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Pfabü Nr. 116

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Grenzen ßberwinden Oktober – November 2014

Pfarreibulletin St. Peter und Paul St. Ulrich


Editorial

Liebe Leserin Lieber Leser Pfarreibulletin 116

❱ Impressum Herausgeber Pfarrei St. Peter und Paul und St. Ulrich, Winterthur Auflage 2600 Exemplare EmpfängerInnen Angehörige der Pfarreien Redaktion / Gestaltung Otto Dudle |odu Hugo Gehring |hug Andrea Holenstein |aho Rainer Holenstein |rho Andreas Jawork |aja Walter Okle |wok Giovanni Schäfli |gio Stefan Staubli |sts Redaktionsadresse Andrea Holenstein Lärchenstrasse 34 8400 Winterthur Telefon 052 203 11 81 Mail: andrea.holenstein@greenmail.ch PC-Nr. 84-44650-2 Adressverwaltung Pfarramt St. Peter & Paul Tellstrasse 7 8400 Winterthur Telefon 052 269 03 70 Druck und Versand Sailer Druck GmbH 8402 Winterthur Erscheinung viermal jährlich

«Grenzen überwinden» – so lautet das Thema dieser Pfabüausgabe. Ohne mein Dabeisein wurde mir an der vorbereitenden Sitzung dieses Editorial übertragen. Ob das bereits unter das Kapitel Grenzüberschreitung respektive Grenzverletzung gehört? Jetzt wieder ganz ernsthaft weiter: Begründet wurde dieser Arbeitsauftrag an mich mit der Feststellung, dass ich doch über die Pfarreigrenzen von St. Peter und Paul hinaus unterwegs sei als «priesterlicher Zigeuner», wie ich mich gerne selber bezeichne. Nun ja, Pfarreigrenzen in einer Stadt mit mehreren Pfarreien sind natürlich nicht dasselbe wie eine Kantonsgrenze, wo hüben und drüben manches anders läuft. Der Kantönligeist lässt grüssen! Und so möchte ich mich nicht gleich als pfarreilicher Grenzgänger bezeichnen, nur weil ich über die Pfarreigrenze hinweg unterwegs bin. Und wenn schon, dann sind wir alle Grenzgänger und Grenzgängerinnen in vielerlei Hinsicht. Unserem Leben sind beispielsweise Grenzen gesetzt und wir haben Grenzen zu setzen, manchmal zu überwinden und vielleicht sogar fallen zu lassen. Und dann stossen wir wieder an Grenzen, die unverrückbar scheinen. Ein anderes Mal freuen wir uns mit, wenn im Sport eine Grenzmarke überboten und ein neuer Rekord erlaufen wird. Ja, es kann hart sein, sich und anderen eigene Grenzen einzugestehen und es ist gar nicht so einfach, sich abzugrenzen gegenüber Ansprüchen, die zur Überforderung werden. Dann müssten wir reden von den Grenzen des Wachstums, nichterneuerbarer Energieträger, des Ökosystems… Schliesslich hoffen wir, dass sich selbst die Grenze des Todes noch einmal als Durchgang zu einem neuen Leben erweist. Ja, unser Leben kann nur gelingen, wenn es innerhalb bestimmter Grenzen gelebt wird – wobei hier das Überschreiten von Grenzen mit inbegriffen ist. Allerdings scheinen wir heute in einer Welt der völligen Entgrenzung zu leben: Entfernungen, die vor wenigen Jahrzehnten noch Tagereisen bedeuteten, legen wir heute in Stunden zurück. Informationen, die früher mühsam zu erlangen waren, sind heute auf Knopfdruck zugänglich. Regeln und Konventionen, die für unsere Eltern noch Gesetz waren, sind jetzt Gegenstand freier Vereinbarung. – All das geht nicht spurlos an uns vorüber. So entsteht in manchen Köpfen und Herzen die Fiktion eines Menschen ohne Grenzen. Das der riesige Spannungsbogen unter dem diese Pfabüausgabe steht. Setzen Sie Ihrer Leselust und Neugier keine Grenzen, lesen Sie sich durch. Für die Redaktion

Stefan Staubli


Visualisierung des Begriffes Grenze

Eine Reflexion zum Pfarreimotto Manuela Fischer (Grafikerin aus Winterthur und Mitsingende im Kirchenchor) hat das Buchzeichen für die Kirchengesangsbücher und das Banner zum aktuellen Pfarreimotto kreiert. Im Folgenden ihre Gedanken dazu. Manuela Fischer| Das Pfarreimotto ist aus dem verbalen Raum in einen visuellen Denkraum getreten. Auf Buchzeichen und Banner erscheint eine assoziative Bildsprache – eine Bildsprache die den Begriff Grenze visualisiert. Das Wasser – des Flusses – als zu überwindende Grenze ist ein urmenschliches Bedürfnis. Entdecker haben die Weltmeere überquert auf der Suche nach Neuland und sind über den «Weltenrand» hinausgesegelt. Ich vermute, dass jedem Menschen ein anderes inneres Bild erscheint wenn er «Grenzen überwinden» liest. Mag es eine Landesgrenze, eine Staatsgrenze, eine Baumgrenze, eine Eigentumsgrenze, eine Kulturgrenze, eine Bewusstseinsgrenze oder aber

eine Begrenzung der körperlichen Fähigkeiten, die sich je nach Veranlagung, Alter oder Möglichkeiten richtet, sein. Eine Grenze ist der Rand eines Raumes und damit immer ein Trennwert, eine Trennlinie oder eine Trennfläche, sie kann geometrisch oder nichtgeometrisch sein. Grenzen ordnen unser Leben, können geöffnet oder überwunden werden, aber auch unüberwindbar bleiben. Grenzen überwinden ist also nicht nur ein Pfarreimotto sondern könnte auch eine vielschichtige Lebensaufgabe sein. – Eine herausfordernde Aufgabe, die unseren Lebensweg beweglich und aktiv macht und immer das (Menschen-)Verbindende im Fokus behält.

❱ Das neue Buchzeichen im Gesangbuch zum Pfarreimotto

Vor 25 Jahren: der Fall der Berliner Mauer

Eine Grenze verschwindet odu| Der Fall der Berliner Mauer gehört für mich zu jenen seltenen Ereignissen, bei denen ich mir während des Erlebens unmittelbar bewusst war, Zeuge eines historisch einmaligen Augenblicks zu sein. Der denkwürdige Abend des 9. November 1989 hat sich fest in meiner Erinnerung

eingebrannnt. Innert Stunden überwand ein Volk eine Grenze, die über Jahrzehnte als eine der meistgesicherten der Welt galt. Für das Geschehen, das ich vor 25 Jahren gebannt am Fernsehen verfolgte, gab es damals nur ein Wort: «Wahnsinn!».

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Grenzen überwinden ❱ Plötzlich ist die Grenze offen

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Vor 25 Jahren: der Fall der Berliner Mauer

Vorgeschichte Selbstverständlich hatte sich die Umwälzung in jener Nacht nicht aus heiterem Himmel vollzogen. Ein halbes Jahr zuvor, am 2. Mai, hatte Ungarn angefangen, seine Grenzsperren nach Österreich abzubauen. Im Sommer weilten, wie jedes Jahr, tausende Urlauber aus der DDR in Ungarn. Von ihnen suchte eine wachsende Zahl Zuflucht in der deutschen Botschaft in Budapest oder weigerten sich schlicht, in ihre Heimat zurückzukehren. Als bekannt wurde, dass am 19. August an der ungarisch-österreichischen Grenze bei Sopron ein «paneuropäisches Picknick» veranstaltet und ein Grenztor symbolisch geöffnet werden sollte, benützten mehr als 600 Personen die Gelegenheit zur Flucht in den Westen. Es war dies der Auftakt zu einer langen Reihe dramatischer Ereignisse, die schliesslich zum Fall des Eisernen Vorhangs und zum Ende des Kalten Krieges führten. Nach der vollständigen Öffnung der ungarisch-österreichischen Grenze am 11. September übersiedelten allein bis zum Monatsende 30 000 «Republikflüchtlinge» aus der DDR in die Bundesrepublik. Zur

gleichen Zeit wurden in Prag und Warschau die Botschaftsgebäude der BRD von tausenden ausreisewilliger Ostdeutscher regelrecht belagert. «Wir sind das Volk» In Leipzig demonstrierten derweil, im Anschluss an das jeden Montag in der Nikolaikirche anberaumte Friedensgebet, Menschen aus allen Schichten für Reisefreiheit und Bürgerrechte. Am 7. Oktober wurde der 40. Jahrestag der Gründung der DDR in Ostberlin mit üblichem Pomp gefeiert, obwohl der Staat, wirtschaftlich längst am Abgrund, vor dem finanziellen Ruin stand. Die Ablösung Erich Honeckers als Generalsekretär des Zentralkomitees der SED durch Egon Krenz am 17. Oktober vermochte die anschwellende


