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Pfabü Nr. 115

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Stadt Jubiläum Juli – September 2014

Pfarreibulletin St. Peter und Paul St. Ulrich


Editorial

Liebe Leserin Lieber Leser Pfarreibulletin 115

❱ Impressum Herausgeber Pfarrei St. Peter und Paul und St. Ulrich, Winterthur Auflage 2600 Exemplare EmpfängerInnen Angehörige der Pfarreien Redaktion / Gestaltung Otto Dudle |odu Hugo Gehring |hug Andrea Holenstein |aho Rainer Holenstein |rho Andreas Jawork |aja Walter Okle |wok Giovanni Schäfli |gio Stefan Staubli |sts Redaktionsadresse Andrea Holenstein Lärchenstrasse 34 8400 Winterthur Telefon 052 203 11 81 Mail: andrea.holenstein@greenmail.ch PC-Nr. 84-44650-2 Adressverwaltung Pfarramt St. Peter und Paul Tellstrasse 7 8400 Winterthur Telefon 052 269 03 70 Druck und Versand Sailer Druck GmbH 8402 Winterthur Erscheinung viermal jährlich

Das Christentum ist in seinen Anfängen eine Stadtreligion. Von Jerusalem, der Tempelstadt in Israel, hat es sich in Kleinasien und Griechenland bis nach Rom zunächst ausschliesslich in Städten ausgebreitet, an deren Gemeinden Paulus seine Briefe richtete: Korinth, Thessaloniki, Ephesus und Rom. Darum haben wir ChristInnen grundsätzlich ein positives Verhältnis zur urbanen Wohnform. Städte sind in unseren Augen nicht von Vornherein ein «Sündenpfuhl», sondern Orte, wo der Glaube in vielen Gestalten lebt. Deshalb ist das 750-Jahre-Stadtjubiläum von Winterthur ein Fest, an dem wir uns auch als ChristInnen gerne beteiligen. Wir bilden unsere Glaubensgemeinschaft nicht in Abgrenzung zur zeitgenössischen Stadtkultur, sondern mitten in ihr. Von ihr geprägt, sie aber hoffentlich auch mitgestaltend. Das hat ja schon unser Motto zur 150-Jahr-Feier der Pfarrei St. Peter und Paul und der katholischen Kirchgemeinde Winterthur zum Ausdruck gebracht: «Kirche findet Stadt(t)». In einem interessanten Aufsatz hat der inzwischen verstorbene Kardinal Martini, ehemals Erzbischof von Mailand, die Stadt-Affinität des Christentums schon ihrem Gründer zugeschrieben. Er bezieht sich dabei auf das MatthäusEvangelium, in dem es explizit heisst: «Jesus verliess Nazaret, um in Kafarnaum zu wohnen.» (Mt 4,13) Das ist kein einfacher Ortswechsel, sondern ein wichtiger Schritt. Dazu Martini: «Was war nämlich Nazaret? Ein unbedeutender Marktflecken in Galiläa… Im Vergleich dazu erscheint Kafarnaum als eine offene und bunte Stadt, ein Ort der Arbeit und des Handels, der Banken und des Verkehrs, Grenzstadt im Galiläa der Heiden, Sitz der römischen Verwaltung und Ort der Begegnung zwischen den Kulturen. Auch für Jesus bedeutete der Ortswechsel nach Kafarnaum, Gewohnheiten und das Vorhersehbare zu verlassen und sich dem Wandel und den Begegnungen auszuliefern, dem, was wir heute Auseinandersetzung mit der ‹Moderne›, mit der ‹Komplexität›, mit dem ‹Pluralismus› nennen. (…) Jesus begegnet diesem Wandel nicht widerwillig, als ob er nostalgisch Nazaret verbunden geblieben wäre. Er hat Kafarnaum so angenommen, dass man es ‹seine Stadt› nennen konnte (Mk 9,1).» Und Winterthur ist eben unsere Stadt. Deshalb stossen wir anlässlich ihres Jubiläums freudig auf ihr Wohl an! Für die Redaktion

Hugo Gehring


Winterthur vor 750 Jahren odu| Wie muss man sich Winterthur vor 750 Jahren vorstellen? Die Stadt als Grossbaustelle Winterthur gleicht vom Ende des 12. bis zum Ende des 13. Jahrhunderts einer Grossbaustelle. Die Stadt – als solche wird Winterthur in Urkunden bereits 1249 bezeichnet – wächst über das ursprüngliche Geviert um die Kirche hinaus. Sie erweitert sich um die Vorstädte im Osten (Neustadt, Obertor) und im Westen (Untertor) und bezieht sie in die ab 1200 errichtete Befestigungsanlage (Stadtmauer) mit ein. Neuerungen und technische Verbesserungen in der Landwirtschaft sowie die relative politische Stabilität unter der Herrschaft der Kyburger Grafen lassen die Einwohnerzahl auf etwa 2000 Personen ansteigen. Handel und Handwerke blühen. Unter den Gewerben sind namentlich Schmiede, Ziegelbrenner, Töpfer, Kachelofenbauer, Leinenweber und Lederverarbeiter nachweisbar. Die ansässigen Kaufleute pflegen Handelsbeziehungen nach Italien und bis an die Nord- und Ostsee. Die Herren von Kyburg bauen in jener Zeit «ihre» Stadt zu einem repräsentativen regionalen Zentrum aus. Mit dazu gehört die Verbesserung der Versorgung mit Brauch- und Trinkwasser: Der Stadtbach, der bis anhin auf der Höhe der Obergasse von der Eulach abzweigte, um die Gewerbebetriebe mit Brauchwasser zu versorgen, wird nun bereits bei der oberen Mühle oder Stadtfalle (Verteilung des Wassers) gefasst und durch die Neustadt

in die Markt-, Ober- und Hintergasse (Steinberggasse) geleitet. Neu wird von den Quellen auf dem Eschen- und Lindberg das Trinkwasser in Teucheln (Holzkäneln) direkt zu den Stadtbrunnen geführt. Ausserdem wird zu dieser Zeit stark verdichtet gebaut. Während es vor 1200 ausser der Stadtkirche kaum Häuser aus Stein gab, weichen in der ersten Hälfte des 13. Jahrhunderts die Holzbauten zunehmend Steinhäusern. Brandmauern schützen bei Feuer die aneinander grenzenden Wohnhäuser. Eine der ältesten erhaltenen profanen Steinbauten ist das Tösserhaus, in dem heute die Stadtbibliothek untergebracht ist. Neben einer kleinen begüterten Oberschicht, deren Angehörige zum Teil ritteradligen Standes sein dürften,

Stadt Jubiläum

Die Verleihung von Privilegien «aus besonderer Gnade»

❱ Winterthur im 12. Jahrhundert


Stadt Jubiläum ❱ Das Wappen der Kyburger, die in Wintethur grossen Einfluss hatten.

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Die Verleihung von Privilegien «aus besonderer Gnade»

bevölkern vorwiegend Bauern, Handwerker und Kaufleute die Stadt. 1230 tauchen in Urkunden erstmals die Begriffe «Bürger», «Rat» und «Schultheiss» auf – ein Indiz, dass Winterthur bereits vor der Ausstellung des Stadtrechtsbriefs von 1264 ein organisiertes städtisches Gemeinwesen war. Die Stadtkirche Ab 1180 wandelt sich die «Kapelle von Niederwinterthur», eine kyburgische Eigenkirche, mehr und mehr zur Pfarrkirche mit einem Leutpriester als Vorsteher. Um 1200 wird die an der Südseite der Kirche anliegende Kapelle, welche den Kyburgern und ihren Dienstadligen als Grablege diente, zum Seitenschiff einer dreischiffigen Basilika umgebaut. An der Nordseite des neu gebauten, vergrösserten Chors lässt der Stadtherr einen Turm errichten. Klösterliche Gemeinschaften Um 1225 gründen Graf Ulrich III. von Kyburg und seine zwei Söhne gemeinsam ein Chorherrenstift auf dem Heiligberg. Sie statten die Stiftung mit Pfründen aus und bestimmen die dem heiligen Jakobus d.Ä. geweihte Kapelle als künftige Familiengrabstätte. Zu den wichtigsten Aufgaben der vier (später sechs) Chorherren gehört die gewissenhafte Einhaltung der täglichen Fürbittgebete für das Seelenheil der verstorbenen Familienmitglieder. Auch das kurz nach 1230 gegründete Nonnenkloster in Töss, am strategisch wichtigen Flussübergang an der

