Ein Zuhause für Schüler in Indien
Pfarreibulletin St. Peter und Paul St. Ulrich
Dezember 2019 – Februar 2020
Editorial
Liebe Leserin, lieber Leser Pfarreibulletin 137
❱ Impressum Herausgeber Pfarreien St. Peter und Paul und St. Ulrich Winterthur Auflage 2600 Exemplare EmpfängerInnen Angehörige der Pfarreien Redaktion / Gestaltung Otto Dudle |odu Hugo Gehring |hug Andrea Holenstein |aho Rainer Holenstein |rho Michael Kolditz |mik Salu Mathew |sam Giovanni Schäfli |gio Redaktionsadresse Andrea Holenstein Lärchenstrasse 34 8400 Winterthur Telefon 052 203 11 81 Mail: andrea.holenstein @greenmail.ch PC-Nr. 84-44650-2 Adressverwaltung Pfarramt St. Peter und Paul Telefon 052 269 03 70 Pfarramt St. Ulrich Telefon 052 269 03 80 Druck und Versand Sailer Druck Medien GmbH 8400 Winterthur Erscheinung viermal jährlich
Irgendwann in meiner Kindheit habe ich mit meinen Eltern einen Ausflug nach Schwyz gemacht. Dort haben wir uns mit einem bekannten Ehepaar getroffen, dessen Sohn damals ins «Kollegi» Schwyz zur Schule ging und im dortigen Internat logierte. Ich habe in Erinnerung, dass wir den Schlafsaal besichtigten, in dem jeder Knabe eine Bettkoje mit dreiseitigem Holzverschlag und einer Vorhangabgrenzung bewohnte. Dieser Anblick löste bei mir einen wahren Schrecken aus. Das Internat kam mir wie ein Gefängnis vor. Ich dachte ganz inständig: «Das werden mir meine Eltern gewiss nie antun, dass ich nicht mehr zuhause leben darf, sondern mein Dasein in einem solchen ‹Massenschlag› fristen muss.» Natürlich drohte mir – zum Glück für mich – kein Internatsschicksal, denn als Einzelkind in der Stadt Zürich lebend, konnte ich vom Familienwohnort aus zur Schule gehen. Im indischen Basar, wo wir seit Jahren den Aufbau einer Schule der Missionare des heiligen Franz von Sales unterstützen, freuen sich die Kinder jedoch über das Internat, das ihr Zuhause für die Aus bildungszeit darstellt. Zuerst sind die Wohnräume für die Mädchen erstellt worden, während die Knaben vorübergehend noch in den Schulzimmern wohnen mussten. Nun helfen wir mit unserer Advents aktion – hoffentlich grosszügig! – mit, dass auch für die Knaben ein separates «Biotop» entsteht. Was ist für indische Schüler Grund zur Freude über ein eigenes Schlafquartier? Zunächst ermöglicht ein solches Logierangebot erst den Schulbesuch der in entfernten Dörfern verstreut lebenden Kinder. Und Schulbildung bedeutet Zukunft! Dann stammen die meisten Heranwachsenden aus kinderreichen Familien in bescheidenen Verhältnissen. Im Internat sind ihr Freiraum und ihre Privatsphäre wohl eher grösser als dort, wo sie herkommen. Vermutlich bietet auch der Standard ihres neuen Schul-Zuhauses bezüglich Wohneinrichtungen und Hygiene mehr Komfort, als sie das bisher gewohnt waren. Und für soziale Wesen bedeutet das Zusammensein mit vielen Gleich altrigen gewiss oft ein Riesenspass. Schön, dass wir zur Hebung der Lebensqualität junger Menschen in Indien beitragen können! Für die Redaktion
Hugo Gehring
Bildung ist sehr wichtig
Grusswort von Pater Sunny ❱
Pater Sunny am Siang River
Fahrzeug. Aber ich nehme diese Arbeit an als eine Mission, da ich viele bedürftige Menschen sehe, die unsere Hilfe brauchen, um menschenwürdig leben zu können. Papst Franziskus hat gesagt: «Die Kirche muss an die Peri pherie der Gesellschaft gehen und sich der Existenz zuwenden, wo Schmerz und Ungerechtigkeit herrschen. Sie darf nicht zu einer Glaubensverwalte rin werden.» Vor kurzem, als ich in Basar, Aruna chal Pradesh, war, um unser Schulprojekt zu besuchen, hat mir mein Provin zial (Ordensoberer) gesagt: «Wenn du den Kindern die schulische Bildung gibst, rettest du eine Generation.» Er meinte damit, dass ohne Bildung die EinwohnerInnen des Ortes ausgenutzt, rechtlos, ohne Orientierung im Leben und drogen- oder alkoholsüchtig bleiben. In Nordostindien verlieren Kinder ihre Rechte, wenn sie ohne Bildung und Schule zuhause bleiben als Betreuende ihrer Geschwister oder bei jedem Wetter den ganzen Tag auf dem Feld arbeiten müssen und so das gleiche Schicksal ihrer armen Eltern teilen. Ohne Zweifel wird eine Schulbildung
Ein Zuhause für Schüler in Indien
Liebe Pfarreimitglieder Es freut mich, Sie aus Indien zu grüs sen. Seit ich im Februar die Schweiz verlassen habe, bleibe ich in gutem Kontakt mit der Schweiz, durch unseren Verein Punarjanma betreffend Schulprojekt, durch Bekannte und Freunde und durch Internet-Nachrichten aus der Schweiz. Meine Seele und mein Herz fliegen ab und zu in die Schweiz und Sie sind in meinen guten Erinnerungen eingeschlossen. In Indien bin ich sehr beschäftigt mit meiner Aufgabe als «Co-Director» von FAsCE India (Fransalian Agency for Social Care and Education in India), dem Sozialdienst unseres Ordens. Meine Aufgabe besteht darin, in verschiedenen Missionszentren Aktivitä ten zu planen und durchzuführen, die direkt oder indirekt Menschen helfen, ein besseres Leben zu führen. Die Akti vitäten sind vielfältig: Bau von Schulgebäuden und Internaten, Sponsoring von SchülerInnen, Stipendien bereit stellen für SchülerInnen aus armen Fa milien für Weiterbildung und Studium nach dem Abschluss der obligatori schen Schulzeit, Entwicklungsprojekte in Dörfern, Nothilfe (zum Beispiel während den Überschwemmungen und anderen Katastrophen), Frauenförderung in abgelegenen Dörfern und so weiter. Dies ist keine leichte Aufgabe, da viele unserer Missionszentren weit weg liegen und es keine guten oder fast keine Strassen gibt. Um manche Zentren zu erreichen, braucht man zwei Tage – auch mit einem eigenen
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Ein Zuhause für Schüler in Indien
Bildung ist sehr wichtig
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die Existenz dieser Bevölkerung posi tiv verändern! Seit ich in Indien bin, habe ich einige Male unser Projekt mit dem aus geliehenen Fahrzeug eines Missions zentrums besucht. Es ist eine Fahrt von sechs Stunden, da es keine guten Strassen gibt. Aber wenn man im Schulzentrum in Basar ankommt, ist es eine Freude, zu sehen, wie die Kinder glücklich sind, in der Schule zu sein. Diese Freude motiviert uns, den Kindern weitere Möglichkeiten im Leben zu geben und das Zentrum aufzubauen für das Wohl der Kinder.
