Putschphantasien und die Notwendigkeit eines Sündenbocks ausgenutzt hat, die bereits innerhalb des Rechtsextremismus verbreitet sind.

Saskia Cookson

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Kultur & Geschichte

Die Opferung der Kultur

Eine Woche vor der Eröffnung des Humboldt-Forums forderte Yusuf Tuggar, der nigerianische Botschafter in Deutschland, offiziell die Rückgabe der BeninBronzen. Dies ist jedoch nicht das erste Mal, dass die Diskussion um die Eigentumsverhältnisse der BeninBronzen zu Streit geführt hat – Großbritannien ist wegen des Besitzes der Bronze, die im Britischen Museum in London ausgestellt sind, in die Kritik geraten. Leider gibt es immer noch keine wirkliche Rechtsgrundlage für die Rückgabe dieser Artefakte anders als die Washingtoner Erklärung, die während der Nazizeit beschlagnahmte Kunst zurückgab. Außerdem befinden sich laut Experten mindestens 80% des afrikanischen Kulturerbes in europäischen Museen. Deutschland und das bittere Erbe des Kolonialismus Die Debatte um diese geraubten Artefakte geht über den Kultursektor hinaus. Die Reparationen für das Deutsche Reich wurden erst kürzlich aufgearbeitet, und das Verhältnis zwischen ehemaligen Kolonialmächten und ihren ehemaligen Kolonien ist nach wie vor von ungleichen Machtverhältnissen geprägt. Uta Werlich, Direktorin des Museums der Fünf Kontinente in München, behauptete, dass Deutschland aufgrund des Traumas der NaziVergangenheit, das den öffentlichen Diskurs dominierte und dabei das Thema der Kolonialzeit beiseiteschob, zu spät in die Diskussion eingestiegen sei. Es scheint, dass Deutschlands vielgelobte hochgelobte „Erinnerungskultur“ noch nicht bei der Kolonialgeschichte angekommen ist.

Ist Kultur in Deutschland “systemrelevant”? Die Corona-Pandemie trifft den Kultursektor besonders hart. Die zahlreichen langen Lockdowns haben viele der deutschen Kulturinstitutionen auf eine harte Probe gestellt. Um dem entgegenzuwirken, kündigte die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien, Monika Grütters, das Hilfsprogramm „Neustart Kultur“ an, mit dem die Branche mit 1 Milliarde Euro unterstützt werden soll. Eine Erhöhung um 155 Millionen Euro kam hinzu, da die Nation vor weiteren Lockdownmaßnahmen stand. Während in anderen Ländern Kultur als „unverzichtbar“ eingestuft wurde, und Museen geöffnet bleiben durften, mussten in Deutschland alle Museen im November 2020 auf unbestimmte Zeit schließen. Dies hat natürlich katastrophale Auswirkungen auf das kulturelle Leben. Eine Lösung, auf die viele Museen zurückgreifen mussten, ist die Nutzung digitaler Hilfsmittel, um virtuelle Museumsführungen durchzuführen und ihre Ausstellungen und Sammlungen online zu präsentieren. Stein(e) des Anstoßes: das Humboldt-Forum Darüber hinaus kündigte Deutschland die Eröffnung des lang erwarteten Humboldt-Forums am 16. Dezember 2020 an, das von vielen als das größte und teuerste Kulturprojekt der deutschen Nation bezeichnet wurde, da fast 680 Millionen Euro für den Wiederaufbau und die Schaffung des Museums ausgegeben wurden. Das Humboldt-Forum beinhaltet Dauerausstellungen mit den Sammlungen des Museums für Asiatische Kunst und des Ethnologischen Museums. Rund 75.000 der dort aufbewahrten Werke sind afrikanische Artefakte, was zu einer Debatte über die Herkunft - und Zukunft - dieser Objekte führt. Dazu gehören die Benin-Bronzen, die bekanntermaßen 1897 durch Plünderungen britischer Soldaten aus dem heutigen Nigeria angehäuft wurden. Dabei sind die Benin-Bronzen zum Symbol für die Gewalttätigkeit der europäischen Kolonialbestrebungen geworden. 6

