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Pfabü Nr. 107

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StadtMenschen Juli – September 2012

Pfarreibulletin St. Peter und Paul


Editorial

Liebe Leserin Lieber Leser Pfarreibulletin 107

❱ Impressum Herausgeber Pfarrei St. Peter und Paul, Winterthur Auflage 2600 Exemplare EmpfängerInnen Angehörige der Pfarrei Redaktion / Gestaltung Otto Dudle |odu Hugo Gehring |hug Andrea Holenstein |aho Rainer Holenstein |rho Markus Kissner |mak Walter Okle |wok Stefan Staubli |sts Redaktionsadresse Andrea Holenstein Lärchenstrasse 34 8400 Winterthur Telefon: 052 203 11 81 Mail: andrea.holenstein @greenmail.ch PC-Nr. 84-44650-2 Adressverwaltung Pfarramt St. Peter & Paul Tellstrasse 7 8400 Winterthur Telefon: 052 269 03 70 Druck und Versand Sailer Druck GmbH Technikumstrasse 12  – 14 8402 Winterthur Erscheinung viermal jährlich

Die vorliegende Jubiläumsnummer zum 150-jährigen Bestehen der Kirchgemeinde und unserer Pfarrei stellt Stadtmenschen ins Zentrum, jüngere und ältere, die aus persönlicher Warte Facetten des Pfarreilebens beschreiben. Die katholische Kirche, global vernetzt, ist zugleich lokal verwurzelt, am Ort verankert. Kirche findet Stadt(t) – hier in der Stadt Winterthur. Die Artikel in diesem Heft ergeben einen Einblick in die Vielfältigkeit unseres Pfarreilebens in Gegenwart und Vergangenheit. Ebenso sind sie ein Spiegelbild des tiefgreifenden Wandels, der sich in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ebenso wie in der Kirche in den letzten Jahrzehnten zunehmend beschleunigt hat. Noch Mitte des letzten Jahrhunderts hatte in der zürcherischen Diaspora der Begriff «katholisch» keinen guten Klang. Der Beginn des Zweiten Vatikanischen Konzils und die staatskirchenrechtliche Gleichstellung der Katholiken mit den Reformierten im Kanton Zürich vor 50 Jahren bedeuteten für die Katholiken, auch in Winterthur, den Aufbruch in ein neues Zeitalter. Mit dem Konzil begann sich die Kirche gegenüber andern Religionen und Konfessionen zu öffnen. «Von der Diaspora zur Ökumene» lautet treffend der Titel von Peter Niederhäusers Buch, das zum Jubiläum erschienen ist. Der neue Wind liess die Gläubigen freier atmen, läutete indes zugleich das Ende des auf den Vereinen beruhenden Milieu-Katholizismus ein. So wurde zum Beispiel Mitte der 1960er Jahre die einst aus den katholischen Stammlanden eingeführte Tradition der Fronleichnamsprozession begraben. Die Texte dieses Pfabüs befassen sich weder allein mit der Vergangenheit noch geben sie ausschliesslich die Sicht aus dem Innern der Pfarrei wieder. Die Frage, was Menschen hier und heute von der Kirche erwarten, geht uns alle an. Ein reformierter Pfarrer, der von 1961 bis 1989 an der Stadtkirche tätig war, wirft einen Blick von aussen auf St. Peter und Paul. Er erinnert sich, wie sich die beiden Kirchen allmählich annäherten. Hinter den persönlichen Zeugnissen in dieser Jubiläumsnummer stehen engagierte Einzelne, denen unsere Pfarrei Leben und Heimat bedeutet. Personen geben der Pfarrei ein Gesicht. Dank ihnen gilt: Kirche findet Stadt(t) – hier, heute und auch morgen.

Für die Redaktion

Otto Dudle


Stimme eines Politikers

Kirche als Heimat für Stadtmenschen Michael Künzle| Die römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur feiert in diesem Jahr ihr 150-jähriges Jubiläum. Bereits im 19. Jahrhundert war der Wunsch nach staatlicher Anerkennung und einer eigenen Kirche in Winterthur sehr gross. Die damalige Glaubensgemeinschaft wollte nicht länger Sonntag für Sonntag in den benachbarten Kanton Thurgau ziehen und Gottesdienst feiern, sondern dies in ihrer Stadt tun. Der damalige Winterthurer Stadtpräsident Johann Jakob Sulzer war in Religionsfragen weitaus aufgeschlossener und toleranter als das zwinglianische Zürich und unterstützte diese Bemühungen. Der Bauplatz im Neuwiesenquartier wurde zur Verfügung gestellt und die Kirche St. Peter und Paul gebaut, was das ganze Quartier stark mitgeprägt hat. Heute leben 26'700 Katholikinnen und Katholiken (ca. 25 Prozent der Bevölkerung) in unserer Stadt. Und diese Stadtmenschen haben nach wie vor das Bedürfnis, Christus zu erleben und Gottesdienste zu besuchen, zumal die Pflege kirchlicher Gemeinschaft ein christlicher Auftrag ist. Aber welche Rolle spielt diese römisch-katholische Kirche in unserer städtischen Gesellschaft, gerade vor dem Hintergrund des Jubiläumsmottos «Kirche findet Stadt(t)»? In einer Stadt, wo der Klang einer Kirchenglocke zunehmend als Lärmbelästigung bezeichnet wird, in einer Stadt, wo ein katholischer Kandidat für das Stadtpräsidentenamt von ge-

wissen Medienvertretern wegen seines Glaubens in Frage gestellt wird, in einer Stadt, welche die Auswirkungen der 24-Stunden-Gesellschaft immer stärker zu spüren bekommt, in einer Stadt, wo Teile der Bevölkerung auf Unterstützung angewiesen sind, wo es seelsorgerische und soziale Betreuung und finanzielle Unterstützung braucht, da spielt die römisch-katholische Kirche eine entscheidende Rolle. Sie leistet einen wesentlichen Beitrag in unserer städtischen Gesellschaft. Ohne sie könnte die Stadt all die notwendigen und wertvollen Dienstleistungen gar nicht erbringen. Unsere Stadt spürt die Auswirkungen der 24-Stunden-Gesellschaft: Grösstmögliche Mobilität am Tag und in der Nacht, immer mehr Menschen halten sich immer länger im öffentlichen Raum auf, längere Öffnungszeiten in der Gastrobranche, längere Ladenöffnungszeiten, die Absicht, mehr Aktivitäten an religiösen Feiertagen zuzulassen, mehr Alkoholkonsum unter Jugendlichen, mehr Konfliktpotential, keine Rast und keine Ruh. Unsere Stadt muss auch einmal zur Ruhe kommen. Hier kann die römischkatholische Kirche eine wichtige Rolle spielen und zur «Entschleunigung» aufrufen. Persönlich geniesse ich die sonntägliche Stunde in der Kirche. Ich kann im Kreise meiner Familie und der ganzen Gottesdienstgemeinschaft zur «Besinnung» kommen, die vergangene Woche noch einmal überdenken, und spüre eine grosse Nähe zu Gott.

Michael Künzle am Jubiläumsanlass vom 1. April 2012

«Heimat ist da, wo man sich wohl fühlt. Kirche ist Heimat, vor allem in einer Stadt.» Michael Künzle

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StadtMenschen ❱

Simon Giotta, Milena Rüegg, Patricia Groth, Samuel Dütsch, Simon Forster (von links)

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MinistrantInnen mit grossen Plänen

Engagierte VIPPs kis| Wir dürfen uns in unserer Pfarrei über eine ganz tolle Gruppe freuen: unsere Ministrantenschar. Gut 30 Kinder und Jugendliche engagieren sich derzeit bei uns und investieren einen Teil ihrer Freizeit in Gottesdienste und Gemeinschaftsaktivitäten. Das ist alles andere als selbstverständlich und darüber sind wir sehr froh. Neu am Wachsen ist eine «Gruppe der Erfahrenen» innerhalb unserer Minis, die sich ü14 («über 14-jährige») und VIPPs («Very important Peter and Paulers») nennen. Sie haben unter anderem das ehrgeizige Ziel, den Jugendtreff im Pfarreiheim neu zu gestalten und bitten um Unterstützung. Zu dieser Gruppe zählen auch die vier OberministrantInnen Simon Forster, Sämi Dütsch, Milena Rüegg und Patricia Groth sowie unser «technischer Leiter», Simon Giotta. Ich habe sie gefragt, was ihnen am Ministrieren gefällt und was sie sich für die Zukunft wünschen.

Milena Rüegg (15 Jahre alt) Ich bin seit 2006 am Ministrieren, weil ich auf diese Weise meinen Glauben «anwenden» kann, so dass es für mich absolut stimmt, aber auch, weil es mit vielen anderen Minis Spass macht, etwas zu unternehmen. An den hohen Festtagen kann ich die Orchestermesse geniessen und in der Freizeit helfe ich gerne beim Planen für Anlässe mit. Die Kirche ist jetzt wunderschön herausgeputzt. Meiner Meinung nach hätte man auch noch die grüne Turmspitze frisch streichen sollen, und es wäre sehr schön, wenn man bei der Sakristei wieder Bäume pflanzen würde. Hoffentlich erlebe ich noch einige Jahre in unserer Pfarrei St. Peter und Paul als Ministrantin. Wichtig ist für mich, dass man die Menschlichkeit weiterhin so gut spürt wie bis heute. Es ist die richtige Ehrfurcht und Ernsthaftigkeit und trotzdem ist da auch der Spass, die Freude und das Menschliche.


Simon Giotta (15 Jahre alt) Ich ministiere nunmehr seit sechs Jahren. Bei den Minis engagiere ich mich vor allem deshalb, weil ich hier Verantwortung übernehmen kann. Mittlerweile sind noch weitere Faktoren dazugekommen, wie zum Beispiel die tolle Ministrantengruppe. So kann auch ich etwas in der Kirche mitgestalten. Ich fände es schön, wenn die Kirche in Zukunft allgemein «liberaler» würde, wobei wir in «unserer» Pfarrei in dieser Hinsicht bereits relativ «verwöhnt» sind. Simon Forster (24 Jahre alt) Ich engagiere mich bei den Minis von St. Peter und Paul, weil es mir riesigen Spass macht, mit so vielen tollen jungen Menschen etwas zu unternehmen. Ausserdem versuche ich mit meinem Handeln ein Vorbild zu sein, auch wenn dies manchmal schwierig ist. Für die Zukunft wünsche ich mir, dass die Kirche ihrer einzigartigen Botschaft treu bleibt, aber andererseits auch Offenheit für die heutige Lebensrealität zeigt. Ich hoffe, dass es dem Seelsorgeteam gelingt, auf die Jugendlichen zuzugehen. Ich bin mir nämlich sicher, dass mit entsprechenden Angeboten die Attraktivität der Kirche für junge Menschen gesteigert werden kann! Samuel Dütsch (19 Jahre alt) Die Kirche ist für mich ein friedlicher Ort der Gemeinschaft, an dem gläubige Menschen ihr Leben bewusst anerkennen und bewundern. Das Ministrieren ermöglicht mir, zusammen mit unseren tollen MinistrantInnen, noch tiefer in die inspirierende Umgebung einzutauchen. St. Peter und

Paul ist das beste Beispiel für eine zeitgemässe Kirche, welche den relevanten Themen auf den Grund geht. Das gefällt mir. Damit die Kirche eine Zukunft hat, müssen junge Leute den Sinn des Glaubens erkennen. Für das Seelsorgeteam lohnt es sich also, die Gemeinschaftsprojekte von uns MinistrantInnen wohlwollend zu unterstützen. Patricia Groth (15 Jahre alt) Ich engagiere mich bei den Minis, weil es mir Spass macht, mit anderen Gleichaltrigen zu ministrieren. Ich helfe gerne dem Pfarrer, es herrscht immer eine super Atmosphäre bei uns und wir haben es immer sehr lustig untereinander. Deshalb wünsche ich mir für die Zukunft der Kirche, dass es auch weiterhin viele Minis geben wird, die mit Freude in die Kirche gehen, um dem Pfarrer zu helfen.