Ich freue mich, dass die diesjähri ge Adventsaktion der Pfarrei St. Peter und Paul zugunsten unsers Schulprojekts in Basar ist. Durch diese Unterstützung retten wir, wie mein Provinzial gesagt hat, eine Generation und geben ihr eine Richtung im Leben. Unser Zeichen der Verbundenheit mit den Schulkindern schenkt ihnen Hoffnung und Motivation für ein besseres Leben. Ich wünsche Ihnen eine heilige Zeit des Advents. Pater Sunny Thomas
Vielfältige Herausforderungen bei der Unterstützung von Unterprivilegierten
Die Situation in Nordostindien Pater Sunny Thomas | Nordostindien besteht aus sieben Bundesstaaten: Arunachal Pradesh, Assam, Megha laya, Nagaland, Manipur, Mizoram und Tripura. Wenn man die Landkarte von Indien anschaut, sieht man oben ganz rechts diese Gegend. Unser Orden, die Missionare des heiligen Franz von S ales (MSFS), ist in allen Bundesstaten tätig. Es braucht per Auto mindestens drei bis vier Tage von Mizoram, um Arunachal Pradesh zu erreichen. Es gibt keine regelmässigen Linienflüge in dieser Gegend. Die kleinen Flug häfen, die in einigen Bundesstaaten existieren, werden für Armeezwecke genutzt. Allerdings gibt es Zeichen von Fortschritt mit dem Neubau von Strassen, dort wo es früher keine Strassen gab, oder mit dem Ausbau von sehr schmalen Strassen. Da die Ge-
gend gebirgig und noch unberührt ist, ist der Bau von neuen Strassen eine grosse Herausforderung. Die Organisation und die Administration unserer Ordenseinsätze und der Tätigkeit in dieser Gegend sind auch eine grosse Herausforderung aufgrund der Distanzen zwischen den Missionszentren in den verschiedenen Bundesstaaten. Die Distanz, der Mangel an guten Strassen, Strom, Bauma terial und -arbeitern und an guter Infrastruktur, aber auch Korruption sind einige Barrieren, die unsere Missions- und Entwicklungsarbeiten wie dem Aufbau eines Zentrums hinderlich sind. Auch unser Projektort Basar kennt solche Probleme. Um in den Bundesstaat Arunachal Pradesh zu gelangen, wo unser Schulprojekt liegt, braucht es eine Bewilli
Vielfältige Herausforderungen bei der Unterstützung von Unterprivilegierten gung, ähnlich wie ein Visum. Dieser Staat liegt an der Grenze zu Tibet/ China. Um diese Gegend zu bereisen, muss man viel Zeit und Abenteuerlust, aber auch einen guten Rücken haben, da die Strassen in einem schlechten Zustand sind, wenn es sie überhaupt gibt. Die Distanz zu einem Ort wird in Stunden und nicht in Kilometern gezählt. Schon bevor ich nach Indien zurückkehrte, habe ich von meinen Mitbrüdern und aus den Nachrichten erfahren, dass sich die politische Situation in ganz Indien für ChristInnen und christliche Organisationen verschlechtert hat und jede Aktivität und jedes Werk, sei es Entwicklungshilfe oder religiöse Veranstaltungen der christlichen Organisationen von der Regierung beobachtet wird. Die heutige regierende Partei in Indien ist anderen Religionen gegenüber wenig freundlich gesinnt, besonders gegenüber ChristInnen und MuslimInnen. Eine Taktik ist, Aktivitäten von anderen Religionen durch strenge Regelungen zu erschweren. Das heisst, für hinduis tische und christliche Institutionen gelten verschiedene Regeln und Krite rien. Mit falschen Beschuldigungen wurden bereits Priester oder Ordensschwestern in verschiedenen Orten angezeigt. Ziel solcher Beschuldigun-
gen ist es nicht, diese Priester oder Ordensschwestern zu verurteilen und ins Gefängnis zu schicken, sondern eher eine schlechte Atmosphäre zu schaffen, denn sie wissen, dass die Missionare gute Beziehungen zu den Einheimischen haben. Diese unterprivilegierten Menschen erhalten ihre Rechte oft duch Missionare, die sie fördern und unterstützen. Ohne diese Hilfe werden sie ausgenutzt. Sogar bei Wahlen versuchen die Politiker, Stimmen mit Geld zu kaufen. Gerade in einer abgelegenen Gegend wie Nordostindien, mit einem grossen indigenen Bevölkerungsanteil, der nicht traditionell hinduistisch ist, versucht die Regierung Spannungen zu provozieren und die Missionarsarbeit einzuschränken. Was uns aber weiter motiviert, unsere Werke voranzutreiben, sind die Bedürfnisse der Menschen und ihre Freude. Pater Lukose, der Ortspfarrer und Leiter der Schule in Basar hat mir einmal gesagt «Wir arbeiten und viele gute Werke in diesem Dschungel tun wir nicht wegen des Profits, sondern um das zu erfüllen, was Jesus uns aufgetragen hat: Liebe deinen Nächsten.» Darum schickt unser Orden Priester und andere Helferinnen und Helfer in diese Gegend, obwohl sie in schwierigen und manchmal gefährlichen Situationen leben müssen.
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Die wunderschöne Gegend rund um Basar
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Grosser Wert des Internats nicht nur für die Schule
Entwicklung des Schulzentrums
❱ Das Internat in Basar entsteht
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Kathrin Joye | 2005 wurde in Basar eine katholische Pfarrei gegründet. Pater Lukose war der erste Priester vor Ort und konnte dank einem einheimischen Katholiken das Schulgelände erwerben. 2007 wurde in einer kleinen Hütte eine erste Schule eröffnet und mit einfachsten Mitteln wahre Pionierarbeit geleistet. Der Verein Punarjanma wurde 2010 auf Initiative von Pater Sunny gegründet und als mein Mann und ich im 2012 zum ersten Mal Basar besuchten, war bereits ein zweistöckiges Schulgebäude errichtet. Die umliegenden Berge waren bewaldet, die Gegend wild. Ein richtiges Dorfzentrum gab es nicht, wohl eine Kreuzung, an der der Bus hielt, und dazu noch ein oder zwei kleine Geschäfte. Wir übernachteten in einem «Guest House», einer Übernachtungsmöglich keit des Staates für Politiker, Funktio näre und gelegentliche Gäste.
Die Kinder waren anfänglich noch schüchtern und zurückhaltend, sie haben sich aber sehr schnell geöffnet und uns mit ihrer herzlichen, spontanen Art eingenommen. Die weiteren Besuche in den Jahren 2014, 2016 und 2017 machten uns die rasante Entwicklung der Gegend bewusst. 2017 sind viele der umlie genden Hügel gerodet, neue Häuser wurden gebaut und Äcker angelegt. Das Dorf hat jetzt nicht nur mehr Geschäfte, sondern auch Gewerbe. Es gibt eine Autoreparatur-, Möbel- und Elektrowerkstatt. Sogar ein kleines Shopping-Center gibt es. Das ist ein Haus mit ein paar Kleinst-Geschäften, wie Kleider- und ein Handygeschäft. Die Strassen sind zwar immer noch nicht geteert, doch kommen mehr Leute mit ihren Autos von den abgelegenen Dörfern ins Zentrum. Auch im Schulzentrum hat sich einiges verändert. Das jetzt vierstöckige Schul-
❱ Die Schule macht Spass.
❱ Schülerinnen in Basar
gebäude ist fertig gestellt und leuchtet fröhlich mit dem farbigen Anstrich. Das Mädcheninternat ist in Betrieb und 2018 konnten die ersten Schülerinnen und Schüler ihre obligatorische Schulzeit (zehn Jahre) abschlies sen. Der altersschwache Bus wurde ersetzt und die Stromversorgung wurde auf einen neueren Stand gebracht. Jetzt werden dann auch die Jungen ihr Internatsgebäude beziehen, so dass das Zentrum den erforderlichen Ansprüchen gerecht wird. Die Schülerinnen und Schüler sind selbstbewusst und fröhlich, doch leider ist es immer noch nicht selbstverständlich, einen Schulabschluss zu machen. Oft meinen die Eltern nach ein paar Jahren, dass die Kinder genug gelernt haben und zuhause arbeiten können. Oder die Kinder werden bequem, sind unmotiviert und bleiben lieber zuhause, statt für Prüfungen zu lernen. Diese Abgangsrate ist bei jenen Schülerinnen und Schülern besonders hoch, die zuhause wohnen. Wir haben so gute und intelligente SchülerInnen verloren. Internatskinder sind eher motiviert und
lassen sich weniger ablenken. Die Internatskinder werden in der Schule betreut und begleitet. Da die Schulsprache Englisch ist, sprechen sie meistens auch besser englisch. Die klaren Tagesstrukturen und gelebte Werte stärken sie für die Zukunft und Gespräche über ihre Zukunft und Möglichkeiten erweitern ihren Horizont. Daher werden sie eher etwas aus ihrem Leben machen und etwas Neues wagen. Das «Hostel», wie das Internat genannt wird, ist daher nicht nur für die Schule wichtig, sondern auch für die Gemeinschaft, das Dorf und die Gegend. Eine Schule mit einem funktionierendem Internatsbetrieb hat in der Gegend einen hohen Stellenwert. Wir haben vor Jahren dieses Schulzentrum-Projekt mit wenigen Mitteln begonnen und dank Ihrer grossen Unterstützung, Ihrem Wohlwollen und Ihrer Hilfe weiterentwickeln können. Jeder Rappen, den wir investiert haben, bringt Früchte. Denn «unsere» Kinder werden, wenn sie einmal selbst ständig sind, sich bemühen, eine gerechtere Gesellschaft aufzubauen.
