Unser tägliches Brot
Pfarreibulletin St. Peter und Paul St. Ulrich
Oktober – November 2020
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser Pfarreibulletin 140
❱ Impressum Herausgeber Pfarreien St. Peter und Paul und St. Ulrich Winterthur Auflage 2600 Exemplare EmpfängerInnen Angehörige der Pfarreien Redaktion / Gestaltung Otto Dudle |odu Hugo Gehring |hug Andrea Holenstein |aho Rainer Holenstein |rho Michael Kolditz |mik Salu Mathew |sam Giovanni Schäfli |gio Redaktionsadresse Andrea Holenstein Lärchenstrasse 34 8400 Winterthur Telefon 052 203 11 81 Mail: andrea.holenstein @greenmail.ch PC-Nr. 84-44650-2 Adressverwaltung Pfarramt St. Peter und Paul Telefon 052 269 03 70 Pfarramt St. Ulrich Telefon 052 269 03 80
Die Themenfindung für das vorliegende Pfarreibulletin war nicht einfach. Wir hätten viel über den vergangenen Pfarrei-Shutdown zu berichten gewusst. Etwa von der Schwierigkeit, die geplanten Pfarreianlässe absagen zu müssen. Oder was es alles dazu brauchte, damit unsere Gottesdienste auf Youtube zu sehen waren. Oder wie sich Corona im Religionsunterricht, im Sozialdienst oder im sonst so vielfältigen Pfarreileben auswirkte. Aber all das ist Geschichte, die wir alle nun zur Genüge kennen. Darum wollten wir vorwärtsblicken. Gerne hätten wir daher von einem sanften Wiedererwachen der Pfarreiaktivitäten berichtet, dem Pfarrei-Reboot. Doch wie schwierig, unmöglich, ja anmassend wäre es gewesen, diesbezüglich irgendwelche Prognosen anzustellen… Und überhaupt: Corona ist allgegenwärtig – die Zeitungen, Nachrichtensendungen und das Internet sind voll davon. Auch in persönlichen Gesprächen reden wir mit allen über Corona und dessen Auswirkungen auf unseren Alltag. Also: Themawechsel! So kam es, dass wir Sie in diesem Pfabü auf andere Gedanken bringen wollen, indem wir das Thema des diesjährigen Erstkommunion-Unterrichts aufnehmen: «Unser tägliches Brot». Brot ist Nahrungsmittel und Kulturgut zugleich. Wir leben in einem Land, in dem Brot auf allerhöchstem Niveau gebacken wird: Gerade vor einem Jahr hat die 19-jährige Sonja Durrer an der 45. WorldSkills Competition (Berufsweltmeisterschaft) in Kazan (Russland) in der Sparte Bäckerei-Konditorei die Goldmedaille ge wonnen. Die Schweiz hat damit nach Ramona Bolliger zum zweiten Mal nacheinander den WM-Titel in dieser Fachrichtung erhalten. Dieses Pfabü berichtet nicht von Brotrezepten und den Tricks der Weltmeisterinnen, sondern von der Kulturgeschichte des Brotes, von der Bedeutung des Brotes in der Bibel und in der Liturgie. Wir schreiben darüber, wie es ist, wenn das tägliche Brot fehlt, aber auch davon, was gemacht werden kann, wenn zu viel Brot gebacken wurde.
Im Namen der Redaktion
Rainer Holenstein
Druck und Versand Sailer Druck Medien GmbH 8400 Winterthur Erscheinung viermal jährlich
Wie Wildgräser die Menschen und die Welt veränderten
Kulturgeschichte des Brotes odu | Am 16. Oktober, wird jedes Jahr der Welttag des Brotes begangen. Er soll uns daran erinnern, dass Brot als Grundnahrungsmittel seit Urzeiten eine zentrale Rolle für die Ernährung spielt. Nach wie vor ist Brot auch in der Schweiz von grosser Bedeutung, auch wenn in unserer Überflussgesellschaft der Verzehr rückläufig ist. Während im Mittelalter die Mönche in der Stadt Bern täglich je zwei Kilo Brot assen, liegt der Durchschnitt derzeit noch bei 130 Gramm am Tag. Kein Brot zu haben bedeutet in vielen Regionen der Welt bis heute Hunger und Not. Brot zu haben, bedeutet hingegen materiellen Wohlstand. Geschichte des Brotes Brot entsteht, wenn Mehl mit Salz, einem Triebmittel (Hefe oder Sauerteig) und Wasser zu einem Teig gerührt und dann im Ofen gebacken wird. Doch wo hat das Brot überhaupt seinen Ursprung? Die frühesten Spuren von gemahlenem Getreide sind gemäss archäologischer Forschung bis 40’000 Jahre alt. Die ältesten Fundorte liegen in Vorderasien, im Irak, Israel, Jordanien und Ägypten. Aber auch auf dem europäischen Kontinent reichen Funde von Mehl aus Italien, Tschechien und Russland 30’000 J ahre zurück. Einer der ältesten B rotlaibe Europas, ca. 5550 Jahre alt, wurde 1976 bei Ausgrabungen in einer Pfahl bausiedlung in Twann am Bielersee gefunden. In der Jungsteinzeit, vor rund 12’000 Jahren, fing der Mensch an,
die Wildgräser, deren Samenkörner er bislang zerstampft und mit Wasser vermengt als Brei genossen hatte, systematisch anzubauen. Aus den verschiedenen Wildgrasarten entwickelten sich unsere bekannten Getreidesorten: Dinkel Einkorn, Emmer, Gerste, Weizen, Hafer und Roggen. Zu jener Zeit begann man auch, den Getreidebrei auf heissen Steinen oder in der Asche als Fladenbrot zu backen. Zugleich entdeckte man, dass der Teig, lässt man ihn an der mit Hefen angereicherten Luft stehen, zu gären und säuerlich zu schmecken beginnt. Gesäuertes Brot, lockerer in der Konsistenz und gehaltvoller im Geschmack als ungesäuertes Brot, wurde im Niltal schon vor mehr als 5000 Jahren zum Hauptnahrungsmittel schlechthin. Die Ägypter, in der Antike «Brotesser» geheissen, kultivierten als erste Hefe und verwendeten diese in den Bäckereien überall im Land. Mit dem Bau von Backöfen, in denen die Hitze rundum auf den Teig einwirkt, wurde es möglich, ausser flachen Broten auch runde Laibe zu backen. Von Ägypten breiteten sich die zunehmend verfeinerten Kenntnisse des Brotbackens über Griechen-
❱ Ägyptische
Brotträgerin. Holzskulptur um 1800 v.Chr.