Stadtmenschen in der Kirche

Sakramente: Taufe Taufe von Andri Rudolf in der Krypta

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aus der Spitalseelsorge ❱

Mitarbeitende in der Hauswirtschaft im KSW

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Stadtmenschen – auch im Spital

Vom Land- zum Stadtmenschen Ursmar J. Wunderlin| Das Leben in der Stadt (als Stadtmensch) im Vergleich zum Leben auf dem Land (als Landei) waren für mich seit jeher Gegensatzpaare. Wenn ich 45 Jahre zurückblicke und mich an die Frage meines Oberen erinnere, was ich mir als berufliche Zukunft vorstellen könne, da war für mich klar: kein weiteres akademisches Studium und keine Arbeit in der Stadt. Als Bauernbub mit ländlicher Abstammung waren Städte für mich nur Bahnhof. So habe ich einen Praktikumseinsatz im Spital Sursee sehr geschätzt. Spitalseelsorge in ländlicher Umgebung, das war denkbar. Und als ich dann vernahm, dass ich in Winterthur die Spitalseelsorge aufbauen und mit drei

Mitbrüdern zusammen eine klösterliche Gemeinschaft aufbauen soll, bekam ich schon etwas Bauchweh. «Wenigstens nicht Zürich» sagte ich mir und willigte ein. Das erste Jahr im Pfarrhaus St. Peter und Paul war für mich die Chance, mich mit dem Stadtleben anzufreunden. Ich gewann Winterthur lieb, so dass ich nach der Auflösung der Fraternität nicht wegziehen wollte. Im Spital treffen sich Menschen vom Land und von der Stadt. Und ich habe schnell gespürt, dass Menschen in der Stadt nicht anders leiden, alt werden und sterben. Es sind alles liebenswürdige Menschen. Ich habe Frau Züst gebeten, für dieses Pfabü zu berichten, wie die vielen unterschiedlichen Menschen in


der Abteilung Hauswirtschaft zusammenarbeiten. Mitarbeitende in der Hauswirtschaft des Spitals A. Züst| In der Hauswirtschaft sorgen 120 Mitarbeitende, vor allem Frauen, aus 19 Nationen für saubere Räume, frische Wäsche und dafür, dass die Zimmer im Personalhaus rechtzeitig zur Verfügung stehen. Pro Jahr werden rund 15 Millionen Quadratmeter gereinigt und rund 740 Tonnen Wäsche für den Verbrauch bereitgestellt, der grösste Teil davon wird in der Zentralwäscherei Zürich gewaschen und die Mitarbeitenden der Wäschezentrale sorgen für die reibungslose Verteilung. Interessant zu wissen ist, dass jede/jeder Mitarbeitende in der Wäscherei pro Jahr über 80 Tonnen Wäsche verarbeitet und wir ca. 40'000 Berufskleider im Umlauf haben. Die Zusammenarbeit mit Menschen aus so vielen unterschiedlichen Ländern und Kulturen ist oft eine Herausforderung aber immer wieder bereichernd. Viele haben Familien und sehen sich oft einer Doppelbelastung gegenüber. Wir sind stolz darauf, dass wir sehr viele langjährige Mitarbeitende beschäftigen und ein gutes Verhältnis zu ihnen haben. Viele lassen uns an ihren Freuden aber auch Sorgen teilhaben. So war dieses Jahr zum Beispiel die Lehrstellensuche für einige Kinder unserer Mitarbeitenden ein grosses Thema und auch für die Eltern sehr belastend. Umso grösser ist aber die Freude, wenn eine Lehrstelle gefunden ist. Wir selber bilden Fachleute in Hauswirtschaft aus und haben im Moment drei junge Frauen in der Ausbil-

dung. Immer in den Monaten März bis Juni steigt die Spannung an, weil die Lehrabschlussprüfungen vor der Türe stehen und wir mit unseren Lernenden mitfiebern. Bis jetzt haben alle Auszubildenden die Prüfungen bestanden und den Weg als Berufsleute unter die Füsse genommen. Die Arbeit unserer Mitarbeitenden hat in der Gesellschaft keinen hohen Stellenwert. Leider überlegen sich die wenigsten, was es bedeutet, wenn diese Menschen nicht täglich ihre wichtige Arbeit machen würden. Trotz allem ist die Arbeit im Kantonsspital nicht langweilig und kein Tag wie der andere!

Stadtmenschen in der Kirche

Sakramente: Trauung Trauung von Nicole und Marco Mock-Parette in der Kirche St. Peter und Paul

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StadtMenschen

Gespräche mit Freiwilligen und BesucherInnen

Im Treffpunkt Vogelsang Hedi Blum| Der Treffpunkt Vogelsang an der Vogelsangstrasse 2 ist seit Ende Januar 2012 eröffnet. Menschen mit kleinem Budget können sich hier ohne Konsumzwang treffen, neue Selbsthilfe-Projekte aushecken und das Internet kostenlos nutzen. Der Unterstützungsverein Vogelsang ist Träger der gemieteten Räume, sucht Sponsoren und unterstützt die freiwillig Mitarbeitenden. Mit einigen von ihnen habe ich ein kurzes Gespräch geführt: Daniel lebt auf dem Campingplatz Daniel hat durch Firmenfusion seinen Job verloren und trotz vielen Bewerbungen keine neue Arbeit gefunden. Weil er die Miete nicht mehr bezahlen konnte «landete» er bei der Sozialhilfe und lebt auf dem Cam​ping-​ platz. Daniel, du hast schon beim Umbau der Räume mitgewirkt und jetzt managst du den Alltag im Treff mit anderen Freiwilligen zusammen – weshalb machst du das? «Als ich beim Umbau

HEKS-Visite Das Programm HEKS-Visite vermittelt Langzeiterwerbslosen regelmässige Teilzeitarbeit im Rahmen der Sozialhilfe. Die Arbeitseinsätze erfolgen vorwiegend in NonProfit-Organisationen im Kanton Zürich. Eine sinnvolle und regelmässige Arbeit gibt diesen Menschen wieder Halt und soziale Integration. Das gemeinnützige Engagement dieser Menschen wird nicht entlöhnt, sondern durch die Sozialhilfe mit einem kleinen finanziellen Anreiz unterstützt.

von der Idee hörte, fand ich dies sofort eine sensationell gute Sache. Ich übernehme gerne Verantwortung. Ich habe mit den verschiedensten Menschen zu tun, das fasziniert mich.» Finanziell hast du keinen grossen Gewinn, trotzdem arbeitest du mehr als 100  Prozent im Treff – was motiviert dich? «Ich mache es wegen den Menschen und nicht wegen dem Geld. Ich habe in dieser kurzen Zeit mehr gelernt als in all meinen vielen Berufsjahren.» Hast du Wünsche, Anliegen? «Ich möchte, dass der Treff noch bekannter wird. Die Leute haben manchmal Hemmungen hereinzukommen. Wir müssen noch mehr Öffentlichkeitsarbeit machen und wir haben noch einen banalen Wunsch: uns fehlen noch Schirmständer im Vogelsang. Zudem hoffe ich, dass ich noch lange hier mitarbeiten kann.» Eine junge arbeitslose Frau K. ist eine junge Frau, sie hat keine abgeschlossene Ausbildung und die letzten Jahre immer wieder gejobt. Sie ist zurzeit arbeitslos und lebt von der Sozialhilfe. Wie hast du vom Treff erfahren? «Eine Freundin hat mich auf den Treff aufmerksam gemacht. Als ich das erste Mal hierher kam, war ich überrascht, wie freundlich ich aufgenommen wurde und ich hatte sofort einen guten Eindruck. Ich kann hier gratis ins Internet.» Arbeitest du hier auch freiwillig mit? «Ich habe gerade heute mit


Daniel gesprochen. Ich habe gehört, dass man in diesen Räumen Projekte machen kann. In den letzten Jahren habe ich Deutschkurse gegeben und ich überlege mir, ob ich hier einen Kurs anbieten könnte. Ich sehe, es kommen viele fremdsprachige Menschen in den Treff und diese suchen Arbeit im Internet. Da wäre es doch für sie besser, wenn sie besser deutsch könnten. Mich interessieren andere Menschen und andere Kulturen.» Ein Mann mittleren Alters Du bist fast täglich im VogelsangTreff, weshalb kommst du hierher. «Ich wurde durch Flüsterwerbung auf den Treff aufmerksam. Ich habe zuhause keinen Computer, lebe von der IV und war vorher öfters an der DAS [Drogenanlaufstelle]. Für mich ist es gut, dass es den Vogelsang gibt, denn so komme ich einerseits unter Leute, bin aber nicht von Menschen mit Suchtproblemen umgeben und komme so nicht in Versuchung [im Treff ist Drogen-, Alkohol- und Rauchverbot]. Gott-sei-Dank habe ich hier übers Internet eine Wohnung gefunden». Hast du einen Wunsch? «Ich wünsche dem Treff eine gute Zukunft und macht weiter so». Herr M. und Regula M. du bist auch regelmässig im Vogelsang anzutreffen – weshalb? «Ich habe von HEKS Visite vom Vogelsang gehört und habe hier meine Hilfe beim Schreiben von Bewerbungen angeboten. Vor meinem Bornout habe ich lange in einem Stellen​vermittlungsbüro gearbeitet. Dann ging nichts mehr. Ich arbeite gerne mit Menschen zusammen und möchte später noch eine Ausbildung zum Sozialpädagogen

Im Treffpunkt Vogelsang

machen. Ich finde den Treff eine gute Sache.» Regula, du bist ab und zu Gast, was führt dich hierher? «Ich finde den Vogelsang-Treff super. Ich komme etwa alle vierzehn Tage hierher. Manchmal brauche ich das Internet oder sonstige Hilfe und hier bekomme ich gute Ratschläge. Hier kann ich auch einen Kaffee für einen ‹Stutz› trinken, denn ich lebe von der IV und vom Surprise-Verkauf [Arbeits​losenzeitung]. Es ist manchmal unerhört, was ich da auf der Strasse alles zu hören bekomme ‹gang go schaffe, gang hei, fuule Siech›. Dabei ist es harte Arbeit, die Surprise zu verkaufen. Heute habe ich in dreieinhalb Stunden nur eine Zeitung verkauft, verdiene also Fr. 2.80. Ich hätte gerne, wenn der Vogelsang weiter so bleibt. Der Treff ist eine gute Sache und ich wünschte mir, dass die Menschen uns gegenüber mehr Respekt zeigen.»

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50 Jahre nach dem zweiten vatikanischen Konzil

Aufbruch in die Zukunft wok| Vor 50 Jahren versammelten sich 2700 Bischöfe in Rom, um die katholische Kirche zu erneuern. Eingeladen hatte Papst Johannes XXIII. Der ursprüngliche Bauernsohn wollte die katholische Kirche an die moderne Welt anschliessen. «Aggiornamento» (Verheutigung) hiess das Motto.

«Wir sind nicht auf der Welt, um ein Museum zu hüten, sondern um einen blühenden Garten voller Leben zu pflegen», sagte der Papst bei der Eröffnungsrede. Das zweite vatikanische Konzil Die Ankündigung des Konzils war für die Katholiken in aller Welt, als ob ein Fenster geöffnet würde. Theologen wie Hans Küng, Karl Rahner und Yves Congar kamen zu Wort. Bischöfe wie Helder Camara verkörperten einen neuen Bischofstyp. Als 20-jähriger war ich damals in der katholischen Jugendbewegung tätig. Mit dem Missionsjahr der Schweizer Katholiken bot sich die Gelegenheit, sich praktisch für eine gerechtere Welt einzusetzen. Denn als eines der grossen Themen wurde das Freiheitsstreben der damaligen Kolonialvölker erkannt – neben dem Aufstieg der Arbeiterklasse und der Emanzipation der Frauen. Leitziel war, dass die ChristInnen in der Welt gerecht und barmherzig handeln sollen – zusammen mit Menschen anderer Religionen oder Herkunft. In der Kirchgemeinde Winterthur wurde die Entwicklungshilfe ausgebaut.

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Von jeder Schülerin und jedem Schüler unserer Pfarrei flattert zum 150-Jahr-Jubiläum ein Windrädli im Wind


«Wir sind nicht auf der Welt, um ein Museum zu hüten, sondern um einen blühenden Garten voller Leben zu pflegen.» Papst Johannes XXIII

Konzilsthemen waren Ökumene und Dialog, Mitwirkung der Frauen und Kirche als Gemeinschaft. Aber in den letzten Jahren wurde vor allem von Seiten der Amtskirche gebremst. Sie erweist sich immer mehr als stur, festgefahren und unbeweglich. «Aggiornamento» ist passé: Es herrscht Blockade. Der Heilige Geist muss wehen… Die Angst vor der Zukunft hat zugenommen. Die Kluft zwischen Arm und Reich, zwischen Chef und Arbeiter ist grösser geworden. Diskussionen in

der Kirche über demokratische Strukturen, Zölibat und Frauenordination sind tabu. Das ist nicht erstaunlich, wenn man die Kirchengeschichte der letzten tausend Jahre betrachtet. Es ist aber doch erstaunlich, wenn man die Lebensrichtlinien unseres Religionsgründers in der Bergpredigt zu Rate zieht. Er forderte eine Umkehrung des Gesellschaftssystems als eine Voraussetzung für ein menschenwürdiges Leben. Es ist eine Ironie der Geschichte: Die damaligen jüdischen Religionsvertreter und die römischen Kaiser gingen als grausame Christenverfolger in die Geschichte ein. In späteren Jahrhunderten verschwand die politische Macht Roms. Und in der Nachfolge entwickelte sich um den Bischof von Rom herum wieder ein religiöspolitisch-wirtschaftliches Machtzentrum. Der römische Staatsapparat erstand wieder im kirchlichen Gewand. Politisch und wirtschaftlich verlor er im Laufe der Zeit seine Vormachtstellung. Aber im religiösen Bereich sind immer noch altrömische Vorstellungen vorhanden, obwohl sie aus der heidnischen Zeit stammen und mit christlichen Werten nicht vereinbar sind. Die Kirche braucht eine Grundreform ihrer Organisation. Mehr Dienst und weniger Macht. Mehr Demokratie und weniger Autorität. Die geschichtlichen Relikte in der Kirche gehören ins Geschichts-Museum. Die Kirche gehört immer ins jeweilige Hier und Jetzt. Wie stark muss der «Heilige Geist» wehen, bis ein solcher Prozess in der Kirche in Gang kommt? Wann wird sie von «römisch-katholisch» zu «umfassend katholisch»?