Ein Zuhause für Schüler in Indien
Grosser Wert des Internats nicht nur für die Schule
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Die Knaben freuen sich über das Internat
Ein Zuhause für Schüler in Indien
Mehr als ein Dach über dem Kopf
❱ Die Schüler
versammeln sich draussen noch ohne Aufenthaltsraum. 8
Kathrin Joye | Für die Kinder dieser abgelegenen Gegend ist die Schule die Alternative zur Arbeit auf dem Feld, beim Holzen oder zuhause. Da die Höfe oft weit weg gelegen sind und immer gearbeitet wird, gibt es da weder Freizeit noch Spielgefährten ausser den Geschwistern. Auch die Kinder aus dem Dorf ziehen es vor, im Schulzentrum zu sein und mit Gleichaltrigen zu spielen. Für rund ein Drittel der Schüler ist so die Schule ihr Zuhause. Da können sie Kinder oder Jugendliche sein, sie bekommen Unterstützung der Betreuenden bei den Hausaufgaben und bei der Gestaltung der Freizeit und lernen so einen Alltag kennen, der dem der Kinder in der Schweiz gleicht mit Schule, Hausaufgaben, Freizeitgestaltung, gemeinsamen Essen und Ämtlis. Bis jetzt leben die Knaben noch im Schulhaus. Ihr Tag beginnt mit Aufstehen in der mit Betten und Kisten vollgestopften Aula und Früh-
stück draussen im Unterstand, danach steht Lernen, Schule und Aufgabenzeit in den Klassenzimmern auf dem Programm. Das Essen und danach die Freizeit findet auch wieder im Klassenzimmer statt. Da es sehr früh dunkel wird, ist die Zeit, die sie draussen verbringen, auf die Pausen und den Nachmittag beschränkt. Mit dem neuen Internatsgebäude werden die Knaben ein eigenes Zuhause bekommen. Da haben sie Platz für ihre Kleider und persönlichen Sachen und einen Ort zum Essen. Die zwei Schlafsäle haben Einzelbetten und nicht mehr die engen Hochbetten. Dass sie dann nur noch 35 Knaben pro Saal sein werden – statt 70 wie bis jetzt – gewährt ihnen auch etwas «Ruhe vor den Kleinen», oder «Ruhe vor den Grossen». Um diesen Platz wohnlich und heimeliger zu machen, sind Schränke, Schreibtische mit Fach für persönliche Habe und neue Betten nötig. Dank Ihrer Grosszügigkeit werden wir diesen armen Kindern nicht nur ein Dach über dem Kopf geben, sondern auch ein richtiges Zuhause. Lesen Sie selber, was die Betroffenen dazu sagen. Liebe Freunde Ich heisse Pater Lukose, bin Schulleiter der SFS Schule und Verwalter der De Sales Schule in Basar. Mit dankbarem Herzen grüsse ich euch im Namen der MSFS Gemeinschaft Provinz Nordostindien, der Bevölkerung des Ortes und der SchülerInnen des Internats.
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Pater Lukose auf der Baustelle
Das De Sales Internat war in einem provisorischen Zustand und voller Unzulänglichkeiten durch den fehlenden Ess-Saal, Aufenthaltsraum und die provisorische Küche. Die Schlafsäle waren im Schulgebäude, was problematisch war, sowohl für den Internats- wie auch den Schulbetrieb. Mit eurer Hilfe und Unterstützung können wir ein richtiges Gebäude bauen mit der nötigen Infrastruktur für 70 Schüler. Viele indigene Schüler besuchen unsere Schule wegen der besseren Ausbildung, gewisse kommen von 200 Kilometer Entfernung an der chinesischen Grenze. Das Internat bietet ihnen da eine grosse Hilfe. Mit eurer grosszügigen Unterstützung können wir ein schönes, wenn auch einfaches und praktisches Gebäude bauen mit zwei Schlafsälen, Aufenthalts- und Studienzimmer, EssSaal, Küche und Stauraum, sowie vier weiteren Zimmern für die Aufsicht und den Schulleiter. Wir sind stolz auf euch und beten, dass Gott euch segnet und unser himmlischer Patron, der heilige Franz von Sales, für euch einsteht und euch ein erfülltes Leben beschert. Danke, Danke, riesengrosses Danke. Herzlichst, euer Pater Lukose Kavunkal
Liebe Onkel und Tanten Ich heisse Bonya Rakshap und kam im Jahr 2011 hierher und ich war im kleinen Kindergarten und jetzt bin ich in der achten Klasse. Zuerst möchte ich euch danken für all eure Unterstützung, aber auch für eure Liebe und euer Wohlwollen, das ihr uns entgegenbringt, in dem ihr dem Pater helft, unser Internat zu bauen. Das frühere Internat war nicht sehr bequem, aber jetzt ist es nicht mehr wie früher und unser Studierzimmer (Aufenthaltsraum) war nicht so angenehm, aber jetzt ist es viel besser. Bonya Rakshap
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Die Knaben verbringen ihre Freizeit mit Pater Lukose draussen.
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Die Knaben freuen sich über das Internat
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Internats schüler beim Essen im Unterstand
❱ Die Internats-
schüler in ihrem Schulzimmer
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Liebe Onkel und Tanten Ich heisse John Pale und kam im Jahr 2015 hierher, wo ich in der fünften. Klasse war. Jetzt bin ich in der neunten Klasse und bin 16 Jahre alt.
Ich möchte euch danken für all eure Unterstützung und dass ihr uns ein tolles Internat gebt mit Schlafzimmern, Ess-Saal und Aufenthaltsraum. Viele Jahre hatten wir Probleme in unserem Internat. Wir hatten unbequeme Schlafzimmer, einen armseligen und unordentlichen Ess-Saal und laute Studierzimmer, wo wir nicht richtig lernen konnten. Es gab keinen richtigen Aufenthaltsraum. Wir waren in einem Klassenzimmer für unsere Aufgaben, wodurch die Aufsicht Mühe hatte, sich um uns zu kümmern. Doch mit eurer Hilfe, wie wir vom Pater gehört haben, werden wir das angenehme Internatsgebäude haben. Im Namen aller Jungen drücke ich meine tiefste Dankbarkeit aus. Wir versprechen, für euch zu beten und euch immer in Erinnerung zu behalten. Danke. John Pale
Momentaufnahmen von der Reise nach Indien in diesem Herbst
Zu Besuch in Basar aho | Zeitgleich mit dem Redigieren, Durchlesen und Gestalten des aktuel len Pfabüs waren Kathrin und Marc Joye (Mitglieder des Vereins Punar janma) auf Besuch in Basar und haben sich per Mail gemeldet und aktuelle Fotos gesendet. Hier einige Eindrücke von der diesjährigen Reise von Kathrin Joye: Wiedersehen in Basar «Basar war wunderschön und es war herrlich, Zeit mit den Kindern zu verbringen. Das Internat wird gut. Ich habe zwei Mädchen wieder getroffen, die vor zwei Jahren das zehnte Schuljahr abgeschlossen haben. Schön zu sehen, wie schüchterne Mädchen jetzt selbstbewusste junge Frauen werden. Die Gegend hat mich wieder einmal gepackt… und die Strassen waren – wie gehabt – mies, speziell durch den Regen bei der Hinfahrt.»
Haussegnung «Wir durften bei der Einweihung des Internats dabei sein: Zuerst wurde ein Bändel durchgeschnitten und eine Plaquette enthüllt (alles bekannt auch bei uns in der Schweiz und ziemlich formell), dann wurde ein Feuer entzündet und schlussendlich die Franz von Sales Statue auf dem Internat enthüllt. Das Feuer zu entzünden, ist der eigentliche «Haussegen»: Man entzündet ein Feuer, setzt Milch auf und lässt sie überfliessen, symbolisch für den Überfluss, den man sich für das neue Heim wünscht.»
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Internats schüler zusammen mit Pater Lukose vor dem neuen Gebäude
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Reich beschenkt nach der Einweihungszeremonie (von links Pater Sunny, Mathew vom BoriStamm, Marc und Kathrin Joye) 11
Projekt zugunsten der SFS Schule in Basar
Diesjährige Adventsaktion
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Das Schul gelände in Basar
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Christian Friedrich | Aus dem Pfarreiprojekt wird wieder die Advents aktion. Am Wochenende des ersten Advents sammeln wir mit Jass-Turnier, Kranzverkauf, Sponsorenlauf und dem gemeinsamen Mittagessen möglichst viel Geld für ein Projekt, das im Zusammenhang mit unserer Pfarrei steht. Diesmal ist es die SFS Schule in Basar, Nordostindien. Gestartet wird am Samstag, 30. No vember, mit dem bereits legendären Jass-Turnier. In den Gottesdiensten des Wochenendes und beim gemeinsamen Mittagessen am Sonntag, 1. De zember, wird das Projekt vorgestellt. Neu ist, dass der Sponsorenlauf am Sonntag vor dem Mittagessen stattfin
den wird, damit die LäuferInnen nicht mit vollem Bauch rennen müssen. In diesem Jahr wird also zweimal gejasst und gerannt. Wer im Januar beim Jassen verloren oder den Sponsorenlauf im Juli verpasst hat, bekommt nun eine weitere Chance. Für alle, die gerne essen und beim gemütlichen Zusammensitzen Gutes tun wollen, ist die Adventsaktion sowieso der richtige Anlass. Der Flyer mit allen Angaben liegt ab Mitte November im Vorzeichen der Kirche auf, wird im Religionsunterricht verteilt und auf der Homepage aufgeschaltet. Schauen Sie vorbei, machen Sie mit – für ein grossartiges Schulprojekt!