https://travel.earth/museums-return-colonial-era-artifacts/


Kultur & Geschichte

Das Berliner Schloss selbst hat eine reiche Geschichte: es war die Heimat von Preußens König Friedrich dem Ersten und wurde im Zweiten Weltkrieg größtenteils zerstört. Während den DDRJahren wurde es durch den Palast der Republik ersetzt und diente sowohl als Sitz des ostdeutschen Parlaments als auch als ein Kulturund Unterhaltungszentrum des Volkes. 2002 stimmte der Bundestag dafür, an dieser Stelle etwas Neues zu bauen, obwohl - oder gerade weil der Palast als Herzstück der DDR-Geschichte betrachtet wurde. Die Hoffnung war, dass das rekonstruierte Gebäude helfen würde, die Wunden, Das Schweigen der afrikanischen Nationen zu dem Thema die Imperialismus, Krieg und Kommunismus sollte auch kein Zeichen der Zustimmung sein, da viele hinterlassen hatten, zu heilen. Die Anwesenheit der gestohlenen afrikanischen Artefakte hat leider den Verlust von finanzieller Hilfe und internationaler dieses Ziel gefährdet. Unterstützung fürchten. Deshalb sind ein Großteil der Protestbewegungen und des Aktivismus ein „Bottom-up“ Prozess, bei dem sich NGOs und studentische Aktivisten Volker Hassemer, der Vorstandsvorsitzende der dafür engagieren. Stiftung „Zukunft Berlin“, ist anderer Meinung. den Platz für die eigene Darstellung der Aufgrund der öffentlichen Debatte kündigten deutsche Anstatt Deutschen zu nutzen, wurde das Humboldt-Forum Kulturpolitiker aus Bund und Ländern an, im Jahr 2020 „den Kulturen der Welt“ zur Verfügung gestellt. eine spezielle Kontaktstelle für „Sammlungsgut aus steigert der Besitz vieler afrikanische kolonialen Kontexten in Deutschland“ einrichten zu wollen. Allerdings lediglich die Einkommen der Institutionen und Einzelpersonen aus den kolonisierten Artefakte europäischen Museen wie das Humboldt-Forum, Herkunftsländern können sich an die Kontaktstelle anstatt ein Tor zu sein, durch das die Afrikaner ihr wenden, wenn sie Fragen zu Kunstwerken, die in kulturelles Erbe erkunden können. Deshalb ist der deutschen Museen ausgestellt werden, haben – aber erste Schritt, mehr Transparenz zu schaffen, indem wessen Verantwortung ist es, diese Museen zu die Museen ausführlich Provenienzforschung überprüfen? Außerdem wiesen viele auf die Ironie hin, betreiben, um die Geschichte der Herkunft der gestohlene Kolonialschätze in einem ehemaligen vielen Kunstwerke und Kulturgüter imperialistischen Residenzschloss auszustellen. Die bekanntzumachen. Standortwahl Berlin ist auch besonders ergreifend. Aus diesem Grund hat das Forum beschlossen, Berlin ist nämlich der Ort, an dem sich 1884 die Artefakte wie die Benin-Bronzen mit einer Darstellung ihrer Geschichte des Plünderns deutschen Politiker mit denen anderer auszustellen. Aber reicht das? Sollten die europäischer Staaten zusammensetzen, um die ehemalige kolonialisierten Länder finanziell Landkarte Afrikas zu umreißen und als imperiale unterstützt werden? Oder sollten diese Artefakte Macht aufzutreten. einfach zurückgegeben? Wären die Herkunftsmuseen in der Lage, sich um sie zu kümmern? Leider ist die Antwort nicht eindeutig. Während die Kultur scheinbar durch die Pandemie in den Hintergrund getreten ist, wird das Gespräch rund um das Humboldt-Forum und koloniale Artefakte sicher weitergehen. Obwohl das Deutsche Reich im Vergleich zu seinen europäischen Nachbarn nur eine relativ kurze Zeitspanne umfasste, kennzeichnet es dennoch eine wichtige Phase der deutschen und afrikanischen Geschichte. Vor allem der Völkermord an den Herero und Nama im heutigen Namibia galt als erster seiner Art im 20. Jahrhundert und begründete die berüchtigten Verfolgungen Deutschlands im Dritten Reich. Diese gewalttätige Geschichte wird überwiegend vergessen und ignoriert und hat zu einer Verzögerung sowohl der Anerkennung als auch der Wiedergutmachung der deutschen Kolonialpolitik geführt.

https://www.dw.com/en/130-years-ago-carving-up-africa-in-berlin/a-18278894

Zazie Atkinson

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Kultur & Geschichte

LOU ANDREAS-SALOMÉ die

brillante des

Figur

außerhalb

Rampenlichts

Der Name mag etwas hervorrufen, denn "Lou Salome" wird historisch mit ihren aufsehenerregenden Beziehungen zu den prominentesten deutschen Intellektuellen des Finde-Siècle in Verbindung gebracht. Darunter befinden sich Berühmtheiten wie Nietzsche, Rilke und Freud. Mediale Darstellungen von ihr, wie Frank Wedekinds Opernfigur LouLou, Rilkes Liebesgedichte über sie oder die berühmte Fotografie, die Lou neben Nietzsche und Paul Ree in einem scheinbar sadomasochistischen Dreiecksbeziehung zeigt, sicherten Lous Existenz im Reich des Skandalösen.

https://en.wikipedia.org/wiki/Lou_Andreas-Salom%C3%A9

aufschlussreiche, aber erfundene Erzählung mehr oder weniger zu Lous gesamter Identität in der Öffentlichkeit - auf Kosten ihrer literarischen und psychoanalytischen Leistungen.