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Die königliche Bäckerei. Aus dem Grab von Pharao Ramses III. († 1156 vor Christus)
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Unser tägliches Brot
Wie Wildgräser die Menschen und die Welt veränderten
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Bäcker. Miniatur aus einer mittel alterlichen Handschrift 4
land und das Römische Reich nach Europa aus. Seit den Römern, die als erste grosse Mühlen bauten und feines Mehl herstellten, hat sich an der Grundtechnik des Brotbackens bis heute kaum etwas geändert. Vielfalt der Brotsorten Was die Brotvielfalt angeht, nimmt die Schweiz international eine Spitzenposition ein: Über 200 Brotsorten kommen hier jeden Tag aus dem Ofen. Je nach verwendetem Getreide, nach Mehlart oder nach den beigemischten Zutaten (zum Beispiel Kümmel, Früchte oder Oliven) gibt es andere Brote. Von den 26 Kantonen der Schweiz kennen 22 typische Kantonsbrote. Weil hierzulande, wie auch in den Mittelmeerländern, hauptsächlich Weizen angebaut wird, ist Schweizer Brot vorwiegend Weizenbrot – im Unterschied etwa zu Norddeutschland, wo der Roggen als Getreide vorherrscht. Bei uns hat sich die Tradition des
Roggenbrotbackens nur im Wallis erhalten. Zum erweiterten «Brotsortiment» zählen mittlerweile aber auch Pizza und Pasta – heute für viele der kulinarische Alltag. Bedeutung und Symbolik «Brot ist nie hart, nur kein Brot zu haben ist hart», lautet eines von 500 Sprichwörtern in Verbindung mit Brot. Politisch hatte die Forderung nach Brot stets grosse Bedeutung: Dessen Mangel führte im Lauf der Geschichte immer wieder zu Hungers nöten, Auswanderung, Teuerung und Revolution. In unserem abendländischen Kulturkreis gibt es kein Lebensmittel, dessen Symbolik in der Geschichte wichtiger ist als Brot. Brot gehört zu vielen Riten rund um Leben und Sterben. Schon bei den Ägyptern war Brot Sinnbild für die Verbindung zwischen Diesseits und Jenseits, Körper und Seele, Mensch und Gott. Der Besitz von Brot war verknüpft mit der Zuversicht auf ein Leben nach dem Tod, in einem Land, wo für alle genügend Brot vorhanden ist. Bei vielen Ackerbau treibenden Völkern galt und gilt bis heute Brot als heilig, es zu schänden wäre ein Sakrileg. Manche Rituale verbinden sich mit dem Brot, so das Markieren des Kreuzzeichens auf der Unterseite des Laibes vor dem Anschneiden. Verbreitet ist auch der Brauch, einem Brautpaar Brot und Salz zu überreichen, wenn es erstmals die gemeinsame Wohnung betritt. Heidnischen Ursprungs ist der f rühere Brauch, vor dem Zubettgehen einen Krug Wasser und einen Laib Brot für die Hausgeister bereitzustellen. Auf
Wie Wildgräser die Menschen und die Welt veränderten magisches Denken zurück geht auch das Opfern von Brot für eine reiche Ernte oder zum Bannen böser Wetterdämonen. In der jüdischen und christlichen Symbolik verkörpert Brot die Güte des Schöpfers und seiner Schöpfung. Aus serdem steht Brot für Solidarität und die Fähigkeit zu teilen: «Brot für alle» will mehr sein als nur der Name eines Hilfswerks, es ist zugleich ein Appell. In der Bibel (Altes und Neues Testament) ist nicht weniger als 326 Mal von Brot die Rede. Und in der Eucha-
ristie wird die Hostie selber zum Leib Christi, dem Brot des Lebens.
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Fahrbare Backöfen auf dem Konzil von Konstanz (1414–1418). Aus der Chronik von Ulrich von Richental.
Das «Vaterunser» als christliches Grundgebet
Die Bitte um das tägliche Brot hug | In einem Kurs über den Koran, das heilige Buch des Islam, den ein Ausbildner von muslimischen Religionslehrenden in Österreich, selber syrischer Herkunft, erteilt hat, habe ich unser christliches Grundgebet, das «Vaterunser», erst besser verstanden. Ich habe mich zuvor immer wieder gewundert: Das Grundgebet der jüdischen und islamischen Religion ist je ein Glaubensbekenntnis zum einen Gott, das täglich mehrfach wiederholt wird. Die Christinnen und Christen beten nach den Worten Jesu das «Vaterunser», ein reines Bittgebet – warum ist das so? Der aus Syrien stammende Religionsgelehrte hat uns erklärt, dass es im Arabischen zwei Wörter für Gebet gibt: eines für das rituelle Gebet, das fünfmal am Tag verrichtet wird, und eines für das persönliche Bittgebet
dessen Gestaltung mit eigener Hände haltung den Betenden überlassen ist. Da ist mir ein Licht aufgegangen. Als Jesus aufgefordert wird: «Lehre uns beten!», (Lk 11,1) fragt der Jünger nicht nach dem rituellen Gebet, das auch in der jüdischen Tradition für die einzelnen Tageszeiten genau festgelegt ist. Er möchte vom Meister wissen, worum wir vorrangig bitten sollen. Und Jesus antwortet ihm in der längeren Fassung (Mt 6,9-13) mit sieben Bitten. Die erste «Dein Name werde geheiligt» ist für mich noch keine eigentliche Bitte, sondern eine Art Verbeugung vor der familiären Anrufung Gottes als «Vater»; es geht nicht um den irdischen Vater, sondern um den «im Himmel». «Dein Reich komme» thematisiert, wer über uns «König» ist, wer uns be5
Das «Vaterunser» als christliches Grundgebet
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Unser tägliches Brot gib uns heute, Tontafel, Victor Beck
Victor Becks Erklärung zum Rad von Niklaus von Flüe Meine Grossmutter hat Niklaus von Flüe verehrt. Sein Gebet und sein Meditationsbild sind zeitlos fasz i nierend. Als ich eine Kunst t herapie angefangen habe, kam mir als erstes Sujet «Das Rad» in den Sinn. Einer Eingebung folgend kam noch das Vaterunser dazu und so entstanden Medita tionsbilder. In «dop peltem Feuer» wurden sie verwandelt: beim Vorbrand zur Härtung und beim Glasurbrand zur Einfärbung.
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herrscht, wer über uns regiert – Gott, der Liebe ist, das Grundgefühl des Geliebt-Seins soll uns bestimmen und leiten.
«Dein Wille geschehe» bedeutet: dass alle Geschöpfe leben können, also Gerechtigkeit, gerechte Verteilung der Güter bestehen soll. Als nächste grosse Bitte ist das «tägliche Brot» genannt, die materielle Lebensgrundlage im Grundnahrungsmittel, aber nie nur für mich allein, sondern immer für uns und als Geschenk jeden Tag neu, nicht auf «Vorrat» sozusagen. Damit ergibt sich im Herren-Gebet so etwas wie eine christliche «Werte- Hierarchie»: Liebe – Gerechtigkeit – Materielles. Wir brauchen «Brot», ja, gewiss. Aber eingeordnet: an dritter Stelle und stets für uns alle.
Die jüdische Sabbatfeier und Jesu Abendmahl
Gott im geteilten Brot hug | Ganz viele Religionen begründen die Beziehung des Menschen zu den Göttern, zur Gottheit, mit Gaben, die dargebracht werden. Der Opferkult stellt wohl das weit verbreitetste religiöse Phänomen weltweit und in der Geschichte dar. Auch im Judentum gibt es diesen tief verwurzelten Brauch, Tieropfer darzubringen als Zeichen der Dankbarkeit, mehr aber noch, um Gott günstig zu stimmen. Dies geschah hauptsächlich im Tempel in Jerusalem.
Daneben gibt es für jüdische Gläubige aber auch eine wiederkehrende «homereligion», im Familienkreis privat gepflegte Rituale, die nichts mit Opfer zu tun haben. Der wöchentliche Sabbatfeiertag und alle jüdischen Feste im Jahreskreis werden zu Hause um den Tisch im Verband der (Gross-) Familie nach genauen Vorschriften, die für alle verbindlich und gleich sind, begangen und erst in zweiter Linie vor allem durch die Männer gemeinsam im Bethaus, in der S ynagoge.
Die jüdische Sabbatfeier und Jesu Abendmahl Jeden Freitagabend versammelt sich die jüdische Familie zum Sabbatbeginn bei Sonnenuntergang um den Tisch, um miteinander Mahl zu halten. Am Anfang bricht der Familienvater dabei nach dem Segensgebet das Sabbatbrot in Stücke und gibt jedem Mitglied der Gemeinschaft wortlos ein Stück. Dann wird gegessen und getrunken, wobei auch den Weinbechern eine besondere Bedeutung zukommt. Dieses Zusammensein ist im Wesentlichen ein Gottesdienst, eine Form, wie Gottes Nähe und Gegenwart zum Ausdruck kommt. Ein Sabbat im Frühling bildet den Höhepunkt des jüdischen Jahres: das Paschafest, das an den Auszug aus Ägypten erinnert. An diesem Abend gibt es aus historischem Bezug ungesäuertes Brot, «Mazze» genannt.