Strasse nach Zürich, ist eine kyburgische Stiftung. Das Kloster, dem Dominikanerinnenorden eingegliedert, zählt zu den bedeutendsten Frauenklöstern der Nord- und Ostschweiz und ist durch Besitz und familiäre Bindungen mit der Stadt Winterthur eng verknüpft. In der Stadt gibt es eine Beginenniederlassung, die «Sammlung», eine klosterähnliche Laiengemeinschaft zumeist verwitweter Frauen, die sich den Werken der Barmherzigkeit widmen. Die Beginen stehen in ihrer geistlichen Ausrichtung den Nonnen des Klosters Töss nahe. Anfänglich wohnen die Beginen in einem Haus an der Marktgasse bei der Kirche, später ist die «Sammlung» in der Nähe des Spitals für Alte, Arme, Fremde, Kranke und Waisen am Neumarkt bezeugt. Das Bruderhaus, eine Einsiedelei auf dem Eschenberg, beherbergt einen Franziskaner als Klausner. Stadtrechtsbrief von 1264 Graf Rudolf IV. von Habsburg (ab 1273 als Rudolf I. König des Römisch-Deutschen Reiches) unterzeichnet am Tag des Stadtheiligen Alban (22. Juni) 1264 eine in Latein abgefasste und besiegelte Pergamenturkunde, in der er «aus besonderer Gnade» der Kyburgerstadt Winterthur verschiedene Privilegien verleiht. Aus der Urkunde geht hervor, dass im Jahr zuvor, 1263, die Winterthurer eine Burg oberhalb der Stadt zerstörten. Anscheinend gab es Spannungen zwischen den Bewohnern und ihrem Stadtherrn, Graf Hart-


Winterthur regeln den Markt, die Gerichtsbarkeit und das Ehe- und Erbrecht. Weiter enthält die Urkunde Bestimmungen zur Wahl des Schultheissen, zu den von den Bürgern zu entrichtenden Steuern, zur Holznutzung im Eschenbergwald und anderem mehr. Der Geltungsbereich der «aus besonderer Gnade» gewährten Rechte, der sogenannte «Friedkreis», der gewisse Gebiete ausserhalb der Stadtmauer mit umfasst, wird exakt definiert. Dem Stadtrechtsbrief von 1264 kommt im kollektiven Gedächtnis Winterthurs hohe Bedeutung zu: Er dokumentiert die in Gang befindliche Stadtwerdung und befördert zugleich die Entwicklung hin zu einem prosperierenden politischen Gemeinwesen mit neuer Dynamik.

Stadt Jubiläum

mann IV. von Kyburg. Wenn nun Rudolf von Habsburg als Neffe Hartmanns IV. noch zu dessen Lebzeiten (!) – mit dem Tod des amtierenden Grafen am 27. November 1264 wird das Geschlecht der Kyburger aussterben – den Winterthurern verspricht, die zerstörte Burg nie wieder aufzubauen, und ihnen eigenmächtig Privilegien gewährt, will er zum einen die Stadt an sich binden, zum andern schafft er vollendete Tatsachen: Indem er faktisch sich selbst zum Stadtherrn erhebt, erklärt er zugleich das Haus Habsburg zum «legitimen» Erben der Herrschaft Kyburg. Auch weist er konkurrierende Erbansprüche, etwa von Hartmanns savoyischer Gattin Margarete, entschieden ab. Die von Graf Rudolf IV. verbrieften Rechte für

Grusswort des Stadtpräsidenten

Bedeutende Rolle der Kirchen Michael Künzle| Das Jahr 2014 ist für die Stadt Winterthur ein ganz besonderes: Vor 750 Jahren, am 22. Juni 1264, erhielt unsere Stadt von Graf Rudolf von Habsburg das Stadtrecht. Dies war ein ausserordentlich wichtiger Moment in der Geschichte Winterthurs. Deshalb feiern wir dieses Jubiläum mit einer Vielzahl von Veranstaltungen. Dabei wollen wir nicht nur die Vergangenheit würdigen, sondern auch über die Zukunft nachdenken. In der Entwicklung der Stadt haben die Kirchen eine bedeutende Rolle ge-

spielt und spielen sie heute noch. Deshalb ist es nur folgerichtig, dass sie sich an den Jubiläumsfeierlichkeiten beteiligen. Es ist erfreulich, dass sich die Kirchen unter dem Gesamttitel «Kirchen750» zusammengeschlossen haben und übers Jahr verteilt sechzehn Projekte durchführen. Ich bedanke mich für den wertvollen Beitrag der Kirchen an das Festprogramm im Jubiläumsjahr und für das Engagement, das sie Jahr für Jahr zugunsten der Gesellschaft in unserer Stadt leisten.

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Stadt Jubiläum

«Stadtglüüt» zum Beginn und Ende des Jubeljahres

69 Glocken umrahmen das Fest rho| Das «Stadtglüüt» ist eine von den Winterthurer Kirchen beauftragte und vom Winterthurer Klaus Grimmer erdachte und komponierte Klanginstallation mit insgesamt 69 Glocken der 15 Winterthurer Kirchtürme. Der Tonkünstler hat alle Kirchtürme bestiegen und den Ton jeder Glocke separat aufgenommen. In seinem Tonstudio hat er die Töne dann zu Glockenkompositionen zusammengefügt. Das Jubeljahr zu den Winterthurer 750-Jahr-Feierlichkeiten begann am Neujahrstag kurz nach Mitternacht mit der ersten Auffürung des «Stadtglüüts» auf dem Kirchplatz. Es erklang aus zehn voneinander unabhängigen Lautsprechergruppen, umfasste sechs Stücke und dauerte eine gute Viertelstunde.

Im Laufe des Jahres finden gemäss Kalender zur 750-Jahr-Feier 134 Programmpunkte statt – Winterthur feiert den Erhalt des Stadtrechts ausgiebig! Und als letzter Termin im Kalender steht wieder das «Stadtglüüt»: In der Silvesternacht kurz vor Mitternacht werden wieder Klangkompositionen der 69 Glocken auf dem Kirchplatz erschallen und das Jubiläumsjahr würdevoll ausklingen lassen.

Wer nicht bis Ende Jahr warten möchte, kann sich das nächste «Stadtglüüt» auch um 10.40 Uhr vor dem Festgottesdienst am 22. Juni 2014 auf dem Neumarkt anhören.

Kirchen750: Suppenwoche zum Stadtjubiläum

Suppe und Brot für jede und jeden

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Alice Bosshard-Walt| Die Idee zu einer Suppenwoche, ein einzigartiger gesamtstädtischer Jubiläumsanlass, ökumenisch, ökologisch und breit abgestützt, entstand aus der Erinnerung an die Tradition der «Armensuppe». Die Diakonie, der Dienst am Nächsten, das soziale Wirken, war über Jahrhunderte und ist bis heute eine der Kernaufgaben der christlichen Kirchen. «Noch selten hätten sich so viele freiwillige Helferinnen und Helfer, vom

Jugendlichen bis zur Seniorin, gemeldet», stellte die Hauptverantwortliche, die evangelisch-reformierte Kirchenpflegepräsidentin von Seen, Verena Bula, erfreut fest. Passend zur weltweiten ökumenischen Gebetswoche für die Einheit der Christen vom 19. bis 25. Januar begann nach dem ökumenischen Sonntagsgottesdienst in der Stadtkirche die Aktion: Während sieben Tagen verteilten Angehörige der sieben Kirchge-


Während einer Woche wurde auf dem Neumarkt jeden Tag eine andere Suppe gratis verteilt. Das Angebot fand grossen Anklang.

um 17.00 Uhr war die gesamte Gerstensuppe verteilt. Zum Glück hatten wir noch etwas Suppe von den vergangenen Tagen übrig», freute sich Verena Bula. Das Suppenpublikum war erstaunlich vielfältig, wie sie betonte: «Ob Jugendliche oder Ältere, wir durften Leute aller Altersklassen bei uns begrüssen. Darunter auch Personen, welche eine wärmende Suppe wirklich nötig hatten!» Für alle Beteiligten verlief die Woche sehr positiv. In Erinnerung bleiben die gute Zusammenarbeit aller freiwillig Engagierten, überraschende Begegnungen, interessante und gute Gespräche und die friedliche Stimmung beim gemeinsamen Suppenessen.

aus dem Pfarreirat

meinden und Pfarreien von Mittag bis Mitternacht gratis Suppe, Brot und Wasser. Gemeinsam mit Freiwilligen der Stadtkirche engagierte sich am ersten Suppentag der Pfarreirat St. Peter und Paul im Zelt auf dem Neumarkt. Die sieben verschiedenen Wintersuppen, total 840 Liter, kamen aus der Küche des Kongress- und Kirchgemeindehauses an der Liebestrasse. Nach Abschluss der Woche zog Verena Bula Bilanz: «Ab Dienstag hatten die Suppenschöpfenden bereits einen Grossandrang zu bewältigen, 650 Portionen (in kompostierbaren Trinkbechern) konnten an diesem Tag verteilt werden.» Grosses Highlight war jedoch der Samstag, für den die Gewerbepolizei sogar eine Sonderbewilligung für das Verteilen der Suppe bis zwei Uhr nachts erteilte. «Bis weit nach Mitternacht hatten wir Hochbetrieb. Bereits

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Stadt Jubiläum ❱ Stationen der Winterthurer Passion: verlassene Schuhe, Jahrmarktbude, Tanz am leeren Grab

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Kirchen750: Winterthurer Passion, 18. April