Der 9. November Unter dem Druck der Strasse rief das ZK der SED seine Mitglieder für den 8. November zu einer dreitägigen Sondersitzung zusammen. Am zweiten Sitzungstag las Egon Krenz, von der Tagesordnung abweichend, gegen 16 Uhr einen im Ministerrat, dem höchsten Exekutivorgan des Staates, erarbeiteten Vorschlag einer Verordnung zur «Frage der Ausreisen» vor. Das Dekret, unklar, gar widersprüchlich formuliert, erlaubte weitgehende Reisefreiheit. Die vom ZK genehmigte Verordnung sollte anderntags in Kraft treten. Um 18 Uhr fand eine im DDRFernsehen übertragene Medienkonferenz statt, an der Günter Schabowski, erst seit drei Tage als Regierungssprecher im Amt, über die neue Reisefreiheit informierte. Auf die Rückfrage eines Journalisten, ab wann die neue

Regelung gelte, antwortete Schabowski, unsicher in seinen Notizen blätternd: «Sofort». Er bestätigte ausserdem, dass Reisen auch über die Grenzübergangsstellen zu Westberlin efolgen könnten. Nun überstürzte sich die Entwicklung. Die ARD-Tagesschau verbreitet um 20 Uhr die Meldung: «DDR öffnet ihre Grenzen». Daraufhin beginnen die Menschen in Scharen zu den Grenzübergängen zu strömen. Am Übergang Bornholmer Strasse entsteht eine gefährliche Situation, weil der diensttuende Offizier noch keine Verhaltensanweisung erhalten hat. Dieser weiss sich nur dadurch zu helfen, dass er die Schranke öffnet. Was darauf folgte, ist bekannt: Entlang der Grenze von Bayern bis zur Ostsee fallen sich wildfremde Menschen aus Ost und West euphorisch in die Arme. Wachttürme, Stacheldrahtzaun, Selbstschussanlagen, Todesstreifen – der ganze Wahnsinn hat ausgedient. Männer und Frauen erklettern die Mauer. Einst gebaut, um zu trennen, beflügelt sie jetzt den Ruf nach Einheit. Ein Jahr später tritt die DDR der Bundesrepublik bei. Seitdem ist die innerdeutsche Grenze Geschichte.

❱ Die Mauer fällt

Grenzen überwinden

Protest- und Demonstrationslawine im Land nicht zu stoppen. Am 4. November versammelte sich eine halbe Million Menschen auf dem Alexanderplatz in Berlin. Zu der Kundgebung hatten Intellektuelle, Schriftsteller, Künstler der Bürgerbewegung «Demokratie jetzt» aufgerufen. Vor dem Palast der Republik, Symbol der Volkssouveränität, skandierte die Menge: «Wir sind das Volk». Der Schriftsteller Stefan Heym schrieb über diesen Tag: «Es ist, als habe einer die Fenster aufgestossen nach all den Jahren der Stagnation – der geistigen, der wirtschaftlichen, der politischen, nach all den Jahren der Dumpfheit und des Miefs, des Phrasengewäschs und bürokratischer Willkür.»

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Grenzen überwinden ❱ Die Menschen in der DDR solidarisierten sich und gingen auf die Strasse

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Andreas Jawork hat als Zehnjähriger den Mauerfall erlebt

Wie war das denn in der DDR, der Mauerfall und so? Erzähl doch mal, werde ich hin und wieder gefragt und aufgefordert von meinen Erfahrungen und Eindrücken vom Mauerfall zu berichten. aja| Ja, ja damals, so beginne ich oft. Noch keine elf Jahre alt, doch das Interesse an den grossen Dingen, und die Lust etwas zu bewegen pulsierte schon in meinen Adern. So beschloss ich, die politische Wende einzuleiten, äähmmm zumindest mitmachen durfte ich. Später führte dies dazu, dass sogar die Mauer gefallen ist. Wie ging das, was hast du angestellt? Waffen oder Musik zum Tanzen organisieren war aufwändig. Da jedoch viele, so wie ich, Kerzen zu Hause hatten, verabredeten wir uns zu einer Menschenkette und brachten die Kerzen mit. Ich kann mich gar nicht erinnern, wie wir abgemacht haben. Telefone hatten noch Schnur und es

gab im Dorf gerade zwei dieser Fernmeldeapparate. Offenbar war es auch ohne Facebook und WhatsApp möglich. Es hat geklappt. Wir also da, unangemeldet, an der Autobahn, Kerze in der Hand und geleuchtet was das Zeug hält. Ich kann mich nicht an Polizei erinnern. Solche Menschenketten sind halt auch schwer einzukesseln. Es war für mich total beeindruckend, wie sich fremde Menschen die Hand geben und spüren, wir gehören zusammen – alle für einen, einer für alle! Als Kind wusste ich nicht, was in der DDR schief lief, es war eher ein Gefühl, welches die Erwachsenen mich spüren liessen. So haben wir uns solidarisiert und sind für Menschlichkeit auf die Strasse gegangen, mit einer Kerze in der Hand – Freiheit. Es ging dann recht schnell, plötzlich, war die Mauer einfach so weg. Schon bald sind wir mit dem Trabbi (Volkswagen des Ostens) aufgebrochen, um mal zu gucken, was hinter der Mauer ist. Und? Ich war völlig überrascht! Ganz normale Menschen, jedenfalls nicht der aus dem Schulunterricht vertraute Feind. Ich war zehn und rückblickend, kam vieles gut. Als Schüler hatten wir den Freiraum unseren eigenen Weg zu


Was ist für dich bis heute das Unglaublichste? Mein Gedächtnis hat sich diese Zeit so zurechtgelegt, dass ich mich an keine Opfer der Wende 1989 erinnern kann. Es war irgendwie Frieden, Versöhnung, Gemeinschaft… Es gab keine übermässigen Vorwürfe gegen ehemalige Mitarbeiter der Staatssicherheit und des Staates. Da wurde nicht in den Fehlern der Ver-

gangenheit gebohrt, der Blick war offen in die Zukunft gerichtet. Sicher standen viele vor riesigen Herausforderungen, die schneller oder langsamer bewältigt werden mussten. Massive Unterstützung gab es aus Westeuropa. Nicht nur finanziell, sondern Menschen haben ihre Heimat verlassen, um bei uns in Ostdeutschland etwas aufzubauen. Da kamen keine Sanktionen, Strafen oder Beschimpfungen, sondern Hilfe. Was freut dich denn rückblickend? Ich glaube, wir waren damals schon ganz nahe an dem was Christus wollte. Es kommt schon gut.

Die grösste Grenzüberschreitung des frühen Christentums

Türen auf für die Heidenchristen hug| In einer Morgenmesse im vergangenen Mai hat Papst Franziskus zum grössten Problem der jungen Kirche gepredigt: der Zulassung von Nicht-Juden (= «Heiden») zur Taufe. Er hat dazu einen witzigen Vergleich gebraucht: Wenn heutzutage Marsmännchen zu uns kämen (wörtliches Papst-Zitat: «die grünen Männchen mit den langen Nasen und den grossen Ohren, wie sie die Kinder zeichnen») und die Taufe wünschten, dürften wir sie ihnen verweigern? Natürlich ist der Papst der Meinung: Nein! Denn das frühere niedrige Weiheamt des «Türstehers» («Ostiariers»)

beinhalte nur den Auftrag des Öffnens, nie des Ausschliessens. Auf fantasievolle Weise hat so Franziskus die bedeutendste Frage der ersten Christen in unsere heutige Zeit übertragen. Damals bestand die Kirche nur aus bisherigen Juden, die sich taufen liessen, war also eine Reformbewegung innerhalb des Judentums. Paulus aber hat auf eigene Initiative begonnen, das Evangelium auch «Menschen aus den Völkern» zu predigen. Das führt zum ersten dramatischen Konflikt in der christlichen Gemeinschaft: Müssen diese Neubekehrten zuerst Juden werden durch

Grenzen überwinden

entdecken – keine besserwissenden Lehrer. Die waren aufgrund des Systemwechsels verunsichert und mussten sich erst einmal selbst neu zurecht finden.