Viermal wird im Laufe der Mahlzeit der Becher mit Wein erhoben, beim letzten Mal mit Blick in die Zukunft: Möge sie Frieden und Heil bringen! Genau mit diesem rituellen Familienessen begehen Jesus und seine Zwölf das letzte Abendmahl. Seine Deuteworte – «das ist mein Leib, das ist der Kelch des neuen und ewigen Bundes in meinem Blut» – spricht er im Rahmen dieser Feier über Brot und Wein. Schon die frühen Christen haben am ersten Tag der Woche als dem Tag der Auferstehung das Herrenmahl gefeiert und es als «Brotbrechung» bezeichnet. Wir wiederholen bis heute die Worte Jesu über Brot und Wein, versammelt um seinen Tisch, und glauben an seine Gegenwart und Nähe unter diesen sichtbaren Gestalten.
Bedeutung von Brot in der Bibel
Brotwunder als Zeichen solidari schen Teilens Stefan Staubli | Mit der Brotbitte in der Mitte des Vaterunser-Gebets ist noch nicht alles gesagt, was die Bibel zu diesem menschlichen Grundbedürf nis zu sagen hat. Vermutlich denken jetzt viele zunächst an die berühmte
Geschichte im Alten Testament, in der dem hungrigen Volk auf seinem Weg durch die Wüste das Manna förmlich vor die Füsse fällt. Ein grossartiges Geschenk des Himmels! Ob das immer so geht und auch «funktioniert»,
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Das Rad von Niklaus von Flüe und das Vaterunser, eine Betrachtung in Tontafeln, Victor Beck
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Bedeutung von Brot in der Bibel wenn wir die erwähnte Brotbitte beten: «Unser tägliches Brot gib uns heute»? Gewiss ist diese Bitte nicht so gedacht, dass das persönliche Bemühen, zum Beispiel um einen Broterwerb, deswegen überflüssig wird. Genau das wird deutlich in den auffallend vielen neutestamentlichen Brotgeschichten, die sich auf die vier Evangelien verteilen. Offenbar handelt es sich da um ein Thema, das nicht ausgespart werden darf und deshalb von allen Evangelisten in ihre Frohbotschaft von Jesus Christus aufgenommen wurde. Ich spreche von den sogenann ten Brotwundern, bei denen Jesus ganze Hundertschaften gesättigt heimkehren lässt – und dies, obwohl es anfänglich immer eher nach einem Debakel aussieht und weder Jesus
noch seine Begleiter auf so einen Ansturm vorbereitet scheinen. Was half und führte letztendlich zu den sogenannten Brotwundern? Hat Jesus das Vaterunser mit der zentralen Brotbitte zum Vater im Himmel gebetet? Davon steht nichts in den Evangelien. Etwas anderes aber kommt deutlich zum Ausdruck: Wie Jesus in den eigenen Reihen und unter den Umstehenden nach Brot und Möglichkeiten des Teilens fragt! «Gebt ihr ihnen zu essen!», bekommen seine Jünger zu hören, obwohl diese gerade daran sind, die Leute hungrig nach Hause zu schicken. Und offenbar hat Jesu Wort Anklang und Resonanz gefunden und eine Welle des solidarischen Teilens ausgelöst. Ein Wunder – ohne Zweifel und zu allen Zeiten!
Als Arbeitsagoge in der Hausbäckerei der Brühlgut Stiftung
Von Mutters Küche in die Back stube mik | In meinem Gespräch mit dem Bäcker und Arbeitsagogen Markus Züllig der Brühlgut Stiftung konnte ich einen ganz besonderen Einblick in den Bäckereibereich erhalten. Markus Züllig arbeitet als Gruppen leiter in der Bäckerei der Brühlgut 8
Stifung. Seine Berufswahl und auch sein jetziger Arbeitsort spiegeln seine Leidenschaft, die bei ihm mit dem Bäckerhandwerk in Verbindung steht, wieder. Als Kind half Markus Züllig in der Küche seiner Mutter mit. Hier war Backen eine der Haupttätigkeiten und
so wuchs der Wunsch, Bäcker zu werden. Mit zwölf Jahren fasste er diesen Plan definitiv und ging mit 16 Jahren in die Lehre. Nach seiner Ausbildung und der Arbeit in diesem Bereich entschloss sich Markus Züllig, verschiedene andere Berufe auszuprobieren: Berufe, bei denen die Menschen eine wichtige Rolle spielen. Die Verknüpfung dieser beiden Bereiche, das heisst des Bäckerhandwerks und der sozialen Aspekte, fand Markus Züllig in der Brühlgut Stiftung. Hier ist er als Gruppenleiter tätig und arbeitet zusammen mit Menschen, die eine physische oder psychische Beeinträchtigung oder ein Lerndefizit haben. Als ich zum Interview komme, herrscht in der Backstube ein reges Treiben. Im Bereich Bäckerei arbeiten insgesamt fünf Gruppenleitende und elf Mitarbeitende sowie vier Lernende mit einer Lernschwäche. Schöne Momente sind für Markus Züllig, wenn nach der Herstellung eines Produktes dieses fertig in seinen Händen liegt. Im aktuellen Setting kommen noch die Freude und das Lachen hinzu, wenn eine mitarbeitende Person einen Arbeitsschritt selber ausführt und den eigenen Erfolg spürt. Das dabei entstehende Selbstvertrauen, die Freude und die Begeisterung zeigen ihm in diesem Augenblick, wie wertvoll die Arbeit ist. In der Backstube, wie in der ganzen Brühlgut Stiftung, herrscht eine «Du»-Kultur. Diese stärkt das Zusammengehörigkeitsgefühl und fördert das ganz spezielle und gute Arbeitsklima: Ein Klima in dem jede mitarbeitende Person ernst genommen
wird. So wird zum Beispiel in den regelmässigen Teamsitzungen über mögliche neue Rezepte oder Kundenwünsche gesprochen. Es gibt hierfür eine spezielle Innovationsgruppe, die diese Wünsche umzusetzen und für eine grössere Stückzahl produktionsfähig zu machen versucht. Der Erfolg eines neuen Produktes hilft die «Durststrecken» bei dessen Entwicklung zu überwinden. Die Organisation wird mittels einer Tafel gemacht. Hier sehen alle, was für Arbeiten am jeweiligen Tag geleistet werden müssen. Es gibt zum einen Routinearbeiten und zum andern auch Tätigkeiten, die von einem alltäglichen Ablauf abweichen können. Die mitarbeitenden Personen entscheiden selber, was sie jeweils machen möchten. Wenn es zu einer Häufung derselben Tätigkeit kommt, werden die betreffenden Personen gebeten, sich in den nächsten Tagen
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Als Arbeitsagoge in der Hausbäckerei der Brühlgut Stiftung
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Die Backwaren der Hausbäckerei der Brühlgut Stiftung gibt es am Winterthur Wochenmarkt zu kaufen. Auch beliefert sie verschiedene Restaurants. 9
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Als Arbeitsagoge in der Hausbäckerei der Brühlgut Stiftung
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ein neues Aufgabenfeld innerhalb der Backstube zu suchen. So soll sichergestellt werden, dass das Erlernte auf jeden Fall präsent bleibt. Markus Züllig erzählt, dass sich durch die Begeisterung für das Bäckerhandwerk Veränderungen bei jenen, die es ausüben, ergeben haben. Spannend für ihn ist die Abwechslung und dass er sich jeden Tag immer wieder neu auf die Mitarbeitenden einstellen muss. Die Ausbildung zum Arbeitsagogen befähigt Markus Züllig, den Mitarbeitenden einen anderen und teilweise neuen Zugang zum Beruf zu ermöglichen. Ein Arbeitsagoge
hilft Menschen im zweiten Arbeitsmarkt, einen Start in das Berufsleben zu erhalten. Sie sollen Erfolge bei der Arbeit haben, um sich so einer neuen Herausforderung stellen zu können. Das Schönste dabei ist für Markus Züllig, das Feuer der Freude in den Augen seines Gegenübers zu sehen.