Adventsaktion am 30. November und 1. Dezember
Programm der Adventsaktion Ein Zuhause für Schüler in Indien
Samstag 30. November 14.00 – 17.00
Pfarreiheim
Jass-Turnier
18.00
Kirche
Abendmesse mit Pater Salu Mathew
19.00 – 19.30
Pfarreiheim
Verkauf von Adventskränzen *
*
Möglichkeit, selber einen Kranz zu binden: Mittwoch, 27. November von 13.30 – 17.00 und von 19.00 – 22.00 Donnerstag, 28. November von 13.30 – 17.00 im Pfarreiheim
Sonntag 1. Dezember 09.30
Kirche
Gottesdienst mit Pater Salu Mathew
11.15
Kirche
Gottesdienst mit Pater Salu Mathew
ab 10.30 Pfarreiheim
Verkauf von Adventskränzen Verkauf am Projekt-Stand
11.15 – 12.00
Sponsorenlauf
Pfarreiheim und Quartier
12.15 – 13.00 Pfarreiheim
Gemeinsames Mittagessen Feines indisches Menü, mit und ohne Fleisch Wettbewerb für alle
13.00 – 13.15 Pfarreiheim
Präsentation des Projekts durch den Verein Punarjanma
ab 13.15
Pfarreiheim
Kaffee und Kuchen
13.30
Pfarreiheim
Preisverleihung Wettbewerb
ca. 13.45
Pfarreiheim
Indischer Tanz
14.00
Pfarreiheim
Verabschiedung, Ende der Adventsaktion
19.30
Kirche
Abendmesse mit Pater Salu Mathew
Adventsaktion das Programm
Projekt:
Die Kuchen sind gespendet. Alle Arbeiten werden ehrenamtlich ausgeführt. Der ganze Reingewinn kommt dem Projekt zugute.
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Während der Advents- und Weihnachtszeit
Besondere Gottesdienste
herzliche Einladung
Rorate-Gottesdienste Wiederum feiern wir drei Rorate-Gottesdienste an den Freitagmorgen des Advents jeweils um 5.30 Uhr (mit anschliessender Einladung zum Zmorge im Pfarreiheim): am 6. Dezember mit dem Kinderchor, am 13. Dezember mit Kantoren und am 20. Dezember mit meditativer Orgelmusik. Ältere Menschen haben Gelegenheit, diese Stimmung in der nachmittäglichen Rorate-Feier zu erleben: am Dienstag, 3. Dezember, um 14.30 Uhr in der Marienkapelle von St. Ulrich mit anschliessendem gemütlichen Zusammensein bei Getränk und Gebäck im Saal des Pfarreiheims.
Im Gottesdienst vom 8. Dezember um 9.30 Uhr eröffnen wir den Heimgruppenunterricht (HGU) für die ersten Klassen. Anschliessend sind alle im Pfarreiheim zum «Chilekafi» eingeladen.
Heiliger Abend Der Gottesdienst um 17.00 Uhr wird speziell für Familien mit Kindern unter Mitwirkung des Kinderchors St. Peter und Paul gestaltet. Die Christmette findet um 22.30 Uhr statt. Es wird von Hanna Werner (Viola) weihnächtliche Instrumentalmusik gespielt.
Bussfeiern Einstimmung, Versöhnung und inneren Frieden auf Weihnachten hin möchten die Bussfeiern am Montag, 23. Dezember, um 15.00 Uhr in der Kirche St. Ulrich und um 20.00 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul ermöglichen.
Eltern-Kind-Feier Am 1. Dezember um 11.00 Uhr feiern Familien mit Kindern im Vorschulalter in der Krypta an der Tellstrasse 11a kindgemäss den Advent. Danach besteht im Rahmen der Adventsaktion die Möglichkeit zum Mittagessen im Pfarreiheim.
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Familiengottesdienst
Weihnachten Im Festgottesdienst um 9.30 Uhr singt der Kirchenchor St. Peter und Paul unterstützt von SolistInnen und Orchester die Messe in B-Dur von Jo hannes Nepomuk Hummel (Leitung: Hansueli Bamert).
Jahreswechsel Am Dienstag, 31. Dezember, begehen wir den Silvester um 17.00 Uhr mit einer Feier zum Jahreswechsel. Diese, wie auch die Gottesdienste zum Neujahr, werden von unserem Organisten und Heidi und Joan Gramatic (Violinen) begleitet.
Für Menschen mit kleinem Budget
Geschenke gesucht
Vorweihnachtsfeier
Mägi Fässler, Doris Oberli | Schon lange vor Weihnachten glimmert und glitzert es in den Läden, Geschenk ideen werden angepriesen und Spielzeugkataloge erwärmen die Kinderherzen. Für Menschen mit wenig Geld ist dies keine einfache Zeit. Wir führen deshalb eine Weihnachtsaktion für diese Menschen durch und freuen uns auf Gaben wie: Selbstgestricktes (Socken, Handschuhe, Mützen, Schals), Spiele für Kinder, Honig, Schokolade, Kosmetika, Reka-Checks, Migros- oder Coop- Gutscheine, Cumulus Punkte, Gutscheine für den öffentlichen Verkehr oder Bargeld.
Maria Zahnd, Doris Oberli | Für Menschen mit kleinem Budget feiern wir – zusammen mit Stefan Staubli – Weihnachten. Die Vorweihnachtsfeier findet am 18. Dezember um 18.00 Uhr im Pfarreiheim St. Peter und Paul statt.
Wir sind dankbar, wenn Sie die Spenden bis zum 29. November von Dienstag bis Freitag, im Sozialdienst St. Peter und Paul, Tellstrasse 11a, bei Doris Oberli abgeben. Jetzt schon ein herzliches Dankeschön!
Wir bitten um eine Anmeldung bis am Freitag, 13. Dezember: im Treffpunkt Vogelsang (Montag bis Freitag von 11.00 bis 18.00 Uhr, 052 202 89 82) Doris Oberli, Sozialdienst, St. Peter und Paul, Tellstrasse 11a, 052 213 16 32 doris.oberli@kath-winterthur.ch. Wir freuen uns sehr über zahlreiche bekannte und neue Gesichter, um gemeinsam einen besinnlichen, gemütlichen und lichtvollen Abend zu verbringen.
Für SeniorInnen
Rorate-Feier am Nachmittag Mägi Fässler | Für Personen, welche die Rorate-Gottesdienste in der Morgenfrühe nicht besuchen können, feiern wir die traditionelle Rorate-Feier am Nachmittag. Wir laden die SeniorInnen der Pfarreien St. Peter und Paul und St. Ulrich am Dienstag, 3. Dezember, um
14.30 Uhr zur Rorate-Feier ein. Auch in diesem Jahr findet diese in der Marienkapelle St. Ulrich statt. Hugo Gehring feiert mit uns den stimmungsvollen Gottesdienst bei Kerzenlicht. Anschliessend sind alle herzlich zu einem feinen Zvieri eingeladen.
herzliche Einladung
Geschenke und Weihnachtsessen
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Lasset die Kinder zu mir kommen, denn Menschen wie ihnen, gehรถrt das Reich Gottes. (Mk 10,14) 16
❱ Viertklässler auf dem
Weg in die Schule
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Ökumenische Wochen
St. Ulrich
Was ist Wahrheit? Marcus Scholten | «Im Echoraum der Pilatus-Frage leben Christen, Nichtchristen, Unchristen, Antichristen auch heute noch» (Uwe Justus Wenzel, NZZ, 27. März 2016). Jede Epoche stellt die Wahrheitsfrage auf ihre Art. Heute rückt die starke Medienpräsenz, die ungefilterte Verbreitung von Meinungen, aber auch die Art, sein Leben zu gestalten und sich zu inszenieren, verschiedene Aspekte dieser Frage in den Vordergrund. Wahrheit ist immer eine Sache des Blickwinkels; der «neutrale» Standpunkt steht dem Menschen nicht zu. Was heisst das für die Beschäftigung mit der Wahrheit? Was heisst das für den gläubigen Menschen, besonders wenn Jesus sagt, er sei der Weg, die Wahrheit und das Leben? Für unsere Erwachsenenbildung wählen wir drei Perspektiven: Referent am 13. Januar ist Wunibald Müller. Er ist römisch-katholischer Theologe, Familienmensch und Psychotherapeut. Er war bis 2016 Leiter des Recollectio-Hauses der Benediktiner-Abtei Münsterschwarzach und damit in enger Zusammenarbeit mit Pater Anselm Grün und dessen Mitbrüdern. Wunibald Müller spricht darüber, wie es möglich ist, dass Menschen in ihrer eigenen Wahrheit leben. «Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt», sang Pippi Langstrumpf in einem Kinderlied, aber in dieser Aussage ist ein wahrer Kern. Wie 18
weit ist dieses menschliche Verhalten gesund und wo beginnt krankhaftes Verhalten? Der zweite Abend am 20. Januar steht im Zeichen der Geschichte. Professor Valentin Groebner (Luzern) geht von der gegenwärtigen Diskussion um Fake News aus und unternimmt eine Erkundigung in die Vergangenheit. Sein Schwerpunkt liegt dabei auf der Geschichte der jeweiligen Medien, die den Menschen die Wahrheit versprechen. Der dritte Referent, Professor Siegfried Zimmer, fragt in biblisch-theologischer Weise nach der Wahrheit. Bekannt ist er als Ini tiator der Bewegung «Worthaus», welche sich um eine verständliche Darstellung zentraler Aspekte des christlichen Glaubens auf der Basis wissenschaftlicher Theologie bemüht. Jeder Abend besteht aus einem Referat und einer anschliessenden Diskussion mit dem Referenten. Beginn jeweils um 19.30 Uhr. Wir entschuldigen uns für die einseitige Geschlechterverteilung bei den Referenten. Während uns Frauen abgesagt haben, sind uns die Männer quasi «zugeflogen». Wir hoffen, dass wir fürs 2021 dann mehr Erfolg bei der Anfrage von Referentinnen haben.