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Grenzen überwinden

Die grösste Grenzüberschreitung des frühen Christentums

Beschneidung, oder gibt es die Taufe ohne diese Vorbedingung? Dazu gibt es keine Weisung des Herrn. Denn der irdische Jesus kannte diese Situation nicht. Er hat wohl an einigen Stellen Grenzen überschritten: Ein paarmal zu den eigentlich verhassten Leuten aus Samaria, den Samaritern, einmal gegenüber einem römischen Hauptmann, dessen Glauben er gerühmt hat (eine schier unvorstellbare Aussage zur damaligen Zeit), dann in der Begegnung mit einer syrophönizischen oder kanaänitischen Frau (vorisraelitische Bevölkerung), von der er sich überzeugen

liess, dass auch diese Fremde von einem echten Glauben getragen ist. Wie geht die unerfahrene Glaubensgemeinschaft der Christen mit dieser Zerreissprobe um? Sie beruft eine Zusammenkunft der Hauptexponenten des Streites ein (das sogenannte «Apostelkonzil») und lässt die 8

Argumente aufeinander prallen. Nach den Reden wird eine Entscheidung getroffen: «Der Heilige Geist und wir haben beschlossen…» (Apg 15,28) Tatsächlich ist dies der Weg der Kirche Jesu Christi bis heute: In vielen Fragen, für die es keine klare Lösung von der biblischen Botschaft her gibt, muss sie sich der Führung des Heiligen Geistes anvertrauen und durch Beratung in synodalen bzw. konziliaren Prozessen den Willen des Herrn herausfinden. Irgendwann braucht es einen Beschluss. Auch in der Kirche gibt es dafür kein besseres Instrument als die Abstimmung in der Hoffnung auf möglichst hohe Einmütigkeit. Mit der Entscheidung, Heiden zur Taufe zuzulassen, hat die frühe Christenheit die Weichenstellung mit der grössten Tragweite getroffen. Erstmals in der Geschichte der Menschheit überschreitet eine Religion die Grenzen von Ethnien, von Völkern. Bisher war die Verehrung von Göttern bzw. Gott immer volksgebunden. Mit der Ausbreitung des Christentums hat dieser Glaube eine Gemeinschaft gebildet, die sich aus vielen Völkern zusammensetzt und als Voraussetzung das Mensch-Sein hat. Das ist damals (und eigentlich bis heute) eine Sensation gewesen. Und wenn die Marsmännchen kämen, wäre die Voraussetzung zur Taufe das vernunftbegabte und liebesfähige GeschöpfSein. Doch zuvor könnte unsere Kirche meines Erachtens noch ein paar andere, näherliegende Grenzen überschreiten …


Begrenzte Begegnungen Ursmar Wunderlin| In der Praxis meines Hausarztes habe ich einen Flyer mit dem Text: «Warum gibt es so viele Krankheiten, aber nur eine Gesundheit?» gesehen. Ja, die heutige Medizin hat vieles möglich gemacht in der Behandlung von verschiedensten Krankheiten. Aber Wunder liegen auch heute nicht in der Macht und freien Verfügbarkeit der Behandelnden und Pflegenden. An diese Grenzen stossen auch wir Seelsorgenden – was sehr schmerzt. Gerne würden wir an diesen Grenzen rütteln, sie verschieben und ausweiten, wenn PatientInnen krankheits- oder unfallbedingt ins Spital eingewiesen werden und die Angehörigen verzweifelt um Hilfe rufen oder den Vorwurf machen: «Warum handelt ihr nicht schneller?» Vieles hat sich verändert im Krankenhauswesen, vieles hat sich verändert in den 45 Jahren meiner Tätigkeit als Spitalseelsorger. Die Aufenthaltsdauer der PatientInnen im Spital ist um die Hälfte gesunken – eine Folge neuer Operations- und Heilungsmethoden, aber auch eine Folge der Politik: Die Ausheilung von Krankheiten und Operationen erfolgt nicht mehr im Spital, das ist viel zu teuer!

Sie wird an Reha-Kliniken und Pflegeheime delegiert. Dies begrenzt aber auch die Möglichkeiten der seelsorgerlichen Begleitung: Wo wir früher PatientInnen zwei- bis dreimal ansprechen konnten, da treffen wir sie heute ein- bis zweimal an – oder gar nicht. Dass diese begrenzten Begegnungen trotzdem fruchtbringend sind, verlangt von den Seelsorgenden erhöhte Wachsamkeit, Mitgefühl und Hilfsbereitschaft. Gegen diese Grenzen zu opponieren, hilft und verändert nichts. Die Zeit ist nun mal schnelllebiger geworden und die Menschen werden älter – auch eine Form der Verschiebung der Grenzen. Aber aufheben oder überwinden werden wir sie nie. Eine andere Grenze erfahre ich in der Spitalseelsorge in der persönlichen Einstellung von PatientInnen gegenüber der Religion. «Der Glaube ist für mich kein Problem, aber die religiösen Praktiken und die Kirche als Institution sind kein Thema.» Mit solchen Aussagen werde ich heute viel öfter konfrontiert als vor 30 Jahren. Diesen Raum des Glaubens zu respektieren, ist auch Aufgabe der Spitalseelsorgenden heute.

aus der Spitalseelsorge

Grenzen erfahren in der Spitalseelsorge

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Grenzen überwinden ❱ 30 Säulen der Menschenrechte des Künstlers Anton Zanvit als Wanderausstellung unterwegs

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Zum Menschenrechtstag am 10. Dezember

Interreligiöser Dialog Grenzen überwinden, was heisst das in Bezug auf den interreligiösen Dialog? Für mich sind zwei Stichworte wichtig: Einerseits braucht es regelmässige Begegnungen und anderseits sollten diese auf einem gemeinsamem Boden stattfinden. Zita Haselbach| Menschliche Begegnungen, die einmalig bleiben, führen nicht wirkungsvoll zu einem Dialog. Es sind vielmehr wiederholte, institutionalisierte Begegnungen nötig. Auf diesem Weg ist unsere innerchristliche Ökumene gewachsen. Der gemeinsame Boden dabei war natürlich das Evangelium. Auf welchem gemeinsamen Boden könnte denn der interreligiöse Dialog stehen? Der Mensch selber, der «nach innen offene» Mensch und seine Fragen? Sicher. Wenn ich die jetzige Weltlage anschaue, dann scheint mir, dass es ebenso zentral ist, einen ge-

meinsamen ethischen Boden zu finden. Damit sich die Religionen miteinander für den Weltfrieden einsetzen können, müssen sie die gemeinsamen ethischen Werte benennen. Dafür hat Hans Küng die Stiftung «Welt-Ethos» ins Leben gerufen. Der Menschenrechtstag am 10. Dezember könnte ein Anlass sein, uns interreligiös über die gemeinsamen Werte zu besinnen. Denn seit 1948 48 Staaten der UNO der «Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte» zugestimmt haben, steht auch bei den Religionsvertretenden die Frage im Raum, wie allgemeingültig sie ist.


Stefan Staubli hat «klammheimlich» sein Priesterjubiläum gefeiert

Silberne Grenze überschritten hug| Im Jahr 1989 bin ich am 13. Mai nicht dabei gewesen, als Stefan Staubli zum Priester geweiht wurde. Ich glaube, ich kannte ihn noch gar nicht oder nur flüchtig. Jedenfalls jährt sich so ein Weihetag in regelmässigem Rhythmus. Wer die Spanne von 1989 bis 2014 richtig berechnet, kommt auf die halbrunde Zahl 25 – ein Vierteljahrhundert ist Stefan Staubli als Arbeiter im Weinberg des Herrn tätig, ein Jubiläum, dem man gewöhnlich das Edelmetall «Silber» zuordnet. Wo ist der silberne Priester Stefan Staubli an seinem Festtag, dem 13. Mai 2014, gewesen? Weit weg von hier, im französischen Wallfahrtsort Lourdes, wohin er, wie immer, die Schweizer interdiözesane Wallfahrt begleitet hat. Für mich hat Stefan Staubli in der stillen Art, wie er das Gedenken an seinen Weihetag begangen hat, die für ihn passendste Form gewählt: am richtigen Ort und in der richtigen Gesellschaft. Doch an dieser Stelle wollen wir – auch mit leisen Tönen – sein priesterliches Wirken in unseren Winterthurer Pfarreien seit November 2008 dankbar würdigen. Einen «Pfarrer in solidum», der mich besser unterstützt und ergänzt, hätte ich mir gar nie erträumen oder wünschen können. Für drei hervorragende Qualitäten (es gibt in

Wo kommt das Wasser in der Wüste her?