Für die Gäste der Wochenendstube statt in den Abfall
Gebäck, das im Laden übrig ist odu | Die Gäste der Wochenendstube können es am Samstag oft kaum erwarten, bis nach 17 Uhr jemand von den GastgeberInnen mit Backwaren aus der Bäckerei Lyner eintrifft. Seit gut drei Jahren dürfen Gastgebende der Wochenendstube am Samstag bei Ladenschluss im Geschäft in Wülflingen unverkauftes Gebäck abholen: verschiedene Brote, Zopf, Nussgipfel, Patisserie, oft auch Wähen, Sandwiches, Birchermüesli und Feines mehr. Die Backwaren sind immer frisch vom Tag, sie müssen, bis auf wenige Ausnahmen, daher nicht gleichentags verzehrt werden. Ein Teil der Esswaren wird jeweils für die Gäste vom Sonntag beiseitegelegt. Die Gäste der Wochenendstube, vom Leben wenig verwöhnt, sind
dankbar für die Backwaren, die sie geniessen und, weil meist genug vorhanden ist, davon auch noch mit nach Hause nehmen dürfen, ohne dass es sie etwas kostet. Die gratis erhaltenen Backwaren haben eine Vorgeschichte, die bis ins Jahr 2008 zurückreicht. In der Bäckerei-Konditorei Bosshart in Brütten war damals eine Verkäuferin tätig, die, um die Lebensmittel nicht wegwerfen zu müssen, nach einer Möglichkeit suchte, die unverkaufte Ware Menschen mit wenig Geld zugute kommen zu lassen. Und weil die Frau oft am Samstagabend in Winterthur den Gottesdienst besuchte, richtete sie es zeitlich so ein, dass sie in der Wochenendstube vorbeikam, bevor sie in die Kirche ging. Über viele Jah-
re ging das so, bis sie pensioniert wurde. Die Bäckerei in Brütten stellte der Wochenendstube weiterhin die unverkauften Backwaren zur Verfügung, allerdings musste sie jetzt jemand abholen. Mehrere Gastgebende wechselten sich fortan im Abholdienst ab. Dies klappte anfänglich ganz gut, doch wurde der «Fahrer-Pool» kleiner und kleiner, so dass es schwierig wurde, jeden Samstag einen Chauffeur oder eine Chauffeuse zu finden. Es wurde daher nach einer anderen Lösung gesucht. Eine Anfrage bei der (näher gelegenen) Bäckerei Lyner in Wülflingen stiess auf offene Ohren. Inzwischen hat es sich eingespielt, dass immer
die gleiche Person aus dem Gastgebenden-Team samstags im Laden vorbeigeht und das Gebäck an die Wartstrasse bringt. Gefragt, auf welche Backwaren die Gäste am meisten «scharf» sind, antwortet Erika Keller, Co-Präsidentin des Trägervereins «Sozialwerk Wart strasse»: «Sehr begehrt sind Butterbrote, belegt mit Käse oder Wurst, ausserdem sämtliche Süssgebäcke.» Und sie sagt weiter: «Die Gratislieferung von Backwaren macht Schenkende wie Beschenkte gleichermassen glücklich: der Bäckerei erspart sie die Vernichtung von Lebensmitteln, den Gästen der Wochenendstube verhilft sie zu Esswaren, die sie sich sonst kaum leisten könnten.»
Carlo Dosch ist leidenschaftlicher Koch
Vom Tellerwäscher zum Restaurant besitzer mik | Diese Überschrift entspricht dem Traum vieler. Klein anfangen und nachher das ganz grosse Geld machen. Was der Verdienst als Tellerwäscher bedeutete, hat Carlo Dosch als zwölfjähriger Junge erfahren dürfen. Denn so konnte er sich etwas Geld verdienen und den elterlichen Haushalt mitfinanzieren. Aus den Erfahrungen und vor allem den Beobachtungen wuchs der Wunsch, selber einmal als Koch kreativ zu werden und so machte er vor über 45 Jahren seine Ausbildung zum Koch. In der Ausbildungszeit war der von seinem Lehrmeister vorgeleb-
te wertschätzende Umgang mit den Lebensmitteln zentral. Es kam vor, dass der Lehrmeister das eine oder andere Mal den Schweine-Eimer, der damals seinen Namen noch zu Recht trug, auf die Arbeitsplatte kippte. Er sortierte zusammen mit den Lehrlingen das weggeworfene Gemüse nach «noch gut brauchbar» bis «nicht mehr brauchbar». So wurde Carlo Dosch und seinen Kollegen immer wieder gezeigt, wie mit den Resten umgegangen werden kann. Und auch heute ist die Verwertung der Speisen für Carlo Dosch ein wich-
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Carlo Dosch ist leidenschaftlicher Koch
❱ Das Restaurant La Bodega Carlo ist ein fester Bestandteil des Quartiers.
tiger Punkt. Für ihn ist es wichtig, dass das Essen schmeckt und nach Möglichkeit regional und saisonal ist. So kann das nicht verkaufte und vorbereitete Gemüse schnell zu einer Suppe für den nächsten Mittagstisch werden. Die Leidenschaft fürs Kochen und das Ziel, einem Gericht durch eine pfiffige Zutat eine überraschende Geschmacksnote zu verleihen, sind Carlo Dosch genauso wichtig wie die Klassiker auf seiner Speisekarte. Und
wenn er abends zuhause mit seiner Familie am Esstisch sitzt, hat er natürlich auch hier sein Können in der Küche wirken lassen. Er liebt es, in den Ferien in andern Ländern das Essen zu probieren und manchmal entsteht auch eine Idee für ein Gericht in der Bodega Carlo. Der Zischtigzmittag, der jahrelang im Pfarreiheim beheimatet war, findet nun schon einige Zeit im kleinen Saal des Lokals statt. Hier gehören das gemeinsame Essen, der Austausch und die Freude ganz eng zusammen. Der Zischtigzmittag ist für die Teilnehmenden ein wichtiger Fixpunkt in der Woche. Während unseres Gesprächs spürte ich die Freude am Kochen und die Kreativität von Carlo Dosch. Gleichzeitig ist natürlich das Restaurant La Bodega Carlo im Quartier fest integriert und so kennt er nicht nur das Quartier mit all seinen Bewohnenden, sondern auch so manches Geheimnis. Die Vielseitig keit des Kochens, des Erlebens, wenn es den Leuten schmeckt, und auch das offene Ohr für die Sorgen, Nöte und Freuden sind Carlo Dosch in seinem Beruf wichtig und treiben ihn an.