Ausstattung eines Altersheims in Ankawa im Nordirak Marcus Scholten | Die Rahma Charity Association Chaldean (seit 2012) ist das Hilfswerk der chaldäischen ChristInnen im Nordirak. Der Bischof von Erbil hat dieses Werk gegründet, um schnell und konkret helfen zu können. Hilfen für Mütter, Nahrungsmittel für Flüchtlinge, Finanzierung medizini scher Versorgung und Unterstützung von SchülerInnen, Studierenden und Bildungseinrichtungen sind von diesem Hilfswerk bereits geleistet worden. Der Bischof steht im Kontakt mit den irakischen Christen, die sich in St. Ulrich treffen, dem Verein al- mahabba (das heisst auf Deutsch Nächstenliebe), der das Jahresprojekt vorschlagen konnte. In der Niniveebene im Nordirak lebt etwa nur noch ein Drittel der christlichen Bevölkerung im Vergleich zu den Zeiten vor Beginn des Krieges und des folgenden Terrors durch den Islamischen Staat. Geflohen sind in erster Linie junge, gesunde und wohlhabende Menschen, zurückbleiben mussten ärmere, kranke und besonders ältere Menschen. So entstand ein Problem, das bis zum Einmarsch der «Koalition der Willigen» unter Führung der USA im Jahr 2003 bisher nicht existierte. Ältere, kranke und pflegebedürftige Menschen können nicht mehr von den Familien versorgt und getragen werden, weil diese nicht mehr vor Ort, sondern weit ins Ausland geflohen sind.
Nachdem der IS aus der Region ver trieben war und mit dem Wiederaufbau begonnen wurde, ist im Norden Erbils, im Stadtteil Ankawa, ein Altersheim des christlichen Hilfswerks gebaut worden. Um dieses Altersheim, das für Männer und Frauen je 19 Zimmer hat, ausstatten zu können, sind wir um Hilfe angefragt worden. Mit dem Spendenertrag unseres Jahresprojektes sollen Küche, sani täre Anlagen und Gemeinschaftsräume soweit wie möglich ausgestattet werden. Die Niniveebene ist seit dem ersten Jahrhundert von christlichen Gemeinschaften besiedelt worden. Die Chaldäer sind also, neben den Äthiopiern, die ersten von den Aposteln mit dem Evangelium in Kontakt gebrachten Christen. Sie sprechen bis heute die aramäische Sprache, das ist die Sprache, die auch Jesus gesprochen hat. Diese Gegend, in der auch der Reichtum des Iraks, das Erdöl, gefördert wird, wird von Kurden und christlichen Irakern bewohnt, wobei heute die Kurden immer mehr in der Überzahl sind. Es ist zu hoffen, dass mit Projekten und Hilfsleistungen diese urchristliche Tradition dort erhalten werden kann und die verschiedenen Volksgruppen und Religionen ein friedliches Miteinander finden. Ist es sinnvoll, in ein solches Krisengebiet Geld zu schicken? Besteht nicht die Gefahr, dass dieses Altersheim schnell wieder zerstört wird?
St. Ulrich
Jahresprojekt der Pfarrei St. Ulrich
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St. Ulrich
Jahresprojekt der Pfarrei St. Ulrich Berechtigte Fragen, aber ein Grund pfeiler unseres Glaubens ist die Hoffnung. Wir können nur hoffen, dass unsere Geldspenden dort gut investiert sind und dass der zerbrechliche Frieden in dieser Region hält und auch durch unsere Hilfe dort würdiges Leben wieder möglich wird. Wir danken für jeden Beitrag zum Jahresprojekt.
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In verschiedenen Aktionen trägt unsere ganze Pfarrei zum finanziellen Ergebnis für das Jahresprojekt bei. Einen hohen Anteil am Erfolg hat gewiss der Sponsorenlauf am Oasenfest.
Kalendarium Dezember 2019 1 Sonntag 3 Dienstag
❱ Treffpunkte Zeit-Punkt 5.12. | 12.12. 19.12.19 9.1. | 16.1. | 23.1. 30.1. | 6.2. | 13.2. 20.2. | 27.2.20 Donnerstag, 14.00, Café «Coffeebox», Einkaufszentrum Rosenberg
5 Donnerstag 10 Dienstag 16 Montag 17 Dienstag 21 Samstag 22 Sonntag
24 Dienstag 20
Familienmesse mit HGU-Eröffnung zum ersten Advent, 9.30, Kirche St. Ulrich Taizé-Gottesdienst, 18.00, Kirche St. Ulrich Rorate-Gottesdienst mit anschliessendem Zmorge, 6.00, Marienkapelle St. Ulrich Rorate-Feier am Nachmittag für SeniorInnen, 14.30, Pfarreiheim St. Ulrich Adventsfester mit Fiire mit de Chliine, 17.00, Pfarreiheim St. Ulrich Familienrorate mit anschliessendem Zmorge, 6.00, Marienkapelle St. Ulrich Bussfeier, 15.00, Kirche St. Ulrich Rorate-Gottesdienst mit anschliessendem Zmorge, 6.00, Marienkapelle St. Ulrich Fiire mit de Chline, 10.00, reformierte Dorfkirche Senioren-Weihnachtsfeier mit Krippenspiel und anschliessendem Essen (Anmeldung fürs Essen obligatorisch), 16.00, Kirche St. Ulrich Heiliger Abend, Kinderfeier mit Krippenspiel, 17.00, Kirche St. Ulrich
Krippenspiel in der Seniorenfeier und an Weihnachten
Ein Stern über Betlehem
25 Mittwoch 26 Donnerstag
Weihnachten, Festgottesdienst mit Chor, 10.30, Kirche St. Ulrich Gottesdienst im Altersheim Rosental mit der Gemeinde, 10.00, Altersheim Rosental
Januar 2020 1 Mittwoch 11 Samstag 12 Sonntag 13 Montag 19 Sonntag 20 Montag 26 Sonntag 27 Montag
Neujahrsgottesdienst, 17.00, Kirche St. Ulrich Fiire mit de Chline, 10.00, reformierte Dorfkirche Familienmesse mit Sternsingern, 9.30, Kirche St. Ulrich Ökumenische Erwachsenenbildung, «Was ist Wahrheit?», 19.30, reformiertes Kirchgemeindehaus Feldstrasse Ökumenische Messe im Rahmen der ökumenischen Woche, 9.30, Kirche St. Ulrich Ökumenische Erwachsenenbildung, «Was ist Wahrheit?», 19.30, reformiertes Kirchgemeindehaus Feldstrasse Ökumenische Messe im Rahmen der ökumenischen Woche, 9.30, reformierte Dorfkirche Veltheim Ökumenische Erwachsenenbildung, «Was ist Wahrheit?», 19.30, reformiertes Kirchgemeindehaus Feldstrasse
St. Ulrich
Aufführungen des Krippen spiels am 22. Dezember um 16.00 Uhr in der Senio renfeier und am 24. Dezem ber um 17.00 Uhr in der Kinderfeier an Weihnachten in der Kirche St. Ulrich.