❱ Stefan Staubli Wahrheit natürlich viel mehr) möchte ich ihm gern den MenschlichkeitsOscar überreichen: Er ist zugänglich, feinfühlig und liebevoll. Nachträglich, nun auch öffentlich: herzliche Gratulation zum silbernen Weihejubiläum!

wurde im Mai 1989 zum Priester geweiht

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aus dem Pfarreirat 12

St. Peter und Paul gemeinsam mit St. Ulrich auf dem Weg

Zusammenarbeitsraum Alice Bosshard-Walt| Nicht erst seit unserem Pfarreimotto «Grenzen überwinden» werden verschiedene Anlässe für alle Angehörigen beider Pfarreien gemeinsam durchgeführt. Im «forum» in der Infobox, über den beiden Pfarreiseiten, wird jeweils darüber informiert. Seit Februar 2013 ist das Pfarreibulletin erweitert worden. Auf einigen Seiten finden sich Berichte über die Pfarrei St. Ulrich und im separaten Kalendarium sind die Termine aufgeführt. Dem langjährigen und sehr kompetenten Redaktionsteam gehört nun auch Giovanni Schäfli von St. Ulrich an. Gemeinsame Gottesdienste und Sitzungen Ende Oktober 2013, zum Abschluss der Kirchenrenovation, waren wir Gäste im Sonntagsgottesdienst in St. Ulrich. Auch in diesem Jahr am 26. Oktober sind wir zum gemeinsamen Gottesdienst um 9.30 Uhr in St. Ulrich eingeladen. Das Patrozinium St. Peter und Paul am 29. Juni in diesem Jahr feierten die Angehörigen beider Pfarreien gemeinsam im festlichen Gottesdienst mit dem Kirchenchor in unserer Kirche. Dies soll zur jährlichen Tradition werden. Die Mitglieder der Pfarreiräte treffen sich einmal im Jahr zu einer gemeinsamen Sitzung, abwechslungsweise im Pfarreiheim St. Ulrich oder St. Peter und Paul und alle zwei Jahre an einem Weekend im November mit einer Referentin oder einem Referenten in einem Bildungshaus. Freuen wir uns darauf, Gemeinschaft zu erleben

im Gottesdienst und bei Begegnungen und Gesprächen im gemütlichen Rahmen beim anschliessenden Apéro. Zusammenarbeit im Besuchsdienst Die Freiwilligen des Besuchsdienstes von St. Peter und Paul und St. Ulrich sind von der Sozialarbeiterin Hedi Blum zur Sommer-Zusammenkunft eingeladen worden. Während das Treffen im November hauptsächlich zur Organisation der Besuche in den Altersheimen und bei JubilarInnen dient, wird im Sommer Kultur und Weiterbildung angeboten. Der Referent Leo Bär, Qualitätsverantwortlicher Pflege und Betreuung im Altersheim St. Urban, hat sich bei Cornelia Schinzilarz, Humorexpertin, Supervisorin, Theologin und Leiterin des Instituts KICK für Coaching und Kommunikation, als Humorcoach ausbilden lassen. Er ist überzeugt, dass Humor uns Leichtigkeit, Achtsamkeit und einen Perspektivenwechsel ins Positive bringt. Demnach kann Lachen Stress reduzieren, Glückshormone freisetzen, das Immunsystem stärken, Körper und Geist «durchlüften» und Gehirn und Muskeln trainieren. Er demonstrierte uns seine in der Ausbildung erlernte Fähigkeit zu einem spontanen, schallenden Gelächter über einige Minuten und löste dabei Heiterkeit unter den Zuhörenden aus. Er gab uns Tipps, wie Lebensfreude bewusst kreiert werden kann. Sicher tut ein einfühlsames Lächeln allen Menschen gut, kann Grenzen überwinden, Zuversicht und Hoffnung vermitteln.


Aus der Kirchenpflege

Zwei neue Gesichter Daniel Frei| Im Juni bin ich als Verantwortlicher des Ressorts Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit in die Kirchenpflege Winterthur gewählt worden. Ich hoffe, dass ich dabei meine Erfahrung als Geschäftsführer der Winterhilfe, einem traditionellen Schweizer Hilfswerk, gewinnbringend einbringen kann. Dieses Engagement scheint mir eine sinnvolle Weiterführung meiner früheren Aktivitäten für die Kirche, so war ich in der Jugendgruppe einer Winterthurer Pfarrei und dann Lektor und Kommunionhelfer. Ebenso habe ich in einem Projekt für Strassenkinder im Nordosten von Brasilien eine eindrückliche Erfahrung gemacht. Es ist mir wichtig, die Kontakte aus dem Projekt weiterhin zu pflegen, so habe ich einen schönen Kontakt zum dortigen Bistum und einen guten Einblick in die kirchlichen Strukturen, aber auch das Leben der Menschen gewonnen, deren Alltag nicht immer einfach ist. In meinem Berufsleben und in Vereinsvorständen bin ich lange für die Betreuung von Freiwilligen verantwortlich gewesen. Ich freue mich auf ein gemeinsames Beitragen zu einer lebendigen Kirche in Winterthur. Besonders ist es mir ein Anliegen, dass die kirchliche Sozialarbeit helfen kann, dass Menschen, denen es in der Schweiz nicht so gut geht, unterstützt werden können.

Cornel Widmer| An der Sitzung vom 3. Juni hat mich die Kirchgemeindeversammlung für die Amtsdauer 2014 – 2018 zum Mitglied der Kirchenpflege der Kirchgemeinde Winterthur gewählt. Gerne möchte ich mich hier kurz vorstellen. Mein Name ist Cornel Widmer, ich bin am 26.5.1964 in St.Gallen geboren und wohne zusammen mit meiner Frau Stefanie Wick Widmer und meinen drei Kindern Annina (16), Valentin (14) und Gregor (12) seit 2001 an der Rychenbergstrasse 121. Als Architekt und Immobilienökonom arbeitet ich seit 15 Jahren für eine Versicherungsgesellschaft und bin zuständig für das globale Immobilienportfolio. Die Komplexität von Immobilien habe ich in all seinen Facetten kennengelernt. Als Architekt während der Planung und Ausführung von Bauvorhaben, als Eigentümervertreter in der Wahrnehmung der eigentümerseitigen Aufgaben während des ganzen Lebenszyklus und als Investor im Rahmen der Immobilien Kapitalanlagen. Unsere Familie gehört zur Pfarrei St. Peter und Paul und in der Kirchenpflege werde ich zuständig sein für die Liegenschafts- und Baukommission. In dieser Funktion werden alle Aufgaben im Zusammenhang mit dem Gebäudepark der Kirchgemeinde bearbeitet, dies sind vor allem der Unterhalt und die Instandhaltung von Kirchen, Pfarrhäusern, Pfarreiheimen und den übrigen Liegenschaften.

❱ «Ich freue mich auf die Mitarbeit in der Kirchenpflege», meint Cornel Widmer

❱ Daniel Frei ist für das Ressort Soziale Aufgaben und Freiwilligenarbeit verantwortlich

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Die Pfarrerin der reformierten Stadtkirche stellt sich vor

Seit Juli 2014 offiziell im Amt

❱ Ruth Näf Bernhard ist seit anfangs Juni 2013 in der Stadtkirche als Verweserin tätig und seit Juli 2014 offiziell als Pfarrerin gewählt

Ruth Näf Bernhard| Vielleicht sind wir uns schon einmal irgendwo begegnet. Vielleicht auch nicht. Seit anfangs Juni 2013 bin ich nämlich als Pfarrerin an der Stadtkirche tätig. Ich wurde damals angefragt, ob ich nach dem Rücktritt von Pfarrerin Maria Schneebeli bereit wäre, die frei gewordene Pfarrstelle auf unbestimmte Zeit als «Verweserin» zu übernehmen. Zu meiner grossen Freude ist es nicht bei dieser vorübergehenden Anstellung geblieben: In diesem Frühjahr wurde ich von der Kirchgemeindeversammlung als «neue Pfarrerin» gewählt und am 6. Juli offiziell in mein Amt eingesetzt. Erst im Alter von 40 Jahren habe ich mit einem Theologiestudium begonnen. Ein lang gehegter Wunsch ging damit in Erfüllung. Obwohl ich auch in meiner früheren beruflichen

Tätigkeit als Heilpädagogin und Paarund Familientherapeutin sehr zufrieden war – ich habe mich immer mehr nach neuer Tiefe und Weite gesehnt. Es hat sich gelohnt: Was ich gesucht habe, hat mich gefunden! Dankbar und voller Freude bin ich Pfarrerin. Nach fünf Amtsjahren in Seen folgten zwei längere Stellvertretungen: Zuerst als Spitalseelsorgerin am Kantonsspital Winterthur, später dann in der Kirchgemeinde Kloten. Ich bin glücklich darüber, nun wieder in Winterthur arbeiten zu dürfen, wo ich seit über zwanzig Jahren mit meinem Mann und dem mittlerweile erwachsenen Sohn zu Hause bin. Falls wir uns also noch nicht begegnet sein sollten, so werden wir sicher einmal Gelegenheit dazu haben. Mich würde es freuen!