Wo, bitte schön, geht’s zum Kalvarienberg? gio| Die KünstlerInnen, die die Winterthurer Passion schufen, entliessen uns im Stadtpark mit vielen Bildern und Eindrücken. Sie haben sich mit dem Leidensweg von Jesus von Nazaret auseinandergesetzt und führten uns die Umsetzungen ihrer Ideen in einigen Stationen vor Augen. Die Reihenfolge dabei war ihnen nicht wichtig. So kam es, dass mehrere Gruppen gleichzeitig auf dem Neumarkt aufbrachen, um an verschiedenen Orten den Weg anzugehen. Nach wenigen Schritten bewegte ich mich in einer Gruppe mit tanzenden Jüngerinnen, die begleitet von Musikern vorwärtsstrebten. Sie führten uns zu einer schmalen Gasse. Wir mussten leblose Körper, angestachelt von hetzenden und schreienden Antreibern auflesen und forttragen. In einer Tiefgarage wurden über Monitore Folterszenen übertragen. Vorbei an verlassenen Schuhpaaren, die mitten im Weg lagen, geleitete man uns in einen Hinterhof mit einer Jahrmarktbude. Dort wurden wir als Publikum aufgefordert, über Leben und Tod zu richten. Wie damals bei Jesus und Barabbas. Also: «Crown or Cross» (Krone oder Kreuz – so der Titel der reisserischen Darbietung). Jeweils zwei Figuren aus der heutigen Zeit wurden vorgestellt und zur Verurteilung freigegeben. Unter Bäumen, umsäumt mit einem Zelttuch, zeigten uns zwei Tänzerinnen das leere Grab. Und dann im Stadtpark das Finale mit dem entschwindenden Schiff in Be-

gleitung einer lebhaften Blasmusik. Das regnerische Wetter passte zu den berührenden Szenen. Am Nachmittag besuchte ich die Karfreitagsliturgie in der Kirche St. Ulrich. Welche Passion berührte mich mehr? Der Vergleich ist durchaus interessant. Bei der Passion am Vormittag bewegte man sich. Man war mit vielen Menschen auf dem Weg und wurde geschoben, gestossen, angebrüllt und vorwärtsgedrängt. Das Ellbogenprinzip war spürbar. Man erfuhr am eigenen Leib etwas vom Weg damals zum Kalvarienberg. Am Nachmittag in der Kirche sass man mit dem Körper passiv da. Diesmal wurde der Geist beschäftigt. Eigentlich eine gelungene Kombination, wobei das eine das andere voraussetzte.


Chance Stadt!? Im Rahmen des 750-Jahr-Jubiläums der Stadt Winterthur feiern die christlichen Kirchen Winterthurs am Sonntag, 22. Juni ab 10.40 Uhr gemeinsam einen Festgottesdienst auf dem Neumarkt. Er steht unter dem Titel «Chance Stadt!?». Claudia Sedioli| «Chance Stadt!?» – das behauptet und fragt gleichzeitig die Einladung zum Festgottesdienst am 22. Juni. Die christlichen Kirchen in Winterthur – die katholische, die christkatholische, die reformierte Kirche und die evangelische Allianz – laden dazu gemeinsam ein. Vom Dorf zur Grossstadt Vom kleinen Marktflecken an der Eulach ist Winterthur in 750 Jahren zur Grossstadt geworden: Sie bietet Raum zum Wohnen, Leben und Arbeiten. Einen Ort, wo Demokratie und Schutz von Minderheiten gelebt werden, wo diese Werte aber auch immer neu verhandelt und errungen werden müssen. Dabei treffen widersprüchliche Erwartungen von Bewahren und Verändern, von Öffnung und Rückzug aufeinander. Wofür dankbar sein? Der Festgottesdienst fragt deshalb: Wofür sind wir dankbar in Winterthur? Welche Sorgen und Nöte beschäftigen die Menschen in der Stadt? Wie und wo finden die Verantwortlichen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Kirche Wege, den vielfältigen Anforderungen an ihre Aufgaben gerecht zu werden? Chance Stille «In der Stille und im Vertrauen liegt eure Stärke» (Jesaja 30,15), steht im

Mittelpunkt des Gottesdienstes. Den Menschen damals in Jerusalem wird durch den Propheten Jesaja eine Botschaft überbracht, die auch heute anspricht: Stille unterbricht den geschäftigen, oft lauten und hektischen Lebensalltag in der Stadt. Die Kirchen bieten diesen «ausgesparten Ort», diese Chance auf einen Unterbruch, auf einen Moment der Stille, des Rückzugs oder der Einkehr und auch Raum, in dem Vertrauen wachsen kann. Albanimahl in der Steinberggasse Eingeläutet wird der Festgottesdienst ab 10.40 Uhr durch das «Stadtglüüt», das schon zum Jahreswechsel das Stadtjubiläum eröffnet hat. Um 11.00 Uhr findet der Festgottesdienst auf dem Neumarkt statt. Es werden bis zu 1500 Teilnehmende erwartet. Anschliessend sind alle zum traditionellen Albanimahl (früher reichte der Rat der Stadt der Bevölkerung zu festlichen Anlässen dieses spezielle Mahl) eingeladen: In der Steinberggasse werden Brot, Käse und Wein respektive Traubensaft an langen Tafeln angeboten.

Stadt Jubiläum

Kirchen750: Festgottesdienst am 22. Juni

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Stadt Jubiläum

Fünf Minuten mit «Newcomer» Till Wittmer

«Guete Bonjour!» Zur 750-Jahrfeier wird ein grosses Freilichtspiel in Winterthur aufgeführt. Wie der Titel «Guete Bonjour!» erahnen lässt, spielt es in der Zeit Napoleons, in der Winterthur Besuch von den Franzosen hatte. Die Stadt bekam den Auftrag 12 000 Paar Soldatenstiefel zu liefern, wovon auch Schuhmachermeister Jäggli betroffen war. Sein Sohn Niklaus Jäggli entdeckt in all dem Geschehen die Chance, sich der französischen Armee anzuschliessen und auf diese Weise etwas von der Welt zu sehen. Im Theaterstück kommt diese Rolle Till Wittmer (tiwi) zu, einem der diesjährigen Firmanden. aja: Till, wie kam es dazu? tiwi: Ich han mich bim Casting vorgstellt und d’Regie isch gnueg guet gsi um mich z’entdecke.

tiwi: Uf jede Fall sind d'Uffüehrige e Motivation, doch au mini Schauspillerkollege und de Spass bim Spille helfed mir mich z'motiviere.

aja: Wie hast du vom Casting erfahren? tiwi: I de Ziitig hets e Iladig dezue geh und da han ich denkt, ich gahn mal det ane (lacht), mer chan ja nüt verlüre.

aja: Angesichts der vielen Proben und geplanten Aufführungen bleibt dir noch Freizeit? tiwi: Nümm so vill, will d'Schuel muess au no underbracht werde, doch ich finde immer no es biz Ziit für mich.

aja: Und es hat auf Anhieb geklappt. Mal abgesehen von der Regie, wer hat dein schauspielerisches Talent als erstes entdeckt? tiwi: Mini Eltere und min Primarschuellehrer. Bi de Schueltheater han ich mini Freud fürs Schauspillere entdeckt. aja: Nun bist du schon fest am Proben für diesen Sommer. Das Einstudieren der Rolle ist sicher anspruchsvoll? tiwi: D’Rolle selber isch ned so aspruchsvoll. Sie het ned so vil Text, obwohl Text-Lerne für mich ned sehr schwer isch. Allerdings git's e Choreographie, wo ich mittanze, die chan i nonig so ganz, will Tanze kei Stärchi vo mir isch. 10

aja: Woher nimmst du die Motivation für die ganzen Proben?

aja: Eine Idee, diese zu füllen? tiwi: Am Wuchenendi in Usgang gah, suscht Musig lose oder mengmal au zeichne. aja: Wenn du deine Lieblingsrolle beschreiben würdest, welchen Charakter hätte diese? tiwi: E bösi Person müesstis scho sii, aber ned eifach bös sondern eini, wo so richtig Angscht macht. Verstasch? aja: Nein, nicht ganz. tiwi: Ja, ich weiss au ned, wie ich das söll beschriibe. Ich verstahns so au ned ganz. aja: Gut, und was war rückblickend bisher deine beste Rolle oder dein bestes Theaterstück? tiwi: Letscht Jahr han ich bimene Stuck mitgmacht «Das erste Mal». Das


❱ Auch auf der Romreise mit den Firmanden: Till Wittmer in seinem Element als Schauspieler

isch cool gsi, will s'ned uf einere Hauptperson basiert het sondern s'Ensemble s'Ganze usgmacht hät. Und s'isch s'erschte Stuck uf hochdütsch gsi für mich. aja: Da wir gerade beim Thema sind, noch eine Frage für unsere jüngere Leserschaft. Hast du schon eine Freundin?

aja: Das kann sich ja noch ändern. Deine Kollegen sagen: du machst das super gut und würdest dich beim Theater so richtig ausleben können. Werden wir dich in Zukunft öfters als Schauspieler sehen? tiwi: Hoffentlich scho. Und ich hoffe, i möglichscht vill verschiedene Rolle, will das macht ja en guete Schauspiller us. aja: Danke Till, für das sympathische Interview. Weiterhin viel Erfolg beim Schauspielern und zwischendurch auch immer mal ein wenig Freizeit, und wer weiss, vielleicht ja irgendwann auch zu zweit.