Februar 2020 4 Dienstag 23 Sonntag 26 Mittwoch
Seniorennachmittag, 14.30, Pfarreiheim St. Peter und Paul Familienmesse, «Vater Unser», 9.30, Kirche St. Ulrich Aschermittwoch, Wortgottesdienst, 19.00, Kirche St. Ulrich 21
Thema der Rorate-Gottesdienste
«Verwurzelt Sein» hug | Unser aktuelles Pfarreimotto «Verwurzelt Sein» hat uns auch zur inhaltlichen Gestaltung der diesjährigen Rorate-Gottesdienste inspiriert. Der Tannenbaum gehört fest zum Weihnachtsbrauchtum. Jeder Baum aber hat Wurzeln. So können wir in unseren frühmorgendlichen Gottesdiensten jeweils am Freitag während der Adventszeit um 5.30 Uhr in der durch Kerzenlicht stimmungsvoll erleuchteten Kirche drei unterschiedliche Formen von Wurzeln betrachten. Diese lassen die adventliche Verheissung anklingen: «Aus dem Wurzelstock Isais wächst ein Reis empor.» (Jes 11, 1). In der ersten Feier am 6. Dezember schauen wir auf unsere persönli-
che biografische Gestalt, die viel Ähnlichkeit mit einem Baum hat, und fragen nach den «Wurzeln meines Lebens». Neben Stamm, Ästen, Krone und Früchten, die symbolisch in unserer menschlichen Entwicklung eine Entsprechung finden, können wir in den prägenden Ursprüngen, die unsere Existenz tragen, unsere Wurzeln erkennen. Davon handelt auch die Meditation in der Senioren-Rorate-Feier am Dienstagnachmittag, 3. Dezember, in St. Ulrich (mit anschliessendem gemeinsamen Zvieri). Auch unseren Glauben verdanken wir Menschen und Erfahrungen, die in unserem Dasein unauslöschbare Spuren hinterlassen haben. So sind in uns die «Wurzeln des Glaubens» gewachsen – das Thema am 13. Dezember. Diese tiefe innere Verwurzelung gibt unserem Leben Halt und lässt es auch in Stürmen bestehen. Als Drittes steht der Stammbaum Jesu am 20. Dezember im Zentrum. Seine Herkunft aus den biblischen Vorfahren des Ersten Bundes bildet die «Wurzel der Menschwerdung». Es ist faszinierend, wie sich Gottes Nähe im Christkind schon längst in der Geschichte der Menschheit und besonders seines auserwählten Volkes auf vielfältige Weise vorbereitet hat. Danach sind jeweils alle zum Zmorge im Pfarreiheim eingeladen.
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Die Blume aus dem toten Stamm, Sieger Köder 22
Johann Nepomuk Hummel: Messe in B-Dur
Feierlicher Weihnachtsgottesdienst Hansueli Bamert | Im Weihnachtsgottesdienst, am 25. Dezember um 9.30 Uhr, singt der Kirchenchor St. Peter und Paul die Messe in B-Dur von Johann Nepomuk Hummel (1778 –1837). Mit von der Partie sind auch dieses Jahr ein reich besetztes Orchester und GesangsolistInnen. Hummel war Haydns Nachfolger am Hof des Fürsten Esterházy. Auch wenn er nicht zu den ganz grossen Namen der Musikgeschichte gehört, ist Hummels Messe in B-Dur eine wahre Trouvaille. Die Tonsprache öffnet das Tor
weit von der Klassik zur Romantik. In einer persönlichen Tonsprache deutet der Komponist den Messetext aus. Das Gloria erscheint in einer glanzvollen festlichen Pracht. Daneben sorgt die reiche harmonische Gestaltung der Messe für besinnliche und überraschende Momente, die dem gottesdienstlichen Geschehen einen besonderen Farbenreichtum verleihen. Wir freuen uns sehr, mit dieser Messe einen Teil zu einem berührenden Weihnachtsfest beizutragen.
Wochenendstube an der Wartstrasse 11
Öffnungszeiten während der Feiertage Samstag 21. Dezember
16.00 – 20.00 Uhr
Sonntag 22. Dezember
15.00 – 19.00 Uhr
Dienstag 24. Dezember
Heiligabend Essen mit verbindlicher Anmeldung
17.00 – 20.00 Uhr
Mittwoch 25. Dezember
Weihnachten
16.00 – 20.00 Uhr
Samstag 28. Dezember
16.00 – 20.00 Uhr
15.00 – 19.00 Uhr
Sonntag
29. Dezember
Dienstag 31. Dezember
Silvester geschlossen
Mittwoch
Neujahr geschlossen
1. Januar 2019
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ACAT – Kampagne zum Welttag gegen die Todesstrafe
Mitgehangen – Kinder der Todesstrafe Alice Gisler | Ein Todesurteil hat immer auch Folgen für die Angehörigen der Verurteilten. Der diesjährige Welttag gegen die Todesstrafe vom 10. Oktober beleuchtete die Situation von Kindern, deren Eltern zum Tod verurteilt oder hingerichtet wurden. Diese Kinder werden für etwas bestraft, mit dem sie nichts zu tun haben. Das Thema hat insofern mit uns zu tun, dass die Todesstrafe vielleicht in einem von uns besuchten Ferienland existiert oder dadurch, dass es auch in der Schweiz Stimmen gibt, welche eine Wiedereinführung der Todesstrafe fordern. Die Todesstrafe trifft unverhältnis mässig viele Arme und Personen aus ethnischen und religiösen Minderheiten, wie die UN-Sonderbeauftragte zu Gewalt gegen Kinder schreibt. Die Diskriminierung macht es überdies oft sehr schwierig, Ersatz-Betreuende zu finden, welche sich um Kinder von zum Tod verurteilten Eltern kümmern.
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Winnie Ndago aus Uganda erzählt: «Mein Vater wurde 2012 zum Tod verurteilt. […] Dorfbewohner sagten, wegen unseres Vaters sei jedes Mitglied der Familie ein Mörder. […] Keiner von uns ging noch zur Schule, weil der Vater im Gefängnis sass. Jedes Mal, wenn ich andere Kinder morgens zur Schule gehen sah, rollten mir die Tränen über die Wangen. […] Jemanden umzubringen löst das Problem nicht, denn Massnahmen, um die Kinder eines zum Tod Verurteilten zu unterstützen, werden nicht getroffen.» Die Todesstrafe schafft neue indirekte Opfer unter den Angehörigen der Verurteilten. Der Todestrakt ist in der Regel ein Hochsicherheitsbereich, in dem die Kontakte zwischen Insassen und ihren Angehörigen eingeschränkt sind. Dies verstösst gegen das Recht der Kinder, mit ihren Eltern in Kontakt zu bleiben (Artikel 9 der von praktisch allen Staaten ratifizierten UN-Kinderrechts- konvention). Der allfällige Besuch bei einem Elternteil im Todestrakt ist ein traumatisierendes Erlebnis. Das Todes urteil gegen Vater oder Mutter kann das Vertrauen des Kindes in den Staat schmälern und anstelle des Gefühls von Sicherheit kann Wut aufkommen.
Ausblick ins neue Jahr
Bernadette Gantner | Zu der diesjährigen offenen Sitzung des Pfarreirates konnte Hugo Gehring im Pfarreisaal 18 Vertreterinnen und Vertreter der verschiedenen Vereine und Gruppierungen begrüssen. Als besinnliche Einstimmung betrachtete er den eindrücklichen grossen Wandteppich, der den «Sonnengesang» – den bekannten Lobpreis des heiligen Franz von Assisi auf die Schönheit der Schöpfung – darstellt. Das Haupttraktandum bildete die Grobplanung der Pfarreianlässe im kommenden Jahr. Es sind dies (Änderungen vorbehalten): Fr 17. Januar, 18.00, Mitarbeitenden- Gottesdienst, anschliessend Dankes-Essen So 19. Januar, 10.00, ökumenischer Gottesdienst in der reformierten Stadtkirche Mi 29. Januar, 19.30, Informations abend Exerzitien im Alltag So 23. Februar, 19.30, Jugend gottesdienst mit Firmanmeldung So 8. März, 12.15, Suppenzmittag am zweiten Fastensonntag So 5. April, 9.30, Familiengottesdienst zum Palmsonntag, Chilekafi So 12. April, 9.30, Oster-Festgottesdienst So 17. Mai, 9.30, Erstkommunion Do 21. Mai, Auffahrt, Pfarreiausflug Di 2. Juni, 20.00, Kirchgemeindeversammlung Fr 5. Juni, lange Nacht der Kirchen
So 7. Juni, 11.15, HGU-Abschluss- Gottesdienst So 14. Juni, 9.30, Firmung mit Abt em. Daniel Schönbächler, Disentis So 21. Juni, 9.30, Festgottesdienst zum Patrozinium So 28. Juni, 11.00, ökumenischer Albanifest-Gottesdienst Sa 4. Juli, 18.00, Familiengottesdienst zum Schuljahresende, Sommernachtsfest So 23. August, 11.30, Gottesdienst im Freien, Grillplausch So – So 6. – 13. September, ökumenische Woche So 27. September, 11.15, Erntedank- Familiengottesdienst Sa – Sa 3. – 10. Oktober, Pfarreireise nach Sizilien So 25. Oktober, 19.30, Jugendgottesdienst, Eröffnung von Projekt unti und Firmkurs So 8. November, 17.00, Mitenand- Gottesdienst, Castagnata Sa – So 28. – 29. November, Advents aktion Di 1. Dezember, 20.00, Kirchge meindeversammlung So 6. Dezember, 9.30, HGU-Eröffnungs-Gottesdienst, Chilekafi
aus dem Pfarreirat
Offene Sitzung vom 11. September
Herzlichen Dank an alle, die sich in verschiedener Weise in der Pfarrei aktiv engagieren und so zu einem leben digen Miteinander beitragen. Die nächste offene Sitzung findet am Mittwoch, 16. September 2020, um 19.30 Uhr im Pfarreiheim statt.