Lichtblick über dem linken Seitenportal

Therese von Lisieux

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sts| Lange hatte sie nicht Zeit, heilig zu werden. Aber bei ihr ging alles ein wenig schneller. Trotzdem würde sie sich wehren, ein Wunderkind genannt zu werden, das durch besondere Gaben hervorsticht. Geboren wurde sie am 2. Januar 1873 als fünftes Kind frommer Eltern, die sich eigentlich einen Sohn gewünscht haben, der dann ein Missionar werden könnte… ohne im entferntesten zu ahnen, dass ihre

Tochter einmal heiliggesprochen und bereits 1927 feierlich zur Missionspatronin erklärt werden würde. Immerhin erbat sie erst fünfzehnjährig von Papst Leo XIII. die Erlaubnis, in das Kloster der Unbeschuhten Karmeliterinnen in Lisieux eintreten zu dürfen. Wo sie dann am 9. April 1880 aufgenommen worden und dort bereits am 30. September 1897 gestorben ist. In ihren selbstbiografischen Schriften


Lichtgestalt

heisst es: «Ich begriff, wenn alle kleinen Blumen Rosen sein wollten, so verlöre die Natur ihren Frühlingsschmuck, und die Fluren wären nicht mehr übersät mit kleinen Blümchen. Nicht anders verhält es sich in der Welt der Seelen, die der Garten Jesu ist.» – So hatte sie sich entschieden, ein kleines Blümchen zu sein… und wurde gerade so zur Lehrerin vom «kleinen Weg». Quasi ein Weg zur Vollkommenheit, der für alle gangbar ist, weil er hauptsächlich vom Vertrauen auf Gott lebt. Zudem ist es ein Weg, der Gott nicht in ausserordentlichen Erfahrungen sucht, sondern in den Dingen und Handlungen des Alltags. Mystik hiesse für Therese von Lisieux, Gott, den Geheimnisvollen, in uns selbst zu erfahren und in den Mitmenschen, die uns begegnen. Mit ihren Worten: «Unser Herr schaut nicht so sehr auf die Grösse unserer Taten, nicht einmal darauf, wie schwer sie sind – nur auf die Liebe, mit der wir sie tun und begleiten.» So kann uns Therese in unserer leistungs- und karrierebezogenen Zeit zur Schlichtheit des Evangeliums zurückführen und zu einem (richtig verstandenen!) Kindsein vor Gott, das keineswegs ein unselbstständiges, fremdbestimmtes Menschsein meint. Eher geht es um ein Offensein und Staunen- und Vertrauenkönnen, wie wir es bei Kindern finden und von dem das Evangelium spricht: «Amen, das sage ich euch: Wenn ihr nicht umkehrt und wie die Kinder werdet, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen.» (Mt 18,3). Im Lichte dieses Wortes, das ein Leitwort ihres «kleinen

Weges» sein könnte, lebte und lehrte sie ein uferloses Sich-Fallenlassen in die Barmherzigkeit Gottes. Dabei bestärkten sie Worte aus der Schrift, die sie auf sehr unmittelbar-persönliche Weise auf sich bezog. So hatte es ihr das Gleichnis vom wachsamen Hausherrn angetan, wo Jesus sein Kommen mit dem nächtlichen Kommen eines Diebes vergleicht (vgl. Mt 24,43f). Darüber konnte Therese von Lisieux sagen: «Im Evangelium steht, der liebe Gott wird kommen wie ein Dieb. Er wird kommen und mich ganz sanft stehlen. O wie gerne möchte ich dem Dieb dabei helfen… ich würde ihn nicht weniger lieben, wenn er mich stehlen käme.» Was nach einer naiven, nach innen gekehrten Frömmigkeit tönt, als ob sich Therese aus dem Leben und jeglicher Verantwortung herausnehmen, herausstehlen möchte, täuscht. Nie ging es ihr bloss um das Erreichen des persönlichen Seelenheils. Wie sonst wäre sie zur Patronin der Missionen erklärt worden? Sie führte zwar ein unauffälliges Leben hinter Klostermauern. Nie aber verstand sie das als Rückzug aus der Welt. Stattdessen konnte sie sagen: «Ich möchte die ganze Welt durcheilen, deinen Namen zu verkünden.» Und selbst für den Himmel wünschte sie sich: «Ich möchte meinen Himmel damit verbringen, auf Erden Gutes zu tun.» Hinter solchen Worten steht ein untrügliches Gespür dafür, dass Liebe unteilbar ist und dass nichts verloren geht, was in Liebe gegeben, geteilt oder erlitten wird. Mehr wollte sie nicht, das aber in letzter Konsequenz.

❱ Therese von Lisieux, Glasfenster über dem linken Seitenportal


Du, Gott des Lichtes, dein Sohn Jesus hat gesagt: «Alles kann, wer glaubt», wer sich an Gott festhält. Ich glaube dir Gott, du machst all meine Finsternis hell. Mit dir, meinem Gott, überspringe ich sogar Mauern. Mit beiden Händen und mit ganzem Herzen halte ich mich fest an dir, guter Gott. Im Vertrauen auf dich will ich den Sprung wagen. Theo Schmidkonz


Bild von Siger Köder: Mit meinem Gott überspringe ich Mauern


Eine Christenfamilie aus dem Irak

Neues Leben jenseits der Grenze

St. Ulrich

Interview mit Samuel Meshkora (sm). Er ist seit zehn Jahren Sakristan und Hauswart in der Pfarrei St. Ulrich.

❱ Samuel Meshkora mit seiner Familie

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gio: Samuel, wo kommst du her? sm: Ich kam in Bagdad (Irak) zur Welt. Inmitten meiner acht Geschwister erlebte ich eine sorglose Kindheit und Schulzeit. Wir wurden im katholischen Glauben erzogen. gio: Wie ging’s dann weiter? sm: Nach der neunjährigen Schulzeit musste ich meinem Vater im Restaurant helfen. Mit achtzehn Jahren wurde ich in den Militärdienst eingezogen. In dieser Zeit (1980) brach ein Krieg zwischen Irak und Iran aus. Während eines Urlaubs heiratete ich Ahlam. Im Jahr darauf wurde unser erster Sohn Rony geboren. Wegen Kriegsgefangenschaft habe ich ihn aber erst nach acht Jahren zum ersten Mal gesehen. Im darauf folgenden Jahr kam unser zweiter Sohn Rivan zu Welt. gio: Schildere bitte das weitere Leben. sm: Es gab wenig Arbeit und somit auch kaum Verdienstmöglichkeiten. Wir beschlossen deshalb in die Türkei zu flüchten. Mit Hilfe von Schleppern und falschen Papieren überquerten wir die Grenze. Auf einer abenteuerlichen Reise gelangten wir mit andern Flüchtlingen nach Istanbul. Ich arbeitete

dort ohne Papiere vier Jahre in ständiger Angst, entdeckt zu werden. Weil unsere Kinder ohne Ausweise keine Schule besuchen konnten, entschieden wir uns, über die Schweiz illegal nach Deutschland zu reisen. An der deutschen Grenze wurden wir in unserm Lastwagen-Versteck aufgespürt und in die Schweiz zurückgeschoben. Für kurze Zeit waren wir in Basel untergebracht. Dann folgten Monate in Chiasso und Oerlikon. Schlussendlich kamen wir für eineinhalb Jahre nach Winterthur ins Asylzentrum Hegifeld. Für einen bescheidenen Lohn bekam ich dort Arbeit als Hauswart. In Winterthur Wülflingen fanden wir eine Wohnung und ich durfte im Asylzentrum weiter meinen Dienst verrichten. 2001 wurde unser dritter Sohn Raiman geboren. Durch Gottesdienstbesuche lernten wir den Pfarrer kennen. Er und seine Sekretärin bewirkten eine Anstellung in der katholischen Kirche als Hauswart. Unsere Gemeindeleiterin Zita Haselbach besorgte uns eine Wohnung im Rosenberg und zusätzliche Arbeit in der Kirche. gio: Warst du noch einmal im Irak? sm: Ja, wir sind 2012 in den Irak gereist, um die nötigen Papiere für meine Frau zu besorgen. gio: Wie gefällt es dir in der Schweiz? sm: Nach all dem, was meine Familie und ich erlebt haben, scheint es mir hier beinahe paradiesisch.


Anderssprachige in St. Ulrich

Kirche ohne Grenzen

Es hat Zeit gebraucht, bis wir in St. Ulrich zu dieser grossen Gemeinschaft zusammengefunden haben: Begegnungen, Gespräche, wiederholte Anläufe, um nur schon feste Ansprechpartner zu haben in unseren so verschiedenen Strukturen. Ich bin den Seelsorgern und Räten der anderssprachigen Gruppen dankbar, dass sie Zeit finden für eine Jahressitzung und die Vorbereitung der Feste und mehrsprachigen Gottesdienste, obwohl ihre Arbeitsfelder weit über unsere Region hinausreichen. Die Zusammenarbeit bereichert uns, der kroatische Gesang berührt uns, die vornehme Freundlichkeit der Tschechen erfreut uns, der portugiesische Familiensinn interpelliert uns, die Glaubenstreue der Iraker stärkt uns.