StadtMenschen

50 Jahre unterwegs Sind 50 Jahre eine lange Zeit? Innerhalb eines Menschenlebens schon – aber aus der Perspektive von Geschichte und gesellschaftlicher Entwicklung nicht. Es scheint, dass der Aufbruch sich zur Zeit ausruht, um neue Kräfte zu sammeln... Ich habe den Eindruck, dass die Menschen in den letzten 50 Jahren selbstbewusster und selbständiger geworden sind. Die Mitsprache und Mitbestimmung in Politik und Gesellschaft wurde weltweit dank den neuen Medien stark entwickelt. Auch in der Kirche gab es Schritte in Richtung Mitsprache und Mitbestimmung. Aber zur Zeit ist eher ein Rückbau zu spüren. Das ursprüngliche Ziel des Konzils ist also noch weit entfernt.

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Gespräch mit dem früheren Pfarrer Gebhard Matt

«Die schönste Zeit meines Lebens» ❱

Gebhard Matt war von 1969 bis 1980 Jahre als Stadtpfarrer in unserer Pfarrei tätig

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hug| Nach dem Tod von Pfarrer Jakob Burkhart im Jahr 1968 fragte Generalvikar Teobaldi den schon seit 1964 in der Pfarrei St. Peter und Paul wirkenden Vikar Gebhard Matt an, dieses Pfarramt zu übernehmen. Der promovierte Kirchenrechtler zog eine Seelsorgestelle der ausschliesslichen Tätigkeit am kirchlichen Gericht, wofür er von Bischof Vonderach vorgesehen gewesen wäre, vor. So wurde er anfangs 1969 zum damals noch einzigen Pfarrer in Winterthur gewählt – und dem ersten nicht vom Kanton entlöhnten – und im Mai darauf als solcher «installiert». Er ist bis 1980 im Amt geblieben und dann zum Generalvikar für den Kanton Zürich ernannt worden. Rückblickend bezeichnet Gebhard Matt seine Jahre als Pfarrer in St. Peter und Paul als «die schönste Zeit meines Lebens». Dazu trugen viele Umstände bei. Am stärksten hebt der Befragte die attraktive Mischung der vielfältigen Aufgaben eines Pfarreiseelsorgers hervor: Ganz besonders geschätzt hat er den Religionsunterricht an den Kantonsschulen, mit besonderem Engagement für die oberen Klassen, samt wiederkehrender Romreise. Aus einer solchen ging auch die damalige Jugendgruppe Skrivan hervor. Aber auch das Feiern mit den Erstkommunionkindern, der Unti im Tössfeld, die Präses-Funktion in den

Vereinen, der beratende Einsitz in der Kirchenpflege, die Ministrantenausflüge, das Zusammenleben mit den Vikaren im Pfarrhaus, die vielen Gottesdienste und Predigten haben für Pfarrer Gebhard Matt einen erfüllten Alltag mit zahlreichen Festtagen ergeben. Die nachkonziliäre Zeit ist auch durch einen kirchlichen Aufbruch gekennzeichnet. So beginnt Pfarrer Gebhard Matt regelmässig am Sonntagabend in der reformierten Stadtkirche übers Abendmahl zu predigen und bewegt reformierte Pfarrerkollegen, dies auch in St. Peter und Paul zu tun. Es gibt erstmals ökumenische Hochzeiten. Auch Mädchen ministrieren neuerdings, ein ungetauftes Kind wird kirchlich beerdigt, Wiederverheirateten wird vorsichtig die Zweitehe ermöglicht. Der Kinderchor erlebt (unter anderem mit dem Komponisten Paul Burkhard) eine Blüte. Vor allem: Die Katholikinnen und Katholiken, so erzählt der ehemalige Pfarrer, fangen selber an zu denken – und das nimmt er mit grosser Freude wahr. Während seiner Amtszeit ereignen sich auch viele äussere Veränderungen. So werden die Pfarrrektorate in Töss, Oberwinterthur, Herz Jesu und Wülflingen in Pfarrämter umgewandelt. Im Marienheim wird die Krankenpflegestation wiederaufgebaut, während der katholische Kin-


dergarten an der Wartstrasse wegen Schwesternmangels aufgehoben wird. Die Pfarrei Rosenberg entsteht, das Pfarreiheim an der Laboratoriumstrasse ist im Bau, das Altersheim St. Urban wird geplant, finanziert und realisiert. Noch gibt es keinen Pfarreirat, aber die Vorständekonferenz tagt zweimal jährlich. Die Spitalseelsorge wird noch von der Pfarrei St. Peter und Paul her organisiert, wo Pater Ursmar auch anfänglich wohnt. Mittlerweile ist Pfarrer Gebhard Matt Dekan des Dekanates St. Ulrich Winterthur geworden. Er erinnert sich an mitarbeitende Vikar und Pfarrhelfer: die beiden Gwerder, mit Chruseli der eine, mit Glatze der andere, an Marcello Maranta, der ihm 1980 als Pfarrer nachfolgen sollte, an Felix Reutemann und natürlich an Josef Annen, der mehrfach – als Pfarrer und Generalvikar – in seine Spuren getreten ist. Ein besonderes Intermezzo stellt das etwa fünfwöchige Pfarreipraktikum des Mit-Liechtensteiners Wolfgang Haas am Ende seines Theologiestudiums dar – zeitlebens die einzige pastorale Erfahrung des späteren Churer Bischofs. Der begleitende Pfarrer Gebhard Matt attestiert dem Praktikanten klarsichtig einen Mangel an seelsorgerlicher Eignung. Als Gebhard Matt 1980 durch Bischof Vonderach zum Generalvikar für den Kanton bestimmt wird, wohnt er noch zwei Jahre im Pfarrhaus an der Tellstasse, so wohl fühlt er sich da. Auch den Religionsunterricht mit den älteren GymnastiastInnen sowie Gesprächskreise mit ehemaligen KantiSchülerInnen führt er noch einige Jahre weiter. Gern hätte ich 1977 mein Pfarreipraktikum bei Pfarrer Gebhard Matt

gemacht. Doch damals wurde gerade das Pfarrhaus umgebaut. Aus Platzgründen bin ich daher nach Bülach ausgewichen. Bei meiner Diakonatsweihe im Dezember 1980 habe ich Bischof Vorderacht zur Ernennung von Gebhard Matt als Generalvikar gratuliert, weil er meines Erachtens wahrscheinlich nicht den «Bequemsten», aber wirklich den Besten ausgewählt hatte. Bischof Vonderach hat vieldeutig geantwortet: «Ich habe mir das auch lange überlegt.» Bis heute treffe ich immer wieder auf positive Spuren des Wirkens von Pfarrer Gebhard Matt – ein guter Teil der Lebendigkeit unserer Pfarrei verdankt sich ihm!

Stadtmenschen in der Kirche

Sakramente: Firmung Firmlinge vom 10. Juni 2012: Nino Bachmann, Noemi Barbieri, Tiziano Di Paola, Ruben Fraga, Nathalie Hollenstein, Maria Matto, Maria Mazza, Ilaria Mollo, Kelly Nicolet, Salvatore Papalo, Riejo und Jerin Pazhoor, Salvatore Pupillo, Laurene Quejada, Linus Stampfli, Louie Weibel, Melanie Zellweger

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Stadtmenschen Blick zurück 14

Vom Fabrikpfarramt in die Industriestadt

Gespräch mit Pfarrer Dieterle sts| Das angenehme und anregende Gespräch mit dem reformierten Pfarrer Theodor Dieterle fand bei ihm zu Hause statt. Ohne grosse Aufwärmzeit waren wir mitten in seinen Erinnerungen als reformierter Stadtpfarrer in den Jahren 1961 bis 1989 – «also fast ein Drittel der 150-jährigen Pfarreigeschichte St. Peter und Paul erlebte ich mit», meinte er gegen Ende des Gesprächs. Dass es Pfarrer Dieterle in die Industriestadt Winterthur verschlagen hatte, war kein Zufall, sondern lag auf der Linie seiner vormaligen Stelle mit einem «Fabrikpfarramt» in Müllhausen. Schnell fand er so Zugang zur Werkschule der Sulzer Betriebe mit damals 120 Lehrlingen, für die es ökumenisch geführte Kurse gab – integriert in der Schulungseinheit zu «Gesundheit und Unfallverhütung». Von ökumenischer Zusammenarbeit und Kontakten bis hin zu fast lebenslangen Freundschaften sollte noch viel die Rede sein. Etwa, wenn er prominente (und opponente) katholische Theologen erwähnt, die er schätzt und die viel Gemeinsamkeit unter den Konfessionen stifteten: Guardini, Küng, lateinamerikanische Befreiungstheologen u.a. Und so erinnerte sich Pfarrer Dieterle an das gute Miteinander mit Pfarrer Gebhard Matt, der wohl als erster katholischer Pfarrer nach der Reformation wieder auf der Kanzel der reformierten Stadtkirche stehen und predigen durfte. Mit ihm zusammen kam es zu gemeinsamen Erwachsenenbildungsabenden

(zuerst noch unter dem Begriff der «Laienschulung»), die in der Aufbruchszeit nach dem Konzil mit bis zu 200 Teilnehmenden sehr gut besucht waren. Überhaupt erlebte Pfarrer Dieterle das Zweite Vatikanische Konzil (1962 – 1965) als eine Zeit der Öffnung und des ökumenischen Frühlings. Als eine der schönen Früchte nennt er beispielsweise die vielen gemeinsamen Lieder in den beiden Kirchengesangbüchern – wenngleich manche Lieder bis heute unterschiedlich schnell gesungen würden… Aber auch auf Seiten der Reformierten bewegte sich in der Nachkonzilszeit einiges; so war danach «Marienmusik» in der Stadtkirche erlaubt. Als er noch im Amt war, erlebte er in der katholischen Kirchgemeinde die Einweihungen von St. Laurentius, St. Urban und St. Ulrich, zu denen er jeweils eingeladen war. Beim Stichwort «Einweihung» kam Pfarrer Dieterle auch die Erinnerung an eine entsprechende Einweihung eines Altersheimes, von der typischerweise in den Medien so berichtet wurde, dass die reformierte Ansprache kaum Erwähnung fand, dafür die katholische Einsegnung sogar mit Bild mitgeteilt wurde. Gegen Ende unseres Gesprächs machte Pfarrer Dieterle die Feststellung, dass es im Neuwiesenquartier zwar eine Paulstrasse gebe, aber keine Peter und Paulstrasse. Was ihm als reformiertem Kirchenvertreter natürlich auffalle…


Erich Müller über das Leben im Winterthurer «Vatikan»

«Wir bildeten eine Parallelgesellschaft» odu| Erich Müller, 1921 als Sohn des Geschäftsleiters der Buchdruckerei Konkordia in der Rudolfstrasse geboren, ist aufgewachsen im Neuwiesenquartier. Wir danken dem gelernten Buchdrucker und Redaktor, der von 1967 bis 1971 für die CSP/CVP im Zürcher Kantonsrat und von 1974 bis 1982 im Winterthurer Gemeinderat sass, dass er uns über das Leben in der katholischen Diaspora des Neuwiesenquartiers Auskunft gegeben hat.

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Ich bin im «Vatikan» aufgewachsen. «Vatikan» – so hiess früher im Volksmund das Neuwiesenquartier. Die Wartstrasse war der «katholische Schluuch». Das Neuwiesenquartier hat mich früh katholisch sozialisiert. Hier lebten viele zugezogene katholische Arbeiterfamilien aus der Innerschweiz, Süddeutschland und Österreich. Wir bildeten eine Parallelgesellschaft, abgesondert von der «Stadt» durch die Bahngleise. Auf das latente Misstrauen der reformierten Bevölkerungsmehrheit gegenüber den Katholiken reagierten wir mit «Igelstellung». Die Ängste der Reformierten beruhten auf dem Vorurteil, Katholiken seien «romhörig», mithin unzuverlässig. Bis in die 1960er Jahre wurden an den städtischen Schulen keine katholischen Lehrkräfte zur Wahl vorgeschlagen. Lange waren Katholiken auch bei der Ausübung politischer Ämter in Behörden diskriminiert. Mein Vater [Konrad Müller] war 1939

der erste Winterthurer Gemeinderatspräsident. Katholisch einkaufen Der Neuwiesenhof mit seinem Saal war unser «Vereinshaus». Dort fanden die Anlässe der kirchlichen Vereine, der neugegründeten christlichen Gewerkschaften, der Partei (CSP) statt; dort kam man auch zu Geselligkeit und Tanz zusammen. In der Wartstrasse befanden sich zudem das Kolpinghaus und die Kirchgemeindeverwaltung, ferner besuchten dort die Kleinkinder den von Ordensschwestern geführten Kindergarten. Ebenso konzentrierten sich in der Wartstrasse die «katholischen» Geschäfte: der Lebensmittelladen der Konsumgenossenschaft «Konkordia», die Papeterie mit Buchhandlung, die Bäckerei, die Metzgerei... Im Haus an der Rudolfstrasse, wo ich aufgewachsen bin, wurde die «Hochwacht» produziert, die Tageszeitung der Winterthurer Katholiken. Umweht von der Luft der katholischen

Menzinger Schwestern leiteten 1921 den katholischen Kindergarten an der Wartstrasse (Foto von Margrit Späni)

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Baldegger Schwestern leiteten 1926 den katholischen Kindergarten an der Wartstrasse (Foto von Margrit Späni)

Diaspora, spielte sich unser Leben vorwiegend innerhalb des Quartiers ab. Dafür sorgten die zahlreichen Vereine, welche sämtliche Lebensbereiche umfassten: Pfadikorps Suso, Blauring, Jünglingsverein, Frauenund Töchterverein, Arbeiterinnenverein, Dienstbotenverein «Notburga», Cäcilienverein, Gesellenverein, katholischer Turnverein, die Studentenvereine Turania und Laetitia etc. Unter der Woche traf man sich an Vereinsabenden, am Sonntag im Gottesdienst. Trotz der vielen Ausländer, mit denen wir zusammenlebten, kannten wir keine Überfremdungsangst. Das katholische Milieu hat alle Quartierbewohner zusammengeschweisst.