Am 18. Mai erhielten 34 Kinder die Erstkommunion

ErstkommunikantInnen 2014 Folgende 34 Kinder haben am 18. Mai die Erstkommunion erhalten Enea Agasi, David Bicker, Linda Boldo, Francesco De Nisi, Marisa Franzen, Nico Campisi, Melina De Cesaris, Federica Del Greco, Leontina Filipovic, Sina Ghiotto, Philipp Gross, Gion Grütter, Giada Grupico, Luca Guido, Sophie Hostetter, Nadim Jreiche, Ines Lendi, Nala Lionel, Alina Mannhart, Justin Meier, Leo und Maurice Merkli, Jessica Mesulaj, Andri Moser, Elena Munz, Alessia Orlando, Michel Signer, Eleni Smart, Yuri Sogne, Tim Stutz, Xavier Wenger, Frederik Winnefeld, Malvin Zimmermann, Vincenza Zumstein

Stadt Jubiläum

tiwi: Nei, wie scho gseit han ich wenig Ziit. Und drum au kei Ziit für e Fründin.


Stadt Jubiläum ❱ Christoph Germann wird den hoffentlich 750-köpfigen Chor dirigieren.

Kirchen750: stimmgewaltig mitten in der Stadt

Chor der 750 Stimmen Alle singbegeisterten WinterthurerInnen sind eingeladen, sich am 17. August um 11.30 Uhr auf der Freitreppe vor dem Stadthaus einzufinden. Den Teilnehmenden werden T-Shirts und Liedhefte abgegeben. Der so entstehende Chor, der hoffentlich 750 Stimmen umfassen wird, wird von Christoph Germann dirigiert und von einer Bläsergruppe begleitet. Es werden in 750 Sekunden sechs ökumenische Lieder aus dem Kirchengesangbuch gesungen. gio| Die Zahl 750 ist in diesem Jahr in Winterthur längst zur magischen Zahl geworden. Ob sich zum Termin so viele SängerInnen einfinden werden, lässt sich indessen nicht voraussagen. Im Gespräch mit Christoph Germann, dem Leiter und Initianten dieser Veranstaltung, gibt sich dieser aber zuversichtlich. Christoph Germann ist ein vielseitig ausgebildeter und diplomierter Vollblutmusiker. Sein Können spannt sich, vereinfacht ausgedrückt, vom Orgelspiel über Kantorenaufgaben bis hin zur Chor-

leitung. Er ist in verschiedenen Stilen zu Hause. Mit seiner langjährigen Berufserfahrung bringt er das Rüstzeug mit, so viele Leute zu einem Resultat zu führen, das für alle Beteiligten zum besonderen Erlebnis werden kann. Alle Teilnehmenden erhalten als Geschenk das T-Shirt, das zum Anlass getragen wird. Damit wird mit Sicherheit ein phantastisches Gesamtbild erreicht. Unter www.kirchen750.ch können die Lieder eingesehen und vorab geübt werden.

Die Sorge um die Kranken im Laufe der Geschichte

Res sacra miser

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Tanja Haas| Winterthur feiert dieses Jahr sein 750-jähriges Stadtjubiläum. Solch ein Jubiläum ist ein Anlass, Geschichte, Gegenwart und Zukunft einer Stadt in den Blick zu nehmen. Damit sich eine Stadt zukunftsweisend entwickeln kann, spielen verschiedene Faktoren eine Rolle: geografische, politische, gesellschaftliche, wirtschaft-

liche und soziale. Ich wage zu behaupten, dass man die Entwicklung einer Stadt auch an der Gestaltung ihres Gesundheits- und Sozialwesens und der kirchlichen Landschaft ablesen kann. Denn es ist in allen Gesellschaften und Religionen verbreitet, Menschen zu unterstützen, die wegen ihres Alters, einer Krankheit, Verlet-


zungen oder aufgrund sozialer Missstände Hilfe benötigen. Aus dieser Motivation heraus wurden und werden Kinder und Alte gepflegt, Arme unterstützt und es wird versucht, Schmerz zu lindern. So möchte ich die Geschichte und die Gegenwart meines Arbeitsortes – des Kantonsspitals Winterthur – aus der Perspektive der Seelsorge aufzeigen und einen Blick in die Zukunft wagen. Am 22. Juni 1264 verlieh Rudolf I. von Habsburg Winterthur das Stadtrecht und 23 Jahre später am 24. Mai 1287 wurde für die BürgerInnen von Winterthur als erstes Spital das Sondersiechenhaus St. Georgen gegründet. Es diente der Unterbringung von Aussätzigen, Menschen die an Lepra erkrankt und ansteckend waren. Die Kranken wurden abgesondert, um eine Ansteckung zu vermeiden, denn eine Heilung des Leidens gab es nicht. Deshalb wurde das Sondersiechenhaus auch vor den Mauern der Stadt und an einem Bach, der von der Stadt wegfloss, erbaut. An Markttagen war es den Kranken erlaubt, in einem braunen Mantel gehüllt und mit einer Klapper in der Hand, am Strassenrand um Almosen zu betteln. Einmal im Monat durften sie auch vor der Kirchentür betteln, bis sie ein Pfund Geld zusammen hatten. Die Bettlägrigen bekamen spezielle Zuwendungen. Ein Bader kam alle drei Wochen ins Haus, um die Kranken zu baden und die Männer zu rasieren. Mit der Einrichtung des Sondersiechenhauses war man besorgt um den Schutz der Bevölkerung vor Ansteckung, aber auch die Kranken wurden mit dem Nötigsten versorgt.

❱ Die Inschrift «Res sacra miser» ist am Neumarkt noch immer zu finden.

Im 13. und 14. Jahrhundert herrschte in Winterthur ein reger Durchgangsverkehr von Söldnern, Pilgernden und Kaufleuten zwischen Zürich, Rhein und Bodensee. So entstand das Bedürfnis nach einem Spital innerhalb der Stadtmauern, das die BürgerInnen der Stadt wie auch Fremde aufnehmen konnte. Das Armen- und Krankenspital am früheren Rindermarkt – das sogenannte Heiliggeistspital – wird erstmals 1306 urkundlich erwähnt. Das Besondere an diesem Spital war, dass es nicht von einem reichen Kloster oder einer religiösen Gemeinschaft gegründet und geführt wurde, wie das sonst im Mittelalter üblich war. Es ist der Opferbereitschaft der Winterthurer BürgerInnen zu verdanken, dass dieses Spital entstand. Da die wohlhabenden BürgerInnen zu dieser Zeit im Krankheitsfall meist zu Hause gepflegt wurden, fanden im Spital Arme, Kranke, Mittellose, Waisenkinder, Wanderburschen und Bettler Unterkunft. Das Spital bildete die Grundlage für den Umgang mit den sozialen Fragen der damaligen Zeit. Seit dem 14. Jahrhundert war auch ein Geistlicher als Seelsorger im Spital tätig. Durch die blühende Industrie und den lebhaften Verkehr wuchs die Bevölkerung in Winterthur um 1860 stark an und das Spital am Neumarkt genügte den Anforderungen nicht mehr. 1876 konnte das neue Einwohnerspital mit 90 Betten in Betrieb genom-

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aus der Spitalseelsorge 14

men werden, das für die damalige Zeit ein modernes und grosszügiges Akutspital war. Das Motto über dem Haupteingang lautete «res sacra miser» – die Sache des Armen ist heilig. 1886 wurde das Spital vom Kanton übernommen. Es folgten im Laufe der Zeit je nach den medizinischen Bedürfnissen Erweiterungsbauten und technische Neuerungen, wie ein Klosett mit Wasserspülung, ein Röntgenkabinett, den Anschluss ans Elektronetz, die Eröffnung einer Frauenklinik und die Unterteilung des Spitals in die Abteilungen Medizin, Chirurgie und Geburtshilfe. Auch die Seelsorge passte sich mehr und mehr den Neuerungen und den Bedürfnissen des wachsenden Spitals an. Die zuständigen Seelsorger kamen immer häufiger ins Spital für Krankenbesuche, Gottesdienste, Taufen, Konfirmationsunterricht und versorgten die Patienten mit Büchern aus der Bibliothek. Seit der Reformation wurde die Seelsorge nur von reformierten Pfarrern wahrgenommen. 1957 wurde erstmals ein katholischer Seelsorger im Jahresbericht des Spitals erwähnt. 1958 wurde das neue Spital am jetzigen Standort in Betrieb genommen mit einem Bettenhaus, in dem die verschiedenen Kliniken untergebracht waren und einem Behandlungstrakt. 1968 kam das Hochhaus mit 15 Stockwerken dazu. Das Wachstum des Spitals stellte auch die Seelsorge vor neue Herausforderungen und so wurde 1960 eine reformierte Pfarrstelle nur für das Spital ins Leben gerufen. 1969 wurde auch eine katholische Seelsorgestelle im Spital geschaffen, die mit Pater Ursmar Wunderlin besetzt worden ist,

der bis heute noch im Spital tätig ist. Winterthur hat sich im Laufe seiner Geschichte verändert und mit der Stadt auch das Spital und die Aufgaben der Seelsorge in diesem. Auch jetzt erleben wir eine Zeit der Neuerungen und Umbrüche in Wirtschaft, Gesellschaft, Gesundheitswesen und Kirche. Im Spital sinkt die Aufenthaltsdauer der stationären PatientInnen, aber die Anzahl der ambulanten Behandlungen nimmt immer weiter zu. Das stellt auch die Spitalseelsorge vor neue Herausforderungen und wir planen im Kantonsspital ein Projekt zur Begleitung ambulanter PatientInnen, die z. B. wegen einer Chemooder Strahlentherapie über längere Zeit wöchentlich oder sogar täglich zur Behandlung ins Spital kommen und deshalb oft eine ungewisse und herausfordernde Situation mit speziellen Fragen erleben. In dieser schwierigen Zeit möchten wir die Menschen seelsorglich unterstützen. Die Sorge um die Kranken und Benachteiligten ist auch heute noch eine «heilige Sache», wenn wir den Worten Jesu treu bleiben in Matthäus 25: «Ich bin nackt gewesen und ihr habt mich gekleidet. Ich bin krank gewesen und ihr habt mich besucht. Ich bin im Gefängnis gewesen und ihr seid zu mir gekommen.… Was ihr einem von meinen geringsten Brüdern getan habt, das habt ihr mir getan.» Der Grundauftrag bleibt auf dieser Basis der gleiche, aber die Wege der Seelsorge zu den Menschen werden in Zukunft kreativ und vielfältig sein, damit wir sie in ihrer jeweiligen Situation begleiten können.