Die Gottesdienste mit anderssprachigen Gruppierungen verbinden die Mitglieder der Pfarrei

St. Ulrich

Zita Haselbach| «Aba na aldhai fi, O`c´e naš, koji jesi na nebesima, Baba yetu uliye mbinguni, Vater unser im Himmel, Padre nosso que estais no céu, Ojcze nasz, któryś jest w niebie, Ot`c´e náš, jen`z´ jsi na nebesích, Baba ndije bischmeia». Als lautes Gemurmel – gleichzeitig in allen Sprachen – erfüllt dieses Gebet unsere Kirche St. Ulrich am Oasenfest und lässt kaum jemanden unberührt. Mich durchflutet dann die Hoffnung, dass es einst wirklich möglich sein wird, die Grenzen dauerhaft zu überwinden, eins zu sein in der Vielfalt. Es gibt einen zweiten – vielleicht weniger emotionalen – aber für mich ebenso starken Moment am Oasenfest, wo die Grenzen wie kaum sonst überwunden werden: Wenn Kroaten, Schweizer, Portugiesen, Tschechen und Iraker zusammen schwitzend um unser Pfarreizentrum rennen, um Sponsorengeld für ein gemeinsames Projekt zu sammeln. Nichts schweisst so zusammen, wie sich für andere zu engagieren. Manchmal dünkt mich, am schwierigsten ist die Grenze zwischen Mein und Dein zu überwinden! Hier wird diese Grenze bis ins Materielle hinein überwunden. Wahrlich ein Stück neue Welt! Und dass unsere Frauengruppe sich genau so stark engagiert am Bazar, ob das Jahresprojekt nun von uns oder von einer anderssprachigen Mission vorgeschlagen wurde, finde ich sehr lobenswert!

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St. Ulrich

Neuer Gemeindeleiter in St. Ulrich

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Marcus Scholten stellt sich vor Marcus Scholten| Grenzen überwinden – nichts leichter als das, komme ich doch in ein mir bekanntes Territorium. Ich darf mich hier kurz vorstellen, mein Name ist Marcus Scholten, ich bin 1965 im Rheinland geboren und dort, südlich vom Ruhrgebiet aufgewachsen. Von Kindheit an war ich in der Pfarrei dabei, als Ministrant, Jugendgruppenleiter, Lektor und Pfarreirat. Schon früh, eigentlich mit meiner Firmung mit gerade 17 Jahren, hatte ich den Wunsch, als Pastoralassistent in der Kirche zu arbeiten. Ich habe den Firmweg erst im zweiten Anlauf mit der Firmung abgeschlossen. Zwei Jahre zuvor bin ich nach drei Abenden aus dem Firmkurs ausgestiegen, auch eine Grenzüberwindung, es war wohl nicht der richtige Zeitpunkt. Nach dem Studium der Theologie bin ich dann 1991, nachdem ich tatsächlich eine echte Grenze überwunden hatte, in Winterthur angekommen, bezog mein Büro als regionaler Jugendseelsorger im Pfarrhaus an der Seuzacherstrasse. Mein Herz schlug immer für die Jugend und die Jugendpastorale, darum habe ich in zwei Semestern in Benediktbeuern diesen Fachbereich auch theoretisch vertieft. Die Regionalstelle in Winterthur, das war «mein Traumjob», genau das wollte ich machen. Das ich dann fast zehn Jahre in Winterthur blieb, hatte sicher nur damit zu tun, dass ich mich hier und besonders mit der Auf-

gabe sehr wohl fühlte. Durch meinen Bürostandort lernte ich die Pfarrei St. Ulrich schnell kennen. Noch während meiner Zeit in Winterthur heiratete ich und wir bekamen zwei Kinder, die inzwischen fast so gross sind wie ich und mit riesigen Schritten erwachsen werden. Mit der ganzen Familie zogen wir dann 2001 nach Wiesendangen, wo wir unser zu Hause haben. In den Pfarreien Seuzach und Wiesendangen habe ich mich weiter um die Jugend gekümmert, auch hier konnte sich vieles entwickeln. Im Firmteam sind mittlerweile 25 freiwillige junge Erwachsene dabei. Es gibt eine Jugendband, die mein Kollege aufgebaut hat und einiges mehr, die Jugendarbeit in den beiden Pfarreien lebt. Nun möchte ich gerne wieder etwas Neues anfangen und die Pfarrei St. Ulrich als Gemeindeleiter begleiten. Mit diesem Schritt überschreite ich eine Grenze, eine innere Grenze in mir. Lange Zeit habe ich die Aufgabe eine Gemeinde zu leiten nicht übernehme wollen, das hat sich nun geändert. Ich freue mich wieder an den Rosenberg zu kommen, in das Pfarrhaus und das Pfarreizentrum, das inzwischen in neuem Glanz erstrahlt. Ich freue mich auch zusammen mit den vielen Menschen, die die Pfarrei St. Ulrich sind, hier vor Ort lebendige Gemeinde zu sein. St. Ulrich liegt auf einem Berg, darum sollte die Pfarrei Licht sein, damit man sie weithin sieht


über die Grenzen hinaus. Und die Pfarrei ist Licht und strahlt, unsere gemeinsame Aufgabe wird es sein, diesem Licht immer wieder Nahrung zu geben, dass es nie erlischt, dass es für alle Menschen strahlt und so Einladung ist, zu kommen, dabei zu sein, offen für Begegnungen, das Kennenlernen und gemeinsame Erlebnisse, mit den Menschen und mit Gott. Dieses Licht können wir sein, wenn wir Jesu Tun

fortsetzen und den Menschen hier und in der Welt solidarisch dienen, Für niemanden soll und darf es ein schwieriger grenzüberschreitender Schritt sein, in die Pfarrei St. Ulrich zu kommen und sich willkommen zu fühlen. Ab dem 1. September werde ich mit einem kleinen Pensum, das sich ab dem 1. Januar erhöht, beginnen. Ab dem 1. Mai 2015, bin ich dann mit meinem vollen Pensum hier.

Kalendarium 1

Mittwoch

6 Montag 23 Donnerstag 26 Sonntag

28 Dienstag

«Sich sicher fühlen» – Wie sie einem Verbrechen vorbeugen können. Vortrag für SeniorInnen, Pfarreiheim St. Peter und Paul, 14.30 Rosenkranz der Frauengruppe, Kirche St. Ulrich, 18.00 Racletteabend der Frauengruppe, Pfarreiheim, 18.00 䡲 Gottesdienst mit Gästen aus St. Peter und Paul, Kirche St. Ulrich, 9.30 䡲 Eröffnung Projektunti und Firmkurs, Kirche St. Peter und Paul, 19.30 Vältemer Frauentreff, Pfarreiheim St. Ulrich, 9.00

November 1

Samstag

5

Mittwoch

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Samstag Sonntag

14– 15 | Sa– So 25 Dienstag 30 Sonntag

Allerheiligen Gedächtnisgottesdienst, Kirche St. Ulrich, 18.00 Büelhof-Singers – Fröhlicher Liedernachmittag für SeniorInnen im Pfarreiheim St. Ulrich, 14.30 Bazar mit Kafistube, ab 9.00 䡲 Familiengottesdienst, 9.30 䡲 Eltern-Kind-Feier, Krypta, Tellstrasse 11a, 17.00 Weiterbildung Pfarreiräte in Quarten Vältemer Frauentreff, Pfarreiheim St. Ulrich, 9.00 Erster Adventssonntag, Familiengottesdienst, 9.30

St. Ulrich

Oktober

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Kirchen750: Festgottesdienst vom 22. Juni

Gut 2000 Gottesdienstbesuchende Von wegen «leere Kirchenbänke»! Am Festgottesdienst aller christlichen Kirchen in Winterthur wurde am 22. Juni gestanden – und der Neumarkt war dicht gefüllt. Sabine D’Addetta, Claudia Sedioli| Auch Petrus sei ein Winterthurer, begrüsste Stadtpräsident Michael Künzle die gut 2000 Gottesdienstbesuchenden auf dem Neumarkt mitten in der Winterthurer Altstadt. Am Sonntagvormittag war der Himmel wolkenlos blau und schon zu Beginn des Gottesdienstes war es hochsommlich warm. In seinem Grusswort würdigte Künzle die Arbeit der Kirche durch die Jahrhunderte hindurch. Besonders in schwierigeren Zeiten hätte die Stadt immer auf die Beständigkeit und die Stärke der Kirche zählen können.