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Kirchliches Leben Im Pfarrhaus an der Tellstrasse wohnten stets etwa fünf Priester. Von den Pfarrherren sind mir vor allem die Dekane [Johann Theodor] Meyer und [Anton] Mächler in Erinnerung geblieben, dazu die Pfarrhelfer [Rupert] Blum und [Joseph] Frey. Nachdem der Präsident des Kirchenchors einmal eine Versammlung auf den Samstagabend einberufen hatte, wurde er

umgehend von Pfarrer Mächler gerüffelt. Dieser befürchtete, die Leute würden am Sonntag im Bett bleiben, statt zur Kirche zu gehen. Um 6 Uhr begann die Frühmesse, vor 9 Uhr läutete es zum Hochamt, um 11 Uhr war Jugendgottesdienst, und dazwischen gab es noch weitere Gottesdienste. Jeden Samstagabend war Rosenkranzgebet. An Sonntagen kam oft ein Kapuzinerpater aus Wil, der die Predigt hielt. In der Karwoche war der Hochaltar vollständig mit einem Tuch verhüllt. Am Karfreitag stand, gemalt als Kulisse, ein Felsengrab davor. Stets am meisten beeindruckt hat mich die Auferstehungsfeier in der Osternacht, wenn das Grab entfernt wurde. Immer im Herbst hielten namhafte Theologen, wie z. B. Mario von Galli, in der Kirche «apologetische Vorträge» zu bestimmten Themen. An diesen Abenden war die Kirche jeweils bis auf den letzten Platz besetzt. Höhepunkt im Jahr war das Fronleichnamsfest. Die Katholiken demonstrierten an dem Tag als geschlossene Gemeinschaft ihr Selbstbewusstsein. Die Prozession mit


Rechtliche Gleichstellung Zeitweise gab es zwischen der Mut-

terpfarrei St. Peter und Paul und den Tochterpfarreien Probleme. In der Kirchenpflege nahmen die Vertreter von St. Josef, Töss, oft aus Prinzip eine Oppositionshaltung zu St. Peter und Paul ein, weil sie sich benachteiligt fühlten. Die Gleichstellung der Katholiken im Kanton Zürich mit den Reformierten, nach Annahme des revidierten Kirchengesetzes 1963, empfanden wir als befreiend, als Erleichterung. Endlich waren wir Katholiken den Reformierten gleichgestellt und durften eigene Kirchensteuern erheben.

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Ein Gespräch mit Margrit Späni

Damals in der Kirchenpflege odu| Margrit Späni, von 1964 bis1978 Vertreterin der Pfarrei St. Peter und Paul in der Kirchenpflege, war eine von zwei Frauen, die als erste in dieses Gremium gewählt wurden. Als Frau fühlte sich die kirchlich früh Engagierte in dem von Männern dominierten Gremium nie diskriminiert, wie sie im Gespräch erklärt. Vollamtlicher Präsident Zu ihrer Zeit beschäftigte sich die Kirchenpflege überwiegend mit Bauprojekten: den kirchlichen Zentren St. Ulrich und St. Urban sowie den Pfarreiheimen St. Peter und Paul und St. Marien. Während über einen Betrag von fünftausend Franken für Jugendorganisationen gestritten werden konnte, um das Begehren schliesslich doch abzulehnen, wurde ein Baukredit über eine halbe Million Franken oft diskussionslos genehmigt. Die

Kirchenpflegemitglieder konnten den von ihrem vollamtlichen Präsidenten vorbereiteten Geschäften faktisch nur noch zustimmen, da ihnen Informationen und Sachwissen zu Alternativen fehlten. Der Antrag einer Kommission zur Einführung eines katholischen Sozialdienstes wurde 1971 aufgeschoben. (Zwei Jahrzehnte später wurde das Anliegen verwirklicht.) Frischer Wind In den 1970er Jahren kamen zwei engagierte junge Leute, eine Frau und ein Mann, neu in die Behörde. Sie brachten frischen Wind, getrauten sie sich doch, auch unbequeme Fragen zu stellen und Meinungen zu äussern – allenfalls sogar öffentlich – die Widerspruch provozierten. Weil das umstrittene Verhalten eines örtlichen Pfarrherrn unter den Katholiken viel zu reden gab, musste die Kirchge-

Stadtmenschen Blick zurück

Baldachin und Vereinsfahnen durchs Quartier, vorbei an blumengeschmückten Häusern, vereinigte Erwachsene und Kinder, Schweizer und Ausländer. Als Schüler hatten wir an Fronleichnam frei. Auch den Arbeitern war die Teilnahme an der Prozession erlaubt. Sie erhielten indes für den Tag keinen Lohn. Dafür zahlte ihnen der katholische Arbeiterverein im Neuwiesenhof ein Taggeld us.

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meindeversammlung zweimal in grössere Räume verlegt werden: zuerst in die Kirche St. Peter und Paul, später gar in den Stadthaussaal! Die Kirchenpflegesitzungen fanden alle zwei Wochen im ersten Stock des Neuwiesenhofs statt und dauerten meist bis spät in die Nacht. Dabei wurde viel geraucht, die Kleider verrieten es noch anderntags. Entscheid im Alleingang Ein Ereignis ist Margrit Späni besonders in Erinnerung geblieben: Am gemeinsamen Ausflug von Kirchenpflege und Pfarrherren im Jahr 1965 sah man die Seelsorger unterwegs plötzlich

stehen bleiben und die Köpfe zusammenstecken. An der nächsten Sitzung überraschten die Pfarrer die KirchenpflegerInnen mit der Mitteilung, sie hätten am Ausflug beschlossen, die städtische Fronleichnamsprozession nicht mehr durchzuführen. «Wir als gewählte Behördenmitglieder bedauerten den Entschluss, und wir fühlten uns, auch wenn dieser nicht in unserer Kompetenz lag, bei der Entscheidungsfindung übergangen.» Mit Erstaunen nahm auch die Kirchgemeinde an ihrer Versammlung von der Abschaffung der Fronleichnamsprozession Kenntnis. Tempi passati!

Kirchenpflege der römisch-katholischen Kirchgemeinde

Struktur der Kirchenpflege

Kirchenpflegesitzung vom 16. April 2012 in St. Josef, Töss

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Thomas Suter| Die Kirchenpflege führt die Geschäfte der Kirchgemeinde im Rahmen der einschlägigen Gesetze und Verordnungen, soweit nicht die Stimmberechtigten oder andere Organe zuständig sind. Die Mitglieder der Kirchenpflege werden für jeweils vier Jahre von den Mitgliedern der Kirchgemeinde gewählt. Die Kirchenpflege besteht aus 16 Mitgliedern und dem Präsidenten. Es wird darauf geachtet, dass aus jeder der acht Pfarreien je zwei Personen in der Kirchenpflege vertreten sind. Eine dieser Person ist die Pfarreipflegerin/ der Pfarreipfleger und soll die Anliegen der Pfarrei aus dem Pfarreirat in der Kirchgemeinde vertreten. An den jährlich acht regulären Sitzungen der Kirchenpflege nehmen

zudem die acht Pfarrer und Gemeindeleitenden teil. Diese können Anträge einbringen, haben jedoch kein Stimmrecht. Ebenfalls nehmen die Schreiberin der Kirchgemeinde sowie der Leiter Finanzen und Administration an den Sitzungen teil. Die Aufgaben der Kirchenpflege sind auf acht Ressorts verteilt: Finanzen, Liegenschaften, Bau, Personal, Information, Informatik, kirchliche Entwicklungshilfe und soziale Aufgaben. In jedem Ressort sind zwei bis drei KirchenpflegerInnen, eine Person von ihnen ist verantwortlich für das Ressort. Das Organigramm sowie die verantwortlichen Personen der verschiedenen Ressorts können in der Rubrik «Kirchenpflege» unter www.kath-winterthur.ch eingesehen werden.


Heute in der Kirchepflege Susanne Ruckstuhl| Gemäss dem Motto «Wir sind Kirche», finde ich es wichtig, dass wir alle mitwirken, unsere Kirche zu gestalten. In der Kirchenpflege gibt es dazu viele Möglichkeiten: In verschiedenen Ressorts kann man seine Talente einbringen und etwas bewegen. Arbeit als Kirchenpflegrin Als ich im Jahre 2002 in die Kirchenpflege eintrat, leitete ich für acht Jahre das Ressort kirchliche Entwicklungshilfe. Die Aufgabe war vielseitig und interessant, und die vielen Dankesschreiben in allen Sprachen aus der ganzen Welt waren eine ganz besondere Befriedigung. Im Januar 2005 übernahm ich zusätzlich die Leitung der neu gegründeten Kommission für soziale Aufgaben, weil niemand sonst Kapazität hatte. Auch diese Arbeit ist spannend. Ich bin Verbindungsglied zwischen der Kirchenpflege und unseren Sozialarbeiterinnen und nehme die Anliegen der Sozialdienste auf. In den vergangenen Jahren erreichten wir viel. Alle Pfarreien haben jetzt eine eigene Stelle für Soziale Arbeit; ab 1. Juni 2012 auch die Missione Cattolica di Lingua Italiana. Neben viel anderem entwickelten wir ein Leitbild, Standards und ein Spesenreglement, welche für ganz Winterthur gelten. Diese Arbeit ist sehr befriedigend, weil ich mit interessanten Menschen zusammenarbeiten darf und unsere Kommission viel Freiheit in der Umsetzung ihrer Projekte hat. Es ist auch eine wertvolle persönliche

Weiterbildung, Sitzungen vorzubereiten, zu leiten und in Konflikten Lösungen zu finden. Seit eineinhalb Jahren arbeite ich auch in der Personalkommission und habe die interessante Aufgabe, bei der Auswahl von neuen Angestellten mitzuwirken. Dieses Ressort ist ziemlich zeitintensiv, weil wir je nach Stellenausschreibung bis zu 50 Dossiers studieren und mehrere Bewerbungsgespräche führen. Aber wir sind glücklich, wenn sich viele Personen auf unsere freien Stellen melden, weil sie die Arbeit in unserer Kirche attraktiv finden. Als Fazit möchte ich sagen, dass dieses Engagement nicht zu finanziellem Reichtum führt, sondern dass man motivierte Menschen kennen lernt, sich selber weiter entwickelt und viel Befriedigung erfährt. Aufgaben einer Synodalin Aus meiner Arbeit als Synodalin kann ich noch nicht viel berichten, da ich dieses Amt erst seit zwei Jahren inne habe. Die Synode ist das römischkatholische Parlament im Kanton Zürich, also die Legislative. Die Aufgabe der Synodalen besteht vor allem darin, die umfangreichen Vorlagen und Abstimmungsunterlagen genau zu studieren, kritische Bemerkungen oder Einwände vorzubereiten und in der Synode nach bestem Wissen und Gewissen abzustimmen. Es geht meistens um wichtige Sachgeschäfte und grosse Beträge, hat die Synode doch über ein Budget von 50 Millio-

Stadtmenschen heute

Meine Aufgabe als Kirchenpflegerin/Synodalin

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150 Jahre Jubiläum

nen zu befinden. Dies sind Steuergelder und es gilt, genau zu überlegen, in welche Bereiche investiert werden soll. Die Arbeitsbelastung ist nicht überaus gross: Vorbereitung und Teilnahme an vier bis sechs ganztägigen Synodensitzungen, vier Fraktionssitzungen und drei Synodenstämmen (jeweils abends). Auch in diesem

Gremium gilt, dass der persönliche Gewinn viel grösser ist als der Aufwand. Ich hoffe, dass ich mit dieser Ausführungen die Leserinnen und Leser neugierig gemacht habe und dass dies hilft, wenn das nächste Mal KandidatInnen für Neubesetzungen gesucht werden.