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Zuhause im Spital?
Claudia Gabriel ist neu wieder im KSW ❱ Claudia Gabriel
aus der Spitalseelsorge
ist seit dem 1. November Spitalseelsorgerin am KSW.
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Claudia Gabriel | Ich gehe sehr gerne ins Spital (natürlich am liebsten als Besucherin!). Für mich riecht es dort irgendwie anheimelnd und der quirlige Betrieb mit so vielen Professionen unter einem Dach beeindruckt mich stark. Ab dem 1. November zieht es mich zurück an diesen Ort, der mir seit der Kindheit vertraut ist. Schon damals, als ich das Kantonsspital Winterthur als kleine Patientin kennen lernte, faszinierte mich der Ort, obwohl ich natürlich auch Angst davor hatte. Denn nach meiner Augenoperation im Alter von vier Jahren durften meine Eltern mich zwei Wochen lang nicht besuchen. Trotzdem entschloss ich mich, nach mehreren Spitalaufenthalten als Patientin, als junge Frau nach der Matura zur Ausbildung als Pflegefachfrau. Die Arbeit mit kranken Menschen erschien mir zwar herausfordernd, aber auch bereichernder als ein Studium. Mein Berufswunsch stellte sich als Voll treffer heraus, denn der Umgang mit Menschen liegt mir bis heute mehr als trockene Theorie. Ich möchte diese Lebenserfahrung, welche mich in verschiedene Spitäler im ganzen Kanton Zürich führte, nicht missen! Nach der Ausbildung kehrte ich gern wieder ins KSW zurück und nutzte die Chance, dort Teilzeit zu arbeiten neben meiner Hauptbeschäftigung als Mutter und Hausfrau. Erst als ich quasi von der Kirche abgeworben wurde und meine Ausbildung zur Katechetin be-
gann, wurde ich dem KSW untreu. Während der letzten Jahre war mir die Kirchgemeinde Winterthur ein sehr guter Arbeitgeber, bei dem ich auf meinem Weg von der HGU-Frau über die Katechetin in der Mittelstufe bis zur Pastoralassistentin viel Unterstützung erleben durfte. Natürlich fällt mir der Abschied von der Pfarrei St. Marien schwer, denn sie war mir in den vergangenen fünf Jahren eine Heimat zum Wohlfühlen geworden und bot mir viel Freiraum zur Nutzung meiner Talente. Nun aber kehre ich mit gespannter Vorfreude in meine alte Heimat zurück, um als Spitalseelsorgerin das KSW noch einmal von einer ganz neuen Seite kennen zu lernen und so meine Erfahrung aus zwei Berufen zu verbin den. Ich hoffe, dass es mir erneut zu einem Zuhause werden kann.
Ökumenische Reise ins Kernland des ältesten Fürstenhauses Europas
Schatzkammer Niedersachsen odu | Vom 5.–11. Oktober erkundeten 35 Angehörige unserer Pfarrei und der Kirchgemeinde Winterthur-Stadt, öku menisch vereint, die Region Hannover. Der Süden der Lüneburger Heide birgt eine Vielzahl kulturgeschichtlicher Zeugnisse der Welfen, des wohl ältesten Fürstenhauses Europas, dessen mächtigster Vertreter Heinrich der Löwe, Rivale Friedrich Barbarossas, war. Als umsichtiger Reiseleiter führte uns der Historiker Peter Niederhäuser, dem vor wenigen Tagen der Kunstpreis der Winterthurer Carl-Heinrich-ErnstStiftung zugesprochen wurde. Niederhäuser, mit der «Schatzkammer Niedersachsen» bestens vertraut, hatte ein Programm zusammengestellt, das die Reiseteilnehmenden mit einigen Residenzstädten der weitverzweigten welfischen Adelsfamilie sowie mit mittelalterlichen Klöstern bekannt machte, die eng mit der Welfenherrschaft verbunden waren. Der «Fürstenhof» in Celle, gut erhaltene Residenzstadt der Herzöge von Braunschweig-Lüneburg, bot uns für die ersten vier Tage ein wahrhaft fürstliches Ambiente. Das Renaissance schloss, die protestantisch-barocke Stadtkirche sowie 600 Fachwerkhäuser zieren bis heute das Stadtbild. In der früheren Zisterzienserabteikirche in Loccum wohnten wir einem lutheri schen Sonntagsgottesdienst mit Taufe bei. Die Klostergebäude dienen heute der niedersächsischen Evangelischen Landeskirche als Ausbildungsstätte für künftige PastorInnen. Der derzeitige Konventsabt Horst Hirschler infor
mierte in launiger Art über die Geschichte und Kunstschätze «seiner» Abtei. Auch die beiden Heideklöster Wienhausen und Ebstorf, ehemalige Zisterzienserinnenabteien aus dem 13. beziehungsweise 12. Jahrhundert, haben, wie Loccum, ihren ursprüngli chen Zweck als – nunmehr evangelische – Andachtsorte bewahrt. In den alten Gemäuern leben alleinstehende, meist ältere Frauen in einer lockeren Lebensgemeinschaft mit christlichem Hintergrund. Ihre Aufgabe besteht darin, die Kunstschätze des Klosters zu betreuen und sie der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. In Wienhausen sind dies, wie wir auf einem geführten Rundgang erfuhren, vornehmlich der mit Fresken vollständig ausgeschmück te Nonnenchor sowie die im Spätmittelalter hier geschaffenen grossflächi gen Wandteppiche. Im Konvent in Ebstorf bestaunten wir die älteste bekannte Weltkarte, als Kopie – das Original ist bei einem Bombenangriff 1943 in Hannover verbrannt. Die Karte (3.6 × 3.6 m), am Ort um 1300 entstanden, zeigt die damals bekannten
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Die Reisegruppe bestaunt die Fachwerkhäuser am Marktplatz in Wolfenbüttel.
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Ökumenische Reise ins Kernland des ältesten Fürstenhauses Europas
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Blick auf den Chor der ehemaligen Zisterzienser abteikirche Riddagshausen
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Kontinente Europa, Afrika, Asien. Das Kartenwerk weist über 2000 Eintragungen zu Ereignissen der Weltgeschichte auf und gibt in einzigartiger Fülle das christlich-europäische Weltbild des ausgehenden Mittelalters – mit Jerusalem im Zentrum – wieder. Die Reise galt selbstverständlich nicht nur der Zeit des Mittelalters. In der Stadt Hannover begegneten wir im Schloss Herrenhausen der Künstlerin Niki de Saint Phalle: Die von ihr gestaltete Grotte im «Grossen Garten» ist ihr letztes realisiertes Grossprojekt. Unser Rundgang durch die barocke Gartenanlage, dem Vorbild Versailles nachgebildet, musste leider ohne bunte Blumenpracht auskommen, hatten die Gärtner die Rabatten doch bereits abgeräumt. Im Neuen Rathaus machte das Stadtmodell von 1945 die Verheerungen durch Fliegerbomben im Zweiten Weltkrieg deutlich, welche die ganze Innenstadt in Schutt und Asche legten. Die Massengräber in der
Gedenkstätte Bergen-Belsen, nahe Celle, wo während der Naziherrschaft über 70’000 Menschen ums Leben kamen, machten betroffen, n achdenklich, schweigsam. Ganz anderer Art waren die Eindrücke, die wir von Wolfenbüttel mitnahmen. Das Schloss im Renaissancestil sowie die klassizistischen Bauten der berühmten Herzog-August-Bibliothek und des Lessinghauses «atmen» den Geist des Humanismus, der Aufklärung. Braunschweig, die Stadt, in der Heinrich der Löwe im 12. Jahrhundert eine imposante Burg und daneben den romanischen Dom, bestimmt als zukünftige Grablege, errichten liess, lag nach dem Krieg ebenso in Trümmern wie Hannover. Nur wenige «Traditionsinseln», nach dem Krieg «original» angelegt, zeugen von dem, was verloren ging. Zum Abschluss der Reise stellte uns der Küster der ehemaligen Zisterzienserabtei Riddagshausen «seine» Kirche mit solcher Begeisterung vor, dass es schwer fiel, nicht von seinem inneren Feuer angesteckt zu werden. Passend zur Klosterlandschaft, die wir auf der Reise kennenlernten, griffen Hugo Gehring und Thomas Plaz jeweils ein Thema aus der Benediktsregel für den «Impuls des Tages» auf. Für das leibliche Wohl war selbstverständlich ebenso gesorgt wie für das geistige. Die Essensportionen hätten den Appetit eines Fuhrknechts spielend zu stillen vermocht. Was bleibt von der Reise? Das Gefühl, vielfach bereichert zu sein: durch die Erweiterung des eigenen Horizonts, durch die reizvolle Natur der Heidelandschaft und durch vielseitige Kontakte untereinander.