Nacht der offenen Kirchen Am Samstag vor dem Bettag öffnen die Winterthurer Kirchen bis in die späte Nacht hinein ihre Türen: Ein vielfältiges Programm lädt zu einer Tour durch die verschiedenen Gotteshäuser ein. Hier ein Blick in das – zum Teil noch provisorische – Programm. Claudia Sedioli| Die Vorbereitungen für die Nacht der offenen Kirchen laufen auf Hochtouren. Jeweils zur vollen Stunde erklingt während einer Viertelstunde eine Lesung, ein Musikstück, ein besinnlicher Gedanke oder ein Gebet. In der darauffolgenden Stille können die Besucherinnen und Besucher den Kirchenraum begehen, betrachten oder einfach sitzend erleben. Um Mitternacht mündet die Nacht der offenen Kirchen in einen Schluss-Imbiss. Zur Zeit sind in den katholischen Kirchen folgende Anlässe geplant: Herz Jesu: Thema Schöpfung: Gottesdienst mit Tieren St. Josef: Ausstellung, Gospelmusik St. Laurentius: Stationenweg (Versöhnungsweg) St. Marien: Kirche und Erotik: Hohes Lied der Liebe St. Urban: Filme der «Filmbrugg» St. Peter und Paul: Kirche und Humor Susanne Horak| Lachen Sie in der Kirche? Laut und herzhaft oder eher leise, schmunzelnd? Gibt es ihn überhaupt, den «Humor in der Kirche»? Wenn ja, wie könnte er aussehen? Und was ist für Sie Humor? Eher, wenn man trotzdem lacht oder trifft es für Sie das italienische Sprichwort «La testa verso dio...i piedi nel caca!»? Graham Smart (Schauspieler, theater katerland, Win-

terthur), Sabina Deutsch (Schauspielerin, Winterthur) nähern sich mit Texten von Paul Steinmann (Autor und Regisseur, Rikon) unterstützt von Hansueli Bamert an der Orgel (Organist, St. Peter und Paul) diesem Thema leise, aber auch mal laut, liebevoll, aber auch mal mit Humor, an und lassen uns Antworten auf diese Fragen finden und einfach lachen. Lassen Sie sich überraschen! In St. Peter und Paul beginnt die «Nacht der offenen Kirche» um 19.00 Uhr und endet um Mitternacht. Neben der Kirche gibt es einen Stand für einen kleinen Imbiss. Organisiert wird der Anlass von der Spurgruppe «Treffpunkt Zukunft». St. Ulrich: Filmprojekt von Giovanni Schäfli gio| Bild und Ton sind meine Leidenschaft. Was liegt also näher, als meine Talente für diesen Anlass einzusetzen? Ich möchte von Werden, Sein und Vergehen einen Bogen spannen. Während ich hier schreibe. bestehen bereits Ideen von Bildern und der Musikrichtung. Bis zum 20. September habe ich noch Zeit, dies in eine bekömmliche Form zu giessen. Ich bin auf das Resultat mächtig gespannt, denn wie gesagt, weiss ich gar nicht so recht, was ich auftischen werde. Es werden bestimmt fesselnde Bildsequenzen und dazu passende Musik sein.

Stadt Jubiläum

Kirchen750: Bettagsveranstaltung am 20. September

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«

Eine goldene Kette fesselt mich an meine urliebe Stadt wo die Sonne aufgeht wo sie untergeht für mich

»

Rose Ausländer


St. Ulrich

Das renovierte Pfarreizentrum

Die Kreuze sind aufgerichtet Zita Haselbach| «Das Schönste kommt noch!» sagte der Architekt Markus Jedele letzten September bei der Einweihung unseres renovierten Pfarreizentrums. Er meinte, die beiden geschmiedeten Kreuze aus Bronze, die am 29. März dieses Jahres in einer eindrücklichen Feier aufgerichtet wurden.

❱ Beim Aufrichten der Kreuze

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Nun ist die Kirche St. Ulrich auch von aussen gut als katholische erkennbar. Wir sind alle der gleichen Meinung: Es ist, als wären die Kreuze schon immer hier gewesen, sie passen an den Turm und in den Chor. Man sieht schnell, dass die beiden Kreuze proportional gleich sind. Aber die wenigsten können auf Anhieb glauben, dass die horizontalen und vertikalen Balken auch gleich lang sind. Durch deren hohen Schnittpunkt ist das Kreuz klar himmelwärts ausgerichtet und deutet mit seinen weitausholenden Armen doch darauf hin, dass die Gemeinschaft und der Dienst an der Mitmenschlichkeit im heutigen Leben von der Pfarrei St. Ulrich gleich stark gewichtet werden möchten, wie die Gottessuche und unzertrennlich mit dieser verbunden sind. Hell und freundlich ist unser Zentrum geworden, dazu durchgehend rollstuhlgängig. Die grosszügige Küche, auf die wir mehr als 20 Jahre gewartet haben, leistet uns und den fremdsprachigen Gruppen wertvolle Dienste. Dass die Arbeiten ohne Unfall und die Bauabrechnung mit über 400 000 Franken Minderaufwand abgeschlossen werden konnte, erfüllt uns mit Dankbarkeit und Freude. Besonderer Dank gebührt der Kirchgemeinde, der Kirchenpflege, der Baukommission unter Leitung von Hansjörg Thurnherr, dem Architekten Markus Jedele, dem Bauleiter Andri Schmid, den Freiwilligen, die sich beim Zügeln und bei der Festvorbereitung so toll engagiert haben und dem Team vor Ort!


Beim Anblick eines Kreuzes klingt sie in unserem Leben immer wieder an, die Musik aus dem Innern. So bitten wir für alle, die hier vorbeigehen oder vorbeifahren: Das Kreuz möge sie kraft- und liebevoll erinnern, dass unser Leben mehr ist als Oberfläche, Geplauder und Tempo, dass unser Leben auch das Geheimnis birgt und die Tiefe, die Vergangenheit und die Zukunft. Es erinnert uns jedes Mal an die bedingungslose Zuwendung Gottes, das Kreuz, mit dem wir uns bezeichnen, wenn wir die Kirche betreten. So bitten wir, dass diese Geste uns die Liebe aufnehmen lasse, die über unserem Leben steht, und uns zugleich auch immer liebender mache für andere.

Schöpfungszeit

Fürbitten bei der Aufrichtung der Kreuze

Sie werden im Zeichen des Kreuzes getauft, die Kinder und Erwachsenen. So bitten wir, dass sie erfahren, wie sehr sie angenommen und geliebt sind, wie ihr Wert nicht von ihrer Leistung abhängt und dass ihr Leben nicht scheitert, wenn sie versagen. Sie fordern uns immer wieder heraus, die Wegkreuzungen unseres Lebens. So bitten wir für alle, die hier Rat suchen für gute Entscheidungen.

Sie werden noch immer getragen, die schweren Kreuze. So bitten wir für alle, die in dieser Kirche Kraft suchen, das Mühsame des Lebens durchzustehen. Wir brauchen einander, wenn wir in unserer Welt ausgespannt sind zwischen Himmel und Erde, zwischen Herz und Verstand, zwischen Freude und Hoffnungslosigkeit, zwischen Ideal und Realität, zwischen Gerechtigkeit und Liebe, zwischen Glauben und Zweifel, zwischen Leben und Tod. So bitten wir für alle, die hier Gemeinschaft und Gleichgesinnte suchen, damit wir zusammen in der Nachfolge Jesu unsere Welt gestalten können.

St. Ulrich

Sie treffen immer noch ein, die Ereignisse, die unsere Pläne durchkreuzen. So bitten wir für alle, die in dieser Kirche Orientierung suchen und neue Hoffnung.