Erster Jubiläumsanlass am Palmsonntag

Mit Zuversicht in die Zukunft Als ehemaliger Pastoralassistent (1988-1991) der Pfarrei St. Peter und Paul war auch ich zum Jubiläumsanlass mit Festgottesdienst und Mittagessen am Palmsonntag eingeladen. Nachfolgend einige Eindrücke. Eugen Koller, Luzern| Viele bekannte Gesichter begegneten mir schon beim Eintreten in die aussen reno-

vierte Kirche. Im Festgottesdienst erklang die Nicolai Messe in D-Dur mit dem Kirchenchor und erfüllte mit ihren mächtigen Klängen und Stimmen den festlichen Kirchenraum. Generalvikar und ehemaliger Pfarrer von St. Peter und Paul Josef Annen erinnerte an den Auftrag «zur Gabe füreinander zu werden, weil Gott uns in Christus alles gegeben hat.» Er nannte die Geschichte der Katholischen Kirchgemeinde Winterthur eine Erfolgsgeschichte, die weitergeführt werden könne, wenn sich Spiritualität mit Solidarität verbinde. Mit Blick auf das Jahr 2162 meinte Josef Annen zum Schluss: «Sind dann in 150 Jahren die neuen Pflastersteine vor dem Haupteingang wiederum so abgetreten wie die alten, dann werden die Kirchge-

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Festlicher Gottesdienst in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche St. Peter und Paul


meinde Winterthur und ihre Pfarrei St. Peter Paul erneut Grund zum Feiern haben.» Im reformierten Kirchgemeindeund Kongresshaus an der Liebestrasse gab es neben einem mundenden Mittagessen etliche Festansprachen von VertreterInnen der Zürcher Regierung, des Winterthurer Stadtrates, sowie der katholischen und reformierten Kantonalkörperschaften. Durchgehend wurde mit Stolz der Einsatz der Vorfahren unter schwierigen Verhältnissen und die Tatkraft in all den Jahren gelobt, welche zu einem reichhaltigen Pfarrei- und Vereinsleben geführt haben. Wenn sich weiterhin «Gebende» finden lassen, die sich für den Glauben und das Pfarreileben einsetzen, könne der Zukunft mit Zuversicht entgegengeblickt werden.

Viele feierten am Palmsonntag

Stadtmenschen in der Kirche

Sakramente: Erstkommunion Manuel Albert, Chiara Aurora, Sara Barbieri, Diego Buonocore, Davide Calori, Coralie Camenzind, Vanessa Caruso, Bettina Franzen, Severin Gebel, Gregory Grünig, Fiona Hostettler, Jan Huwiler, Patrick Lupo, Nanina Marx Jost, Federica Michel, Dario Molteni, Kira Moser, Pedro Nobre Silva, Matteo Notorangelo, Sophie Nussli, Andrea Oehy, Jonas Peter, Alessia Rauseo, Noemi Riniti, Léonard Siegenthaler, Lucrezia Staffoni, Leonardo Stalder, Nik Stutz, Andro Theiler, Gregor Widmer, Gabriel De Souza (Wülflingen), Raphael Suter (Rosenberg)

Erstkommunion-Kinder vom 15. April 2012:


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Das Labyrinth Das Leben ist wie ein Gehen im Labyrinth. Es birgt nicht nur Geheimnisse in sich, sondern eröffnet neue Zugänge. Das Labyrinth ist weder mysteriös oder magisch, es kann nur etwas sichtbar machen, was uns verborgen ist und deshalb ist es eine gute Möglichkeit, den je eigenen Lebensweg anzusehen. Es lädt dazu ein, es zu betreten, sich vom Weg mit seinen vielen Wendungen hin zur Mitte führen zu lassen und, dort angekommen, sich wieder neu auf den Weg nach aussen zu machen. Das Labyrinth lädt zu einer bewussten Wahrnehmung des Weges ein. Nicht nur unsere Füsse gehen diesen Weg, sondern alles, was den Menschen – was mich, uns – ausmacht, kommt in Bewegung. Im Gehen übt sich der Mensch ein, seiner Seele zuzuhören. Die Herausforderung ist, auf dem Weg zu bleiben und sich durch das, was in Bewegung gekommen ist, zu verändern, Neues aufzunehmen, sich verwandeln zu lassen. Das Labyrinth stellt nicht die Frage: Gehst du falsch oder richtig? Das Labyrinth stellt die Frage: Gehst du?

AutorIn unbekannt

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Von der Geschichte zu den Geschichten

Begegnungen mit der Vergangenheit

Peter Niederhäuser ist der Verfasser der Jubiläumsschrift «Von der Diaspora zur Ökumene»

Peter Niederhäuser| Warum ich mich für «die» Geschichte interessiere, ist eine häufig gestellte Frage. Oft folgt dann gleich die Nachfrage, wie stark ich mich denn mit meinen Themen identifiziere. Heute ist es beinahe schon normal, Geschichte zu personalisieren: Fernsehsendungen über «Pfahlbauern» oder das Réduit versetzen moderne Menschen in eine ferne Welt. Römerspektakel und Mittelalterturniere setzen ihrerseits auf begeisterte Laien, die ihre Freizeit der erlebten Geschichte widmen. Aber muss, wer etwa über Juden oder Katholiken schreibt, tatsächlich der jeweiligen Konfession oder Religion angehören, um sich in die Besonderheiten einfühlen zu können?

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Geschichte beginnt zu leben Die «Geschichte» ist immer eine Herausforderung: Zur Knochenarbeit in den Archiven, dem eigentlichen Recherchieren, gesellt sich das Problem, eine «fremde» Welt erkunden und verstehen zu müssen. Die vielen Eindrücke sollten anschliessend in eine lesbare Form gebracht werden… und das alles unter Zeitdruck und mit der Unsicherheit, ob das Resultat überhaupt den Erwartungen entspricht. Die Tätigkeit des Historikers gleicht deshalb oft genug einer Gratwanderung, deren Ziel sich gelegentlich nur langsam aus dem dichten Nebel herausschält. Natürlich bringt jeder, der sich mit der

Vergangenheit beschäftigt, Ideen, Vorlieben und Vorstellungen mit. Doch erst die von Neugier und Entdeckerfreude begleitete Beschäftigung mit einem Thema bringt jene Momente, in denen es «Klick» macht. In diesen Glücksmomenten beginnt Geschichte plötzlich zu leben. Und vielleicht hilft genau hier der «Blick von aussen», aus der Ferne, weiter, um solche Momente einzufangen! Katholisch Winterthur entdecken Die Geschichte von KatholischWinterthur zählte für mich lange zu einer fremden Welt. Trotz katholischen Vorfahren und Verwandten fehlte die persönliche Bindung zur Kirche, und als Historiker konnte ich nur feststellen, dass die Winterthurer Geschichtsbücher Religion und konfessionelle Gruppen weitgehend ausklammern. Als ich dann beim Kirchenführer von St. Peter und Paul (erschienen 2006) mitarbeiten durfte, entdeckte ich nicht nur die ungewöhnliche Gründungsgeschichte von Katholisch-Winterthur, sondern auch Zeugnisse eines besonderen Alltags. Eine Welt öffnete sich, die fremd war und vielleicht gerade deshalb – mit Fronleichnamsprozessionen, kämpferischen Priestern oder dem Vereinshaus – auch ein bisschen exotisch erschien. Der Diaspora-Katholizismus passte kaum ins Selbstbild einer mehrheit-


Die Festschrift entsteht Mit der Festschrift «Von der Diaspora zur Ökumente. 150 Jahre Römisch-katholische Kirchgemeinde Winterthur» hat diese Arbeit eine Fortsetzung erfahren. Wurden alle bisherigen Festbücher von katholischen Geistlichen und unter dem Eindruck der Diaspora-Verhältnisse verfasst, so lag jetzt der Anspruch bei einer «populären», gut lesbaren, reich bebilderten sowie breit ausgreifenden Publikation. Wie weit sich 150 Jahre Geschichte auf 150 Seiten Text zusammenfassen lassen, ist eine Seite der Herausforderung. Wie gut die ferne wie nahe Vergangenheit tatsächlich anschaulich vermittelt werden kann, eine andere. Immer wieder haben mich auf dieser Gratwanderung Menschen begleitet, und gerade die «Begegnung» mit historischen Figuren gehörte zu den spannendsten Momenten solcher Arbeit. Zwei dieser Begegnungen möchte ich hier stellvertretend vorstellen. «Begegnungen» mit historischen Figuren Am Anfang steht Dekan Severin Pfister, der von 1872 bis 1901 in der Kirchgemeinde wirkte und auf den die prachtvolle Innenausstattung von St. Peter und Paul zurückgeht. Eigentlich wolle er lieber in die Einöde als nach Winterthur gehen, beklagte Severin Pfister seine Zusage, das Pfarramt anzunehmen. Tatsächlich erwarteten

ihn in Winterthur eine zerstrittene Gemeinde und schwierige Verhältnisse. Eine Reise ins Bischöfliche Archiv in Chur brachte dann persönliche Briefe ans Tageslicht, die Aufschluss geben über einen Geistlichen, der sich als fast «schwerenötig» bezeichnete. In der weitgehend protestantischen Stadt einsam und isoliert, litt er unter der angeblich allzu liberalen Kirchenpflege, aber auch unter der immensen Belastung, verbrachte er doch die Sonntage meist von morgens um fünf Uhr bis Mitternacht in der Kirche. Der Bischof lehnte aber alle Gesuche um eine Versetzung ab. Severin Pfister musste bleiben – zum Glück für Winterthur. Den ersten katholischen Gottesdienst in Winterthur feierte am 10. August 1862 Generalvikar Pater Theodosius Florentini, eine der markantesten Figuren in dieser Zeit, der aber in Winterthur kaum bekannt ist. Gross war meine Überraschung, kürzlich beim Besuch einer FranziskanerAusstellung in Paderborn plötzlich auf Tafeln zu diesem «Caritasapostel» zu treffen. Sein Engagement für Fabrikarbeiter und seine Fürsorge für Arme standen ganz im Zeichen franziskanischer Frömmigkeit; als Mitbegründer der Institute in Menzingen und Ingenbohl und als Initiant von christlichen Fabriken gehörte er zu den innovativen Geistlichen der Zeit. Dass ausgerechnet dieser Kapuziner am Anfang von Katholisch-Winterthur steht, ist einer jener Glücksfälle, bei dem «die» Geschichte nahtlos in Geschichten übergeht und überraschende Begegnungen am Wegrand warten.

150 Jahre Katholisch Winterthur

lich protestantischen Stadt; wer sich jedoch einmal in diese Geschichte vertieft hatte, entdeckte plötzlich Geschichten um Geschichten, die Menschen und ihren oft nicht einfachen Alltag in einem neuen Licht zeigten.

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Interview mit Giovanni Schäfli

Wie die Jubiläums-DVD entstand Marianne Roselip (MR)| Giovanni, was kommt dir spontan in den Sinn, wenn ich dir sage: DVD der Pfarrei St. Peter und Paul: «Kirche findet Stadt(t)»? Giovanni Schäfli (GS): Mich hat bei diesem Projekt sehr gefreut, dass ich von der Pfarrei St. Peter und Paul angefragt wurde, ob ich so eine DVD zusammenstellen könnte. Die DVD «Kirche findet Stadt(t)» kann für Fr. 20.– auf dem Sekretariat der Pfarrei St. Peter und Paul gekauft werden. Am Mittwoch, 7. November 2012, um 14.30 Uhr ist Giovanni Schäfli bei uns im Pfarreiheim zu Gast. Unter dem Titel «Mit Wort, Bild und Musik» zeigt er Leckerbissen aus seiner Filmwerkstatt.

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MR: Dieser Auftrag war für dich ein grosses Projekt. Du hast in vielen Stunden für die Pfarrei diese DVD zusammengestellt. Was waren Höhepunkte und wo lagen Knackpunkte bei deiner Arbeit? GS: Höhepunkte waren Szenen die mir besonders gelungen sind, z.B. war der Originalton der GV des Frauenvereins ganz verzerrt. Es tanzen da Mädchen, für die ich eine Musik fand, die perfekt harmoniert zu den Stepptänzerinnen, als ob es Originalton wäre. Dann gibt es Übergänge: Markus Kissner formt z.B. bei einem Auszug aus der Kirche zwei Finger zu einem V-Zeichen vor sich, im nächsten Bild werden die V-ähnlichen Fühler eines Schmetterlings gezeigt, der bei der

Erstkommunion 2011 Leitsymbol war. Knackpunkte lagen im technischen Bereich. So musste ich unter anderem die Bilder aus den Fernsehgottesdiensten auf unser Kameraformat anpassen. MR: Giovanni, die Arbeit rund um Filmzusammenstellungen ist für dich viel mehr als ein Hobby. Was fasziniert dich am Filmen und Arrangieren? GS: Ich habe mit dem Filmen ein Hobby gefunden, bei dem ich alles einbringen kann, was mich ausmacht: Geschultes Auge bei Aufnahmen, Fantasie bei den Kompositionen der Bilder, musikalisches Gespür beim Untermalen von Szenen, Begeisterungsfähigkeit und körperliche Fitness (tragen der aufnahmebereiten Kamera mit Stativ). Einfach der ganze Giovanni ist beteiligt! MR: Welche Fähigkeiten helfen dir beim Filmen und Arrangieren besonders? GS: Beim Musikhören sehe ich Bilder. Sehe ich Bilder, höre ich die für mich passende Musik. Finde ich diese nicht, mache ich sie mit meinen Instrumenten selber. Mit meiner Videobearbeitung beginne ich erst dann, wenn ich die passende Musik gefunden habe. Dann stimme ich die Bilder auf die Töne ein. MR: Auf der DVD-Titelseite lacht uns, von dir arrangiert, der Kirchturm von St. Peter und Paul entgegen. Hast du persönlich noch zu lachen, in unserer heutigen Kirche?