Der Blick kehrt zurück Dass ihre riskanten Reize die Ängste und Sehnsüchte der Menschen um sie herum konfrontierten, war sich Lou Salome voll bewusst. Die stets autarke Künstlerin benutzte ihr Image augenzwinkernd als psychoanalytisches Werkzeug, um das Unterbewusstsein der Gesellschaft ihrer Epoche zu erfassen. Indem sie sich weigerte, einfach die Muse von Männern zu sein und eine liberale Haltung gegenüber Beziehungen und Liebe einnahm, drohte sie einerseits, das männliche Ego zu ‘entmannen‘. Andererseits symbolisierte sie die Furcht einiger kontemporärer Feministinnen, dass ‘Weiblichkeit’ im Wesentlichen nur die Unterwerfung unter den männlichen Blick bedeutet.

Aber wer verbirgt sich hinter dem Namen und der Darstellung in den Medien?

Objekt der Begierde und Furcht Von Männern idealisiert und von Feministinnen als aufmerksamkeitssüchtige Männer-Puppe abgestempelt, hat Lou Salome unabsichtlich den Ruf als ‘femme fatale' erhalten. Trotz dieser einschränkenden Projektionen hat Lou der Welt viel mehr zu bieten, als ihr die Medien erlauben. Wenn eine so schwerzufassende und nonkonformistische Figur wie Andreas-Salome sich weigert, ihre Privatsphäre ihrem Publikum preiszugeben, ist die soziale Reaktion verständlicherweise die Erfindung einer Erzählung. Ihre Schönheit, ihre Unzugänglichkeit, ihr Anziehung von Drama und ihr enger Kontakt mit den avantgardistischen Kreisen der europäischen intellektuellen Elite eigneten sich gut zur Konstruktion eines Wunscherfüllenden Mythos. Im Laufe der Zeit wurde diese

Obwohl sie vom feministischen Kanon lange Zeit ungerecht ignoriert wurde, war Lou die erste weibliche Psychoanalytikerin, die auch als erste eine theoretische Grundlage für weibliche Sexualität geschaffen hat. Ihre gesamte Philosophie und Literatur lassen sich nicht als feministisch bezeichnen, dennoch hat sich Salome nie als Vorbild oder Repräsentantin einer ganzen Bewegung gesehen. Dies sollte aber nicht die Wichtigkeit von ihren vorausschauenden Ideen schmälern.

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Kultur & Geschichte im Mutterleib lösen sich die Barrieren zwischen den gegensätzlichen Kräften - männlich und weiblich, innerlich und äußerlich, Besessenheit und Verzicht - auf. Davor sind diese oppositionellen Kräfte zu einem vollständigen Ganzen verschmolzen. Dieser Zustand der Totalität oder ‘ewige Weiblichkeit’, wie Lou es nennt, kann nur im Mutterleib nachgestellt werden. Zu Ehren jeder Frau, die sich durch jahrhundertelange patriarchalische Herrschaft, unterlegen fühlte, liefert Lou einen eleganten Coup d’état, der Geschlechtsunterschiede als Ausgangspunkt benutzt. Weit davon entfernt, kraftlos oder passiv zu sein, erhebt sie das weibliche Geschlecht auf den Rang der Göttlichkeit. Die Vision der Frau als Ort der Schöpfung ist zudem in Einstimmung mit dem natürlichen Rhythmus' des Empfangen und Geben. In diesem Sinne ist “man kann nicht geben, ohne zu empfangen", die Hymne, die durch Lous Theorie der Sexualität ertönt.