Erfahrungen eines Flüchtlings
Ohne das tägliche Brot Zita Haselbach | «Wir hatten keine Kraft mehr und konnten kaum noch gehen. Wir dachten, wir sterben.» Mit diesen Worten erzählte mir ein Flüchtling, der aus einer Kriegsregion geflohen war, plötzlich spontan von 12
seiner Flucht, nachdem wir uns schon länger kannten. «Wir hatten so viel Angst.» Doch der Reihe nach: «Nachts liefen wir jeweils zu Fuss, in einer Kolon ne. Tags brachte uns unser Schlepper
manchmal mit einem Auto etwas weiter. Mehrmals lagen wir zusammen mit anderen Flüchtlingsgruppen im Kofferraum unten in einem Bus. Einmal waren wir so viele, ich konnte nicht mehr atmen. Da dachte ich, dass ich ersticke. Schon als wir durch den Iran liefen, hatten wir öfters Hunger. Schlimm war, wenn wir in grosser Hitze einen Tag lang keinen Schluck zu trinken fanden… Wir waren schon einen knappen Monat unterwegs. Endlich erreichten wir die Grenze zwischen der Türkei und Griechenland. Man brachte uns nachts in einem Boot auf die andere Seite des Flusses. Es war drei oder vier Uhr morgens. Der Schlepper hatte Angst und sagte: ‹Ich komme nicht mehr weiter, jetzt müsst ihr alleine gehen.› Damals waren wir nur noch sieben Personen in unserer Gruppe. Rundum war alles Wald. Wir verloren den Weg und irrten den ganzen Tag umher. Plötzlich lag vor uns wieder ein Fluss. Wir mussten weit zurückgehen. Wir hatten nichts zu essen. Wir hatten keine Kraft mehr und kamen kaum noch vorwärts. Es war so schwierig. Wir dachten, wir sterben. Wir hatten so viel Angst. Auf einmal fanden wir einen Baum mit kleinen schwarzen Früchten, wir konnten es kaum glauben. Wir hatten solche Freude! Das hat uns gerettet, das hat uns Allah gegeben. Die ‹P flaumen› waren sauer, aber wir alle konnten etwas essen. Ich war sehr dankbar.» Kaum werde ich je vergessen, mit welch leuchtendem Gesichtsausdruck der Mann von diesem Baum sprach.
Man konnte seine tiefe Dankbarkeit immer noch intensiv spüren. «In der nächsten Nacht sahen wir ein Licht. Wir sind schnell gelaufen und kamen in ein Dorf. Dann kam die Polizei und wir waren sechs Tage im Gefängnis, aber sie gaben uns zu essen. Als wir nach Mazedonien kamen, wurden wir von der Polizei kontrolliert, sie nahmen uns alles und schickten uns wieder zurück nach Griechenland. Es war sehr heiss. Wir hatten wieder nichts zu trinken. Da fanden wir eine alte Flasche, jemand hatte sie einmal liegen lassen. Das Wasser war sehr heiss, aber wir konnten alle davon trinken. Später fanden wir wieder Pflaumen, am Boden. Wir konnten essen, aber nachher hatten wir Bauchschmerzen.» Die Bitte um das tägliche Brot bekommt für mich durch dieses Erzählen nochmals eine andere Färbung. Von meiner Zeit in Tanzania kenne ich zwar den versteckten Hunger. Man hat nur ganz wenig zu essen – und man spricht nicht davon, das würde es nur noch schlimmer machen. Mit der Zeit verschwindet das Hungergefühl. Nur die Kinder weinen noch, wenn die dünne Maisbrühe im Teller schon gegessen ist. Laut FAO (Food and Agriculture Organization of the United Nations) gehen zurzeit 690 Millionen Menschen, also jede neunte Person, hungrig schlafen. Wie bedrohlich aber das Fehlen des Brotes schon nach einem Tag ist, wenn der Körper geschwächt und grosse Anstrengungen gefordert sind, erkennen wir in der Erzählung des Flüchtlings.
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Erfahrungen eines Flüchtlings
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Wenn das Brot, das wir teilen… Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt, dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, dann wohnt er schon in unserer Welt. Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht in der Liebe die alles umfängt, in der Liebe die alles umfängt. Melodie: Kurt Grahl, Text: Claus-Peter März
Die Legende vom «Rosenwunder» inspirierte zu diesem Lied: Einst ging Elisabeth von Thüringen fragte: «Was hast du in deinem wieder mit einem von einem Tuch beKorb?», entgegnete sie mit demütiger deckten Korb voller frischer Brote von Miene: «Rosen, Herr.» Ungläubig riss Heinrich das Tuch vom Korb und fand der Burg herab ins Dorf, um sie unter den Armen zu verteilen. statt der eben eingepackten Brote Als ihr Schwager Heinrich, der dielauter duftende Rosen. Heinrich ging se Almosen-Tätigkeit missbilligte, sie davon und liess Elisabeth gewähren.
❱ Kirchenfenster der heiligen Elisabeth in der Kirche St. Peter und Paul 15
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Auf der Pfarreiwanderung 22./23. August
Was für ein Glück! gio | Auf unserm Weg in der Surselva kamen wir in ein hochgelegenes Dörf lein, das zu Sunvitg gehört. Vitus Bass zeigte uns die Ruine der Kapelle San Benedetg. Dieses kleine Bauwerk wurde 1984 von einer Staublawine völlig zerstört. Inzwischen wurden die Überreste so hergerichtet, dass sie der Nachwelt erhalten bleiben. Dann führte uns Vitus Bass zu der inzwischen neuerbauten Kapelle. Der ovale Innenraum der holzgefertigten Kapelle war einladend. Ich lauschte dem Redner. Der Klang seiner Stimme und das Prasseln eines Platzregens auf das dünne Dach lullten mich ein wie eine seltsame Musik. Vielleicht hatte der Redner die Stimmlage verändert, denn statt allmählich in den Schlaf zu sinken, wurde ich plötzlich hellwach. Er erzählte von seiner Jugend in diesem Dörflein. Damals hausten einige kinderreiche Familien mit ihren Tieren hier oben. Die tägliche Sorge galt dem Beschaffen von Lebensmitteln. Besonders schwierig wurde das im Winter. Nach dem Tisch-
gebet pflegte seine Mutter jeweils zu sagen: «Was für ein grosses Glück, wir haben uns und genug zu essen.» Und genau da erwachte in mir die Erinnerung. Auch ich wuchs eine ganze W eile bei meiner Nonna in einem winzigen Bergdörflein im Südtirol auf. Unmittelbar nach dem Krieg war die Sorge um das tägliche Brot besonders gross. Ich durfte schon als kleiner Bub das Gefühl des Miteinanders erleben. Alle steuerten etwas bei und teilten. Einige hielten Haustiere, wie Ziegen oder Hasen. Wir hatten also Milch, Käse und Fleisch. Luigi, ein Dorfbewohner, besass gar ein Pferd. Im Winter spannte er es einmal in der Woche vor seinen grossen Schlitten. Darauf
Auf der Pfarreiwanderung 22./23. August war eine Kochstelle aufgebaut. Über dem Feuer hing ein grosser Kupferkessel. Darin dampfte eine wohlriechende Polenta. Dann holte mich Luigi ab. Gemeinsam zogen wir von Haus zu Haus. Der gelbe Brei reichte für alle im tiefverschneiten Bergdörf lein. Ich war mächtig stolz, der Gefährte von Luigi zu sein. So erlebte ich schon als kleiner Bub das Glücksgefühl, einander zu haben und obendrein auch über genügend Essen zu verfügen. An diesem Wochenende habe ich zwei Wanderungen gemacht. Eine in meine Kindheit und eine unter idea-
len Wetterverhältnissen mit lieben Freunden und Bekannten in der Surselva. Beide haben mir gutgetan und sehr gut gefallen.
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Die ganze Wandergruppe
Wenn das Brot, das wir teilen…
Peter Quan | Wenn ich ehrlich bin und wählen dürfte, nehme ich doch lieber die Schüssel Reis als das Brot. Als Asiat ist das aber auch nicht verwunderlich. So sind auch meine Kinder eher nicht die Brotesser und wenn es doch einmal abends Brot und Käse gibt, ist das Geschrei «Nicht schon wieder Brot» gross.