MR: Im Herbst gehst du in Pension. Wird es ein Unruhestand werden, mit deinen vielen Hobbies? GS: Ich bin sehr dankbar, so vielseitig zu sein und werde sicher beschäftigt sein. Dann werde ich den Tagesablauf freier gestalten, als jetzt. Ich habe auch mehr Zeit um mit meiner Frau Vreni, gemeinsam etwas zu unternehmen (über diese Aussage lacht Vreni im Hintergrund...). Ich bin auch gespannt, was sich dann effektiv zeigen wird, wenn die

Pensionierung beginnt: Wird sich etwas zeigen, das ich aus meiner jetzigen Situation heraus noch nicht sehen kann? MR: Giovanni, von Herzen danke für all deine Stunden, in denen du in Kleinstarbeit all die Filmkassetten, die dir zur Verfügung standen, mit Bildern und Tönen zu einem Ganzen zusammengesetzt hast. Es wurden daraus 24 Filmminuten farbiges St. Peter und Paul! Danke auch für die Grosszügigkeit, uns eine deiner Kameras für die Aufnahmen der verschiedenen Vereine ein ganzes Jahr lang auszuleihen. Ich wünsche dir Gesundheit und für deine weiteren Projekte die Begeisterungsfähigkeit, welche ich um dich herum immer wieder erlebt habe. Mir hat unsere Zusammenarbeit viel Spass gemacht!

150 Jahre Jubiläum

GS: Ja, ja (lacht). Ich geniesse in der Kirche eine gewisse Narrenfreiheit, da ich ja nicht hauptamtlich angestellt bin. Ich lebe in der Pfarrei St. Ulrich, einer sehr gut funktionierenden Basis, wo es immer wieder viel zu lachen gibt! Die Smiley-Ansicht auf der Kirche ist übrigens von unserer Pünt her aufgenommen. Smiley für Kirche stimmt für mich schon!

Giovanni Schäfli an seinem Arbeitstisch

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Ein Award des SKF für Frauen St. Peter und Paul

Zweiter Preis für das Kochbuch Das Kochbuch der Frauen St. Peter und Paul hat den zweiten Preis des Schweizerischen Katholischen Frauenbundes (SKF) gewonnen. An der 100-Jahr-Jubiläumsfeier des SKF wurde das Buch als besonders innovatives und nachhaltiges Projekt geehrt. Die Preissumme von 3000 Franken ist ein willkommener Zustupf für die Vereinskasse.

❱ Schmeckt ein-

fach himmlisch: Himmelstorte, ein Rezept aus dem Kochbuch der Frauen St. Peter und Paul. Hier präsentiert von der Vereinsköchin Sonja Feltscher (links) und der Rezeptautorin Helene Eggli

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Claudia Sedioli| Viele Köchinnen verderben den Brei nicht – das zeigt das Kochbuch «Frauen lüften ihre Geheimnisse». Die Mitglieder der Frauen St. Peter und Paul haben darin 41 Rezepte gesammelt und publiziert: Von Aprikosenknödeln über Capuns und Jalangi-Dolma (gefüllte Weinblätter), Lozärner Chässuppe, Nusswähe, Türggeribel bis Zwetschendatschi haben die rund 150 Mitglieder ihre Lieblingsrezepte zusammengetragen und niedergeschrieben. Am 2. Juni 2012 wurde an der 100-Jahr-Jubiläumsfeier des SKF in Luzern die aufwendige und engagierte Arbeit der Vereinsfrauen nun belohnt: Das Kochbuch erhielt als besonders innovatives und nachhaltiges Projekt den zweiten Preis des Jubiläumsawards. Nach einer Ehrung im vollbesetzten KKL konnten die Vertreterinnen des Vereinsvorstands mit einer sogenannten «Emilie»-Statue – dem Pendant zum «Oscar» in Keramikform – und einem Check über 3000 Franken den Heimweg antreten. Buch der gelebten Vielfalt Um «Küchengeheimnisse» geht es im prämierten Kochbuch nicht nur, weil zum Teil bestgehütete Familienrezepte erstmals niedergeschrieben wurden. Mit den Rezepten werden auch Erinnerungen, Anekdoten oder

persönliche Geschichten veröffentlicht, die hinter einem Rezept stehen. Dabei geben die Vereinsfrauen Einblick in ihre Familie und in die Traditionen und Bräuche, die sie pflegen. Sie stellen ihr Heimatland kulinarisch vor oder lassen die Lesenden und Kochenden teilhaben an einem besonderen Moment in ihrem Leben. In diesem Sinn ist das Kochbuch der Frauen St. Peter und Paul auch ein Spiegel der gelebten Vielfalt: Es dokumentiert, wie Frauen unterschiedlichsten Alters und vielfältiger Herkunft, mit verschiedenartigen Lebenswegen und Lebenszielen zusammenfinden und über alles Trennende hinweg gemeinsam ein Projekt verwirklichen. Von der Idee zum Kochbuch Die Idee zum soeben ausgezeichneten Kochbuch entstand an der offenen Sitzung der Frauen St. Peter und Paul im August 2009. Nach den Sommerferien sind jeweils alle Vereinsmitglieder und weitere Interessierte eingeladen, an einer offenen Sitzung ihre Ideen einzubringen und damit das Vereinsleben mitzugestalten. Das Ziel der Sitzung im 2009 war, ein Projekt zu finden, an dem möglichst alle Vereinsfrauen aktiv mitwirken können, das gemeinsame Erlebnisse vermittelt und wenn möglich zum 150-Jahr-


Jubiläum von St. Peter und Paul präsentiert werden kann. «Rezepte mit Geschichte(n)» zu sammeln, war deshalb das erste Ziel. Ob daraus lediglich einige kopierte Seiten zum Weitergeben im Verein oder vielleicht ein Büchlein entstehen würde, wurde bewusst offen gelassen. Gemeinsam essen – sich austauschen Kleine Kostproben von nostalgischen und mit Erinnerungen verbundenen Rezepten tischte die Vereinsköchin Sonja Feltscher an der Generalversammlung vom 9. März 2010 auf: Bei hausgemachten Spätzli mit Apfelund Quittenmus kamen dann auch die meisten GV-Teilnehmerinnen ins kulinarische Fachsimpeln. An zwei Teileten im Frühling 2010 und 2011 trafen sich Frauen mit Kostproben ihrer Lieblingsrezepte zum gemeinsamen Essen und zum Rezepttausch. Dann setzte der Vorstand zum Endspurt an: Es waren so viele Rezepte zusammen gekommen, dass sie in einem handlichen Buch präsentiert werden konnten, das möglichst anfangs 2012, im Jubiläumsjahr von St. Peter und Paul, vorliegen sollte. Nun galt es, die Rezepte zu erfassen, in eine einheitliche Form und Sprache zu bringen und gestalten zu lassen. Mit dem Winterthurer Gestalter Enzo Lopardo fand sich ein Könner, der jedes Rezept mit einem Foto illustrierte und dem Buch einen schon optisch appetitanregenden Auftritt gab. Finanzielles Wagnis geglückt Bei aller Begeisterung für das Projekt Kochbuch: Seine Gestaltung und der Druck stellten einen gewaltigen finanziellen «Hosenlupf» für die

Das Kochbuch: «Frauen lüften ihre Geheimnisse» Foto: Enzo Lopardo

Vereinskasse dar. Dank der Vermittlung von Vereinspräses Pfarrer Hugo Gehring erklärte sich die Pfarrei St. Peter und Paul bereit, die Frauen mit einem Darlehen zu unterstützen und 100 Kochbücher zu beziehen. Dank der Preissumme von 3000 Franken aus der SKF-Prämierung und einer regen Nachfrage nach den Kochbüchern kann das Darlehen nun bereits vorzeitig zurückbezahlt werden. Weiterhin sind die Kochbücher «Frauen lüften ihre Geheimnisse» auf dem Pfarreisekretariat oder direkt bei Claudia Sedioli (csedioli@hispeed. ch) zum Preis von 20 Franken plus allfällige Versandspesen erhältlich.

Im KKL nimmt die Vertretung des Vorstands der Frauen St. Peter und Paul den zweiten Preis des Schweizerischen Katholischen Frauenbunds (SKF) entgegen: (von links) Madeleine Imfeld, Sonja Feltscher, Luzia Magnusson, Claudia Sedioli


In Kontakt kommen mit der Pfarrei San Francesco

Feiern und austauschen

Der Coro Mamme der Pfarrei San Francesco bereicherte den Gottesdienst am Muttertag mit seinen Liedern

Alice Bosshard-Walt| Im Rahmen des 150-Jahr-Jubiläums wurde am 13. Mai der Sonntagabendgottesdienst gemeinsam in italienischer und deutscher Sprache gefeiert.

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Gemeinsamer Gottesdienst Don Alberto Ferrara bedankte sich für die Gastfreundschaft in San Pietro e Paolo und fragte: «Ist es Zufall oder Vorsehung, dass die heutige Lesung aus der Apostelgeschichte und das Evangelium von Johannes darauf hinweisen, dass die gemeinsame Liebe zu Jesus und die gegenseitige Liebe unter den Menschen viel stärker sind als alles Trennende unter den Völkern?» Pfarrer Hugo Gehring erwähnte in seiner Predigt, dass die Pfarrei St. Peter und Paul schon immer eine Kirche mit vielen Immigranten war. So machten die sogenannten GastarbeiterInnen aus dem südlichen Europa 1960 rund ein Drittel der katholischen Gläubigen aus. Wunderbar passend zum Muttertag bereicherten italienische Lieder, gesungen vom Coro Mamme, unter der Leitung von Gabriella Calori, die

Feier. Am Schluss des Gottesdienstes wurden alle Frauen mit einer Rose und einem Bildchen der Mutter Gottes samt Gebetstext beschenkt. Gemeinsame Sitzung der Pfarreiräte Am 23. Mai trafen sich die Pfarreiräte, um sich besser kennen zu lernen und mehr über die Aktivitäten in den beiden Pfarreien zu erfahren. Pfarrer Don Alberto Ferrara, die beiden Vikare Don Mario Plona und Monsignore Antonio Spadacini, unterstützt von den Schwestern Dolores und Luciana vom Orden Ancelle di Gesù Bambino, sind zuständig für die italienischsprachige Seelsorge und Diakonie in Winterthur und Umgebung. Zusammen mit vielen Freiwilligen bietet San Francesco ein beeindruckend vielfältiges Freizeitangebot für Kinder, Jugendliche, und je eine Gruppe der 40 bis 60-Jährigen und der Älteren, einen Besuchsdienst sowie einen Mittagstisch, getragen vom Verein Shalom (ehemals Gassenküche) an. Der Abend klang mit einem gemütlichen Apéro aus.


Chöre in St. Peter und Paul vereint Bernhard Burgy| Von strahlendem Sonnenschein war das Treffen aller Interessierten in der Kirche St. Peter und Paul begleitet, das am Samstag vor Trinitatis die Kirchenchöre aus ganz Katholisch Winterthur und die Teilnehmenden an den Stadtführungen vereinigte. Die Kirche glich einem Bienenhaus bis Walter Hercigonja das Programm allen Beteiligten bekannt gab. Ein Vortrag von Peter Niederhäuser diente als Einleitung für die verschiedenen Führungen durch das Neuwiesenquartier und die Stadt. Er referierte über verschiedene Punkte aus seinem Buch «Von der Diaspora zur Ökumene». Sie sollten auf die verschiedenen Stationen aufmerksam

machen, welche Fixpunkte für die Katholiken Winterthurs und ihre Geschichte wichtig waren und auch die Stadtgeschichte mitbeleuchten. Die anschliessenden Führungen fanden grosses Lob bei den Teilnehmenden und manche berichteten von «Neuentdeckungen». Indessen probten die versammelten Chöre in der Kirche die anspruchsvolle Literatur für den Gottesdienst am Abend. Unter der kundigen Leitung von Hansueli Bamert erhielt die Interpretation der Sätze ihren letzten Schliff. Variationen der Gestaltung wurden erprobt und festgelegt. Die harte Arbeit wurde mit dem berühmten «Nussgipfel» belohnt. Dann setzten die Sängerinnen und

150 Jahre Jubiläum

«Treffpunkt Zukunft» zum Jubiläum vom 2. Juni 2012

Alle Chöre von Katholisch Winterthur zu einem grossen, gemeinsamen Chor in der Kirche St. Peter und Paul vereint 31


Die Pfarrer und Gemeindeleitenden von Katholisch Winterthur zelebrierten miteinander die Messe

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Sänger zum Endspurt an. Und endlich fand sich die ganze Gemeinde in der Kirche zum Gottesdienst ein. Die Pfarrer und Gemeindeleitenden von Katholisch Winterthur zelebrierten miteinander die Messe. Thema des Gottesdienstes waren Musik und Gesang zur Ehre Gottes. Die Predigt bestritten drei Personen aus der Gemeinde. Sie beleuchteten ihr Verhältnis zu Musik und Gesang in der Kirche. Die Chorleiterin des Coro Mamme der italienischen Gemeinde hob den Unterschied zwischen Singen und Sprechen hervor. Sie meinte gar, Rhythmus lerne man vor der Geburt durch den Herzschlag der Mutter. Eine Chorsängerin von St. Peter

und Paul berichtete von ihren Erfahrungen im Chorleben, das sie sehr zu schätzen wisse. Ein erprobter Politiker sah in der Musik – gerade auch in der Kirchenmusik – eine Möglichkeit, abzuschalten und zur Ruhe zu kommen. Er wusste auch eine köstliche Anekdote um die barocke Orgel der Stadtkirche zu erzählen. Mit kräftigen Stimmen sang die ganze Gemeinde – geführt durch die Profis der Chöre – die eingeübten Werke. Beachtung fanden Sätze von John Rutter und hebräische Gesänge. Frohes Gelingen – kann man sagen. Die Feier hat offensichtlich beeindruckt. Viele positive Stimmen waren später zu vernehmen. Hansueli Bamert – just fünfzig geworden – wurde am Schluss des Gottesdienstes für seine Verdienste als Kantor der Pfarrei mit grossem Applaus geehrt. Mit einem Apéro riche beschloss die Festgemeinde das Treffen unter einem blauen Himmel. Offensichtlich haben wir einen guten Draht zu unserem Kirchenpatron!