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St. Ulrich

Termine der Pfarrei St. Ulrich

Kalendarium Juni 22 Sonntag 24 Dienstag 29 Sonntag

Ökumenischer Festgottesdienst zum Stadtjubiläum, Neumarkt, ab 10.40 Vältemer Frauentreff, Pfarreiheim, erster Stock, 9.00 Patrozinium in St. Peter und Paul, 9.30, wir sind eingeladen (9.30, kein deutschsprachiger Gottesdienst in St. Ulrich) Eltern-Kind-Feier, Krypta, Tellstrasse 11a, 10.00

Juli 2

Mittwoch

6 9

Sonntag Mittwoch

30 Mittwoch

Untiabschluss der vierten Primar- und zweiten Oberstufenklasse, Pfarreiheim, 13.30 Ulrichsfest zusammen mit den Kroaten mit Apéro, 10.30 Frauengruppe, gemütlicher Abend, Restaurant Cherrytomate, 19.00 Kreistanzabend im Pfarreiheim, 19.30 Frauengruppe, Nachmittagswanderung

August 14 21 26 31

Donnerstag Donnerstag Dienstag Sonntag

Mariä Himmelfahrt mit Kräutersegnung, 9.00 Frauengruppe, Minigolf im Schützenhaus, 19.00 Vältemer Frauentreff, Pfarreiheim, erster Stock, 9.00 Eltern-Kind-Feier, Krypta, Tellstrasse 11a, 10.00

September 3 4

Mittwoch Donnerstag

14 Sonntag 20 Samstag 21 Sonntag 27 und 28 30 Dienstag 20

SeniorInnennachmittag im Pfarreiheim St. Ulrich, 14.30 Frauengruppe, Führung durch die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» mit Magdalen Bless, 14.15 Oasenfest mit Sponsorenlauf, 10.30 Nacht der offenen Kirchen, 18.00 bis 1.00 Eidgenössischer Dank-, Buss- und Bettag, 9.30 Samstag/Sonntag: Pfarreiwanderung Aletscharena Vältemer Frauentreff, Pfarreiheim, erster Stock, 9.00


Eindrücke eines «Stadtpfarrers» sts| Von Haus aus bin ich eigentlich kein Städter. Aufgewachsen zwar in Dietikon, einer sogenannten städtischen Agglomeration Zürichs und viereinhalb Jahre in Zürich ins Gymnasium gegangen, liebte ich den nahen Wald und die ruhig dahinfliessende Limmat immer mehr als die quietschenden Trams oder sonstigen Grossstadtbetrieb. Hier in Winterthur habe ich beides: Einerseits das Gefühl einer Grossstadt (allerdings ohne Trams) und anderseits mit der Eulach und dem vielen Wald rundherum die Atmosphäre eines Dorfes, in dem nur der Bahnhof ahnen lässt, dass sich hier nicht mehr ganz alle kennen. Inzwischen habe ich durch mein priesterliches Zigeunerdasein in mehreren Pfarreien zwar schon etliche, aber längst nicht alle WinterthurerInnen kennengelernt. An und in Winterthur gefällt mir manches: Nicht zuletzt die autofreie Innenstadt mit ihren Läden, Restaurants und Kinos. Aber auch die verschiedenen Dorfbrunnen und alten Bäume und die versteckten Gässchen, die mir manche Reise ins Tessin oder noch weiter südlich ersparen, haben es mir angetan. Apropos «Stadtpfarrer». Als solchen würde ich mich kaum selber bezeichnen – fühle ich mich doch nicht als Pfarrer einer Stadt sondern höchstens als Pfarrer von und mit Menschen in einer Stadt (oder wo auch immer). Ich möchte damit auch die Frage der Ortsansässigkeit relativieren. Denn immer sind es die Menschen, die mich

mehr interessieren. Als Christ geht es ja ohnehin immer darum, nicht bloss irgendwo ansässig zu sein, sondern ganz dem Evangelium gemäss ein Stück weit auch aufsässig zu bleiben als «Licht» und «Sauerteig» in der Welt. Dazu ein Text von Madleine Delbrel, die sich für ihr engagiertes Christenleben im vergangenen Jahrhundert bewusst eine Stadt (Paris) ausgewählt hat, um dort als «Mystikerin der Strasse» zu leben: «Wenn Menschen in unserer Stadt und in anderen Städten behaupten: ‹Gott ist tot›… Wenn wir dafür verantwortlich sind, dass Menschen Gott verloren haben, dann haben wir vielleicht daran zu leiden, vor allem aber müssen wir ihnen Gott zurückgeben. Zwar können wir ihnen den Glauben nicht geben, können aber uns selbst geben. Im Glauben haben wir Gott gefunden; wir können ihn weitergeben, wenn wir uns selbst geben – und zwar hier in unserer Stadt. Es geht also nicht darum, dass wir uns irgendwohin davonmachen, das Herz beschwert von der Not der anderen, wir müssen vielmehr bei ihnen bleiben, mit Gott zwischen ihnen und uns. Es geht um einen Tod und um eine Auferstehung. Es geht darum, dem abzusterben, was wir gewesen wären, wenn wir nur Menschen geblieben wären, und zu dem aufzuerstehen, was wir als Christen sind.»

Stadt Jubiläum

Stefan Staubli ist seit fünf Jahren in Winterthur

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Stadt Jubiläum 22

Das Pfarrblatt von St. Peter und Paul vom 6.11.1937

Ein Sonntag von damals Das Pfarrblatt St. Peter und Paul Winterthur vom 6. November 1937 gibt uns einen Einblick in die damaligen Gottesdienstformen. Der «Seelen-Sonntag» holte das auf einen Werktag gefallene AllerseelenGedächtnis (2. November) nach, denn in einer Diaspora-Pfarrei konnte man sich für einen Gottesdienst am Vormittag nicht von der Arbeit befreien lassen, und Abendmessen waren damals noch nicht üblich. Die Kapuziner waren als Beichtväter und Prediger beliebte Aushilfen. In den Sonntagsmessen waren «Generalkommunionen» mit vorheriger Beichte für jeweils bestimmte Vereine obligatorisch. Die Teilnahme wurde mit «Beichtzetteln» oder einer Mitgliederliste kontrolliert. Auch bei der Prozession an Fronleichnam, am Patronatsfest, bei Fahnenweihen und Neuaufnahmen von Mitgliedern traten die Vereine in den Gottesdiensten auf. Das lateinische Amt war an Festtagen ein «levitiertes» Hochamt mit dem Pfarrer als Zelebranten und den Vikaren als Diakon und Subdiakon. Der Kirchenchor und seine gregorianische Schola hatten jeden Sonntag ein lateinisches Amt zu singen. Die Nachmittagsandacht war für jeweils bestimmte Gruppen und Vereine obligatorisch. Die Jünglinge dürften sich danach ins Pfarreiheim zu einem Tischfussballspiel verzogen haben. Die Abendandacht - häufig unter Mitwirkung vieler Messdiener, des Kirchenchors und eines beigezogenen Predigers – endete mit dem feierlichen Segen mit der Monstranz. Die

Andachten waren beliebt, weil sie in deutscher Sprache gehalten und darum für die Kirchenbesuchenden verständlich waren. Mit dem Gebet im Wechsel von Vorbeter und Gemeinde konnten sie sich auch in den Gottesdienst einbringen. An den Wochentagen lasen frühmorgens alle Geistlichen eine stille Messe. Das Rosenkranzgebet während der Messe war damals üblich, manchmal sogar von den Kirchenbesuchenden laut und gemeinsam gesprochen, denn der Zelebrant sprach alle Gebete und Lesungen lateinisch still für sich, anstelle der Gemeinde antworteten die Ministranten, die das «Confiteor» mühsam auswendig lernen mussten. Den Laien ermöglichte das Volksmessbuch mit den ins Deutsche übersetzten Texten, der «Schott» oder der «Bomm», die Messe mitzubeten. Nur die Predigt wurde in deutscher Sprache gehalten. Die Form der Betsingmesse wurde von der Liturgischen Bewegung seit den 1920er-Jahren verbreitet. Der Rosenkranz am Samstag, oft mit einer der damals beliebten Litaneien, bildete den Abschluss der Woche.

Quelle: Text und Bild stammen aus dem Buch «Katholiken im Kanton Zürich – eingewandert, anerkannt, gefordert» (2014) von Alfred Borter, Urban Fink, Max Stierlin, René Zihlmann


Stadt Jubiläum ❱ In der Kirche St. Peter und Paul befindet sich der heilige Alban auf der rechten Seite ganz hinten.

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Lichtgestalten

Der heilige Alban – Stadtpatron sts| Auf der rechten Seite des Kirchenschiffes, ganz hinten, führt der heilige Alban die Reihe der grossen Kirchenfenster an. Er gehört zusammen mit den heiligen Pankratius und Laurentius zu den drei Schutzpatronen der Stadt Winterthur. Übrigens sind alle drei auf einem Deckengemälde aus dem Jahr 1490 in der Sakristei der reformierten Stadtkirche dargestellt. Das nach wie vor populäre Albanifest hat seinen Namen von diesem Heiligen. Auf unserem Kirchenfenster und auch im Logo des Albanifest-Komitees wird der heilige Alban immer mit dem Kopf unter dem Arm gezeigt. Er reiht sich damit in die grosse Schar jener Frauen und Männer ein, die wirklich Kopf und Kragen für ihren Glauben riskiert haben. Gleichzeitig wird diese Art der Darstellung mit den zwei Köpfen (dem grösseren mit Heiligenschein und dem kleineren auf dem Arm) zu einem österlichen Bekenntnis, nämlich: Selbst ein vollstrecktes Todesurteil ist für den Gott des Lebens kein Problem, neues Leben nachwachsen zu lassen…

ganz im Sinne vom biblischen Bild des Weizenkorns, das in die Erde fallen muss, um Frucht bringen zu können! Bei der historischen Einordnung des heiligen Albans ergibt sich eine Schwierigkeit, weil es zwei heilige Albans gibt, die wegen der Ähnlichkeit des Todes und der Namensgleichheit oft verwechselt werden. Der heilige Alban von Mainz (gestorben 406) und der heilige Alban von England (gestorben 304). Als Winterthurer Stadtpatron gilt der zweitgenannte, der als erster englischer Märtyrer verehrt wird. Er diente der Überlieferung nach in der römischen Armee in seiner Heimat. Zur Zeit der Christenverfolgung unter Kaiser Diokletian bekehrte er sich zum Christentum und wurde von einem Priester getauft, der sich auf der Flucht befand und den er in seinem Haus aufgenommen hatte. Als die kaiserlichen Soldaten sein Haus durchsuchten, zog Alban die Kleider des Priesters an, um sich an dessen Stelle auszuliefern.