Vermeidung von Food Waste Und doch dürfen wir, die seit rund zwei Jahren zum Kreis der Winterthurer kinderreichen Familien gehören, die regelmässig bei zwei Bäckereien die Brote, welche am Ende des Tages nicht verkauft wurden, kostenlos abholen und für den Eigengebrauch nutzen.
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Danke für unser tägliches Brot
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Wenn das Brot, das wir teilen… «Als die Menge satt geworden war, sagte er zu seinen Jüngern: Sammelt die übrig gebliebenen Brocken, damit nichts verdirbt! Sie sammelten und füllten zwölf Körbe mit den Brocken, die von den fünf Gerstenbroten nach dem Essen übrig waren.» (Joh 6,12-14) Bei uns sind es keine Körbe, aber Mehlsäcke, und auch keine Brocken, sondern ganze Brote und Brötchen. Und ja, auch wir haben schon zwölf Säcke abholen dürfen. Teilen macht Freude So haben wir alle unsere Nachbarn, Freunde aus der nahen Umgebung und aus der Gemeinde St. Ulrich zu uns eingeladen, das gute Brot abzuholen. So viel man mag oder tragen kann. Die Freude ist gross, wenn am Ende des Tages das ganze Brot verschenkt ist und nur wenige Stücke übrigbleiben. Da freuen sich vor allem auch unsere Kinder!
Brot für alle Seit Ausbruch der Corona-Pandemie ist das Brot-Abholen bei uns zu Hause etwas schwierig geworden. Glücklicherweise dürfen wir ausweichen und alles Brot im Pfarreisaal von St. Ulrich ausbreiten. So können wir die Hygienevorschriften und Sicherheitsabstände einhalten. Ausserdem tragen wir alle Handschuhen. Und wenn Sie nun auch Lust auf Brot haben, nehmen Sie mit mir Kontakt auf. Ich lade Sie gerne dazu ein und es gilt wie immer: «Es hät solangs hät.»
Kalendarium ❱ Treffpunkte Zeit-Punkt 1.10.| 8.10.| 15.10.| 22.10.| 29.10.| 5.11.| 12.11.| 19.11.| 26.11. Donnerstag, 14.00, Café «Coffeebox», Einkaufszentrum Rosenberg
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Oktober 25 Sonntag
Familienmesse, 9.30, Kirche St. Ulrich, die Pfarrei St. Peter und Paul ist bei uns zu Gast
November 1 Sonntag 3 Dienstag 7 Samstag
Sonntagsmesse/Gedächtnisgottesdienst, 9.30, Kirche St. Ulrich Seniorennachmittag, 14.30, Pfarreiheim St. Ulrich Basar, 8.30–16.00, Pfarreiheim St. Ulrich
Worte kann man essen Veronika Jehle | «Der Mensch lebt nicht vom Brot allein, sondern von jedem Wort, das aus Gottes Mund kommt», sagt Jesus im Matthäus- Evangelium. Miteinander zu reden, Worte auszutauschen, die einen leben lassen, das hat das Corona-Virus schwieriger gemacht, auch am Kantonsspital Winterthur. Wertvoll war gerade da die Hoffnung und die Beobachtung: Jene Worte, die aus Gottes Mund kommen – wie Jesus es so schön ausdrückt – jene Worte leben in uns und um uns, und wer sie hören kann, braucht dazu nicht immer gesprochene Worte. Und dennoch. In den Wochen, in denen das Virus den Spitalalltag bestimmt hat, war für mich stark wie selten spürbar, wie wertvoll das Wort zwischen Menschen ist. Wie unersetzbar Kontakt, Begegnung und Austausch sind. Was für ein Geschenk es ist, wenn zwei sich unmittelbar, körperlich, physisch, greifbar gegenüber sein können. Natürlich «wusste» ich das. Aber der tägliche Hunger, den eine Patientin hat, wenn niemand aus ihrer Familie, keine Freundin und kein Nachbar sie besuchen kommen kann – der war neu, nie dagewesen. Vom Seelsorgeteam am KSW waren wir darauf bedacht, auf diesen Hunger mit unserem Dasein, mit unseren Ohren und unserem Mund zu antworten. Wie immer, und doch anders. Wir überlegten, wie wir die Menschen mit dem Wort erreichen können, zusätzlich zu unseren unmit-
telbaren Besuchen. Wie erreichen wir jene, die hier im Spital alleine in Quarantäne isoliert bleiben müssen – und wie hätten wir sie erreichen können, wenn sehr viele betroffen gewesen wären, ähnlich wie in Italien oder Spanien? Was wäre passiert, wenn eines Tages auch unsere Anwesenheit bei den Patientinnen und Patienten zu gefährlich geworden wäre, das Virus zu übertragen? Als Antwort auf diese Fragen starteten wir unseren Podcast: Wir Seelsorgerinnen und Seelsorger nehmen fortlaufend Gedanken, Worte, eine Geschichte, einen Segen auf – und Patientinnen und Patienten können diese Worte einfach, jederzeit und überall im Internet anhören, mit ihrem eigenen Natel. Worte sind unser tägliches Brot – nicht nur für uns als Seelsorgerinnen und Seelsorger am KSW.
aus der Spitalseelsorge
Ein Podcast für «Hungrige»
Falls Sie Lust haben, ein wenig von unserem Podcast «zu naschen» und hineinzuhören:
https://www.ksw.ch/patienten-besucher/ seelsorge/podcast-seelsorge/
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Mahlzeitendienst in der Zeit des Lockdowns
Gelungene Zusammenarbeit
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Mitarbeitende der Quellenhof stiftung kochen die Menüs.
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Doris Oberli, Susanne Horak | Menschen mit kleinem Budget, die psychisch oder physisch beeinträchtigt, suchtkrank oder betagt sind und die sich selbst keine vollwertige warme Mahlzeit kochen können, erhielten in Winterthur täglich und kostenlos eine warme Mahlzeit. Die Aktion lief vom 6. April bis am 21. Mai. Mitte März telefonierte Doris Oberli, Sozialarbeiterin der Pfarrei St. Peter und Paul, zufällig mit Marcel Mettler, Mitbegründer der Quellenhofstiftung Winterthur und Präsident der EAW (Evangelische Allianz Winterthur). Sie diskutierten über die erschwerten Lebensbedingungen für armutsbetroffene Menschen in der Coronazeit. Daraufhin entwickelte Marcel Mettler das Projekt für einen Mahlzeiten-Lieferdienst in Winter thur. Er fragte Doris Oberli für die Mitarbeit im Organisationskomitee des Projektes an. Nach ihrer positiven
Antwort entstand daraus eine wirkungsvolle Zusammenarbeit. Die Idee wurde in Koordination mit der Prävention und Suchthilfe der Stadt Winterthur weiterentwickelt und von der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Winterthur aufgenommen. Diese übernahmen auch gemeinsam die Kosten. Zum Organisationsteam gehörten weiter Andi Kleeli, Mitglied vom Vorstand EAW und Gemeindeleiter Freie Christengemeinde Winterthur, und Susanne Horak, Koordinationsstelle Pfarreiliche Soziale Arbeit der Katholi schen Kirche in Winterthur. Angemeldet wurden die Personen von sozialen Fachstellen. Mitarbeitende der Quellenhofstiftung kochten die Menüs und berei teten sie zur Auslieferung vor. Von Montag bis Freitag übernahmen Freiwillige die Zustellung der Mahlzeiten. «Ein Mann erscheint immer auf dem Balkon, wenn ich mit dem Essen komme: ‹Das ist so lieb von euch, dass ihr das Essen bringt. Es ist nicht selbstverständlich und ich schätze es sehr!›», erzählte ein freiwilliger Mitar beiter begeistert. Die Freiwilligen lieferten die Mahlzeiten gerne aus: «Es ist toll, die dankbar leuchtenden Augen der beschenkten Menschen zu sehen und so viele Komplimente für das feine Essen zu erhalten.» Eine Frau, die das Menü erhielt, sagte: «Das Essen ist so fein – bitte richten Sie das aus. Wenn Ihr kommt ist es für mich der Höhepunkt am Tag. Abholen, aufwärmen, geniessen! Es hat mir wie eine Struktur in den Tag gegeben».