"Die Erotik" Ihr Text, ‘Die Erotik’ stellt viele Ideen Freuds auf den Kopf und nähert sich dem Thema des sexuellen Ausdruck aus einem völlig neuen und kompromisslosen Blickwinkel. Lou hat keine Angst davor, ihre idiosynkratischen Erfahrungen, ihren philosophisch geschulten Verstand und ihr eigenes, von den Sinnen abgeleitetes Wissen auf ein Gebiet anzuwenden, dass traditionell männlich dominiert und strukturiert war. Während Freud versuchte, den gesamten Begriff des Libidos in ein kompaktes, allgemeingültiges und vor allem das Patriarchatbekräftigendes Schema zu kompressen, kam Lou der komplexen und oft nicht greifbaren Natur der Sexualität zur Rettung. Als jemand, die einen großen Anteil an unterschiedlichen Liebesserien hatte, machte Lou, ihr Recht auf eine Definition von Erotik zu ihren eigenen Bedingungen, geltend. Das Libido kann in ihrer Hinsicht nicht einfach auf Urbedürfnissen, bzw. auf die Fortpflanzung reduziert werden. Anhand der Mutter-Kind-Beziehung vertrat sie die These, dass das Begehren nach einer anderen Person nicht primär sexuell, sondern sozial motiviert ist. Grundsätzlich betrachtete Lou das Libido als Katalysator für die Bildung von tiefen Bindungen. Faszinierend ist, dass Lou ihre Reise in die Psychoanalyse begann, bevor sie Freud überhaupt begegnete - ein Zeugnis ihres originellen und eigenständigen Denkens. Ihre Erweiterung von den revolutionären Ideen Freuds setzt sich noch lange nach ihrer anschließenden Begegnung fort.

Selbstliebe ist Natur lieben Der vielleicht gewagteste Beitrag, den Lou zur Psychologie geleistet hat, ist ihre positive Interpretation des Mythos' von Narcissus. Anstelle einer mentalen Verwirrung, argumentiert sie, dass Narzissmus aus einem ekstatischen Gefühl der Konvergenz mit der Umgebung entsteht. Indem Narcissus seine Spiegelgestalt im See erkennt, wird sein Wesen mit der Natur um sich herum verschmolzen. Zu erkennen, dass man ein Teil der Natur ist und sich deshalb lieben sollte, ist ein universelles Erbe, das Lou uns allen hinterlassen hat - egal ob man Mann oder Frau ist. Jedoch ist dieses Erbe vor allem für Frauen, deren jede Bewegung oder Erscheinung vom Stimmengewirr neugieriger, verurteilender oder einfach mysoginistischer Stimmen beurteilt wird, von besonderer Bedeutung.

Die Konfrontation mit Freud Im Gegensatz zu Freuds phallozentrischem Modell und seinem Konzept des “Penis-Neids”, schlägt Lou ein koreaktives Modell vor, das auf der sexuellen Macht von Frauen beruht. Wenn Frauen nach Freud “Penis-Neid” erfahren - da der Penis als Sitz der libidinösen Aktivität Macht repräsentiert - dann erfahren Männer “Mutterleib-Neid”, den Wunsch zu gebären. Erst

Isabela Palancean

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Eure Stimme

Das Auslandsjahr “Alsterarkaden, Hamburg zwischen Junfernstieg und Rathausmarkt, im Zentrum der Stadt. Die weißen Rundbögen und die pittoresken Terrassen erinnern mich an Venedig und der Wasserlage an meine Heimatstadt Lissabon”

Constança

“Ein Jahr im Ausland bringt viele Überraschungen und neue unerwartete Freundschaften. Eine davon war die Fotografin und Studentin Sofia Jamatte, die Kulturwissenschaft studiert. Ihre Photographie sieht Schönheit im Alltag und nimmt die Besonderheiten Berlins durch eine weltliche Linse auf, weil sie in Deutschland, Japan und Kolumbien gewohnt hat – ihre Fotos verkörpern die Internationalität Berlins.”

„Das Palais Kinsky in der Wiener Innenstadt ist eines der schönsten in Europa. Es beinhaltet auch eine Zusammenfassung der Donaumonarchie: von Johann Lucas von Hildebrandt bis Józef Poniatowski, die vielfältige Nationalitäten, die Österreich-Ungarn umfasst, haben hier ihre Einflüsse gelassen.

Philip

“Dieses Foto erinnert mich an die gute alte Zeit beim Bundestag – Ruhe und Frieden. Ich find’s erstaunlich, wie anders alles heutzutage aussieht!”

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Rishi

Stephanie


Eure Stimme

SOLIDARITEE – WIE 600 T-SHIRTS EINE GLOBALE BEWEGUNG STARTETEN Was ist SolidariTee?

Was mit einer Idee und 600 T-Shirts begann, setzte eine globale Bewegung, die sich für Flüchtlingen und Asylbewerbern einsetzt, in Gange. Mit über 800 Freiwilligen und mehr als 60 Universitätsstandorten, ist SolidariTee die größte Studentenwohltätigkeitsorganisation in dem Vereinigten Königsreich. Seit 2017 wurden über 20.000 ‚SolidariTees‘ in Europa, den USA und darüber hinaus verkauft. Mit dem Umsatz wird Rechtshilfe und Übersetzungsdienste von NGOs in Griechenland unterstützt. Die Organisatoren von SolidariTee glauben, dass Rechtshilfe die mächtigste Form der Hilfe ist, die sie anbieten können. Zudem erhöhen die ehrenamtlichen Student:innen durch Veranstaltungen wie Diskussionsrunden und Workshops das Bewusstsein für eine nachhaltige Veränderung in der Flüchtlingskrise. Durch das Verbreiten von Infografiken und Mythbusters auf sozialen Medien, möchte SolidariTee außerdem die abnehmende und ungenaue Medienberichterstattung über die Flüchtlingskrise und deren Menschenrechtsverletzungen lebendig und akkurat halten. Was ist ein SolidariTee?