Ministrantenlager in Schuttertal-Schweighausen
Schule für Zauberei und Magie mik | Nicht am vom Harry Potter bekannten Gleis 9¾, sondern am Bus parkplatz hinter den Archhöfen warteten 28 MinistrantInnen (künftig als Minis abgekürzt) mit ihren LeiterInnen am Freitag vor den Herbstferien auf die Abfahrt ins Mini-Lager, das unter dem Motto «Schule für Zauberei und Magie» stand. Es nahmen Minis aus verschiedenen Winterthurer Pfarreien teil. In der Woche stand das Mixen und Kreieren von «Zaubertränken», Basteln von Zauberstäben, ein Quidditsch-Turnier und ein Geländespiel auf dem Programm. Auch das gemeinsame Singen am Lagerfeuer und ein Spielabend gehörten dazu. Am Sonntag feierten wir unseren Lagergottesdienst. Der «Schule für Zauberei und Magie» entsprechend gab es auch eine
Nachtaktion und das gemeinsame Kochen im Lager trug zum guten Geist unter den Minis bei. Die vielen schönen Momente, die die Minis untereinander erleben durften, verbinden sie über das Lager hinaus. Mit vielen magischen Eindrücken und wenig Schlaf ging es eine Woche später wieder zurück nach Winterthur.
Gebet am Donnerstag
Schritt für Schritt Ulrike Arens-Fischer | Nicht (mehr) schweigen, nicht ohnmächtig zusehen, etwas gegen den (sexuellen) Machtmissbrauch setzen, uns verbinden, mit allen, die in dieser Kirche geschwisterliche Gemeinschaft und Jesu Nachfolge leben möchten. Hoffnung wachsen lassen durch Verbindung. Das Gebet «Schritt für Schritt» gründet auf eine Initiative der Schwestern im Kloster Fahr, die mittlerweile jeden Donnerstag mit vielen weiteren Gemeinden und Gemeinschaften für
Reformen in der Kirche beten. Das Gebet soll Mut und Zuversicht schenken, den Weg in und mit der Kirche zu gehen. In der Pfarrei St. Peter und Paul finden diese jeden dritten Donnerstag im Monat statt. Wir laden herzlich ein, an diesem Gebet teizunehmen. Das nächste Donnerstagsgebet findet am 19. Dezember um 20.00 Uhr im Chorrraum der Kirche statt. Ab dem neuen Jahr werden wir uns um 19.00 Uhr in der Krypta treffen. 29
Exerzitien im Alltag
Kraftquelle Anni Rickenbacher | Die Exerzitien im Alltag in der Fastenzeit 2020 laden ein, Kraftquellen und Bruchstellen im Leben Raum zu geben und sich in Meditation und Gebet der eigenen Kostbarkeit bewusst zu werden. Wer sich neu für die Exerzitien im Alltag interessiert, ist herzlich zum
Informationstreffen am Mittwoch, den 29. Januar 2020, um 19.30 Uhr eingeladen. Dieses findet in der Krypta St. Peter und Paul an der Tellstr. 11a statt. Weitere Informationen bei Anni Rickenbacher: 079 205 04 62 oder anni.rickenbacher@bluewin.ch.
Zum neuen Jahr
Singen und Schweigen für den Frieden aho | Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen Winterthur lädt am Samstag, 4. Januar 2020 von 16.30 bis 17.20 Uhr in den Rathausdurchgang zu «Singen und Schweigen für den Frieden» ein. Knapp eine Stunde
❱ Anfangs Jahr
im Rathaus durchgang 50 Minuten zu singen, zu beten und zu schweigen für den Frieden hat Tradition.
30
lang zusammenstehen und um Frieden beten in Zeiten von Zerrissenheit und Verachtung und somit ein Zeichen setzten für Respekt und Offenheit mit Gesängen, Schweigen Gebet und Kerzen.
Kalendarium Dezember 2019 1 Sonntag Adventsaktion für die SFS Schule des Vereins Punarjanma von Pater Sunny in Basar, Nordostindien Eltern-Kind-Feier, 11.00, Krypta und Pfarreiheim 3 Dienstag Rorate-Feier für SeniorInnen, 14.30, Pfarreiheim St. Ulrich, anschliessend Zvieri Kirchgemeindeversammlung, 20.00, Pfarreiheim 4 Mittwoch Frauen PP, gemeinsames Guetzlibacken, 14.00, Jugendtreff 8 Sonntag HGU-Eröffnungsgottesdienst, 9.30, anschliessend Chilekafi 11 Mittwoch Frauen PP, Adventsfeier, 17.00, Pfarreiheim 16 Montag Albaniclub, Gottesdienst und Adventsfeier, 19.00, Kirche und Pfarreiheim 18 Mittwoch Adventsfeier für Menschen mit kleinem Budget, 18.00, Pfarreiheim 22 Sonntag Vorweihnächtliche Seniorenfeier mit Krippenspiel, 16.00, St. Ulrich 23 Montag Bussfeier, 15.00, St. Ulrich Bussfeier, 20.00, St. Peter und Paul 24 Dienstag Familiengottesdienst mit Kinderchor, 17.00 Christmette mit feierlicher Weihnachtsmusik, 22.30 25 Mittwoch Weihnachts-Festgottesdienst, 9.30, der Kirchenchor singt die Messe in B-Dur von Johann Nepomuk Hummel
❱ Termine Weihnachtsferien 21.12.19 bis 5.1.20 Sportferien 1.2. bis 16.2.20 aktuelle Termine www.peterundpaul.ch
Fortsetzung siehe Rückseite
Ökumenischer Gottesdienst zur Gebetswoche für die Einheit der Christen (18. – 25. Januar 2020)
Sonntag, 19. Januar, 10.00 Uhr Ort
Liturgie und Predigt Musikalische Gestaltung
Reformierte Stadtkirche Thomas Plaz, Pfarrer an der Stadtkirche Stefan Staubli, Pfarrer in St. Peter und Paul Es singt die Kantorei der Stadtkirche zusammen mit dem Kirchenchor St. Peter und Paul (unter Leitung von David Bertschinger und Hansueli Bamert) Anschliessende Einladung zum Apéro / Chilekafi ins Alte Pfarrhaus
AZB
8400 Winterthur
Fortsetzung von Seite 31
❱ Treffpunkte
Kalendarium
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Rorate-Gottesdienst 6.12.| 13.12.| 20.12.19 Kirche, 5.30, anschliessend Frühstück Taizé-Gottesdienst 15.12.19 | 19.1.| 16.2.20 Kirche, 19.30 Taizé-Abendgebet 3.12.19 | 7.1.| 4.2.20 Krypta, 19.00 Bibel-Teilen 19.12.19 | 23.1.| 27.2.20 Pfarreiheim, 20.00 Donnerstagsgebet «Schritt für Schritt» jeden 3. Donnerstag im Monat, Kirche, 20.00 ab 2020: Krypta, 19.00 Meditatives Kreistanzen 2.12.19| 8.1.| 17.2.20 Pfarreiheim, 20.15 Zischtig-Zmittag jeden Dienstag Restaurant Bodega, 12.00 Gebetsgruppe «Ichthys» jeden Dienstag Krypta, 19.00 Gebetsgruppe «Brennender Dornbusch» jeden Mittwoch Krypta, 7.15
Januar 2020 4 Samstag 8 Mittwoch 13 Montag 15 Mittwoch 17 Freitag 19 Sonntag 22 Mittwoch 26 Sonntag 28 Dienstag 29 Mittwoch 31 Freitag
Beten, Singen und Schweigen für den Frieden, 16.30, Rathausdurchgang Frauengottesdienst, 8.30, anschliessend Kaffee, Pfarreiheim Frauen PP, gemeinsames Essen, 18.00, Jugendtreff Frauen PP, Nachmittagswanderung, Rundwanderung Brütten Mitarbeitenden-Gottesdienst, 18.00, anschliessend Dankes-Essen, Pfarreiheim Ökumenischer Gottesdienst, 10.00, reformierte Stadtkirche Filmkafi am Nachmittag, Kinobesuch und Gespräch Eltern-Kind-Feier, 10.00, Krypta und Pfarreiheim Frauen PP, Helvetas-Ausstellung zum Thema Glück, nachmittags, Naturama Aarau Informationsabend zu den Exerzitien im Alltag, 19.30, Krypta FamA, Tschechisches FilmAbendEssen, 18.30, Jugendtreff
Februar 2020 4 Dienstag 17 Montag 19 Mittwoch 23 Sonntag 26 Mittwoch 29 Samstag
Seniorennachmittag, 14.30, Pfarreiheim Frauen PP, Vortrag von Betty Zuaboni «Die Kraft und der Zauber des Lächelns», 14.00, Pfarreiheim Frauen PP, Nachmittagswanderung ab Station Glatt felden der Glatt entlang Jugendgottesdienst mit Firmanmeldung, 19.30 Aschermittwoch, Gottesdienste 8.30 und 19.30 mit Austeilung der Asche Ehevorbereitungskurs, Pfarreiheim