Mahlzeitendienst in der Zeit des Lockdowns Über die sozialen Fachstellen meldeten sich in der ersten Woche 14 Personen, in der letzten Woche waren es über 60 Personen, die den Mahlzeitendienst in Anspruch nahmen. In den sieben Wochen wurden insgesamt 1341 Mahlzeiten im Wert von Fr. 17’000.– ausgeliefert. Für die Mitarbeitenden der Quellenhofstiftung bedeutete das Projekt, dass auch während der Coronazeit ihr IV-Arbeitsplatz oder ihre Lehrstelle gesichert war. Deshalb waren alle motiviert an der Arbeit. Dank der konstruktiven und fokussierten Zusammenarbeit zwischen den kirchlichen und städtischen Akteuren und vor allem mit den Freiwilligen konnte der Mahlzeitendienst in kürzester Zeit aufgebaut und umgesetzt werden. Ein grosses Dankeschön an alle!
Feriengrüsse an die Pfarrei
«Weit weg und doch so nah» mik | Unter diesem Motto installierten wir vor den Ferien in der Kirche eine Wand und luden die Pfarreimitglieder ein, uns eine Postkarte aus den Ferien zu schicken. Die Idee war, dass alle Daheimgebliebenen so mit jenen, die unterwegs sind, in Verbindung stehen können. Unsere Wand erfreute sich vieler Feriengrüsse und es entstand in diesem Jahr eine ganz besondere Verbundenheit. Wir hoffen, dass alle gesund aus den Ferien zurückgekommen sind. 21
20 Jahre Weggemeinschaft mit der Pfarrei
Jubiläum am Gottesdienst im Freien
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Impressionen vom Gottesdienst im Freien
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Liesbeth Cavicchiolo | Am Sonntag, 23. August, waren Pfarreiangehörige und Freunde zum Familiengottesdienst im Freien mit Jubiläumsfeier eingeladen. Grund zum Feiern gab die Vollendung des zwanzigsten Dienstjahres von Pfarrer Hugo Gehring in der Pfarrei St. Peter und Paul. Den zurzeit geltenden offiziellen Vorschriften wurde mit Abstandhalten, Hygienemassnahmen sowie Adresshinterlegung der Teilnehmenden entsprochen. Die Musikgruppe «Al Catone» mit Michael Kolditz bereicherte den Gottesdienst mit Musik und Gesang. An Stelle einer Predigt gab das Pfarreiteam Einblick in Tagebucheintragungen. Hugo Gehring berichtete über seine ersten Tage in der Pfarrei und die Amtseinsetzung in Winterthur am 27. August 2000 durch Dekan Jakob Rohner. Sodann erzählte er von einem Ferienaufenthalt vor Kurzem über der Grenze, der Schein und Sein in Familien beleuchtete. Zum Schluss wusste
er noch eine amüsante Geschichte von einem vergessenen Tagebuch zu erzählen. Viel Applaus erhielt Hans Hollenstein, der gekonnt und unterhaltsam die vielseitigen Begabungen, die Gradlinigkeit, die unverblümte Ehrlichkeit bis in obere Etagen und auch den Humor von Hugo Gehring ansprach. Aus dem Kreis der Ökumene, die durch das Wirken von Pfarrer Gehring auch Aufwind bekam, konnte man hören, dass man wegen des eingeführten, legendären Osterwitzes das Hochfest von Ostern gerne in St. Peter und Paul mitfeiert.
20 Jahre Weggemeinschaft mit der Pfarrei grund vorbereitet und kredenzt, wurde dankbar zugesprochen und das Beisammensein genossen.
«Ansteckung»
Firmung vom 29. und 30. August in St. Peter und Paul
Rückblicke
Dem anschliessend von der Pfarrei offerierten Apéro und den Grilladen, von vielen Freiwilligen im Hinter-
In den zwei nachgeholten Firmgottes diensten unter dem Motto «Ansteckung» spendete der emeritierte Abt Daniel Schönbächler aus dem Kloster Disentis den folgenden 19 Jugendlichen aus den Pfarreien St. Peter und Paul und St. Ulrich das Sakrament der heiligen Firmung: Simone Lea Berset, Andri Brazerol, Marco Camanni, Soraja Caplazi, Dominik Dechow, Samuele De Marco, Angela Diggelmann, Lea Froese, Joanah Hegi, Philippe Hiller, Elina Magnusson, Nanina Marx, Malick Ndoye, Francesca Pellicioli, Kevin Prandini, Benjamin Quan, Niels Sigg, Nathalie Walt, Benjamin Widmer
Herzliche Gratulation! 23
«Unser tägliches Brot gib uns heute»
Erstkommunionfeier 6. September Bernadette Gantner | Die im Frühling vorgesehene Erstkommunionfeier musste wegen des Lockdowns verschoben werden und konnte nun am 6. September unter Einhaltung der Schutzmassnahmen in zwei Gottesdiensten durchgeführt werden.
Zum Thema «Unser tägliches Brot gib uns heute» wurden 21 Kinder von den Katechetinnen auf diesen Festtag vorbereitet. Wir wünschen ihnen auf ihrem Lebens- und Glaubensweg viel Glück und Gottes Segen.
Die diesjährigen Erstkommuni kantInnen in St. Peter und Paul: Miro Biscioni, Benjamin Binotto, Marco Blasucci, Federico Caprioli, Giulia Cirillo, Myla Czapalla, Vivien Dall’O, Nora Frauenfelder, Constantin Fürst, Andrin Hardmeier, Amanda Heer, Andrew Hiestand, Elena Ovenstone, Paul Reindl, Lina Satzl, Luca Schepis, Alessia Volpe, Esther Walibe, Helen Wettstein, Jendrik Wiser, Julius Zehnder
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Weisheit in den Religionen odu | «Weisheit – eine Einladung, dorthin zu gehen, wo Sie nie ankommen werden» – so war der Vortrag im Rahmen der ökumenischen Woche überschrieben. Der Flyer, der zur Veranstaltung ins Pfarreiheim einlud, war mit dem Möbiusband illustriert, einer Schleife ohne Anfang und Ende. Das Bild passte perfekt zum darüber stehenden Zitat von Shakespeare: Der Narr hält sich für weise, aber der Weise weiss, dass er ein Narr ist. Was ist Weisheit? Seit Jahrhunderten wird in den verschiedenen Religionen mit kurzen, tiefgründigen und witzigen Weisheitsgeschichten nach Antworten auf die Frage gesucht. Eine Auswahl von Weisheitserzählungen, die unterschiedliche Aspekte der menschlichen Vorstellung von Weisheit aufzeigen, präsentierte der pensionierte Gymnasiallehrer Hans Peter Niederhäuser aus Weinfelden. Als Ergänzung setzte seine Tochter Delaja Mösinger, Musikerin und aktuell Pfarrvikarin an der reformierten Stadtkirche, manche der Texte auf ihrer Violine musikalisch um. Der Vortragende, Hans Peter Niederhäuser, nahm die Anwesenden mit auf eine spannende «Hörreise» durch drei Jahrtausende. Die Kurzgeschichten aus buddhistischen, hinduistischen, christlichen und islamischen Traditionen waren in sechs Bereiche gegliedert, entsprechend den Stufen, die ein Weiser zu durchlaufen hat. Zunächst gilt es, die Hindernisse, die den Weg zur Weisheit blockieren, wie
zum Beispiel die eigene Trägheit, zu überwinden. Ohne lebenslanges Bemühen, weise zu werden, lässt sich das, was wir Weisheit nennen, nicht erreichen. Das Gesuchte liegt dabei nicht ausserhalb, sondern in der Person selber. Aber nur wer kontinuierlich unterwegs in sein eigenes Inneres ist, wird in sich die Schatzkammer der Weisheit entdecken. An dieses Ziel gelangt freilich nur, wem es gelingt, von sich selbst loszulassen. Die letzte Stufe ist das, was die Weisheitslehrer als Erleuchtung bezeichnen. Der Erleuchtete weiss, dass der Weise ein Mensch ist, der sein Leben in aller Selbstverständlichkeit lebt, in Harmonie mit sich, mit seinen Mitmenschen, mit der Gesellschaft, mit der ganzen belebten und unbelebten Welt um ihn.