Nein zur Kirchensteuerinitiative am 18. Mai

Danke für die Unterstützung Wuchtig haben die Stimmberechtigten die Kirchensteuerinitiative abgeschmettert. Ein wichtiges Zeichen der Solidarität der ganzen Bevölkerung mit den Kirchen – und auch das Ergebnis des grossen Einsatzes vieler Pfarreimitglieder. Claudia Sedioli| Die Stimmberechtigten des Kantons Zürich haben die Kirchensteuerinitiative der jungen FDP mit einer deutlichen Nein-Mehrheit bachab geschickt. Dieses Abstimmungsergebnis werten die katholische und die reformierte Kirche in Winterthur als Vertrauensbeweis in ihre gemeinnützige Tätigkeit, die sie seit Jahrzehnten zugunsten der gesamten Stadtbevölkerung erbringen. Beide Kirchen haben im Abstimmungskampf eng zusammengearbeitet. Wesentlich zum sehr guten Resultat beigetragen haben all die Pfarreimitglieder, die sich selbst, beispielsweise im Freundes- und Bekanntenkreis, an Standaktionen oder in Inseraten engagiert

haben. Ihnen allen sei hier herzlich gedankt. Nein auch als Verpflichtung Das Nein zur Initiative hat auch zur Folge, dass der notleidende städtische Haushalt durch die Übernahme von traditionell kirchlichen Aufgaben nicht zusätzlich belastet wird. Das Votum des Stimmvolks ermutigt die beiden Kirchen, ihre Tätigkeit im Bereich Soziales, Bildung und Kultur im gewohnten Rahmen weiterzuführen. Das aus Sicht der beiden Kirchen positive Abstimmungsergebnis ist zudem eine Verpflichtung, das gemeinnützige Leistungsangebot regelmässig auf Bedürfnisorientiertheit und Wirksamkeit zu überprüfen.

Pfarreiausflug nach Bubikon an Auffahrt

Bereicherndes Unterwegssein ❱ Der Pfarreiausflug am Fest Christi Himmelfahrt führte dieses Jahr nach Bubikon. Das Foto zeigt die Schar der Teilnehmenden nach dem Gottesdienst vor der Kapelle des Ritterhauses.

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Firmkurs und Firmreise 2014

Gemeinsam unterwegs

❱ Die FirmandInnen in Rom

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aja| Auf der Firmreise nach Rom entstand der folgende Artikel als Gemeinschaftswerk verschiedener FirmandInnen unserer Pfarrei. JedeR war dazu angehalten einen Satz zum Firmkurs oder zur Firmreise aufzuschreiben. Was jetzt folgt ist das Ergebnis. Eine möglichst logische Zusammenstellung dieser Aussagen... etwas durcheinander, dafür aber lebendig, wie die FirmandInnen selbst: «Die Untistunden waren erlebnisreich und voller spannender Diskussionen.» – «Da wir die anderen Unti-Gruppen vorher nicht kannten, war das Zusammensein während der Firmreise nach Rom sehr wichtig.» – «Rom war spitze, dringend nötig, nach all den harten Untijahren» – «Wegen der Zugspanne haben wir die Hinfahrt teilweise im Stehen verbracht.» – « ‹Ohrendruck ahoi!› hiess, es bei Hochgeschwindigkeit von Mailand nach Rom.» – «Das schöne Wetter machte es angenehm, die vielen Kirchen und Plätze zu ‹erlaufen› und anzuschauen.» – «Unser lieber Pfarrer Gehring spurtete durch die Strassen von Rom, dass es uns manchmal so vorkam, Teilnehmende eines Marathons zu sein. Da Pfarrer Gehring jedoch ein sehr liebenswürdiger Mensch ist und uns zu Kaffee (dem besten von ganz Rom!) und Eis einlud, fiel es uns leicht, darüber hinwegzuschauen.» – «Die Papstaudienz war mit das Beste.» – «Dem Papst so nahe zu sein, was für ein Gefühl! Unvergesslich!» – «Abends? Nun wir hatten einen chilligen Platz (gleich um die Ecke von un-

serer Unterkunft), an dem wir uns versammelten.» – «Am ersten Abend feierten wir noch mit einem Obdachlosen, der viel Spass mit uns hatte.» – «Die erste Runde in unserem Lieblingsladen zahlte Uorsin.» – «Andreas versuchte verzweifelt die ausgezeichneten Tanzkünste von Uorsin und Pashk nachzuahmen, doch es wollte ihm einfach nicht gelingen.» – «Pünktlich um 24.00 Uhr waren wir zuhause.» – «Den Nachtschwärmern unter uns gefiel dies am Anfang nicht so, doch schnell merkten wir, dass wir trotzdem jede Menge Spass haben konnten.» – «Für die Rückfahrt rüsteten wir uns in Rom reichlich mit Proviant aus, was locker für eine ganze Marschkapelle gereicht hätte» – «In Milano warteten wir auf unseren Anschluss nach Zürich. Andri nahm seinen Fussball und los gings.» – «Als ihm Till den Ball zuspielen wollte, machte sich Andri bereit, verlor dabei die Kontrolle und landete mit dem Gesicht am Boden. Alle lachten sich schlapp und Andri mit schmerzverzerrtem Gesicht ebenfalls.» – «Rom war einfach super! Man lernte sich kennen und wir freuen uns (jetzt gemeinsam) gefirmt zu werden!»


Maiausflug der SeniorInnen Monika Schmid-Müller| Die Einladung zum Besuch des Zisterzienserinnenklosters Wurmsbach stiess bei den SeniorInnen auf sehr grosses Interesse. Mit 52 Personen wurden wir im landschaftlich einmalig schön am Rande des Zürcher Obersees gelegenen Kloster von Schwester Marianne-Franziska und Schwester Andrea herzlich empfangen. Mittels einer Powerpointpräsentation erhielten wir Einblick in das Leben der hier integrierten Impulsschule sowie das Wirken der Nonnen im Kloster. Aktuell besuchen 96 Schülerinnen ab der sechsten Primarschule bis zur dritten Sekundarschule die Klosterschule. Beeindruckt haben die Schilderungen, wie die jungen Mädchen zusammen ihren Schul- und Arbeitstag mitgestalten und verantwortungsvoll Aufgaben im Schul- und Internatsbetrieb übernehmen. Morgenbesinnung und Abendgebet gehören zum festen Ablauf im Schulalltag. – Dies gilt auch für die Nonnen, die sich täglich in die Stille zurückziehen und auch während des Essens schweigen. Zur Klosteranlage gehört auch ein Gästehaus, in dem Privatpersonen und Gruppen Schulungen, Tagungen und Ferien verbringen können. Wir wurden durch die wunderschönen Räumlichkeiten des Klosters geführt, die vor zwei Jahren renoviert worden sind: Refektorium, Kapitelsaal und Klostergarten – und alles immer wieder begleitet von Sonnenstrahlen und Regengüssen. Zum Schluss der Führung besammelten wir uns in der schlichten Klos-

terkirche mit Andachtsraum, die eine sehr wertvolle Marienstatue beherbergt sowie einen einfachen Besinnungsraum. Eine kurze Andacht mit gemeinsamem Taizégesang bildeten den Abschluss dieses eindrücklichen Einblicks ins Kloster. Die Akustik der Klosterkirche ging beim Singen unter die Haut. Die Schulküche hatte ein feines, reichhaltiges Zvieri-Büffet für uns vorbereitet. Die Schülerinnen schöpften und bewirteten unsere Seniorengruppe, was zu schönen Begegnungen zwischen Jung und Alt führte. Reich beschenkt, mit vielen schönen Eindrücken verliessen wir diesen wunderbaren Ort und kehrten glücklich heim.

ein Blick zurück

Ein Tag im Zisterzienserinnenkloster Wurmbach

❱ Ein herzliches Willkommen beim Eintreffen im Kloster


spezielle Feiern

Sonntag, 24. August

Gottesdienst im Freien Festgottesdienst 11.15 Uhr im Innenhof des Pfarreiheims St. Peter und Paul. Bei schlechtem Wetter findet der Anlass im Saal des Pfarreiheims statt. anschliessend Apéro und Grillplausch (mit Geränke- und Dessertverkauf) im Pfarreiheim