Ein SolidariTee (Tee = T-Shirt) ist nicht nur ein Akt der Solidarität mit Geflüchteten aus der ganzen Welt, sondern auch ein humanitäres Symbol für Zusammenhalt und Hoffnung. SolidariTees werden unter ethischen Umständen in Großbritannien gedruckt und mehr als 7.50 Pfund des Preises jedes Shirts fließen direkt in die Finanzierung von Rechtshilfe und anderen wichtigen Dienstleistungen.

Warum ist die Arbeit von SolidariTee wichtig? Aufgrund politischer Streitigkeiten und des Aufkommens rechtsextremer und rassistischer Rhetorik, sind Asyldienste stark unterfinanziert und unterbesetzt. SolidariTee konzentriert sich daher vor allem auf die Finanzierung qualifizierter Experten in der Rechtshilfe. Da in Lagern übermäßige Fehlinformationen zirkulieren und Asylsuchende nicht über ihre gesetzlichen Rechte aufgeklärt werden, kann Rechtshilfe das Risiko der Abschiebung einer Person mit Asylansprüchen, minimieren.

https://www.solidaritee.org.uk/

WIR BEI SOLIDARITEE GLAUBEN, DASS DER ZUGANG ZU FAIRER UND INFORMIERTER VERTRETUNG EIN GRUNDLEGENDES MENSCHENRECHT IST. Die faire Vertretung durch Rechtshilfeleistungen gibt gefährdeten Menschen wie Flüchtlingen Zuversicht und Perspektive und erhöht außerdem ihre Chancen für ein Leben außerhalb der unmenschlichen Bedingungen in den Flüchtlingscamps. Dieses Jahr finanziert SolidariTee sechs Rechtshilfe Organisationen im griechischen Festland und auf den Inseln Lesbos, Samos und Chios (z.B. Fenix Humanitarian Legal Aid). Vor allem kleinere NGOs profitieren von SolidariTees Hilfe, da größere Organisationen oft durch das Ausmaß des zeitlich dringenden Bedarfs überlastet sind. NGOs wie Fenix bieten Flüchtlingen und Asylbewerbern die Chance ihren Asylantrag erfolgreich zu stellen, und gewährleisten außerdem, dass diese währenddessen Sicherheit und Schutz erhalten.

Warum arbeite ich gemeinnützig bei SolidariTee?

Ich arbeite gemeinnützig bei SolidariTee weil ich glaube, dass eine langfristige und nachhaltige Veränderung in der Behandlung von Flüchtlinge und Asylsuchende überfällig ist. Vor allem aber stärkt diese Bewegung das Bewusstsein der allgemeinen Bevölkerung für die negative Kennzeichnung und Rhetorik gegen bereits marginalisierte Personen. In einer Welt, die zunehmend versucht die Zugehörigkeit von Menschen zu bestimmen und in der Sympathie und Rechte oft erst verdient werden müssen, sollten wir alle versuchen, die extreme Ungerechtigkeit und Diskriminierung die Flüchtlinge und Asylsuchende jeden Tag ausgesetzt sind, aktiv anzuerkennen und zu bekämpfen ! Was kannst du tun, um SolidariTee zu unterstützen?

Es gibt viele Möglichkeiten sich mit und für SolidariTee zu engagieren. An erster Stelle, kannst du uns durch den Kauf eines T-Shirts unterstützen. Diese kannst du bei den Studentenvertreter:innen deiner Universität oder online auf unserer Website (https://www.solidaritee.org.uk/) erhalten. Darüber hinaus kannst du uns auf unseren sozialen Medien folgen, um über all unsere Events informiert zu bleiben. Außerdem rekrutieren wir am Anfang jedes neuen akademischen Jahres neue Freiwillige. Victoria Westphalen

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Eure Stimme

Deutsches Berufsleben Wenn es etwas gibt, wofür Deutschland bekannt ist, dann ist es seine wirtschaftliche Tüchtigkeit. Nachdem ich mit Portugal, Spanien, England und Deutschland bereits in vier verschiedenen europäischen Ländern gearbeitet habe, sind für mich die Unterschiede sehr aufschlussreich. In meinem Auslandsjahr habe ich in München studiert und bei Kellogg's in Hamburg gearbeitet. Leider war ich wegen des Coronavirus nur zwei Wochen im Büro, bevor ich die nächsten drei Monate von zu Hause arbeiten musste.