Hugo Gehring, Thomas Plaz-Lutz und Johannes Wirth hoben die Chancen der Kirchen in der Stadt hervor

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Ort der Stille und des Vertrauens In der Predigt, basierend auf den Worten des Propheten Jesaja «In der Stille und im Vertrauen liegt eure Stärke», hoben Pfarrer Hugo Gehring

von St. Peter und Paul, Pfarrer Thomas Plaz-Lutz von der Stadtkirche und Johannes Wirth, Prediger der Gemeinschaft von Christen GvC, die Chancen der Kirchen in einer Stadt hervor: In einer Stadt ist die Stille ein kostbares Gut, gleichzusetzen mit einem Freiraum, den man in einer Kirche findet, sei es in einem Gottesdienst, in einer Andacht oder jederzeit als Rückzugsort im hektischen Alltag. Die Kirchen mit ihren Mitgliedern unterschiedlichster Herkunft und Nationen leisteten zudem einen grossen Beitrag zum Zusammenleben, zur Solidarität und zum gegenseitigen Respekt in einer Stadt, denn «Multikulti» existiere heute überall auf der Welt und komme ganz besonders in einer Stadt zum Ausdruck. Eindrücklich bewiesen wurde das auch durch die Fürbitten von Vertreterinnen und Vertretern der spanischen, iranischen, philippinischen und italienischen Gemeinde und das Angebot an Simultanübersetzungen der Feier ins Hochdeutsche, Französische, Englische und Spanische. Vielfalt und Vertrauen Schliesslich brauche es auch das Vertrauen ineinander und in die Stadtregierung, damit die Stadt auch für die kommenden Generationen lebenswert sein könne. Vier Mittelstufenschülerinnen und -schüler aus Hegi, befragt von Michael Weisshar, Gemeindeleiter


Bei herrlichem Sommerwetter waren nach dem Gottesdienst alle zum Albanimahl auf der Steinberggasse eingeladen

der Pfarrei St. Marien, haben dieses Vertrauen in die Stadt und orteten die Stärke von Winterthur trotz Grossstadtcharakter in seiner Vielfalt, seiner Übersichtlichkeit und der Nähe zur Natur. Musik, Speise und Trank Der Gospelchor Winterthur unter der Leitung von Christian Dillig, die von Philipp Breitenmoser orchestrierte

GvC-Band sowie die Brassband der Heilsarmee, dirigiert von Urs Bischofberger, sorgten für musikalische Vielfalt auf dem Neumarktplatz. Im Anschluss an den Gottesdienst geleitete die Heilsarmee-Band die Festgemeinde auf die Steinberggasse, die an langen Bank- und Tischreihen zum traditionellen Albanimahl mit Brot, Käse, Wein und Traubensaft und zu geselligem Zusammensein lud.

Rückblick: Telefoninstallation im Pfarreiheim

Die Dargebotene Hand aho| Vom 10. Juni bis 8, Juli konnten sich Interessierte im Pfarreiheim anhand der Audioinstallation der Dargebotenen Hand ein Bild davon machen, welche Probleme bei dieser unabhängigen Anlaufstelle von Menschen in Krisensituationen angesprochen werden.


Kirchen750: Hofsingen zum Sommeranfang

Eine musikalische Zeitreise Im Rahmen der Jubiläumsanlässe der Stadt haben am 24. Juni, einem wunderbarem Sommerabend, die Verantwortlichen von Kirchen750 zu einem Hofsingen in die Altstadt eingeladen. aho| Etwa 120 Leute versammelten sich im Garten des reformierten Pfarrhauses an der Pfarrgasse 1 und waren gespannt auf das Folgende. Mitgenommen auf eine musikalische Zeitreise von der Renaissance bis in die Neuzeit konnten sie sich über einige

In Höfen der Altstadt erklangen Musikstücke verschiedenster Epochen

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musikalische Leckerbissen freuen. Lehrpersonen und Jugendliche der Jugendmusikschule Winterthur begeisterten mit verschiedenen Formationen. So wurden die Teilnehmenden im Pfarrhausgarten mit Dudelsack, Fagott und Gemshörnern in die Renaissance versetzt. Im Hof der Stadtbibliothek spielte ein jugendliches Trio Musik aus dem Barock. Im Hof des Zentrums am Obertor erklang klassische Musik einer Bläsergruppe und zum Abschluss führte der «Stadtpfeifer» in den Rathausdurchgang, wo die Anwesenden mit Klängen aus der Romantik und Neuzeit in einen lauen Sommerabend entlassen wurden.


Kirchen750: Chorauftritt am 17. August

850 Stimmen für 750 Sekunden Die Freitreppe des Winterthurer Stadthauses und der Vorplatz waren dicht besetzt am Sonntag, 17. August: Gegen 850 Sängerinnen und Sänger brachten während 750 Sekunden ein Jubiläumsständchen. Claudia Sedioli| Sind viele Musikbegeisterte noch in den Ferien an diesem letzten Sonntag der Sommerferien? Spricht vielleicht die Auswahl an gängigen Kirchenliedern zu wenige an? Oder sind die Winterthurerinnen und Winterthurer jubiläumsmüde? – Als die Zahl der Anmeldungen auf der Internetseite des Chorevents «750 Stimmen» kurz vor dem 17. August immer noch nicht die 700er-Grenze erreichte, fragten sich viele Verantwortliche dieses Jubiläumsevents der christlichen Kirchen, ob das wohl funktionieren würde: 750 Stimmen sollten auf der Stadthaustreppe während 750 Sekunden einen JubiläumsAd-hoc-Chor bilden, das war der Plan. Überwältigender Andrang Und er funktionierte: Schon eine halbe Stunde vor dem Anstimmen der ersten Töne waren alle 800 gelben Jubiläumsshirts vergeben. Wohl auch verführt durch den strahlenden Sonnenschein reihten sich viele Spontanteilnehmende auch ohne gelbes Leibchen in den Chor ein. Die Freitreppe und der Vorplatz des Stadthauses wurden zur grossen Bühne für junge und ältere, erfahrene und frischgebackene Chorsängerinnen und -sänger. Ganz zu Hause fühlte sich Stadtpräsident Michael Künzle, der

Die Freitreppe und der Vorplatz des Stadthauses wurden zur grossen Bühne für den Ad-hoc-Chor

sich in die Sängerschar einreihte. Von einem Balkon vis-à-vis des Stadthausbrunnens dirigierte der Kantor und Organist der reformierten Kirchgemeinde Veltheim, Christoph Germann. Nach 750 Sekunden löste sich der Chor wieder auf. Gelb gekleidete Grüppchen konnten aber noch lange Zeit in der Altstadt gesichtet werden. 25


Eine wunderbare Woche in Bad Wörishofen

Chor der Ehemaligen

Seniorenferien vom 22.– 28. Juni

Grosses Chorprojekt

Bei blauem Himmel und Sonnenschein, fahren 35 Senioren im kneippschen Wörishofen ein. Sie wollen was erleben und aktiv sein, Kneipp-Güsse erhalten für das kranke Bein. Bevor die Sechs-Uhr-Morgenglocken klingen, manche Leute den Bademantel um die Hüfte schwingen. Sie schwimmen, tauchen und sitzen im Sprudelbad, und sind dann gestärkt für jede Tat. Das Morgenbuffet ist grosszügig und gesund, Brotvarianten, Müsli, Käse, Wurst und Früchte ganz bunt. Dann geht’s los auch mit der Kneipptherapie, Massagen, Aromatherapie und Wickel für’s Knie. Jeden Morgen Turnen und Wassergymnastik, das Angebot, das Tagesprogramm ist fantastisch. Emil bietet jeden Tag zwei Wanderungen an, was sollen wir denn heute machen, oh Mann, oh Mann!! Wer mitgeht, der zieht schnell die Wanderkluft an Schlingen, Zillertal, Türkheim, die Städtchen ziehen jeden in Bann. Die Landschaft ist schön mit vielen Wäldern und Seen, die Frösche, die quaken, die warmen Lüfte wehen. Am Abend wird Lotto gespielt, gesungen und diskutiert, beim Jassen man sicher einen Schieber riskiert. Vorbei sind die schönen Ferientage für dieses Jahr, kommt doch auch mit im nächsten Jahr.

Hansueli Bamert| Am 25. November um 20.00 Uhr, findet im Pfarreiheim St. Peter und Paul ein ganz besonderes Konzert statt. Ein fast 50köpfiger Chor ehemaliger Kinder- und Jugendchormitglieder hat sich zusammengefunden, um wieder einmal gemeinsam Lieder einzustudieren und vorzutragen. Zu hören sein wird ein abwechslungsreiches Programm mit Popularmusik aus aller Welt. Hits von bekannten Gruppen wie The Wise Guys, The King Singers, Abba, The Real Group, etc. werden den Novemberabend mit jungen erwachsenen Stimmen erhellen. Begleitet wird der Chor von einem Instrumentalensemble. Auf eine grosse Zuhörerschaft freuen wir uns sehr.