Rückblicke
Ein literarischer und musikalischer Vortragsabend
Erzählung vom Zen-Schüler Um ein Beispiel einer Kurzgeschichte anzuführen, die vorgetragen wurde, sei hier eine Erzählung aus Japan wiedergegeben: Ein Zen-Schüler fragte seinen Meister, ob er ihm ein Mittel sagen könne, mit dessen Hilfe man das Ziel schnell und sicher erreichen könne. «Das Erreichen des Zieles», sagte der Meister, «kann man so wenig beeinflussen wie das Aufgehen der Sonne.» «Warum meditieren wir und wozu bemühen wir uns dann die ganze Zeit?», fragte der Schüler. «Damit wir wach sind, wenn die Sonne aufgeht», antwortete der Meister. 25
Unter dem Motto Feuer und Flamme
Ranfttreffen – 19./20. Dezember mik | Dieses Jahr lädt das Ranfttreffen mit dem Titel «Feuer und Flamme» die Teilnehmenden ein, sich in verschiedenen Workshops mit dem Thema auseinanderzusetzen. Das Besondere in diesem Jahr ist die grosse Frage, ob das Treffen im gewohnten, in einem anderen Rahmen oder überhaupt stattfinden kann. Die nächtliche Wanderung und der Austausch auf diesem Weg sind immer schön und zentral. Dieser Austausch gipfelt im gemeinsamen Gottesdienst in der Ranft-
schlucht. Hier wird dann das Thema real, denn Feuer und Flamme für das Friedenslicht aus Bethlehem zu sein, ist schon ein ganz besonderer Moment bei diesem Treffen. Auch in diesem Jahr lade ich alle interessierten Jugendlichen ab 15 Jahren und ebenso die Erwachsenen ein, sich anzumelden und mitzukommen. Wir werden von Sachseln aus in die Ranftschlucht laufen. Unterwegs wird unser Weg durch verschiedene Workshops unterbrochen. Natürlich ist auch für das leibliche Wohl gesorgt.
«Mitenand»-Sonntag, 8. November, 17.00 Uhr ■ Mehrsprachiger Gottesdienst in St. Peter und Paul ■ Gemeinsame Eucharistiefeier in deutscher, italienischer, spanischer und ungarischer Sprache in der Kirche. ■ Gleichzeitig in der Krypta: herbstliche Eltern-Kind-Feier ■ Anschliessend Castagnata (Marroni-Fest) im Pfarreiheim mit Getränkeverkauf und freier Spende für den Marroni-Schmaus Hinweis: Alle anderen Nachmittags- und Abendgottesdienste um 16.00, 18.30 und 19.30 Uhr entfallen an diesem Sonntag.
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Kalendarium Wegen der unsicheren Corona-Entwicklung besteht keine Gewähr über die Durchführung der Anlässe. Bitte informieren Sie sich auf der Homepage www.peterundpaul.ch oder telefonisch zu Bürozeiten im Pfarreisekretariat (Tel. 052 269 03 70) über den aktuellen Stand.
Oktober 1 Donnerstag Frauen PP, gemeinsames Essen, 18.00, Pfarreiheim 4–11 So – So Pfarreireise nach Sizilien 19 Montag Frauen PP, «Büecherkafi», Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen für alle Frauen, die gerne lesen, 14.00, Jugendtreff 21 Mittwoch Frauen PP, Nachmittags-Wanderung, Bäretswil – Bauma 24 Samstag Frauen PP, Solidarität Brustkrebs – Herzkissen nähen, ganzer Tag, Pfarreiheim 25 Sonntag ■ Gemeinsamer Gottesdienst in St. Ulrich, 9.30 (kein Gottesdienst in St. Peter und Paul um 9.30) ■ Jugendgottesdienst zur Eröffnung von Projektunti und Firmkurs, 19.30, Kirche 28 Mittwoch Frauen PP, Büchsenkronen, Kreativworkshop mit Claudia Aeschbach, 19.30 Uhr, Wülflingen
❱ Termine Schulferien 3. bis 18. Oktober
aktuelle Termine www.peterundpaul.ch
November 1 Sonntag Kinderchor-Musical «Jim Knopf», 17.00, Pfarreiheim 2 Montag Allerseelen: Eucharistiefeier für die Verstorbenen der Pfarrei, 8.30 und 19.30 3 Dienstag Seniorennachmittag, 14.30 Uhr, Pfarreiheim St. Ulrich 4 Mittwoch ■ Filmkafi, Kinobesuch und Gespräch, nachmittags ■ FamA/Frauen PP, Orgeltanz, musikalischer Abend mit Hansueli Bamert, 20.00, Kirche 5 Donnerstag Frauen PP, Selbstbewusst unterwegs, Referat mit praktischen Übungen zum Thema Selbstsicherheit und Selbstschutz, 14.00, Pfarreiheim
Fortsetzung siehe Rückseite
AZB
8400 Winterthur Bitte nachsenden Neue Adresse nicht melden
Fortsetzung von Seite 27
Kalendarium
Post CH AG
❱ Treffpunkte Taizé-Gottesdienst 18.10.| 15.11. Kirche, 19.30 Taizé-Abendgebet 6.10.| 3.11. Krypta, 19.00 Donnerstagsgebet «Schritt für Schritt» 15.10.| 19.11. Krypta, 19.00 Bibel-Teilen 8.10.| 19.11. Pfarreiheim, 19.30 Gebetsgruppe «Ichthys» jeden Dienstag Krypta, 19.00 Gebetsgruppe «Brennender Dornbusch» jeden Mittwoch Krypta, 7.15 (ausser Schulferien) Zischtig-Zmittag jeden Dienstag Restaurant La Bodega Carlo, 12.00
8 Sonntag Mitenand-Gottesdienst in der Kirche und Eltern-Kind Feier in der Krypta, 17.00, anschliessend Castagnata im Pfarreiheim (keine Gottesdienste um 16.00, 18.30 und 19.30) 11 Mittwoch Frauengottesdienst, 8.30, Kirche, anschliessend Kaffeetreff 18 Mittwoch ■ Frauen PP, Nachmittags-Wanderung, Reppischtal – Birmensdorf ■ FamA/Frauen PP, Tanzend durchs Jahr, meditatives Kreistanzen, 20.15, Pfarreiheim 19 Donnerstag Frauen PP, Vortrag von Hugo Gehring, 19.45, Pfarreiheim 24 Dienstag Krankensalbung, 14.00, Kirche, anschliessend Zvieri im Pfarreiheim 25 – 26 Mi – Do Frauen PP/FamA, Adventskränze binden für die Adventsaktion, ab 14.00, Pfarreiheim 28 – 29 Sa – So Adventsaktion, «Kinderrechtszentrum Interlagos» in São Paulo, Brasilien, von Beat Wehrle (Verein Novo Movimento)