Zweitens - Die Deutschen sind produktiv, viel mehr als ihre europäischen Kollegen. Es ist breit akzeptiert, dass die Deutschen früher mit der Arbeit beginnen, in der Regel gegen 8 Uhr, weil Schulen und Kitas um 7 Uhr 30 beginnen. Das bedeutet, dass Leute früher aufstehen, aber auch früher von der Arbeit gehen als in England. Eine der außergewöhnlichsten Eigenschaften beim Arbeiten in Deutschland ist, dass die Menschen nach Hause können, sobald Sie mit ihrer Arbeit für den Tag fertig sind. In England ist das anders. Hier ist „Facetime“ hoch angesehen, d.h. je länger man im Büro bleibt, desto besser ist man als Arbeitnehmer. Dies ist besonders relevant, weil die Supermärkte in Deutschland sehr früh schließen und am Sonntag nicht geöffnet sind, so dass die Leute oft noch Hausarbeiten erledigen müssen, bevor sie nach Hause gehen. Ein weiteres gutes Beispiel für Produktivität sind die Pausen. In südeuropäischen Ländern und sogar in England neigen die Arbeitnehmer dazu, übertrieben viele Pausen zu machen - um einen Kaffee zu trinken, um zu rauchen oder einfach nur für eine zweistündige Mittagspause. Diese Pausen sind in Deutschland weniger üblich

Erstens - Die Deutschen sind pünktlich Wenn ein Treffen um 8 Uhr im Kalender steht, beginnt es um 8 Uhr, und vielleicht kommen einige Leute sogar schon um 7:50 Uhr dazu. Ich habe festgestellt, dass der Mythos von „British Punctuality“ in Deutschland noch stärker ausgeprägt ist und dass die Deutschen oft auf Menschen herabschauen, wenn sie zu spät kommen. Normalerweise bin ich sehr pünktlich, aber einmal kam ich zu spät zur Teambesprechung, weil ich länger als erwartet in der Mittagspause war. Das wurde definitiv von allen kritisch beäugt - ich habe jedenfalls gelernt, das nie wieder zu tun!

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Eure Stimme und die Mittagspause ist begrenzt. Als ich in London gearbeitet habe, bedeutete eine Kaffeepause oft dreißig Minuten nichts tun, zu Starbucks gehen und Kaffee bestellen, langsam zurück ins Büro kommen. Im Gegensatz zu England wird in deutschen Büros dort die Kaffeemaschine genutzt. Das ist wahrscheinlich der schlechteste Kaffee, den ich getrunken habe, aber andererseits sind die Deutschen ja auch nicht für die Qualität ihres Essens bekannt…

Viertens - in Deutschland lernt man, wie man sein Team und seine Chefs anspricht Arbeitsplätze können zwanglos und informell sein . Dennoch wird ein gewisses Maß an Respekt, Seniorität und Hierarchie erwartet. In meinem Team duzten wir uns - aber mit unserem Chef benutzten wir „Sie“. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist, dass die meisten Deutschen Englisch sprechen und sich gerne mit dir auf Englisch unterhalten, wenn Sie Schwierigkeiten oder einen Akzent haben, aber sie sind sehr beeindruckt von jedem, der versucht, Deutsch zu lernen. Deshalb ist das immer ein guter Anfang!

Drittens - Wochenende und Freizeit sind heilig In Deutschland versteht jeder, dass es hilfreich ist, früher mit der Arbeit fertig zu sein - schließlich kann man eher nach Hause gehen, egal, ob um zu lesen, fernzusehen oder Zeit mit seinen Kindern zu verbringen. Schließlich sind die Deutschen sehr respektvoll gegenüber Wochenenden und Feiertagen. Die Leute neigen dazu, am Wochenende nicht zu arbeiten, und die Chefs vermeiden es in der Regel, die Mitarbeiter in ihrer Freizeit zu kontaktieren - meine Erfahrung in England ist die gegenteilige. Freitage sind besonders faszinierend - die meisten Leute gehen entweder vor dem Mittagessen nach Hause oder arbeiten von zu Hause aus, so dass der Tag tendenziell abgekürzt wird, um in der Nähe des Büros ein Bier trinken zu gehen - und wir wissen, dass nichts deutscher ist als Bier zu trinken, oder? Bevor wir angefangen haben, von zu Hause aus zu arbeiten, luden mich meine Kollegen ein, an zwei verschiedenen Freitagen etwa zehn verschiedene Biere zu probieren.