Die Stadtführungen und der Apéro riche fanden grossen Anklang bei den Teilnehmenden


Lichtgestalten in unserer Kirche

Laurentius von Rom sts| Laurentius von Rom war ein richtiger Stadtmensch. Weil sein Name am wahrscheinlichsten «Der Mann aus Laurentum» bedeutet, könnte Laurentius auch aus dieser gleichnamigen Ortschaft gestammt haben, die bei Rom lag. So oder so, sein eigentlicher Wirk- und Sterbeort als christlicher Märtyrer war Rom, wo er am 10. August 258 qualvoll durch Grillieren auf einem eisernen Gitterrost hingerichtet wurde. Von daher rührt ein weiterer Name: Laurentius mit dem Roste. Und so wird er in unserer Kirche auf dem rechten Seitenalter, neben dem heiligen Josef stehend auch dargestellt: Gitterrost und Märtyrerpalme in der Hand, gekleidet als Diakon. Schon in der Frühzeit des Christentums galt Laurentius als bedeutender Heiliger. Die später über dem Grab des Laurentius gebaute Kirche und eine weitere Basilika davor sind seit dem frühen Mittelalter zu einer einzigen Kirche, San Lorenzo fuori le mura, zusammengefasst. Sie zählt bis auf den heutigen Tag zu den sieben Pilgerkirchen von Rom und bezeugt so noch heute das aussergewöhnliche Ansehen des Laurentius, der oft sogar als Stadtpatron Roms betrachtet wird.

Er ist der Schutzpatron der BibliothekarInnen, ArchivarInnen, Studierenden sowie vieler, die etwas mit Feuer zu tun haben, etwa der Bierbrauer, WäscherInnen, BüglerInnen und Köche. Bei Hexenschuss, Ischias- und Hautleiden wird er ebenfalls angerufen. Insbesondere sein Sterben ist legendarisch überliefert und übermittelt durchaus eine zeitlos wichtige Botschaft: So war Laurentius als Erzdiakon von Rom in Vertretung des Papstes für die Verwaltung des örtlichen Kirchenvermögens und seine Verwendung zu sozialen Zwecken zuständig. Nachdem der römische Kaiser Valerian Papst Sixtus hatte enthaupten lassen, wurde Laurentius aufgefordert, alles Eigentum der Kirche innerhalb von drei Tagen herauszugeben. Daraufhin verteilte Laurentius das Vermögen an die Mitglieder der Gemeinde, versammelte alle Armen und Kranken und präsentierte sie dem Kaiser als den «wahren Schatz der Kirche». Ihn selber sollte diese Verteilaktion das eigene Leben kosten. Offenbar war er bereit dazu – im Glauben an Jesus Christus hatte er zu anderen Wertmassstäben gefunden.

Seitenaltar in der Kirche St. Peter und Paul: Der heilige Laurentius steht rechts vom heiligen Josef

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Der Pfarreirat informiert über seine Tätigkeiten

Pfarreiversammlung

Im Anschluss an die Pfarreiversammlung wurde vom Pfarreirat ein Apéro serviert, bei dem die Anwesenden Gelegenheit hatten, auszutauschen und mit dem Pfarreirat ins Gespräch zu kommen

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Alice Bosshard-Walt| Pfarreiratspräsident Walter Hercigonja kann am 25. März 2012 erfreulich viele Pfarreiangehörige zur Pfarreiversammlung begrüssen. Beim Bericht über die vergangenen dreieinhalb Jahre, mit den Pfarreimottos «Willkommen sein», «Schätze entdecken» und «Kirche findet Stadt(t)», erwähnt er besonders auch das Bibelteilen. Dies wird wie die sehr geschätzten Taizé-Gottesdienste, auf Grund einer Anregung bei der Suche nach neuen Gottesdienstformen seit etwa einem Jahr einmal im Monat angeboten. Erstmals beteiligte sich der Pfarreirat im vergangenen Jahr zusammen mit Mitgliedern der Stadtkirche an der Rosenaktion, im Rahmen der ökumenischen Kampagne von Fastenopfer und Brot für alle. Die neuen Pfarreiratsstatuten, kurz vorgestellt von Pfarrer Hugo Gehring, werden ohne Gegenstimme angenommen. Rücktritte und Wahlen im Pfarreirat Jozsef Galambos und Walter Hercigonja wünschen nach 14-jähriger Mitarbeit im Pfarreirat zurückzutreten. Pfarrer Hugo Gehring dankt beiden herzlich für ihren grossen Einsatz und schenkt ihnen die Pfarrei-DVD und das Jubiläumskochbuch der Frauen St. Peter und Paul. Der Pfarreirat freut sich über die Zusage von Zsuzsanna Schmelzer,

sich als Vertreterin der Ungarn-Mission wählen zu lassen. Die in Ungarn geborene, ausgebildete Kinderkrankenschwester und Kindererzieherin hat 1967 in Dresden geheiratet und wohnt seit 1987 in der Schweiz. Sie hat zwei Töchter und lebt heute, wie sie selbst sagt, im Ruhestand. Zsuzsanna Schmelzer und die verbleibenden Mitglieder des Pfarreirats werden mit Applaus für die nächsten drei Jahre gewählt. Beatrix Müller stellt sich neu als Kontaktfrau zur Verfügung. Schliesslich informiert Pfarrer Hugo Gehring über den sogenannten Zusammenarbeitsraum St. Ulrich und St. Peter und Paul. Nachdem keine Anträge eingereicht und das Wort nicht gewünscht wurde, berichtet Werner Schurter über die verschiedenen Anlässe zum 150-Jahr-Jubiläum der Kirchgemeinde Winterthur und der Pfarrei St. Peter und Paul. Filmpremiere Zum Abschluss der Versammlung wird erstmals die von verschiedenen Personen gefilmte und von Giovanni Schäfli gekonnt zusammengestellte DVD gezeigt. Sie gibt einen Einblick in festliche Gottesdienste und vielfältige Aktivitäten aus dem Pfarreileben im Jahr 2011. Auch nach der Pfarreiversammlung nimmt der Pfarreirat jeder Zeit gerne Anliegen und Wünsche entgegen und wird versuchen, diese nach Möglichkeit umzusetzen.


Die Reise nach Pitschiwaya 25. März 2012: Mit dem Musical «Die Reise nach Pitschiwaya oder Hans im Glück» begeisterte der Kinderchor

unter der Leitung von Hansueli Bamert und Leonie Gloor das zahlreich erschienene Publikum.

ein Blick zurück

Musical des Kinderchors

Pfarreiwallfahrt nach Gachnang

Auf den Spuren der Vorfahren osu| Die traditionelle Pfarreiwallfahrt am Fest Christi Himmelfahrt führte dieses Jahr aus Anlass des Pfarreijubiläums auf den Spuren unserer Glaubensvorfahren in die Schlosskapelle Gachnang. Erfreulich gross war die Zahl derjenigen, die den gesamten Weg von der Kirche St. Peter und Paul bis Gachnang, etwa elf Kilometer, zu Fuss zurückgelegt haben. Das Gemeinschaftserlebnis des Unterwegsseins und der Gottesdienstfeier unter dem Motto «früher – heute» fand seinen Abschluss beim gemeinsamen Mittagsmahl in Islikon. Heiter wie der Himmel war auch die Stimmung.

❱ Gruppenfoto vor dem Schloss Gachnang

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Abschied und Dank

Unser Pastoralassistenz zieht weiter

Zum Abschied von Markus Kissner hug| Dass ein ehemaliger Pastoraljahresabsolvent irgendwann die Stelle wechselt, liegt auf der Hand. So kommt der Abschied von Markus Kissner nach fast vier Jahren Mitarbeit irgendwie vage erwartet nun doch überraschend schnell. Aber dass er auf diesen Herbst hin beruflich das gefunden hat, was er sucht, macht den Wechsel für mich nachvollziehbar. Markus Kissner hat sich im Laufe der Zeit wirklich gut bei uns eingelebt und sich zu einem geschätzten Mitarbeiter in der Seelsorge entwickelt. Sein waches Interesse an jungen Menschern habe ich von Anfang an positiv erlebt. Viele Herausforderungen hat er mit persönlichem Engagement bewältigt: z.B. eine an-

spruchsvolle Firmreise, eine schwierige Beerdigung und den ökumenischen Fernsehgottesdienst. Ganz besonders verdient gemacht hat er sich um unsere Ministrantengruppe. Da ist echt eine schöne Gemeinschaft im Entstehen. Auch die Neuministrierenden hat er sorgfältig in ihren Dienst eingeübt. Bei den kirchlichen Hochfesten hat er die Liturgien mit den Minis gründlich vorbereitet und würdig durchgeführt. Ich bin Markus Kissner dankbar für die fruchtbare Zusammenarbeit und die guten gemeinsamen Zeiten im Pfarrhaus sowie bei verschiedenen Unternehmungen. Ich verstehe seinen Aufbruch. Ich wünsche ihm für die private und berufliche Zukunft viel Gnade von oben und das richtige Gespür von innen!

Glosse

Schreckliche Ketzerei im Pfabü!

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hug| Unter den Glaubensirrtürmern gibt es verschiedene Grade der Verurteilungswürdigkeit: von einer schlichten Falschaussage über die Häresie (Ketzerei) bis zur Apostasie (Glaubensabfall). Eine solche – offenbar schockierende – Verdrehung der Glaubenswahrheit liegt nun im letzten Pfabü 106 auf den Seiten 8/9 vor. Da ist ein Artikel unter dem harmlos scheinenden Titel «Kirchen finden in der Stadt» zu lesen, in dem der Versammlungsort der Heilsarmee, die evangelisch-methodistischen Kirche, die christkatholische Kapelle und die

Freimaurerloge in Winterthur mit Bild und Text vorgestellt werden; dazu ein Foto der reformierten Stadtkirche und der Kirche von St. Peter und Paul. Ein aufmerksamer und in Glaubensfragen offensichtlich überaus sensibler Leser in München (wie kommt er an unser Pfabü?) hat mit scharfem katholischem Gespür sofort erkannt: Da irrt das Pfabü gewaltig. Die Freimaurerloge ist doch keine Kirche! Diese heidnische Vereinigung als Kirche zu würdigen, kommt einem theologischen Kapitalverbrechen gleich. Sagt doch der Vatikan seit langem: Selbst die kirchlichen Ge-


Markus Kissner verabschiedet sich

Dank an die Pfarreiangehörigen mak| Wie einige von Ihnen und euch bereits erfahren haben, steht bei mir in Kürze eine berufliche Veränderung an. Nach insgesamt fast vier schönen Jahren und einer sehr guten Zeit hier in Winterthur werde ich diesen Oktober als Spitalseelsorger am Bürgerspital in Solothurn beginnen. Ganz einfach war die Entscheidung nicht, denn ich bin sehr gern hier im Team, in Winterthur und in der Pfarrei St. Peter und Paul – ich fühle mich wohl hier. Ich bin sehr dankbar für alles Gute und Schöne, das ich hier erleben durfte, die vielfältigen grossen und kleinen Begegnungen im Alltag. Sie sind, und ihr alle seid mir ein Stück Heimat geworden. Stellvertretend dafür möchte ich an dieser Stelle gern hervorheben:

Die sorgfältige, kompetente Begleitung und Unterstützung meiner Arbeit durch unsere beiden Pfarrer Hugo Gehring und Stefan Staubli, von denen ich vieles lernen und mancherlei «abschauen» durfte, im Speziellen auch die gegenseitige Wertschätzung und den verbindenden Humor. Das sympathische, frohe und liebenswerte Pfarreiteam und die vielen Freiwilligen, engagierte Frauen und Männer in den verschiedensten Gruppierungen. Besonders hervorheben und bedanken möchte ich mich auch bei unserer wunderbaren Ministrantenschar. Nicht zuletzt all denjenigen, mit denen ich auf dem Weg des Glaubens und der Kirche unterwegs sein durfte, sage ich mein herzlichstes «Dankeschön». Im Geist und im Ge-

meinschaften, die aus der Reformation hervorgegangen sind, könnten nicht als «Kirchen im eigentlichen Sinn» bezeichnet werden. Um wie viel weniger die Freimaurerloge! Was tut jemand, der einer so irreführenden Zuordnung gewahr wird? Er schreibt nicht der Redaktion des Pfabüs. Er schickt einen Brief an den Bischof von Chur (ohne Kopie an die Glaubenskongregation in Rom). Dieser fragt nicht in der betroffenen Pfarrei nach. Er sendet vielmehr die Anklageschrift an den Zürcher Generalvikar mit der Aufforderung, in seinem Sprengel glaubensmässig zum Rechten zu sehen. So bekomme ich als Pfarrer am 2. April 2012, nach dem am

Tag zuvor glänzend gefeierten Jubiläum, einen Anruf meines geschätzten Vorgängers und jetzigen Generalvikars, in dem er sich fürs schöne Fest bedankt, aber gleichzeitig besorgt den besagten Pfabü-Artikel anmahnt. Ich beruhige ihn und versichere ihn einer gebührenden Richtigstellung im nächsten Pfabü. Dabei kann ich das Schmunzeln über diesen Sturm im Wasserglas nicht ganz unterdrücken. Aber ganz klar sei hiermit gesagt: Bei einer Freimaurerloge handelt es sich nicht um eine Kirche, sondern um ein sakral wirkendes Gebäude einer nicht-christlichen Überzeugungsgemeinschaft.