Für das Leitungsteam Anni Behr


RĂźckblick: Grosses Fest im Pfarreiheim am 5. Juli

Impressionen vom PP-Sommernachtsfest

â?ą Traditionellerweise hat am letzten Wochenende vor den Schulsommerferien das PPSommernachtsfest mit Drinks, Grillieren, geselligem Beisammensein und Tanzmusik stattgefunden

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Pfarrei Rückblick 28

Gottesdienst im Freien am 24. August

Gottesdienst im Pfarreiheimhof aho| Immer am letzten Wochenende im August findet ein Gottesdienst am Sonntagmorgen nicht in der Kirche, sondern unter freiem Himmel im Hof des Pfarreiheims statt. Anschliessend

sind alle zu einem Apéro und zum gemütlichen Grillieren eingeladen. Hier einige Impressionen vom diesjährigen Feiern im Freien:


Firmung 2014

Die am 18. Juni Gefirmten

❱ Eliane Balmer, Simon Eugster, Karin Franzen, Cheyenne Fuhlrott, Olivia Groth, Anna Horak, Robin Kirchhofer, Franciska Kqira, Pashk Kqira, Alexander Maritz, Raphael Notter, Anna Oehy, Laura Quirici, Patrick Rizzo, Uorsin Stampfli, Andri Steiner, Livio Veraldi, Raphael Werner, Till Wittmer

Minifest in St. Gallen am 7. September

Mit unseren Minis waren es 8000 aja| Klasse Stimmung am Mini-Fest in St. Gallen, mit weit über 8000 MinistrantInnen aus der ganzen Schweiz. O-Ton am Eröffnungsgottesdienst: «Hey, das ist doch dasselbe Evangelium, das wir in St. Peter und Paul gehört haben, als ich und Anna-Lena letzthin dort ministriert haben.» Und

auf dem Heimweg: «Cool gsi… – wir kommen wieder!» Was unsere Minis alles erlebt Die PP-Minihaben, erfahrt ihr auf www.minis.ch gruppe oder noch besser, ihr fragt Sie selbst. in St. Gallen


Pfarrei Rückblick

Vortragsabend zum Abschluss der ökumenischen Woche

Christliches ins Bild gesetzt odu| «Aus Winterthurer Museen – Was Bilder vom Christentum erzählen». Das Thema des Vortragsabends im Pfarreiheim setzte den Schlusspunkt unter die diesjährige ökumenische Woche. Die Winterthurer Kunsthistorikerin Sibyl Kraft und Joachim König,

❱ «Verkündigung an Maria» (1420/30) von einem oberrheinischen Meister, Museum am Römerholz

Pfarrer an der Stadtkirche, nahmen die Anwesenden mit auf eine Spurensuche nach christlichen Inhalten in Bildern, die in Winterthurer Museen hängen. Der Rundgang durch die Kunstepochen hatte zum Ziel, die Lust in uns zu wecken, die Originale direkt vor Ort anzuschauen. Das erste der zehn Gebote lautet «Du sollst dir kein Bildnis machen…». Bildhafte Darstellungen religiöser Inhalte sind im Christentum nicht selbstverständlich. Bildliche Darstellungen des Göttlichen sind bereits aus den ersten christlichen Jahrhunderten überliefert. Im Mittelalter war bil30

dende Kunst weitgehend identisch mit religiöser Kunst, und bis in unsere Zeit wirkt die Kirche immer wieder als Auftraggeberin für künstlerisches Schaffen. Der Bogen der vorgestellten Bilder reichte von Altar- und Andachts- bis zu Genrebildern und Stillleben, von der «Krönung Marias», dem ältesten Bild in der Sammlung Oskar Reinhart am Römerholz, bis zu einem abstrakten Gemälde Piet Mondrians (1930) im Kunstmuseum. Im Museum Briner und Kern ist, noch bis Ende Oktober, Hans Aspers Porträt des Zürcher Reformators Huldrych Zwingli (1531) zu sehen, auf den sich Bilderstürmer gerne berufen. Zwingli wandte sich jedoch nicht grundsätzlich gegen Bilder in Kirchen, sondern verurteilte nur deren Verehrung. Eine Generation jünger als Asper ist Pieter Bruegel d. Ä., der in der «Anbetung der Heiligen Drei Könige im Schnee» (1563), im Museum am Römerholz, das Geschehen im geschäftigen Alltag eines flandrischen Dorfs des 16. Jh. ansiedelt. Anders Nicolas Poussin: Seine «Heilige Familie» (um 1630), im Römerholz, zeigt Maria, Josef und das Jesuskind bei der Rast auf ihrer Flucht nach Ägypten, wobei das Bild einer Idylle gleicht. In den Bildern von Caspar David Friedrich, Vincent van Gogh oder Ferdinand Hodler ist ein direkter Bezug zum Christentum nicht auszumachen. Höchstens symbolische Andeutungen, etwa zur Unendlichkeit oder Ewigkeit, sind darin zu finden.


Kalendarium Oktober 1

Mittwoch

SeniorInnennachmittag, «Sich sicher fühlen» Vortrag der Stadtpolizei Winterthur, 14.30, Pfarreiheim St. Peter und Paul 11– 18 | Sa– So Pfarreireise nach Slowenien 15 Mittwoch Frauen PP, Nachmittagswanderung 21 Dienstag Planungsabend Eltern-Kind-Feier 2015, 20.00, Pfarreiheim 25 Samstag Festgottesdienst 125 Jahre Kolping, 10.30, Kirche St. Peter und Paul, Kolping Aktion, Pfarreiheim 25– 26 | Sa– So Brain Gym Kurs I, Claudia Bamert, Pfarreiheim 26 Sonntag 䡲 Gemeinsamer Gottesdienst in St. Ulrich, 9.30 (Gottesdienst um 9.30 Uhr in St. Peter und Paul entfällt) 䡲 Jubiläumsgottesdienst 50 Jahre Interteam, 11.15, Apéro 䡲 Eröffnungsgottesdienst Projektunti und Firmkurs, 19.30, Kirche 29 Mittwoch FamA, Frauen St. Peter und Paul, Musikabend mit Hansueli Bamert, «Frauen an der Orgel», 20.00, Orgelempore

❱ Termine Schulferien 4.– 19. Oktober aktuelle Termine www.peterundpaul.ch

Fortsetzung siehe Rückseite

«Mitenand»-Sonntag 9. November, 17.00 Uhr 䡲

Mehrsprachiger Gottesdienst in St. Peter und Paul

Gemeinsame Eucharistiefeier in deutscher, italienischer, spanischer und ungarischer Sprache in der Kirche.

Gleichzeitig in der Krypta: herbstliche Eltern-Kind-Feier

Anschliessend Castagnata (Marroni-Fest) im Pfarreiheim mit Getränkeverkauf und freier Spende für den Marroni-Schmaus

Hinweis: Alle anderen Nachmittags- und Abendgottesdienste um 16.00, 18.30 und 19.30 Uhr entfallen an diesem Sonntag! 31


AZB 8400 Winterthur

Fortsetzung von Seite 31

Kalendarium

Bitte nachsenden. Neue Adresse nicht melden.

❱ Treffpunkte Taizé-Gottesdienst 19.10. | 17.11. (Kirche, 19.30) Bibelteilen 4.10. | 1.11. (Pfarreiheim, 9.00 –10.00) Handarbeitstreff 28.10. | 25.11. (Pfarreiheim, 14.00 –16.00) Meditatives Kreistanzen 5.11. (Pfarreiheim, 20.15 – 21.45) Jassnachmittage 13.10. | 27.10. 10.11. | 24.11. (Pfarreiheim, 13.30) Spieletreff für Kinder 1.11. | 22.11. (Jugendtreff, 13.30–16.30) Zischtigzmittag Restaurant Bodega (jeweils 12.00) aktuelle Termine www.peterundpaul.ch

November 䡲 Konzert «Chor natürlich gmischt», Pfarreiheim, 15.00 䡲 Orgelkonzert in der Abdankungskapelle Rosenberg, 17.00 䡲 Allerheiligen: Eucharistiefeier 18.00, es singt der Kirchenchor 2 Sonntag Allerseelen: Eucharistiefeier für die Verstorbenen der Pfarrei, 9.30 und 11.15 5 Mittwoch Liedernachmittag mit den Bühlhof-Singers für SeniorInnen, 14.30 Uhr, Pfarreiheim St. Ulrich 9 Sonntag 䡲 Gedenkfeier für verstorbene Kinder, 16.00, Friedhof Rosenberg 䡲 Mitenandgottesdienst, 17.00, Kirche anschliessend Castagnata (die Gottesdienste um 16.00, 18.30 und 19.30 entfallen) 䡲 Eltern-Kind-Feier, 17.00, Krypta, danach Castagnata 10 Montag Frauen PP, Vortrag von Pfarrer Hugo Gehring, «Geht’s auch ohne Gott?», 19.30, Pfarreiheim 11 Dienstag Krankensalbung, 14.00, Kirche, Kaffee im Pfarreiheim 12 Mittwoch 䡲 Frauen PP, Gemeinschaftsmesse, 8.30, anschliessend Kaffee 䡲 Filmkafi am Nachmittag, Kinobesuch und Diskussion 16 Sonntag Konzert für Orgel und Gitarre, 17.00, Kirche, Hansueli Bamert und Marcel Ege 17 Montag Frauen PP, Büecherkafi, Gesprächsrunde bei Kaffee und Kuchen, 14.00 – 16.00, Jugendtreff 19 Mittwoch Frauen PP, Besuch Krippenwelt in Stein am Rhein 24 Montag FamA, Frauen PP, Naturkosmetik herstellen und kreativ verpacken, 19.00, Pfarreiheim 25 Dienstag «Ehemaligen Chor» Konzert mit Hansueli Bamert, 20.00, Pfarreiheim 26– 27 | Mi– Do Frauen PP, Adventskränze binden für Adventsaktion, Pfarreiheim 29– 30 | Sa– So Adventsaktion mit und für Pater Sunny

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Samstag


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