Auch wenn meine Erfahrungen sicherlich durch das Coronavirus beeinträchtigt wurden, empfehle ich trotzdem, in Deutschland – und Hamburg - zu arbeiten. Deutschland für seine Liebe zu Hierarchie und kafkaesker Bürokratie bekannt ist: Arbeit ist hier meistens gut strukturiert und definiert, so dass immer daraus gelernt werden kann. Abschließend hat Deutschland einen der höchsten Lebensstandards in Europa. Meiner Meinung nach ist es ein fantastischer Ort zum Arbeiten! Constança Simoes

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Eure Stimme

ANDERS LONDON

„Es tut mir so leid für dich, dass das jetzt ausgerechnet während Corona stattgefunden hat“ Das ist wahrscheinlich der Satz, den ich im Anschluss an meinen ERASMUS-Aufenthalt am King’s von Mitte September bis Ende Dezember bisher von Freunden und Bekannten am häufigsten gehört habe. In Zeiten wie diesen, in denen der Großteil unseres Alltags auf null gefahren wurde, denken viele Menschen, ein Auslandsaufenthalt wäre nicht sinnvoll oder lohnenswert. Natürlich könnte man sich in der persönlichen Retrospektive auf das fokussieren, was man vor Corona erwartet hat, aber nicht eingetreten ist. Aber wahrscheinlich hat im vergangenen Jahr jede und jeder etwas schmerzlich vermisst, auf das man sich doch so sehr freute. Daher ist die Konzentration auf das Schöne wesentlich bereichernder, auf das, was passierte, obwohl man es nicht erwartet hat. Als ich im Januar 2020 meinen Aufenthalt in London plante, habe ich zum Beispiel nicht damit gerechnet, dass ich Fotos von allen Sehenswürdigkeiten ohne riesige Menschenmengen davor würde machen können. Oder dass ich tatsächlich einmal als einziger Fahrgast in einem roten Doppeldeckerbus auf einer Strecke in Central London sitzen würde. Auch habe ich mir nicht vorgestellt, Einblicke in die Wohnungen all meiner Kommilitonen zu haben oder Professoren teilweise in Jogginghose und ungepflegt in ihren Arbeitszimmern zu sehen. Dass man in der Tate oder der National Gallery auch Zeit und Raum haben kann, um alleine vor einem Kunstwerk zu stehen, war mir bisher nicht bewusst. All diese Erfahrungen konnte ich machen, weil es allen um mich herum ähnlich erging, weil alle sich umstellen mussten und eigentlich dort blieben, wo sie waren. Ich hingegen war einer der wenigen Reisenden, der Neues, Anderes entdecken und erleben durfte.

Die Entscheidung trotz Corona ins Ausland zu gehen, war eine sehr bewusste. Lange Zeit und noch bis kurz vor der Mobilitätsphase (wie der Aufenthalt von Seiten der Erasmus-Büros bürokratischerweise genannt wird) haderte ich damit, diese Entscheidung zu treffen: zu dem sowieso großen Faktor des Unbekannten, den ein solcher Trip mit sich bringt, gesellte sich noch dieses Unvorhersehbare, Unsichere hinzu. Mir war klar, dass sich mit COVID-19 alles innerhalb kürzester Zeit verändern könnte. Das tat es dann auch mehrmals im Verlauf meiner Zeit in London und ich musste auch lernen, wie es ist, an einem Tag noch mit 5 anderen Personen in einem Pub sitzen zu dürfen, das am nächsten Tag dann aufgrund neuer Restriktionen geschlossen bleiben muss. Glücklicherweise habe ich kein Zimmer in einem Studierendenwohnheim gemietet, sondern über die Plattform Spareroom ein Zimmer in einer 3er-WG mit Berufstätigen gefunden. Das Wohnen in einem Wohnheim hat sicher auch seine Vorzüge, doch unter den gegebenen Umständen war ich doch froh, Menschen um mich zu haben, die sich einerseits in London bereits auskannten und andererseits nicht die selben Probleme mit Lehrplänen und Online-Veranstaltungen hatten wie ich. Durch ein paar Kontakte konnte ich außerdem gleich von Beginn meines Aufenthalts an in einem Konzerthaus arbeiten und in Kontakt mit Besuchern treten. Wahrscheinlich hätte ich für solch intensive Momente mit meinen Mitbewohnern und mit anderen Menschen in „normalen“ Zeiten gar keine Möglichkeiten gefunden. Aus Berichten von Freunden, die vor einem oder zwei Jahren einen Erasmus-Aufenthalt in einem anderen Land hatten, wusste ich, wie viele Menschen man in dieser Zeit kennenlernt und wie viele Partys man erlebt. Aber auch, wie flüchtig und oberflächlich vieles davon ist.