Markus Kissner inmitten «seiner» Ministrantenschar

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bet bleiben wir verbunden! Ich freue mich aber auch sehr auf meine neue Aufgabe und werde dementsprechend «mit einem lachenden und einem weinenden Auge gehen», wie es wohl so schön heisst.

Mein «offizieller» Abschied wird im Rahmen des «Gottesdienstes im Freien» am Sonntag, 26. August 2012, um 11.15 Uhr stattfinden. Ihnen und allen «Gottes Segen», alles Gute und «Uf Wiederluege»…

Das Berner Oberland zeigte seine Schönheiten

Gute Stimmung bei jedem Wetter

Die Teilnehmenden der SeniorInnenFerien in Lenk

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Monika Schmid-Müller| Eine farbige Gruppe – 23 Teilnehmende und vier Leitungspersonen – reiste am 8. Juni 2012 voller Erwartungen Richtung Lenk im Berner Oberland. Auf der Carfahrt begleiteten uns immer wieder kräftige Regengüsse. Wir hofften, dass dadurch alles verfügbare «Himmelswasser» schon ausgeschüttet war. Was sich leider nicht ganz bewahrheitete. Die Sonne und blauer Himmel liessen sich aber immer wieder mal blicken. Das vom Leitungsteam zusammengestellte Programm sorgte für grosse Abwechslung und eine gute Stimmung unter den Teilnehmenden. Auch die Unterkunft im heimeligen Hotel

Wildstrubel trug zum Wohlbefinden der Gäste bei. Ein Höhepunkt unserer Ferien bot die Feier zum 100-jährigen Jubiläum der Montreux-Oberlandbahnen im Bahnhof Lenk, direkt gegenüber unserer Unterkunft. Die ganze Gruppe vergnügte sich auf einer Fahrt nach Zweisimmen mit dem Dampfzug im hölzernen Drittklasse-Eisenbahnwagen und im Nostalgiewagen zurück nach Lenk. Der traditionelle Tagesausflug, mit Pfarrer Hugo Gehring als Gast, führte nach Interlaken und von dort mit dem Schiff nach Spiez. Im Abendgottesdienst in der St. Mauritiuskapelle wurden wir von Pfarrer Thomas Müller herzlich willkommen geheissen. Nach sechs Nächten nahmen wir bei traumhaftem Wetter Abschied von unserem Ferienort. Die Heimreise über den Brünigpass erfreute uns mit Sicht auf wunderbar blaue Seen und die imposante Bergwelt der Berner Alpen. Glücklich, gesund, erholt und wohlbehalten kamen wir in Winterthur an – und es hiess Abschiednehmen. Das Leitungsteam freut sich schon heute auf ein Wiedersehen mit unseren tollen Gästen im 2013!


2012: 150 Jahre Pfarrei St. Peter und Paul

Anlässe im Jubiläumsjahr Werner Schurter| Der offizielle Festanlass vom 1. April 2012 war ein sehr schöner, würdiger und gelungener Auftakt ins Jubiläumsjahr (Seite 20). Am Muttertag feierten die Pfarreien St. Peter und Paul und San Francesco zusammen einen zweisprachigen Abendgottesdienst (Seite 30). Am 2. Juni 2012 widmete sich der «Treffpunkt Zukunft» dem Jubiläumsthema und lud alle freiwillig Mitarbeitenden, alle Interessierten und alle Chöre der Kirchgemeinde Winterthur zu einem gemeinsamen Anlass ein (Seite 31). Kommende Jubiläumsanlässe 7. Juli 2012: PP-Sommernachtsfest, 18.00 Uhr, Familiengottesdienst mit Einweihung des Labyrinths, anschliessend grosses Pfarreifest mit Grillieren, Musik und Tanz. 16. September 2012, Bettag: Abendveranstaltung zum Jubiläumsmotto «Kirche findet Stadt(t)», 17.00 Uhr im Stadthaus Winterthur. Referat von Pfarrer Leo Karrer (emeritierter Professor für Pastoraltheologie), anschliessend: Podiumsdiskussion unter der Leitung von Regula Späni (TV-Moderatorin). Am Podium werden Daniel Schönbächler (Alt-Abt vom Kloster Disentis), Bruno Gehrig (Finanzexperte), Louisa Splett (Musikerin), Reinhard Imoberdorf (Chefarzt am KSW) und Michael Küenzle (Stadtrat) mitwirken. Anschliessend: Imbiss. 1. / 2. Dezember 2012: Adventsaktion der Pfarrei St. Peter und

Besondere Verkaufsartikel zum Jubiläum Der «PP-Film» von Giovanni Schäfli auf DVD, die Festschrift «Von der Diaspora zur Ökumene» von Peter Niederhäuser und das Kochbuch der Frauen St. Peter und Paul sind weiterhin über das Pfarreisekretariat St. Peter und Paul erhältlich. Paul: «Aktion für den Süden», Verkaufsstände und Verkauf von Adventsgestecken am Samstagabend und Sonntag, Sponsorenlauf am Samstagnachmittag, offenes Adventssingen am Samstagabend nach dem Gottesdienst, Mittagessen am Sonntag. 15. Dezember 2012: «Kirche findet Stadt(t)», Abschluss der Jubiläumsanlässe im Rathausdurchgang.

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PP-Sommernachtsfest 7. Juli 2012

Programm 18.00 Uhr Abendmesse zum Ende des Schuljahres mit Einweihung des Labyrinths ab 19.00 Uhr «Gluschtige» Drinks an der Bar (gratis) ab 19.45 Uhr Grillieren, Essen, gemütliches Beisammensein im Pfarreiheim ab 20.30 Uhr Kinder- und Jugendprogramm in der Turnhalle ab 21.00 Uhr Tanz mit Peter Sauter ca. 23.00 Uhr offizieller Schluss Sie bringen mit  Festfreude  Fleisch, Fisch, Gemüse… zum Grillieren

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Verbringen Sie mit uns im Jubiläumsjahr einen unvergesslichen Sommerabend.

Wir stellen für Sie bereit  Grill mit Personal  Beilagen und Salatbuffet zu den Grilladen (gratis)  Getränke und Kaffee  Dessert (gratis)


Familiengottesdienst vor den Sommerferien

Einweihung des Labyrinths hug, Marianne Roselip| Im Familiengottesdienst vor dem PP-Sommernachtsfest am 7. Juli 2012 wird das neue Labyrinth neben der Kirche eingeweiht. Während dem Gottesdienst erzählen die Kinder der zweiten Klasse von ihren Spielen, besonders von «Weg-Spielen» wie Verstecken, Fangspielen etc. Auch das Labyrinth ist eine Art «Weg-Spiel». Die Kinder werden es während der Kommunionausteilung in einer Art Polonaise begehen und dann wieder in die Kirche zurückkommen. Am Schluss des Gottesdienstes wird das mit vielen

Windrädern geschmückte Labyrinth feierlich gesegnet werden. Pet-Windräder Die Windräder entstanden im Rahmen des Maiblocknachmittags mit der fünften Klasse. Es wurden Windräder aus Petflaschen hergestellt und bemalt. Für das Zuschneiden dieser Windräder haben wir grosse Unterstützung von Jules Kissling (ehemaliger Sakristan von St Peter und Paul) erhalten. Er ist ein richtiger PetWindräder-Experte. Herzlichen Dank für diese unkomplizierte Hilfe!

Viele dieser bunten Windräder werden das Labyrinth bei dessen Einweihung schmücken

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Sonntag, 26. August 2012

Gottesdienst im Freien Festgottesdienst mit Taufe  11.15 Uhr im Innenhof des Pfarreiheims St. Peter und Paul. Bei schlechtem Wetter findet der Anlass im Saal des Pfarreiheims statt. Mitwirken der Pfadfinder und Verabschiedung von Markus Kissner. Anschliessend: Apéro und Grillplausch (mit Getränkeverkauf) im Pfarreiheim.

Ökumenische Begegnungwn

Ökumenische Veranstaltungen Gemeinsam gefeierte Gottesdienste  Sonntag, 2. September 2012 9.30 Uhr: Eucharistiefeier in der Kirche St. Peter und Paul (kein Gottesdienst um 10.00 Uhr in der reformierten Stadtkirche)  Sonntag, 9. September 2012 10.00 Uhr: Gottesdienst in der reformierten Stadtkirche (kein Gottesdienst um 9.30 Uhr in der Kirche St. Peter und Paul) Thematischer Abend

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 Montag, 10. September 2012 19.30 Uhr, Pfarreiheim St. Peter und Paul «Von der Wiege ...» – Biographie und Glaube, Referentin Dr. Ina Praetorius. (Sie ist Germanistin und evangelische Theologin, freie Autorin und Hausfrau und lebt in Wattwil/SG.) 21.30 Uhr, Ende der Veranstaltung


Kalendarium Juli 1 Sonntag 3 Dienstag 7 Samstag 9 Montag 11 Mittwoch 18 Mittwoch 22 – 29

Patrozinium: 9.30, Kirchenchor, Apéro Der Gottesdienst um 11.15 entfällt, stattdessen Festgottesdienst mit Albanimahl, 11.00, Turnhalle Lind oder bei regnerischer Witterung im reformierten Kirchgemeindehaus FamA, Frauen PP, «Heilkräuter am Wegrand entdecken», Treffpunkt: Güetli, 19.00 Familiengottesdienst zum Ende des Schuljahres, 18.00, Mitwirken von Kinder- und Jugendchor, Einweihung des Labyrinths, anschliessend PPSommernachtsfest im Pfarreiheim FamA, Frauen PP, Tanzend durchs Jahr, 20.15, Pfarreiheim Frauengottesdienst, 8.30, Kaffee im Pfarreiheim Frauen PP, Tageswanderung Sonntag – Sonntag: Pfarreireise nach Irland

August 10 Freitag 15 Mittwoch 21 Dienstag 26 Sonntag 27 Montag

Albaniclub, Vortrag mit Pater Stephan Rothlin, 19.30, Pfarreiheim  Eucharistiefeier mit Kräutersegnung, 8.30, Kirche  Frauen PP, Nachmittagswanderung Frauen PP, Offene Sitzung mit dem Leitungsteam, 19.00, Jugendtreff Gottesdienst im Freien mit Taufe, 11.15, Hof des Pfarreiheims oder Saal (bei Schlechtwetter) FamA, Frauen PP, Tanzend durchs Jahr, 20.15, Pfarreiheim

Fortsetzung siehe Rückseite 43


AZB

8400 Winterthur

Kalendarium

Bitte nachsenden. Neue Adresse nicht melden.

❱ Treffpunkte Taizé-Gottesdienst 19.8. | 23.9. Bibelteilen 7.7. | 4.8. | 1.9. Handarbeitstreff 28.8. | 25.9. Jassnachmittage 2.7. | 27.8. | 10.9. | 24.9. Zischtigzmittag jeden Dienstag, 12.00, Restaurant Bodega Schulferien Samstag, 14.7. bis Sonntag, 19.8.

aktuelle Termine www.peterundpaul.ch

September 2 – 9 Sonntag – Sonntag: Ökumenische Woche  Gottesdienst in St. Peter und Paul, 9.30, mit 2 Sonntag reformierten Gästen, Apéro  Eltern-Kind-Feier, 10.00, Krypta 5 Mittwoch SeniorInnen-Nachmittag mit den Büelhofsingers, 14.30, Pfarreiheim St. Peter und Paul FamA, Frauen PP, Frauenstadtrundgang, 8 Samstag Treffpunkt Oberer Graben, 10.00 Gottesdienst in der reformierten Stadtkirche, 10.00, 9 Sonntag kein Gottesdienst um 9.30 in St Peter und Paul 10 Montag Ökumenischer Begegnungsabend und Vortrag von Dr. Ina Praetorius zum Thema «Glaube- und Biographie», 19.30, Pfarreiheim St Peter und Paul  Frauengottesdienst, 8.30, Kaffee im Pfarreiheim 12 Mittwoch  Filmkafi am Nachmittag, Kinobesuch und Diskussion 13 Donnerstag Vorständekonferenz, 19.45, Pfarreiheim Jubiläums-Veranstaltung zum Bettag, «Kirche 16 Sonntag findet Stadt(t)», mit Podiumsdiskussion, 17.00, Stadthaus Winterthur 18 Dienstag Frauen PP, «Sofagespräch» mit alt Nationalrätin Rosmarie Zapfl, 19.30, Pfarreiheim Frauen PP, Tageswanderung 19 Mittwoch 24 Montag FamA, Frauen PP, Tanzend durchs Jahr, 20.15, Pfarreiheim 30 Sonntag Erntedankgottesdienst und Eltern-Kind-Feier, 11.15, Kirche


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