Ökumenische Begegnungen

Ökumenische Veranstaltungen Gemeinsam gefeierte Gottesdienste Sonntag, 7. September 10.00 Uhr: Gottesdienst in der reformierten Stadtkirche (kein Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul) Sonntag, 14. September 9.30 Uhr: Eucharistiefeier in der Kirche St. Peter und Paul (kein Gottesdienst um 10.00 Uhr in der Stadtkirche) Thematischer Abend

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Montag, 15. Septemer «Religiöse Motive in Winterthurer Kunstsammlungen» Vortrag von Joachim König (reformierter Pfarrer, Stadtkirche) und Dr. Sibyl Kraft Peter (Kunsthistorikerin) 19.30 – 21.30 Uhr, Pfarreiheim St. Peter und Paul


PP-Sommernachtsfest 5. Juli 2014 Programm 18.00 Uhr Abendmesse zum Ende des Schuljahres ab 19.00 Uhr «Gluschtige» Drinks an der Bar ab 19.45 Uhr Grillieren, Essen, gemütliches Beisammensein im Pfarreiheim ab 20.30 Uhr Kinder- und Jugendprogramm in der Turnhalle ab 21.00 Uhr Tanz ca. 23.00 Uhr offizieller Schluss

Sie bringen mit Festfreude Fleisch, Fisch, Gemüse… zum Grillieren Verbringen Sie mit uns wieder einen unvergesslichen Sommerabend. Es lädt ein: OK PP-Sommernachtfest

Wir stellen für Sie bereit Grill mit Personal Beilagen (Gschwelti und Saucen) Getränke und Kaffee Dessert 29


spezieller Gottesdienst

Erntedanksonntag am 28. September um 11.15 Uhr

Schöpfungszeit hug| Dem lieben Gott auf einem Berggipfel nahe zu sein, jedenfalls näher als in einem ausdrücklich kirchlichen Zusammenhang, drückt eine populäre religiöse Einstellung von vielen Menschen bei uns aus. Beim Spaziergang im Wald, im eigenen Garten, umgeben von Blumen und Pflanzen oder beim Anblick des nächtlichen Sternenhimmels wird es manchem Zeitgenossen bei uns frömmer zumute als beim Bibel-Lesen oder Gottesdienst-Feiern. Vielleicht weist diese weit verbreitete Naturspiritualität auf ein echtes Defizit der üblichen christlichen Glaubenspraxis hin. Tatsächlich ist die jüdisch-christliche Tradition nicht sehr naturverbunden. Zur Zeit der Abfassung der biblischen Texte sind ganz viele Vorgänge in der Natur von «heidnischen» Gottheiten besetzt gewesen: Der Lauf von Sonne, Mond und Sternen, Wetterereignisse wie Gewitter,

Sturm und Regen, Katastrophen wie Erdbeben, Feuersbrunst und Überschwemmungen und die Phänomene Fruchtbarkeit, Wachstum und Vermehrung – all dies ist in der Antike dem Wirken von Göttinnen und Göttern zugeschrieben worden. Davon haben sich die jüdischen und später die christlichen Ein-GottGlaubenden abgegrenzt. Ihr Gott ist ein Gott, der sich bevorzugt in der Geschichte zeigt: in Sieg oder Niederlage, in Not oder Wohlstand, in Krankheit oder Gesundheit, in menschlichen Schicksalen und prophetischen Gestalten. Heute sieht die Herausforderung anders aus: Im Zusammenhang mit der drohenden Umweltzerstörung ist immer mehr die Verantwortung des Menschen für die Bewahrung der Schöpfung bewusst geworden. Deshalb haben die Kirchen in unserem Land vor einigen Jahren jeweils die Zeit zwischen 1. September und 4. Oktober (dem Tag des heiligen Franz) als Schöpfungszeit ausgerufen. Darum feiern wir auch bei uns in St. Peter und Paul am Sonntag, 28. September, um 11.15 Uhr Erntedank. Gerade in städtischen Gegenden tut es gut, sich bewusst zu machen, dass die Lebensmittel nicht im Supermarkt entstehen, sondern Frucht der Schöpfung sind, die wir dankbar geniessen dürfen.

(Gekürzter und überarbeiteter Artikel aus dem Stadtanzeiger vom 24. September 2013)


Kalendarium Juli 5

Samstag

bis 8 9

Mittwoch

16 Mittwoch

Familiengottesdienst zum Ende des Schuljahres, 18.00, anschliessend Sommernachtsfest mit dem Orchester Evergreen Dargebotene Hand, Audioinstallation, «Aus Worten können Wege werden», Foyer Pfarreiheim Frauen PP, Frauengottesdienst, 8.30, Kaffee im Pfarreiheim Filmkafi am Nachmittag, Kinobesuch und Diskussion Kirchenbesichtigung und Vortrag von Architekt Johann Frei: «Wettbewerbssituation Gottfried Semper – Kirchenentwurf Karl Bareiss», 19.00, Pfarreiheim Frauen PP, Nachmittagswanderung

August 15 Freitag 20 Mittwoch 24 Sonntag 27 Mittwoch

Mariä Himmelfahrt, Eucharistiefeier mit Kräutersegnung, 19.30, Kirche Frauen PP, Nachmittagswanderung Gottesdienst im Freien, im Hof oder im Saal des Pfarreiheims, 11.15 Frauen PP, Offene Sitzung mit dem Leitungsteam, Ideensammlung für 2015, 19.00, Jugendtreff

Fortsetzung siehe Rückseite

Aus Worten können Wege werden Vor 55 Jahren auf Initiative eines Pfarrers gegründet, ist die «Dargebotenen Hand» noch heute eine unabhängige Anlaufstelle für Menschen in Krisensituationen und mit Alltagssorgen. Die Landeskirchen sind die wichtigsten Geldgeber. Um der Bevölkerung das Angebot der «Dargebotenen Hand» näher zu bringen, können Interessierte in einer Audioinstallation anhand von Telefongesprächen hören, welcher Art die Sorgen sind, mit denen sich Menschen anonym melden und wie die freiwilligen BeraterInnen auf die Anrufenden eingehen. Diese Audioinstallation wird im Laufe des Jubiläumsjahres in verschiedenen Kirchgemeinden aufgestellt und noch bis am 8. Juli im Pfarreiheim St. Peter und Paul Station machen. 31


AZB 8400 Winterthur

Fortsetzung von Seite 31

Kalendarium

Bitte nachsenden. Neue Adresse nicht melden.

❱ Treffpunkte Taizé-Gottesdienst 18.8. | 21.9. (Kirche, 19.30) Bibelteilen 5.7. | 6.9. (Pfarreiheim, 9.00 –10.00) Handarbeitstreff 26.8. | 30.9. (Pfarreiheim, 14.00 –16.00) Meditatives Kreistanzen 2.7. | 25.8. | 17.9. (Pfarreiheim, 20.15 – 21.45) Jassnachmittage 7.7. | 18.8. | 1.9. | 22.9. (Pfarreiheim, 13.30) Zischtigzmittag Restaurant Bodega (jeweils dienstags 12.00, ausser während den Sommerferien)

❱ Termine Sommerferien Sonntag, 12.7. bis 17.8. aktuelle Termine www.peterundpaul.ch

September 3

Mittwoch

SeniorInnen-Nachmittag «Wir werden immer älter – die grosse Chance – für jeden Menschen und für die Gesellschaft», Referentin: Dr. Bernadette Ruhwinkel, 14.30, Pfarreiheim St. Ulrich 4 Donnerstag KFB/Frauen PP, Führung durch die Sammlung Oskar Reinhart «Am Römerholz» mit Dr. Magdalen Bless, 14.15 7 – 14 | Sa – So Ökumenische Woche 7 Sonntag Gottesdienst in der reformierten Stadtkirche, 10.00, (kein Gottesdienst um 9.30 in PP) Eltern-Kind-Feier, 10.00, Krypta 10 Mittwoch Frauengottesdienst, 8.30, Kaffee im Pfarreiheim 11 Donnerstag Vorständekonferenz, 19.45, Pfarreiheim 14 Sonntag Gottesdienst mit reformierten Gästen, 9.30, anschliessend Apéro 15 Montag Ökumenische Bettagsveranstaltung, 19.30, Pfarreiheim PP «Religiöse Motive in Winterthurer Kunstsammlungen» 17 Mittwoch Frauen PP, Tageswanderung 20 Samstag Nacht der offenen Kirchen, PP: 19.00 bis 01.00, Programm zum Thema «Humor in der Kirche» 21 Sonntag Bettag, 9.30, Liturgisches Programm mit Kinder-, Jugend- und Kirchenchor, Kirche 24 Mittwoch Filmkafi am Nachmittag, Kinobesuch und Diskussion 27 Samstag FamA, Frauen PP, Frauenstadtrundgang, 10.00 bis 12.00 «Vom Chindsgi zum Altersheim», Treffpunkt: Volière (Römerstrasse 8) 28 Sonntag Erntedankgottesdienst und Eltern-Kind-Feier, 11.15, Kirche 29 Montag FamA, Planungsabend für 2015, Einstieg: 19.30, Krypta, Sitzung: 20.00, Jugendtreff 30 Dienstag Frauen PP, Workshop mit Paula Iten, «Mikroorganismen – Heinzelmännchen der Tiere, des Gartens und Haushaltes», 18.00, Pfarreiheim


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