Mein Aufenthalt hat mir das schnelle, große London von einer Seite gezeigt, die ich nicht erwartet hätte und die man so in einem Jahr wohl schon nicht mehr finden kann: leer und erholsam, manchmal auch langsam und schläfrig. Auch wenn die Begegnungen und Erlebnisse vielleicht nicht allzu zahlreich waren, so waren sie doch einprägsamer und intensiver als ich es mir je vorzustellen wagte.

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Jonas Springer


2021

Bereits zum vierten Mal in Folge findet in diesem Jahr der UK- und irlandweite Literaturwettbewerb writeAUT statt, der von Lektor*innen des OeAD in Eigenregie organisiert wird. In Anlehnung an das Wittgenstein-Jahr lautet das diesjährige Motto

„Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.” welches sich am berühmten Zitat des österreichischen Philosophen Ludwig Wittgenstein (1889 - 1951) orientiert. Das Thema beschäftigt sich mit dem Potenzial von Sprachen, Verbindungen zwischen verschiedenen „Welten“ zu schaffen und dabei physische, psychische sowie sprachliche und kulturelle Grenzen zu überschreiten. Mit ins Rennen gehen erfreulicherweise auch wieder Beiträge von Deutsch-Studierenden des King’s College London – zum einen ein Beitrag von Titelverteidigerin Saskia Cookson, die im vergangenen Jahr den Gesamtsieg und damit die Reise nach Wien gewann, zum anderen ein Beitrag von unserer Studierenden Jargalan Ider aus dem ersten Studienjahr. Wir wünschen beiden viel Erfolg!

Katrin Hofmann, OeAD-Lektorin

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Kleine Freundschaften

Kleine Freundschaften brauchen keine Sprache. Das dachte sich die Lehrerin, als sie eines Morgens die Namensliste durchging. Osman, Oskar, Zusanna, Hanna. Alle diese Kinder kommen aus verschiedenen Familien, haben verschiedene Muttersprachen und erleben die Welt anders. Aber sie haben gemeinsam, dass ihre Gefühle noch nicht verborgen sind, noch nicht in Worte gewickelt werden. Eine Geste ist einfach genug. Elke, Amira, Matija, Jovan. Ein Streit zeigt seine Fratze (über ein kaputtes Spielzeug, oder einen Fußball im Gesicht). Aber ihr Ärger, ihre Uneinigkeit, ihr Konflikt werden noch nicht durch einen Schwall bedauerlich beißender Worte ausgedrückt. Sie wurden noch nicht von der Idee geprägt, dass Unterschiede schlecht sind. Ein absichtlicher Spritzer Wasser, ein Stampfen auf eine Sandburg, ein winziger Ellbogen in den Rippen ist einfach genug. Ibrahim, Ben, Jakub, Lina. Versöhnung ist auch nicht so kompliziert; das Angebot eines halben krümeligen Kekses, das Angebot einer ausgestreckten Hand, die ihnen hilft, wieder aufzustehen, das Angebot der nächsten Runde auf der Schaukel. Wie alt bist du, wenn du Worte brauchst, um die Welt zu verstehen? fragte sie sich. Und könnte es nicht einfacher sein? Hassan, Hanna F., Paul, Jonas. Wie komisch ist es, dass Sprache als das große Werkzeug der Vermittlung, der Verständigung angesehen wird. Dann erhascht man einen Blick auf diese Kinder, deren Gesten größere Bände als ihre Worte sprechen und die die Sprache des anderen nicht vollständig kennen müssen, um sich gegenseitig zu verstehen. Kleine Freundschaften brauchen keine Sprache, dachte sie sich wieder, und lächelte sanft. Wir könnten etwas von ihnen lernen, und wir sollten es tun.

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Saskia Cookson


Die, die wir vermissen Sie hat mich vor Monaten verlassen. Und doch fühle ich sie immer bei mir, um mich herum, Nähernd sich mir wie ein Schatten, leicht, fließend, Entfernte Erinnerungen, sanft wie Pfeile. Sie hat mich vor Monaten ausgesetzt. Ihre Gegenwart überwältigte mich, ihre Abwesenheit zerreißt mich, Reißt einen Teil von mir ab. Oft übermannt Nostalgie mich, ertränkt mich In einem Ozean der Melancholie. Die Gischt der Erinnerungen nährt meine süßesten Träume, Aber lässt mich an die Spur einer Vergangenheit ohne Zukunft erinnern. Sie hat mich einen sommerlichen Frühling lang in ihren Armen gewogen. Jetzt vergehen die Tage und sehen gleich aus, Einsperrend mich in einem winterlichen Herbst. Die Sonne der schönen Tage, der Gesang der Elstern, Alles ist düster, dumpf, eintönig ohne sie. Alles ist Langeweile, freudlos wie die Regenzeit.

Jargalan Ider

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V I E L E N

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